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Donnerstag, 26. Oktober 2023

Vollidioten des Monats: Ulli, Kalle und Hainer

 Beide sind ja gerade zurück. Und es wäre jetzt wirklich schön, wenn mich das erfreuen würde, weil die "nur" Bullshit labern... aber:

TRIGGERWARNUNG: Hier geht es gleich um Selbstmord. Und um ganz viele andere finstere Dinge. Wenn ihr damit ein Problem habt, kommt Montag wieder, da gibt's dann planmäßig harmlose Worst Ofs.

Aber fangen wir mal mit dem harmlosen Blödsinn an: Uli Hoeneß hat sich darüber beschwert, dass Julian Nagelsmann zu schnell entlassen worden ist. Das hätte er so natürlich nie gemacht! Das war unverantwortlich. Da muss man hinterher Oliver Kahn und Hasan Salihamidžić entlassen, das ist die einzige logische Option.
Hier ist das Absurde an diesem "Statement": Der Manager Uli Hoeneß hätte Nagelsmann ebenfalls entlassen. Die historischen Daten belegen das. Schließlich waren die Bayern auf dem Weg zu einer titellosen Saison. Und es gibt nur einen einzigen Trainer, der eine Saison bei den Bayern ohne Titel beenden darf: Jupp Heynckes. Der schafft das 1992 und 2012. Und natürlich kam er von der 2012er-Saison mit einem Tripple zurück, weil Christian Nerlinger anstelle des Trainers entlassen wurde. Aber solange man nicht Hoeneß bester Freund ist, wird man bei den Bayern halt entlassen, wenn man keine Titel holt. Also hätte Hoeneß im Frühjahr genau dieselbe Entscheidung getroffen, die er jetzt kritisiert.

Aber das ist ja der harmlose Scheiß. Genau so, wie es genau genommen harmlos ist, dass sein Partner in Crime Karl-Heinz Rummenigge ein Geschenk von den auf die Menschenrechte scheißenden Scheichs angenommen hat. Wahrscheinlich hat er deswegen für die Verlegung der WM in den Winter verlegt. Was nebenbei nach wie vor das geringste Problem ist. Also es kann durchaus sein, dass die WM 2034 auch in den Winter verlegt werden muss, weil es bis dahin auch Spaniens Sommer zu warm ist, um ein Fußballturnier auszutragen. Aber dass dieses Geschenk aus dem Qatar kommt, ist halt ein Problem. Ich erwähne es hier nur nochmal, weil es ein Mosaikstein zur allgemeinen Moralvorstellung der Bayern ist. Aber betreiben ja auch munter Sportswashing mit Qatar Airways und bezahltem Trainingslager. 

Aber selbst ein an sich auf Moral scheißender Vorstand hat jetzt nochmal ein neues Niveau erreicht. Fangen wir da (nochmal TRIGGERWARNUNG) bei Jérôme Boateng an. Und um seine ehemalige Lebensgefährtin Kaisa Lehnhardt. Der Prozess wurde nach dem Selbstmord der Frau neu aufgewickelt, obwohl Boateng ursprünglich freigesprochen wurde. Das ist der Teil, den alle Sportmedien elegant umschiffen: Hier geht es nicht, wie ja so oft in solchen Fällen als erstes konstruiert wird, um eine Frau, die sich an den berühmten und reichen Mann hängt und diesen mit erfundenen Vorwürfen ausnehmen will. Hier geht es um eine Frau, die womöglich durch den ganzen Umgang mit dem Urteil und Hetzkampagnen gegen sie im Internet in den Selbstmord getrieben wurde. Deswegen wurde der Prozess neu aufgerollt und Boateng zu 1,2 Millionen Euro verurteilt. Und gegen dieses Urteil ist Boateng dann in Berufung gegangen. Diese führt dazu, dass der Prozess zum dritten Mal aufgerollt wird. Und von dieser Verpflichtung wurde nur Abstand genommen, weil die Bayern-Fans gegen Boateng protestierten. Sonst hätte Herbert Hainer, als Dritter im Bund, einen Weg gefunden, sich das schönzureden. Auch wenn die bittere Wahrheit lautet, dass der sportliche Erfolg einfach über allem steht.

Das beweist auch der Umgang mit Noussair Mazraoui. Der ist nämlich auch für den sportlichen Erfolg unabdingbar, da man sonst keine Rechtsverteidiger hat. Da ist es auch nicht so schlimm, dass er der Hamas den Sieg gewünscht hat... wartet was? Das, was der Marokkaner da geteilt hat, lässt sich nur ganz schlecht in ein "Mitgefühl für alle Opfer des Terrors" umdichten, wie Nura das halbherzig geschafft hat. Mainz 05 hat ja nebenbei gerade vorgemacht, wie man darauf reagieren könnte, wenn man eine konsequente Haltung an den Tag legt. Auch wenn es natürlich für die einfacher ist, einen Ergänzungsspieler auszusortieren.

Und um mal den Antisemitismus dahinter zu verdeutlichen: Wenn ein Bundesligaspieler der Wagner-Gruppe bei ihrem Einsatz in Odessa viel Erfolg wünschen würde, wäre der morgen entlassen. Also außer er spielt für die Bayern, da ist es anscheinend egal. Da aber in der Ukraine weiße Europäer sterben, ist es halt was anderes, als im Nahen Osten, wo Araber auf Juden schießen und dann zurückgeschossen wird.

Aber das ist natürlich auch eine konsequente Linie, die da immer weiter abwärts führt: Natürlich verpflichtet der Verein, der seinen Ehrenpräsidenten zum Lobbyisten-Treffen nach Katar schickt und da im Winter hinfliegt, auch den angeklagten Frauenschläger und behält den Hamas-Unterstützer in seinen Reihen. Denn der sportliche Erfolg steht halt buchstäblich über allem. 

Was ja auch nur bedingt ein Vorwurf ist, solange sich diese Steuerhinterzieher nicht bei jeder Gelegenheit als moralische Instanz aufführen. Nebenbei gab es ja mal eine Zeit, in der die Bayern anders gehandelt haben. Also als die Nazis zu denen gesagt haben, dass sie ihren jüdischen Präsidenten Kurt Landauer rauswerfen müssen, haben die so lange wie möglich gesagt, dass sie das nicht machen. Dieser jüdische Hintergrund wird ja immer dann betont, wenn es gerade zur Propaganda passt, aber wenn die damalige Haltung wirklich mal als Handlungsgrundlage nehmen muss, kann sich niemand mehr erinnern.

Wir müssen mal wieder festhalten, dass die Bayern alles dem Erfolg auf dem Platz unterordnen. Solange Titel errungen werden, ist es egal, wie oder mit wem. Aber dieses "Alles" wurde in den letzten Monaten nochmals auf ein neues Niveau gehoben.

Montag, 14. November 2022

Passives Abesits Leser wissen es früher: Karlheinz Rummenigge ist ein egoisitsches Arschloch

 Was ist der Preis für eine WM im Winter? Wir stellen fest: 2 Rolexuhren und ein Sponsorendeal mit den Bayern. Das hat man als Katarische Scheich ja mal über, damit kann man leben.

Ernsthaft, dass jetzt rauskommt, dass alles so hinter den Kulissen abgelaufen ist, ist echt faszinierend. Also wie sich die europäischen Vereinsmannschaften da haben kaufen lassen. Am ganz offensichtlichsten halt Paris St. Germain, die quasi direkt nach der Vergabe übernommen worden sind und deswegen vorher die Unterstützung der Franzosen bekommen haben. Ok, die Franzosen haben auch ein paar Kampfjets in die Wüste verkauft, auf denen sie sonst sitzen geblieben wären, aber die Übernahme des maroden Lieblingsklubs war bestimmt auch hilfreich. Details gibt es hier.

Aber für uns viel spannender ist die Rolle von Karl-Heinz Rummenigge. Denn der hat das gemacht, was er immer gemacht hat: Den größtmöglichen Vorteil für seine Bayern herausgeholt. Das ist auch an sich nichts Schlimmes, man sollte sich nur dessen bewusst sein, wenn er sich als moralische Instanz präsentieren will: Dem ist echt alles egal, solange es den Bayern hilft.

Wir wissen jetzt also folgendes: Die ECA hat sich nach Katar einladen lassen. Dort hat Kalle zwei teure Uhren von einem Freund geschenkt bekommen und im Wesentlichen den Deal mit Qatar Airways eingetütet. Also klar, offiziell wurde das erst 2018 bekannt gegeben, aber man musste ja den Deal mit Lufthansa, die 14 Jahre lang Sponsor war, ordentlich abwickeln.

Oh und wo wir schon dabei sind: 2010 wurde die WM nach Katar vergeben, seit 2011 reisen die Bayern da im Winter hin. Die Kataris haben also sofort damit begonnen, die Bayern auf ihre Seite zu ziehen. Und die Bayern sagten: Aber gerne doch. Und 2013 schickte man dann Franz Beckenbauer da hin und ließ ihn seine Expertise verbreiten. Also nur um mal zu verdeutlichen, wie lange die Bayern-Offiziellen schon daran arbeiten, dass diese WM in der Wüste stattfinden kann.

Die wirklich spannende Neuigkeit ist jetzt, dass wir damals anscheinend wirklich kurz vor einer Neuvergabe standen. Die brauchten auf jeden Fall die Zustimmung der großen Vereine, um die WM in den Winter zu verlegen. Diese großen Vereine sind in der ECA organisiert. Rummenigge war der Vorsitzende dieser Lobbyvereinigung. Der hatte also verdammt viel Einfluss. Diesen kann man sich anscheinend für 2 Rolex Uhren kaufen. Denn wenn Rummenigge sich eindeutig gegen eine WM im Winter positioniert hätte, hätte er uns dieses Scheiß-Turnier ersparen können. Aber das bringt ja seinen Bayern keinen fetten Sponsorendeal... und ihm keine Rolex. Da ist es schon schwierig, zu seinen Überzeugungen zu stehen. Wobei das falsch ist, er steht ja ganz klar zu seinen Überzeugungen: Alles für den FC B, der Rest ist egal.

Wirklich spannend wird jetzt ja die Reaktion der Bayern Fans und Ultras. Was natürlich in der ersten Instanz enttäuschend ist, denn man sieht überall "Boycott Qatar!" Aufrufe, aber in keinem Stadion wurde bisher der Bogen zu Rummenigge als Mittäter gespannt. Wobei das jetzt verdammt wichtig wäre, denn daran erkennt man, wie kaputt der Fußball im Allgemeinen ist und dass es bei weitem nicht nur an der Fifa liegt.

Und wir wollen an der Stelle festhalten, dass der Deal mit der Fluggesellschaft vorher schon in der Kritik stand. Also bevor die Fanszene im größeren Rahmen gegen die WM aufgestanden ist. Chefkritiker Ott durfte sich dafür gerade von Uli Hoeneß beleidigen lassen. Das ist doch DER Traum von jedem Bayern Fan. Nicht nur allgemeine Beleidigungen wegen beschissener Stimmung, sondern eine ganz persönliche. Dafür wird man dort doch Mitglied...

Die Debatte über den Deal mit Qatar Airways sollte jetzt richtig in die Luft gehen. Denn all die Leute, die zuletzt in der Allianz-Arena gegen die WM Stimmung gemacht haben, (also was man in der Allianz-Arena so Stimmung nennt...) müssten jetzt konsequenterweise auch gegen Rummenigge Stimmung machen. Aber das mit der Konsequenz ist halt so eine Sache, das fordert man nur von den anderen Vereinen und Fans, bei seinem eigenen Herzensklub drückt man halt ein Auge zu.

Dienstag, 11. Mai 2021

Ok, dann doch mal DFB.

Die haben sich lange genug im Windschatten der Super League verstecken können. Aber wie immer triggern mich am Ende die Leserbriefe im Kicker. Gefühlt lese ich den nur noch, um mich von Leserbriefen triggern zu lassen.

Wobei Konstantin Josuttis Beitrag ist gar kein klassischer Leserbrief. Der schreibt trotzdem: "Eine gesunde Struktur kann eine dysfunktionale Führungsperson eine Zeit lang abfedern (siehe die Präsidentschaft von Donald Trump in den USA)." Ähm... also gut zu wissen, dass Herr Josuttis anscheinend nicht Jon Oliver bei Youtube abonniert hat. Ich behaupte ja seit Jahren, dass Trump nicht das Problem ist, sondern nur das Symptom, an dem alle erkennen, wie kaputt das System wirklich ist, weil es halt nicht mehr zu ignorieren ist. Aber ein Land, in dem Gerrymandering von beiden Parteien im ganz großen Stil betrieben wird. In dem man den Popular Vote mit 3 Millionen Stimmen verliert und trotzdem Präsident werden kann... sagen wir es so: Verglichen mit der USA ist der DFB richtig gut aufgestellt.

Aber wo wir schon bei politischen Vergleichen sind: Da passt am ehesten der Bürgerkrieg in Syrien. Also da schießen ja auch mehrere grundlegend unsympathische Parteien aufeinander und jede von denen klammert sich an seine Macht. Als Außenstehender kann man eigentlich nicht wollen, dass da irgendwer gewinnt, aber zum Wohle der Bevölkerung hofft man einfach nur, dass da zeitnah irgendwer gewinnt und zumindest der Krieg vorbei ist. Oder man ignoriert es einfach, so gut es eben geht. Genau so ist doch die Lage beim DFB.

Und klar, im Moment ist die Lage wieder so schlimm, dass man es nicht mehr ignorieren kann. Also wir haben den Punkt, an dem Horst Seehofer zur Räson ruft. Also nachdem ich gestern schon mit dem Kaiser-Franz übereingestimmt hatte, muss ich heute dem Heimat-Horst zustimmen. In was für Zeiten leben wir? 

Gerade wenn Vize-Präsident Dr. Rainer Koch fragt, wem der Fußball gehört. Und wirklich glaubt, dass er den Rückhalt der Mitglieder hat, weil er den Rückhalt der Vorstände hat. Da merkt man einfach mal, wie weit weg von der Realität die sind. Also Koch spricht ja oft davon, dass es "um den Fußball" und "um die 25.000 Vereine" geht. Aber glaubt der echt, dass er bei einer Urabstimmung dieser 7,2 Millionen Mitglieder eine deutliche Mehrheit bekommen würde. Wahrscheinlich hat er gar nicht begriffen, dass seine 3 eigenen Stimmen dann irrelevant sind.

Am Ende war die Abstimmung doch auch deswegen geheim, damit die Mitglieder der Regionalverbände nicht herausbekommen können, ob ihr eigener Landesvater dieses korrupte System stützt. Also ich könnte mir schon vorstellen, dass die "Ja-Sager" Probleme bekommen würden, wenn sie zurück in die Heimat kommen.

Denn wenn wir mal die Kicker-Leserbriefe als vernünftigen Durchschnitt der Meinungen betrachten... dann sprechen sich alle ehrenamtlich engagierten Funktionäre eindeutig gegen Koch aus. Und ja, ich gehe davon aus, dass der Kicker die Gegenmeinung auch drucken würde, wenn es sie denn gäbe. 

Nebenbei kommt dann hier der wöchentliche Rant über die Kicker.de Seite und wie grausam die ist. Da finde ich diesen schönen Link, aber wie das Abstimmungsergebnis ausgegangen ist, wird mir nicht verraten. Wie immer danke für nichts.

Und ja, das hat verdammt viel damit zu tun, dass wir uns mittlerweile an Steuer-Razzien beim DFB gewöhnt haben. Die Steuerfahnder gucken häufiger in Frankfurt vorbei, als beim Abou-Chaker Clan. Hab ich schon gefragt, in was für Zeiten wir leben?

Natürlich war Fritz Kellers Beleidigung in Richtung Koch richtig heftig. Aber von außen hat man halt den Eindruck, dass er als einziger versucht diese verkrusteten Strukturen aufzubrechen und als Aufklärer zu wirken. Und alle anderen haben ihm nur Knüppel zwischen die Beine geworfen. Nun ist es natürlich schwer als Außenstehender zu beurteilen, ob dieser Eindruck wirklich der Realität entspricht. Aber allein schon, dass dieser Eindruck entstanden ist, sagt doch viel über die Zustände beim DFB aus. Und wenn man den ganzen Tag lang einen sinnlosen und frustrierenden Kampf gegen Windmühlen bestreiten muss, dann brennen einem halt mal die verbalen Sicherungen durch und man haut eine richtig heftige Beleidigung raus.

Das Beste wäre halt, wenn das Sportgerichtsverfahren zu folgendem Urteil kommt: "Herr Keller, wir müssen sie rügen, ihre Beleidigung war viel zu heftig, sie hätten Herrn Koch als korruptes Arschloch bezeichnen müssen. Das wäre angemessen gewesen. Weil die Aussage aber wirklich problematisch war, verurteilen wir sie zu 20 Stunden Sozialarbeit, abzuleisten in einer NS Gedenkstätte. Vielen Dank."

Nur um mal zu belegen, wie beschissen die Lage gerade ist: Der Kicker konnte mehrmals die "Hoeneß und Rummenigge müssten den Laden mal richtig aufräumen" Meinung drucken. Klar, schickt einen staatlich anerkannten Steuerhinterzieher zu einem Verband, bei dem regelmäßig Razzien wegen Steuerhinterziehung stattfinden. Das ist, als würde man einen Steuerhinterzieher zum Finanzminister machen... oh, warte, auch das war ein völlig normaler Vorgang in Deutschland. Und dann soll der "Menschenrechtsverletzungen sind eine andere Kultur" Kalle dem Verband wieder moralische Integrität verleihen. Oder der "Wir drücken die Champions League Reform gegen den Willen der Fans durch" Kalle. Oder halt der Präsident der ECA, die für alles steht, was der DFB nicht will.

Also nur um das nochmal festzuhalten: Rummenigge ist der Cheflobbyist der europäischen Spitzenvereine. Der kümmert sich nach wie vor und weiterhin darum, dass es seinem FC Bayern möglichst gut geht. Er hat gerade während Corona mehrere moralisch fragwürdige Äußerungen getätigt. Oder direkt ausgedrückt: Ein Mensch, der so tief im Arsch der Scheichs von Qatar steckt, dass er deren Scheiß nicht riecht, kann nicht DFB Präsident werden. Da kann man auch direkt Jens Lehmann nominieren.

Mittwoch, 21. April 2021

Super League Gedanken Teil II: Dass Karlheinz Rummenigge sich jetzt als der "Gute" profilieren kann

 Dabei ist der Mann nur cleverer.

Hier wurde Karl-Heinz Rummenigge ja immer als das bezeichnet, was er ist: Ein Populist, der ausschließlich an die Vorteile seiner Bayern denkt, sich aber gerne als Moralapostel aufführt. Er ist dadurch auch zum Lieblingsfeindbild dieses Blogs geworden. Gerade, weil seine Aussagen so selten kritisiert worden sind. Und jetzt... steht dieser Mann auf ein Mal für das Gute im Fußball? Wie hat er denn das hinbekommen?

Nun ja... wahrscheinlich mit ein wenig Weitsicht. Also dass Kalle von der Super League nichts gewusst hat und von diesem Vorschlag überrumpelt wurde, kann mir keiner erzählen. Schließlich kennt er Florentino Perez seit Jahren "gut, er ist ein ausgesprochen seriöser Kaufmann." Er hat ja genau diese "Super League Drohkulisse" immer genutzt um seine Reformagenda in Sachen Champions League zu pushen.

Ihr erinnert euch noch? Diese Reform mit den "Schweizer System"? Mit den 10er Gruppen und den im Idealfall 100 zusätzlichen Spielen? Wogegen die Fans eigentlich in dieser Woche auf die Barrikaden gehen wollten? Genau diese Reform ist am Montag im Windschatten der Empörung durchgedrückt worden. Und sie wirkt ja auf ein Mal auch wie die bestmögliche Lösung.

Diese Champions League Reform wurde ja der UEFA mehr oder weniger von der ECA diktiert worden ist. Und wer soll der neue ECA Präsident werden? Da kommt ihr nie drauf: Der Kalle! Der hat nicht mal den Anstand ein paar Monate zu warten, bis sich die Wogen geglättet haben, sondern übernimmt direkt auf dem Höhepunkt der Eskalation das Ruder. Und wird uns, wenn dieser Schreck dann hoffentlich bald vorbei ist, erzählen, wie toll und im Sinne der Fans doch diese Reform ist. 

Was Rummenigge einfach besser abschätzen konnte als Perez, war das negative Feedback, was diese Idee auslösen würde. Das mag daran liegen, dass er sich in der Deutschen Fußballkultur ständig mit Protesten gegen das 50 + 1 beschäftigen muss. Und das die Fans hier gerade erfolgreich die Montagsspiele abgeschafft haben, während ja in England, Spanien und Italien seit Jahren hemmungslos an der Stellschraube "Mehr Einzelspiele" gedreht worden ist. Die Premiere League hat ja die Pandemie direkt genutzt um wirklich jedem Spiel seine individuelle Anstoßzeit zu geben. Und gerade in England wurden Investoren und die Ausrichtung am internationalen Markt von den Fans bisher immer geschluckt. Das war halt der Preis für den Titel "Beste Liga der Welt". Und still und heimlich wollen wir halt doch alle die Besten der Besten der Besten möglichst oft sehen.

Das ist halt auch die hässliche Wahrheit hinter diesem an sich sehr schönen "We wan't our cold nights in Stoke" Schild, welches ein Chelsea Fan zu den Demonstrationen brachte. Denn die bittere Wahrheit lautet: We wan't to see all those shiny Stars on that cold night and those are expensive...

Das eigentlich faszinierende an dieser Woche ist doch, wie überrascht die Bosse der 12 Super League Vereine über das allgemeine Feedback sind. Die werden mit dem Widerstand der UEFA gerechnet haben. Mit einem leisen Murren der Fans, wie die halt immer leise Murren, wenn was Neues kommt. Aber das die Fans laut aufschreien? Dass sich Jürgen Klopp und James Milner mit ihnen solidarisieren? Dass Jordan Henderson eine Krisensitzung seiner Kollegen einberuft? Dass Gary Neville fordert diesen Vereinen Punkte abzuziehen? Dass die Fans von Liverpool vor Ort ihren Verein zu Grabe tragen? DAMIT haben sie in der Heftigkeit garantiert nicht gerechnet. 

Und auch nicht damit, dass die Bayern, Paris St.Germain und Dortmund einfach nein sagen. Die werden schon mit genau diesen 3 Vereinen als "zusätzliche Gründungsmitglieder" gerechnet haben. Wobei... man muss ja etwas genauer hingucken... Während das Dosenprodukt RB Leipzig, die doch auf genau solche Projekte gewartet haben, werden plötzlich zum Verfechter des sportlichen Wettbewerbes. Während Dortmund genau genommen sagt: "Wir müssen erst Mal warten, was unsere Aktionäre dazu sagen und dann können wir die Meinung der Fans in Betracht ziehen"... Das trifft genau meinen Komiknerv. Das muss diese Wahre Liebe sein, von denen die Dortmunder immer reden.

Rummenigge hat genau damit gerechnet und sich deswegen aus diesen Planungen rausgehalten. Wohl wissend, dass seine Bayern am meisten profitieren, wenn dieses Vorpreschen kläglich scheitert, die Champions League Reform aber genau deswegen plötzlich sympathisch aussieht und durchgedrückt werden kann. Und wenn dann doch Widersprüche gegen "seine Ideen" kommen, zeigt er mit dem Finger auf diese Tage und sagt: Ich hab euch doch schonmal gewarnt, dass genau so was kommen wird! Hört auf mich! Ich und meine Reformen können so eine Eskalation verhindern.

Und das, obwohl auch Rummenigges Ideen den Fußball nur noch kaputter machen. Sie machen es nur etwas langsamer und weniger drastisch als es die Super League. Aber er lässt es halt in genau dem Tempo geschehen, in dem es den Bayern am meisten bringt.

Das ist wie immer auch gar kein Vorwurf an den Bayern Präsidenten. Sein einziger Job besteht darin die Überlegenheit der Bayern zu sichern. Und diesen Job macht er herausragend gut. Aber man sollte ihn halt nicht mit einem Samariter verwechseln, der das Beste für die Bundesliga im Auge hat. Oder sich wirklich um den kleinen, gemeinen Fan kümmert.

Mein absolutes Lieblingsszenario wäre es ja, wenn Chelsea, Real und Man City jetzt wirklich sofort aus der Champions League ausgeschlossen werden und dann durch den FC Bayern ersetzt werden, die wieder in den Wettbewerb integriert werden. Denn auf die Einnahmen wird man ja nicht verzichten wollen und das Stadion fürs Finale ist ja schon gebucht. Dieses Finale Bayern - Paris wird als Treffen der Retter der Champions League vermarktet: der ultimative Gipfel der ehrenvollen Ritter des europäischen Fußballs. Und Kalle guckt sich dann die Enthauptungsvideos von Systemkritikern oder Schwulen auf dem Handy von seines Logennachbarn aus dem Qatar an und lächelt gemeinsam mit diesem. Schöne neue Fußballwelt.

Sonntag, 21. Februar 2021

Wie soll man die Bodenhaftung verlieren

Wenn man seit Jahren keine mehr hat?

Ich muss ja zugeben: Das ist jetzt der 3. Versuch etwas zu den "Vorfällen" bei den Bayern und deren Aussagen zu schreiben. Aber irgendwie sind die letzten beiden am Ende nichts geworden. Also frei nach Reinhard Mey: Alle guten Dinge sind drei!

Zunächst mal sollte man sich das Interview von Karl-Heinz Rummenigge im Aktuellen Sportstudio mal angucken. Es ist durchaus lobenswert, dass Kalle sich diesen kritischen Fragen gestellt hat. Und das ASS hat halt genau das gemacht, was ich mir vom Kicker erwünscht hätte. Das Problem ist am Ende, dass Rummenigge davon kam, ohne viel Substanzielles zu sagen.

Am faszinierendsten sind seine "Klarstellungen" zu den Impfungen der Bayern-Stars. Also das ist ganz großes Medienkompetenztraining. Rummenigge behauptet jetzt also, dass er immer von der "Wenn genügend Impfstoff da ist" Situation gesprochen haben wollte. Und das er sich aufgrund der wachsenden Impf-Skepsis so geäußert hat. Hier ist das Problem: Dann hätten seine Aussagen halt komplett anders klingen müssen. Ungefähr so:

Natürlich werden alle Mitarbeiter des FC Bayerns sich so schnell wie möglich impfen lassen. Wir werden uns an der Stelle vorbildlich verhalten. Impfungen sind der einzige Weg diese Pandemie unter Kontrolle zu bekommen. Alle anderen sollten sich auch impfen lassen, aber natürlich jeder zu seiner Zeit. Deswegen startet der FC B heute eine Impfkampagne.

Dann wird das Video eingespielt, mit Leon Goretzkas "Starke Menschen haben keine Angst vor der Nadel, lasst euch impfen" Statement.

Rummenigge ist letzte Woche nicht falsch verstanden worden, er wollte schon, dass Fußballer so schnell wie möglich geimpft werden. Er hat dann den Gegenwind gespürt und versucht jetzt seine Aussagen so zu drehen, dass sie mit der Mehrheit übereinstimmen.

Genau so faszinierend ist ja, dass er jetzt die Schuld bei der UEFA sucht. Die müssen ja entscheiden. Den Bayern sind die Hände gebunden. Hier sollte ihm jetzt seine Vergangenheit auf die Füße fallen. Denn Rummenigge war ja vorher nie um seine Meinung verlegen. Er hat sich immer als Moralapostel aufgespielt, auch wenn er eigentlich nur Interessenvertreter des FC Bayern war. Anders ausgedrückt: Er ist ein Populist. Und er hat seine Stimme in schöner Regelmäßigkeit erhoben, wenn es um unnötige Reisen geht. Also unnötige Länderspielreisen. Wenn die Bayern reisen müssen, kann man da halt nichts machen.

Wir reden hier von jemanden, der sich jahrelang als moralische Instanz inszeniert hat. Der Vorsitzender der ECA war. Der innerhalb der europäischen Topclubs unfassbar gut vernetzt ist. Wenn der zu all den Ansetzungen der UEFA und Fifa schweigt, dann passiert das bewusst.

Dieser Rummenigge sich gegen den Supercup oder die Klub-WM positioniert hätte, hätte das ein Beben ausgelöst. Vielleicht wäre die UEFA sogar eingeknickt, wenn er eine Absage des europäischen Supercups verlangt hätte. Wenn er dann mit einer "Wir reisen hier nur an, damit es keine Sperren für den deutschen Fußball gibt" Haltung dahin gefahren wäre, hätte das eine ganz andere Resonanz gegeben. Selbiges gilt jetzt für die Klub-WM.

Der Mann, der sonst immer seine Stimme erhoben hat, hat sich jetzt dagegen entschieden. Und dann wundert er sich, warum die Leute ihn fragen, warum er nichts sagt. 

Als 3. wunderbarer Punkt kommen ja die Ablösesummen, die jetzt laut Rummenigge angeblich zurückgehen. Weil man Leroy Sahne, wie er ihn zu nennen pflegt, ein Jahr vor Vertragsende und nach einer schweren Verletzung für nur 45 Millionen Euro bekommen hat. Und weil man jetzt auch Dayot Upamecano für günstige 42,5 Millionen Euro Ablösesumme holt. Doch genau an der Stelle funktioniert die Logik nicht.

Also man bezahlt halt ohne zu jammern die Summe, die RB Leipzig in seiner Vertragsverlängerung mit Upamecano in diesem Sommer festgelegt hat. Was auch nur bedeutet, dass RB nicht den Vertrag verlängert, sondern sich nur mit Dayot drauf geeinigt hat, zu welcher Summe er den Verein verlassen wird. Den nur halbes Jahr nach der Verlängerung macht er von der Klausel gebrauch. Was für beide Parteien ein vernünftiger Kompromiss ist. Bei Timo Werner gab es ja denselben Kompromiss und auch da war an der Stelle der FC Chelsea sofort und ohne Nachverhandlungen bereit die in diesem Fall sogar vor Covid festgelegte Summe zu bezahlen...

Wenn jetzt aber wirklich der große Preisverfall einsetzen würde, von den Rummenigge schwadroniert, hätte er sich mit Oliver Mitzlaff an den Verhandlungstisch gesetzt. Er hätte wenigstens versucht den Preis zu drücken. Mit der offenen Drohnung Upamecano im Zweifelsfall ein Jahr später ablösefrei zu holen. Da die Preise aber nicht wirklich fallen, haben die Bayern gerne die von RB festgelegte Summe bezahlt.

Der FC Bayern ist also immer noch gewillt die willkürlich von anderen festgelegten Ablösen zu zahlen ohne nachzuverhandeln, will uns aber andererseits erzählen, dass die Preise fallen. Netter Versuch.

Dann folgt noch eine Auseinandersetzung über die Sponsorengelder des Katars. Verbunden mit einem "Menschenrechtsverletzungen sind keine Kultur." An der Stelle muss ich sofort widersprechen: Doch sind sie, und sie sind es immer gewesen.

Also historisches Beispiel zu bringen: Die Kultur der Südstaaten in den USA würde über Jahre durch die Sklaverei geprägt. Am Ende haben sie einen Krieg geführt um... ok, es ging da ja nur um die Rechte der einzelnen Staaten. Praktisch nur um das eine Recht auf die Haltung von Sklaven, alle anderen hätten sie behalten dürfen... Details. Aber einzelne Auswirkungen dieses Systems sind in der Kultur dieser Region bis heute bemerkbar. Geht jetzt nicht darum die USA an den Pranger zu stellen, sondern nur darum zu verdeutlichen, dass Menschenrechtsverletzungen durchaus Kultur sind. Denn Kultur heißt ja nichts anderes als "Vom Menschen gemacht". Und praktisch alle Menschenrechtsverletzungen werden vom Menschen gemacht.

Aber zurück zu Rummenigge: Auch hier hätte man sich positionieren können. Die Bayern setzen da auf Dialog. Was vernünftig ist. Aber muss ich unbedingt die Millionen annehmen, um mit denen zu reden? Also macht das Trainingslager dort, nehmt die Frauenabteilung mit und nutzt die Präsenz vor Ort dann um mit denen zu reden. Die Millionen von Quatar Airways nehmt ihr aber erst an, wenn der Dialog zu einem positiven Ergebniss gekommen ist.

Nächster interessanter Gesprächspunkt sind ja die Hygienekonzepte, die so wunderbar funktionieren. Also es sind 3 unterschiedliche von Uefa, Fifa und DFL, aber all die basieren ja im Wesentlichen auf der Arbeit der DFL. Und da gebe ich Rummenigge recht: Dass  die DFL es als erste geschafft haben ein solches Konzept aufzustellen, welches zumindest im nationalen Rahmen weitestgehend funktioniert, ist eine erwähnenswerte Leistung. Deswegen hat ja auch kaum jemand ein Problem damit, dass die Bundesliga stattfindet.

Aber dass die internationalen Hygienekonzepte greifen? Also die Bayern hatten mit Joshua Zirkzee, Leon Goretzka, Javi Martinez, Serge Gnabry, Nicklas Süle Thomas Müller und Benjamin Pavard bereits 6 positive Corona-Tests in ihren Reihen. Von denen waren Gnabrys und Süles "False Positives", trotzdem mussten schon 6 Bayern mindestens kurzfristig in Quarantäne. Und hatte 4 wirklich infizierte. 

Und der FC Bayern ist seit dem Corona Ausbruch am meisten gereist. Champions League Bubble, haufenweise Nationalspieler, DFB Pokal, Supercups und Klub-WM. Um das extreme Gegenbeispiel zu nennen: Arminia Bielefeld hat seit dem Restart 32 Spiele absolviert. Beim FC B sind es 49. Bielefeld ist nur innerhalb von Deutschland gereist, die Bayern bis in den Nahen Osten. Bielefeld hat keinerlei Corona-Fälle zu beklagen. Aber sie mussten sich der erhöhten Gefahr aussetzen, weil sie direkt nach Bayerns Katar-Trip gegen diese antreten mussten. Und machen wir uns nichts vor: Alle nicht Fußballer hätten geschlossen in Quarantäne gemusst, wenn einer von ihrem Team bei einer derartigen Reise mit einem positiven Test zurückgekehrt wären.

Dabei will ich gar nicht infrage stellen, dass die Bayern alles in ihrer Macht stehende unternommen haben, um derartige Fälle zu verhindern. Aber wenn man so viel reist, ist es wahrscheinlich nicht zu verhindern, dass sich Einzelne Anstecken. Einzelne heißt halt 17,39% des Kaders... das sind Prozentzahlen, von denen die SPD gerade träumt...

Um das mal in einen großen Rahmen zu setzen: die 2,3 Millionen Fälle Deutschlandweit entsprechen nur 2,79% aller Bürger. Da kann man sich kurz ausrechnen, wie "hoch" der R-Wert für den FC Bayern ist. Für die Bundesliga insgesamt liegt er wohl bei 481... Und erreicht seine Höhepunkte während der Länderspielreisen.

Natürlich, und das muss an der Stelle zwingend auch erwähnt werden, wird sich bei Fußballprofis extrem darum gekümmert wird, dass sie sonst niemanden anstecken. Und die Reproduktionsrate ist ja das eigentliche Problem dieses Virus. Der R-Wert für die Stadt München ist geringer, als der, der für Bielefeld angegeben wird. Der Fußball ist also anscheinend kein Superspreader. Das wäre ein sinnvolles Argument für den Fußball...

Bleibt ja nur noch die Gesundheit der Spieler. Und da könnte man zu dem Schluss kommen, dass dieses viele Reisen der Bayern trotz Hygienekonzept und Bubble ein verdammt hohes Infektionsrisiko darstellen. Und das nur national reisen ein wesentlich geringeres Risiko ist. Also auch deswegen könnte der FC Bayern daran interessiert sein, seine Reisen möglichst einzuschränken. Schließlich sollte man gerade bei Leistungssportlern mögliche Langzeitfolgen nicht außer acht lassen. Also wenn wir Normalsterblichen nur noch 90% unserer Lungen nutzen können, merken wir das vielleicht beim Rauchen... Bei Sportlern kann dies das Karriereende einläuten. Man sollte also im Interesse der eigenen Angestellten versuchen die Reisen zurückzufahren.

Und natürlich kann ein Rummenigge das nicht alleine entscheiden. Aber er wäre in der Position eine Debatte über ein erneutes kleineres Finalturnier ab dem Viertelfinale anzustoßen. Aber er weist da ja jegliche Verantwortung und alle Möglichkeiten von sich. "Das liegt in der Verantwortung der Uefa" ist sein "Ist nen Softwareproblem"... 

Beeindruckt war ich auch, dass am Ende angesprochen wurde, dass die Stimmung endgültig gegen den Fußball kippen könnte. Dass das Verhalten und die Positionen des FC Bayerns in den letzten Tagen dazu führt, dass sich mehr Menschen vom Fußball abwenden und die Rechnung, die die Bayern für ihre 4 Millionen Euro Preisgeld zahlen, gigantisch sein könnte... Das ist halt so ein Gefühl, welches mich auch schon die ganze Woche über begleitet hat, welches ich aber einfach nicht treffend ausdrücken konnte. Praktisch zu wissen, dass andere dieses Gefühl auch teilen...

Am Ende glaube ich sogar, dass Rummenigge all das, was er da sagt, wirklich glaubt. Vor allen den Punkt mit der Bodenhaftung. Und aus seiner Position stimmt das sogar: Die Bayern Offiziellen haben jetzt nicht weniger Bodenhaftung als vor der Pandemie. Das Problem ist halt: Sie haben jegliche Bodenhaftung vor 20 Jahren verloren, aber dank Corona fällt uns das jetzt auf...

Montag, 15. Februar 2021

Worst of des "Einigen wir uns auf Unentschieden" Wochenendes

Die großen Verlierer des Wochenendes sind dann... all die Mannschaften, die die Patzer der Konkurrenz nicht nutzen konnten. Also 80 % der Bundesliga. So läuft das hier.

Die Frage, ob es jemals einen Bundesliga-Samstag ohne Sieger gegeben hat, kann natürlich nicht beantwortet werden, weil die Statistikabteilungen auf Kicker.de wie immer nicht vorhanden sind. Sportbuzzer.de stellt jedenfalls diese Behauptung auf. Vertrauen wir denen mal. 

Nebenbei kam der beste Witz des Wochenendes von Jessy Wellmers, die behauptete RB Leipzig sei der einzige "ernst zunehmende Verfolger" der Bayern. Daran erkennt man Qualitätsjournalismus: Die erzählen solche Witze, ohne eine Miene zu verziehen.

Wo wir schon bei lustigen Details sind: Die Bundesliga ist die einzige Liga der Welt, in der man darauf hinweisen, dass ein "Champions League Anwärter" wie Bayer Leverkusen "mit hoher Qualität" kommt. In allen anderen Ligen wäre so was eine Selbstverständlichkeit. 

Aber kommen wir zu den eigentlich wichtigen Dingen: Die Bedauerlichen Einzelfälle des Wochenendes. Das lustigste ist ja, dass der Vorfall in Dortmund mal wieder kein VAR Problem ist. Also klar, dass die Situation haarscharf am "Hier darf der VAR eingreifen" vorbeischrammt, ist unglücklich. Aber egal wie man die Regeln da festlegt: Es wird dann immer Szenen im Grenzbereich geben, in denen der VAR dann doch nicht eingreifen darf. Es sei denn man macht einen 5. Offiziellen draus, der ständig mit dem Schiedsrichter kommuniziert.

Aber das eigentliche Problem ist wie immer: Die Schiedsrichter auf dem Platz müssen dieses Foulspiel sehen und ahnden. Dass es überhaupt einen VAR braucht, um solche Situationen zu entscheiden, ist an der Stelle das Problem.

Nebenbei finde ich es faszinierend, wie selbstverständlich der Kicker da keinen Platzverweis gesehen haben will. Also klar, kann man so sehen, wenn man die Hoffenheim-Brille aufhat. Alle Dortmund-Anhänger sehen da eine klare Notbremse. Und nur um mal zu verdeutlichen, wie schwierig das Regelwerk auch ohne VAR ist: Wenn Bastian Dankert da Rot gibt, schreibt der Kicker garantiert "war vertretbar"...

Dass dann als "Bedauerlicher Einzelfall II des Wochenendes" ein klarer Elfmeter für Union Berlin nicht gegeben wurde. Nun muss ich zugeben, dass ich davon nur lese, weil es das nicht in die DAZN Highlights geschafft hat... Und vielleicht war der Elfmeter so klar, wie es keinen Platzverweis in Dortmund geben musste. Aber der Kicker verteilt dafür die Note 5.

Das schöne ist ja, dass diese Bedauerlichen Einzelfälle jetzt tatsächlich zu einer Konsequenz geführt haben. Also nach Nummer 0,5 in der 2. Liga am Freitagabend wurde tatsächlich die Ansetzung für den Bundesliga-Samstag geändert. Natürlich trifft es nicht die bekannten Schiedsrichter wie Bibliana Steinhaus oder Felix Zwayer... aber wenn man sich mit Zwayer mal wirklich kritisch auseinandersetzen würde, könnte sich ja wirklich was ändern... und das will ja keiner.


Und das andere Wesentliche... nun ja. Wen überrascht es... Die selektive Berichtserstattung des Kickers zu den Bayern: Man gibt Hansi Flicks Rant auf Bild-Zeitungs-Niveau wieder. Den ich ja sogar verstehen kann. Also die Unzufriedenheit mit den politischen Entscheidungsträgern teile ich ja irgendwie. Aber ob so was unbedingt in eine Sportzeitung muss...

Vor allem, wenn man Karl-Heinz Rummenigges Ausbrüche vollkommen ignoriert. Der hat mal wieder in ein Mikro erbrochen. Fußballer sollen aufgrund ihrer Vorbildfunktion frühzeitig geimpft werden. Was eher kritische Reaktionen hervorgerufen hat. So nach dem Motto: Vorbildlich wäre es gewesen während einer Pandemie nicht an einem sinnlosen Turnier in einem Land, welches auf Menschenrechte scheißt, zu spielen. Da hielten sich die Bayern allerdings sehr bedeckt. Denn der Katar ist ja nur böse, wenn sie eine Fußball-WM austragen wollen. Sonst sind sie verlässliche Geschäftspartner...

Ein großes Lob geht da direkt an Leonard Bittencourt, der erkannt hat, das Fußballer als letztes geimpft werden sollten... weil sie halt eine der ganz wenigen Berufsgruppen sind, die ihrer Arbeit relativ unproblematisch nachgehen können. Es ist praktisch wesentlich wichtiger die Fans zu impfen, damit die wieder ins Stadion können, als die Spieler, die sowieso dort sind. Also damit auch die Fans wieder ein geregeltes Leben haben dürfen.

Es ist echt unfassbar, wie weit weg von der Realität Rummenigge ist. Und dass der Kicker dazu komplett schweigt, ist einfach nur erbärmlich. 

Oh und das die Bayern dann auch noch praktisch während des Freitags Spieles bekannt geben, dass sie Dayot Upamecano von RB Leipzig holen. Also praktisch direkt in deren Spielvorbereitung... macht den Verein nicht sympathischer. Es hätte niemanden weh getan mit dieser Information bis Samstagmorgen zu warten...

Donnerstag, 24. September 2020

Lasst uns mal eines festhalten

 Karl-Heinz Rummenigge hat für sein restliches Leben kein Anrecht mehr darauf, sich über sinnlose Länderspielreisen und -termine aufzuregen. Dieses Recht hat er in den letzten Tagen verwirkt. Aber das wird ihm egal sein.


Ernsthaft, gibt es etwas sinnloseres, als den Supercup in einem Risiko Gebiet auszutragen? Während München selber (also die Stadt) im Corona-Krisenmodus ist? Und klar, Rummenigge hat immerhin den Anstand zuzugeben, dass er "Bauchschmerzen" hat.

Aber stellt euch mal vor, es würde dieses Wochenende ein Nationsleague Länderspiel in Ungarn stattfinden. Rummenigge würde auf die Barrikaden gehen und eine Absage fordern. Oder zumindest eine Verlegung des Spielortes. Und es für Wahnsinn erklären, da Fans hinfliegen zu lassen.

Aber wenn 1000 Bayern Fans unbedingt nach Ungarn fliegen müssen, spendiert er ihnen die Corona-Tests. Obwohl das Spiel absolut überflüssig ist. Das wäre nun echt der eine Wettbewerb gewesen, wo man als Vereinsfußball hätte sagen können: Ok, da verzichten wir dieses Jahr drauf. Und das hätte Rummenigge, der ja keine Gelegenheit auslässt, über Länderspiele zu fluchen, auch mal so sagen können.

Aber gab es wenigstens mal eine Drohung der Bayern, dass sie diesen Wettbewerb boykottieren werden? Oder wenigstens die Ankündigung mit einer B-Elf da hinzufliegen und seine Champions League Helden zu Hause zu lassen? Mit dem Verweis auf den brutal vollen Rahmenterminkalender? Stattdessen fliegt ein Jan-Fiete Arp nicht mal mit... Und Robert Lewandowski wird in der Startformation stehen.

Die Bayern machen gerade genau das, was sie den Nationalmannschaften vorgeworfen haben. Ohne jegliche Rücksicht auf die Belastung ihrer Spieler werden die völlig sinnlos durch Europa geflogen. Und wie immer habe ich da gar kein Problem mit. Sollen sie doch. Es profitieren ja alle zumindest finanziell von. Und Leistungssport war schon immer Raubbau am Körper der Athleten.

Wie immer erhoffe ich mir nur eine Sache: Dass die Journalisten, das nächste Mal, wenn Rummenigge sich in ein Mikrofon erbricht, ihn darauf hinweisen, dass er selber mit seinem Verein all den Scheiß, den er den Nationalverbänden vorwirft, auch anstellt. Das selbst die irrelevanten internationalen Wettbewerbe trotz Corona ausgetragen worden sind. Und dann kann man sich halt nicht mehr beschweren, wenn die Nationalmannschaften auch spielen wollen. Aber wie immer wird das nicht passieren.

Montag, 22. Juni 2020

Immer wieder faszinierend, wie kurzsichtig alle agieren.

Da reicht der Horizont halt gerade so bis zur eigenen Nase. Und dann wundert man sich, dass die Argumente nicht überzeugend sind.

Nehmen wir mal als Fallbeispiel 1: Dynamo Dresden. Ein Verein, der den Re-Start trotz persönlich schwieriger und unfairer Situation mitgetragen hat, denkt jetzt über eine Klage gegen den Abstieg nach. Weil man sich halt erst kümmert, wenn es einen selber betrifft... und es irgendwie auch zu spät ist. Das ist doch mal eine gute Perspektive in der Vereinsführung.

Und so wird in der Kommentarspalte des Kickers von einem "Opfermythos", der jetzt bedient wird, obwohl der Abstieg ja jahrelang vorbereitet worden ist.
Fakt ist halt auch: Dynamo hatte eigentlich die Kurve gekriegt und war vor der Pause auf einem guten Weg zum Klassenerhalt. Man hatte nach der Winterpause bereits 11 Punkte geholt, fast so viele wie in der gesamten Hinrunde. Und trotz des extrem fiesen Spielplans und den Verzicht auf eine Vorbereitung liegt man in der Rückrundentabelle auf Platz 14.

Und klar, dass der Rückstand aufs Rettende Ufer nach der Hinrunde so groß war, ist ausschließlich Dynamos Schuld. Dass ihnen die realistische Chance auf eine Aufholjagd genommen worden ist, dagegen nicht.

Lustig ist ja an der Stelle, dass Jan Reinold als Kicker-Redakteur auf Eintracht Frankfurt verweist, die einen fast genau so fiesen Spielplan hatten. Da gibt es aber einige gravierende Unterschiede: Erstens: Frankfurt hat als Europa League Teilnehmer mit einer derartigen Belastung gerechnet. Sie haben bereits im Vorjahr Erfahrungen mit vielen englischen Wochen. Und sie hatten halt auch die finanziellen Möglichkeiten einen entsprechend breiten Kader aufzustellen.Von Dynamo Dresden zu verlangen, dass sie ihren Kader so breit aufstellen, dass mit 9 Spielen in 29 Tagen klar kommen, ist einfach vollkommen absurd. Kurz gesagt: Die einen können einen Bas Dost von der Bank bringen, die anderen nicht... das ist ein elementarer Unterschied.
Dazu ist die psychische Belastung für die Frankfurter halt auch eine ganz andere. Die konnten es sich leisten von den Bayern 5 Gegentore zu kassieren. Oder das Derby gegen Mainz zu verlieren. Man stand trotzdem nicht in der Nähe des Abgrundes. Dynamo musste dagegen innerhalb von 7 Tagen 3 Spiele gewinnen um die Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Das ist eine ganz andere mentale Belastung.

Dennoch, nur um das festzuhalten, hat Jan Reinhold recht: Sich jetzt in die Opferrolle zu stürzten, nachdem man vorher immer pro Re-Start war, ist albern. Vor allem, wenn es eine ganz einfache Möglichkeit gegeben hätte, die man direkt als Lösungsvorschlag hätte anbieten können. Aber da hätte man ja ein goldenes Kalb für schlachten müssen... diesen einen unangenehmen Eiterpickel der fortschreitenden Kommerzialisierung angehen müssen. Das geht halt auch nicht.

Aber ganz ehrlich: Wie hätte die DFL reagieren müssen, wenn Dynamo den "Lasst uns den Re-Start der 2. Liga eine Woche nach hinten verschieben und die Woche der Relegation stattdessen für die letzten 2 Spieltage nutzen. Dafür muss die Relegation zwar abgesagt werden, aber das wären halt 4 Spiele, die für einen faireren Wettbewerb gestrichen werden. Mit Eurosport müssen wir ja eh erst noch eine Einigung erzielen, da ist das vielleicht gar nicht so schwer auf die Relegation zu verzichten..."

Mit diesem Vorschlag hätte Dynamo direkt proaktiv gehandelt. Und halt auch einen konstruktiven Lösungsansatz mitgeliefert. Und dem Fußball als ganzes etwas gutes getan, weil man seinen Beitrag zur Abschaffung der Relegation geleistet hat.
Und klar, man hätte in erster Instanz seine Rettungsaussichten verschlechtert, aber mit mehr Training und einem freundlicheren Spielplan hätte man auch Platz 15 holen können.

Aber man hat sich halt für das Kurzsichtige "Augen zu und durch, das wird schon irgendwie werden" entschieden. Nur um hinterher dann zu jammern, als man die Augen aufmachte und feststellte, wie beschissen die Situation ist...


Das wirklich lustige ist ja, dass das alles nicht nur am unteren Bodensatz der Bundesligatabellen passiert. Sondern auch am ganz anderen Ende des Leistungsspektrum. Denn bevor wir in der Sommerpause sind, macht Karl-Heinz Rummenigge das, was er am besten kann: Unmotiviert und sinnlos gegen die Länderspiele hetzen. Das beherrscht der. Und er macht es halt bei jeder Gelegenheit.

Also nur um das mal aufzuzählen: Die Nationalen Verbänden haben sich bisher seit dem Corona Ausbruch komplett zurückgenommen. Sie haben die Vereine machen lassen. Und die Vereine nehmen dann auch einfach mal alles mit.
Also kein "Wir beschränken uns erst Mal auf das nötigste und streichen die Relegation oder die Pokalwettbewerbe... nur die 8 Ligaspieltage, mehr nicht, dann ist Sommerpause."
Möglich wäre auch: Sein wir ehrlich, der Champions League Sieger wird eh mit einem großen Sternchen versehen... gerade wenn Leistungsträger vor dem Turnier schon gewechselt sein werden. Das ist doch eigentlich albern, lasst doch eher Vernunft walten und die 2020er Europacup Saison absagen.

Aber immer wenn der Rummenigge mit spielt oder zumindest mitkassiert, schreit er laut "Da sind wir dabei, das ist prima!" Denn das ist ja alles systemrelevant.
Wenn dann aber die Nationalmannschaften erstmals nach über 10 Monaten für 2 Spiele treffen wollen... dann ist das zu viel. Die Belastung zu hoch. Dann geht es auf ein Mal um das Wohl der Spieler. Da greift dann RB Leipzigs Markus Kösche zum "Das ist brutal und für die Gesundheit nicht gut"... und ja, wir reden von derselben Gesundheit, die uns bei Dynamo Spielern egal war... Oder gerade bei den Drittliga-Profis, die ebenfalls eine Extrembelastung durchmachen, egal ist.
Also um das mal kurz festzuhalten: Beim MSV Duisburg sitzt gerade ein Ersatztorwart im Feldspieler-Trikot auf der Bank, weil der Kader dank der ständigen englischen Wochen mit extrem vielen Verletzungen zu kämpfen hat. Aber da muss man halt durch...

Nehmen wir mal Jörg Schmadtkes Wortlaut: "Da geht es ums Geld. Die betroffenen spielen keine Rolle mehr." Es sei ein "unglaubliche Belastung auf Kosten der Spieler." Hier ist das faszinierende: Da hat er vollkommen recht. Das Problem ist. Er könnte sich im selben Wortlaut über die Fortsetzung der internationalen Vereinswettbewerbe aufregen.
Also ganz ehrlich: Als VfL Wolfsburg seine Spieler erst in eine kurze Pause zu schicken, um sie dann auf ein Europa League Turnier vorzubereiten, welches dann im ungünstigsten Fall nach einem Spiel beendet ist, ist absoluter Wahnsinn. Also vor allem für die Spieler. Am geilsten wird es für die Frankfurter, die ja nochmal antreten müssten um ein 0:3 aus dem Hinspiel auszumerzen. Auswärts. Vor einer Geisterkulisse. Da hat man doch so richtig Bock auf 14 Tage Vorbereitung. Dennoch steht der 6.8. als designierter Spieltermin bei Eintracht Frankfurt im Kalender. Wer als Verantwortlicher in einem Verein derartige Lösungen unterstützt, sollte hinterher einfach mal die Klappe halten, wenn andere auch mal wieder mitspielen wollen.

Also ja, es gäbe eine einfache Lösung für die derzeitige Überlastung des Rahmenterminkalenders: Einfach mal die internationalen Wettbewerbe aussetzen. Da verpasst man selbst im Idealfall 3 Spiele.

Oder aber man sagt: Die TV Gelder sind zu wichtig. Wichtiger als die Gesundheit der Spieler. Dann kann man sich aber nicht darüber aufregen, dass die Nationalen Verbände dies dann ähnlich sehen. Denn auch die haben Verträge, an die man sich halten muss. An der einen Stelle nur auf die Umsätze zu gucken und sich dann bei der nächsten Gelegenheit als großer Verteidiger der Gesundheit der Spieler zu stellen, funktioniert halt nicht.

Und nur um das mal festzuhalten: Den Bayern fehlen im Extremfall dank Corona 2 Heimspiele. Halt aus dem Champions League Viertel- und Halbfinale. Alles andere ist, ich sag das mal so, brutal durchgeprügelt worden. Und auch die Chance aufs Tripple hat man sich erhalten. Die Nationalmannschaften haben dagegen gerade ihre längste Länderspielpause seit dem Ende des 2. Weltkrieges. Also wenn der September-Termin gekippt wird, würde dies 12 Monate am Stück ohne ein einziges Länderspiel bedeuten. Und das hat es halt ungelogen seit 1950 nicht mehr gegeben.

Ich habe ja auch gar kein Problem damit, dass die Europapokalwettbewerbe zu Ende gespielt werden. Aber dann sollen mir die Verantwortlichen nicht ins Gesicht lügen und behaupten, dass die Gesundheit irgendwie wichtig wäre. Wenn die Elite das unbedingt will, dann sollen sie das durchziehen. Dann müssen sie sich halt Gedanken machen, wie sie ihren im schlimmsten Fall überlasteten Spielen im Dezember oder November eine Pause gönnen. Im Gegensatz zu Dynamo dürfte man dazu ja breit genug aufgestellt sein.

Und ja, wir reden hier nebenbei im Wesentlichen von 16 Mannschaften in ganz Europa, für die dann  die Nationalen Verbände Weltweit ihre Ansprüche komplett zurückstellen müssen. Nur weil diese paar Hanseln unbedingt die TV Milliarden verteilen müssen, dürfen 211 Nationalmannschaften nicht antreten. Das ist dann wohl die neue Solidarität, die wir uns von Corona erhofft haben: Wir stecken alle zurück, damit die paar Superreichen Vereine ihren Spaß haben können.

Montag, 3. Dezember 2018

Worst of desr "dann is das nicht mehr mein FC Bayern" Selbstzerlegung

Und ich dachte, der Höhepunkt wäre erreicht gewesen, als Uli Hoeneß nicht mal mehr genau wusste, wie viele Spiele die Bayern eigentlich schon absolviert hatten. Und ja, in dem Interview sagt Hoeneß am Ende den Satz "Meines Wissens haben wir jetzt 8 Spiele gemacht..." und wird dann vom Journalisten darauf hingewiesen, dass es bereits 10 waren... aber her, wer will sich schon mit solchen Details wie der Bundesliga beschäftigen. Das hat ein Hoeneß ja gar nicht mehr nötig.

Aber jetzt legt Hoeneß schon wieder nach. Also noch mehr nach, als in dem oben verlinkten Video, in dem er sich in seiner Kritik bestätigt sieht, weil der Spiegel investigativen Journalismus betrieben hat... Also genau seiner Aufgabe nachgekommen ist.

Jetzt... hagelte es Kritik auf der Jahreshauptversammlung. Eine Kritik, mit der sich Uli Hoeneß nicht beschäftigen will. Denn für ihn ist das ja nur ein "ganz kleiner Teil der Mitglieder, vor allem Herr Bachmeyer", der es sich zum Ziel gesetzt hat Hoeneß's hervorragenden Ruf zu ruinieren. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Vorwürfen gibt es kaum.

Dabei muss man erst Mal den Digitalen Hut vor dem Johannes Bachmeyer ziehen. Denn wenn man sich das Video anguckt, fällt einem sofort auf, dass der Mann verdammt nervös ist. Dass er richtig viel Mut aufbringen musste, um diese ja auch für ihn bitteren Wahrheiten in der Form und an dem Ort auszusprechen.

Aber vor allem fällt einem eine Sache beim Runterscrollen auf: 14.509 Likes bei 439 Dislikes. Und eine Kommentarspalte, die voll von "Gut, dass er sich da getraut hat" und "Da stellt sich einer hin und sagt, was Zehntausende Fans von der Vereinsführung halten" Aussagen ist. Und da fällt Hoeneß "das ist eine Minderheit" das erste Mal auseinander. Wenn dem so wäre, würden die Bayern-Fans, nachdem sie über dieses Video gestolpert sind, wofür der Youtube Algorithmus schon sorgen wird, ihren Daumen nach unten dagelassen. Und einen "Was für ein Vollidiot" drunter geschrieben. Es gibt aber nur noch erschreckend wenige Bayern-Fans, die wirklich gewillt sind ihre Vereinslegende zu verteidigen...
Nebenbei ist das eigentlich großartigste Hoeneß "Ich lehne eine Diskussion auf dem Niveau total ab." Die allgemeine Reaktion auf diese Aussage ist ein "Weil ihm das Niveau halt zu hoch ist..."

Und Bachmeyer ist ja auch nicht, wie Hoeneß das darstellen will, ein verwirrter Einzeltäter. Hier haben wie Manu Thiele, seines Zeichens Youtuber für ARD und ZDF, der seine Journalistische Distanz verliert, sich als Bayern-Mitglied outet, peinliche Videos aus seiner Jugend zeigt um seinen Fanstatus zu verdeutlichen (heute in der beliebten Serie: Was macht eigentlich der Typ, den Matze Knop damals vor "Finale Dahoam" eine Glatze rasiert hat? Hat der das Trauma gut überwunden? Anscheinend nicht.) und setzt dann zu einer 10 Minütigen Wutrede über die aktuellen Zustände beim FC Bayern an. Dabei bringt er im wesentlichen dieselben Argumente wie der Bachmeyer. Und kommt auf ein ähnliches Likes to Dislike Verhältnis.

Und nur um mal zu erwähnen, dass die Kritik am Präsidenten keine Neuigkeit ist, sei hier nochmal der Kommentar vom Hauseigenen Mia san Rot Blog über Hoeneß Diskussionsbeitrag in der Mesut Özil Debatte verlinkt. Und der Vollständigkeit halber ein aktueller Gastkommentar zur JHV. Wo es auch darum geht, dass das eben keine Minderheit mehr ist. Und der auch mit den eigenen Bossen recht kritisch umgeht. Natürlich nicht nur mit denen, aber so funktioniert halt ein vernünftiger Diskurs.

Hoeneß hat anscheinend kein Interesse an einem echten Diskurs. Er lässt andere erklären, dass die über Würste in der Allianz Arena durch eine Blindverkostung entschieden worden sein soll. Und er äußert sich halt auch nicht zur politischen Lage Katar. Das ist nebenbei der Beweis, dass die Stimmung nicht nur so schlecht ist, weil man gerade mal nicht an der Tabellenspitze steht... Über Deals mit Katar wurde intern schon gemosert, als die Bayern noch 20 Punkte Vorsprung hatten.

Dass er es nebenbei kann, beweist er in der Personalie Paul Breitner. Da erklärt er wunderbar, dass es nicht nur um die eine Aussage im Bayern 3 ging, sondern dass der Streit im Stillen Kämmerlein seit Jahren vor sich hin köchelt. Mit diesen Informationen kann man die Entscheidung über die Verbannung von Breitner zumindest nachvollziehen. Wenn er sich zu den anderen Vorwürfen in ähnlicher Weise äußern würde, könnte ihm das nicht Schaden... Was aber gerade ein allgemein gültiger Satz ist...

Und ja, ich sage jetzt was völlig absurdes: Hoffentlich nimmt Hoeneß, wenn er es schon nicht öffentlich machen will, wenigstens intern diese Kritik an. Auch wenn ich da meine Zweifel habe. Wenn diese Arroganz wirklich seine komplette Geisteshaltung zu dem Problem ist, könnte das Ende für Hoeneß bei den Bayern nämlich ein wirklich hässliches Kapitel werden. Dann könnte es ihm passieren, dass er bei seinem Lebenswerk am Ende vom Hof gejagt wird. Und obwohl ich einem Hoeneß eigentlich gar nichts gönne, muss ich zugeben: Das hätte er nicht verdient.

Montag, 30. Juli 2018

Karl-Heinz Rummenigge will sich zurückziehen!

Und da das mein Lieblingsfeindbild ist, werde ich ihn vermissen. Wirklich Schade.

Schließlich wendete sich der Bayern-Präsident an die Leitmedien und ließ dort ein "Wir müssen aufhören, den Populismus voranzutreiben" verbreiten... Großartig. Der größte Populist nutzt den einfachsten Weg um anderen das zu verbieten, was er selber permanent macht. Ein ganz klares "Das darf nur Ich... weil ich Bayern-Präsident bin."

Und ja, wir reden von genau dem Typen, der letztens gerade verbreiten ließ, dass der DFB "nur noch von Amateuren durchsetzt ist." Einen Satz, den ich ihn sogar durchgehen ließ, weil ich nicht den Eindruck erwecken wollte, dass ich ständig nur auf Gelegenheiten warte gegen ihn zu schießen...

Karl-Heinz Rummenigge ist immer noch der Letzte, der sich über Populismus aufregen darf... denn er ist der größte Populist, den die Liga hervorgebracht hat. Er argumentiert immer lautstark und Medienwirksam. Und nutzt den Fakt aus, dass ihm in den Medien niemand widersprechen will. Weil diese Medien ja von seinen Statements abhängig sind und wenn sie ihn kritisch hinterfragen, geht er zu den nächsten, die dies nicht tun...
Dazu kommt, dass er immer einseitig zum Wohle seines FC Bayerns argumentiert. Auch wenn dies manchmal nicht mal offensichtlich erscheint. Dazu kommt, dass er ein ganz schlechter Verlierer ist.

Gucken wir uns doch mal sein derzeitiges Problem an: da geht es mal wieder um 50+1. Und dem Fakt, dass er beim letzten Mal zum Bundestag des DFBs nur seinen Ersatzmann geschickt hat... wodurch er anderen Populisten (und ja, ein Bundestag ist immer eine populistische Veranstaltung, das ist auch nichts schlechtes) den Freiraum gegeben hat, ihre Meinung in den Vordergrund zu stellen. Und dass sein Verein diese Schlacht dann verloren hat, hat Kalle genau so gut verkraftet wie die Halbfinalniederlage 2017 gegen Real Madrid. Deswegen muss er jetzt bei jeder Gelegenheit nachtreten. In der Hoffnung, dass er so das Meinungsbild doch nachträglich ändern kann. Gute Strategie...

Aber den Bayern kann das 50+1 doch egal sein... das ist doch kein Thema, von dem die profitieren... ähm... doch.
Natürlich sind die Bayern die einzigen, die auch ohne 50+1 international wettbewerbsfähig sind. (also neben Barcelona und Real Madrid...) Und solange die Liga nicht komplett einbricht, wird dies auch so bleiben. Aber die Bayern sehen halt auch, dass die Liga eher schwächer als stärker wird... was ihnen langfristig halt eher schadet als hilft. Schließlich schaffen die Bayern es seit Jahren nicht wirklich in den Halbfinalspielen in den höchsten Gang zu schalten. Und wenn sie es versuchen, brechen sofort Muskelverletzungen auf.

Aber da zeigt sich ja auch der Interessenskonflikt: Die Bayern hätten gerne, damit sie halbwegs gefordert werden, weitere Mannschaften in der Liga, die wirklich im Internationalen Geschäft mitmischen. Die das Leistungsniveau und den Anspruch zu haben in ein internationales Halbfinale einzuziehen. Und wenn es nur die Europa League ist. Die internationale Realität sieht halt so aus, dass man dafür einen Investor braucht, an sonsten schafft man es nicht das entstandene Loch zu schließen.

80% der Bundesligisten wollen aber eigentlich nur Bundesliga spielen... und mal gelegentlich am Internationalen Geschäft teilnehmen. Einige wie Schalke und Leverkusen gelegentlicher als Frankfurt oder Freiburg. Aber keine dieser Mannschaften hat wirklich den "Wir spielen um die Internationalen Titel mit" Anspruch. In der Champions League wären sie alle glücklich, wenn es fürs Achtelfinale reicht. Das reicht aber den Bayern nicht. Und die einzigen, die da eventuell ausbrechen, sind RB Leipzig und Borussia Dortmund. Der eine Verein verstößt praktisch gegen das 50+1, der andere ist eine Kommanditgesellschaft auf Aktien. Und selbst diese Mannschaften spielen (noch nicht, oder nicht mehr) ernsthaft um die internationalen Titel mit.

Das Problem... die Bayern sind die einzigen, die mehr Mannschaften dieser Art haben wollen. Denn für die klassischen, Investor-losen Vereine ist die Bundesliga halt das Paradies: Hier können sie in einer Umsatz-starken und attraktiven Liga mitspielen. Und kriegen im geschlossenen System ihren Teil vom Kuchen ab. Schön für sie.
Aber sobald sich der Markt endgültig für Investoren geöffnet wird, bricht dieses Paradies zusammen. Deswegen funktioniert auch das "Lasst das doch jeden für sich entscheiden" nicht. Denn dass allgemeine Kostenniveau in der Bundesliga wird dann steigen... und dann heißt es entweder mitbieten oder im Abstiegskampf verschwinden. Und ja, die Vereine, die sich dann dagegen entscheiden, entscheiden sich auch langfristig gegen die Bundesliga. Die wird es geben... Dessen muss man sich aber bewusst sein. Und die Vereine, die strikt gegen das 50+1 sind, sind sich dessen bewusst.

Also am lautesten flucht halt der 1.FC St.Pauli. Ein Verein, der sich schlecht an Investoren verkaufen kann (sie haben es schon geschafft als alternative Image zu kommerzialisieren, ohne dass ihnen das jemand vorwirft, was eine große Leistung ist...) und der damit in einem geöffneten Markt noch größere Probleme als jetzt schon haben wird. Und dieses "jetzt schon" bedeutet halt "Alle 2 Jahre heftiger Abstiegskampf in Liga 2". St.Pauli würde natürlich als Marke erhalten bleiben, aber von der Fußballlandschaft verschwinden. Natürlich sind die da dagegen.

Und das kann man halt auf einige weitere Vereine ausweiten. Auch ein SC Freiburg wird dann die Wahl haben: "Wollen wir da mitspielen oder nicht?"
Fragt euch einfach mal, wie viele Premiere League Vereine es gibt, die 2018 nicht irgendwelchen Investoren gehören, sondern sich freiwillig an die 50+1 Regel hält. Das dürfte dort selbst in der 3. Liga schwer werden...
Natürlich habe ich als Freiburg und St.Pauli wenig Interesse an einer Idee, die meine Existenzgrundlage gefährdet... Und als Bayern Interesse an einem System, welches langfristig dazu führt, dass man in der Liga wieder halbwegs gefordert wird.

Das ist ja auch der Punkt, an dem ich Rummenigge vollkommen Recht gebe. Aus seiner Sicht ergibt das alles Sinn. Und natürlich nutzt er seine Möglichkeiten aus um seine Sicht lautstark und eindeutig zu positionieren. Alles, was ich von ihm verlange, ist ja, dass er sich dabei ein bisschen mehr Mühe gibt... damit es nicht ganz so auffällig ist... In dem er zum Beispiel nicht anderen das vorwirft, was er selber macht... das wirkt immer konstruktiver...

Mittwoch, 4. April 2018

Karl-Heinz Rummenigge ist ein schlechter Verlierer

Welch schockierende Erkenntnis... Die für die regelmäßigen Besucher dieses Blogs bestimmt völlig überraschend kommt...
Schließlich hat Kalle schon nachgewiesen, dass er an Niederlagen auf dem Fußballplatz gerne mal ein Jahr lang knabbert... und sich dann, was die Faktenlage betrifft, eher auf Augenhöhe mit der AfD bewegt, als mit seriöser Problembewältigung...

Und jetzt... hat der auf ein Mal eine Schlacht als Funktionär im Kampf um das 50+1 verloren... Wie fies von der DFL... da muss man sich natürlich sofort "geistig ein Stück von verabschieden"...
Wobei man da den Rummenigge ein wenig in Schutz nehmen muss... der kommt halt aus Bayern... und da heißt Demokratie halt: Wie bestimmen alles so, wie es der CSU am besten passt... Und das seit 60 Jahren... da kann man gerne mal verdrängen, das eine Demokratie eigentlich anders funktioniert...

Dabei spricht Kalle sogar viele richtige Dinge an... also ja, die DFL hat ein das Grundproblem, dass sie für 36 Profiklubs die möglichst beste Entscheidung treffen muss... und von diesen 36 spielen nur 7 international... (Davon 5 gewollt, die anderen beiden müssen halt teilnehmen...) Da kann es durchaus passieren, dass die anderen 29 (also die deutliche Mehrheit) Entscheidungen treffen, die für diese 7 ungünstig sind... Demokratie hieß ursprünglich halt mal: Wir entscheiden so, wie es die meisten und nicht die Reichsten wollen...
Und es ist durchaus auch möglich, dass bei solchen Veranstaltungen falsche Entscheidungen getroffen werden...

Dass Rummenigge allerdings Andreas Rettig "Populismus" vorwirft... ist eigentlich das Eingeständnis seiner Niederlage: Diese Schlacht hat er halt verloren. Deswegen ist er jetzt beleidigt.

Ganz ehrlich: Sowohl Rettig als auch Rummennigge sind... Politiker. Oder Lobbyisten. Oder beides, was ja mittlerweile geht. Solchen Leuten Populismus vorzuwerfen, ist absurd. Da kann man auch seinen Spielern vorwerfen, dass sie schwitzen... Und ja, das ist eine Hagen Rether Referenz: Aber das ist doch der Populist! Nein, das ist der Demagoge!

Dabei weiß Rummenigge selber doch ganz genau, dass Populisten ein vorhandenes Machtvakuum gerne ausnutzen um ihre Interessen durchzusetzen. Also seine Lobbyvereinigung hat ja genau dasselbe gemacht, als es im Zuge des Fifa Korruptionsskandals einen Interimspräsidenten bei der Uefa gab... und deswegen muss der 4. der Bundesliga jetzt nicht mehr in diese doofe Qualifikation, an der man scheitern könnte... Wie gesagt: Rummenigge weiß ganz genau, wie man dieses Spiel spielt. Er ist jetzt nur persönlich beleidigt, dass ein Mal im Leben andere das mit ihm gemacht haben, was er sonst immer mit ihnen durchzieht.
Und wenn ihr euch mal die letzten Aussagen von Rummenigge durchlest (folgt einfach den Links oben...), dann ist das eine Aneinanderreihung von Populistischer Kackscheiße.
Das werfe ich ihm ja noch nicht mal vor. Der Mann ist ein Spitzenfunktionär, der versucht seine Position auszunutzen um die Stimmung möglichst in die Richtung seines Vereins zu drehen. Es ist quasi seine Aufgabe ein Populist zu sein. Genau so wie es das, mit anderen Zielen, die Aufgabe vom Rettig ist.
Und da sich in den Deutschen Medien niemand traut ihm zu widersprechen oder kritisch nachzufragen, ist es "Populistische Interviews zu geben" halt seine beste Option.
Aber anderen den Vorwurf zu machen, weil sie dieselbe Taktik in ihrem Spezialgebieten anwenden... ist genau genommen albern...

Ehrlicher Weise müsste Rummenigge folgendes sagen: Ich habe die besagte Liga-Versammlung unterschätzt. Ich hätte da selber aufkreuzen sollen und keinen Mittelsmann schicken, der bei dieser Diskussion anscheinend vollkommen versagt hat. Das war mein Fehler, damit müssen wir jetzt arbeiten.
Und ja, Rummenigge wäre genau die Person gewesen, die man als Gegenpool für Rettigs Schauspiel gebraucht hätte. Und der uns dann in einer hitzigen Debatte ein wirkliches Spektakel geliefert hätte. Halt mal so einen richtigen Diskurs mit 2 Leuten auf Augenhöhe, die Versuchen die Stimmung in ihre Richtung zu drehen. Mit cleveren Redebeiträgen auf beiden Seiten... So wie man das von früher aus dem Bundestag kannte... Und so, wie die beiden es jetzt hinterher in den Medien machen... nur halt in Live, mit offenem Visier und Ergebnis.

Eigentlich ist das ja sogar was gutes... denn es stärkt indirekt die Rolle der DFL und seiner Tagungen... ich sag das mal so: Wenn die sich das nächste Mal treffen, werden Rummenigge und die 2 Vereine, die gar nicht anwesend waren, dabei sein. Rummenigge wird sich entsprechend vorbereiten... denn anscheinend werden auf diesen Sitzungen doch wichtige Dinge entschieden. Zu denen man nicht irgenjemanden schicken sollte, von dem der gemeine Fußball Fan noch nie was gehört hat. Und das wertet die DFL-Tagung definitiv auf, selbst wenn die Entscheidung in Sachen 50+1 beim nächsten Mal überdacht werden sollte...

Montag, 4. September 2017

Jetzt ist das Maß also voll

Jetzt hat sich der Fußball endgültig von der Realität wegbewegt. Ab sofort kann man das nicht mehr ernst nehmen. Und gucken schon gar nicht... Boycott Beyonce... ähm ich meine natülich Boycott Bundesliga... aber hey, Happy B-Day to everyone, damit hier nicht nur ein destruktiverer "Epicrant" veröffentlicht wird... wo das durch ist:

ERNSTHAFT??? Wegen 220 Millionen Euro Ablösesumme für einen der 5 besten Spieler der Welt kehrt ihr dem Fußball als eure liebste Ablenkung den Rücken? Wie willkürlich... 110 Millionen für einen der 15 besten Fußballer der Welt geht noch in Ordnung, mehr ist aber unvernünftig...
Und weil ein 20 Jähriger Ousmane Dembele sich zu seinem Traumverein streikt, kann man sich die aktuelle völlig verwöhnte Spielergeneration nicht mehr unterstützen? Obwohl genau dieser Dembele exakt dasselbe macht wie vor ziemlich genau einem Jahr... und ihr habt dem letztes Jahr trotzdem alle zugejubelt... Da hat er sich ja in die Bundesliga gestreikt, da war das ja noch ein netter Junge...

An all die Leute, die jetzt Leserbriefe an den Kicker schreiben, in denen sie sich für die kritische Berichterstattung des ehemaligen Fachmagazins bedanken, aber ankündigen, dem Fußball jetzt den Rücken zu zukehren... An all diejenigen, die von "Totengräbern" sprechen: Belügt euch doch bitte in eurem eigenen Schlafzimmer selber, aber nicht im öffentlichen Raum...
Keiner von euch wird sich wirklich vom Fußball abwenden. (Menschen, die so was machen, machen es eher still und heimlich anstatt mit großen Ankündigungen). Aber diese Briefe sind halt euer offizieller "Widerstand" gegen "das neue System".... Das ist nen bisschen wie "Ich stimme den neuen Nutzungsbedingungen nicht zu" auf seinem Facebook Profil zu posten. Aber hey, solange es euer Gewissen beruhigt... Um mehr geht es beim derzeitigen Aufregen aus Fanseite doch gar...

Vor allem... ist diese Grenze doch vollkommen willkürlich. Wenn ihr wirklich ein "Problem" mit den fortschreitenden Kommerzialisierung des Fußballs gehabt hättet... hättet ihr euch nach der Jahrtausendwende angeekelt abgewendet... als ein Florentino Perez bei Real Madrid seine "Galaktischen" zusammengestellt hat... und jeden Sommer ohne Sinn und Verstand einen Superstar verpflichtet hat... Für eine Mannschaft, die ständig im Achtelfinale der Champions League gescheitert ist... weil Zinedine Zidane den Libero geben musste... und ein David Beckham halt hauptsächlich verpflichtet worden ist um den asiatischen Markt zu erschließen...

Das Ergebnis... Real Madrid wurde von allen geächtet und gemieden ist der beliebteste Verein der Welt. Und nebenbei auch der Umsatz-Stärkste... Nur um mal nebenbei zu erwähnen, dass sich solche Investitionen eben doch rentieren, auch wenn sie völlig absurd erscheinen... Und das dir deswegen niemand den Rücken zukehren wird...

Diese ganze Debatte ist halt auch so absurd Deutsch... also wir sind wahrscheinlich so ziemlich die einzigen, die sich jetzt beschweren... Weil der Fußball immer noch und stetig am Wachsen ist.

Um an der Stelle meinen Lieblingsbeispiel zu kommen: In Amerika verdienen die besten Profisportler nach dem neusten Tarifverträgen (den Salary Cap, den hier alle fordern...) 35 Millionen Dollar Gehalt. Pro Saison. Und über 100 Spieler (einige von denen sind hier völlig unbekannt) verdienen mehr als 10 Millionen pro Saison. 220 Millionen Dollar Verträge werden dort in absehbarer Zeit völlig normal sein... und die Reaktion der Amis: "Ist doch schön. Eigentlich hätten die Jungs doch noch viel mehr verdient."
Niemand würde auf die Idee kommen, dass die NBA oder die NFL am kaputt gehen ist, weil sie immer mehr Geld umsetzt...

Und dass sich ein Karl-Heinz Rummenigge dann an die Spitze des "Der Fußball muss seine Wurzeln erhalten" Movements setzt... Und wie immer stopft ihm niemand das Maul, obwohl das längst überfällig wäre... Wieso widerspricht dem niemand? Hallo? Journalisten? Seid ihr noch da? Wo ist denn da bitte schön die Kritische Berichterstattung vom Kicker, die alle immer so loben?

Ausgerechnet der Rummenigge... den nur eine einzige Zahl interessiert: Der Jahresumsatz seiner Bayern... vielleicht sollte dem mal jemand mitteilen, dass die ominösen Wurzeln des Fußballs eher bei "Roter Stern kann den Landesmeisterpokal sogar gewinnen" liegen als bei seinem "Wie können wir möglichst viele Meister aus unserer Geschlossenen Gesellschaft namens Champions League ausschließen?". Rummenigge war DAS GESICHT der letzten Champions League Reform... Rummenigge fordert Setzlisten, sobald er ein Mal ein unangenehmes Los im Achtelfinale erwischt...
Alles, was der Mann will, ist: Sicher stellen, dass die Bayern möglichst problemlos und sicher das Halbfinale der Champions League erreichen. Und der soll jetzt unser Gralshüter sein? Wie bescheuert ist das eigentlich?

Und ja, Rummenigge hat im Wesentlichen Angst. Angst, dass diese neuen Entwicklungen seine Vormachtstellung gefährden. Denn genau genommen tun Paris St.Germain (wenn man den Fakt, dass Katar die Förderung des globalen Terrorismus vorgeworfen wird mal außen vor lässt... aber das scheinen die Pariser als eines der aktuellen Hauptopfer ja auch wunderbar zu können) und Manchester City dem Fußball verdammt gut. Da... ich hab's gesagt.
Denn ohne diese "Spielzeuge"... hätten wir auf Jahrzehnte hinweg 5 Vereine, die untereinander ausspielen, wer die Champions League gewinnt. Bayern, Real, Barcelona, Juventus und Manchester United. Klingt übertrieben? Stimmt, weil ich Juve und ManU mit aufgezählt habe... Die Siegerlisten der Champions League der letzten 10 Jahre zeigt da eine sehr ungesunde Entwicklung. Mit eher sinkender Abwechslung... Wenn die einzige Möglichkeit diese Dominanz aufzubrechen und den Sport wieder interessant zu machen, Milliarden von Scheichen sind... hey, immerhin kaufen sie sich von diesen Milliarden dann keine Waffen. Aber das Geld ist doch offensichtlich da...
Und es gibt bei dem ständig explodierenden Markt wenig sinnvolleres als in Sportvereine in den führenden Ligen zu investieren... Für uns mag das völlig absurd klingen, aber für die rentiert sich das sogar am Ende... Weil wir halt doch alle dabei bleiben...

Das völlig absurde daran ist ja, dass die Bayern jetzt die Guten in dieser Debatte sein sollen... weil sie ihr Geld mit Bedacht und Vernunft ausgegeben haben... und frühzeitig. Letzteres stimmt sogar...
Aber... haben die Bayern damit nicht eher den Maßstab frühzeitig extrem hoch angesetzt?
Ich meine... der deutsche Rekordmeister zahlt 41 Millionen für einen völlig unbekannten Franzosen... der 6 Spiele in der Champions League absolviert haben. Und als der dann das 1:0 erzielt, reagieren wir alle mit einem "Super Einkauf, da haben die Bayern mal wieder ein gutes Auge bewisen"... genau so wie bei den 30 Millionen für Renato Sanchez, der dann bei den Bayern nicht auf die Beine kommt...
Aber ganz ehrlich... wenn ein Corentin Tolisso mit seinem einen Länderspiel 41 Millionen wert ist. Ein Spieler, aus dem vielleicht mal ein wirklich Großer wird... vielleicht aber auch nur ein Rollenspieler... Aber allein schon Positionsbezogen wird er nie zur absoluten Spitze gehören... Aber wenn wir für solch einen Spieler 41 Millionen als realistisch ansetzen... wie viel ist dann ein Neymar wert? Der designierte Abo-Weltfußballer sobald Cristiano Ronaldo und Lionel Messi nachlassen? Der Nachfolger eines gewissen Peles?
Viele Bundesligafans wollen das natürlich ignorieren... aber Neymar ist richtig, richtig gut. Und auf Grund seiner Frisur und seiner Rolle auf dem Platz wunderbar vermarktbar... natürlich ist so ein Spieler ungefähr 5 Mal so viel Wert wie ein Defensiver Mittelfeldspieler, der aus der fußballerischen Bedeutungslosigkeit kommt.
Völlig absurd oder? Aber kaum zu widerlegen... Wenn man die Transfer der ach so noblen Bayern als Maßstab nimmt, ist der Neymar Transfer gar nicht so übertrieben teuer.
Eines von beiden geht nur: Entweder die Bayern haben ihr Geld vernünftig angelegt, dann hat Paris es wohl auch getan. Oder die Bayern haben sich doch an dem Wahnsinn beteiligt und bezahlen ebenfalls absurde Preise.
Und ja, wenn die Preise für Durchschnittspieler in die Höhe schnellen (der Hamburger SV hat sich 3,5 Millionen Euro geliehen um sich einen Ersartztorwart aus der 2. Liga zu holen... darüber regt sich allerdings niemand auf...), dann werden auch die Preise für Spitzenspieler angepasst werden. Geld ist ja anscheinend genügend da... Und das wird ja auch von oben Stück für Stück nach unten weiter gereicht... da ja Barcelona die Katar-Millionen nach Dortmund weiterreicht, die sie wiederum in Freiburger Spieler investieren, welche dann wiederum für mittlerweile ebenfalls Millionen in der 2. Liga einkaufen. Der Mark ist halt ständig und stetig am Wachsen...

Und klar, manchmal ist man ein wenig überrascht, wie schnell der Mark wächst. Dass Dinge, die wir erst in 5 Jahren erwartet haben, jetzt schon die Realität geworden sind... und ja, daovn, dass irgendwann irgendjemand 200 Millionen für einen der Besten Angreifer ausgeben würde, war seit Jahren auszugehen. Aber wir haben alle erst 2021 wirklich damit gerechnet...
Und Neymar wird auch nicht ewig der Rekordtransfer bleiben. Da die Leute, die diesen Transfer sachlich analysieren hinterher feststellen: Naja, so viel ist ein überragender Fußballer halt wert, wenn ich den haben will... und ich brauche den um meine Umsätze und Gewinne zu steigern... dann muss ich mir den halt holen...

Mittwoch, 24. Mai 2017

Rummenigge ist echt der Donald Trump unter den Fußball Präsidenten

Wenn er mal verliert, lässt ihn das niemals wieder los. Dann war das eine ganz böse Verschwörung. Ein riesiger Skandal. Und das muss bei jeder Gelegenheit noch mal erwähnt werden. Der Skandal ist Grund genug selbst das größte Spiel des Jahres zu boykottieren... Weil man selber halt nicht mitspielen darf...
Oder anders ausgedrückt: MIMIMIMIMI!!!

Ernsthaft, ich muss die Schlagzeile zurücknehmen, ich beleidige damit Trump...

Wirklich dreist ist da dieses "Ich vergesse nicht so schnell!" Ach ja? Also zumindest, wenn es ihm passt, vergisst er nicht so schnell. Denn das wirklich lächerliche ist: Er spricht selber den verschossenen Elfmeter zum eigentlichen 2:0 an.
Was er in seinem Anfall von Egomanie natürlich außen vor lässt... dass der Elfmeter die erste richtig krasse Fehlentscheidung dieses Halbfinales kam... Wie lächerlich kann man sich eigentlich machen?

Dass die Bayern nur wegen eines Abseitstores überhaupt in die Position kamen 2 weitere Fehlentscheidungen zu ertragen... oder dass es erst 2 weitere Fehlentscheidungen pro Bayern geben musste, damit Aturo Vidal fälschlicher Weise vom Platz gestellt werden konnte... Daran erinnert sich der Rummenigge nicht...
Die richtige Aussage vom Hoeneß wäre ein "Ich vergesse die Dinge, die mir nicht passen, sehr schnell, aber auf den Rest kann ich sehr gut rumreiten."

Und natürlich erinnert auch niemand von der Süddeutschen Zeitung ihn daran... oder vom Kicker, der die Kernaussagen des Interviews übernimmt, damit die SZ mehr Ausgaben verkaufen kann.

Wir haben bei der Berichtserstattung über Rummenigge offiziell den Punkt erreicht, an dem die Kommentarspalten unter den Berichten kritischer sind als die eigentlichen Artikel... Und ja, wir leben in einem Internet, in dem die Allgemeine Reaktion aufs "Bibiana Steinhaus pfeift ab der nächsten Saison Bundesligaspiele" ein "Oh mein Gott, das ist eine Frau... dabei sind doch selbst richtige Männer mit dieser Aufgabe schon überfordert..."

Da muss man sich als Journalist schon mächtig strecken um die Kommentarsektion besser aussehen zu lassen als sich selbst.

Nebenbei... passiert das auch nur dem Rummenigge. Der darf immer wieder ungestraft seinen geistigen Dünnschiss verbreiten. Wenn ein Hans-Joachim Watzke ein Champions League Spiel am Abend nach einem Terroranschlag ansetzt, werden kritische Meinungen gedruckt. Da wird noch Monate später ein Fritz von Thurn und Taxis nach gefragt. Ob er das Verhalten von Rummenigga nach dem Ausscheiden lächerlich findet, wird er nicht gefragt... obwohl es in dem Interview immer wieder um die Persönlichkeiten beim FC Bayern geht...

Wann kommt aber eigentlich der Rummenigge entlarvende Kommentar im Kicker? Haben die wirklich so viel Angst vor dem Mann? Was soll der tun? Euch nicht auf die Pressekonferenzen lassen? Ja, solche Drohungen kommen vor... gingen aber noch nie gut für denjenigen aus, der sie durchziehen wollte...

Im Gegenteil... man könnte man gegen Rummenigge einen Presseboykott verhängen und ihm sagen, dass man seinen Bullshit ein halbes Jahr lang nicht mehr drucken wird. Genügen Bullshit verbreitet hat er im letzten Jahr. Und ja, wenn irgendjemand anderes seine Aussagen kritisch darstellen würde, könnte ich genau das mal ein halbes Jahr machen... Ich nehme es mir ganz fest für die neue Saison vor...

Mittwoch, 29. März 2017

Immer, wenn du denkst, ein absoluter Tiefpunkt wäre erreicht

kommt Karl-Heinz Rummenigge um die Ecke und beweist, dass er noch einen drauf setzen kann...

Holy Shit, der Kalle... was geht eigentlich mittlerweile bei dem ab? Wie weit weg von der Realität ist der eigentlich inzwischen angekommen...

Dass sich die AfD an Nazi-Kampfbegriffen orientiert, ist ja noch nachvollziehbar. Das ist halt der geistige Nachfolger der NPD... aber der Präsident von Bayern München? Wirklich?

Und ja, Fake News ist nicht mehr, als die Übersetzung der Lügenpresse ins englische... Das hätte man sich vielleicht vorher mal überlegen sollen...

Aber selbst ohne den Zusammenhang zum ganz rechten Rand der Geschichte... ist es wirklich gerade angemessen, sich an Donald Trump zu halten? Das machen halt sonst nur die Leute, die an Demokratie und einer offenen Welt kein Interesse haben. Geert Wilders zum Beispiel. Das sind nicht die Leute, mit denen man als anständiger Mensch assoziiert werden will... Und man muss schon ziemlich ignorant sein um nicht zu merken an wessen geistigem Eigentum man sich da vergreift.

Und ja, nur demokratiefeindliche Extremisten diskreditieren grundlegend die Medien, die ihnen nicht gefallen. Der Rest der Welt versteht, dass unabhängige und unangenehme Medien ein entscheidender Baustein einer offenen und aufgeschlossenen Gesellschaft sind. Auch wenn die gerade Standpunkte vertreten, die einem persönlich nicht gefallen, weil man in diesen Ausführungen selber nicht gut bei weg kommt.

Und ja, die Medien haben, als sie die Champion League Reform kritisch hinterfragt haben, einfach nur ihren Job gemacht. Deren Job ist es halt auch unbequem zu sein.

Ich möchte mich an der Stelle bei allen egoistischen Arschlöchern der Welt entschuldigen, weil ich sie mit dem Rummenigge in einen Topf geworfen habe. Der Rummenigge ist offensichtlich noch viel schlimmer.

Vor allem schuldet Rummenigge mir immer noch die ganz entscheidende Erklärung: Wie profitieren die Meister der kleinen Nationen davon, dass jetzt weniger von ihnen an die großen Fleischtöpfe kommen? Und dass ist reine Mathematik: Wenn 16 von 32 Teilnehmer der Gruppenphase von den 4 größten Nationen gestellt werden, müssen dafür konsequenter Weise die Meister anderer Ligen in die Europa League absteigen... Wo es wesentlich weniger Geld gibt.

Und nur weil Rummenigge innerhalb der ECA anscheinend so sehr mit einer Europäischen Superliga gedroht hat, dass all die kleinen Vereine diese Pille geschluckt haben... heißt dies nicht, dass diese Vereine von der Reform profitieren... Vor allem wenn diese neue Champions League doch genau diese Superliga wird.
Und ja, das Ergebnis der ach so tollen Reform wird nur sein, dass die Viertelfinalspiele der Champions League noch elitärer werden, als sie es eh schon sind. Dass wir mehr Kantersiege als Enge Duelle in den Achtelfinalen sehen werden... und genau das will Rummenigge ja: Das Viertelfinale für seine Bayern garantieren. Damit seine Bayern noch mehr Kohle scheffeln können.

Damit habe ich ja an sich auch gar kein Problem. Ich sehe sogar ein Stück weit ein, dass das seine Aufgabe als Vorstandsvorsitzender halt auch irgendwie seine Aufgabe. Er sollte aber einfach mal aufhören so zu tun, als würde es ihm um irgendwas anderes als die Sicherung der Bayrischen Dominanz gehen. Gerade wenn bei den Versuchen so ein Scheiß bei raus kommt.

Vor allem beweist die Ignoranz vom Rummenigge nur, weil weit weg von der Realität und einer Gesellschaftlichen Verantwortung die Fußball-Funktionäre mittlerweile sind. Und ja, ich halte es für extrem Gefährlich, wenn Begriffe wie Lügenpresse salonfähig werden. Ich finde es furchtbar, dass der amerikanische Präsident die Medien zum Feind des amerikanischen Volkes erklärt, weil die kritisch über ihn berichten. Aber das aller letzte, was wir gerade brauchen, ist einen Rummenigge, der dieses Vokabular vom rechten Rand der deutschen Gesellschaft ins Zentrum holt.

Und ja, in dem Moment, wo ein Björn Höcke oder ein Wilders dir auf die Schulter klopfen könnten, weil sie das Gefühl haben, dass du dich ihrer Sache verschrieben hast... solltest du vielleicht einfach mal anerkennen, dass du zu alt für den Scheiß bist und dich zurück ziehen solltest...

Was mich an der Stelle immer am meisten schockiert... ist ja, dass das alles so Widerspruchslos hingenommen wird. Dass der Kicker das alles unkommentiert druckt. Anstatt mal den Rummenigge direkt darauf hinzuweisen, was für einen Scheiß er da gerade wieder fabriziert hat. Und ihm ein "Dass kann doch nicht ihr ernst sein" zu entgegnen.

Montag, 27. Februar 2017

Das Karlheinz Rummenigge so ein schlechter Verlierer ist...

Was würde ich nur ohne ihn machen...

Natürlich... hat der gute Kalle auch extrem wenig Erfahrungen mit Niederlagen... wie das so ist, als Bayern München Anhänger... man kommt einfach kaum dazu den Umgang mit solchen Momenten zu üben...

Und da man dann ja auch unwidersprochen seinen Bullshit verbreiten kann, fällt es einem selber wahrscheinlich gar nicht auf, wie viel Unsinn man da verbreitet... Aber ganz ehrlich, dass Rummenigge selber jetzt seinen absoluten Tiefpunkt als Bayern-Präsident selber und unmotiviert wieder auspackt... Ist irgendwie schon eine absurde Kombination von Kindergartenniveau und Elefantengehirn...

Vielleicht könnte man einfach mal Würde zeigen und anständig verlieren... aber warum sollte man...

Das faszinierende ist ja, dass die "Der Videoschiedsrichter erlaubt solche Fehlentscheidungen, wie sie in Madrid zu unseren Lasten getroffen wurden, ja gar nicht."Aussage absoluter Bullshit ist.

Gehen wir die 7 Fehlentscheidungen, wie sie der Kicker hinterher aufgezählt hat, noch mal durch und wenden den Videobeweis, so wie er jetzt funktioniert, auf ihn an:
Die Entscheidungen 1, 4 und 5 (also kurz zusammengefasst der früher fällige, falsche oder ausgebliebene Platzverweis für Vidal und Casemiro) betreffen halt den Videoschiedsrichter nicht. Es sind nur Gelb-Rote Karten, die aus irgendwelchen Gründen von der Überprüfung ausgeschlossen sind. Wenn der Schiedsrichter eine Tätlichkeit übersehen hätte... Oder für eine klare Rote Karte nur Gelb gezeigt hätte... dann könnte Kalle mit diesen Beispielen argumentieren. So sind das genau die Fälle, die wir nicht über den Videoschiedsrichter geregelt sehen wollen, weil sie dazu führen würden, dass jede Verwarnung überprüft werden muss... was Ewigkeiten dauert.

Der Abseitspfiff in der 66. Minute gegen Robert Lewandowski... ich sag das mal so... Kalle kann ja mal beim  1.FC Köln nachfragen, wie das läuft, wenn der Schiedsrichter fälschlicher Weise auf Abseits entscheidet.
Dagegen wird dann... das 2:1, welches die Verlängerung überhaupt ermöglicht, zurückgenommen... genau wegen Abseits.
Damit hat Rummenigge natürlich am Ende Recht: Der Videobeweis hätte ihm viele Nerven erspart, weil die Bayern ohne Verlängerung ausgeschieden wäre. Gut für ihn.

Natürlich hätten das 2:2 und das 2:3 auch nicht gezählt. Aber wir wären ja gar nicht in die Situation gekommen, diese zu brauchen.


Lustiger Weise (um wirklich mal nen Sinnvollen Gedanken zu äußern) zeigen gerade die "Abseitstore" ein ganz großes, weitgehend ignoriertes Problem mit der derzeitigen Umsetzung des Videobeweises, welches dringend gelöst werden muss: Wann pfeife ich eigentlich noch Abseits? Genau genommen am besten gar nicht mehr. Denn wenn die Großchance nicht genutzt wird, geht es mit Abstoß weiter. Wenn sie genutzt wird, greift der Videobeweis und verhindert die Fehlentscheidung.
Dass dies der richtige Ansatz wäre, beweist uns das Spiel Hannover - Köln. Dort werden dem 1.FC zunächst 2 Großchancen zurück gepfiffen, weil der Linienrichter die Angreifer im Abseits gesehen haben wollte... Nur damit der Videoassistent dann beim Abseitstor von Claudio Pizarro doch eingreift.
Eine sachlich gesehen definitiv unfaire Anwendung des Videobeweises. Denn er verhinderte 3 Großchancen für die Kölner. 2 zu unrecht... Aber das konnte man nach dem Pfiff ja nicht mehr ändern...

Und das ist eine ganz spannende Frage, die der Fußball als ganzes für sich klären müssen: Lassen wir in Abseitssituationen ab sofort weiter spielen und überprüfen sie im Zweifelsfalle nach dem erzielten Tor? Das wäre die faire Umsetzung, denn so könnte man relevante Fehlentscheidungen ausschließen. Es wäre aber auch das Ende jeder Emotion beim Torjubel, weil dann wirklich jeder 2. Treffer hinterher kontrolliert werden müsste.

Oder legt man fest, das Abseitsentscheidungen allgemein nicht "Reviewable" sind. Damit solche Situationen wie in Köln, dass der Videobeweis konstant zu Lasten einer Mannschaft ausgelegt wird, vermieden werden. Diese Entscheidung würde die Emotionen auf dem Platz schützen. Aber bei jedem Abseitstor würde hinterher die Diskussion losgetreten werden, ob das Sinnvoll ist.

Und es gibt keine gute Antwort. Fakt ist: Die Zwischenlösung "Wenn jemand wegen Abseits fälschlicher Weise zurück gepfiffen wird, hat er Pech, wenn er ein Abseitstor erzielt auch" kann nicht das Endergebnis sein.

Bevor jetzt jemand mit dem "Ist doch nur Abseits" kommt... geht mal kurz in euch und fragt euch, wie viele Hauchdünne Abseitsentscheidungen es jedes Wochenende... ich verweise spontan auf RB Leipzig gegen den Hamburger SV... in den es so hauchdünnes Abseits gab, dass selbst der Videobeweis nicht eingreifen konnte. (oder, für die Verschwörungstheoretiker unter uns, die DFL war damals noch im "Wir müssen den HSV irgendwie retten, die haben ja so sympathische Fans" Modus...)
Und solche Szene gibt es erschreckend häufig. Meistens werden sie einfach nur ignoriert, weil sie nicht Spiel entscheidend sind. Oder nicht in absoluter Strafraumnähe passieren. Und dann gibt es Spiele, in denen es 3 Mal innerhalb von 93 Minuten passiert.
Und das formuliere ich nicht mal als Vorwurf an die Linienrichter. Bei den Geschwindigkeiten, in denen Fußball mittlerweile gespielt wird und den gegensätzlichen Bewegungen von Angreifern und Verteidigern ist es unfassbar schwierig immer die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn ein 30 Meter Steilpass auf eine Abseitsfalle trifft. Im Wesentlichen verlässt man sich auf seine Erfahrungswerte. Und es ist faszinierend, wie oft diese Erfahrungswerte richtig liegen... Aber wenn "Oft genug richtig liegen" im Fußball reichen würde, hätten wir gar keinen Videobeweis. Denn das machen die Schiedsrichter ja allgemein...

Dass die Uefa an der Stelle sagt "Unser wichtigster Wettbewerb ist keine Laborratte"... erscheint auf ein Mal erstaunlich sinnvoll. Geradezu Alternativlos.
Und ja, wenn wir uns für eine allgemein akzeptierte Lösung bei Abseitsentscheidungen entschieden haben, kann man den Videobeweis nicht in der Champions League einführen. Und allgemein akzeptiert heißt an der Stelle, dass man sich wirklich geeinigt hat und das Abseits-Fass nicht jedes Mal, wenn die Entscheidungen zu seinen eigenen Lasten ausfallen, wieder auspackt.

Rummenigges Aktion hilft bei der eigentlich wichtigen Auseinandersetzung mit dem Problem mal wieder überhaupt nicht. Weil er wie immer das eingeschnappte Kind spielt, welches nur seinen eigenen Vorteil und seine eigene Position sieht. Anstatt mal einen sachlichen Diskurs zu führen, wo wir mit dieser Neuerung hinwollen...
Und ja, ein Diskurs über die Anwendung des Videoschiedsrichters beim Real - Bayern Rückspiel wäre extrem sinnvoll. Also dass man sich dieses Spiel wirklich nochmal anguckt und sich dann fragt: Wäre es vielleicht doch sinnvoll, dem Schiedsrichter schon bei möglichen Gelb-Roten Karten unter die Arme zu greifen? Oder muss man dann nicht auch die Gelben Karten, die langfristig zu einem Platzverweis führen können, überprüfen?
Und in dem man anhand dieses Spiels mit 4 entscheidenden Abseitsentscheidungen (2 für jede Mannschaft) mal das Problem erörtert, wie der Videobeweis mit diesen Szenen umgehen sollte. Aber all das halt sachlich, was ein Rummenigge anscheinend nicht kann oder will...

Da aber die großen Vereine hauptsächlich von solchen Egomanen geführt werden, gibt es auch wenig Hoffnung, dass die eigentlich wichtigen Fragen beim Videobeweis jemals gelöst werden... aber hey, immerhin unterhält mich der Kalle...