Montag, 19. Oktober 2026

Worst of des "Der SC Freiburg ist eine richtige Spitzenmannschaft" Wochenendes

 So läuft das halt in der Bundesliga: Wenn eine andere Mannschaft als der FC Bayern an der Tabellenspitze steht, lassen die sofort Federn. Da kannst du echt die Uhr nachstellen.

Wobei das dieses Jahr echt absurd wird. Also nach 6 Spieltagen haben alle Tabellenführer ihr Spiel nicht gewinnen können. Selbst die Bayern haben da dieses Jahr solidarisch ein Mal mitgemacht: Am 2. Spieltag trennten sie sich 0:0 Unentschieden von Schalke 04.
Am 3. Spieltag gab Augsburg die Tabellenführung mit einem 2:2 Unentschieden gegen Leverkusen an den SC Freiburg weiter. Die spielten dann Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt. Die Woche darauf war fing Dortmund sich 2 späte Tore, um ebenfalls 2:2 zu spielen. Also ja, die 3 Spiele gingen allesamt 2:2 aus. Und wenn Lucas Höler seinen Kopfball in allerletzter Sekunde aufs Tor bringt, geht auch Leverkusen gegen Freiburg 2:2 aus. Da hat irgendein Chinese verdammt viel Geld darauf gewettet, dass der Tabellenführer der Bundesliga 4 Spieltage lang mit einem 2:2 vom Platz geht.

Das war aber auch erwartbar. Also weil die Bayern zuletzt so souverän durchmarschiert sind, ist das vielleicht in Vergessenheit geraten. Aber wenn jemand anderes als der Rekordmeister auf Platz 1 steht, verkackt diese Mannschaft quasi immer. 

Klingt übertrieben? Nun ja... wer war denn der letzte "alternative Tabellenführer", der in dieser Position sein Spiel gewinnen konnte? Die Antwort lautet logischerweise: Bayer Leverkusen. Muss ja. Die wurden ja am 34. Spieltag des Saison 2023/24 deutscher Meister. Die gingen ungeschlagen durch die Saison. Das schafft man nicht, indem man immer, wenn man auf Platz 1 landet, Unentschieden spielt. Außerdem ist irgendwie davon auszugehen, dass der Fußballgott da einfach nicht so genau hingeguckt hat und Bayer mit Bayern verwechselt hat, als er die Ergebnisse festgelegt hat...

Aber danach? Der SC Freiburg verliert am 2. Spieltag 2024/25 gegen die Bayern. Heidenheim am Spieltag danach gegen Borussia Dortmund. Und danach stand dann der FC Bayern 66 Spieltage infolge auf Platz 1. Die sind von dieser Regel natürlich ausgenommen.

Faszinierenderweise war Union Berlin im Jahr 2022/23 vom 6. bis 12. Spieltag Tabellenführer. Sie verteidigten diese Position durchaus auch mit dem einen oder anderen Sieg... aber eben auch mit 2 Niederlagen gegen Frankfurt und Bochum. Und wenn selbst Bochum die alternativen Tabellenführer besiegen kann, weiß man ungefähr, was die Stunde geschlagen hat.

Da fällt einem dann wieder auf: Selbst wenn die Bayern es irgendwie schaffen würden, mit 2 Punkten Rückstand in den letzten Spieltag zu gehen, kann man immernoch davon ausgehen, dass die trotzdem Meister werden, weil die Mannschaft auf Platz 1 das schon verkacken wird. Und das ist ja kein theoretisches Konstrukt, denn 2023 spielte Borussia Dortmund am letzten Spieltag, natürlich, nur 2:2, um den Bayern die Meisterschale zu überlassen. Nebenbei übernahm die Borussia schon am 29. und 25. Spieltag kurzzeitig die Tabellenführung, um sie direkt wieder abzugeben.

Also um das nochmal ganz konkret festzuhalten: die letzten 9 Tabellenführer, die nicht Bayern oder Bayer hießen, konnten ihr Spiel dann nicht gewinnen und mussten die Tabellenführung sofort wieder abgeben. Das ist eine völlig absurde Statistik. Aber jetzt sollte doch wieder die normale Langeweile eintreten, da man von einem Durchmarsch der Bayern ausgehen muss.

Dass das jährliche Dosenschießen der Bayern so deutlich ausging, wie es dann ausging, war so gar keine Überraschung. RB Leipzig ist gerade auswärts alles andere als stabil. Und die haben schon in der letzten Saison unter Ole Werner 10 Gegentore in 2 Spielen bekommen. Dass die Bayern da also richtig Gas geben und die Räume, die ein mitspielendes Team wie RB halt bietet, ausnutzen würde, war wirklich abzusehen. Und es verdeutlicht auch wieder, wie groß der Abstand von den Bayern zu Dortmund und Leipzig ist: Selbst für diese Teams wäre ein Sieg in München eine große Überraschung und es ist wesentlich wahrscheinlicher, dass die einfach aus dem Stadion geschossen werden.

Aber hey, immerhin kann Martin Demichelis jetzt behaupten, dass er wenigstens gegen die Bayern genauso besser abliefert, als sein Vorgänger. Denn immerhin hat man ja ein Tor erzielt. Das ist doch der Fortschritt, für den Werner unbedingt entlassen werden musste.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen