Dienstag, 11. Dezember 2018

Die große Champions League Gruppenphase Pre-Review!

I dont fucking care.

Es ist mir egal.

Es interessiert mich nicht mehr.

Dieses Jahr ist es endgültig so weit. Ich konnte mich nicht mehr dafür motivieren, irgendwelche Spiele aus der Champions League Gruppenphase zu gucken. Es ist nur minimal übertrieben, wenn ich jetzt behaupte: Ich werde erst im März mitbekommen, dass es ja gar keine Champions League im ZDF mehr gibt. Bisher habe ich dieses Angebot jedenfalls nicht vermisst.

Und das kommt von jemanden, der früher jede mögliche Sekunde konsumiert hat. Das war aber halt auch noch zu Zeiten, wo es eine Seltenheit war die richtig guten Fußball im Fernsehen zu sehen. Da hat man sich dann auch das Nebelspiel von Hertha gegen Barcelona angeguckt, in der Hoffnung wenigstens einen Hauch von Rivaldo zu sehen. Also zumindest so lange, bis Mutti vom Volleyball Training zurück kam und man dringend ins Bett sprinten musste, denn am nächsten Morgen war ja Schule...

Mittlerweile... ist diese Gruppenphase so was von belanglos geworden. 90% der Spiele sind eine reine Formalität. Eine ungesunde Formalität, weil selbst die kleinen Vereine, die nur mitspielen um abgeschlachtet zu werden, so viel Geld scheffeln, dass sie in der Liga einen uneinholbaren Vorsprung haben. Deswegen gibt es ja so viele Serienmeister in Osteuropa. Oder in allen anderen Ländern, die maximal einen Teilnehmer stellen können.

Wir philosophieren ja gerne darüber, dass der Kommerz unseren Sport kaputt macht... und denken dann, es wäre die drohende Superleague, die das Problem wäre. Dabei ignorieren wir, dass die Champions League die kleineren Ligen bereits extrem zerstört hat.

Und jetzt tun wir so, als würde ein weiterer Europapokal-Wettbewerb eine schlechte Idee sein. Also eine Einnahmequelle für die Vereine in den kleineren Ländern mit einem Champions League Teilnehmer... genau darum geht es an der Stelle... Und das macht jetzt den Fußball kaputt?
Klar, uns Deutsche wird dieser Wettbewerb nicht interessieren. Ich sehe ja ein DFB-Pokal-Finale auf uns zukommen, in dem Frankfurt krampfhaft versucht gegen Leverkusen zu verlieren, weil der Verlierer in der lukrativeren Europa League teilnehmen darf... Aber um die 6 Topligen, die eh jedes Jahr im April ihre europäischen Feiertage haben, geht es dabei ja gar nicht... sondern um die Länder, die traditionell in dieser Phase vor den Fernseher sitzen. Lasst die doch auch mal mitspielen.

Und hey, solange die Europa League dadurch kleiner wird, die zusätzliche K.O. Phase abgeschaffte werden kann und die Achtelfinale der Champions League auf 2 Termine gekürzt werden könnte... hat dieser Pokal auf jeden Fall einen positiven Effekt: Er entlastet den Rahmenterminkalender um 2 Termine...


Aber zurück zur diesjährigen Champions League Gruppenphase und der großen Belanglosigkeit. Wenn man sich die Konstellationen kritisch anguckt, gab es eine relevante Gruppen. Also effektiv wird ein großer Name ausscheiden: Neapel, Paris und Liverpool. Das war die einzige Gruppe, bei der ich nach der Auslosung dachte: Yo, das könnte man sich mal gönnen. Denn da ist es auch nicht relativ egal, wie das Duell zwischen den beiden "Top-Teams" ausgeht.
Die Gruppe B ist mit Abstrichen ähnlich. Die Abstriche bedeuten hier, dass Inter Mailand noch einen langen Weg zurück zur Relevanz vor sich hat... die denken schließlich gerade über Mesut Özil nach... Und auch Tottenham ist halt kein Team, das übers Viertelfinale hinaus relevant ist. Es ist eher unwahrscheinlich, dass sie dieses erreichen.

Und das fasst die allgemeine Konstellation, jenseits von Gruppe C, wunderbar zusammen: Es gibt 2 Arten von Gruppen: Einerseits die mit 2 guten Mannschaften, die so deutlich über dem Rest stehen, dass es eigentlich nur darum geht, wer von ihnen 1. oder 2. wird. Also Atletico Madrid, Borussia Dortmund und Juventus Turin, Manchester United oder Real Madrid, AS Rom. Diese Gruppen waren quasi nach der Auslosung entschieden. Und es kam auch genau so, wie es erwartet worden ist.

Der andere Gruppentyp hat halt keinen klaren Gruppenzweiten. Also ob Galatasaray oder Schalke (oder eben Inter oder Tottenham) der Favorit aufs Weiterkommen waren, konnte vorher nicht eindeutig geklärt werden. Aber es ist halt auch relativ egal, wer von diesen Teams weiter kommt, denn solange sie nicht (was für Schalke ja ausgeschlossen ist) den FC Porto zugelost bekommen, ist im Achtelfinale definitiv Endstation. Genau so wie für Ajax Amsterdam und Olympique Lyon.
Vielleicht liegt das ja an meinem Alter... aber ich kann mich nicht mehr dafür begeistern, wie Mannschaften darum kämpfen in der nächsten auch nur halbwegs relevanten Runde abgeschossen zu werden.

Und wenn ihr denkt, dass das völlig übertrieben ist... eine 0:2+X in einem Achtelfinal-Hinspiel ist nichts ungewöhnliches. So was kommt jedes Jahr vor. Auch wenn es letztes Jahr absurder Weise der Gruppenzweite Bayern war, die zu Hause gegen Besiktas für klare Verhältnisse sorgte. Aber der Unterschied zwischen den (angeblichen) Titelaspiranten und der restlichen Konkurrenz ist halt so groß, dass selbst das Achtelfinale auch immer zu einem Kampf David gegen Goliath wird.

Natürlich gibt es in den Achtelfinal-Spielen dann die ersten guten Ansetzungen. Aber die bestehen eben nur in den seltensten Fällen aus den "Wir sind zum Glück 2. geworden" gegen "Wir waren Souveräner Tabellenführer" Ansetzungen. Sondern aus den Spielen der guten, aber sicheren Gruppenzweiten gegen einen anderen Ersten. Und im wesentlichen ist die Gruppenphase ein epischer Marathon, der rauskriegen soll, wie die 2 guten Ansetzungen im Achtelfinale aussehen werden. Und danach geht der Wettbewerb dann richtig los...

Es gibt natürlich auch keine einfache Lösung dafür. Oder anders ausgedrückt: Das ist eigentlich auch nicht weiter schlimm. Lasst die doch machen. Es stört mich ja auch nicht weiter. Die Zeiten, in denen ich alles gesehen haben muss, sind halt vorbei.

Was mich aber irgendwie überrascht, ist ja, dass die Stadien immer noch voll sind. Also einerseits tun die Leute alle so, als würden sie nicht noch mehr belanglose Fußballspiele sehen wollen. Andererseits war die Allianz-Arena seit 2016 immer ausverkauft, wenn die Bayern in der Champions League spielen. Die kommen Teilweise auf einen Zuschauerschnitt, der höher als die Kapazität ist... Da kann der Gegner noch so grottig sein. Das Spiel noch so belanglos... da laufen 70.000 Menschen hin.
Und dann wundern wir uns, dass die Lobbyisten dieser großen Vereine uns mehr belanglose Spiele andrehen wollen. Wenn das anscheinend genau das ist, was wir wollen...

Montag, 10. Dezember 2018

Das absurde am Schalker Abstiegskampf

Ist ja die Frage, ob der jetzt wirklich stattfindet.

Dieses "Fass" macht der Kicker ja gerade in seinem Top-Thema auf. Während für einen Klugscheißer wie Domenico Tedesco solche Schlagworte zu primitiv sind...

Aber genau genommen muss man als Schalke 04 gerade 4 Fragen beantworten:
1.) Warum ist man in dieser Lage?
2.) Warum ist man noch in der Lage nur über den Abstiegskampf zu philosophieren und steckt nicht mitten drin?
3.) Ist das nicht völlig normal für einen Verein wie Schalke?
4.) Welche Schlüsse zieht man aus diesen Fragen?

Fangen wir also an

Warum ist man in dieser Lage?

Die Antwort darauf ist erschreckend einfach: Weil der Rest der Liga besser geworden ist, man selber aber nicht. Die Geschichten dieser Saison schreiben halt die Dortmunder, die Gladbacher, die Berliner und die Frankfurter. Dazu mit Abstrichen die Bremer. Und RB Leipzig, Hoffenheim und die Bayern, die entweder ihr Niveau gehalten haben... oder aber halt so weit vor den Schalkern waren, dass sie es selbst jetzt noch sind, wo sie eigentlich nachgelassen haben. Schalke holte gegen diese Mannschaften...  2 Punkte aus 8 Spielen.
Letztes Jahr waren diese Mannschaften noch nicht so weit, dass sie vom Schalker Rumpelfußball profitieren konnten. Dieses Jahr gibt es für Schalke gegen diese Konkurrenz quasi nichts zu holen. Obwohl, oder gerade weil, man nichts anders macht als letztes Jahr. Da reichte aber die "Wir erzwingen unser Matchglück" Strategie halt aus, um überraschend 2. zu werden. Aber die Schalker waren halt schon letztes Jahr keine "Himmelsstürmer". Sie haben einfach nur von der Schwäche der Konkurrenz profitiert. Aber Schalke war wohl der schlechteste Vize-Meister aller Zeiten. Und hat es dann verpasst den Schritt vorwärts zu machen...
Oh und einen der wenigen guten Fußballer mit Leon Goretzka musste man genau so ziehen lassen wie Max Meyer und Tilo Kehrer. Nur um mal darauf hinzuweisen, dass dieses "Die Mannschaft hat sich nicht weiter entwickelt, alle anderen schon" nur bedingt ein Argument gegen den Trainer ist. Denn das Niveau zu halten ist nicht immer eine Selbstverständlichkeit.

Warum ist man noch in der Lage über den Abstiegskampf zu philosophieren und steckt nicht mitten drin?
Die Antwort wird die regelmäßigen Leser (alle beide...) nicht überraschen. Aber es liegt ausschließlich an der Schwäche der letzten 4 in der Tabelle. Und niemand verdeutlicht das so schön, wie die Schalker. Denn gegen Nürnberg, Hannover und Düsseldorf erzielte man 10 seiner 15 Saisontore und holte sich 9 seiner 14 Punkte. Das Spiel gegen Stuttgart steht noch aus. Gegen den Rest der Liga präsentierte man sich de facto wie ein Absteiger. Da diese 4 aber so extrem schwach sind, fällt das nicht weiter ins Gewicht.
Und das beruhigende für die Schalker ist ja, dass 2 dieser Mannschaften einen extremen Entwicklungssprung machen müssten, damit ihnen die Relegation droht... anders ausgedrückt: Der Tabellen-13. war gefühlt noch nie so weit weg vom Abstiegskampf wie diese Saison.

Ist so was für einen Verein wie Schalke nicht normal?
War es zumindest bisher immer. Also Schalke war ja jahrelang bekannt dafür, dass sie jeden Trainer, der sie ins Champions League Achtelfinale geführt hat, vor Saisonende entlassen haben. Der einzige Trainer, der jemals konstanten Erfolg auf Schalke hat, war ein gewisser Jens Keller. Also er war der einzige, der sich wirklich mehrere Saisons in Folge für die Champions League qualifizieren konnte. An sonsten sah die Fieberkurve immer nach einem stetigen Auf und Ab aus. Außreißer in die untere Tabellenhälfte sind da keine Ausnahme. Zumindest das verpassen der erneuten Champions League Qualifikation war die Norm.
Hier ist etwas faszinierendes: Lediglich von 2002/03 und 2003/04 verpasste man 2 Jahre in Folge das internationale Geschäft komplett. Dafür konnte man sich in den Jahren 2011-14 das erste Mal 3 Jahre in Folge für die Champions League qualifizieren. Vorher hieß es im wesentlichen immer: Man qualifiziert sich, bezahlt dafür den Wegzoll und verpasst den Wettbewerb das Jahr darauf. Mal mehr, mal weniger deutlich. Dieses Jahr läuft es eher auf weniger deutlich hinaus.
Schalke ist halt als Verein in einer komischen Position: Sie bilden immer wieder Spieler aus, die gut genug sind um sie in die Champions League zu bringen. Nennen wir hier mal repräsentativ Manuel Neuer, Julian Draxler, Leroy Sane und eben Goretzka. Sie sind aber nicht gut genug um diese Spieler auch zu halten. Was dann dazu führt, dass sie die nächste Generation an Spielern, die sie ins gelobte Land bringen, ausbilden müssen. Was halt in den seltensten Fällen sofort funktioniert.
Und so bewegt man sich seit Jahren immer zwischen der Champions League und dem Verpassen des Internationalen Geschäftes. Immer im Wechsel.
Dummer Weise hat das auf Schalke bisher niemand wirklich verstanden, weshalb dieser Wechsel auch häufig mit neuen Trainern einher geht. Einfach nur, weil man seine Rolle im internationalen Wettbewerb nicht verstanden hat. Oder sie nicht einsehen will und deswegen an den falschen Stellschrauben dreht. Und das auch Schalke an sich erfolgreiche Trainer entlassen werden, weil der aktuell wieder nötige Umbruch nicht reibungslos vonstatten geht, ist keine Neuigkeit, sondern eher das Traditionskonzept von Clemens Tönnies...

Welche Schlüsse zieht man aus diesen Fragen?
Das ist ja das eigentlich wichtige. Also bei 9 Punkten Rückstand kann man, einen kompletten Einbruch der versammelten Konkurrenz ausschließend, sich vom Internationalen Geschäft verabschieden. Selbst wenn man wirklich im Winter die entscheidenden Fortschritte macht... müssten halt so viele Mannschaften komplett einbrechen, damit Schalke da nochmal eingreifen kann.
Gleichzeitig hat man nach unten noch so einen guten Puffer, dass eigentlich nichts passieren sollte. Klar, wenn man in 2 Wochen gegen Stuttgart verliert, muss man sich Gedanken machen. Aber wenn man den erwartbaren Sieg einfährt, ist man quasi auf der sicheren Seite.
Es gibt also praktisch gesehen keinen Grund zur Panik. Was auch nur bedeutet: Man kann jetzt in aller Ruhe analysieren, ob man Domenico Tedesco wirklich die Weiterentwicklung der Mannschaft, von der alle gerne reden, es aber wenig zu sehen gibt, zutraut. Denn das ist, unabhängig von der Anzahl der Punkte und der daraus resultierenden Tabellensituation, dass eigentliche Problem: In den 11 Spielen gegen die echte Bundesligakonkurrenz hat man 5 Tore erzielt. Nachdem man bereits in der Vorsaison mit absurden 53 Treffern irgendwie Tabellenzweiter wurde. Also die einzige andere Mannschaft, die mit so wenig Toren Vize-Meister wurde, war ebenfalls irgendwann Schalke. Das soll auch nur verdeutlichen, dass das "Offensiv-Problem" der Schalker eben nicht nur auf die Verletzungsmisere in der Angriffsreihe zurückzuführen ist... sondern selbst als die noch erfolgreich gespielt haben, hatten sie genau genommen eine miserable Offensive. Eine historisch miserable Offensive, gemessen an den Erfolgen, die sie hatten.
Und das führt zu den eigentlichen Fragen, die Schalke sich stellen muss:

Reicht ihnen das, was unter Tedesco als Fußball angeboten wird, aus? Also eine Spezialisierung auf dreckige Siege und wenig herzerfrischendes ist halt alles, was man von den Schalkern unter diesen Trainer erwarten kann. Was kein Vorwurf sein soll.

Traut man diesem Trainer wirklich den nächsten Entwicklungsschritt zu? Denn genau genommen lebt Schalke unter ihm nur von der Mentalität, der Defensiven Stabilität und der Schwäche der Konkurrenz. Auf diese 3 Säulen lassen sich alle Erfolge zurückführen. Eine spielerische Weiterentwicklung ist derzeit nicht wahrnehmbar.

Und zu guter Letzt: Muss man sich dann einen neuen Trainer suchen? Wenn man beide Fragen mit "Nein" beantwortet, kommt hier ein logisches "Ja" raus. Wenn man eine der vorherigen Fragen mit "Nein" beantwortet, landet man auch hier bei einem definitiven "Nein".
Das "schöne" an der Schalker Situation (dank der episch schlechten 4 hinter ihnen) ist ja: Man kann diese Frage jetzt in aller Ruhe und praktisch losgelöst von der Tabelle beantworten. Quasi nach dem 17. Spieltag ein Mal final.

Dienstag, 4. Dezember 2018

Wenn selbst das Wetter gegen die Montagsspiele protestiert...

Sollte man als DFL vielleicht einfach mal einsehen, dass das keine gute Idee war Bundesligaspiele auf den Montag zu legen... Und das Wetter war definitiv dagegen, dass dieses Spiel stattfindet... Aber die DFL ließ sich wie immer nicht beirren und verharrte stur auf seinem Standpunkt... hey, da findet Uli Hoeneß vielleicht ja doch noch nen Job, wenn sie den bei den Bayern abgewählt haben... genau solche Leute sucht die DFL doch anscheinend...

Wobei ich ja Rudi Völlers "Die Leute haben etwas besseres verdient." ja nicht nachvollziehen kann. Also erstens wäre es auch bei strahlenden Sonnenschein immer noch das Duell "Bisher überfordert gegen Bisher Enttäuschend". Zum anderen dürfte es gerade den Nürnberger Fans durchaus Recht gewesen sein, dass die technischen Mittel des Gegners beschnitten worden sind. Und dazu kommt, dass so ein Spiel sehen auch irgendwie geil ist. Es gibt halt auch Fans, die auf Kampf und Leidenschaft stehen... Schließlich gibt es auch haufenweise Schalke Fans.

Da fällt mir als kurzer Einwurf ein: Die 3. Liga hat ja dieses Wochenende eine Protestaktion gebracht, in der sie 1 Minute lang den Ball ruhen ließen und nichts machten. Aus Protest. Was mir da ja irgendwie gefehlt hat war das Eingeständnis von Domenico Tedesco, dass seine Mannschaft schon die Gesamte Saison über an diesem Protest teilnimmt und in der ersten Halbzeit aus Prinzip nicht angreift... Deswegen kommen die auch auf 3 Tore in den ersten 45 Minuten...

Aber zurück zu dem anderen Protest: Den gegen die Montagsspiele. Was ja legitim ist. Aber kann man sich das als Nürnberger Ultra wirklich leisten? Also klar, das  "Wir sind nicht aufgestiegen um wieder Montags zu spielen"- Plakat ist gut. Und wichtig. Aber arbeiten die Ultras nicht in dem Moment selber mit daran, dass die Nürnberger demnächst wieder häufiger Montags spielen?

Also die Nürnberger gehören ja zu den 4 überforderten Mannschaften der Bundesliga. Von denen 2 garantiert absteigen müssen. Und wo die Stuttgarter, sobald Markus Weinzierls Arbeit Früchte trägt, sich am ehesten distanzieren dürfte. Und ja, Weinzierl ist schon mal bescheiden gestartet und hat das Ruder rumgerissen. Es ist ihm durchaus zuzutrauen. Dazu hat er halt auch mehr Qualität im Kader.
Bei den Nürnbergern muss alles optimal laufen, damit sie die Klasse halten können. Sie müssen alles ausreizen um eine Chance zu haben. Diese "Alles" beinhaltet halt auch den Fan-Support. Gerade bei Heimspielen unter schwierigen Bedingungen. Ist es dann wirklich vernünftig seinen Protest über den Erfolg des Vereines zu stellen?

Das praktische Beispiel dafür sind ja die anhaltenden Boykott-Bewegungen in Hannover. Zu denen Horst Heldt sagt: "Ich kann mich daran erinnern, dass der letzte Stimmungsboykott beinahe dazu geführt hätte, dass 96 abgestiegen wäre. Es geht um 96."
Die 96er Ultras müssen sich schon die Frage gefallen lassen, ob ihr Zwist mit Martin Kind zum Abstieg 2016 beigetragen hat... Und wenn nicht direkt, dann indirekt, weil man halt als Spieler eher zu dem Verein wechselt, der unter gleichen Voraussetzungen solche Probleme nicht hat.

Die Philosophische Frage ist also: Können sich die Fangruppen solcher Vereine in Abstiegsnot diese Protestaktionen überhaupt leisten? Die Philosophische Antwort lautet: nur die können dadurch wirklich protestieren. Also wenn man als Dortmunder Südtribüne schweigt, ist das... seltsam. Hat aber kaum einen Einfluss auf den Saisonverlauf. Es ist quasi reiner Luxus-Krawall. Also eigentlich Unkrawall, aber Details.

Die Nürnberger und Hannoveraner Fans (wenn auch aus unterschiedlichen Gründen) sagen sich aber: Unsere Anliegen sind uns so wichtig, dass wir dafür sogar den Klassenerhalt aufs Spiel setzen. Obwohl wir ja definitiv auch keinen Bock auf die 2. Liga haben... So untragbar sind die Zustände für uns.
Und das ist normaler Weise der Moment, in dem Protest anfängt zu wirken. Wenn man auch dann protestiert, wenn es für einen selber gefährlich wird. Also wir erinnern uns nie an die historischen Proteste, die beim ersten Anflug von Gegenwind und persönlicher Gefahr eingestellt worden sind. Wir erinnern uns an die Momente, wo die Leute Angst um ihre Existenz hatten und trotzdem auf die Straße gegangen sind.

Und wenn dann das nächste Mal ein Manager mit dem "Es geht um den Verein!" um die Ecke kommt, sollte er zum einen davon ausgehen, dass es den Fans auch um diesen Verein geht. Und dass ihnen das Anliegen so wichtig ist, dass ein Abstieg in Kauf genommen wird. Dass die Probleme um die diskutiert werden soll, wichtiger sind als die Klassenzugehörigkeit.

Und ja, ich finde den Protest der Hannoveraner, die die in einem "Wir wollen zurück in die Zeit vor Kind, also in die Regionalliga" enden, immer noch unvernünftig. Aber dass sie diese Proteste selbst dann durchziehen, wenn sie selber Nachteile daraus haben, muss irgendwie schon respektiert werden...

Das... sollte irgendwie anders ausgehen, als ich angefangen habe zu schreiben... ups.

Montag, 3. Dezember 2018

Worst of desr "dann is das nicht mehr mein FC Bayern" Selbstzerlegung

Und ich dachte, der Höhepunkt wäre erreicht gewesen, als Uli Hoeneß nicht mal mehr genau wusste, wie viele Spiele die Bayern eigentlich schon absolviert hatten. Und ja, in dem Interview sagt Hoeneß am Ende den Satz "Meines Wissens haben wir jetzt 8 Spiele gemacht..." und wird dann vom Journalisten darauf hingewiesen, dass es bereits 10 waren... aber her, wer will sich schon mit solchen Details wie der Bundesliga beschäftigen. Das hat ein Hoeneß ja gar nicht mehr nötig.

Aber jetzt legt Hoeneß schon wieder nach. Also noch mehr nach, als in dem oben verlinkten Video, in dem er sich in seiner Kritik bestätigt sieht, weil der Spiegel investigativen Journalismus betrieben hat... Also genau seiner Aufgabe nachgekommen ist.

Jetzt... hagelte es Kritik auf der Jahreshauptversammlung. Eine Kritik, mit der sich Uli Hoeneß nicht beschäftigen will. Denn für ihn ist das ja nur ein "ganz kleiner Teil der Mitglieder, vor allem Herr Bachmeyer", der es sich zum Ziel gesetzt hat Hoeneß's hervorragenden Ruf zu ruinieren. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Vorwürfen gibt es kaum.

Dabei muss man erst Mal den Digitalen Hut vor dem Johannes Bachmeyer ziehen. Denn wenn man sich das Video anguckt, fällt einem sofort auf, dass der Mann verdammt nervös ist. Dass er richtig viel Mut aufbringen musste, um diese ja auch für ihn bitteren Wahrheiten in der Form und an dem Ort auszusprechen.

Aber vor allem fällt einem eine Sache beim Runterscrollen auf: 14.509 Likes bei 439 Dislikes. Und eine Kommentarspalte, die voll von "Gut, dass er sich da getraut hat" und "Da stellt sich einer hin und sagt, was Zehntausende Fans von der Vereinsführung halten" Aussagen ist. Und da fällt Hoeneß "das ist eine Minderheit" das erste Mal auseinander. Wenn dem so wäre, würden die Bayern-Fans, nachdem sie über dieses Video gestolpert sind, wofür der Youtube Algorithmus schon sorgen wird, ihren Daumen nach unten dagelassen. Und einen "Was für ein Vollidiot" drunter geschrieben. Es gibt aber nur noch erschreckend wenige Bayern-Fans, die wirklich gewillt sind ihre Vereinslegende zu verteidigen...
Nebenbei ist das eigentlich großartigste Hoeneß "Ich lehne eine Diskussion auf dem Niveau total ab." Die allgemeine Reaktion auf diese Aussage ist ein "Weil ihm das Niveau halt zu hoch ist..."

Und Bachmeyer ist ja auch nicht, wie Hoeneß das darstellen will, ein verwirrter Einzeltäter. Hier haben wie Manu Thiele, seines Zeichens Youtuber für ARD und ZDF, der seine Journalistische Distanz verliert, sich als Bayern-Mitglied outet, peinliche Videos aus seiner Jugend zeigt um seinen Fanstatus zu verdeutlichen (heute in der beliebten Serie: Was macht eigentlich der Typ, den Matze Knop damals vor "Finale Dahoam" eine Glatze rasiert hat? Hat der das Trauma gut überwunden? Anscheinend nicht.) und setzt dann zu einer 10 Minütigen Wutrede über die aktuellen Zustände beim FC Bayern an. Dabei bringt er im wesentlichen dieselben Argumente wie der Bachmeyer. Und kommt auf ein ähnliches Likes to Dislike Verhältnis.

Und nur um mal zu erwähnen, dass die Kritik am Präsidenten keine Neuigkeit ist, sei hier nochmal der Kommentar vom Hauseigenen Mia san Rot Blog über Hoeneß Diskussionsbeitrag in der Mesut Özil Debatte verlinkt. Und der Vollständigkeit halber ein aktueller Gastkommentar zur JHV. Wo es auch darum geht, dass das eben keine Minderheit mehr ist. Und der auch mit den eigenen Bossen recht kritisch umgeht. Natürlich nicht nur mit denen, aber so funktioniert halt ein vernünftiger Diskurs.

Hoeneß hat anscheinend kein Interesse an einem echten Diskurs. Er lässt andere erklären, dass die über Würste in der Allianz Arena durch eine Blindverkostung entschieden worden sein soll. Und er äußert sich halt auch nicht zur politischen Lage Katar. Das ist nebenbei der Beweis, dass die Stimmung nicht nur so schlecht ist, weil man gerade mal nicht an der Tabellenspitze steht... Über Deals mit Katar wurde intern schon gemosert, als die Bayern noch 20 Punkte Vorsprung hatten.

Dass er es nebenbei kann, beweist er in der Personalie Paul Breitner. Da erklärt er wunderbar, dass es nicht nur um die eine Aussage im Bayern 3 ging, sondern dass der Streit im Stillen Kämmerlein seit Jahren vor sich hin köchelt. Mit diesen Informationen kann man die Entscheidung über die Verbannung von Breitner zumindest nachvollziehen. Wenn er sich zu den anderen Vorwürfen in ähnlicher Weise äußern würde, könnte ihm das nicht Schaden... Was aber gerade ein allgemein gültiger Satz ist...

Und ja, ich sage jetzt was völlig absurdes: Hoffentlich nimmt Hoeneß, wenn er es schon nicht öffentlich machen will, wenigstens intern diese Kritik an. Auch wenn ich da meine Zweifel habe. Wenn diese Arroganz wirklich seine komplette Geisteshaltung zu dem Problem ist, könnte das Ende für Hoeneß bei den Bayern nämlich ein wirklich hässliches Kapitel werden. Dann könnte es ihm passieren, dass er bei seinem Lebenswerk am Ende vom Hof gejagt wird. Und obwohl ich einem Hoeneß eigentlich gar nichts gönne, muss ich zugeben: Das hätte er nicht verdient.

Dienstag, 27. November 2018

Und an der Spitze des Sketches steht der größte Clown.

Ernsthaft. Ich frage mich echt, wie man alle Probleme so ignorant weglächeln kann... wie man so tun kann, als hätte man das Korruptionsproblem gelöst, in dem man das Wort Korruption aus dem Ethik-Kodex streicht.

Gianni Infantino ist einfach irreal. Selbst in einer Welt, wo Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist, fragt man sich, wie eine derartige Person an der Spitze der Fifa stehen kann... Vor allem wie selbstgefällig der Mann auftritt.

Natürlich stand Infantino vor einer Unlösbaren Aufgabe. Er war ja als Uefa Sekretär und Schüler von Michel Platini Teil des Systems, dass er hinterher aufräumen sollte. Obwohl er ganz genau wusste, dass innerhalb des Systems niemand Bock auf Aufräumarbeiten hat. Die wollen alle eigentlich genau so weiter Mauscheln und hätten nie einen echten Reformator gewählt. Die sind ja nicht blöd... aber er muss jetzt dem Rest der Welt irgendwie verkaufen, dass sich die Fifa gereinigt und erneuert hätte... Die Aufgabe war praktisch unlösbar... Wahrscheinlich wäre er auch entsorgt worden, wenn er sich wirklich um die Lösung der Aufgabe, die ihm nur Externe gestellt haben, zu kümmern... Würde mich zumindest nicht überraschen.

Aber anstatt damit zufrieden zu sein, die Übergangsphase zu moderieren und einfach mal ein paar Jahre Pause mit der reinen Selbstbedienung in dem Laden zu machen... Will Infantino laut Fifa Leaks verdammt viele Rechte im Fußball an eine Firma veräußern, bei der er selbst dann im Aufsichtsrat sitzt... wofür er selbst dann bestimmt auch fürstlich entlohnt wird...
Und die Antwort der Fifa? Diese Dokumente sind veraltet. Dass diese Gedankengänge überhaupt existieren, während Sepp Blatter noch lebt. Der Blatter hatte sich wenigstens noch die Mühe gemacht, den Eindruck zu erwecken, dass er sich nicht nur selbst bereichert. Infantinos große Reform scheint darin zu enden, dass man dies jetzt nicht mal mehr für nötig hält.
Ich habe ja gar kein ganz großes Problem damit, dass die mich in einer Tour belügen. Dass das eigentlich die reinsten Kommerzexperten sind. Dass ihnen "Der Fußball" egal ist und es ihnen nur ums Geld drucken geht. Und mir ist auch bewusst, dass "der Nächste" das alles nicht besser machen wird. Denn die Fifa ist da echt ein verlorener Fall.
Alles, was ich von denen verlange, ist ja... dass sie mit ihren Lügen nicht meine Intelligenz beleidigen. Dass sie sich beim Lügen wenigstens so viel Mühe geben, dass nach außen der Anschein gewahrt wird, als würden sie sich Mühe geben...
Die einfachste Variante wäre halt: Die Ethik-Kommission in Takt lassen. Und dann mal 10 Jahre öffentlich für Ruhe zu sorgen, in dem jegliche Expansionspläne auf Eis legt. Die Größe der WM bei 32 Teams belässt. Und jegliche "World League" Pläne in der Schublade stecken lässt. Gleichzeitig kann man sich ja in Hinterzimmerdeals darauf einlassen, dass man finanziell daran beteiligt wird, wenn die Nächste Generation an Korrupten Funktionären wieder für Wachstum sorgen kann. Weil man dann, auf einem Altenposten sitzend, die Grundlagen für diesen Wachstum gelegt hat...

Stattdessen wird einfach wie bekloppt weiter an dem Wachstums-Rad gedreht. Denn die Gier dort scheint so groß zu sein, dass einfach mal 10 Jahre lang weiterhin nur Milliarden scheffeln nicht ausreicht.
Und Infantino schafft es echt noch korrupter und schmieriger auszusehen als der Blatter. Was eigentlich unmöglich zu sein schien, passiert jetzt Wirklich: Blatter ruft zum Widerstand gegen Infantino auf. Mit aussagen wie "Die Fifa sollte den Fußball nicht verkaufen."

Ernsthaft, genau genommen gibt es nur ein Szenario, in dem diese Entwicklung Sinn ergibt: Jan Böhmermann zeigt uns demnächst im Neo Magazien Royal bekannt, dass sie da jemanden eingeschleust haben, der bewusst versucht alles noch viel schlimmer zu machen, als es vorher war... und sie sind selber überrascht, dass sie seit 2 Jahren damit durchkommen...

Ne Monty Python Nummer halt. Oder ganz traurige Realsatire.

Montag, 26. November 2018

Worst of des "Das ist doch ne Monty Python Nummer" Wochenendes

Also der Fußball im Allgemeinen... Aber erst Mal die Bundesliga im Kleinen...

Und ja, ich bin alt genug um Monty Python noch zu kennen... Obwohl ich das an der Stelle nur behaupte, damit ich nicht zugeben muss, dass ich links genug bin um Hagen Rether zu zitieren... Aber genau genommen ist kann das alles gerade nur ein ganz absurder Sketch sein...

Angefangen mit dem Fakt, dass Bayern München einen gewissen Dodi Lukebakio wie Cristiano Ronaldo aussehen ließ. Und ja, der letzte Spieler, der gegen die Bayern 3 Tore erzielt hat, dürfte der Serien-Weltfußballer gewesen sein. Aber selbst der brauchte dafür eine Verlängerung. Mittlerweile kriegt das selbst ein dahergesprinteter Leihspieler vom FC Watford hin. Dabei ist davon auszugehen, dass der Dodi nur die Anstellung bei den Engländern bekommen hat, weil er den Besitzer Elton John an den Liebhaber seiner früh verstorbenen Freundin erinnerte. Fußballerisch ist der jedenfalls noch nie aufgefallen... Aber jetzt hat er 3 Tore gegen die Bayern erzielt...
Früher hätte das bedeutet, dass er damit jetzt im Sommer für 45 Millionen Ablöse nach Manchester wechselt... jetzt... kann es das immer noch bedeuten, aber nur, weil sich die Scoutingabteilungen dieser Vereine nicht so detailliert mit der Bundesliga beschäftigen... und immer noch glauben, dass diese Bayern gut sind, also auch ein Stürmer, der gegen die 3 Tore erzielt hat, gut sein muss... Das sind gute Nachrichten für den FC Watford...

Das absurdeste ist ja... Dass selbst ein SC Freiburg hinterher gesagt hätte: Eine 3:1 Führung gegen diesen verkappten Zweitligisten dürfen wir einfach nicht aus der Hand geben... Verdammt, selbst Fortuna Düsseldorf hätte das hinterher behauptet. Trotzdem ist es irgendwie passiert. Weil selbst Präsident Uli Hoeneß ein derartiges Abwehrverhalten "bisher nur in Slapstick Filmen gesehen" hat... wenn der Mann Geschmack hätte, würde er auch von Monty Python reden... Und weil halt ein einziger schneller Stürmer ausreicht um die Bayern Abwehr vor unlösbare Probleme zu stellen... Da fragt man sich schon, warum keiner der Manager Usain Bolt verpflichtet hat... der wäre natürlich in 32 Spielen komplett unbrauchbar für die Bundesliga... aber in den 2 Spielen gegen den Rekordmeister die entscheidende Geheimwaffe...
Das schönste sind dann ja Aussagen, die den Trainer Niko Kovac "schützen" sollen. Also Manuel Neuers "wären die Vorgaben des Trainers umgesetzt worden, hätten wir 5:0 gewonnen..." Ähm... ja... Aber wie soll man als Verein reagieren, wenn diese Anweisungen anscheinend ignoriert werden? Dann muss dem Trainer ja irgendwie der Zugriff auf die Mannschaft fehlen. Und das ist das schlechteste Zeugnis, dass man einem Trainer ausstellen kann...
Denn, und das kann keiner in Frage stellen, die Klasse um Düsseldorf mit 5:0 aus dem Stadion zu schießen ist immer noch da. Das ist schließlich einer dieser Gegner, gegen die Thomas Müller gut aussieht... Und wenn man dazu keine Lust hat, so sollte man wenigstens in der Lage sein das 3:1 souverän runter zu spielen. Aber selbst darauf hatte man anscheinend keinen Bock.

Nur um mal zu verdeutlichen, wie sehr sich die Realitäten verschoben haben: Max Kruse verweist darauf, dass man ja "immer noch nur 3 Punkte hinter den Bayern" liegt... Und das, obwohl Werder Bremen aus den letzten 4 Spielen einen Punkt geholt hat... und dummer Weise gerade mal auf den Spielplan geguckt hat und feststellen muss, dass die ganzen guten Gegner erst noch kommen... Eigentlich steckt man gerade mitten in einer Krise... Aber die Bayern sind ja noch in Reichweite, also muss man ja gut gepunktet haben...


Aber wenn es nur die Bayern wären... der Rest der Liga zieht ähnlich absurde Geschichten ab. Zum Beispiel Lucien Favre. Anscheinend ist der von der Liga so gelangweilt, dass er ein völlig nebensächliches Ziel im Visier hat. Paco Alcacer zum besten Joker der Ligageschichte machen. Wenn man sonst keine Probleme hat... 8 Jokertore hat er jedenfalls schon... Der Allzeit Rekord liegt bei 20 Toren von Nils Petersen... Wenn das so weiter geht, braucht Alcacer noch 4 Wochen um den Rekord zu knacken...
Es sei denn Christian Streich denkt mit und fängt an "zum Wohle der Liga" Petersen wieder als Joker zu bringen. Mit einem "Ja, ich habe Petersen bewusst nach 10 Minuten eingewechselt... das war ein taktischer Kniff, ich will nicht nächste Woche Alcacer in der Startelf sehen"... Wundern würde mich das nicht mehr...

Auch lustig: Die Nürnberger Realitätsverweigerer. Die wollen "Ein gutes Auswärtsspiel" gemacht haben... nachdem sie auf Schalke 5 Gegentore kassiert haben... Gegen einen ordentlichen Bundesligisten kann das vielleicht passieren... aber wenn selbst Schalke unter Domenico Tedesco 5 Tore gegen dich erzielt, hast du ein verdammtes Problem. Die Schalker haben in diesem einen Spiel so viele Tore erzielt, wie in den 6 Bundesligaspielen vorher zusammen... und auf diese 5 Tore in 6 Spielen kommen sie auch nur, weil sie gegen Düsseldorf und Hannover antreten durften... Anders ausgedrückt: Schalke hat 10 seiner 13 Tore gegen die gnadenlos überforderten Kellerkinder erzielt... In den restlichen 9 Spielen gegen "echte Bundesligisten" kommt man auf 3 Tore... Besser kann man den Klassenunterschied zwischen den letzten 4 der Tabelle und dem Rest, der von Schalke "angeführt" wird, nicht verdeutlichen. Aber Olaf Thon war in seiner Kolumne kurz davor auf diese Schalker "ein Loblied" zu singen und sie mit Eintracht Frankfurt gleichzusetzen... Ähm... wenn man eine Kolumne über die Vereine, die dafür sorgen, dass die Bundesliga "endlich wieder Spaß" macht, schreibt, sollte man um Schalke einen großen Bogen machen... Es sei denn man ist ein zynischen Arschloch, dass seinen Spaß an den Unzulänglichkeiten der Bundesliga hat...

Zu guter Letzt: Mario Gomez, Gomez der Woche: Ok, der hatte diese Woche gar keine Großchance... Aber... Nun ja... er ließ folgenden Satz auf die unvorbereitete Menschheit los: "Je näher wir dem gegnerischen Tor sind, desto gefährlicher kann ich werden."... Ich würde behaupten, es gibt da einen Videobeweis, der das widerlegt... Vor allem weist selbst der Kicker direkt nach dem Satz darauf hin, dass Gomez die letzten Chancen, die ihm durchaus aufgelegt worden sind "fahlässig vergab".... oh und die Offensive strahlt "die Gefahr eines Teletubbys" aus... Man kann also aktiv dümmer werden, wenn man sich die Angriffsbemühungen der Stuttgarter anguckt... Das muss man als Bundesligist erst Mal hinbekommen...

Montag, 12. November 2018

Worst of des "Da muss er sich fallen lassen" Wochenendes

Lasst uns direkt mit dem eigentlich wichtigen Thema einsteigen. Dieser Vorfall, den der Kicker in seiner Printausgabe komplett ignoriert... Da wird zwar in der Bewertung des Schiedsrichters von Elfmeterentscheidungen gesprochen, aber die eigentlich entscheidende lassen sie komplett außen vor. Also die, die vom DAZN Kommentator als "Ehrenhaft, aber unprofessionell" beschrieben wird. Und die Domenico Tededsco auf der Internetseite unwidersprochen die "Da muss er sich fallen lassen" Anweisung bringt...
Aber der Schiedsrichter Benjamin Cortus kriegt gemeinsam mit Videoassisten Deniz Aytekin eine 2 und der Kicker hofft, dass man das Thema einfach ignorieren kann... Obwohl die Entscheidung genau genommen eine Katastrophe ist. Richtig gehört. Und das ist auch keine Übertreibung... Denn immer wenn man als Journalist dem "Da muss er sich fallen lassen, Fairness hin oder her." nichts entgegen setzen kann, ist irgendwas grundlegend falsch gelaufen...

Und der Kicker (plus zahlreiche andere Journalisten und Kommentatoren) weisen uns ja spätestens im Sommer bei jeder Gelegenheit darauf hin, wie schlimm die "Neymar-Einlagen" der Angreifer sind. Dass der Fußball dadurch unerträglich ist. Man kann sich den Scheiß halt kaum noch anschauen.

Jetzt kommt mit Breel Embolo ein Mal ein Spieler und macht alles, was die Journalisten und neutralen Fans von ihm verlangen... Da hebt einfach mal einer nicht ab und schreit wie am Spieß, sondern sucht selbst den Abschluss... Und dann wird er dafür nur bestraft...
Machen wir und nichts vor: Wenn er dramatisch fällt, wird auf jeden Fall über die Szene berichtet. Und dann klagt Tedesco nicht seinen Stürmer an, sondern den VAR an. Oder er kriegt, was am wahrscheinlichsten ist, den Elfmeter.

Man hätte in der Szene wirklich mal eine schöne Grundsatzentscheidung treffen können. Ein "Ihr müsst euch im Strafraum nicht theatralisch fallen lassen um den Elfer zu bekommen." Genau darauf hoffe ich ja irgendwie seit der Einführung des VARs. Aber dieses Wochenende hat diesen Ansatz halt für den Rest der Saison beerdigt. Denn jetzt haben wir bei Youtube den kommentierten Videobeweis, dass man sich eben doch theatralisch fallen lassen muss, wenn man einen Pfiff bekommen will. Und dann kann man den Spielern keinen Vorwurf machen, wenn sie genau das tun.
 
Oder man kommt als Medien halt zu dem Schluss, dass auch ein Faller von Embolo nicht zu einem Elfmeter geführt hätte, dann sollte man das aber in seinem Artikel zu den Schalker O-Tönen auch genau so ausdrücken. Dann sollte man die Szene auch in der Printausgabe kommentieren und deutlich sagen, dass man selbst (anders als Uwe Morawe) bei der Beurteilung der Szene zu dem Schluss kommt, dass der Kontakt einfach nicht für einen Elfmeter reicht... und auch nicht gereicht hätte, wenn sich der Angreifer hätte fallen lassen.

So... dürft ihr euch nicht wundern oder beschweren, wenn die Stürmer demnächst wieder leichtfertig und schnell den Bodenkontakt suchen. Anscheinend ist das von den Schiedsrichtern so gewollt. Und der Rest zieht den Schwanz ein anstatt sich eindeutig zu positionieren... Und damit wird diese Gelegenheit wieder verpasst.

Aber hey, wenigstens beim Rest der Liga gibt es entscheidende Fortschritte... So hat Manuel Neuer einen Ball gehalten! Wahnsinn! Und Thomas Müller hat eindrucksvoll nachgewiesen, dass er immer noch den Mitläufer geben kann! Großartig! Dass sind Leistungen, auf denen man als Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge aufbauen kann... "Benchmark-Basis" nennt man das auf Neudeutsch. Früher hätte man gesagt: Sie haben sich bemüht und das ist doch toll...

Ich bin mir ehrlicher Weise unsicher, was absurder ist... also dass die Bayern eine Niederlage in Dortmund als Schritt in die richtige Richtung feiern... oder dass wir als Land eine Niederlage in Frankreich genau so behandelt haben. Aber beides ist in den letzten 6 Wochen passiert... Wer das im Mai vorhergesagt hätte, denn hätten sie direkt in eine Irrenanstalt eingewiesen.

Nebenbei gab es eine weitere Folge von "Wie man's macht, macht man's verkehrt": Mats Hummels "provozierte berechtigtes Kopfschütteln", weil er mit einem leichten Schnupfen tatsächlich auflaufen wollte. Wie dämlich ist das denn bitte? Also die medizinische Abteilung gibt grünes Licht und der Profi will dann natürlich auflaufen. Das ist, gerade bei einem Spitzenspiel, etwas völlig normales... Und stellt euch mal vor, die Bayern verlieren während Hummels offiziell mit "Grippe ähnlichen Symptomen" beim Grog auf der Tribüne sitzt... damit er dort nicht friert. Dann fragen ihn doch alle, wie er seine Mannschaft so im Stich lassen konnte. Und warum er es nicht wenigstens versucht hat.
Ja, Hummels ist, wie einige anderen Bayern-Profis auch, gerade nicht wirklich gut in Form. Und ja, der Schnupfen wird ihm am Wochenende nicht unbedingt geholfen haben. Aber dass er in dem Moment spielen wollte, war nun echt nichts, was man ihm vorwerfen konnte...
Wenn man schon anfängt die Entscheidung zu hinterfragen, muss man bei Niko Kovac anfangen, der sich gegen die richtig gesunde Alternative entschieden hat.
Nebenbei... wurde Hummels beim Stand von 1:2 für die Bayern ausgewechselt. Er hatte also überhaupt nichts damit zu tun, dass ein Franck Ribery sich mittlerweile häufiger fest rennt als sich im Dribbling durchsetzt (was natürlich auch keine Frage des Alters ist)... Und auch damit, dass die Bayern danach kollektiv nennen wir es sehr naiv verteidigt haben und dadurch das 3:2 kassieren, kann man auch nicht auf Hummels schieben... Aber lasst uns über dessen Schnupfen diskutieren...

Der Aufstand im Keller: Kaum erwähne ich es... gewinnen all die abgeschlagenen Kellerkinder auf ein Mal... aber ganz ehrlich... das sollte man nicht zu hoch hängen. Gerade die Stuttgarter werden sich nach dem Wochenende fragen: Wieso sollten wir weitere Siege einfahren, wenn wir dadurch in der Tabelle auf Platz 18 zurückfallen...
Ich frage mich ja, warum dieses Statistische Detail eigentlich keiner ansprechen will: Der VfB Stuttgart ist doch wohl die erste Mannschaft in der Geschichte der Bundesliga, die den letzten Tabellenplatz mit einem Sieg erobern konnte. Also klar, das behaupte ich einfach mal, aber alles andere ist halt mathematisch so extrem unwahrscheinlich. Also allein schon die Konstellation mit 2 Mannschaften mit gleicher Punktzahl und (fast) gleichem Torverhältnis ist schon eine Seltenheit... Dass dann auch noch beide am selben Wochenende gewinnen... und eine so viel höher, dass die andere auf Platz 18 fällt... Da ist es doch glatt wahrscheinlicher, dass Deutschland bei einer WM in der Vorrunde ausscheidet...
An sonsten hat Stuttgart halt beim inoffiziellen 4. in der Abstiegsparty gewonnen. Optimisten sehen da die ersten Fortschritte unter Markus Weinzierl. Pessimisten sagen, dass es verdammt einfach ist gegen Nürnberg relativ gut auszusehen.
Und Hannover hat halt das Heimspiel im Nicht-Derby gegen den VfL Wolfsburg gewonnen... also einer Mannschaft, die seit 9 Spielen ungefähr so gut punktet, als würden sie Tabellenzweiter sein... Sprich: Sie haben ein einziges dieser 9 Spiele gewonnen... und das in Düsseldorf. Nur weil man als Hannover minimal besser war als diese Gurkentruppe, ist man noch lange nicht gut...
Und Düsseldorf hat halt eines dieser extrem zufälligen Ergebnisse eingefahren. Also da greift halt mal ein Schiedsrichter bei einem taktischen Foul in der ersten Halbzeit konsequent durch und dann spielt man nur noch gegen 10 Gegner. (Natürlich behaupten die Verteidiger dann gerne, dass es "in jedem Spiel 25 Gelbe Karten geben würde", wenn das Regelwerk immer korrekt angewendet werden würde, aber in Zeiten, in denen jeder Gegenangriff effektiv ungestraft unterbunden wird, wäre das vielleicht gar nichts schlimmes...)
Und dann ist der eingewechselte Verteidiger genau genommen noch nicht richtig fit und schon spielt man effektiv gegen 9 Gegner... (oder wie Pal Dardei es ausdrückte: "Wir haben die Niederlage ein bisschen eingewechselt.") Und dann setzt sich der frisch eingewechselte Joker Benito Raman auch noch gegen genau diesen eingewechselten Spieler durch. Das sind alles Konstruktionen, die Düsseldorf dringend benötigte, auf die sie sich aber nicht wirklich verlassen können.

Anders ausgedrückt: Beim im Kicker ja so beschriebenen "Aufstand im Keller" muss man sich schon fragen, ob man diese einzigartige Sternenkonstellation wirklich bedeutender einschätzt als die 10 Wochen davor... Oder direkt gesagt: Diese 3 Mannschaften werden nie wieder am selben Bundesligaspieltag punkten.
Das ist nen bisschen wie die Situation in Leverkusen: Die sind auf einem guten Weg, dass ihre eine Woche mit den 11 Toren gegen Gladbach und Bremen (aka die eine Woche im Jahr, in der Karim Bellarabi wie der Nationalspieler, den Jogi Löw irgendwann entdeckt hat, aussah) als größte Absurdität der Bundesligasaison wahrgenommen werden wird... Weil sich niemand mehr erklären kann, wie diese Gurkentruppe diese 2 Ergebnisse auf den Rasen gebracht hat. Und noch zehrt Heiko Herrlich davon... wie lange das noch hält? Ob er nochmal die Kurve kriegt? Das sind die spannenden Fragen in Leverkusen.

In Bremen sind derzeit wieder die Krisenzeiten ausgebrochen. Ganz eindeutig. Dabei weiß man noch nicht mal, was schlimmer ist... der Fakt, dass man die sicheren Punkte gegen einen Tabellenzweiten leichtfertig verschenkt hat... oder der Fakt, dass man jetzt im "gab es zuletzt unter Viktor Skripnik" Modus angekommen ist... Denn wenn sich Florian Kohfeldt jetzt, mit etwas Verzögerung, doch nur als der nächste Skripnik oder Nouri herausstellt... Der eigentliche Schlüssel zum Aufschwung in Bremen sollte doch der Fakt sein, dass er dies genau eben nicht ist...