Freitag, 4. September 2015

Warum ist es eigentlich so schwer, gute Außenverteidiger zu finden?

Die Frage erscheint erstaunlich berechtigt. Schließlich geht es den meisten Bundesligisten wie der deutschen Nationalmannschaft: Sie hangeln sich von einer Notlösung zur nächsten. Und völlig absurder Weise machen dann irgendwelche Hilfskräfte den ach so schwierigen Job.
Und ja, die eigentlich schon aussortierten Roberto Hilbert und Sascha Riether spielen inzwischen bei Topteams... und das nur, weil sie sich auf die Außenverteidiger-Position spezialisiert haben und nicht etwa weil sei gut sind...

Das Problem an den Außenverteidigern: Sie müssen wie einer Eier legende Wollmilchsau sein. Zumindest wenn man sich die Jobbeschreibung durchliest.
Ein guter Außenverteidiger muss
- stark im direkten Zweikampf am Boden sein. Schließlich muss er ständig die Dribblings der Robbens und Riberys unterbinden.
- ein sicheres Passspiel besitzen, schließlich ist der Außenverteidiger oftmals eine der ersten Anspielstationen im Spielaufbau.
- ziemlich Pressingresistent sein, da die Bundesliga derzeit eine extreme Pressingliga ist. Und die Zone der Außenverteidiger am einfachsten zuzustellen ist.
- Ein hohes Maß an taktischem Verständnis mitbringen. Schließlich musst du innerhalb von Sekunden feststellen, ob das jetzt der richtige Moment ist um sich ins Offensivspiel einzuschalten.
- Eine Spitzenathletik mitbringen. Schließlich brauchst du die Ausdauer und den Antritt um von Grundlinie zu Grundlinie zu kommen.
- Ein ordentliches Kopfballspiel mitbringen, da du oftmals nach innen einrückst, wenn der Angriff über die Gegenseite aufgezogen wird.

Oder anders ausgedrückt: Er muss alles können, was ein defensiver Mittelfeldspieler auch können muss... nur halt mit einem auf 180 Grad beschränkten Horizont... denn im Gegensatz zum Zentrum hast du ja eine Außenlinie, die dein Spielfeld extrem eingrenzt.

Und ja, da haben wir auch schon die Antwort auf die eingangs gestellte Frage: Weil die Leute, die die Voraussetzungen mitbringen im Alter einen richtig guten Außenverteidiger abzugeben, in der Jugend doch meistens ins Zentrum gezogen werden.

Klingt übertrieben? Ist es aber nicht. Guckt euch mal die Karriere der Außenverteidiger an. Bei den beiden besten hat ein gewisser Pep Guardiola einfach mal festgestellt, dass die im Zentrum viel besser aufgehoben wären und auf der Außenverteidigerposition eigentlich verschwendet sind: Phillip Lahm und David Alaba sind mittlerweile weit mehr als einfache Defensivleute.

Aber guckt euch mal die Karrieren von "Normalsterblichen" an... Conzalo Castro, Eme Can, Sebastian Rudy, Dennis Aogo, Christian Träsch, Christian Schulz, Marco Höger, Sebastian Rode und als aktuelles Beispiel Matthias Ginter verbrachten alle ihre "Lehrjahre" auf der Außenbahn... bevor sie irgendwann (Teilweise, im Fall von Träsch völlig überraschend) ins Zentrum ziehen wollten. Und wenn sie schon nicht zu Defensiven Mittelfeldspielern werden können, so wollen sie doch wenigstens Innenverteidiger werden wie Benedikt Höwedes, Antonio Rüdiger und ein Sergio Ramos.
Ein Kevin Großkreutz ging den entgegengesetzten Weg: Als die Dortmunder ihren Kader so weit aufgerüstet hatten, dass er "nur noch" der 6. oder 7. beste Mittelfeldspieler war, wurde er zum Außenverteidiger umfunktioniert. Und das funktionierte wunderbar.

Die Sache ist ja auch logisch: Wie schon erwähnt halbiert die Außenlinie ja deinen Wirkungs- und Einflussbereich. Und ja, das macht es erst mal genau genommen wesentlich einfacher als Außenverteidiger zu starten. Dazu kommt: Fehler auf den Außen sind eher zu verzeihen als Fehler im Zentrum. Weil der Weg zum Tor halt kürzer ist... oder der Winkel ungünstiger... Deswegen stellst du halt im Zweifelsfall eher den Großkreutz als Aushilfsaußenverteidiger auf als einen Nuri Sahin...

Das Problem ist aber auf der nächsten Ebene: In jeder Jugendmannschaft hast du vielleicht 2-3 Leute, die es wirklich zum Bundesligaprofi schaffen werden. Und die Leute, die dieses Potential besitzen, stellst du mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ins Zentrum. Die logische Konsequenz: Es werden haufenweise Defensive Mittelfeldspieler ausgebildet, aber kaum Außenverteidiger. Was ja durchaus auch sinnvoll ist. Schließlich macht es wenig Sinn die höher talentierten Schüler mit dem de facto einfacheren Aufgaben zu unterfordern, auch wenn sie die später (für ein paar Jahre) mal ausüben müssen...

Die wirklich spannende Frage ist aber: Was fange ich als Junger Spieler mit dieser Information (die mir mein Berater vielleicht mal geben sollte) an?
Nehmen wir mal die prominenten Beispiele aus München: Dort gab es gerade die gerade zu skandalöse Entwicklung, dass die Bayern ihre jungen und talentierten Mittelfeldspieler in die 2. Mannschaft geschickt haben. Und Pierre-Emille Höijbjerg nach Schalke verscherbelt wurde.

Gleichzeitig hat ein Rafinha jetzt schon 2 benotete Saisonspiele in seinem Leistungsnachweis stehen. Und ja, es gibt einen einzigen Grund, warum Rafinha auf diese Spiele kommt: Er ist einer dieser wenigen Sonderfälle: Ein echter gelernter Außenverteidiger. Und davon gibt es halt so wenige, dass man noch nicht mal internationale Klasse darstellen muss um bei den Bayern auf seine Einsätze zu kommen.

Wenn ich jetzt Joshua Kimmich oder Gianluca Gaudino wäre... mir das Überangebot der Bayern im Mittelfeld angucke... und gleichzeitig sehen, wie viele Spiele Rafinha letzte Saison absolviert hat... natürlich nicht die wirklich relevanten, da hat Pep Guardiola dann doch lieber auf Lahm gesetzt... aber die relativ belanglosen, die man auch mit einem Rafinha locker gewinnt... und da gibt es für die Bayern überraschend viele von...
Da würde ich doch mal mit meinem Berater zu meinem Cheftrainer gehen... und gemeinsam mit Hermann Gerland erörtern, ob ich mich nicht zum Außenverteidiger "weiterbilden" lasse... dass dann ein halbes Jahr in der 2. Mannschaft spiele, danit ich dann im Winter in diesen belanglosen Bundesligaspielen die Rolle von Rafinha übernehmen kann. Dann würde ich die ach so wichtige Spielpraxis auf höchstem Niveau ja doch noch bekommen... und wenn Lahm in den Ruhestand geht, bin ich dann so weit ins Zentrum zu ziehen und kann den Platz an den nächsten Jungstar vererben.

Und ja, der einfachste Weg in die erste Elf der Bayern ist über die Rechtsverteidiger-Position. Genau genommen ist sogar jede Minute, die Rafinha da spielt, eine Verschwendung, da die Bayern diese Möglichkeiten nutzen könnten um wesentlich talentiertere Spieler an die Bundesliga und spätere höhere Aufgaben zu gewöhnen.
Es muss halt nur mal jemand erkennen, dass quasi jeder gute defensive Mittelfeldspieler genaugenommen auch ein guter Außenverteidiger sein muss...
Warte, warum gebe ich den Bayern eigentlich gerade Tipps, wie die ihre eh schon hervorragende Mannschaft weiter verbessern? Ich nehme alles zurück. Rafinha ist die Ideallösung für die Bayern und sollte auch in den wirklich wichtigen Spielen in der Startelf stehen!!!

Donnerstag, 3. September 2015

Toni Kroos spricht eine unangenehme Wahrheit aus.

Könnt ihr euch noch an den Sommer erinnern? Als fußballtechnisch so gar nichts ging und wir uns für die U21 EM begeistern mussten?
Damals wollten sie uns den Wettbewerb spannend reden. Und es hieß, dass alle Jungstars die noch nicht definitiv bei Jogi Löw festgespielt sind, dort antreten mussten... anstatt sagen wir mal Urlaub zu machen.
Was wiederum dazu führte, dass das Turnier sein eigentliches Ziel verfehlte: Junge, noch nicht vollends etablierte Profis weiterzubilden. Einen Maximilian Arnold, der beim VfL Wolfsburg noch nicht den endgültigen Durchbruch geschafft hat, hätte dieses Turnier voll viel bringen können. Er wäre zum ersten Mal bei einem derart wichtigen Turnier ein Stamm- und Führungsspieler. Stattdessen fragte er sich hinterher wahrscheinlich, warum er auf seinen Sommerurlaub verzichtete, nur um 4 mal 90 Minuten auf der Bank zu sitzen.
Am anderen Ende des Spektrums stand Emre Can. Seines Zeichens Stammspieler beim FC Liverpool. Also auch noch in England, wo man jedem Spieler jede mögliche Pause zugestehen sollte. Der verzichtete für ein nicht so berrauschendes Turnier und haufenweise Kritik auf seinen Sommerurlaub. Nebenbei seinem einzig bis 2019, falls er sich bei den großen Jungs durchsetzt.

Wenn sowohl deine Stammspieler als auch deine Lückenfüller zu dem Schluss kommen müssen, dass sie wohl besser Urlaub gemacht hätten... hast du definitiv irgendwas falsch gemacht.

Aber es gab ja das eine große Ziel, für das sich das alles gelohnt haben soll. Und an der Stelle kommt Toni Kroos mit seiner Aussage: "Olympia hat nicht den Stellenwert."
Yapp, kaum kommt Can bei den großen Jungs an, wird ihm sofort mitgeteilt, dass es komplett sinnlos war, was er da im Sommer gemacht hat. Und bereits jetzt geht die große Diskussion los, wen man denn nun da hin schicken soll... schließlich ist direkt davor EM... und direkt danach Bundesliga. Can kann seinen großen Traum des letzten Sommers wahrscheinlich gar nicht realisieren, weil er beim wesentlich wichtigeren Termin teilnehmen muss. Noch viel schlimmer: Wenn Can wirklich zur Olympia-Delegation abgeschoben wird, wird er mächtig enttäuscht sein. Und sein Arbeitgeber auch, da er noch länger fehlen wird.

Und das schlimmste daran: Toni Kroos hat recht. Der Junge ist Weltmeister. Und hat im Sommer die Chance, Europameister zu werden. Warum sollte er sich da über das Olympische Fußballturnier Gedanken machen.
Und wer interessiert sich schon für dieses Turnier? Oder könnt ihr aus dem Stehgreif die letzten 3 Olympiasieger aufzählen? Ich nicht. Und das, obwohl Lionel Messi dabei ist.
Und ja, der Messi muss sich immer noch vorwerfen lassen, dass er für sein Land nie irgendwas gewonnen hat... weil selbst die Argentinier, die seit 1993 nebenbei nur diesen Titel (dafür aber gleich 2 mal) holen konnten, interessieren sich nicht dafür, wer Olympiasieger wird.

Da gibt es ja auch gute Gründe für. Eine Sommer-Olympiade ist das größte Sportevent des Jahres. Das war es schon bei den Alten Griechen. Für jede Menge Sportarten heißt das: ungeahnte Aufmerksamkeit. Und unglaublich viele sympathische Deutsche Athleten, die ins Scheinwerferlicht treten können. Für die ist eine Goldmedaille halt auch der Türknopf zum großen Jackpot. Weil man mit ihren bis dahin völlig unbekannten Gesichtern plötzlich was anfangen kann. Was sie zu beliebteren Werbeträgern macht...

Für Fußballer dagegen... Fußball ist halt der größte und populärste Sport weltweit. Das sieht man ja allein schon an den Bemühungen europäischer Vereine in Asien einen Fan-Markt zu kreieren: der europäische Spitzenfußball ist ein weltweiter Magnet. Der für sich selbst ein alles andere in den Schatten stellendes Spotlight beansprucht.

Und an diese Aufmerksamkeit hat sich der Fußballer auch gewöhnt. Wenn ein internationales Fußball-Finale stattfindet, hat an diesem Tag gefälligst alles andere zu Ruhen. Und da wird dann nicht mal kurz hingezappt, sondern dann beginnt bereits 8 Stunden davor die Berichterstattung.
Ganz ehrlich: Ein Deutscher Nationalspieler stolpert doch beim Einsteigen, wenn ihn dabei keine Medienvertreter zugucken und das live kommentieren... diese Medienvertreter haben aber bei olympischen Spielen wichtigeres zu tun.

Für alle anderen Sportarten ist dieses Spotlight Olympia ein Vorteil. Die Deutschen Athleten wissen halt, dass ihnen dieses eine Mal unsere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Obwohl es uns drum herum 4 Jahre lang nicht interessiert, was die sonst so machen. Weshalb sie aber halt auch 4 Jahre auf genau dieses eine Event hinarbeiten. Und zwar auch in ganz absurden Sportarten wie "Moderner Fünfkampf"... und ja, wenn Herrensynchronschwimmen olympisch wird... und wir eine Deutsche Mannschaft stellen... werden wir gebannt auf den Bildschirm starren, wenn 5 deutsche Recken ihren Sack gerade so über Wasser halten. Und nen Spagat machen...

Aber warum sollte man als Fußballer, der ganz andere Reize gewohnt ist, sich für so ein Event interessieren? Wenn es nur dazu führt, dass man entweder die EM oder den Saisonstart verpasst? Also abgesehen von dem Fakt, dass man an diesem qualitativ eher minderwertigen Turnier höchstens ein Mal im Leben teilnehmen kann... Und damit im Olympischen Dorf wohnen könnte, was einem aber praktisch nichts bringt, da man all 2 Tage ein Spiel hat und dieses Spiel nicht zwingend in Rio ausgetragen werden wird...

Mittwoch, 2. September 2015

Wir müssen über Frauenfußball reden...

damit ich die Anhänger dieser Liga auch noch vergraule...

Wobei "müssen" natürlich der falsche Ausdruck ist. Ich will... da dass allerdings mein Blog ist...
Es ist aber nicht so wie beim Kicker, dass mein schlechtes Gewissen mich dazu zwingt, zumindest eine Seite pro Woche zu diesem Thema zu veröffentlichen...
Oder wie EA Sports, die ihre eh schon aufgeblähten Lizenzen jetzt noch um die Frauenfußball-Nationalmannschaften erweitern.

An der Stelle muss ich zugeben: Ich breche gerade mit meinen Prinzipien. Normaler Weise versuche ich nur über Dinge zu schreiben, die ich auch gesehen habe. Deswegen gab es dieses Wochenende auch kein "worst of"... da es in meinem Urlaubsdomizil kein Fußball zu sehen gab.

Dass letzte Frauenfußball-Spiel das ich gesehen habe... war 2011... Weil es halt in Deutschland war. Ich kann für mich aber behaupten: Der Grund, warum ich keinen Frauenfußball gucke ist völlig frei von Sexismus: Ich gucke halt einfach nur guten Fußball. Klar, das klang jetzt übelst sexistisch... aber ist es Sexismus, wenn ich die Wahrheit ausspreche? Und Frauenfußball ist halt die langsame kleine Schwester des großen Geschäfts...
Mit derselben Begründung gucke ich mir nebenbei auch keine Drittliga- und Regionalliga-Spiele an. Und selbst wenn der Verein meiner Jugend im Free TV live spielt... schalte ich nach 20 Minuten ab, weil ich es grausam finde.

Frauensport hat halt Allgemein ein ganz elementares Problem. Es wird immer einfach nur die langsamere Version des Herrensports sein. Vergleicht einfach mal die Zeiten eines 100 Meter Finales in der Leichtathletik, dann könnt ihr euch genau ausrechnen um wie viel langsamer.

Und Frauenfußball hat da ein weiteres Elementares Problem: Fußball ist an sich schon ein extrem langsamer Sport. Klar staunen wir alle, wenn da ein Profi mal ein 100 km/h Hammer raushaut... aber das passiert beim Fußball 4 Mal in 90 Minuten... und meistens auf 30 oder 40 Meter Distanz. Beim Herrenvolleyball... werden diese Geschwindigkeiten im Minutentakt erreicht... und der Ball schlägt innerhalb von 3 Metern ein.
Die Volleyball Damen haben einen entscheidenden Vorteil: Da ihr Sport ebenfalls etwas langsamer ist, kann man als Fan noch nachvollziehen wo die den Ball hinschlagen... während man sich beim Herrenvolleyball eigentlich die ganze Zeit über nur fragen kann, wie der Schiedsrichter denn erkannt haben will, ob der Ball im Feld oder außerhalb war... Und das nebenbei ganze ganz ohne Hawk Eye...

Frauenfußball hat diesen Vorteil halt nicht. Und da wir das Tempo des Herrenfußballs gewohnt sind, wird uns die Damenversion immer komisch vorkommen.

Aber: Hat der Damenfußball eine Chance aus seiner Nische raus zukommen? Also dem Fakt, dass ganze 2 Spiele zum Bundesligaauftakt die 1.000 Zuschauermarke knacken? Ein Wert, der in Rödingshausen im Schnitt übertroffen wird. Und ja, ich habe keine Ahnung, wo Rödingshausen liegt. Trotzdem haben die mehr Zuschauer als 70% der Frauenbundesligisten...
Oh... und dem Fakt, dass die aktuell Beste Fußballerin Europas mit 27 ihre Karriere beendet... Ohne verletzt zu sein...

Wahrscheinlich nicht, aber es gibt nen paar Ansätze, die man mal überdenken könnte...

Der Frauenfußball muss halt irgendetwas liefern, was der Herrenfußball nicht liefern kann. Und da sind wir direkt bei den Outfits und Titten und Ärschen. Und ja, jetzt ist es sexistisch, aber so ist unsere Welt nun mal.
Aber wenn man Celia Sasic vor die Wahl stellen würde... sie kann entweder den Michelle Williams Weg gehen und versuchen die Leute ausschließlich mit ihrem Glauben und ihrem Talent zu gewinnen... Oder ihr steht alternativ den Beyonce Knowles Weg offen, mit dem sie dann wesentlich mehr Leute erreicht... und wesentlich mehr Geld verdient... ist es so abwegig, dass sie sich da für Ruhm und Geld entscheiden würde?

Und falls euch die Antwort wirklich so klar erscheint... dann lest euch mal diesen englischsprachigen Artikel über die Lingerie Football League in Amerika durch... Und ja, Lingerie Football ist genau das, wonach es klingt. Trotzdem ist die Allgemeine Reaktion der Teilnehmerinnen: Ja, es ist total dämlich, aber wir wollen uns auf höchstmöglichem Niveau vor möglichst vielen Zuschauern im Wettkampf messen... Da nehmen sie auch den Fakt, dass Sex sich besser verkauft in Kauf...
Dafür bleibt bei ihnen auch die Integrität des eigentlichen Sportes erhalten. Denn sie spielen nach denselben Regeln wie die Männer, bekommen aber mehr Aufmerksamkeit als alle anderen Frauen-Football-Ligen...
Um das noch ein Mal deutlich zu sagen: Ich würde deswegen nicht auf Frauenfußball umschalten. Aber genügend Männer würden es tun...

Alle anderen Varianten... sind wesentlich spannender, aber auch absurder...
Denn wenn man die Frauenliga diesseits eines Dresscodes spannender machen will, muss man ans Regelwerk.
Die einfachste Variante wäre es natürlich, Tore mehr zu belohnen. Schließlich sind Tore einer der Hauptgründe, warum man sich diesen sonst eher langweiligen Sport anguckt. Wenn man zum Beispiel für jedes 3. Tor einen Extra-Punkt verteilt... ein 6:3 für beide Mannschaften also mehr Wert ist als ein 1:0... beide Mannschaften würden auf bedingungslose Offensive setzen. Es würde 90 Minuten lang nur darum gehen, das nächste Tor zu erzielen... selbst wenn man schon 8:0 führt. Das Meisterschaftsrennen könnte an den letzten Spieltagen ein ganz neues Spannungslevel erleben... und es wird eine wunderbare Grundlage zur Manipulation gelegt (ja, es ist nicht perfekt...). Aber auf jeden Fall wäre die Frauen-Fußball-Liga auf einer Ebene unterhaltsam, die ihr Herrenpendant nie erreichen wird.

Meine Persönliche Lieblingsvariante ist aber noch drastischer: Wir sperren die Damen in einen Plexiglas-Käfig mit Eishockey-Maßen. Wir stellen in diese Arena Hallentore und nutzen einen Futsal-Ball. Wir lassen die Mädels 8 gegen 8 spielen.
Zunächst mal wird alles, was den Fußball langweilig macht, gekürzt. Angefangen bei Einwürfen, die gerne mal eine Minute dauern. Und ja, effektiv ist ein Fußballspiel laut Uni Augsburg 35 Minuten lang unterbrochen... im Durchschnitt... Da fragt man sich, wieso es bei Liveübertragungen keine Werbeunterbrechungen gibt... verpassen würde man deswegen de facto nichts.
Wenn man beim Frauenfußball das Seitenaus und alle damit in Verbindungen stehenden Pausen sorgen dafür, dass das Spiel viel Actionreicher ist als sein Herrenpendant. Das 8 gegen 8 verschiebt den Fokus weg von raumgreifenden Aktionen hin zum (handlungs-)schnellen Durchsetzen auf engsten Raum. Und zwar nicht alle 10 Minuten, wenn der Ball mal im Strafraum ist, sondern permanent. Der Spielraum hinter den Toren sorgt für völlig neue taktische Varianten.
Es würde eigenen Taktiken, Aufstellung und Trainingsmethoden geben, da halt ganz andere Schwerpunkte gesetzt werden. Und das eigentlich negative am Frauenfußball würde wegfallen.

All das mit den derzeit besten Spielerinnen... da man ja nicht in direkter Konkurrenz zum wesentlich lukrativeren Großfeldspiel steht, wie das etwas den Futsal- oder Beachsoccer-Mannschaften der Fall ist. Offiziell, von der Fifa akzeptierte Varianten des Fußballs, die aber nie an das "Original" herankommen werden, weil die wirklich guten Leute doch lieber ihre Millionengehälter einsacken.

Und ich will ganz ehrlich sein: Wenn die besten Damen in dieser Version des Fußballs gegeneinander antreten. Würde ich einschalten. Einfach weil alle negativen Angewohnheiten den Fußballs wegfallen würden und es sich deswegen lohnen würde einzuschalten.

Aber natürlich wird das nicht passieren. Alles, was dieser Beitrag eigentlich beweist... ist doch, dass ich in 3 Tagen Urlaub zu viel Zeit habe und zu wenig Input was Fußball betrifft...

Aber: Wenn sich regeltechnisch nichts tut. Wird der Frauenfußball damit leben müssen, dass er seinen Höhepunkt in Deutschland schon erlebt hat. Zur WM im eigenen Land halt. Und dass wir dann ein Mal alle 2 Jahre unseren patriotischen Dienst erfüllen und uns freuen, wenn das wichtigste Spiel des Jahres zumindest beinah so viele Zuschauer hat als ein völlig bedeutungsloses Herrenländerspiel in Gibraltar...
Wenn die Frauen da jemals raus wollen, müssen sie sich solch revolutionären Ideen öffnen.

Dienstag, 1. September 2015

Ist es echt zu viel erwartet

wenn man auf ein bisschen Anstand hofft? Muss ja nicht viel sein. Nur so eine Minimale Selbstreflektion. Einen Horizont der weiter reicht als bis zum letzten Samstag. Und wenn die Spieler dass schon nicht können, so muss es doch wenigsten dessen Vorgesetzter beherrschen und diese Spieler zurück pfeifen, wenn sie übertreiben... aber nein...

Zunächst mal... wollte ich den Hamburger SV erst mal ein Weilchen in Ruhe lassen. Der Ziel dieses Blogges ist es es halt, sich nicht auf ein Ziel einzuschießen, sondern die Fans aller Vereine zu vergraulen seine Häme gerecht zu verteilen. Und ja, mir ist bewusst, dass die Hamburger in diesem Jahr viel zu häufig die Zielscheibe meines Zynismus waren. Die waren eigentlich mal mit einer Pause dran. Aber immer wenn ich mir denke: Jetzt spiele nicht den verbitterten alten Mann und lass das mal gut sein... kommt ein Hamburger um die Ecke und sagt was Dummes. Etwas richtig absurd grotesk Dummes. Etwas wo du als Hamburger Fan hoffst: "Das hat der sich doch bestimmt ausgedacht um den Verein schlecht dastehen zu lassen."

Deswegen hier erst der Link, damit ihr es im Zweifelsfall nicht zuerst bei mir gelesen habt. Und dann das Zitat:


"Wir sind um einen Punkt betrogen worden."


Ja, lasst das mal sinken. Wir, also der Hamburger Sportverein, sind unrechtmäßiger Weise eines in der Tabelle relevanten Zählers beraubt worden. Wie dreist ist das denn...

Könnt ihr euch noch daran erinnern, dass Bruno Labbadia nach dem Bayern-Spiel von "Sympathien", die man angeblich mit der Rettung in Deutschland zurückgewonnen hat, gelabert hat? Ganz ehrlich: Mit solchen Aussagen... muss man doch sogar in Hamburg seine Sympathien verspielen.

Nur um das mal zu relativieren: Am Samstag wurde eine schlechte Regel richtig ausgelegt. Worauf sich alle Fußballexperten, von denen sich Labbadia anscheinend distanzieren will, einigen konnten.
Vor nicht all zu langer Zeit ist eine schlechte Regel falsch interpretiert worden. In der 92. Minute der Nachspielzeit... DER FUCKING RELEGATION... Da sind sich alle Experten einig: Dafür hätte es niemals einen Freistoß geben dürfen. Und ohne diesen Freistoß steigt Hamburg ab.
Das ist ein riesiger Unterschied. Nur in einem der beiden Fälle hat der Schiedsrichter einen Fehler gemacht.

Wenn im Jahre 2015 einer vom "wir sind betrogen worden" sprechen darf, dann der Karslruher SC. Und da geht es nicht um einen Punkt, da geht es um die Zulassung zur Bundesliga. In Baden werden sie sich sagen: Ihr habt die Nerven, euch über einen Punkt aufzuregen?
Beim SC Freiburg werden sie sich sagen: Verrechnet das doch einfach mit dem Punkt, der euch gegen uns geschenkt worden ist... Durch ein definitiv irreguläres Tor in der 90. Minute. Und einen danach verweigerten Elfmeter (den die Breisgauer allerdings eh nicht verwandelt hätten...). Ohne diese eine Fehlentscheidung hätte Freiburg die Klasse gehalten und Hamburg wäre ABGESTIEGEN... und die haben die Nerven, sich öffentlich wegen eines Punktes aufzuregen...

Es hat 3 Monate gedauert, bis sie in Hamburg komplett vergessen haben, wie sie eigentlich zum Klassenerhalt kamen... ganz ehrlich, da hat es in der Nachkriegszeit bei unseren Nazis eine gründlichere Vergangenheitsbewältigung gegeben.

Und diese Aussage ist der nächste Schlag ins Gesicht für alle Anhänger der Karslruher und Freiburger.
Wenn sie wenigstens von einem Spieler getätigt worden wäre... am besten noch von Emir Spahic, der ja nicht dabei war...
Und wo ich schon dabei bin: Wenn der Schiedsrichter wenigstens einen Fehler begangen hätte. Dabei war der einzige Fehler von Dennis Aytekin, dass er Lewis Holtby nicht auch noch die Rote Karte gezeigt hat.

Von Profis erwarte ich gerade nach 90 Minuten gar nicht, dass sie in der Lage sind, sich vernünftig und bedacht zu artikulieren. Die sind ja vorher auch 10 Km gerannt. Aber der Trainer?
Die richtige Reaktion wäre ein bisschen Demut gewesen. Ein "Heute wurde eine zweifelhafte Entscheidung mal gegen uns getroffen, aber das ist Fußball, das passiert."

Die werden sich jetzt in der DFL-Zentrale denken: Dafür haben wir das Ende der letzten Saison verschoben? Wirklich?
Können die einen Verein für derart unsportliche Aussagen bestrafen? Wenn es rassistisch wäre, könnten sie das auf jeden Fall... wie wäre es mit einem Punktabzug. Ich wäre für -40, damit der HSV endlich den Abstieg, um den sie so betteln, sicher hat.
Denn es gibt im Jahr 2015 nur einen "Witz": Dass sich der Hamburger SV immer noch Bundesligist schimpfen darf.

Freitag, 28. August 2015

Vorschau auf den 3. Spieltag

Der Freitag Abend:
VfL Wolfsburg - FC Schalke 04: Ich versuche mir ja immer selber Relevanz einzureden, wenn Dinge, die ich anspreche hinterher umgesetzt werden... zum Beispiel dass es für Wolfsburg einfach cleverer wäre, Kevin De Bruyne nach England zu verkaufen... Immerhin weist Wolfsburg damit nach, dass wirklich ihre eigenen Interessen im Vordergrund stehen.

Der Samstag Abend:
VfB Stuttgart - Eintracht Frankfurt: Hmm... alles was mir zur Rückkehr von Armin Veh einfällt ist... Your Name Here. Und ja, die allgemeine Reaktion der Stuttgarter Fans am Samstag dürfte lauten: Ok, lass uns versuchen da kein Problem draus zu machen... aber die Wahrheit ist... hier vermisst dich eigentlich niemand...

FC Augsburg - FC Ingolstadt: Das große Bayrische Derby!!! Wird zum 6. Mal in der Geschichte ausgetragen... Aber hey, wer braucht schon Tradition in München? Aber das wirklich traurige an der aktuellen Situation: Wenn man sich mal anschaut, was die anderen Bayrischen Klubs so anbieten... wird man sich echt an dieses Spiel als großes Bayrisches Derby gewöhnen müssen... Also als das einzige Spiel zwischen 2 bayrischen Mannschaften auf Bundesliganiveau bei dem vorher nicht fest steht, wer gewinnt...

1.FC Köln - Hamburger SV: Kölns Ultras, Vollidioten der Woche? Es ist auf jeden Fall ein schlechtes Zeichen, wenn man direkt in der Woche seiner Begnadigung wieder negativ auffällt und Stadionverbot bekommt... aber 2 Kölner Ultras haben gebau das geschafft... Und sind wahrscheinlich sogar stolz drauf... Was halt wirklich Schade ist... schließlich sorgt der 1.FC an sonsten zum ersten Mal in diesem Jahrtausend aus den richtigen Gründen für Schlagzeilen...

1.FSV Mainz 05 - Hannover 96: Irgendwie macht sich bei mir gerade das Gefühl breit, dass dieser Blog viel zu seriös wird. Und dass der doch eigentlich mal angefangen wurde, um möglichst niveaulose Witze zu bringen... möglichst so dumm, dass es irgendwas mit Penis zu tun hat... von daher jetzt ohne weitere Ankündigung mein Lieblingszitat aus dem Montags-Kicker: "Sein wichtigstes Hilfsmittel nimmt Ron-Robert Zieler sogar mit unter die Dusche. Es geht um optimalen Grip."

Darmstadt 98 - TSG 1899 Hoffenheim: Wo ich schon dabei bin: Wer hätte gedacht, dass Hoffenheim mal in einer Stadt antreten müsste, die noch mehr am Arsch der Welt ist als Sinsheim...

Das Spitzenspiel am Abend:
Bayern München - Bayer 04 Leverkusen: Das wirklich krasse an den letzten Tagen im August. Es bewegt sich verdammt viel so verdammt schnell. Mittwoch Mittag kommt das Gerücht auf, dass Heung Min Son nach England will... Donnerstag Abend ist dann Kevin Kampl in Leverkusen... Und keiner dieser Transfers war Mittwoch Morgens abzusehen... Ich glaube dass sinnvollste ist es, sich jetzt bis zum ersten September auszuklinken und danach dann in Ruhe zu gucken, wer noch wohin gewechselt ist...
Bonus Zitat der Woche: Hakan Calhanoglu meint, dass Son "schlecht beraten" ist... Der gemeine Hamburg Fan wird darauf antworten: Der muss es ja wissen...

Der Sonntag:
Borussia Dortmund - Hertha BSC Berlin: Dortmund tritt als Tabellenführer an!!! Und die wissen auch noch zu Spielbeginn genau, wie hoch sie gewinnen müssen, damit sie vor den Bayern bleiben... Und Hertha als Gegner ist doch genau das richtige Kaliber um die Tabellenführung auszubauen... Könnte das unfassbare passieren? Dass die Bayern in den September als Nummer 2 starten? Wird Pep Guardiola das überleben?

Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach: Darf Gladbach jetzt über ihre Hammer-Gruppe jammern? So wie sie derzeit spielen, sollten sie das positiv sehen: Immerhin spielen sie gegen wirkliche Champions League Mannschaften, während sie ausscheiden...

Mittwoch, 26. August 2015

Und sie tun es schon wieder

Und das aller schlimmste... wie beiläufig das erwähnt wird...

Das entscheidende Zitat: "Klar ist: Martin Winterkorn, Boss von VfL-Eigner Volkswagen, sitzt beim FC Bayern im Aufsichtsrat. Er ist über alle Einzelheiten im Poker um De Bruyne informiert."

Yapp, anscheinend entscheidet schon wieder Martin Winterkorn welche Transfers der VfL Wolfsburg tätigen darf und welche nicht. Als Aufsichtsratmitglied von Bayern München... Wenn RB das macht, wird immer gleich gemunkelt, ob das eigentlich alles so korrekt ist oder nicht... An der Stelle zurecht... wenn das aber bei VW passiert. Ja, aber die sponsorn doch den DFB Pokal... schon mal drüber nachgedacht warum...

Allein schon das ein Aufsichtsratmitglied der Bayern, der beim VfL Wolfsburg formell nichts zu sagen hat, über diesen Transfer immer informiert sein MUSS... ist ein klarer Verstoß gegen das 50plus1... und ein ganz klarer Interessenkonflikt.  Und ja, das passiert nicht zum ersten Mal, auch wenn der VfL das erste Mal noch davon profitierte. Aber schon der Luiz Gustavo-Transfer war mehr als fischig.

Wirklich zynisch wird das ganze dann, wenn Klaus Allofs davon spricht, dass er die beste Lösung für alle Seiten sucht... ist eine dieser Seiten am Ende der Konzern? Muss er deswegen auf die Bayern Rücksicht nehmen? Kann sich der VfL überhaupt dagegen wehren, wenn VW beschließt, dass der Spieler in Deutschland bleiben und damit zu den Bayern gehen soll?
Obwohl es für sie definitiv das Beste wäre, wenn De Bruyne ins Ausland wechselt? Schließlich ist es das eigentliche Ziel von Allofs eine Meistermannschaft zusammenzustellen. Und das dümmste, was er an der Stelle machen kann... ist einen der wenigen Bundesligaspieler, die die Bayern noch besser machen könnten, an diese abzugeben.

Der Idealfall für Wolfsburg ist doch: De Bruyne wechselt zu irgendeinen Scheich. Der zeitgleich die Preise so in die Höhe schnellen lässt, dass die Bayern zurückschrecken.  Dadurch kann man sich selbst hinterher besser verstärken und hat zeitgleich den größten Konkurrenten geschwächt... so wie die Bayern das halt auch machen würden... oder glaubt ihr wirklich, die Bayern hätten einen Toni Kroos oder einen Mario Götze nach Wolfsburg verkauft? Natürlich nicht, dort hin gibt man nur die Alten oder die Ergänzungen ab.

Das wirklich schockierende an der Stelle ist ja... wie selbstverständlich der Kicker uns das mitteilt. Das ehemalige Fachmagazin halt...
Das ist jetzt wieder eine der Stellen, an der mir auffällt, dass ich alt bin... aber früher... Früher hat der Kicker auf solche Missstände hingewiesen. Auch wenn man sich da beim 2. besten Verein in dem Moment unbeliebt macht. Im Dezember 2003 veröffentlichte man quasi gemeinsam mit der Süddeutschen Zeitung die Wahrheit über den finanziellen Zustand der Borussia aus Dortmund. Damals sah es so aus, als würde Dortmund nie wieder mit dem Kicker reden... aber hey, es ist der Kicker, die sind das größte Fußballmagazin Deutschlands, an denen kommt man als Verein einfach nicht vorbei.
Die könnten also wirklich mal nach harken, was Martin Winterkorn beim VfL alles heimlich so weiß und bestimmt. Aber den Teil mit dem "kritisch" haben sie ja vor 10 Jahren offiziell gestrichen. Man könnte sogar behaupten, dass genau das die Aufgabe eines kritischen Journalisten ist, auch wenn man dann eine Anzeige wegen Landesverrat bekommt. In diesem Falle gestellt von Uli Hoeneß.
Und selbst wenn hinterher raus kommen sollte, dass da alles mit rechten Dingen zugeht. Solange das mal wirklich dargelegt und erklärt wird...

Aber das wirklich absurde ist ja, wie viel Angst die gesamte Fußballszene vor den Bayern und VW haben muss... und ja, es gibt potenziell 2 Verlierer und 16 Gewinner, wenn es da mal eine Nachforschung seitens der DFL gibt... Und ja, solche Schlagzeilen sollten eigentlich sofort von Martin Kind und Dietmar Hopp aufgegriffen werden. Auch die könnten mal nachfragen, warum Martin Winterkorn im Falle solcher Transfers und ohne eigenes Amt in Wolfsburg Dinge entscheiden darf, über die sie selber in ihren eigenen Vereinen nicht entscheiden dürfen... Und gerade wenn ich als Martin Kind von Wolfsburg eiskalt in der rechten Spur überholt werde und danach Jahrelang darum kämpfen muss, dass ich vielleicht irgendwann mal auch darf, was die selbstverständlich machen...
Und es ist ja nicht so, dass man auf Verschwörungsblogs klicken muss um an diese Informationen zu kommen. Nein, man findet diese Geschichte auf Focus.de...
Oh und auf Zeit.de findet man einen spannenden Artikel, wie die DFL Investitionsmöglichkeiten für alle Konzerne einschränkt... außer für VW, die weiterhin bei den Bayern und beim VfL Anteilseigner sein dürfen... und indirekt bei Ingolstadt...

Alle Beteiligten in der Bundesliga wissen, dass der Kevin De Bruyne Transfer höchstwahrscheinlich nicht auf dem offenen und fairen Markt über die Bühne gehen wird. Wir alle wissen jetzt schon, dass der Vorgang definitiv gegen das 50plus1, dass der DFL ach so heilig ist, verstößt. Trotzdem haben wir uns alle dazu entschlossen, dass es uns einfach nicht interessiert. Deswegen hüllen sich alle Seiten in ein kollektives Schweigen.

Dienstag, 25. August 2015

Gibt es den ominösen "Bayern-Dusel"?

Und ja, dieser Spieltag ist genau derjenige, um sich mit dieser Frage zu befassen.

Bei den Fans ist es doch ein gerne verbreiteter Gedanke, dass die Bayern ja schon wieder in den letzten Minuten den Siegtreffer erzielt haben... und dass man so viel Glück ja gar nicht haben kann... Da fällt mir mein Lieblingsspruch in meinem Lieblingsmoba ein, wenn sich meine Gegner über mein Grenzenloses Glück aufregen, wenn ich schon wieder mit 10 Lebenspunkten entkomme: "Skill is the repetition of luck."

Wenn man es schafft, außergewöhnliche Leistungen zur Gewohnheit zu machen, können diese Leistungen nur relativ wenig mit Glück zu tun haben.

Nehmen wir mal die 2 Situationen, in denen die Bayern dieses Wochenende Glück gehabt haben. Als erstes fällt da natürlich der Elfmeter auf, der vom Innenpfosten zurück ins Feld und nicht ins Tor springt. War das wirklich Glück? Oder war das nur, um die Matrix zu zitieren, "Kausalität". In der Sportschau Zusammenfassung viel der interessante Satz, dass gegen Manuel Neuer 3 der letzten 4 Elfmeter verschossen worden sind. Und der eine, der Neuer im Jahr 2015 vom Punkt überwinden konnte, war Ricardo Queresma... halt auf Champions League Niveau.

Das Problem ist halt: Manuel Neuer ist ein 1,92m großer Torwart mit einer absurden Athletik und Beweglichkeit. Wenn du da als Eugen Polanski einfach nur deine sichere Variante nimmst und den Ball 5 cm weiter innen platzierst... riskierst du, dass der Ball gehalten wird. Und ja, Neuer war an dem Ding fast dran... obwohl das ein richtig gut geschossener Elfmeter war. Anders ausgedrückt: Wenn der Ball nicht von alleine an den Pfosten geht, lenkt der Torwart ihn an diesen. Und zwar in der Bundesliga erstaunlich konstant. Was wiederum bedeutet: Du musst gegen einen Manuel Neuer vom Elfmeterpunkt mehr Risiko gehen als gegen jeden anderen Torwart. Manuel Neuer ist gerade der Torhüter, der dem Schützen am meisten Angst macht. Dass der dann auch häufiger nicht trifft, erscheint eher logisch...

Aber fast viel wichtiger: Selbst wenn Polanski getroffen hätte... hätte Hoffenheim nicht gewonnen. Das wirklich beeindruckende war ja, wie konsequent 10 Bayern danach auf Sieg gespielt haben. Auswärts. In Unterzahl. Man muss das nur mal mit dem Hamburger SV vergleichen, die zu Hause auf eine Platzverweis beim Gegner warten müssen, bevor sie richtig loslegen. Oder (natürlich unfairer Weise) mit Darmstadt, die auf Schalke konsequent auf Zeitspiel setzen um einen Punkt zu sichern.
Und ja, Darmstadt war ein Extrembeispiel. Die dürfen das auch. Aber ganz ehrlich: Welche Mannschaft spielt in jedem Stadion und in jeder Situation bis zur 90. Minute aufs Siegtor und sagt sich nicht irgendwann nah 80 Minuten "Naja, ein Punkt ist ja auch ganz nett"... ist es dann verwunderlich, dass diese Mannschaft häufiger (wenn sie es denn mal muss) in den Schlussminuten trifft, als die anderen? Oder ist es nicht viel mehr die logische Konsequenz?

Aber natürlich sind die eigenen Leistungen nur der eine Aspekt des "Glücks" der Bayern. Das regelmäßige Versagen der Gegner gehört genau so dazu. Legendär ist natürlich... das gute alte Vizekusen. Nur echt mit eigenem Wikipedia Eintrag. Und wer sich das Eigentor von Michael Ballack in Unterhachingen (und das komplette Versagen der Bayer-Elf) noch mal anguckt... der muss zugeben, dass die unter dem Druck Meister zu werden (und ein Unentschieden hätte ihnen gereicht) versagt haben. Die Bayern haben gerade in solchen Momenten auch die psychische Stärke solche Spiele für sich zu entscheiden. Und auch das hat wenig mit Glück und viel mit Qualität zu tun... Und ja, die machen das 25 mal in 40 Jahren...

Und selbst als Schalke für 4 Minuten Meister war... Es gibt nur eine Mannschaft, die in der Situation nicht aufgibt, sondern auf Sieg spielt. Die noch an sich und seine Möglichkeiten glaubt... und die dann das Glück hat, dass Dr. Markus Merk da einen Rückpass gesehen haben will...

Dabei mag ich die Bayern noch nicht mal. Ich gebe offen zu, dass ich sie immer noch gerne verlieren und scheitern sehe. Sogar wenn sie der letzte deutsche Vertreter in der Champions League sind und sie "für uns" die 5 Jahres Wertung retten müssen... Ich habe meine Sympathien noch nie danach verteilt, wo jemand zufälliger Weise her kommt. Trotzdem muss ich das, was die Bayern seit 1972 abliefern, respektieren. Und damit auch anerkennen, dass das überraschend wenig mit Glück zu tun haben kann.
Was mich aber nicht davon abhält, sie zu kritisieren, wenn sie Scheiße bauen...