Donnerstag, 14. Januar 2021

Endlich ein Grund für Hoffnung?

 Vielleicht wird es ja dieses Mal was. Also vielleicht gibt es diese Saison zumindest ein spannendes Saisonfinale...

Ich muss ja zugeben: Ob die Bayern am Ende Meister werden oder nicht, ist mir relativ egal. Es wäre aber schön, wenn man der Titel nicht schon nach 25 Spieltagen quasi fest steht. Und dann irgendwann am 30. endgültig festgezurrt wird. Ein Traum wäre natürlich eine Entscheidung zum Saisonfinale.

Wobei mir gerade bewusst wird, dass Dortmund am 34. Spieltag der 2018/19 Saison hätte Meister werden können... Und zur Pause lagen die Bayern "nur" 1:0 vorne... das dürfte das spannendste Saisonfinale des gesamten Jahrzehnts gewesen sein. Aber die Dominanz der Bayern ist im Großen und Ganzen so erdrückend, dass von diesem "Finale" wenig hängen geblieben ist.

Aber zum eigentlichen: Gibt es berechtigte Hoffnung, dass die Bayern jetzt wirklich Probleme bekommen, weil sie zum ersten Mal seit 2004 bei einem Zweitligisten verloren haben? Also historisch gesehen müsse Werder Bremen jetzt Meister werden. Denn genau das geschah das letzte Mal, als dieses Szenario eintrat. Und weil das nicht reicht: Auch 1992/93 schieden die Bayern in der 2. Runde des DFB Pokals aus... im Elfmeterschießen... und Meister wurde Werder Bremen. Und 1988 stand es nach 120 Minuten gegen Borussia Mönchengladbach 2:2. Elfmeterschießen gab es damals anscheinend noch nicht aber Meister wurde, ihr habt es erraten, Werder Bremen. Die können das Meister-Merch schon mal vorbestellen. 

Aber sachlich gesehen stehen die Bayern jetzt besser da als in den letzten beiden Jahren. Und da wurden sie am Ende auch souverän Meister. Und es ist ja nicht so, dass der Spielplan der anderen wirklich entspannter ist.

Gerade wenn ich mir RB Leipzig angucke, denke ich jedes Mal: Die betreiben viel zu viel Aufwand um die Spiele dann gerade so 1:0 zu gewinnen. Also der Kicker drückt das mit einer Chancenverwertung von 25% aus. Gut genug für Platz 15 in der Bundesliga. (Fun Fact: Die Chancentabelle, auf die sich der Kicker beruft, findet man natürlich nicht Online. Aber eine lustige Slideshow von 2016. War ja auch mal wieder Zeit, dass man irgendwas Einfaches bei Kicker.de nicht findet...) Und es ist ja nicht davon auszugehen, dass Yussuf Poulsen zu einem eiskalten Vollstrecker wird. Ich bin ja irgendwie davon überzeugt, dass Poulsen der Thomas Müller der Leipziger ist: Also der ist halt da, weil er schon immer da ist und deswegen in der Kabine wichtig... aber auf dem Platz sollte man ihn vielleicht mal ersetzen. Vielleicht verfasse ich dazu mal einen vollständigen Artikel. Aber es fehlt halt ganz vorne noch der letzte Funken Vollstrecker-Qualität, die dann auch dazu führt, dass man regelmäßig ab Minute 60 in den Verwalten-Modus wechseln kann.

Dortmund liegt halt trotz der Schwächephase des Rekordmeisters 5 Punkte hinter dem Tabellenführer. Das sind immer noch die Dortmunder, denen 9 Punkte Vorsprung nicht gereicht hat. So schnell kriegt man den Favre Einfluss nicht aus dieser Mannschaft heraus.

Und Bayer Leverkusen? Ähm... dann doch eher Werder. 

Die Konkurrenz mach also nur wenig Hoffnung. Also die hätten ja vor allem die Schwächephase auch ausnutzen müssen, haben es aber nicht getan. Und praktisch gesehen ist das Ausscheiden im Pokal für die Meisterschaftsambitionen ja etwas Gutes. Schließlich hat man jetzt 3 eigentlich fest verplante Termine, in die man jetzt Trainingseinheiten legen kann. Also ja: Je früher die Bayern aus den anderen Wettbewerben ausscheiden, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie Meister werden.

Aber genau genommen wird diese Meisterschaft woanders entschieden: auf der Trainerbank. Also genau jetzt werden wir herausbekommen, ob Hansi Flick wirklich ein Guter Trainer ist, oder nur von einem historisch einzigartigen Dead Coach Bounce profitiert. 

Also ganz nüchtern betrachtet hat Hansi Flick, nachdem er das Ruder übernommen hat, ja 2 Dinge geändert: Er hat Jerome Boateng und Thomas Müller zurück in die Stammformation befördert. Gerade durch Müller hat er dann die Kabine auf seine Seite gezogen. Und der Rest regelte sich dann zumindest in der Liga wie immer von alleine. Und dann, Ehre wem Ehre gebührt, die Mannschaft fürs Finalturnier fit und motivert zu bekommen. Gerade bei Barcelona hat man gesehen, dass dies keien Selbstverständlichkeit ist. 

Aber jetzt muss Flick halt etwas machen, was er bisher kaum nötig hatte: richtige Trainerarbeit. Also er muss selber die Neuzugänge, von denen keiner so richtig zündet, in diese Mannschaft integrieren. Und dafür sorgen, dass sie zumindest so gut sind, dass es für Holstein Kiel reicht. Oder für den Rest der Liga. Damit die wirklichen Leistungsträger ihre Ruhepausen bekommen können.

Er muss auch dringend dafür sorgen, dass Leroy Sané sich zurechtfindet. Und ja, das ist die Aufgabe eines Trainers. Dazu muss er ein Verteidigungskonzept entwickeln, welches seine überspielten Stars auf dem Rasen umsetzen können. Das kann Joshua Kimmich nicht alleine regeln. Ok, ich gehe davon aus, dass Kimmich das regeln wird. 

Das Ganze ist nebenbei in einem etwas größeren Rahmen wirklich interessant. Also bei der großen "Die Bayern gewinnen dieses Jahr alle Titel" Gala wurde ja die Frage in den Raum gestellt, wie es denn sein kann, dass Hansi "Ich war im Sommer noch nicht mal leitender Angestellter" Flick nicht Trainer des Jahres werden konnte. Sondern ein gewisser Jürgen Klopp. Der hat doch "nur und ausschließlich" die Premiere League gewonnen. Das kann doch nicht mehr wert sein, als all die Titel die Flick geholt hat.

Nun ja. Bei genauerer Betrachtung hat Klopp viel mehr vollbracht. Dafür muss man den Fokus allerdings etwas weiter stellen: Also bereits 2019 hat Klopp mit Liverpool historisches geschafft: Champions League Sieger und 97 Punkte in der definitiv besten Liga der Welt geholt. Und dann schaffte er es den großen Leistungsabfall trotz überspielten Kader mit Klub-WM Teilnahme und Corona Pause die Leistung in der Liga nochmal zu toppen. Wie Klopp es geschafft hat die Gier und den Einsatz bei Liverpool hochzuhalten, ist eine beeindruckende Trainerleistung. Und Hansi Flick zeigt ja gerade, wie schwierig es ist dies zu tun. 

Und das ist auch kein Vorwurf an Flick. Es haben genügend andere auch durchaus fähige Trainer dieselben Probleme. Aber hinterher so zu tun, als hätte der Klopp letztes Jahr nichts geleistet...

Natürlich kann man jetzt Klopp vorwerfen, dass seine Stürmer bei diesem einen absurden Heimspiel gegen Altetico Madrid absurden Chancenwucher betrieben haben... Und deswegen trotz 34:10 Torschüssen nach Verlängerung ausgeschieden ist. Aber das war echt das einzige relevante Spiel, in dem Liverpool über 2 Jahre hinweg nicht die notwendige Leistung gezeigt hat. Aber ein derart pervers hohes Niveau über 2 Jahre zu halten, ist schon einzigartig. Also selbst Pep Guardiolas Ensemble hat 18 Punkte weniger geholt.

Wenn Flick jedenfalls wirklich so gut ist, dass er ein ernsthafter Kandidat für den Titel "Bester Trainer der Welt" ist, korrigiert er den Kurs und führt die Bayern souverän zur nächsten Meisterschaft. Ob er das ist, werden wir in den nächsten 8 Wochen herauskriegen.

Montag, 11. Januar 2021

Worst of des "Union ist wirklich in der Spitzengruppe angekommen" Wochenendes

 Das wichtigste zuerste: Union Berlin ist so ein richtiges Spitzenteam in der Bundesliga. Und ihr so "Häh? Wieso das denn? Die haben doch an diesem Wochenende 'gepatzt'!"

Genau. Wie sich das für einen richtigen Bayern-Jäger gehört, haben sie die sich bietende Gelegenheit Boden auf den Rekordmeister gut zu machen ausgelassen. Genau so wie RB Leipzig, Bayer Leverkusen und der VfL Wolfsburg. Sprich: Von den Top 6 in der Tabelle gewann dieses Jahr nur Borussia Dortmund. Was auch nur wieder beweist, wie weit weg vom richtigen "Bayern jagen" die dieses Jahr sind.

Nebenbei ist es faszinierend, wie eiskalt die Gladbacher einfach mal das 0:1 erzielten. Nach 8 Spielen am Stück lagen die Bayern plötzlich vorne... sogar mit 2:0... die wussten gar nicht mehr, wie sich das anfühlt und verloren natürlich komplett den Faden. Ich gehe ja davon aus, dass die nächstes Wochenende erst Mal vom Anstoß weg ein Eigentor erzielen. 

Aber so ist sie halt, die Bundesliga. Es gibt 2 Dinge, auf die man sich verlassen kann: Bayerns Verfolger patzen ebenfalls, sobald die Bayern mal was liegen lassen. Und Schalke 04 lässt die Gelegenheit historisches zu erreichen einfach so verstreichen.

Sein wir kurz ehrlich: Es war eigentlich seit März klar, dass der "Meister der Herzen" diese Serie auch als "Tasmania der Herzen" beenden würde: Genau ein Spiel bevor es historisch wird. Und das habe ich ja auch am letzten Montag angekündigt. Ich hätte darauf nur halt schon im März wetten sollen. Für mich persönlich ist das natürlich vollkommen irrelevant: Diese Serie bleibt die inkompetenteste Aneinanderreihung von Bundesligaspielen aller Zeiten. Schließlich, und da weisen mittlerweile auch andere drauf hin, (#PassivesAbseitsLeserwissenesfrüher) waren die Voraussetzungen in Berlin damals ganz andere. Selbst der Tasmania Kapitän scheint meinen Blog zu lesen und weist darauf hin. 

Das wirklich schockierende: Schalke ist jetzt plötzlich nicht mal mehr Tabellenletzter. Die rote Laterne geht an Mainz 05. Das ist das eigentliche Problem: Da es Mainz, Köln und Bielefeld gibt, wird es am Ende für Schalke trotzdem reichen. Was schlechte Nachrichten für Simon Terodde sind, denn der hat seine "Dann sichere ich halt nächstes Jahr Schalke den Aufstieg" Plan schon in der Schublade liegen...

Stuttgart und ihr "Heimkomplex". Das ist ja gerade die neuste Lieblingsgeschichte der Liga: Stuttgart spielt auswärts alles in Grund und Boden... hat aber noch nicht ein Heimspiel gewonnen. Wie kann das sein? Warum sind die zu Hause so viel schlechter als Auswärts? Also sie sind auswärts die stärkste Mannschaft der Bundesliga, daheim ein Abstiegskandidat. Wie absurd. Bis man dann, was natürlich sonst niemand macht, etwas genauer hinguckt:

Denn Stuttgart durfte zu Hause bereits gegen Bayern, Bayer, RB und Union antreten. Nächstes Wochenende kommt Gladbach. Man hatte also, abgesehen  von Dortmund, die komplette Europacup-Riege schon zu Besuch. Da muss man als Aufsteiger nicht unbedingt gewinnen. Bleiben also der Auftakt gegen Freiburg, wo die junge Mannschaft noch 50 Minuten brauchte um sich an die Bundesliga zu gewöhnen und schnell 0:3 zurück lag, ein Remis gegen Köln und ein Unentschieden gegen Frankfurt. Genau genommen war das Remis gegen Köln das einzige wirklich enttäuschende Heimspiel. Denn selbst gegen die Bayern hielt man lange Zeit mit und hätte da zumindest ein Unentschieden holen können. 

Wenn man sich die Bilanz gegen die erweiterten Spitzenteams anguckt, ist Stuttgarts Bilanz für einen Aufsteiger mit verdammt vielen jungen Spielern richtig gut. Man hatte halt das Pech, dass das Spiel gegen Dortmund im "Wir bräuchten dringend mal einen neuen Trainer" Modus auswärts stattgefunden hat.

Und ja, absurderweise ist es wahrscheinlich, dass Stuttgart die Hinrunde ohne einen Heimsieg absolviert. Das ist aber kein Anzeichen eines "Heimkomplexes", sondern einfach nur ein sehr ungewöhnlicher Spielplan mt für sie ungünstigen Ansetzungen in Heimspielen. In der Rückrunde, wenn  Bielefeld und Bremen kommt, wird sich das wieder ausgleichen.

Apropos Bremen: Florian Kohfeldt war ja selber überrascht, dass man ausgerechnet in der einen Woche, in der man keinerleis Standardsituationen geübt hat, per Freistoß zum Führungstreffer kam. Bleibt die spannende Frage: Streicht Kohfeldt jetzt jegliches Training, weil "nicht zu üben" ja anscheinend am ehesten hilft?

Freitag, 8. Januar 2021

Habt ihr sie auch genossen?

 Die letzte Woche der Saison ohne Fußball? Also zumindest, wenn man Würzburg - St.Pauli ignoriert. Aber ja: Ab sofort gibt es vielleicht noch den gelegentlichen freien Donnerstag und an sonsten 7 Tage Fußball am Stück. Die eine freie Woche im Februar verbringen die Bayern dann in Katar bei der Klub-WM, weil das halt das Allerwichtigste ist.

Das ist nebenbei der eigentliche Anlass für diesen Post. Denn das eine, was ich nicht verstehen werde, ist das Verlegen des Pokalspiels der Bayern gegen Holstein Kiel wegen einer angeblichen Überbelastung der Spieler. Also klar, der Plan im Dezember war schon hart. Aber rechnen die Bayern mit einem Ausscheiden im Achtelfinale der Champions League? Oder warum gehen die davon aus, dass es Anfang 2021 entspannter zugehen würde.

Die Situation derzeit ist doch wirklich nicht besser, als die im Dezember. Also klar, noch ist sie das, aber in 4-6 Wochen ist man wieder an genau dem Punkt angelangt, an dem man im Dezember auch schon war... nur das dann keine 7 Tage Pause mehr in Sicht ist. Also einfache Rechnung: In der völlig zugepackten November - Dezember Phase hatten die Bayern 11 Ansetzungen. Im Januar - Februar sind es 13 bis 14 Spiele, je nachdem wie weit man in der Klub-WM kommt. Mein Mathe-Abitur sagt mir, dass das mehr sind... Die Belastung wird also eher höher als geringer.

Und gerade wenn es auch noch gegen Holstein Kiel geht und es "nur" der DFB Pokal ist. Also das wäre halt mal eine dieser Gelegenheit gewesen, um Eric Maxim Choupo-Moting in die Start zu befördern. Und Jan Fiete Arp ein wenig Profiluft schnuppern zu lassen. Was macht der eigentlich gerade? Oder umd Joshua Zirkzee ins Schaufenster zu stellen, wenn man den wirklich abgeben will.

Bei allem Respekt vor den Kielern und deren Leistungen in der 2. Liga: Das Spiel wird nicht durch eine Verlegung in den Januar entschieden, die Bayern hätten es auch im Dezember gewinnen müssen. Und auch die Aufstellung ist sekundär, wenn die Bayern-Reserve mit der entsprechenden Einstellung ins Spiel geht, gewinnen sie das mit Sicherheit. Wenn die A-Elf über 90 Minuten so auftritt, wie in der ersten Halbzeit gegen Mainz wird es eng.

Wenn man also wirklich, und nicht nur scheinbar, mit Weitsicht agiert hätte, hätte man eine etwas bessere Reserve im Dezember nach Kiel geschickt. Aber das sage ich ja auch schon seit Wochen. Also dass man Robert Lewandowski schon spätestens vor den letzten Spieltag in den Weihnachtsurlaub schicken sollte etc. pp.. 

Und ganz ehrlich: Wenn man im Pokal scheitert, wird auch keiner nach der Entlassung von Hansi Flick rufen. Wenn er nicht Meister werden sollte, könnte sein Ruf dagegen leiden. Oder ein spontanes Ausscheiden in der Champions League. 

Nebenbei ist das ja eine der Lektionen, die die Engländer schon lange gelernt haben: Da würde niemand auf die Idee kommen in der 2. Pokalrunde seine erste Elf auf das Feld zu stellen. Das würde schon extrem verzweifelt wirken, weil man sich eingestehen muss, dass man zu den Kleinen gehört und nicht mehr um die "Wenger-Trophy" mitspielt. Aber in Deutschland verlässt man sich halt auf seine antrainierten "Wir hatten ja eine Winterpause" Gewohnheiten, anstatt sich mit der neuen Realität zu beschäftigen.

Natürlich wird das den Bayern kurzfristig nicht Schaden. Aber falls ihnen im März und April wirklich die Puste ausgeht... Also so sehr, dass ein anderer Meister wird... Dann sollten sie sich fragen, ob die Herangehensweise an das Duell mit Kiel im Winter wirklich so sinnvoll war.

Natürlich können die Bayern immer noch mit einer besseren Reserve auflaufen. Aber dann muss schon die Frage erlaubt sein, warum man das Spiel unbedingt verlegen musste...

Montag, 4. Januar 2021

Worst of des "Bleibt alles beim Alten, Version 2021" Wochenendes

 Ist das eigentlich die Überschrift von jedem Jahresauftakts? Kann sein... Aber falls der eine oder andere Verein geglaubt hat, Dinge würden sich grundlegend ändern... oder gar "besser" werden, nur weil ein neues Kalenderjahr angefangen hat...

Fallbeispiel 1: Werder Bremen. Die mussten feststellen, dass sie auch 2021 immer noch von Florian Kohfeldt trainiert werden... der immer noch darauf hofft, dass aus Yuya Osako ein brauchbarer Offensivspieler wird. Der einzige wirkliche Fortschritt: Man war nicht mal bemüht. Das soll angeblich an den Reisen nach Berlin liegen... allerdings ist das im Lockdown doch auch kein wirklicher Grund, schließlich haben in Berlin genau so viele Nachtclubs offen, wie in Bremen...

Und man konnte an diesem Wochenende direkt mit ansehen, wie weit Union Berlin mittlerweile an ihnen vorbei gezogen ist. Und das, obwohl Max Kruse verletzt fehlt. Also Urs Fischer regelte innerhalb weniger Wochen genau das, woran Kohfeldt seit  1 1/2 Jahren scheitert: Ein brauchbares Offensivspiel ohne Kruse auf die Beine stellen. Aber hey, ist ja alles kein Problem... schließlich..

 feilt auch der 1.FC Köln im neuen Jahr weiterhin an einem brauchbaren Spielaufbau. Also man hat immer noch einen unförmigen Klumpen vor sich und keine Ahnung, was man mit diesem Runden Ding anfangen soll, wenn man ihn mal hat. Wenig überraschend beschäftigt sich Markus Gisdol nicht so wirklich mit Fußball, denn er versuchte es als "gut" darzustellen, dass man mit dem FC Augsburg lange Zeit mithalten konnte... Ja, genau dem FC Augsburg, gegen den jeder mithält, weil die halt auch selber nichts fürs Spiel machen... Sondern humorlos mit 1:0 gewinnen und die meiste Zeit den Gegner machen lassen. Aber immerhin hat man sich nicht von einer Mannschaft, die selber keinerlei Interesse am "Fußball spielen" hat, auseinander nehmen lassen. Das sind doch mal Fortschritte!

Bei Mainz gibt es nur anscheinend etwas neues. Also es mag jetzt wie eine Sensation wirken, dass Christian Heidel zurück ist... aber ich sag das mal so... die Theorie, dass der nur kurz Schalke herunterwirtschaftet, sich so eines Konkurrenten entledigt und dann zu Mainz zurück kehr, habe ich bereits im Januar 2019 offiziell erstellt. Und jetzt sieht es so aus, als könnte dieser Plan seine Vollendung erfahren. Und wie immer habt ihr es hier zuerst gelesen! 

Nebenbei ist es faszinierend, wie viele Jugend-Nationaltorhüter die Mainzer ausbilden. Vor allem, weil ja keiner von denen hinterher wirklich gut wird. Also Florian Müller ist einer dieser klassischen "Bundesligatorhüter": Ob der jetzt im Kasten steht, oder ein anderer, ist im Grunde genommen egal. Deswegen konnte er sich ja auch über Jahre hinweg nicht gegen Robin Zentner durchsetzen konnte... der allerdings "nur" auf ein U-17 Länderspiel kommt. Jetzt ist mit Finn Dahmen der dritte U-Nationalspieler an der Reihe... Aber keiner von denen ist halt so wirklich gut...

Schalke 04: Das hätte doch funktionieren müssen. Also die Kombination aus "Wir holen Dr.Evil persönlich", "Wir reisen nach Berlin und kriegen da Unterstützung von den Tasmania Fans, die ihren Rekord behalten wollen" UND einem "Dead Coach Bounce" hätte doch die Wende bringen sollen. Dann fällt einem auf, dass selbst Dead Coach Bounces den Schalkern nicht helfen. Also die letzten 5 Trainer konnten ihr Debüt nicht gewinnen... lediglich David Wagner gelang zum Auftakt ein Unentschieden. Der Rest verlor jeweils. Was auch nur bedeutet: Christian Gross war bereits der 3. Versuch mit Hilfe eines "neuen Besens" "den Bock umzustoßen" und die 30 Spiele Sieglos Serie zu beenden.

Jetzt... hat Hoffenheim die einmalige Gelegenheit Bundesligageschichte zu schreiben. Mittlerweile dürften selbst die Schalker Fans an dem "Jetzt haben die es so weit gebracht, Hauptsache Hoffenheim verkackt das jetzt nicht" Punkt angekommen sein. Denn sein wir ganz ehrlich: So kurz vor dem Historischen Moment doch noch einen Sieg einzufahren, wäre schon tragisch. Eine Chance auf diesen Rekord wird es wohl nie wieder geben. Zieht das durch! Ihr könnt das! 

Aber es ist Hoffenheim. Und die haben endlich mal wieder die Chance sich bei allen deutschen Fußballfans so richtig unbeliebt zu machen... das werden sie sich nicht entgehen lassen...

Irgendwo dazwischen liegt immer noch Bielefeld. Also angeblich laut BND Berichten. Und die stellen halt auch langsam fest, dass sie einfach nicht gut genug für diese Liga sind. Und das der BND Einfluss halt nur begrenzt bis in die Bundesliga reicht. Was nicht heißt, auch nur bedeutet, dass der Benin irgendwann Afrika Meister wird, weil Nathan de Medina sonst auspackt. Glaubt ihr mir nicht? Ist doch 2012 schon mal genau so passiert, als Sambia um den ehemaligen Bielefelder Christopher Katongo plötzlich diesen Titel holte... Ich sag's ja nur... und werde mich am Ende ärgern, weil ich Benin und nicht Kap Verde auf meinen Tippschein stehen habe, wenn die beiden plötzlich im Finale stehen...
Also es soll keiner behaupten, dass unser BND nicht "Dinge regeln" könnte... nur für die Bundesliga reicht es bei denen halt nicht...

Bayern München und das "Eine Halbzeit reicht" Prinzip. Das ist halt der entscheidende Unterschied zu RB Leipzig: Die Dosenkicker müssen sich 90 Minuten lang abrackern, damit sie gerade so 1:0 gewinnen. Was beim derzeitigen Spielplan eine ganz schlechte Idee ist. Die Bayern machen in der ersten Halbzeit nichts, liegen 2:0 hinten, werfen dann kurz den Motor an und gewinnen mit 5:2. Und das ist ja auch schon Normalität. Also die Bayern lagen das 8. Mal in Folge in Rückstand, haben aber keines dieser 8 Spiele verloren. Was natürlich ein neuer Bundesligarekord ist. Wenn man in der Liga keine Herausforderungen mehr hat, dann erschafft man sich selber welche.

Donnerstag, 31. Dezember 2020

Ole Gunnar Solskjaer spricht eine unangenehme Wahrheit aus

Was natürlich sofort auf Kicker.de möglichst weit unten vergraben werden muss. Denn das jemand darüber nachdenkt, dass es einerseits gerade richtig bescheiden läuft und das andererseits absehbar war... Dann doch lieber das Chaos in Stuttgart auf die Titelseite.

Dabei ist der Satz von Solskjaer eigentlich unfassbar wichtig: Eine Pause ist halt unmöglich, weil der Rahmenterminkalender es nicht zulässt. Weder in England, noch in Deutschland. Und das war halt auch abzusehen.

Denn dem Fußball fällt halt jetzt seine unfassbare Gier auf die Füße. Der Fakt, dass man unbedingt alles durchdrücken und möglichst wenige Einbußen hinnehmen wollte. Also nur um das nochmal festzuhalten: Der FC Bayern hat wegen dieser uns alle beeinflussenden Pandemie auf 2 Heimspiele verzichtet: Das Viertel- und Halbfinale in der Champions League. An sonsten wurden alle Ansetzungen durchgezogen. Selbst die Klub-WM steht noch auf dem Plan, obwohl die echt niemand braucht. Da werden die Bayern wieder mit ihrem ersten Anzug hinfahren, weil... ist ja wichtig.

Jeder, der den "Es wird eine 2. Welle geben" Wissenschaftlern zugehört hat und sich den Rahmenterminkalender angeguckt hat, musste zu einem Schluss kommen: Das kann so nicht gut gehen. Man muss sich als Fußballgemeinschaft Raum für mögliche Absagen und Spielverlegungen lassen. Schließlich ist, was dem einen oder anderen Vereinstrainer nicht so ganz bewusst ist, eine Verlegung des Saisonendes dank der Europameisterschaft keine Lösung. Und wie immer gilt: Wer selbst Gierig ohne Ende ist, kann nicht verlangen, dass die anderen (also die Nationalmannschaften) zurückstecken. Ok, er kann das schon verlangen, aber es wird ihm niemand zu hören.

Es hätte so eine einfache Lösung gegeben, auf die man sich hätte einigen können: Man verhandelt mit den Fernsehstationen, ob man einmalig die Europäischen Wettbewerbe ohne Gruppenphase abhalten kann. Und fragt die, wie viel das kosten würde. Immer mit dem Verweis darauf, dass sie dann wahrscheinlicher ein geregeltes Achtel- und Viertelfinale zeigen können. Dann hätte man noch über ein einmaliges Streichen der nationalen Pokalwettbewerbe nachdenken können und fertig wäre der entschlackte Spielplan.

Was nebenbei, wenige wird es überraschen, hier bereits im Oktober vorgeschlagen wurde.

Und wenn man jetzt schon beim Viertelfinale angekommen wäre, könnte man auf ein Mal die vernünftige Entscheidung treffen: Fußballspiele im Januar absagen, die Vereine nicht reisen lassen und all die gerade eintreffenden Covid Fälle mal zur Ruhe kommen lassen. Um dann Anfang oder Mitte Februar wieder einzusteigen. Dann hätte man immer noch ein Hammer Programm, aber es gäbe zumindest die Hoffnung, dass man nur mit 5.000 und nicht mit 25.000 Neuinfektionen pro Tag umgehen muss. Also pro Land.

Aber die Uefa fuhr halt genau so auf Sicht, wie die Regierungen. Und hofften einfach darauf, dass das schon gut gehen wird. Sie beweisen wieder mal, das "Verantwortungsvolle Handeln" und "Die Gesundheit der Spieler" nicht zu ihren Prioritäten gehören. Sondern das Drucken von Geld.

Was nebenbei genau so faszinierend ist: Alle tun jetzt so, als wäre das ein Problem der Engländer... Denn die haben ja die mutierte Virusversion... die es angeblich schon im November in Deutschland gab...

Und nur die Engländer hatten über Weihnachten mit Spielabsagen zu kämpfen. Das könnte auch daran liegen, dass man keine Spiele absagen kann, wenn keine angesetzt sind, aber Details. Vor allem ignoriert man dabei, dass es vielleicht sinnvoller gewesen wäre das Wolfsburg Spiel abzusagen, weil 5 Akteure in Quarantäne mussten... Oder das Würzburg demonstrativ einen Torhüter eingewechselt hat, weil alle anderen Optionen nicht zur Verfügung standen. Also auch die DFL ist im "Absagen sind keine Option" Modus. Und das sogar in Ansetzungen, für die man relativ leicht Ersatztermine finden könnte, weil keiner der Beteiligten International spielt. 

Hier eine faszinierende Variante den Unterschied zwischen Berichtserstattung über Deutschland und England zu verdeutlichen: Es ist überhaupt kein Problem rauszukriegen, wie viele Covid-19 Fälle es im Dezember in der Premiere League gab: 45. Klingt nach viel. Aber wenn ich vergleichbare Zahlen für die Bundesliga abrufen will... muss ich mich selber durch eine Bilderserie klicken und mitzählen. Dazu muss man irgendwie auch bedenken, dass die letzte veröffentlichte Testserie vor Weihnachten rein kam. 

Wären die Zahlen so hoch, wie in der Premiere League? Wahrscheinlich nicht. Aber die Drohung Spielabsagen oder zumindest weiter drastische Wettbewerbsverzerrung, wie man sie in Würzburg erlebt hat, stehen weiterhin im Raum. Und es gibt praktisch keinerlei Spielraum um auf diese Drohung zu reagieren.

Da hätte uns echt mal jemand vor warnen können... Also außer die Wissenschaftler, auf die anscheinend niemand hört.

Mittwoch, 30. Dezember 2020

Passives Abseits: Albumcharts 2020

Let's have some fun, shall we? Traditionen müssen halt gepflegt werden. Und weil man ja nicht nur auf den ganzen negativen Scheiß zurück blicken will... hier die Liste meiner neuen Lieblingsalben, über die ich in den letzten 12 Monaten und paar Wochen gestolpert bin...
Apropos: Noch ein wichtiger Hinweis an alle, die in den nächsten Tagen darüber nachdenken ein "2020 war so Scheiße, aber ist ja zum Glück vorbei... 2021 kann nur besser werden" posten wollen: Scrollt mal ein Jahr in eurer persönlichen Timeline zurück und überlegt, wie viele in eurem Umfeld genau das Ende des letzten Jahres gesagt haben... anscheinend dachte sich 2020 da: Challenge accepted. Lasst uns 2021 also nicht unnötig provozieren.

Platz 24: Chef'Special - Unfold: Ist das Album besser als Amigo, welches es auf Platz 16 des Vorjahres schaffte? Wahrscheinlich nicht, es fehlt aber dieses Live-Flashback Feeling. So bleibt dann Kaleidoscope als bestes Feel Good Stück übrig.

Platz 23: Joy Denalane - Let yourself be loved: Irgendwie ist es unfair. Also spätestens als ich die Frau letztes Jahr mit ihrem Ehemann live sehen durfte, stellt sich die Frage nach der besten Deutschen Gesangsstimme für mich nicht mehr: Joy ist einfach überragend. Aber trotzdem sind die Alben am Ende "nur" nett. Jetzt liefert sie ein super solides Soul Album ab. Mit den ganz großen Produzenten und amerikanischen Feature Gästen. Und da ist auch viel gutes dabei. Aber am Ende fehlen die herausragenden Stücke... Das geht aber nicht nur diesem Album so, sondern auch:

Platz 22: Murs and Slug - Felt 4 You: Als ich Atmosphere von der letzten Liste gestrichen habe, dachte ich nicht, dass Slug in den nächsten 12 Monaten 3 Alben raushaut. Also für nen bisschen Kontext: Murs und Slug sind dicke Freunde, die sich in unregelmäßigen Abständen treffen und Alben "for the fun of it" machen. Das war, weil Slug ja immer so ein emotionaler, komplexer Lyriker war, früher durchaus wichtig. Mittlerweile haut er aber auch mit Atmosphere regelmäßig wesentlich entspanntere Dinger raus. Und macht allgemein den Eindruck, dass er hauptsächlich noch rappt, weil er immer noch Bock auf Rap hat. Was halt den Felt Projekten diesen Sonderstatus, den vor allem die ersten beiden Teile hatten, nimmt. Dafür gibt sich Slug beim Rappen mittlerweile wieder richtig Mühe, was er zwischenzeitlich auch vernachlässigt hat... Und Murs is better then your favorite Rapper. Always has been. Aber am Ende ist er trotzdem nicht mein Lieblingsrapper...

Platz 21: Die Sterne - Die Sterne: Eine Band, die so alt ist, dass sie die Hamburger Schule gegründet haben. Also zumindest Frank Spilker der als einziges Gründungsmitglied noch übrig ist. Wer also Bock auf Indie und extrem gute deutsche Texte hat, sollte sich dieses Album auf jeden Fall gönnen. Und sich daran erinnern, dass wir in den besten Demokratien leben... Nebenbei muss ich an der Stelle erwähnen, dass Die Sterne die letzte Band war, die ich vor dem ersten Lockdown gesehen habe. Quasi am Abend, bevor alles vorbei war. Und ja, das war extrem unvernünftig, aber es war halt auch bis heute das letzte Konzert, welches ohne Abstandsregeln und ähnlichem kam. Ich vermisse solche Veranstaltungen dermaßen...

Platz 20: Tina Dico - Fastland: Denn Live-Konzerte sind, mehr noch als Songs, Something you can keep. Und ja, dieser Song ist an sich nichts überragendes... wenn man ihn aber mitten in einer Pandemie während des jährlichen Reeperbahn-Festivals plötzlich live hört, trifft er einen ganz anders. Und von all den Skandinavischen Liedermachern, die dieses Jahr auf diesem Festival auftreten konnten, (weil halt alles, was gerade so ging, nur ne Nummer kleiner ging,) war sie die herausragendste. 

Platz 19: Juse Ju - Millenium: Genau genommen hat sich Juse Ju ja bisher nur als "Feature Gast" oder "Crewmitglied" hervorgetan. Also klar, in Kombination mit Edgar Wasser oder Fatoni... Oder anders ausgedrückt: Nur Nazis haben Vorurteile! Aber dann kam dieses Album und vor allem "Model in Tokio"... Und dann fällt einem auf, dass der neue Juse Ju Scheiß auch ohne Fatoni funktioniert.

Platz 18: Reinhard Mey - Das Haus an der Ampel: Die Art und Weise, wie Reinhard Mey mit Sprache umgeht, ist einfach einzigartig. Die Liebe zum Detail in den Bildern ist der absolute Wahnsinn. Und natürlich kommt hier wie immer der Disclaimer, dass er sich nicht mehr auf dem Niveau des an sich gar nicht mehr Jungen Reinhard Meys aus den 80ern messen lassen kann. Aber das kann halt auch sonst niemand. Dazu kommt halt der Fakt, dass ich den Titelsong direkt nach der Veröffentlichung nachspielen durfte... Manchmal sind es halt die kleine, emotionalen Momente, die einen die Musik lieben lassen.

Platz 17: Klan - Sommerseite/Winterseite: Klan klingen nen bisschen wie Clueso, nur ohne die hardcore nerd Vergangenheit, die Cluesos Frühwerk so sympathisch macht. Was auch nur bedeutet: Im Gegensatz zu Clueso müssen sie sich nicht mit dem herausragenden "Gute Musik" Album vergleichen lassen. Deswegen dürfen die seichte Popmusik in deutscher Sprache machen, ohne dass es dafür Vorwürfe von mir gibt.

Platz 16: Samy Deluxe - Hochkultur: Samy ist und bleibt DER BESTE RAPPER im Land. Also technisch gesehen kommt da keiner ran. Vor 20 Jahren hätte das auch gereicht, um garantiert DAS ALBUM DES JAHRES abzuliefern. Mittlerweile hat man sich halt irgendwie dran gewöhnt, dass Samy auf einem Niveau rappt, an das keiner ran kommt. Aber, und das muss dringend festgehalten werden: Auf diesem Album sagt er auch einige richtig sinnvolle Sachen. So redet mann nicht über Mama sei da mal als explizites Beispiel erwähnt.

Platz 15: Sa-Roc - The Sharecropper's Daughter: Wo wir schon dabei sind die richtig guten Rapper abzuarbeiten: Sa-Roc. Nur weil es mich nicht mehr so begeistert, wie vor 20 Jahren, bedeutet dies ja nicht, dass ich nicht immer noch gerne guten Rap höre. Und "Forever" ist einer dieser "Deswegen liebe ich Indie-Rap" Songs.

Platz 14: Sketches on Duality - Spectrum: Stellt euch vor, ihr stolpert an einem Donnerstag Abend (oder war es Mittwoch? Details) ziemlich erschöpft und nach 8 Live-Bands in den "Where the Beatles played first" Laden und seht da dann um kurz vor 12 diese obskure Band, die perfekt Jazz mit Rap verbindet... und denkt dann: Genau so muss das laufen! Und ja, Sketches on Duality ist eine der zahllosen Reeperbahn-Festival Entdeckungen. Das Album ist deswegen hervorragend, weil Jahson The Scientist als Rapper so gut ist, dass die Musiker sich nicht seinetwegen zurückhalten müssen...
Oh und dann noch ne kurze Story Time: Mein Bruder und ich haben uns monatelang davor gedrückt, das Album als MP3 zu kaufen... Aber als die dann doch ein limitiertes Vinyl-Release bekannt gaben, bestellte mein Bruder gleich 2, ohne mich überhaupt zu fragen, ob ich auch eine brauche. Das beschreibt unser Verhältnis zur Musik ganz treffend.

Platz 13: Blond - Martini Sprite: Ich mag solche Alben einfach. Also Songs, bei denen man zunächst denkt: Ist ja lustig... und dann bei genaueren Hinhören feststellt, dass es um richtig ernsten Scheiß geht. Also nehmen wir mal "Sie" als Beispiel, welches mit einem euphorischen "Mein Herz macht Boom Boom" anfängt, dann aber ganz schnell in die Angst von Frauen nachts alleine heim zugehen abdriftet. Das hätte ich denen so nicht zugetraut.
Das ganze kommt dann mit einem klaren feministischen Anstrich. Dafür, dass sie oft so ernste Themen ansprechen, machen die viel zu viel Spaß...

Platz 12: Dota - Kaléko: Was, jetzt schon? Ist doch noch viel zu früh für ein Dota Album auf dieser Liste? Ok, dies hier ist "nur" ein "Nebenprojekt", in dem Gedichttexte von Mascha Kaléko vertont werden. All das auf dem musikalischen Niveau, an das man sich mittlerweile auch irgendwie gewöhnt hat. Und mit einigen überraschenden Gastauftritten. Also dass sie Hannes Wader für dieses Projekt aus dem Ruhestand geholt hat, sagt schon einiges aus. Und seit dem das Album im Umlauf ist, versuche ich den Begriff "kognakfroh" wiederzubeleben. Mit eher mäßigen Erfolg, aber gewöhnt euch schon mal dran...

Platz 11: Falk - Ist das glutenfrei? Dieses Album hat 2 große Probleme: Zum einen kannte der Konzertjunkie 80% der Lieder schon vorher von den Konzerten. Zum anderen hat sich das zynische Arschloch gegen den Melancholiker durchgesetzt. Beides sind absolute Luxusprobleme. "Im Biomarkt" ist seit 2017 halt nicht schlechter geworden. Wer also Bock auf zynische Geschichten hat, ist hier genau richtig...

Platz 10: Chloe, Halle - Ungodly Hour: Mittlerweile ohne X in der Mitte. Trotzdem ein regelmäßiger Gast in dieser Liste. The Ungodly Hour ist dann die Antwort auf die Frage: Was werden die wohl machen, wenn sie endlich trinken dürfen... Die Antwort: Fluchen und Fremdgehen. Also geflucht wird relativ wenig, übers Betrügen geht es überraschend häufig. Und faszinierender Weise aus allen möglichen Perspektiven. Also "Busy Boy" kommt mit folgender Zeile:

"You sendin' me too many pictures of your... (Oh)
Baby, are you drunk?
Or did you mean to send it to another girl? (Another girl)
And by the way
I think I just stumbled on your girlfriend's page (Oh, no)
Congratulations
She sayin' that the baby comin' any day"

"Wonder what she thinks of me" fängt dagegen mit

"I wonder what she thinks of me when you're coming home
I know that she smells my perfume under your cologne"

an... Aber mach mir keine Vorwürfe, ich bin schließlich nicht die Erste, mit der du deine Frau betrügst... An der Stelle bleibt zu erwähnen, dass die beiden praktisch alles selber schreiben und produzieren. Vielleicht sind sie doch nicht so gut erzogen, wie wir alle vor 2 Jahren dachten... Anyhow, ich warte weiterhin auf den ganz großen Durchbruch, der eigentlich bei jedem Grammy oder VMA Auftritt angekündigt wird...

Platz 9: Kinderzimmer Production - Todesverachtung to go: Oh yeah! Ganz ehrlich: Mit einem Kinderzimmer Productions Comeback habe ich nicht mehr gerechnet... Und das dieses Album dann so sehr nach dieser einzigartigen Band klingt... "Ja, liebe Nachbarn, da verdiene ich Geld mit!" "Lass die Putzfrau entschieden ob das Kunst ist oder weg kann." Und klar, auch nach 20 Jahren weiß niemand, ob Textor unfassbar tiefgründig oder unglaublich flach ist. Aber genau das macht den Reiz aus. Und es gibt keine andere Band, die so klingt...

Platz 8: Alicia Keys - Alicia: Dieses Album könnte langfristig noch deutlich nach oben schießen, denn das Ticket zur Live Show, datiert mit Juni 2020, liegt immer noch auf meinem Schreibtisch. Und Songs wie "Underdog", "Perfect way to die" und "Good Job" durch entsprechende Gänsehautauftritte mehrere Kategorien nach oben zu rutschen. Da sie mit dem "Here" Album nie auf Tour gegangen ist, gibt es da einiges, was unbedingt mal gespielt werden sollte. 

Platz 6+7: Atmosphere - Whenever / The Day Before Helloween: Habe ich schon erwähnt, dass mein absoluter Lieblingsrapper Slug dieses "Jahr" 3 Alben veröffentlicht hat? Scrollt hoch... Ja, habe ich, Habe ich auch schon darauf hingewiesen, dass ich aus diesen Alben nicht wirklich schlau werde? Also eigentlich kam Whenever schon nen knappes Jahr zu früh. Ich war noch nicht annähernd fertig mit dem "La Vida Loca" Album. Dann war ich mir nicht ganz sicher, ob dies nicht eines dieser "Übergangsprojekte" ist. Also Atmosphere hatten jahrelang die Angewohnheit die Zeit zwischen den alle 3 Jahre erscheinenden Alben mit "Sad Clown Bad Dub" EPs oder Gratisdownloads" zu überbrücken. Diese Projekte funktionierten auch immer als "Wegweiser" zum nächsten richtigen Album. Und häufig wurden dort einfachere Geschichten verpackt. "Postal Lady" klingt genau so. Was für sich genommen gar nicht weiter schlimm ist, aber irgendwie doch Teil des Problems. Denn während man beim Durchhören der "richtigen Releases" immer genau wusste, in welcher künstlerischen Phase man sich gerade befindet, könnte dieser Song auf 4 Zwischenprojekte passen. Oder nen Murs Part vertragen, was es zu Dirty Girl Part 2 werden lassen würde.
Auf der anderen Seite wurde halt auch in der Präsentation viel zu viel Aufwand betrieben, um es als Nebenprojekt zu kategorisieren. Also wir reden von hochwertigen Videos für "Bde Maka Ska" und "Lovely" Lovely kommt sogar mit nem richtigen Ant Auftritt, das hätte es früher nie gegeben. Also ist Whenever am Ende einfach das erste Atmosphere Album, dem dieser richtige Übertrack fehlt.
Und weil das dann nicht reicht, gibt es "The Day Before Helloween". Mit von Jason Goldwatch produzierten 40 Minuten Video... Welches aber mit einer dringenden Warnung kommt: Ihr solltet euch vorher "The Wall" von Pink Floyd angucken... und wenn euch das nicht verstört, könnt ihr euch auch an diesem Projekt ausprobieren. Ihr seid gewarnt. Vor allem hat mir das gucken des Filmes auch beim 3. Versuch nicht wirklich beim verstehen des Albums geholfen... Aber auch The Day Before Helloween ist definitiv zu komplex um als "Haben wir so nebenbei gemacht" durch zugehen. Vor allem klingt es gerade im Vergleich zu Whenever wieder komplett eigen. Also wenn man zufällig in der Playlist auf einen Song dieses Albums stolpert, wird man sofort wissen, wo man gerade ist. Und so was mag ich halt immer sehr. 

Platz 5: 100 Kiloherz - StadtLandFlucht: Heute in der beliebten Serie: Warum habe ich die alten Feine Sahne Fischfilet Sachen eigentlich nie so wirklich gefeiert? Also ja, 100 Kiloherz klingen wie Feine Sahne in ihren Anfangsjahren. Die Bläser können ungefähr 2 Variationen einer Melodie spielen, die ständig wieder verwendet wird. Das Album ist definitiv eher Punk als Abwechslungsreich. Dafür kommt es mit verdammt viel Energie und es hat hat mit "An Ampeln" auch einen dieser Überhits des Jahres. Also wie in dem Text immer nur wenige kleine Worte ausgetauscht werden, sich trotzdem alles ändert, ist einfach nur großartig.

Platz 4: Theodor Shitstorm - Sie werden dich lieben: Heute in der beliebten Serie: Wie konnte ich das so lange verpassen? Also das Album ist von 2018. Und spätestens 2019 sagte mein Vater mir, dass ich das unbedingt mal hören muss. Ich kam aber erst Anfang 2020 dazu. Jetzt könnte ich einfach auf das nächste Album warten, welches für 2021 angekündigt wurde... aber dafür ist das Album zu gut. "Depression" ist eine perfekte musikalische Umsetzung dieses so ernsten Themas. Nur echt mit Ohrwurm-Chorus... "Mama, schick mir die Platten von Reinhard Mey" ist wunderbar melancholisch. 

Platz 3: Die Ärzte - Hell: Womit ich definitiv nicht mehr gerechnet habe... ist ein relevantes Ärzte Album. Dabei habe ich Farin Urlaub immer für einen überragenden Lyriker gehalten. Man könnte allein über die Zeile "Ich hab dir nie gesagt, dass du mir fehlst" Doktorarbeiten schreiben... Aber das war halt "13" und das ist verdammt lange her. Und auch wenn es danach noch das ebenfalls überragende "Geräusch" gab, waren "Jazz ist anders" und "Auch" zwar nett... sind aber irgendwie an mir vorbei gegangen. Und selbst Auch ist halt schon 8 Jahre alt. Das letzte Mal lief mir Bela B über den Weg, als er seinen Heimatroman vorstellte... Es wirkte einfach so, als wären die fertig. Aber dann traten sie auf ein Mal in den Tagesthemen auf. Und stellten die eigentlich essenzielle Frage, "was Beyoncé morgen trägt"... ich meine natürlich "WARUM SPRICHT NIEMAND ÜBER GITARRISTEN?" Und ich frage mich, ob es wirklich so schlimm ist, dass ich ein gesamtes Album wegen einer Queen B Referenz feiere. Ok, ganz so schlimm ist es auch nicht, es gibt ja auch noch "Woodburger". Auch wenn ich da immer denken muss, dass ein gewisser Götz Widmann das Thema schon mal besser abgehandelt hat. Und ganz ehrlich: Ein Bier wollt ich schon immer sein... Kurz gesagt: Es sind sehr viele sehr schöne Ärzte Songs auf dem Album. Und wie immer dieser eine verwirrende Rod Song...

Platz 2: Sarah Lesch - Der Einsamkeit zum Trotze: Ich bin ja seit Corona Freund völlig absurder Verschwörungstheorien. Also ich entwickele sie selber. Einfach "Bill Gates will uns verchippen" nachzuplappern ist viel zu langweilig. Dann fällt einem plötzlich auf, dass Sarah Lesch mein Leipzig im ersten Lockdown mit pinken "Der Einsamkeit zum Trotze" Plakaten zugepflastert hat... Und rechtzeitig zum Weihnachtsfest gab es dann wieder einen Lockdown, was schenkt man sich da am besten? Da stellt sich schon die Frage: Kann es sein, dass sie dieses Virus erschaffen hat um ihre neue Platte zu promoten? Und es dann zu Weihnachten in einer neuen Welle zu verkaufen?
Ich sag das mal so: Der Titeltrack trifft einen live ganz anders, wenn man ihn nur während Pandemie gerechten Konzerten sehen darf, bei denen man Mindestabstand zum Nebenmann halten muss... "Wir schaffen das nur Gemeinsam, der Einsamkeit zum Trotze!"
Dazu kommt noch absurdes Storytelling mit dem Rosa Elefanten. Das definitiv beste Lied, welches sie je ausgeschwiegen hat. Beute in Bauch ist ein zumindest seltsames Liebeslied. Und alles in allem pflegt die Frau genau den detailverliebten Umgang mit Sprache, den ich bei Reinhard Mey immer so geliebt habe.

Platz 1: Götz Widmann - Tohuwabohu: Das Album muss einfach großartig sein, es hat meinen alten Plattenspieler zerstört. Oder es ist so furchtbar, dass mein treuer Freund an genau der Stelle sagte: Jetzt reicht's. den Scheiß mach ich nicht mehr mit. Ich tendiere zu ersterem. Was auch nur bedeutet, dass das erste Album des Jahres auch das Beste war...
Und natürlich ist Götz sprachlich wesentlich brachialer als Sarah oder Reinhard. Das bedeutet aber nicht, dass er nicht auch perfekt den Nerv treffen kann. Und "Europa" macht genau das. Die letzte Strophe sollte man allen vorspielen, die sich nicht mehr an die Geschichten ihrer (Ur-)Großeltern erinnern können. Die Frage, warum es keinen Europafeiertag gibt, an dem wir uns alle mal gemeinsam besaufen, ist mehr als berechtigt. Auch wenn es irgendwie nach einer Forderung von der Partei DIE PARTEI klingt.
"Maria" ist einfach nur schön. Dass sich dann noch jemand die Mühe gemacht hat Originalaufnahmen aus der beschriebenen Bar zusammenzuschneiden... Und wer solche kleinen Kaschemmen nicht kennt, hat halt nicht gelebt.
Als jemand, der eine Bierleitung in seinem "Wohnzimmer" liegen hat, kann ich euch bestätigen, dass "Fließendes Bier" eine absolut geniale Idee ist. Und "Babydinosaurier" beweist, dass es den absolut albernen Götz immer noch gibt. Wenn das einzige "Problem" auf dem Album der Fakt ist, dass "Klimakatastrophe" als Gedicht ohne Musik live wesentlich besser war, hat man ein verdammt gutes Album.

Dienstag, 22. Dezember 2020

Während Corona geht so was ja gar nicht!

Also noch mehr als sonst nicht. Das ist ja viel viel schlimmer. Deswegen muss man den... wer war es noch gleich... nicht der, der andere... Marcus Thuram jetzt doppelt so hart bestrafen...

Ähm... Nein.

Also nur um das mal kurz festzuhalten: Thuram hat ungefähr 70 Corona-Tests hinter sich, damit er auf dem Platz stehen darf. Mindestens. Das ganze Konstrukt "Hygienekonzept" funktioniert nur, weil wir davon ausgehen, dass die Spieler das Virus nicht haben. Und die Fälle in Wolfsburg oder Würzburg zeigen ja, wie drastisch durchgegriffen wird, sobald der leiseste Zweifel an dieser Grundlage besteht.

Man wird ja sicherheitshalber vom Spielberichtsbogen genommen, wenn man nur Kontakt mit jemanden hatte, der sich mit Covid-19 angesteckt hat. Und das ist auch vollkommen vernünftig so.

Das bedeutet aber auch: Die Pandemie sollte keinerlei Einfluss auf das Strafmaß haben.

Dann kommen aber alle mit "Aber die Vorbildfunktion!!!!1ELF!! Gerade in diesen Zeiten muss man doch!"
Ja... also könnte man. Aber warum berufen wir uns auf die Vorbildfunktion, wenn die Aktion extrem eklig war, und sonst ist es uns egal? Also wenn wir wollen, dass unsere Helden als Vorbilder für Hygienemaßnahmen herhalten, dann lasst uns das so machen... aber in aller Konsequenz.

Also mir fiel dies das erste Mal so richtig extrem auf, als José Mourinho spontan durch die Sportschau lief... und Jürgen Klopp kurz vorm Anpfiff mal so richtig knuddeln wollte. Natürlich ohne Maske. Ich dachte mir so: Kaum gibt es eine minimale Chance, dass Mourinho Klopp mit einem tödlichen Virus anstecken könnte, schon verliert der sonst doch eher distanzierte Trainer jegliche Hemmungen.

Und dass ist jetzt das Extrembeispiel. Aber das Trainer und Spieler sich nach den Spiel noch mal dringend in den Armen liegen müssen, ist ein regelmäßig auftauchendes Bild. Und das wird dann immer unkommentiert hingenommen. Und im Fernsehen gezeigt, weil die Emotionen ja so wichtig sind.

Genau genommen ist das aber mindestens so gefährlich wie Thurams Spuck-Aktion. Und sendet die vollkommen falsche Botschaft in unsere Wohnzimmer. Wenn man jetzt also will, dass Sportler sich wie Vorbilder verhalten, dann muss man das auch konsequent verlangen und nicht nur, wenn es einem gerade ins Narrativ passt, während man es sonst komplett ignoriert.

Es hätte dafür auch eine einfache Lösung gegeben: Man legt schon im Sommer fest, dass jegliche Verstöße gegen die AHA-Regeln vor und nach dem Spiel mit einer Verwarnungen geahndet werden. Also auch nachträglich. Und ja, praktisch kann ein Schiedsrichter auch nach dem Abpfiff Spieler verwarnen.

Und diese Verwarnungen werden statistisch wie reguläre Gelbe Karten gezählt. Sprich: Wer das zum 5. Mal macht (oder in Kombination mit Taktischen Fouls auf die 5. Gelbe Karte kommt), setzt ein Spiel aus. Dann hätte man auch eine Verhandlungsgrundlage gehabt um Thurams Sperre zu erhöhen, weil es ein krasser Verstoß gegen AHA war. Man hat aber beschlossen, dass man derartiges nicht sanktionieren will. Das muss man dann auch durchziehen. 

Das andere Problem ist, dass wir Fußball-Idioten wohl als einzige auf der Welt mit einheitlichen Regeln spielen müssen. Also wenn die DFL das für sich als Teil des Hygienekonzepts beschlossen hätte, Verstöße gegen AHA mit Verwarnungen zu ahnden, wäre das transparent und nachvollziehbar gewesen... Aber der erste Spieler, der deswegen gesperrt worden wäre, hätte sich dagegen trotzdem bei der Fifa beschweren können. Weil die Fifa Regeln ungefähr so Pandemie-gerecht sind, wie unser Grundgesetz. 

Ich werde nie verstehen, warum die Fifa solche Details nicht den einzelnen Verbänden überlässt. Also hat natürlich wenig mit Covid zu tun, aber warum müssen wir Deutschen uns Regeln beim Jubeln von anderen Kulturkreisen vorschreiben lassen? Und das ist ja der Grund, warum es fürs "Trikot Ausziehen" (ein vergehen, welches wesentlich harmloser ist als in Pandemiezeiten unmotiviert Menschen aus anderen Haushalten zu umarmen) Gelbe Karten gibt. Anstatt den Kulturkreisen, die damit ein Problem haben, einfach zu sagen: Wenn ihr damit ein Problem habt, dann zeigt das Spiel mit 10 Sekunden Verzögerung und lasst die Regie was anderes einblenden, wenn da etwas passiert, was ihr nicht sehen wollt... Dann können die nackten Bierbäuche aus den Fanblocks einblenden, anstatt die durch trainierten Oberkörper der Athleten zu zeigen... Wenn es Kulturkreise gibt, in denen die Männer anfangen zu weinen, wenn sie fittere Menschen als sich selbst nackt sehen, muss man darauf halt Rücksicht nehmen... also als TV Station aus dem entsprechenden Kulturkreis...

Dadurch ist das Regelwerk aber halt auch so träge, dass man es nicht auf Sondersituationen, wie sie derzeit existieren (also... hoffen wir mal, dass es eine Sondersituation bleibt und wir uns nicht an Pandemien gewöhnen müssen...), anpassen kann. Und das liegt halt auch stark daran, dass die Fifa, die es ja sonst mir Regeln und Gesetzen nicht ganz so genau nimmt, genau festlegen will, was auf dem Platz erlaubt ist und was nicht...