Dienstag, 31. Mai 2016

Wie soll man den Mats Hummels Transfer jetzt sachlich beurteilen?

Wenn doch das emotionale Bild so einfach ist: Die Bayern kaufen mal wieder einen ihrer Konkurrenten auf, um ihn zu Schwächen. Damit sie ja auch die nächsten 15 Jahre Meister werden und wir die Bundesliga irgendwann abschaffen...

Ähm... ist es wirklich so einfach?

Ich meine, der Hummels Transfer ist echt einer der Situationen, von denen echt alle profitieren könnten... Außer Mats selber, falls er sich bei den Bayern nicht durchsetzt und nur Ergänzungsspieler wird... was durchaus im Rahmen des Möglichen liegt...
Aber selbst dann kann Hummels immer noch behaupten, dass er zurück zu seiner Familie wollte. Und Hummels machte schon irgendwie den Eindruck, dass es ihm darum ging. Dass es für ihn genau 2 Optionen gab, zwischen denen er sich schweres Herzens entscheiden musste...

Die Bayern bekommen auf jeden Fall einen sehr guten Innenverteidiger. Und das war die eine Schwachstelle im Team... zumindest solange man Philipp Lahm davon überzeugen kann Rechtsverteidiger zu spielen...
Und man kann halt als Bayern (bei ihren Ansprüchen auch nicht davon ausgehen (und darauf warten), dass Holger Badstuber wieder richtig fit wird. Und ja, das ist in vielerlei Hinsicht tragisch. Denn ein fitter Badstuber hätte die gesamte Konstellation verschoben und diesen Wechsel verhindert. Aber der Konjunktiv ist ja bekannter Weise der beste Freund des Verlierers...

Borussia Dortmund... kriegt 38 Millionen für einen Spieler, der nächstes Jahr ablösefrei zu haben wäre. Und der ja wohl auch ablösefrei nur zu den Bayern gegangen wäre. Dass sind Summen, die sonst doch nur Manchester City in solchen Momenten bezahlt. Wenn die Bayern die Arschlöcher sind, für die wir sie alle halten, hätten sie gesagt "Ihr kriegt 15 Millionen, oder wir nehmen den nächste Saison ablösefrei. Eure Entscheidung." Und der Fall Robert Lewandowski beweist auch, dass beide Vereine die "dann wartet halt ein Jahr" Einstellung ein Jahr lang durchziehen können.

Die Ablösesumme, die die Bayern da bezahlen, ist sachlich betrachtet mehr als fair. Und Hummels leistet damit seinen letzten großen Dienst als Kapitän. Denn wenn man dem Ansatz zum Sven Bender und Sokratis als Stamminnenverteidiger glauben schenkt, müssen die noch nicht mal nach einem neuen Innenverteidiger suchen, sondern können die 38 Millionen wirklich die die Verstärkung der Mannschaft stecken. Oder zumindest 20 Millionen davon.
Und ja, Borussia hat jetzt das Geld um sich finanziell jeden Spieler, der auch zur Borussia wechseln würde, zu verpflichten. Sie stehen halt vor der oftmals so schwierigen Aufgabe, diese Millionen richtig zu investieren. Aber Spieler wie Aubameyang beweisen, dass Michael Zorc das kann.
Man kann sich jetzt einen Emre Mor leisten, den sich ein Jahr lang aufbauen und dann (wenn alles nach Plan läuft) nächstes Jahr den Gambuner verkaufen.
Wenn sie in den Poker um den aufgehenden Star der EM einsteigen wollen, können sie das ohne bedenken machen und 50 Millionen Ablöse (halt noch die für Gündogan dazunehmen) auf den Tisch legen...

Da sind wir auch schon bei der Bundesliga als ganzes. Klar, Kritiker werden behaupten, dass die Bayern nur mal wieder und völlig übertrieben ihre Vormachtstellung zementiert haben. Aber sein wir ehrlich: Die Frage, ob Bayern nächstes Jahr Meister wird oder nicht, entscheidet nicht die Personalie Hummels. Die, das hat die Rückrunde mit Joshua Kimmich gezeigt, sind national auch ohne 2 absolute Topinnenverteidiger zu stark für die Nationale Konkurrenz. Die 35 Millionen für Hummels gibt man im Endeffekt nur die das Champions League Halbfinale aus. Den an der Stelle mangelte es den Bayern auf der Innenverteidigerposition an Qualität. 3 Jahre am Stück. Für alles andere reicht das vorhandene Niveau im Kader.
Und ja, die Bayern werden irgendwann mal wieder nicht Meister werden. Vielleicht sogar nächstes Jahr. Sie werden halt irgendwann nachlässig und unkonzentriert werden. Das ist bis jetzt jeder Supermacht in jeder Sportart irgendwann passiert. Aber das wird ihnen mit oder ohne Hummels passieren.
Die Bundesliga als ganzes behält einen Weltmeister in der Liga und positioniert sich mit seinem Flaggschiff für die internationalen Wettbewerbe, was ihrem Ruf gar nicht Schaden kann. Gleichzeitig (und genau das hätte ein Diego Godin nicht geschafft) erhält die Liga 35 Millionen, die investiert werden können.
Das alles natürlich unter der Voraussetzung, dass Bender wirklich Hummels als Innenverteidiger ersetzen kann. Und man dann einen günstigeren, entwicklungsfähigen Ersatzmann bekommt.

Wisst ihr, welcher Wechsel der Bundesliga als ganzes wirklich weh tut? Der Abgang von Joel Matip. Darüber wird aber halt nicht so viel diskutiert. Der wechselt ablösefrei zum FC Liverpool. Und der hat mit seinen 24 Jahren durchaus noch die Möglichkeiten, sich zum absoluten Topinnenverteidiger zu entwickeln. Der ist aber weg und es gibt nicht mal eine angemessene Entschädigung. DAS sind die Wechsel, die weh tun. Weil Schalke halt sachlich gesehen nur mit Naldo antworten kann... In dem Moment, wo Schalke diesen Tausch durchführt, verliert die Liga als ganzes an Qualität. In dem Moment, wo Hummels für 35 Millionen innerhalb der Liga wechselt, kann sie eigentlich nur an Qualität gewinnen.
So werden wir uns als neutrale Fans in 2 Jahren an dem nächsten wahnsinnig guten Fußballer erfreuen können, den Zorc für dieses Geld geholt hat.

Zu guter Letzt... kann sich die Stamminnenverteidigung der Nationalmannschaft (plus Torwart) jetzt 2 Jahre lang auf die WM abstimmen... ein Gedanke, der jeden Nationaltrainer der Welt (Inklusive Jogi Löw, der sich jetzt fragt, wie er das noch verkacken soll...) schlecht schlafen lassen dürfte. Denn, so viel steht fest, die schlechte Defensivabstimmung war die einzige wirkliche Schwachstelle (neben den Eigenheiten des Trainers) der Nationalelf.

Wenn natürlich Mats Hummels genau so unersetzlich ist, wie Robert Lewandowski das war, und Dortmund nach der Hinrunde wieder auf einen Abstiegsplatz steht, ist die ganze Debatte hinfällig. Wahrscheinlicher ist es halt, dass Bayern wieder Meister und Dortmund wieder Zweiter wird. Weil beide halt noch besser sein dürften, als sie es letzte Saison waren.

Donnerstag, 26. Mai 2016

"Als Schiedsrichter willst du so ein Spiel natürlich nicht durch so was entscheiden"

Einer dieser Sätze, bei denen es immer gut ist, dass ich keine Schrotflinte besitze... denn "das geht nicht, auch wenn das echt derb wär, denn dann bräucht ich alle 2 Minuten nen neuen Fernsehr"...

Aber es ist einer der am liebsten gebrauchten Phrasen von Livekommentatoren in Finalspielen... also spätestens wenn sich ein Spieler mal wieder ziemlich dumm anstellt...

Zum einen muss man festhalten, dass Kommentatoren und Schiedsrichter sich sowieso grundlegend nicht vertragen. Beide haben schließlich relativ früh in ihrem Leben erkannt, dass es für die Profi-Karriere nicht reichen wird... Beide waren aber vom Fußball so begeistert, dass sie auf jeden Fall "Irgendwas mit Bundesliga" machen wollten... Nur wollten die einen dabei möglichst penetrant auffallen, während die anderen am liebsten gar nicht wahr genommen werden wollen...
Gleichzeitig machen die einen denen anderen das Leben mit ihrem "Gefährlichem Halbwissen" (Geil, die 2. Hip Hop Referenz des Morgens... geht gut los) nur noch schwieriger, als es eh schon ist...

Und glaubt mir, mit einem aktiven Schiedsrichter unsere Sportübertragungen zu gucken, ist nur noch lustiger... denn die rasten noch vor mir aus, wenn die Experten mit ihrem veralteten Regelinterpretationen kommen...
Beliebtestes Paradebeispiel: Der besondere Schutz, den der Torhüter angeblich im 5 Meter Raum genießt... Den gibt es halt nur noch im Kopf der Kommentatoren... diese verbreiten ihn aber munter im ganzen Land...

Aber jetzt eine wesentliche Information für alle Blogger und Journalisten: Schiedsrichtern ist es (in der Hinsicht) Scheiß egal, ob sie ein DFB-Pokalfinale oder ein Spiel in der Kreisklasse C pfeifen. Die wollen prinzipiell keine Spiele durch absurde Dummheiten der Spieler, die ins Auge gehen, entscheiden.

Menschen, die sich vor Arbeitsbeginn denken "Wenn ich heute Glück habe, stellen sich 2 Idioten wieder vollkommen bescheuert an und ich kann 2 Platzverweise verteilen" gehen zur Bayrischen Bundespolizei und nicht zum DFB... definitiv.

Damit ist diese so häufig gedroschene Phrase die vielleicht sinnloseste, die es im Fußball gibt... was schon was bedeuten soll, da wir viele sinnlose Phrasen haben...

Als Schiedsrichter muss man sich vor allem davon verabschieden, dass man das Spiel entscheidet, wenn man richtige Entscheidungen trifft... Nicht Bastian Dankert hätte dieses Pokalfinale entschieden, sondern Franck Ribery. Dadurch, dass der Schiedsrichter nicht durchgegriffen hat, hat er das Finale am Ende eher entschieden, als wenn er einfach nur die Eier in der Hose gehabt und durchgegriffen hätte...
Und wer das in einem Finale nicht kann, der sollte halte keine Finalspiele pfeifen...

Nehmen wir mal das bekannteste Beispiel der unfassbaren Dummheit: Wie Zinedine Zidane sich auf einzigartige Weise (alles andere hat der halt auch schon gemacht) von der Fußballwelt verabschiedete... Jetzt stellt euch mal vor, wie die Reaktionen ausgefallen wären, wenn Horacio Marcelo Elizondo gesagt hätte: So eine Karriere will ich nicht auf so eine Dumme Art beenden... Ich gebe beiden Gelb... Und Zidane dann hinterher eiskalt den entscheidenden Elfmeter verwandelt...

Ich sag's ja nur: Das Regelwerk ist in jedem Spiel dasselbe. Und dass die Regeln eingehalten werden, ist doch eigentlich gerade bei Finalspielen wichtig... Da dass die Spiele sind, die wirklich jeder guckt... Und die auch den größten Einfluss haben...

Wenn die Bayern ihre 4 Platzverweise in den letzten 3 Finalspielen jeweils gesehen hätte, würde kein Verschwörungstheoretiker mehr auf die Idee kommen, dass es einen Bayern Bonus gibt... Trotz des lächerlichen Elfmeters gegen Augsburg...
Wo ich schon dabei bin: Wenn die "Für das fordern von Verwarnungen gibt es ebenfalls eine Verwarnung" Regel in Finalspielen durchgezogen werden würde, hätte man auch auf den Kreisligaplätzen der Welt mehr Ruhe...

Und zu guter Letzt ist die Wirkungen dieser Finalspiele halt auch absurd. Klar, im Wesentlichen spielt im Finale Bayern - Dortmund die 2 Supermächte der Bundesliga darum, wer noch mächtiger wird. Und am Ende gewinnen beide... an Abstand vor dem Rest der Liga... gerade das Champions League Finale in London ist genau genommen ein perfektes Beispiel für eine Partie, die eigentlich keiner verlieren konnte...

Aber... Jürgen Klopp hängt seit letzter Woche das Stigma an, dass er Finalspiele immer verliert... und mit Mats Hummels geht nach Mario Götze und Robert Lewandowski der dritte Spieler zum Rekordmeister... Da auch dem Verein Borussia Dortmund inzwischen offiziell nachgesagt wird, dass man dort nur Vize wird...
Dass wirklich alle 3 in Dortmund geblieben wären, ist natürlich absurd. Aber den Champions League Sieger von 2013 zu verlassen, dürfte jedem Spieler schwerer fallen...

Und der nächste Kandidat ist garantiert Marco Reus. Einem Spieler, den man schon irgendwie anmerkt, dass er gerne in Dortmund ist... der aber definitiv auch mal bei einem Verein spielen will, der im Finale eine faire Chance hat, den Pokal zu gewinnen... jetzt muss Dortmund darauf hoffen, dass ihm das im Sommer mit der Nationalmannschaft gelingt...

Natürlich ist das an der Stelle alles Spekulation und Verschwörung. Und natürlich darf ein Schiedsrichter auch nicht daran denken, dass seine Entscheidungen jetzt vielleicht Vertragsverhandlungen in 6 Monaten beeinflusst... aber hey, das macht ein nicht gegebener Treffer am 33. Spieltag im schlimmsten Falle auch...

Man darf halt ein Finale nicht grundlegend anders leiten als ein Vorrundenspiel. Da sind die Regeln halt dieselben.
Vor allem, um endgültig auf die Metaebene anzukommen, ist das ein weiterer Beleg dafür, (wie der Fakt, dass Gelbsperren für Finalspiele praktisch abgeschafft worden sind) dass unsere Prioritäten völlig falsch gelagert sind. Wir wollen kein fair gepfiffenes Finalspiel sehen, wir wollen ein spannendes Finalspiel sehen. Deswegen (und das steckt ja in der ursprünglichen Aussage der Überschrift) ist es uns lieber, wenn ein unsportlicher Spieler ungestraft davon kommt, als wenn es auf die Aktion die angemessene Sanktion gibt. Auch wenn das die Integrität des Finales de facto komplett untergräbt. Deswegen feiern wir im Live-Kommentar auch, wie der völlig verausgabte Ribery sich über die Werbebande schleppt... anstatt darauf hinzuweisen, dass der eigentlich schon längst hätte duschen müssen...

Und die Final-Bilanz der Schiedsrichter diesseits von Elizondo belegt ja irgendwie, dass die Schiedsrichter diese Denkart übernommen haben und Aktionen, die sie an einem 19. Spieltag mit Rot bewerten würden, doch eher durchgehen lassen...
Mir wäre es ja lieber, wenn man nicht nach jedem gefühlt dritten Finale ein "Ja, aber der Schiedsrichter hätte konsequenter entscheiden müssen" nachschieben müsste...

Dienstag, 24. Mai 2016

Erbärmlich

Warnung 1 an alle RB Freunde, die sich hier hin verirren: Nur damit ihr Bescheid wisst. Noch ist das alles lustig. Weil RB halt noch keine richtige Scheiße gebaut hat... Wenn das passiert sein wird, wird es auch keine Gnade geben...
Nur um zu beweisen, dass ich da weder Freunde und Familie kenne: mein eigener Arsenal-Fan seiender Bruder durfte heute Morgen mit folgendem Kommentar zum Mesut Özil Artikel im Kicker aufstehen: "Da klingt wie übelste NSDAP Propaganda über den armen aber perfekten Deutschen, der mit unfähigen Angreifern zusammen spielen muss... bis einem bewusst wird, dass die von Arsenal-Stürmern schreiben, da wird es auf ein mal seriöser Journalismus..."

Warnung 2 an Phil, einem der 2 Leser der ersten Stunde: Lese einfach nicht weiter... lass dir am besten von meinem Bruder Bescheid geben, wenn meine EM Vorschau (oh, guckt mal, Product Placement) beginnt... Vertrau mir, du willst das jetzt nicht lesen... noch da?

Einfach nur erbärmlich...

Mal abgesehen davon, dass das Spiel eh eine reine Unsportlichkeit war... nur halt am gemeinen Fan... Es ist immer noch völlig absurd, dass Sky und ARD für diese 2 Spiele Millionen bezahlt hat...
Und ja, Eintracht Frankfurt hat die Relegation so verdient gewonnen, wie man eine Relegation halt verdient gewinnen kann. Von den 2 Mannschaften hat sich die minimal weniger finstere durchgesetzt...

Aber das "Wie" war auf neue Art erbärmlich... also das Niko Kovac (der bisher immer als einer der deeskalierenden Trainer gewirkt hat) beinah eine Schlägerei beginnt, weil Nürnberg auf die ganzen Verletzungen auf die einzige richtige Art reagiert... und den Ball nicht zurück spielt.
Natürlich wirkt das erst Mal unfair... aber was Fabian hinterher gemacht hat, war es definitiv auch... Wie Mehmet Scholl in der Halbzeit (wie immer) messerscharf analysiert hat: Wenn der Fußballprofi sich nicht Tim Wiese-esque über den Boden rollt, DANN hat er wirklich was... Und Frankfurt fing pünktlich zur 75. Minute damit an, den Fußballplatz in eine Liegewiese umzufunktionieren...


Aber den Vogel schossen die Frankfurter dann in der Nachspielzeit ab... Also wie die 4 Minuten runter gespielt worden sind, war schon... dreist. Also ich sage das mal so: Das war eine dieser Momente, wo ich eigentlich nicht recht behalten wollte... und vor allem nicht so schnell... Aber ja, hier wurde genau das praktiziert, was ich vor Wochen erst angekündigt hatte: Nach dem der Torhüter Lukas Hradecky gerade eben verwarnt worden ist, war als nächstes David Abraham mit dem Ausführen des Abstoßes dran... also theoretisch... praktisch lehnte er so lange am eigenen Pfosten, bis der Schiedsrichter auch ihn verwarnte... nur um dann doch Hradecky den Ball ins Spiel bringen zu lassen...

Ich hätte Abraham in dem Moment, wo er nicht mal den Abschlag selber ausführt, Rot gegeben. Mit der Begründung "Unsportlichkeit"... Und dann aus Prinzip den ersten 3 Frankfurtern, die Reklamieren kommen, auch, damit das Spiel abgebrochen werden kann... und ja, ich würde es als Schiedsrichter auch nicht weit bringen...
Ganz ehrlich... da wünscht man sich die guten alten DDR-Schiedsrichter zurück... die hätten in dem Moment das Spiel so lange weiterlaufen lassen, bis Nürnberg getroffen hätte... was natürlich auch nur dazu geführt hätte, dass die jetzt noch spielen würden...

Denn genau das macht es so erbärmlich: Frankfurt musste gegen einen gnadenlos unterlegenen Gegner, der in 180 Minuten nicht ein Mal wirklich aufs Tor geschossen hat, auf solche ekligen Taktiken zurück greifen... Und darf sich jetzt trotzdem weiterhin Bundesligist schimpfen...

Ich meine... selbst der Hamburger SV hatte moralisch gesehen eine bessere Basis. Die waren halt verzweifelt. Da nahmen sie das Geschenk des Schiedsrichters natürlich an. Die Eintracht nutzte bei vollem Bewusstsein die Lücken im Regelwerk und die dadurch grenzenlosen Möglichkeiten beim Zeitspiel aus... Ich finde Vorsatz ja immer schlimmer als Verzweiflung...

Und das Schlimmste: Es stört niemanden. Deswegen wird sich da auch nichts ändern. Es wird der eigentlich fällige "So pervers war das Frankfurter Zeitspiel" Artikel im Donnerstags-Kicker ausbleiben. Deswegen wird es nicht mal zu der oberflächlichen Diskussion zu dem Thema, mit dem man sich eigentlich mal tiefgründig auseinandersetzen müsste, geben...

Der Erfolg gibt Niko Kovac ja recht. Der Mangel an Reaktionen auf diese Strategien wird auch nur dazu führen, dass es mehr und mehr Nachahmer gibt... Wenn es wenigstens die vom Kommentator angekündigten 7 Minuten Nachspielzeit gegeben hätte... und dann nach der Nachspielzeit noch mal 2 Minuten... das wäre halt eine angemessene Reaktion gewesen... und die Nachricht an die Frankfurter, dass ihr Zeit schinden nicht funktioniert... stattdessen war nach den angekündigten 94 Minuten Schluss, obwohl Frankfurt in diesen 4 Minuten 2 Gelbe Karten für Zeitspiel bekam... das ist grotesk.

Und gerade als Mannschaft, die halt wesentlich mehr Geld zur Verfügung hat (und das hat man halt auch in der Qualität gesehen), sollte man nicht nach 165 Minuten auf solche Strategien zurückgreifen müssen...

Aber hey, der Gewinner dieser Relegation ist... Mijat Gacinovic. Vor allem beweist der einfach mal, wie groß der Unterschied zwischen dem 3. der 2. Liga und dem 16. der Bundesliga wirklich ist. Um das mal festzuhalten: Mit seinem Notenschnitt von 4,5 in 7 Spielen hat der eindrucksvoll nachgewiesen, dass er (noch) nicht Bundesligatauglich ist... mit seinem Tor und seiner Vorlage hat er sich dann aber für Hannover, Stuttgart und St.Pauli begehrt gemacht... denn dass er gute Zweitligamannschaften abschießen kann, ist jetzt allgemein bekannt... Ganz ehrlich: Als Hannover würde ich jetzt bei Bruno Hübner anrufen und ihn fragen, ob man den ausleihen kann... Und ja, damit ist eindrucksvoll belegt, dass Eintracht Frankfurt voll zweitligatauglich gewesen wäre... Weil die 34 Spieltage ja nicht gereicht haben, um zu dem Urteil zu kommen...

Montag, 23. Mai 2016

Worst of des "Nehmt die Schaufel und schlagt zu!" Pokalfinales

Ach Mehmet... Ich war ja echt schon froh, dass er dieses Mal mehr gesagt hat als "da wird noch was passieren..." Aber auch das hat er wie schon in der Relegation ziemlich genau erkannt...

Passiert ist dann natürlich... nichts...

Und darüber sollte man als aller Erstes reden: In den letzten 210 Minuten unseres absoluten, demnächst hoffentlich endlich mal einen eigenen Namen kreierenden, Spitzenspiels wurden insgesamt 0 Tore erzielt... Das kann man drehen und wenden wie man will... am Ende ist es eine Endtäuschung.

Aus Dortmunds Sicht kann man ja beinah verstehen, dass die erst ab der 84. Minute aufs Tor spielen... als sie das letzte Mal früher in Führung gegangen sind, wurden sie danach traumatisierend geschlagen. Aber dass selbst die Bayern kaum noch zwingende Chancen gegen die Borussia erspielen. Spricht hauptsächlich für die Verteidigungsarbeit unter Thomas Tuchel... Aber dass sich der beste Tabellenzweite so wenig im eigenen Offensivspiel zutraut... Also über die gesamten 210 Minuten... zeigt halt am Ende nur, wie gut und weit weg die Bayern wirklich sind. Selbst der beste Vizemeister aller Zeiten ist absolut zufrieden, wenn er irgendwie ein 0:0 über die Zeit rettet... 2 Mal in Folge...

Was natürlich auch daran liegt... dass dem Schiedsrichtergespann der Arsch in der Hose fehlte.
Und ja, auch das kann man drehen und wenden, wie man will... Franck Ribery hätte Rot sehen müssen zwingend.
Ich meine, der Kicker verbreitet das Bild, in dem der 4. Offizielle Bastian Dankert Ribery an genau dem Arm hält, an dem sich die Hand befindet, mit der er dann Gonzalo Castro ins Auge fasst. Dass er das also nicht mitbekommen hat, ist quasi unmöglich. Dieses Bild ist ein festgehaltener Stinkefinger für alle Dortmundanhänger.

Dass Ribery sich dann auf die Kindergarten-Gerechtigkeit rausreden will... ähm... Der Junge ist jenseits der 30... also weit weg von einem "aber der andere hat angefangen" Alter... Andererseits hat ihm diese Kindergartenlogik laut Kickeraussagen bereits 4 Mal vor einem Platzverweis gerettet... es ist also nicht so, dass er ein Unschuldslamm ist...

Und nur so zum "Wer hat angefangen" Thema: Das war genau genommen auch Ribery... denn die ganze Aktion geht damit los, dass er völlig übermotiviert Julian Weigl umtritt... weil Castro in vorher hart (aber nach ermessen des Schiedsrichters nicht mal unfair) gegen Ribery vorgegangen ist... ich will ja nichts sagen, aber schon für diesen Tritt hätte er Gelb kriegen müssen... Allein schon weil man ihn sekundenlang ausholen sieht. Der hat nur das Ziel, sich für den Tritt gegen ihn zu revanchieren... Kindergarten-Logik halt...
Und ja, wenn man sich das Trikot vom Laib reißt und auf den Zaun klettert, kriegt man dafür Gelb-Rot... Warum also nicht, wenn man erst seinen Gegner foult und danach eine Rudelbildung provoziert auch? nur so ne Idee...
Dass Castro am Ende dafür verwarnt wird, dass er sich hat ins Auge fassen lassen... und ja, auch Castro verhält sich nicht völlig korrekt... aber beide mit demselben Strafmaß zu belegen, ist definitiv verkehrt...

Dass Aturo Vidal sich danach auch noch 2 Mal für einen Platzverweis bewirbt... 
Was ja aus Dortmunder Sicht nicht so wild gewesen wäre... wenn es nicht das dritte Finale gegen die Bayern wäre, in dem man verpfiffen wird... also nicht nur aus Dortmunder Sicht sondern von den Experten belegt... im Champions League Finale 2012 traute sich Niccola Rizzoli nicht Ribery (natürlich schon wieder den) für seine Tätlichkeit frühzeitig duschen zu schicken. Und Dante hätte er Gelb-Rot geben müssen... das ist exakt derselbe "Spielverlauf" wie gestern... Und im Pokalfinale das Jahr drauf wurde ihnen innerhalb von 60 Sekunden ein Tor und ein Elfmeter verweigert... Stellt euch einfach mal vor, wie Uli Hoeneß oder Karlheinz Rummenigge reagieren würden, wenn sie gegen ein Verein 3 Finale in Folge auf diese Weise verlieren? Ich erwähne es ja nur...

Und ja, die Situationen gleichen sich frappierend: Jedes mal hatte der Schiedsrichter einfach nicht die Eier um eine kritische Entscheidung gegen die Bayern zu treffen. Und jedes Mal wurde hinterher von eklatanten Fehlentscheidungen, von denen die Bayern profitieren, geschrieben... dass das den Dortmundern allerdings zum dritten Mal passiert, fällt nur in einem Nebensatz... weil man damit ja die wirklich unangenehmen Debatten lostreten könnte...

Aber hey, aus Bayern Sicht ist das natürlich alles kein Grund, sich aufzuregen... Und Franck Ribery ist halt nur ein niedlicher Filou... der halt dank seiner Narbe auch selber nicht genau wissen kann, wo sein Gesicht und wo sein Hinterkopf anfängt...
Das finstere Geheimnis des Ribery ist aber: Der braucht das. Der braucht diese Niglichkeiten und Streitereien um sich wirklich in Fahrt zu bringen. Schon gegen Atletico Madrid dachte ich mir im Rückspiel einfach nur auf Grund der Diskussionen jenseits des Balles, dass Ribery sich heute wieder für eine Rote Karte bewerben will... da hat er noch die Kurve gekriegt, aber auch entsprechend dürftig gespielt.
Nach dem eigentlichen Platzverweis am Samstag hat er dann aber erst Mal richtig losgelegt und mit einem ganz anderen Elan gespielt. Der hat aus seinem eigentlichen Platzverweis die nötige Motivation gezogen, um sich so sehr zu verausgaben, dass er am Ende kaum noch über die Bande klettern konnte... was wir dann aller wieder zutiefst sympathisch finden sollten...
Und ja, die Bilanz an Ausrastern gerade in großen Spielen belegt diese These. Und wahrscheinlich lügt uns Ribery nicht mal an, wenn er sich in die Opferrolle schieben will... laut eigener Wahrnehmung ist er das sogar. Anderseits ist das ja nun ein Satz, der auf alle Fußballprofis zutrifft...

Ich mach ihn da auch gar keinen Vorwurf draus. Hey, einen Maik Franz habe ich dafür geliebt, dass er immer wieder solche Scharmützel brauchte um überhaupt auf Bundesliganiveau zu kommen... jetzt habe ich aber allen Ribery-Sympathisanten den Franz Vergleich in den Hinterkopf gesetzt... Nur das Ribery eigentlich ein viel besserer Fußballer ist... Ein Elite-Franz sozusagen... der es gar nicht nötig habe sollte auf so viele potenzielle Platzverweise zu kommen...
Vor allem müssen sich die Bayern Fans auch bewusst werden, dass der eine tickende Zeitbombe ist. Der in jedem entscheidenden Spiel ein Risiko auf einen Platzverweis darstellt... und ihr könnt nicht immer davon ausgehen, dass der Schiedsrichter das Auge schon zudrücken wird... Also für mich ist Ribery mittlerweile immer der größte Hoffnungsträger, wenn ich auf ein Ausscheiden der Bayern hoffe...
Anders ausgedrückt: Wenn sich Ribery irgendwann per Kopfstoß von der Fußballwelt verabschiedet, werde ich nicht schockiert sein... und ja, auch Zinedine Zidane war so ein großartiger Fußballer mit dem Hang zur Tätlichkeit... Nur um zu verdeutlichen, dass das Konzept gar nicht so ungewöhnlich ist... aber auch um zu belegen, dass solcher Spieler durch Erfahrungen nicht zwingend schlauer werden...

Donnerstag, 19. Mai 2016

War es das für Robin Dutt?

Ich muss zugeben... eigentlich hatte ich gerade einen Beitrag zum Orakel Marco Russ angefangen... dann wollte ich kurz auf Kicker.de recherchieren... und dann viel mir auf, dass das nicht der Tag ist, um primitive Witze über Aussagen von Russ zu machen... Alles, was es zu diesem Spieler zu sagen gibt, ist: Hoffentlich wird das der Beste Positive Dopingbefund aller Zeiten für einen Profisportler.

Da gibt es an der Stelle auch nicht mehr zu sagen als "Gute Besserung".
Und auf ein Mal wird es von ihm viel wichtigere Prognosen geben, als wer die Relegation gewinnt.

Bevor ich mich jetzt wirklich noch in die Scheiße reite... machen wir was harmloses.


Hat Robin Dutt gerade seine Zukunft in der Bundesliga verspielt?

Spannende Frage. Man muss dazu nur mal erwähnen, dass es richtig schwer ist, sich aus dem Kreis der Bundesligakandidaten zu verabschieden, wenn man da erst ein Mal drinne war. Da muss man schon richtig absurde Pressekonferenzen geben.
Oder um das anders zu verdeutlichen: Es gab in der Bundesliga Manager, die sich die Bilanz von Michael Oenning beim 1.FC Nürnberg angeguckt haben und sich gedacht haben: Den brauchen wir, der kann mal unsere Erste übernehmen.

Bei wie vielen Mannschaften war ein Felix Magath als Feuerwehrmann, der aber schnell ausbrennt, bevor er dann endlich mal längerfristigen Erfolg hatte... und wie viele Versuche als Manager hat Magath bekommen, bevor die Vereine gemerkt haben, dass es nur bedingt clever ist sich einen Kader von der Größe einer American Football Mannschaft anzulegen?

Eintracht Frankfurt UND der VfB Stuttgart mussten sich Armin Veh 2 mal aus nächster Nähe angucken um dann doch festzustellen, dass der eigentlich kein besonders guter Trainer ist... gut, in Stuttgart war das Nachvollziehbar, schließlich war er dort Meistertrainer... aber musste ein an sich cleverer Bruchhagen das wirklich mitmachen? Ich meine rein objektiv betrachtet war die Mannschaft im Jahr nach Veh erfolgreicher als in dem letzten Jahr mit Veh...

Und Huub Stevens... kann noch irgendjemand nachvollziehen, wie viele Trainerstationen der in seinem Lebenslauf hat? Es gibt einen guten Grund, warum der Jahrhunderttrainer auf Schalke ist... das passt einfach zu diesem Verein...

Eigentlich sollte sich ein Dutt keinerlei Sorgen machen, wenn er sich diese Bilanz seiner geistigen Vorgänger anguckt..

Andererseits... rücken halt immer mehr immer jüngere Trainer nach. Und natürlich ist nicht jeder dieser Trainer ein Volltreffer... dass hat ja ausgerechnet Dutt gerade feststellen müssen... Aber auch mit den alten Säcken kann man am Ende absteigen... hey, sogar einem die Titanic rettenden Jörg Berger ist das am Ende mal passiert... Und Otto Rehagel auf seiner letzten Station... Am Ende gilt: Wer die Klasse hält, hat die (für den Moment, in dem Moment) richtigen Entscheidungen getroffen. Und es werden weiterhin genügend Manager auf die sichere, aber abgenutzte Karte "Erfahrung" setzen.

Normaler Weise würde es aber garantiert den einen oder anderen Bundesligisten geben, der so verzweifelt ist, dass er bei Dutt anruft... nur hat der sich selbst gerade richtig ins Knie geschossen...

Also schon als er Anfing und als aller erstes mal ausführlich die Arbeit seines Vorgängers kritisierte... Einem Vorgänger, der garantiert vor Dutt wieder in der Bundesliga arbeiten wird. Denn genau genommen hat entgegen von Dutts Ankündigung Fredi Bobic alles besser gemacht und nicht er...

Aber dass Dutt selbst jetzt nach dem Abstieg die Schuld auf Bobic schiebt. Holy Shit. Also wenn er in diesem Januar gekommen wäre, hätte man das verstehen können... aber nach 18 Monaten von einer Entwicklung der letzten 4, 5 Jahre zu reden, die dem VfB "kontinuierlich an den Abgrund" geführt hat...
Er ist sich schon bewusst, dass er sich damit selbst das bescheidenste Abschlusszeugnis ever austellt... also freiwillig und ohne Not? Ernsthaft, an der Stelle wäre nichts sagen die bessere Alternative gewesen...

Schließlich war es Dutts Aufgabe diese Kontinuität aufzubrechen. Dafür wurde ihm (der vorher noch nie als Manager tätig war) verdammt viel Vertrauen entgegen gebracht. Vor allen Dingen hatte er dafür 3 Transferperioden Zeit. Und verbrannte 2 Trainer. Er hat halt nicht für den dringend nötigen Umschwung gesorgt, sondern eher dafür, dass die Kontinuität auf die Spitze getrieben wurde. Durch zu viele falsche Entscheidungen. Dazu muss man dann doch auch stehen können.

Die optimistischste Bewertung von Dutts Arbeit lautet: Er ist der perfekte Bayern-Manager. Denn er hat so wenig Eigeninitiative und eigene wirklich umsetzbare Visionen, dass er im wesentlichen in 18 Monaten nichts verändern wird... was man sich nur leisten kann, wenn man einen wirklich überragend geführten Verein übernimmt...

Ich frage mich halt auch, was in dem Kopf von Dutt gerade vorgeht... also ob er wirklich glaubt, dass er mit solchen Aussagen seinen Job retten kann... Und warum er dann in seinem direkten Umfeld keine Menschen hat, die verhindern, dass er Interviews gibt...
Oder ob er wenigstens zu Hause so ehrlich zu sich selbst ist, dass er zugibt: Mit Fredi Bobic hätte man die Klasse eher gehalten als mit mir... ich muss ganz dringend meinen Ansatz als Sportdirektor überdenken, wenn das mit dieser Karriere noch mal was werden will...
Oder ob er sich mit der Option, dass ihm so ein Job nochmals angeboten wird, bereits innerlich abgeschlossen hat... Aber selbst dann kann man sich als demnächst wieder nach einem Trainerjob suchender nicht so... ignorant... präsentieren...

Gerade in Abstiegsfällen stellen sich ja immer wieder verschiedenste Menschen unfassbar dämlich an. Aber meistens sind das Fans, die ausrasten und Fanblöcke anzünden. Oder die Spieler, die mit dem Druck nicht klar kommen und unfassbare Fehler machen... Aber dass sich der Chef auf der Komandobrücke so freiwillig und unmotiviert entblößt... ist schon was besonderes...

Mittwoch, 18. Mai 2016

Vermisst ihr jemanden?

Ich nicht. Lukas Podolski ist schließlich dabei...

Gut, ich bin ein bisschen überrascht, dass Miroslav Klose und Phillip Lahm nicht doch spontan ihr Comeback zum Turnier bekannt gegeben haben... aber an sonsten...

Ja, ok, es ist kein einziger Stuttgarter im vorläufigem Kader... Das wäre wohl selbst einem Jogi Löw zu auffällig gewesen...

Aber an sonsten war es der Erwartbare Vorläufige EM Kader. Mit dem beinah alle Journalisten gerechnet haben... und den fast alle Journalisten auch nachvollziehen können...

Warum nur fast alle... Nun ja, weil Jogi Löw halt einen gut gezahlten Experten wie einen ziemlich Ahnungslosen aussehen lässt... der sympathischste Löw Move ever. Die Rede ist natürlich von meinem Spezi Michael Pfeifer...

Denn der hat, wie bereits am Sonntag erwähnt, wirklich noch versucht, Mark Uth in den Kreis der Nationalmannschaft zu schreiben. Nach dem es vorher schon mit Kevin Volland und Niklas Süle versucht hat. Gerade der erbärmlich Versuch mit dem Jugendnationalspieler hat mich ja schon ein Mal zum Ausrasten gebracht.

Am Ende bleibt halt nur Sebastian Rudy übrig... und das liegt halt nur bedingt an Rudy... der könnte halt im Zweifelsfall Rechtsverteidiger spielen... und die Besetzung des Rechtsverteidigers ist in Deutschland so finster, dass ein Löw Spieler wie Kevin Großkreutz, die er eigentlich unter keinen Umständen einsetzen wollte, zum Weltmeister machen musste...
Irgendjemand muss (da es ja kein spontanes Lahm Comeback gibt...) den Rechtsverteidiger geben. Wahrscheinlich wird das am Ende ein Innenverteidiger machen. Oder halt ein defensiver Mittelfeldspieler wie Rudy halt...

Wenn der für irgendeine andere Position in Frage kommen würde, würde er auch überhaupt keine Rolle spielen... und selbst als Rechtsverteidiger...

Sein wir ehrlich: Wenn Rudy wirklich eine Rolle bei der EM spielt... dann übernimmt er den Shkodran Mustafi Part... Also den einen Spieler, der Löw völlig unmotiviert aufstellt, weil es sonst ja auch zu einfach wäre... Und ja, die einzige Aufgabe, die man sich als Bundestrainer mit dieser Elf wirklich stellen kann, ist: Wie schaffe ich es einen am Ende überforderten Spieler bei dieser Auswahl in die Startformation zu stellen... und trotzdem Europameister zu werden...
Alles andere könnte Michael Oenning auch...

Aber ja... von all den Leuten, die Pfeifer unbedingt in die Nationalmannschaft schreiben wollte, spielte nur ein einziger überhaupt eine so wesentliche Rolle in den Gedanken des Bundestrainers, dass er mit ins Trainingslager fahren darf... 25% Trefferquote als professioneller Journalist... Ich sag das mal so: Das ist kein gutes Zeugnis...

Nun gibt es für mich natürlich 2 Gründe, diese Geschichte noch ein Mal auszugraben. Zum einen zeigt es (mal wieder), wie stark die Journalistische Qualität beim ehemaligen Fachmagazin nachgelassen hat. Anstatt sinnvoll darüber zu debattieren und zu informieren, welche Spieler Deutschland wirklich bei einer EM helfen können, schmeißt jeder Lokalexperte einfach möglichst viele Namen seines Vereins in die Runde um hinterher behaupten zu können, dass er als Insider das ja gleich gewusst hätte.

Andre Hahn? Das ist doch ein Name, der irgendwie fehlt... Aber der ist halt auch nicht gut genug, um eine wirkliche langfristige Alternative zu sein, da sollte ein Löw doch eher die ganz jungen wie Leroy Sane mitnehmen... der kann wenigstens wirklich was lernen und ist dann auf dem Höhepunkt seines Schaffens, wenn die jetzige Übergeneration in der Offensive zu alt für den Scheiß ist... was bei Hahn doch eher eine optimistische Einschätzung seines Entwicklungspotenzials ist... um mal anzudeuten, wie so ein Bericht aufgebaut werden könnte... mit sachlichen Argumenten und schlüssigen Vergleichen...

Und ja, unser allgemeiner Journalistischer Standard (und das ist bei weitem kein Problem, dass der Kicker exklusiv hat) ist so weit gesunken, dass es dem Pfeifer eher Schaden würde, wenn Löw wirklich den Uth aus dem Hut gezaubert hätte und er hinter zugeben müsste "Das hat mich überrascht, das habe ich nicht kommen sehen...". Vor allem weil ja auch niemand (also außer mir) die 75%ige Fehlerquote herausstellen wird. Anstatt des eigentlich anstehenden Walk of Shame wird diese Fehleinschätzung nur mit einem Schulterzucken zur Kenntnis genommen... wenn überhaupt...

Und ja, dass es mittlerweile vollkommen egal ist, wenn Journalisten Falsche Einschätzungen und Meldungen verbreiten, ist an viel wichtigeren Stellen ein riesiges Problem... fragt da einfach mal bei Al Gore nach...

Zum anderen finde ich es unfassbar lustig und behalte auch einfach unfassbar gerne Recht... Was soll man sonst noch groß sagen, wenn man die Leistungen mit einem Youtube Video beurteilen kann:

Und bevor ihr fragt: Das Video ist nicht zu lang, dass ist genau angemessen...

Dienstag, 17. Mai 2016

Da soll nochmal jemand behaupten, RB kümmere sich nicht um die Tradition

Ich meine, die haben Silly bei ihrer Aufstiegsfeier spielen lassen... Das ist DIE TRADITIONSKAPELLE der DDR... also zumindest die, die bei solchen Gelegenheiten gerne ausgepackt wird... Die waren quasi im Gegensatz zu RB wirklich dabei, als die Vereine, deren Trikots sie trugen, groß waren... also Europapokal-groß... Dazu durfte Sebastian Krumbiegel mit einem Kinderchor das neue Vereinslied einführen... Bleibt nur eine Frage offen: Wo waren die Puhdys?

Das wirklich faszinierende: Der durchschnittliche RB Fan kann halt damit so gar nichts anfangen... Also der kennt beide "Bands" vielleicht vom Courage Zeigen in Leipzig... Dafür werden sie jetzt in Dresden, Magdeburg und Rostock mehr CDs verkaufen... läuft bei denen...
Immerhin hatten die den Anstand, kein Energie Cottbus Trikot zu tragen...

2 wichtige Lektionen könnte man hier gelernt haben: Zum einen sollte man seine Aufstiegsfeiern vielleicht doch einfach gleich abhalten und nicht 8 Tage später... Zum anderen sollte man seine Bands dann auch richtig buchen und denen das ganze nicht (von Seiten des MDRs) als ein "Fußballfest für die Ostdeutschen Klubs" verkaufen sollen... Und ja, Silly hat eigentlich alles genau richtig gemacht... denn dem MDR sollte es halt nicht nur um den Aufstieg von RB gehen... sondern auch um die Aufstiege von Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue... die halt auch im Sendegebiet liegen...

Aber eigentlich... soll es hier ja um was ganz anderes gehen...

RB Leipzig hat gerade einen Traditionsverein gerettet!!!

Also gut, nicht direkt... schließlich muss der Traditionsverein in die Relegation. Aber dank des doch recht unmotivierten und verkaterten Auftritt der Dosenkicker beim MSV Duisburg ermöglichte es dem guten, alten, ehemaligen Bundesligisten tatsächlich noch, auf den Relegationsplatz zu springen.

Und der völlig belanglose FSV Frankfurt ist trotz des eigenen Sieges abgestiegen...

Wenn es für RB noch um "etwas gegangen wäre", hätten die garantiert ihren ersten Torwart aufgestellt... und der Torwart wäre nicht ihr bester Mann auf dem Rasen gewesen...

Das wirklich tolle daran ist ja: Da es sich hier bei nur um den FSV Frankfurt handelt, bleibt der kollektive Aufschrei einfach aus...
Aber stellt euch mal vor, was los gewesen wäre, wenn das Ergebnis anders herum ausgegangen wäre... also wenn die Frankfurter die Klasse gehalten hätten, weil sie gegen unmotivierte Retortenkicker antreten durften und der ehrliche und mühevoll arbeitende Traditionsverein müsste dafür und deswegen in die Dritte Liga... Dann würden die MSV Fans den Shitstorm lostreten und alle RB Hater Deutschlands würden darauf einsteigen... So geht diese einmalige Chance sinnlose Hate Kommentare zu veröffentlichen einfach unter... weil es keine FSV Fans gibt...

Fußballfans können so wunderbar selektiv sein... Ich meine, dieses Mal wäre die Kritik an der Mannschaft und den Verantwortlichen wirklich angebracht. Wenn es für den Gegner noch um essenzielle Fragen geht (und nicht nur für den, auch andere Vereine sind von deinem Auftritt abhängig), gehört es sich einfach nicht, dass man dann schon eine bessere B-Elf auf den Rasen schickt... weil das halt auch Wettbewerbsverzerrung ist.