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Montag, 23. Juni 2025

Die Berichtserstattung über die Klub WM ist herrlich verlogen

Prelude: 3 Tage habe ich zwischenzeitlich im Krankenhaus verbracht. Hauptsächlich deswegen habe ich mich mehr mit der Klub-WM beschäftigt, als ich vorhatte. Denn die Alternativen waren: Lineares Fernsehen zu genießen, was ich seit bestimmt 15 Jahren nicht gemacht habe. Aber ich konnte mich wenigstens selbst fürs Programm entscheiden, wenn es auch noch 10 Stunden RTLII gegeben hätte... Danke, Arte.

Option 2: ich scrolle mich durch die sozialen Medien, die komplett von rechten Trollen und Flat Earthern verseucht sind. Selbst einem zynischen Arschloch wie mir ist das irgendwann zu hässlich. Und politische Nachrichten will man ja gerade auch lieber ausblenden, wenn man auf Schmerzmitteln in einem Zimmer eingesperrt ist. Also doch Sport. Bedeutet: also doch Klub-WM.

Und da fällt dann auf, dass die Europäer ihre Meinung vor dem Turnier schon fertig hatten: alles sinnlos. Da wird dann von Hass geschrieben, wovon wir ja in diesen Zeiten dringend noch mehr brauchen. Das Ganze ist natürlich ein Desaster. Gleichzeitig schafft man es aber nicht mal, halbwegs anständige Live-Ticker zur Verfügung zu stellen. Also es mussten ja Spiele wegen diversen Unwetterwarnungen pausiert werden. Passiert halt in Zeiten des Klimawandels. Selbst bei einem Turnier in Deutschland. Auf Kicker.de stand dann aber nur "abgebrochen". Warum konnte man nicht herausfinden. Das soll das beste Sportmagazin in Deutschland sein? Wie erbärmlich. Haben die keine Praktikanten mehr?

Natürlich hat das Turnier zahlreiche Probleme. Wie alles im Profifußball. Nächsten Sommer werden auch Spiele in der Mittagssonne angesetzt werden, damit wir Europäer die sehen können. Da wird sich die Hitze auch auf die Qualität der Spiele auswirken. Und die Einheimischen sind vom Turnier ausgeschlossen, weil sie ja um 12 arbeiten müssen. Nur wird es dann niemanden interessieren.

Das einzige neue Problem ist ja, dass die Stadien eine Nummer zu groß sind. In 40.000 Mann Arenen würde das alles unproblematisch wirken. Also abgesehen von Boca Juniors, die die Hütte echt voll machen. Aber jetzt tun alle so, als wären 35.000 im Durchschnitt "niemand". Damit wäre man 8. in der Bundesliga-Tabelle... Aber diese Relativierung wird ja bewusst verschwiegen.

Und dann wurde über den sportlichen Teil nach dem ersten Bayern-Spiel geurteilt. Weil diese die Amateure aus Auckland mit 10:0 abgefertigt haben, ist das gesamte Turnier unnötig.

Kurzer Realitätsabgleich: Die Europäer haben im interkontinentalen Vergleich nach 2 absolvierten Spieltagen eine bescheidene Bilanz: 11 Siege, 4 Unentschieden, 3 Niederlagen. Nur so als Verglech: Die Südamerkaner kassierten ihre erste Niederlage im 10. Spiel... Wenn man bedenkt, wie krass unterschiedlich die finanziellen Voraussetzungen sind, ist das absurd. Selbst Giganten wie Paris St. Germain und der FC Chelsea haben bereits verloren. Nur die Bayern, Manchester City und Juventus  starten mit 2 Siegen. Die letzten beiden hatten halt extremes Losglück. Und auch die Bayern mussten sich gegen Boca mehr strecken, als ihnen lieb war. Nach dem überraschenden, aber überragenden, Ausgleich von Miguel Merentinel war man sichtlich angeknockt.

Boca ist sowieso die faszinierendste Mannschaft des Turniers, nicht nur wegen der Fans. Das ist eine richtig asoziale Tretermannschaft. Die wehren sich mit allem, was sie in die Wagschale werfen können und testen die Linie des Schiedsrichters permanent aus. Torhüter Augustin Marchesin ging in beiden Spielen in der 75. Minute ohne Gegnereinfluss zu Boden, nur um eine Behandlungspause zu kreieren und den Spielfluss zu unterbrechen. Asozial? Bestimmt. Unsportlich? Nur bedingt, denn sie versuchen ja nur die krassen wirtschaftlichen Unterschiede auszugleichen. Und darum geht es mittlerweile doch im Profisport. Wenn man bedenkt, wie viele Bundesligisten sich brav ihrem Schicksal ergeben und sich fast widerstandslos abschießen lassen... Die könnten sich dieses Spiel mal angucken, wenn sie Ideen brauchen, wie man sich richtig wehrt.

Aber anstatt die großartige Verteidigungsleistung zu würdigen, wie der geschlagene Luis Enrique es tat, wird lieber gehated. Aber wenn mir jemand vorher gesagt hätte, dass die Europäer so schlecht starten, hätte ich sie ausgelacht. Und dass der 2. Anzug nicht reicht, um die hoch motivierten Mannschaften der anderen Kontinente im Vorbeigehen zu schlagen, ist eine spannende Erkenntnis. Und ja, in den letzten Tagen scheint man ein wenig die Kurve zu bekommen, weil sich die Erkenntnis, dass das doch kein Spaziergang wird, durchgesetzt hat.

Auch das erste Spiel von Boca Juniors gegen Benfica Lissabon wäre sofort ein Klassiker, wenn man die Berichtserstattung ernst nehmen würde: Volle Hütte, super Stimmung, 3 Platzverweise und mit Ángel Di María und Nicolas Otamendi klauen ausgerechnet 2 Weltmeister den Argentiniern 2 Punkte. Dieses komplett einzigartige Spiel mit all seinen besonderen Emotionen rechtfertigen dieses Turnier für mich.

Und wenn ihr jetzt mit "ja, aber die Korruption, die Belastung und die Menschenrechte!!!" Klar, wenn man das konstant anspricht, darf man darüber jetzt auch jammern. Aber wenn man den Champions League Sieg der Qataris zu einem Fußball-Märchen verklären will und da den ganzen Scheiß komplett ausblendet, sollte auch jetzt die Fresse halten. Denn die reformierte Champions League mit demnächst 6 Mannschaften aus der Premiere League ist genauso schlimm, wie die Klub-WM. Aber weil davon ausschließlich Europäer profitieren, frisst man das anstandslos.

Denn wirklich verwerflich ist das alles nur, wenn andere Menschen als wir Europäer von etwas profitieren. 

Freitag, 13. Dezember 2024

Das Hamann Mysterium

 Kurz gesagt: Warum hat der Mann noch einen Job? Ganz einfach: Weil er verdammt gut in seinem Job ist.

Das klingt erstmal absurd. Denn kein anderer Experte wird so oft kritisiert, wie Didi Hamann. Von den Verantwortlichen der Bayern, die natürlich ihre Spieler schützen. Von anderen Experten, die ihm direkt widersprechen. Und unter jeder Kommentarspalte, wenn eine seiner Hot Takes wieder viral geht.

Um da mal selber ein Hot Take loszulassen: Seine Aussagen wirken auf mich oft wie KI Generiert. Der tippt vor der Live-Sendung bei ChatGPT die Frage ein "Wie kann ich zu diesem Spiel oder jenem Spieler was richtig krasses sagen, was alle triggert?" Und ChatGPT so: Harry Kane trifft in den wirklich wichtigen Spielen nicht.

Dass Kane in der K.O. Phase der Champions League auf 4 Tore kommt, ist da egal. Denn wirklich wichtig waren ja die Rückspiele gegen Dortmund und Leverkusen...

Sein neustes Beispiel: Jamal Musiala und Florian Wirtz passen einfach nicht zusammen. Das hat man ja im Sommer gesehen. Dass das 2 verdammt junge Spieler sind, die noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung sind, ignoriert er genau so, wie den Fakt, dass beide alle Positionen in der offensiven Dreierreihe spielen können.

Hier muss man auch einen technischen Aspekt einwerfen: Wie bei einer guten Verschwörungstheorie gibt es einen kleinen, wahren Kern. Also praktisches Beispiel: Die ganzen Studien zum Klimawandel sind doch bezahlt!!! Ja, es gab Studien, die von der Wirtschaft in Auftrag gegeben wurden, damit Ergebnisse herausgefunden werden, die denen passen. Und wenn die Ergebnisse nicht passen, werden sie geheim gehalten. Nur kommen diese Studien halt von Ölkonzernen und nicht von den Grünen. Ein weiteres bekanntes Beispiel sind großen Tabakfirmen, die ebenfalls jahrelang die Gefahr von Zigaretten verheimlichen wollten. Das, was jetzt "Den Grünen" vorgeworfen wird, ist halt durchaus auch mal passiert.

Zurück zu Hamann: Ja, Kane war im Rückspiel gegen Dortmund und Leverkusen schlecht. Ja, das Zusammenspiel von Musiala und Wirtz während der EM blieb hinter den Erwartungen zurück. Deswegen haben diese Aussagen einen gewissen Zusammenhang zur Wirklichkeit. Man muss sich halt nur auf 2 Wochen konzentrieren und die restlichen 50 ignorieren, dann passt das schon. Auch wenn eine sachliche Analyse eher ein "Selbst Musiala und Wirtz müssen sich einspielen, deswegen ist die Nations League zum Testen doch verdammt wichtig" wäre. Aber mit sachlichen Takes sorgt man nicht für Umsatz.

Jetzt macht Hamann vor allem eins: Er sorgt für Takes, die Viral gehen. Und genau das will Sky, denn dadurch kommt man ja ins Gespräch. Dabei gilt wieder: Es gibt keine schlechte Presse. Praktisches Beispiel: Rammstein sind dank der Vorwürfe gegen Lindemann mit all ihren Alben wieder in den Charts eingestiegen. Die haben davon profitiert, dass ihrem Liedsänger sexuelle Übergriffe vorgeworfen wurden.

Und Hamann ist der eine Experte, den jeder in diesem Land kennt. Der Mann wird ständig auf allen Plattformen zitiert. Einfach nur, weil seine Aussagen so krass sind, dass alle darauf reagieren. Dass die meisten mit "Was für ein Spinner" antworten, ist sowohl Sky, als auch der Welt egal. Sie haben es nicht nur geschafft, dass man auf ihre Artikel klickt, sondern auch noch, dass Leute kommentieren, was die Artikel weiter verbreitet. Für die ist Hamann ein Heiland.

Das ist nüchtern gesehen auch nichts Neues. Also ich habe mich schon vor Jahren aufgeregt, warum alle Netzer und Delling als Duo feiern, wenn die als Experten eigentlich furchtbar war. Also man hat da ganz selten etwas neues gelernt, während man denen zugehört hat. Aber die waren halt unterhaltsam, wenn sie gegeneinander gesitchelt haben... obwohl die privat richtig gut miteinander klar kamen... Aber die waren auch damals schon darauf angelegt, dass sie viral gehen, und nicht darauf aus, Fußball sachlich zu erklären. Nur war es damals halt schwerer, "viral zu gehen", wenn es die Videos nur verpixelt gab...

Neu ist nur der technische Aspekt, dass jeder Hamann Kommentar kommentiert wird. Hier noch eine lustige Episode aus den Sozialen Medien: Dort pusht Chip.de regelmäßig den Artikel, dass immer mehr Vegane Speisen in den Stadien angeboten werden. Die Leute, die selber vegan essen, nicken da kurz zustimmend und scrollen weiter. Deswegen sind dann 80 % der Kommentare negativ. Weil die Leute dann auch nicht verstehen, dass dies ein Zusatzangebot ist und die Wurst deswegen nicht aus dem Stadion verschwindet. Und dann fragt jemand ernsthaft "Wie oft wollt ihr diese Studie noch pushen?" Die sachliche Antwort: Solange ihr da draufklickt und damit interagiert, wird es immer wieder geschaltet und gepusht. Wenn das alle schulterzuckend mit einem "Ist halt so, wen interresiert's" zur Kenntnis nehmt, werden diese Posts auch irgendwann verschwinden.

Das würde auch bei Hamann helfen. An dem Tag, an dem Max Eberl jegliche Aussagen von Hamann einfach ignoriert. An dem wir alle einfach anerkennen, dass weghören die einzige Lösung ist. Und klar, mein kleiner und irrelevanter Beitrag hilft da jetzt kurzfristig auch nicht, denn ich interagiere jetzt ja auch mit Hamann. Deswegen habe ich dieses Thema das ganze Jahr vor mir hergeschoben und habe seinen Namen (ein Hoch auf die Suchfunktion) in den letzten 12 Monaten 2 Mal verwendet. So kommen wir nie in die Charts. Obwohl ich ja eigentlich der ursprüngliche Hamann-Hater bin, weil ich den mit Carsten Ramelow gleichgestellt habe... also als Spieler, der zur unfähigsten Generation aller deutsches Fußballer gehörte. An der Stelle ist es faszinierend, dass Hamann als Experte das komplette Gegenteil des Spielers ist, der allgemein eher eine Spaßbremse und ein absurder Bürokrat im Mittelfeld war, als jemand, der ins Risiko ging.

Ich kann mir aber auch durchaus vorstellen, dass dies eine bewusste Entscheidung von Hamann ist und er diese Rolle am Ende nur spielt. Der könnte einfach verstanden haben, dass man so am einfachsten Reaktionen hervorruft und dass sich niemand wirklich für sachliche und tiefgründige Analysen interessiert... für die er bei Sky auch einfach keine Zeit hätte. Der halt halt Stephen A. Smith und Skip Bayless studiert und verstanden. Das waren 2 Amerikanische Sportexperten, die für genau die krassen Takes bekannt sind, die Hamann jetzt auch verbreitet. Und die Millionen verdient haben, weil sie sich im amerikanischen Fernsehen angeschrien haben. Beide lagen eigentlich so oft daneben, dass sie von jeglicher Diskussion ausgeschlossen werden sollten. Stattdessen wurde Smith zum Gesicht von ESPN und Bayless zum Gesicht von Fox Sports. So funktionieren die Medien halt und genau das muss man verstehen.

Wenn man aber zumindest verstanden hat, dass Hamann auch nur seinen Job macht, fällt es einem einfacher, diese Aussagen mit einem milden Lächeln zur Kenntnis zu nehmen. Und wenn das alle irgendwann machen, wird das auch vorbei gehen.

Und wenn ihr bewusst was gegen Hamann machen wollt, dann klickt ihr einfach auf die Beiträge mit den tiefgründigen Analysen. Kommentiert dort, damit der Algorhytmus verwirrt ist. Hier ist ein Beispielvideo, in dem erklärt wird, wie eine an sich irrelevante Regeländerung das (Aufbau-)Spiel verändert hat. Ihr könnt da auch "Hamann ist ein Vollidiot" reinschreiben, denn es ist dem egal, was ihr schreibt.

Vor allem ist auch wichtig, dass Hamann nicht das Problem ist, sondern nur ein Sympthom für ein größeres Priblem: In unseren Medien geht es mehr darum, richtig und sachlich zu berichten, sondern möglichst krasse Schlagzeilen zu produzieren. Don't hate the player, hate the game.

Dienstag, 14. März 2017

Medienkompetenztraining: Heute mit Aytekin und Collina

Und ja, es geht noch nicht mal darum, dass der Kicker so getan hat, als hätte es bis vorgestern wirklich noch "Bayern-Verfolger" gegeben...

Ich bin nach dem Jahrhundert-Comeback von Barca durch einen alten Freund auf eine offensichtlich und dringend zu führende Debatte gestoßen worden: Wird Pierluigi Collina Deniz Aytekin für den Rest der Champions League Saison sperren? Was sie ja nach der Leistung dringend müssen. Also die war ja so was von katastrophal!!!

Man muss dazu sagen: Dieser alte Freund ist Real Madrid Fan. Und hatte diese Information natürlich aus der seriösesten aller Quellen: Marca. Eines der Haus und Hof Blätter der Königlichen... Und die haben sich auch sehr subtil vom "could" zum "expected" bewegt. Ich wies meinen Freund an der Stelle auf die Parteilichkeit der spanischen Medien hin und bat ihn darum, mir eine neutrale Quelle zu nennen, in der von klaren Fehlern und einer möglichen Sperre berichtet wird. Und tatsächlich... konnte er mir ziemlich schnell ein Focus Online Video zuschicken... dass sich aber am Ende auch nur auf Marca beruft.
Was für mich total faszinierend ist. Denn seit dem melden sich plötzlich auch andere zu Wort und zitieren Marca... Und auf ein Mal kriegt dieser Artikel eine ganz neue Seriosität. Und Marca wird wahrscheinlich morgen schreiben: Selbst das Deutsche Sportportal Sport1 bestätigte...

Dabei hat Collina anscheinend nur mit Marca gesprochen. Und auch nur ein Mal. Jetzt verweisen die Zeitungen aber aufeinander... und auch wenn das im Kreis passiert, so wirkt es doch so, als hätte Collina eine offizielle Pressekonferenz abgehalten... Auch wenn er wahrscheinlich zwischen Tür und Angel etwas unverbindliches in Richtung des einen Journalisten genuschelt hat.
Dieses Phänomen des "Aufeinander im Kreis verweisen" kann man nebenbei auch immer gut bei Gerüchten auf dem Transfermarkt nachvollziehen. Da passiert das quasi jeden Tag: Zeitung X berichtet, dass irgendjemand irgendwen verpflichten will. Zeitung Y zitiert das. Zeitung Z zitiert Zeitung Y... um wiederum von X als Beleg verwendet zu werden...

Faszinierender Weise habe ich, bevor die Marca Haltung in den Deutschen Medien ankam, nur eine Aussage zu der Leistung von Aytekin gefunden. Und in der wurde er für seine "Starke Gesamtleistung in einem schwierigen Spiel" sogar gelobt... Auch wenn der Elfmeterpfiff natürlich angesprochen wird.

Bei dieser gesamten Debatte hält sich dann aber ein Medium überraschend weit raus: Der Kicker, der ja jeden Pfiff von Atkinson und Sidiropoulus unter die Lupe nimmt, erwähnt noch nicht mal, dass diese Jahrhunder-Aufholjagd von einem Deutschen gepfiffen wurde...  Ob dessen Leistung gut oder schlecht war, kriegt man so natürlich nicht raus.
Faszinierender Weise... wurde die Schiedsrichter-Debatte auch aus der Medienrundschau auf Kicker.de (die jetzt irgendwie verschwunden ist...) mit keinem Wort erwähnt... Also der Kicker stellt die Meinungen der französischen Medien zu einer französischen Kapitulation da... und selbst die sollen mit keinem Wort den Schiri erwähnt haben...

Dass der Kicker keine Beurteilung zur Leistung von Aytekin abgibt ist wirklich schade, denn eigentlich will ich es ja nur wissen. Ich hätte gerne eine sachliche Orientierungshilfe zur Bewertung dieser Szene. Weil ich es halt selber nicht entscheiden wollte... oder bis heute kann.

Also ja, dass Luiz Suarez da verdammt leicht fällt, wird spätestens in der Zeitlupe offensichtlich. Das kann man auch erwähnen, ohne dabei den Schiedsrichter an den Pranger zu stellen. Oder den Rest des Spiels kleinzureden... wie ESPNFC das hinkriegt. Fun Fact: Paris St.Germain spielte überragende 4 Pässe zwischen der 85. und 95. Minute zum eigenen Mann... und ja, da sind die 3 Anstöße mit dabei...

Stattdessen kriegen wir... Arsene Wenger, der meint man müsse die Uefa verklagen, weil sie keinen Videobeweis wollen...

Ok... fangen wir mal mit der Auswertung der Auswertung bei Arsene Wenger an. Ja, genau dem Arsene Wenger, der sich, nach dem er insgesamt mit 10:2 Toren abgefertigt worden ist, erst mal über den Schiedsrichter aufregt, der das Spiel getötet haben soll... Anstatt vielleicht mal zu erwähnen, dass es ziemlich dämlich ist auf seinen guten Torwart zu verzichten, wenn es gegen eine der besten Offensivreihen der Welt geht... Und ganz ehrlich: Auch wenn an der Stelle Abseits gepfiffen wird, scheidet Arsenal aus... nur mit 7:2 Toren, aber das macht den Braten doch nicht fett...
Aber Arsene hat halt eine ganz klare Agenda: Er will die allgemeine Debatte auf die Schiedsrichter lenken, damit seine eigene "Leistung" nicht mehr so auffällt. Da nimmt er den Elfmeter, der ihn selber nicht betrifft, natürlich gerne mit. An der Stelle wirkt er unparteiisch und damit soll es so wirken, als würde es ihm wirklich um die Sache und nicht nur um seinen Kopf gehen.

Marca ist halt Marca... also was man von den spanischen Medien so mitbekommt... gibt es da halt 2 klare Lager. Die einen nutzen jede Möglichkeit um Barca Leistungen zu diskreditieren (soweit das halt möglich ist) und Real Madrid groß zu schreiben, die anderen machen es genau anders herum.
Und ja, in einem fiktiven Szenario, in dem Real dringend ein Tor braucht, Karim Benzema im Strafraum fällt und Aytekins Pfiff ausbleibt, reagiert Marca genau so. Nur dieses Mal, weil es halt keinen Elfmeter gibt...
Das ist ja auch das wirklich faszinierende an dieser Situation: Gerade wenn man die Szene in Originalgeschwindigkeit sieht (was man ja machen muss um die Leistung und Entscheidung des Schiedsrichters zu bewerten), gibt es einfach keine Eindeutige Antwort auf die Frage "Fehlentscheidung oder Korrekt?" Das Ergebnis der Debatte hängt immer von der Vereinsbrille ab. Es ist halt sachlich betrachtet eine "Muss nicht, kann aber" Situation.

Und der Kicker? Nun ja, der hat anscheinend kein Interesse daran, dass die Leistungen der Deutschen Schiedsrichter auf internationaler Ebene hinterfragt werden. Also wir reden von dem Fachmagazin, dass eigentlich jedem Schiedsrichter eine Note gibt... zumindest wenn eine Deutsche Mannschaft beteiligt ist. Und das immer gerne erwähnt, wenn einer von "uns" international gut pfeift. Trotzdem blieb ein "Dies waren die kritischen Entscheidungen, so sehen wir das" Informationsartikel aus. Und ja, wenn Aytekin überragend gepfiffen hätte, wäre das garantiert im Fließtext erwähnt worden. Die Agenda des Kickers lautet also: Wir sind die beste Fußballnation, die am ordentlichsten organisiert ist und damit logischer weise auch die in kritischen Situationen unfehlbarsten Schiedsrichter hat... Und Indizien, die nicht mit unserem Weltbild übereinstimmen, werden ignoriert.

Am lustigsten sind ja die Reaktionen von Aytekin persönlich und der DFL. Denn die einen setzten den anderen am Sonntag einfach direkt wieder an... und der andere lieferte die beste Schiedsrichterleistung der Woche ab. Beides wäre wohl kaum möglich gewesen, wenn sich einer der beiden Parteien mit dem Elfmeterpfiff vom Mittwoch intensiv beschäftigt hätte... und sich mit möglichen Sperren auseinander setzen müsste...

Ich mag solche Medien-Experimente im Fußball ja. Weil sie da halt so wunderbar Harmlos sind. Deswegen warne ich euch auch so gerne, wenn "die" uns mal wieder einreden wollen, dass uns ein "richtig spannendes Finale" bevorsteht, auch wenn die Realität komplett anders aussieht...
 Da der Fußball halt in seinem eigenen Kosmos schwebt und uns in der Realität, abgesehen davon, dass er uns unterhält, selten berührt. Verglichen mit allen anderen Scheiß der so um einen herum passiert... Man kann quasi im Fußball Konsum Dinge trainieren, die man dann bei den wichtigen Vorfällen der Welt anwenden kann.

Da sind wir auch schon bei der heutigen Lektion des "Medienkompetenztrainings"... auch wenn es natürlich eher eine "Medienkompetenzvorlesung" war, aber Details.
Wenn ihr derzeit mit einer öffentlichen Meinung konfrontiert werdet, stellt euch einfach folgende Fragen:
1.) Woher kommen die Quellen dieser Aussage?
2.) Was ist das Ziel der öffentlichen Persönlichkeit?
3.) Was ist das Ziel des Mediums, welches diese Meinung transportiert?
Am einfachsten Nachvollziehbar ist es ja bei Donald Trump, der seine Informationen offensichtlich von Fox News bezieht, sich selbst als großartig und kompetent darstellen will... und je nach Medium dafür gelobt oder zerrissen wird. Aber auch jede andere Aussage, die durch unsere Medien verbreitet wird, müsste man eigentlich durch diese 3 Filter jagen, wenn man sich mit der Wirklichkeit beschäftigen will... Und das unabhängig davon, ob einem die transportierte Meinung eigentlich zusagt oder nicht.
Andererseits... wer will sich schon wirklich mit der Wirklichkeit beschäftigen? Also mehr als nötig?

Mittwoch, 2. November 2016

Erwarte ich am Ende zu viel von den Leuten Part 2

Oder genauer ausgedrückt: Was würde ich eigentlich von einem Fachmagazin erwarten.

In Teil 1 letzte Woche habe ich ja ausführlich erörtert, dass mir der Fokus in unserer derzeitigen Berichtserstattung viel zu sehr auf dem "Yeah! Wie Geil! Wir haben Bayern-Jäger!" liegt. Anstatt den Zustand dieser Mannschaften kritisch zu beurteilen.

Und ja... im Donnerstags-Kicker gab es sogar einen vernünftigen Ansatz mit einer Brauchbaren Perspektive. Was mir aber bei all den derzeitigen Beiträgen fehlt ist ja ein: Was fehlt den Mannschaften oder einzelnen Spielern um wirklich die Bayern herauszufordern. An welchen Stellen müssen sich Köln und Leipzig verbessern, damit die Hoffnung auf ein spannendes Saisonfinale berechtigt wird...

Und gerade diese beiden Mannschaften... sind ja rein fußballerisch die spannendsten Vereine der Liga.
Die Kölner sind seit Jahren auf den Aufsteigenden Ast. Und solange Jörg Schmadtke und Peter Stöger dort das sagen haben, ist zumindest kein großartiger Einbruch zu erwarten. Im Idealfall (ja, Hypemaschine an) können die beiden so gut werden wie Jürgen Klopp und Michael Zorc. (For the Record: Den Idealfall erreicht man in 99 von 100 Fällen nicht... aber 2009 hat auch niemand geahnt, dass die beiden die neue Borussia bis ins Champions League Finale führen würden... und auf deren Niveau von 2008/09 ist Köln inzwischen angekommen...)

Leipzig hat halt das Geld und mit Ralf Rangnick einen Experten, der genau weiß, wo er es anlegen muss... und er hat jetzt schon einen Kader voller junger Talente. Da kann man halt wirklich mal die Frage stellen: Was fehlt den Spielern noch?

Und ja... in Ansätzen macht der Kicker das. Also in den 3 Seiten Naby Keita Propaganda wird auch 9 Zeilen über konkret seine Schwächen gesprochen. Aber das ist ein furchtbares Verhältnis.
Und Keita ist so ein wunderschönes Beispiel. Denn der Junge (das habe ich dem Artikel zumindest entnommen) hat echt das Potenzial ein Mittelfeldspieler bei einem Meisterkandidaten zu werden. Aber er ist noch relativ weit weg davon, dies zu sein.

Anstatt mir allerdings zu erklären, wie Keita gewisse Situationen bei gegnerischen Ballbesitz besser lösen muss... und da kann man auch gerne mal mit Grafiken ins Detail gehen... (dafür müsste man ihn allerdings gründlich scouten...) Weiß ich jetzt, warum der Junge welchen Mittelnamen hat... Ähm... danke.

Ein weiteres konkretes Beispiel wäre Jonas Hector. Der ist offensichtlich ein Linksverteidiger auf Nationalmannschaftsniveau. Was Köln aber unbedingt braucht, ist ein Zentraler Mittelfeldspieler auf Nationalmannschaftsniveau. Und die sind wesentlich schwieriger zu finden.
Jetzt fände ich es total spannend, die Spiele oder Situationen von Hector im Zentralen Mittelfeld zu analysieren. Und dann die Situationen aufzuzeigen, in denen er seine Schwächen zeigt. Schwachstellen, an denen er arbeiten muss...

Die Scoutingberichte zu solchen Situationen gibt es garantiert. Es ist halt unwahrscheinlich, dass die Vereine sie freiwillig raus geben. Mann muss sich also schon selber als Redaktion die Mühe machen...

Ein weiteres spannendes Beispiel wäre es ja... das Umschaltverhalten der Berliner und ihrer Gegner zu beobachten. Also es ist offensichtlich, dass die Hertha mit Alexander Esswein und Mitchell Weiser nur 2 Höchstgeschwindigkeitsfußballer in ihren Reihen haben. Spannend wäre es jetzt mal zu analysieren, in wie weit sich das auf die Konter der Herthaner auswirken... die halt rein logisch meistens über Rechts laufen müssen. Ihre Rechte Seite ist halt schon am gegnerischen Strafraum, bevor die Linke überhaupt losgerannt ist...
Und dann im nächsten Schritt, ob dieses Tempo am Ende Einfluss auf die Spielweise des Gegners hat. Ob die im Zweifelsfall über die Rechte Seite aggressiver vorgehen als über die Linke, weil sie sich Links mehr gegen Konter absichern müssen... Und ja, ich bin mir relativ sicher, dass ein Stöger sich darüber vor dem Spiel gegen die Berliner Gedanken gemacht hat...

Ich habe ja selber zu wenig Ahnung vom Fußball, um so weit ins Detail zu gehen. Die Jungs von der Spielverlagerung konnten das schon immer, werden dafür aber vom Rest der Fachwelt, die sich lieber mit Packing beschäftigt, eher belächelt als ernst genommen...

Aber das faszinierende an den Analysen und Vorschauen dieser Taktik-Nerds: Man konnte durch diese Seite selber ein besserer Fußballfan werden. Ich war ja selber immer sehr stolz, wenn mir beim Gucken von Spielen selber Dinge aufgefallen sind, die vorher (oder noch besser hinterher) dort beschrieben wurden.

Das sollte ja die eigentliche Aufgabe eines Fachmagazins sein: Euch alle intelligentere Zuschauer werden zu lassen. An der Stelle muss ich auch ehrlich zugeben: Das letzte Mal, dass mich der Kicker auf etwas Aufmerksam gemacht hat (und das nicht nur von der Spielverlagerung abgeschrieben war) ist gefühlt Jahre her.

Das ist halt Schade. Weil da wirklich auch viel verschwendet wird. Und der Kicker muss ja nicht (oder besser kann gar nicht) sein ganzes Niveau aufs Taktiknerd-Level verschieben... aber 4 Seiten jede Woche... wäre das zu viel verlangt? Und ja, wenn wir in Amerika leben würden, hätte sich der Kicker die Spielverlagerung schon längst ins Boot geholt und sicher gestellt, dass diese klugen Köpfe ihre Weisheiten bei ihnen verbreiten... aber die Amis haben halt auch ein ganz anderes Verhältnis zum Sportjournalismus: So dumm das Volk an vielen Stellen gehalten wird: Als Sportfans sind sie wesentlich gebildeter als ich...

Wenn der Kicker, anstatt uns nur zu erzählen, was für ein Toller Hecht dieser oder jener Spieler oder dessen Vater doch ist, wirklich auf die Schwächen von Spielern aufmerksam machen würde. Dann könnte ich das nächste Mal, wenn Keita in einer Balleroberungsaktion kommt, darauf achten, wie er diese löst. Dann könnte ich wahrnehmen, wie sich dieser Spieler entwickelt und müsste mich nicht mehr nur auf mein Gefühl (und den nächsten Kicker Artikel in 6-12 Monaten) verlassen, um zu behaupten, dass Keita jetzt viel besser ist als vor 2 Monaten...

Wenn ich weiß, dass Hector der Rundumblick eines Toni Kroos fehlt (ok, das Beispiel kommt von David Alabas "Krisenartikel"... Der aber abgesehen von dem Titelblatt wesentlich besser war als erwartet... weil man nach dem Lesen wirklich wusste, worauf man bei Alaba als Mittelfeldspieler mal achten könnte... und ich gehe irgendwie davon aus, dass Hector dasselbe Problem haben dürfte... Da das halt die größte Umstellung für Außenverteidiger ist: Dass man jetzt auf 360Grad und nicht mehr nur auf 180 achten muss...), kann ich darauf achten, wie Hector Aktionen in seinem Rücken wahrnimmt und auf sie reagiert.
Das wären alles Dinge, die ich super spannend finden würde. Die mir aber jemand erklären muss.

Und ja, ich würde mir vom Kicker eine Serie zu Hertha, Köln und Leipzig wünschen. In denen der Kicker ganz sachlich und zielgerichtet erklärt, auf welchen Positionen etwas passieren muss, damit man wirklich auf das Niveau Bayern-Jäger kommen kann. Mit der Prognose, ob sich ein eigener Spieler in die benötigte Rolle entwickeln kann, oder ob man auf dem Transfermarkt zuschlagen muss.

Für mich wäre da zum Beispiel einer der primären Kandidaten Matthias Lehmann. Aber zu dem werde ich wahrscheinlich noch mal ausführlicher etwas schreiben. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass eine Mannschaft mit Lehmann im Zentralen Mittelfeld wirklich Bayern-Jäger sein kann. Gerade weil der in den letzten 2 Jahren eine absurde Entwicklung für sein Alter und sein eigentlich erwartbares Leistungsvermögen genommen hat. Aber es ist trotzdem davon auszugehen, dass Köln da zeitnah ein Upgrade braucht, wenn sie wirklich den nächsten Schritt gehen wollen.

Wenn uns als Fans jemand wirklich erklären würde, wo die Schwachstellen unserer Mannschaft liegen. Könnten wir selber viel genauer drauf achten, ob sich da wirklich etwas entwickelt. Und wir würden das, was auf dem Platz passiert, besser verstehen...

Da komme ich dann aber selber zu dem Schluss: Ja... ich erwarte zu viel. Unsere Livekommentatoren sehen sich halt viel zu sehr als Unterhalter. (Noch viel Schlimmer: Die meisten der Zuschauer sehen sie viel zu sehr als Unterhalter...) Sonst hätten wir ja auch schon längst das Konzept mit dem Experten an der Seite des "Play-by-Play" Kommentators aus Amerika übernommen.
Und ja, wenn ihr eine Amerikanischen Sportübertragung guckt, werdet ihr sehr schnell feststellen, dass da immer ein Ex-Trainer neben dem Journalisten sitzt, der einem Live erklärt, was da gerade passiert ist. Hier gibt es jetzt ganz langsam die ersten Gedankengänge, so was einzuführen... also natürlich nicht von den Veranstaltern, sondern von deren Kritikern...

Und auch der Kicker betrachtet sich selber nicht als Lehrer, sondern als Informationsdienst. Die sammeln halt alle Daten und Stimmen zu den Spielen und Spielern. Und fragen ihn danach, was ihr erster Trainer ihnen damals so beigebracht hat... aber wirklich in die Analyse zu gehen, ist halt nicht der Anspruch, den dieses Blatt an sich selber zu haben scheint.
Man muss an der Stelle aber auch mal Fair sein: Solange es nicht um unsere Nationalhelden geht (wo denen dann halt doch, wie allerdings auch allen, regelmäßig alle Sicherungen raus knallen), machen sie da auch einen guten Job.

Ich würde mir halt wünschen, dass sie sich mehr Mühe dabei geben würden, auch dem Freizeitanalytiker noch mit neuem Wissen zu versorgen. Wie gesagt: 4 Seiten pro Woche würden mir komplett reichen... Und dass man sich im Allgemeinen mehr Zeit nimmt, uns wirklich zu erklären, was auf dem Platz passiert. Oder besser noch: Uns vorher sagt, worauf man achten sollte.

Was zum Beispiel auch richtig geil wäre: In jedem Donnerstags-Kicker eine Doppelseite: Matchup des Spieltages. In dem der Kicker sich ein das Spiel prägendes Duell des kommenden Spieltages raus sucht, die Spielweise der entscheidenden Akteure analysiert und dann eine wirkliche Prognose abgibt: Das Duell Coke gegen Rausch (um das erste Beispiel zu nennen, was mir einfällt) wird folgenden Einfluss auf das Spiel Schalke gegen Köln nehmen und wenn Rausch sich in diesen oder jenen Aspekten durchsetzt, sollte Köln das Spiel dominieren und gewinnen... Dann wüsste man schon vorher, worauf man achten muss, wenn man sich für dieses Spiel bei Sky entscheidet.
Und ja, ein ganz großes Problem dabei ist... dass man dann als Experte auch mal daneben liegen würde. Aber wisst ihr was: Das ist für einen Experten gar nicht so schlimm. Schlimmer ist es, wenn man keine Analysen und Ausführungen parat hat, die zu vernünftigen Prognosen führen können...

An der Stelle möchte ich zum Abschluss noch erwähnen, dass das, was ich hier verlange, wirklich geht. Also mein absolutes Lieblingsmagazin aus Deutschland, die Five, kann genau das immer wieder einbauen. Da gibt es ein Mal im Monat einen One-on-One Artikel, in dem 2 Spieler und ihr Einfluss auf ihre Mannschaften verglichen wird. Mit dem Urteil, wer jetzt gerade besser oder wichtiger ist. Einen vernünftigen Scouting Report und eine Einführung in elementare Spielzüge einzelner Mannschaften gibt es dort auch monatlich. Da hat man nach jeder Ausgabe das Gefühl, dass man wirklich was gelernt hat... Das geht also durchaus. (Oh und ja, meine Best Case- Worst Case Szenarios sind direkt aus der Five Vorschau geklaut... die Sicherungen rausnehmen und absoluten Blödsinn schreiben, können die nebenbei auch...)
Wenn einer von euch ein vergleichbares Fußball-Magazin kennt, kann er es mir gerne nennen.

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Erwarte ich am Ende zu viel von den Leuten?

Es ist ja nicht so, dass ich mich ständig freue Recht zu behalten. Eigentlich ist bei mir eher das Gegenteil des Fall: Ich würde mich gerne eines besseren Belehren lassen... So wie von Christian Streich gerade... Nur um das mal erwähnt zu haben. Der Mann hat mit seiner Einschätzung irgendwie auch recht...

Aber... nun ja... dieses Wochenende kam am Samstag um 17:57 der erste "Jetzt ist Hertha offizielle Bayern-Verfolger Artikel" raus... Da war der Spieltag noch nicht mal durch...

Und da fängt ja auch schon das größte Problem mit dem Sportjournalismus an: Die Redakteure sehen sich selber viel zu sehr als Verkäufer und viel zu wenig als Experten.
Das fiel mir nebenbei dieses Wochenende auf, bevor die Bundesliga-Berichterstattung überhaupt los ging... als Markus Opdenhövel direkt behauptete, dass das ja die spannendste Dritte Liga aller Zeiten ist... weil nach 10 Spieltagen den Tabellendritten und den Tabellen-16. (also Abstiegskämpfer und Aufstiegskämpfer) sagenhafte 3 Punkte trennen. Das Problem daran: Die Dritte Liga ist schon immer sehr eng. Solche Konstellationen sind nichts ungewöhnliches. So absurd das klingt.
Als gebürtiger Rostocker verfolge ich die Dritte Liga ja viel genauer, als mir persönlich lieb ist. Deswegen kann ich auch behaupten: Es gibt ganze 2 Dinge, auf die man sich in der Dritten Liga verlassen kann: Hansa Rostock wird am Ende irgendwie die Klasse halten und der VfL Osnabrück bricht am Ende ein und verspielt den Aufstieg. Der Rest... ist eine reine Lotterie.

Um mal zu belegen, wie belanglos die aktuelle angeblich ach so spannende Drittligatabelle wirklich ist: Die Würzburger Kickers standen letztes Jahr zur Winterpause mit 8 Punkten Rückstand auf Platz 3 im gesicherten Mittelfeld... Am Ende der Saison sind sie dann durchmarschiert.

Oh und an der Stelle sei nochmal Darmstadt 98 erwähnt, die nach der 2013er Saison eigentlich vor dem Abgrund Regionalliga standen und 12 Monate später ähnlich sensationell wie Würzburg als Dritter in die Zweite Liga aufgestiegen sind. Solche Geschichten sind in der Dritten Liga nichts ungewöhnliches.

Da gibt es natürlich auch Gründe für. Die meisten Drittligisten hangeln sich von Saison zu Saison. Und stellen sich im Sommer regelmäßig ein neues Team zusammen, da überraschend wenige ihrer Spieler einen Vertrag haben, der länger als 12 Monate läuft. Die Manager der Dritten Liga hoffen quasi allesamt, dass sie die Konstellation (um die 2-3 Fixpunkte im Kader) gefunden haben, die in dieser Saison zum Aufstieg reicht.
Deswegen spielen sich die Drittligisten im Endeffekt 30 Spieltage lang ein. Und erst 8 Spieltage vor Schluss lohnt es sich dann wirklich auf die Tabelle zu gucken. Und wer dann seinen Lauf kriegt, steigt am Ende auf. Genau so funktioniert im Wesentlichen die 3. Liga.
Und ja, Duisburg sieht gerade wie der sichere Aufsteiger aus... Allerdings mit lächerlichen 14 Toren nach 12 Spielen... wenn sich der Rest ein wenig besser auf deren Angriff einstellt, sind die ganz schnell da oben weg... Obwohl sie uns gerade als Überteam "verkauft" werden...

Da sind wir ja auch beim eigentlichen Grundproblem: Wenn Opdenhövel ehrlich und sachlich an diesen Teil seiner Sendung gehen würde... würde die Anmoderation eher so klingen:

"Wir zeigen ihnen jetzt die Dritte Liga. Das ist auch ganz lustig, weil man nie vorhersagen kann, wie es ausgeht. Aber wir zeigen ihnen am Ende keine Tabelle, weil die gerade genau genommen vollkommen egal ist. Wir hoffen aber, dass wir ihnen jetzt schon die Spieler vorstellen können, die dann im April den Aufstieg entscheiden werden. Bleiben sie also dran und merken sie sich die Namen."

Das klingt natürlich unglaublich unsexy. Deswegen lässt der Opdenhövel das natürlich. Denn seine Aufgabe ist es ja nicht, uns die Verhältnisse der Dritten Liga zu erklären... sondern uns diese als möglichst attraktiv zu verkaufen.

Deswegen (um ein weiteres aktuelles Beispiel zu nennen) erzählt uns der Kommentator von Darmstadt - Frankfurt ja auch nicht, was für ein unfassbar schlechtes Spiel wir da gerade sehen... sondern sagt die ganze Zeit "Bleiben sie dran, da kommt noch was ganz Großes!" Auch wenn das "ganz Große" nur ein Gurkentor ist...
Das schöne an der Sportschau ist dabei natürlich, dass sie mit solchen Ansagen wenigstens keine Werbeunterbrechungen einleiten... und ja, ich bin alt genug um genau das erlebt zu haben... damals, beim Privatfernsehen...

Aber bei den "Live-Kommentatoren" kann ich das ja noch fast nachvollziehen... Denn da hat die Übertragung ja auch 2 Seiten der Medaille. Denn wir als Zuschauer wollen halt auch unterhalten werden. Und wir fühlen uns im Durchschnitt eher schlecht unterhalten, wenn man uns permanent drauf hinweist, was für eine Grütze wir da gerade sehen...

Aber das die Nachtberichtserstattung oftmals dasselbe Niveau erreicht... stört mich halt definitiv...
Alle hoffen darauf, dass Hertha oder RB Leipzig wirklich zum Bayern-Jäger mutiert. Damit sie hinterher behaupten können: Das haben wir ja gleich gesagt. Das habt ihr als erste exklusiv bei uns gelesen. Und ja, genau dann wird das auch raus geholt.
Wenn ihr jetzt denkt: Der übertreibt doch, so was würde ein Fachmagazin doch nie machen... dann holt mal den Außenteil vom aktuellen Kicker raus. Glaubt ihr, der Kicker würde seine "Fiesta Mexicana" Schlagzeile noch mal ausgraben, wenn das damals die einzige Torvorlage von Marco Fabian geblieben wäre? Oder die ""Labbadias Aus wird die Probleme nicht lösen" Schlagzeile, wenn Markus Gisdol mit 7 Punkten gestartet wäre? Diese Dinge bauen sie nur ein, damit wir alle bemerken, dass sie und das ja vorausgesagt haben... So was stärkt halt unser Vertrauen in das Medium.

Aber: Niemand wird hinterher erwähnen, dass man die Hertha zum Bayern-Jäger gemacht hat, wenn sich die Tabelle normalisiert hat und die Hertha 10 bis 15 Punkte hinter den Bayern liegt... In dem Fall werden diese Schlagzeilen ganz schnell wieder ganz tief vergraben.

Und das ist halt ein grundlegendes Problem der Internet-Zeit: Es geht nicht mehr darum richtig zu berichten, es geht darum als erster eine möglichst prägnante Schlagzeile in den Umlauf zu bringen. Was die Journalistische Arbeit (hauptsächlich neben dem Sport, also wenn es um wirklich wichtige Dinge geht.) unfassbar schwierig macht. Denn wirklich gute Recherche-Arbeit kostet Zeit... Stumpfe Schlagzeilen dagegen nicht.
Und am Ende bringt der gut recherchierte Artikel auch noch weniger als die rausgerotzte Schlagzeile...

Dazu kommt natürlich, um zurück zum Sport zu kommen, der Leicster Faktor. Also dass da das Unvorhersehbare wirklich passiert ist. wirkt sich natürlich jetzt natürlich auf unsere Experten aus. Da will sich hinterher keiner Vorwerfen lassen, dass er das nicht hat kommen sehen. Da schreibt man doch lieber gleich seine Schlagzeilen, damit man hinterher behaupten kann: Wir haben gleich dran geglaubt...

Wie könnte man dieses Problem lösen? Nun ja, mit guter, detaillierter und tiefgründiger Analyse als Fachmagazin. Und wie ich mir das vorstellen könnte, beschreibe ich morgen. Yeah! Sequel Baiting.

Mittwoch, 28. September 2016

Wie soll man so eine sachliche Debatte führen?

Och nö ne? Nicht schon wieder RB... Und ja, genau darüber habe ich die letzten Tage auch viel nachgedacht: Muss ich mich schon wieder in "seitenlangen" Diskursen über den Umgang mit diesem neuen Verein beschweren? Am Ende glauben die Leute wirklich noch, dass ich selber ein Freund von denen bin...
Dann fiel mir auf: Es geht am Ende um etwas viel wichtigeres. RB dient in diesem Fall nur als Proxy fürs Medienkompetenztraining. Hah. 2 Große Worte. Das reicht als Legitimation.

Ich wäre ja wirklich mal an einer sachlichen Diskussion über RB interessiert. Letzte Woche habe ich dann verstanden, warum es diese gar nicht geben kann. Weil unsere Diskussionsgrundlage aus den Medien viel zu häufig so aussieht, wie in diesem Artikel bei den 11 Freunden.

Aus journalistischer Sicht ist dieser Artikel eine Katastrophe. Auf Augenhöhe mit der Bild. Denn als aller erstes sollte in einem Artikel niemals die Meinung des Journalisten im Vordergrund stehen. Die Teile, in denen es darum geht, kennzeichnet man als Kommentare oder Kolumnen. Oder verschiebt sie in seinen Hauseigenen Blog. Dieser Beitrag wurde aber als offizieller Artikel ins Web gestellt.
Und ja, jedem Journalisten ist es bewusst, dass man irgendwie immer seine eigene Meinung durchdrücken muss, weil man die subjektive Perspektive ja praktisch nie verlassen kann. Man kommt halt nicht aus seiner eigenen Haut. Und die Medien manipulieren an der Stelle immer. Der Anspruch eines guten Journalisten ist es aber, dass der Konsument gar nicht mitbekommt, dass er manipuliert wird. Weil die Meinung da nur sehr unterschwellig transportiert wird. Der Werbesologen "Bild dir deine Meinung" hat dieses Phänomen gerade zu pervers gut getroffen.

Und Christoph Biermann, der den Scheiß verzapft hat, ist Chefredakteur dieses Magazins... das sagt viel aus...

Als Journalist hast du ja genau genommen 2 Aufgaben.
1.) Informationen vermitteln. Oder Aufklärung betreiben. Wir verlassen uns darauf, dass die Journalisten uns erklären, was an Orten passiert, die wir nie selber erreichen können. Syrien und den Bundestag halt... Wir gehen davon aus, dass das Bild, dass uns der Journalist aus diesen Gebieten zeichnet, möglichst nah an der Wirklichkeit liegt. So dass ich hinterher zumindest in groben Zügen weiß, was in Syrien oder im Bundestag abgeht.
Auf dieser Ebene scheitert der Artikel einfach. Denn ich, der noch nie zu einem Bundesligaspiel von RB im Stadion war, lerne aus diesem Artikel eine einzige Sache: Der Autor hasst RB. Danke für die Information. Das hätte er genau so sachlich in 3 Worten ausdrücken können: "Ich hasse RB."

2.) Eine Diskussionsgrundlage schaffen. Das ist natürlich das Meisterwerk eines Journalisten. Er veröffentlicht einen sachlichen Beitrag und löst damit eine Debatte auf größerer oder höherer Ebene aus. Das funktioniert aber gerade bei emotionalen Themen wie RB auch nur, wenn man es schafft, mehr als eine Seite zu beleuchten.
Das Problem an diesem Propaganda Artikel ist ja... dass er echt alles an RB schlecht macht. Selbst die Spielweise, die von dem gesamten Produkt getragen wird und die die Bundesliga auf jeden Fall innerhalb des Grünen Vierecks bereichern wird. Das muss man erst Mal schaffen.
Hier mal ein Beispiel, wie das ganze hätte funktionieren können:

Dass die den ganzen Verein durchdringende Spielphilosophie die Bundesliga auf dem Platz eher bereichern wird, als der Hamburger SV oder der VfB Stuttgart, die alle 6 Monate das leitende Personal und damit auch das Grundkonzept austauschen, steht außer Frage. Man darf dabei aber nie vergessen, dass Dietrich Mateschitz als Patron diese Vereinsidentität nicht, wie ein Armin Stocker früher ein Freiburg oder ein Harald Strutz bis heute in Mainz, aus der persönlichen Überzeugung, dass dies die Beste Variante ist erfolgreich einen Verein zu führen, ausgerufen hat. Sondern einzig und allein weil er davon überzeugt ist, dass er so sein eigentliches Produkt am besten Vermarkten kann. Der attraktive und progressive Fußball ist dabei genau genommen nur ein teures Abfallprodukt, das Mittel zum Zweck und im wahrsten Sinne eine Aluminiumdose, aber nicht das Ziel des Vereins.

Man könnte halt auch einfach mal beide Seiten beleuchten. Den Leuten, die da ins Stadion gehen, ein gewissen Verständnis entgegen bringen. Anstatt so zu tun, dass die sich blind ein grotesk schlechtes Fußballspiel angucken und da dann trotzdem klatschen... Diese Leute dann aber darauf hinweisen, dass man sich mit der Motivationsgrundlage dieser Spielweise mal beschäftigen könnte... Dann könnte man vielleicht auch eine Diskussion in Gang treten. Zwischen den Freunden und den Feinden.

Stattdessen... passiert auf erster Ebene folgendes (und ja, so habe ich diesen Artikel gefunden): Die Feinde von RB posten diesen Artikel auf Facebook... die Freunde antworten darauf hin mit einer bissig-pissigen Antwort. Der Feind (der ja im realen Leben (oder zumindest im sozialen Netzwerk) mit dem Freund befreundet ist,) wundert sich dann, dass der RB Sympathisant so aggressiv reagiert und das man jetzt ja nur noch aneinander vorbei reden kann...
Das passiert halt, wenn man Propaganda Artikel teilt, auf den die Staatsmedien der DDR stolz wären...
Dem durchaus sinnvollen Diskurs über die Motivation von RB steht dieser Artikel eher im Weg als das er hilft.

Natürlich ist das in diesem Falle auch gar nicht das Ziel. Das Ziel war es, das möglichst viele Traditionsfans auf diesen Artikel klicken. Und sich hinterher die neuste Ausgabe kaufen, in denen es hauptsächlich um die Leiden der Traditionsfans geht... wie gefühlt in jeder dritten Ausgabe...

Aber welche Wirkung hat denn dieser Artikel erzielt? Und das ist der eigentlich Grund, warum ich mich doch dazu äußern musste. Denn die erste Reaktion war... eine Sitzblockade gegen den Mannschaftsbus und Transparente, die unter die Gürtellinie gingen. Herzlichen Glückwunsch, Herr Biermann, ihr Zündstoff ist in den Köpfen der Leute angekommen. Joseph Goebbels nominiert sie für den Preis zum Deutschen Journalisten des Jahres.

Und ja, dieses Wochenende blieb alles friedlich. Aber wie lange wird es dauern, bis Steine auf den Mannschaftsbus fliegen? Bis Leuchtraketen in den RB Fanblock fliegen? Bis diese Fans an den Autobahnraststätten bei Auswärtsfahrten angegriffen werden? Alles Sachen, die Fans von Traditionsklubs nachweislich im Repertoire haben, wenn sie auf Vereine treffen, die sie halt so gar nicht mögen.
Und wenn der erste RB Fan anstatt ins Stadion zu gehen ins Krankenhaus muss, wird sich Christoph Biermann fragen müssen, ob er da nicht seinen kleinen klick baitenden Teil dazu beigetragen hat...

Und wenn ihr jetzt denkt "Der übertreibt doch, so doof sind wir doch gar nicht." Ich habe euch ja Medienkompetenztraining versprochen. Erinnert euch einfach mal daran, wie schon zu Beginn der Flüchtlingskrise gegen Ausländer Stimmung gemacht worden ist. Angefangen bei den Faulen Griechen, bevor das mit der eigentlichen Krise los ging. Fortgeführt über die Titelblätter der großen Zeitungen: "Der Ansturm" und "Wie viele Flüchtlinge verträgt Deutschland". Und, als besonderes Wertvollen Highlight: "Was sie jetzt gegen die Asylflut tun können." Ja... das stand so auf dem Focus...
Jetzt könnt ihr natürlich behaupten: Aber das sind doch nur die Titelbilder, die Artikel sind bestimmt total ausgewogen und fundiert. Vielleicht. Aber wie viele lesen die Artikel? Also verglichen mit den 40 Millionen, die (bewusst oder unbewusst) die Zeitungen im Kiosk rumliegen sehen? Und die dann durch die Titelbilder eine Bedrohungssituation eingetrichtert bekommen...
Dass dies kein neues Phänomen ist, hat Hagen Rether schon vor Jahren im Scheibenwischer (als es den noch gab) anhand eines Spiegel-Jahres vorgeführt.

Und dann... stellt ihr auf einmal nicht mal überrascht fest, dass es allein in Nordrhein Westfalen dieses Jahr mehr Anschläge auf Flüchtlingsheime gab, als in ganz Deutschland vor 2 Jahren... und das die Täter gar nicht mehr nur Rechtsextreme Perspektivlose aus Ostdeutschland sind... auch wenn das in den Medien gerne zu einem Ostdeutschen Problem gemacht wird... 2015 wurden mehr als 1.000 Attacken auf Flüchtlingsheime gezählt. Die Zahl dürfte 2016 nicht zurück gehen.

Dann wird einem bewusst, dass die Brandsätze, die die Medien in unsere Köpfe setzen, wirklich zünden. Und dass die eine verdammt kurze Zündschnur haben.
Wichtig ist es, sich persönlich bewusst zu werden, wo diese Brandstifter überall sitzen können. Teilweise halt auch in Gebieten, bei denen man es gar nicht erwartet hätte. Und dass man dann diese Brandstifter im Rahmen seiner Möglichkeiten ächtet.