Heute in der beliebtesten Serie: Warum funktioniert der Video Assistent Referee bei uns einfach nicht? Und könnte das an uns liegen?
Es vergeht ja quasi kein Bundesligawochenende ohne Diskussionen über diese Neuerung. Diese Woche kam Bruno Labbadia zum "Da brauchen wir keinen Videoschiedsrichter". Ein Punkt, den jede Woche jemand anderes erreicht.
Und ja, die Fälle in Wolfsburg und auf Schalke zeigen uns auch nur, dass der VAR nicht verhindert, dass Fehler passieren. Das ist anders nicht zu erklären. Und so viel zur "Der Videoassistent wird die Diskussionen um Elfmeter eindämmen"...
Was aber nicht mehr so leicht erklärt werden kann, sind die Situationen und München und in Gladbach: Hier haben wir 2 Handspiele im Strafraum. Bei dem einen gibt es direkt Elfmeter. Bei dem anderen wird der VAR bemüht und auf Eckball entschieden...
Und hier ist das faszinierende: Der Kicker gibt an, dass beide Schiedsrichter richtig entschieden haben. Also bei den Düsseldorfern heißt es "Bei Ayhans Handspiel Elfmeter zu geben, war laut der seit Saisonbeginn geltenden Regelauslegung korrekt." Bei dem Freiburgern war es dagegen korrekt "das Handspiel von Gulde nicht als strafwürdig anzusehen."Wartet was?
Vielleicht sollten sich die Kicker-Redakteure das Foto in ihrer eigenen Printausgabe nochmal genau ansehen und sich in Erinnerung rufen, dass nicht Ayhans ausgestreckte, sondern die angelegte Hand angeschossen wurde... das ist jetzt spontan die einzige Erklärung, wie der Kicker zu diesem Schluss kommen kann... außer man geht schon wieder in die "Warum dürfen Ahnungslose hauptberuflich über Fußball schreiben" Richtung, die ich heute mal vermeiden wollte.
Bei Gulde springt der Ball dagegen gegen die ausgestreckte Hand. Aus derselben Entfernung und in wesentlich geringerer Geschwindigkeit... Also wenn einer der beiden Verteidiger eine theoretische Chance gehabt hätte den Arm aus dem Weg zu nehmen, dann wäre das definitiv der Freiburger gewesen.
Wir haben also 2 deckungsgleiche Aktionen am selben Wochenende. Und selbst unsere Journalisten kommen nach der Sichtung des Bildmaterials und der Interpretation derselben Regel zu unterschiedlichen Schlüssen. Und in genau dem Moment finden wir das eigentliche Problem, dass der VAR nicht lösen kann:
Wenn 2 Leute 2 identische Szenen analysieren und zu unterschiedlichen Regelauslegungen kommen können, dann ist die Regel Scheiße.
Denn genau genommen haben Regeln eine Aufgabe: Dass identische Szenen gleich bewertet werden. Also einfachstes Beispiel: Wenn ich als Feldspieler die Suarez mache und ein Tor mit der Hand verhindere, kriege ich dafür Rot. In der 3. Kreisklasse und im WM Halbfinale. Wenn ich aber aus kurzer Distanz angeschossen werde, gibt es, unabhängig von der eigentlichen Entscheidung des Schiedsrichters 3 Optionen: Klare Fehlentscheidung, die widerlegt wird, richtige Entscheidung, die bestätigt wird und keine klare Fehlentscheidung, deswegen kein Fall für den VAR. Welche Option bei welcher Interpretation des Schiedsrichters angewendet wird, wird gefühlt ausgewürfelt. Und das ja in beide Richtungen. Also es gibt Handspiele, wo der Schiedsrichter auf Weiterspielen entscheidet und der VAR mit "Das war ne klare Fehlentscheidung" eingreift. Und es gibt Elfmeter, die zurück genommen werden...
Dieselbe Debatte hatten wir nebenbei vor einem Jahr, als Schalke (gegen die Bayern) einen Handelfmeter verursacht und ein paar Wochen später für dieselbe Aktion nach eingreifen des VARs einen Eckball bekommt. Und das ist, gerade beim Handspiel, der eigentliche Diskurs, den wir führen müssen: Wie schaffen wir es eine Regel zu formulieren, die konstant angewendet werden kann?
Mein Vorschlag steht da auch schon länger als es den VAR gibt: Gebt für beide Handspiele einfach einen indirekten Freistoß, dass ist eine faire Bestrafung in einem Spiel, dass halt per Namen mit dem Fuß und nicht mit der Hand gespielt werden muss. Wann immer jemand einen Ball unabsichtlich an die Hand bekommt, gibt es diesen indirekten Freistoß. Das ist einfach und nachvollziehbar für jeden.
Aber wir regen uns ja lieber über den VAR auf, anstatt die eigentlichen Diskurse, die dessen Probleme lösen könnten, zu beheben... Und ja, die Handspiele im Strafraum sind die "Mutter aller Probleme": Wenn man dafür endlich mal eine brauchbare Regel finden würde, könnte man viele Ungerechtigkeiten und Diskussionsgrundlagen lösen... Aber solange wir da keine Grundlage finden, werden wir auch noch über den VAR schimpfen...
Posts mit dem Label Videobeweis werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Videobeweis werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Dienstag, 6. November 2018
Dienstag, 28. August 2018
Warum können "wir" das mit dem Videobeweis nicht?
Dafür muss es doch Gründe geben... also es kann doch nicht sein, dass der VAR in der Bundesliga zum großen Flughafen wird... Wir sind doch die gut organisierten Deutschen... wenn die korrupte Fifa und ihre Freizeitschiedsrichter aus Entwicklungsländern das hinbekommt... Vor allem mit haufenweise Deutscher Beteiligung... Kann doch nicht angehen?
Oder kann man es sachlich erklären? Hmm... versuchen wir es mal...
Also eine Sache wird man halt auch kaum in Frage stellen: Das Tempo bei einer Weltmeisterschaft ist einfach niedriger als in der Bundesliga. Auch wenn die gerade weit weg von der Weltspitze zu sein scheint, hat sie doch eine höhere Intensität in den Zweikämpfen als Marroko - Iran... was auch nicht wirklich überrascht. Und höheres Tempo führt halt auch zu mehr schwierigen Entscheidungen. Und ja, bis zum Viertelfinale ist eine WM einfach einfacher zu leiten als ein Bundesligaspiel.
Das erste Grundproblem des Videobeweises ist aber halt: Wir wenden den immer noch falsch an. Vergleichen wir einfach mal 2 Szenen: Zunächst hätten wir Vedad Ibisevic, der angeblich in der Entstehung des 1:0 Georg Margreitter gefoult hat... Weshalb der Videobeweis ausgelöst wurde und Nürnberg jetzt jammern darf... Auf der anderen Seite haben wir Diego Costa, der für Spanien Pepe aus dem Weg räumt um das zwischenzeitliche 1:1 zu erzielen... Was keine Überprüfung auslöst... was für unsere Deutschen Sportkommentatoren "unglaublich" ist. Und klar, das war eine Fehlentscheidung. Aber nicht jede Fehlentscheidung auf dem Platz löst den Videoassistenten aus... dann würde man ja gar nicht mehr zum spielen kommen...
Vergleichbar ist nebenbei auch das letzte Tor im DFB Pokalfinale, als auch völlig unmotiviert die Stimmung gekappt wurde, weil tief in der Frankfurter Hälfte eventuell ein Foul passiert ist.
Bei der WM gab es da eine einfache und nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage: Wenn du selber noch 4 Chancen hast, das Tor zu verhindern, wie es bei den Nürnbergern ja war, dann suche die Schuld bei deinen eigenen Fehlern, nicht bei dem des Schiedsrichters. Und das war gut so.
Genau so sollte man das auch einfach kommunizieren: Der Videoassistent greift nur bei der direkten Toraktion und nicht bei der Entstehung ein. Mit allen anderen Fällen hat der VAR nichts am Hut.
Und solange das jeder weiß und man sich konstant drauf einstellen kann, kann damit auch jeder arbeiten. Das wichtige am VAR ist ja, dass er konstant arbeitet. Und nur in den wirklich entscheidenden Szenen eingreift. Gerade der Ibisevic-Margreitter Zweikampf war halt einfach nicht entscheidend. Und die ganze Debatte kommt nur auf, weil das Tor halt völlig unmotiviert überprüft wurde. Genau bei diesen Szenen will der Fan das halt nicht. Denn dann musst du wirklich jedes Tor überprüfen, denn irgendwas ist ja immer...
Der 2. große Unterschied mag im ersten Moment absurd klingen... aber: Wir gucken die WM halt Emotionsloser. Also abgesehen von den 3 Deutschland-Spielen. Und bei den Deutschland-Spielen war der eine VAR Einsatz so offensichtlich, dass selbst der größte Hardcore Fan den Sinn der Aktion einsehen konnte.
Aber genau genommen war der Einsatz des VARs bei der WM gar nicht so perfekt, wie wir alle geglaubt haben... es war uns nur scheiß-egal, wenn irgend so ein Drecksland wie Serbien verpfiffen wurde, obwohl das eigentlich gar nicht gehen sollte... Wir berichten dann lieber darüber, wie absurd die Überreaktion von Mladen Kristajic doch war... und das ein Kriegsverbrechertribunal im Fußball nichts verloren hat... während die entscheidende Szene es nicht mal ins Youtube Video schafft.
Aber jetzt stellt euch mal vor Deutschland hätte einen aus unserer Sicht natürlich eindeutigen Elfmeter nicht bekommen... und der VAR hätte auch nicht eingegriffen... da wäre doch sofort ne Spontandemo in Chemnitz einberufen worden... Mit Linken und Rechten auf derselben Seite... Jürgen Kohler hätte sich mal wieder gefragt, warum eigentlich immer wir Deutschen bestraft werden... Und wir hätten eine endlos lange Debatte darüber geführt, wie sinnlos doch der Videoschiedsrichter ist, wenn er in solchen Momenten nicht eingreift... Diese Debatte hätten wir so lange und intensiv geführt, dass Horst ungestört seine Konzentrationslager hätte einführen können... also ohne eine Regierungskrise auszulösen... weil wir mit anderen Dingen beschäftigt gewesen wären...
Da es aber nur ein Land betraf, dass der gemeine Deutsche nicht auf einer Landkarte finden würde... (und ja, ich würde selber grob auf irgendwo in Jugoslawien zeigen, aber wo genau da Serbien ist...) ist es uns auch relativ egal, wenn die bei einer WM verpfiffen werden...
Nebenbei werden die Kroaten für den Rest ihres Lebens darüber diskutieren, warum der Freistoß vorm 1:0 gegeben wurde... und warum der VAR nicht beim Elfmeter eingegriffen hat... Aber der gemeine Deutsche ist sich ja noch nicht mal sicher, ob Kroatien ne Grenze zu Serbien hat oder nicht... So who cares?
Wenn dagegen ein Bundesligist, nehmen wir ausnahmsweise mal die Bayern, die Frage geklärt haben wollen: Ist der Strafraum eigentlich eine Liegewiese, und wenn ja für wen?
Dann hängt sich ganz Fußballdeutschland in die Debatte mit rein... und alle kommen zu dem Schluss: Für Franck Ribery auf jeden Fall... die einen, weil sie meinen, dass es ein ganz klarer Elfmeter ist, die anderen, weil sie sich fragen, warum der VAR nicht eingegriffen hat...
Da jeder Pissverein 40.000 Fans hinter sich hat... diskutieren also über jeden Pfiff immer mindestens 80.000 Fanatiker. Und die eine Hälfte sagt immer "Klare Fehlentscheidung"... obwohl es meistens eher eine "Kann Entscheidung" ist.
Dann wird die Entscheidung durch 50.000 Talkshows getrieben... und so der ganze Sonntag damit gefüllt. Und deswegen entsteht selbst bei richtigen VAR Einsätzen hinterher die große Debatte... weil natürlich die Talkshow-Sender auch ihr gesteigertes Interesse daran haben...
Das sind die beiden Hauptgründe, warum es in Deutschland bei diesem Phänomen keinen Fortschritt gibt. Und alles, was die DFL machen kann, ist mal (auch für die eigenen Schiedsrichter) eindeutig zu erklären, wann der Eingriff kommen kann: Bei der Torerzielung, bei Elfmetern, bei Platzverweisen und bei Spieler-Verwechslungen.
Und dann muss die DFL auch mal den Arsch in der Hose haben und sagen: "Den Zweikampf von Ibisevic zu überprüfen, war einfach falsch. Lasst das in Zukunft." Dann könnten sich alle besser orientieren...
Hoffentlich machen die das wenigstens intern... Denn solange die Bundesliga nicht die eindeutige und einfach Fifa Vorgabe übernimmt, wird die Debatte jedes Wochenende eskalieren...
Oder kann man es sachlich erklären? Hmm... versuchen wir es mal...
Also eine Sache wird man halt auch kaum in Frage stellen: Das Tempo bei einer Weltmeisterschaft ist einfach niedriger als in der Bundesliga. Auch wenn die gerade weit weg von der Weltspitze zu sein scheint, hat sie doch eine höhere Intensität in den Zweikämpfen als Marroko - Iran... was auch nicht wirklich überrascht. Und höheres Tempo führt halt auch zu mehr schwierigen Entscheidungen. Und ja, bis zum Viertelfinale ist eine WM einfach einfacher zu leiten als ein Bundesligaspiel.
Das erste Grundproblem des Videobeweises ist aber halt: Wir wenden den immer noch falsch an. Vergleichen wir einfach mal 2 Szenen: Zunächst hätten wir Vedad Ibisevic, der angeblich in der Entstehung des 1:0 Georg Margreitter gefoult hat... Weshalb der Videobeweis ausgelöst wurde und Nürnberg jetzt jammern darf... Auf der anderen Seite haben wir Diego Costa, der für Spanien Pepe aus dem Weg räumt um das zwischenzeitliche 1:1 zu erzielen... Was keine Überprüfung auslöst... was für unsere Deutschen Sportkommentatoren "unglaublich" ist. Und klar, das war eine Fehlentscheidung. Aber nicht jede Fehlentscheidung auf dem Platz löst den Videoassistenten aus... dann würde man ja gar nicht mehr zum spielen kommen...
Vergleichbar ist nebenbei auch das letzte Tor im DFB Pokalfinale, als auch völlig unmotiviert die Stimmung gekappt wurde, weil tief in der Frankfurter Hälfte eventuell ein Foul passiert ist.
Bei der WM gab es da eine einfache und nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage: Wenn du selber noch 4 Chancen hast, das Tor zu verhindern, wie es bei den Nürnbergern ja war, dann suche die Schuld bei deinen eigenen Fehlern, nicht bei dem des Schiedsrichters. Und das war gut so.
Genau so sollte man das auch einfach kommunizieren: Der Videoassistent greift nur bei der direkten Toraktion und nicht bei der Entstehung ein. Mit allen anderen Fällen hat der VAR nichts am Hut.
Und solange das jeder weiß und man sich konstant drauf einstellen kann, kann damit auch jeder arbeiten. Das wichtige am VAR ist ja, dass er konstant arbeitet. Und nur in den wirklich entscheidenden Szenen eingreift. Gerade der Ibisevic-Margreitter Zweikampf war halt einfach nicht entscheidend. Und die ganze Debatte kommt nur auf, weil das Tor halt völlig unmotiviert überprüft wurde. Genau bei diesen Szenen will der Fan das halt nicht. Denn dann musst du wirklich jedes Tor überprüfen, denn irgendwas ist ja immer...
Der 2. große Unterschied mag im ersten Moment absurd klingen... aber: Wir gucken die WM halt Emotionsloser. Also abgesehen von den 3 Deutschland-Spielen. Und bei den Deutschland-Spielen war der eine VAR Einsatz so offensichtlich, dass selbst der größte Hardcore Fan den Sinn der Aktion einsehen konnte.
Aber genau genommen war der Einsatz des VARs bei der WM gar nicht so perfekt, wie wir alle geglaubt haben... es war uns nur scheiß-egal, wenn irgend so ein Drecksland wie Serbien verpfiffen wurde, obwohl das eigentlich gar nicht gehen sollte... Wir berichten dann lieber darüber, wie absurd die Überreaktion von Mladen Kristajic doch war... und das ein Kriegsverbrechertribunal im Fußball nichts verloren hat... während die entscheidende Szene es nicht mal ins Youtube Video schafft.
Aber jetzt stellt euch mal vor Deutschland hätte einen aus unserer Sicht natürlich eindeutigen Elfmeter nicht bekommen... und der VAR hätte auch nicht eingegriffen... da wäre doch sofort ne Spontandemo in Chemnitz einberufen worden... Mit Linken und Rechten auf derselben Seite... Jürgen Kohler hätte sich mal wieder gefragt, warum eigentlich immer wir Deutschen bestraft werden... Und wir hätten eine endlos lange Debatte darüber geführt, wie sinnlos doch der Videoschiedsrichter ist, wenn er in solchen Momenten nicht eingreift... Diese Debatte hätten wir so lange und intensiv geführt, dass Horst ungestört seine Konzentrationslager hätte einführen können... also ohne eine Regierungskrise auszulösen... weil wir mit anderen Dingen beschäftigt gewesen wären...
Da es aber nur ein Land betraf, dass der gemeine Deutsche nicht auf einer Landkarte finden würde... (und ja, ich würde selber grob auf irgendwo in Jugoslawien zeigen, aber wo genau da Serbien ist...) ist es uns auch relativ egal, wenn die bei einer WM verpfiffen werden...
Nebenbei werden die Kroaten für den Rest ihres Lebens darüber diskutieren, warum der Freistoß vorm 1:0 gegeben wurde... und warum der VAR nicht beim Elfmeter eingegriffen hat... Aber der gemeine Deutsche ist sich ja noch nicht mal sicher, ob Kroatien ne Grenze zu Serbien hat oder nicht... So who cares?
Wenn dagegen ein Bundesligist, nehmen wir ausnahmsweise mal die Bayern, die Frage geklärt haben wollen: Ist der Strafraum eigentlich eine Liegewiese, und wenn ja für wen?
Dann hängt sich ganz Fußballdeutschland in die Debatte mit rein... und alle kommen zu dem Schluss: Für Franck Ribery auf jeden Fall... die einen, weil sie meinen, dass es ein ganz klarer Elfmeter ist, die anderen, weil sie sich fragen, warum der VAR nicht eingegriffen hat...
Da jeder Pissverein 40.000 Fans hinter sich hat... diskutieren also über jeden Pfiff immer mindestens 80.000 Fanatiker. Und die eine Hälfte sagt immer "Klare Fehlentscheidung"... obwohl es meistens eher eine "Kann Entscheidung" ist.
Dann wird die Entscheidung durch 50.000 Talkshows getrieben... und so der ganze Sonntag damit gefüllt. Und deswegen entsteht selbst bei richtigen VAR Einsätzen hinterher die große Debatte... weil natürlich die Talkshow-Sender auch ihr gesteigertes Interesse daran haben...
Das sind die beiden Hauptgründe, warum es in Deutschland bei diesem Phänomen keinen Fortschritt gibt. Und alles, was die DFL machen kann, ist mal (auch für die eigenen Schiedsrichter) eindeutig zu erklären, wann der Eingriff kommen kann: Bei der Torerzielung, bei Elfmetern, bei Platzverweisen und bei Spieler-Verwechslungen.
Und dann muss die DFL auch mal den Arsch in der Hose haben und sagen: "Den Zweikampf von Ibisevic zu überprüfen, war einfach falsch. Lasst das in Zukunft." Dann könnten sich alle besser orientieren...
Hoffentlich machen die das wenigstens intern... Denn solange die Bundesliga nicht die eindeutige und einfach Fifa Vorgabe übernimmt, wird die Debatte jedes Wochenende eskalieren...
Mittwoch, 25. April 2018
Wir müssen über den Videobeweis reden - Folge e
Ja, wir sind bei der Eulerschen Zahl angekommen... denn die Debatte ist längst irrational und transzendent...
Das ist ja das Lustigste an der ganzen Geschichte: Als der Videobeweis eingeführt haben, befürchteten ja alle, dass wir deswegen nicht mehr unsere Kneipendiskussionen über die schönste Nebensache der Welt führen können... Weil die Technik ja jegliche Fehlentscheidungen ausschließt und uns damit eine wichtige Diskussionsgrundlage nimmt... Stellt sich heraus, dass wir mehr diskutieren. Auch wenn der "So verliert der Fußball seine Seele" Duktus geblieben ist...
Die Lektionen des Videobeweises sind ja nicht mal grundlegend Schlechte. Man kann dadurch echt viel über den Fußball und vor allem sein Regelwerk erfahren. Und wie erstaunlich unkonkret das doch ist...
Da stehen dann unter "Verwarnungswürdige Vergehen" folgende Punkte:
- Unsportliches Betragen
- Protestieren/ Reklamieren durch Worte oder Handlungen
- wiederholtes verstoßen gegen die Spielregeln
- Verzögerung der Aufnahme des Spiels
- Ignorieren des vorgegeben Abstands bei Eckstoss, Freistoss oder Einwurf (Faszinierender Weise nicht beim Abstoß... hmm... Und ja, die schreiben das im Deutschen Regelwerk auch mit "ss")
- (Wieder-)Betreten des Spielfeldes ohne Erlaubnis des Schiedsrichters
- absichtliches Verlassen des Spielfeldes ohne Erlaubnis des Schiedsrichters
Das faszinierende daran ist ja: 1.) Da steht nichts vom taktischen Foul, obwohl wir alle davon ausgingen, dass ein taktisches Foul eine Verwarnung nach sich zieht...
2.) Keiner der Punkte trifft auf die Gelb-Rote Karte von Caglar Söyüncü zu und trotzdem bekam er einen Platzverweis zugesprochen.
Söyüncü spielte insgesamt 2 Mal Foul, sah aber für jedes Vergehen sofort Gelb. So viel zum "wiederholten Verstoß gegen die Regeln"... Das einzige, was an seinem Betragen eventuell "unsportlich" war, ist wohl der Fakt, dass er in einem Abstiegskrimi als Verteidiger nur 2 Fouls begangen hat... Und protestiert hat er ja erst nach dem Platzverweis, eine Dritte Gelbe Karte hätte er dann wohl verdient gehabt.
Aber jetzt kommt die Pointe: Für sich genommen ist der Platzverweis trotzdem keine Fehlentscheidung. Wenn man seit mehr als 3 Wochen Fußball spielt und dann, obwohl man schon verwarnt ist, so ein Foul in der gegnerischen Hälfte begeht, muss man davon ausgehen, dass man vom Platz fliegt.
Die Freiburger hätten sich über den Platzverweis an sich auch gar nicht so sehr aufgeregt. Denn jetzt kommt das eigentlich komplizierte am angeblich so einfachen Spiel Fußball: Dieser Vorfall wird durch den Kontext zu einer krassen und klaren Fehlentscheidung.
Denn eine Minute vor Söyüncü foult der bereits verwarnte Matti Steinmann ebenfalls robust seinen Gegenspieler. Und es ist bereits sein drittes Foul... Aber Schiedsrichter Benjamin Cortus entscheidet sich hier gegen eine knallharte Auslegung der Regeln... nur um sie 60 Sekunden später extrem pingelig anzuwenden. Und genau das funktioniert einfach nicht.
Ein Schiedsrichter hat ja genau genommen eine Aufgabe: Die passende Linie zu finden, an der sich alle Spieler orientieren können, und diese dann durchzuziehen, damit das Spiel ordentlich über die Runden geht.
Und ja, hin und wieder passiert es einem Schiedsrichter, dass er die Linie anfangs zu lasch ansetzt und dann doch irgendwann durchgreifen muss. Und da den Richtigen Zeitpunkt zu finden ist verdammt schwierig. Genau so, wie es gerade in unteren Klassen Schiedsrichter gibt, die sich am Ende in die Bredouille bringen, weil sie am Anfang zu schnell Gelb ziehen und dann am Ende für Nichtigkeiten Platzverweise verteilen müssen... Oder halt die Zügel doch irgendwann lockerer lassen...
Aber beim Foul des Freiburgers war ein spontanes Anziehen des Strafmaßes definitiv unangebracht...
Und da kommt ja immer das Gefühl der Benachteiligung (also abgesehen davon, dass man natürlich alle Entscheidungen durch seine Vereinsbrille sieht) her: Wenn der Schiedsrichter für dasselbe oder ähnliche Vergehen unterschiedliche Strafen ausspricht.
Ein weiteres aktuelles Beispiel hierfür ist Sascha Stegemann, der erst auf der einen Seite für einen minimalen Kontakt Elfmeter gibt, dann auf der anderen Seite nicht. Wenn er sich in beiden Momenten gleich entscheidet, macht ihm keiner Vorwürfe, so landet er bei einer 4,5...
Und das wird der Moment, in dem einem bewusst wird, dass die Aufgabe des Videoschiedsrichters eigentlich unlösbar ist. Denn um seinen eigenen Job (also Fehlentscheidungen ausschließen und Ungerechtigkeiten verhindern) wirklich zu verhindern, muss er immer das Große Ganze im Blick haben... und genau diesen Kontext auch schnell vermitteln...
Also im Fall Cortus - Söyüncü hätte er seinem Kollegen direkt ein "HALT!!! DAS KANNST DU NICHT MACHEN!" ins Ohr brüllen müssen, sobald die Hand Richtung Brusttasche geht. Und ihn dann darauf hinweisen, dass das jetzt eine krasse Fehlentscheidung wäre, weil er sich eben gerade noch anders entschieden hat... Er muss jetzt dem Freiburger dieselbe letzte Ermahnung geben, die er gerade den Hamburger gegeben hat.
Aber wie soll das bitte schön funktionieren? Ohne dass die Autorität des Schiedsrichters untergraben wird? Oder ohne dass der Schiedsrichter wahnsinnig wird, weil er ständig eine Stimme im Ohr hört...
Aber solche Sachen werden einem halt bewusst, wenn man sich dank des Videoassistenten auf ein Mal mit der Frage beschäftigt: "Was sind eigentlich krasse Fehlentscheidungen"... und wenn man diese Debatte jetzt vernünftig führt, verliert der Fußball dadurch nicht seine Seele, sondern wir werden bessere Konsumenten.
Das ist ja das Lustigste an der ganzen Geschichte: Als der Videobeweis eingeführt haben, befürchteten ja alle, dass wir deswegen nicht mehr unsere Kneipendiskussionen über die schönste Nebensache der Welt führen können... Weil die Technik ja jegliche Fehlentscheidungen ausschließt und uns damit eine wichtige Diskussionsgrundlage nimmt... Stellt sich heraus, dass wir mehr diskutieren. Auch wenn der "So verliert der Fußball seine Seele" Duktus geblieben ist...
Die Lektionen des Videobeweises sind ja nicht mal grundlegend Schlechte. Man kann dadurch echt viel über den Fußball und vor allem sein Regelwerk erfahren. Und wie erstaunlich unkonkret das doch ist...
Da stehen dann unter "Verwarnungswürdige Vergehen" folgende Punkte:
- Unsportliches Betragen
- Protestieren/ Reklamieren durch Worte oder Handlungen
- wiederholtes verstoßen gegen die Spielregeln
- Verzögerung der Aufnahme des Spiels
- Ignorieren des vorgegeben Abstands bei Eckstoss, Freistoss oder Einwurf (Faszinierender Weise nicht beim Abstoß... hmm... Und ja, die schreiben das im Deutschen Regelwerk auch mit "ss")
- (Wieder-)Betreten des Spielfeldes ohne Erlaubnis des Schiedsrichters
- absichtliches Verlassen des Spielfeldes ohne Erlaubnis des Schiedsrichters
Das faszinierende daran ist ja: 1.) Da steht nichts vom taktischen Foul, obwohl wir alle davon ausgingen, dass ein taktisches Foul eine Verwarnung nach sich zieht...
2.) Keiner der Punkte trifft auf die Gelb-Rote Karte von Caglar Söyüncü zu und trotzdem bekam er einen Platzverweis zugesprochen.
Söyüncü spielte insgesamt 2 Mal Foul, sah aber für jedes Vergehen sofort Gelb. So viel zum "wiederholten Verstoß gegen die Regeln"... Das einzige, was an seinem Betragen eventuell "unsportlich" war, ist wohl der Fakt, dass er in einem Abstiegskrimi als Verteidiger nur 2 Fouls begangen hat... Und protestiert hat er ja erst nach dem Platzverweis, eine Dritte Gelbe Karte hätte er dann wohl verdient gehabt.
Aber jetzt kommt die Pointe: Für sich genommen ist der Platzverweis trotzdem keine Fehlentscheidung. Wenn man seit mehr als 3 Wochen Fußball spielt und dann, obwohl man schon verwarnt ist, so ein Foul in der gegnerischen Hälfte begeht, muss man davon ausgehen, dass man vom Platz fliegt.
Die Freiburger hätten sich über den Platzverweis an sich auch gar nicht so sehr aufgeregt. Denn jetzt kommt das eigentlich komplizierte am angeblich so einfachen Spiel Fußball: Dieser Vorfall wird durch den Kontext zu einer krassen und klaren Fehlentscheidung.
Denn eine Minute vor Söyüncü foult der bereits verwarnte Matti Steinmann ebenfalls robust seinen Gegenspieler. Und es ist bereits sein drittes Foul... Aber Schiedsrichter Benjamin Cortus entscheidet sich hier gegen eine knallharte Auslegung der Regeln... nur um sie 60 Sekunden später extrem pingelig anzuwenden. Und genau das funktioniert einfach nicht.
Ein Schiedsrichter hat ja genau genommen eine Aufgabe: Die passende Linie zu finden, an der sich alle Spieler orientieren können, und diese dann durchzuziehen, damit das Spiel ordentlich über die Runden geht.
Und ja, hin und wieder passiert es einem Schiedsrichter, dass er die Linie anfangs zu lasch ansetzt und dann doch irgendwann durchgreifen muss. Und da den Richtigen Zeitpunkt zu finden ist verdammt schwierig. Genau so, wie es gerade in unteren Klassen Schiedsrichter gibt, die sich am Ende in die Bredouille bringen, weil sie am Anfang zu schnell Gelb ziehen und dann am Ende für Nichtigkeiten Platzverweise verteilen müssen... Oder halt die Zügel doch irgendwann lockerer lassen...
Aber beim Foul des Freiburgers war ein spontanes Anziehen des Strafmaßes definitiv unangebracht...
Und da kommt ja immer das Gefühl der Benachteiligung (also abgesehen davon, dass man natürlich alle Entscheidungen durch seine Vereinsbrille sieht) her: Wenn der Schiedsrichter für dasselbe oder ähnliche Vergehen unterschiedliche Strafen ausspricht.
Ein weiteres aktuelles Beispiel hierfür ist Sascha Stegemann, der erst auf der einen Seite für einen minimalen Kontakt Elfmeter gibt, dann auf der anderen Seite nicht. Wenn er sich in beiden Momenten gleich entscheidet, macht ihm keiner Vorwürfe, so landet er bei einer 4,5...
Und das wird der Moment, in dem einem bewusst wird, dass die Aufgabe des Videoschiedsrichters eigentlich unlösbar ist. Denn um seinen eigenen Job (also Fehlentscheidungen ausschließen und Ungerechtigkeiten verhindern) wirklich zu verhindern, muss er immer das Große Ganze im Blick haben... und genau diesen Kontext auch schnell vermitteln...
Also im Fall Cortus - Söyüncü hätte er seinem Kollegen direkt ein "HALT!!! DAS KANNST DU NICHT MACHEN!" ins Ohr brüllen müssen, sobald die Hand Richtung Brusttasche geht. Und ihn dann darauf hinweisen, dass das jetzt eine krasse Fehlentscheidung wäre, weil er sich eben gerade noch anders entschieden hat... Er muss jetzt dem Freiburger dieselbe letzte Ermahnung geben, die er gerade den Hamburger gegeben hat.
Aber wie soll das bitte schön funktionieren? Ohne dass die Autorität des Schiedsrichters untergraben wird? Oder ohne dass der Schiedsrichter wahnsinnig wird, weil er ständig eine Stimme im Ohr hört...
Aber solche Sachen werden einem halt bewusst, wenn man sich dank des Videoassistenten auf ein Mal mit der Frage beschäftigt: "Was sind eigentlich krasse Fehlentscheidungen"... und wenn man diese Debatte jetzt vernünftig führt, verliert der Fußball dadurch nicht seine Seele, sondern wir werden bessere Konsumenten.
Dienstag, 17. April 2018
Ist das noch absurd? Oder doch schon Satire?
Einer Sache kann man sich ja dieser Saison sicher sein: Immer, wenn man denkt, man hat alles gesehen, was der Videobeweis anrichten kann... kommt ein neues Highlight.
Nach diesen Spieltag reden alle nur darüber, wie... sagen wir unglücklich, es war, dass man 7 Minuten brauchte um den Videobeweis anzuwenden... das waren auch schon wieder Situationen, mit denen keiner gerechnet hat...
Theoretischer Weise... hatte der SC Freibrug 7 Minuten Zeit um das 1:1 vor dem Führungstor zu erzielen... aber bei Freiburgs derzeitiger Torgefahr, ist das eine sehr, sehr abstrakte Theorie... Ich sag das mal so: Dem Spiel war anzusehen, dass die beiden Mannschaften mit dem wenigsten Ballbesitz gegeneinander antreten... Dass Pablo de Blasis dann noch die Einladung von Alexander Schwolow an den Innenpfosten schoss... was einfach nur passend. Nicht, dass er sich wirklich Sorgen machen musste... Wenn der Ball nicht direkt ins Tor gesprungen wäre, hätte ein Freiburger ihn über die Torlinie gestolpert... Ganz bestimmt...
Denn eines ist an diesem Wochenende auch deutlich geworden: Die einzigen, die wirklich aktiv dafür kämpfen, dass diese beiden Mannschaften weiterhin am Samstag um 15:30 antreten dürfen, waren die Fans...
Aber ja, mindestens eine dieser Mannschaften muss am Ende die Klasse halten... Das eigentlich wirklich absurde ist ja... dass einer der beiden definitiv die Klasse halten muss...
Und ja, an der Stelle geht mein persönlicher Dank an die Freiburger: Die haben es dem Hamburger SV jetzt wirklich schwer gemacht.Wenn sie es jetzt noch nächstes Wochenende irgendwie schaffen ein Unentschieden zu holen...
Aber das eigentliche Problem mit dem Videoschiedsrichter... ist ja das, worüber keiner redet: Der Führungstreffer, den Berliner gegen Köln erzielen. Also die Szene zeigt ja, wie dämlich die Umsetzung des Videoschiedsrichters eigentlich ist. Und wie immer sind die Kölner das auserwählte Testobjekt um solche Probleme aufzuzeigen...
Also hier kurz das Szenario: Mathew Leckie verursacht im Zweikampf mit Jonas Hector einen Einwurf für die Kölner... der aber, was eine klare Fehlentscheidung ist, den Berlinern zugesprochen wird... welche ihn schnell ausführen und dadurch in die Position kommen, dass 2:1 zu erzielen...
Und ja, eigentlich müsste der Videoschiedsrichter da eingreifen und sagen "Lasst uns mit nem Einwurf weiter machen." Klingt übertrieben? Ist es aber definitiv nicht.
Also stellt euch einfach mal vor, das ganze wäre nicht über einen Einwurf passiert... sonder Leckie hätte sich mit dem Körpereinsatz vorher (aber ohne den Ball zu spielen) das Spielgerät erobert... Nach dem übersehenen Foulspiel erzielt Davie Selke dann das 2:1... dann wäre eine Fehlentscheidung, die dasselbe Ergebnis gehabt hätte, zurück genommen worden...
Dieses Szenario ist ja mehr als ein Mal genau so durchgezogen worden. Also dass ein Tor annulliert worden ist, weil es vorher im Mittelkreis ein übersehenes Foulspiel gegeben hat... aber bei einem falsch zugeordneten Einwurf, der aber auch definitiv eine Fehlentscheidung ist, sieht das jetzt plötzlich anders aus?
Auf dieses Szenario wurde hier auch schon vor Monaten hingewiesen. Also was machen wir, wenn ein falsch gegebener Eckstoß zu einem Tor führt? Wie geht der Videobeweis damit um? Wie lange muss die Fehlentscheidung zurück liegen, damit ein Tor nicht gegeben wird? Dazu kommt jetzt noch ein "Was machen wir, wenn dem Schiedsrichter in der Sportschau auffällt, dass das eine Fehlentscheidung war... kann er dann die Mannschaften zurück aus der Kabine holen?"
Ich finde es ja mittlerweile nur noch faszinierend, wie die DFL sehenden Auges in dieses Verderben gerannt ist. Also viele Szenarien, die schief gehen können, waren definitiv abzusehen... Aber man hat halt darauf gehofft, dass zumindest nicht all zu viele von diesen auch eintreten werden...
Jetzt ist es mittlerweile so weit, dass ganz klare Ungerechtigkeiten anhand des Videoschiedsrichters gibt... weil er in den einen Momenten angewendet wird und in den anderen nicht... und man nicht mal darüber redet. Man nimmt das einfach Schulter zuckend hin. Nicht mal die Kölner selber fragen hinter mal nach, ob nicht im Nachhinein der Videobeweis diesen Einwurf hätte korrigieren müssen. Denn es war ja am Ende eine verdammt weit reichende Fehlentscheidung.
Natürlich will sich mit dieser Frage niemand beschäftigen. Denn dann wird einem endgültig bewusst, dass man mit der Einführung dieser Idee die Büchse der Pandora geöffnet hat.
Und ja, dieses Spiel macht am Ende auch nur deutlich, wie beschissen Schwierig der Job des Schiedsrichters ist. Denn die kleinste und scheinbar bedeutungsloseste Fehlentscheidung kann 20 Sekunden später einen Abstieg besiegeln.
Deswegen ist es ja formell gesehen auch richtig, dem Schiedsrichterteam wegen des Einwurfes keinen Vorwurf zu machen. Solche minimalen Fehlentscheidungen passieren im Fußball ständig.
Man müsste sich halt nur mal wirklich einigen, welche Minimalen Fehlentscheidungen jetzt korrigiert werden und welche nicht.
Und dass "Das Spiel wurde unterbrochen, damit ist die Szene abgeschlossen" nicht funktioniert, wurde uns am Montage gezeigt... Wenn selbst ein Pausenpfiff die Halbzeit nicht mehr definitiv beendet.
Das Dumme daran ist ja: Es gibt keine gute Antwort. Weil halt einerseits aus jedem falschen Einwurf genau die Ungerechtigkeit entstehen kann, die der Videoschiedsrichter verhindern soll... und weil man nicht jeden Einwurf kontrollieren kann...
Sich die Entstehung eines jeden Tores anzugucken, wäre vielleicht eine Möglichkeit. Aber wo fängt "die Entstehung eines Tores" an... Und wenn ich mich nach einer fälschlich zugesprochenen Ecke beim Verteidigen extrem dämlich anstelle... ist dann wirklich die Fehlentscheidung Schuld? Oder bin ich es doch selbst?
Aber hey, gut, dass wir so etwas in einem Millionengeschäft ausprobieren... Das ist je genau das richtige Testfeld um solche Fragen zu erörtern...
Nach diesen Spieltag reden alle nur darüber, wie... sagen wir unglücklich, es war, dass man 7 Minuten brauchte um den Videobeweis anzuwenden... das waren auch schon wieder Situationen, mit denen keiner gerechnet hat...
Theoretischer Weise... hatte der SC Freibrug 7 Minuten Zeit um das 1:1 vor dem Führungstor zu erzielen... aber bei Freiburgs derzeitiger Torgefahr, ist das eine sehr, sehr abstrakte Theorie... Ich sag das mal so: Dem Spiel war anzusehen, dass die beiden Mannschaften mit dem wenigsten Ballbesitz gegeneinander antreten... Dass Pablo de Blasis dann noch die Einladung von Alexander Schwolow an den Innenpfosten schoss... was einfach nur passend. Nicht, dass er sich wirklich Sorgen machen musste... Wenn der Ball nicht direkt ins Tor gesprungen wäre, hätte ein Freiburger ihn über die Torlinie gestolpert... Ganz bestimmt...
Denn eines ist an diesem Wochenende auch deutlich geworden: Die einzigen, die wirklich aktiv dafür kämpfen, dass diese beiden Mannschaften weiterhin am Samstag um 15:30 antreten dürfen, waren die Fans...
Aber ja, mindestens eine dieser Mannschaften muss am Ende die Klasse halten... Das eigentlich wirklich absurde ist ja... dass einer der beiden definitiv die Klasse halten muss...
Und ja, an der Stelle geht mein persönlicher Dank an die Freiburger: Die haben es dem Hamburger SV jetzt wirklich schwer gemacht.Wenn sie es jetzt noch nächstes Wochenende irgendwie schaffen ein Unentschieden zu holen...
Aber das eigentliche Problem mit dem Videoschiedsrichter... ist ja das, worüber keiner redet: Der Führungstreffer, den Berliner gegen Köln erzielen. Also die Szene zeigt ja, wie dämlich die Umsetzung des Videoschiedsrichters eigentlich ist. Und wie immer sind die Kölner das auserwählte Testobjekt um solche Probleme aufzuzeigen...
Also hier kurz das Szenario: Mathew Leckie verursacht im Zweikampf mit Jonas Hector einen Einwurf für die Kölner... der aber, was eine klare Fehlentscheidung ist, den Berlinern zugesprochen wird... welche ihn schnell ausführen und dadurch in die Position kommen, dass 2:1 zu erzielen...
Und ja, eigentlich müsste der Videoschiedsrichter da eingreifen und sagen "Lasst uns mit nem Einwurf weiter machen." Klingt übertrieben? Ist es aber definitiv nicht.
Also stellt euch einfach mal vor, das ganze wäre nicht über einen Einwurf passiert... sonder Leckie hätte sich mit dem Körpereinsatz vorher (aber ohne den Ball zu spielen) das Spielgerät erobert... Nach dem übersehenen Foulspiel erzielt Davie Selke dann das 2:1... dann wäre eine Fehlentscheidung, die dasselbe Ergebnis gehabt hätte, zurück genommen worden...
Dieses Szenario ist ja mehr als ein Mal genau so durchgezogen worden. Also dass ein Tor annulliert worden ist, weil es vorher im Mittelkreis ein übersehenes Foulspiel gegeben hat... aber bei einem falsch zugeordneten Einwurf, der aber auch definitiv eine Fehlentscheidung ist, sieht das jetzt plötzlich anders aus?
Auf dieses Szenario wurde hier auch schon vor Monaten hingewiesen. Also was machen wir, wenn ein falsch gegebener Eckstoß zu einem Tor führt? Wie geht der Videobeweis damit um? Wie lange muss die Fehlentscheidung zurück liegen, damit ein Tor nicht gegeben wird? Dazu kommt jetzt noch ein "Was machen wir, wenn dem Schiedsrichter in der Sportschau auffällt, dass das eine Fehlentscheidung war... kann er dann die Mannschaften zurück aus der Kabine holen?"
Ich finde es ja mittlerweile nur noch faszinierend, wie die DFL sehenden Auges in dieses Verderben gerannt ist. Also viele Szenarien, die schief gehen können, waren definitiv abzusehen... Aber man hat halt darauf gehofft, dass zumindest nicht all zu viele von diesen auch eintreten werden...
Jetzt ist es mittlerweile so weit, dass ganz klare Ungerechtigkeiten anhand des Videoschiedsrichters gibt... weil er in den einen Momenten angewendet wird und in den anderen nicht... und man nicht mal darüber redet. Man nimmt das einfach Schulter zuckend hin. Nicht mal die Kölner selber fragen hinter mal nach, ob nicht im Nachhinein der Videobeweis diesen Einwurf hätte korrigieren müssen. Denn es war ja am Ende eine verdammt weit reichende Fehlentscheidung.
Natürlich will sich mit dieser Frage niemand beschäftigen. Denn dann wird einem endgültig bewusst, dass man mit der Einführung dieser Idee die Büchse der Pandora geöffnet hat.
Und ja, dieses Spiel macht am Ende auch nur deutlich, wie beschissen Schwierig der Job des Schiedsrichters ist. Denn die kleinste und scheinbar bedeutungsloseste Fehlentscheidung kann 20 Sekunden später einen Abstieg besiegeln.
Deswegen ist es ja formell gesehen auch richtig, dem Schiedsrichterteam wegen des Einwurfes keinen Vorwurf zu machen. Solche minimalen Fehlentscheidungen passieren im Fußball ständig.
Man müsste sich halt nur mal wirklich einigen, welche Minimalen Fehlentscheidungen jetzt korrigiert werden und welche nicht.
Und dass "Das Spiel wurde unterbrochen, damit ist die Szene abgeschlossen" nicht funktioniert, wurde uns am Montage gezeigt... Wenn selbst ein Pausenpfiff die Halbzeit nicht mehr definitiv beendet.
Das Dumme daran ist ja: Es gibt keine gute Antwort. Weil halt einerseits aus jedem falschen Einwurf genau die Ungerechtigkeit entstehen kann, die der Videoschiedsrichter verhindern soll... und weil man nicht jeden Einwurf kontrollieren kann...
Sich die Entstehung eines jeden Tores anzugucken, wäre vielleicht eine Möglichkeit. Aber wo fängt "die Entstehung eines Tores" an... Und wenn ich mich nach einer fälschlich zugesprochenen Ecke beim Verteidigen extrem dämlich anstelle... ist dann wirklich die Fehlentscheidung Schuld? Oder bin ich es doch selbst?
Aber hey, gut, dass wir so etwas in einem Millionengeschäft ausprobieren... Das ist je genau das richtige Testfeld um solche Fragen zu erörtern...
Dienstag, 16. Januar 2018
Warum haben eigentlich alle so viel Angst vor "Challenges"?
Also nach dem die Probephase zur Hälfte "durchgestanden" ist, gibt es ja nur 2 Dinge, die definitiv fest stehen:
1.) Mit der derzeitigen Anwendung ist niemand wirklich zufrieden. Wir müssen dringend an der Optimierung des Videobeweises arbeiten
2.) "Challenges" stehen definitiv nicht zur Debatte. Nicht mal als Denkmodell. Sie sind keine Option.
Um das Konzept der Challenges kurz zu erklären: Man gibt in einem solchen System den Trainern die Möglichkeit, einen Videobeweis einzufordern. In der NFL hat dies jahrelang erfolgreich funktioniert.
Die spannende Frage ist: Warum ist dies im Fußball so unvorstellbar? Also wieso kann man die Idee nicht mal debattieren und die Vorteile eines solchen Systems hervorheben.
Und die Vorteile sind zumindest für mich offensichtlich. Also ganz einfach: Ein Christian Streich kriegt einen seiner Anfälle, weil seine Mannschaft einen Einwurf nicht bekommen hat. Also rennt er wild mit dem Armen fuchtelnd zu Bibiana Steinhaus... diese schaltet automatisch in den Barney Stinson Modus und antowertet "Ok, Challenge accepted"...
Und Jürgen Klopp dann so: Warte was? Nein! Also so wichtig ist der Einwurf dann doch nicht... Aber dann ist es schon zu spät... Damit hat Thomas Tuchel dann eine seiner 2 Challenges für einen sinnlosen Einwurf verschwendet... und das nächste Mal wird Pep Guardiola sich überlegen, ob er sich wirklich wieder über die scheinbare Ungerechtigkeit eines bedeutungslosen Pfiffs aufregt...
Und geht mal in euch, wie oft sich die Trainer an der Seitenlinie aufregen, als wären sie gerade offensichtlich betrogen worden. Was ja jeder gesehen haben muss... Und überlegt euch, wie viel Unruhe die damit ins Spiel bringen können...
Wenn dieses Verhalten eine Challenge auslösen würden... würden sie die Situation auf ein Mal ganz anders beobachten. Und Funkkontakt zum Co-Trainer im VIP Bereich mit Videobildern aufnehmen...
Was meint ihr, wie sich die Stimmung auf den Trainerbänken plötzlich ändern würden. Weg von den Pausenclowns, die bei jeder Gelegenheit zum Schiedsrichter rennen. Hin zu einer sachlichen und produktiven Analyse der Entscheidungen auf dem Spielfeld. Was soll daran schlecht sein?
Und wenn man schon dabei ist: Auch die Spieler, die sich lauthals und mit ausgestreckten Armen beim Schiedsrichter beschweren, lösen dadurch eine Challenge aus. Was meint ihr wie ein Trainer seinen Spieler hinterher in der Kabine zur Sau macht, wenn er nach einem offensichtlich sauberen Zweikfampf eine Challenge auslöst... und dem Trainer damit in der 89. Minute die Möglichkeit fehlt die wirklich strittige Szene im Strafraum nochmal analysieren zu lassen... Auf ein Mal hätte man als Trainer ein gesteigertes Interesse daran, dass sich die Spieler um ihr eigentliches Aufgabenfeld kümmern anstatt sich mit Schiedsrichterentscheidungen zu befassen... Was auch definitiv viel zu häufig passiert...
Warum darf man über so ein Konzept und seine Auswirkungen nicht mal nachdenken?
Wichtig ist dabei natürlich, dass ausschließlich Challenges zu einer Überprüfung der Szenen führen. Also in der NFL gibt es mittlerweile das Problem, dass haufenweise Spielzüge automatisch überprüft werden... Also jeder erzielte Punkt und jedes Turnover... was dazu führt, dass die Trainer ihre Challenges verwenden können um wirklich belanglosen Scheiß kontrollieren zu lassen. Weil sie es für die wichtigen Entscheidungen eigentlich nicht mehr brauchen.
Und natürlich müssen die Challenges auch entsprechend rar sein. 2 pro Spiel. Eventuell eine 3., wenn man 2 Mal richtig gelegen hat. Aber definitiv nicht mehr, damit die Trainer sich wirklich genaustens überlegen, ob sie dieses taktische Mittel jetzt verwenden.
Apropos taktisches Mittel: Eine Challenge würde natürlich immer dazu führen, dass die Zeit angehalten wird. Allein schon um zu verhindern, dass es in der Schlussphase als Mittel zum Zeitspiel eingesetzt wird. Aber das lässt sich definitiv einfach lösen. Genau genommen sollte der Einsatz des Videoschiedsrichters jetzt schon zu einem Anhalten der Uhr kommen...
Andererseits... öffnet man damit natürlich auch die Büchse der Pandora... also wenn man erst Mal anfängt die Uhr bei der einen Gelegenheit anzuhalten... müsste man sie dann nicht auch bei Verletzungsunterbrechungen stoppen? Also prinzipiell wäre ich da definitiv dafür, dann könnte man sich die letzten 10 Minuten eines Fußballspiels auch wieder angucken, weil nicht mehr ein Team effektiv verteidigt, in dem es am Boden liegt... Aber das ein Spiel 90 Minuten dauert... und absehbar ist, wann diese 90 Minuten vorbei sind... ist immer eine Grundlage des Spieles gewesen...
An der Stelle muss man sich allerdings auch fragen: Wäre das Ende der fortlaufenden Spielzeit wirklich eine größere Veränderung für den Sport als das, was in den letzten 2 Jahren mit Torlinientechnologie und Videobeweis passiert ist? Und wenn man die Zeit im ungünstigsten Falle 4 Mal pro Spiel anhält, wird der Unterschied ja nicht sooo relevant werden... Man kann ja als Kompromiss einführen, dass die Uhr in den letzten 10 Minuten angehalten werden kann, wenn ein Videobeweis eingefordert wird.
Was ebenfalls noch wichtig wäre: Eine gescheiterte Challenge muss auch irgendwie zu einer Strafe führen. Also sagen wir ein Eckball für den Gegner. Oder ein Freistoß vom Flügel. Also auf jeden Fall die Gelegenheit einen ruhenden Ball in den Strafraum zu schlagen. Allein schon um zu verhindern, dass man versucht das Spiel zu unterbrechen um einen Gegenangriff zu stoppen. Oder ähnliche Unruhe aufs Spielfeld zu bringen...
Wäre das die Lösung aller Probleme beim Videobeweis? Bestimmt nicht. Aber es ist doch zumindest mal ein diskussionswürdiger Ansatz. Ich würde es wirklich als spannend empfinden, wie sich eine solche Reglung auf das Klima im Fußball auswirkt...
Und ja, ich gehe felsenfest davon aus, dass dies erstmal zu haufenweise Überprüfungen führen würde.. die in 90% der Fälle nur die Entscheidung des Schiedsrichters belegen... Bis dann irgendwann mal wirklich einem Trainer im entscheidenden Moment eine Challenge fehlt und er sich ärgert, dass er die schon verschwendet hat.
Als Schritt 2 führt diese Änderung zur Einführung eines Videoassistenten. Den es schon längst geben sollte. Also ein zusätzlichen Blickwinkel, der über Funk dem Trainer aus seiner Perspektive auf Auffälligkeiten hinweist. Und halt nebenbei kritische Szenen blitzschnell beurteilen muss... Wenn Fußball ein gut gecoachter Sport wäre, würde es so was schon längst geben. Aber im Fußball wird man ja ausgelacht, wenn man sich die erste Halbzeit von der Tribüne aus angucken will, weil man von dort einen besseren Blick hat...
Das aller größte Problem wäre natürlich, dass man dieses "Ok, du hast dass jetzt gechallenged." auch wirklich durchziehen muss. Und daran wird es am Ende scheitern. Denn genau genommen haben die Schiedsrichter schon alle Möglichkeiten um zumindest für Ruhe auf dem Platz zu sorgen. Sie müssten nur das Vorhandene Regelwerk konsequent anwenden und den Spieler, der eine persönliche Strafe für seinen Gegner verlangt, ebenfalls verwarnen. Genau so wie fürs vehemente Beschweren... Das macht aber halt keiner und deswegen ist die Stimmung auf den Plätzen ja so, wie sie ist...
Wahrscheinlich dürften die Spieler der etablierten Verein weiterhin vor sich hin jammern, ohne dass die Challenges ausgelöst werden... weil... wer will wirklich, dass ein etablierter Nationalspieler plötzlich wie ein Depp dasteht?
Ich sag das mal so: Über die Vor- und Nachteile eines Challenge-Systems sollte man wenigstens mal in aller Konsequenz nachdenken, anstatt es von vorne herein auszuschließen. Denn es könnte wirklich interessante Auswirkungen auf die Reaktionen auf dem Feld haben, die anscheinend einfach niemand bedenkt.
1.) Mit der derzeitigen Anwendung ist niemand wirklich zufrieden. Wir müssen dringend an der Optimierung des Videobeweises arbeiten
2.) "Challenges" stehen definitiv nicht zur Debatte. Nicht mal als Denkmodell. Sie sind keine Option.
Um das Konzept der Challenges kurz zu erklären: Man gibt in einem solchen System den Trainern die Möglichkeit, einen Videobeweis einzufordern. In der NFL hat dies jahrelang erfolgreich funktioniert.
Die spannende Frage ist: Warum ist dies im Fußball so unvorstellbar? Also wieso kann man die Idee nicht mal debattieren und die Vorteile eines solchen Systems hervorheben.
Und die Vorteile sind zumindest für mich offensichtlich. Also ganz einfach: Ein Christian Streich kriegt einen seiner Anfälle, weil seine Mannschaft einen Einwurf nicht bekommen hat. Also rennt er wild mit dem Armen fuchtelnd zu Bibiana Steinhaus... diese schaltet automatisch in den Barney Stinson Modus und antowertet "Ok, Challenge accepted"...
Und Jürgen Klopp dann so: Warte was? Nein! Also so wichtig ist der Einwurf dann doch nicht... Aber dann ist es schon zu spät... Damit hat Thomas Tuchel dann eine seiner 2 Challenges für einen sinnlosen Einwurf verschwendet... und das nächste Mal wird Pep Guardiola sich überlegen, ob er sich wirklich wieder über die scheinbare Ungerechtigkeit eines bedeutungslosen Pfiffs aufregt...
Und geht mal in euch, wie oft sich die Trainer an der Seitenlinie aufregen, als wären sie gerade offensichtlich betrogen worden. Was ja jeder gesehen haben muss... Und überlegt euch, wie viel Unruhe die damit ins Spiel bringen können...
Wenn dieses Verhalten eine Challenge auslösen würden... würden sie die Situation auf ein Mal ganz anders beobachten. Und Funkkontakt zum Co-Trainer im VIP Bereich mit Videobildern aufnehmen...
Was meint ihr, wie sich die Stimmung auf den Trainerbänken plötzlich ändern würden. Weg von den Pausenclowns, die bei jeder Gelegenheit zum Schiedsrichter rennen. Hin zu einer sachlichen und produktiven Analyse der Entscheidungen auf dem Spielfeld. Was soll daran schlecht sein?
Und wenn man schon dabei ist: Auch die Spieler, die sich lauthals und mit ausgestreckten Armen beim Schiedsrichter beschweren, lösen dadurch eine Challenge aus. Was meint ihr wie ein Trainer seinen Spieler hinterher in der Kabine zur Sau macht, wenn er nach einem offensichtlich sauberen Zweikfampf eine Challenge auslöst... und dem Trainer damit in der 89. Minute die Möglichkeit fehlt die wirklich strittige Szene im Strafraum nochmal analysieren zu lassen... Auf ein Mal hätte man als Trainer ein gesteigertes Interesse daran, dass sich die Spieler um ihr eigentliches Aufgabenfeld kümmern anstatt sich mit Schiedsrichterentscheidungen zu befassen... Was auch definitiv viel zu häufig passiert...
Warum darf man über so ein Konzept und seine Auswirkungen nicht mal nachdenken?
Wichtig ist dabei natürlich, dass ausschließlich Challenges zu einer Überprüfung der Szenen führen. Also in der NFL gibt es mittlerweile das Problem, dass haufenweise Spielzüge automatisch überprüft werden... Also jeder erzielte Punkt und jedes Turnover... was dazu führt, dass die Trainer ihre Challenges verwenden können um wirklich belanglosen Scheiß kontrollieren zu lassen. Weil sie es für die wichtigen Entscheidungen eigentlich nicht mehr brauchen.
Und natürlich müssen die Challenges auch entsprechend rar sein. 2 pro Spiel. Eventuell eine 3., wenn man 2 Mal richtig gelegen hat. Aber definitiv nicht mehr, damit die Trainer sich wirklich genaustens überlegen, ob sie dieses taktische Mittel jetzt verwenden.
Apropos taktisches Mittel: Eine Challenge würde natürlich immer dazu führen, dass die Zeit angehalten wird. Allein schon um zu verhindern, dass es in der Schlussphase als Mittel zum Zeitspiel eingesetzt wird. Aber das lässt sich definitiv einfach lösen. Genau genommen sollte der Einsatz des Videoschiedsrichters jetzt schon zu einem Anhalten der Uhr kommen...
Andererseits... öffnet man damit natürlich auch die Büchse der Pandora... also wenn man erst Mal anfängt die Uhr bei der einen Gelegenheit anzuhalten... müsste man sie dann nicht auch bei Verletzungsunterbrechungen stoppen? Also prinzipiell wäre ich da definitiv dafür, dann könnte man sich die letzten 10 Minuten eines Fußballspiels auch wieder angucken, weil nicht mehr ein Team effektiv verteidigt, in dem es am Boden liegt... Aber das ein Spiel 90 Minuten dauert... und absehbar ist, wann diese 90 Minuten vorbei sind... ist immer eine Grundlage des Spieles gewesen...
An der Stelle muss man sich allerdings auch fragen: Wäre das Ende der fortlaufenden Spielzeit wirklich eine größere Veränderung für den Sport als das, was in den letzten 2 Jahren mit Torlinientechnologie und Videobeweis passiert ist? Und wenn man die Zeit im ungünstigsten Falle 4 Mal pro Spiel anhält, wird der Unterschied ja nicht sooo relevant werden... Man kann ja als Kompromiss einführen, dass die Uhr in den letzten 10 Minuten angehalten werden kann, wenn ein Videobeweis eingefordert wird.
Was ebenfalls noch wichtig wäre: Eine gescheiterte Challenge muss auch irgendwie zu einer Strafe führen. Also sagen wir ein Eckball für den Gegner. Oder ein Freistoß vom Flügel. Also auf jeden Fall die Gelegenheit einen ruhenden Ball in den Strafraum zu schlagen. Allein schon um zu verhindern, dass man versucht das Spiel zu unterbrechen um einen Gegenangriff zu stoppen. Oder ähnliche Unruhe aufs Spielfeld zu bringen...
Wäre das die Lösung aller Probleme beim Videobeweis? Bestimmt nicht. Aber es ist doch zumindest mal ein diskussionswürdiger Ansatz. Ich würde es wirklich als spannend empfinden, wie sich eine solche Reglung auf das Klima im Fußball auswirkt...
Und ja, ich gehe felsenfest davon aus, dass dies erstmal zu haufenweise Überprüfungen führen würde.. die in 90% der Fälle nur die Entscheidung des Schiedsrichters belegen... Bis dann irgendwann mal wirklich einem Trainer im entscheidenden Moment eine Challenge fehlt und er sich ärgert, dass er die schon verschwendet hat.
Als Schritt 2 führt diese Änderung zur Einführung eines Videoassistenten. Den es schon längst geben sollte. Also ein zusätzlichen Blickwinkel, der über Funk dem Trainer aus seiner Perspektive auf Auffälligkeiten hinweist. Und halt nebenbei kritische Szenen blitzschnell beurteilen muss... Wenn Fußball ein gut gecoachter Sport wäre, würde es so was schon längst geben. Aber im Fußball wird man ja ausgelacht, wenn man sich die erste Halbzeit von der Tribüne aus angucken will, weil man von dort einen besseren Blick hat...
Das aller größte Problem wäre natürlich, dass man dieses "Ok, du hast dass jetzt gechallenged." auch wirklich durchziehen muss. Und daran wird es am Ende scheitern. Denn genau genommen haben die Schiedsrichter schon alle Möglichkeiten um zumindest für Ruhe auf dem Platz zu sorgen. Sie müssten nur das Vorhandene Regelwerk konsequent anwenden und den Spieler, der eine persönliche Strafe für seinen Gegner verlangt, ebenfalls verwarnen. Genau so wie fürs vehemente Beschweren... Das macht aber halt keiner und deswegen ist die Stimmung auf den Plätzen ja so, wie sie ist...
Wahrscheinlich dürften die Spieler der etablierten Verein weiterhin vor sich hin jammern, ohne dass die Challenges ausgelöst werden... weil... wer will wirklich, dass ein etablierter Nationalspieler plötzlich wie ein Depp dasteht?
Ich sag das mal so: Über die Vor- und Nachteile eines Challenge-Systems sollte man wenigstens mal in aller Konsequenz nachdenken, anstatt es von vorne herein auszuschließen. Denn es könnte wirklich interessante Auswirkungen auf die Reaktionen auf dem Feld haben, die anscheinend einfach niemand bedenkt.
Montag, 30. Oktober 2017
Worst of des "Der anonymisierte Schiedsrichter" Wochenendes
Ok, den billigen Witz vorne weg: Wenn ihr bei nächster Gelegenheit ein lustiges Trinkspiel sucht... dann nehmt einfach den Sportschau Beitrag zur aktuellen Lage bei den Schiris und trinkt jedes Mal einen Schnaps, wenn der Begriff "Der anonymisierte Schiedsrichter" fällt...
Das Problem daran... auf Sportschau.de findet ihr derzeit nur diese Version mit atmosphärischer Hintergrund-Musik... Wahrscheinlich ist ihnen selber aufgefallen, wie ungeschickt das wirkt, wenn man in diesem Beitrag gefühlte 20 Mal diesen sperrigen Begriff verwendet...
Über Sportinside gibt es eine weniger kompakte Version... die nicht wirklich schöner ist...
Aber ganz ehrlich... wenn man sich das Ganze anguckt... Holy Shit... ich habe ja das Gefühl, dass bei der nächsten Schiedsrichter Schulung nach weißen Wollmützen gefahndet wird... und der clevere Schiedsrichter seinem unbeliebten Konkurrenten so ein Ding unterjubelt.
Ernsthaft, das ganz klingt doch eher nach Osteuropäischer Mafia. Nach Drogenkatellen... oder wenigstens nach Dorfnazis... also das sind die "Rahmenbedinungen" wo man sich sonst nur als "anonymisierter Schiedsrichter" äußern will... Als Schiedsrichter in einer transparenten Liga sollte man keine Angst vor kritischen Aussagen haben. Auch wenn es seine eigene Branche betrifft...
Also allein schon, dass man solche Wege gehen muss um Probleme wenigstens anzusprechen. Wenn das die einzige Möglichkeit zur Problembewältigung zu sein scheint...
Und wieder ein mal stellen wir fest, dass unser ach so toller Organisationsapparat... Am Ende doch nicht besser ist als all die anderen, auf die wir immer abschätzig herabschauen...
Und gebt es zu, als ihr die aktuellen Berichte zum Präsidenten des spanischen Fußball Verbandes Angel Maria Villar Llona gelesen habt, habt ihr auch nur gedacht: Gut, dass so was bei UNS nie passieren würde... Aber dann merkt man plötzlich, dass man auch ganz tief in der Scheiße steckt...
Nirgends wird das so deutlich, wie beim Videobeweis, den Helmut Krug unbedingt durchdrücken wollte... und jetzt... weiß niemand, wie man das Ding zu verwenden hat... Also das faszinierende daran ist ja: Bei all den offensichtlichen Fehlentscheidungen trotz Videobeweis (siehe Platzverweis von Caglar Söyüncü, der Videobeweis ist doch eingeführt worden um genau solche Fehlentscheidungen zu verhindern...) und falschen Anwendungen (Dass Elfmeter, die man geben kann, aber nicht muss, auf Grund des Videobeweises gegeben oder zurück genommen werden, ist mittlerweile fast der Standard.) die schlimmste Videobeweis-Andwendung fast unter den Tisch gefallen wäre:
Dass das 3:1 von Bayer Leverkusen plötzlich nicht gegeben wurde, weil am anderen Ende des Feldes und damit gefühlte Ewigkeiten vor dem Torabschluss ein Handspiel per Videobeweis gefunden wurde... Um es mit den Worten von Baily zu sagen: "Ich hasse den Videoassistenten so sehr."
Nur um mal zu erwähnen, das man echt Pandorras Büchse öffnet, wenn das die richtige Anwendung des Videobeweises gewesen sein soll... Wenn man nicht mehr nur die Torchance an sich untersucht, sondern auch die Entscheidungen, die zur Torchance geführt haben... muss man dann nicht nach erfolgreichen Ecken, Einwürfen und Freistößen auf ein Mal im Nachhinein gucken, ob dieser scheinbar belanglose Pfiff auch richtig war? Schließlich ist die Konsequenz der eigentlich Harmlosen Fehlentscheidung plötzlich ein Tor und die Fehlentscheidung damit doch extrem wichtig... also doch mal lieber nach gucken...
Die Lösung... wäre nebenbei verdammt einfach: Man bedient sich beim American Football und gibt jedem Trainer 2 Mal pro Spiel die Gelegenheit, eine Szene Überprüfen zu lassen. Bei 2 richtigen "Challenges" kriegt er eine dritte. Und an sonsten pfeift der Schiri so wie vorher...Damit kriegt man maximal 6 Spielunterbrechungen, das sind weniger als bisher...
Oh und wo wir schon dabei sind (um Zeitspiel in der Schlussphase zu verhindern): Die Uhr wird während der Videoüberprüfung natürlich angehalten... warum das noch keiner eingeführt hat, ist das größte Rätsel. Es würde jedem "Wie lange dauert das eigentlich" der Wind aus den Segeln genommen werden, wenn das "Ich gucke jetzt auf den Videobeweis" Zeichen mit einem "Und ich halte deswegen jetzt die Uhr an" Zeichen ergänzt werden würde... Und hey, wenn die Bayern in der 88. Minute hinten liegen, kann man ja auch das "Ich lasse die Uhr dann weiter laufen" Zeichen vergessen... das gibt einem ungeahnte Möglichkeiten die Bayern geschickt zu bervorteilen... oh warte, das wäre nicht geschickt.
Aber wenn man Kritik am derzeitigen System nur als "anonymisierter Schiedsrichter" äußern kann... dann wird dieser Versuch wohl scheitern... Selbst Schuld...
War sonst noch was... oh ja... Bayern ist nach Ewigkeiten wieder Tabellenführer... und ja, seit dem uns der Kicker ein Meisterschaftsrennen einreden wollte, gewinnt Dortmund nichts mehr...
Wie überlegen war Hannover eigentlich gegen den jetzt doch wieder ehemaligen Tabellenführer? Nun ja, man gewann das Spiel locker und leicht, obwohl Marvin Bakalorz ein komplettes Bewerbungsschreiben für einen Platz in der Dortmunder Offensive abgab: Erst spielte er Dan-Axel Zagadou wunderbar im Strafraum frei, so dass dieser den Ball einschieben konnte... und kurz darauf vergab es selber in bester Pierre-Emerick Aubameyang Manier aus 5 Metern...
Und wo wir schon dabei sind: Auch die Torvorlage zum 2:2 kam von Salif Sane... und plötzlich sammelte Hannover 6 Torvorlagen bei 4 selbst erzielten Toren... Aber hey, gegen Dortmund kann man es sich ja leisten...
Und während sich die einen noch fragen, wie lange es wohl dauern wird, bis RB Leipzig mal ein relevantes Spiel gegen die Bayern zu 11. beendet... (wobei man an der Stelle auch festhalten muss, dass das gar nicht ausschließlich an den Schiedsrichtern liegt...). Fällt es gar nicht mehr auf, dass das eigentliche Problem ein anderes sein müsste. Nicht, dass RB für seine Naiven Fehler von den Schiedsrichtern konsequent bestraft wird... sondern dass ein Tiago 2 mal in Folge bei gleicher Regelauslegung vom Platz fliegen müsste, es aber nicht tat... Ist Tiago damit jetzt der neue Aturo Vidal?
Apropos: Kann man sich ja mal leisten: Der FC Augsburg gewann völlig entspannt mit 3:0 gegen Werder Bremen, obwohl man sich kollektiv für den Titel "Gomez der Woche" beworben hat... Zumindest kann man das dem Spielbericht aus dem Kicker so entnehmen, da ich nur Bundesliga-Fußball verfolge, habe ich das Bremen Spiel natürlich nicht gesehen...
Aber hey... Plötzlich muss in als Bremen Fan darüber diskutieren, ob Thomas Schaaf oder Bruno Labbadia die bessere Lösung wäre... besser heißt hier offensichtlich: Weniger schlecht...
Nebenbei... stellt Werder jetzt die schlechteste Offensive aller Zeiten... Das bedeutet auch nur: Weniger schlecht wird es unter beiden Kandidaten werden...
Nebenbei... ist man in der angeblich besten Liga der Welt mit der schlechtesten Offensiveabteilung aller Zeiten... natürlich nicht Tabellenletzter... Wieso sollte man auch? Dafür gibt es ja einen 1.FC Köln, der es einem jetzt als "Fortschritt" verkaufen kann, das man wenigstens ein Mal nicht unglücklich verloren hat... Und von einer fragwürdigen Anwendung des Schiedsrichterbeweises profitiert hat... dass muss dann wohl der "Dead Manager Bounce" sein...
Und zum Abschluss... eine absolute Perle:
Wort des Tages: Bimsen: Verb, Deklination: Ich bimse; Ich bamste (muss ja fast); ich wurde gebimst. Verwendung: "Das Pass- und Positionspiel muss möglichst perfekt ablaufen, das Mittelfeldpressing, speziell vor den Leipzig Partien gebimst, muss abgestimmt sein." Und ja, das steht so in meinem Kicker...
Bedeutung... ähm... ja... also... vielleicht mal google fragen? Tatsächlich... ein Wort aus Jupp Heynckes Jugendsprache... Es steht also... für Dinge, die Jupp Heynckes unter der Woche so macht... Da hat der Kicker ja seinen Bildungsauftrag voll erfüllt...
Das Problem daran... auf Sportschau.de findet ihr derzeit nur diese Version mit atmosphärischer Hintergrund-Musik... Wahrscheinlich ist ihnen selber aufgefallen, wie ungeschickt das wirkt, wenn man in diesem Beitrag gefühlte 20 Mal diesen sperrigen Begriff verwendet...
Über Sportinside gibt es eine weniger kompakte Version... die nicht wirklich schöner ist...
Aber ganz ehrlich... wenn man sich das Ganze anguckt... Holy Shit... ich habe ja das Gefühl, dass bei der nächsten Schiedsrichter Schulung nach weißen Wollmützen gefahndet wird... und der clevere Schiedsrichter seinem unbeliebten Konkurrenten so ein Ding unterjubelt.
Ernsthaft, das ganz klingt doch eher nach Osteuropäischer Mafia. Nach Drogenkatellen... oder wenigstens nach Dorfnazis... also das sind die "Rahmenbedinungen" wo man sich sonst nur als "anonymisierter Schiedsrichter" äußern will... Als Schiedsrichter in einer transparenten Liga sollte man keine Angst vor kritischen Aussagen haben. Auch wenn es seine eigene Branche betrifft...
Also allein schon, dass man solche Wege gehen muss um Probleme wenigstens anzusprechen. Wenn das die einzige Möglichkeit zur Problembewältigung zu sein scheint...
Und wieder ein mal stellen wir fest, dass unser ach so toller Organisationsapparat... Am Ende doch nicht besser ist als all die anderen, auf die wir immer abschätzig herabschauen...
Und gebt es zu, als ihr die aktuellen Berichte zum Präsidenten des spanischen Fußball Verbandes Angel Maria Villar Llona gelesen habt, habt ihr auch nur gedacht: Gut, dass so was bei UNS nie passieren würde... Aber dann merkt man plötzlich, dass man auch ganz tief in der Scheiße steckt...
Nirgends wird das so deutlich, wie beim Videobeweis, den Helmut Krug unbedingt durchdrücken wollte... und jetzt... weiß niemand, wie man das Ding zu verwenden hat... Also das faszinierende daran ist ja: Bei all den offensichtlichen Fehlentscheidungen trotz Videobeweis (siehe Platzverweis von Caglar Söyüncü, der Videobeweis ist doch eingeführt worden um genau solche Fehlentscheidungen zu verhindern...) und falschen Anwendungen (Dass Elfmeter, die man geben kann, aber nicht muss, auf Grund des Videobeweises gegeben oder zurück genommen werden, ist mittlerweile fast der Standard.) die schlimmste Videobeweis-Andwendung fast unter den Tisch gefallen wäre:
Dass das 3:1 von Bayer Leverkusen plötzlich nicht gegeben wurde, weil am anderen Ende des Feldes und damit gefühlte Ewigkeiten vor dem Torabschluss ein Handspiel per Videobeweis gefunden wurde... Um es mit den Worten von Baily zu sagen: "Ich hasse den Videoassistenten so sehr."
Nur um mal zu erwähnen, das man echt Pandorras Büchse öffnet, wenn das die richtige Anwendung des Videobeweises gewesen sein soll... Wenn man nicht mehr nur die Torchance an sich untersucht, sondern auch die Entscheidungen, die zur Torchance geführt haben... muss man dann nicht nach erfolgreichen Ecken, Einwürfen und Freistößen auf ein Mal im Nachhinein gucken, ob dieser scheinbar belanglose Pfiff auch richtig war? Schließlich ist die Konsequenz der eigentlich Harmlosen Fehlentscheidung plötzlich ein Tor und die Fehlentscheidung damit doch extrem wichtig... also doch mal lieber nach gucken...
Die Lösung... wäre nebenbei verdammt einfach: Man bedient sich beim American Football und gibt jedem Trainer 2 Mal pro Spiel die Gelegenheit, eine Szene Überprüfen zu lassen. Bei 2 richtigen "Challenges" kriegt er eine dritte. Und an sonsten pfeift der Schiri so wie vorher...Damit kriegt man maximal 6 Spielunterbrechungen, das sind weniger als bisher...
Oh und wo wir schon dabei sind (um Zeitspiel in der Schlussphase zu verhindern): Die Uhr wird während der Videoüberprüfung natürlich angehalten... warum das noch keiner eingeführt hat, ist das größte Rätsel. Es würde jedem "Wie lange dauert das eigentlich" der Wind aus den Segeln genommen werden, wenn das "Ich gucke jetzt auf den Videobeweis" Zeichen mit einem "Und ich halte deswegen jetzt die Uhr an" Zeichen ergänzt werden würde... Und hey, wenn die Bayern in der 88. Minute hinten liegen, kann man ja auch das "Ich lasse die Uhr dann weiter laufen" Zeichen vergessen... das gibt einem ungeahnte Möglichkeiten die Bayern geschickt zu bervorteilen... oh warte, das wäre nicht geschickt.
Aber wenn man Kritik am derzeitigen System nur als "anonymisierter Schiedsrichter" äußern kann... dann wird dieser Versuch wohl scheitern... Selbst Schuld...
War sonst noch was... oh ja... Bayern ist nach Ewigkeiten wieder Tabellenführer... und ja, seit dem uns der Kicker ein Meisterschaftsrennen einreden wollte, gewinnt Dortmund nichts mehr...
Wie überlegen war Hannover eigentlich gegen den jetzt doch wieder ehemaligen Tabellenführer? Nun ja, man gewann das Spiel locker und leicht, obwohl Marvin Bakalorz ein komplettes Bewerbungsschreiben für einen Platz in der Dortmunder Offensive abgab: Erst spielte er Dan-Axel Zagadou wunderbar im Strafraum frei, so dass dieser den Ball einschieben konnte... und kurz darauf vergab es selber in bester Pierre-Emerick Aubameyang Manier aus 5 Metern...
Und wo wir schon dabei sind: Auch die Torvorlage zum 2:2 kam von Salif Sane... und plötzlich sammelte Hannover 6 Torvorlagen bei 4 selbst erzielten Toren... Aber hey, gegen Dortmund kann man es sich ja leisten...
Und während sich die einen noch fragen, wie lange es wohl dauern wird, bis RB Leipzig mal ein relevantes Spiel gegen die Bayern zu 11. beendet... (wobei man an der Stelle auch festhalten muss, dass das gar nicht ausschließlich an den Schiedsrichtern liegt...). Fällt es gar nicht mehr auf, dass das eigentliche Problem ein anderes sein müsste. Nicht, dass RB für seine Naiven Fehler von den Schiedsrichtern konsequent bestraft wird... sondern dass ein Tiago 2 mal in Folge bei gleicher Regelauslegung vom Platz fliegen müsste, es aber nicht tat... Ist Tiago damit jetzt der neue Aturo Vidal?
Apropos: Kann man sich ja mal leisten: Der FC Augsburg gewann völlig entspannt mit 3:0 gegen Werder Bremen, obwohl man sich kollektiv für den Titel "Gomez der Woche" beworben hat... Zumindest kann man das dem Spielbericht aus dem Kicker so entnehmen, da ich nur Bundesliga-Fußball verfolge, habe ich das Bremen Spiel natürlich nicht gesehen...
Aber hey... Plötzlich muss in als Bremen Fan darüber diskutieren, ob Thomas Schaaf oder Bruno Labbadia die bessere Lösung wäre... besser heißt hier offensichtlich: Weniger schlecht...
Nebenbei... stellt Werder jetzt die schlechteste Offensive aller Zeiten... Das bedeutet auch nur: Weniger schlecht wird es unter beiden Kandidaten werden...
Nebenbei... ist man in der angeblich besten Liga der Welt mit der schlechtesten Offensiveabteilung aller Zeiten... natürlich nicht Tabellenletzter... Wieso sollte man auch? Dafür gibt es ja einen 1.FC Köln, der es einem jetzt als "Fortschritt" verkaufen kann, das man wenigstens ein Mal nicht unglücklich verloren hat... Und von einer fragwürdigen Anwendung des Schiedsrichterbeweises profitiert hat... dass muss dann wohl der "Dead Manager Bounce" sein...
Und zum Abschluss... eine absolute Perle:
Wort des Tages: Bimsen: Verb, Deklination: Ich bimse; Ich bamste (muss ja fast); ich wurde gebimst. Verwendung: "Das Pass- und Positionspiel muss möglichst perfekt ablaufen, das Mittelfeldpressing, speziell vor den Leipzig Partien gebimst, muss abgestimmt sein." Und ja, das steht so in meinem Kicker...
Bedeutung... ähm... ja... also... vielleicht mal google fragen? Tatsächlich... ein Wort aus Jupp Heynckes Jugendsprache... Es steht also... für Dinge, die Jupp Heynckes unter der Woche so macht... Da hat der Kicker ja seinen Bildungsauftrag voll erfüllt...
Donnerstag, 21. September 2017
Die Woche in der der Abstiegskampf entschieden wurde
Klingt übertrieben? Vielleicht...
Aber sagen wir das mal so: Mainz und Freiburg haben gerade ein verdammt großes Problem. Sie spielen in einer allgemein besseren Liga. Die 2 "gefühlt sicheren" Absteiger fehlen dieses Jahr... und Augsburg... nun ja, alles zu seiner Zeit...
Es wird perspektivisch gesehen verdammt wenige Spiele geben, in denen Mainz und Freiburg die bessere Mannschaft auf den Platz bringen. Wesentlich häufiger werden beide realistisch betrachtet mit 0:4 von Bayer(n) abgeschossen. Das ist halt die Realität in dieser "angeblich kann jeder jeden schlagen" Liga: Es ist wesentlich wahrscheinlicher, dass die Spitzenmannschaften dich abschießen. Das ist ja auch nichts ungewöhnliches. Genau genommen wäre es schlimmer, wenn dieser Mythos wirklich die Regel und nicht die Ausnahme stellen würde. Denn dann wäre die Bundesligisten auf der nächst höheren Ebene... vollkommen irrelevant...
Man sieht das ja gerade relativ gut an den Ergebnissen im europäischen Wettbewerb: Ein Großteil unserer Europacup Teilnehmer ist da eher unabsichtlich reingerutscht... und stellt halt aktuell national keine Spitzenmannschaft dar... und dementsprechend wenige Punkte haben die für die 5 Jahres Wertung gesammelt...
Aber die Mannschaften, die International mithalten können (oder es zumindest sollten), marschieren halt auch durch die Bundesliga.
Der Kampf um den Klassenerhalt dagegen... gestaltet sich ja eher aus dem Punkte-hamstern... man muss irgendwie auf 35-37 kommen... Oder hoffen, dass weniger reicht...
Und im wesentlichen setzen sich diese Punkte aus 3 Kategorien zusammen: Den unberechenbaren Bonuspunkten... weil Dortmunds Offensive sich ausgerechnet gegen deine 10 Mann eine Auszeit nimmt... Oder weil die Bayern gerade von der Meisterfeier kommen... Und ja, es gibt diese Random Ergebnisse, die hinterher keiner wirklich erklären kann... aber darauf basiert halt nicht dein Fundament für den Klassenerhalt.
Dann gibt es diese gnadenlosen Abstiegsduelle... die keiner sehen will, weil sie halt meistens ein absoluter Krampf sind. Die man aber irgendwie gewinnen muss...
Und dann... gibt es diese 3-4 Spiele im Jahr, in denen man so gut drin ist, dass man tatsächlich deutlich besser ist als der Gegner. Meistens sind das die Heimspiele. Und dann bevorzugt gegen die direkte Konkurrenz. Oder aber gegen Mannschaften, die auf Grund der wesentlich höheren Belastung nicht in absoluter Topform antreten... (Oder als Dritte Option: Die gegnerische Mannschaft sucht mehr oder weniger offensichtlich nach einem neuen leitenden Angestellten...) Also wie Hannover und Hoffenheim am Wochenende. Gerade für Mainz und Freiburg wird es dieses Jahr nicht wirklich viele dieser Spiele geben... Das Problem ist halt: Diese Duelle musst du dann dringend gewinnen.
Wenn Freiburg sich am Ende fragt, warum ihnen 2 Punkte fehlen... müssen sie ihre Analyse eigentlich bei diesem Spieltag ansetzen.
Und ja, Hannover ist derzeit die Mannschaft, die das Punkte aus Kategorie 1 und 2 sammeln, ohne genau zu wissen, wie man die ganzen Spiele eigentlich gewonnen hat, perfektioniert. Dennoch ist es für Freiburg ein ganz schlechtes Zeichen, diese Duelle nicht für sich zu entscheiden...
Wer diese absurde Punkte sammeln auch extrem gut drauf hat... ist ja der FC Augsburg... nur hat er sich dann doch wieder im Abstiegskampf angemeldet... also nicht wegen der Leistung... oder wegen den ausbleibenden Punkten... da ist der Hamburger SV auf einem wesentlich besseren Weg... Aber... nun ja... Alfred Finbogasson könnte uns DEN STAT CURSE der gesamten Saison geliefert haben: "Wir wollen dieses Jahr diese Mannschaft sein und hinter der Spitze spielen." Yapp... der Isländer hat es gerade angekündigt: Augsburg will gar nicht dieses Jahr absteigen, sondern nächstes, wenn man die Zusatzbelastung Europa League zu verarbeiten hat... Dieser Satz wird in 6 Monaten entweder wie eine brillante Prophezeiung aussehen... oder wie der Anfang vom Ende...
Ganz weit vorne im Abstiegsrennen ist ja der 1.FC Köln... und die... nun ja, werden halt gerade so richtig von den Schiedsrichtern gefickt. Wie will man es sonst ausdrücken... wie lange ist es jetzt her, dass hier der Satz " Man stelle sich vor, ein Abstiegskrimi, der 1:0 ausgeht, wäre dadurch entschieden worden, dass ein Tor, welches nach dem Pfiff eines Schiedsrichters erzielt wurde, plötzlich zählt..." geschrieben wurde? Oh, ja, Dienstag... Keine 48 Stunden später wird das Spiel 18. gegen 13. durch die Bestätigung einer Fehlentscheidung durch den Videoassistenten entschieden... und wieder zu ungunsten der Kölner... Ganz ehrlich: Um genau solche Elfmeter zu verhindern, wurde der Scheiß doch eingeführt... Und dass der Videoschiedsrichter danach anscheinend jeglichen Mut verloren hat, weiterhin seinen Job zu machen und 2 deutlichere Elfmeter nicht gab...
Ein schöneres "Danke, dass ihr uns die Peinlichkeit eines Einspruches, weil wir selbst nicht genau wissen, wie das Ding eigentlich funktionieren soll, erspart habt" können die Schiedsrichter den Kölnern gar nicht schicken...
By the way: Wenn das so weiter geht, muss und wird dieser Einspruch kommen. Derzeit kann er jedes Wochenende kommen, weil der Videoassistent in Szenen eingreift, die er laut Profil nicht zu bewerten hat... Das Handspiel gegen Schalke zum Beispiel...
Diese Handspiele... belegen halt ein ganz anderes Problem: Solange die Regeln so sind, dass niemand genau weiß, was eigentlich ein Handspiel ist und was nicht... kann keinem geholfen werden... Also selbst die Videoassistenten haben ja keine Ahnung, was eine klare Fehlentscheidung ist und was nicht... Also wenn Sane für Hannover gegen Schalke den Ball mit der Hand spielt, ist das keine klare Fehlentscheidung, sondern Eckball... wenn Naldo gegen Bayern exakt dasselbe Handspiel begeht, ist es eine klare Fehlentscheidung und der Schiedsrichter wird überstimmt...
Also ich kann ja nachvollziehen, dass man als Schiedsrichter in Echtzeit zu unterschiedlichen Ergebnissen kommt. Aber der Videoassistent sollte doch wissen, dass das keine klare Fehlentscheidung ist, sondern dass man da sowohl als auch gegeben kann...
Die Lösung für dieses Problem ist halt nicht der Videoschiedsrichter. Und das hätte man auch wissen können... die Lösung ist seit Jahren eine einfache und nachvollziehbare Regel: "Ein Handspiel im Strafraum ist mit indirekten Freistoß zu ahnden, es sei denn, es handelt sich um eine aktive Bewegung des Arms zum Ball oder um das direkte verhindern eines Tores."
Da. Das hat keine 2 Minuten gedauert um eine Regel zu formulieren, mit der jeder Fußballprofi und Schiedsichter besser leben könnte.
Und ja, denselben Vorschlag habe ich hier bereits vor 4 Jahren gebracht. Und wenn man das vor 4 Jahren eingeführt hätte... bräuchte man jetzt das Problem Videoschiedsrichter nicht, weil man die Situation, über die am häufigsten diskutiert wird (und das seit Jahren) auch ohne Hilfestellung dann souverän gelöst bekommt. Es könnte so einfach sein...
Aber sagen wir das mal so: Mainz und Freiburg haben gerade ein verdammt großes Problem. Sie spielen in einer allgemein besseren Liga. Die 2 "gefühlt sicheren" Absteiger fehlen dieses Jahr... und Augsburg... nun ja, alles zu seiner Zeit...
Es wird perspektivisch gesehen verdammt wenige Spiele geben, in denen Mainz und Freiburg die bessere Mannschaft auf den Platz bringen. Wesentlich häufiger werden beide realistisch betrachtet mit 0:4 von Bayer(n) abgeschossen. Das ist halt die Realität in dieser "angeblich kann jeder jeden schlagen" Liga: Es ist wesentlich wahrscheinlicher, dass die Spitzenmannschaften dich abschießen. Das ist ja auch nichts ungewöhnliches. Genau genommen wäre es schlimmer, wenn dieser Mythos wirklich die Regel und nicht die Ausnahme stellen würde. Denn dann wäre die Bundesligisten auf der nächst höheren Ebene... vollkommen irrelevant...
Man sieht das ja gerade relativ gut an den Ergebnissen im europäischen Wettbewerb: Ein Großteil unserer Europacup Teilnehmer ist da eher unabsichtlich reingerutscht... und stellt halt aktuell national keine Spitzenmannschaft dar... und dementsprechend wenige Punkte haben die für die 5 Jahres Wertung gesammelt...
Aber die Mannschaften, die International mithalten können (oder es zumindest sollten), marschieren halt auch durch die Bundesliga.
Der Kampf um den Klassenerhalt dagegen... gestaltet sich ja eher aus dem Punkte-hamstern... man muss irgendwie auf 35-37 kommen... Oder hoffen, dass weniger reicht...
Und im wesentlichen setzen sich diese Punkte aus 3 Kategorien zusammen: Den unberechenbaren Bonuspunkten... weil Dortmunds Offensive sich ausgerechnet gegen deine 10 Mann eine Auszeit nimmt... Oder weil die Bayern gerade von der Meisterfeier kommen... Und ja, es gibt diese Random Ergebnisse, die hinterher keiner wirklich erklären kann... aber darauf basiert halt nicht dein Fundament für den Klassenerhalt.
Dann gibt es diese gnadenlosen Abstiegsduelle... die keiner sehen will, weil sie halt meistens ein absoluter Krampf sind. Die man aber irgendwie gewinnen muss...
Und dann... gibt es diese 3-4 Spiele im Jahr, in denen man so gut drin ist, dass man tatsächlich deutlich besser ist als der Gegner. Meistens sind das die Heimspiele. Und dann bevorzugt gegen die direkte Konkurrenz. Oder aber gegen Mannschaften, die auf Grund der wesentlich höheren Belastung nicht in absoluter Topform antreten... (Oder als Dritte Option: Die gegnerische Mannschaft sucht mehr oder weniger offensichtlich nach einem neuen leitenden Angestellten...) Also wie Hannover und Hoffenheim am Wochenende. Gerade für Mainz und Freiburg wird es dieses Jahr nicht wirklich viele dieser Spiele geben... Das Problem ist halt: Diese Duelle musst du dann dringend gewinnen.
Wenn Freiburg sich am Ende fragt, warum ihnen 2 Punkte fehlen... müssen sie ihre Analyse eigentlich bei diesem Spieltag ansetzen.
Und ja, Hannover ist derzeit die Mannschaft, die das Punkte aus Kategorie 1 und 2 sammeln, ohne genau zu wissen, wie man die ganzen Spiele eigentlich gewonnen hat, perfektioniert. Dennoch ist es für Freiburg ein ganz schlechtes Zeichen, diese Duelle nicht für sich zu entscheiden...
Wer diese absurde Punkte sammeln auch extrem gut drauf hat... ist ja der FC Augsburg... nur hat er sich dann doch wieder im Abstiegskampf angemeldet... also nicht wegen der Leistung... oder wegen den ausbleibenden Punkten... da ist der Hamburger SV auf einem wesentlich besseren Weg... Aber... nun ja... Alfred Finbogasson könnte uns DEN STAT CURSE der gesamten Saison geliefert haben: "Wir wollen dieses Jahr diese Mannschaft sein und hinter der Spitze spielen." Yapp... der Isländer hat es gerade angekündigt: Augsburg will gar nicht dieses Jahr absteigen, sondern nächstes, wenn man die Zusatzbelastung Europa League zu verarbeiten hat... Dieser Satz wird in 6 Monaten entweder wie eine brillante Prophezeiung aussehen... oder wie der Anfang vom Ende...
Ganz weit vorne im Abstiegsrennen ist ja der 1.FC Köln... und die... nun ja, werden halt gerade so richtig von den Schiedsrichtern gefickt. Wie will man es sonst ausdrücken... wie lange ist es jetzt her, dass hier der Satz " Man stelle sich vor, ein Abstiegskrimi, der 1:0 ausgeht, wäre dadurch entschieden worden, dass ein Tor, welches nach dem Pfiff eines Schiedsrichters erzielt wurde, plötzlich zählt..." geschrieben wurde? Oh, ja, Dienstag... Keine 48 Stunden später wird das Spiel 18. gegen 13. durch die Bestätigung einer Fehlentscheidung durch den Videoassistenten entschieden... und wieder zu ungunsten der Kölner... Ganz ehrlich: Um genau solche Elfmeter zu verhindern, wurde der Scheiß doch eingeführt... Und dass der Videoschiedsrichter danach anscheinend jeglichen Mut verloren hat, weiterhin seinen Job zu machen und 2 deutlichere Elfmeter nicht gab...
Ein schöneres "Danke, dass ihr uns die Peinlichkeit eines Einspruches, weil wir selbst nicht genau wissen, wie das Ding eigentlich funktionieren soll, erspart habt" können die Schiedsrichter den Kölnern gar nicht schicken...
By the way: Wenn das so weiter geht, muss und wird dieser Einspruch kommen. Derzeit kann er jedes Wochenende kommen, weil der Videoassistent in Szenen eingreift, die er laut Profil nicht zu bewerten hat... Das Handspiel gegen Schalke zum Beispiel...
Diese Handspiele... belegen halt ein ganz anderes Problem: Solange die Regeln so sind, dass niemand genau weiß, was eigentlich ein Handspiel ist und was nicht... kann keinem geholfen werden... Also selbst die Videoassistenten haben ja keine Ahnung, was eine klare Fehlentscheidung ist und was nicht... Also wenn Sane für Hannover gegen Schalke den Ball mit der Hand spielt, ist das keine klare Fehlentscheidung, sondern Eckball... wenn Naldo gegen Bayern exakt dasselbe Handspiel begeht, ist es eine klare Fehlentscheidung und der Schiedsrichter wird überstimmt...
Also ich kann ja nachvollziehen, dass man als Schiedsrichter in Echtzeit zu unterschiedlichen Ergebnissen kommt. Aber der Videoassistent sollte doch wissen, dass das keine klare Fehlentscheidung ist, sondern dass man da sowohl als auch gegeben kann...
Die Lösung für dieses Problem ist halt nicht der Videoschiedsrichter. Und das hätte man auch wissen können... die Lösung ist seit Jahren eine einfache und nachvollziehbare Regel: "Ein Handspiel im Strafraum ist mit indirekten Freistoß zu ahnden, es sei denn, es handelt sich um eine aktive Bewegung des Arms zum Ball oder um das direkte verhindern eines Tores."
Da. Das hat keine 2 Minuten gedauert um eine Regel zu formulieren, mit der jeder Fußballprofi und Schiedsichter besser leben könnte.
Und ja, denselben Vorschlag habe ich hier bereits vor 4 Jahren gebracht. Und wenn man das vor 4 Jahren eingeführt hätte... bräuchte man jetzt das Problem Videoschiedsrichter nicht, weil man die Situation, über die am häufigsten diskutiert wird (und das seit Jahren) auch ohne Hilfestellung dann souverän gelöst bekommt. Es könnte so einfach sein...
Dienstag, 4. April 2017
Alle Fußball Vereine sind gleich, nur manche sind Bayern
Und ja, das liegt auch daran, dass nur die Bayern eine eigene Regionalliga haben... aber darum soll es dieses Mal gar nicht gehen...
Es geht viel mehr um einen eigentlich kleinen Vorfall, den Steffen Simon bei seiner Tätigkeit als Kommentator auslöste... und der halt wieder mal deutlich machte, dass es den FC Bayern und danach den dreckigen Rest gibt... selbst wenn der technisch gesehen auch aus Bayern kommt...
Was war geschehen... also eigentlich nichts ungewöhnliches. Steffen Simon hat in der 39. Minute einen Handelfmeter für die Bayern gesehen... Und wie wir alle seit diesem Wochenende wieder wissen, sind Handelfmeter ja die am einfachsten und eindeutigsten zu bewertenden Szenen im Fußball. Ohne jeglichen Spielraum.
Und an der Stelle muss ich Steffen Simon sogar Recht geben: Da der allgemeine Konsens nach dem Spiel "Elfmeter für Bayern war", war sein "Das wäre jetzt ein schönes Beispiel für den Videobeweis" gar nicht so verkehrt. Und wenn den Bayern, die ja jede Chance dringend brauchen um eine Chance im Spiel zu haben, so einen Elfmeter verwehrt bekommen, kann man durchaus darauf hinweisen, dass das Spiel gerechter zugehen könnte...
Und dass man uns als Konsumenten darauf hinweist, dass da demnächst (für die Leute im hintersten Sachsen, die wie immer nichts mitbekommen und immer noch AfD wählen... aber nur weil die SED nicht mehr antritt...) was neues auf uns zu kommt...
Aber... da muss man dann doch auch Konsequent sein. Also klar, die Bayern kriegen ihren Handelfmeter nicht. Robert Lewandowski erzielt aber auch ein Tor aus hauchdünner Abseitsposition. Wenn so was vorkommt... dann ist das kein Fall für den Videobeweis... sondern ein Schönheitsfehler... Weil... es sind ja die Bayern...
Dabei... war das Abseits das viel deutlichere Beispiel. Da gibt es eben keinerlei Spielraum... und genau deswegen brauchen wir den Videobeweis doch beinah hauptsächlich... Und ja, es gibt fast jedes Wochenende mehr Abseitstore als Handelfmeter... Ok, nicht jedes, dieses Wochenende ist mit 3 Handelfmeter Situationen eine Ausnahme... aber deswegen reden wir ja auch darüber und halten uns nicht lange damit auf, wie knapp aber richtig die Abseitsentscheidung auf Schalke vor dem 0:1 war...
Lustiger Weise... beweisen diese Szenen am Ende nur, dass Handspiele im Strafraum eben keine Werbung für den Videobeweis sind... Denn... gehen wir die Beispiele mal durch:
Maximilian Mittelstädt verursacht in der 39. Minute einen Handelfmeter und kriegt dafür Gelb. Allgemeines Urteil: Elfmeter ja, Gelb (was dann später zu Gelb-Rot führte) zu hart, denn der Berliner hat ja keine wirklich Chance das Handspiel zu verhindern.
2. Beispiel: Christoph Janker verursacht einen klaren Handelfmeter. Den muss man nach allgemeiner Wahrnehmung wohl auf jeden Fall geben.
3. Beispiel: Marc Batra springt der Ball vom eigenen Oberschenkel an die Hand... und Manager Christian Heidel hat "keinen einzigen getroffen, der sagt, dass man den nicht pfeifen muss"... was hauptsächlich daran liegt, dass Heidel aufgehört hat zuzuhören, sobald jemand "Ja" gesagt hat... also das "kann man geben, muss man aber nicht" hat er schon nicht mehr gehört, da war er schon beim nächsten...
Und ja, der Schiedsrichter Felix Zwayer sagte hinterher persönlich, dass man selbst nach dem Videostudium Argumente gegen einen Elfmeterpfiff finden kann. Auch wenn er diese Aussage natürlich exklusiv getroffen hat (Btw: Früher konnte man auf Sportschau.de die Stimmen zum Spiel nebenbei auf Sportschau.de gefunden... und ja, auch Höwedes war sich nach dem Spiel nicht mehr so sicher wie in dem Moment des Geschehens... aber hey...), beweist es doch das eigentliche Grundproblem, dass Thomas Tuchel nach dem Spiel angesprochen hat: Es weiß einfach niemand, wann es Elfmeter geben muss und wann nicht. Nicht mal die Schiedsrichter.
Deswegen lohnt es sich auch nicht an diesen Stellen über den Videobeweis zu diskutieren... Denn es ist durchaus möglich, dass alle Entscheidungen trotzdem genau so ausgegangen wären... Was man an der Stelle dringender brauch als einen Videobeweis, sind eindeutige Regeln.
Ich sage an der Stelle, was ich an der Stelle immer sage: Gebt einfach auf die unabsichtlichen Handspiele einen Indirekten Freistoss. Gerade die Batra-Höwedes Aktion ist doch ein absolut perfektes Beispiel dafür: Für diese Aktion Elfmeter zu geben, wäre viel zu hart. Es ist ja nicht so, dass 5 einschussbereite Schalker gut verteilt im Strafraum standen. Und für eine derart unglückliche Aktion eine 100%ige Torchance zu verschenken?
Dass man das irgendwie abpfeifen muss sehe ich natürlich trotzdem ein. Schließlich löst Batras irreguläres Spielen des Balles einen nicht aufzulösenden Konjunktiv aus... Also... gibt man Schalke an genau der Stelle des Handspiels einen indirekten Freistoß. Das wäre, sobald man da ein paar Varianten eingeübt hat, was man dann dringend tun sollte, immer noch eine große Chance. Gleichzeitig haben aber 11 Dortmunder noch die Chance diese Aktion zu verteidigen.
Und schon sind alle Diskussionen ohne Videobeweis gelöst: Jeder Fußballer weiß, dass es einen indirekten Freistoß in unmittelbarer Tornähe verursacht, wenn er den Ball irgendwie mit der Hand spielt. Und wenn er mit einer aktiven Handbewegung Luiz Suarez Style eine 100%ige Torchance verhindert, gibt es immer noch Elfmeter und Rot. Darüber muss man an der Stelle ja gar nicht diskutieren.
Gleichzeitig weiß jeder Angreifer: Wenn dem Verteidiger der Ball an die Hand springt, bekomme ich garantiert den indirekten Freistoß. Ohne große Debatten.
Und den Schiedsrichter wird die schwierigste Entscheidung abgenommen: Muss ich jetzt wirklich auf Grund dieser absolut unglücklichen Aktion des Verteidigers das Spiel entscheiden?
Alle sind glücklich. Also selbst die Angreifende Mannschaft wäre ja glücklich, wenn es endlich eine eindeutige und verständliche Regelung geben würde, auf die man sich verlassen kann. Denn das Grundproblem ist ja, dass die Reaktion auf jedes Handspiel eine andere ist.
Und ja, da die Regel so beschissen ist, wie sie ist, wird der Videobeweis nur für noch mehr Diskussionen sorgen. Denn es wird immer noch den Moment geben, in dem der Schiedsrichter auf Elfmeter entscheidet und der Videoschiedsrichter ihm sagt "Kannst du so machen, musst du aber nicht..." Nach der Ansage fühlt man sich doch richtig gut...
Was wir an der Stelle brauchen sind einfache, verständliche und verlässliche Regeln. Viel dringender als den Videobeweis. Denn den Videobeweis kann man hauptsächlich bei eindeutigen Regelverstößen verwenden... wie halt der Frage, ob Robert Lewandowski vor dem 4:0 im Abseits stand. Das kann man natürlich mit dem bloßen Auge nicht erkennen, aber mit dem Videobeweis sofort eindeutig auflösen.
Es geht viel mehr um einen eigentlich kleinen Vorfall, den Steffen Simon bei seiner Tätigkeit als Kommentator auslöste... und der halt wieder mal deutlich machte, dass es den FC Bayern und danach den dreckigen Rest gibt... selbst wenn der technisch gesehen auch aus Bayern kommt...
Was war geschehen... also eigentlich nichts ungewöhnliches. Steffen Simon hat in der 39. Minute einen Handelfmeter für die Bayern gesehen... Und wie wir alle seit diesem Wochenende wieder wissen, sind Handelfmeter ja die am einfachsten und eindeutigsten zu bewertenden Szenen im Fußball. Ohne jeglichen Spielraum.
Und an der Stelle muss ich Steffen Simon sogar Recht geben: Da der allgemeine Konsens nach dem Spiel "Elfmeter für Bayern war", war sein "Das wäre jetzt ein schönes Beispiel für den Videobeweis" gar nicht so verkehrt. Und wenn den Bayern, die ja jede Chance dringend brauchen um eine Chance im Spiel zu haben, so einen Elfmeter verwehrt bekommen, kann man durchaus darauf hinweisen, dass das Spiel gerechter zugehen könnte...
Und dass man uns als Konsumenten darauf hinweist, dass da demnächst (für die Leute im hintersten Sachsen, die wie immer nichts mitbekommen und immer noch AfD wählen... aber nur weil die SED nicht mehr antritt...) was neues auf uns zu kommt...
Aber... da muss man dann doch auch Konsequent sein. Also klar, die Bayern kriegen ihren Handelfmeter nicht. Robert Lewandowski erzielt aber auch ein Tor aus hauchdünner Abseitsposition. Wenn so was vorkommt... dann ist das kein Fall für den Videobeweis... sondern ein Schönheitsfehler... Weil... es sind ja die Bayern...
Dabei... war das Abseits das viel deutlichere Beispiel. Da gibt es eben keinerlei Spielraum... und genau deswegen brauchen wir den Videobeweis doch beinah hauptsächlich... Und ja, es gibt fast jedes Wochenende mehr Abseitstore als Handelfmeter... Ok, nicht jedes, dieses Wochenende ist mit 3 Handelfmeter Situationen eine Ausnahme... aber deswegen reden wir ja auch darüber und halten uns nicht lange damit auf, wie knapp aber richtig die Abseitsentscheidung auf Schalke vor dem 0:1 war...
Lustiger Weise... beweisen diese Szenen am Ende nur, dass Handspiele im Strafraum eben keine Werbung für den Videobeweis sind... Denn... gehen wir die Beispiele mal durch:
Maximilian Mittelstädt verursacht in der 39. Minute einen Handelfmeter und kriegt dafür Gelb. Allgemeines Urteil: Elfmeter ja, Gelb (was dann später zu Gelb-Rot führte) zu hart, denn der Berliner hat ja keine wirklich Chance das Handspiel zu verhindern.
2. Beispiel: Christoph Janker verursacht einen klaren Handelfmeter. Den muss man nach allgemeiner Wahrnehmung wohl auf jeden Fall geben.
3. Beispiel: Marc Batra springt der Ball vom eigenen Oberschenkel an die Hand... und Manager Christian Heidel hat "keinen einzigen getroffen, der sagt, dass man den nicht pfeifen muss"... was hauptsächlich daran liegt, dass Heidel aufgehört hat zuzuhören, sobald jemand "Ja" gesagt hat... also das "kann man geben, muss man aber nicht" hat er schon nicht mehr gehört, da war er schon beim nächsten...
Und ja, der Schiedsrichter Felix Zwayer sagte hinterher persönlich, dass man selbst nach dem Videostudium Argumente gegen einen Elfmeterpfiff finden kann. Auch wenn er diese Aussage natürlich exklusiv getroffen hat (Btw: Früher konnte man auf Sportschau.de die Stimmen zum Spiel nebenbei auf Sportschau.de gefunden... und ja, auch Höwedes war sich nach dem Spiel nicht mehr so sicher wie in dem Moment des Geschehens... aber hey...), beweist es doch das eigentliche Grundproblem, dass Thomas Tuchel nach dem Spiel angesprochen hat: Es weiß einfach niemand, wann es Elfmeter geben muss und wann nicht. Nicht mal die Schiedsrichter.
Deswegen lohnt es sich auch nicht an diesen Stellen über den Videobeweis zu diskutieren... Denn es ist durchaus möglich, dass alle Entscheidungen trotzdem genau so ausgegangen wären... Was man an der Stelle dringender brauch als einen Videobeweis, sind eindeutige Regeln.
Ich sage an der Stelle, was ich an der Stelle immer sage: Gebt einfach auf die unabsichtlichen Handspiele einen Indirekten Freistoss. Gerade die Batra-Höwedes Aktion ist doch ein absolut perfektes Beispiel dafür: Für diese Aktion Elfmeter zu geben, wäre viel zu hart. Es ist ja nicht so, dass 5 einschussbereite Schalker gut verteilt im Strafraum standen. Und für eine derart unglückliche Aktion eine 100%ige Torchance zu verschenken?
Dass man das irgendwie abpfeifen muss sehe ich natürlich trotzdem ein. Schließlich löst Batras irreguläres Spielen des Balles einen nicht aufzulösenden Konjunktiv aus... Also... gibt man Schalke an genau der Stelle des Handspiels einen indirekten Freistoß. Das wäre, sobald man da ein paar Varianten eingeübt hat, was man dann dringend tun sollte, immer noch eine große Chance. Gleichzeitig haben aber 11 Dortmunder noch die Chance diese Aktion zu verteidigen.
Und schon sind alle Diskussionen ohne Videobeweis gelöst: Jeder Fußballer weiß, dass es einen indirekten Freistoß in unmittelbarer Tornähe verursacht, wenn er den Ball irgendwie mit der Hand spielt. Und wenn er mit einer aktiven Handbewegung Luiz Suarez Style eine 100%ige Torchance verhindert, gibt es immer noch Elfmeter und Rot. Darüber muss man an der Stelle ja gar nicht diskutieren.
Gleichzeitig weiß jeder Angreifer: Wenn dem Verteidiger der Ball an die Hand springt, bekomme ich garantiert den indirekten Freistoß. Ohne große Debatten.
Und den Schiedsrichter wird die schwierigste Entscheidung abgenommen: Muss ich jetzt wirklich auf Grund dieser absolut unglücklichen Aktion des Verteidigers das Spiel entscheiden?
Alle sind glücklich. Also selbst die Angreifende Mannschaft wäre ja glücklich, wenn es endlich eine eindeutige und verständliche Regelung geben würde, auf die man sich verlassen kann. Denn das Grundproblem ist ja, dass die Reaktion auf jedes Handspiel eine andere ist.
Und ja, da die Regel so beschissen ist, wie sie ist, wird der Videobeweis nur für noch mehr Diskussionen sorgen. Denn es wird immer noch den Moment geben, in dem der Schiedsrichter auf Elfmeter entscheidet und der Videoschiedsrichter ihm sagt "Kannst du so machen, musst du aber nicht..." Nach der Ansage fühlt man sich doch richtig gut...
Was wir an der Stelle brauchen sind einfache, verständliche und verlässliche Regeln. Viel dringender als den Videobeweis. Denn den Videobeweis kann man hauptsächlich bei eindeutigen Regelverstößen verwenden... wie halt der Frage, ob Robert Lewandowski vor dem 4:0 im Abseits stand. Das kann man natürlich mit dem bloßen Auge nicht erkennen, aber mit dem Videobeweis sofort eindeutig auflösen.
Montag, 27. Februar 2017
Das Karlheinz Rummenigge so ein schlechter Verlierer ist...
Was würde ich nur ohne ihn machen...
Natürlich... hat der gute Kalle auch extrem wenig Erfahrungen mit Niederlagen... wie das so ist, als Bayern München Anhänger... man kommt einfach kaum dazu den Umgang mit solchen Momenten zu üben...
Und da man dann ja auch unwidersprochen seinen Bullshit verbreiten kann, fällt es einem selber wahrscheinlich gar nicht auf, wie viel Unsinn man da verbreitet... Aber ganz ehrlich, dass Rummenigge selber jetzt seinen absoluten Tiefpunkt als Bayern-Präsident selber und unmotiviert wieder auspackt... Ist irgendwie schon eine absurde Kombination von Kindergartenniveau und Elefantengehirn...
Vielleicht könnte man einfach mal Würde zeigen und anständig verlieren... aber warum sollte man...
Das faszinierende ist ja, dass die "Der Videoschiedsrichter erlaubt solche Fehlentscheidungen, wie sie in Madrid zu unseren Lasten getroffen wurden, ja gar nicht."Aussage absoluter Bullshit ist.
Gehen wir die 7 Fehlentscheidungen, wie sie der Kicker hinterher aufgezählt hat, noch mal durch und wenden den Videobeweis, so wie er jetzt funktioniert, auf ihn an:
Die Entscheidungen 1, 4 und 5 (also kurz zusammengefasst der früher fällige, falsche oder ausgebliebene Platzverweis für Vidal und Casemiro) betreffen halt den Videoschiedsrichter nicht. Es sind nur Gelb-Rote Karten, die aus irgendwelchen Gründen von der Überprüfung ausgeschlossen sind. Wenn der Schiedsrichter eine Tätlichkeit übersehen hätte... Oder für eine klare Rote Karte nur Gelb gezeigt hätte... dann könnte Kalle mit diesen Beispielen argumentieren. So sind das genau die Fälle, die wir nicht über den Videoschiedsrichter geregelt sehen wollen, weil sie dazu führen würden, dass jede Verwarnung überprüft werden muss... was Ewigkeiten dauert.
Der Abseitspfiff in der 66. Minute gegen Robert Lewandowski... ich sag das mal so... Kalle kann ja mal beim 1.FC Köln nachfragen, wie das läuft, wenn der Schiedsrichter fälschlicher Weise auf Abseits entscheidet.
Dagegen wird dann... das 2:1, welches die Verlängerung überhaupt ermöglicht, zurückgenommen... genau wegen Abseits.
Damit hat Rummenigge natürlich am Ende Recht: Der Videobeweis hätte ihm viele Nerven erspart, weil die Bayern ohne Verlängerung ausgeschieden wäre. Gut für ihn.
Natürlich hätten das 2:2 und das 2:3 auch nicht gezählt. Aber wir wären ja gar nicht in die Situation gekommen, diese zu brauchen.
Lustiger Weise (um wirklich mal nen Sinnvollen Gedanken zu äußern) zeigen gerade die "Abseitstore" ein ganz großes, weitgehend ignoriertes Problem mit der derzeitigen Umsetzung des Videobeweises, welches dringend gelöst werden muss: Wann pfeife ich eigentlich noch Abseits? Genau genommen am besten gar nicht mehr. Denn wenn die Großchance nicht genutzt wird, geht es mit Abstoß weiter. Wenn sie genutzt wird, greift der Videobeweis und verhindert die Fehlentscheidung.
Dass dies der richtige Ansatz wäre, beweist uns das Spiel Hannover - Köln. Dort werden dem 1.FC zunächst 2 Großchancen zurück gepfiffen, weil der Linienrichter die Angreifer im Abseits gesehen haben wollte... Nur damit der Videoassistent dann beim Abseitstor von Claudio Pizarro doch eingreift.
Eine sachlich gesehen definitiv unfaire Anwendung des Videobeweises. Denn er verhinderte 3 Großchancen für die Kölner. 2 zu unrecht... Aber das konnte man nach dem Pfiff ja nicht mehr ändern...
Und das ist eine ganz spannende Frage, die der Fußball als ganzes für sich klären müssen: Lassen wir in Abseitssituationen ab sofort weiter spielen und überprüfen sie im Zweifelsfalle nach dem erzielten Tor? Das wäre die faire Umsetzung, denn so könnte man relevante Fehlentscheidungen ausschließen. Es wäre aber auch das Ende jeder Emotion beim Torjubel, weil dann wirklich jeder 2. Treffer hinterher kontrolliert werden müsste.
Oder legt man fest, das Abseitsentscheidungen allgemein nicht "Reviewable" sind. Damit solche Situationen wie in Köln, dass der Videobeweis konstant zu Lasten einer Mannschaft ausgelegt wird, vermieden werden. Diese Entscheidung würde die Emotionen auf dem Platz schützen. Aber bei jedem Abseitstor würde hinterher die Diskussion losgetreten werden, ob das Sinnvoll ist.
Und es gibt keine gute Antwort. Fakt ist: Die Zwischenlösung "Wenn jemand wegen Abseits fälschlicher Weise zurück gepfiffen wird, hat er Pech, wenn er ein Abseitstor erzielt auch" kann nicht das Endergebnis sein.
Bevor jetzt jemand mit dem "Ist doch nur Abseits" kommt... geht mal kurz in euch und fragt euch, wie viele Hauchdünne Abseitsentscheidungen es jedes Wochenende... ich verweise spontan auf RB Leipzig gegen den Hamburger SV... in den es so hauchdünnes Abseits gab, dass selbst der Videobeweis nicht eingreifen konnte. (oder, für die Verschwörungstheoretiker unter uns, die DFL war damals noch im "Wir müssen den HSV irgendwie retten, die haben ja so sympathische Fans" Modus...)
Und solche Szene gibt es erschreckend häufig. Meistens werden sie einfach nur ignoriert, weil sie nicht Spiel entscheidend sind. Oder nicht in absoluter Strafraumnähe passieren. Und dann gibt es Spiele, in denen es 3 Mal innerhalb von 93 Minuten passiert.
Und das formuliere ich nicht mal als Vorwurf an die Linienrichter. Bei den Geschwindigkeiten, in denen Fußball mittlerweile gespielt wird und den gegensätzlichen Bewegungen von Angreifern und Verteidigern ist es unfassbar schwierig immer die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn ein 30 Meter Steilpass auf eine Abseitsfalle trifft. Im Wesentlichen verlässt man sich auf seine Erfahrungswerte. Und es ist faszinierend, wie oft diese Erfahrungswerte richtig liegen... Aber wenn "Oft genug richtig liegen" im Fußball reichen würde, hätten wir gar keinen Videobeweis. Denn das machen die Schiedsrichter ja allgemein...
Dass die Uefa an der Stelle sagt "Unser wichtigster Wettbewerb ist keine Laborratte"... erscheint auf ein Mal erstaunlich sinnvoll. Geradezu Alternativlos.
Und ja, wenn wir uns für eine allgemein akzeptierte Lösung bei Abseitsentscheidungen entschieden haben, kann man den Videobeweis nicht in der Champions League einführen. Und allgemein akzeptiert heißt an der Stelle, dass man sich wirklich geeinigt hat und das Abseits-Fass nicht jedes Mal, wenn die Entscheidungen zu seinen eigenen Lasten ausfallen, wieder auspackt.
Rummenigges Aktion hilft bei der eigentlich wichtigen Auseinandersetzung mit dem Problem mal wieder überhaupt nicht. Weil er wie immer das eingeschnappte Kind spielt, welches nur seinen eigenen Vorteil und seine eigene Position sieht. Anstatt mal einen sachlichen Diskurs zu führen, wo wir mit dieser Neuerung hinwollen...
Und ja, ein Diskurs über die Anwendung des Videoschiedsrichters beim Real - Bayern Rückspiel wäre extrem sinnvoll. Also dass man sich dieses Spiel wirklich nochmal anguckt und sich dann fragt: Wäre es vielleicht doch sinnvoll, dem Schiedsrichter schon bei möglichen Gelb-Roten Karten unter die Arme zu greifen? Oder muss man dann nicht auch die Gelben Karten, die langfristig zu einem Platzverweis führen können, überprüfen?
Und in dem man anhand dieses Spiels mit 4 entscheidenden Abseitsentscheidungen (2 für jede Mannschaft) mal das Problem erörtert, wie der Videobeweis mit diesen Szenen umgehen sollte. Aber all das halt sachlich, was ein Rummenigge anscheinend nicht kann oder will...
Da aber die großen Vereine hauptsächlich von solchen Egomanen geführt werden, gibt es auch wenig Hoffnung, dass die eigentlich wichtigen Fragen beim Videobeweis jemals gelöst werden... aber hey, immerhin unterhält mich der Kalle...
Natürlich... hat der gute Kalle auch extrem wenig Erfahrungen mit Niederlagen... wie das so ist, als Bayern München Anhänger... man kommt einfach kaum dazu den Umgang mit solchen Momenten zu üben...
Und da man dann ja auch unwidersprochen seinen Bullshit verbreiten kann, fällt es einem selber wahrscheinlich gar nicht auf, wie viel Unsinn man da verbreitet... Aber ganz ehrlich, dass Rummenigge selber jetzt seinen absoluten Tiefpunkt als Bayern-Präsident selber und unmotiviert wieder auspackt... Ist irgendwie schon eine absurde Kombination von Kindergartenniveau und Elefantengehirn...
Vielleicht könnte man einfach mal Würde zeigen und anständig verlieren... aber warum sollte man...
Das faszinierende ist ja, dass die "Der Videoschiedsrichter erlaubt solche Fehlentscheidungen, wie sie in Madrid zu unseren Lasten getroffen wurden, ja gar nicht."Aussage absoluter Bullshit ist.
Gehen wir die 7 Fehlentscheidungen, wie sie der Kicker hinterher aufgezählt hat, noch mal durch und wenden den Videobeweis, so wie er jetzt funktioniert, auf ihn an:
Die Entscheidungen 1, 4 und 5 (also kurz zusammengefasst der früher fällige, falsche oder ausgebliebene Platzverweis für Vidal und Casemiro) betreffen halt den Videoschiedsrichter nicht. Es sind nur Gelb-Rote Karten, die aus irgendwelchen Gründen von der Überprüfung ausgeschlossen sind. Wenn der Schiedsrichter eine Tätlichkeit übersehen hätte... Oder für eine klare Rote Karte nur Gelb gezeigt hätte... dann könnte Kalle mit diesen Beispielen argumentieren. So sind das genau die Fälle, die wir nicht über den Videoschiedsrichter geregelt sehen wollen, weil sie dazu führen würden, dass jede Verwarnung überprüft werden muss... was Ewigkeiten dauert.
Der Abseitspfiff in der 66. Minute gegen Robert Lewandowski... ich sag das mal so... Kalle kann ja mal beim 1.FC Köln nachfragen, wie das läuft, wenn der Schiedsrichter fälschlicher Weise auf Abseits entscheidet.
Dagegen wird dann... das 2:1, welches die Verlängerung überhaupt ermöglicht, zurückgenommen... genau wegen Abseits.
Damit hat Rummenigge natürlich am Ende Recht: Der Videobeweis hätte ihm viele Nerven erspart, weil die Bayern ohne Verlängerung ausgeschieden wäre. Gut für ihn.
Natürlich hätten das 2:2 und das 2:3 auch nicht gezählt. Aber wir wären ja gar nicht in die Situation gekommen, diese zu brauchen.
Lustiger Weise (um wirklich mal nen Sinnvollen Gedanken zu äußern) zeigen gerade die "Abseitstore" ein ganz großes, weitgehend ignoriertes Problem mit der derzeitigen Umsetzung des Videobeweises, welches dringend gelöst werden muss: Wann pfeife ich eigentlich noch Abseits? Genau genommen am besten gar nicht mehr. Denn wenn die Großchance nicht genutzt wird, geht es mit Abstoß weiter. Wenn sie genutzt wird, greift der Videobeweis und verhindert die Fehlentscheidung.
Dass dies der richtige Ansatz wäre, beweist uns das Spiel Hannover - Köln. Dort werden dem 1.FC zunächst 2 Großchancen zurück gepfiffen, weil der Linienrichter die Angreifer im Abseits gesehen haben wollte... Nur damit der Videoassistent dann beim Abseitstor von Claudio Pizarro doch eingreift.
Eine sachlich gesehen definitiv unfaire Anwendung des Videobeweises. Denn er verhinderte 3 Großchancen für die Kölner. 2 zu unrecht... Aber das konnte man nach dem Pfiff ja nicht mehr ändern...
Und das ist eine ganz spannende Frage, die der Fußball als ganzes für sich klären müssen: Lassen wir in Abseitssituationen ab sofort weiter spielen und überprüfen sie im Zweifelsfalle nach dem erzielten Tor? Das wäre die faire Umsetzung, denn so könnte man relevante Fehlentscheidungen ausschließen. Es wäre aber auch das Ende jeder Emotion beim Torjubel, weil dann wirklich jeder 2. Treffer hinterher kontrolliert werden müsste.
Oder legt man fest, das Abseitsentscheidungen allgemein nicht "Reviewable" sind. Damit solche Situationen wie in Köln, dass der Videobeweis konstant zu Lasten einer Mannschaft ausgelegt wird, vermieden werden. Diese Entscheidung würde die Emotionen auf dem Platz schützen. Aber bei jedem Abseitstor würde hinterher die Diskussion losgetreten werden, ob das Sinnvoll ist.
Und es gibt keine gute Antwort. Fakt ist: Die Zwischenlösung "Wenn jemand wegen Abseits fälschlicher Weise zurück gepfiffen wird, hat er Pech, wenn er ein Abseitstor erzielt auch" kann nicht das Endergebnis sein.
Bevor jetzt jemand mit dem "Ist doch nur Abseits" kommt... geht mal kurz in euch und fragt euch, wie viele Hauchdünne Abseitsentscheidungen es jedes Wochenende... ich verweise spontan auf RB Leipzig gegen den Hamburger SV... in den es so hauchdünnes Abseits gab, dass selbst der Videobeweis nicht eingreifen konnte. (oder, für die Verschwörungstheoretiker unter uns, die DFL war damals noch im "Wir müssen den HSV irgendwie retten, die haben ja so sympathische Fans" Modus...)
Und solche Szene gibt es erschreckend häufig. Meistens werden sie einfach nur ignoriert, weil sie nicht Spiel entscheidend sind. Oder nicht in absoluter Strafraumnähe passieren. Und dann gibt es Spiele, in denen es 3 Mal innerhalb von 93 Minuten passiert.
Und das formuliere ich nicht mal als Vorwurf an die Linienrichter. Bei den Geschwindigkeiten, in denen Fußball mittlerweile gespielt wird und den gegensätzlichen Bewegungen von Angreifern und Verteidigern ist es unfassbar schwierig immer die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn ein 30 Meter Steilpass auf eine Abseitsfalle trifft. Im Wesentlichen verlässt man sich auf seine Erfahrungswerte. Und es ist faszinierend, wie oft diese Erfahrungswerte richtig liegen... Aber wenn "Oft genug richtig liegen" im Fußball reichen würde, hätten wir gar keinen Videobeweis. Denn das machen die Schiedsrichter ja allgemein...
Dass die Uefa an der Stelle sagt "Unser wichtigster Wettbewerb ist keine Laborratte"... erscheint auf ein Mal erstaunlich sinnvoll. Geradezu Alternativlos.
Und ja, wenn wir uns für eine allgemein akzeptierte Lösung bei Abseitsentscheidungen entschieden haben, kann man den Videobeweis nicht in der Champions League einführen. Und allgemein akzeptiert heißt an der Stelle, dass man sich wirklich geeinigt hat und das Abseits-Fass nicht jedes Mal, wenn die Entscheidungen zu seinen eigenen Lasten ausfallen, wieder auspackt.
Rummenigges Aktion hilft bei der eigentlich wichtigen Auseinandersetzung mit dem Problem mal wieder überhaupt nicht. Weil er wie immer das eingeschnappte Kind spielt, welches nur seinen eigenen Vorteil und seine eigene Position sieht. Anstatt mal einen sachlichen Diskurs zu führen, wo wir mit dieser Neuerung hinwollen...
Und ja, ein Diskurs über die Anwendung des Videoschiedsrichters beim Real - Bayern Rückspiel wäre extrem sinnvoll. Also dass man sich dieses Spiel wirklich nochmal anguckt und sich dann fragt: Wäre es vielleicht doch sinnvoll, dem Schiedsrichter schon bei möglichen Gelb-Roten Karten unter die Arme zu greifen? Oder muss man dann nicht auch die Gelben Karten, die langfristig zu einem Platzverweis führen können, überprüfen?
Und in dem man anhand dieses Spiels mit 4 entscheidenden Abseitsentscheidungen (2 für jede Mannschaft) mal das Problem erörtert, wie der Videobeweis mit diesen Szenen umgehen sollte. Aber all das halt sachlich, was ein Rummenigge anscheinend nicht kann oder will...
Da aber die großen Vereine hauptsächlich von solchen Egomanen geführt werden, gibt es auch wenig Hoffnung, dass die eigentlich wichtigen Fragen beim Videobeweis jemals gelöst werden... aber hey, immerhin unterhält mich der Kalle...
Abonnieren
Posts (Atom)