Mittwoch, 31. August 2011

Warum sollten Fußballer eigentlich Vorbilder sein?

Ein Frage, die sich mir seit meinem gestrigen Post aufdrängt: Warum gehen eigentlich so viele davon aus, dass Fußballer gute Vorbilder sind? Warum schauen Leute anscheinend Fußball mit der Erwartung, gute Vorbilder zu sehen? Da derzeit liebste Beispiel ist ja der gut integrierte Fußballer im Nationalteam.
Unsere Nationalspieler sind fast alles hochbegabte Spieler (Und Miroslav Klose halt, der als wahrscheinlich einziger von der aktuellen Truppe kein U-Länderspiel bestritten hat). Die jüngste Generation wurde, was man so hört, komplett in Leistungszentren und Vereins-Internaten aufgezogen. Deren Alltag und Umfeld wird spätestens seit dem sie 15 sind von Fußballern, Trainern und Beratern geprägt, die ihnen immer wieder sagen, dass sie besonders gute Fußballer sind (und nichts anderes macht unsere U-Auswahl ja... den Spielern sagen, dass sie die besten ihres Jahrgangs sind...) Und da soll es überraschen, dass der eine oder andere von denen einen Horizont hat, der am Strafraum aufhört?

Gerade das Mesut Özil von allen als Beispiel für hervorragende Intergration genutzt wird, ist eigentlich lächerlich... Und wenn wir schon dabei sind: ist Nuri Sahin dann das Gegenbild des sich abschottenden Türken? Nur weil der für DIE und nicht für UNS spielt? Fußball könnte durchaus integrierend wirken. Aber Nationalspieler als Beispiel zu bringen... da kann ich auch hochgebildete indische Green-Card Besitzer nennen. Man muss halt nur ignorieren, dass gleichzeitig auf lokaler Ebene sagen wir 70% aller Fußballer mit türkischem Migrationshintergrund doch lieber in ihren eigenen Vereinen, die dann Türkiyemspor Berlin heißen, spielen. Wenn man besonders gut Fußball spielen kann, wird es besonders in diesem Fußball-verrücktem Land immer einfach sein, sich zu integrieren. Aber wirkliche Integration beginnt bei den Menschen, die ohne herrausragende Begabung kommen.
Und wenn man sich so auf Kreisklassenniveau umschaut, ist Fußball meistens eher eines der Felder, wo der Deutsche doch lieber sein hässliches und abweisendes Gesicht zeigt...

Fußballer können durchaus Vorbilder sein. Aber selbstverständlich davon auszugehen... ist naiv. Und wenn ich mir ein Vorbild für meine Kinder suchen würde, wäre es eher Maik Franz als Lukas Podolski. Aber aus diesen talentierten jungen Menschen kann entweder ein Lionel Messi oder ein Paul Gascoinge werden. Beides sind (oder waren) hervorragende Fußballer, beide würde ich mir aber nicht als Vorbild nehmen wollen...

1 Kommentar:

  1. wird das jetzt hier die PA-Adaption Führungsspielerdebatte???

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