Wird die Mesut Özil-Debatte noch mal absurder. Ja, das geht. Auf einen einzigen Weg:
Jetzt versuchen uns die alten, weißen Männer zu erklären, was Rassismus ist... und noch viel schlimmer: Dass sie das besser beurteilen können als die Spieler mit Migrationshintergrund. Weil sie... Statistiken gelesen haben?
Also hier kurz die "Money Quotes" aus dem Montags-Kicker:
Heribert Bruchhagen, 69 Jahre: "Reinhard Grindel in die Nähe des Rassismus zu bringen, ist absurd." Der Bruchhagen muss es ja wissen, der ist schon so oft Opfer der Alltagsrassismus geworden. Also als HSV Vorstand...
Lothar Matthäus, 57 Jahre: "Sportlich ist Özils Rücktritt kein Verlust." Auch da ist Matthäus echter Experte, weil er ja selber weiß, wie es ist, wenn man eigentlich komplett durch ist und trotzdem noch ein großes Turnier spielt... Gut, Matthäus war damals wesentlich älter als Özil... aber Details...
Rainer Holzschuh, 74 Jahre: "Als ob ein Mensch wie Özil, der, in Deutschland aufgewachsen, als talentierter Fußballer gehegt und gepflegt wurde (...) die Probleme der Migration und des Rassismus glaubwürdig skizzieren könnte." Besser als der Kicker-Cheredakteur. Und nebenbei haben all die Einwände niemanden gestört, als Özil als Paradebeispiel für gelungene Integration galt... Und genau dies ist das Problem, welches Özil hat: Wenn es den Leuten passt, dass er ein Imigrantenkind ist, stellen sie es in den Vordergrund, wenn es ihnen nicht passt, sprechen sie ihm die Kompetenz ab... Und genau das ist auch Rassismus. Entweder Özil war jahrelang Vorbild der Integration, dann kann er sich zu dem Thema äußern und seine Wahrnehmung und sein Urteil muss respektiert werden... oder wir müssen unsere Berichtserstattung der letzten 10 Jahre komplett korrigieren. Beides ist halt verdammt schwierig.
Rassismus ist eben nicht nur ein Nazi Mob, der einen Afrikaner durch die Straßen jagt und tötet. Oder die "Fans", die Schwarze Spieler mit Affengeräuschen begrüßen... Rassismus ist auch, wenn identische Situationen auf Grund des unterschiedlichen Aussehens der handelnden Personen anders beurteilt werden...
Und dass der Kicker das diesen Sommer extrem macht, will er sich halt bis heute nicht eingestehen.
Lasst uns da mal als weiteres Indiz einen Blick auf die Kicker Rangliste werfen... da haben wir gerade 3 Kandidaten: einer heißt Thomas Müller und war durchaus der Beste von den 3. Das will ich nicht in Frage stellen... aber Internationale Klasse? Weil er in einem Freundschaftsspiel gegen Spanien, welches nicht in die Bewertung fallen sollte, ein Traumtor erzielt hat? Da verzeihen wir ihm natürlich die bescheidene WM... Und den Fakt, dass er gegen Real Madrid und den FC Sevilla genau so effektiv war, wie Robert Lewandowski. Aber nur einer der beiden muss sich Vorwürfe gefallen lassen, dass er in den entscheidenden Spielen nichts gerissen hat... Das ist natürlich nicht der vorbildlichste aller Deutschen. Der kann ja nichts dafür... Da sind wir halt solidarisch...
(Und ja, ich verstehe nicht, wie Müller und Franck Ribery, der seit 3 Jahren auf ein Tor auf der internationalen Bühne wartet, internationale Klasse darstellen sollen... Der Kicker hat an der Stelle halt sein eigenes "Die Bundesliga ist nicht mehr so gut" Narrativ wieder komplett vergessen... Und ja, ich erwähne Müller hauptsächlich deswegen, weil ich am Ende im großen Bild auf ihn zurück komme.
Aber gut, dass Müller der beste dieser Kandidaten ist, sehe ich sofort ein. Aber danach... wird es völlig absurd:
Denn dann behauptet der Kicker tatsächlich, dass Julian Draxler eine genau so gute (also im Blickfeld endende) Halbserie wie Mesut Özil gespielt hat. Warte, was? Der Ersatzspieler in einer Gurkenliga war genau so gut wie der Stammspieler in der Premiere League, der mit seinen Leistungen in der K.O. Phase einen entscheidenden Anteil an der Halbfinal-Teilnahme in der Europa League hatte? Kann mir das jemand erklären? Der eine spielte in der K.O. Phase insgesamt 20 Minuten, der andere sammelte derweil (wenn auch im schlechteren Wettbewerb) 5 Torvorlagen... Und brachte bis zu seiner Verletzung in der besseren Liga die besseren Leistungen... Oh und eine bessere WM hat er auch noch gespielt... auch wenn das keiner wahrnehmen will.
Natürlich habe ich auch behauptet, dass das Nachlassen von Özil, welches keiner in Frage stellen will, einer der Gründe ist, warum Arsenal London nur noch in der Europa League spielt, weil der Mann halt keine internationale Klasse mehr liefert. Aber sachlich betrachtet gehört der Mann (was nebenbei auch Bodo Illgner so sieht) in den weiteren Kreis. Genau so wie er gegen Südkorea keine 5 verdient gehabt hat...
Und mal wieder schafft es der Kicker nicht, die persönlichen Geschehnisse abseits des Fußballs (also den Fakt, dass der Junge halt Deutsch-Türke ist) auszublenden... dafür blenden sie lieber die Leistungen in der Europa League aus. Das ist einfacher... Und dann kann man sich eine Erklärung zusammen basteln...
Oder um einen deutlicheren Rahmen aufzumachen: Will mir wirklich jemand erzählen, dass Özil im letzten Halbjahr schlechter war als Lewis Holtby, Kai Havertz und Maximilian Eggestein? Ja, der Kicker will das...
Aber es gibt hier ja keinen Rassismus. Hat es nie gegeben. Zumindest nicht im Wahrnehmungskreis der greisen, weißen Männer, die ja die Deutungshoheit für sich beanspruchen... Deswegen (jetzt kommt der Bogen) muss sich Thomas Müller jetzt ja aus reinen Leistungsgründen die selben Urteile über sich ergehen lassen, wie wie Mesut Özil. Oh, warte... nur einer von denen wird als überflüssig und nutzlos betrachtet... von allen Seiten... (also Uli Hoeneß, dem Kicker und Lothar Matthäus).
Stellen wir uns mal vor, ein Müller würde über einen Rücktritt nachdenken... Dann würden alle mit einem "Tu's nicht!" um die Ecke kommen. Das Abstimmungsergebnis im Kicker würde bei 90% pro Müller ausfallen...
Oder es wäre vor der WM (wie im Fall Özil im Kicker geschehen) davon geschrieben worden, dass dies seine Abschiedsvorstellung sein könnte, weil er zuletzt einfach nicht die Leistung gebracht hat, die eine weitere Nominierung rechtfertigt. Der Journalist wäre sofort entlassen worden... (Ok, der Stern hat es sich erlaubt vom Problemkind Müller zu schreiben... als einzige und erst nach dem 2. Spiel) Dabei hat Müller vor 2 Jahren eine schlechtere EM gespielt... und mindestens eine genau so beschissene Weltmeisterschaft. Trotzdem würde niemand die Bedeutung von Müller für die Nationalmannschaft in Frage stellen. Im Gegensatz: Im großen "Wer könnte zurücktreten" Gemurmel ist sein Name nie gefallen... obwohl es leistungstechnisch mehr als angebracht wäre... Aber der ist halt der sympathische Deutsche...
Und genau das ist auch Rassismus: 2 Spieler bringen dieselbe Leistung, werden aber völlig unterschiedlich beurteilt.
Guckt euch einfach mal die Liste mit den Nationalspielern, die mehr als 90 Länderspiele absolviert haben, an. Und dann fragt euch wer von denen die meiste Kritik über all die Jahre einstecken musste. Wessen Leistungen immer wieder in Frage gestellt wurden, weil einem "die Körpersprache" nicht gefällt. Erinnert euch einfach an die Public Viewing Abende in eurer Stadt und fragt euch, wer dringend ausgewechselt werden sollte, weil er "heute nichts bringt" und "mal wieder abtaucht"... Fragt euch wer all die Jahre am häufigsten hinterfragt worden ist... (also während der Karriere, nicht danach... Und wegen ihrer fußballerischen Leistungen und nicht wegen ihres Privatlebens...)
Die Antwort lautet. Der einzige muslimische Migrant auf dieser Liste. Der einzige, den man definitiv ansieht, dass kein arisches Blut in seinen Adern fließt... Das ist kein Zufall. Und ich nehme mich selbst da ja auch nicht aus... Ich gebe durchaus zu, dass ich Özil stellenweise und unbewusst kritischer betrachtet habe als andere Spieler.
Und genau deswegen kann sich Özil zu diesem Thema äußern. Denn selbst als gehegter und gepflegter Fußballer wird man in der Öffentlichkeit anders beurteilt, wenn man Deutsch-Türke ist.
Auch wenn keiner in Frage stellen sollte, dass er über das Ziel hinaus geschossen hat. Das kann man durchaus erwähnen und kritisieren. Ihm aber jegliche Kompetenz zu dem Thema abzusprechen und dadurch zu versuchen, seine Vorwürfe komplett lächerlich zu machen... oder man schiebt die Aussagen seinen Berater zu, der eine völlig absurde Agenda haben soll... nur damit man sich selber nicht hinterfragen muss... Das ist kein Lösungsansatz, sonder bestätigt Özils Aussagen nur.
Und ja, der Kicker hat sich bis heute nicht im Ansatz hinterfragt, ob er nicht selber seinen Beitrag dazu geleistet hat, dass der Özil sich so fühlt, wie er sich fühlt. Obwohl er das über all die Jahre definitiv gemacht hat. Aber wie immer hat keiner Bock drauf sich mal an die eigene Nase zu fassen. Aber die sind ja derzeit intensiv damit beschäftigt die Schuld auf Özil zu schieben, denn dann sehen sie selber besser aus.
Dienstag, 31. Juli 2018
Montag, 30. Juli 2018
Karl-Heinz Rummenigge will sich zurückziehen!
Und da das mein Lieblingsfeindbild ist, werde ich ihn vermissen. Wirklich Schade.
Schließlich wendete sich der Bayern-Präsident an die Leitmedien und ließ dort ein "Wir müssen aufhören, den Populismus voranzutreiben" verbreiten... Großartig. Der größte Populist nutzt den einfachsten Weg um anderen das zu verbieten, was er selber permanent macht. Ein ganz klares "Das darf nur Ich... weil ich Bayern-Präsident bin."
Und ja, wir reden von genau dem Typen, der letztens gerade verbreiten ließ, dass der DFB "nur noch von Amateuren durchsetzt ist." Einen Satz, den ich ihn sogar durchgehen ließ, weil ich nicht den Eindruck erwecken wollte, dass ich ständig nur auf Gelegenheiten warte gegen ihn zu schießen...
Karl-Heinz Rummenigge ist immer noch der Letzte, der sich über Populismus aufregen darf... denn er ist der größte Populist, den die Liga hervorgebracht hat. Er argumentiert immer lautstark und Medienwirksam. Und nutzt den Fakt aus, dass ihm in den Medien niemand widersprechen will. Weil diese Medien ja von seinen Statements abhängig sind und wenn sie ihn kritisch hinterfragen, geht er zu den nächsten, die dies nicht tun...
Dazu kommt, dass er immer einseitig zum Wohle seines FC Bayerns argumentiert. Auch wenn dies manchmal nicht mal offensichtlich erscheint. Dazu kommt, dass er ein ganz schlechter Verlierer ist.
Gucken wir uns doch mal sein derzeitiges Problem an: da geht es mal wieder um 50+1. Und dem Fakt, dass er beim letzten Mal zum Bundestag des DFBs nur seinen Ersatzmann geschickt hat... wodurch er anderen Populisten (und ja, ein Bundestag ist immer eine populistische Veranstaltung, das ist auch nichts schlechtes) den Freiraum gegeben hat, ihre Meinung in den Vordergrund zu stellen. Und dass sein Verein diese Schlacht dann verloren hat, hat Kalle genau so gut verkraftet wie die Halbfinalniederlage 2017 gegen Real Madrid. Deswegen muss er jetzt bei jeder Gelegenheit nachtreten. In der Hoffnung, dass er so das Meinungsbild doch nachträglich ändern kann. Gute Strategie...
Aber den Bayern kann das 50+1 doch egal sein... das ist doch kein Thema, von dem die profitieren... ähm... doch.
Natürlich sind die Bayern die einzigen, die auch ohne 50+1 international wettbewerbsfähig sind. (also neben Barcelona und Real Madrid...) Und solange die Liga nicht komplett einbricht, wird dies auch so bleiben. Aber die Bayern sehen halt auch, dass die Liga eher schwächer als stärker wird... was ihnen langfristig halt eher schadet als hilft. Schließlich schaffen die Bayern es seit Jahren nicht wirklich in den Halbfinalspielen in den höchsten Gang zu schalten. Und wenn sie es versuchen, brechen sofort Muskelverletzungen auf.
Aber da zeigt sich ja auch der Interessenskonflikt: Die Bayern hätten gerne, damit sie halbwegs gefordert werden, weitere Mannschaften in der Liga, die wirklich im Internationalen Geschäft mitmischen. Die das Leistungsniveau und den Anspruch zu haben in ein internationales Halbfinale einzuziehen. Und wenn es nur die Europa League ist. Die internationale Realität sieht halt so aus, dass man dafür einen Investor braucht, an sonsten schafft man es nicht das entstandene Loch zu schließen.
80% der Bundesligisten wollen aber eigentlich nur Bundesliga spielen... und mal gelegentlich am Internationalen Geschäft teilnehmen. Einige wie Schalke und Leverkusen gelegentlicher als Frankfurt oder Freiburg. Aber keine dieser Mannschaften hat wirklich den "Wir spielen um die Internationalen Titel mit" Anspruch. In der Champions League wären sie alle glücklich, wenn es fürs Achtelfinale reicht. Das reicht aber den Bayern nicht. Und die einzigen, die da eventuell ausbrechen, sind RB Leipzig und Borussia Dortmund. Der eine Verein verstößt praktisch gegen das 50+1, der andere ist eine Kommanditgesellschaft auf Aktien. Und selbst diese Mannschaften spielen (noch nicht, oder nicht mehr) ernsthaft um die internationalen Titel mit.
Das Problem... die Bayern sind die einzigen, die mehr Mannschaften dieser Art haben wollen. Denn für die klassischen, Investor-losen Vereine ist die Bundesliga halt das Paradies: Hier können sie in einer Umsatz-starken und attraktiven Liga mitspielen. Und kriegen im geschlossenen System ihren Teil vom Kuchen ab. Schön für sie.
Aber sobald sich der Markt endgültig für Investoren geöffnet wird, bricht dieses Paradies zusammen. Deswegen funktioniert auch das "Lasst das doch jeden für sich entscheiden" nicht. Denn dass allgemeine Kostenniveau in der Bundesliga wird dann steigen... und dann heißt es entweder mitbieten oder im Abstiegskampf verschwinden. Und ja, die Vereine, die sich dann dagegen entscheiden, entscheiden sich auch langfristig gegen die Bundesliga. Die wird es geben... Dessen muss man sich aber bewusst sein. Und die Vereine, die strikt gegen das 50+1 sind, sind sich dessen bewusst.
Also am lautesten flucht halt der 1.FC St.Pauli. Ein Verein, der sich schlecht an Investoren verkaufen kann (sie haben es schon geschafft als alternative Image zu kommerzialisieren, ohne dass ihnen das jemand vorwirft, was eine große Leistung ist...) und der damit in einem geöffneten Markt noch größere Probleme als jetzt schon haben wird. Und dieses "jetzt schon" bedeutet halt "Alle 2 Jahre heftiger Abstiegskampf in Liga 2". St.Pauli würde natürlich als Marke erhalten bleiben, aber von der Fußballlandschaft verschwinden. Natürlich sind die da dagegen.
Und das kann man halt auf einige weitere Vereine ausweiten. Auch ein SC Freiburg wird dann die Wahl haben: "Wollen wir da mitspielen oder nicht?"
Fragt euch einfach mal, wie viele Premiere League Vereine es gibt, die 2018 nicht irgendwelchen Investoren gehören, sondern sich freiwillig an die 50+1 Regel hält. Das dürfte dort selbst in der 3. Liga schwer werden...
Natürlich habe ich als Freiburg und St.Pauli wenig Interesse an einer Idee, die meine Existenzgrundlage gefährdet... Und als Bayern Interesse an einem System, welches langfristig dazu führt, dass man in der Liga wieder halbwegs gefordert wird.
Das ist ja auch der Punkt, an dem ich Rummenigge vollkommen Recht gebe. Aus seiner Sicht ergibt das alles Sinn. Und natürlich nutzt er seine Möglichkeiten aus um seine Sicht lautstark und eindeutig zu positionieren. Alles, was ich von ihm verlange, ist ja, dass er sich dabei ein bisschen mehr Mühe gibt... damit es nicht ganz so auffällig ist... In dem er zum Beispiel nicht anderen das vorwirft, was er selber macht... das wirkt immer konstruktiver...
Schließlich wendete sich der Bayern-Präsident an die Leitmedien und ließ dort ein "Wir müssen aufhören, den Populismus voranzutreiben" verbreiten... Großartig. Der größte Populist nutzt den einfachsten Weg um anderen das zu verbieten, was er selber permanent macht. Ein ganz klares "Das darf nur Ich... weil ich Bayern-Präsident bin."
Und ja, wir reden von genau dem Typen, der letztens gerade verbreiten ließ, dass der DFB "nur noch von Amateuren durchsetzt ist." Einen Satz, den ich ihn sogar durchgehen ließ, weil ich nicht den Eindruck erwecken wollte, dass ich ständig nur auf Gelegenheiten warte gegen ihn zu schießen...
Karl-Heinz Rummenigge ist immer noch der Letzte, der sich über Populismus aufregen darf... denn er ist der größte Populist, den die Liga hervorgebracht hat. Er argumentiert immer lautstark und Medienwirksam. Und nutzt den Fakt aus, dass ihm in den Medien niemand widersprechen will. Weil diese Medien ja von seinen Statements abhängig sind und wenn sie ihn kritisch hinterfragen, geht er zu den nächsten, die dies nicht tun...
Dazu kommt, dass er immer einseitig zum Wohle seines FC Bayerns argumentiert. Auch wenn dies manchmal nicht mal offensichtlich erscheint. Dazu kommt, dass er ein ganz schlechter Verlierer ist.
Gucken wir uns doch mal sein derzeitiges Problem an: da geht es mal wieder um 50+1. Und dem Fakt, dass er beim letzten Mal zum Bundestag des DFBs nur seinen Ersatzmann geschickt hat... wodurch er anderen Populisten (und ja, ein Bundestag ist immer eine populistische Veranstaltung, das ist auch nichts schlechtes) den Freiraum gegeben hat, ihre Meinung in den Vordergrund zu stellen. Und dass sein Verein diese Schlacht dann verloren hat, hat Kalle genau so gut verkraftet wie die Halbfinalniederlage 2017 gegen Real Madrid. Deswegen muss er jetzt bei jeder Gelegenheit nachtreten. In der Hoffnung, dass er so das Meinungsbild doch nachträglich ändern kann. Gute Strategie...
Aber den Bayern kann das 50+1 doch egal sein... das ist doch kein Thema, von dem die profitieren... ähm... doch.
Natürlich sind die Bayern die einzigen, die auch ohne 50+1 international wettbewerbsfähig sind. (also neben Barcelona und Real Madrid...) Und solange die Liga nicht komplett einbricht, wird dies auch so bleiben. Aber die Bayern sehen halt auch, dass die Liga eher schwächer als stärker wird... was ihnen langfristig halt eher schadet als hilft. Schließlich schaffen die Bayern es seit Jahren nicht wirklich in den Halbfinalspielen in den höchsten Gang zu schalten. Und wenn sie es versuchen, brechen sofort Muskelverletzungen auf.
Aber da zeigt sich ja auch der Interessenskonflikt: Die Bayern hätten gerne, damit sie halbwegs gefordert werden, weitere Mannschaften in der Liga, die wirklich im Internationalen Geschäft mitmischen. Die das Leistungsniveau und den Anspruch zu haben in ein internationales Halbfinale einzuziehen. Und wenn es nur die Europa League ist. Die internationale Realität sieht halt so aus, dass man dafür einen Investor braucht, an sonsten schafft man es nicht das entstandene Loch zu schließen.
80% der Bundesligisten wollen aber eigentlich nur Bundesliga spielen... und mal gelegentlich am Internationalen Geschäft teilnehmen. Einige wie Schalke und Leverkusen gelegentlicher als Frankfurt oder Freiburg. Aber keine dieser Mannschaften hat wirklich den "Wir spielen um die Internationalen Titel mit" Anspruch. In der Champions League wären sie alle glücklich, wenn es fürs Achtelfinale reicht. Das reicht aber den Bayern nicht. Und die einzigen, die da eventuell ausbrechen, sind RB Leipzig und Borussia Dortmund. Der eine Verein verstößt praktisch gegen das 50+1, der andere ist eine Kommanditgesellschaft auf Aktien. Und selbst diese Mannschaften spielen (noch nicht, oder nicht mehr) ernsthaft um die internationalen Titel mit.
Das Problem... die Bayern sind die einzigen, die mehr Mannschaften dieser Art haben wollen. Denn für die klassischen, Investor-losen Vereine ist die Bundesliga halt das Paradies: Hier können sie in einer Umsatz-starken und attraktiven Liga mitspielen. Und kriegen im geschlossenen System ihren Teil vom Kuchen ab. Schön für sie.
Aber sobald sich der Markt endgültig für Investoren geöffnet wird, bricht dieses Paradies zusammen. Deswegen funktioniert auch das "Lasst das doch jeden für sich entscheiden" nicht. Denn dass allgemeine Kostenniveau in der Bundesliga wird dann steigen... und dann heißt es entweder mitbieten oder im Abstiegskampf verschwinden. Und ja, die Vereine, die sich dann dagegen entscheiden, entscheiden sich auch langfristig gegen die Bundesliga. Die wird es geben... Dessen muss man sich aber bewusst sein. Und die Vereine, die strikt gegen das 50+1 sind, sind sich dessen bewusst.
Also am lautesten flucht halt der 1.FC St.Pauli. Ein Verein, der sich schlecht an Investoren verkaufen kann (sie haben es schon geschafft als alternative Image zu kommerzialisieren, ohne dass ihnen das jemand vorwirft, was eine große Leistung ist...) und der damit in einem geöffneten Markt noch größere Probleme als jetzt schon haben wird. Und dieses "jetzt schon" bedeutet halt "Alle 2 Jahre heftiger Abstiegskampf in Liga 2". St.Pauli würde natürlich als Marke erhalten bleiben, aber von der Fußballlandschaft verschwinden. Natürlich sind die da dagegen.
Und das kann man halt auf einige weitere Vereine ausweiten. Auch ein SC Freiburg wird dann die Wahl haben: "Wollen wir da mitspielen oder nicht?"
Fragt euch einfach mal, wie viele Premiere League Vereine es gibt, die 2018 nicht irgendwelchen Investoren gehören, sondern sich freiwillig an die 50+1 Regel hält. Das dürfte dort selbst in der 3. Liga schwer werden...
Natürlich habe ich als Freiburg und St.Pauli wenig Interesse an einer Idee, die meine Existenzgrundlage gefährdet... Und als Bayern Interesse an einem System, welches langfristig dazu führt, dass man in der Liga wieder halbwegs gefordert wird.
Das ist ja auch der Punkt, an dem ich Rummenigge vollkommen Recht gebe. Aus seiner Sicht ergibt das alles Sinn. Und natürlich nutzt er seine Möglichkeiten aus um seine Sicht lautstark und eindeutig zu positionieren. Alles, was ich von ihm verlange, ist ja, dass er sich dabei ein bisschen mehr Mühe gibt... damit es nicht ganz so auffällig ist... In dem er zum Beispiel nicht anderen das vorwirft, was er selber macht... das wirkt immer konstruktiver...
Donnerstag, 26. Juli 2018
Quo vadis: Wer soll dieses Jahr eigentlich absteigen?
Jetzt, wo zum Sommerloch-Füller alles gesagt ist... (außer vielleicht noch ein "Der Kicker sollte dankbar sein, dass Mesut Özil mit seinem finalen Rundumschlag so lange gewartet hat, dass das ehemalige Fachmagazin damit heute ihre Donnerstags-Ausgabe verkaufen konnte.)
Können wir uns wieder den wichtigen Dingen zuwenden. Quo vadis, Bundesliga?
Denn ganz ehrlich... wenn ich mir jetzt eine Prognose zum nächstjährigen Abstiegskampf angucke... frage ich mich, wie die Liga es eigentlich geschafft hat noch schwächer zu werden... der Kandidatenkreis ist jetzt schon so groß...
Fangen wir unten an:
Fortuna Düsseldorf startet laut Trainer Friedhelm Funkel "in allen Rankings auf Platz 18". Man hat mit Rouwen Hennings den definitiven "Marius Ebbers Stürmer in seinen Reihen... und ihm mit Marvin Duksch einen weiteren Kandidaten aus der Kategorie "Zu gut für die 2., zu schlecht für die 1. Liga". Man ist als Düsseldorf nicht in der Lage sich irgendwelche etablierten Bundesligaspieler zu kaufen, sondern muss wirklich darauf hoffen, dass die Neuzugänge allesamt zünden... man sollte an der Stelle auch mal erwähnen, dass die Fortuna zuletzt 1996 den Klassenerhalt in der Bundesliga erreichte... Das ist verdammt lang her... da kommt nicht mal der
1.FC Nürnberg ran. Andererseits hat der Verein zuletzt 4 Jahre am Stück in der 2. Liga gespielt... und dabei so viel an Substanz verloren, dass sie Stefan Köhler als Trainer und Leiter der Jugendakademie beschäftigen mussten. Nürnberg ist halt drauf und dran den Anschluss zur neuen Bundesliga zu verpassen... Und dass man sich als Nürnberg irgendwie darauf einstellen muss, dass man zwar um den Aufstieg in die Bundesliga mitspielen kann, aber die einzelnen Saison in der Bundesliga doch eher die Ausnahme bleiben werden... Weil man halt nach dem endlich erreichten Abstieg doch innerhalb von 2 Jahren wieder absteigt... Dass man sich mit Christian Mathenia verstärken will, sollte als Beispiel genügen: In Nürnberg könnte der Ersatztorwart eines Absteigers zum Stammspieler und Stützpfeiler werden... ich sehe nicht, wie das schief gehen kann...
Der VfL Wolfsburg hat natürlich reine realistischen Erwartungen an den Abstiegskampf... abgesehen davon, dass man unbedingt der neue HSV werden will... Was auch nur bedeutet, dass man wieder unten mitspielen wird...
Der SC Freiburg ist einer dieser Vereine, die immer gegen den Abstieg kämpfen. Und denen selbst dann ein Abstieg "passieren" kann, wenn sie alles richtig machen... Dennoch ist man dieses Jahr weit davon entfernt zu den schlechtesten Mannschaften der Liga zu gehören. Dieses Jahr ist der Klassenerhalt eigentlich Pflicht... was alles über die Konkurrenz aussagt...
Die Mainzer haben bereits letzte Saison "alles getan, um abzusteigen". Das behaupte nicht mehr nur ich, sondern sogar ihr eigener Sportchef Rouven Schröder. Jetzt hat man zwar trotzdem 43 Millionen an Ablöse kassiert (wie auch immer sie das geschafft haben, wenn sie in einer derart schwachen Bundesliga gerade so die Klasse gehalten haben...), müssen aber auch die entsprechenden Leistungsträger ersetzen... es ist nicht davon auszugehen, dass Mainz wirklich besser geworden ist...
Hannover 96 arbeitet seit Jahren konsequent am Abstieg. Also nicht der Verein, sondern die eigenen Anhänger, die versuchen den einzigen Mann, der Bundesligafußball in der Stadt möglich macht, zu vergraulen. Wenn die ihren Stimmungsboykott aufrecht erhalten, kann das der Mannschaft mehrere Punkte kosten... dazu hat man es verpasst aus Niklas Füllkrug Kohle zu machen und setzt dagegen all seine Hoffnungen darauf, dass der mehr als ein One Season Wonder wird... Und ich sag das mal so: Wenn Füllkrug nur eine "normale Saison" abliefert und weniger als 10 Tore erzielt, sollte Hannover eigentlich absteigen...
Oh und um ihre Ansprüche wirklich deutlich zu machen, haben sie sich mit Bobby Wood und Walace die größten Problemkinder des Hamburger SVs gekauft... Guter Plan...
Der FC Augsburg sollte damit endgültig im gesicherten Mittelfeld angekommen sein. Nicht zwingend, weil sie sich verbessert haben, sondern weil die Konkurrenz halt mehr und mehr nachlässt. Dies wäre die erste Saison, in der ein Abstieg der Augsburger eine wirkliche Endtäuschung wäre. Denn sie sind halt nicht mehr der Abstiegskandidat Nummer 1. Was für sie eine völlig neue Erfahrung ist, mit der sie auch erst Mal umgehen müssen...
Werder Bremen muss dieses Jahr endgültig die Frage beantworten, ob sie mit Florian Kohfeldt wirklich endlich den nächsten Thomas Schaaf gefunden haben... oder ob sie einfach nur den nächsten Dead Coach Bounce erlebt haben und jetzt wieder einen absoluten Fehlstart hinlegen... wie unter Viktor Skripnik und Alexander Nouri...
Der VfB Stuttgart hat dasselbe Problem. Genau genommen haben sie ihre erste Starke Rückrunde seit der Meistersaison gespielt... und jetzt sollen sie plötzlich wieder um die Champions League mitspielen? Ob sie den seit Jahren anhaltenden Negativtrend wirklich durchbrochen haben und es auch perspektivisch wieder aufwärts geht. Oder ob diese Rückrunde unter Tayfun Korkut nur ein kurzes retadierendes Moment war... Auch wenn die Stuttgarter für andere Ansprüche stehen, sollten sie in ihrem 2. Jahr nach dem Aufstieg vielleicht erst Mal nach unten als nach oben schielen...
Und bei der Eintracht ist halt alles angerichtet, um die Rolle des 1.FC Köln aus der Vorsaison zu übernehmen: Ein überraschend erfolgreiche Saison mündet in der Teilnahme an der Europa League und dem Abschied vieler elementarer Leistungsträger.... Dazu kommt noch ein neuer Trainer, der sich mit den Erwartungen seines Vorgängers messen und seine neue Spielphilosophie in englischen Wochen unterrichten muss... Normaler Weise genau der Cocktail, den man so lange genießt bis man plötzlich verkatert als Zweitligist zu sich kommt... zumindest normaler Weise... da die Konkurrenz allerdings alles andere als Bedrohlich aussieht...
Bei keiner dieser Mannschaften (außer Wolfsburg) würde es mich überraschen, wenn sie in den Abstiegsstrudel geraten. Wenn sie bis zum Schluss um den Klassenerhalt zittern müssen. Was aber halt praktisch nicht bei allen geht, da nur 2 Mannschaften am Ende absteigen werden... Obwohl es bis 9 Kandidaten geben könnte.
Was halt alles in allem kein gutes Zeichen für die Bundesliga sein kann, deren Lack ja eh schon am abblättern ist: Die nächste Saison wird nicht zwingend besser werden als die Letzte... eher im Gegenteil, man muss sich Sorgen machen, dass es gerade im Keller eher schlimmer als besser wird...
Können wir uns wieder den wichtigen Dingen zuwenden. Quo vadis, Bundesliga?
Denn ganz ehrlich... wenn ich mir jetzt eine Prognose zum nächstjährigen Abstiegskampf angucke... frage ich mich, wie die Liga es eigentlich geschafft hat noch schwächer zu werden... der Kandidatenkreis ist jetzt schon so groß...
Fangen wir unten an:
Fortuna Düsseldorf startet laut Trainer Friedhelm Funkel "in allen Rankings auf Platz 18". Man hat mit Rouwen Hennings den definitiven "Marius Ebbers Stürmer in seinen Reihen... und ihm mit Marvin Duksch einen weiteren Kandidaten aus der Kategorie "Zu gut für die 2., zu schlecht für die 1. Liga". Man ist als Düsseldorf nicht in der Lage sich irgendwelche etablierten Bundesligaspieler zu kaufen, sondern muss wirklich darauf hoffen, dass die Neuzugänge allesamt zünden... man sollte an der Stelle auch mal erwähnen, dass die Fortuna zuletzt 1996 den Klassenerhalt in der Bundesliga erreichte... Das ist verdammt lang her... da kommt nicht mal der
1.FC Nürnberg ran. Andererseits hat der Verein zuletzt 4 Jahre am Stück in der 2. Liga gespielt... und dabei so viel an Substanz verloren, dass sie Stefan Köhler als Trainer und Leiter der Jugendakademie beschäftigen mussten. Nürnberg ist halt drauf und dran den Anschluss zur neuen Bundesliga zu verpassen... Und dass man sich als Nürnberg irgendwie darauf einstellen muss, dass man zwar um den Aufstieg in die Bundesliga mitspielen kann, aber die einzelnen Saison in der Bundesliga doch eher die Ausnahme bleiben werden... Weil man halt nach dem endlich erreichten Abstieg doch innerhalb von 2 Jahren wieder absteigt... Dass man sich mit Christian Mathenia verstärken will, sollte als Beispiel genügen: In Nürnberg könnte der Ersatztorwart eines Absteigers zum Stammspieler und Stützpfeiler werden... ich sehe nicht, wie das schief gehen kann...
Der VfL Wolfsburg hat natürlich reine realistischen Erwartungen an den Abstiegskampf... abgesehen davon, dass man unbedingt der neue HSV werden will... Was auch nur bedeutet, dass man wieder unten mitspielen wird...
Der SC Freiburg ist einer dieser Vereine, die immer gegen den Abstieg kämpfen. Und denen selbst dann ein Abstieg "passieren" kann, wenn sie alles richtig machen... Dennoch ist man dieses Jahr weit davon entfernt zu den schlechtesten Mannschaften der Liga zu gehören. Dieses Jahr ist der Klassenerhalt eigentlich Pflicht... was alles über die Konkurrenz aussagt...
Die Mainzer haben bereits letzte Saison "alles getan, um abzusteigen". Das behaupte nicht mehr nur ich, sondern sogar ihr eigener Sportchef Rouven Schröder. Jetzt hat man zwar trotzdem 43 Millionen an Ablöse kassiert (wie auch immer sie das geschafft haben, wenn sie in einer derart schwachen Bundesliga gerade so die Klasse gehalten haben...), müssen aber auch die entsprechenden Leistungsträger ersetzen... es ist nicht davon auszugehen, dass Mainz wirklich besser geworden ist...
Hannover 96 arbeitet seit Jahren konsequent am Abstieg. Also nicht der Verein, sondern die eigenen Anhänger, die versuchen den einzigen Mann, der Bundesligafußball in der Stadt möglich macht, zu vergraulen. Wenn die ihren Stimmungsboykott aufrecht erhalten, kann das der Mannschaft mehrere Punkte kosten... dazu hat man es verpasst aus Niklas Füllkrug Kohle zu machen und setzt dagegen all seine Hoffnungen darauf, dass der mehr als ein One Season Wonder wird... Und ich sag das mal so: Wenn Füllkrug nur eine "normale Saison" abliefert und weniger als 10 Tore erzielt, sollte Hannover eigentlich absteigen...
Oh und um ihre Ansprüche wirklich deutlich zu machen, haben sie sich mit Bobby Wood und Walace die größten Problemkinder des Hamburger SVs gekauft... Guter Plan...
Der FC Augsburg sollte damit endgültig im gesicherten Mittelfeld angekommen sein. Nicht zwingend, weil sie sich verbessert haben, sondern weil die Konkurrenz halt mehr und mehr nachlässt. Dies wäre die erste Saison, in der ein Abstieg der Augsburger eine wirkliche Endtäuschung wäre. Denn sie sind halt nicht mehr der Abstiegskandidat Nummer 1. Was für sie eine völlig neue Erfahrung ist, mit der sie auch erst Mal umgehen müssen...
Werder Bremen muss dieses Jahr endgültig die Frage beantworten, ob sie mit Florian Kohfeldt wirklich endlich den nächsten Thomas Schaaf gefunden haben... oder ob sie einfach nur den nächsten Dead Coach Bounce erlebt haben und jetzt wieder einen absoluten Fehlstart hinlegen... wie unter Viktor Skripnik und Alexander Nouri...
Der VfB Stuttgart hat dasselbe Problem. Genau genommen haben sie ihre erste Starke Rückrunde seit der Meistersaison gespielt... und jetzt sollen sie plötzlich wieder um die Champions League mitspielen? Ob sie den seit Jahren anhaltenden Negativtrend wirklich durchbrochen haben und es auch perspektivisch wieder aufwärts geht. Oder ob diese Rückrunde unter Tayfun Korkut nur ein kurzes retadierendes Moment war... Auch wenn die Stuttgarter für andere Ansprüche stehen, sollten sie in ihrem 2. Jahr nach dem Aufstieg vielleicht erst Mal nach unten als nach oben schielen...
Und bei der Eintracht ist halt alles angerichtet, um die Rolle des 1.FC Köln aus der Vorsaison zu übernehmen: Ein überraschend erfolgreiche Saison mündet in der Teilnahme an der Europa League und dem Abschied vieler elementarer Leistungsträger.... Dazu kommt noch ein neuer Trainer, der sich mit den Erwartungen seines Vorgängers messen und seine neue Spielphilosophie in englischen Wochen unterrichten muss... Normaler Weise genau der Cocktail, den man so lange genießt bis man plötzlich verkatert als Zweitligist zu sich kommt... zumindest normaler Weise... da die Konkurrenz allerdings alles andere als Bedrohlich aussieht...
Bei keiner dieser Mannschaften (außer Wolfsburg) würde es mich überraschen, wenn sie in den Abstiegsstrudel geraten. Wenn sie bis zum Schluss um den Klassenerhalt zittern müssen. Was aber halt praktisch nicht bei allen geht, da nur 2 Mannschaften am Ende absteigen werden... Obwohl es bis 9 Kandidaten geben könnte.
Was halt alles in allem kein gutes Zeichen für die Bundesliga sein kann, deren Lack ja eh schon am abblättern ist: Die nächste Saison wird nicht zwingend besser werden als die Letzte... eher im Gegenteil, man muss sich Sorgen machen, dass es gerade im Keller eher schlimmer als besser wird...
Dienstag, 24. Juli 2018
Was hat denn bitte der Hoeneß genommen?
Zu tief in Horst Seehofers Glas geguckt?
Ich meine ernsthaft, WTF? Der hat es geschafft, dass sein eigener Haus und Hof Blog sich gegen ihn wendet...
Dass Özil bei der EM ein gutes Viertel- und Halbfinale gespielt hat, hat dem Uli Hoeneß wahrscheinlich einfach niemand mitgeteilt... wahrscheinlich erinnert der sich nur an die verschossenen Elfmeter...
Und genau das ist ja Özils Problem. Hoeneß kippt genau das Benzin ins Feuer, an dem Özil am Ende verzweifelt ist. Dessen Argumentation wird genau dadurch nur noch bestätigt: Wir sehen immer nur die schlechten Leistungen des Dreckstürken, was er alles gut gemacht hat, ignorieren wir. Danke, dass sie Özil bestätigen... Dass Hoeneß Wahrnehmung sich mit der betrunkenen Mehrheit deckt, ist der Grund, warum wir diese Diskussion führen müssen...
Und es ist natürlich auch wieder Munition für all die rechten Giftmischer. Genau das, was wir jetzt gerade brauchen.
Vor allem, es ist der Hoeneß... der selber als staatlich anerkannter Steuerhinterzieher sich ausgiebig darüber ausgeheult hat, wie schlimm ihn doch die Medien behandelt haben. Schlüsselzitat:
"Aber was in den letzten 14 Monaten auf einen Mann und seine Familie, der am Boden lag und liegt, an Häme, an Pranger niedergeprasselt ist, das konnten meine Familie und ich keinen Tag länger ertragen."
Vielleicht sollte sich der Hoeneß mal daran erinnern, wie es ihm aus eigener Perspektive (meine Wahrnehmung war natürlich eine andere) ergangen ist, nachdem er einen wesentlich dramatischeren "Fehler" begangen hat als Özil. Vielleicht sollte er mal darüber reflektieren, wie er sich damals gefühlt hat, als er durchs Dorf getrieben wurde... Und das sein eigenes Schuldbewusstsein am Ende auf Augenhöhe mit Özils ist und in einem "Freispruch wäre normal gewesen" endet... Also gerade der Typ sollte doch genau wissen, wie es ist, wenn man seinen eigenen Fehler als völlig überbewertet ansieht...
Und ja, ich packe das immer wieder aus, wenn der Hoeneß sich zu sozialen Themen äußert: Der Mann hat jegliches Recht sich als Moralische Instanz aufzuspielen verloren.
Vielleicht sollte der Typ auch einfach mal vor seiner eigenen Vereinstür kehren... Also nur so als Gedanke... Wir haben gerade eine WM erlebt, bei der die Profis des VfB Stuttgarts mehr Tore erzielt haben, als die des FC Bayerns... bei denen Leute wie Robert Lewandowski, Jerome Boateng und Thiago Özils Nicht-Leistungen in den Schatten gestellt haben... Oder nehmen wir einfach mal... Thomas Müller, der den letzten beiden Turnieren jeweils schlechter abgeschnitten hat als Özil... aber man stelle sich vor, jemand würde mit Hoeneß mit der Theorie konfrontieren, dass Müller nicht mehr ins Nationalteam gehört... Der würde mit "So ein verdienter Spieler" anfangen... genau das ist Özil halt auch... Nur dass auf dem einen verdienten Spieler ständig rumgehackt wird und auf den anderen nicht...
Und an der Stelle funktioniert halt auch das "lasst uns nur über das sportliche reden" nicht. Denn wenn Özil Stefan Meier heißen würde und guter Christ wäre, hätten weder wir noch er das Problem, über welches wir jetzt diskutieren... Und ja, dann hätte er sich auch mit einem Russischen Diktator ablichten lassen dürfen. Weil Stefan Meier natürlich russische Vorfahren hat und keine türkischen...
Weder Hoeneß, noch ich, können halt nachvollziehen, wie es ist in einer derart exponierten Stellung einen Migrationshintergrund zu haben. Und wenn man sich jahrelang darin gesonnt hat, dass die Nationalmannschaft als Musterbeispiel der Integration gilt (Siehe unser guter Nachbar Boateng...), dann kann man jetzt, wo es mal nicht läuft, nicht behaupten, dass das alles kein Thema ist... Denn gelungen Integration zeigt sich ja gerade in den schwierigen Momenten...
Und natürlich kann man die Özil-Aussagen kritisch betrachten... aber halt nicht so... Das war echt das Dümmste, was man zu diesem komplexen Thema sagen konnte...
Ich meine ernsthaft, WTF? Der hat es geschafft, dass sein eigener Haus und Hof Blog sich gegen ihn wendet...
Dass Özil bei der EM ein gutes Viertel- und Halbfinale gespielt hat, hat dem Uli Hoeneß wahrscheinlich einfach niemand mitgeteilt... wahrscheinlich erinnert der sich nur an die verschossenen Elfmeter...
Und genau das ist ja Özils Problem. Hoeneß kippt genau das Benzin ins Feuer, an dem Özil am Ende verzweifelt ist. Dessen Argumentation wird genau dadurch nur noch bestätigt: Wir sehen immer nur die schlechten Leistungen des Dreckstürken, was er alles gut gemacht hat, ignorieren wir. Danke, dass sie Özil bestätigen... Dass Hoeneß Wahrnehmung sich mit der betrunkenen Mehrheit deckt, ist der Grund, warum wir diese Diskussion führen müssen...
Und es ist natürlich auch wieder Munition für all die rechten Giftmischer. Genau das, was wir jetzt gerade brauchen.
Vor allem, es ist der Hoeneß... der selber als staatlich anerkannter Steuerhinterzieher sich ausgiebig darüber ausgeheult hat, wie schlimm ihn doch die Medien behandelt haben. Schlüsselzitat:
"Aber was in den letzten 14 Monaten auf einen Mann und seine Familie, der am Boden lag und liegt, an Häme, an Pranger niedergeprasselt ist, das konnten meine Familie und ich keinen Tag länger ertragen."
Vielleicht sollte sich der Hoeneß mal daran erinnern, wie es ihm aus eigener Perspektive (meine Wahrnehmung war natürlich eine andere) ergangen ist, nachdem er einen wesentlich dramatischeren "Fehler" begangen hat als Özil. Vielleicht sollte er mal darüber reflektieren, wie er sich damals gefühlt hat, als er durchs Dorf getrieben wurde... Und das sein eigenes Schuldbewusstsein am Ende auf Augenhöhe mit Özils ist und in einem "Freispruch wäre normal gewesen" endet... Also gerade der Typ sollte doch genau wissen, wie es ist, wenn man seinen eigenen Fehler als völlig überbewertet ansieht...
Und ja, ich packe das immer wieder aus, wenn der Hoeneß sich zu sozialen Themen äußert: Der Mann hat jegliches Recht sich als Moralische Instanz aufzuspielen verloren.
Vielleicht sollte der Typ auch einfach mal vor seiner eigenen Vereinstür kehren... Also nur so als Gedanke... Wir haben gerade eine WM erlebt, bei der die Profis des VfB Stuttgarts mehr Tore erzielt haben, als die des FC Bayerns... bei denen Leute wie Robert Lewandowski, Jerome Boateng und Thiago Özils Nicht-Leistungen in den Schatten gestellt haben... Oder nehmen wir einfach mal... Thomas Müller, der den letzten beiden Turnieren jeweils schlechter abgeschnitten hat als Özil... aber man stelle sich vor, jemand würde mit Hoeneß mit der Theorie konfrontieren, dass Müller nicht mehr ins Nationalteam gehört... Der würde mit "So ein verdienter Spieler" anfangen... genau das ist Özil halt auch... Nur dass auf dem einen verdienten Spieler ständig rumgehackt wird und auf den anderen nicht...
Und an der Stelle funktioniert halt auch das "lasst uns nur über das sportliche reden" nicht. Denn wenn Özil Stefan Meier heißen würde und guter Christ wäre, hätten weder wir noch er das Problem, über welches wir jetzt diskutieren... Und ja, dann hätte er sich auch mit einem Russischen Diktator ablichten lassen dürfen. Weil Stefan Meier natürlich russische Vorfahren hat und keine türkischen...
Weder Hoeneß, noch ich, können halt nachvollziehen, wie es ist in einer derart exponierten Stellung einen Migrationshintergrund zu haben. Und wenn man sich jahrelang darin gesonnt hat, dass die Nationalmannschaft als Musterbeispiel der Integration gilt (Siehe unser guter Nachbar Boateng...), dann kann man jetzt, wo es mal nicht läuft, nicht behaupten, dass das alles kein Thema ist... Denn gelungen Integration zeigt sich ja gerade in den schwierigen Momenten...
Und natürlich kann man die Özil-Aussagen kritisch betrachten... aber halt nicht so... Das war echt das Dümmste, was man zu diesem komplexen Thema sagen konnte...
Montag, 23. Juli 2018
Mesut Özil ist doch ein perfekt integrierter Deutsche
Gebt dem den nächsten Bambi...
Der ist so deutsch, dass es für ihn keinen Zusammenhang zwischen Politik und Politikern gibt... Das kann auch nur jemand glauben, der bewusst nur Angela Merkel als Kanzlerin erlebt hat... die ja die Trennung zwischen sich und der Politik perfektioniert hat...
Und ganz ehrlich: Das ist der einzige Vorwurf, den ich jetzt dem Mesut Özil mache: Dass er nicht anerkennen will, das ein Treffen mit einem Staatspräsidenten immer auch ein politisches Thema ist... denn alles, was Politiker in ihrem Leben machen hat halt einen Einfluss auf ihren "Arbeitsbereich".
Wenn das Özils eigene Ansichten sind (und nicht das vom Berater empfohlene Statement), wovon man bei der Intensität des 3. Parts zwingend ausgehen muss... dann muss man sich eigentlich bei ihm bedanken, dass er während der WM geschwiegen hat... denn wie viel Unruhe hätte er in das Turnier gebracht, wenn er vor Ort vom "Krisenmanagement bei Mercedes" gesprochen hätte... Dann hätte der Sponsor auf ein Mal darauf bestanden, dass der Spieler nach Hause geschickt wird...
Oder wenn er während des Turniers Richtung Reinhard Grindel geschossen hätte... um diesen vorzuwerfen, dass der sich nur in Özils Präsenz sonnt, wenn es ihm gerade passt und dass der politisch für alles Stand, was die aktuelle Generation an Nationalspielern überwinden wollte... Gerade das "Wenn wir Gewinnen, bin ich Deutscher, und wenn wir verlieren Immigrant" Gefühl können wir halt gar nicht nachvollziehen.
Und ja, aus Özils Sicht ist es nicht nachvollziehbar, dass dieselbe Aktion wie 2011 im Jahr 2018 auf ein Mal so große Wellen schlägt. Und einen Özil trifft es halt auch, wenn all die Ressentiments aus seiner Jugend wieder ausgegraben werden. Denn in einer Sache hat er definitiv Recht: Dieses einfach Foto hat viel zu große Wellen geschlagen. Und das liegt nicht daran, dass Özil dazu nicht äußern wollte, sondern eher daran, dass wir uns als Gemeinschaft zurück entwickelt haben: Im Jahr 2018 haben wir dank Horst und Alice wieder ein Klima, in dem man sich als Özil dafür rechtfertigen muss, dass man 2 Herkunftsländer hat. Und in dem man dafür angegriffen wird, dass man beiden Ländern Respekt zollen will. Da waren wir 2011 einfach weiter.
Das faszinierendste ist ja, dass der Kicker (ohne den letzten Teil gelesen zu haben... der der heftigste ist... vielleicht bringt sie das zum einlenken) jetzt einem Özil vorwirft keinerlei Selbstkritik zu zeigen... also zum einen reagiert man halt so, wenn man gefühlt von allen als Fußabtreter benutzt wird. Das löst halt eine gewisse Trotzreaktion aus... zum anderen: Wo bleibt denn die Selbstkritik vom Kicker? Das Eingeständnis, dass man sich selbst zu sehr auf dieses Foto versteift hat, welches eigentlich keinen Einfluss auf die Mannschaft haben sollte. Anstatt mal zu sagen: Ok, nach dem Foto mit dem deutschen Präsidenten und dem gemeinsamen Statement mit dem Deutschen Staatsoberhaupt kümmern wir uns wieder um Fußball...
Wenn der Kicker sich selber kritisch hinterfragen würde, könnte er an dem Punkt kommen, dass Özil recht hat... dass er, als bester Offensivspieler im Spiel gegen Südkorea, zumindest wenn man die sachlichen Parameter anwendet, eine 5 bekommen hat, weil er halt der Scheiß-Türke ist (und weil Mats Hummels seine Vorlage nicht genutzt hat...). Dass man es als ehemaliges Fachmagazin nicht geschafft hat die Emotionale Debatte auszublenden, wenn man die Leistungen auf dem Platz sachlich bewerten soll, könnte man einfach mal eingestehen. Dass man seinen Beitrag dazu geleistet hat... einer der Gründe ist, warum Özil sich so fühlt, wie er sich fühlt... Dass man sich an der Treibjagd munter (wenn auch nicht so drastisch wie die anderen) beteiligt hat... aber nein, Özil ist derjenige, der Selbstkritik zeigen muss... Natürlich. Der ist ja auch der einzige, der einen Fehler begangen hat...
Wie kann man eigentlich so dreist sein und von anderen Fordern, was man bei sich selbst verweigert?
Der ist so deutsch, dass es für ihn keinen Zusammenhang zwischen Politik und Politikern gibt... Das kann auch nur jemand glauben, der bewusst nur Angela Merkel als Kanzlerin erlebt hat... die ja die Trennung zwischen sich und der Politik perfektioniert hat...
Und ganz ehrlich: Das ist der einzige Vorwurf, den ich jetzt dem Mesut Özil mache: Dass er nicht anerkennen will, das ein Treffen mit einem Staatspräsidenten immer auch ein politisches Thema ist... denn alles, was Politiker in ihrem Leben machen hat halt einen Einfluss auf ihren "Arbeitsbereich".
Wenn das Özils eigene Ansichten sind (und nicht das vom Berater empfohlene Statement), wovon man bei der Intensität des 3. Parts zwingend ausgehen muss... dann muss man sich eigentlich bei ihm bedanken, dass er während der WM geschwiegen hat... denn wie viel Unruhe hätte er in das Turnier gebracht, wenn er vor Ort vom "Krisenmanagement bei Mercedes" gesprochen hätte... Dann hätte der Sponsor auf ein Mal darauf bestanden, dass der Spieler nach Hause geschickt wird...
Oder wenn er während des Turniers Richtung Reinhard Grindel geschossen hätte... um diesen vorzuwerfen, dass der sich nur in Özils Präsenz sonnt, wenn es ihm gerade passt und dass der politisch für alles Stand, was die aktuelle Generation an Nationalspielern überwinden wollte... Gerade das "Wenn wir Gewinnen, bin ich Deutscher, und wenn wir verlieren Immigrant" Gefühl können wir halt gar nicht nachvollziehen.
Und ja, aus Özils Sicht ist es nicht nachvollziehbar, dass dieselbe Aktion wie 2011 im Jahr 2018 auf ein Mal so große Wellen schlägt. Und einen Özil trifft es halt auch, wenn all die Ressentiments aus seiner Jugend wieder ausgegraben werden. Denn in einer Sache hat er definitiv Recht: Dieses einfach Foto hat viel zu große Wellen geschlagen. Und das liegt nicht daran, dass Özil dazu nicht äußern wollte, sondern eher daran, dass wir uns als Gemeinschaft zurück entwickelt haben: Im Jahr 2018 haben wir dank Horst und Alice wieder ein Klima, in dem man sich als Özil dafür rechtfertigen muss, dass man 2 Herkunftsländer hat. Und in dem man dafür angegriffen wird, dass man beiden Ländern Respekt zollen will. Da waren wir 2011 einfach weiter.
Das faszinierendste ist ja, dass der Kicker (ohne den letzten Teil gelesen zu haben... der der heftigste ist... vielleicht bringt sie das zum einlenken) jetzt einem Özil vorwirft keinerlei Selbstkritik zu zeigen... also zum einen reagiert man halt so, wenn man gefühlt von allen als Fußabtreter benutzt wird. Das löst halt eine gewisse Trotzreaktion aus... zum anderen: Wo bleibt denn die Selbstkritik vom Kicker? Das Eingeständnis, dass man sich selbst zu sehr auf dieses Foto versteift hat, welches eigentlich keinen Einfluss auf die Mannschaft haben sollte. Anstatt mal zu sagen: Ok, nach dem Foto mit dem deutschen Präsidenten und dem gemeinsamen Statement mit dem Deutschen Staatsoberhaupt kümmern wir uns wieder um Fußball...
Wenn der Kicker sich selber kritisch hinterfragen würde, könnte er an dem Punkt kommen, dass Özil recht hat... dass er, als bester Offensivspieler im Spiel gegen Südkorea, zumindest wenn man die sachlichen Parameter anwendet, eine 5 bekommen hat, weil er halt der Scheiß-Türke ist (und weil Mats Hummels seine Vorlage nicht genutzt hat...). Dass man es als ehemaliges Fachmagazin nicht geschafft hat die Emotionale Debatte auszublenden, wenn man die Leistungen auf dem Platz sachlich bewerten soll, könnte man einfach mal eingestehen. Dass man seinen Beitrag dazu geleistet hat... einer der Gründe ist, warum Özil sich so fühlt, wie er sich fühlt... Dass man sich an der Treibjagd munter (wenn auch nicht so drastisch wie die anderen) beteiligt hat... aber nein, Özil ist derjenige, der Selbstkritik zeigen muss... Natürlich. Der ist ja auch der einzige, der einen Fehler begangen hat...
Wie kann man eigentlich so dreist sein und von anderen Fordern, was man bei sich selbst verweigert?
Donnerstag, 19. Juli 2018
2 Grundprobleme hat diese WM nicht gelöst, Part II
Hätte ich das ankündigen sollen? Oder war das offensichtlich?
Also ja, abgesehen von dem ewigen Thema "Handspiel oder nicht?" haben sich während dieser WM alle mehr oder weniger über das Zeitspiel aufgeregt... auch ein seit Jahrzehnten präsentes Problem, dass aber langsam so penetrant wird, dass es nicht mehr wirklich zu ertragen ist. Und dafür gibt es auch ganz sachliche Gründe.
Der erste ist halt, dass Schiedsrichter viel zu spät durchgreifen. Ähnlich wie bei den taktischen Fouls, wo auch nur jedes 5. entsprechend geahndet wird... was dann immer wieder dazu führt, dass das Spiel genau dann unterbrochen wird, wenn es interessant werden könnte...
Aber selbst wenn jedes mal, wenn der auszuwechselnde Spieler erst die Anweisungen des Stadionsprechers braucht um zu merken, dass er jetzt vom Platz muss, eine Verwarnung ausgesprochen wird... wird dadurch das Problem nicht gelöst. Denn als in Führung liegende Mannschaft guckst du dir die Leute, die sich da eine Verwarnung abholen, genau an... Wenn dein Torwart bereits Gelb belastet ist oder ihm eine Sperre droht... tut ihn auf ein Mal das Schussbein so sehr weh, dass ein Innen- oder Außenverteidiger den Abstoß ausführen muss. Also genau derjenige aus der Viererkette, der sich die Verwarnung am ehesten Leisten kann ohne gesperrt zu werden.
An der Stelle sei mal wieder auf die "taktische Glanzleistung" der Frankfurter in der Relegation 2016 hinzuweisen... wo sich David Abraham erst die Verwarnung für das Verzögern eines Abstoßes abholte und dann den Abstoß doch durch den Torwart Lukas Hradecky ausführen ließ.
Und auf einer sachlichen Ebene kann ich das den Frankfurtern gar nicht vorwerfen. Genau so muss man die Regeln halt ausnutzen, wenn die Regeln das hergeben. Und nur weil, was hier auch keine Neuigkeit ist, Fußball ein derart schlecht gecoachter Sport ist, ist es wenigstens halbwegs erträglich... Aber um das ein Mal festzuhalten: Nach derzeitiger Regelauslegung könntest du dir 11 Gelbe Karten fürs Zeitspiel abholen ohne den Ball ein Mal ins Spiel zu bringen. Was natürlich absurd wäre, weil es nur zu 10 Minuten Nachspielzeit nach dem Ende der Aktion führen würde. Aber technisch gesehen würde es gehen... vielleicht sollte das mal jemand durchziehen, damit der Fifa auffällt, wie bescheiden die Regeln da sind.
Das Problem ist halt: Selbst wenn ein Spieler sich dafür Verwarnen lässt, funktioniert Zeitspiel immer. Es ist immer das richtige taktische Mittel um einen knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Die einzigen Vorwürfe, die man der Mannschaft machen kann, sind moralische. Und bei einem Millionengeschäft wie der Bundesliga oder der Champions League mit Moralischen Ansprüchen zu kommen, ist schon dreist: Als Trainer muss man alles ausnutzen, was einem zu Verfügung steht. Die zur Verfügung stehenden Mittel zu beschränken ist nicht deren selbst auferlegte Aufgabe. Das ist die Aufgabe der Fifa, und die muss halt die Regeln ändern, wenn will, dass sich das Spiel ändert.
Das allergrößte Problem ist halt, dass selbst von der Verwarnung nur die auf Zeit spielende Mannschaft profitiert. Es ist meines Wissens nach noch nie passiert, dass ein wegen Zeitspiels verwarnter Spieler ungeplant im nächsten Spiel gesperrt wurde. Es gab die Phase, wo Barcelona bewusst solche Karten in den Hinspielen gesammelt hat, weil man sich dachte "Das 4:0 aus dem Hinspiel kriegen wir auch ohne dich verteidigt, sitze mal seine Strafe ab, damit du unbelastet in die nächste Runde gehen kannst"... Darmstadts legendäre "Wir sitzen unsere 5. Gelbe gegen die Bayern ab" Aktion ist da auf einem ähnliche "Level". Und dass ein derartiger Spieler noch mit Gelb-Rot vom Platz fliegt, dürfte in der Geschichte des Fußballs noch nie passiert sein. Also nicht mal angesprochener Abraham, der erst für das Zeitspiel Gelb und dann für die Unsportlichkeit zwingend Gelb-Rot hätte sehen müssen, wurde damals vom Platz gestellt... Und ja, das Regelwerk hätte genau das hergegeben... Aber es ist halt genau dasselbe Regelwerk, welches vorsieht, dass Neymar für seine Schauspieleinlagen verwarnt wird... Schade, dass sich niemand für dieses Buch interessiert...
Aber das ist ja auch das Dilemma des Schiedsrichters: Wenn er den Spieler verwarnt, spielt er seiner Mannschaft auch nur in die Karten. Denn die Ordnungsgemäße Aufnahme der Verwarnung dauert ja auch wieder seine 10 Sekunden, die runter von der Uhr sind.
Wenn selbst von den "Strafen" nur die auf Zeit spielende Mannschaft profitiert... und diese viel zu spät ausgesprochen werden... dann wird auf ein Mal klar, dass der Fußball vor einem riesigen Problem steht... Also zumindest sobald alle Beteiligten dies endgültig verstanden haben. Und dann dauert es nochmal 15 Jahre, bis die Regeln angepasst werden... wenn überhaupt.
Da könnte man natürlich jetzt schon ansetzen. Hier kommen also die nächsten Änderungsvorschläge, die wie alles andere sinnvolle natürlich definitiv ignoriert werden:
1.) Ein Spieler muss nicht dem 4. Referee die Hand geben, sondern hat das Feld auf dem direktesten Weg zu verlassen. Feiern lassen kann er sich dann, wenn er außen rum eine Ehrenrunde dreht... Faszinierender Weise geht dies ja, wenn ein Spieler Verletzungsbedingt schon neben dem Feld liegt. Und diese Regeländerung wäre so simple wie pragmatisch.
2.)Führt Kollektivstrafen ein. Klar, der DFB hat diese gerade erst für seine Fans abgeschafft. Was aber nicht bedeuten muss, dass sie auf dem Platz sinnlos sein müssen.
Anstatt einzelne Spieler fürs Zeitspiel zu verwarnen, kann man doch die gesamte Mannschaft verwarnen. Und dann mit steigenden Strafen belegen. Um das kurz an einem praktischen Beispiel deutlich zu machen: In der NBA gibt es so genannte "Delay of Game" Warnungen. Und das ist eine Sportart mit Nettospielzeit. Trotzdem darf man da ALS MANNSCHAFT ein Mal das Spiel verzögern. Beim 2. Mal gibt es dann einen Freiwurf für den Gegner. Man schenkt also seinem Gegner aktiv Punkte, wenn man das Spiel immer wieder verzögert.
Klar, in einer Sportart, in der beide Mannschaften regelmäßig über 100 Punkte in einem Spiel erzielen, hat das eine andere Bedeutung als im Fußball, wo ein Tor oftmals reicht. Trotzdem hat die Vorstellung etwas spannendes: Deine erste Auswechslung dauert länger als 10 Sekunden von dem Moment der Anzeige der Nummern bis der Spieler auf direkten Weg den Platz verlassen hat? 1. Warnung für die Verzögernde Mannschaft. Der Torwart lässt sich beim Abstoß ebenfalls mehr als 10 Sekunden Zeit, nachdem der Ball liegt? 2. Verwarnung, die zu einer entsprechenden Strafe führt. Sagen wir einen Eckball.
Sobald der Ball freigegeben wurde, was man sich als Schiedsrichter dann einfach angewöhnt, hat man 10 Sekunden Zeit den Ball auch zu spielen. Was meint ihr, wie schnell die dann das Spiel fortsetzen, wenn der Gegner im Zweifelsfall eine gute Torgelegenheit bekommt. Optional kann man ja mit jeder weiteren Verwarnung das Strafmaß steigern, bis es dann beim 5. Mal Elfmeter gibt.
3.) Macht aus dem derzeitigen "Zeitspiel" kein "Vergehen", sondern ein "Foulspiel"... welches mit direktem Freistoß geahndet wird. Wenn ein Torwart dann die "Spiel endlich den Ball" Ansage des Schiedsrichters ignoriert, gibt es halt Elfmeter für den Gegner. Allein schon die Drohkulisse einen Elfmeter abzugeben wird jegliches Zeitspiel der Torhüter konsequent unterbinden. Und auch einen direkten Freistoß tief in der eigenen Hälfte wird niemand abgeben wollen. Einzig wenn man in der Gegnerischen Hälfte unterwegs ist, wird die Idee auf Zeit zu spielen dann überhaupt relevant. Da fragt man sich dann als Schwede im Achtelfinale, ob man den Freistoß ausführen sollte, oder doch einfach die Verwarnung in Kauf nimmt und den Ball abgibt.
Ganz ehrlich... dass Zeitspiel nicht in irgendeiner Form zum direkten Ballverlust führt, ist ein riesiges Rätsel für mich. Die Mannschaft, die sich dieses Mittels bedient, hat offensichtlich keinerlei Interesse an Ballbesitz. Oder an Fußballspielen im Allgemeinen. Da muss man doch als Fifa eine Möglichkeit finden, ihnen das Spielgerät, welches sie nicht nutzen wollen, abzunehmen.
Es muss ja nicht direkt einen Elfmeter dafür geben. Von mir aus gebt ihnen einen Freistoß am Anstoßpunkt. Um einen wirklich vernünftigen 4. Vorschlag zu machen. Aber nehmt der Mannschaft, die sich aktiv weigert am Spiel teilzunehmen, den verdammten Ball weg... Das ist das mindeste, was die Opfer des Zeitspiels verdient hätten.
Aber hey, das wird ausgehen wie immer: Da jetzt alle mal hingesehen haben (und wirklich Livespiele und nicht nur Zusammenfassungen gesehen haben), regt man sich kurz auf, kommt mit der Moralkeule, dass sich das nicht gehört, aber niemand macht mal wirklich konstruktive Vorschläge, wie man das Regelwerk ändern könnte. Bis wir in 2 Jahren vor denselben Problemen stehen.
Also ja, abgesehen von dem ewigen Thema "Handspiel oder nicht?" haben sich während dieser WM alle mehr oder weniger über das Zeitspiel aufgeregt... auch ein seit Jahrzehnten präsentes Problem, dass aber langsam so penetrant wird, dass es nicht mehr wirklich zu ertragen ist. Und dafür gibt es auch ganz sachliche Gründe.
Der erste ist halt, dass Schiedsrichter viel zu spät durchgreifen. Ähnlich wie bei den taktischen Fouls, wo auch nur jedes 5. entsprechend geahndet wird... was dann immer wieder dazu führt, dass das Spiel genau dann unterbrochen wird, wenn es interessant werden könnte...
Aber selbst wenn jedes mal, wenn der auszuwechselnde Spieler erst die Anweisungen des Stadionsprechers braucht um zu merken, dass er jetzt vom Platz muss, eine Verwarnung ausgesprochen wird... wird dadurch das Problem nicht gelöst. Denn als in Führung liegende Mannschaft guckst du dir die Leute, die sich da eine Verwarnung abholen, genau an... Wenn dein Torwart bereits Gelb belastet ist oder ihm eine Sperre droht... tut ihn auf ein Mal das Schussbein so sehr weh, dass ein Innen- oder Außenverteidiger den Abstoß ausführen muss. Also genau derjenige aus der Viererkette, der sich die Verwarnung am ehesten Leisten kann ohne gesperrt zu werden.
An der Stelle sei mal wieder auf die "taktische Glanzleistung" der Frankfurter in der Relegation 2016 hinzuweisen... wo sich David Abraham erst die Verwarnung für das Verzögern eines Abstoßes abholte und dann den Abstoß doch durch den Torwart Lukas Hradecky ausführen ließ.
Und auf einer sachlichen Ebene kann ich das den Frankfurtern gar nicht vorwerfen. Genau so muss man die Regeln halt ausnutzen, wenn die Regeln das hergeben. Und nur weil, was hier auch keine Neuigkeit ist, Fußball ein derart schlecht gecoachter Sport ist, ist es wenigstens halbwegs erträglich... Aber um das ein Mal festzuhalten: Nach derzeitiger Regelauslegung könntest du dir 11 Gelbe Karten fürs Zeitspiel abholen ohne den Ball ein Mal ins Spiel zu bringen. Was natürlich absurd wäre, weil es nur zu 10 Minuten Nachspielzeit nach dem Ende der Aktion führen würde. Aber technisch gesehen würde es gehen... vielleicht sollte das mal jemand durchziehen, damit der Fifa auffällt, wie bescheiden die Regeln da sind.
Das Problem ist halt: Selbst wenn ein Spieler sich dafür Verwarnen lässt, funktioniert Zeitspiel immer. Es ist immer das richtige taktische Mittel um einen knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Die einzigen Vorwürfe, die man der Mannschaft machen kann, sind moralische. Und bei einem Millionengeschäft wie der Bundesliga oder der Champions League mit Moralischen Ansprüchen zu kommen, ist schon dreist: Als Trainer muss man alles ausnutzen, was einem zu Verfügung steht. Die zur Verfügung stehenden Mittel zu beschränken ist nicht deren selbst auferlegte Aufgabe. Das ist die Aufgabe der Fifa, und die muss halt die Regeln ändern, wenn will, dass sich das Spiel ändert.
Das allergrößte Problem ist halt, dass selbst von der Verwarnung nur die auf Zeit spielende Mannschaft profitiert. Es ist meines Wissens nach noch nie passiert, dass ein wegen Zeitspiels verwarnter Spieler ungeplant im nächsten Spiel gesperrt wurde. Es gab die Phase, wo Barcelona bewusst solche Karten in den Hinspielen gesammelt hat, weil man sich dachte "Das 4:0 aus dem Hinspiel kriegen wir auch ohne dich verteidigt, sitze mal seine Strafe ab, damit du unbelastet in die nächste Runde gehen kannst"... Darmstadts legendäre "Wir sitzen unsere 5. Gelbe gegen die Bayern ab" Aktion ist da auf einem ähnliche "Level". Und dass ein derartiger Spieler noch mit Gelb-Rot vom Platz fliegt, dürfte in der Geschichte des Fußballs noch nie passiert sein. Also nicht mal angesprochener Abraham, der erst für das Zeitspiel Gelb und dann für die Unsportlichkeit zwingend Gelb-Rot hätte sehen müssen, wurde damals vom Platz gestellt... Und ja, das Regelwerk hätte genau das hergegeben... Aber es ist halt genau dasselbe Regelwerk, welches vorsieht, dass Neymar für seine Schauspieleinlagen verwarnt wird... Schade, dass sich niemand für dieses Buch interessiert...
Aber das ist ja auch das Dilemma des Schiedsrichters: Wenn er den Spieler verwarnt, spielt er seiner Mannschaft auch nur in die Karten. Denn die Ordnungsgemäße Aufnahme der Verwarnung dauert ja auch wieder seine 10 Sekunden, die runter von der Uhr sind.
Wenn selbst von den "Strafen" nur die auf Zeit spielende Mannschaft profitiert... und diese viel zu spät ausgesprochen werden... dann wird auf ein Mal klar, dass der Fußball vor einem riesigen Problem steht... Also zumindest sobald alle Beteiligten dies endgültig verstanden haben. Und dann dauert es nochmal 15 Jahre, bis die Regeln angepasst werden... wenn überhaupt.
Da könnte man natürlich jetzt schon ansetzen. Hier kommen also die nächsten Änderungsvorschläge, die wie alles andere sinnvolle natürlich definitiv ignoriert werden:
1.) Ein Spieler muss nicht dem 4. Referee die Hand geben, sondern hat das Feld auf dem direktesten Weg zu verlassen. Feiern lassen kann er sich dann, wenn er außen rum eine Ehrenrunde dreht... Faszinierender Weise geht dies ja, wenn ein Spieler Verletzungsbedingt schon neben dem Feld liegt. Und diese Regeländerung wäre so simple wie pragmatisch.
2.)Führt Kollektivstrafen ein. Klar, der DFB hat diese gerade erst für seine Fans abgeschafft. Was aber nicht bedeuten muss, dass sie auf dem Platz sinnlos sein müssen.
Anstatt einzelne Spieler fürs Zeitspiel zu verwarnen, kann man doch die gesamte Mannschaft verwarnen. Und dann mit steigenden Strafen belegen. Um das kurz an einem praktischen Beispiel deutlich zu machen: In der NBA gibt es so genannte "Delay of Game" Warnungen. Und das ist eine Sportart mit Nettospielzeit. Trotzdem darf man da ALS MANNSCHAFT ein Mal das Spiel verzögern. Beim 2. Mal gibt es dann einen Freiwurf für den Gegner. Man schenkt also seinem Gegner aktiv Punkte, wenn man das Spiel immer wieder verzögert.
Klar, in einer Sportart, in der beide Mannschaften regelmäßig über 100 Punkte in einem Spiel erzielen, hat das eine andere Bedeutung als im Fußball, wo ein Tor oftmals reicht. Trotzdem hat die Vorstellung etwas spannendes: Deine erste Auswechslung dauert länger als 10 Sekunden von dem Moment der Anzeige der Nummern bis der Spieler auf direkten Weg den Platz verlassen hat? 1. Warnung für die Verzögernde Mannschaft. Der Torwart lässt sich beim Abstoß ebenfalls mehr als 10 Sekunden Zeit, nachdem der Ball liegt? 2. Verwarnung, die zu einer entsprechenden Strafe führt. Sagen wir einen Eckball.
Sobald der Ball freigegeben wurde, was man sich als Schiedsrichter dann einfach angewöhnt, hat man 10 Sekunden Zeit den Ball auch zu spielen. Was meint ihr, wie schnell die dann das Spiel fortsetzen, wenn der Gegner im Zweifelsfall eine gute Torgelegenheit bekommt. Optional kann man ja mit jeder weiteren Verwarnung das Strafmaß steigern, bis es dann beim 5. Mal Elfmeter gibt.
3.) Macht aus dem derzeitigen "Zeitspiel" kein "Vergehen", sondern ein "Foulspiel"... welches mit direktem Freistoß geahndet wird. Wenn ein Torwart dann die "Spiel endlich den Ball" Ansage des Schiedsrichters ignoriert, gibt es halt Elfmeter für den Gegner. Allein schon die Drohkulisse einen Elfmeter abzugeben wird jegliches Zeitspiel der Torhüter konsequent unterbinden. Und auch einen direkten Freistoß tief in der eigenen Hälfte wird niemand abgeben wollen. Einzig wenn man in der Gegnerischen Hälfte unterwegs ist, wird die Idee auf Zeit zu spielen dann überhaupt relevant. Da fragt man sich dann als Schwede im Achtelfinale, ob man den Freistoß ausführen sollte, oder doch einfach die Verwarnung in Kauf nimmt und den Ball abgibt.
Ganz ehrlich... dass Zeitspiel nicht in irgendeiner Form zum direkten Ballverlust führt, ist ein riesiges Rätsel für mich. Die Mannschaft, die sich dieses Mittels bedient, hat offensichtlich keinerlei Interesse an Ballbesitz. Oder an Fußballspielen im Allgemeinen. Da muss man doch als Fifa eine Möglichkeit finden, ihnen das Spielgerät, welches sie nicht nutzen wollen, abzunehmen.
Es muss ja nicht direkt einen Elfmeter dafür geben. Von mir aus gebt ihnen einen Freistoß am Anstoßpunkt. Um einen wirklich vernünftigen 4. Vorschlag zu machen. Aber nehmt der Mannschaft, die sich aktiv weigert am Spiel teilzunehmen, den verdammten Ball weg... Das ist das mindeste, was die Opfer des Zeitspiels verdient hätten.
Aber hey, das wird ausgehen wie immer: Da jetzt alle mal hingesehen haben (und wirklich Livespiele und nicht nur Zusammenfassungen gesehen haben), regt man sich kurz auf, kommt mit der Moralkeule, dass sich das nicht gehört, aber niemand macht mal wirklich konstruktive Vorschläge, wie man das Regelwerk ändern könnte. Bis wir in 2 Jahren vor denselben Problemen stehen.
Mittwoch, 18. Juli 2018
2 Grundprobleme hat auch diese WM nicht gelöst
Obwohl sie als Großes und Ganzes echt gut war. Vor allem natürlich, dass sie bewiesen hat, dass nicht der Videoassistent, sondern die Arroganz des DFBs bei der Umsetzung das Problem war... und hinterher denkt man sich: Warum wurde das nicht in der 2. Liga getestet? Und warum hat man sich dabei so dumm angestellt, wobei es doch so einfach gewesen wäre... Wenn man die Regeln vorher ordentlich festgelegt und sich dann dran gehalten hätte...
Das faszinierendste war ja: Das "Es gibt einen unberechtigten Freistoß-Pfiff der zu einem Tor führt, müssen wir den jetzt zurück nehmen" Phänomen ist ja wirklich aufgetreten. Im Finale... wie oft habe ich darauf hingewiesen, dass es Bullshit ist, bei einem Foulspiel in der Torentstehung (wie in der Bundesliga oftmals getan, siehe Pokal-Finale) den Videobeweis anzuwenden, aber bei einer Fehlentscheidung, die zu einem Standard-Tor führt, nicht?
Aber bei der WM war klar geklärt: Nur bei der direkten Torerzielung und nicht bei einem Zweikampf vorher wird eingegriffen. So wurde es bei Diego Costas Tor gegen Portugal durchgezogen. Und so wurde es auch im Finale angewendet. Deswegen wurde über den falschen Freistoßpfiff auch quasi gar nicht diskutiert: Solche Fehlentscheidungen passieren halt mal...
Oh und man eine Lösung für das "eine Falsche Abseitsentscheidung ist schwer zurückzunehmen" Problem gelöst, in dem die Schiedsrichter im Zweifelsfall später die Fahne gehoben haben. Da muss man sich zwar dran gewöhnen, aber der Ansatz ist der einzig mögliche...
Nebenbei hat die WM mit dem Mythos aufgeräumt, dass der Videobeweis die Emotionen auf dem Spielfeld töten würde. Denn seit ganz ehrlich: Ihr wisst alle genau wo ihr am 27.06.2018 um 17:51 gewesen seid und wer neben euch saß... wahrscheinlich genau so gut wie ihr euch daran erinnert, wo ihr am 13.07.2014 um 23:24 gewesen seid. Ok, ich muss ja zugeben, dass es bei mir einfach ist, weil ich an exakt demselben Ort saß... aber Details.
Ganz Deutschland starrte wie gebannt auf eine Leinwand und wartete auf die Entscheidung des Schiedsrichters: Wir der Traum des späten Glückstores weiterleben oder das Ausscheiden endgültig besiegelt? Und da es sich um einen der großen Titelfavoriten hielt, hing man nicht nur in Deutschland zitternd vor den Geräten...
Ich habe mir das Vergnügen gegönnt, nicht so sehr auf die Fernsehbilder zu achten (Dass es ein Tor geben muss, war mir eigentlich in Originalgeschwindigkeit klar), sondern auf die Reaktionen der Zuschauer in der Bar meines Vertrauens. Das Knistern war förmlich greifbar. Das Fluchen hinterher auch nicht leiser als sonst, wenn Deutschland ausscheidet. Die Emotionen waren also voll in Takt, nur ein wenig anders, als man es gewohnt war...
Aber kommen wir zum ersten der 2 Grundprobleme, die auch der Videobeweis nicht lösen kann: Was ist eigentlich ein Handspiel. In Kroatien werden sie in 100 Jahren noch behaupten, dass der Videobeweis beim Elfmeter unangebracht war, weil es keine klare Fehlentscheidung war. In Frankreich werden sie dagegen ein eindeutiges Handspiel gesehen haben, das definitiv geahndet werden muss. Und das lustige daran ist: Beide haben recht.
Das Problem ist halt: Es war definitiv ein Handspiel. Und es kann keiner abschätzen, ob ohne das Handspiel der Verteidiger hinter dem Kroaten überrascht den Ball reinstochert... oder ob er ihn verpasst und der Französische Angreifer das 2:1 macht.
Das Handspiel mit vergrößerter Körperfläche unterbindet auf jeden Fall ein größeres Chaos im Strafraum. Was immer etwas gutes für die Verteidigende Mannschaft ist.
Auf der anderen Seite kommt der Ball aus einer derart kurzen Distanz... Wie soll der Verteidiger da reagieren. Da kann ihm doch keiner Absicht unterstellen...
Das ist halt das grundlegende Dilemma des Fußballs: Man kann, wenn man die Vereinsbrille absetzt, immer wieder die beiden aus der Vereinssicht argumentierenden Teilnehmer verstehen.
Aber das eigentliche Problem ist ja nicht das Handspiel an und für sich. Wenn Ivan Perisic den Ball außerhalb des Strafraums so abblockt, wird über ein Handspiel nicht diskutiert werden. Also mir fällt spontan eine einzige Situation ein, in der dies passierte: in der Relegation Karlsruhe - Hamburg. Aber ich sag das mal so: Das ist Relegation, da hat man als Karlsruhe immer recht, wenn man sich aufregt...
Bei einem sind sich doch sicher alle einig: Ein Elfmeter für ein derart unglückliches Handspiel ist eine extrem harte Strafe. Das würde sogar ein Franzose gegenüber einem Kroaten zugeben. Und genau das ist das ganz große Problem.
Den Lösungsvorschlag werden die paar Hanseln, die diesen Blog seit längerem verfolgen, auch schon kennen. Man kann halt nicht immer das Rad neu erfinden. Aber in dem Fall wäre es extrem einfach, jegliche Diskussion ums Handspiel im Strafraum zumindest zu entspannen: Wenn es eine eindeutige, aktive Bewegung zum Ball gibt (siehe Luiz Suarez 2010 gegen Ghana) gibt es Elfmeter. Das wird niemand wirklich ernsthaft in Frage stellen wollen. Aber wenn die Hand nicht aktiv zum Ball geht, gibt es einfach indirekten Freistoß. Also ungefähr so, als würde der Torhüter einen Rückpass aufnehmen. Oder ein Verteidiger mit dem Fuß auf Kopfhöhe zum Ball gehen, das Gesicht des Gegners allerdings nicht treffen.
Dann kriegt man als Franzose genau das Getümmel vorm Strafraum, welches durchs Handspiel unterbunden wurde. Und als Kroate bekommt man eine faire Chance aus dem Getümmel glücklich hervor zugehen.
Indirekte Freistöße im Strafraum sind sowieso ein viel zu selten genutztes Mittel. Man sollte als Fifa immer Regeln einführen, die derartiges fördern. Weil es einerseits einen absurden Unterhaltungswert hat... endlich mal eine Szene, die sich deutlich vom sonstigen Ballgeschiebe abhebt... Und weil sie andererseits zeigt, welche Trainer seine Mannschaften wirklich gut vorbereitet. Denn die schlechten Trainer werden ihre Mannschaften den Ball blind in die 10 Mann Mauer hämmern lassen und hoffen, dass der durchrutscht... Die guten Trainer werden sich überlegen, wie man aus dieser Situation eine bessere Abschlussgelegenheit für seine Angreifer kreiert. Was zu mehr kreativen Standartsituationen führen sollte... ich sage bewusst sollte, weil es halt so wenige gute Trainer gibt...
Und wenn jetzt einer mit dem "Dann fangen die Stürmer ja an bewusst die Verteidiger anzuschießen" kommt... glaubt ihr, das machen die jetzt nicht? Wie oft wird den pro Spiel ein Verteidiger im Strafraum angeschossen und es gehen sofort die Reklamationen los?
Dadurch, dass die Regeln einheitlich und eindeutig werden, löst man das ganz große Dilemma für den Schiedsrichter: Die ewige Frage "Reicht das für einen Strafstoß"... die nebenbei eigentlich völlig absurd ist. Denn das Regelwerk macht, abgesehen vom Torwart, keinen Unterschied ob etwas im oder außerhalb des Strafraums passiert. Theoretisch muss man jeden Zweikampf, jedes Halten, jede Kleinigkeit, die man im Mittelkreis abpfeift, auch im Strafraum ahnden... das macht aber natürlich keiner...
Zumindest beim Handspiel könnte man es den Schiedsrichtern erleichtern, in dem man ihnen die Möglichkeit gibt das offensichtliche Vergehen (der Sport heißt nicht ohne Grund "Fußball", das Foul steckt an der Stelle buchstäblich im Namen) in einem angemessenen Rahmen zu bestrafen...
Aber das werden wir nicht mehr erleben... Schade eigentlich. Es wäre so einfach...
Das faszinierendste war ja: Das "Es gibt einen unberechtigten Freistoß-Pfiff der zu einem Tor führt, müssen wir den jetzt zurück nehmen" Phänomen ist ja wirklich aufgetreten. Im Finale... wie oft habe ich darauf hingewiesen, dass es Bullshit ist, bei einem Foulspiel in der Torentstehung (wie in der Bundesliga oftmals getan, siehe Pokal-Finale) den Videobeweis anzuwenden, aber bei einer Fehlentscheidung, die zu einem Standard-Tor führt, nicht?
Aber bei der WM war klar geklärt: Nur bei der direkten Torerzielung und nicht bei einem Zweikampf vorher wird eingegriffen. So wurde es bei Diego Costas Tor gegen Portugal durchgezogen. Und so wurde es auch im Finale angewendet. Deswegen wurde über den falschen Freistoßpfiff auch quasi gar nicht diskutiert: Solche Fehlentscheidungen passieren halt mal...
Oh und man eine Lösung für das "eine Falsche Abseitsentscheidung ist schwer zurückzunehmen" Problem gelöst, in dem die Schiedsrichter im Zweifelsfall später die Fahne gehoben haben. Da muss man sich zwar dran gewöhnen, aber der Ansatz ist der einzig mögliche...
Nebenbei hat die WM mit dem Mythos aufgeräumt, dass der Videobeweis die Emotionen auf dem Spielfeld töten würde. Denn seit ganz ehrlich: Ihr wisst alle genau wo ihr am 27.06.2018 um 17:51 gewesen seid und wer neben euch saß... wahrscheinlich genau so gut wie ihr euch daran erinnert, wo ihr am 13.07.2014 um 23:24 gewesen seid. Ok, ich muss ja zugeben, dass es bei mir einfach ist, weil ich an exakt demselben Ort saß... aber Details.
Ganz Deutschland starrte wie gebannt auf eine Leinwand und wartete auf die Entscheidung des Schiedsrichters: Wir der Traum des späten Glückstores weiterleben oder das Ausscheiden endgültig besiegelt? Und da es sich um einen der großen Titelfavoriten hielt, hing man nicht nur in Deutschland zitternd vor den Geräten...
Ich habe mir das Vergnügen gegönnt, nicht so sehr auf die Fernsehbilder zu achten (Dass es ein Tor geben muss, war mir eigentlich in Originalgeschwindigkeit klar), sondern auf die Reaktionen der Zuschauer in der Bar meines Vertrauens. Das Knistern war förmlich greifbar. Das Fluchen hinterher auch nicht leiser als sonst, wenn Deutschland ausscheidet. Die Emotionen waren also voll in Takt, nur ein wenig anders, als man es gewohnt war...
Aber kommen wir zum ersten der 2 Grundprobleme, die auch der Videobeweis nicht lösen kann: Was ist eigentlich ein Handspiel. In Kroatien werden sie in 100 Jahren noch behaupten, dass der Videobeweis beim Elfmeter unangebracht war, weil es keine klare Fehlentscheidung war. In Frankreich werden sie dagegen ein eindeutiges Handspiel gesehen haben, das definitiv geahndet werden muss. Und das lustige daran ist: Beide haben recht.
Das Problem ist halt: Es war definitiv ein Handspiel. Und es kann keiner abschätzen, ob ohne das Handspiel der Verteidiger hinter dem Kroaten überrascht den Ball reinstochert... oder ob er ihn verpasst und der Französische Angreifer das 2:1 macht.
Das Handspiel mit vergrößerter Körperfläche unterbindet auf jeden Fall ein größeres Chaos im Strafraum. Was immer etwas gutes für die Verteidigende Mannschaft ist.
Auf der anderen Seite kommt der Ball aus einer derart kurzen Distanz... Wie soll der Verteidiger da reagieren. Da kann ihm doch keiner Absicht unterstellen...
Das ist halt das grundlegende Dilemma des Fußballs: Man kann, wenn man die Vereinsbrille absetzt, immer wieder die beiden aus der Vereinssicht argumentierenden Teilnehmer verstehen.
Aber das eigentliche Problem ist ja nicht das Handspiel an und für sich. Wenn Ivan Perisic den Ball außerhalb des Strafraums so abblockt, wird über ein Handspiel nicht diskutiert werden. Also mir fällt spontan eine einzige Situation ein, in der dies passierte: in der Relegation Karlsruhe - Hamburg. Aber ich sag das mal so: Das ist Relegation, da hat man als Karlsruhe immer recht, wenn man sich aufregt...
Bei einem sind sich doch sicher alle einig: Ein Elfmeter für ein derart unglückliches Handspiel ist eine extrem harte Strafe. Das würde sogar ein Franzose gegenüber einem Kroaten zugeben. Und genau das ist das ganz große Problem.
Den Lösungsvorschlag werden die paar Hanseln, die diesen Blog seit längerem verfolgen, auch schon kennen. Man kann halt nicht immer das Rad neu erfinden. Aber in dem Fall wäre es extrem einfach, jegliche Diskussion ums Handspiel im Strafraum zumindest zu entspannen: Wenn es eine eindeutige, aktive Bewegung zum Ball gibt (siehe Luiz Suarez 2010 gegen Ghana) gibt es Elfmeter. Das wird niemand wirklich ernsthaft in Frage stellen wollen. Aber wenn die Hand nicht aktiv zum Ball geht, gibt es einfach indirekten Freistoß. Also ungefähr so, als würde der Torhüter einen Rückpass aufnehmen. Oder ein Verteidiger mit dem Fuß auf Kopfhöhe zum Ball gehen, das Gesicht des Gegners allerdings nicht treffen.
Dann kriegt man als Franzose genau das Getümmel vorm Strafraum, welches durchs Handspiel unterbunden wurde. Und als Kroate bekommt man eine faire Chance aus dem Getümmel glücklich hervor zugehen.
Indirekte Freistöße im Strafraum sind sowieso ein viel zu selten genutztes Mittel. Man sollte als Fifa immer Regeln einführen, die derartiges fördern. Weil es einerseits einen absurden Unterhaltungswert hat... endlich mal eine Szene, die sich deutlich vom sonstigen Ballgeschiebe abhebt... Und weil sie andererseits zeigt, welche Trainer seine Mannschaften wirklich gut vorbereitet. Denn die schlechten Trainer werden ihre Mannschaften den Ball blind in die 10 Mann Mauer hämmern lassen und hoffen, dass der durchrutscht... Die guten Trainer werden sich überlegen, wie man aus dieser Situation eine bessere Abschlussgelegenheit für seine Angreifer kreiert. Was zu mehr kreativen Standartsituationen führen sollte... ich sage bewusst sollte, weil es halt so wenige gute Trainer gibt...
Und wenn jetzt einer mit dem "Dann fangen die Stürmer ja an bewusst die Verteidiger anzuschießen" kommt... glaubt ihr, das machen die jetzt nicht? Wie oft wird den pro Spiel ein Verteidiger im Strafraum angeschossen und es gehen sofort die Reklamationen los?
Dadurch, dass die Regeln einheitlich und eindeutig werden, löst man das ganz große Dilemma für den Schiedsrichter: Die ewige Frage "Reicht das für einen Strafstoß"... die nebenbei eigentlich völlig absurd ist. Denn das Regelwerk macht, abgesehen vom Torwart, keinen Unterschied ob etwas im oder außerhalb des Strafraums passiert. Theoretisch muss man jeden Zweikampf, jedes Halten, jede Kleinigkeit, die man im Mittelkreis abpfeift, auch im Strafraum ahnden... das macht aber natürlich keiner...
Zumindest beim Handspiel könnte man es den Schiedsrichtern erleichtern, in dem man ihnen die Möglichkeit gibt das offensichtliche Vergehen (der Sport heißt nicht ohne Grund "Fußball", das Foul steckt an der Stelle buchstäblich im Namen) in einem angemessenen Rahmen zu bestrafen...
Aber das werden wir nicht mehr erleben... Schade eigentlich. Es wäre so einfach...
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