Wirklich... und ohne Übertreibung... Also bereits am 18. Dezember habe ich vorausgesagt, dass definitiv Lewis Holtby der Spieler sein wird, der den Hamburger SV zum Klassenerhalt schießen wird... Jetzt hat er sie mit 4 Toren in 6 Spielen zumindest zurück in den Kampf um den Klassenerhalt geschossen... Denn wenn man sich in Hamburg auf eines verlassen kann, dann auf seine eigentlich abgeschriebenen Spieler...
Aber hey... auch das absolute Worst Case Szenario für den HSV habe ich bereits vorhergesagt: Dass man nach 34 Spieltagen feststellt, dass man die Klasse gehalten hätte, wenn man sich gleich für Christian Titz entschieden hätte... Bleibt zu hoffen, dass ich auch da Recht behalte...
Worauf sich der HSV natürlich auch voll verlassen kann... ist Bruno Labbadia als Retter... ernsthaft, wenn er den Dino jetzt zum dritten Mal zum Klassenerhalt verhilft, müssen sie ihm eigentlich ein Denkmal bauen...
Jetzt geht es nächste Woche nach Frankfurt... zu einem Gegner, der gerade nicht in der Lage ist, eine bessere A-Jugend herauszufordern...
Es ist schon faszinierend, wie krass die Eintracht eingebrochen ist, seit dem der Wechsel fest steht... und ganz ehrlich: Niko Kovac sollte darauf pochen, dass das genau daran liegt.. Denn wenn es mit dem Wechsel nichts zu tun hat, könnte es ja was mit seiner Arbeit als Trainer zu tun haben und das wäre das noch schlechtere Zeugnis...
Aber hey, immerhin muss sich der Nachfolger plötzlich nicht mehr die Sorgen machen, dass er mit einem Denkmal verglichen werden könnte... oder die Europa League Suppe auslöffeln, die gerne mal (siehe Köln) in einem Abstieg endet... Das ist doch das Beste Abschiedsgeschenk, dass Kovac der Eintracht hinterlassen kann... Und das Problem "Europa League" gibt er direkt an den VfB Stuttgart weiter... einem Verein, der noch vor wenigen Wochen mit einem klaren "Nein, Danke" auf diese Aussicht geantwortet hat... Was einem direkt zu der Frage bringt: Kann ich als Bundesligist eigentlich die Teilnahme an der Europa League verweigern und absagen? Beim UI Cup ging das früher...
Da muss man als nicht ganz neutraler Beobachter schon fast froh sein, dass der emotionslose Retortenklub RB Leipzig eine eiskalte Kosten-Nutzen-Rechnung aufgestellt hat... bei der am Ende rauskommt, dass ein Abstieg der Wolfsburger oder Hamburger ihnen langfristig mehr bringt als die eigene Teilnahme am internationalen Wettbewerb... also hat man Mainz ein bisschen geholfen...
Wie es in Zeiten des Videos eigentlich Elfmeter für den Karnevalsverein geben konnte, obwohl das Foul vorm Strafraum begangen worden ist... bleibt eines dieser ganz großen Mythen dieser Saison... die wir mittlerweile auch einfach nur noch Schulter zuckend zur Kenntnis nehmen... Ist halt random, wann der eingreift und wann nicht...
Und es wurde diese Woche tatsächlich geklärt, was passieren muss, damit ein anderer Freiburger als Nils Petersen ein Tor erzielt... Ein Elfmeter reicht offensichtlich nicht, aber wenn man es schafft einen anderen Freiburger auf der Torlinie anzuspielen... dann kann der auch ein Tor erzielen... Was ja auch nur bedeutet: Der SC Freiburg besteht aus einem brauchbaren Stürmer und 14 Pierre-Emmerick Aubameyangs...
Wo mir auch direkt auffällt: Es ist schon faszinierend: Alles, was die Dortmunder wirklich brauchten um zu ihrem markanten Fußball zurückzukehren... war ein fitter Marco Reus als Kapitän... Wer hätte das gedacht? Dumm nur, dass dieser markante Fußball aus einer kollektiven Dauerbewerbung zum Titel "Gomez der Woche" besteht... aber das kriegen sie jetzt voll gut wieder hin...
Das ist ja das wirklich faszinierende an der Situation in Dortmund: Peter Stöger musste seinen besten Torjäger im Winter abgeben... und lange Zeit auf seinen besten Fußballer verzichten... er erreicht trotzdem (da lehne ich mich mal aus dem Fenster) das Saisonziel, muss aber zum Saisonende gehen, weil er nicht genügend Schleifchen ums Saisonziel gebastelt hat... Bin ich der einzige, der das für total bescheuert hält?
Und sein wir ehrlich: Wenn Reus nicht 6 Tore in 9 Spielen erzielt hätte... sondern sagen wir 13 Tore in 18 Spielen unter Stöger... Dann hätte Stöger längst eine Vertragsverlängerung unterschrieben, obwohl er exakt dieselbe Arbeit abliefert...
Und Reus ist halt als Spieler für den BvB nicht zu ersetzen... Dessen sollte man sich doch bewusst sein... ist ja nicht so, dass Reus irgendein Neuzugang ist... Oder sie ihn das erste Mal wegen einer Verletzung ersetzen müssen und dies nur bedingt schaffen.
Wie schon bei der Personalie Thomas Tuchel sucht man jetzt ziemlich unmotiviert nach Gründen, warum man den Trainer wechseln muss, anstatt das, was der Mann gut macht in den Vordergrund zu stellen... und das hat schon bei Tuchel wunderbar geklappt. Das sollte man definitiv wiederholen. Ich sehe nicht, wie das schief gehen könnte...
Montag, 30. April 2018
Donnerstag, 26. April 2018
Souverän sieht anders aus
aber gegen die Bayern reicht's...
Besser kann man den Auftritt kaum beschreiben... Zyniker, die man hier natürlich nicht finden wird, würden sogar behaupten, dass Real Madrid wirklich alles unternommen hat, um das Halbfinale möglichst spannend zu gestalten:
Cristiano Ronaldo nahm genau genommen (abgesehen von einem Tor nach einem Handspiel und einem spontanen Defensivzweikampf) gar nicht am Spiel teil. Die bezeichnendste Ronaldo Szene kam direkt vor dem 1:1... als er offensichtlich kurz drüber nachdachte mal wieder einen absurden Fallrückzieher auszupacken... aber im letzten Moment zu dem Schluss kam: "Och, nö, heute nicht"...
Keylor Navas sprang lieber in die Lange Ecke als stehen zu bleiben und den Ball abzuwehren...
Zinedine Zidane setzte im Vollen Verteidigungsmodus auf Lucas Vasquez als Rechtsverteidiger...
Und Real als ganzes ließ haufenweise Bälle durch den Strafraum springen... und produzierte 10 Eckbälle für die Bayern... aber genau genommen führten diese Eckbälle nur beim 1:2 zu Torgefahr...
Und ja, Real Madrid ist verdammt gut darin, Spiele zu gewinnen, die sie eigentlich nie gewinnen dürfen. Weil sie halt eiskalt und humorlos 2 Tore aus dem nichts erzielen... Das ist gefühlt das einzige, was Real perfekt beherrscht. Aber halt auch schon seit Jahren, deswegen kann man auch nicht mehr von Glück sprechen... schließlich gilt der Spruch "Skill is the repetition of Luck" auch hier: Wenn ich immer wieder mit derselben Spielweise dasselbe Resultat erziele, kann das ja kein Zufall sein...
Die Bayern müssen sich allerdings genau genommen mit anderen Problemen beschäftigen. Genau genommen mit den 2 Muskelverletzungen in der Ersten Halbzeit... und Franck Riberys Stockfehler in der 34. Minute. Denn genau genommen lässt sich gerade Jerome Boatengs Antritt genau so beschreiben: Der Weltklasse Verteidiger stellt nach 33 Minuten fest, dass er wirklich mal in den höchsten Gang, den er seit Monaten nicht gebraucht hat, schalten muss, damit das heute was wird... und sein Körper sagt ihm sofort, dass er das nicht kann...
Das mag eine Überinterpretation einer einzelnen Szene sein. Aber sie steht halt irgendwie symbolisch für das Spiel der Bayern: Die kamen nicht aus ihrem gefälligen "Wir machen schon irgendwann die Bude, es ist ja nur Hannover" Modus raus. Und ja, man kann Real auch dafür loben, dass sie sich wunderbar als Bundesligist, der sich hinten einbuddelt und eher ungeschickt verteidigt, getarnt haben um die Bayern in Sicherheit zu wiegen... aber auch nur, weil es funktioniert hat...
Und wo ich schon dabei bin: Wenn Pep Guardiolas und Carlo Ancelottis System 2 Muskelverletzungen in der ersten Halbzeit des bisher wichtigsten Saisonspiels produziert hätten, müssten die sich unangenehme Fragen gefallen lassen... wenn das dem unfehlbaren Jupp Heynckes passiert, kann man dagegen halt nichts machen...
Genau genommen hatte Jupp, wie auch seine Vorgänger, seit Januar nur noch eine einzige Aufgabe: Seine beste Elf in dieser Woche fit auf den Platz zu bekommen... Und wie immer in den letzten Jahren ist den Bayern genau das nicht geglückt.
So muss dann auch ein überalterter Franck Ribery 90 Minuten durchspielen. Obwohl er, so bemüht er auch war, offensichtlich nur noch Luft für 70 hat... Oh und nebenbei als Offensivspieler bei einem Titelfavoriten laut Bela Rethy seit 3 Jahren auf ein Champions League Tor wartet... WTF? Also... warte was? Aber ja, Bela hat recht: Sein letztes Tor in diesem Wettbewerb erzielte der Franzose beim 7:0 gegen Donezk... Im Jahr 2015... Da war der Bürgerkrieg in der Ukraine noch in den Nachrichten, während man uns mittlerweile vermitteln will, dass da alles so weit in Ordnung ist, dass man in dem Land ein Champions League Finale austragen kann... kann man ja auch, solange man den Osten meidet...
Seit dem hat Franck Ribery an 20 Champions League Spielen teilgenommen... Und 3 Tore vorbereitet... aber hey, gut, dass der jedes Jahr die Bundesliga ausnutzen kann um die Bayern von einer Vertragsverlängerung zu überzeugen... Läuft bei uns...
Lustiger Weise muss sich Robert Lewandowski jetzt vom Rethy vorwerfen lassen, dass er in diesem Wettbewerb und vor allem in den entscheidenden Momenten, zu selten trifft... ähm... der hat beim Ausscheiden gegen Real und Atletico jeweils getroffen... Natürlich wartet er jetzt gerade seit 4 Spielen auf ein Tor... aber das passiert ihm auch zum ersten Mal... und wenn einer im Rückspiel trifft, dann der Pole... Und Cristiano Ronaldo... das Spiel wird mindestens 1:1 enden, da beide mit Sicherheit treffen werden...
Um das mal zu verdeutlichen: Seit jenem 11. März hat Lewandowski 25 Tore in der Champions League erzielt... Ribery kommt dagegen auf 3 Vorlagen... Hmm...
Das wirkliche Problem, welches die Bayern haben, ist ja: Real wird nicht 2 mal so schwach auftreten. Klar, es verweisen jetzt alle auf das 1:3 zu Hause gegen Juventus. Aber das kam halt, nachdem man nach einem Starken Auftritt das Tempo rausgenommen hat. Und das man diesen schwachen Auftritt nicht für sich nutzen konnte, wird den Bayern richtig weh tun... Gerade wenn sie im Rückspiel eine Topleistung abrufen...
Besser kann man den Auftritt kaum beschreiben... Zyniker, die man hier natürlich nicht finden wird, würden sogar behaupten, dass Real Madrid wirklich alles unternommen hat, um das Halbfinale möglichst spannend zu gestalten:
Cristiano Ronaldo nahm genau genommen (abgesehen von einem Tor nach einem Handspiel und einem spontanen Defensivzweikampf) gar nicht am Spiel teil. Die bezeichnendste Ronaldo Szene kam direkt vor dem 1:1... als er offensichtlich kurz drüber nachdachte mal wieder einen absurden Fallrückzieher auszupacken... aber im letzten Moment zu dem Schluss kam: "Och, nö, heute nicht"...
Keylor Navas sprang lieber in die Lange Ecke als stehen zu bleiben und den Ball abzuwehren...
Zinedine Zidane setzte im Vollen Verteidigungsmodus auf Lucas Vasquez als Rechtsverteidiger...
Und Real als ganzes ließ haufenweise Bälle durch den Strafraum springen... und produzierte 10 Eckbälle für die Bayern... aber genau genommen führten diese Eckbälle nur beim 1:2 zu Torgefahr...
Und ja, Real Madrid ist verdammt gut darin, Spiele zu gewinnen, die sie eigentlich nie gewinnen dürfen. Weil sie halt eiskalt und humorlos 2 Tore aus dem nichts erzielen... Das ist gefühlt das einzige, was Real perfekt beherrscht. Aber halt auch schon seit Jahren, deswegen kann man auch nicht mehr von Glück sprechen... schließlich gilt der Spruch "Skill is the repetition of Luck" auch hier: Wenn ich immer wieder mit derselben Spielweise dasselbe Resultat erziele, kann das ja kein Zufall sein...
Die Bayern müssen sich allerdings genau genommen mit anderen Problemen beschäftigen. Genau genommen mit den 2 Muskelverletzungen in der Ersten Halbzeit... und Franck Riberys Stockfehler in der 34. Minute. Denn genau genommen lässt sich gerade Jerome Boatengs Antritt genau so beschreiben: Der Weltklasse Verteidiger stellt nach 33 Minuten fest, dass er wirklich mal in den höchsten Gang, den er seit Monaten nicht gebraucht hat, schalten muss, damit das heute was wird... und sein Körper sagt ihm sofort, dass er das nicht kann...
Das mag eine Überinterpretation einer einzelnen Szene sein. Aber sie steht halt irgendwie symbolisch für das Spiel der Bayern: Die kamen nicht aus ihrem gefälligen "Wir machen schon irgendwann die Bude, es ist ja nur Hannover" Modus raus. Und ja, man kann Real auch dafür loben, dass sie sich wunderbar als Bundesligist, der sich hinten einbuddelt und eher ungeschickt verteidigt, getarnt haben um die Bayern in Sicherheit zu wiegen... aber auch nur, weil es funktioniert hat...
Und wo ich schon dabei bin: Wenn Pep Guardiolas und Carlo Ancelottis System 2 Muskelverletzungen in der ersten Halbzeit des bisher wichtigsten Saisonspiels produziert hätten, müssten die sich unangenehme Fragen gefallen lassen... wenn das dem unfehlbaren Jupp Heynckes passiert, kann man dagegen halt nichts machen...
Genau genommen hatte Jupp, wie auch seine Vorgänger, seit Januar nur noch eine einzige Aufgabe: Seine beste Elf in dieser Woche fit auf den Platz zu bekommen... Und wie immer in den letzten Jahren ist den Bayern genau das nicht geglückt.
So muss dann auch ein überalterter Franck Ribery 90 Minuten durchspielen. Obwohl er, so bemüht er auch war, offensichtlich nur noch Luft für 70 hat... Oh und nebenbei als Offensivspieler bei einem Titelfavoriten laut Bela Rethy seit 3 Jahren auf ein Champions League Tor wartet... WTF? Also... warte was? Aber ja, Bela hat recht: Sein letztes Tor in diesem Wettbewerb erzielte der Franzose beim 7:0 gegen Donezk... Im Jahr 2015... Da war der Bürgerkrieg in der Ukraine noch in den Nachrichten, während man uns mittlerweile vermitteln will, dass da alles so weit in Ordnung ist, dass man in dem Land ein Champions League Finale austragen kann... kann man ja auch, solange man den Osten meidet...
Seit dem hat Franck Ribery an 20 Champions League Spielen teilgenommen... Und 3 Tore vorbereitet... aber hey, gut, dass der jedes Jahr die Bundesliga ausnutzen kann um die Bayern von einer Vertragsverlängerung zu überzeugen... Läuft bei uns...
Lustiger Weise muss sich Robert Lewandowski jetzt vom Rethy vorwerfen lassen, dass er in diesem Wettbewerb und vor allem in den entscheidenden Momenten, zu selten trifft... ähm... der hat beim Ausscheiden gegen Real und Atletico jeweils getroffen... Natürlich wartet er jetzt gerade seit 4 Spielen auf ein Tor... aber das passiert ihm auch zum ersten Mal... und wenn einer im Rückspiel trifft, dann der Pole... Und Cristiano Ronaldo... das Spiel wird mindestens 1:1 enden, da beide mit Sicherheit treffen werden...
Um das mal zu verdeutlichen: Seit jenem 11. März hat Lewandowski 25 Tore in der Champions League erzielt... Ribery kommt dagegen auf 3 Vorlagen... Hmm...
Das wirkliche Problem, welches die Bayern haben, ist ja: Real wird nicht 2 mal so schwach auftreten. Klar, es verweisen jetzt alle auf das 1:3 zu Hause gegen Juventus. Aber das kam halt, nachdem man nach einem Starken Auftritt das Tempo rausgenommen hat. Und das man diesen schwachen Auftritt nicht für sich nutzen konnte, wird den Bayern richtig weh tun... Gerade wenn sie im Rückspiel eine Topleistung abrufen...
Mittwoch, 25. April 2018
Wir müssen über den Videobeweis reden - Folge e
Ja, wir sind bei der Eulerschen Zahl angekommen... denn die Debatte ist längst irrational und transzendent...
Das ist ja das Lustigste an der ganzen Geschichte: Als der Videobeweis eingeführt haben, befürchteten ja alle, dass wir deswegen nicht mehr unsere Kneipendiskussionen über die schönste Nebensache der Welt führen können... Weil die Technik ja jegliche Fehlentscheidungen ausschließt und uns damit eine wichtige Diskussionsgrundlage nimmt... Stellt sich heraus, dass wir mehr diskutieren. Auch wenn der "So verliert der Fußball seine Seele" Duktus geblieben ist...
Die Lektionen des Videobeweises sind ja nicht mal grundlegend Schlechte. Man kann dadurch echt viel über den Fußball und vor allem sein Regelwerk erfahren. Und wie erstaunlich unkonkret das doch ist...
Da stehen dann unter "Verwarnungswürdige Vergehen" folgende Punkte:
- Unsportliches Betragen
- Protestieren/ Reklamieren durch Worte oder Handlungen
- wiederholtes verstoßen gegen die Spielregeln
- Verzögerung der Aufnahme des Spiels
- Ignorieren des vorgegeben Abstands bei Eckstoss, Freistoss oder Einwurf (Faszinierender Weise nicht beim Abstoß... hmm... Und ja, die schreiben das im Deutschen Regelwerk auch mit "ss")
- (Wieder-)Betreten des Spielfeldes ohne Erlaubnis des Schiedsrichters
- absichtliches Verlassen des Spielfeldes ohne Erlaubnis des Schiedsrichters
Das faszinierende daran ist ja: 1.) Da steht nichts vom taktischen Foul, obwohl wir alle davon ausgingen, dass ein taktisches Foul eine Verwarnung nach sich zieht...
2.) Keiner der Punkte trifft auf die Gelb-Rote Karte von Caglar Söyüncü zu und trotzdem bekam er einen Platzverweis zugesprochen.
Söyüncü spielte insgesamt 2 Mal Foul, sah aber für jedes Vergehen sofort Gelb. So viel zum "wiederholten Verstoß gegen die Regeln"... Das einzige, was an seinem Betragen eventuell "unsportlich" war, ist wohl der Fakt, dass er in einem Abstiegskrimi als Verteidiger nur 2 Fouls begangen hat... Und protestiert hat er ja erst nach dem Platzverweis, eine Dritte Gelbe Karte hätte er dann wohl verdient gehabt.
Aber jetzt kommt die Pointe: Für sich genommen ist der Platzverweis trotzdem keine Fehlentscheidung. Wenn man seit mehr als 3 Wochen Fußball spielt und dann, obwohl man schon verwarnt ist, so ein Foul in der gegnerischen Hälfte begeht, muss man davon ausgehen, dass man vom Platz fliegt.
Die Freiburger hätten sich über den Platzverweis an sich auch gar nicht so sehr aufgeregt. Denn jetzt kommt das eigentlich komplizierte am angeblich so einfachen Spiel Fußball: Dieser Vorfall wird durch den Kontext zu einer krassen und klaren Fehlentscheidung.
Denn eine Minute vor Söyüncü foult der bereits verwarnte Matti Steinmann ebenfalls robust seinen Gegenspieler. Und es ist bereits sein drittes Foul... Aber Schiedsrichter Benjamin Cortus entscheidet sich hier gegen eine knallharte Auslegung der Regeln... nur um sie 60 Sekunden später extrem pingelig anzuwenden. Und genau das funktioniert einfach nicht.
Ein Schiedsrichter hat ja genau genommen eine Aufgabe: Die passende Linie zu finden, an der sich alle Spieler orientieren können, und diese dann durchzuziehen, damit das Spiel ordentlich über die Runden geht.
Und ja, hin und wieder passiert es einem Schiedsrichter, dass er die Linie anfangs zu lasch ansetzt und dann doch irgendwann durchgreifen muss. Und da den Richtigen Zeitpunkt zu finden ist verdammt schwierig. Genau so, wie es gerade in unteren Klassen Schiedsrichter gibt, die sich am Ende in die Bredouille bringen, weil sie am Anfang zu schnell Gelb ziehen und dann am Ende für Nichtigkeiten Platzverweise verteilen müssen... Oder halt die Zügel doch irgendwann lockerer lassen...
Aber beim Foul des Freiburgers war ein spontanes Anziehen des Strafmaßes definitiv unangebracht...
Und da kommt ja immer das Gefühl der Benachteiligung (also abgesehen davon, dass man natürlich alle Entscheidungen durch seine Vereinsbrille sieht) her: Wenn der Schiedsrichter für dasselbe oder ähnliche Vergehen unterschiedliche Strafen ausspricht.
Ein weiteres aktuelles Beispiel hierfür ist Sascha Stegemann, der erst auf der einen Seite für einen minimalen Kontakt Elfmeter gibt, dann auf der anderen Seite nicht. Wenn er sich in beiden Momenten gleich entscheidet, macht ihm keiner Vorwürfe, so landet er bei einer 4,5...
Und das wird der Moment, in dem einem bewusst wird, dass die Aufgabe des Videoschiedsrichters eigentlich unlösbar ist. Denn um seinen eigenen Job (also Fehlentscheidungen ausschließen und Ungerechtigkeiten verhindern) wirklich zu verhindern, muss er immer das Große Ganze im Blick haben... und genau diesen Kontext auch schnell vermitteln...
Also im Fall Cortus - Söyüncü hätte er seinem Kollegen direkt ein "HALT!!! DAS KANNST DU NICHT MACHEN!" ins Ohr brüllen müssen, sobald die Hand Richtung Brusttasche geht. Und ihn dann darauf hinweisen, dass das jetzt eine krasse Fehlentscheidung wäre, weil er sich eben gerade noch anders entschieden hat... Er muss jetzt dem Freiburger dieselbe letzte Ermahnung geben, die er gerade den Hamburger gegeben hat.
Aber wie soll das bitte schön funktionieren? Ohne dass die Autorität des Schiedsrichters untergraben wird? Oder ohne dass der Schiedsrichter wahnsinnig wird, weil er ständig eine Stimme im Ohr hört...
Aber solche Sachen werden einem halt bewusst, wenn man sich dank des Videoassistenten auf ein Mal mit der Frage beschäftigt: "Was sind eigentlich krasse Fehlentscheidungen"... und wenn man diese Debatte jetzt vernünftig führt, verliert der Fußball dadurch nicht seine Seele, sondern wir werden bessere Konsumenten.
Das ist ja das Lustigste an der ganzen Geschichte: Als der Videobeweis eingeführt haben, befürchteten ja alle, dass wir deswegen nicht mehr unsere Kneipendiskussionen über die schönste Nebensache der Welt führen können... Weil die Technik ja jegliche Fehlentscheidungen ausschließt und uns damit eine wichtige Diskussionsgrundlage nimmt... Stellt sich heraus, dass wir mehr diskutieren. Auch wenn der "So verliert der Fußball seine Seele" Duktus geblieben ist...
Die Lektionen des Videobeweises sind ja nicht mal grundlegend Schlechte. Man kann dadurch echt viel über den Fußball und vor allem sein Regelwerk erfahren. Und wie erstaunlich unkonkret das doch ist...
Da stehen dann unter "Verwarnungswürdige Vergehen" folgende Punkte:
- Unsportliches Betragen
- Protestieren/ Reklamieren durch Worte oder Handlungen
- wiederholtes verstoßen gegen die Spielregeln
- Verzögerung der Aufnahme des Spiels
- Ignorieren des vorgegeben Abstands bei Eckstoss, Freistoss oder Einwurf (Faszinierender Weise nicht beim Abstoß... hmm... Und ja, die schreiben das im Deutschen Regelwerk auch mit "ss")
- (Wieder-)Betreten des Spielfeldes ohne Erlaubnis des Schiedsrichters
- absichtliches Verlassen des Spielfeldes ohne Erlaubnis des Schiedsrichters
Das faszinierende daran ist ja: 1.) Da steht nichts vom taktischen Foul, obwohl wir alle davon ausgingen, dass ein taktisches Foul eine Verwarnung nach sich zieht...
2.) Keiner der Punkte trifft auf die Gelb-Rote Karte von Caglar Söyüncü zu und trotzdem bekam er einen Platzverweis zugesprochen.
Söyüncü spielte insgesamt 2 Mal Foul, sah aber für jedes Vergehen sofort Gelb. So viel zum "wiederholten Verstoß gegen die Regeln"... Das einzige, was an seinem Betragen eventuell "unsportlich" war, ist wohl der Fakt, dass er in einem Abstiegskrimi als Verteidiger nur 2 Fouls begangen hat... Und protestiert hat er ja erst nach dem Platzverweis, eine Dritte Gelbe Karte hätte er dann wohl verdient gehabt.
Aber jetzt kommt die Pointe: Für sich genommen ist der Platzverweis trotzdem keine Fehlentscheidung. Wenn man seit mehr als 3 Wochen Fußball spielt und dann, obwohl man schon verwarnt ist, so ein Foul in der gegnerischen Hälfte begeht, muss man davon ausgehen, dass man vom Platz fliegt.
Die Freiburger hätten sich über den Platzverweis an sich auch gar nicht so sehr aufgeregt. Denn jetzt kommt das eigentlich komplizierte am angeblich so einfachen Spiel Fußball: Dieser Vorfall wird durch den Kontext zu einer krassen und klaren Fehlentscheidung.
Denn eine Minute vor Söyüncü foult der bereits verwarnte Matti Steinmann ebenfalls robust seinen Gegenspieler. Und es ist bereits sein drittes Foul... Aber Schiedsrichter Benjamin Cortus entscheidet sich hier gegen eine knallharte Auslegung der Regeln... nur um sie 60 Sekunden später extrem pingelig anzuwenden. Und genau das funktioniert einfach nicht.
Ein Schiedsrichter hat ja genau genommen eine Aufgabe: Die passende Linie zu finden, an der sich alle Spieler orientieren können, und diese dann durchzuziehen, damit das Spiel ordentlich über die Runden geht.
Und ja, hin und wieder passiert es einem Schiedsrichter, dass er die Linie anfangs zu lasch ansetzt und dann doch irgendwann durchgreifen muss. Und da den Richtigen Zeitpunkt zu finden ist verdammt schwierig. Genau so, wie es gerade in unteren Klassen Schiedsrichter gibt, die sich am Ende in die Bredouille bringen, weil sie am Anfang zu schnell Gelb ziehen und dann am Ende für Nichtigkeiten Platzverweise verteilen müssen... Oder halt die Zügel doch irgendwann lockerer lassen...
Aber beim Foul des Freiburgers war ein spontanes Anziehen des Strafmaßes definitiv unangebracht...
Und da kommt ja immer das Gefühl der Benachteiligung (also abgesehen davon, dass man natürlich alle Entscheidungen durch seine Vereinsbrille sieht) her: Wenn der Schiedsrichter für dasselbe oder ähnliche Vergehen unterschiedliche Strafen ausspricht.
Ein weiteres aktuelles Beispiel hierfür ist Sascha Stegemann, der erst auf der einen Seite für einen minimalen Kontakt Elfmeter gibt, dann auf der anderen Seite nicht. Wenn er sich in beiden Momenten gleich entscheidet, macht ihm keiner Vorwürfe, so landet er bei einer 4,5...
Und das wird der Moment, in dem einem bewusst wird, dass die Aufgabe des Videoschiedsrichters eigentlich unlösbar ist. Denn um seinen eigenen Job (also Fehlentscheidungen ausschließen und Ungerechtigkeiten verhindern) wirklich zu verhindern, muss er immer das Große Ganze im Blick haben... und genau diesen Kontext auch schnell vermitteln...
Also im Fall Cortus - Söyüncü hätte er seinem Kollegen direkt ein "HALT!!! DAS KANNST DU NICHT MACHEN!" ins Ohr brüllen müssen, sobald die Hand Richtung Brusttasche geht. Und ihn dann darauf hinweisen, dass das jetzt eine krasse Fehlentscheidung wäre, weil er sich eben gerade noch anders entschieden hat... Er muss jetzt dem Freiburger dieselbe letzte Ermahnung geben, die er gerade den Hamburger gegeben hat.
Aber wie soll das bitte schön funktionieren? Ohne dass die Autorität des Schiedsrichters untergraben wird? Oder ohne dass der Schiedsrichter wahnsinnig wird, weil er ständig eine Stimme im Ohr hört...
Aber solche Sachen werden einem halt bewusst, wenn man sich dank des Videoassistenten auf ein Mal mit der Frage beschäftigt: "Was sind eigentlich krasse Fehlentscheidungen"... und wenn man diese Debatte jetzt vernünftig führt, verliert der Fußball dadurch nicht seine Seele, sondern wir werden bessere Konsumenten.
Dienstag, 24. April 2018
Die gesamte Bundesliga zittert vor Real Madrid
Ok, nicht die ganze... die Bayern selber werden genügend Selbstvertrauen haben um sich vorher keine großartigen Sorgen zu machen...
Aber beim Rest der Liga... hängt die persönliche Saisonbewertung extrem davon ab, wie sich der Rekordmeister gegen das derzeitige Überteam anstellt...
Klingt übertrieben? Steht aber genau so im Kicker... Und irgendwie erscheint das auch logisch. Wenn sich die Bayern jetzt gegen den Seriensieger durchsetzt, werden alle Vereine hinterher behaupten "Guckt mal, selbst die haben keine Chance gegen dieses Monster... was sollen wir da machen?"
Wenn Real die allerdings mit 7:1 Toren aus dem Wettbewerb kickt... und auf ein Mal allen bewusst wird, dass Arjen Robben und Franck Ribery einfach nur alt sind... was die Bundesliga allerdings bisher kollektiv ignoriert hat... Dann wird dieser Liga als ganzes auf ein Mal bewusst, wie weit sie hinterher hinkt...
Das ist halt das völlig absurde an der derzeitigen Situation im Fußball: Es gibt eigentlich kaum noch relevante Referenzwerte für die wirklich Großen. Es gibt so 6 Mannschaften, die mit dem Ziel "Champions League Sieg" in die Saison gehen... und von den Sechsen dürfen 3 wirklich den Anspruch hegen. Aber diese Mannschaften sind so weit weg vom Rest, dass es eigentlich die ganze Saison über kaum einen relevanten Maßstab für sie gibt...
Nehmen wir einfach mal die Bayern Saison: Die haben frühzeitig festgestellt, dass sie unter Carlo Ancelotti nicht gut genug sind, um sich mit Paris St.Germain zu messen... und haben sofort die Notbremse gezogen. Weil deutlich wurde, dass sie unter diesem Trainer nicht zu den Halbfinalisten gehören werden...
Mittlerweile wurde dieses 0:3 allerdings noch weiter relativiert, weil Paris selber halt nur in Frankreich und der Gruppenphase der Champions League strahlt, aber sofort einknickt, sobald es gegen einen echten Gegner gibt. Und die sich jetzt mit dem Trostpreis Double begnügen müssen...
Die anderen Referenzwerte für die Bayern sind... eine türkische Altherrentruppe... und eine Mannschaft aus Spanien, die vielleicht Europa League Sieger werden könnte, für die das Champions League Viertelfinale aber doch eine Nummer zu groß ist. Und haufenweise regionale Vergleiche, die allesamt für den Gegner furchtbar aussahen. Man ist halt mittlerweile so weit, dass man wirklich eine A-Jugendlichen als Innenverteidiger aufstellen kann und es keinen Unterschied macht.
Auf der anderen Seite... steht Real Madrid, die in der Liga abgeschlagen sind... und an ihrem einen grausamen Champions League Abend im Jahr fast an Juventus gescheitert wären. Auch hier kann keiner feststellen, ob das ein Ausrutscher war (wie Barca ihn am Tag zuvor erlebte... und im weitesten Sinne auch ManCity im Hinspiel), oder ob Real Madrid wirklich nicht mehr so gut ist wie in den Vorjahren.
Was es extrem schwierig macht, irgendwelche Prognosen abzuliefern. Es ist halt echt alles möglich. Von einem 7:1 bis zu einem 1:7... Und was die Champions League an sich betrifft, ist das sogar ideal, denn genau das macht ja den Reiz aus...
Es zeigt einem aber auf der anderen Seite, wie irrelevant die Nationalen Ligen jetzt schon geworden sind: Man kann halt echt keinerlei Schlüsse aus den Leistungen der Spitzenteams in der Liga ziehen. Sie spielen diese Wettbewerbe nur noch, um sich in Form zu halten und einen Titel zu kassieren. Oder auch nicht, was aber auch fast egal ist...
Und ja, wenn Real den 3, Titel in Folge holt, wird es ihnen egal sein, dass Barca in der Liga alle Rekorde bricht. Und Barca wird dann trotzdem mit ihrer national epischen Saison total unzufrieden sein... Denn wer interessiert sich wirklich noch für die Frage, wer nationaler Meister wird?
Aber beim Rest der Liga... hängt die persönliche Saisonbewertung extrem davon ab, wie sich der Rekordmeister gegen das derzeitige Überteam anstellt...
Klingt übertrieben? Steht aber genau so im Kicker... Und irgendwie erscheint das auch logisch. Wenn sich die Bayern jetzt gegen den Seriensieger durchsetzt, werden alle Vereine hinterher behaupten "Guckt mal, selbst die haben keine Chance gegen dieses Monster... was sollen wir da machen?"
Wenn Real die allerdings mit 7:1 Toren aus dem Wettbewerb kickt... und auf ein Mal allen bewusst wird, dass Arjen Robben und Franck Ribery einfach nur alt sind... was die Bundesliga allerdings bisher kollektiv ignoriert hat... Dann wird dieser Liga als ganzes auf ein Mal bewusst, wie weit sie hinterher hinkt...
Das ist halt das völlig absurde an der derzeitigen Situation im Fußball: Es gibt eigentlich kaum noch relevante Referenzwerte für die wirklich Großen. Es gibt so 6 Mannschaften, die mit dem Ziel "Champions League Sieg" in die Saison gehen... und von den Sechsen dürfen 3 wirklich den Anspruch hegen. Aber diese Mannschaften sind so weit weg vom Rest, dass es eigentlich die ganze Saison über kaum einen relevanten Maßstab für sie gibt...
Nehmen wir einfach mal die Bayern Saison: Die haben frühzeitig festgestellt, dass sie unter Carlo Ancelotti nicht gut genug sind, um sich mit Paris St.Germain zu messen... und haben sofort die Notbremse gezogen. Weil deutlich wurde, dass sie unter diesem Trainer nicht zu den Halbfinalisten gehören werden...
Mittlerweile wurde dieses 0:3 allerdings noch weiter relativiert, weil Paris selber halt nur in Frankreich und der Gruppenphase der Champions League strahlt, aber sofort einknickt, sobald es gegen einen echten Gegner gibt. Und die sich jetzt mit dem Trostpreis Double begnügen müssen...
Die anderen Referenzwerte für die Bayern sind... eine türkische Altherrentruppe... und eine Mannschaft aus Spanien, die vielleicht Europa League Sieger werden könnte, für die das Champions League Viertelfinale aber doch eine Nummer zu groß ist. Und haufenweise regionale Vergleiche, die allesamt für den Gegner furchtbar aussahen. Man ist halt mittlerweile so weit, dass man wirklich eine A-Jugendlichen als Innenverteidiger aufstellen kann und es keinen Unterschied macht.
Auf der anderen Seite... steht Real Madrid, die in der Liga abgeschlagen sind... und an ihrem einen grausamen Champions League Abend im Jahr fast an Juventus gescheitert wären. Auch hier kann keiner feststellen, ob das ein Ausrutscher war (wie Barca ihn am Tag zuvor erlebte... und im weitesten Sinne auch ManCity im Hinspiel), oder ob Real Madrid wirklich nicht mehr so gut ist wie in den Vorjahren.
Was es extrem schwierig macht, irgendwelche Prognosen abzuliefern. Es ist halt echt alles möglich. Von einem 7:1 bis zu einem 1:7... Und was die Champions League an sich betrifft, ist das sogar ideal, denn genau das macht ja den Reiz aus...
Es zeigt einem aber auf der anderen Seite, wie irrelevant die Nationalen Ligen jetzt schon geworden sind: Man kann halt echt keinerlei Schlüsse aus den Leistungen der Spitzenteams in der Liga ziehen. Sie spielen diese Wettbewerbe nur noch, um sich in Form zu halten und einen Titel zu kassieren. Oder auch nicht, was aber auch fast egal ist...
Und ja, wenn Real den 3, Titel in Folge holt, wird es ihnen egal sein, dass Barca in der Liga alle Rekorde bricht. Und Barca wird dann trotzdem mit ihrer national epischen Saison total unzufrieden sein... Denn wer interessiert sich wirklich noch für die Frage, wer nationaler Meister wird?
Freitag, 20. April 2018
Vorschau auf den 31. Spieltag
Auch wenn es genau genommen nur ein einziges wichtiges Spiel gibt... das bedeutet ja nicht, dass man sich über die anderen Spiele nicht lustig machen kann...
Der Freitag Abend:
Borussia Mönchengladbach - VfL Wolfsburg: Ok... bedeutet es schon... aber hey, immerhin ist der eine Vereinsname so lang, dass man danach den halben Beitrag schon fertig hat...
Das faszinierendste ist ja... dass die Wolfsburger mit der Ablösung von Olaf Rebbe bis zum Sommer warten wollen... es ist ja nicht so, dass man als Manager ein einem Verein jetzt vor der wichtigsten Phase seiner Arbeit steht... schließlich müsste man sich genau genommen jetzt entscheiden, welche Transfers man im Sommer priorisiert und welche Alternativpläne man in der Schublade hat... aber hey, was soll schon schief gehen... Also zumindest nicht, wenn Horst Heldt übernimmt.
Der Samstag Nachmittag:
RB Leipzig - TSG 1899 Hoffenheim: Ist doch schön: Jetzt können die beiden Retortenvereine mal Werbung für die Liga machen. Und da sie unter der Woche nicht weiter beschäftigt waren, könnten sie das sogar hinkriegen.
Eintracht Frankfurt - Hertha BSC Berlin: Eine der spannendsten Frage in Niko Kovac Ausstiegsklausel ist ja: Stand da so was wie "Aber ihr müsst uns dann über den Rest der Saison helfen!" drinne... schließlich trifft Frankfurt noch 2 Mal auf dessen nächsten Arbeitgeber...
Oh und um noch meine 10 Cent zum Pokalhalbfinale loszuwerden: Großes Lob an Gelson Fernandes, der Konsequenter Weise gesagt hat "Macht das, aber ohne mich"... und an Robert Hartmann, der mit seinem engagierten Eingreifen eine Verlängerung dieses Elends verhinderte...
Hamburger SV - SC Freiburg: Da ist es. Das ultimative und echte Endspiel um den Klassenerhalt für den HSV. Wenn die Freiburger es irgendwie schaffen, dieses Spiel zu gewinnen, ist das Thema durch... Auch wenn dieses "Irgendwie" ein sehr abstrakter Begriff ist...
Wobei... genau genommen muss halt Nils Petersen treffen. Das ist der einzige "Plan" den man in Freiburg hat... Seit dem 23. Spieltag hat kein anderer Spieler für den SC getroffen... damn...
Hannover 96 - Bayern München: Habt ihr auch das Gefühl, dass sich die Bayern mittlerweile nur noch absurde Aufgaben stellen, damit ihnen die nationalen Aufgaben nicht zu langweilig werden? Zwischenzeitlich sah es so aus, als würden Niklas Süle auf den Eigentor Rekord gehen... jetzt hat man sich anscheinend kollektiv dafür entschieden so grausam zu verteidigen, dass Sven Ulreich seine WM Chance bekommt... und weil man vorne gut genug ist, reicht das auch gegen den Tabellen-Dritten zu einem klaren Sieg, man kann es sich also leisten... Erwartet also auch dieses Wochenende 5 Großchancen und einen Abschluss aufs eigene Tor von Süle...
VfB Stuttgart - Werder Bremen: So einfach es ist, sich über einen Dead Coach Bounce lustig zu machen... so effektiv ist diese Strategie. Schließlich belegen beide Mannschaften, dass man in dieser Liga nur mal einen vierwöchigen Lauf hinlegen muss um sich aller Abstiegssorgen zu entledigen... Wenn mir einer am 23. Spieltag gesagt hätte, dass dieses Spiel völlig belanglos sein wird, weil beide lange gerettet sind, hätte ich ihn für verrückt erklärt...
Und die einfachste Variante so einen Lauf auszulösen... ist halt den Trainer zu wechseln... das sollten anscheinend alle machen, bevor sie auf einem Abstiegsplatz landen... Außer man ist Wolfsburg, da scheint selbst das nicht zu helfen...
Das Spitzenspiel am Abend:
Borussia Dortmund - Bayer Leverkusen: Hype! Hype! Hype! Ein echtes Spitzenspiel. 3. gegen 4. Und dem Verlierer "sitzt" RB Leipzig oder Hoffenheim im Nacken!!! Da geht es sogar um was...
Die ganze Euphorie lässt nach, wenn einem bewusst wird, dass diese beiden "Spitzenmannschaften" gegen die Bayern zusammen 12 Tore kassiert haben... Da wird einem bewusst, wie groß der Abstand der Bayern inzwischen wirklich ist...
Der Sonntag:
FC Augsburg - 1.FSV Mainz: Nach dem Sieg gegen die Freiburger müssen sich die Mainzer jetzt damit beschäftigen, wie sie einen richtigen Bundesligisten besiegen können... was ihnen seit 7 Spielen nicht mehr geglückt ist... Andererseits... könnten 3 weitere unentschieden auch zum direkten Klassenerhalt führen...
1.FC Köln - FC Schalke 04: Das Spiel, in dem deutlich wird, dass der Tabellenletzte sich beim "Fußball spielen" mehr bemüht als der Tabellenzweite...
Oh und was ich auch erwähnen wollte: Es ist faszinierend, wie entspannt der Markus Anfang Wechsel durchgezogen wurde. Ich meine, da verhandelt der Trainer des Tabellen-3. der 2. Liga mit einem potenziellen direkten Konkurrenten in der Relegation... und in Kiel scheint das niemanden zu stören... Man stelle sich nur mal vor, Anfang wäre mit seinem alten Arbeitgeber auf seinen neuen getroffen. In einem buchstäblichen "Alles oder nichts" Spiel... wie hätte man damit umgehen sollen?
Vielleicht sollten sich die Bayern mal informieren, wie die Kölner es geschafft haben, dass dieser Wechsel so geräuschlos abläuft...
Der Freitag Abend:
Borussia Mönchengladbach - VfL Wolfsburg: Ok... bedeutet es schon... aber hey, immerhin ist der eine Vereinsname so lang, dass man danach den halben Beitrag schon fertig hat...
Das faszinierendste ist ja... dass die Wolfsburger mit der Ablösung von Olaf Rebbe bis zum Sommer warten wollen... es ist ja nicht so, dass man als Manager ein einem Verein jetzt vor der wichtigsten Phase seiner Arbeit steht... schließlich müsste man sich genau genommen jetzt entscheiden, welche Transfers man im Sommer priorisiert und welche Alternativpläne man in der Schublade hat... aber hey, was soll schon schief gehen... Also zumindest nicht, wenn Horst Heldt übernimmt.
Der Samstag Nachmittag:
RB Leipzig - TSG 1899 Hoffenheim: Ist doch schön: Jetzt können die beiden Retortenvereine mal Werbung für die Liga machen. Und da sie unter der Woche nicht weiter beschäftigt waren, könnten sie das sogar hinkriegen.
Eintracht Frankfurt - Hertha BSC Berlin: Eine der spannendsten Frage in Niko Kovac Ausstiegsklausel ist ja: Stand da so was wie "Aber ihr müsst uns dann über den Rest der Saison helfen!" drinne... schließlich trifft Frankfurt noch 2 Mal auf dessen nächsten Arbeitgeber...
Oh und um noch meine 10 Cent zum Pokalhalbfinale loszuwerden: Großes Lob an Gelson Fernandes, der Konsequenter Weise gesagt hat "Macht das, aber ohne mich"... und an Robert Hartmann, der mit seinem engagierten Eingreifen eine Verlängerung dieses Elends verhinderte...
Hamburger SV - SC Freiburg: Da ist es. Das ultimative und echte Endspiel um den Klassenerhalt für den HSV. Wenn die Freiburger es irgendwie schaffen, dieses Spiel zu gewinnen, ist das Thema durch... Auch wenn dieses "Irgendwie" ein sehr abstrakter Begriff ist...
Wobei... genau genommen muss halt Nils Petersen treffen. Das ist der einzige "Plan" den man in Freiburg hat... Seit dem 23. Spieltag hat kein anderer Spieler für den SC getroffen... damn...
Hannover 96 - Bayern München: Habt ihr auch das Gefühl, dass sich die Bayern mittlerweile nur noch absurde Aufgaben stellen, damit ihnen die nationalen Aufgaben nicht zu langweilig werden? Zwischenzeitlich sah es so aus, als würden Niklas Süle auf den Eigentor Rekord gehen... jetzt hat man sich anscheinend kollektiv dafür entschieden so grausam zu verteidigen, dass Sven Ulreich seine WM Chance bekommt... und weil man vorne gut genug ist, reicht das auch gegen den Tabellen-Dritten zu einem klaren Sieg, man kann es sich also leisten... Erwartet also auch dieses Wochenende 5 Großchancen und einen Abschluss aufs eigene Tor von Süle...
VfB Stuttgart - Werder Bremen: So einfach es ist, sich über einen Dead Coach Bounce lustig zu machen... so effektiv ist diese Strategie. Schließlich belegen beide Mannschaften, dass man in dieser Liga nur mal einen vierwöchigen Lauf hinlegen muss um sich aller Abstiegssorgen zu entledigen... Wenn mir einer am 23. Spieltag gesagt hätte, dass dieses Spiel völlig belanglos sein wird, weil beide lange gerettet sind, hätte ich ihn für verrückt erklärt...
Und die einfachste Variante so einen Lauf auszulösen... ist halt den Trainer zu wechseln... das sollten anscheinend alle machen, bevor sie auf einem Abstiegsplatz landen... Außer man ist Wolfsburg, da scheint selbst das nicht zu helfen...
Das Spitzenspiel am Abend:
Borussia Dortmund - Bayer Leverkusen: Hype! Hype! Hype! Ein echtes Spitzenspiel. 3. gegen 4. Und dem Verlierer "sitzt" RB Leipzig oder Hoffenheim im Nacken!!! Da geht es sogar um was...
Die ganze Euphorie lässt nach, wenn einem bewusst wird, dass diese beiden "Spitzenmannschaften" gegen die Bayern zusammen 12 Tore kassiert haben... Da wird einem bewusst, wie groß der Abstand der Bayern inzwischen wirklich ist...
Der Sonntag:
FC Augsburg - 1.FSV Mainz: Nach dem Sieg gegen die Freiburger müssen sich die Mainzer jetzt damit beschäftigen, wie sie einen richtigen Bundesligisten besiegen können... was ihnen seit 7 Spielen nicht mehr geglückt ist... Andererseits... könnten 3 weitere unentschieden auch zum direkten Klassenerhalt führen...
1.FC Köln - FC Schalke 04: Das Spiel, in dem deutlich wird, dass der Tabellenletzte sich beim "Fußball spielen" mehr bemüht als der Tabellenzweite...
Oh und was ich auch erwähnen wollte: Es ist faszinierend, wie entspannt der Markus Anfang Wechsel durchgezogen wurde. Ich meine, da verhandelt der Trainer des Tabellen-3. der 2. Liga mit einem potenziellen direkten Konkurrenten in der Relegation... und in Kiel scheint das niemanden zu stören... Man stelle sich nur mal vor, Anfang wäre mit seinem alten Arbeitgeber auf seinen neuen getroffen. In einem buchstäblichen "Alles oder nichts" Spiel... wie hätte man damit umgehen sollen?
Vielleicht sollten sich die Bayern mal informieren, wie die Kölner es geschafft haben, dass dieser Wechsel so geräuschlos abläuft...
Dienstag, 17. April 2018
Ist das noch absurd? Oder doch schon Satire?
Einer Sache kann man sich ja dieser Saison sicher sein: Immer, wenn man denkt, man hat alles gesehen, was der Videobeweis anrichten kann... kommt ein neues Highlight.
Nach diesen Spieltag reden alle nur darüber, wie... sagen wir unglücklich, es war, dass man 7 Minuten brauchte um den Videobeweis anzuwenden... das waren auch schon wieder Situationen, mit denen keiner gerechnet hat...
Theoretischer Weise... hatte der SC Freibrug 7 Minuten Zeit um das 1:1 vor dem Führungstor zu erzielen... aber bei Freiburgs derzeitiger Torgefahr, ist das eine sehr, sehr abstrakte Theorie... Ich sag das mal so: Dem Spiel war anzusehen, dass die beiden Mannschaften mit dem wenigsten Ballbesitz gegeneinander antreten... Dass Pablo de Blasis dann noch die Einladung von Alexander Schwolow an den Innenpfosten schoss... was einfach nur passend. Nicht, dass er sich wirklich Sorgen machen musste... Wenn der Ball nicht direkt ins Tor gesprungen wäre, hätte ein Freiburger ihn über die Torlinie gestolpert... Ganz bestimmt...
Denn eines ist an diesem Wochenende auch deutlich geworden: Die einzigen, die wirklich aktiv dafür kämpfen, dass diese beiden Mannschaften weiterhin am Samstag um 15:30 antreten dürfen, waren die Fans...
Aber ja, mindestens eine dieser Mannschaften muss am Ende die Klasse halten... Das eigentlich wirklich absurde ist ja... dass einer der beiden definitiv die Klasse halten muss...
Und ja, an der Stelle geht mein persönlicher Dank an die Freiburger: Die haben es dem Hamburger SV jetzt wirklich schwer gemacht.Wenn sie es jetzt noch nächstes Wochenende irgendwie schaffen ein Unentschieden zu holen...
Aber das eigentliche Problem mit dem Videoschiedsrichter... ist ja das, worüber keiner redet: Der Führungstreffer, den Berliner gegen Köln erzielen. Also die Szene zeigt ja, wie dämlich die Umsetzung des Videoschiedsrichters eigentlich ist. Und wie immer sind die Kölner das auserwählte Testobjekt um solche Probleme aufzuzeigen...
Also hier kurz das Szenario: Mathew Leckie verursacht im Zweikampf mit Jonas Hector einen Einwurf für die Kölner... der aber, was eine klare Fehlentscheidung ist, den Berlinern zugesprochen wird... welche ihn schnell ausführen und dadurch in die Position kommen, dass 2:1 zu erzielen...
Und ja, eigentlich müsste der Videoschiedsrichter da eingreifen und sagen "Lasst uns mit nem Einwurf weiter machen." Klingt übertrieben? Ist es aber definitiv nicht.
Also stellt euch einfach mal vor, das ganze wäre nicht über einen Einwurf passiert... sonder Leckie hätte sich mit dem Körpereinsatz vorher (aber ohne den Ball zu spielen) das Spielgerät erobert... Nach dem übersehenen Foulspiel erzielt Davie Selke dann das 2:1... dann wäre eine Fehlentscheidung, die dasselbe Ergebnis gehabt hätte, zurück genommen worden...
Dieses Szenario ist ja mehr als ein Mal genau so durchgezogen worden. Also dass ein Tor annulliert worden ist, weil es vorher im Mittelkreis ein übersehenes Foulspiel gegeben hat... aber bei einem falsch zugeordneten Einwurf, der aber auch definitiv eine Fehlentscheidung ist, sieht das jetzt plötzlich anders aus?
Auf dieses Szenario wurde hier auch schon vor Monaten hingewiesen. Also was machen wir, wenn ein falsch gegebener Eckstoß zu einem Tor führt? Wie geht der Videobeweis damit um? Wie lange muss die Fehlentscheidung zurück liegen, damit ein Tor nicht gegeben wird? Dazu kommt jetzt noch ein "Was machen wir, wenn dem Schiedsrichter in der Sportschau auffällt, dass das eine Fehlentscheidung war... kann er dann die Mannschaften zurück aus der Kabine holen?"
Ich finde es ja mittlerweile nur noch faszinierend, wie die DFL sehenden Auges in dieses Verderben gerannt ist. Also viele Szenarien, die schief gehen können, waren definitiv abzusehen... Aber man hat halt darauf gehofft, dass zumindest nicht all zu viele von diesen auch eintreten werden...
Jetzt ist es mittlerweile so weit, dass ganz klare Ungerechtigkeiten anhand des Videoschiedsrichters gibt... weil er in den einen Momenten angewendet wird und in den anderen nicht... und man nicht mal darüber redet. Man nimmt das einfach Schulter zuckend hin. Nicht mal die Kölner selber fragen hinter mal nach, ob nicht im Nachhinein der Videobeweis diesen Einwurf hätte korrigieren müssen. Denn es war ja am Ende eine verdammt weit reichende Fehlentscheidung.
Natürlich will sich mit dieser Frage niemand beschäftigen. Denn dann wird einem endgültig bewusst, dass man mit der Einführung dieser Idee die Büchse der Pandora geöffnet hat.
Und ja, dieses Spiel macht am Ende auch nur deutlich, wie beschissen Schwierig der Job des Schiedsrichters ist. Denn die kleinste und scheinbar bedeutungsloseste Fehlentscheidung kann 20 Sekunden später einen Abstieg besiegeln.
Deswegen ist es ja formell gesehen auch richtig, dem Schiedsrichterteam wegen des Einwurfes keinen Vorwurf zu machen. Solche minimalen Fehlentscheidungen passieren im Fußball ständig.
Man müsste sich halt nur mal wirklich einigen, welche Minimalen Fehlentscheidungen jetzt korrigiert werden und welche nicht.
Und dass "Das Spiel wurde unterbrochen, damit ist die Szene abgeschlossen" nicht funktioniert, wurde uns am Montage gezeigt... Wenn selbst ein Pausenpfiff die Halbzeit nicht mehr definitiv beendet.
Das Dumme daran ist ja: Es gibt keine gute Antwort. Weil halt einerseits aus jedem falschen Einwurf genau die Ungerechtigkeit entstehen kann, die der Videoschiedsrichter verhindern soll... und weil man nicht jeden Einwurf kontrollieren kann...
Sich die Entstehung eines jeden Tores anzugucken, wäre vielleicht eine Möglichkeit. Aber wo fängt "die Entstehung eines Tores" an... Und wenn ich mich nach einer fälschlich zugesprochenen Ecke beim Verteidigen extrem dämlich anstelle... ist dann wirklich die Fehlentscheidung Schuld? Oder bin ich es doch selbst?
Aber hey, gut, dass wir so etwas in einem Millionengeschäft ausprobieren... Das ist je genau das richtige Testfeld um solche Fragen zu erörtern...
Nach diesen Spieltag reden alle nur darüber, wie... sagen wir unglücklich, es war, dass man 7 Minuten brauchte um den Videobeweis anzuwenden... das waren auch schon wieder Situationen, mit denen keiner gerechnet hat...
Theoretischer Weise... hatte der SC Freibrug 7 Minuten Zeit um das 1:1 vor dem Führungstor zu erzielen... aber bei Freiburgs derzeitiger Torgefahr, ist das eine sehr, sehr abstrakte Theorie... Ich sag das mal so: Dem Spiel war anzusehen, dass die beiden Mannschaften mit dem wenigsten Ballbesitz gegeneinander antreten... Dass Pablo de Blasis dann noch die Einladung von Alexander Schwolow an den Innenpfosten schoss... was einfach nur passend. Nicht, dass er sich wirklich Sorgen machen musste... Wenn der Ball nicht direkt ins Tor gesprungen wäre, hätte ein Freiburger ihn über die Torlinie gestolpert... Ganz bestimmt...
Denn eines ist an diesem Wochenende auch deutlich geworden: Die einzigen, die wirklich aktiv dafür kämpfen, dass diese beiden Mannschaften weiterhin am Samstag um 15:30 antreten dürfen, waren die Fans...
Aber ja, mindestens eine dieser Mannschaften muss am Ende die Klasse halten... Das eigentlich wirklich absurde ist ja... dass einer der beiden definitiv die Klasse halten muss...
Und ja, an der Stelle geht mein persönlicher Dank an die Freiburger: Die haben es dem Hamburger SV jetzt wirklich schwer gemacht.Wenn sie es jetzt noch nächstes Wochenende irgendwie schaffen ein Unentschieden zu holen...
Aber das eigentliche Problem mit dem Videoschiedsrichter... ist ja das, worüber keiner redet: Der Führungstreffer, den Berliner gegen Köln erzielen. Also die Szene zeigt ja, wie dämlich die Umsetzung des Videoschiedsrichters eigentlich ist. Und wie immer sind die Kölner das auserwählte Testobjekt um solche Probleme aufzuzeigen...
Also hier kurz das Szenario: Mathew Leckie verursacht im Zweikampf mit Jonas Hector einen Einwurf für die Kölner... der aber, was eine klare Fehlentscheidung ist, den Berlinern zugesprochen wird... welche ihn schnell ausführen und dadurch in die Position kommen, dass 2:1 zu erzielen...
Und ja, eigentlich müsste der Videoschiedsrichter da eingreifen und sagen "Lasst uns mit nem Einwurf weiter machen." Klingt übertrieben? Ist es aber definitiv nicht.
Also stellt euch einfach mal vor, das ganze wäre nicht über einen Einwurf passiert... sonder Leckie hätte sich mit dem Körpereinsatz vorher (aber ohne den Ball zu spielen) das Spielgerät erobert... Nach dem übersehenen Foulspiel erzielt Davie Selke dann das 2:1... dann wäre eine Fehlentscheidung, die dasselbe Ergebnis gehabt hätte, zurück genommen worden...
Dieses Szenario ist ja mehr als ein Mal genau so durchgezogen worden. Also dass ein Tor annulliert worden ist, weil es vorher im Mittelkreis ein übersehenes Foulspiel gegeben hat... aber bei einem falsch zugeordneten Einwurf, der aber auch definitiv eine Fehlentscheidung ist, sieht das jetzt plötzlich anders aus?
Auf dieses Szenario wurde hier auch schon vor Monaten hingewiesen. Also was machen wir, wenn ein falsch gegebener Eckstoß zu einem Tor führt? Wie geht der Videobeweis damit um? Wie lange muss die Fehlentscheidung zurück liegen, damit ein Tor nicht gegeben wird? Dazu kommt jetzt noch ein "Was machen wir, wenn dem Schiedsrichter in der Sportschau auffällt, dass das eine Fehlentscheidung war... kann er dann die Mannschaften zurück aus der Kabine holen?"
Ich finde es ja mittlerweile nur noch faszinierend, wie die DFL sehenden Auges in dieses Verderben gerannt ist. Also viele Szenarien, die schief gehen können, waren definitiv abzusehen... Aber man hat halt darauf gehofft, dass zumindest nicht all zu viele von diesen auch eintreten werden...
Jetzt ist es mittlerweile so weit, dass ganz klare Ungerechtigkeiten anhand des Videoschiedsrichters gibt... weil er in den einen Momenten angewendet wird und in den anderen nicht... und man nicht mal darüber redet. Man nimmt das einfach Schulter zuckend hin. Nicht mal die Kölner selber fragen hinter mal nach, ob nicht im Nachhinein der Videobeweis diesen Einwurf hätte korrigieren müssen. Denn es war ja am Ende eine verdammt weit reichende Fehlentscheidung.
Natürlich will sich mit dieser Frage niemand beschäftigen. Denn dann wird einem endgültig bewusst, dass man mit der Einführung dieser Idee die Büchse der Pandora geöffnet hat.
Und ja, dieses Spiel macht am Ende auch nur deutlich, wie beschissen Schwierig der Job des Schiedsrichters ist. Denn die kleinste und scheinbar bedeutungsloseste Fehlentscheidung kann 20 Sekunden später einen Abstieg besiegeln.
Deswegen ist es ja formell gesehen auch richtig, dem Schiedsrichterteam wegen des Einwurfes keinen Vorwurf zu machen. Solche minimalen Fehlentscheidungen passieren im Fußball ständig.
Man müsste sich halt nur mal wirklich einigen, welche Minimalen Fehlentscheidungen jetzt korrigiert werden und welche nicht.
Und dass "Das Spiel wurde unterbrochen, damit ist die Szene abgeschlossen" nicht funktioniert, wurde uns am Montage gezeigt... Wenn selbst ein Pausenpfiff die Halbzeit nicht mehr definitiv beendet.
Das Dumme daran ist ja: Es gibt keine gute Antwort. Weil halt einerseits aus jedem falschen Einwurf genau die Ungerechtigkeit entstehen kann, die der Videoschiedsrichter verhindern soll... und weil man nicht jeden Einwurf kontrollieren kann...
Sich die Entstehung eines jeden Tores anzugucken, wäre vielleicht eine Möglichkeit. Aber wo fängt "die Entstehung eines Tores" an... Und wenn ich mich nach einer fälschlich zugesprochenen Ecke beim Verteidigen extrem dämlich anstelle... ist dann wirklich die Fehlentscheidung Schuld? Oder bin ich es doch selbst?
Aber hey, gut, dass wir so etwas in einem Millionengeschäft ausprobieren... Das ist je genau das richtige Testfeld um solche Fragen zu erörtern...
Mittwoch, 11. April 2018
"Gibt es im Jahr 2025 die Bundesliga noch?" ist die falsche Frage
Die eigentlich viel wichtigere Frage ist: "Gibt es bis 2025 einen anderen Meister als Bayern?" Und vor allem wie viele?
Die epische "50+1" Serie des Kickers endet ja diese Woche mit einer großen Expertenumfrage. Und auch wenn die Fragen nicht zwingend schlecht sind, so verfehlen sie doch ein wenig den entscheidenden Punkt.
Denn dass es 2025 eine Bundesliga geben wird, steht außer Frage. Die Debatte kann man so nicht ernsthaft führen. Die spannende Frage ist: Welche Stellung wird diese Bundesliga haben?
Und da weisen die 3 Leute, die davon ausgehen, dass die Bayern in 7 Jahren den 13. Titel in Folge holen auf das eigentliche Problem hin: Welche Bedeutung wird die Bundesliga im Jahr 2025 haben?
Also um mal ein Schreckensszenario zu erstellen:
Was machen wir, wenn die Bayern im Jahr 2025 im Endeffekt 2 Mannschaften stellen: Das A-Team für die Champions League, internationale Reisen, Einladungsturniere und ein gelegentliches ernst genommenes Bundesligaspiel. Und ein B-Team für den Alltag.
Und da die einzige Variante sich für das A-Team zu "qualifizieren" ein Vertrag im B-Team ist, ist diese Mannschaft immer noch gut genug um sich garantiert für die Champions League zu qualifizieren... So dass sich der Rest der Liga dafür feiert, wenn die Bayern ihren A-Kader nach Sinsheim schicken müssen, weil die Meisterschaft "in Gefahr" ist... aber genau genommen interessiert es in München niemanden wirklich, ob man Meister wird... Denn die relevanten Pokale sind (natürlich) die Champions League und das Mercedes Benz Invitational in Peking.
Und es gäbe nichts, was die Bundesliga dagegen machen könnte. Weil es ja gegen keinerlei Regeln verstößt. Offiziell sind diese Invitationals "Freundschaftsspiele unter Wettkampfsbedingungen"... die aber so viele Prämien in schlecht erschlossenen Märkten (die natürlich in jeder Gruppe mit einem Team vertreten sind) abwerfen, dass es sich für die Bayern mehr lohnt in diesen Turnieren zu engagieren.
Und 4. wird man schon irgendwie... Um mehr geht es ja in der Bundesliga nicht mehr. Also reist man bei jeder Gelegenheit nach Dubai, Rio De Janeiro oder New York. Und spielt ernsthaft in der Champions League, während man die Bundesliga nebenbei laufen lässt...
Natürlich existiert diese Liga dann noch. Aber nur noch als Qualifikationsliga für den eigentlich relevanten Wettbewerb...
Wenn man sich die Bilder zu den Meisterfeiern anguckt... Und was sonst gerade so in Europas Fußball abgeht...
Wenn heute morgen Mephisto in Uli Hoeneß Büro vorbei kommt und ihm anbietet, dass die Bayern die Champions League 2019 gewinnen, wenn sie auf den Meistertitel verzichten... würde Hoeneß eventuell mit einem "Aber 4. werden wir doch, oder?" antworten... Und öffentlich so tun, als wäre die Bundesliga natürlich der wichtigste, weil ehrlichste Titel... Aber er hätte den Deal dennoch angenommen...
Wirklich bezeichnend wird das, wenn man sich das letzte Wochenende in England anguckt. Da gab es mit ManCity gegen ManUnited und Everton gegen Liverpool 2 an sich epische Derbys... und wo wir schon dabei sind... in Spanien gab es Real gegen Atletico... ja, es war großes Internationales Derbywochenende. Und keinen hat's interessiert.
Klar Jose Mourinho wird sich freuen, dass er nicht Pep Guardiola zum Titel gratulieren musste... Aber das ist auch das einzige, was uns dieses Derby brachte. Und das, obwohl die Wiederauferstehung von United den Stoff für Derby-Legenden lieferte... Aber wen interessiert's, wenn City eh Meister wird und am Dienstag vor der wirklich wichtigen Aufgabe stand?
Auch Jürgen Klopp war mehr damit beschäftigt seine Spieler für den Dienstag zu schonen als das Derby zu gewinnen. Bei 10 Punkten Vorsprung auf den einen relevanten Verfolger Chelsea kann man ihm da auch keinen Vorwurf machen...
Im Kicker steht das absurde Detail, dass Real seit Dezember 2012 kein Heimspiel mehr gegen seinen Stadtrivalen gewonnen hat... Wenn man seit dem keine 3 Titel in der Champions League geholt hätte, würde es sogar einen Aufschrei geben. Aber so sagen sich die Real Fans: Who really cares?
In Paris und Turin interessiert sich auch kaum noch jemand für die nationalen Titel. Die werden als Trostpreise entgegen genommen. Aber die Bewertung einer Saison richtet sich immer nach den internationalen Erfolgen aus.
Genau genommen sind die nationalen Ligen jetzt schon nur noch für die Herausforderer interessant. Und die hoffen im Wesentlichen auch nur darauf, dass sie an die großen Fleischtöpfe kommen... also 4. werden...
Man nehme einfach nur mal Arsenal London. Die schonen mittlerweile ihre Spieler in der Liga für die Europa League. Nicht, weil sie direktes Interesse an dem Titel haben... sondern weil sie eingesehen haben, dass dies die einzige Chance auf eine Teilnahme am einzigen wirklich relevanten Wettbewerb ist.
Und die Bundesliga steuert auch genau da hin. Schalke 04 wird diese Saison als großen Erfolg feiern. Dortmund wird am Ende durchatmen und sagen "So schlimm war es gar nicht"... weil beide das Ticket für die Gruppenphase lösen werden... Und um den letzten Platz gibt es dann das eine spannende Saisonfinale, in dem sich (wenn Hoffenheim so weiter macht) wirklich 4 Teams um den einen relevanten Platz prügeln.
Ich sag das mal so: Arsene Wenger ist vor Jahren dafür ausgelacht worden, als er für den 4. Platz einen zusätzlichen Titel gefordert hat. Genau genommen war er nur seiner Zeit voraus. Denn genau da steuern die Nationalen Ligen doch hin.
Und klar, öffentlich will das keiner zugeben. Und sprechen alle vom ehrlichsten Titel... Hey, wir haben unsere Konkurrenten ehrlich beraubt, in dem wir ihnen all ihre guten Spieler abgeworben haben, wohl wissen, dass sie die mit dem Geld, dass sie bekommen haben, nie ersetzen können... das war harte Arbeit... Aber genau genommen ist es jetzt schon erstaunlich egal, wer Meister wird...
Und das wird im Jahr 2025 nicht besser werden. Eher im Gegenteil: Da der Vorsprung der Bayern eher weiter wachsen wird... außer vielleicht auf RB, die sich aber eher mit Borussia Dortmund um Platz 2 prügeln...
Sind wir dann vielleicht wirklich so weit, dass 3 von 4 Champions League Teilnehmern gefühlt zu Saisonbeginn feststehen und alle anderen um den "Wenger-Cup" kämpfen? Und damit dann auch vollkommen zufrieden sind?
Natürlich würde die Bundesliga dann noch existieren... aber sie hätte halt verdammt viel von ihre heute noch selbstverständlichen Stellung eingebüßt...
Die epische "50+1" Serie des Kickers endet ja diese Woche mit einer großen Expertenumfrage. Und auch wenn die Fragen nicht zwingend schlecht sind, so verfehlen sie doch ein wenig den entscheidenden Punkt.
Denn dass es 2025 eine Bundesliga geben wird, steht außer Frage. Die Debatte kann man so nicht ernsthaft führen. Die spannende Frage ist: Welche Stellung wird diese Bundesliga haben?
Und da weisen die 3 Leute, die davon ausgehen, dass die Bayern in 7 Jahren den 13. Titel in Folge holen auf das eigentliche Problem hin: Welche Bedeutung wird die Bundesliga im Jahr 2025 haben?
Also um mal ein Schreckensszenario zu erstellen:
Was machen wir, wenn die Bayern im Jahr 2025 im Endeffekt 2 Mannschaften stellen: Das A-Team für die Champions League, internationale Reisen, Einladungsturniere und ein gelegentliches ernst genommenes Bundesligaspiel. Und ein B-Team für den Alltag.
Und da die einzige Variante sich für das A-Team zu "qualifizieren" ein Vertrag im B-Team ist, ist diese Mannschaft immer noch gut genug um sich garantiert für die Champions League zu qualifizieren... So dass sich der Rest der Liga dafür feiert, wenn die Bayern ihren A-Kader nach Sinsheim schicken müssen, weil die Meisterschaft "in Gefahr" ist... aber genau genommen interessiert es in München niemanden wirklich, ob man Meister wird... Denn die relevanten Pokale sind (natürlich) die Champions League und das Mercedes Benz Invitational in Peking.
Und es gäbe nichts, was die Bundesliga dagegen machen könnte. Weil es ja gegen keinerlei Regeln verstößt. Offiziell sind diese Invitationals "Freundschaftsspiele unter Wettkampfsbedingungen"... die aber so viele Prämien in schlecht erschlossenen Märkten (die natürlich in jeder Gruppe mit einem Team vertreten sind) abwerfen, dass es sich für die Bayern mehr lohnt in diesen Turnieren zu engagieren.
Und 4. wird man schon irgendwie... Um mehr geht es ja in der Bundesliga nicht mehr. Also reist man bei jeder Gelegenheit nach Dubai, Rio De Janeiro oder New York. Und spielt ernsthaft in der Champions League, während man die Bundesliga nebenbei laufen lässt...
Natürlich existiert diese Liga dann noch. Aber nur noch als Qualifikationsliga für den eigentlich relevanten Wettbewerb...
Wenn man sich die Bilder zu den Meisterfeiern anguckt... Und was sonst gerade so in Europas Fußball abgeht...
Wenn heute morgen Mephisto in Uli Hoeneß Büro vorbei kommt und ihm anbietet, dass die Bayern die Champions League 2019 gewinnen, wenn sie auf den Meistertitel verzichten... würde Hoeneß eventuell mit einem "Aber 4. werden wir doch, oder?" antworten... Und öffentlich so tun, als wäre die Bundesliga natürlich der wichtigste, weil ehrlichste Titel... Aber er hätte den Deal dennoch angenommen...
Wirklich bezeichnend wird das, wenn man sich das letzte Wochenende in England anguckt. Da gab es mit ManCity gegen ManUnited und Everton gegen Liverpool 2 an sich epische Derbys... und wo wir schon dabei sind... in Spanien gab es Real gegen Atletico... ja, es war großes Internationales Derbywochenende. Und keinen hat's interessiert.
Klar Jose Mourinho wird sich freuen, dass er nicht Pep Guardiola zum Titel gratulieren musste... Aber das ist auch das einzige, was uns dieses Derby brachte. Und das, obwohl die Wiederauferstehung von United den Stoff für Derby-Legenden lieferte... Aber wen interessiert's, wenn City eh Meister wird und am Dienstag vor der wirklich wichtigen Aufgabe stand?
Auch Jürgen Klopp war mehr damit beschäftigt seine Spieler für den Dienstag zu schonen als das Derby zu gewinnen. Bei 10 Punkten Vorsprung auf den einen relevanten Verfolger Chelsea kann man ihm da auch keinen Vorwurf machen...
Im Kicker steht das absurde Detail, dass Real seit Dezember 2012 kein Heimspiel mehr gegen seinen Stadtrivalen gewonnen hat... Wenn man seit dem keine 3 Titel in der Champions League geholt hätte, würde es sogar einen Aufschrei geben. Aber so sagen sich die Real Fans: Who really cares?
In Paris und Turin interessiert sich auch kaum noch jemand für die nationalen Titel. Die werden als Trostpreise entgegen genommen. Aber die Bewertung einer Saison richtet sich immer nach den internationalen Erfolgen aus.
Genau genommen sind die nationalen Ligen jetzt schon nur noch für die Herausforderer interessant. Und die hoffen im Wesentlichen auch nur darauf, dass sie an die großen Fleischtöpfe kommen... also 4. werden...
Man nehme einfach nur mal Arsenal London. Die schonen mittlerweile ihre Spieler in der Liga für die Europa League. Nicht, weil sie direktes Interesse an dem Titel haben... sondern weil sie eingesehen haben, dass dies die einzige Chance auf eine Teilnahme am einzigen wirklich relevanten Wettbewerb ist.
Und die Bundesliga steuert auch genau da hin. Schalke 04 wird diese Saison als großen Erfolg feiern. Dortmund wird am Ende durchatmen und sagen "So schlimm war es gar nicht"... weil beide das Ticket für die Gruppenphase lösen werden... Und um den letzten Platz gibt es dann das eine spannende Saisonfinale, in dem sich (wenn Hoffenheim so weiter macht) wirklich 4 Teams um den einen relevanten Platz prügeln.
Ich sag das mal so: Arsene Wenger ist vor Jahren dafür ausgelacht worden, als er für den 4. Platz einen zusätzlichen Titel gefordert hat. Genau genommen war er nur seiner Zeit voraus. Denn genau da steuern die Nationalen Ligen doch hin.
Und klar, öffentlich will das keiner zugeben. Und sprechen alle vom ehrlichsten Titel... Hey, wir haben unsere Konkurrenten ehrlich beraubt, in dem wir ihnen all ihre guten Spieler abgeworben haben, wohl wissen, dass sie die mit dem Geld, dass sie bekommen haben, nie ersetzen können... das war harte Arbeit... Aber genau genommen ist es jetzt schon erstaunlich egal, wer Meister wird...
Und das wird im Jahr 2025 nicht besser werden. Eher im Gegenteil: Da der Vorsprung der Bayern eher weiter wachsen wird... außer vielleicht auf RB, die sich aber eher mit Borussia Dortmund um Platz 2 prügeln...
Sind wir dann vielleicht wirklich so weit, dass 3 von 4 Champions League Teilnehmern gefühlt zu Saisonbeginn feststehen und alle anderen um den "Wenger-Cup" kämpfen? Und damit dann auch vollkommen zufrieden sind?
Natürlich würde die Bundesliga dann noch existieren... aber sie hätte halt verdammt viel von ihre heute noch selbstverständlichen Stellung eingebüßt...
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