Freitag, 8. April 2022

Die Freiburger waren schon sehr clever

 Die haben das echt geschickt gemacht. Sie reichen einen Einspruch an, der am Ende praktisch abgelehnt werden muss, aber formulieren das ganze so, dass sie praktisch nicht verlieren können. Und der Idiot ist Julian Nagelsmann, der nicht nachvollziehen kann, dass die Freiburger am Ende Rechtssicherheit schaffen wollen.

Also klar, sie hätten auch die 3 Punkte genommen, wenn es wirklich zu diesem Urteil gekommen wäre. Aber sie haben den gesamten Prozess so angelegt, dass sie ihn nicht verlieren können. Und jetzt müsste man auch mal grundlegend darüber reden, warum überhaupt Einspruch eingelegt werden muss, damit existierende Regeln, die gebrochen worden sind, angewendet werden.

Oder warum man an der anderen Stelle keinen Einspruch einlegen darf, denn Challenges wie in allen anderen Sportarten mit VAR werden ja weiterhin ausgeschlossen. Obwohl eine Challenge den falschen Elfmeterpfiff bei Augsburg - Mainz verhindert hätte, müssen wir weiterhin hoffen, dass die im Kölner Keller gerade keine Pornos gucken, wenn was Wichtiges passiert...

Also ja, über derart grundlegende Dinge müsste man jetzt eigentlich mal reden, aber es ist der DFB, da wird das nicht passieren. Und wie ein Challenge-System den Fußball positiv verändern könnte, habe ich hier bereits ausgeführt.

Lustigerweise verlieren die "selbstherrlichen" Bayern-Bosse diesen Prozess, obwohl sie ihn eigentlich gewonnen haben. Also die hatten bis jetzt nicht die Größe mal zuzugeben, dass das am Ende ihr Fehler war. Also abgesehen von Nagelsmann, der es indirekt zugibt. Und das ist ganz schön erbärmlich. 

Es hätte ja auch eine ebenfalls arrogante, aber passendere Argumentationsweise gegeben. Also Nagelsmann vertritt ja folgende Position: "Ich persönlich hätte es nicht gemacht, weil ich finde, dass du einen Fehler eines Dritten ausnutzt, um selber vielleicht zu Punkten zu kommen, weil der Druck der Fans oder Sponsoren so groß wird." Also mal ganz abgesehen davon, dass sein FC Bayern auf jeden Fall exakt dasselbe machen würden. Und wenn Nagelsmann durch so einen Fehler benachteiligt wird, dann tobt er an der Seitenlinie. Da sind wir schon wieder bei dem immer präsenten Grundproblem.

Dabei wäre die eigentlich richtige Antwort gewesen: Es kann nicht sein, dass Leverkusen oder Hoffenheim für unseren technischen Fehler bestraft werden! Und dann der Reporter so: Wieso Hoffenheim oder Leverkusen? Und Nagelsmann so: Gucken sie sich die Tabelle an, wir werden unabhängig von der Frage, ob wir die 3 Punkte behalten, Meister. Dortmund hat sich ja auch solidarisch gezeigt und präventiv verloren, damit nicht mal theoretisch Spannung aufkommt. Aber Freiburg wird am Ende der Saison 2 Punkte vor einer dieser beiden Mannschaften stehen. Und wenn sie diese 2 Punkte dann wegen unseres Wechselfehlers und 18 Sekunden zu Zwölft bekommen haben, hat dies extreme Auswirkungen auf die Abschlusstabelle. Und da reden wir dann am Ende auch über die Millionen für das Erreichen der Champions League oder Europa League.

Also ja, wenn wir für diesen Fehler bestraft werden und die 3 Punkte verlieren, dann werden wir das akzeptieren. Aber die direkten Konkurrenten der Freiburger sollten sofort Einspruch einlegen, weil sie die Geschädigten durch ein Urteil sind, mit dem sie eigentlich gar nichts zu tun haben. Und das kann halt nicht sein.

Dienstag, 5. April 2022

Felix Zwayer hat ein sehr interessantes Interview gegeben

 Also nicht nur, weil er zwischendurch von Dunja Hayali als "Herr Hoyzer" angesprochen wurde. Dafür wurden schon Platzverweise verteilt. Wobei es eigentlich viel lustiger ist, dass sie anmerkt, dass Felix Zwayer "keine Spiele mehr gegen den BvB pfeifen wird"... Freudscher Versprecher... Aber es ist wirklich sehenswert, weil es halt endlich auch um die Aufarbeitung seiner Rolle im Hoyzer-Skandal geht. Ich hatte nebenbei echt darauf gehofft, dass der Torwand-Kandidat dem Zwayer eine Wette anbietet. Da hat jemand eine einmalige Gelegenheit verpasst...

Mir fiel aber wieder auf, wie extrem mein Vertrauensverlust ist. Also in alle Beteiligten. Mein erster Gedanke war: Das ergibt alles schon Sinn, was er da erzählt. Aber dann kam ich ganz schnell zu dem Schluss: Der wurde von seinem Rechtsanwalt halt vorher ordentlich gebrieft. Und ja, er wird sich vorher eine Rechtsberatung geholt haben, weil er ja wusste, worüber geredet werden muss. Und dann rattert er halt die Antworten runter, die ihn nicht belasten.

Aber gerade die "Wieso akzeptieren sie ein Urteil, dass dieses belegt?". Und Zwayer macht das geschickteste, was man machen kann... er lässt den Namen Dr. Rainer Koch fallen. Das ist halt so was von clever, weil man mittlerweile halt alles auf den Koch schieben kann. Der hat wahrscheinlich auch Corona erfunden und Hitler beraten. 

Da fiel mir dann auch direkt das nächste Problem auf: Auch dem DFB traue ich so gar nicht mehr. Die haben auch jegliches Vertrauen verspielt. Genau deswegen ergeben ja die Aussagen von Zwayer ja so viel Sinn.

Also im Wesentlichen lief das laut ihm so: Er wurde rückwirkend gesperrt, damit er keinen weiteren Schaden bekommt. Und ja, wenn man ihn glaubt, dann sind die 2 Jahre, die er unberechtigt nicht pfeifen durfte, ganz schön heftig. Genaugenommen verhindert der DFB mit dieser Strafe, dass andere Schiedsrichter mit Verdachtsmomenten zu ihnen kommt. Sehr clever, dann muss man sich damit nicht beschäftigen.

Und dann wollte man das Urteil noch unter den Teppich kehren und hat es deswegen nicht öffentlich gemacht. Wenn wir nicht darüber reden, müssen wir auch nichts aufklären. Wenn wir Glück haben, kriegt das nie jemand raus. Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.

Dann sagte Zwayer noch: Damit ich die Füße still halte und mich nicht öffentlich beschwere, müsst ihr mich jetzt aber hofieren und zum Fifa-Schiedsrichter machen. Also lasst uns an der Stelle mal über mein Problem mit Zwayer reden: Ich halte den Mann für einen durchschnittlichen Bundesligaschiedsrichter. Und das ist auch überhaupt kein Problem, solche Schiedsrichter muss es ja auch geben. Dem kann man mal ein gelegentliches Bayern-Spiel geben, man sollte ihn aber nicht unbedingt das DFB-Pokalfinale pfeifen lassen. Oder anders ausgedrückt: Es ergibt schon Sinn, dass er bei der WM nur als Video Assistent Referee eingesetzt wird, aber selbst das verkackt er ja.

Nebenbei stellt sich mir ja die Frage, warum das alles erst jetzt aufgearbeitet wird. Warum es dieses kritische, aber konstruktive Interview mit ihm erst 8 Jahre nach Bekanntwerden des Urteils geführt wurde... Also ja, es wird diesen "Wir sperren dich rückwirkend, dafür erzählst du nichts" Deal gegeben haben. Und aus Zwayers Sicht ist es vollkommen nachvollziehbar, dass er diesen Deal annimmt, denn er wird am Ende auch nur gewollt haben, dass es irgendwann vorbei ist. Wie gesagt: Der durfte 2 Jahre lang nicht pfeifen, obwohl er glaubt, dass er nichts falsch gemacht hat. Da mache ich ihm keinen Vorwurf, dass er danach dann so einen Deal annimmt. Und dass er dazu schweigt, kann ich auch nachvollziehen.

Aber dass der DFB sich nicht mal 2014, also nachdem das Urteil dann doch geleakt wurde, um Aufklärung bemüht, ist halt das eigentlich bezeichnende. Darüber müsste man viel mehr reden. Das ist hier das eigentliche Problem. Es wird ja in dem Interview drumherum viel um Transparenz geredet, aber wenn es der leitenden Institution bei derart wichtigen Fragen an genau dem fehlt, muss man sich nicht wundern, dass es dies auch bei den ausführenden Organen nicht gibt. Aber dass der DFB die ganzen "Schiedsrichterskandale und Tragödien" nie wirklich aufgearbeitet hat, ist auch keine Neuigkeit...

Und ja, die reden halt auch wieder darüber, dass es nicht nachvollziehbar ist, warum sich Schiedsrichter die eine Szene angucken und die andere nicht... Damit haben wir das für dieses Wochenende auch erledigt.

Am Ende fragen sie sich noch, was man machen kann, um das Verhältnis zwischen Spielern und Schiedsrichtern zu verbessern. Da werden dann gemeinsame Trainingslager vorgeschlagen. Da bin ich ja eher skeptisch. Es gibt halt nur eine einzige Möglichkeit, dieses Verhältnis zu verbessern: Wenn Fußballprofis sich endlich wie erwachsene Männer verhalten.

Also es gab ja an diesem Wochenende diese eine, bezeichnende Szene: Kevin Prince Boateng regt sich tierisch auf und bekommt auf der Bank sitzend Geld, weil er ein Foulspiel im Mittelfeld gesehen haben will, bevor Bayer Leverkusen das 2:0 schießt. Und diese Szene wird am Ende wieder untergehen, sie ist aber richtig problematisch. Denn Boateng regt sich über die Zweikampfführung von Charles Aranguiz auf, obwohl er selber genau so in diesen Zweikampf gehen würde. Und wenn er den abgepfiffen bekommt, regt er sich ebenfalls auf.

Aber das ist halt der ganz normale Modus Operandi von Fußballprofis: Die wollen ständig Freistöße für Aktionen haben, die sie selber auf der anderen Seite genau so machen würden. Und damit hat man als Schiedsrichter gar keine Chance auf ein gutes Verhältnis zu den Spielern.
Überlegt einfach mal, wie oft Spieler sich über ganz klare Fouls und zwingend notwendige Verwarnungen aufregen. Es gibt wahrscheinlich Fußballer, die glauben, dass sie noch nie in ihrem Leben ein einziges Foulspiel begangen haben.

Aber man wird als Spieler ja auch nie damit konfrontiert, wie dämlich diese Haltung ist. Also ich würde halt wirklich gerne ein Interview mit Boateng sehen, in dem er damit konfrontiert wird, dass er doch selber genau so in den Zweikampf gegangen wäre und dass das nie ein Foul gewesen wäre, wenn er da den Ball gewonnen hätte. Da aber alle zu Jonas Hector rennen müssen, gibt es derart differenzierte Interviews halt nicht...

Montag, 4. April 2022

Worst of des "Was ging ihnen durch den Kopf" Wochenendes

 Nichts... wie immer, bei Fußballern... Nichts.

Eines kurz vorne weg: Der 12. Mann der Bayern... ist gar nicht der Schiedsrichter. Aber ganz ehrlich: Die verpasste Auswechslung von Kingsley Coman ist eher eine lustige Randnotiz für die Saisonrückschau. Also wenn Nico Schlotterbeck so schnell geschaltet hätte um zu begreifen, dass alles zusammenbricht, wenn die Bayern jetzt zu 12. ein Tor erzielen... Aber er hat ja vorher eingegriffen. Dumm, dass die Freiburger bis 12 zählen können...

Aber ganz ehrlich: Das ist jetzt ein einmaliger Vorfall. Das gab es in 1935 Bundesligaspielen der Bayer noch nie. Oder in wie vielen Bundesligaspielen insgesamt. Eine völlig absurde Verkettung von Ereignissen, die unter anderem mit der Schwangerschaft der Teammanagerin anfing. Also es könnte halt wirklich das erste Mal gewesen sein, dass sie den Coman hat auswechseln lassen, seit dem der nicht mehr die 29 trägt. Nur um mal zu verdeutlichen, wie absurd die ganze Konstellation ist.

Also nur so als großen Vergleich: Hier habt ihr ein Video, in denen 6 Spieler auf dem Basketballfeld stehen... In der NBA ist denen das mal in den letzten Sekunden eines Playoff Spieles passiert... Da sollte man über die 12 Sekunden einfach mal schmunzeln und dann ist auch wieder gut.

Kommen wir also zu Jonas Hector. Und seine großartigen Interviews. Also der musste sich ja wirklich jedem Mikrofon stellen, weil er das entscheidende Tor so schön vorgelegt hat. Und beim ersten Mal antwortete er noch halbwegs vernünftig, mit einer Antwort, die man sonst nur von Lukas Podolski erwartet hätte. Direkt danach musste er halt auch noch zum ZDF und da half dann nur noch Zynismus: "Ja, ich hab gesehen, dass er reinläuft, ich wollte ihn unbedingt in den Fuß spielen und er hat ihn dann gemacht." Großartig.
Also ehrlicherweise stellen sich mir ja 2 Fragen: 1.) Warum schicken ARD und ZDF eigentlich 2 Feldreporter zum Spiel, die dann allen Spielern dieselbe Frage doppelt stellen? Ist das nicht eine reine Geldverschwendung? Eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme? Hat da irgendwer was von?
2.) Warum sagt Hector nicht: Können sie nicht die Aufnahmen vom Kollegen nutzen, ich werde ihnen nichts anderes sagen? Danke! Also dass er sich denselben Fragen mehrmals stellt, ist eigentlich vollkommen sinnlos. Aber wahrscheinlich doch normal. Höchstwahrscheinlich gibt es irgendwo noch eine dritte Version von diesem Interview, in dem er seine Sicht auf die Dinge in ein Sky-Mikrofon sagt... Und dann wollte der Ran-Reporter es auch nochmal hören...

Man muss sich an der Stelle auch mal bewusst werden, dass Profis, wenn sie nach dem Spiel genervt reagieren, dass vielleicht auch tun, weil sie dasselbe Gespräch eben schonmal geführt haben. Und wenn man dann bedenkt, wie selten Fußballer wirklich etwas sagen, was man gehört haben muss... meistens kommt da dann doch eher... Nichts... Oder so aussagen wie "Man kann Spiele nur gewinnen, in dem man aufs Tor schießt"...

Außer natürlich beim besten Führungsspieler aller Zeiten: Mats Hummels. Der durfte nämlich zur Abwechslung mal eine heftige Heimpleite vor ausverkauftem Haus erklären. Und er sagt das mal so: "Wenn wir das 1:0 schießen, rechne ich mit nem komplett anderen Abend." Stimmt, wenn man nie in Rückstand geraten wäre, hätte man auch nicht verloren. Oh und die haben mittlerweile so viele Synonyme für das böse M-Wort, welches nicht gesagt werden darf, gefunden, dass sie bei Spielintelligenz angekommen sind.

Und Marco Rose springt dem Verursacher dieses unnötigen Rückstandes mit einem "Wir reden über Emre Can, einen deutschen Nationalspieler." Weil diese Nationalmannschaft ja in den letzten 7 Jahren so verdammt erfolgreich war, dass es ein definitives Qualitätsmerkmal ist, wenn man da hin und wieder mit kicken darf... Und ja, Emre Can stand bei mehreren Turnieren im Kader... aber am Ende hat er insgesamt 99 Minuten gespielt. Über 4 Spiele und 2 Turniere verteilt. Also das ist jetzt kein Fixpunkt in dieser Auswahl. 

Und sowohl Can als auch Hummels belegen in diesem Spiel wieder das grundlegende Dortmund Problem: Beide Spieler sind gut genug, um in der Liga mindestens 4. zu werden, was nicht unterschätzt werden sollte. Aber beide bekommen halt auch gegen gute Mannschaften deutlich ihre Grenzen aufgezeigt. 

Oh und dass Marco Reus als absoluter Führungsspieler in aussichtsreicher Position den Ball quer schiebt, also die Verantwortung weiter reicht, ist auch bezeichnend. Nicht, dass das wirklich schlimm ist, aber solange man diese 3 Spieler als Führungspersönlichkeiten im Kader hat, wird man nur um die Wenger Trophy mitspielen...

Und sonst so? Oh ja: der VfL Wolfsburg hat ein Problem: Der "Dead Kruse Bounce" ist anscheinend schon wieder vorbei. Oder ist das alles ein perfider Plan, der zum Abstieg der Hertha führen soll, weil man so einen potenziellen Konkurrenten ausschaltet? Da sollte man aber schon vorsichtig sein, sonst erwischt es einen selbst noch. Und ja, Wolfsburg ist schon wieder bei 3 Niederlagen in Folge. Obwohl man jetzt ja behaupten kann: Florian Kohfeldt nicht auf der Bank sitzen zu haben, hilft auch nicht.

Mittwoch, 30. März 2022

Worst of des "Thomas Müller hat getroffen!" Länderspiel

 Gebt dem einen Stammplatz! Von mir auch aus bis zur EM 2024! Der ist so wichtig und so gut! Lasst uns komplett ignorieren, dass wir mit Kai Havertz schon einen besseren Ersatz haben!

Also ich hab mir mal die Mühe gemacht, die Länderspieleinsätze von Müller zu analysieren. Mit einer ganz einfachen Frage: Wann hat Müller gegen ernstzunehmende Gegner getroffen. Die Definition für "ernstzunehmen" ist dabei vollkommen willkürlich: Wir nehmen die aktuelle Top 15 der Weltrangliste.

Hier sind alle Spiele in denen Thomas Müller gegen diesen exklusiven Klub, der ja unter anderem auch Dänemark beinhaltet, seit dem WM Titel getroffen hat: Spanien in einem Freundschaftsspiel 2018. Und gestern gegen die Niederlande. Das war's. Lustigerweise gingen beide Spiele unentschieden aus.

Nebenbei ist Müller zwischendurch 11 Spiele am Stück ohne eigenen Treffer geblieben. Er erzielte in den letzten 16 Länderspielen unter Löw einen einzigen Treffer: bei einem 7:1 Schützenfest gegen Lettland. Wir reden hier von einem Zeitraum, der 2 Turniere umfasst. Und es ist nicht so, dass Müller in dieser Zeit als überragender Vorlagengeber geglänzt hat. Aber hey, wenn er trifft, jubelt er wenigstens richtig

Also nur um nochmal ganz sachlich festzuhalten, dass Müller auszusortieren, die eine richtige Entscheidung von Löw war. Wenn man dessen Leistungen mal sachlich analysieren würde, käme man auch zu diesem Schluss. Das macht nur niemand. 

Ganz ehrlich: Ich ging ja vor diesem Beitrag davon aus, dass Müller im Lukas Podolski Modus angekommen ist und seine Rolle in der Nationalmannschaft mit belanglosen Toren gegen überforderte kleine Gegner rechtfertigt. Aber selbst da liefert er wenig. Es ist wirklich faszinierend, dass es komplett ignoriert wird, wie nutzlos Müller im Nationalmannschaftstrikot geworden ist. Selbst der krasse Fehlschuss gegen England hilft da ja nicht. Also ein Mario Gomez wäre dafür gelyncht worden. Mir passt das natürlich richtig gut. 

Nebenbei ist Julian Draxler ja auch immer noch Nationalspieler und durfte in diesen Freundschaftsspielen richtig viel spielen. Das finde ich faszinierend, weil ja Timo "Ich stand im letzten Champions League Finale in der Startformation" Werner bei Chelsea gerade kein unumstrittener Stammspieler ist. Draxler hat doch im Jahr 2022 eine Kernkompetenz: Er kann bei richtig gut besetzten Mannschaften auf der Bank sitzen und murrt nicht, wenn er nur den Einwechselspieler gibt. Also bei 16 von 24 Einsätzen in dieser Saison kam er von der Bank. Werner ist bei 12 Einwechslungen bei 28 Spielen... Nur um mal ein wenig Perspektive zu schaffen...

Und sonst so? In den relevanten Spielen? Setzt sich der Senegal mit beeindruckender Lasershow gegen Ägypten durch. Was mich am meisten faszinierte: Die hatten alle grüne Laserpointer. Da frag ich mich schon: Wurden die beim Einchecken flächendeckend verteilt? Aber hey, endlich wieder Fans im Stadion. Was man ja nebenbei auch beim Deutschland - Israel Spiel dachte, wo ein verwirrter Einzeltäter es als lustig empfand, bei diesem Spiel den Hitlergruß zu zeigen. Und in Nigeria gab es nach dem Abpfiff heftige Ausschreitungen... Im Umfeld des Spieles ist der Dopingbeauftragte Joseph Kabungo gestorben. Das ist ganz schön heftig. 

Kann mir nebenbei jemand erklären, warum es in den Playoff-Spielen in Europa keine Rückspiele gab? Vor allem, weil man ja technisch gesehen noch ein Zeitfenster im Mai hätte? Liegt das am Ende wirklich an der Nations League, die dafür gesorgt hat, dass 2 zusätzliche Mannschaften an diesen Playoffs teilnehmen dürfen? Wenn ja, nehme ich alles Positive, was ich über diesen Wettbewerb gesagt habe, zurück. Denn bei Länderspielen dürfte der Faktor Heimvorteil wirklich Einfluss nehmen. Also Portugal wird extrem froh darüber sein, dass sie nicht in einem türkischen Hexenkessel antreten mussten.

Apropos Nations League: In den Abstiegsplayoffs (oder auch Relegation) sah Danilo Spoljaric die Gelb-Rote Karte... Wegen Zeitspiels... in der 47. Minute!!! Wie geil. Also wenn das stimmt, wäre das echt grandios. Absurderweise finde ich keinerlei Belege dafür. Also weder eine Zusammenfassung des Spieles, noch einen ordentlichen Ticker, der mir wirklich beschreibt, was los war. Da gibt es nur "Spoljaric is sent off; Cyprus down to ten men." Das ist schon faszinierend. Also ich hätte ja gedacht, dass ein Platzverweis wegen Zeitspiels mehr Aufmerksamkeit bekommen würde.

Donnerstag, 24. März 2022

Warte, Bochum macht was?

 Sie schalten einen Anwalt ein und behaupten, dass es ja gar nicht ihre Schuld ist? Sie fordern ernsthaft, dass ein Spiel, welches nach 70 Minuten und beim Stand von 0:2 gegen sie abgebrochen wurde, neu angesetzt wird? Ich sag sach mal, ihr sagt "Geht's noch?"

Haben die echt vor, alle Sympathien zu verspielen? Ist denen nicht bewusst, dass der DFB gar keine andere Option hat, als dieses Spiel für Gladbach zu werten? Allein schon um eine gewisse Abschreckung zu erzielen. Und als VfL Bochum sollte man froh sein, wenn das die einzige Strafe bleibt und kein Geisterspiel hinzukommt.

Bochum sollte sich, meiner Meinung nach, demütig zeigen und alle Energie nach innen wenden. Also seinen Fans verdeutlichen: Guckt mal, das passiert, wenn ihr euch so verhaltet, wie ihr euch verhaltet. Ihr schadet uns. Also genau genommen: Wir schaden uns, denn ihr seid ja ein wichtiger Teil dieses Vereins. Wir müssen gemeinsam verhindern, dass so etwas wieder passiert. Aber man bleibt traditionel lieber bei der "Einzeltäter-These"...

Und klar, im Hintergrund wird das bestimmt auch passieren. Aber im Vordergrund wird diese Botschaft halt torpediert. Das wäre nebenbei auch die Variante, um möglichst schnell wieder zum Image des sympathischen aufstrebenden Verein zurückzukehren. Nach dem Motto: Selbst, wenn da Scheiße passiert ist, wurde das knallhart aufgearbeitet und nicht relativiert.

Vor allem ist der VfL Bochum ja in einer relativ luxuriösen Position: Mit 32 Punkten nach 27 Spieltagen hat man praktisch nichts mit dem Abstiegskampf zu tun. Also klar, bei einem kompletten Einbruch rutscht man nochmal unten rein. Aber so, wie das in den letzten Jahren lief, brauchen sie noch einen Sieg, um sicher drin zu bleiben. Es ist also nicht existenziell, dass man um jeden einzelnen Punkt verbissen kämpft. Wenn Bielefeld sich jetzt an dem Glauben aufhängen würde, dass man das 0:2 noch drehen könnte...

Obwohl, selbst dann. Also berichtigt mich, wenn ich falsch liege, es ist verdammt lang her. Aber als auf St.Pauli damals aus exakt demselben Grund ein Spiel abgebrochen wurde, steckte St.Pauli richtig tief im Abstiegskampf. Trotzdem hat man das Urteil widerspruchslos akzeptiert. Wahrscheinlich, weil man sich einfach richtig geschämt hat.

Nebenbei ist es auch spannend, ob der DFB noch mit weiteren Strafen kommt. Also St.Pauli kostete das Auswärtsheimspiel mit begrenzten Zuschauern ungefähr 400.000 Euro Einnahmen. Wichtig ist dabei natürlich, dass "Einnahme" nicht gleich "Gewinn" ist. Aber da die beiden Vorfälle absolut vergleichbar sind, spricht eigentlich nichts gegen eine derartige weitergehende Strafe... außer, dass wir nach 2 Jahren Pandemie halt so gar keinen Bock mehr auf Geisterspiele oder halbvolle Stadien haben. Damit geht es am Ende nicht um "Gerechtigkeit" und "Verhältnismäßigkeit", sondern um unser Wohlbefinden...

Andererseits will man darüber "zu einem späteren Zeitpunkt" sprechen. Es könnte also noch was kommen.

Mittwoch, 23. März 2022

Die großen Probleme der Borussia

 Haben wenig mit der Mentalität zu tun... und viel mit der Perspektive.

Lasst uns mal zunächst eines klarstellen: Borussia Dortmund ist an sich richtig gut. Das muss man auch einfach mal so erwähnen und sollte man nicht ignorieren. 

Also seitdem dieser legendäre "Die Bayern schalten ins nächste Level und niemand kann ihnen mehr folgen" Lauf begann, haben die Dortmunder eine schlechte Saison gespielt: 2014/15 wurde man nur Siebter. Das war eine absolute Katastrophensaison, die mit Jürgen Klopps Abschied endete. Und man spielte das Jahr darauf trotzdem im internationalen Wettbewerb gegen den FC Liverpool. Also um das mal festzuhalten: wenn man sich nur für die Europa Leauge qualifiziert, ist das eine extrem schlechte Saison. Das ist ein Niveau, auf dem sonst nur Real Madrid, Barcelona, Atlético Madrid, Paris St. Germain, Juventus Turin, Manchester City und Chelsea agieren. Alle anderen Vereine hatten ebenfalls mindestens eine Saison in der internationalen Zweitklassigkeit verbracht. Tendenziell eher mehr. 

Also um das mal ganz sachlich festzuhalten: Mannschaften wie Tottenham Hotspurs, Manchester United, AC und Inter Milan würden für eine derartige Bilanz ihre Seele verkaufen. Oder sie haben ihre Seele bereits an dubiose Investoren verkauft, schaffen es aber trotzdem nicht dieselbe Konstanz hinzubekommen.

Und auch der internationale Vergleich sieht gar nicht so übel aus. Seit 2011/12 hat man ein Mal das Finale erreicht und war darüber hinaus 3 Mal im Viertelfinale. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass man zu den 16. besten Mannschaften Europas gehört. Das ist, bei dem finanziellen Wahnsinn, den andere betreiben, keine Selbstverständlichkeit. Und klar, die aktuelle europäische Saison war schlecht. Kein Zweifel. Aber man hat halt in den letzten 10 Jahren nur 2 wirklich schlechte europäische Saisons gespielt.

Bedenkt einfach mal, dass Vereine wie Schalke oder der Hamburger SV bei dem Versuch da irgendwie mitzuspielen krass gescheitert sind. Und klar, dass man in einer relativ schwachen Liga spielt, hilft ihnen ungemein. Man ist in den 2 direkten Duellen mit den Spurs doch deutlich geschlagen worden. Die 4. und wahrscheinlich auch 5. beste Mannschaft der Premiere League ist einfach besser als Dortmund. Wenn man in der Liga spielen würde... hätte man halt auch selber ganz andere Möglichkeiten.

Aber abgesehen davon, dass man seine eigenen Leistungen unzufrieden ist, weil es eben nicht für die Meisterschaft reicht, eine historisch gute Saison zu spielen... hat man auch noch ein weiteres Problem: die eigene Struktur im Kader.

Dortmund hat sich ja, völlig zurecht, einen hervorragenden Ruf als Weiterbildungsverein erworben. Dummerweise ist man aber kein guter Ausbildungsverein. Also keines der großartigen Talente wurde wirklich in der eigenen Talentschmiede ausgebildet. Der Letzte, der von dort den Durchbruch geschafft hat, dürfte Mario Götze gewesen sein. Das Problem der mangelnden Identifikation der Toptalente wurde hier bereits erörtert. Die einzige Prognose in diesem Beitrag, die nicht eingetroffen ist, war der Reyna-Wechsel... aber der hat sich halt verletzt, deswegen verschiebt sich das.

Ich verweise an der Stelle nochmal darauf hin, dass der VfL Bochum mehr aktuelle Nationalspieler in seiner Jugend ausgebildet hat (Goretzka und Klostermann), als der BvB. Nur um mal zu verdeutlichen, wie schlimm die Lage ist. Ich finde das halt auch faszinierend, weil niemand darüber spricht, wie effektiv schlecht die Jugendarbeit der Dortmunder trotz ihrer zahllosen A-Jugend Meisterschaften eigentlich ist. Da müsste man sich mal dringend neu orientieren, denn die eigentliche Aufgabe besteht ja darin National- und Bundesligaspieler auszubilden, nicht sich 17-jährige Rohdiamanten zu kaufen und die dann ein Jahr in der Jugend zu parken und die Meisterschale in die Höhe zu recken.

Dennoch ist der herausragende Kern an Hochtalentierten nicht das eigentliche Problem. Sie sorgen halt nur für eine ungesunde Struktur. Denn die Spieler, die dableiben, sind halt eigentlich nicht gut genug, um die Führungsrolle in so einer Mannschaft zu übernehmen. Oder diejenigen, die zurückkommen. Oder diejenigen, die erst im relativ hohen Alter nach Dortmund wechseln. Also, um Namen zu nennen: Reus, Hummels, Witsel, Brandt und Hazard.

Reus ist der einzige, der sich wenigstens auf Verletzungen berufen kann. Aber alle anderen waren nicht (mehr) gut genug für die ganz großen Adressen, also lässt man sie nach Dortmund gehen. Dort sollen sie dann aber denjenigen, die gut genug für diese ganz großen Vereine sind oder sein werden (Haaland und Bellingham halt) Anweisungen geben? 

Julian Brandt könnte so ein Paradebeispiel werden. Also der Zug für die ganz große Karriere scheint abgefahren zu sein. Leistungsträger bei einem der Champions League Titelanwärter wird er wohl nicht mehr werden. Stammspieler in der Nationalmannschaft ist auch eher unwahrscheinlich. Bleibt also: überdurchschnittlicher Bundesligaspieler. Und das macht er dann 10 Jahre lang als Fixpunkt in Dortmund. Und damit fehlt Dortmund dann in einer zentralen Position die Konstanz. Aber er hat halt doch immer so viele "richtig gute Phasen", dass er gehalten wird und irgendwann das Kapitänsamt übernimmt. Eigentlich müssten die Dortmunder auf genau dieser Position nach einem Upgrade suchen. Das Problem ist aber: all die Spieler, die wirklich dieses Upgrade wären, interessieren sich nicht für sie. So bleibt man halt ewig in der "Gut genug fürs Achtelfinale, aber im Viertelfinale ist Schluss" Falle gefangen. Oder in der "Man wird souverän 2. oder 3., aber für den Titel reicht es nicht" Falle.

Es bleibt ja irgendwie die Hoffnung, dass Niklas Süle das ändert. Wenn man noch einen vergleichbaren Mann fürs Mittelfeld finden würde. Einen Spieler, der nachgewiesener Weise gut genug für die Bayern ist, nicht für die spielen, aber zeitgleich unbedingt in der Bundesliga bleiben will... also nur um mal festzuhalten, wie spezifisch die Anforderungen an diesen Spieler sind.

Montag, 21. März 2022

Worst of des "Warte, was, schon wieder?" Wochenendes

 Was ist hier denn verdammt nochmal los? Solltet ihr euch nicht alle freuen, dass ihr wieder in die Stadien führt? Sollten die Bochumer Fans nicht feiern, dass es ihnen relativ egal sein kann, ob der Schiedsrichter da den fragwürdigen Elfmeter pfeift, weil sie insgesamt so gut dastehen?

Stattdessen die so: Geisterspiele sind ein faszinierendes Konzept. Es ist viel spannender, all die taktischen Anweisungen im Fernseher zu hören. Und das Bier kostet auch nur 30 Cent und keine 3 Euro 80... FEUER FREI!!!

Dass faszinierendste ist jetzt ja wieder die "Einzeltäter"-Theorie: Das Problem ist der eine Fan, der den Schiedsrichter getroffen hat und nicht die Kultur des Bierbecher-Werfens. Man ignoriert dabei komplett, dass man vor dem Spiel ein extra Video gemacht hat, welches auf diese Problematik hinweist. Dass Max Kruse noch im Trikot von Union Berlin sich darüber beschwert hat, dass seine Biere mit den "Gegnern" zu teilen im Bochumer Block gang und gäbe ist. Aber das Problem ist die eine arme Sau, die tatsächlich getroffen hat. Der muss sich jetzt die ganzen Vorwürfe gefallen lassen, weil er besser zielt als seine Kumpels.

Vielleicht haben wir ja einfach nur vergessen, wie das war. Und ja, es ist schon nichts Ungewöhnliches, dass Spieler zum Beispiel beim Ausführen einer Ecke mit Bier bespritzt oder mit Feuerzeugen bedacht werden. Meistens sind die halt vorher so clever, dass die Becher nicht fast voll sind, deswegen bleiben die ganz großen Wirkungstreffer aus. Oder sie lassen den Becher richtig rotieren. Aber...

Also ich sag das mal so: Als bei der Hansa Zusammenfassung letztens auch ein Bierbecher an der gegnerischen Bank vorbeiflog, dachte ich auch nur: Schwein gehabt, dass der daneben ging. Oder anders ausgedrückt: Es ist eher eine Überraschung, dass dies erste das 2. Mal war, dass so ein Becher jemanden getroffen hat. 

Nebenbei würde so ein Verhalten an allen anderen Orten der Welt zu einem Hausverbot führen. Also auch, wenn man nicht trifft. Und abgesehen von seinem eigenen engsten Kreis, die mit einem auf Sauftour sind, würden sich alle angeekelt distanzieren. Oder wenigstens ein "Lieber Frau und Kind erschießen, als nen Tropfen Alk vergießen" grölen. Aber im Stadion gehört das "Bierbecher in Richtung anderer Menschen" werfen anscheinend einfach dazu. Das ist halt Teil der Kultur. Und genau das ist das Problem.

Das ist nebenbei schon der dritte Spielabbruch in den obersten 4 Ligen, den wir dieses Jahr erleben. Erst Duisburg, dann Essen und jetzt Bochum. Aber das sind ja alles bedauerliche Einzelfälle.

Der Optimist hofft darauf, dass alle halt mal nach 2 Jahren mit angezogener Handbremse so richtig die Sau rauslassen müssen und sich dann wieder mäßigen werden. Das sieht ja in der Klubszene auch nicht anders aus. Aber wenn das die optimistische Variante ist...
Denkt der Pessimist in mir, dass unsere Gesellschaft in den letzten 2 Jahren einfach aggressiver geworden ist. Und der Fanblock gehört definitiv zu den Orten, die noch mehr Aggressivität nicht vertragen. Dann müssen wir uns daran gewöhnen, dass immer mehr und immer schwerere Gegenstände geworfen werden, wenn irgendetwas nicht nach Wunsch läuft. Wir werden dann demnächst die Fans nach Klavieren absuchen müssen...

Aber hey, in den restlichen Stadien wurde ja ohne größere Vorfälle gespielt. Und ich frage mich echt, warum ich mir Sorgen um Bayer Leverkusen gemacht habe. Die könnten die Champions League verpassen! Und was macht die versammelte Konkurrenz aus Leipzig, Freiburg und Hoffenheim: Sie erzielen zusammen 0 Tore. Stark. Hoffenheim unterstützt die Hertha bestmöglich in dem Versuch Felix Magath doch noch zu verhindern: Hey, guckt mal, dieser Fotheringham! Der ist doch voll sympathisch. Der kann das bestimmt auch!

Freiburg ließ 2 Punkte beim abgeschlagenen Tabellenletzten aus Fürth liegen. Kaum glaubt man wirklich, dass es was werden könnte... 

Apropos: Kaum glaubt man dran... der Kicker hat ja am Donnerstag ausgerechnet, wie knapp 4 Punkte wirklich sind. Anscheinend hat man die Borussen damit nervös gemacht. Also dachten sie sich: Zur Beruhigung der allgemeinen Lage lassen wir einfach mal nen paar Punkte liegen. Dann muss sich niemand ernsthafte Gedanken machen, was passieren könnte, wenn wir gegen die Bayern nicht versagen würden.

Arminia Bielefeld: Hmm... also die scheinen ja vorausschauend zu agieren. Wie reagiert man. Wie reagiert man auf einen Rückstand, wenn man seit 3 Spielen ohne Sieg und eigenen Treffer ist? Man nutzt die Gelegenheit, um unter Wettkampfbedingungen Ausnahmesituationen zu trainieren, damit man in der Relegation auf alles vorbereitet ist. Man entscheidet sich diese Woche dafür, Ortega eine kleine Simulation eines Elfmeterschießens zu geben. Und Mainz kooperiert sogar und schickt 3 unterschiedliche Schützen. Jetzt wissen die Arminen schon mal, dass sie besser all ihre Elfmeter am Ende verwandeln sollten.

Thomas Hitzlesperger und seine Lebensplanung. Das muss beruhigend sein. Also er kann jetzt ja die Uhr stellen und weiß, wann es für ihn alles vorbei sein wird. Oder zumindest kennt er die Pläne des VfB Stuttgarts. Die haben ihm nämlich zur Verabschiedung einen überdimensionalen, "ein Leben lang" Mitgliedsausweis überreicht. Das Problem an der Übergröße: Wir konnten alle lesen, dass der zum 21.12.2026 ausläuft. Ich frag mich ja, ob Hitzlesperger den über seinem Bett oder über seinem Klo aufhängt...
Ich frag mich ja echt, was daran so schwierig ist, auf so einen symbolischen Zettel "unbefristet" zu schreiben... Aber hey, stehen die Suttgarter in Kontakt mit den Reptiloiden und wissen bereits, dass 2026 die Welt untergeht...