Kennt ihr das? Wenn ihr morgens aufwacht, euch erst mal umguckt und euch dann denkt: Och nö, nicht schon wieder? Ich wollte doch auf jeden Fall verhindern, dass mir SO WAS noch mal passiert!!!
Und dann schiebt ihr natürlich sofort Flashbacks. Also ich mache das zumindest. Heute war so ein Tag...
Ich musste mich sofort an den Morgen des 26.Mai 2005 zurückversetzen. Damals wurde das Champions League Finale noch auf einen Mittwoch ausgetragen. Und meine Jugendlichkeit war als Zivildienstleistender (wie erkläre ich der Jugend von heute, was ein Zivildienst ist?) dazu verpflichtet, morgens um halb 6 das Bett zu verlassen...
Was macht man also als Naiver Mensch, wenn die eine Mannschaft in der ersten Halbzeit hoffnungslos unterlegen ist? Und als großen Hoffnungsträger Didi Hamann einwechseln muss... genau: Man geht ins Bett... nur um am nächsten Morgen über die unvermeidbare Bild Schlagzeile "Sensationelle Aufholjagd: Liverpool ist Champions League Sieger!!!" zu stolpern... und du denkst dir nur so: Och nee...
Aber in dem Moment schwörst du dir halt auch: So was passiert dir nie wieder. Solange das Spiel noch nicht abgepfiffen ist, gehst du auch nicht ins Bett... es kann ja noch was passieren... und die sprechen sich ja ab. Also gerade wenn du jetzt ins Bett gehst, passiert da noch was...
Und ja, genau so verlief der gestrige Abend... nur noch schlimmer... denn ursprünglich habe ich ja sogar die 2. Halbzeit von Barcelona gegen Paris gesehen... aber nach dem 3:1 durch Edison Cavani war das Spiel halt durch. Da passiert doch eh nichts mehr. Barca war auch in der 79. Minute so am Boden... Das kurze wütende Aufbäumen nach dem Wirkungstreffer verlief halt im Sande...
Also Podcast zur Weltbilderweiterung angemacht, den noch ne Stunde gehört um dann einzuschlafen... und morgens von einem "wtf?!? Barca hat das echt gedreht?!?" geweckt zu werden... Och nee...
Warum erzähle ich euch das? Nun ja, zum einen will ich nicht übermäßig darauf rumreiten, wie geschickt der Kicker sich selbst in seinem Titelblatt eingebaut hat... und ja, das weltbewegende Ereignis dieser Woche war definitiv die Choreographie der Dortmunder Fans. Die sollte auf jeden Fall die Leistung von Barca überstrahlen... denn nur von dem einen wird man nächste Woche noch reden, da ist es doch auch richtig, dass das andere auch mal strahlen darf. Wenn sie das schon machen... hätten sie ja wenigstens auch die selbe Schlagzeile nutzen können wie 1963...
Aber eigentlich erzähle ich euch das aus einem anderen Grund. Der gar nicht mal so egoistisch ist:
Wenn ihr euch das nächste Mal ungerecht behandelt vorkommt... weil euer Verein hier mal wieder mit schlechtem Humor durch den Kakao gezogen wird... oder selbst ihr als Fans das Gefühl habt, dass er ja eigentlich Recht hat, dass aber nicht sagen könnt... Euch dann aber denkt: Das ist ja total unfair, man kann ja gar nicht zurückschießen... weil der Typ ja selber keinem Verein hat, an dem er wirklich hängt...
Nun ja... hier ist jetzt die Munition für euch. Schreibt einfach ein "Egal, dafür hast du "Mailand vs Liverpool" und "Barca vs Paris" VERSCHLAFEN!!!" Danach suche ich mir dann garantiert erst mal eine Stille Ecke um 1 bis 2 Stunden zu weinen...
Donnerstag, 9. März 2017
Mittwoch, 8. März 2017
Das einzige, was einem als neutralen Fußballfan derzeit Hoffnung macht...
Ist ja, dass der VfB Stuttgart letztes Jahr um diese Zeit 10 Punkte Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz hatte und trotzdem direkt abgestiegen ist...
Wenn das schon Grund zur Euphorie ist... und ja, die letzte Saison war meiner Meinung nach die furchtbarste aller Zeiten... weil es ab den 30. Spieltag für 16 Mannschaften um nichts mehr ging...
Dieses Jahr... scheint sich die Liga echt alle Mühe zu geben, das noch zu toppen...
Also wenn sich Tayfun Korkut nicht als der nächste Julian Nagelsmann präsentiert... gibt es nur noch eine offene Frage: Fängt Borussia Mönchengladbach noch einen der Europa League Teilnehmer ab? (Spoiler: ja, werden sie.)
Auf Platz 1 haben die Bayern immerhin einen Punkt weniger Vorsprung als letztes Jahr um diese Zeit. Aber sie stehen gefühlt schon wieder als Meister fest... Platz 2 und 3 sind auch jetzt schon fest vergeben: RB Leipzig und Borussia Dortmund werden sich direkt für die Champions League Gruppenphase qualifizieren... in welcher Reihenfolge? Ist doch völlig egal, da es keinen Einfluss auf die Lostöpfe hat. Und beide Mannschaften von den paar Millionen mehr oder weniger im TV Vertrag unabhängig sind. Das wird die Sportschau natürlich nicht davon abhalten da ein spannendes Rennen herbeizureden...
Dahinter steht Hoffenheim... und ich hätte Hoffenheim ja nicht als sichersten 4. seit langem, wenn da hinter nicht nur Mannschaften stehen, die in der Rückrundentabelle gegen den Abstieg spielen würden... und ja, die Eintracht ist in der Rücktrunde Jahr Tabellen-16. Die sind die großen Hoffnungsträger für alle Leverkusener... Vor den Mannschaften, die wirklich die Möglichkeiten hätten die Sinsheimer noch abzufangen, hat man 9 Punkte oder mehr Vorsprung.
Dahinter... kommt dann das geballte Mittelfeld. Also entweder Mannschaften, die dieses Jahr keine Konstanz auf die Reihe bekommen haben... oder halt Mannschaften, für die das europäische Geschäft wirklich nur auf dem Radar erscheint, wenn gar kein anderer will... Freiburg und Köln halt. Und ich mag diese Vereine ja (mittlerweile) wirklich. Aber sie geben einem dennoch verdammt wenig Material zum drüber lästern... oder um sonst irgendwas zu schreiben.
Und am Anderen Ende des Spektrums... stehen Wolfsburg, Bremen und Hamburg, die effektiv untereinander ausspielen, wer in einem zusätzlichen Heimspiel Union Berlin den Zutritt in die erste Liga verwehren darf... Und seit mal ganz ehrlich: Es gibt kein realistisches Szenario, in dem diese 3 Schwergewichte gegen ein Union Berlin absteigen... Gegen Hannover oder Stuttgart vielleicht... Aber so, wie sich der Fußballgott derzeit präsentiert, wird Union am letzten Spieltag auf Platz 3 rutschen...
Und das sage ja nicht ich... dass sagen effektiv Darmstadt ("Wir spielen jetzt nur noch für uns") und Ingolstadt, wo Thomas Linke den direkten Klassenerhalt schon mal abgehakt hat... obwohl ihm effektiv genau so viele Punkte vom wirklich rettenden Ufer wie vom vorläufig rettenden Ufer trennen... Und gerade wenn man sich anschaut, wie Ingolstadt letztes Wochenende spontan auseinandergebrochen ist... ist es schwer vorstellbar, dass sie den Rückstand noch aufholen...
Und ja, 80% der noch auszutragenden Spiele werden vollkommen egal sein. Es wird nichts passieren, was irgendwie relevant ist... aber ich muss mir jetzt lustige Sprüche zum Spitzenspiel Ingolstadt - Köln aus den Fingern saugen...
Man muss sich halt irgendwie damit abfinden, dass die Bundesliga die 2. Saison in Folge zu viel zu großen Teilen verdammt langweilig ist. Dass abgesehen von einer Aufholjagd der Gladbacher wirklich gar nichts passieren wird...
Und irgendwann muss man sich fragen; Wie lange kann die Liga solche Jahrgänge ertragen, ohne Schaden zu nehmen?
Wenn das schon Grund zur Euphorie ist... und ja, die letzte Saison war meiner Meinung nach die furchtbarste aller Zeiten... weil es ab den 30. Spieltag für 16 Mannschaften um nichts mehr ging...
Dieses Jahr... scheint sich die Liga echt alle Mühe zu geben, das noch zu toppen...
Also wenn sich Tayfun Korkut nicht als der nächste Julian Nagelsmann präsentiert... gibt es nur noch eine offene Frage: Fängt Borussia Mönchengladbach noch einen der Europa League Teilnehmer ab? (Spoiler: ja, werden sie.)
Auf Platz 1 haben die Bayern immerhin einen Punkt weniger Vorsprung als letztes Jahr um diese Zeit. Aber sie stehen gefühlt schon wieder als Meister fest... Platz 2 und 3 sind auch jetzt schon fest vergeben: RB Leipzig und Borussia Dortmund werden sich direkt für die Champions League Gruppenphase qualifizieren... in welcher Reihenfolge? Ist doch völlig egal, da es keinen Einfluss auf die Lostöpfe hat. Und beide Mannschaften von den paar Millionen mehr oder weniger im TV Vertrag unabhängig sind. Das wird die Sportschau natürlich nicht davon abhalten da ein spannendes Rennen herbeizureden...
Dahinter steht Hoffenheim... und ich hätte Hoffenheim ja nicht als sichersten 4. seit langem, wenn da hinter nicht nur Mannschaften stehen, die in der Rückrundentabelle gegen den Abstieg spielen würden... und ja, die Eintracht ist in der Rücktrunde Jahr Tabellen-16. Die sind die großen Hoffnungsträger für alle Leverkusener... Vor den Mannschaften, die wirklich die Möglichkeiten hätten die Sinsheimer noch abzufangen, hat man 9 Punkte oder mehr Vorsprung.
Dahinter... kommt dann das geballte Mittelfeld. Also entweder Mannschaften, die dieses Jahr keine Konstanz auf die Reihe bekommen haben... oder halt Mannschaften, für die das europäische Geschäft wirklich nur auf dem Radar erscheint, wenn gar kein anderer will... Freiburg und Köln halt. Und ich mag diese Vereine ja (mittlerweile) wirklich. Aber sie geben einem dennoch verdammt wenig Material zum drüber lästern... oder um sonst irgendwas zu schreiben.
Und am Anderen Ende des Spektrums... stehen Wolfsburg, Bremen und Hamburg, die effektiv untereinander ausspielen, wer in einem zusätzlichen Heimspiel Union Berlin den Zutritt in die erste Liga verwehren darf... Und seit mal ganz ehrlich: Es gibt kein realistisches Szenario, in dem diese 3 Schwergewichte gegen ein Union Berlin absteigen... Gegen Hannover oder Stuttgart vielleicht... Aber so, wie sich der Fußballgott derzeit präsentiert, wird Union am letzten Spieltag auf Platz 3 rutschen...
Und das sage ja nicht ich... dass sagen effektiv Darmstadt ("Wir spielen jetzt nur noch für uns") und Ingolstadt, wo Thomas Linke den direkten Klassenerhalt schon mal abgehakt hat... obwohl ihm effektiv genau so viele Punkte vom wirklich rettenden Ufer wie vom vorläufig rettenden Ufer trennen... Und gerade wenn man sich anschaut, wie Ingolstadt letztes Wochenende spontan auseinandergebrochen ist... ist es schwer vorstellbar, dass sie den Rückstand noch aufholen...
Und ja, 80% der noch auszutragenden Spiele werden vollkommen egal sein. Es wird nichts passieren, was irgendwie relevant ist... aber ich muss mir jetzt lustige Sprüche zum Spitzenspiel Ingolstadt - Köln aus den Fingern saugen...
Man muss sich halt irgendwie damit abfinden, dass die Bundesliga die 2. Saison in Folge zu viel zu großen Teilen verdammt langweilig ist. Dass abgesehen von einer Aufholjagd der Gladbacher wirklich gar nichts passieren wird...
Und irgendwann muss man sich fragen; Wie lange kann die Liga solche Jahrgänge ertragen, ohne Schaden zu nehmen?
Montag, 6. März 2017
Worst of des "guten Schritt in die richtige Richtung" Wochenendes
Bayer Leverkusen hat es endlich geschafft... wobei... das ist sogar der völlig falsche Ansatz... Roger Schmidt hat es endlich geschafft. Er ist endlich entlassen worden. Und ganz ehrlich: Ich kann mich nicht daran erinnern, dass jemals ein Trainer so um seine Entlassung gebettelt hat... Außer vielleicht Thomas "Da lach ich mir doch den Arsch ab" Doll... und das war ein einmaliger Ausrutscher...
Also allein schon, dass der sich über mangelnde Rückendeckung in der Zeit beschwert hat... Es hatten ganz wenige Trainer trotz anhaltenden Misserfolges so viel Rückhalt im Vorstand wie Schmidt. Meine Theorie war ja, dass der irgendwelche Nacktfotos von Rudi Völler auf seinem Rechner liegen hat und den damit erpresst hat. Anders konnte ich mir das Mantra-artige "Wir haben einen guten Trainer, den werden wir auf jeden Fall behalten" nicht erklären...
Die haben halt lieber mit Jörn Wolf einen zusätzlichen Mann verpflichtet, der heutzutage für einen guten Trainer essenzielle Aufgaben wie die Kommunikation übernehmen sollte... und trotzdem beschwerte sich Schmidt...
Dass dann nach einem 2:6 ein "richtig gutes Spiel" gesehen haben will... ähm... dem war bewusst, dass er nicht der Trainer von Borussia Dortmund ist? Warte... kann es sein, dass Schmidt darauf spekuliert, dass der Trainerposten in Dortmund im Sommer frei wird?
Aber er hat ja Recht: Das war ein Schritt in die richtige Richtung... nur leider heißt diese Richtung Andre Breitenreiter. Und die Frage, was ein kompetenter Trainer mit diesem Kader anstellen kann, ist eine der letzten spannenden und offenen Themen dieser Saison... Oh, warte was? Die verpflichten lieber Tayfun Korkut? Und steigen damit aus dem Rennen um Breitenreiter aus?
Was mir an der Stelle einfällt: was hat Andre Breitenreiter eigentlich falsch gemacht? Also abgesehen davon, dass er Schalke 04 übernommen hat. Eigentlich sollte Breitenreiter gerade die heißeste Aktie auf dem Trainermarkt sein. Und damit bei jedem Verein im Gespräch. Ich würde nicht mal ausschließen, dass Christian Heidel den als Markus Weinzierl Nachfolger vorstellt... falls Schalke den diese Saison wirklich noch suchen muss.
So was passiert einem nebenbei echt nur, wenn man Schalke übernimmt... also Mirko Slomka und jetzt gerade als aktuelles Beispiel Jens Keller standen nach ihrem Schalke-Engagement vor ähnlichen Problemen: Alle konnten sehen, dass ihre Arbeit erfolgreicher war als die ihrer Nachfolger, trotzdem mussten sie sich mit unzureichenden Angeboten auseinander setzen... und Union Berlin übernehmen... Nur um aus dieser Mannschaft einen Aufstiegsaspiranten zu machen... was nur nochmal nachweist, wie sinnlos dessen Entlassung eigentlich war...
Schalke ist halt der einzige Verein, bei dem du deinen Ruf als Trainer ruinieren kannst, obwohl du gute Arbeit ablieferst... hey... dass macht doch Roger Schmidt zum perfekten Trainer für die...
Werder Bremen und der Darmstadt Coach Bounce Effekt: Auch Werder hat sich ja bis auf weiteres aus dem "Rennen um Breitenreiter" verabschiedet... auch wenn man eigentlich nur den Relegationsplatz gebucht hat... Und ihr jetzt: Wie jetzt, die sind doch voll auf dem Aufsteigenden Ast, die haben 3 Spiele hintereinander gewonnen. Stimmt... aber:
Sie durften zuletzt gegen 2 der 3 schlechtesten Mannschaften der Liga antreten. Wolfsburg unter Ismael und Darmstadt im Allgemeinen ist halt echt der Bodensatz der Liga. Aber das alleine reichte ja nicht mal um souveräne Siege zu sichern... die brauchten auch noch Felix Wiedwald im "Ich stelle ein Bewerbungsvideo für die Nationalmannschaft zusammen" Modus im Tor. Felix Wiedwald, der schon von allen abgeschrieben war, musste überragende Leistungen zeigen, damit Werder mit verdammt viel Glück 2 Siege gegen hoffnungslos überforderte Mannschaften erringen konnte...
Fragt euch einfach mal gegen wie viele andere Mannschaften die gezeigten Leistungen zum Sieg gereicht hätten? Genau... Ingolstadt...
Lustiger Weise wird ja immer gerne ein "Das Ergebnis ist nicht so wichtig, uns ist wichtiger, dass eine Einheit auf dem Platz stand und dass die Mannschaft gezeigt hat, dass sie will" in den Raum geworfen... faszinierender Weise kommt dieser Satz nur, wenn das Ergebnis nicht stimmt... Wenn das Endergebnis stimmt, wird hinterher von Vereinsseite darüber geschwiegen, dass die erste Halbzeit katastrophal (Der Kicker beschreibt die erste Halbzeit als "Hobbymannschaft nach einer durchzechten Nacht"... Holy Shit...)
Eigentlich hat Alexander Nouri in den letzten 2 Wochen keine Argumente für eine Weiterbeschäftigung geliefert. Er hatte nur extremes Glück im Spielplan und auf dem Platz. Und genau das hat ihn jetzt seinen Job gesichert... Ich sage das mal so: Werder liefert gerade ein gutes Lehrbeispiel ab, warum man seiner Trainer vor dem Darmstadt Spiel entlassen sollte.
1.FSV Mainz 05 und das Advanced Scouting: Nach dem man sich vor 2 Wochen intensiv mit der Verteidigungsstrategie von Werder Bremen beschäftigt hat... so intensiv, dass die einem ins Blut übergegangen ist... sind sie diese Woche anscheinend auf ein altes Mario Gomez Video gestoßen... und dachten sich: Aha, den verteidigt man also am besten, in dem man dafür sorgt, dass er möglichst auf der Torline angespielt wird... das kriegen wir hin... hat nicht so funktioniert...
Wo ich schon dabei bin: Pierre-Emerick Aubameyang, Gomez der Woche. Muss ich das eigentlich noch erwähnen? Der Kicker veröffentlicht eine faszinierende Statistik: Aubameyang stand bei 10 seiner 20 Tore im 5 Meter Raum... also in aller bester Position um sich für den Titel Gomez der Woche zu bewerben... Und das ist auch super gut. Also dass Dortmund wirklich konstant in der Lage ist, ihren gefährlichsten Stürmer im 5 Meter Raum in Abschlussposition zu bringen... Das Problem? Nun ja... so unwahrscheinlich das klingt... aber Aubameyang im 5 Meter Raum freizuspielen ist halt trotzdem keine 100%ige Torchance... Er lässt halt jede 2. dieser Möglichkeiten liegen... Nur um da mal nen Beweis für zu bringen, hier ein Zitat aus dem Kicker-Ticker zum Leverkusenspiel aus der 31. Minute:
"Wieder einmal ist Dembelé rechts frei und hat Platz zur genauen Flanke auf Aubameyang - der Goalgetter lässt nach dem Flachpass am Fünfer das 3:0 liegen, weil er den Ball nicht trifft ... Riesending!"
Und ja, Aubameyang lässt solche Riesendinger regelmäßig liegen...
Also allein schon, dass der sich über mangelnde Rückendeckung in der Zeit beschwert hat... Es hatten ganz wenige Trainer trotz anhaltenden Misserfolges so viel Rückhalt im Vorstand wie Schmidt. Meine Theorie war ja, dass der irgendwelche Nacktfotos von Rudi Völler auf seinem Rechner liegen hat und den damit erpresst hat. Anders konnte ich mir das Mantra-artige "Wir haben einen guten Trainer, den werden wir auf jeden Fall behalten" nicht erklären...
Die haben halt lieber mit Jörn Wolf einen zusätzlichen Mann verpflichtet, der heutzutage für einen guten Trainer essenzielle Aufgaben wie die Kommunikation übernehmen sollte... und trotzdem beschwerte sich Schmidt...
Dass dann nach einem 2:6 ein "richtig gutes Spiel" gesehen haben will... ähm... dem war bewusst, dass er nicht der Trainer von Borussia Dortmund ist? Warte... kann es sein, dass Schmidt darauf spekuliert, dass der Trainerposten in Dortmund im Sommer frei wird?
Aber er hat ja Recht: Das war ein Schritt in die richtige Richtung... nur leider heißt diese Richtung Andre Breitenreiter. Und die Frage, was ein kompetenter Trainer mit diesem Kader anstellen kann, ist eine der letzten spannenden und offenen Themen dieser Saison... Oh, warte was? Die verpflichten lieber Tayfun Korkut? Und steigen damit aus dem Rennen um Breitenreiter aus?
Was mir an der Stelle einfällt: was hat Andre Breitenreiter eigentlich falsch gemacht? Also abgesehen davon, dass er Schalke 04 übernommen hat. Eigentlich sollte Breitenreiter gerade die heißeste Aktie auf dem Trainermarkt sein. Und damit bei jedem Verein im Gespräch. Ich würde nicht mal ausschließen, dass Christian Heidel den als Markus Weinzierl Nachfolger vorstellt... falls Schalke den diese Saison wirklich noch suchen muss.
So was passiert einem nebenbei echt nur, wenn man Schalke übernimmt... also Mirko Slomka und jetzt gerade als aktuelles Beispiel Jens Keller standen nach ihrem Schalke-Engagement vor ähnlichen Problemen: Alle konnten sehen, dass ihre Arbeit erfolgreicher war als die ihrer Nachfolger, trotzdem mussten sie sich mit unzureichenden Angeboten auseinander setzen... und Union Berlin übernehmen... Nur um aus dieser Mannschaft einen Aufstiegsaspiranten zu machen... was nur nochmal nachweist, wie sinnlos dessen Entlassung eigentlich war...
Schalke ist halt der einzige Verein, bei dem du deinen Ruf als Trainer ruinieren kannst, obwohl du gute Arbeit ablieferst... hey... dass macht doch Roger Schmidt zum perfekten Trainer für die...
Werder Bremen und der Darmstadt Coach Bounce Effekt: Auch Werder hat sich ja bis auf weiteres aus dem "Rennen um Breitenreiter" verabschiedet... auch wenn man eigentlich nur den Relegationsplatz gebucht hat... Und ihr jetzt: Wie jetzt, die sind doch voll auf dem Aufsteigenden Ast, die haben 3 Spiele hintereinander gewonnen. Stimmt... aber:
Sie durften zuletzt gegen 2 der 3 schlechtesten Mannschaften der Liga antreten. Wolfsburg unter Ismael und Darmstadt im Allgemeinen ist halt echt der Bodensatz der Liga. Aber das alleine reichte ja nicht mal um souveräne Siege zu sichern... die brauchten auch noch Felix Wiedwald im "Ich stelle ein Bewerbungsvideo für die Nationalmannschaft zusammen" Modus im Tor. Felix Wiedwald, der schon von allen abgeschrieben war, musste überragende Leistungen zeigen, damit Werder mit verdammt viel Glück 2 Siege gegen hoffnungslos überforderte Mannschaften erringen konnte...
Fragt euch einfach mal gegen wie viele andere Mannschaften die gezeigten Leistungen zum Sieg gereicht hätten? Genau... Ingolstadt...
Lustiger Weise wird ja immer gerne ein "Das Ergebnis ist nicht so wichtig, uns ist wichtiger, dass eine Einheit auf dem Platz stand und dass die Mannschaft gezeigt hat, dass sie will" in den Raum geworfen... faszinierender Weise kommt dieser Satz nur, wenn das Ergebnis nicht stimmt... Wenn das Endergebnis stimmt, wird hinterher von Vereinsseite darüber geschwiegen, dass die erste Halbzeit katastrophal (Der Kicker beschreibt die erste Halbzeit als "Hobbymannschaft nach einer durchzechten Nacht"... Holy Shit...)
Eigentlich hat Alexander Nouri in den letzten 2 Wochen keine Argumente für eine Weiterbeschäftigung geliefert. Er hatte nur extremes Glück im Spielplan und auf dem Platz. Und genau das hat ihn jetzt seinen Job gesichert... Ich sage das mal so: Werder liefert gerade ein gutes Lehrbeispiel ab, warum man seiner Trainer vor dem Darmstadt Spiel entlassen sollte.
1.FSV Mainz 05 und das Advanced Scouting: Nach dem man sich vor 2 Wochen intensiv mit der Verteidigungsstrategie von Werder Bremen beschäftigt hat... so intensiv, dass die einem ins Blut übergegangen ist... sind sie diese Woche anscheinend auf ein altes Mario Gomez Video gestoßen... und dachten sich: Aha, den verteidigt man also am besten, in dem man dafür sorgt, dass er möglichst auf der Torline angespielt wird... das kriegen wir hin... hat nicht so funktioniert...
Wo ich schon dabei bin: Pierre-Emerick Aubameyang, Gomez der Woche. Muss ich das eigentlich noch erwähnen? Der Kicker veröffentlicht eine faszinierende Statistik: Aubameyang stand bei 10 seiner 20 Tore im 5 Meter Raum... also in aller bester Position um sich für den Titel Gomez der Woche zu bewerben... Und das ist auch super gut. Also dass Dortmund wirklich konstant in der Lage ist, ihren gefährlichsten Stürmer im 5 Meter Raum in Abschlussposition zu bringen... Das Problem? Nun ja... so unwahrscheinlich das klingt... aber Aubameyang im 5 Meter Raum freizuspielen ist halt trotzdem keine 100%ige Torchance... Er lässt halt jede 2. dieser Möglichkeiten liegen... Nur um da mal nen Beweis für zu bringen, hier ein Zitat aus dem Kicker-Ticker zum Leverkusenspiel aus der 31. Minute:
"Wieder einmal ist Dembelé rechts frei und hat Platz zur genauen Flanke auf Aubameyang - der Goalgetter lässt nach dem Flachpass am Fünfer das 3:0 liegen, weil er den Ball nicht trifft ... Riesending!"
Und ja, Aubameyang lässt solche Riesendinger regelmäßig liegen...
Montag, 27. Februar 2017
Das Karlheinz Rummenigge so ein schlechter Verlierer ist...
Was würde ich nur ohne ihn machen...
Natürlich... hat der gute Kalle auch extrem wenig Erfahrungen mit Niederlagen... wie das so ist, als Bayern München Anhänger... man kommt einfach kaum dazu den Umgang mit solchen Momenten zu üben...
Und da man dann ja auch unwidersprochen seinen Bullshit verbreiten kann, fällt es einem selber wahrscheinlich gar nicht auf, wie viel Unsinn man da verbreitet... Aber ganz ehrlich, dass Rummenigge selber jetzt seinen absoluten Tiefpunkt als Bayern-Präsident selber und unmotiviert wieder auspackt... Ist irgendwie schon eine absurde Kombination von Kindergartenniveau und Elefantengehirn...
Vielleicht könnte man einfach mal Würde zeigen und anständig verlieren... aber warum sollte man...
Das faszinierende ist ja, dass die "Der Videoschiedsrichter erlaubt solche Fehlentscheidungen, wie sie in Madrid zu unseren Lasten getroffen wurden, ja gar nicht."Aussage absoluter Bullshit ist.
Gehen wir die 7 Fehlentscheidungen, wie sie der Kicker hinterher aufgezählt hat, noch mal durch und wenden den Videobeweis, so wie er jetzt funktioniert, auf ihn an:
Die Entscheidungen 1, 4 und 5 (also kurz zusammengefasst der früher fällige, falsche oder ausgebliebene Platzverweis für Vidal und Casemiro) betreffen halt den Videoschiedsrichter nicht. Es sind nur Gelb-Rote Karten, die aus irgendwelchen Gründen von der Überprüfung ausgeschlossen sind. Wenn der Schiedsrichter eine Tätlichkeit übersehen hätte... Oder für eine klare Rote Karte nur Gelb gezeigt hätte... dann könnte Kalle mit diesen Beispielen argumentieren. So sind das genau die Fälle, die wir nicht über den Videoschiedsrichter geregelt sehen wollen, weil sie dazu führen würden, dass jede Verwarnung überprüft werden muss... was Ewigkeiten dauert.
Der Abseitspfiff in der 66. Minute gegen Robert Lewandowski... ich sag das mal so... Kalle kann ja mal beim 1.FC Köln nachfragen, wie das läuft, wenn der Schiedsrichter fälschlicher Weise auf Abseits entscheidet.
Dagegen wird dann... das 2:1, welches die Verlängerung überhaupt ermöglicht, zurückgenommen... genau wegen Abseits.
Damit hat Rummenigge natürlich am Ende Recht: Der Videobeweis hätte ihm viele Nerven erspart, weil die Bayern ohne Verlängerung ausgeschieden wäre. Gut für ihn.
Natürlich hätten das 2:2 und das 2:3 auch nicht gezählt. Aber wir wären ja gar nicht in die Situation gekommen, diese zu brauchen.
Lustiger Weise (um wirklich mal nen Sinnvollen Gedanken zu äußern) zeigen gerade die "Abseitstore" ein ganz großes, weitgehend ignoriertes Problem mit der derzeitigen Umsetzung des Videobeweises, welches dringend gelöst werden muss: Wann pfeife ich eigentlich noch Abseits? Genau genommen am besten gar nicht mehr. Denn wenn die Großchance nicht genutzt wird, geht es mit Abstoß weiter. Wenn sie genutzt wird, greift der Videobeweis und verhindert die Fehlentscheidung.
Dass dies der richtige Ansatz wäre, beweist uns das Spiel Hannover - Köln. Dort werden dem 1.FC zunächst 2 Großchancen zurück gepfiffen, weil der Linienrichter die Angreifer im Abseits gesehen haben wollte... Nur damit der Videoassistent dann beim Abseitstor von Claudio Pizarro doch eingreift.
Eine sachlich gesehen definitiv unfaire Anwendung des Videobeweises. Denn er verhinderte 3 Großchancen für die Kölner. 2 zu unrecht... Aber das konnte man nach dem Pfiff ja nicht mehr ändern...
Und das ist eine ganz spannende Frage, die der Fußball als ganzes für sich klären müssen: Lassen wir in Abseitssituationen ab sofort weiter spielen und überprüfen sie im Zweifelsfalle nach dem erzielten Tor? Das wäre die faire Umsetzung, denn so könnte man relevante Fehlentscheidungen ausschließen. Es wäre aber auch das Ende jeder Emotion beim Torjubel, weil dann wirklich jeder 2. Treffer hinterher kontrolliert werden müsste.
Oder legt man fest, das Abseitsentscheidungen allgemein nicht "Reviewable" sind. Damit solche Situationen wie in Köln, dass der Videobeweis konstant zu Lasten einer Mannschaft ausgelegt wird, vermieden werden. Diese Entscheidung würde die Emotionen auf dem Platz schützen. Aber bei jedem Abseitstor würde hinterher die Diskussion losgetreten werden, ob das Sinnvoll ist.
Und es gibt keine gute Antwort. Fakt ist: Die Zwischenlösung "Wenn jemand wegen Abseits fälschlicher Weise zurück gepfiffen wird, hat er Pech, wenn er ein Abseitstor erzielt auch" kann nicht das Endergebnis sein.
Bevor jetzt jemand mit dem "Ist doch nur Abseits" kommt... geht mal kurz in euch und fragt euch, wie viele Hauchdünne Abseitsentscheidungen es jedes Wochenende... ich verweise spontan auf RB Leipzig gegen den Hamburger SV... in den es so hauchdünnes Abseits gab, dass selbst der Videobeweis nicht eingreifen konnte. (oder, für die Verschwörungstheoretiker unter uns, die DFL war damals noch im "Wir müssen den HSV irgendwie retten, die haben ja so sympathische Fans" Modus...)
Und solche Szene gibt es erschreckend häufig. Meistens werden sie einfach nur ignoriert, weil sie nicht Spiel entscheidend sind. Oder nicht in absoluter Strafraumnähe passieren. Und dann gibt es Spiele, in denen es 3 Mal innerhalb von 93 Minuten passiert.
Und das formuliere ich nicht mal als Vorwurf an die Linienrichter. Bei den Geschwindigkeiten, in denen Fußball mittlerweile gespielt wird und den gegensätzlichen Bewegungen von Angreifern und Verteidigern ist es unfassbar schwierig immer die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn ein 30 Meter Steilpass auf eine Abseitsfalle trifft. Im Wesentlichen verlässt man sich auf seine Erfahrungswerte. Und es ist faszinierend, wie oft diese Erfahrungswerte richtig liegen... Aber wenn "Oft genug richtig liegen" im Fußball reichen würde, hätten wir gar keinen Videobeweis. Denn das machen die Schiedsrichter ja allgemein...
Dass die Uefa an der Stelle sagt "Unser wichtigster Wettbewerb ist keine Laborratte"... erscheint auf ein Mal erstaunlich sinnvoll. Geradezu Alternativlos.
Und ja, wenn wir uns für eine allgemein akzeptierte Lösung bei Abseitsentscheidungen entschieden haben, kann man den Videobeweis nicht in der Champions League einführen. Und allgemein akzeptiert heißt an der Stelle, dass man sich wirklich geeinigt hat und das Abseits-Fass nicht jedes Mal, wenn die Entscheidungen zu seinen eigenen Lasten ausfallen, wieder auspackt.
Rummenigges Aktion hilft bei der eigentlich wichtigen Auseinandersetzung mit dem Problem mal wieder überhaupt nicht. Weil er wie immer das eingeschnappte Kind spielt, welches nur seinen eigenen Vorteil und seine eigene Position sieht. Anstatt mal einen sachlichen Diskurs zu führen, wo wir mit dieser Neuerung hinwollen...
Und ja, ein Diskurs über die Anwendung des Videoschiedsrichters beim Real - Bayern Rückspiel wäre extrem sinnvoll. Also dass man sich dieses Spiel wirklich nochmal anguckt und sich dann fragt: Wäre es vielleicht doch sinnvoll, dem Schiedsrichter schon bei möglichen Gelb-Roten Karten unter die Arme zu greifen? Oder muss man dann nicht auch die Gelben Karten, die langfristig zu einem Platzverweis führen können, überprüfen?
Und in dem man anhand dieses Spiels mit 4 entscheidenden Abseitsentscheidungen (2 für jede Mannschaft) mal das Problem erörtert, wie der Videobeweis mit diesen Szenen umgehen sollte. Aber all das halt sachlich, was ein Rummenigge anscheinend nicht kann oder will...
Da aber die großen Vereine hauptsächlich von solchen Egomanen geführt werden, gibt es auch wenig Hoffnung, dass die eigentlich wichtigen Fragen beim Videobeweis jemals gelöst werden... aber hey, immerhin unterhält mich der Kalle...
Natürlich... hat der gute Kalle auch extrem wenig Erfahrungen mit Niederlagen... wie das so ist, als Bayern München Anhänger... man kommt einfach kaum dazu den Umgang mit solchen Momenten zu üben...
Und da man dann ja auch unwidersprochen seinen Bullshit verbreiten kann, fällt es einem selber wahrscheinlich gar nicht auf, wie viel Unsinn man da verbreitet... Aber ganz ehrlich, dass Rummenigge selber jetzt seinen absoluten Tiefpunkt als Bayern-Präsident selber und unmotiviert wieder auspackt... Ist irgendwie schon eine absurde Kombination von Kindergartenniveau und Elefantengehirn...
Vielleicht könnte man einfach mal Würde zeigen und anständig verlieren... aber warum sollte man...
Das faszinierende ist ja, dass die "Der Videoschiedsrichter erlaubt solche Fehlentscheidungen, wie sie in Madrid zu unseren Lasten getroffen wurden, ja gar nicht."Aussage absoluter Bullshit ist.
Gehen wir die 7 Fehlentscheidungen, wie sie der Kicker hinterher aufgezählt hat, noch mal durch und wenden den Videobeweis, so wie er jetzt funktioniert, auf ihn an:
Die Entscheidungen 1, 4 und 5 (also kurz zusammengefasst der früher fällige, falsche oder ausgebliebene Platzverweis für Vidal und Casemiro) betreffen halt den Videoschiedsrichter nicht. Es sind nur Gelb-Rote Karten, die aus irgendwelchen Gründen von der Überprüfung ausgeschlossen sind. Wenn der Schiedsrichter eine Tätlichkeit übersehen hätte... Oder für eine klare Rote Karte nur Gelb gezeigt hätte... dann könnte Kalle mit diesen Beispielen argumentieren. So sind das genau die Fälle, die wir nicht über den Videoschiedsrichter geregelt sehen wollen, weil sie dazu führen würden, dass jede Verwarnung überprüft werden muss... was Ewigkeiten dauert.
Der Abseitspfiff in der 66. Minute gegen Robert Lewandowski... ich sag das mal so... Kalle kann ja mal beim 1.FC Köln nachfragen, wie das läuft, wenn der Schiedsrichter fälschlicher Weise auf Abseits entscheidet.
Dagegen wird dann... das 2:1, welches die Verlängerung überhaupt ermöglicht, zurückgenommen... genau wegen Abseits.
Damit hat Rummenigge natürlich am Ende Recht: Der Videobeweis hätte ihm viele Nerven erspart, weil die Bayern ohne Verlängerung ausgeschieden wäre. Gut für ihn.
Natürlich hätten das 2:2 und das 2:3 auch nicht gezählt. Aber wir wären ja gar nicht in die Situation gekommen, diese zu brauchen.
Lustiger Weise (um wirklich mal nen Sinnvollen Gedanken zu äußern) zeigen gerade die "Abseitstore" ein ganz großes, weitgehend ignoriertes Problem mit der derzeitigen Umsetzung des Videobeweises, welches dringend gelöst werden muss: Wann pfeife ich eigentlich noch Abseits? Genau genommen am besten gar nicht mehr. Denn wenn die Großchance nicht genutzt wird, geht es mit Abstoß weiter. Wenn sie genutzt wird, greift der Videobeweis und verhindert die Fehlentscheidung.
Dass dies der richtige Ansatz wäre, beweist uns das Spiel Hannover - Köln. Dort werden dem 1.FC zunächst 2 Großchancen zurück gepfiffen, weil der Linienrichter die Angreifer im Abseits gesehen haben wollte... Nur damit der Videoassistent dann beim Abseitstor von Claudio Pizarro doch eingreift.
Eine sachlich gesehen definitiv unfaire Anwendung des Videobeweises. Denn er verhinderte 3 Großchancen für die Kölner. 2 zu unrecht... Aber das konnte man nach dem Pfiff ja nicht mehr ändern...
Und das ist eine ganz spannende Frage, die der Fußball als ganzes für sich klären müssen: Lassen wir in Abseitssituationen ab sofort weiter spielen und überprüfen sie im Zweifelsfalle nach dem erzielten Tor? Das wäre die faire Umsetzung, denn so könnte man relevante Fehlentscheidungen ausschließen. Es wäre aber auch das Ende jeder Emotion beim Torjubel, weil dann wirklich jeder 2. Treffer hinterher kontrolliert werden müsste.
Oder legt man fest, das Abseitsentscheidungen allgemein nicht "Reviewable" sind. Damit solche Situationen wie in Köln, dass der Videobeweis konstant zu Lasten einer Mannschaft ausgelegt wird, vermieden werden. Diese Entscheidung würde die Emotionen auf dem Platz schützen. Aber bei jedem Abseitstor würde hinterher die Diskussion losgetreten werden, ob das Sinnvoll ist.
Und es gibt keine gute Antwort. Fakt ist: Die Zwischenlösung "Wenn jemand wegen Abseits fälschlicher Weise zurück gepfiffen wird, hat er Pech, wenn er ein Abseitstor erzielt auch" kann nicht das Endergebnis sein.
Bevor jetzt jemand mit dem "Ist doch nur Abseits" kommt... geht mal kurz in euch und fragt euch, wie viele Hauchdünne Abseitsentscheidungen es jedes Wochenende... ich verweise spontan auf RB Leipzig gegen den Hamburger SV... in den es so hauchdünnes Abseits gab, dass selbst der Videobeweis nicht eingreifen konnte. (oder, für die Verschwörungstheoretiker unter uns, die DFL war damals noch im "Wir müssen den HSV irgendwie retten, die haben ja so sympathische Fans" Modus...)
Und solche Szene gibt es erschreckend häufig. Meistens werden sie einfach nur ignoriert, weil sie nicht Spiel entscheidend sind. Oder nicht in absoluter Strafraumnähe passieren. Und dann gibt es Spiele, in denen es 3 Mal innerhalb von 93 Minuten passiert.
Und das formuliere ich nicht mal als Vorwurf an die Linienrichter. Bei den Geschwindigkeiten, in denen Fußball mittlerweile gespielt wird und den gegensätzlichen Bewegungen von Angreifern und Verteidigern ist es unfassbar schwierig immer die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn ein 30 Meter Steilpass auf eine Abseitsfalle trifft. Im Wesentlichen verlässt man sich auf seine Erfahrungswerte. Und es ist faszinierend, wie oft diese Erfahrungswerte richtig liegen... Aber wenn "Oft genug richtig liegen" im Fußball reichen würde, hätten wir gar keinen Videobeweis. Denn das machen die Schiedsrichter ja allgemein...
Dass die Uefa an der Stelle sagt "Unser wichtigster Wettbewerb ist keine Laborratte"... erscheint auf ein Mal erstaunlich sinnvoll. Geradezu Alternativlos.
Und ja, wenn wir uns für eine allgemein akzeptierte Lösung bei Abseitsentscheidungen entschieden haben, kann man den Videobeweis nicht in der Champions League einführen. Und allgemein akzeptiert heißt an der Stelle, dass man sich wirklich geeinigt hat und das Abseits-Fass nicht jedes Mal, wenn die Entscheidungen zu seinen eigenen Lasten ausfallen, wieder auspackt.
Rummenigges Aktion hilft bei der eigentlich wichtigen Auseinandersetzung mit dem Problem mal wieder überhaupt nicht. Weil er wie immer das eingeschnappte Kind spielt, welches nur seinen eigenen Vorteil und seine eigene Position sieht. Anstatt mal einen sachlichen Diskurs zu führen, wo wir mit dieser Neuerung hinwollen...
Und ja, ein Diskurs über die Anwendung des Videoschiedsrichters beim Real - Bayern Rückspiel wäre extrem sinnvoll. Also dass man sich dieses Spiel wirklich nochmal anguckt und sich dann fragt: Wäre es vielleicht doch sinnvoll, dem Schiedsrichter schon bei möglichen Gelb-Roten Karten unter die Arme zu greifen? Oder muss man dann nicht auch die Gelben Karten, die langfristig zu einem Platzverweis führen können, überprüfen?
Und in dem man anhand dieses Spiels mit 4 entscheidenden Abseitsentscheidungen (2 für jede Mannschaft) mal das Problem erörtert, wie der Videobeweis mit diesen Szenen umgehen sollte. Aber all das halt sachlich, was ein Rummenigge anscheinend nicht kann oder will...
Da aber die großen Vereine hauptsächlich von solchen Egomanen geführt werden, gibt es auch wenig Hoffnung, dass die eigentlich wichtigen Fragen beim Videobeweis jemals gelöst werden... aber hey, immerhin unterhält mich der Kalle...
Montag, 20. Februar 2017
Worst of des "Zeitspiel will gelernt sein" Wochenendes
Eigentlich wollte ich ja mit der "Das wäre selbst BFC Dynamo peinlich gewesen" anfangen... Aber dann wurde mir bewusst: Pal Dardai ist selbst Schuld, was stellt der sich auch so dumm an. Man muss sich beim Zeit schinden schon ein bisschen clever anstellen.
Die ganze Debatte hätte er ganz einfach lösen können. Wenn er in der 85., 87. und 89. Minute am Zeiger dreht. Wird die Nachspielzeit deswegen nicht verlängert. Dann waren die Wechsel ja schon mit eingerechnet...
Man kann also definitiv als Trainer zu spät wechseln. Nicht nur, wenn dein Spieler Gelb-Rot sieht, bevor du ihn raus genommen hast. Auch wenn du mit dem Zeitspiel in der Nachspielzeit anfängst...
Julian Nagelsmann wird an der Stelle eh sagen "Der hatte 2 Wechsel in der Nachspielzeit übrig? Warum?"
Man hat ja als Trainer eh kaum Möglichkeiten auf das Spiel wirklich Einfluss zu nehmen... diese dann ausschließlich zu nutzen um 1/96stel der Spielzeit ablaufen zu lassen... das erscheint einem Nagelsmann unsinnig. Deswegen hat der auch so oft seinen Siegtorschützen eingewechselt, während Dardai eigentlich nur ein "Ihr schafft das eh nicht" vermitteln konnte... Und ja, direkt nach den Wechseln war jegliche Zuordnung bei Standartsituationen verschwunden.
Ich meine, ein Arjen Robben konnte nach einem Freistoß im Strafraum komplett frei stehen...
Natürlich sagt sich das immer so einfach... aber wenn Dardai in Minute 70 und 80 2 frische Flügelspieler (Valentin Stocker und Alexander Esswein) bringt, seiner Mannschaft damit signalisiert, dass man selber noch am Spiel teilnehmen will. Und dann kann er immer noch ein Mal wechseln um an der Uhr zu drehen.
Das ist halt das wirklich faszinierende am "Bayern-Dusel". Der wird halt immer auch erzwungen. Und in diesem Fall wurde er halt vom gegnerischen Trainer erzwungen. Selbst wenn der am Ende gar nicht wechselt... vermittelt er seinem Team mehr Selbstvertrauen als mit der "Oh mein Gott, das halten wir nicht durch, ich muss ab Minute 87 3 Mal wechseln, damit wir überhaupt eine Chance haben das über die Zeit zu bringen!" Aktion.
Und nebenbei... nimmt er, wenn sich die ausgewechselten Spieler entsprechend Zeit lassen, genau so viele Sekunden von der Uhr, es fällt halt nur keinem auf. Also ja, Dardai sollte sich eigentlich fragen, warum er seiner Ersatzbank in diesem Spiel so gar nichts außer Zeitspiel zutraut.
Alles, was er mit seiner Wechselstrategie bewirkt hat, war ja, dass er bei der entscheidenden Aktion 3 Spieler auf dem Feld hat, die noch keinen einzigen Ballkontakt hatten... oder einen Zweikampf geführt haben... ich sehe nicht, wie das schief gehen könnte...
Thomas Tuchel, Vollidiot der Woche: Was? Wer denn sonst. Natürlich der. Der liest offensichtlich nicht meinen Blog. Also in der Sportschau fiel halt der "Da werden Menschen bestraft, die nichts gemacht haben" Satz... Ja, Genau deswegen.
Nehmen wir an der Stelle mal als Vergleich die Ultras von Borussia Mönchengladbach: Die haben sich vereinzelt auch daneben benommen. Sehr vereinzelt. Und jetzt das Problem, dass auf Grund der Vorfälle in Dortmund dieses eine Spruchband überhaupt erwähnt wird, während der restliche Protest genau so aussah, wie Traditionsprotest aussehen sollte. Die haben jetzt das Recht von einer Minderheit zu sprechen.
Genau so angenehm sind die Dortmunder Fans, die wirklich glauben, dass 95% der Fans nichts gemacht haben... und ein Fansprecher, der im Sportschau Video behauptet, dass man ja dabei ist solche Leute auszugrenzen... also jetzt halt...
Vor der Sperrung der Südtribüne hatte die Dortmunder Fanszene ungefähr so viel Bock auf Aufarbeitung und Distanzierung, wie der Verfassungsschutz auf die Aufklärung rechtsextremer Anschläge vor 2013: Ja, damit müsste man sich mal beschäftigen, aber doch nicht jetzt...
Und jetzt hat der DFB ihnen halt mal mitgeteilt, dass sie sich doch jetzt und sofort damit beschäftigen müssen. Weil Bewährungsstrafen halt nicht ausreichen um diese Prozesse zu beschleunigen.
Aber hey, eigentlich soll es ja um Fußball gehen. Und die schönen Dinge... wie:
Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang, Gomez des Monats. Eigentlich war dieser Titel ja für Niklas Süle reserviert. Wie der den Ball auf der Linie stehend nicht ins Tor schießt, war schon dicht dran am Original... nur dass Süle halt auf der eigenen Torlinie stand... Aber was Reus und Aubameyang gerade liegen lassen... Vielleicht... sollte denen Mal jemand mitteilen, dass die Zeiten, in denen man als Dortmunder Angreifer Bewerbungsvideos für Arsenal London zusammenstellen wollte, irgendwie vorbei sind.
Bayer Leverkusen: Und ja. die spielen gerade wieder so, wie man das von ihnen erwartet. Sogar 2 Spiele in Folge. Aber es bleibt die frustrierendste Mannschaft der aktuellen Bundesliga. Weil sie dieses Niveau nur abrufen, wenn ihr Trainer kurz vor der Entlassung steht... Was wirklich nicht nachzuvollziehen ist. Also wenn die 2 Spieltage länger gegen den Trainer spielen würden, wären sie den halt los... und sie sind ja wochenlang so aufgetreten, als wäre das ihr Ziel. Wenn sie andererseits die Kurve einfach 2 Wochen früher kriegen würde, könnten die sich so viel Stress und ihrem Trainer schlaflose Nächte ersparen. Das ist aber nicht drin. Die können den Schalter erst umlegen, wenn öffentlich über die Entlassung ihres Trainers geredet wird... von den eigenen Verantwortlichen...
Mainz 05 und das übertriebene Videostudium. Also klar, die hatten auch das große Pech, dass ausgerechnet sie das eine gute Felix Wiedwald Spiel der Saison zugelost bekamen... Aber das 0:1 kann man eigentlich nur so erklären: Die haben die ganze Woche über das Bremer Defensivverhalten studiert und sich gedacht "Ach SO geht das... das können wir doch auch."
Die ganze Debatte hätte er ganz einfach lösen können. Wenn er in der 85., 87. und 89. Minute am Zeiger dreht. Wird die Nachspielzeit deswegen nicht verlängert. Dann waren die Wechsel ja schon mit eingerechnet...
Man kann also definitiv als Trainer zu spät wechseln. Nicht nur, wenn dein Spieler Gelb-Rot sieht, bevor du ihn raus genommen hast. Auch wenn du mit dem Zeitspiel in der Nachspielzeit anfängst...
Julian Nagelsmann wird an der Stelle eh sagen "Der hatte 2 Wechsel in der Nachspielzeit übrig? Warum?"
Man hat ja als Trainer eh kaum Möglichkeiten auf das Spiel wirklich Einfluss zu nehmen... diese dann ausschließlich zu nutzen um 1/96stel der Spielzeit ablaufen zu lassen... das erscheint einem Nagelsmann unsinnig. Deswegen hat der auch so oft seinen Siegtorschützen eingewechselt, während Dardai eigentlich nur ein "Ihr schafft das eh nicht" vermitteln konnte... Und ja, direkt nach den Wechseln war jegliche Zuordnung bei Standartsituationen verschwunden.
Ich meine, ein Arjen Robben konnte nach einem Freistoß im Strafraum komplett frei stehen...
Natürlich sagt sich das immer so einfach... aber wenn Dardai in Minute 70 und 80 2 frische Flügelspieler (Valentin Stocker und Alexander Esswein) bringt, seiner Mannschaft damit signalisiert, dass man selber noch am Spiel teilnehmen will. Und dann kann er immer noch ein Mal wechseln um an der Uhr zu drehen.
Das ist halt das wirklich faszinierende am "Bayern-Dusel". Der wird halt immer auch erzwungen. Und in diesem Fall wurde er halt vom gegnerischen Trainer erzwungen. Selbst wenn der am Ende gar nicht wechselt... vermittelt er seinem Team mehr Selbstvertrauen als mit der "Oh mein Gott, das halten wir nicht durch, ich muss ab Minute 87 3 Mal wechseln, damit wir überhaupt eine Chance haben das über die Zeit zu bringen!" Aktion.
Und nebenbei... nimmt er, wenn sich die ausgewechselten Spieler entsprechend Zeit lassen, genau so viele Sekunden von der Uhr, es fällt halt nur keinem auf. Also ja, Dardai sollte sich eigentlich fragen, warum er seiner Ersatzbank in diesem Spiel so gar nichts außer Zeitspiel zutraut.
Alles, was er mit seiner Wechselstrategie bewirkt hat, war ja, dass er bei der entscheidenden Aktion 3 Spieler auf dem Feld hat, die noch keinen einzigen Ballkontakt hatten... oder einen Zweikampf geführt haben... ich sehe nicht, wie das schief gehen könnte...
Thomas Tuchel, Vollidiot der Woche: Was? Wer denn sonst. Natürlich der. Der liest offensichtlich nicht meinen Blog. Also in der Sportschau fiel halt der "Da werden Menschen bestraft, die nichts gemacht haben" Satz... Ja, Genau deswegen.
Nehmen wir an der Stelle mal als Vergleich die Ultras von Borussia Mönchengladbach: Die haben sich vereinzelt auch daneben benommen. Sehr vereinzelt. Und jetzt das Problem, dass auf Grund der Vorfälle in Dortmund dieses eine Spruchband überhaupt erwähnt wird, während der restliche Protest genau so aussah, wie Traditionsprotest aussehen sollte. Die haben jetzt das Recht von einer Minderheit zu sprechen.
Genau so angenehm sind die Dortmunder Fans, die wirklich glauben, dass 95% der Fans nichts gemacht haben... und ein Fansprecher, der im Sportschau Video behauptet, dass man ja dabei ist solche Leute auszugrenzen... also jetzt halt...
Vor der Sperrung der Südtribüne hatte die Dortmunder Fanszene ungefähr so viel Bock auf Aufarbeitung und Distanzierung, wie der Verfassungsschutz auf die Aufklärung rechtsextremer Anschläge vor 2013: Ja, damit müsste man sich mal beschäftigen, aber doch nicht jetzt...
Und jetzt hat der DFB ihnen halt mal mitgeteilt, dass sie sich doch jetzt und sofort damit beschäftigen müssen. Weil Bewährungsstrafen halt nicht ausreichen um diese Prozesse zu beschleunigen.
Aber hey, eigentlich soll es ja um Fußball gehen. Und die schönen Dinge... wie:
Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang, Gomez des Monats. Eigentlich war dieser Titel ja für Niklas Süle reserviert. Wie der den Ball auf der Linie stehend nicht ins Tor schießt, war schon dicht dran am Original... nur dass Süle halt auf der eigenen Torlinie stand... Aber was Reus und Aubameyang gerade liegen lassen... Vielleicht... sollte denen Mal jemand mitteilen, dass die Zeiten, in denen man als Dortmunder Angreifer Bewerbungsvideos für Arsenal London zusammenstellen wollte, irgendwie vorbei sind.
Bayer Leverkusen: Und ja. die spielen gerade wieder so, wie man das von ihnen erwartet. Sogar 2 Spiele in Folge. Aber es bleibt die frustrierendste Mannschaft der aktuellen Bundesliga. Weil sie dieses Niveau nur abrufen, wenn ihr Trainer kurz vor der Entlassung steht... Was wirklich nicht nachzuvollziehen ist. Also wenn die 2 Spieltage länger gegen den Trainer spielen würden, wären sie den halt los... und sie sind ja wochenlang so aufgetreten, als wäre das ihr Ziel. Wenn sie andererseits die Kurve einfach 2 Wochen früher kriegen würde, könnten die sich so viel Stress und ihrem Trainer schlaflose Nächte ersparen. Das ist aber nicht drin. Die können den Schalter erst umlegen, wenn öffentlich über die Entlassung ihres Trainers geredet wird... von den eigenen Verantwortlichen...
Mainz 05 und das übertriebene Videostudium. Also klar, die hatten auch das große Pech, dass ausgerechnet sie das eine gute Felix Wiedwald Spiel der Saison zugelost bekamen... Aber das 0:1 kann man eigentlich nur so erklären: Die haben die ganze Woche über das Bremer Defensivverhalten studiert und sich gedacht "Ach SO geht das... das können wir doch auch."
Freitag, 17. Februar 2017
Vorschau auf den 21. Spieltag
Der Freitag Abend:
FC Augsburg - Bayer Leverkusen: Das wirklich faszinierende an der "Schmidt für Schmidt" Geschichte: Anscheinend wird keine Antwort von den Medien als ziemlich deutliches "Ja, das könnt ihr so drucken" verstanden... Und ja, wir werden nie erfahren, wie viel da wirklich dran ist und wie viele Sorgen sich Thomas Tuchel deswegen jetzt um seinen Job machen muss... aber eins steht fest: Leverkusen und Mainz werden ab sofort einfach jede Anfrage definitiv dementieren...
Der Samstag Nachmittag:
Borussia Dortmund - VfL Wolfsburg: Und ja, Tuchels Reaktion wird ein "Oh fuck, jetzt wird es eng!" gewesen sein... Schließlich hat Dortmund ein geschichtlich gewachsenes Zugriffsrecht auf Mainzer Trainer...
Und das Beste an der derzeitigen Situation in Dortmund? Es ist ausgeschlossen, dass man sich mit Analysen wie "Die denken, sie hätten gut gespielt" auf die eigene Leistung bezieht.
1.FSV Mainz 05 - Werder Bremen: Und mittendrin... hat Mainz die Nachfolge für ihren Schmidt schon geklärt... Also dass Sandro Schwarz dessen Nachfolger wird, wissen beide jetzt schon, sie wissen nur nicht wann... so was kriegt auch nur Mainz hin. Also vor allem einen jungen Trainer davon zu überzeugen in der 2. Mannschaft zu bleiben, obwohl die eigenen Trainer im Normalfall eher 6 Jahre als 6 Monate bleiben...
Hertha BSC Berlin - Bayern München: Und jetzt kommt die wirklich spannende Frage: Wie stellen sich die Bayern 2017 gegen einen richtigen Gegner an? Oh warte, wir reden von der Hertha im Rückrunden- und Vedad Ibisevic im "Ich habe einen neuen Vertrag"-Modus... Wir müssen uns da also weiterhin gedulden...
TSG 1899 Hoffenheim - SV Darmstadt 98: Das wichtigste Saisonspiel für die Darmstädter? Also ja, die müssen jetzt nachlegen und sich selber beweisen, dass die Vorführung gegen und von Dortmund keine Ausnahmeveranstaltung war... Dafür müssen sie nicht zwingend gewinnen, aber wenn sie sich jetzt von Sandro Wagner (Zitat der Woche "Der einzige Gegner, dessen Fans mich mögen.") richtig abschießen lassen...
Eintracht Frankfurt - FC Ingolstadt: Die faszinierendste Personalie des Donnerstags-Kickers... ist die Geschichte von Max Christiansen. Der schafft es gerade nicht, sich beim 2. schwächsten Bundesligisten der aktuellen Saison durchzusetzen... was ihn dann zu dem Punkt getrieben hat, dass er sich "ernsthafte Gedanken" machen muss, wo er "weiter in Bundesliga spielen" kann... ähm... warte was? Also wie viele Bundesligisten interessieren sich für einen Mittelfeldspieler, der für Ingolstadt nicht gut genug ist? Die überraschende Antwort: Frankfurt natürlich... da ist "nicht Fußball spielen können" halt kein Ausschlusskriterium für einen Mittelfeldspieler...
Das Spitzenspiel am Abend:
Hamburger SV - SC Freiburg: Das einzige, was mir gerade richtig Mut macht: Es werden gerade wieder all diese "Der Patient ist über den Berg" und "Das schlimmst ist überstanden" Artikel geschrieben... Also wenn Hamburg dieses Wochenende wieder gewinnt, bricht die "Jetzt geht's dann doch ums internationale Geschäft" Stimmung wieder durch... und spätestens danach verlieren die wieder 4 Spiele am Stück...
Der Sonntag:
Borussia Mönchengladbach - RB Leipzig: Die Gladbach Fans wollen jetzt dem Rest der Welt zeigen, wie man richtig gegen die Kommerzialisierung protestiert, in dem sie... schweigen... ok, nur 19 Minuten lang, aber trotzdem... Das erscheint mir als Protest gegen RB auch irgendwie Kontraproduktiv...
Oh und eine der faszinierendsten Entwicklungen der Rückrunde ist ja... wie schnell Dieter Hecking die Defensivarbeit der Gladbacher stabilisiert hat. Das war anscheinend gar nicht sooo schwer, man musste das nur wollen...
1.FC Köln - FC Schalke 04: Ich finde es ja faszinierend, dass der Kicker völlig aus der Kalten von Bestmarken, die im Derby aufgestellt werden könnten und dem "Wunder von der Europapokal-Qualifikation" schreibt... wohlgemerkt im Artikel über Schalke, nicht in dem über die Kölner... Wenn sich die Schalker fragen, wer sie an diesem Wochenende verflucht hat... Toni Lieto ist Schuld...
FC Augsburg - Bayer Leverkusen: Das wirklich faszinierende an der "Schmidt für Schmidt" Geschichte: Anscheinend wird keine Antwort von den Medien als ziemlich deutliches "Ja, das könnt ihr so drucken" verstanden... Und ja, wir werden nie erfahren, wie viel da wirklich dran ist und wie viele Sorgen sich Thomas Tuchel deswegen jetzt um seinen Job machen muss... aber eins steht fest: Leverkusen und Mainz werden ab sofort einfach jede Anfrage definitiv dementieren...
Der Samstag Nachmittag:
Borussia Dortmund - VfL Wolfsburg: Und ja, Tuchels Reaktion wird ein "Oh fuck, jetzt wird es eng!" gewesen sein... Schließlich hat Dortmund ein geschichtlich gewachsenes Zugriffsrecht auf Mainzer Trainer...
Und das Beste an der derzeitigen Situation in Dortmund? Es ist ausgeschlossen, dass man sich mit Analysen wie "Die denken, sie hätten gut gespielt" auf die eigene Leistung bezieht.
1.FSV Mainz 05 - Werder Bremen: Und mittendrin... hat Mainz die Nachfolge für ihren Schmidt schon geklärt... Also dass Sandro Schwarz dessen Nachfolger wird, wissen beide jetzt schon, sie wissen nur nicht wann... so was kriegt auch nur Mainz hin. Also vor allem einen jungen Trainer davon zu überzeugen in der 2. Mannschaft zu bleiben, obwohl die eigenen Trainer im Normalfall eher 6 Jahre als 6 Monate bleiben...
Hertha BSC Berlin - Bayern München: Und jetzt kommt die wirklich spannende Frage: Wie stellen sich die Bayern 2017 gegen einen richtigen Gegner an? Oh warte, wir reden von der Hertha im Rückrunden- und Vedad Ibisevic im "Ich habe einen neuen Vertrag"-Modus... Wir müssen uns da also weiterhin gedulden...
TSG 1899 Hoffenheim - SV Darmstadt 98: Das wichtigste Saisonspiel für die Darmstädter? Also ja, die müssen jetzt nachlegen und sich selber beweisen, dass die Vorführung gegen und von Dortmund keine Ausnahmeveranstaltung war... Dafür müssen sie nicht zwingend gewinnen, aber wenn sie sich jetzt von Sandro Wagner (Zitat der Woche "Der einzige Gegner, dessen Fans mich mögen.") richtig abschießen lassen...
Eintracht Frankfurt - FC Ingolstadt: Die faszinierendste Personalie des Donnerstags-Kickers... ist die Geschichte von Max Christiansen. Der schafft es gerade nicht, sich beim 2. schwächsten Bundesligisten der aktuellen Saison durchzusetzen... was ihn dann zu dem Punkt getrieben hat, dass er sich "ernsthafte Gedanken" machen muss, wo er "weiter in Bundesliga spielen" kann... ähm... warte was? Also wie viele Bundesligisten interessieren sich für einen Mittelfeldspieler, der für Ingolstadt nicht gut genug ist? Die überraschende Antwort: Frankfurt natürlich... da ist "nicht Fußball spielen können" halt kein Ausschlusskriterium für einen Mittelfeldspieler...
Das Spitzenspiel am Abend:
Hamburger SV - SC Freiburg: Das einzige, was mir gerade richtig Mut macht: Es werden gerade wieder all diese "Der Patient ist über den Berg" und "Das schlimmst ist überstanden" Artikel geschrieben... Also wenn Hamburg dieses Wochenende wieder gewinnt, bricht die "Jetzt geht's dann doch ums internationale Geschäft" Stimmung wieder durch... und spätestens danach verlieren die wieder 4 Spiele am Stück...
Der Sonntag:
Borussia Mönchengladbach - RB Leipzig: Die Gladbach Fans wollen jetzt dem Rest der Welt zeigen, wie man richtig gegen die Kommerzialisierung protestiert, in dem sie... schweigen... ok, nur 19 Minuten lang, aber trotzdem... Das erscheint mir als Protest gegen RB auch irgendwie Kontraproduktiv...
Oh und eine der faszinierendsten Entwicklungen der Rückrunde ist ja... wie schnell Dieter Hecking die Defensivarbeit der Gladbacher stabilisiert hat. Das war anscheinend gar nicht sooo schwer, man musste das nur wollen...
1.FC Köln - FC Schalke 04: Ich finde es ja faszinierend, dass der Kicker völlig aus der Kalten von Bestmarken, die im Derby aufgestellt werden könnten und dem "Wunder von der Europapokal-Qualifikation" schreibt... wohlgemerkt im Artikel über Schalke, nicht in dem über die Kölner... Wenn sich die Schalker fragen, wer sie an diesem Wochenende verflucht hat... Toni Lieto ist Schuld...
Donnerstag, 16. Februar 2017
Moralische Reflektion über eine gesperrte Südtribüne
Yeah, es wird philosophisch, da landen wir bestimmt wieder bei Goebbels... und der zieht immer.
Aber ja: heute beschäftigen wir uns mit der schwierigen Frage, warum der DFB am Ende die gesamte Südtribüne sperren muss.
Also ja, mir würde auch lieber etwas besseres einfallen lassen als Kollektivstrafen für 25.000 Menschen. Aber der DFB hat halt keine andere Wahl. Und das muss Dortmund als Verein und die Südtribüne als Ganzes auch einfach mal anerkennen.
Denn in Dortmund versuchen sie sich ja gerade auf die "Das war eine Minderheit" Theorie zu stützen. Wir sind selber Opfer! Wir konnten ja gar nicht ahnen, wie schlimm das alles war. Der Bereich der Südtribüne, auf dem ich stand, hatte keinerlei Plakate und Schmähungen. Und ja, der Durchschnitt der Kicker-Leserbriefe zeigt durchaus an, dass dies nicht die Reaktion der Mehrheit ist... aber es gibt halt auch den Teil, der sich selbst in die Opferrolle drängen will.
Was ich auch voll verstehen kann. Das ist eine gerade zu menschliche Reaktion. Die sicherste Variante jegliche Verantwortung von sich zu weisen. Eine Reaktion, die der Deutsche sowohl 1946 als auch 1991 als erste Reaktion auf die Verbrechen ihrer Staatssysteme gezeigt haben.
Also ja, ein inhaltlicher Vergleich zwischen den unfassbaren Verbrechen der Nazis mit den Schmähungen der Fankurve ist unangebracht. Worauf ich an der Stelle hinaus will: Eine Minderheit kann einer Mehrheit seinen Willen nur aufdrücken, wenn die Mehrheit den grundlegenden Konsens mitträgt. Sowohl im Großen als auch im Kleinen.
Man kann an der Stelle schlecht Opfer sein, denn man ist mindestens Solidaritäter.
Das Problem wird halt besonders deutlich, wenn sich das DFB-Urteil auf die "Verunglimpfung und Diffamierung von einzelnen Personen durch Transparente und Schmähgesänge" bezieht. Dortmund will sich quasi gerade einreden, dass 2.000 Menschen lauter waren als die restlichen 79.000. Und dass diese 79.000 keine Chance hatten irgendwas gegen diese paar Hanseln auszurichten. Die wurden quasi von diesen "Nennt sie nicht Fans" in Sippenhaft genommen.
An der Stelle muss ich mal mit einem ganz traurigen Geständnis kommen: Ich war beim Spiel Lok Leipzig - Chemie Leipzig. Dem ersten Pflichtspiel der beiden seit der Wende. Was mich danach dann irgendwie geärgert hat: Dass die "Judenschweine Raus!" Gesänge, die 2 mal ganz kurz aufkamen, hinterher nirgends erwähnt worden sind.
Nach dem Verhalten der Dortmunder gegen RB habe ich dann verstanden, warum: Diese Gesänge kamen wirklich nur extrem kurz auf. Also ich war mir selber direkt gar nicht sicher, ob die wirklich gesungen haben, was sie gesungen haben. Was mir verdeutlicht hat, das es recht extrem gewesen sein muss, war die Reaktion des restlichen Stadions, die deutlich lauter mit einem "Nazis Raus!" und "Eure Eltern, sind Geschwister!" reagiert hat.
Genau so funktioniert das, wenn eine Minderheit im Stadion unangemessene Stimmung verbreiten will. Genau das ist in Dortmund halt nicht passiert.
Dabei hätte man noch nicht mal RB "verteidigen" oder "verstehen" müssen. Man hätte einfach jedes mal, wenn der Beginner-Klassiker "Wir wollen Keine keine keine! Wir wollen keine Bullenschweine" angestimmt wird, mit eigenen die Mannschaft unterstützenden Gesängen reagieren müssen. Dann wäre die Minderheit extrem schnell extrem kleinlaut geworden. Aber genau das ist nicht passiert. Man hat diese Stimmung im Stadion halt mitgetragen. Einerseits in den Bannern, andererseits in den Gesängen.
Und was sich der DFB sich erhofft (oder zumindest ich mir erhoffe), ist ja genau diese Reaktion: Dass sich die wahren Fans das nächste Mal, wenn es gegen einen Retortenklub geht, nicht von dieser Anti-Stimmung mitreißen lassen, sondern die positive Stimmung verbreiten, für die sie legendär geworden sind.
Dass das nächste Mal, wenn das "Dietmar Hopp im Fadenkreuz" Plakat (nur um mal zu erwähnen, dass wir hier auch nicht mehr von einen einmaligen Ausrutscher sprechen) hochgehalten wird, der Rest dieser Minderheit deutlich mitteilt, dass er den Scheiß bitte runter nimmt.
Und ja, das eine ist einfacher als das andere. Aber: Wenn jemand ein "Geh zurück in den Zoo, du Neger" Plakat hochhalten (oder diese Minderheit Affenlaute imitiert, wenn ein entsprechender Gegner am Ball ist, was ja auch schon in Stadien passiert ist, auch wenn es eine Weile her ist), würde genau das passieren. Irgendwie geht man aber davon aus, dass ein Aufruf zum Selbstmord etwas anderes ist...
Jetzt könnten die Fans erkennen, dass sie auf der Tribüne als Kollektiv wahrgenommen werden. Falls ihnen das vorher klar nicht war (Ich dachte in meiner naiven Weltanschauung, dass es dabei ja genau darum geht...). Und dass sie auch mitverantwortlich sind, was für eine Stimmung dieses Kollektiv ins Stadion trägt. Aber nur wenn sie das erkennen, können sie das nächste Mal solche unschönen Szenen eindämmen. Sich an der Stelle in die Opferrolle zu begeben, ist aber garantiert nicht sinnvoll...
Aber ja: heute beschäftigen wir uns mit der schwierigen Frage, warum der DFB am Ende die gesamte Südtribüne sperren muss.
Also ja, mir würde auch lieber etwas besseres einfallen lassen als Kollektivstrafen für 25.000 Menschen. Aber der DFB hat halt keine andere Wahl. Und das muss Dortmund als Verein und die Südtribüne als Ganzes auch einfach mal anerkennen.
Denn in Dortmund versuchen sie sich ja gerade auf die "Das war eine Minderheit" Theorie zu stützen. Wir sind selber Opfer! Wir konnten ja gar nicht ahnen, wie schlimm das alles war. Der Bereich der Südtribüne, auf dem ich stand, hatte keinerlei Plakate und Schmähungen. Und ja, der Durchschnitt der Kicker-Leserbriefe zeigt durchaus an, dass dies nicht die Reaktion der Mehrheit ist... aber es gibt halt auch den Teil, der sich selbst in die Opferrolle drängen will.
Was ich auch voll verstehen kann. Das ist eine gerade zu menschliche Reaktion. Die sicherste Variante jegliche Verantwortung von sich zu weisen. Eine Reaktion, die der Deutsche sowohl 1946 als auch 1991 als erste Reaktion auf die Verbrechen ihrer Staatssysteme gezeigt haben.
Also ja, ein inhaltlicher Vergleich zwischen den unfassbaren Verbrechen der Nazis mit den Schmähungen der Fankurve ist unangebracht. Worauf ich an der Stelle hinaus will: Eine Minderheit kann einer Mehrheit seinen Willen nur aufdrücken, wenn die Mehrheit den grundlegenden Konsens mitträgt. Sowohl im Großen als auch im Kleinen.
Man kann an der Stelle schlecht Opfer sein, denn man ist mindestens Solidaritäter.
Das Problem wird halt besonders deutlich, wenn sich das DFB-Urteil auf die "Verunglimpfung und Diffamierung von einzelnen Personen durch Transparente und Schmähgesänge" bezieht. Dortmund will sich quasi gerade einreden, dass 2.000 Menschen lauter waren als die restlichen 79.000. Und dass diese 79.000 keine Chance hatten irgendwas gegen diese paar Hanseln auszurichten. Die wurden quasi von diesen "Nennt sie nicht Fans" in Sippenhaft genommen.
An der Stelle muss ich mal mit einem ganz traurigen Geständnis kommen: Ich war beim Spiel Lok Leipzig - Chemie Leipzig. Dem ersten Pflichtspiel der beiden seit der Wende. Was mich danach dann irgendwie geärgert hat: Dass die "Judenschweine Raus!" Gesänge, die 2 mal ganz kurz aufkamen, hinterher nirgends erwähnt worden sind.
Nach dem Verhalten der Dortmunder gegen RB habe ich dann verstanden, warum: Diese Gesänge kamen wirklich nur extrem kurz auf. Also ich war mir selber direkt gar nicht sicher, ob die wirklich gesungen haben, was sie gesungen haben. Was mir verdeutlicht hat, das es recht extrem gewesen sein muss, war die Reaktion des restlichen Stadions, die deutlich lauter mit einem "Nazis Raus!" und "Eure Eltern, sind Geschwister!" reagiert hat.
Genau so funktioniert das, wenn eine Minderheit im Stadion unangemessene Stimmung verbreiten will. Genau das ist in Dortmund halt nicht passiert.
Dabei hätte man noch nicht mal RB "verteidigen" oder "verstehen" müssen. Man hätte einfach jedes mal, wenn der Beginner-Klassiker "Wir wollen Keine keine keine! Wir wollen keine Bullenschweine" angestimmt wird, mit eigenen die Mannschaft unterstützenden Gesängen reagieren müssen. Dann wäre die Minderheit extrem schnell extrem kleinlaut geworden. Aber genau das ist nicht passiert. Man hat diese Stimmung im Stadion halt mitgetragen. Einerseits in den Bannern, andererseits in den Gesängen.
Und was sich der DFB sich erhofft (oder zumindest ich mir erhoffe), ist ja genau diese Reaktion: Dass sich die wahren Fans das nächste Mal, wenn es gegen einen Retortenklub geht, nicht von dieser Anti-Stimmung mitreißen lassen, sondern die positive Stimmung verbreiten, für die sie legendär geworden sind.
Dass das nächste Mal, wenn das "Dietmar Hopp im Fadenkreuz" Plakat (nur um mal zu erwähnen, dass wir hier auch nicht mehr von einen einmaligen Ausrutscher sprechen) hochgehalten wird, der Rest dieser Minderheit deutlich mitteilt, dass er den Scheiß bitte runter nimmt.
Und ja, das eine ist einfacher als das andere. Aber: Wenn jemand ein "Geh zurück in den Zoo, du Neger" Plakat hochhalten (oder diese Minderheit Affenlaute imitiert, wenn ein entsprechender Gegner am Ball ist, was ja auch schon in Stadien passiert ist, auch wenn es eine Weile her ist), würde genau das passieren. Irgendwie geht man aber davon aus, dass ein Aufruf zum Selbstmord etwas anderes ist...
Jetzt könnten die Fans erkennen, dass sie auf der Tribüne als Kollektiv wahrgenommen werden. Falls ihnen das vorher klar nicht war (Ich dachte in meiner naiven Weltanschauung, dass es dabei ja genau darum geht...). Und dass sie auch mitverantwortlich sind, was für eine Stimmung dieses Kollektiv ins Stadion trägt. Aber nur wenn sie das erkennen, können sie das nächste Mal solche unschönen Szenen eindämmen. Sich an der Stelle in die Opferrolle zu begeben, ist aber garantiert nicht sinnvoll...
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