Dienstag, 4. April 2017

Alle Fußball Vereine sind gleich, nur manche sind Bayern

Und ja, das liegt auch daran, dass nur die Bayern eine eigene Regionalliga haben... aber darum soll es dieses Mal gar nicht gehen...

Es geht viel mehr um einen eigentlich kleinen Vorfall, den Steffen Simon bei seiner Tätigkeit als Kommentator auslöste... und der halt wieder mal deutlich machte, dass es den FC Bayern und danach den dreckigen Rest gibt... selbst wenn der technisch gesehen auch aus Bayern kommt...

Was war geschehen... also eigentlich nichts ungewöhnliches. Steffen Simon hat in der 39. Minute einen Handelfmeter für die Bayern gesehen... Und wie wir alle seit diesem Wochenende wieder wissen, sind Handelfmeter ja die am einfachsten und eindeutigsten zu bewertenden Szenen im Fußball. Ohne jeglichen Spielraum.

Und an der Stelle muss ich Steffen Simon sogar Recht geben: Da der allgemeine Konsens nach dem Spiel "Elfmeter für Bayern war", war sein "Das wäre jetzt ein schönes Beispiel für den Videobeweis" gar nicht so verkehrt. Und wenn den Bayern, die ja jede Chance dringend brauchen um eine Chance im Spiel zu haben, so einen Elfmeter verwehrt bekommen, kann man durchaus darauf hinweisen, dass das Spiel gerechter zugehen könnte...

Und dass man uns als Konsumenten darauf hinweist, dass da demnächst (für die Leute im hintersten Sachsen, die wie immer nichts mitbekommen und immer noch AfD wählen... aber nur weil die SED nicht mehr antritt...) was neues auf uns zu kommt...

Aber... da muss man dann doch auch Konsequent sein. Also klar, die Bayern kriegen ihren Handelfmeter nicht. Robert Lewandowski erzielt aber auch ein Tor aus hauchdünner Abseitsposition. Wenn so was vorkommt... dann ist das kein Fall für den Videobeweis... sondern ein Schönheitsfehler... Weil... es sind ja die Bayern...
Dabei... war das Abseits das viel deutlichere Beispiel. Da gibt es eben keinerlei Spielraum... und genau deswegen brauchen wir den Videobeweis doch beinah hauptsächlich... Und ja, es gibt fast jedes Wochenende mehr Abseitstore als Handelfmeter... Ok, nicht jedes, dieses Wochenende ist mit 3 Handelfmeter Situationen eine Ausnahme... aber deswegen reden wir ja auch darüber und halten uns nicht lange damit auf, wie knapp aber richtig die Abseitsentscheidung auf Schalke vor dem 0:1 war...

Lustiger Weise... beweisen diese Szenen am Ende nur, dass Handspiele im Strafraum eben keine Werbung für den Videobeweis sind... Denn... gehen wir die Beispiele mal durch:

Maximilian Mittelstädt verursacht in der 39. Minute einen Handelfmeter und kriegt dafür Gelb. Allgemeines Urteil: Elfmeter ja, Gelb (was dann später zu Gelb-Rot führte) zu hart, denn der Berliner hat ja keine wirklich Chance das Handspiel zu verhindern.

2. Beispiel: Christoph Janker verursacht einen klaren Handelfmeter. Den muss man nach allgemeiner Wahrnehmung wohl auf jeden Fall geben.

3. Beispiel: Marc Batra springt der Ball vom eigenen Oberschenkel an die Hand... und Manager Christian Heidel hat "keinen einzigen getroffen, der sagt, dass man den nicht pfeifen muss"... was hauptsächlich daran liegt, dass Heidel aufgehört hat zuzuhören, sobald jemand "Ja" gesagt hat... also das "kann man geben, muss man aber nicht" hat er schon nicht mehr gehört, da war er schon beim nächsten...
Und ja, der Schiedsrichter Felix Zwayer sagte hinterher persönlich, dass man selbst nach dem Videostudium Argumente gegen einen Elfmeterpfiff finden kann. Auch wenn er diese Aussage natürlich exklusiv getroffen hat (Btw: Früher konnte man auf Sportschau.de die Stimmen zum Spiel nebenbei auf Sportschau.de gefunden... und ja, auch Höwedes war sich nach dem Spiel nicht mehr so sicher wie in dem Moment des Geschehens... aber hey...), beweist es doch das eigentliche Grundproblem, dass Thomas Tuchel nach dem Spiel angesprochen hat: Es weiß einfach niemand, wann es Elfmeter geben muss und wann nicht. Nicht mal die Schiedsrichter.

Deswegen lohnt es sich auch nicht an diesen Stellen über den Videobeweis zu diskutieren... Denn es ist durchaus möglich, dass alle Entscheidungen trotzdem genau so ausgegangen wären... Was man an der Stelle dringender brauch als einen Videobeweis, sind eindeutige Regeln.

Ich sage an der Stelle, was ich an der Stelle immer sage: Gebt einfach auf die unabsichtlichen Handspiele einen Indirekten Freistoss. Gerade die Batra-Höwedes Aktion ist doch ein absolut perfektes Beispiel dafür: Für diese Aktion Elfmeter zu geben, wäre viel zu hart. Es ist ja nicht so, dass 5 einschussbereite Schalker gut verteilt im Strafraum standen. Und für eine derart unglückliche Aktion eine 100%ige Torchance zu verschenken?
Dass man das irgendwie abpfeifen muss sehe ich natürlich trotzdem ein. Schließlich löst Batras irreguläres Spielen des Balles einen nicht aufzulösenden Konjunktiv aus... Also... gibt man Schalke an genau der Stelle des Handspiels einen indirekten Freistoß. Das wäre, sobald man da ein paar Varianten eingeübt hat, was man dann dringend tun sollte, immer noch eine große Chance. Gleichzeitig haben aber 11 Dortmunder noch die Chance diese Aktion zu verteidigen.

Und schon sind alle Diskussionen ohne Videobeweis gelöst: Jeder Fußballer weiß, dass es einen indirekten Freistoß in unmittelbarer Tornähe verursacht, wenn er den Ball irgendwie mit der Hand spielt. Und wenn er mit einer aktiven Handbewegung Luiz Suarez Style eine 100%ige Torchance verhindert, gibt es immer noch Elfmeter und Rot. Darüber muss man an der Stelle ja gar nicht diskutieren.
Gleichzeitig weiß jeder Angreifer: Wenn dem Verteidiger der Ball an die Hand springt, bekomme ich garantiert den indirekten Freistoß. Ohne große Debatten.
Und den Schiedsrichter wird die schwierigste Entscheidung abgenommen: Muss ich jetzt wirklich auf Grund dieser absolut unglücklichen Aktion des Verteidigers das Spiel entscheiden?

Alle sind glücklich. Also selbst die Angreifende Mannschaft wäre ja glücklich, wenn es endlich eine eindeutige und verständliche Regelung geben würde, auf die man sich verlassen kann. Denn das Grundproblem ist ja, dass die Reaktion auf jedes Handspiel eine andere ist.

Und ja, da die Regel so beschissen ist, wie sie ist, wird der Videobeweis nur für noch mehr Diskussionen sorgen. Denn es wird immer noch den Moment geben, in dem der Schiedsrichter auf Elfmeter entscheidet und der Videoschiedsrichter ihm sagt "Kannst du so machen, musst du aber nicht..." Nach der Ansage fühlt man sich doch richtig gut...

Was wir an der Stelle brauchen sind einfache, verständliche und verlässliche Regeln. Viel dringender als den Videobeweis. Denn den Videobeweis kann man hauptsächlich bei eindeutigen Regelverstößen verwenden... wie halt der Frage, ob Robert Lewandowski vor dem 4:0 im Abseits stand. Das kann man natürlich mit dem bloßen Auge nicht erkennen, aber mit dem Videobeweis sofort eindeutig auflösen.

Freitag, 31. März 2017

Vorschau auf den 26. Spieltag

Der Freitag Abend:
Hertha BSC Berlin - TSG 1899 Hoffenheim: Es gibt ja wenig, was schöner ist, als Journalisten, die aufeinander im Kreis verweisen und sich gegenseitig als Quelle verwenden um seriöser zu wirken... das einzige, was mir spontan einfällt... ist ja ein Journalist, der genau genommen nur auf sich selber verweist... wie das gerade der in seinem eigenen Artikel weitestgehend anonymisierte M.Pfeifer tat, als er beiläufig erwähnt, dass ein ebenfalls nicht genannt werden wollender Hoffenheimer Angreifer sich "sogar in den Dunstkreis der Nationalelf schoss..." Dass der Autor dafür selber gesorgt hat, verschweigt er uns allerdings...

Der Samstag Nachmittag:
Bayern München - FC Augsburg: Es ist alles wie immer... der FC Augsburg darf gegen den FC Bayern antreten und dieser ist, Zitat Daniel Baier "jetzt auch schon Meister"... Klar, dieses mal nur gefühlt, aber die Augsburger Bilanz gegen die Bayern ist auch deswegen "so gut", weil sie regelmäßig erst gegen die Bayern spielen wenn die Bundesligasaison für diese schon als beendet gilt. Aber ja, wir haben offiziell den Teil der Bundesligasaison erreicht, in dem es nur noch darum geht, welcher Bayern-Einwechsel-Star nächstes Jahr woanders spielen will...

FC Schalke 04 - Borussia Dortmund: Was soll man zu diesem Spiel der Spiele, zu dem halt jeder etwas zu sagen hat, noch groß sagen? Außer: Das wird wahrscheinlich wieder ein übelster Grottenkick... Mit einer Nettospielzeit von 42 Minuten... Was nicht heißt, dass ich es nicht trotzdem mir nicht trotzdem angucken werde...

Hamburger SV - 1.FC Köln: Das wirklich absurde an der "Wir steigen am Ende nach unserer Besten Saison seit Jahren ab" Geschichte ist ja... dass der Abstiegskampf dieses Jahr echt absurd ist. Also in den vorherigen "27 Punkte reichen zur Relegation"s Jahren hätte den Hamburgern selbst im Heimspiel gegen Köln ein Unentschieden weitergeholfen... dieses Jahr sieht das gefühlt anders aus. Natürlich nur gefühlt, denn die 27 Punkte würden ja auch dieses Jahr für die Relegation reichen.

SC Freiburg - SV Werder Bremen: In Freiburg werden sie sich denken "Verdammt, eigentlich hatten wir darauf gehofft, dass der Felix Wiedwald erst nach seinem Wechsel zu uns im Sommer gut wird"... tja... Pech gehabt...

RB Leipzig - SV Darmstadt 98: Leipzig ist seit 3 Spielen in Folge ohne Sieg... wie praktisch, dass in solchen Fällen gerne mal ein Darmstadt auf dem Spielplan erscheint...

Das Spitzenspiel am Abend:
Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach: Ich sag das mal so: Wenn Gladbach dieses Spiel gewinnt, stehen sie am Ende vor den Frankfurtern... oh und wer sich die Rückrundentabelle so anguckt... dem könnte auffallen, dass der Frankfurter Aufschwung am Ende doch nur ein Dead Coach Bounce war und kein wirklicher Fortschritt...

Der Sonntag:
FC Ingolstadt - 1.FSV Mainz 05: Kann man eigentlich darauf wetten, wie viele Spieltage die Ingolstädter ihre "Wir brauchen nur 3 Siege am Stück, dann sind wir wieder im Rennen, wir sind also noch nicht abgestiegen" Einstellung aufrecht erhalten? Also ob das alles beim nächsten Rückstand zusammenbricht? Oder ob schon ein 0:0 gegen Mainz reicht?

Bayer Leverkusen - VfL Wolfsburg: Und hier dann zum Abschluss ein Duell, dass gerade in dieser Saison keine Sau interessiert. El Plastico das Original. Selbst wenn beide Mannschaften um die Champions League spielen würden, wäre das Stadion kaum ausverkauft. Und selbst ein Wolfsburger Abstiegskampf löst kaum noch Emotionen aus... Aber hey, bevor wir uns mit unseren Familien beschäftigen... dann doch lieber El Plastico auf Sky gucken...

Donnerstag, 30. März 2017

Jogi Löw ist die Angela Merkel unter den Fußballtrainern

Und noch mehr Worst Of zur Länderspiel-Pause.

Aber ja... eine der faszinierendsten Entwicklungen der Neuzeit ist ja, wie selbstverständlich die deutsche Nationalmannschaft zum "eigentlich besten Team des letzten Turniers" gekürt wird. Und alle so tun, als wäre dies halt eine dieser Europameisterschaften gewesen, wo die Beste Mannschaft halt einfach nicht gewinnen kann... sondern mal wieder eine Gurkentruppe dran ist...
So wie 1992 Dänemark und 2004 Griechenland... das scheint im 12 Jahresrhythmus einfach unausweichlich zu sein. Wahrscheinlich ist 2028 dann wieder ein uninspiriertes, destruktiv spielendes Entwicklungsland dran... die Niederlande vielleicht...

Aber ja... es ist faszinierend, wie wenig dieses Ausscheiden bei der EM mit dem Trainer, der es ja irgendwie zu verantworten hätte, in Zusammenhang gebracht wird. Schließlich spielten Joshua Kimmich und Bastian Schweinsteiger (also Personalentscheidungen des Trainers) bei beiden Gegentoren eine entscheidende Rolle. Und auch wenn jetzt Sami Khedira im Nachhinein Schulter zuckend von "95%" spricht, die man damals nur abgerufen hat... Eigentlich hat der Jogi doch nur eine Aufgabe: Dass sein Team alle 2 Jahre 2 Wochen lang 100% abruft. Das hat er selbstverständlich nicht geschafft. Das will ihm aber halt keiner vorwerfen...

Dass ist halt wirklich wie die Politik einer Angela Merkel, die auch niemand jemals mit dem Folgen ihrer Agenda in Verbindung bringen wird. Und die sich stattdessen nur für ihre Siege feiern lässt...

Das will ich Jogi Löw an der Stelle auch gar nicht vorwerfen. Im Gegenteil... der kann auf ein Mal gar nichts mehr dafür. Also in dem Moment, wo er festgestellt hat, dass er halt "die Merkel des Fußballs" ist (das muss so nach der WM 2010 gewesen sein), hat er halt auch sein Verhalten entsprechend angepasst... und fing an scheinbar völlig unmotiviert abgehalfterten Spielern sein "Vollstes Vertrauen" auszusprechen... Was kann der Löw dafür, dass ein Podolski oder ein Schürrle dann nicht die angemessene Reaktion auf diesen Vertrauensvorschuss zeigen... und zurück treten... Das ist ja an der Stelle echt nicht mehr Löws Schuld. Das kann man ihn dann echt nicht mehr vorwerfen... Macht ja auch keiner...


Wirklich absurd wird das ganze ja, wenn man sich anguckt, was die "Konkurrenz" derzeit so macht... Also die Mannschaften, die Deutschland 2018 eigentlich herausfordern sollen...

Holland setzt immer noch auf einen Wesley Sneijder, obwohl der seit Jahren im Vorruhestand ist und 2010 zuletzt wirklich gut gespielt hat. Die können sich wenigstens darauf berufen, dass sie als kleines Land halt auch einfach keine Auswahl haben... Aber nur um das mal zu verdeutlichen: Selbst die nur 3 Millionen Menschen aus Uruguay haben es früher geschafft einen Diego Forlan zunächst auf die Bank zu verschieben und dann zum Rücktritt zu bewegen... Nur um mal zu erwähnen, dass das durchaus geht...

Italien kann sich wenigstens darauf berufen, dass Gianluigi Buffon halt eine absolute Legende des Weltfußballs ist... Aber Daniele de Rossi ist auch schon 33... und Ciro Immobile ist ein Spieler, der offensichtlich nur in der Serie A funktionieren kann und sonst überall scheitert... Dennoch braucht Italien genau diese Spieler...

Genau wie England, die seit neustem wieder Jermain Defoe nominieren... nicht, weil der ein alter Kumpel von Poldi ist und dem zum Abschied mal die Hand schütteln sollte... nein, der soll die zum WM Titel schießen... oder zumindest zum Turnier... ich sag dazu mal: Der erste Bild, das dir angezeigt wird, wenn du Defoe googlest, sagt da schon alles... Und wem das nicht reicht... bei "Wird auch oft gesucht" erscheint als nächste Peter Crouch... hmm... ob Gareth Southgate das auch schon aufgefallen ist?

Aber hey... deren alte Spieler spielen wenigstens noch in europäischen Ligen... Wenn man nach Südamerika blickt... Diego und Javier Pinola haben dort gerade ihre Comebacks für Brasilien und Argentinien. Und ja, bei Diego werden die ersten natürlich an dieses Tor des Jahres denken. Aber das war 2007...  Mittlerweile spielt er für Flamengo und wieder für Brasilien... ein besseres Beispiel für den Verfall der Selecao hätte sich niemand ausdenken können... und ja, Renato Augusto ist als China-Legionär ein weiteres eklatantes Beispiel. Aber der ist wenigstens erst 29 Jahre alt...

Und Javier Pinola... Also ja, das war der beste Spieler des 1.FC Nürnbergs in den letzten 20 Jahren... und ich muss ehrlich zugeben: Auf Grund dessen nachlassender Haarpracht ging ich davon aus, dass der schon vor 20 Jahren 33 Jahre alt war... Jetzt wird er, frisch genesen von einem Schienbeinbruch der ihn 9 Monate außer Gefecht setzte, plötzlich wieder für sein Land nominiert. Und ich will ganz ehrlich sein: Als ich diese Kicker.de Schlagzeile gelesen habe, dachte ich mir: Die müssen einen anderen Pinola meinen...

Aber ja... diese Nationen wollen (ok, alle außer Holland) Deutschland, Frankreich und überalterten Spaniern den Titel streitig machen... und das ohne ihren heimlich Trumpf Lukas Podolski... Da wird sich Jogi Löw schon richtig strecken müssen um ihnen das zu ermöglichen...

Mittwoch, 29. März 2017

Immer, wenn du denkst, ein absoluter Tiefpunkt wäre erreicht

kommt Karl-Heinz Rummenigge um die Ecke und beweist, dass er noch einen drauf setzen kann...

Holy Shit, der Kalle... was geht eigentlich mittlerweile bei dem ab? Wie weit weg von der Realität ist der eigentlich inzwischen angekommen...

Dass sich die AfD an Nazi-Kampfbegriffen orientiert, ist ja noch nachvollziehbar. Das ist halt der geistige Nachfolger der NPD... aber der Präsident von Bayern München? Wirklich?

Und ja, Fake News ist nicht mehr, als die Übersetzung der Lügenpresse ins englische... Das hätte man sich vielleicht vorher mal überlegen sollen...

Aber selbst ohne den Zusammenhang zum ganz rechten Rand der Geschichte... ist es wirklich gerade angemessen, sich an Donald Trump zu halten? Das machen halt sonst nur die Leute, die an Demokratie und einer offenen Welt kein Interesse haben. Geert Wilders zum Beispiel. Das sind nicht die Leute, mit denen man als anständiger Mensch assoziiert werden will... Und man muss schon ziemlich ignorant sein um nicht zu merken an wessen geistigem Eigentum man sich da vergreift.

Und ja, nur demokratiefeindliche Extremisten diskreditieren grundlegend die Medien, die ihnen nicht gefallen. Der Rest der Welt versteht, dass unabhängige und unangenehme Medien ein entscheidender Baustein einer offenen und aufgeschlossenen Gesellschaft sind. Auch wenn die gerade Standpunkte vertreten, die einem persönlich nicht gefallen, weil man in diesen Ausführungen selber nicht gut bei weg kommt.

Und ja, die Medien haben, als sie die Champion League Reform kritisch hinterfragt haben, einfach nur ihren Job gemacht. Deren Job ist es halt auch unbequem zu sein.

Ich möchte mich an der Stelle bei allen egoistischen Arschlöchern der Welt entschuldigen, weil ich sie mit dem Rummenigge in einen Topf geworfen habe. Der Rummenigge ist offensichtlich noch viel schlimmer.

Vor allem schuldet Rummenigge mir immer noch die ganz entscheidende Erklärung: Wie profitieren die Meister der kleinen Nationen davon, dass jetzt weniger von ihnen an die großen Fleischtöpfe kommen? Und dass ist reine Mathematik: Wenn 16 von 32 Teilnehmer der Gruppenphase von den 4 größten Nationen gestellt werden, müssen dafür konsequenter Weise die Meister anderer Ligen in die Europa League absteigen... Wo es wesentlich weniger Geld gibt.

Und nur weil Rummenigge innerhalb der ECA anscheinend so sehr mit einer Europäischen Superliga gedroht hat, dass all die kleinen Vereine diese Pille geschluckt haben... heißt dies nicht, dass diese Vereine von der Reform profitieren... Vor allem wenn diese neue Champions League doch genau diese Superliga wird.
Und ja, das Ergebnis der ach so tollen Reform wird nur sein, dass die Viertelfinalspiele der Champions League noch elitärer werden, als sie es eh schon sind. Dass wir mehr Kantersiege als Enge Duelle in den Achtelfinalen sehen werden... und genau das will Rummenigge ja: Das Viertelfinale für seine Bayern garantieren. Damit seine Bayern noch mehr Kohle scheffeln können.

Damit habe ich ja an sich auch gar kein Problem. Ich sehe sogar ein Stück weit ein, dass das seine Aufgabe als Vorstandsvorsitzender halt auch irgendwie seine Aufgabe. Er sollte aber einfach mal aufhören so zu tun, als würde es ihm um irgendwas anderes als die Sicherung der Bayrischen Dominanz gehen. Gerade wenn bei den Versuchen so ein Scheiß bei raus kommt.

Vor allem beweist die Ignoranz vom Rummenigge nur, weil weit weg von der Realität und einer Gesellschaftlichen Verantwortung die Fußball-Funktionäre mittlerweile sind. Und ja, ich halte es für extrem Gefährlich, wenn Begriffe wie Lügenpresse salonfähig werden. Ich finde es furchtbar, dass der amerikanische Präsident die Medien zum Feind des amerikanischen Volkes erklärt, weil die kritisch über ihn berichten. Aber das aller letzte, was wir gerade brauchen, ist einen Rummenigge, der dieses Vokabular vom rechten Rand der deutschen Gesellschaft ins Zentrum holt.

Und ja, in dem Moment, wo ein Björn Höcke oder ein Wilders dir auf die Schulter klopfen könnten, weil sie das Gefühl haben, dass du dich ihrer Sache verschrieben hast... solltest du vielleicht einfach mal anerkennen, dass du zu alt für den Scheiß bist und dich zurück ziehen solltest...

Was mich an der Stelle immer am meisten schockiert... ist ja, dass das alles so Widerspruchslos hingenommen wird. Dass der Kicker das alles unkommentiert druckt. Anstatt mal den Rummenigge direkt darauf hinzuweisen, was für einen Scheiß er da gerade wieder fabriziert hat. Und ihm ein "Dass kann doch nicht ihr ernst sein" zu entgegnen.

Montag, 27. März 2017

Worst of einer Länderspiel-Pause

Von der ich absolut nichts gesehen habe.

Das ist ja das schöne an Länderspielpausen: Man hat nicht das Gefühl, dass man irgendwas verpasst. Man kann sich einfach mal ausklinken und durchatmen. Was in dem Fußballzirkus ja sonst beinah unmöglich ist.
Gerade ab April, wo uns der Spielplan im Wochenrhytmus Klassiker wie Real Madrid vs Bayern München auf den Speiseplan setzt... ich behaupte mal ganz dreist, dass wir demnächst 4 mal Bayern gegen Dortmund bekommen werden... In diesen Wochen wird hier die Hölle los sein. Da ist es doch gut, wenn man vorher nochmal durchatmen und Kraft sammeln kann... Und ja, genau das hat Manuel Neuer gerade gemacht... Grippe ähnliche Symptome werden der nächste beliebteste Absagegrund für die Nationalmannschaft.

Absolut nichts war natürlich eine gnadenlose Übertreibung. Natürlich habe Lukas Podolskis letztes Traumtor im Nationalmannschaftstrikot gesehen. Meine Facebook Timeline war vollgespammt damit... An der Stelle hatte Poldi natürlich verdammtes Glück, dass London nicht mehr Teil der EU ist... an sonsten wäre dieses Tor durch ein "Terroranschlag in einer Europäische Hauptstadt!!! JeSuisLondon" überdeckt worden...

Aber ja... es ist doch schön, dass Poldi sich genau so verabschiedet hat, wie er "gelebt" hat... und wie wir ihn geliebt haben. Mit einem traumhaften Tor gegen einen mittelmäßigen Torwart in einem völlig bedeutungslosen Spiel, welches nur für die Statistik abgehalten wurde. In solchen Momenten ist Poldi halt nicht zu stoppen. Schade, dass er das nicht auch in wichtigen Momenten liefern konnte... ach was sag ich, schön war's...

Absurd wurde das ganze dann, als Kicker.de sich fragte, warum Jogi Löw denn so an Andre Schürrle festhält... Und in dem Artikel fast wortwörtlich steht "Weil er halt nicht mehr an Podolski festhalten kann"... Anscheinend leidet Löw an einen seltenen Komplex, welcher ihn dazu zwingt sich ein Lieblingskind rauszusuchen, an dem er dann krampfhaft und gegen jede Vernunft festhalten muss... da gibt es bestimmt auch einen psychologischen Fachbegriff zu... In dem rein zufällig dir Buchstabenkombination Löw vorkommt...

Noch viel großartiger war natürlich die Sportbild Schlagzeile. Und ich vermeide die Sportbild und alles, was Axel Springer so veröffentlicht, ja krampfhaft. Aber dieses Mal bin ich echt froh, dass ich drüber gestolpert bin. Schließlich stand zu mindest auf der Leipziger Titelseite die großartige Schlagzeile: "Werner: Ich will der nächste Poldi werden!" Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr im Zeitungsladen so richtig dreckig lachen müsst und sich alle nach euch umgucken... und sich dann denken: Wie jetzt, der steht doch gar nicht vor dem Erotik Regal, was ist denn mit dem los?"... Wenn nicht, stellt euch einfach mal vor diese Schlagzeile... Und lasst euch einfach folgendes Szenario durch den Kopf gehen, an das ich natürlich sofort denken musste:

2022: Timo Werner kehrt nach seinem gescheiterten Versuch sich beim FC Bayern durchzusetzen zu seinem Herzensverein zurück: Den VfB Stuttgart. Er denkt sich "Yeah! Phase 1 in der Mission Next Podli absolviert."
2024: der VfB Stuttgart steigt mit Werner als Führungsspieler zum 2. Mal ab... Werner nur so "Mission Complete! JETZT bin ich der nächste Poldi!!! Ich hab's euch gesagt"... danach wechselt er dann sicherheitshalber nach England... Großartiger Karriereplan.

Aber hey... in relevanten Nachrichten ist ja auch was passiert: Die Niederlande wartet dieses Mal nicht bis alles zu spät ist um ihren Trainer zu wechseln... Und jetzt haben sie wenigstens keinen Blinden Trainer mehr...
Das wirkliche Problem: Anscheinend liegt es gar nicht mehr am Trainer. Denn den haben sie jetzt ja wirklich oft genug gewechselt. Besser geworden ist da anscheinend wenig... Anscheinend besteht Hollands Nationalmannschaft derzeit aus einem haufen alter Säcke, die von Talenten umrahmt werden, die einfach nicht gut genug sind um sie zu einem großen Turnier zu schleppen... Also ja... ich bin kurz davor, dass Arjen Robben mir Leid tut... Ok, das war eine Übertreibung. Aber spätestens wenn Robben zurück tritt (Was er längst hätte machen sollen) hat Holland halt nichts mehr... Also Spieler wie Bas Dost... Yeah!!!

Die brauchen ganz dringend einen Franz Beckenbauer, der sie verflucht... so nach dem Motto: "Die Holländer werden auf Jahrzehnte bei den großen Turnieren keine Rolle mehr spielen"... das ist schon die einzgie Variante, wie die wieder zu so einem Turnier kommen könnten... leider... will sich der Kaiser nicht mehr zu irgendwelchen Dingen, die im entferntesten mit einer WM zu tun haben könnten außern... Also nicht mal zu den Niederlanden...

Mittwoch, 22. März 2017

"Es werden Tränen fließen."

Wenn Oliver Bierhoff das so ankündigt... und ja, auch bei mir...

Schließlich... geht der Patenonkel dieses Blogs. Der Vorzeige-Fußballer für alle Zyniker. Das größte Phänomen der deutschen Fußballgeschichte. Einer der Schlüsselbausteine für die spanische Dominanz von 2008 bis 2012... und ja, ich gehe irgendwie davon aus, dass Xavi morgen ein Bild mit seinen 3 Nationalmannschaftstrophäen twittert... mit einem "Danke, Poldi, ohne dich wäre das nicht möglich gewesen... oder zumindest sehr viel schwerer, da hätten wir ja in den entscheidenden Duellen gegen Deutschland gegen 11 Mann antreten müssen..."

Und ja, ich gehe nicht davon aus, dass Poldi und Jogi Löw wirklich gescherzt haben, als Poldi ankündigte, mit wem er sich das Zimmer teilen will... Schließlich war Löw auch derjenige, der Poldi als "einen der größten Spieler, die Deutschland je hervorgebracht hat" bezeichnet hat...

HOLY
FUCKING
SHIT

Ist das euer Ernst?

Also ganz ehrlich... und ja, natürlich muss man bei so einem Moment sentimental werden... und darf auch ein bisschen übertreiben... aber muss es gleich so krass sein?

Gehen wir das ganze mal durch... Also stellen wir uns vor, wir diskutieren in 20 Jahren über die Spieler im "Klub der 100er"...

Ganz vorne ist dann immer noch:
Lothar Matthäus: Der wird auch im Jahr 2037 noch der einzige Deutsche sein, der jemals den Titel "Fifa Weltfußballer des Jahres" gewinnen konnte.

Miroslav Klose: WM Rekordtorschütze. Der ultimative Beweis, dass Einstellung und Arbeitsmoral wichtiger sind als Talent. Und ein absolutes Vorbild.

Phillip Lahm: Über 15 Jahre lang der beste Rechtsverteidiger der Welt... der nur leider das Pech hatte auf einer Position (und in einer Liga) zu spielen, auf der man bei der Wahl zum Weltfußballer keine Rolle spielte.

Bastian Schweinsteiger: Schlüsselspieler in der einzigen Tripple-Saison der Vereinsgeschichte von Bayern München.

Jürgen Klinsmann: Der ultimative Beweis, dass man keinen Ball annehmen muss um ein Weltklasse Stürmer gewesen zu sein.

Jürgen Kohler: Galt auch Jahre nach seiner Karriere noch als das international anerkannte Paradebeispiel für Deutsche Wertarbeit in der Abwehr.

Franz Beckenbauer: der wahrscheinlich beste deutsche Fußballer aller Zeiten. Der Mann stand auf Augenhöhe mit Pele... Just saying.

Thomas Müller: Ein Unikat, dass einfach nicht zu verteidigen ist und Tore garantiert... es sei denn er spielt eine Europameisterschaft...

Manuel Neuer: hat den Libero zurück ins Spiel gebracht... als Torhüter. Gilt seit Jahren als der Maßstab fürs Moderne Torwartspiel...

Und das sind alles Dinge, die ich eher zähneknirschend anerkennen muss... denn ich mag die ja alle nicht. Aber dass das herausragende Fußballer waren oder sind, muss selbst ich anerkennen. Und die gehören am Ende auch in den 100er Klub.

Random Fun Fact: Deutschland ist das einzige Land der Welt, in dem man zwangsweise Weltmeister werden muss, wenn man 100 Spiele für das Land absolviert... Also ja, jeder Spieler im 100er Klub hat diesen Titel im Lebenslauf... Während Michael Ballack (98 Länderspiele) und Oliver Kahn (86) den Cut nicht geschafft haben...

Aber zurück zur Liste: Dann ist da ja noch... Lukas Podolski. Der ähm... warte was? Wie hat der es in den Klub der absoluten Weltklasse geschafft? Und zwar nicht gerade so, sondern locker und lässig... Das wird in 20 Jahren niemand mehr nachvollziehen können...
Und dann kommen die einen und sagen "Naja, der hat halt in dieser einen Saison gefühlt jeden Monat das Tor des Monats geschossen"... worauf man dann antwortet: Ja, als Zweitligist... das war ein richtig guter Zweitligastürmer...
Dann hat er für 3 Jahre die Rolle des Alexander Zicklers beim Rekordmeister übernommen... Als Ergänzungsspieler Nummer 1. Zu dieser Zeit hatte er mehr Nationalmannschafts- als Bundesligatore im Lebenslauf stehen... Das hat seit der Einführung der Bundesliga sonst niemand geschafft...
Nur um danach dann mit einer überteuerten Rückholaktion seine Jugendliebe zu ruinieren und wieder in die 2. Liga zu führen... Und ja, es hätte den Kölnern eher geholfen, wenn sie sich für das Geld 2 ordentliche Spieler geholt hätten...
Danach spielte er dann eine Weile überraschend ordentlich für Arsenal London... Nur um dann erst in die Altherren Liga Italien und in die Noch Ältere Herren Liga Türkei abgeschoben zu werden... und seine Karriere in Japan in der "Man kann die nicht mal mehr Alt nennen, aber wenigsten ist es noch nicht Indien" Liga...

So einen Fußballer als (ich erwähne es noch mal...) "einen der größten Spieler, die Deutschland je hervorgebracht hat" zu nennen... ist ein Tritt ins Gesicht der Uwe Seelers... wenn Löw nicht so krampfhaft an dem Jungen festgehalten hätte (und das "Warum?" kann halt niemand erklären... Mit dem Leischtungschprizschip hat das jedenfalls nichts zu tun...), wäre er eine Fußnote in der deutschen Fußballgeschichte. Dann wäre er nach 2010 mit dem Worten "Setze dich erst Mal in einem guten Verein durch" aussortiert worden... Nur diese Männerfreundschaft der beiden macht ihn zu mehr. Das macht ihn aber noch lange nicht zu einem der Besten, die wir je hervorgebracht haben...

Ach ja... ich werde ihn vermissen...

Dienstag, 21. März 2017

Peter Stögers großartigste Trainerleistung

Falls ihr es noch nicht wusstet: Ich halte Peter Stöger für einen wirklich überragenden Trainer. Was der seit Jahren in Köln abliefert, ist halt richtig stark. Mir wäre es natürlich lieber, wenn er das woanders abliefern würde... aber auch nur, weil der 1.FC Köln dann endlich wieder unterhaltsam wäre...

Und die wirklich überragende Leistung ist ja noch nicht mal, dass er in Köln einen konstanten 7. Platz als Erfolg verkaufen kann. Also dass in Köln noch keiner durchdreht und von der Champions League träumt. Denn das hat er ja nicht ganz alleine geschafft...

Oder dass er aus Anthony Modeste einen Top Torjäger geformt hat. Denn schon in Hoffenheim zeigte er gerade in den ersten Saisonmonaten immer wieder, dass er weiß, wo das Tor steht. Er hat es halt nie geschafft, dieses Niveau über den Oktober hinaus zu halten, aber bereits 2013 startete er mit 6 Toren in 7 Spielen... Alles, was Stöger in dem Fall geschafft hat, ist Konstanz in diesen Spieler zu bringen. Was auch keine Selbstverständlichkeit ist, aber das Modeste ein brauchbarer Bundesligastürmer ist, war immer zu erkennen.

Auch dass er aus Yannick Gerhardt und Jonas Hector Nationalspieler gemacht hat... zum einen muss man die beiden ja auch mit einem Sternchen versehen... das sind keine Nationalspieler, dass sind Linksverteidiger... und auf keiner Position ist es so einfach in die Nationalmannschaft zu rutschen wie hinten links... Zum anderen... hat er halt junge Spieler nach vorne gebracht. Das sollte eigentlich nichts besonderes sein...

Das fiel mir nebenbei auf, als Paul Scholes sich zu Paul Pogba und seinen 100 Millionen Euro Ablöse geäußert hat... mit einem "Der ist jetzt viel besser als in seiner ersten Zeit bei Manchester United"... natürlich ist er das. Er ist halt keine 19 mehr... selbst wenn er nur von Michael Oenning trainiert worden wäre, wäre er heute ein besserer Spieler als als Teenager.
Dass junge Spieler sich entwickeln, ist etwas völlig normales. Und ja, ein guter Trainer kann dabei helfen. Aber selbst gute Trainer können an talentierten Spielern scheitern. Und der eine oder andere Spieler entwickelt sich trotz seines Trainers. Solche Tendenzen sind immer schwer an einem einzigen Ausbilder festzumachen.

Was aber definitiv eine große Leistung eines Trainers ist... ist ja einem alten Hund neue Tricks beizubringen. Jemand, der sich nicht mehr natürlich entwickelt. Und der eigentlich nicht gut genug für die erste Liga ist...
Peter Stöger hat es geschafft, selbst so einen Spieler in die Kicker Elf des Tages zu coachen. Die Rede ist natürlich von Matthias Lehmann.

Im Wesentlichen gab es vor Peter Stöger einen einzigen Trainer, der geglaubt hat, dass man um Lehmann als Führungsspieler ein Bundesligamittelfeld aufbauen könnte: Holger Stanislawski. Nun kann man natürlich behaupten, dass er das auf St.Pauli auch einfach musste, weil man dort einfach keine besseren Spieler bekommt. Aber ohne Statinslawskis "Hilfestellung" konnte er sich nicht mal unter Armin Veh bei einem Zweitligisten in Frankfurt durchsetzen.

Das Urteil über den 28 Jährigen Lehmann lautete: Gut genug um unter einem Trainer in der 2. Liga mitzuspielen. Nicht gut genug um in der Bundesliga mitzuhalten. Über den kann man als Bundesligist nachdenken, wenn man um den Abstieg spielen will, an sonsten sollte man sich von ihm fern halten... Und ja, auch seine Debütsaison 2006 endete mit dem Abstieg seiner Mannschaft Alemannia Aachen.

Jetzt... ist er mit 33 Jahren Kapitän und Chef im Mittelfeld einer sehr stabilen Bundesligamannschaft. Klar, er liefert individuell keine herausragenden Leistungen ab. Und außerhalb von Köln wird auch kaum jemand wahrnehmen, was Lehmann in dieser Mannschaft so macht... Dass er anscheinend wirklich wichtig ist, haben wir nur in 2 Situationen mitbekommen: Als wir gelesen haben, dass er ja der Kapitän dieser Mannschaft ist... und als das kollektive Aufstöhnen der Kölner nach seiner Verletzung zu uns durch dringt. Weil die Kölner ohne ihn direkt erst mal 6 Spiele ohne Sieg blieben...

Und Lehmann ist immer noch kein überragender Spieler. Aber ein Peter Stöger bringt den halt zum funktionieren. Und bringt eine Mannschaft um ihn herum zum funktionieren. Das ist halt etwas, was nur verdammt wenige Trainer schaffen: Aus lückenhaften Puzzle-teilen ein komplettes Bild zu basteln. Und Verwendung für diese eigentlich aussortierten Teile zu finden.