Und diesem Blog trotzdem hinterher. Aber hey, man kann ja nicht alles können...
Also ja, Julian Nagelsmann ist der erste Trainer, der offen ausspricht, dass es mit den taktischen Fouls nicht so weiter gehen kann... dass diese viel härter bestraft werden müssen. Nur geht er dann dummer Weise in die völlig falsche Richtung und fordert... Zeitstrafen!!! Ja!!! Lasst uns das an sich so simple Regelwerk unnötig kompliziert machen!!!
Das wichtigste Zitat ist doch:
"Es bringt mir doch nichts, wenn ein gegnerischer Spieler nach dem
achten taktischen Foul die Gelbe Karte sieht und irgendwann mal ein
Spiel aussetzen muss."
Der entscheidende Denkfehler ist doch aber, dass erst das 8. taktische Foul die Gelbe Karte nach sich zieht. Man müsste die Schiedsrichter einfach mal dazu anhalten jedes taktische Foul auch entsprechend zu ahnden. Klar, dann ist man ganz schnell bei 8 Gelben Karten pro Spiel... aber die Akteure auf dem Feld werden sich ja auch anpassen. Das sind schließlich Profis. Und wenn sie wissen, dass es für das unterbrechen des Konters auch tief in der gegnerischen Hälfte Gelb gibt, dann lassen die das auch relativ schnell...
Und hätte ein Nagelsmann wirklich mehr davon, wenn er nach 8 taktischen Fouls (also 8 unterbrochenen Angriffsmöglichkeiten) ein Mal für 5 Minuten eine Überzahl bekommt? So wertvoll sind 5 Minuten Überzahl einfach nicht, die kriegt man dann meistens ordentlich verteidigt... also wenn man sich vorher drauf einstellen kann, dass man dies muss, entwickelt man dafür garantiert einen Plan. Dann stellt man 5 Minuten lang das Angriffsspiel ein und verteidigt souverän... Die meisten Bundesligisten werden dies hinkriegen... einen Vorteil hat man also nur gegen... Werder Bremen...
Dass die taktischen Fouls mehr und mehr zum Problem werden, wurde hier nebenbei 2012 hier bereits ausführlich erörtert. Weil das Streichen jeglicher Vorstrafen für die Halbfinalspiele (nach dem Motto: Hauptsache die Besten können auf jeden Fall spielen) dazu geführt hat, dass es in einem EM Halbfinale 8 Verwarnungen gab. Jeweils im wesentlichen für das, was man als taktisches Foul ahndet.
Dieses Jahr war die EM so schon grottig genug, da musste man nicht unbedingt auf solche Kleinigkeiten achten um Probleme zu entdecken. Auch wenn 11 Gelbe Karten in 2 Halbfinalen nach einer üblen Treterei klingen... aber 8 von denen gab es ja für taktische Fouls...
Und ja, es wird jetzt niemand nochmal die Spiele der grausamen EM angucken, nur um diese These zu widerlegen...
Das Problem ist offensichtlich: Das unterbrechen des Spielflusses wird nicht annähernd hart genug bestraft. Viel zu oft kommt man vollkommen konsequenzfrei an sein Ziel: Den Gegenangriff unterbinden.
Der Grund liegt aber halt einfach daran, dass die Schiedsrichter all diese taktischen Fouls durchgehen lassen. Sie haben das rechtliche Mittel, diese zu bestrafen. Auch wenn die DFL dafür vielleicht noch mal eine grundlegende Schulung. Und wenn sich die Profis hinterher darüber beschweren, dass man ja nicht für jede Kleinigkeit Gelb zeigen muss... Und darüber heulen, dass man ja gar nicht mehr "körperlich" zu Werke gehen darf... dann zeigt man den Spielern sauber geführte, intensive Zweikämpfe im eigenen Abwehrdrittel und sagt ihnen: "Das geht doch immer noch Einwandfrei..."
Und ja, dies würde dazu führen, dass es für jedes 2. Foul im Spiel Gelb gibt. Das Spiel ist halt mittlerweile extrem von Taktik geprägt... es sei denn, man guckt HSV - Werder... da stolpern halt 22 Leute planlos über den Rasen.
Aber wenn das Spiel extrem von Taktik geprägt ist, dann müssen es doch die Fouls zwangsweise auch sein.
Was mich ja am meisten ärgert, ist ja, wie wenig sich die Bundesligaprofis darüber Gedanken machen müssen, ob sie hier mal ein taktisches Foul einsetzen können oder nicht. Ein taktisches Foul als Ausnahmemittel um wirklich mal einen kritischen Gegenangriff taktisch clever zu unterbinden, ist ja legitim. Aber nach jedem Ballverlust ein kleines Foul einbauen, ist es halt nicht... die Bundesliga tendiert eher zu Letzterem.
Guckt euch einfach mal nen Bundesligaspiel an. Und dann zählt selber mit, wie oft ein Spieler einfach nur ein leichtes Foulspiel begeht, nur um den Spielfluss zu unterbrechen. Also wenn meine Regeländerung (was ja eher eine Regelumsetzung ist) durchgeführt wird, wird es 2 Wochen Verwarnungen hageln und danach haben sich die Profis drauf eingestellt und der Spielfluss wird zu einem reißenden Strom.
Wenn sich Nagelsmann durchsetzt... werden wir uns daran gewöhnen müssen, dass Bundesligafußball nur noch in Ausnahmesituationen als 11 gegen 11 gespielt wird, weil ein Spiele pro Mannschaft im Schnitt gerade "intensive Anweisungen vom Trainer" bekommt...
Die einfache Lösung ist dieselbe wie immer: Einfach das vorhandene Regelwerk mit mehr Konsequenz durchsetzen. Da könnte man so viele Probleme einfach lösen...
Ich hab das ja in meinen ominösen Kreisligatagen selber mal erlebt. Also den einen Schiedsrichter, der fürs erste Mal "Ey, Schiri, das ist doch Gelb!" dem Spieler selber eine Verwarnung unter die Nase gehalten hat. Danach war 85 Minuten lang Ruhe auf dem Platz.
Genau so würde sich die Bundesliga entwickeln, wenn die Profis feststellen, dass es ab Sommer für die kleinen taktischen Foulchen ab sofort auch Gelb gibt.
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Samstag, 7. Januar 2017
Mittwoch, 2. April 2014
Warum diskutieren wir eigentlich ständig über die Torlinientechnologie?
Und tun so, als würden in diesen Momenten die Meisterschaften entschieden?
Ganz ehrlich: Wie oft im Jahr entscheiden diese Millimeterentscheidungen Fußballspiele? Das Paradebeispiel war natürlich an diesem Wochenende bei dem Spiel VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt: Ob Kevin Trapp den Ball in der 64. Minute wirklich vor der Linie halten konnte, hätte wohl nur die Torlinientechnologie entscheiden können... Dass Joselu 2 Minuten später nicht im Abseits stand, war dagegen durch die Fernsehbilder relativ schnell zu belegen.
Nun geht mal kurz in euch: Wie viele Spiele hätten durch die Einführung der Torlinientechnologie einen anderen Verlauf genommen? Hoffenheim - Leverkusen, klar. Aber wegen einen absurd unglücklichen Unfall 500.000 Euro in jedes Stadion zu stecken ergibt doch auch wenig Sinn. Vor allem, wenn ihr mal nachrechnet, wieviele knappe Abseitsentscheidungen es in dieser Saison gab...
Immerhin sind wir mittlerweile so weit, dass wir von knappen Abseitsentscheidungen sprechen und nicht wie (früher und gerade bei Weltmeisterschaften) von Metern. Trotzdem gibt es immer wieder Szenen, wo selbst die Fernsehkommentatoren nur mit einem "das war aber mit bloßem Auge nicht zu erkennen" und "im Zweifelsfall für den Angreifer" reagieren können. Und das hohe Tempo in der Bundesliga macht es quasi unmöglich diese Entscheidungen richtig zu treffen. Wahrscheinlich verlassen sich die Assistenten sogar auf ihre Erfahrungswerte...
Warum also wollen wir eine Torlinientechnologie einführen, die wir vielleicht 2 mal im Jahr brauchen... wenn wir den Schiedsrichtern viel mehr helfen würden, wenn wir ein Programm entwickeln, dass sofort anzeigt, wenn jemand im Abseits steht? Wird nicht mittlerweile eh jede Bewegung der Fußballer erfasst? Oder wie ermitteln die sonst die Laufleistungen? Kann man da nicht ein Programm schreiben, dass dem Assisten bescheid gibt, ob ein Spieler im Abseits steht oder nicht? Und der Assistent muss dann nur noch entscheiden, ob es passiv oder aktiv war? Technisch gesehen sollte das doch möglich sein, oder?
Und vor allem: Jetzt, wo das Kind (international) in den Brunnen gefallen ist, wird die Debatte doch eh kommen... Rechnen wir mal kurz die Wahrscheinlichkeiten durch: Zwischen Wembley 66 und Free State 2010 vergingen 44 Jahre... Rein Mathematisch dürfte es aber Ewigkeiten dauern, bis die Torlinien-Technik beim größten Turnier gebraucht wird. Aber: Es wird bei dieser WM jemand wegen einer knappen und falschen Abseitsentscheidung ausscheiden. Und dann wird dieser jemand laut fragen, warum das eine, selten vorkommende Problem durch die Technik gelöst wurde und das andere in jedem Spiel vorkommende nicht? Die Frage ist halt nur, ob dieser "Jemand" aus Brasilien oder Algerien kommt...
Und dann wird es noch 10 bis 20 Jahre (oder halt: bis es wirklich mal einen der großen Titelfavoriten trifft) dauern bis auch die Bürokraten erkannt haben, dass die Argumentation logisch ist. Das eine durch die Technik zu lösen und das andere nicht... ist reine Willkür. Wenn man den Fußball für technische Hilfsmittel öffnet, wird man die Debatte, wo das aufhören soll, nie wieder los.
Als nächstes wird dann wahrscheinlich über den Videobeweis bei Platzverweisen diskutiert werden... Usw.-
Ich behaupte nebenbei nicht, dass wir diese Technologie unbedingt brauchen... ich behaupte nur, dass die Debatten über technische Hilfsmittel bei der Frage "Tor oder nicht Tor" nicht enden wird. Sondern wahrscheinlich erst, wenn der Schiedsrichter komplett abgeschafft worden ist... Ob diese Hilfsmittel dem Fußball dann wirklich weiter Helfen, bleibt unklar...
Ganz ehrlich: Wie oft im Jahr entscheiden diese Millimeterentscheidungen Fußballspiele? Das Paradebeispiel war natürlich an diesem Wochenende bei dem Spiel VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt: Ob Kevin Trapp den Ball in der 64. Minute wirklich vor der Linie halten konnte, hätte wohl nur die Torlinientechnologie entscheiden können... Dass Joselu 2 Minuten später nicht im Abseits stand, war dagegen durch die Fernsehbilder relativ schnell zu belegen.
Nun geht mal kurz in euch: Wie viele Spiele hätten durch die Einführung der Torlinientechnologie einen anderen Verlauf genommen? Hoffenheim - Leverkusen, klar. Aber wegen einen absurd unglücklichen Unfall 500.000 Euro in jedes Stadion zu stecken ergibt doch auch wenig Sinn. Vor allem, wenn ihr mal nachrechnet, wieviele knappe Abseitsentscheidungen es in dieser Saison gab...
Immerhin sind wir mittlerweile so weit, dass wir von knappen Abseitsentscheidungen sprechen und nicht wie (früher und gerade bei Weltmeisterschaften) von Metern. Trotzdem gibt es immer wieder Szenen, wo selbst die Fernsehkommentatoren nur mit einem "das war aber mit bloßem Auge nicht zu erkennen" und "im Zweifelsfall für den Angreifer" reagieren können. Und das hohe Tempo in der Bundesliga macht es quasi unmöglich diese Entscheidungen richtig zu treffen. Wahrscheinlich verlassen sich die Assistenten sogar auf ihre Erfahrungswerte...
Warum also wollen wir eine Torlinientechnologie einführen, die wir vielleicht 2 mal im Jahr brauchen... wenn wir den Schiedsrichtern viel mehr helfen würden, wenn wir ein Programm entwickeln, dass sofort anzeigt, wenn jemand im Abseits steht? Wird nicht mittlerweile eh jede Bewegung der Fußballer erfasst? Oder wie ermitteln die sonst die Laufleistungen? Kann man da nicht ein Programm schreiben, dass dem Assisten bescheid gibt, ob ein Spieler im Abseits steht oder nicht? Und der Assistent muss dann nur noch entscheiden, ob es passiv oder aktiv war? Technisch gesehen sollte das doch möglich sein, oder?
Und vor allem: Jetzt, wo das Kind (international) in den Brunnen gefallen ist, wird die Debatte doch eh kommen... Rechnen wir mal kurz die Wahrscheinlichkeiten durch: Zwischen Wembley 66 und Free State 2010 vergingen 44 Jahre... Rein Mathematisch dürfte es aber Ewigkeiten dauern, bis die Torlinien-Technik beim größten Turnier gebraucht wird. Aber: Es wird bei dieser WM jemand wegen einer knappen und falschen Abseitsentscheidung ausscheiden. Und dann wird dieser jemand laut fragen, warum das eine, selten vorkommende Problem durch die Technik gelöst wurde und das andere in jedem Spiel vorkommende nicht? Die Frage ist halt nur, ob dieser "Jemand" aus Brasilien oder Algerien kommt...
Und dann wird es noch 10 bis 20 Jahre (oder halt: bis es wirklich mal einen der großen Titelfavoriten trifft) dauern bis auch die Bürokraten erkannt haben, dass die Argumentation logisch ist. Das eine durch die Technik zu lösen und das andere nicht... ist reine Willkür. Wenn man den Fußball für technische Hilfsmittel öffnet, wird man die Debatte, wo das aufhören soll, nie wieder los.
Als nächstes wird dann wahrscheinlich über den Videobeweis bei Platzverweisen diskutiert werden... Usw.-
Ich behaupte nebenbei nicht, dass wir diese Technologie unbedingt brauchen... ich behaupte nur, dass die Debatten über technische Hilfsmittel bei der Frage "Tor oder nicht Tor" nicht enden wird. Sondern wahrscheinlich erst, wenn der Schiedsrichter komplett abgeschafft worden ist... Ob diese Hilfsmittel dem Fußball dann wirklich weiter Helfen, bleibt unklar...
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