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Mittwoch, 4. Juni 2025

Ein kreativer Lösungsvorschlag für das Regionalliga-Problem

 Der genau deswegen nicht diskutiert werden wird.

Also die "Die Meister müssen aufsteigen" Bewegung bekommt ja immer mehr Zuspruch. Aber im Wesentlichen ist das immer noch eine Forderung der ostdeutschen Vereine, die aber gleichzeitig, wie ich hier ausführlich vorgerechnet habe, nur ein trojanisches Pferd als Kompromissvorschlag eingebracht haben: Sie geben den Greifswalder FC ab und dürfen dafür all ihre Derbys behalten, während sich für alle anderen Verbände alles verschlechtert.

Sie haben immer noch keine vernünftigen Argumente dafür geliefert, warum die Vereine aus Bayern und Baden-Württemberg für eine derartige Reform stimmen sollten. Also außer der "Der Meister muss aufsteigen" Moralkeule. Das wird bestimmt überzeugen.

Aber es will halt weiterhin das ganz offenkundige Problem ansprechen: Für eine faire Aufteilung der Regionalliga müsste die Regionalliga Nord/Ost komplett aufgespalten werden. Und das ist natürlich ein herber Verlust der eigenen Identität. Die ganzen schönen Derbys fallen weg. Damit wird auch der Zuschauerschnitt fallen. Eine Aufteilung wäre schon ein sehr hartes Brot, was die Vereine verzerren müssten. Deswegen bringt das auch niemand ins Gespräch.

Aber sie sind es ja auch, die mit der großen Forderung kommen. Und der Fakt, dass die "DDR-Oberliga" erhalten bleiben musste, war auch einer der Hauptgründe, warum es überhaupt eine 5-gleisige Regionalliga geben musste. Damals lautet der Kompromiss halt: Könnt ihr haben, aber dann muss es am Ende der Saison Aufstiegsspiele geben. 

Dass ein derart kleiner Teil der Bevölkerung bei einer 4-gleisigen Regionalliga seine eigene Staffel bekommt, ist aber nicht vermittelbar. So weit, so bekannt.

Aber wie lösen wir jetzt dieses Problem? Ganz einfach: Wir nehmen eine Seite aus dem Lehrbuch der Fifa. Denn für die ist ja "Mehr Spiele" und "Ein neuer Wettbewerb" immer ein Lösungsansatz. Also führen wir den NOFV Pokal ein.

Oder wir führen ihn wieder ein und holen die alte Trophäe aus dem Schrank. Also um allen ganz deutlich zu machen, dass es hier am Ende nur um Ostalgie geht. 

Der DFB lässt einen für sie nicht wirklich schmerzhaften Betrag ins Preisgeld fließen. Der MDR und T-Online lassen Geld für die Übertragungsrechte springen, die ja im Wesentlichen an diese Vereine gehen. Den Rest regeln die Fans über die vollen Stadien. Mit dem Preisgeld lässt sich auch der Nachteil, dass die Teilnehmer aus der wirtschaftlich schwächsten Region des Landes kommen, kompensieren. Die Fußballvereine können ja am wenigsten dafür, dass wir das mit der Wiedervereinigung vor 35 Jahren so verkackt haben.

Die 32 besten Mannschaften aus dem Gebiet der ehemaligen DDR dürfen, solange sie sich für den Europacup qualifiziert haben, an diesem Wettbewerb teilnehmen. Denn in den Wochen, in denen RB Leipzig normalerweise durch Europa tourt, sind ja die Termine, an denen dieser Wettbewerb ausgetragen werden soll. Das Finale wird am Champions League Sonntag ausgetragen. Nur halt schon um 15:30 Uhr.

Jetzt muss man nur noch klären, ob man im DFB-Pokal Modus, oder im Europacup Modus spielt. Also mit Hin- und Rückspiel. Und wie man RB für die kommende Saison auslädt. Oh und man muss klären, wie man mit der Hertha und den anderen Westberlinern umgeht... Am Effektivsten wäre es wahrscheinlich, das ganze zu einem "Einladungsturnier" zu machen, an dem man teilnehmen kann, aber nicht muss. Alles in dem unausgesprochenen Einverständnis, dass sich die Teilnahme für RB nicht lohnen würde, weil das ja nicht ihre Derbys sind, und sie die Einladung deswegen ausschlagen würden.

Aber um das mal kurz durchzurechnen: Wenn RB auf eine Teilnahme verzichtet, würden Union Berlin, der 1. FC Magdeburg, die Hertha, Dynamo Dresden, Energie Cottbus, Hansa Rostock, Erzgebirge Aue und die 18 Regionalligisten in einen Lostopf geworfen werden. Dazu kommen dann noch die jeweils 4 besten Mannschaften der Oberliga NOFV-Nord und -Süd. Zweite Mannschaften werden wie RB ausgeladen. Sparta Lichtenberg und Germania Halberstadt spielen den letzten freien Platz aus.

In der ersten Runde gibt es dann, wie im DFB-Pokal, 2 Lostöpfe, danach wird knallhart gelost. Das Finale wird an einem neutralen Ort ausgetragen, der beiden Fans eine faire Anreise ermöglicht.
Wenn man sich, damit jeder garantiert seine Heimspiele bekommt, für das "europäische System" mit Hin- und Rückspiel entscheidet, braucht man nur 9 Termine im Kalender. Dafür würde man durchaus Platz im Terminkalender finden. Ab der 2. Runde wird es garantiert die richtig "geilen" Derbys geben.

Also die Hochsicherheitsspiele, aber Dynamo gegen Hansa unter Flutlicht in einem K.O. Spiel klingt doch wie der feuchte Fiebertraum eines jeden "Traditionsfans". Im anderen Halbfinale spielt am Tag darauf Union gegen Hertha. Da würden wahrscheinlich sogar Fußballfans aus dem Westen einschalten.

Dafür wäre es dann natürlich für Halle nicht mehr garantiert, dass sie jedes Jahr auf Lok und Chemie treffen. Und sie müssten deutlich weiter reisen, als das bisher der Fall war. Aber dafür bekommen sie ja die Chance auf die beachtliche Zusatzeinnahme in ihrem eigenen Pokalwettbewerb. 

Das größte Problem dürfte sein, ein neutrales Stadion zu finden, welches das Finale austragen wird. Denn machen wir uns nichts vor: Die Tribünen werden da brennen. Und nicht im metaphorischen Sinn. Aber vielleicht besinnen sich ja die Ultras bei so einem Turnier auf ihre eigentliche Aufgabe: Großartige Stimmung zu verbreiten.

Aber da man derzeit noch nicht mal über eine vernünftige Aufteilung der neuen Regionalligen reden kann, wird man nie auf derartige Lösungsvorschläge kommen.  Dabei wäre es die Möglichkeit, wie alle Beteiligten bekommen, was sie wollen.

Dienstag, 22. April 2025

Das ist schon ein geschicktes Trojanisches Pferd, was der NOFV da anbietet.

 Oder sachlich gesehen: Es ist ein ganz schön dreistes Angebot.

Denn dank der neusten Sportschau Mini-Doku ist der Plan dieses Verbandes zum Thema "Meister müssen aufsteigen" endlich auf dem Tisch. Und dabei sieht der NOFV sogar ein, dass seine eigene Regionalliga so nicht weiter bestehen kann. Der Lösungsvorschlag:

Mecklenburg-Vorpommern wechselt in die Regionalliga Nord. Dafür bekommt die dann nur noch "Osten" heißende Staffel Hessen zugeschoben. Was für ein fairer Kompromiss. Da müssen doch alle dafür sein. Nun ja... genau genommen ist es Bullshit.

Guckt euch mal die Regionalliga Nordost an. Da fällt euch eines auf: Mit dem Greifswalder FC spielt da eine einzige Mannschaft aus dem abzustoßenden Bundesland an. Einem Verein, dessen Wurzeln zwar auf das Jahr 1926 zurückgehen, der aber in der Form erst seit 2016 existiert. Und wenn ihr dann noch eine Stufe tiefer grabt, dann fällt euch auf, dass weder BSG Einheit Greifswald, noch BSG KKW Greifswald jemals in der Oberliga gespielt haben. Aber die haben Andreas Zachhuber und Hilmar Weilandt hervorgebracht. Also das war so ziemlich ihr einziger Beitrag zur DDR Oberliga. Und der Greifswalder SC war der erste Verein eines gewissen Toni Kroos. Der hängt als Konkursmasse auch irgendwie bei dem neuen Verein mit drin.

Und man muss sich auch relativ wenig Sorgen machen, dass da irgendjemand dazustößt. Also die ewige Tabelle weist mit Vorwarts Stralsund, BSG Motor Wismar und dem SC Neubrandenburg 3 Vereine aus Mecklenburg-Vorpommern als ehemalige Oberligamannschaften aus. Und diese 3 Mannschaften haben zusammen 5 Jahre in der Oberliga gespielt. Die Fußballabteilungen gingen längst in irgendwelchen anderen Vereinen auf. Da wird niemand von einem Derby sprechen.

Bleibt der eine große Elefant im Raum: Hansa Rostock. Die spielen noch in der Dritten Liga. Sie haben seit der Wiedervereinigung 0 Jahre in der Regionalliga verbracht. In guten Zeiten hat die 2. Mannschaft da mal mitgemacht, aber das darf man wohl ignorieren. 
Vor allem hat Hansa halt die schlimmsten Fans Deutschlands. Der offizielle Randale-Meister des Landes. Da werden sich selbst die größten Ostalgiker freuen, wenn man die nicht zu Gast hat.

Random Einschub: Ich mag Marteria ja. Der ist der 2. beste Rapper Rostocks all Time. Er musste seinen Titel als Nummer eins gerade an Milli Dance abgeben, aber dazu im Dezember bei den Jahrescharts mehr. Und Stefan Beinlich war der beste Spieler, den dieser Verein je hatte. Trotzdem ist es zumindest fragwürdig, dass die jetzt ein Benefizspiel für die neuen Flutlicht-Masten ankündigen. Den im Wesentlichen subventionieren die damit die Ausschreitungen der Hansa-Ultras. Dieses Jahr ist man schon wieder bei knapp 100.000 Euro Strafe. Letztes Jahr waren es insgesamt fast 600.000 Euro. Und da ist die Rechnung für das Zerstören des Gästefanblocks in Aachen noch nicht mal dabei. Da kommt noch mal ordentlich was auf die zu. Es hilft ja nicht mal, seine Heimspiele gegen Hansa am Sonntag um 19:30 anzupfeifen, in der naiven Hoffnung, dass da keiner kommt.
Und während man beim friedlichen Abbrennen von Pyrotechnik noch was von "Stimmung" und "Fußball-Mafia-DFB" schwadronieren kann, ist das mutwillige Zerstören des Fanblocks oder das Angreifen gegnerischer Fans unentschuldbar. Und jetzt brauchen die auf einmal Geld für neues Flutlicht. Das würde auf dem Konto liegen, wenn man nicht ständig für das Fehlverhalten seiner Fans zahlen müsste.

Aber zurück zur Regionalliga Reform: Denn das Beste an dem Angebot ist ja, dass man diesen Rostockern aus dem Weg gehen würde, falls die wirklich nochmal absteigen. Das ist doch großzügig. Aber all die anderen Ost-Derbys behält man. Wie praktisch. Und machen wir uns nichts vor: Genau darum geht es in der Regionalliga: Alle wollen ihre Klassiker aus den 70ern nachspielen. Da ist die Hütte voll und die Stimmung geil.

Nehmen wir da mal die Kickers Offenbach: Deren bestbesuchte Spiele waren gegen Stuttgarter Kickers und Eintracht Trier. 2 Stunden Fahrtzeit mit dem Auto. Weshalb auch die Gastspiele jeweils das am besten besuchte Heimspiel der jeweiligen Mannschaften war. Diese Spiele werden dann durch 4-5 Trips nach Berlin ersetzt, was eher 6 Stunden Autobahn bedeutet. Nur um dann vor 2000 Leuten zu spielen. Offenbach alleine würde dabei also mehr verlieren, als der gesamte NOFV. Und das preisen die dann als den großen Kompromiss an.

Bonuspunkte in Sachen Verlogenheit gehen nebenbei an Daniel Meyer. Der ist Sportdirektor beim Hallescher FC und verweist darauf, dass der NOFV ja 6 Bundesländer vertritt. Ich bin fasziniert, dass der Mann so weit zählen kann, obwohl man dafür beide Hände braucht. Aber anscheinend kann er nicht bis 18 Millionen zählen. Das, als kleiner Exkurs in die Lokal-Geografie, ist die Anzahl der Menschen, die alleine in Nordrhein-Westfalen leben. Und ich habe da mehrmals nachgerechnet, aber in den immer noch sogenannten "neuen Bundesländern" leben insgesamt 16 Millionen Menschen. 

Wenn diese 16 Millionen jetzt irgendwie ein Anrecht darauf haben, eine eigene Regionalliga auszuspielen, sollten die NRWler dies doch auch haben, oder? Und genau deswegen brauchen wir ja die 5-gleisige Regionalliga.

Nebenbei beweist der Fakt, dass wir nach 35 Jahren immer noch von "neuen Bundesländern" sprechen und diese ihre eigene Fortsetzung der DDR Oberliga betreiben, wie sehr wir das mit der Wiedervereinigung verkackt haben. 

Ganz sachlich gesehen muss die Regionalliga Nordost zerschlagen werden, damit es eine vernünftige Aufteilung in 4 Staffeln geben kann. Denn das sind halt die Bevölkerungsschwächsten Regionen des Landes. Und der Fakt, dass die zwingend auf ihre eigene Regionalliga bestehen, führt zu den Problemen, die die jetzt haben. Das habe ich vor 2 Jahren schon mal ausgeführt. Das einzige, was seit dem wirklich neu ist, ist der Fakt, dass Lok Leipzig mittlerweile so weit gewachsen ist, dass die häufiger um den Aufstieg spielen, als ich das für möglich gehalten hätte.

Und natürlich, dass sich die Vereine mittlerweile fast geschlossen hinter die Forderung stellen. Wahrscheinlich sind die Greifswalder die einzigen, die ein Problem mit der Neusortierung haben und den Antrag nicht unterstützen, weil sie ja rausfliegen würden. 

Um nochmal die Absurdität hervorzuheben: Laut deren Idee soll Bayern und Baden-Württemberg zusammengelegt werden.  Da wohnen zwar 24,6 Millionen Menschen und dort sind dementsprechend viele Vereine beim DFB angemeldet, aber das ist doch dem NOFV egal.
Nur so als Vergleich: Eine Regionalliga "Süd-Ost" aus Bayern, Thüringen und Sachsen würde 17 Millionen Menschen "vereinen". Das wäre dichter an einem Viertel der Bevölkerung und damit an sich ganz fair.

Aber Daniel Meyer wird sich mit allem, was er hat, gegen so einen Vorschlag wehren, denn das würde ja bedeuten, dass seine Derbys mit den Leipzigern wegfallen. Das kann ja nicht gewollt sein.

Natürlich wird es bei einer Umstrukturierung immer zu schmerzhaften Trennungen kommen. Es werden einige Vereine den Cut nicht schaffen. Es werden alle Vereine in der Summe weiter reisen müssen. Und das eine oder andere Derby wird hinten runterfallen. Aber ein Kompromiss, bei denen nur die anderen Einschränkungen haben, ist kein Kompromiss. Es ist, wenn überhaupt, ein Trojanisches Pferd.

Donnerstag, 15. Juni 2023

Und jetzt etwas komplett anderes

 Wobei man bei den derzeitigen Leistungen ja doch hinterfragen muss, ob die Energie Cottbus schlagen würden... Aber ja, heute kümmern wir uns um die Aufstiegsregelung der Regionalligen und kommen dabei auf das eigentliche Problem.

Claus Dieter Wollitz flucht ja schon vorher auf den DFB, weil die Aufstiegsregelung für alle halt brutal ist. Man muss an der Stelle auch fairerweise einschieben, dass er nach dem Scheitern nur die eigenen Fehler durchgeht, was ein vernünftiger Ansatz ist. Aber es ist schon lustig, dass das inhaltlich sinnvolle Interview in einer bescheidenen Audioqualität kommt.

Aber Wollitz schlägt damit in dieselbe Kerbe, in die ja alle immer wieder schlagen: Der Meister der Regionalligen muss aufsteigen. Alles andere ist unfair. Das muss sich doch was tun.

Und dann wird allen aber bewusst, dass man dafür die Ligen auf 4 herunter kürzen müsste. Denn 4 Absteiger aus einer 20er-Liga scheint vernünftig, aber ein Viertel der gesamten Liga herunterzuschicken ist halt keine Option. Allein deswegen wird der 5. Absteiger niemals kommen. Die Drittligisten werden das verhindern. Also müsste man die Regionalligen neu aufteilen.

Der nächste auf den ersten Blick logische Schritt ist es ja, dann die Regionalliga Bayern abzuschaffen. Also das war auch immer mein erster Impuls: Warum gönnen die sich eine eigene Regionalliga, wenn das alles nur unnötig kompliziert macht. Das ist doch total unfair.

Aber dann wurde mir halt auch bewusst, dass die Bayern den mitgliederstärksten Landesverband beim DFB stellen. Die haben 1,6 Millionen Mitglieder. Und klar, andere Bundesländer haben ihre Verbände in kleinere Zellen unterteilt... Also in Nordrhein-Westfalen spielen in der Summe mehr Spieler. Dafür, dass die ihre Macht lieber aufteilen, können aber die Bayern nichts.

Nordrhein-Westfalen bringt uns zu einem anderen Problem. Denn in diesem Bundesland leben mehr Menschen, als in all den eigentlich gar nicht mehr so neuen Bundesländern und Berlin zusammen. Trotzdem hat die ehemalige DDR ihre eigene Regionalliga, das ehemalige Braunkohlegebiet aber nicht...

Und hier kommt jetzt der ganz harte Cut: Die Aufteilung der Regionalligen ist eines dieser "Wir haben halt die Wiedervereinigung verkackt" Symptome. Dass 30 Jahre später die aus der DDR hervorgegangenen Verbände auf ihre eigene Liga bestehen, kann halt einfach nicht funktionieren, wenn die Infrastruktur und die Bevölkerungszahlen diese Liga einfach nicht hergeben.

Also all die Leute, die für eine 4-gleisige Regionalliga sind, denken wahrscheinlich, dass man die Linien irgendwo in der Mitte ansetzen würde und dann geografisch faire Grenzen zieht. Auf der DFB Karte scheint das ja auch einfach machbar. Dann bleibt der Nord/Osten so, wie er ist. Bayern, Baden-Württemberg und Hessen machen den Süden, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das eine Fußballfeld, welches wir das Saarland nennen, machen den Westen und der Norden besteht aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen. Klingt doch direkt fair.

Bis einem bewusst wird, dass im NOFV 13 Millionen Menschen leben, und in Bayern und Baden-Württemberg 23 Millionen. Sprich: Eine faire Aufteilung ist so nicht möglich.

Diese "Faire Aufteilung" würde halt sachlich gesehen eher so aussehen: Sachsen und Thüringen gehen zu den Bayern und bilden mit denen eine Regionalliga. Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wechseln in den Norden. Der Südwesten besteht aus Baden-Württemberg und Hessen. Der Rest nennt sich Regionalliga West. Dann würde jede Regionalliga ungefähr 1/4 der deutschen Bevölkerung repräsentieren.

Dass diese Aufteilung so niemals kommen wird, liegt aber nur bedingt an den Bayern, sondern auch ganz klar am NOFV. Denn die Vereine dort wollen nicht, dass ihnen die ganzen lukrativen Ostdebys genommen werden. Aber sprecht mal auf einem DFB Bundestag an, dass der NOFV gesprengt und anders aufgeteilt werden müsste. Oder dass sie zumindest ihre eigene Regionalliga aufgeben und sich da aufteilen müssten. Die Vereine und Vertreter würden auf die Barrikaden gehen.

Vor allem geht es ja auch viel zu vielen Vereinen im NOFV mit dieser Regelung viel zu gut. Also als de facto Leipziger kann ich euch sagen, dass sowohl Chemie als auch Lok extrem froh darüber sind, dass sie mittlerweile 2 bis 3 Mal im Jahr auf halbwegs ordentlichem sportlichen Niveau und weitestgehend friedlich ihre Derbys vor 5.000 Fans austragen können. Die wollen gar nicht aufsteigen, die wollen nur ganz entspannt in der Regionalliga spielen. Und ja, die würden natürlich in dieselbe Regionalliga eingeteilt werden, aber ob beide das Niveau haben, um dort dann auch die Klasse zu halten, ist fraglich. Mich würde es schon überraschen, wenn sich mehr als 6 der derzeitigen Teilnehmer der Regionalliga Nord/Ost in der Neuaufteilung langfristig etablieren würden.

Man muss sich dann auf ein Mal mit Vereinen messen, die ganz andere wirtschaftliche Voraussetzungen haben. Da würden verdammt viele dieser NOFV Vereine in der Oberliga verschwinden. Wollitz sagt da, bevor er zu seinem DFB Rant ausholt, eine ganz bittere Wahrheit: Energie Cottbus ist halt der einzige Verein, der sich vorher den Aufstieg als Ziel "auf die Fahnen geschrieben" hat. Alle anderen würden einen Aufstieg vielleicht mitnehmen, aber sie arbeiten gar nicht gezielt darauf hin.

Was auch vernünftig ist, gerade in Leipzig hat dieses Verlangen unbedingt aufsteigen zu wollen zu verdammt vielen Pleiten und Konkursverfahren geführt. Es tut halt allen Beteiligten in der Stadt gut, dass RB Leipzig den "Hier muss doch eigentlich was mit Profifußball gehen" Druck vom Kessel genommen hat. So können Lok und Chemie einfach und wirtschaftlich gesund in der Regionalliga existieren.

Natürlich würde man, siehe BFC Dynamo letztes Jahr, trotzdem über die Aufstiegsspiele flucht, wenn man sie denn bestreiten darf. Auf die Idee, dass man in einer fair aufgeteilten Regionalliga nie Meister geworden wäre, kommt halt auch niemand.

Wenn jetzt der DFB die eine Lösung gefunden hat, von der 17 der 18 NOFV Mitglieder in der Regionalliga profitieren, dann sind das keine Arschlöcher, sondern dann machen die ihren verdammten Job. Und zwar an der Stelle sogar mal richtig und vernünftig.

Aber für Wollitz und Christian Beck ist es halt einfacher, das leichte Feindbild "DFB" anzugreifen, als praktisch alle Vereine in seiner Liga ans Bein zu kacken. Es ist halt auch leichte, das ganze emotional rauszukotzen, anstatt eine wirkliche Debatte über die eigentlichen Probleme zu reden. Vor allem, wenn alle dieses grundlegende Problem lieber ignorieren.

Und ja, dass die schwachsinnige Aufstiegsregelung existiert, liegt halt auch ganz klar an der Regionalliga Nord/Ost. Das traut sich halt nur keiner zu sagen.

Donnerstag, 16. März 2017

Der Aufstieg in die Dritte Liga: Wie lösen wir jetzt dieses Problem?

Also dass die Aufstiegsrunde in die 3. Liga unfair ist, wurde zwar letztens von Claus-Dieter Wollitz  angesprochen (und er hat es damit sogar in den aktuellen Montags-Kicker geschafft), das ist aber einfach keine Neuigkeit.

Genau genommen wissen wir das alle seit 2013... dem ersten Jahr als das eingeführt worden ist... als die Sportfreunde Lotte mit 86 Punkten einen Neuen Rekord für die Regionalliga West aufstellte... und als Belohnung dafür RB Leipzig in den Aufstiegs-Play-Offs zugewiesen bekam. Nur um dort dann in der Verlängerung zu scheitern...
Dabei geht es noch nicht mal direkt darum, ob man als Meister direkt aufsteigen sollte oder nicht... Sondern hauptsächlich darum, dass es extrem unfair ist die beiden besten Mannschaften gegeneinander antreten zu lassen.
Also das "System" sollte zumindest so gefixt werden, dass mit ziemlicher Sicherheit die besten Mannschaften aufsteigen... und nicht diejenige, die einfach nur das Losglück hat und den Meister aus der schwächsten Staffel zieht..

Nun gibt es verschiedene Varianten dieses Problem zu lösen: Am einfachsten erscheint, dass man die Meister direkt aufsteigen lässt...

Aber auch das führt zu einigen Problemen. 5 Absteiger in einer 20er Liga sind halt verdammt viel. Nun könnte man die Zahl natürlich auf gesunde 4 Absteiger kürzen, in dem man einfach die Regionalliga Bayern abschafft... und ja, man könnte extrem viele Probleme lösen, in dem man einfach Bayern abschafft, aber da scheitern wir seit Jahren dran.

Die andere Lösung wäre es, die Anzahl der Drittligisten so weit zu erhöhen, dass nicht mehr ein Viertel der Liga absteigen muss um die Regionalligisten aufsteigen zu lassen.  Das Problem hierbei ist ja... dass (wie Borussia Dortmund gerade feststellen musste) der regelmäßige Spielbetrieb in der Dritten Liga nicht immer garantiert werden kann. Also da es dort kaum Rasenheizungen gibt, müssen Spiele halt häufiger verlegt werden.
4 mehr Spieltage würden halt auch 4 zusätzliche englische Wochen bedeuten... oder ein verschieben des Ligabetriebes in den Winter... Klar, das würde gehen... man müsste aber damit leben, dass man bis in den April hinein keine begradigte Tabelle hat, weil noch Nachholspiele anstehen...

Aber ja, das wäre die einfachste Lösung. Eine Erweiterung der 3. Liga auf 22 Mannschaften mit 5 Absteigern.

Es sei denn... man wird kreativ... und führt eine "echte Aufstiegsrunde" ein. Also weg vom Losglück, hin zum fairen Wettbewerb "Jeder gegen Jeden." Das Problem hierbei ist natürlich: Bei 6 teilnehmenden Mannschaften wären das 10 zusätzliche Spieltage. Auch wenn man die bis in den Sommer laufen lassen würde... Effektiv müsste man dafür die Spieltage der Regionalliga auf 26 verkürzen. Also die Teilnehmer auf 14 Mannschaften beschränken... das mag für die Aufstiegsaspiranten, die 3 lukrative Heimspiele bekommen, sympathisch erscheinen... für den Rest eher nicht.

Man kann sich aber auch mal wirklich auf Kreative Lösungswege begeben. Denn es muss ja nicht "Jeder gegen Jeden" spielen. Einige dieser Spiele (der Tabellenführer gegen den Tabellenzweiten der Aufstiegsrunde, wenn die ersten 4 Aufsteigen) würden echt bedeutungslos werden... und der Frage wie der sichere Aufsteiger beim "Ich brauche dringend 3 Punkte" Kandidaten auftreten wird, sollte man vielleicht auch aus dem Weg gehen...
Am Besten... in dem man eine Option des eSports nutzt: Die so genannte "Losers Bracket" und das "Double Elimination System."
Was ist damit gemeint? Nun ja, man erstellt sich einen Turnierbaum aus allen teilnehmenden Mannschaften. Und Aufsteigen wird derjenige, der als erstes 2 Spiele gewonnen hat. Ausscheiden kann man aber erst, nachdem man 2 Niederlagen gesammelt hat. Das Problem ist hierbei natürlich, dass man dafür dann 8 Mannschaften braucht, damit es funktioniert... aber es werden sich ja schon Tabellenzweite finden, die daran teilnehmen wollen...

Nehmen wir Carl Zeiss Jena,Viktoria Köln, Borussia Dortmund II, SpVgg Unterhaching, SV Meppen, ETSV Eiche Flensburg, Waldhof Mannheim und SV Elversberg als Teilnehmer.
In der ersten Runde spielen die Tabellen-Ersten gegen die Tabellen-Zweiten und die Ossis gegen die Bayern.
Jena -Haching,

Köln - Elversberg,

Meppen - Dortmund

Mannheim - Flensburg.

In Runde 2 spielen dann die Sieger Jena - Köln und Mannheim - Dortmund aus wer definitiv aufsteigt.
Während die Verlierer Meppen - Elversberg und Haching - Flensburg ausspielen, wer definitiv nicht aufsteigt.

Und in der letzten Runde spielen dann die Verlierer der Gewinner Runde (Sagen wir Köln und Dortmund) gegen die Gewinner der Verliererrunde (Haching und Meppen) aus wer die letzten beiden Aufsteiger sind.

Die Vorteile dieses Systems: Das Losglück würde zumindest weitgehend eliminiert werden. Nur weil du in der ersten Runde gegen den Konzernriesen-Mäzen-Klub spielst, bist du nicht direkt vom Aufstieg ausgeschlossen. Es gibt aber gleichzeitig keine Bedeutungslosen Spiele, sondern es muss jeder immer alles geben um aufzusteigen, was die Möglichkeiten der Wettbewerbsverzerrung eliminiert und das Interesse der Fans steigert. Und das ganze dauert maximal 6 Spiele (davon ausgehend, dass wir natürlich ein Rückspiel brauchen, sonst ist es doch wieder Losglück), anstatt der 10, die das "Jeder gegen Jeden" System benötigen würde. Man könnte das ganze quasi in 20 Tagen durchziehen. Man müsste das Teilnehmerfeld der Regionalligen also nicht auf 14, sondern nur auf 16 Mannschaften beschränken.
Der ganz große Nachteil ist natürlich... dass es ein neues System ist, mit dem sich der traditionelle Fan erst Mal auseinander setzen müsste... aber der würde schon irgendwann verstehen, dass das besser ist als das bisherige System...