Donnerstag, 30. Mai 2013

Jogi Löw hat es wirklich geschafft

Er hat im Sommer 2013 eine Ansetzung gefunden, die Lukas Podolski wie einen wichtigen und entscheidenden Baustein aussehen lässt. Gefühlt zum ersten Mal seit dem Sommer 2006... Lustiger weise ging es auch damals gegen Ecuador...  Und für diejenigen, die noch mitzählen: Mit seinem 109. Länderspieleinsatz ist er jetzt an Jürgen Klinsmann vorbeigezogen und steht auf Platz 3 der Liste der Ewigen Nationalspieler. Nur noch Miroslav Klose und Lothar Matthäus stehen vor ihm. Und während ich für alle anderen von Podolski überholten Legenden eine Schweigeminute beantragt habe, heißt es diesmal: Selbst Schuld, Klinsi. Wenn er Poldi 2006 auf der Bank gelassen hätte... und lieber auf David Odonkor oder Gerald Asamoah gesetzt... Ok, man muss auch irgendwie zugeben, dass der Kader 2006 noch extrem dünn besetzt war... Trotzdem hat Klinsmann den Poldi-Hype, von dem seine Nationalmannschaftskarriere lange Zeit lebte, losgetreten...

Einen besonderen Dank muss Poldi wohl an Achilier schicken. Schließlich sicherte ihn dessen Dribbling einen weiteren Platz im Geschichtsbuch der Nationalmannschaft: Das schnellste Tor der Nationalmannschaftsgeschichte wird wohl auf ewig Poldi gehören... Es sei denn demnächst schlägt ein Gegner vom Anstoß weg einen Flugball ins eigene Tor. Hey, klingt absurd, aber was würdet ihr tun, um ins Geschichtsbuch der Deutschen Nationalmannschaft zu kommen? Und für Jermaine Jones dürfte das am Sonntag buchstäblich die letzte Chance für so einen Eintrag sein... Obwohl ein Jones natürlich noch ganz andere Möglichkeiten hat... den schnellsten Platzverweis als Gegner einer deutschen Nationalmannschaft zum Beispiel...

Das eigentliche Problem an Poldis Auferstehung? Nun ja... es war halt auch das unwichtigste Spiel in diesen Deutsch-Bayrischen Festspielwochen. Selbst die Partie USA - Deutschland am Wochenende dürfte relevanter sein. Schließlich gibt es dort einen 100. Geburtstag zu feiern... Und deswegen gibt es zu diesem Spiel auch nicht mehr zu schreiben...

Dienstag, 28. Mai 2013

Wie hab ich ihn vermisst!

Manchmal fällt es einem ein Jahr lang nicht auf, was man eigentlich verpasst hat. Und dann kommt auf ein Mal dieser stechende Schmerz. Oder bei mir eher dieses zynische Lachen...

Lukas Podolski ist ja quasi raus aus dem Fokus. Seine 11 Saisontore bei Arsenal London kann man nur ganz schwer anzweifeln. Und dass er in einer neuen Liga mit angeblich höheren Tempo bei einem Spitzenverein im ersten Jahr eher selten durchspielt, erscheint auch normal.

Aber jetzt, zur Amerika-Reise, wurde er endlich mal wieder zum Thema. Und ihm wurde von Oliver Bierhoff ein "Jahr des Stillstands" bescheinigt. Poldis hervorragende Reaktion: "Wenn es einige Jahre bergauf ging, da kann man auch mal Stillstand haben."

Wenn es einige Jahre bergauf gegangen wäre, bestimmt... aber Poldis "bergauf" bestand aus 3 Jahren und 3 Trainern (und einer von ihnen war Jürgen Klinsmann, der im Sommermärchen 2006 noch voll auf ihn gesetzt hat), in denen er sich nicht beim FC Bayern München durchsetzen konnte. Am Ende floh er zurück zu seinem Heimatverein, dem 1.FC Köln. Dieser verkaufte seinen Dom und noch viel schlimmer seine gesamte Perspektive und Poldi dankte es ihnen mit 2 Saisontoren. Es ging also steil bergauf.

Ging es dann auch wirklich: Eine Rückrunde ohne Abstiegssorgen und 13 Saisontore im Jahr 2011. Und im Jahr darauf folgte sogar seine individuell beste Saison. Die leider mit dem direkten Abstieg endete.

Kurz gesagt: Seine Bundesligabilanz ist trotz eines Doubles mit den Bayern eher bescheiden. Und sein bestes Jahr in Deutschland wird wohl ewig diese eine Zweitligasaison, in der er gefühlt 6 Tore des Monat am Stück geschossen hat, bleiben...

Immerhin ist Podolski inzwischen bei einem Champions League Qualifikaten angekommen... einen Englischen. Danach sah es eigentlich nicht mehr aus. Und wenn Podolski dieses Niveau jetzt ein paar Jahre halten kann, erreicht er am Ende wirklich noch mehr als ich ihm zugetraut habe... Aber er hat immer noch nichts geleistet, was die dritt meisten Länderspiele in einer großen Fußballnation rechtfertigen könnte...

Oder um es anders auszudrücken: Wenn Mesut Özil, Mario Götze, Marco Reus, Julian Draxler und Toni Kroos (auch bekannt als die Poldi verdrängende Konkurrenz) sich jetzt einige Jahre "Stillstand" gönnen... Werden sie wohl immer noch den einen oder anderen internationalen Titel holen. Podolski muss dagegen darauf hoffen, dass er 2012 noch als menschliche Siegeszigarre (Führungsspieler will er ja laut eigener Aussage nicht sein, warum sollte Jogi Löw ihn also sonst mitnehmen?) nominiert wird, wenn er noch mal eine wirklich relevante Trophäe in einen Abendhimmel heben will...

Sonntag, 26. Mai 2013

Warum ausgerechnet Robben?

Sein wir ganz kurz ehrlich und lassen wir die Antipathie-Brille mal ab: Die Bayern haben sich diesen Champions League Titel verdient. Nicht nur in dieser Saison, sondern in den letzten Jahren. Diese Generation darf sich endgültig mit der 2001er Generation um Oliver Kahn vergleichen. Und sie konnten ihr persönliches Trauma sogar ein Jahr schneller verarbeiten als die Bayern Solskjaer...

Aber... warum musste ausgerechnet Arjen Robben in den letzten Minuten das 2:1 erzielen? Spätestens als der in der 43. Minute das zweite Mal allein vor Roman Weidenfeller auftauchte... aber sich doch für die Variante "Anschießen" entschied, war doch mein "ich hab's euch doch gesagt, der stürmt in großen Spielen auf Fürther Niveau" Artikel schon fertig...

Aber so gnädig ist halt der Fußball zu seinen Offensivkräften: Wenn du dir als Verteidiger oder Torwart solche Aussetzer leistest, wie Robben in der Offensive, steht es wahrscheinlich 0:2 und du wirst auf Jahre der Depp bleiben. Als Robben kriegst du irgendwann die nächste Chance. Aber apropos Depp:

Dante: Und irgendwo im Hintergrund ruft Jerome Boateng: Hey, unbeholfene Aktionen, die zu Elfmetern (und einem möglichen Platzverweis, Dante hatte schon Gelb) führen, sind doch eigentlich mein Bereich!!!

Aber es ist wirklich faszinierend, wie ein Spiel trotz aller Experten am Ende anders läuft als man erwartet hat. Vor dem Spiel war die allgemeine Meinung: Je länger es 0:0 steht, um so nervöser werden die Bayern. Aber dann legte Dortmund eine Anfangsphase für die Götter auf den Rasen. Und nach 20 Minuten stand fest: wenn die nicht bald ein Tor schießen, werden sie es noch bitter bereuen. Und auf ein Mal dachte man sich: Wenn es zur Halbzeit noch 0:0 steht, ist dass verdammt gut für die Bayern. Denn die werden schon noch in dieses Spiel finden.

Am Ende bleibt eine entscheidende Frage: hat Jürgen Klopp dieses Spiel verloren? Denn sein wir ganz kurz ehrlich: ab der 70. Minute hieß der Dortmunder Matchplan "Lucky Punch" oder "sich ins Elfmeter schießen retten". Beides keine Taktiken, mit denen man die Bayern vor Probleme stellt... Die Bayern wiederum spielten weiter auf die Entscheidung innerhalb der 90 Minuten. So viel Spaß die gemeinsam gehabt haben mögen... auf eine außerordentliche Zugabe waren sie nicht aus. Und das Tor war auch nicht dem so gerne angebrachten "Bayern-Dusel" geschuldet. Sondern eher dem "mia san mia", das die Bayern halt auch in der 88. Minute eines Champions League Finales weiterhin wie selbstverständlich auf Sieg spielen lässt.

Hier kommt halt Klopps Fehler: Wieso gibt er seiner Mannschaft, die ihrer Konterversuche nur noch mit 2 Spielern startete, keine frischen Impulse. In Form von Nuri Sahin zum Beispiel. Reagiert hat er erst, nachdem die Bayern das Tor, dass sich irgendwie abzeichnete, erzielt hat. Natürlich war das am Ende die Phase, in der ihnen Mario Götze wirklich gefehlt hatte. Denn dann hätte man noch eine Option auf der Bank gehabt.

Natürlich hätte sich Jupp Heynckes denselben Vorwurf machen müssen, wenn es nicht gereicht hätte. Und ganz ehrlich: dass keiner der beiden Trainer einen Matchplan zur Hand hatte, der frische Impulse vorsah, irritiert mich irgendwie. Vor allem, weil das Tempo in so einem Finale schon abartig hoch ist. Und als Trainer hast du genau genommen nur 3 Mal in 90 Minuten die Möglichkeit, wirklich was zu verändern und ins Spiel konkret einzugreifen. Am Ende verkam das taktische Mittel "Einwechselspieler" zur reinen Verzweiflung und zum reinen Zeitspiel.

Samstag, 25. Mai 2013

So viele Flugzeuge sind seit 1941 nicht mehr nach England geflogen...

Damit wir das schon mal aus dem Weg haben: Der günstigste Zeitpunkt für eine England-Invasion wäre definitiv dieses Wochenende... Man muss nur noch die eine oder andere "Euro-Hawk" Drohne hinterher schicken... Und was gibt es für einen unter Druck stehenden Innenminister besseres als ein gewonnener Blitzkrieg... GEGEN ENGLAND...

Aber ernsthaft, es soll doch nur um Fußball gehen. Und unsere Politiker würden doch niemals solche Großereignisse für ihre eigenen Vorteile und Beliebtheitswerte ausnutzen...

Also Fußball: Es ist faszinierend, wie sich alle auf ihre Geschichte beziehen. Borussia Dortmund war schon 1997 ganz klarer Außenseiter. Und musste nach 2 Meistertiteln in Folge den Bayern national wieder den Vortritt lassen. Die Bayern wiederum setzen auf den Jupp Heynckes-Faktor. Zu nächst Mal sollte es keine Überraschung sein, dass Jupp seine Mannschaft ins Champions League Finale geführt hat. Wann immer er an diesem Wettbewerb teilgenommen hat, war dies das Mindeste, was er erreicht hat. Aber aus irgendwelchen Gründen durfte er sich trotzdem nicht so sonderlich häufig in diesem Wettbewerb versuchen. Aber bei seinem einzigen Triumph 1998 stand sein Abschied zu Saisonende von Real Madrid auch schon fest. Es ist also auch dort alles wie früher.

Aber gut, wichtig ist aufm Platz. Und wenn eine Mannschaft diesen Bayern Probleme bereiten kann, dann die Dortmunder. Und der Fakt, dass Mario Götze nicht spielen kann, muss dabei noch nicht mal unbedingt weh tun. Wir erinnern uns kurz an das Halbfinal-Rückspiel in Madrid: Real spielte Dortmund in den ersten Minuten an die Wand, dann kam Großkreutz für Götze und nach 10 weiteren Minuten war der große Ansturm überstanden. Anders ausgedrückt: es gibt keinen besseren Offensivverteidiger als Kevin Großkreutz. Und wenn es einen Spieler gibt, der zumindest eine der beiden Bayern-Seiten Lahm legen kann, dann ist es Großkreutz (in Kombination mit Marcel Schmelzer natürlich.) Und auch wenn er schon in diesem Halbfinale bewiesen hat, dass er fußballerisch und offensiv auf diesem Niveau ein bisschen fehl am Platz ist... Die Defensivarbeit von ihm wird unbezahlbar sein.

Am Ende wird das Spiel in einer entscheidenden Frage beantwortet werden: Wie viele Finalspiele können die überragenden Fußballer der Bayern noch vergeigen. Die Allgemeine Liste ist schon überraschend lang. Angefangen beim EM Finale 2008 (Schweinsteiger, Lahm), übers WM Finale 2010 (Robben). Dazu die Champions League Finale 2010 und 2012. Dazu kommt gratis das Pokal-Debakel aus der letzten Saison. Wenn euch während des Vorberichtserstattungs-Marathon jemand erzählen will, dass die Bayern für solche Spiele geschaffen wurden... hört nicht hin. Vor allem, weil die Liste des individuellen Versagens extrem breit gefächert ist:


Es mag Phillip Lahm's einziger grober Patzer in 100 Länderspielen gewesen sein... aber er kam halt im EM-Finale....


Einen Arjen Robben kann man in so einem Spiel auch mal ganz entspannt aufs eigene Tor zulaufen lassen... der schrumpft dann auf ein Mal vom Weltklasse- zum Fürther Angreifer...


Im Finale 2010 zeigte Daniel van Buyten eindrucksvoll, warum man Jerome Boateng den Vorzug geben sollte.


2012 verlor man GEGEN EINE ENGLISCHE MANNSCHAFT!!! IN EINEM ELFMETERSCHIEßEN... oh, und diesmal lieferte Jerome Boateng Argumente, warum man doch auf van Buyten setzen sollte... dazu ein verschossener Robben Elfmeter in der Verlängerung... quasi gratis.

Wo wir beim Thema gratis sind: weil es so schön war, hier noch Mal das DFB Pokal Finale.

Ja, diese Mannschaft ist großartig darin, wichtige Spiele zu erreichen. Aber auf der Haben Seite stehen 2 gewonnene DFB Pokal Finale seit 2008... Mia san Mia sieht irgendwie anders aus. Und langsam aber sicher müssen sie in einem solchen Spiel auch mal was reißen. An sonsten wird man auf diese Mannschaft in einigen Jahren als dich "Doch nicht wirklich Goldene Generation" zurückblicken.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Weil das Relegations-Drama letztes Jahr ja nicht genug war...

bekommen wir dieses Jahr so etwas wie ein Derby... zumindest das wohl dichteste, dass Hoffenheim je an Derby bekommen wird. Klar, da ist immer noch Stuttgart und der Fakt, dass man jede Menge gebrauchter Jugendspieler von dort geholt hat. Aber so ein richtiges Derby? Da fehlt immer noch die Brisanz. Ein Derby ist es doch erst, wenn der eine den anderen in wirklich entscheidenden Spielen schlägt... in den Spielen, in den es um alles geht... in einer Relegation zu, Beispiel...

Kaiserslautern und Hoffenheim (sein wir kurz ehrlich: wer weiß schon genau, wo diese beiden Orte liegen?) trennen gerade ein Mal 113 Kilometer. Vor Hoffenheim war Lautern so etwas wie DAS Dorf der Bundesliga mit unter 100.000 Einwohnern. Aber Kaiserslautern hat mehr Tradition als Hoffenheim je erreichen kann... Werner Liebrich, Werner Kohlmeyer, Horst Eckel, Ottmar und natürlich Fritz Walter... 5 Spieler der 54er Weltmeister-Elf kamen vom Betzenberg. So wichtig, wie wir Fußball immer nehmen, könnte man quasi behaupten: Ohne den 1.FC K kein Wirtschaftswunder...

Und die Fans der Roten Teufel werden wahrscheinlich auf alle Ewigkeiten behaupten, dass Hoffenheim ihnen ihren Platz in der Bundesliga weggenommen hat. Bis 2005/06 gehört man genau eine Saison lang nicht zur Bundesliga. Und diesen Betriebsunfall Abstieg konterte man direkt mit dem Wiederaufstieg und der Meisterschaft. Seit 2006 hat wiederum Hoffenheim mehr Bundesligasaisons als Kaiserslautern gespielt. Klarer Fall von: ja, irgendjemand musste für die Hoffenheimer Platz machen. Und es war völlig überraschender Weise der Verein aus dem kleinsten Markt...

Wobei das nicht heißen soll, dass Kaiserslauten völlig unschuldig an den Abstiegen ist. Schließlich gehörte Kaiserslautern und nicht Hoffenheim (oder Mainz, Freiburg, Augsburg oder Bremen) zu den Profiteuren der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland54 Millionen ließ sich das Land Reinland Pfalz und die Stadt Kaiserslautern die 5 Spiele im Sommermärchen kosten... Und jetzt dürfen sie nicht mal die Namensrechte verkaufen, weil ihnen sonst die Halbe Stadt auf den Kopf steigt. Künstler die eine 50.000 Zuschauer Arena füllen werden sich auch eher selten nach Kaiserslautern verirren... Aber dafür können sie bei Gemeindeversammlungen die Halbe Stadt in dem Stadion versammeln... Yeah....

Leider leistete sich der Verein einige Jahre auf relativ wichtigen Positionen ein Defizit an Druchblick...
Und es half halt weder ein Fritz Walter noch eine tolles Stadion um Kaiserslautern solche Führungskräfte als Bundesligist zu überleben...

Allerdings beweist auch diese Ansetzung wieder, wie unfair eine Relegation doch ist: Kaiserslautern musste nach ihren Abstieg einen Kevin Trapp verkaufen, während sich Hoffenheim einen Tim Wiese holen konnte... Und noch einiges mehr. Fürth und Düsseldorf haben gerade eindrucksvoll bewiesen, wie schwierig es für Neulinge sein kann, sich in dieser Liga zu behaupten. Und ich behaupte mal: die Schere zwischen Erster und Zweiter Liga wird durch die steigende Beliebtheit der Bundesligaspitze (und den dadurch folgenden Allgemeinen höheren Einnahmen) wird ja eher weiter auseinander gehen.

Ein Bundesligist mit dem Hoffenheimer Budget muss sich wirklich unglaublich dämlich anstellen, um Drittletzter zu werden. Ich bin immer noch schockiert, dass ein Dietmar Hopp als Branchenführer mit SAP so viele strategische Fehlentscheidungen durchgehen ließ. Oder um die Jungs von der Spielverlagerung zu zitieren:
"Bis 2006 lautete in Hoffenheim das Motto: Wir setzen auf junge, deutsche Talente. Als Rangnick das Ruder übernahm, strich man das „deutsche“ und setzt fortan nur noch auf junge Talente. Mit Babbel beerdigte Hoffenheim das Motto gänzlich und kaufte einfach nur noch ein."
Und auch wenn ich mich da bei den 3 Hoffenheim Fans unbeliebt machen dürfte: wer sich so dumm anstellt, dass er NUR überforderte Fürther und hoffnungslos abstürzende Düsseldorfer hinter sich lässt, hat den Abstieg einfach mal verdient....

Stattdessen gibt die DFL ihnen einen letzten Bail-out. Gegen eine Mannschaft, deren Marktwert von Transfermarkt.de halb so hoch eingeschätzt wird, wie der eigene. Eine Mannschaft die auf Mo Idrissou als Top-Stürmer setzen muss... Und Stürmer wie Idrissou (zum wie vielten Mal steigt der jetzt auf? Und wird er hinterher trotzdem wieder an die schlechteste Bundesligaoffensive (sprich einen Absteiger) abgegeben?) zeigen doch deutlich, wie groß der Leistungsunterschied zwischen Bundesliga und 2. Liga doch ist.

Nun werden natürlich einige behaupten, dass der 3. der 2. Liga eine Mannschaft aus den unteren Drittel doch jeder Zeit schlagen kann. Einen normalen Drittletzten vielleicht. Also Augsburg... oder Düsseldorf... Vielleicht sogar Nürnberg, wobei es da schon eng wird. Aber die Hoffenheimer sind ein hoch veranlagte Mannschaft, die jetzt endlich auch wieder eine vernünftige Führung hat. (Nur so nebenbei: dass Marco Kurz kein Bein in Hoffenheim auf die Erde gebracht hat, überrascht mich selber... ich habe eigentlich gedacht, der wäre ein Guter...) Die sich aber über 34. Spieltag so kopflos und dämlich angestellt hat, dass sie den Abstieg einfach verdient hat.
Damit endet dieser Beitrag wie jedes Jahr mit einem: Abschaffen. Und zwar möglichst schnell... Denn sein wir ganz ehrlich: Der einzige "Weg" der "noch nicht zu Ende" sein soll, hat verdammt noch mal in die 2. Liga zu führen.


Sonntag, 19. Mai 2013

Ist Düsseldorf jetzt der Relegationsteilnehmer der Herzen?

Sein wir ganz ehrlich: alles, was dazu fehlt, ist eine Videoleinwand, auf der die letzten Minuten in Dortmund gezeigt werden. Und es war ein überraschend gutes Abstiegsfinish. Bis zur 77. Minute war Hoffenheim sicher abgestiegen. Dann folgte das vielleicht dümmste Foul der Dortmunder Vereinsgeschichte (wenn Matts Hummels deswegen wirklich das Champions League Finale verpassen sollte) und ein weiterer ähnlich dummer Elfmeter aus der Kategorie "Wann ist Saisonauftakt? Nee, tut mir leid, da kann ich nicht..."
Natürlich war eigentlich alles angerichtet: Kevin Grosskreutz konnte im 1 gegen 1 vom Elfmeter Punkt den Abstieg eines Retortenvereins besiegeln. Wer wenn nicht der Junge von der Dortmunder Südtribüne sollte dafür geeignet sein. Leider behielt Sejad Sahilovic die Nerven.
Aber damit nicht genug. In der Bayern-esquen 94. Minute erzielt Marcel Schmelzer scheinbar den Ausgleich. Allerdings konnte Robert Lewandowski die Beine nicht still halten und wollte unbedingt alles für die nicht mehr zu erreichende Torjägerkanone versuchen... und so wurde aus seinem (nach der Regelauslegung) passiven halt doch aktives Abseits. Aber ja, für die eine Minute die sich die Schiedsrichter um Dr. Jürgen Drees besprochen haben, stand wieder Fortuna Düsseldorf gefühlt auf den Relegationsplatz.
Und auch wenn es eine Fehlentscheidung war... hätte man die nicht einfach mal treffen können? 26Millionen investierten die Hoppenheimer in diese Mannschaft. Oder anders ausgedrückt: die Hoppenheimer haben allein in dieser Saison mehr Geld in Ablösen gesteckt, als die Düsseldorfer in den letzten 30 Jahren insgesamt. Und wahrscheinlich sogar mehr als die Fortuna in ihrer gesamten Vereinsgeschichte...
Trotzdem stand man quasi die gesamte Rückrunde vor Hoffenheim. Und nur ein Mal im Gesamten Saisonverlauf auf dem Relegationsplatz... Aber halt in den letzten 10 Minuten auf Platz 17. Dass 10 Minuten auf einem direkten Abstiegsplatz auch für den direkten Abstieg reichen, dürfte eine einmalige Leistung sein... Dieser Rekord dürfte noch frustrierender als die Fürther Heimbilanz sein...

Marco Reus: Einen besonderen Dank sollten die Hoffenheimer an ihn schicken... schließlich war seine Hacke das einzige, was zwischen Lewandowskis 2:0 und damit der Entscheidung stand. Zumindest laut Sportschau-Zusammenfassung... In den Kicker-Spielereignissen ist von dieser Rettungstag nichts zu finden...
Und wo wir schon bei Danksagungen sind: nicht nur für das "Belehren" vom Assistenten sollten sich die Hoffenheimer bei Dr. Drees bedanken... dass er Sebastian Rudy nicht mit Gelb-Rot vom Platz stellt, war auch eher ein wohlgesonnene Regelauslegung.

Jun-Bin Park: Letzter Beweis, dass Fürth nicht bundesligatauglich ist... rein statistisch haben sie ihren dritten Elfmeter in Folge verschossen... und diesmal kann man dem Schützen Edgar Prib nicht mal einen Vorwurf machen... zumindest nicht im ersten Versuch... Aber wie Park da in den Strafraum stürmte... das hatte noch nicht mal was mit Kreisklasse zu tun...

SC Freiburg: Ok, man kann ihnen wenig vorwerfen... aber ganz ehrlich, wenn ihr vorher auf ein Billard-Eigentor über 3 Banden als Spielentscheider gesetzt hättet... hättet ihr doch garantiert auch auf ein Schalker Eigentor gesetzt, oder?

Dante: So eine Spieleröffnung wollen wir in Wembley noch Mal sehen... aber ganz ehrlich: Die Bayern Verteidiger werden sich fragen: Warum haben wir uns hinten so viel Mühe gegeben, wenn wir doch vorne so gut sind?

Diego Benaglio und Ricardo Rodriguez: Oder: wie der Jubel über ein Tor in Leverkusen zu einem Eigentor in Frankfurt führte...

Apropos Leverkusen - Hamburg: DAS große Nationalmannschaftstreffen. 8 Amerika-Reisende auf beide Mannschaften verteilt... und der Spieler des Tages... darf als einziger nicht mitfahren...

Mame Diouf: Gelbe Karte für einen Geburtstagswunsch... sehr sinnvolle Regel. Immerhin ist er für diesen Gruß nicht auf einen Zaun gesprungen...

Sportschau und ihre Kommentatoren: Was war denn da bitte schön los? Zunächst versuchen sei krampfhaft einen auf Spannung im Duell Frankfurt - Wolfsburg zu machen... obwohl sie vorher schon die Niederlage der Hamburger gezeigt haben... das Spiel war in diesem Moment quasi völlig egal...
Dann wurde behauptet, der VfB Stuttgart habe "die schlechteste Bundesligaheimbilanz aller Völker und Zeiten." Das Bundesligavolk aus Fürth widerspricht
Zu guter letzt gab es die Kommentatoren-Perle des Jahres: "Koka Rausch spielt sich in den selbigen." Wurde wirklich so gesagt. Die Frage bleibt: haben wir ein Drogenproblem in der Bundesliga? Oder doch nur im öffentlichen Rundfunk?

Samstag, 18. Mai 2013

Vielleicht bin ich ja auch nur überkritisch

Wenn ich feststelle, dass es nur noch für 7 von 18 Mannschaften im Bundesliga-Finale wirklich um etwas geht.

Zumindest schoss mir dieser Gedanke durch den Kopf, als ich die Kicker-Seite mit den Internationalen Tabellen aufschlug... Denn nicht nur in Deutschland ist an diesem Wochenende Saisonfinale.

In England geht es nur noch um die spannende Frage, wer von dem Trio Chelsea, Arsenal und Tottenham in die Europa League muss. Die andern beiden dürfen in der Champions League starten. Meisterschaft? Abstiegskampf? Alles schon entschieden. Das sind also 3 (allesamt lustiger Weise aus London kommende) Mannschaften von 20.

In Spanien gibt es ein Kopf an Kopf Rennen zwischen Real Sociedad und Valencia um den 4. Champions League Vertreter. Der Verlierer muss, so wie die allgemeine Verhältnisse in Spanien derzeit sind, wahrscheinlich Konkurs anmelden. Real Saragossa und Deportivo La Couruna würfeln derweil den letzten Absteiger untereinander aus. Macht immerhin 4 von 20 Mannschaften, für die es noch wirklich um was geht.

In Italien heißen die Fernduelle AC Mailand - AC Florenz um die Champions League und Udinese Calcio - Lazio Rom um die Europa League. Also auch 4 von 20...

Portugal hat es da echt noch am besten erwischt. Wenn die Liga etwas ausgeglichener wäre, könnte sich Benfica Lissabon sogar noch Hoffnung auf den Meistertitel machen. Dazu gibt es ein Rennen um die Europa League und unglaubliche 6 Mannschaften stecken noch im Abstiegskampf. Und hier kommt das beste: keine dieser Mannschaften treffen in einem direkten Duell aufeinander. Für 10 von 16 Mannschaften geht es also noch um viel. Wenn man sich an diesem Wochenende eine Konferenz anguckt, dann die am Sonntag um 19:30... Dummer Weise sind das natürlich auch alles Mannschaften, die kein Schwein kennt.

In Frankreich heißt die spannende Frage "Champions League? Uefa Cup? oder doch nur UI Cup?" für Lyon, Lille und Nizza. Dazu streiten sich Evian und Nancy um den letzten Abstiegsplatz. 5 von 20...

In der Ukraine kann Melatist Charkiw noch durch Dynamo Kiew von Platz 2 verstoßen werden. Dort ist das auch eine echt wichtige Frage, wer Vize-Meister wird.

In der Türkei gibt es dasselbe Duell zwischen Fernerbarca und Besiktas... Dazu kann Istanbul BB noch 2 Mannschaften im Abstiegskampf hinter sich lassen.

In Österreich... ok ernsthaft, wen interessiert wirklich die Österreichische Bundesliga?

Lange Rede, kurzer Sinn: Es sieht dieses Jahr in Sachen Saisonfinish echt finster aus. Es gibt wirklich nur ein Land auf dieser ominösen Kicker-Seite, in dem der Meister noch nicht fest steht. Und es wird an diesem Wochenende echt viel Leerlauf, Abschiedsvorstellungen und die Duelle B- gegen Jugendmannschaft geben. Und am Ende geht es in der Bundesliga von den Spitzenligen noch um das meiste. Was auch daran liegen könnte, dass sie eine 18er Liga ist.
Und selbst für die Fans, für die es um nichts geht... die warten einfach auf den großen Feiertag am nächsten Samstag. Der Rest von Europa... hat nicht mal die Ausweichmöglichkeit.