Wir unterbrechen die Quo Vadis Serie für eine andere, ebenfalls unwichtige Institution: Den Positionsbeschreibungen.
Also weil es sich ja schon in einen Quo Vadis Parts (Sollte Schalke 04 Geld für einen Torwart ausgeben?) hinein geschmuggelt hat und ich den Gedanken schon mehrfach hatte, wollte ich ihn mal festhalten: Wie wichtig sind eigentlich die meisten Bundesligatorhüter? Und dann wollte ich diese Frage mit ein paar "Fakten" hinterlegen.
Meiner Meinung nach ist es in 80% der Fälle ziemlich egal, wer wirklich im Tor steht. Also klar, man sollte keinen absoluten Vollpfosten zwischen den Pfosten stehen haben. Aber den wenigsten Bundesligisten geht es ja so. Das dichteste Beispiel für "Der ist halt nicht gut genug" war Tomas Koubek in Augsburg. Aber selbst da bleibt festzuhalten: Auch mit ihm stand Augsburg seit dem 10. Spieltag über den ominösen Strich. Obwohl man einen Torhüter auf der Linie hatte, der sehr viel Unruhe und Unsicherheit ausgestrahlt hat.
Genau diese Personalie zeigt aber, wie gefährlich es ist 7,5 Millionen Euro in einen Torwart zu investieren. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass man hinterher nicht relevant besser da steht als vorher, ist verdammt hoch.
Und wenn man sich Torhüterleistungen über die Jahre anschaut, fällt einem auf, dass dieselben Spieler dann sehr unterschiedliche Leistungen bringen. Nehmen wir mal spaßeshalber Jiri Pavlenka. Die letzten 2 Jahre war das jemand, der an der internationalen Klasse gekratzt haben soll. Selbst in seinem schlechteren Jahr hatte er noch einen Notenschnitt von 2,85. Dieses Jahr kam er dann auf einen eher grausamen Schnitt von 3,17. Und es wurde darüber diskutiert, ob man den nicht "als Zeichen an die Mannschaft" auf die Bank setzen sollte.
Woran könnte das gelegen haben? Vielleicht daran, dass Niklas Moisander und Theodor Gebre Selassie mittlerweile halt alt geworden sind. Dass man sich mit Ömer Toprak ein eingeplanter Fixpunkt für die Defensive immer wieder verletzungsbedingt passen musste. Und das Davy Klaassen sich eine grausame Halbserie als Stabilisator im Mittelfeld gönnte. Als dies sorgte dafür, dass auch der vorher stabile Pavlenka von der allgemeinen Verunsicherung anstecken lies. Denn er ist halt doch kein Führungsspieler, sondern nur ein Mitläufer: Wenn es gut läuft, sieht er auch gut aus... sonst halt eher nicht so.
Ein anderes offensichtliches Beispiel hier für ist Alexander Nübel: Solange die Abwehr stabil stand, sah er aus wie der designierte Neuer-Nachfolger. Als um ihn herum alles zusammenbrach, ging auch er mit unter. Jetzt wird ihn auf Schalke niemand wirklich vermissen.
Genau so geht das halt bei fest allen Torhütern in unserer ersten Liga. Und das ist nicht mal was ungewöhnliches oder problematisches. Es ist nur etwas, dessen man sich bewusst sein muss. Nehmen wir als letztes Beispiel mal den Kader des SC Freiburgs: Dort teilten sich verletzungsbedingt Alexander Schwolow und Mark Flekken die Position zwischen den Pfosten. Und am Ende hat Flekken, also die eigentliche Nummer 2, sogar den etwas besseren Notenschnitt. Trotzdem wird über einen Wechsel von Schwolow für 8 Millionen Euro spekuliert.
Ich werfe hier mal folgende These in den Raum: Für Freiburg ist es vollkommen egal, wer von den beiden nächste Saison im Kasten steht. Wichtig ist, dass die defensiven Stabilisatoren Heintz, Günter und Koch bleiben. Nebenbei fällt einem dabei auf, wie fies die Notenverteilung im Kicker ist, denn das alle alle drei einen schlechteren Notenschnitt haben als alle Torhüter außer Kubek und Rune Jarstein, erscheint irgendwie unfair. Aber es gibt halt überhaupt nur 3 Verteidiger mit einem 2,X Notenschnitt. Vielleicht sollte man da mal als Kicker drüber nachdenken, ob man die falschen Ansprüche stellt. Gerade wenn man feststellen sollte, dass die Verteidiger am Ende wichtiger sind als die Torhüter.
Jedenfalls wird sowohl Schwolow als auch Flekken nächste Saison wesentlich schlechter aussehen, wenn die 3 erwähnten Verteidiger den Verein verlassen und der SC Freiburg sie nicht adäquat ersetzt bekommt. Denn sowohl Flekken als auch Schwolow sind ganz normale Bundesligatorhüter.
Dessen muss man sich halt bewusst sein, wenn sein Verein gerade einen neuen Torhüter suchen will oder muss: Es gibt da nur verdammt wenige, die wirklich einen Unterschied machen und solange man nicht komplett ins Klo greift, ist es ziemlich egal, wen man dann verpflichtet.
Donnerstag, 9. Juli 2020
Mittwoch, 8. Juli 2020
Quo vadis, Bundesliga 2020: Bayer Leverkusen
Als erster halbwegs seriöser Beitrag zu dem Thema, was in der Bundesliga passieren muss, damit die Bayern auch mal wieder gefordert werden. Oder damit es vielleicht mal wieder einen anderen Meister gibt. Und ja Bayer Leverkusen gehört zu genau den Mannschaften, die dies schaffen müssen. Dabei gibt es natürlich kurzfristige und langfristige Ansätze. Der kurzfristige ist einfach: Behaltet Kai Havertz. Also zumindest noch für die eine Saison. Und dann muss man sich entscheiden, ob, so hart das klingt, man den nicht lieber ins Ausland verkauft... was natürlich am Ende Havertz entscheidet, es ist ja ein Transfer und kein Menschenhandel...
Langfristig muss man halt Tom Bartels ignorieren. Ich habe ehrlicher Weise nur die letzten 10 Minuten gesehen, aber dass Bartels den Leverkusenern verkaufen wollte, sie könnten auf ihre Leistung "stolz" sein, hat mich schon wieder aufgeregt. Warum? Weil man sich gegen die Bayern, die einige Gänge runter geschaltet haben einige Torchancen erarbeitet hat? Von denen man jede hätte nutzen müssen um das Spiel zu gewinnen?
Und ja, Kevin Volland bekommt den Titel "Gomez der Woche"... Wobei, so ungeschickt der über den Ball getreten hat, wäre das eine Beleidigung für das Original. Denn den Ball hat Gomez beim Versemmeln von Großchancen schon meistens getroffen.
Aber selbst wenn Volland das 1:2 macht. Also auch nur den Anschluss und nicht den Ausgleich... dann kommt Bayer dadurch nur bedingt zurück ins Spiel. Denn die Bayern haben ja gerade nach dem Re-Start nachgewiesen, dass sie nach ihren eingelegten Ruhephasen durchaus sofort wieder das Tempo anziehen können. Also praktisch hat man das im Halbfinale gesehen, wo Eintracht Frankfurt den Ausgleich erzielt, die Bayern aber humorlos 5. Minuten später wieder in Führung gehen. Wer also glaubt, dass die Bayern wirklich ins schwitzen kommen, wenn der Anschlusstreffer fällt, hat sich in den letzten Monaten so gar nicht mit Fußball beschäftigt. Also ja, Tom Bartels glaubt dies natürlich.
Wobei das Problem ja ein anderes ist: Tom Bartels ist halt mehr Verkäufer als Journalist. Der will den "paar Hanseln, die sich noch für Bayern erdrückende Dominanz interessieren" einreden, dass sie gerade wieder was ganz tolles gesehen haben. Dass Bayer nach einem grandiosen und tapferem Kampf knapp gescheitert ist... und nicht, dass das Finale nach 24 Minuten praktisch entschieden war. Das ist so ein allgemeines Problem bei Sportreportern. Anstatt uns zu erklären, was da wirklich auf dem Rasen passiert, erschaffen sie Szenarien, wie das Spiel nochmal spannend werden könnte. Auch wenn diese Szenarien extrem unrealistisch sind. Denn sie wollen halt, dass wir nicht abschalten.
Nebenbei ist das immer bei den RAN NFL Übertragungen am aller schlimmsten. Da werden ständig "Ein Touchdown, eine 2 Point Conversion und dann ein erfolgreicher Onside Kick, und schon haben wir ein spannendes Spiel" Szenarien in den Raum geworfen. Also für diejenigen, die keine Ahnung vom Football Vokabular haben: Die beschriebene Kombination klappt ein mal in 10.000 Versuchen...
Genug Medienkompetenztraining. Wo waren wir? Ach ja, Quo Vadis Bayer Leverkusen? Bayer muss sich eingestehen, dass sie verdammt weit weg davon waren die Bayern wirklich zu fordern. Man hat am Finale nur teilgenommen... und das auch nur, weil man im Halbfinale gegen einen Regionalligisten antreten durfte. Vorher Paderborn, Stuttgart und Union Berlin. Also ja, der "stärkste" Gegner war eine Mannschaft, die gerade ihre erste Bundesligasaison gespielt hat. Bei all dem Losglück war es echt keine Leistung ins Pokalfinale einzuziehen. Es sollte als Selbstverständlichkeit angesehen werden. Und im Finale hat man dann versagt.
Genau so wie man in der entscheidenden Saisonphase gegen Schalke und die Hertha versagt hat. Man ist buchstäblich in die Europa League abgestiegen. Und das könnte bei der Personalie Havertz richtig schmerzhaft werden.
Dabei muss man sich damit beschäftigen, warum man nach dem herausragenden Re-Start (11:3 Tore und unter anderem gegen den direkten Konkurrenten Borussia Mönchengladbach) so viel Schwung verloren hat. Und ja, nach dem 28. Spieltag sah Bayer Leverkusen wie der Topkandidat auf Platz 4 aus. Danach kamen aber "nur" noch 3 eher zähe Siege. Jetzt könnte man sich einreden, dass 63 Punkte und ein Torverhältnis von +17 seit 2004 immer für Platz 4 gereicht haben. Und das man ja eine richtig überragende Saison gespielt hat. Aber genau diese Selbstzufriedenheit hilft halt weder Bayer noch der Bundesliga weiter.
Es ist viel wichtiger rauszukriegen, warum man am Ende so eingebrochen ist. Und das war ja nicht nur der "Meine Zukunft beschäftigt mich gerade so sehr, dass ich mich nicht auf die Gegenwart konzentrieren kann" Havertz, der deutlich nachgelassen hat. Es war der gesamte Kader. Und klar, andere Mannschaften haben das noch schlechter hinbekommen. Das bedeutet aber halt nicht, dass man selber gut war.
Genau da muss die kritische Analyse der Saison anfangen. Die guten Nachrichten aus Leverkusen lauten: Wenn man sich die Benders so anhört, haben die das definitiv vor.
Langfristig muss man halt Tom Bartels ignorieren. Ich habe ehrlicher Weise nur die letzten 10 Minuten gesehen, aber dass Bartels den Leverkusenern verkaufen wollte, sie könnten auf ihre Leistung "stolz" sein, hat mich schon wieder aufgeregt. Warum? Weil man sich gegen die Bayern, die einige Gänge runter geschaltet haben einige Torchancen erarbeitet hat? Von denen man jede hätte nutzen müssen um das Spiel zu gewinnen?
Und ja, Kevin Volland bekommt den Titel "Gomez der Woche"... Wobei, so ungeschickt der über den Ball getreten hat, wäre das eine Beleidigung für das Original. Denn den Ball hat Gomez beim Versemmeln von Großchancen schon meistens getroffen.
Aber selbst wenn Volland das 1:2 macht. Also auch nur den Anschluss und nicht den Ausgleich... dann kommt Bayer dadurch nur bedingt zurück ins Spiel. Denn die Bayern haben ja gerade nach dem Re-Start nachgewiesen, dass sie nach ihren eingelegten Ruhephasen durchaus sofort wieder das Tempo anziehen können. Also praktisch hat man das im Halbfinale gesehen, wo Eintracht Frankfurt den Ausgleich erzielt, die Bayern aber humorlos 5. Minuten später wieder in Führung gehen. Wer also glaubt, dass die Bayern wirklich ins schwitzen kommen, wenn der Anschlusstreffer fällt, hat sich in den letzten Monaten so gar nicht mit Fußball beschäftigt. Also ja, Tom Bartels glaubt dies natürlich.
Wobei das Problem ja ein anderes ist: Tom Bartels ist halt mehr Verkäufer als Journalist. Der will den "paar Hanseln, die sich noch für Bayern erdrückende Dominanz interessieren" einreden, dass sie gerade wieder was ganz tolles gesehen haben. Dass Bayer nach einem grandiosen und tapferem Kampf knapp gescheitert ist... und nicht, dass das Finale nach 24 Minuten praktisch entschieden war. Das ist so ein allgemeines Problem bei Sportreportern. Anstatt uns zu erklären, was da wirklich auf dem Rasen passiert, erschaffen sie Szenarien, wie das Spiel nochmal spannend werden könnte. Auch wenn diese Szenarien extrem unrealistisch sind. Denn sie wollen halt, dass wir nicht abschalten.
Nebenbei ist das immer bei den RAN NFL Übertragungen am aller schlimmsten. Da werden ständig "Ein Touchdown, eine 2 Point Conversion und dann ein erfolgreicher Onside Kick, und schon haben wir ein spannendes Spiel" Szenarien in den Raum geworfen. Also für diejenigen, die keine Ahnung vom Football Vokabular haben: Die beschriebene Kombination klappt ein mal in 10.000 Versuchen...
Genug Medienkompetenztraining. Wo waren wir? Ach ja, Quo Vadis Bayer Leverkusen? Bayer muss sich eingestehen, dass sie verdammt weit weg davon waren die Bayern wirklich zu fordern. Man hat am Finale nur teilgenommen... und das auch nur, weil man im Halbfinale gegen einen Regionalligisten antreten durfte. Vorher Paderborn, Stuttgart und Union Berlin. Also ja, der "stärkste" Gegner war eine Mannschaft, die gerade ihre erste Bundesligasaison gespielt hat. Bei all dem Losglück war es echt keine Leistung ins Pokalfinale einzuziehen. Es sollte als Selbstverständlichkeit angesehen werden. Und im Finale hat man dann versagt.
Genau so wie man in der entscheidenden Saisonphase gegen Schalke und die Hertha versagt hat. Man ist buchstäblich in die Europa League abgestiegen. Und das könnte bei der Personalie Havertz richtig schmerzhaft werden.
Dabei muss man sich damit beschäftigen, warum man nach dem herausragenden Re-Start (11:3 Tore und unter anderem gegen den direkten Konkurrenten Borussia Mönchengladbach) so viel Schwung verloren hat. Und ja, nach dem 28. Spieltag sah Bayer Leverkusen wie der Topkandidat auf Platz 4 aus. Danach kamen aber "nur" noch 3 eher zähe Siege. Jetzt könnte man sich einreden, dass 63 Punkte und ein Torverhältnis von +17 seit 2004 immer für Platz 4 gereicht haben. Und das man ja eine richtig überragende Saison gespielt hat. Aber genau diese Selbstzufriedenheit hilft halt weder Bayer noch der Bundesliga weiter.
Es ist viel wichtiger rauszukriegen, warum man am Ende so eingebrochen ist. Und das war ja nicht nur der "Meine Zukunft beschäftigt mich gerade so sehr, dass ich mich nicht auf die Gegenwart konzentrieren kann" Havertz, der deutlich nachgelassen hat. Es war der gesamte Kader. Und klar, andere Mannschaften haben das noch schlechter hinbekommen. Das bedeutet aber halt nicht, dass man selber gut war.
Genau da muss die kritische Analyse der Saison anfangen. Die guten Nachrichten aus Leverkusen lauten: Wenn man sich die Benders so anhört, haben die das definitiv vor.
Dienstag, 7. Juli 2020
Rapid Relegation Reaction
Immerhin... die allergrößte Peinlichkeit hat Werder Bremen sich in der 94. Minute erspart: Den Klassenerhalt in der Relegation ohne selbst erzieltes Tor zu schaffen. Das wäre auch mehr als passend gewesen, schließlich hat Bremen, wenn man die Spiele gegen hilflose Paderborner und vollkommen unmotiviererte Kölner (aka 2 Spiele am Rande der Wettbewerbsverzerrung) rausrechnet, in der Bundesligasaison 31 Tore erzielt. Das ist ein Wert, der praktisch nie zum Klassenerhalt reicht (außer man ist der Hamburger SV).
Nebenbei passierte einem all das, während man von einem überragenden Trainer, der für ansehnliches Offensivspiel steht, trainiert wurde... Trotzdem erzielte man vor dem Köln Spiel im Jahr 2020 in 8 Heimspielen EIN EINZIGES TOR! Eines.
Und weil das alleine nicht reichte, blieb das vom Offensivgenie Florian Kohfeldt trainierte Team gegen einen aufstrebenden Zweitligisten 180 Minuten lang ohne eigenen Treffer.
Das sind alles Dinge, bei denen man zugeben muss: Nicht mal der HSV hat das geschafft...
Und das bringt mich zu dem eigentlichen Skandal dieser Relegation. Also ja, auch der HSV hat es mal geschafft, nur dank der auswärts erzielten Tore die Klasse zu halten. Aber die haben wenigstens in einem ausverkauften Stadion vor einer hitzigen Kulisse gespielt. Nicht vor kurzzeitig 50 Fans, die wieder aus dem Stadion gebracht werden mussten.
Nur um das mal festzuhalten: Werder Bremen hält auf Grund der Auswärtstore eines Geisterspieles die Klasse. Nachdem die Bundesliga mit im Durchschnitt 2,3 Heimsiegen pro Spieltag eindeutig nachgewiesen haben, dass der Heimvorteil in der Corona Krise vollkommen irrelevant ist.
Ich bin ja praktisch seit Einführung der Relegation dafür, dass der Zweitligist einen relevanten Vorteil bekommt. Einfach als Anerkennung dafür, dass statistisch gesehen 3 von 4 Relegationsteilnehmer (Kiel, Union und Heidenheim definitiv) ihre historisch beste Saison gespielt haben. Dieser Vorteil wäre für mich sehr einfach zu definieren und umzusetzen: Steht es nach Hin- und Rückspiel Unentschieden, steigt der Zweitligist auf. Und ja, die "Europapokal Auswärtstor Regel" wird dafür auch ausgesetzt.
Es wäre auch einfach fairer, wenn der Zweitligist bei 2 torlosen Unentschieden den Aufstieg feiert. Also rein logisch gesehen. Denn der hat ja, wie schon erwähnt, eine herausragende Vorleistung gebracht. Während der Bundesligist meistens die schlechteste Saison seit 50 Jahren spielt. Wenn man dann also dem Bundesligisten eine weitere Chance gibt, sollte man wenigstens auch diesen Verein dazu zwingen, das Spiel aktiv zu gestalten. Das Geschehen selbst in die Hand zu nehmen. Was man auf Grund seiner deutlich besseren finanziellen Möglichkeiten auch eh können sollte.
Fun Fact: Mit dieser Regelung wäre der HSV 2 Mal an der Relegation gescheitert. Und jetzt Werder. Aber ich bin ja der einzige, der glaubt, dass man den Abstieg verdient hat, wenn man die schlechteste Saison seiner Vereinsgeschichte spielt...
Nebenbei wollte ich mal erwähnt haben, dass selbst die Schnarchnasen von der Uefa erkannt haben, dass die Auswärtstorregel nicht mehr zeitgemäß ist. Also selbst wenn Fans im Stadion sind. Ohne ist es vollkommen albern deswegen die Klasse zu erhalten. Wenn selbst die Uefa so was erkennt und ändern will... warum kriegt es dann die DFL nicht hin... Und ja, es wäre kein Problem gewesen beim Re-Start bekannt zu geben, dass die Relegation, wenn sie schon statt finden muss, dieses Mal ohne "Auswärtstor-Regel" kommt und es bei Gleichstand in die Verlängerung geht... weil der Heimvorteil "Fanunterstützung" halt ausfällt. Aber die denken ja mal wieder nur bis zur eigenen Nasenspitze...
Aber hey, immerhin wurde die Leihe von Davie Selke verlängert... und man muss 11 Millionen Euro Ablöse für Bittencourt und Toprak zahlen, hat sein Transferbudget praktisch schon aufgebraucht... Anders ausgedrückt: Wenn Kohfeldt nicht deutliche Fortschritte macht, wird das nächste Saison kaum besser werden.
Oder... die Gerüchte in Hoffenheim Bewahrheiten sich und dort hat man wirklich Interesse an diesem Jahrhunderttalent. Das könnte echt die eleganteste Lösung sein: Man kann den Trainer wegloben, Kohfeldt kann in einem neuen Umfeld und mit einem besseren Kader wirklich nachweisen, ob er so gut ist, wie viele glauben und Bremen kann den Neustart mit sagen wir Markus Weinzierl wagen. Also sie müssen darauf hoffen, dass sie die Augsburger Version von Weinzierl bekommen.
Nebenbei ist es echt lustig, dass die Relegation und das DFB Pokalfinale exakt gleich endeten: Mit einer minutenlangen Diskussion, ob das jetzt für einen Handelfmeter reicht oder nicht. Obwohl die Elfmeter vollkommen irrelevant waren. Ok, Werder hätte sich ein wenig besser fühlen können, wenn sie wenigstens ein Relegationsspiel gewonnen hätten. Das war aber die einzige Auswirkung dieser beiden Elfmeter. Obwohl... angeblich kann Bayer Leverkusen ja "stolz" auf seine Leistung sein, weil man immerhin 2 Tore gegen die Bayern erzielt hat, aber dazu morgen mehr.,.
Und während es in Heidenheim wenigstens nur eine Minute dauerte... vergingen in Berlin zwischen dem Handspiel und der Ausführung des Elfmeters 3 Minuten. Das ist einfach viel zu lange.
Absurder Weise hätte man auch einfach fix die Einstellung, die nachweist, dass die Abseitsentscheidung falsch war, einschieben können, den Vorteil nach dem fragwürdigem Handspiel weiter laufen lassen und dank der Torlinientechnologie den Treffer geben.
Also nur um das nochmal festzuhalten: Die haben 3 Minuten nach der Einstellung gesucht, die ein fragwürdiges Handspiel als Teil einer eh schon komplizierten Regel nachzuweisen... und wenn sie zu dem Schluss gekommen wären "War kein Handspiel", hätten sie dann noch 5 Sekunden gebraucht um die Abseitsstellung zu klären... Da wir in Deutschland sind, hätte man erst den Abstoß ausführen lassen, bevor der Schiedsrichter dann doch nochmal zurück zum Videowürfel geht... Weil wegen beste Liga und so.
Das sind die wirklichen Gründe, warum der VAR immer wieder so schlecht aussieht. Anstatt bei den einfachen und sinnvollen Entscheidungen einzugreifen, wird er bei Grauzonen und Unklarheiten angewendet. Und selten lag beides so dicht beieinander wie in diesen Sekunden.
Das echt keiner der Leute vor den Kameras auf die Idee kam: "Hey, lasst mal fix checken, ob das wirklich Abseits war, das kriegen wir schnell raus." Obwohl das offensichtlich die einfache und praktikablere Lösung war. Aber da landen wir wie immer beim Qualitätsproblem der Schiedsrichter: Ein guter VAR hätte den Schiedsrichter gefragt "Hat die Torlinientechnik angeschlagen? Ja? Dann lasst mal kurz das Abseits klären." Wir haben aber halt keine guten Schiedsrichter mehr.
Nebenbei passierte einem all das, während man von einem überragenden Trainer, der für ansehnliches Offensivspiel steht, trainiert wurde... Trotzdem erzielte man vor dem Köln Spiel im Jahr 2020 in 8 Heimspielen EIN EINZIGES TOR! Eines.
Und weil das alleine nicht reichte, blieb das vom Offensivgenie Florian Kohfeldt trainierte Team gegen einen aufstrebenden Zweitligisten 180 Minuten lang ohne eigenen Treffer.
Das sind alles Dinge, bei denen man zugeben muss: Nicht mal der HSV hat das geschafft...
Und das bringt mich zu dem eigentlichen Skandal dieser Relegation. Also ja, auch der HSV hat es mal geschafft, nur dank der auswärts erzielten Tore die Klasse zu halten. Aber die haben wenigstens in einem ausverkauften Stadion vor einer hitzigen Kulisse gespielt. Nicht vor kurzzeitig 50 Fans, die wieder aus dem Stadion gebracht werden mussten.
Nur um das mal festzuhalten: Werder Bremen hält auf Grund der Auswärtstore eines Geisterspieles die Klasse. Nachdem die Bundesliga mit im Durchschnitt 2,3 Heimsiegen pro Spieltag eindeutig nachgewiesen haben, dass der Heimvorteil in der Corona Krise vollkommen irrelevant ist.
Ich bin ja praktisch seit Einführung der Relegation dafür, dass der Zweitligist einen relevanten Vorteil bekommt. Einfach als Anerkennung dafür, dass statistisch gesehen 3 von 4 Relegationsteilnehmer (Kiel, Union und Heidenheim definitiv) ihre historisch beste Saison gespielt haben. Dieser Vorteil wäre für mich sehr einfach zu definieren und umzusetzen: Steht es nach Hin- und Rückspiel Unentschieden, steigt der Zweitligist auf. Und ja, die "Europapokal Auswärtstor Regel" wird dafür auch ausgesetzt.
Es wäre auch einfach fairer, wenn der Zweitligist bei 2 torlosen Unentschieden den Aufstieg feiert. Also rein logisch gesehen. Denn der hat ja, wie schon erwähnt, eine herausragende Vorleistung gebracht. Während der Bundesligist meistens die schlechteste Saison seit 50 Jahren spielt. Wenn man dann also dem Bundesligisten eine weitere Chance gibt, sollte man wenigstens auch diesen Verein dazu zwingen, das Spiel aktiv zu gestalten. Das Geschehen selbst in die Hand zu nehmen. Was man auf Grund seiner deutlich besseren finanziellen Möglichkeiten auch eh können sollte.
Fun Fact: Mit dieser Regelung wäre der HSV 2 Mal an der Relegation gescheitert. Und jetzt Werder. Aber ich bin ja der einzige, der glaubt, dass man den Abstieg verdient hat, wenn man die schlechteste Saison seiner Vereinsgeschichte spielt...
Nebenbei wollte ich mal erwähnt haben, dass selbst die Schnarchnasen von der Uefa erkannt haben, dass die Auswärtstorregel nicht mehr zeitgemäß ist. Also selbst wenn Fans im Stadion sind. Ohne ist es vollkommen albern deswegen die Klasse zu erhalten. Wenn selbst die Uefa so was erkennt und ändern will... warum kriegt es dann die DFL nicht hin... Und ja, es wäre kein Problem gewesen beim Re-Start bekannt zu geben, dass die Relegation, wenn sie schon statt finden muss, dieses Mal ohne "Auswärtstor-Regel" kommt und es bei Gleichstand in die Verlängerung geht... weil der Heimvorteil "Fanunterstützung" halt ausfällt. Aber die denken ja mal wieder nur bis zur eigenen Nasenspitze...
Aber hey, immerhin wurde die Leihe von Davie Selke verlängert... und man muss 11 Millionen Euro Ablöse für Bittencourt und Toprak zahlen, hat sein Transferbudget praktisch schon aufgebraucht... Anders ausgedrückt: Wenn Kohfeldt nicht deutliche Fortschritte macht, wird das nächste Saison kaum besser werden.
Oder... die Gerüchte in Hoffenheim Bewahrheiten sich und dort hat man wirklich Interesse an diesem Jahrhunderttalent. Das könnte echt die eleganteste Lösung sein: Man kann den Trainer wegloben, Kohfeldt kann in einem neuen Umfeld und mit einem besseren Kader wirklich nachweisen, ob er so gut ist, wie viele glauben und Bremen kann den Neustart mit sagen wir Markus Weinzierl wagen. Also sie müssen darauf hoffen, dass sie die Augsburger Version von Weinzierl bekommen.
Nebenbei ist es echt lustig, dass die Relegation und das DFB Pokalfinale exakt gleich endeten: Mit einer minutenlangen Diskussion, ob das jetzt für einen Handelfmeter reicht oder nicht. Obwohl die Elfmeter vollkommen irrelevant waren. Ok, Werder hätte sich ein wenig besser fühlen können, wenn sie wenigstens ein Relegationsspiel gewonnen hätten. Das war aber die einzige Auswirkung dieser beiden Elfmeter. Obwohl... angeblich kann Bayer Leverkusen ja "stolz" auf seine Leistung sein, weil man immerhin 2 Tore gegen die Bayern erzielt hat, aber dazu morgen mehr.,.
Und während es in Heidenheim wenigstens nur eine Minute dauerte... vergingen in Berlin zwischen dem Handspiel und der Ausführung des Elfmeters 3 Minuten. Das ist einfach viel zu lange.
Absurder Weise hätte man auch einfach fix die Einstellung, die nachweist, dass die Abseitsentscheidung falsch war, einschieben können, den Vorteil nach dem fragwürdigem Handspiel weiter laufen lassen und dank der Torlinientechnologie den Treffer geben.
Also nur um das nochmal festzuhalten: Die haben 3 Minuten nach der Einstellung gesucht, die ein fragwürdiges Handspiel als Teil einer eh schon komplizierten Regel nachzuweisen... und wenn sie zu dem Schluss gekommen wären "War kein Handspiel", hätten sie dann noch 5 Sekunden gebraucht um die Abseitsstellung zu klären... Da wir in Deutschland sind, hätte man erst den Abstoß ausführen lassen, bevor der Schiedsrichter dann doch nochmal zurück zum Videowürfel geht... Weil wegen beste Liga und so.
Das sind die wirklichen Gründe, warum der VAR immer wieder so schlecht aussieht. Anstatt bei den einfachen und sinnvollen Entscheidungen einzugreifen, wird er bei Grauzonen und Unklarheiten angewendet. Und selten lag beides so dicht beieinander wie in diesen Sekunden.
Das echt keiner der Leute vor den Kameras auf die Idee kam: "Hey, lasst mal fix checken, ob das wirklich Abseits war, das kriegen wir schnell raus." Obwohl das offensichtlich die einfache und praktikablere Lösung war. Aber da landen wir wie immer beim Qualitätsproblem der Schiedsrichter: Ein guter VAR hätte den Schiedsrichter gefragt "Hat die Torlinientechnik angeschlagen? Ja? Dann lasst mal kurz das Abseits klären." Wir haben aber halt keine guten Schiedsrichter mehr.
Sonntag, 5. Juli 2020
Quo Vadis, Bundesliga 202Bluescreen: Hamburger SV
Ernsthaft. Was machen wir mit dir, Lieber HSV? Wie unterhältst du uns weiter? Welche Lösungsansätze für deine schwierige Lage gibt es?
Wie immer gibt es hier einen kreativen Vorschlag. Der natürlich frei von jedem Zynismus ist. Richtig konstruktiv. Und genau deswegen wird er niemals umgesetzt werden.
Also für diejenigen, die es verpasst haben: der Hamburger SV hat zum 2. Mal in Folge den Aufstieg in die Bundesliga verpasst. Und das auf peinlichste Art und Weise. Also selbst de Diekmeier, der im Trikot des HSVs nie ein Scheunentor getroffen hat, half am Ende bei der Mission Klassenerhalt mit, obwohl er mittlerweile in Sandhausen spielt.
Und als ich dieses Meme das erste Mal sah, wurde es mir bewusst: Der HSV braucht ein Rebranding. Eine komplett neue Identität, die man dann gewinnbringend vermarkten kann. So wie es der 1.FC St.Pauli als "DER LINKE VEREIN IM LAND" schon gemacht hat.
Denn der HSV hatte ja jahrelang das Alleinstellungsmerkmal "Einziger Bundesliga-Dino". Man war die eine Mannschaft, die immer in der Bundesliga gespielt hat. Die noch nie abgestiegen ist. Darauf hat man seinen Mythos aufgebaut. Und auch wenn das am Ende ganz schön erbärmlich war, weil nur absurde Ergebnisse in einer unnötigen Relegation halfen, so war es halt doch ein Fakt.
Aber dieser Fakt ist vor 2 Jahren weggebrochen. Jetzt ist man nur noch ein ganz normaler deutscher Fußballverein.
Es sei denn, man guckt genauer hin. Denn dann ist der HSV auf ein mal doch wieder einzigartig. Also nicht obwohl sie schon wieder den Aufstieg verkackt haben, sondern WEIL sie schon wieder den Aufstieg verkackt haben.
Wenn man sich die HSV Geschichte mal genauer anguckt, ist das nichts ungewöhnliches. Also der Verein wurde 1919 durch den Zusammenschluss 3er Vorgängervereine "gegründet" und man spielte direkt um den Titel "Norddeutscher Meister" mit. Einen Titel, den man von 1921-25 durchgängig hielt.
Das bedeutete auch nur: Der HSV startete direkt in der höchsten Spielklasse.
Danach wurde man als 2-facher Deutscher Meister natürlich in der Gauliga Nordmark einsortiert. Während man jetzt in der Super-Gau-Liga 2 spielt.
Danach ging es dann kurzzeitig in der "Hamburger Liga" und ab 1947 in der "Oberliga Nord". Und dann von 1963-2018 in der Bundesliga. Bis zum berühmten ersten Abstieg.
Das bedeutet praktisch: Von 1920 bis 2018 spielte der HSV immer in der höchstmöglichen Spielklasse. Seit 2018 ist dies vorbei. Aber jetzt kann man faszinierender Weise folgendes behaupten: Man ist als einziger Verein seit 1920...
Drumroll pls...
NIE AUFGESTIEGEN!
Jeder noch so beschissene Dorfverein ist doch irgendwann aufgestiegen. Und sei es nur von der Kreisklasse III in die Kreisklasse II. Oder er hat sich doch irgendwann aufgelöst.
Ich meine allein Arminia Bielefeld kommt auf 8 Bundesliga-Aufstiege. Selbst die Schnarchnasen von der BND Truppe kriegen es anscheinend regelmäßig hin in die Bundesliga aufzusteigen. Das ist echt keine Kunst.
Eine Kunst ist es, niemals aufzusteigen. Das schafft sonst keiner.
Da sollte man doch sofort Kapital daraus schlagen. Merchandise entwickeln. Also dass neben jedem ebenfalls Deutschland weit vertriebenen St.Pauli Merchandise Shirt noch ein "HSV! FÜR IMMER UNAUFSTEIGBAR!" Shirt ausliegt. Also zumindest die St.Pauli Fans würden beides kaufen... Das wäre ein Artikel, den man mindestens deutschlandweit vermarkten könnte. Und ein Image, dass man drum herum aufbauen könnte. Alles nach dem Motto: "Aufsteigen kann doch jeder, nie aufzusteigen ist schwer."
Aus ganz Europa würden all die Ultras nach Hamburg reisen, um die einzige Mannschaft, die noch nie aufgestiegen ist, zu sehen. Und wenn man doch irgendwo noch andere Mannschaften findet, die nie aufgestiegen, aber mindestens 30 Jahre alt sind... dann kann man die im Sommer zum großen "Unaufsteigbarmeister" Turnier einladen. Da findet man garantiert auch einen gut dotierten Fernsehvertrag. Alles unfassbare Möglichkeiten, die einem entgehen, weil man seine neue Realität nicht angemessen feiert.
Man könnte nebenbei auch eine ganze Menge Geld sparen. Also einen Kader zusammenzustellen, der im Wesentlichen einfach nicht absteigen soll, ist wesentlich einfacher, als heimlich für die Rückkehr in die Europa League zu planen. Sagen wir das mal so: Eines davon geht mit Aaron Hunt...
Gut, es wird ein wenig komisch wirken, wenn man den Trainer entlässt, weil man auf Aufstiegskurs liegt... Aber verglichen mit all den anderen komischen Entscheidungen, die in Hamburg getroffen worden sind, steht hinter dieser wenigstens ein Konzept... Sogar ein Einzigartiges...
Das Dümmeste, was man machen könnte, wäre: Völlig unmotiviert aufsteigen und dadurch sein Alleinstellungsmerkmal verlieren. Dabei gewinnt man echt nichts.
Und wenn man irgendwann plötzlich in die 3. Liga absteigt... ist das kein Problem. Man hat ja praktisch noch 10 weitere Ligen unter sich, da ist noch genügend Luft.
Wie immer gibt es hier einen kreativen Vorschlag. Der natürlich frei von jedem Zynismus ist. Richtig konstruktiv. Und genau deswegen wird er niemals umgesetzt werden.
Also für diejenigen, die es verpasst haben: der Hamburger SV hat zum 2. Mal in Folge den Aufstieg in die Bundesliga verpasst. Und das auf peinlichste Art und Weise. Also selbst de Diekmeier, der im Trikot des HSVs nie ein Scheunentor getroffen hat, half am Ende bei der Mission Klassenerhalt mit, obwohl er mittlerweile in Sandhausen spielt.
Und als ich dieses Meme das erste Mal sah, wurde es mir bewusst: Der HSV braucht ein Rebranding. Eine komplett neue Identität, die man dann gewinnbringend vermarkten kann. So wie es der 1.FC St.Pauli als "DER LINKE VEREIN IM LAND" schon gemacht hat.
Denn der HSV hatte ja jahrelang das Alleinstellungsmerkmal "Einziger Bundesliga-Dino". Man war die eine Mannschaft, die immer in der Bundesliga gespielt hat. Die noch nie abgestiegen ist. Darauf hat man seinen Mythos aufgebaut. Und auch wenn das am Ende ganz schön erbärmlich war, weil nur absurde Ergebnisse in einer unnötigen Relegation halfen, so war es halt doch ein Fakt.
Aber dieser Fakt ist vor 2 Jahren weggebrochen. Jetzt ist man nur noch ein ganz normaler deutscher Fußballverein.
Es sei denn, man guckt genauer hin. Denn dann ist der HSV auf ein mal doch wieder einzigartig. Also nicht obwohl sie schon wieder den Aufstieg verkackt haben, sondern WEIL sie schon wieder den Aufstieg verkackt haben.
Wenn man sich die HSV Geschichte mal genauer anguckt, ist das nichts ungewöhnliches. Also der Verein wurde 1919 durch den Zusammenschluss 3er Vorgängervereine "gegründet" und man spielte direkt um den Titel "Norddeutscher Meister" mit. Einen Titel, den man von 1921-25 durchgängig hielt.
Das bedeutete auch nur: Der HSV startete direkt in der höchsten Spielklasse.
Danach wurde man als 2-facher Deutscher Meister natürlich in der Gauliga Nordmark einsortiert. Während man jetzt in der Super-Gau-Liga 2 spielt.
Danach ging es dann kurzzeitig in der "Hamburger Liga" und ab 1947 in der "Oberliga Nord". Und dann von 1963-2018 in der Bundesliga. Bis zum berühmten ersten Abstieg.
Das bedeutet praktisch: Von 1920 bis 2018 spielte der HSV immer in der höchstmöglichen Spielklasse. Seit 2018 ist dies vorbei. Aber jetzt kann man faszinierender Weise folgendes behaupten: Man ist als einziger Verein seit 1920...
Drumroll pls...
NIE AUFGESTIEGEN!
Jeder noch so beschissene Dorfverein ist doch irgendwann aufgestiegen. Und sei es nur von der Kreisklasse III in die Kreisklasse II. Oder er hat sich doch irgendwann aufgelöst.
Ich meine allein Arminia Bielefeld kommt auf 8 Bundesliga-Aufstiege. Selbst die Schnarchnasen von der BND Truppe kriegen es anscheinend regelmäßig hin in die Bundesliga aufzusteigen. Das ist echt keine Kunst.
Eine Kunst ist es, niemals aufzusteigen. Das schafft sonst keiner.
Da sollte man doch sofort Kapital daraus schlagen. Merchandise entwickeln. Also dass neben jedem ebenfalls Deutschland weit vertriebenen St.Pauli Merchandise Shirt noch ein "HSV! FÜR IMMER UNAUFSTEIGBAR!" Shirt ausliegt. Also zumindest die St.Pauli Fans würden beides kaufen... Das wäre ein Artikel, den man mindestens deutschlandweit vermarkten könnte. Und ein Image, dass man drum herum aufbauen könnte. Alles nach dem Motto: "Aufsteigen kann doch jeder, nie aufzusteigen ist schwer."
Aus ganz Europa würden all die Ultras nach Hamburg reisen, um die einzige Mannschaft, die noch nie aufgestiegen ist, zu sehen. Und wenn man doch irgendwo noch andere Mannschaften findet, die nie aufgestiegen, aber mindestens 30 Jahre alt sind... dann kann man die im Sommer zum großen "Unaufsteigbarmeister" Turnier einladen. Da findet man garantiert auch einen gut dotierten Fernsehvertrag. Alles unfassbare Möglichkeiten, die einem entgehen, weil man seine neue Realität nicht angemessen feiert.
Man könnte nebenbei auch eine ganze Menge Geld sparen. Also einen Kader zusammenzustellen, der im Wesentlichen einfach nicht absteigen soll, ist wesentlich einfacher, als heimlich für die Rückkehr in die Europa League zu planen. Sagen wir das mal so: Eines davon geht mit Aaron Hunt...
Gut, es wird ein wenig komisch wirken, wenn man den Trainer entlässt, weil man auf Aufstiegskurs liegt... Aber verglichen mit all den anderen komischen Entscheidungen, die in Hamburg getroffen worden sind, steht hinter dieser wenigstens ein Konzept... Sogar ein Einzigartiges...
Das Dümmeste, was man machen könnte, wäre: Völlig unmotiviert aufsteigen und dadurch sein Alleinstellungsmerkmal verlieren. Dabei gewinnt man echt nichts.
Und wenn man irgendwann plötzlich in die 3. Liga absteigt... ist das kein Problem. Man hat ja praktisch noch 10 weitere Ligen unter sich, da ist noch genügend Luft.
Dienstag, 30. Juni 2020
Quo Vadis, Bundesliga, 2020: Schalke 04
Als quasi Füller zwischen nem Rückblick und ner Vorschau, wollte ich mich mal mit dem Thema befassen, was in der Bundesliga passieren muss, damit die Meisterschaft nicht wieder automatisch an die Bayern geht. Denn so unsympathisch der Uli Hoeneß ist, mit seiner "Wir können ja nicht halbtags arbeiten" Aussage, hat er irgendwie recht.
Auch wenn ich immer noch der Meinung bin, die Bayern sollten sich bei Ergänzungstransfers zurück halten. Also praktisches Beispiel: Am letzten Spieltag deutete Michael Cuisance an, dass es die Liga schon schwächt, wenn er die Saison praktisch beim Drittliga Team des Rekordmeisters verbringt. Der könnte auch der einen oder anderen guten Mannschaft in der Bundesliga weiter helfen. Und dadurch dann das Leistungsniveau heben, was ja genau genommen auch das ist, was die Bayern brauchen um für die Champions League gewappnet zu sein.
Und ja, es feiern jetzt alle Thomas Müller für seine 21 Torvorlagen. Und sein schönes Direktspiel. Aber hier ist das Problem: Wenn Müller im August gegen Real Madrid und Manchester City wieder nur Mitläufer ist, sind all die Torvorlagen in der Bundesliga irrelevant. Denn die hätte Coutinho auch gesammelt, wenn man ihn gelassen hätte.
Nur um zu verdeutlichen, wie wichtig meiner Meinung nach dieses "Quo vadis" ist: dass die Bayern Stars in der Liga glänzen, aber in der Champions League dann nicht, ist ja ein Grundlegendes Problem der Bayern. So wurde ein Franck Ribery für seine Tollen Leistungen in der Liga gefeiert und bekam noch eine Vertragsverlängerung, obwohl er am Ende 3 Jahre ohne Tor in der Champions League war. Aber dass Ribery den Champions League Ansprüchen nicht mehr genügt, hat die allgemeine Schwäche der Bundesliga wunderbar überdeckt.
Also ja, auch die Bayern brauchen dringend eine stärkere Bundesliga. Wie können aber die anderen Vereine diese Liga erschaffen? Fangen wir, weil es so lustig ist, mit Schalke 04 an. Insert dirty laugh here.
Um das vorwegzunehmen: Ich war noch nie so froh, kein Schalke Fan zu sein. Und das, obwohl ich dem Verein immer kritisch gegenüberstand...
Also sein wir mal ganz kurz ehrlich: Schalke müssen wir derzeit von der "Die können ihren Beitrag für das kompetitive Niveau der Liga leisten" Liste streichen. Die haben halt gerade ganz andere Probleme und müssen bei den Lösungen nur auf sich selbst suchen. Damit haben sie genug zu tun.
Dass immerhin Clemens Tönnies von allen Ämtern zurück getreten ist, ist ein erster Schritt für die Lösung der strukturellen Probleme des Vereins. Aber dass dies so lange gedauert hat und nicht schon auf die rassistischen Äußerungen passiert ist. Das führt aber halt auch direkt zum nächsten Problem: Wenn man den um Geld anpumpen will, muss man ihn mit Samthandschuhen anfassen. Und so darf sich Tönnies dann seine Strafen selber aussuchen.
Nebenbei wollte ich mal erwähnen, dass der erste "Tönnies ist das Problem auf Schalke" Beitrag hier von 2015 ist. Da ist es wieder, das tägliche "Passives Abseits Leser wissen es früher"... Damals ging es noch nur darum, wie der Führungsstil von Tönnies und seine illusorischen Ansprüche die Ursache für verdammt viele Probleme auf Schalke sind. So wurde der Vertrag von Jens Keller trotz wiederholter Qualifikation für die Champions League nicht verlängert und der ging als "Lame Duck" in die Saison. Was dazu führte, dass er ständig kritisiert wurde... was Tönnies wiederum nicht verstehen konnte. Dass er die gesamte Situation mit einer Vertragsverlängerung hätte entschärfen können, hat er halt bis heute nicht verstanden.
Dass man halt so sehr von einer einzigen Person abhängig ist, zeigt halt auch, wie finster die Gesamtsituation auf Schalke ist. Oder anders ausgedrückt: Wenn Tönnies den Verein nicht retten kann, muss Vater Staat das halt machen.
Dazu kommen dann noch all die epischen Fehltritte beim Umgang mit den Fans während der Corona-Krise. Also man muss schon fragen, ob es überhaupt Möglichkeiten gibt sich als Verein schlechter zu präsentieren als Schalke in der Saison 2019/20. Und ja, das sage ich, obwohl der Hamburger SV existiert.
Die nächste völlig falsch eingeschätzte Episode ist ja, dass Schalke "als erste Mannschaft einen Salary Cap festlegt." Ähm... nein, tun sie nicht.
Also nur um das mal festzuhalten: Schalke legt einfach nur für sich eine Obergrenze von 2,5 Millionen Euro Jahresgehalt fest. Wer mehr verlangt, braucht gar nicht erst an den Verhandlungstisch kommen. Man gibt quasi vorher bekannt, was das Maximum ist, dass ein Spieler "fordern" kann. Keine gute Verhandlungsstrategie, aber wenigstens offen und ehrlich.
Hier ist das faszinierende: Jeder gut geführte Fußballverein hat so einen "Salary Cap". Also ich bin mir absolut sicher, dass zum Beispiel in Freiburg intern auch alle Beteiligten wissen, wo die absolute Schmerzgrenze für die Breisgauer liegt. Und ab welcher Summe der SC sagt: Da steigen wir aus den Verhandlungen aus, du musst dir einen anderen Verein suchen. Und wahrscheinlich liegt diese Grenze südlich von 2,5 Millionen. Aber das werden wir ja rauskriegen, wenn die die Schwolow Verhandlungen verfolgen...
Andere Verein wie RB Leipzig geben halt auch bei Timo Werners Vertragsverlängerung 2019 "absolut an unsere machbaren Grenzen" gegangen zu sein. Was auch nur bedeutet: Auch bei RB Leipzig gibt es den jetzt von Schalke angekündigten Salary Cap seit Jahren.
Die einzige Besonderheit in Gelsenkirchen ist, dass sie öffentlich und offiziell bekannt geben, dass sie ihre Schmerzgrenze gerade nach unten korrigiert haben. Wahrscheinlich deutlich nach unten korrigiert haben. Mit einem klassischen Salary Cap hat das aber gar nichts zu tun.
Und im wesentlich gibt man jetzt schon bekannt, dass Weston McKennie und Suat Serder demnächst verkauft werden müssen. Weil sie zu diesen Bedingungen kaum einen neuen Vertrag unterschreiben werden. Und man muss sich dann auch bewusst werden: Für 2,5 Millionen Euro Jahresgehalt wird man, trotz möglicher Ablösesummen, kaum neue Spieler von derselben Qualität verpflichten können. Was halt praktisch heißt: Die Mannschaft auf Schalke wird eher schlechter als besser. Was einem bei einer Serie von 16 Spielen ohne Sieg echt Sorgen machen muss.
Nebenbei dürfte diese öffentliche Haltung dazu führen, dass eine ganze Menge Spieler nicht mal mehr an der Verhandlungstisch kommen. Also der Fakt, dass einige aktuelle "Leistungsträger" mehr als die 2,5 Millionen verdienen... und abgesehen von einem Verkauf wird sich daran ja auch nichts ändern. Warum sollte also ein Spieler, der sich auf Augenhöhe mit Serdar sieht, weniger Gehalt als diese beiden bekommen?
Nebenbei fällt mir bei der Gelegenheit auf, dass dies alles nur Spekulationen sind, weil es keine belastbaren Zahlen gibt. Also ich berufe mich hierbei auf folgende "Analyse" vom englischsprachigen Transfermarkt.com, die Serdar und McKennie als Problemfälle des neuen Salarycaps nennen. Ob die schon mehr als 2,5 Millionen verdienen oder nur garantiert mehr als 2,5 Millionen verlangen werden, kann ich dabei nicht beurteilen.
Genau genommen gibt es genau einen Hoffnungsschimmer auf Schalke: Norbert Elgert. Und ja, auch der hat den ominösen "Trainerpreis des deutschen Fußballs" gewonnen. Er steht repräsentativ für die Jugendarbeit auf Schalke. Und auf die wird es jetzt noch mehr ankommen, als zuvor.
Die einzige realistische Chance für Schalke ist es halt sich buchstäblich am eigenen Schopf aus dem Schlamassel zu ziehen. Und zu hoffen, dass man den nächsten Mesut Özil, Julian Draxler und Beneditk Höwedes findet. Wenn einem dies nicht gelingt, wird es echt finster.
Aber wenn man dann realisiert, dass Schalke 8 Millionen Ablöse in Alexander Schwolow stecken will, anstatt einfach mal auf den immer noch am Verein hängenden Ralf Fährmann zu setzen. Und klar, Fährmann wird nicht der nächste Nationaltorwart, während man bei Nübel zumindest kurzfristig daran glauben konnte. Aber Spoiler: Auch Schwolow ist kein Torwart, der für die Nationalmannschaft interessant ist. Vielleicht ist der ein wenig besser als Fährmann. Durchaus möglich. Da Torhüter genau genommen immer auch von ihrer Defensive abhängig sind, ist das schwer zu beurteilen. Aber ich sag das mal so: Er ist keine 8 Millionen Euro Ablöse besser. Gerade wenn man wie Schalke kein Geld hat.
Also nur um das mal zu verdeutlichen: In dem stabilen Gesamtkonstrukt umd Robin Koch und Christian Günther war es vollkommen egal, ob Schwolow oder Mark Flekken im Tor standen. Beide sind die Notenbesten Spieler im Freiburger Kader. Und wenn Koch in diesem Sommer verkauft und nicht adäquat ersetzt wird, wird der Notenschnitt beider Torhüter einbrechen. Aber für so einen Torwart gebe ich als Schalke doch keine 8 Millionen Euro aus.
Warum Schalke immer noch nicht auf den grundsoliden Torhüter mit hoher Identifikation setzt, obwohl man doch genau das gerade braucht... bleibt halt eines dieser unlösbaren Schalke Rätsel. Und ich wage zu behaupten: Wenn man Fährmann reinstalliert und die 8 Millionen in halbwegs ordentliche Defensivspieler steckt, steht man besser da, als wenn man Serder verkauft um Schwolow zu finanzieren... So ein weiteres Mysterium ist Daniel Caligiuri, den man ja lieber "zappeln" lies, anstatt ihm ein vernünftiges Angebot zu machen. Aber auch das ist halt schwer zu beurteilen, wenn man nicht vor Ort dabei war. Aber wenn Augsburg Caligiuris Gehaltsforderungen erfüllen kann, Schalke aber nicht, ist das ein verdammt schlechtes Zeichen. Denn genau genommen stärkt man gerade ablösefrei einen designierten Konkurrenten. Ich bezweifle, dass das eine gute Strategie für die nächsten Jahre ist.
Und ja, dass Derby-Held Caligiuri lieber nach Augsburg geht als auf Schalke zu bleiben, zeigt, wie dramatisch die Lage gerade ist. Aber hey, für mich als zynischer Außenstehender könnte es großartig werden.
Auch wenn ich immer noch der Meinung bin, die Bayern sollten sich bei Ergänzungstransfers zurück halten. Also praktisches Beispiel: Am letzten Spieltag deutete Michael Cuisance an, dass es die Liga schon schwächt, wenn er die Saison praktisch beim Drittliga Team des Rekordmeisters verbringt. Der könnte auch der einen oder anderen guten Mannschaft in der Bundesliga weiter helfen. Und dadurch dann das Leistungsniveau heben, was ja genau genommen auch das ist, was die Bayern brauchen um für die Champions League gewappnet zu sein.
Und ja, es feiern jetzt alle Thomas Müller für seine 21 Torvorlagen. Und sein schönes Direktspiel. Aber hier ist das Problem: Wenn Müller im August gegen Real Madrid und Manchester City wieder nur Mitläufer ist, sind all die Torvorlagen in der Bundesliga irrelevant. Denn die hätte Coutinho auch gesammelt, wenn man ihn gelassen hätte.
Nur um zu verdeutlichen, wie wichtig meiner Meinung nach dieses "Quo vadis" ist: dass die Bayern Stars in der Liga glänzen, aber in der Champions League dann nicht, ist ja ein Grundlegendes Problem der Bayern. So wurde ein Franck Ribery für seine Tollen Leistungen in der Liga gefeiert und bekam noch eine Vertragsverlängerung, obwohl er am Ende 3 Jahre ohne Tor in der Champions League war. Aber dass Ribery den Champions League Ansprüchen nicht mehr genügt, hat die allgemeine Schwäche der Bundesliga wunderbar überdeckt.
Also ja, auch die Bayern brauchen dringend eine stärkere Bundesliga. Wie können aber die anderen Vereine diese Liga erschaffen? Fangen wir, weil es so lustig ist, mit Schalke 04 an. Insert dirty laugh here.
Um das vorwegzunehmen: Ich war noch nie so froh, kein Schalke Fan zu sein. Und das, obwohl ich dem Verein immer kritisch gegenüberstand...
Also sein wir mal ganz kurz ehrlich: Schalke müssen wir derzeit von der "Die können ihren Beitrag für das kompetitive Niveau der Liga leisten" Liste streichen. Die haben halt gerade ganz andere Probleme und müssen bei den Lösungen nur auf sich selbst suchen. Damit haben sie genug zu tun.
Dass immerhin Clemens Tönnies von allen Ämtern zurück getreten ist, ist ein erster Schritt für die Lösung der strukturellen Probleme des Vereins. Aber dass dies so lange gedauert hat und nicht schon auf die rassistischen Äußerungen passiert ist. Das führt aber halt auch direkt zum nächsten Problem: Wenn man den um Geld anpumpen will, muss man ihn mit Samthandschuhen anfassen. Und so darf sich Tönnies dann seine Strafen selber aussuchen.
Nebenbei wollte ich mal erwähnen, dass der erste "Tönnies ist das Problem auf Schalke" Beitrag hier von 2015 ist. Da ist es wieder, das tägliche "Passives Abseits Leser wissen es früher"... Damals ging es noch nur darum, wie der Führungsstil von Tönnies und seine illusorischen Ansprüche die Ursache für verdammt viele Probleme auf Schalke sind. So wurde der Vertrag von Jens Keller trotz wiederholter Qualifikation für die Champions League nicht verlängert und der ging als "Lame Duck" in die Saison. Was dazu führte, dass er ständig kritisiert wurde... was Tönnies wiederum nicht verstehen konnte. Dass er die gesamte Situation mit einer Vertragsverlängerung hätte entschärfen können, hat er halt bis heute nicht verstanden.
Dass man halt so sehr von einer einzigen Person abhängig ist, zeigt halt auch, wie finster die Gesamtsituation auf Schalke ist. Oder anders ausgedrückt: Wenn Tönnies den Verein nicht retten kann, muss Vater Staat das halt machen.
Dazu kommen dann noch all die epischen Fehltritte beim Umgang mit den Fans während der Corona-Krise. Also man muss schon fragen, ob es überhaupt Möglichkeiten gibt sich als Verein schlechter zu präsentieren als Schalke in der Saison 2019/20. Und ja, das sage ich, obwohl der Hamburger SV existiert.
Die nächste völlig falsch eingeschätzte Episode ist ja, dass Schalke "als erste Mannschaft einen Salary Cap festlegt." Ähm... nein, tun sie nicht.
Also nur um das mal festzuhalten: Schalke legt einfach nur für sich eine Obergrenze von 2,5 Millionen Euro Jahresgehalt fest. Wer mehr verlangt, braucht gar nicht erst an den Verhandlungstisch kommen. Man gibt quasi vorher bekannt, was das Maximum ist, dass ein Spieler "fordern" kann. Keine gute Verhandlungsstrategie, aber wenigstens offen und ehrlich.
Hier ist das faszinierende: Jeder gut geführte Fußballverein hat so einen "Salary Cap". Also ich bin mir absolut sicher, dass zum Beispiel in Freiburg intern auch alle Beteiligten wissen, wo die absolute Schmerzgrenze für die Breisgauer liegt. Und ab welcher Summe der SC sagt: Da steigen wir aus den Verhandlungen aus, du musst dir einen anderen Verein suchen. Und wahrscheinlich liegt diese Grenze südlich von 2,5 Millionen. Aber das werden wir ja rauskriegen, wenn die die Schwolow Verhandlungen verfolgen...
Andere Verein wie RB Leipzig geben halt auch bei Timo Werners Vertragsverlängerung 2019 "absolut an unsere machbaren Grenzen" gegangen zu sein. Was auch nur bedeutet: Auch bei RB Leipzig gibt es den jetzt von Schalke angekündigten Salary Cap seit Jahren.
Die einzige Besonderheit in Gelsenkirchen ist, dass sie öffentlich und offiziell bekannt geben, dass sie ihre Schmerzgrenze gerade nach unten korrigiert haben. Wahrscheinlich deutlich nach unten korrigiert haben. Mit einem klassischen Salary Cap hat das aber gar nichts zu tun.
Und im wesentlich gibt man jetzt schon bekannt, dass Weston McKennie und Suat Serder demnächst verkauft werden müssen. Weil sie zu diesen Bedingungen kaum einen neuen Vertrag unterschreiben werden. Und man muss sich dann auch bewusst werden: Für 2,5 Millionen Euro Jahresgehalt wird man, trotz möglicher Ablösesummen, kaum neue Spieler von derselben Qualität verpflichten können. Was halt praktisch heißt: Die Mannschaft auf Schalke wird eher schlechter als besser. Was einem bei einer Serie von 16 Spielen ohne Sieg echt Sorgen machen muss.
Nebenbei dürfte diese öffentliche Haltung dazu führen, dass eine ganze Menge Spieler nicht mal mehr an der Verhandlungstisch kommen. Also der Fakt, dass einige aktuelle "Leistungsträger" mehr als die 2,5 Millionen verdienen... und abgesehen von einem Verkauf wird sich daran ja auch nichts ändern. Warum sollte also ein Spieler, der sich auf Augenhöhe mit Serdar sieht, weniger Gehalt als diese beiden bekommen?
Nebenbei fällt mir bei der Gelegenheit auf, dass dies alles nur Spekulationen sind, weil es keine belastbaren Zahlen gibt. Also ich berufe mich hierbei auf folgende "Analyse" vom englischsprachigen Transfermarkt.com, die Serdar und McKennie als Problemfälle des neuen Salarycaps nennen. Ob die schon mehr als 2,5 Millionen verdienen oder nur garantiert mehr als 2,5 Millionen verlangen werden, kann ich dabei nicht beurteilen.
Genau genommen gibt es genau einen Hoffnungsschimmer auf Schalke: Norbert Elgert. Und ja, auch der hat den ominösen "Trainerpreis des deutschen Fußballs" gewonnen. Er steht repräsentativ für die Jugendarbeit auf Schalke. Und auf die wird es jetzt noch mehr ankommen, als zuvor.
Die einzige realistische Chance für Schalke ist es halt sich buchstäblich am eigenen Schopf aus dem Schlamassel zu ziehen. Und zu hoffen, dass man den nächsten Mesut Özil, Julian Draxler und Beneditk Höwedes findet. Wenn einem dies nicht gelingt, wird es echt finster.
Aber wenn man dann realisiert, dass Schalke 8 Millionen Ablöse in Alexander Schwolow stecken will, anstatt einfach mal auf den immer noch am Verein hängenden Ralf Fährmann zu setzen. Und klar, Fährmann wird nicht der nächste Nationaltorwart, während man bei Nübel zumindest kurzfristig daran glauben konnte. Aber Spoiler: Auch Schwolow ist kein Torwart, der für die Nationalmannschaft interessant ist. Vielleicht ist der ein wenig besser als Fährmann. Durchaus möglich. Da Torhüter genau genommen immer auch von ihrer Defensive abhängig sind, ist das schwer zu beurteilen. Aber ich sag das mal so: Er ist keine 8 Millionen Euro Ablöse besser. Gerade wenn man wie Schalke kein Geld hat.
Also nur um das mal zu verdeutlichen: In dem stabilen Gesamtkonstrukt umd Robin Koch und Christian Günther war es vollkommen egal, ob Schwolow oder Mark Flekken im Tor standen. Beide sind die Notenbesten Spieler im Freiburger Kader. Und wenn Koch in diesem Sommer verkauft und nicht adäquat ersetzt wird, wird der Notenschnitt beider Torhüter einbrechen. Aber für so einen Torwart gebe ich als Schalke doch keine 8 Millionen Euro aus.
Warum Schalke immer noch nicht auf den grundsoliden Torhüter mit hoher Identifikation setzt, obwohl man doch genau das gerade braucht... bleibt halt eines dieser unlösbaren Schalke Rätsel. Und ich wage zu behaupten: Wenn man Fährmann reinstalliert und die 8 Millionen in halbwegs ordentliche Defensivspieler steckt, steht man besser da, als wenn man Serder verkauft um Schwolow zu finanzieren... So ein weiteres Mysterium ist Daniel Caligiuri, den man ja lieber "zappeln" lies, anstatt ihm ein vernünftiges Angebot zu machen. Aber auch das ist halt schwer zu beurteilen, wenn man nicht vor Ort dabei war. Aber wenn Augsburg Caligiuris Gehaltsforderungen erfüllen kann, Schalke aber nicht, ist das ein verdammt schlechtes Zeichen. Denn genau genommen stärkt man gerade ablösefrei einen designierten Konkurrenten. Ich bezweifle, dass das eine gute Strategie für die nächsten Jahre ist.
Und ja, dass Derby-Held Caligiuri lieber nach Augsburg geht als auf Schalke zu bleiben, zeigt, wie dramatisch die Lage gerade ist. Aber hey, für mich als zynischer Außenstehender könnte es großartig werden.
Montag, 29. Juni 2020
Die absurdesten Geschichten des letzten Spieltages
fanden ja eigentlich in Berlin und Bielefeld statt. Und es sind es positive Geschichten, die für die den Charakter der jeweiligen Vereine hervorheben. Auch wenn es eigentlich jeweils eine riesige Dummheit war.
Also vorher gingen ja die Gerüchte durchs Internet, dass beide Mannschaften den letzten Spieltag abschenken würden. So wie es der 1.FC Köln gemacht hat. Das faszinierende daran ist ja: Beide Mannschaften hätten praktisch davon profitiert, wenn sie einfach nur verloren hätten.
Also zunächst mal auf der ersten sportlichen Ebene: Eine Relegation Düsseldorf gegen Heidenheim würde die Perspektive auf den Klassenerhalt 2021 deutlich verbessern. Während eine Relegation Werder Bremen gegen den Hamburger SV dazu geführt hätte, dass nächstes Jahr garantiert eine Mannschaft, die vom Potenzial des Vereins nicht in die Abstiegsregionen gehört, in die Bundesliga kommt... oder dort bleibt. Also ja, als Union und Arminia willst du, dass Heidenheim aufsteigt oder Düsseldorf die Klasse hält. Denn du musst irgendwo nach dem nächsten Paderborn suchen, um deinen eigenen Klassenerhalt zu sichern.
Dazu kommt halt, dass dieser moralisch höchst achtenswerte Einsatz dem Verein praktisch Geld kosten wird. Denn Hamburg und Bremen stehen als Bundesligisten in der TV Gelder Tabelle jeweils vor Bielefeld und Düsseldorf. Wenn Werder in der Bundesliga bleibt, kostet das Bielefeld 2 Millionen Euro.
Die ganze Geschichte war dermaßen offensichtlich, dass sich Bielefelds Trainer Uwe Neuhaus öffentlich dazu äußern musste. Und versprochen hat, dass man alles geben würde um einen neuen Vereinsrekord zu erreichen. Im Gegensatz zu den Kölner, die vorher grob ähnliches versprochen haben, dieses Versprechen aber in keinster Weise auf den Rasen gebracht haben.
Und sein wir mal ganz kurz ganz ehrlich: Neben Schalke hat der 1.FC Köln sich in den letzten Wochen wie der Abstiegskandidat Nummer 1 für die nächste Saison präsentiert. Die haben quasi einen frühes Bewerbungsschreiben abgegeben. Und ja, die Kölner wären nicht die ersten, die die Vorsaison so austrudeln lassen und dann in der Neuen Saison nie wirklich durchstarten... Und auch wenn ich mich mit Manu Thiele in der Kommentarspalte gestritten habe, muss ich ihm ihm nach hinein recht geben: Genau genommen sollte man sich bei Markus Gisdol für die Stabilisierungsübungen als Feuerwehrmann bedanken, aber auch nicht vernachlässigen, dass man den Klassenerhalt stilecht mit 10 Spielen ohne Sieg gesichert hat... Was nur noch von Schalkes 16 Spiele ohne Sieg Serie getoppt wird.
Wenn ich dann noch Gisdols "Keinen Vorwurf an meine Mannschaft" Aussage nach dem Spiel höre... Also ich sag das mal so: Hoffentlich reagiert er intern anders. Denn einer Profimannschaft darf es eben nicht passieren, dass man in einem für die Konkurrenz elementaren Spiel eine Leistung am Rande der Wettbewerbsverzerrung abliefert. Also genau genommen genau die Leistung, die einige von den Bielefeldern "erwartet" hätten.
(Ich wollte an der Stelle nur mal erwähnen: Abgesehen von dem fehlenden Kroos Treffer, wurde dieser Verlauf genau so hier vorhergesagt... Just saying... Passives Abseits Leser wissen es halt früher.)
Man muss sich mal vor Augen führen: 2 Bundesligisten haben mit epischen Serien ohne Sieg die Klasse erhalten. Normaler Weise steigst du ab, wenn du in den letzten 10 Spielen keinen Sieg holst. Bei 16 Spielen sollte dies auf jeden Fall passieren. Also in jeder vernünftigen Liga. Aber in der besten Liga der Welt, reicht das halt.
Der Pessimist, der als Chefredakteur dieser Seite fungiert, drückt das mal so aus: Markus Gisdol wird die nächste Saison doch eh nicht als Cheftrainer überstehen. Jetzt müssen die Kölner sich halt fragen, ob sie mit einem neuen Hoffnungsträger und einem echten Plan in die Saison gehen... oder ob sie während der nächsten Saison auf den "Dead Coach Bounce" Effekt hoffen. Ich sag das mal so: Wenn der neue Hoffnungsträger nicht funktioniert, kann man ja immer noch alles auf die Karte Dead Coach Bounce setzen.
Wenn es nebenbei einen Fußballgott gibt, wird Köln nächste Saison eh die Quittung für ihre Leistungsverweigerung. Aber da der Fußballgott halt doch ein zynisches Arschloch ist, wird es Bielefeld und Union erwischen, während Köln dank einer Fehlentscheidung am letzten Spieltag Werder Bremen auf den Relegationsrang verweisen. Damit die endlich das von Davy Klaassen so herbeigesehnte Relegations-Derby bekommen. So als erste Vorhersage für die Neue Saison, die ich dann wieder auspacke, wenn sie sich wirklich bewahrheitet... und die sonst einfach nur verschwiegen wird.
Aber gerade wo ich auf den Fans von Union so viel rumgehackt habe und ständig behaupte, dass die aus ihrem Verein und ihrer Rolle mehr machen, als angebracht ist... wollte ich hier mal auch eine kleine Respektsbekundung im Kleingedruckten loswerden: Wie die Fans ihre Mannschaft auch vor dem Stadion unterstützt haben, war vorblidlich. Gerade wenn man die Szenen aus England oder um Pizarros Auto als Vergleich nimmt. Auch wenn die Feier zum Klassenerhalt wohl doch ein wenig aus dem Ufer gelaufen ist. Aber halt auch nicht annähernd so drastisch, wie andere Aktionen, die man so aus Berlin mitbekommen hat. Und auch wie sich der Verein selber auf dem Platz präsentiert hat, muss einfach mal gelobt werden. Denn wie man auf anderen Plätzen gesehen hat, ist das halt keine Selbstverständlichkeit.
Also vorher gingen ja die Gerüchte durchs Internet, dass beide Mannschaften den letzten Spieltag abschenken würden. So wie es der 1.FC Köln gemacht hat. Das faszinierende daran ist ja: Beide Mannschaften hätten praktisch davon profitiert, wenn sie einfach nur verloren hätten.
Also zunächst mal auf der ersten sportlichen Ebene: Eine Relegation Düsseldorf gegen Heidenheim würde die Perspektive auf den Klassenerhalt 2021 deutlich verbessern. Während eine Relegation Werder Bremen gegen den Hamburger SV dazu geführt hätte, dass nächstes Jahr garantiert eine Mannschaft, die vom Potenzial des Vereins nicht in die Abstiegsregionen gehört, in die Bundesliga kommt... oder dort bleibt. Also ja, als Union und Arminia willst du, dass Heidenheim aufsteigt oder Düsseldorf die Klasse hält. Denn du musst irgendwo nach dem nächsten Paderborn suchen, um deinen eigenen Klassenerhalt zu sichern.
Dazu kommt halt, dass dieser moralisch höchst achtenswerte Einsatz dem Verein praktisch Geld kosten wird. Denn Hamburg und Bremen stehen als Bundesligisten in der TV Gelder Tabelle jeweils vor Bielefeld und Düsseldorf. Wenn Werder in der Bundesliga bleibt, kostet das Bielefeld 2 Millionen Euro.
Die ganze Geschichte war dermaßen offensichtlich, dass sich Bielefelds Trainer Uwe Neuhaus öffentlich dazu äußern musste. Und versprochen hat, dass man alles geben würde um einen neuen Vereinsrekord zu erreichen. Im Gegensatz zu den Kölner, die vorher grob ähnliches versprochen haben, dieses Versprechen aber in keinster Weise auf den Rasen gebracht haben.
Und sein wir mal ganz kurz ganz ehrlich: Neben Schalke hat der 1.FC Köln sich in den letzten Wochen wie der Abstiegskandidat Nummer 1 für die nächste Saison präsentiert. Die haben quasi einen frühes Bewerbungsschreiben abgegeben. Und ja, die Kölner wären nicht die ersten, die die Vorsaison so austrudeln lassen und dann in der Neuen Saison nie wirklich durchstarten... Und auch wenn ich mich mit Manu Thiele in der Kommentarspalte gestritten habe, muss ich ihm ihm nach hinein recht geben: Genau genommen sollte man sich bei Markus Gisdol für die Stabilisierungsübungen als Feuerwehrmann bedanken, aber auch nicht vernachlässigen, dass man den Klassenerhalt stilecht mit 10 Spielen ohne Sieg gesichert hat... Was nur noch von Schalkes 16 Spiele ohne Sieg Serie getoppt wird.
Wenn ich dann noch Gisdols "Keinen Vorwurf an meine Mannschaft" Aussage nach dem Spiel höre... Also ich sag das mal so: Hoffentlich reagiert er intern anders. Denn einer Profimannschaft darf es eben nicht passieren, dass man in einem für die Konkurrenz elementaren Spiel eine Leistung am Rande der Wettbewerbsverzerrung abliefert. Also genau genommen genau die Leistung, die einige von den Bielefeldern "erwartet" hätten.
(Ich wollte an der Stelle nur mal erwähnen: Abgesehen von dem fehlenden Kroos Treffer, wurde dieser Verlauf genau so hier vorhergesagt... Just saying... Passives Abseits Leser wissen es halt früher.)
Man muss sich mal vor Augen führen: 2 Bundesligisten haben mit epischen Serien ohne Sieg die Klasse erhalten. Normaler Weise steigst du ab, wenn du in den letzten 10 Spielen keinen Sieg holst. Bei 16 Spielen sollte dies auf jeden Fall passieren. Also in jeder vernünftigen Liga. Aber in der besten Liga der Welt, reicht das halt.
Der Pessimist, der als Chefredakteur dieser Seite fungiert, drückt das mal so aus: Markus Gisdol wird die nächste Saison doch eh nicht als Cheftrainer überstehen. Jetzt müssen die Kölner sich halt fragen, ob sie mit einem neuen Hoffnungsträger und einem echten Plan in die Saison gehen... oder ob sie während der nächsten Saison auf den "Dead Coach Bounce" Effekt hoffen. Ich sag das mal so: Wenn der neue Hoffnungsträger nicht funktioniert, kann man ja immer noch alles auf die Karte Dead Coach Bounce setzen.
Wenn es nebenbei einen Fußballgott gibt, wird Köln nächste Saison eh die Quittung für ihre Leistungsverweigerung. Aber da der Fußballgott halt doch ein zynisches Arschloch ist, wird es Bielefeld und Union erwischen, während Köln dank einer Fehlentscheidung am letzten Spieltag Werder Bremen auf den Relegationsrang verweisen. Damit die endlich das von Davy Klaassen so herbeigesehnte Relegations-Derby bekommen. So als erste Vorhersage für die Neue Saison, die ich dann wieder auspacke, wenn sie sich wirklich bewahrheitet... und die sonst einfach nur verschwiegen wird.
Aber gerade wo ich auf den Fans von Union so viel rumgehackt habe und ständig behaupte, dass die aus ihrem Verein und ihrer Rolle mehr machen, als angebracht ist... wollte ich hier mal auch eine kleine Respektsbekundung im Kleingedruckten loswerden: Wie die Fans ihre Mannschaft auch vor dem Stadion unterstützt haben, war vorblidlich. Gerade wenn man die Szenen aus England oder um Pizarros Auto als Vergleich nimmt. Auch wenn die Feier zum Klassenerhalt wohl doch ein wenig aus dem Ufer gelaufen ist. Aber halt auch nicht annähernd so drastisch, wie andere Aktionen, die man so aus Berlin mitbekommen hat. Und auch wie sich der Verein selber auf dem Platz präsentiert hat, muss einfach mal gelobt werden. Denn wie man auf anderen Plätzen gesehen hat, ist das halt keine Selbstverständlichkeit.
Samstag, 27. Juni 2020
Rapid Worst of: War das der schlechteste letzte Spieltag aller Zeiten?
Also das es grausam werden würde, war ja abzusehen. Allein schon weil es kein einziges Spiel gab, in dem es für beide Mannschaften um etwas ging. Somit begann dann jedes Spiel mit der Frage: Wird der Gegner sich nochmal aufraffen oder einfach enttäuschen?
Borussia Dortmund wies da eindrucksvoll nach, dass sie eine Truppe haben, der es ziemlich egal ist, wie das Ergebnis aussieht, wenn es für sie um nichts mehr geht. Aber das war ja ein Bild, dass sich seit Wochen abgezeichnet hat. Und ja, Dortmund wird stilecht mit einem Sieg aus den letzten 3 Spielen Vize-Meister. Beste Liga der Welt.
Da die Bayern ihre Pflichtaufgabe sehr ernst genommen und wirklich die 100 Saisontore anvisiert haben, war das "Rennen um den späteren Saisonstart" praktisch um 15:37 erledigt. Also mit Andrej Kramarics ersten Streich. Ganz große Spannung.
Wie dann das Rennen um die Champions League Plätze künstlich spannend gemacht wurde... also zumindest in der Sportschau... war vollkommen albern. Als Borussia Mönchengladbach erzielte in der 7. Minute das Führungstor. Damit war es praktisch vollkommen egal, was auf den anderen Platz passiert. Und natürlich gönnten die sich einen extremen Chancenwucher, der durchaus hätte bestraft werden können. Aber hier ist das Problem: Ein 1:1 hätte denen gereicht. Eine Hertha, die insgesamt nur 5 Torschüsse abgab (und es wird ja quasi alles, was nicht direkt Richtung Eckfahne fliegt, als Torschuss gewertet, dies bedeutet NICHT; dass die Hertha 5 echte Torchancen hatte, aber dazu später mehr), hätte irgendwie 2 Tore erzielen müssen.
Also ja, das Rennen um die Champions League wurde um 15:36 praktisch entschieden. Noch vor dem Rennen um Platz 6.
Dann bleibt halt noch die ganz große Enttäuschung: Düsseldorfs Vorstellung bei Union und Kölns Leistungsverweigerung in Bremen. Man sollte an der Stelle mal festhalten, dass Bremen nur in die Relegation kam, weil Paderborn und Köln zum Saisonende komplett einbrachen und die sonst völlig hilflosen Werderaner auf 6 Punkte und 11 Tore kamen. Und alle "Wieso hat Werder nicht immer so gespielt?" Fragen müssen mit einem "Weil Werder das halt nur kann, wenn der Gegner keinerlei Widerstand leistet!" beantworten.
Und Düsseldorf hat sich bemüht. Offiziell 26 Torschüsse abgegeben. Das klingt beeindruckend. Aber hier ist das Problem: Torhüter Rafael Gikiewicz musste nach dem 0.2 eine wirkliche Parade zeigen. Also hier als kurze Gegenperspektive zu den 26 Torschüssen der Kicker-Ticker Arbeitsnachweis des Union-Keepers: In Minute 36 faustet er "den aufs Tor gezogenen Freistoß mit beiden Händen weg". In Minute 49 macht er "das kurze Eck dicht, muss aber nicht eingreifen." In Minute 59 ist ein Freistoß von Thommy "eine leichte Beute". Und dann musste Gikiewicz sich in der 74. Minute ein Mal tatsächlich "lang machen" um den Ball zur Ecke abzuwehren. Und das war's. Häufiger wird der Torhüter im Ticker nicht erwähnt.
Und das, obwohl die Fortuna zu einem verzweifelten Sturmlauf ansetzte. Also das sollte eigentlich eines dieser Spiele sein, in dem man als Torhüter berühmt geschossen wird und hinter ganz Düsseldorf einen hasst, weil man eigenhändig den Abstieg besiegelt hat...
Erik Thommys Leistung ist nebenbei das perfekte "Er hat sich bemüht" Zeugnis. Er hat alles versucht, muss sich keine Vorwürfe machen... aber man war halt gerade an diesem entscheidenden Spieltag einfach nicht gut genug. Und klar, ein Tor aus der Kategorie "Kacktor des Monats" kann immer mal durchrutschen. Deswegen bin ich ja auch großzügig und lege 16:42 als Schlusspunkt des Abstiegskampfes fest. Von diesem Moment an war einem als neutraler Beobachter eigentlich klar, dass Düsseldorf keine 2 Tore mehr schießt. Und dann wurde einem bewusst, dass ab 16:44 2 Tore ja nicht mal reichen würden, sondern dass man 3 Buden braucht um die Klasse zu halten.
Das hat halt auch aus dem Schützenfest in Bremen jegliche Spannung genommen. Also wenn man sich mal anguckt, wie entspannt Marco Bode und Co grinsend auf der Tribüne saßen... die konnten ab 16:44 für die Relegation planen.
Das ist natürlich auch einfach nur dumm gelaufen. Also die Konstellation vorher war schon bescheiden. Aber wenn es halt in Berlin bis zur 80. Minute 0:0 steht... dann sitzen die paar Offiziellen schwitzend in den Stadien und selbst der neutrale Fußball Fan kaut auf seinen Fingernägeln.
So war es halt ein Saisonfinale, bei dem man aufpassen musste, dass man nicht einschläft. Und zwar kollektiv auf allen Plätzen.
Ich würde mal spontan behaupten, dass es noch nie einen letzten Spieltag gab, an dem sich in der "Blitztabelle" das letzte Mal um 15:56 (oder in der 26. Spielminute) etwas verschoben hat. Danach war die wie in Stein gemeißelt. Es war ja noch nicht mal eng, sondern es hätte eine Mannschaft mindestens 2 Tore erzielen müssen, damit sich da etwas ändert.
Und natürlich ist die Blitztabelle trotzdem immer wieder eingeblendet worden um in den Konferenzen von Sky oder der Sportschau künstlich Spannung zu generieren. Aber diese Blitztabellen kamen dann immer mit einer "Jetzt muss Düsseldorf noch 2 Tore schießen" Erklärung. Anders ausgedrückt: Man hätte sich die Einblendung auch sparen können, weil Düsseldorf auch in 270 Minuten keine 2 Tore erzielt hätte...
Und wie immer sitze ich nach einer absolvierten Bundesliga Saison da und denke mir: "Schlimmer kann es eigentlich nicht werden..." Vielleicht behalte ich ja dieses Mal recht...
Borussia Dortmund wies da eindrucksvoll nach, dass sie eine Truppe haben, der es ziemlich egal ist, wie das Ergebnis aussieht, wenn es für sie um nichts mehr geht. Aber das war ja ein Bild, dass sich seit Wochen abgezeichnet hat. Und ja, Dortmund wird stilecht mit einem Sieg aus den letzten 3 Spielen Vize-Meister. Beste Liga der Welt.
Da die Bayern ihre Pflichtaufgabe sehr ernst genommen und wirklich die 100 Saisontore anvisiert haben, war das "Rennen um den späteren Saisonstart" praktisch um 15:37 erledigt. Also mit Andrej Kramarics ersten Streich. Ganz große Spannung.
Wie dann das Rennen um die Champions League Plätze künstlich spannend gemacht wurde... also zumindest in der Sportschau... war vollkommen albern. Als Borussia Mönchengladbach erzielte in der 7. Minute das Führungstor. Damit war es praktisch vollkommen egal, was auf den anderen Platz passiert. Und natürlich gönnten die sich einen extremen Chancenwucher, der durchaus hätte bestraft werden können. Aber hier ist das Problem: Ein 1:1 hätte denen gereicht. Eine Hertha, die insgesamt nur 5 Torschüsse abgab (und es wird ja quasi alles, was nicht direkt Richtung Eckfahne fliegt, als Torschuss gewertet, dies bedeutet NICHT; dass die Hertha 5 echte Torchancen hatte, aber dazu später mehr), hätte irgendwie 2 Tore erzielen müssen.
Also ja, das Rennen um die Champions League wurde um 15:36 praktisch entschieden. Noch vor dem Rennen um Platz 6.
Dann bleibt halt noch die ganz große Enttäuschung: Düsseldorfs Vorstellung bei Union und Kölns Leistungsverweigerung in Bremen. Man sollte an der Stelle mal festhalten, dass Bremen nur in die Relegation kam, weil Paderborn und Köln zum Saisonende komplett einbrachen und die sonst völlig hilflosen Werderaner auf 6 Punkte und 11 Tore kamen. Und alle "Wieso hat Werder nicht immer so gespielt?" Fragen müssen mit einem "Weil Werder das halt nur kann, wenn der Gegner keinerlei Widerstand leistet!" beantworten.
Und Düsseldorf hat sich bemüht. Offiziell 26 Torschüsse abgegeben. Das klingt beeindruckend. Aber hier ist das Problem: Torhüter Rafael Gikiewicz musste nach dem 0.2 eine wirkliche Parade zeigen. Also hier als kurze Gegenperspektive zu den 26 Torschüssen der Kicker-Ticker Arbeitsnachweis des Union-Keepers: In Minute 36 faustet er "den aufs Tor gezogenen Freistoß mit beiden Händen weg". In Minute 49 macht er "das kurze Eck dicht, muss aber nicht eingreifen." In Minute 59 ist ein Freistoß von Thommy "eine leichte Beute". Und dann musste Gikiewicz sich in der 74. Minute ein Mal tatsächlich "lang machen" um den Ball zur Ecke abzuwehren. Und das war's. Häufiger wird der Torhüter im Ticker nicht erwähnt.
Und das, obwohl die Fortuna zu einem verzweifelten Sturmlauf ansetzte. Also das sollte eigentlich eines dieser Spiele sein, in dem man als Torhüter berühmt geschossen wird und hinter ganz Düsseldorf einen hasst, weil man eigenhändig den Abstieg besiegelt hat...
Erik Thommys Leistung ist nebenbei das perfekte "Er hat sich bemüht" Zeugnis. Er hat alles versucht, muss sich keine Vorwürfe machen... aber man war halt gerade an diesem entscheidenden Spieltag einfach nicht gut genug. Und klar, ein Tor aus der Kategorie "Kacktor des Monats" kann immer mal durchrutschen. Deswegen bin ich ja auch großzügig und lege 16:42 als Schlusspunkt des Abstiegskampfes fest. Von diesem Moment an war einem als neutraler Beobachter eigentlich klar, dass Düsseldorf keine 2 Tore mehr schießt. Und dann wurde einem bewusst, dass ab 16:44 2 Tore ja nicht mal reichen würden, sondern dass man 3 Buden braucht um die Klasse zu halten.
Das hat halt auch aus dem Schützenfest in Bremen jegliche Spannung genommen. Also wenn man sich mal anguckt, wie entspannt Marco Bode und Co grinsend auf der Tribüne saßen... die konnten ab 16:44 für die Relegation planen.
Das ist natürlich auch einfach nur dumm gelaufen. Also die Konstellation vorher war schon bescheiden. Aber wenn es halt in Berlin bis zur 80. Minute 0:0 steht... dann sitzen die paar Offiziellen schwitzend in den Stadien und selbst der neutrale Fußball Fan kaut auf seinen Fingernägeln.
So war es halt ein Saisonfinale, bei dem man aufpassen musste, dass man nicht einschläft. Und zwar kollektiv auf allen Plätzen.
Ich würde mal spontan behaupten, dass es noch nie einen letzten Spieltag gab, an dem sich in der "Blitztabelle" das letzte Mal um 15:56 (oder in der 26. Spielminute) etwas verschoben hat. Danach war die wie in Stein gemeißelt. Es war ja noch nicht mal eng, sondern es hätte eine Mannschaft mindestens 2 Tore erzielen müssen, damit sich da etwas ändert.
Und natürlich ist die Blitztabelle trotzdem immer wieder eingeblendet worden um in den Konferenzen von Sky oder der Sportschau künstlich Spannung zu generieren. Aber diese Blitztabellen kamen dann immer mit einer "Jetzt muss Düsseldorf noch 2 Tore schießen" Erklärung. Anders ausgedrückt: Man hätte sich die Einblendung auch sparen können, weil Düsseldorf auch in 270 Minuten keine 2 Tore erzielt hätte...
Und wie immer sitze ich nach einer absolvierten Bundesliga Saison da und denke mir: "Schlimmer kann es eigentlich nicht werden..." Vielleicht behalte ich ja dieses Mal recht...
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