Mittwoch, 9. September 2015

"Das Geld regiert im Fußball"

"und da das meiste Geld in England ist..." sind die trotzdem nicht gut...
Und ja, wenn man sich die Bilanz der letzten Jahre so anguckt... dann liegt die Macht des Fußballs nicht in England. Weder auf Nationalmannschafts- noch auf Vereinsebene Und noch viel schlimmer: Geld wird das auch nicht ändern. Das Geld kompetent ausgeben wiederum...

Und ja, solange die Premiere League nur "unsere Spieler" abwirbt... und dafür auch noch absurde Summen ausgibt... anstatt sich mal zu erkundigen, ob man die wirklich wichtigen Leute mal auf die Insel locken könnte... und damit meine ich noch nicht mal Jürgen Klopp oder Pep Guardiola.

Und die völlig absurden Summen landen ja in der Bundesliga. Und werden dort von diesen cleveren Leuten wieder investiert. Und ja, ich denke an Christian Heidel, der das als erster erkannt und ausgesprochen hat.

Um mal kurz die Relationen zu klären: Chelsea London mit ihrem von Rainer Calmund im Nebensatz gelobten Nachwuchsleistungszentrum muss 20 Millionen ausgeben um einen Spieler wie Abdul Rahman Baba zu verpflichten. Für die Bundesliga ist es überhaupt kein Problem solche Spieler auszubilden. Für solche Spieler geben wir nur 1/10 der Ablöse aus. Und ich will Baba ja gar nicht schlecht reden... aber dass der jetzt weg ist, ist für die Liga als ganzes kein Verlust. Weil wir unsere Ausbildungszentren und Scoutingabteilungen auch vernünftig nutzen.

Wenn es einen Spieler gibt, den man als Verlust bezeichnen könnte... dann Kevin de Bruyne. Aber jetzt kommt's: Selbst de Bruyne macht Manchester City nicht entscheidend besser. Die haben halt schon Jesus Navas, David Silva, Raheem Sterling und Fernandinho in ihrem Mittelfeld... und spielen gleichzeitig mit Martin Demichelis und Vincent Kompany in der Innenverteidigung... wenn die 80 Millionen in ihre Innenverteidigung gesteckt hätten... Aber da sind wir ja wieder bei der Kompetenz... Und Man City hortet seit Jahren planlos Offensivspieler für absurde Summen... Weil die halt das Spielzeug eines Scheichs sind, der keinen wirklichen Plan von Fußball hat... und der auch nicht versteht, dass zu viele Offensivspieler dir irgendwann Schaden. Weil entweder keiner seine Beste Form erreicht oder die Hälfte des Kaders unzufrieden ist.
Und ja, in der optimistischen Sichtweise ist de Bruyne Deutschlands Fußballer des Jahres. In der pessimistischen ist er bei Chelsea London gescheitert, weil er nicht gut genug für die Champions League ist. Und ja, er muss erst noch nachweisen, dass er auf diesem Niveau und konstant gute Leistungen zeigen kann...

Ganz ehrlich: Lass die Premiere League doch mit Geld um sich schmeißen. Das schadet uns nicht. Der einzige Verein, der sich wirklich sorgen machen muss, ist Bayern München. Und die können sich sagen: Wer wirklich unbedingt zu einem Verein wechseln will, bei dem er schlechtere Chancen auf den Champions League Titel hat, weil es da mehr Geld gibt... dann brauchen die Bayern mit ihrem "mia san mia" diesen Spieler auch einfach nicht.
Alle anderen Vereine... konnten auch ohne den neuen TV Vertrag nicht mit den Vereinen von der Insel mitbieten. Und ja, wem es nur ums Geld ging, der wechselt seit 20 Jahren nach England. Lass die doch...

Das dümmste was uns jetzt passieren kann, ist... in Panik zu verfallen. Und uns den Salamispieltag der Spanier anzueignen, weil das 20 Millionen mehr bringt.
Und noch viel schlimmer: Wir müssen ans 50plus1. Wir brauchen Investoren. Weil die Investoren ja so verdammt viel gebracht haben... sei haben genau einen Verein nach ganz oben gebracht: Chelsea London. Und das ist ein absoluter Glücksfall (für den Verein). Und nebenbei kein Investor sondern ein gelangweilter Oligach.
Die meisten Investoren... werden sich eher so anstellen, wie der Ishmaik bei 1860 München. Und ja, der ist das ultimative Gegenargument: Glaubt ihr wirklich, dass es der Liga besser geht, wenn wir mehr DAVON bekommen?
Vor allem: Die meisten Investoren suchen ja kein Hobby... sondern nach Möglichkeiten Geld zu verdienen. Ihr könnt mal bei United of Manchester nachfragen, wie das mit der Glazer-Familie gelaufen ist. Falls ihr das verpasst habt: Malcom Glazer hat ein Darlehen aufgenommen um die Aktien des Vereins zu kaufen und dieses Darlehen dann auf den Verein übertragen. Und auf ein Mal zahlte Manchester United 80 Millionen Pfund Zinstilgung im Jahr aufbringen muss. Ja, Manchester muss den Kredit mit dem sie erworben worden sind selber zurückzahlen. Und ja, alles was ihr braucht um einen englischen Fußballverein zu kaufen, ist eine Bank, die euch einen Milliardenkredit zur Verfügung stellt. Solche Machenschaften brauchen wir in der Bundesliga auch unbedingt.

Die Bundesliga ist derzeit die gesündeste aller europäischen Ligen. Sie hat moderne und volle Stadien (dank der WM 2006... oh und das Böllenfalltor, für das man als einziges keinen Namenssponsor finden wird). Diese Stadion sind auch immer gut gefüllt, die Stimmung in den Stadien ist super. Sie liegt im wirtschaftlich robustesten Land Europas, was ihr die Möglichkeit gibt auch ohne solch groteske Persönlichkeiten wie Mister Bean zu funktionieren. Sie beherbergt derzeit eine der (würg) 3 besten Vereinsmannschaften der Welt. Oh und (nochmals würg) die beste Nationalmannschaft der Welt. Da hinter haben wir eine sehr gesunde und sehr breit aufgestellte Spitzengruppe. Von denen kann zwar (gerade) keiner Meister werden... aber 2 Jahre in Folge qualifizierten sich alle 4 Champions League Starter fürs Achtelfinale. Das ist auch eine Bilanz, die sonst keiner erreicht (auch wenn Borussia Mönchengladbach diese Serie dieses Jahr durchbrechen wird...). Das fußballerische Niveau ist auch bei den offiziell schlechteren Mannschaften hoch. Die Gehälter werden pünktlich bezahlt (und da man nicht am Tropf einzelner Personen und Launen hängt, ist auch sicher gestellt, dass diese Gehälter auch nächstes Jahr noch kommen.) Einzelne Vereine (wie hald die Gladbacher oder vorher die Dortmunder) können einen natürlichen und gesunden Wachstum durchmachen (der am Ende sogar ins Champions League Finale führen kann).
Der gemeine Deutsche ist in der Lage sich am Samstag abend eine kompakte und fast komplette Zusammenfassung des Spieltages zu gönnen... und er muss dafür nur die GEZ Gebühren bezahlen (Warte, macht das die ARD zu einem Pay Per View Kanal?)

Das sind Dinge, um den uns der Rest Europas beneidet. Weil sie mindestens 3 dieser Dinge für sich nicht beanspruchen können. Und es gib überhaupt keinen Grund jetzt aus reiner Panik daran irgendetwas zu ändern. Im Gegenteil: Langfristig würde dies die Liga eher schwächen als stärken.

Dienstag, 8. September 2015

Manchmal ist es doch echt schön

wie sich unsere Experten selbst entblößen...

Aktuellstes Beispiel: Der Trainer im extrem-Vorruhestand: Mehmet Scholl...

Und ja, man kann über seine "Laptop-Trainer" Theorie durchaus streiten. Und ja, derzeit übertreiben wir es mit der Fokussierung auf die taktischen Konzepte. Vor allem wenn man bedenkt, dass 89% der Trainer gefühlt dasselbe haben: "Wir wollen hoch verteidigen, Druck auf den Gegner ausüben und schnell umschalten."

Aber das eine wirklich relevante ist: Die guten Trainer haben mit diesen Konzepten Erfolg. Jürgen Klopp, Thomas Tuchel, Pep Guardiola, Markus Weinzierl und Co verpassen ihrer Mannschaft eine klare taktische Handschrift, die man auf dem Feld auch sofort wieder erkennt. Und deswegen sind diese Trainer begehrt.

Mehmet "Man muss auf die Menschen achten" Scholl dagegen... war mal Trainer bei Bayern München II... bis er dort wegrationalisiert wurde. Und seit dem... war er genau genommen nirgends im Gespräch. Es gibt gute Gründe warum selbst Schalke sich eher Andre Breitenreiter holt, als mit Scholl zu reden.

Ich bezweifele ernsthaft, dass die Manager der Profiligen Scholl überhaupt als Trainer wahrgenommen wird... Und das liegt auch an seiner Expertenleistung in der ARD...
Kommen wir damit zum eigentlichen: Es ist ja echt toll, dass wir bei unseren Länderspielen einen Experten haben, der so toll aufs menschliche achten will... Der kann dann den Disput zwischen 2 Nationalspielern, die beide einen Freistoß ausführen wollen, bestimmt voll toll aufschlüsseln...

Aber mir Fußball erklären... Könnt ihr euch noch an die ursprünglichen Laptop Trainer erinnern? Ralf Rangnick und Kloppo? Die sind in die Fernsehstationen gegangen und haben uns Fußball erklärt. Da hatte man wirklich das Gefühl, dass man beim Zugucken ein besserer weil intelligenterer Fußballer wird.

Scholl dagegen... sagt so Sachen wie "Ich hatte zwischendrin Angst, dass er sich wund gelegen hat, dass man ihn wenden muss" über Mario Gomez... klar, dass ist sogar fast witzig... aber als Trainer, der aufs Zwischenmenschliche achten wollte... kann man da Menschen öffentlich so (vor allem unsachlich) kritisieren?

Und geht mal ganz ehrlich in euch: Wann hat Mehmet Scholl das letzte mal eine Analyse abgeliefert, bei der ihr euch gedacht habt: Oh, da hat er Recht, das ist mir aber beim selber gucken gar nicht aufgefallen... Oder gar ein Oh, so funktioniert das... Aber er gibt ja selber zu, da gar nicht so sehr drauf achten zu wollen...

Das wirklich lustige an Scholls Wutrede ist ja folgende Aussage: "Die haben selbst nie oben gespielt und auch keine Ahnung, wie ein Profi auf höchstem Niveau tickt." Was er dabei vergisst: Er ist nur in seiner Position, weil er früher mal auf höchstem Niveau gekickt hat. Also mehr oder weniger, meistens war er ja verletzt. Aber Scholls derzeitige Karriere basiert nur darauf, dass er mal Bayern-Spieler war (schließlich waren das die einzigen, die ihm einen Trainerposten angeboten haben) und das wir sein Gesicht wieder erkennen.

Ein Scholl sollte sich dessen mal bewusst werden. Und er sollte die Leistungen der Zornigers mal anerkennen. Denn als Trainer ohne diese Vorschusslorbeeren auf dieses Niveau zu kommen ist per se erst Mal eine herausragende Leistung. Und ein Zorniger musste sich wesentlich intensiver mit den Details des Sports (und ja, auch mit der Menschenführung) auseinander setzen um auf das Niveau zu kommen, dass einem Scholl quasi geschenkt worden ist. Gut, für sein Lebenswerk als Fußballer geschenkt worden (wir wollen nicht so tun, als hätte Scholl sich 15 Jahre lang gar nicht mit dem Fußball beschäftigt und seinen Posten jetzt, weil er der Sohn von Dietmar Hopp ist...), aber er hat seit dem nichts geleistet, was seine Stellung als Chef-Kritiker rechtfertigen würde...

Und ja, selbst mein ehemaliges Lieblingsfeindbild Günter Netzer... War erst ein verdammt erfolgreicher Manager... beim Hamburger SV... Ja, das ging mal... und hat die als Funktionär bis zum Landesmeisterpokal gemanagt... Netzer hat erst nachgewiesen, dass er sowohl als Spieler als auch als leitender Angestellter Fußball verstanden hat, bevor er sich auf das Ruhekissen "Chefkritiker" gesetzt hat. Scholl hat in seiner Karriere nach der Karriere nichts vergleichbares Vorzuweisen, glaubt aber trotzdem, dass er auch als Trainer über anderen steht... die de facto aber (im Gegensatz zu ihm) schon mal Herrenmannschaften trainiert haben... sogar erfolgreich...

Montag, 7. September 2015

Schaffen die das wirklich?

Die Niederlande steht vor einer eigentlich unmöglichen Errungenschaft. Eine Leistung, die so absurd ist, dass man gar nicht in Worte fassen kann, wie dämlich sie sich anstellen müssen: Ohne Holland fahren wir zur EM...

Nur um mal festzuhalten wie absurd das ist: Das letzte Mal haben sich die Engländer so dumm angestellt, dass sie das große kontinentale Turnier verpasst haben. Und für diejenigen, die verpasst haben, wie dumm die sich dafür anstellen mussten...

Memo an Garry Neville: Man spielt den Rückpass immer leicht neben das Tor...

Das viel lustigere an diesem Scheitern war allerdings... Michel Platinis Reaktion: Wenn sich die großen Nationen zu dumm anstellen, helfen wir denen halt ein bisschen. Man kann sich ja nicht immer auf ein Handspiel verlassen. Und ja, dass in Österreich und der Schweiz "einige große Mannschaften" fehlten und deswegen das Teilnehmerfeld erweitert werden muss, ist ein Platini Zitat.

Lustiger Weise reagiert die Niederlande anscheinend als einziger auf Christian Seiferts Aufruf, einfach mal nicht mitzuspielen. Die werden sich am Ende irritiert umgucken und fragen "Wie jetzt, wir waren die einzigen, die das durchgezogen haben? Das hatten wir doch anders abgesprochen..."

Das wirklich absurde am derzeitigen Modus: Trotz 4 Niederlagen haben die noch eine Chance auf die EM Teilnahme... Auch wenn es verdammt eng wird. Schließlich liegen sie 2 Punkte hinter der Türkei. Und sie spielen noch gegen Kasachstan und Tschechien. Am Ende sind die Tschechen und die Isländer das Zünglein an der Waage. Wenn die clever sind... verlieren sie einfach gegen die Türken, schließlich sind beide schon uneinholbar vorne. Und wenn die Türken beide Spiele gewinnen, fliegt einer der eigentlich größten Konkurrenten um den Titel "Vorrundeneuropameister" bereits in der Qualifikation raus...

Und ja, die Qualifikation ist genau dazu verkommen: Dass sich jetzt 2 Nationen fragen müssen, ob es nicht cleverer wäre, wenn sie einfach mal ein Spiel verlieren.
Noch wahrscheinlicher ist es Allerdings, dass die Niederlande nicht in der Lage ist Kasachstan zu schlagen...
Vor allem... sollten die beiden Länder (und Kasachstan) das mal strategisch betrachten... wenn Holland sich nicht für die EM qualifiziert... wird Platini sich das Teilnehmerfeld angucken und sich denken: Irgendwie fehlen da einige große Nationen... wie Bosnien Herzegowina... die sind immerhin WM Teilnehmer... und Schottland... die haben immerhin damals die ersten Länderspiele absolviert... Solche Flaggschiffe braucht man doch bei einer EM... und Holland halt.

Ernsthaft: Wir sollten alle hoffen, dass Holland die Kurve noch kriegt... und die nötige Hilfe der Isländer... sonst erweitert Platini als nächstes das Teilnehmerfeld der EM auf 32 Mannschaften... Damit er sich sicher sein kann, dass wirklich alle großen an der EM teilnehmen...

Freitag, 4. September 2015

Warum ist es eigentlich so schwer, gute Außenverteidiger zu finden?

Die Frage erscheint erstaunlich berechtigt. Schließlich geht es den meisten Bundesligisten wie der deutschen Nationalmannschaft: Sie hangeln sich von einer Notlösung zur nächsten. Und völlig absurder Weise machen dann irgendwelche Hilfskräfte den ach so schwierigen Job.
Und ja, die eigentlich schon aussortierten Roberto Hilbert und Sascha Riether spielen inzwischen bei Topteams... und das nur, weil sie sich auf die Außenverteidiger-Position spezialisiert haben und nicht etwa weil sei gut sind...

Das Problem an den Außenverteidigern: Sie müssen wie einer Eier legende Wollmilchsau sein. Zumindest wenn man sich die Jobbeschreibung durchliest.
Ein guter Außenverteidiger muss
- stark im direkten Zweikampf am Boden sein. Schließlich muss er ständig die Dribblings der Robbens und Riberys unterbinden.
- ein sicheres Passspiel besitzen, schließlich ist der Außenverteidiger oftmals eine der ersten Anspielstationen im Spielaufbau.
- ziemlich Pressingresistent sein, da die Bundesliga derzeit eine extreme Pressingliga ist. Und die Zone der Außenverteidiger am einfachsten zuzustellen ist.
- Ein hohes Maß an taktischem Verständnis mitbringen. Schließlich musst du innerhalb von Sekunden feststellen, ob das jetzt der richtige Moment ist um sich ins Offensivspiel einzuschalten.
- Eine Spitzenathletik mitbringen. Schließlich brauchst du die Ausdauer und den Antritt um von Grundlinie zu Grundlinie zu kommen.
- Ein ordentliches Kopfballspiel mitbringen, da du oftmals nach innen einrückst, wenn der Angriff über die Gegenseite aufgezogen wird.

Oder anders ausgedrückt: Er muss alles können, was ein defensiver Mittelfeldspieler auch können muss... nur halt mit einem auf 180 Grad beschränkten Horizont... denn im Gegensatz zum Zentrum hast du ja eine Außenlinie, die dein Spielfeld extrem eingrenzt.

Und ja, da haben wir auch schon die Antwort auf die eingangs gestellte Frage: Weil die Leute, die die Voraussetzungen mitbringen im Alter einen richtig guten Außenverteidiger abzugeben, in der Jugend doch meistens ins Zentrum gezogen werden.

Klingt übertrieben? Ist es aber nicht. Guckt euch mal die Karriere der Außenverteidiger an. Bei den beiden besten hat ein gewisser Pep Guardiola einfach mal festgestellt, dass die im Zentrum viel besser aufgehoben wären und auf der Außenverteidigerposition eigentlich verschwendet sind: Phillip Lahm und David Alaba sind mittlerweile weit mehr als einfache Defensivleute.

Aber guckt euch mal die Karrieren von "Normalsterblichen" an... Conzalo Castro, Eme Can, Sebastian Rudy, Dennis Aogo, Christian Träsch, Christian Schulz, Marco Höger, Sebastian Rode und als aktuelles Beispiel Matthias Ginter verbrachten alle ihre "Lehrjahre" auf der Außenbahn... bevor sie irgendwann (Teilweise, im Fall von Träsch völlig überraschend) ins Zentrum ziehen wollten. Und wenn sie schon nicht zu Defensiven Mittelfeldspielern werden können, so wollen sie doch wenigstens Innenverteidiger werden wie Benedikt Höwedes, Antonio Rüdiger und ein Sergio Ramos.
Ein Kevin Großkreutz ging den entgegengesetzten Weg: Als die Dortmunder ihren Kader so weit aufgerüstet hatten, dass er "nur noch" der 6. oder 7. beste Mittelfeldspieler war, wurde er zum Außenverteidiger umfunktioniert. Und das funktionierte wunderbar.

Die Sache ist ja auch logisch: Wie schon erwähnt halbiert die Außenlinie ja deinen Wirkungs- und Einflussbereich. Und ja, das macht es erst mal genau genommen wesentlich einfacher als Außenverteidiger zu starten. Dazu kommt: Fehler auf den Außen sind eher zu verzeihen als Fehler im Zentrum. Weil der Weg zum Tor halt kürzer ist... oder der Winkel ungünstiger... Deswegen stellst du halt im Zweifelsfall eher den Großkreutz als Aushilfsaußenverteidiger auf als einen Nuri Sahin...

Das Problem ist aber auf der nächsten Ebene: In jeder Jugendmannschaft hast du vielleicht 2-3 Leute, die es wirklich zum Bundesligaprofi schaffen werden. Und die Leute, die dieses Potential besitzen, stellst du mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ins Zentrum. Die logische Konsequenz: Es werden haufenweise Defensive Mittelfeldspieler ausgebildet, aber kaum Außenverteidiger. Was ja durchaus auch sinnvoll ist. Schließlich macht es wenig Sinn die höher talentierten Schüler mit dem de facto einfacheren Aufgaben zu unterfordern, auch wenn sie die später (für ein paar Jahre) mal ausüben müssen...

Die wirklich spannende Frage ist aber: Was fange ich als Junger Spieler mit dieser Information (die mir mein Berater vielleicht mal geben sollte) an?
Nehmen wir mal die prominenten Beispiele aus München: Dort gab es gerade die gerade zu skandalöse Entwicklung, dass die Bayern ihre jungen und talentierten Mittelfeldspieler in die 2. Mannschaft geschickt haben. Und Pierre-Emille Höijbjerg nach Schalke verscherbelt wurde.

Gleichzeitig hat ein Rafinha jetzt schon 2 benotete Saisonspiele in seinem Leistungsnachweis stehen. Und ja, es gibt einen einzigen Grund, warum Rafinha auf diese Spiele kommt: Er ist einer dieser wenigen Sonderfälle: Ein echter gelernter Außenverteidiger. Und davon gibt es halt so wenige, dass man noch nicht mal internationale Klasse darstellen muss um bei den Bayern auf seine Einsätze zu kommen.

Wenn ich jetzt Joshua Kimmich oder Gianluca Gaudino wäre... mir das Überangebot der Bayern im Mittelfeld angucke... und gleichzeitig sehen, wie viele Spiele Rafinha letzte Saison absolviert hat... natürlich nicht die wirklich relevanten, da hat Pep Guardiola dann doch lieber auf Lahm gesetzt... aber die relativ belanglosen, die man auch mit einem Rafinha locker gewinnt... und da gibt es für die Bayern überraschend viele von...
Da würde ich doch mal mit meinem Berater zu meinem Cheftrainer gehen... und gemeinsam mit Hermann Gerland erörtern, ob ich mich nicht zum Außenverteidiger "weiterbilden" lasse... dass dann ein halbes Jahr in der 2. Mannschaft spiele, danit ich dann im Winter in diesen belanglosen Bundesligaspielen die Rolle von Rafinha übernehmen kann. Dann würde ich die ach so wichtige Spielpraxis auf höchstem Niveau ja doch noch bekommen... und wenn Lahm in den Ruhestand geht, bin ich dann so weit ins Zentrum zu ziehen und kann den Platz an den nächsten Jungstar vererben.

Und ja, der einfachste Weg in die erste Elf der Bayern ist über die Rechtsverteidiger-Position. Genau genommen ist sogar jede Minute, die Rafinha da spielt, eine Verschwendung, da die Bayern diese Möglichkeiten nutzen könnten um wesentlich talentiertere Spieler an die Bundesliga und spätere höhere Aufgaben zu gewöhnen.
Es muss halt nur mal jemand erkennen, dass quasi jeder gute defensive Mittelfeldspieler genaugenommen auch ein guter Außenverteidiger sein muss...
Warte, warum gebe ich den Bayern eigentlich gerade Tipps, wie die ihre eh schon hervorragende Mannschaft weiter verbessern? Ich nehme alles zurück. Rafinha ist die Ideallösung für die Bayern und sollte auch in den wirklich wichtigen Spielen in der Startelf stehen!!!

Donnerstag, 3. September 2015

Toni Kroos spricht eine unangenehme Wahrheit aus.

Könnt ihr euch noch an den Sommer erinnern? Als fußballtechnisch so gar nichts ging und wir uns für die U21 EM begeistern mussten?
Damals wollten sie uns den Wettbewerb spannend reden. Und es hieß, dass alle Jungstars die noch nicht definitiv bei Jogi Löw festgespielt sind, dort antreten mussten... anstatt sagen wir mal Urlaub zu machen.
Was wiederum dazu führte, dass das Turnier sein eigentliches Ziel verfehlte: Junge, noch nicht vollends etablierte Profis weiterzubilden. Einen Maximilian Arnold, der beim VfL Wolfsburg noch nicht den endgültigen Durchbruch geschafft hat, hätte dieses Turnier voll viel bringen können. Er wäre zum ersten Mal bei einem derart wichtigen Turnier ein Stamm- und Führungsspieler. Stattdessen fragte er sich hinterher wahrscheinlich, warum er auf seinen Sommerurlaub verzichtete, nur um 4 mal 90 Minuten auf der Bank zu sitzen.
Am anderen Ende des Spektrums stand Emre Can. Seines Zeichens Stammspieler beim FC Liverpool. Also auch noch in England, wo man jedem Spieler jede mögliche Pause zugestehen sollte. Der verzichtete für ein nicht so berrauschendes Turnier und haufenweise Kritik auf seinen Sommerurlaub. Nebenbei seinem einzig bis 2019, falls er sich bei den großen Jungs durchsetzt.

Wenn sowohl deine Stammspieler als auch deine Lückenfüller zu dem Schluss kommen müssen, dass sie wohl besser Urlaub gemacht hätten... hast du definitiv irgendwas falsch gemacht.

Aber es gab ja das eine große Ziel, für das sich das alles gelohnt haben soll. Und an der Stelle kommt Toni Kroos mit seiner Aussage: "Olympia hat nicht den Stellenwert."
Yapp, kaum kommt Can bei den großen Jungs an, wird ihm sofort mitgeteilt, dass es komplett sinnlos war, was er da im Sommer gemacht hat. Und bereits jetzt geht die große Diskussion los, wen man denn nun da hin schicken soll... schließlich ist direkt davor EM... und direkt danach Bundesliga. Can kann seinen großen Traum des letzten Sommers wahrscheinlich gar nicht realisieren, weil er beim wesentlich wichtigeren Termin teilnehmen muss. Noch viel schlimmer: Wenn Can wirklich zur Olympia-Delegation abgeschoben wird, wird er mächtig enttäuscht sein. Und sein Arbeitgeber auch, da er noch länger fehlen wird.

Und das schlimmste daran: Toni Kroos hat recht. Der Junge ist Weltmeister. Und hat im Sommer die Chance, Europameister zu werden. Warum sollte er sich da über das Olympische Fußballturnier Gedanken machen.
Und wer interessiert sich schon für dieses Turnier? Oder könnt ihr aus dem Stehgreif die letzten 3 Olympiasieger aufzählen? Ich nicht. Und das, obwohl Lionel Messi dabei ist.
Und ja, der Messi muss sich immer noch vorwerfen lassen, dass er für sein Land nie irgendwas gewonnen hat... weil selbst die Argentinier, die seit 1993 nebenbei nur diesen Titel (dafür aber gleich 2 mal) holen konnten, interessieren sich nicht dafür, wer Olympiasieger wird.

Da gibt es ja auch gute Gründe für. Eine Sommer-Olympiade ist das größte Sportevent des Jahres. Das war es schon bei den Alten Griechen. Für jede Menge Sportarten heißt das: ungeahnte Aufmerksamkeit. Und unglaublich viele sympathische Deutsche Athleten, die ins Scheinwerferlicht treten können. Für die ist eine Goldmedaille halt auch der Türknopf zum großen Jackpot. Weil man mit ihren bis dahin völlig unbekannten Gesichtern plötzlich was anfangen kann. Was sie zu beliebteren Werbeträgern macht...

Für Fußballer dagegen... Fußball ist halt der größte und populärste Sport weltweit. Das sieht man ja allein schon an den Bemühungen europäischer Vereine in Asien einen Fan-Markt zu kreieren: der europäische Spitzenfußball ist ein weltweiter Magnet. Der für sich selbst ein alles andere in den Schatten stellendes Spotlight beansprucht.

Und an diese Aufmerksamkeit hat sich der Fußballer auch gewöhnt. Wenn ein internationales Fußball-Finale stattfindet, hat an diesem Tag gefälligst alles andere zu Ruhen. Und da wird dann nicht mal kurz hingezappt, sondern dann beginnt bereits 8 Stunden davor die Berichterstattung.
Ganz ehrlich: Ein Deutscher Nationalspieler stolpert doch beim Einsteigen, wenn ihn dabei keine Medienvertreter zugucken und das live kommentieren... diese Medienvertreter haben aber bei olympischen Spielen wichtigeres zu tun.

Für alle anderen Sportarten ist dieses Spotlight Olympia ein Vorteil. Die Deutschen Athleten wissen halt, dass ihnen dieses eine Mal unsere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Obwohl es uns drum herum 4 Jahre lang nicht interessiert, was die sonst so machen. Weshalb sie aber halt auch 4 Jahre auf genau dieses eine Event hinarbeiten. Und zwar auch in ganz absurden Sportarten wie "Moderner Fünfkampf"... und ja, wenn Herrensynchronschwimmen olympisch wird... und wir eine Deutsche Mannschaft stellen... werden wir gebannt auf den Bildschirm starren, wenn 5 deutsche Recken ihren Sack gerade so über Wasser halten. Und nen Spagat machen...

Aber warum sollte man als Fußballer, der ganz andere Reize gewohnt ist, sich für so ein Event interessieren? Wenn es nur dazu führt, dass man entweder die EM oder den Saisonstart verpasst? Also abgesehen von dem Fakt, dass man an diesem qualitativ eher minderwertigen Turnier höchstens ein Mal im Leben teilnehmen kann... Und damit im Olympischen Dorf wohnen könnte, was einem aber praktisch nichts bringt, da man all 2 Tage ein Spiel hat und dieses Spiel nicht zwingend in Rio ausgetragen werden wird...

Mittwoch, 2. September 2015

Wir müssen über Frauenfußball reden...

damit ich die Anhänger dieser Liga auch noch vergraule...

Wobei "müssen" natürlich der falsche Ausdruck ist. Ich will... da dass allerdings mein Blog ist...
Es ist aber nicht so wie beim Kicker, dass mein schlechtes Gewissen mich dazu zwingt, zumindest eine Seite pro Woche zu diesem Thema zu veröffentlichen...
Oder wie EA Sports, die ihre eh schon aufgeblähten Lizenzen jetzt noch um die Frauenfußball-Nationalmannschaften erweitern.

An der Stelle muss ich zugeben: Ich breche gerade mit meinen Prinzipien. Normaler Weise versuche ich nur über Dinge zu schreiben, die ich auch gesehen habe. Deswegen gab es dieses Wochenende auch kein "worst of"... da es in meinem Urlaubsdomizil kein Fußball zu sehen gab.

Dass letzte Frauenfußball-Spiel das ich gesehen habe... war 2011... Weil es halt in Deutschland war. Ich kann für mich aber behaupten: Der Grund, warum ich keinen Frauenfußball gucke ist völlig frei von Sexismus: Ich gucke halt einfach nur guten Fußball. Klar, das klang jetzt übelst sexistisch... aber ist es Sexismus, wenn ich die Wahrheit ausspreche? Und Frauenfußball ist halt die langsame kleine Schwester des großen Geschäfts...
Mit derselben Begründung gucke ich mir nebenbei auch keine Drittliga- und Regionalliga-Spiele an. Und selbst wenn der Verein meiner Jugend im Free TV live spielt... schalte ich nach 20 Minuten ab, weil ich es grausam finde.

Frauensport hat halt Allgemein ein ganz elementares Problem. Es wird immer einfach nur die langsamere Version des Herrensports sein. Vergleicht einfach mal die Zeiten eines 100 Meter Finales in der Leichtathletik, dann könnt ihr euch genau ausrechnen um wie viel langsamer.

Und Frauenfußball hat da ein weiteres Elementares Problem: Fußball ist an sich schon ein extrem langsamer Sport. Klar staunen wir alle, wenn da ein Profi mal ein 100 km/h Hammer raushaut... aber das passiert beim Fußball 4 Mal in 90 Minuten... und meistens auf 30 oder 40 Meter Distanz. Beim Herrenvolleyball... werden diese Geschwindigkeiten im Minutentakt erreicht... und der Ball schlägt innerhalb von 3 Metern ein.
Die Volleyball Damen haben einen entscheidenden Vorteil: Da ihr Sport ebenfalls etwas langsamer ist, kann man als Fan noch nachvollziehen wo die den Ball hinschlagen... während man sich beim Herrenvolleyball eigentlich die ganze Zeit über nur fragen kann, wie der Schiedsrichter denn erkannt haben will, ob der Ball im Feld oder außerhalb war... Und das nebenbei ganze ganz ohne Hawk Eye...

Frauenfußball hat diesen Vorteil halt nicht. Und da wir das Tempo des Herrenfußballs gewohnt sind, wird uns die Damenversion immer komisch vorkommen.

Aber: Hat der Damenfußball eine Chance aus seiner Nische raus zukommen? Also dem Fakt, dass ganze 2 Spiele zum Bundesligaauftakt die 1.000 Zuschauermarke knacken? Ein Wert, der in Rödingshausen im Schnitt übertroffen wird. Und ja, ich habe keine Ahnung, wo Rödingshausen liegt. Trotzdem haben die mehr Zuschauer als 70% der Frauenbundesligisten...
Oh... und dem Fakt, dass die aktuell Beste Fußballerin Europas mit 27 ihre Karriere beendet... Ohne verletzt zu sein...

Wahrscheinlich nicht, aber es gibt nen paar Ansätze, die man mal überdenken könnte...

Der Frauenfußball muss halt irgendetwas liefern, was der Herrenfußball nicht liefern kann. Und da sind wir direkt bei den Outfits und Titten und Ärschen. Und ja, jetzt ist es sexistisch, aber so ist unsere Welt nun mal.
Aber wenn man Celia Sasic vor die Wahl stellen würde... sie kann entweder den Michelle Williams Weg gehen und versuchen die Leute ausschließlich mit ihrem Glauben und ihrem Talent zu gewinnen... Oder ihr steht alternativ den Beyonce Knowles Weg offen, mit dem sie dann wesentlich mehr Leute erreicht... und wesentlich mehr Geld verdient... ist es so abwegig, dass sie sich da für Ruhm und Geld entscheiden würde?

Und falls euch die Antwort wirklich so klar erscheint... dann lest euch mal diesen englischsprachigen Artikel über die Lingerie Football League in Amerika durch... Und ja, Lingerie Football ist genau das, wonach es klingt. Trotzdem ist die Allgemeine Reaktion der Teilnehmerinnen: Ja, es ist total dämlich, aber wir wollen uns auf höchstmöglichem Niveau vor möglichst vielen Zuschauern im Wettkampf messen... Da nehmen sie auch den Fakt, dass Sex sich besser verkauft in Kauf...
Dafür bleibt bei ihnen auch die Integrität des eigentlichen Sportes erhalten. Denn sie spielen nach denselben Regeln wie die Männer, bekommen aber mehr Aufmerksamkeit als alle anderen Frauen-Football-Ligen...
Um das noch ein Mal deutlich zu sagen: Ich würde deswegen nicht auf Frauenfußball umschalten. Aber genügend Männer würden es tun...

Alle anderen Varianten... sind wesentlich spannender, aber auch absurder...
Denn wenn man die Frauenliga diesseits eines Dresscodes spannender machen will, muss man ans Regelwerk.
Die einfachste Variante wäre es natürlich, Tore mehr zu belohnen. Schließlich sind Tore einer der Hauptgründe, warum man sich diesen sonst eher langweiligen Sport anguckt. Wenn man zum Beispiel für jedes 3. Tor einen Extra-Punkt verteilt... ein 6:3 für beide Mannschaften also mehr Wert ist als ein 1:0... beide Mannschaften würden auf bedingungslose Offensive setzen. Es würde 90 Minuten lang nur darum gehen, das nächste Tor zu erzielen... selbst wenn man schon 8:0 führt. Das Meisterschaftsrennen könnte an den letzten Spieltagen ein ganz neues Spannungslevel erleben... und es wird eine wunderbare Grundlage zur Manipulation gelegt (ja, es ist nicht perfekt...). Aber auf jeden Fall wäre die Frauen-Fußball-Liga auf einer Ebene unterhaltsam, die ihr Herrenpendant nie erreichen wird.

Meine Persönliche Lieblingsvariante ist aber noch drastischer: Wir sperren die Damen in einen Plexiglas-Käfig mit Eishockey-Maßen. Wir stellen in diese Arena Hallentore und nutzen einen Futsal-Ball. Wir lassen die Mädels 8 gegen 8 spielen.
Zunächst mal wird alles, was den Fußball langweilig macht, gekürzt. Angefangen bei Einwürfen, die gerne mal eine Minute dauern. Und ja, effektiv ist ein Fußballspiel laut Uni Augsburg 35 Minuten lang unterbrochen... im Durchschnitt... Da fragt man sich, wieso es bei Liveübertragungen keine Werbeunterbrechungen gibt... verpassen würde man deswegen de facto nichts.
Wenn man beim Frauenfußball das Seitenaus und alle damit in Verbindungen stehenden Pausen sorgen dafür, dass das Spiel viel Actionreicher ist als sein Herrenpendant. Das 8 gegen 8 verschiebt den Fokus weg von raumgreifenden Aktionen hin zum (handlungs-)schnellen Durchsetzen auf engsten Raum. Und zwar nicht alle 10 Minuten, wenn der Ball mal im Strafraum ist, sondern permanent. Der Spielraum hinter den Toren sorgt für völlig neue taktische Varianten.
Es würde eigenen Taktiken, Aufstellung und Trainingsmethoden geben, da halt ganz andere Schwerpunkte gesetzt werden. Und das eigentlich negative am Frauenfußball würde wegfallen.

All das mit den derzeit besten Spielerinnen... da man ja nicht in direkter Konkurrenz zum wesentlich lukrativeren Großfeldspiel steht, wie das etwas den Futsal- oder Beachsoccer-Mannschaften der Fall ist. Offiziell, von der Fifa akzeptierte Varianten des Fußballs, die aber nie an das "Original" herankommen werden, weil die wirklich guten Leute doch lieber ihre Millionengehälter einsacken.

Und ich will ganz ehrlich sein: Wenn die besten Damen in dieser Version des Fußballs gegeneinander antreten. Würde ich einschalten. Einfach weil alle negativen Angewohnheiten den Fußballs wegfallen würden und es sich deswegen lohnen würde einzuschalten.

Aber natürlich wird das nicht passieren. Alles, was dieser Beitrag eigentlich beweist... ist doch, dass ich in 3 Tagen Urlaub zu viel Zeit habe und zu wenig Input was Fußball betrifft...

Aber: Wenn sich regeltechnisch nichts tut. Wird der Frauenfußball damit leben müssen, dass er seinen Höhepunkt in Deutschland schon erlebt hat. Zur WM im eigenen Land halt. Und dass wir dann ein Mal alle 2 Jahre unseren patriotischen Dienst erfüllen und uns freuen, wenn das wichtigste Spiel des Jahres zumindest beinah so viele Zuschauer hat als ein völlig bedeutungsloses Herrenländerspiel in Gibraltar...
Wenn die Frauen da jemals raus wollen, müssen sie sich solch revolutionären Ideen öffnen.

Dienstag, 1. September 2015

Ist es echt zu viel erwartet

wenn man auf ein bisschen Anstand hofft? Muss ja nicht viel sein. Nur so eine Minimale Selbstreflektion. Einen Horizont der weiter reicht als bis zum letzten Samstag. Und wenn die Spieler dass schon nicht können, so muss es doch wenigsten dessen Vorgesetzter beherrschen und diese Spieler zurück pfeifen, wenn sie übertreiben... aber nein...

Zunächst mal... wollte ich den Hamburger SV erst mal ein Weilchen in Ruhe lassen. Der Ziel dieses Blogges ist es es halt, sich nicht auf ein Ziel einzuschießen, sondern die Fans aller Vereine zu vergraulen seine Häme gerecht zu verteilen. Und ja, mir ist bewusst, dass die Hamburger in diesem Jahr viel zu häufig die Zielscheibe meines Zynismus waren. Die waren eigentlich mal mit einer Pause dran. Aber immer wenn ich mir denke: Jetzt spiele nicht den verbitterten alten Mann und lass das mal gut sein... kommt ein Hamburger um die Ecke und sagt was Dummes. Etwas richtig absurd grotesk Dummes. Etwas wo du als Hamburger Fan hoffst: "Das hat der sich doch bestimmt ausgedacht um den Verein schlecht dastehen zu lassen."

Deswegen hier erst der Link, damit ihr es im Zweifelsfall nicht zuerst bei mir gelesen habt. Und dann das Zitat:


"Wir sind um einen Punkt betrogen worden."


Ja, lasst das mal sinken. Wir, also der Hamburger Sportverein, sind unrechtmäßiger Weise eines in der Tabelle relevanten Zählers beraubt worden. Wie dreist ist das denn...

Könnt ihr euch noch daran erinnern, dass Bruno Labbadia nach dem Bayern-Spiel von "Sympathien", die man angeblich mit der Rettung in Deutschland zurückgewonnen hat, gelabert hat? Ganz ehrlich: Mit solchen Aussagen... muss man doch sogar in Hamburg seine Sympathien verspielen.

Nur um das mal zu relativieren: Am Samstag wurde eine schlechte Regel richtig ausgelegt. Worauf sich alle Fußballexperten, von denen sich Labbadia anscheinend distanzieren will, einigen konnten.
Vor nicht all zu langer Zeit ist eine schlechte Regel falsch interpretiert worden. In der 92. Minute der Nachspielzeit... DER FUCKING RELEGATION... Da sind sich alle Experten einig: Dafür hätte es niemals einen Freistoß geben dürfen. Und ohne diesen Freistoß steigt Hamburg ab.
Das ist ein riesiger Unterschied. Nur in einem der beiden Fälle hat der Schiedsrichter einen Fehler gemacht.

Wenn im Jahre 2015 einer vom "wir sind betrogen worden" sprechen darf, dann der Karslruher SC. Und da geht es nicht um einen Punkt, da geht es um die Zulassung zur Bundesliga. In Baden werden sie sich sagen: Ihr habt die Nerven, euch über einen Punkt aufzuregen?
Beim SC Freiburg werden sie sich sagen: Verrechnet das doch einfach mit dem Punkt, der euch gegen uns geschenkt worden ist... Durch ein definitiv irreguläres Tor in der 90. Minute. Und einen danach verweigerten Elfmeter (den die Breisgauer allerdings eh nicht verwandelt hätten...). Ohne diese eine Fehlentscheidung hätte Freiburg die Klasse gehalten und Hamburg wäre ABGESTIEGEN... und die haben die Nerven, sich öffentlich wegen eines Punktes aufzuregen...

Es hat 3 Monate gedauert, bis sie in Hamburg komplett vergessen haben, wie sie eigentlich zum Klassenerhalt kamen... ganz ehrlich, da hat es in der Nachkriegszeit bei unseren Nazis eine gründlichere Vergangenheitsbewältigung gegeben.

Und diese Aussage ist der nächste Schlag ins Gesicht für alle Anhänger der Karslruher und Freiburger.
Wenn sie wenigstens von einem Spieler getätigt worden wäre... am besten noch von Emir Spahic, der ja nicht dabei war...
Und wo ich schon dabei bin: Wenn der Schiedsrichter wenigstens einen Fehler begangen hätte. Dabei war der einzige Fehler von Dennis Aytekin, dass er Lewis Holtby nicht auch noch die Rote Karte gezeigt hat.

Von Profis erwarte ich gerade nach 90 Minuten gar nicht, dass sie in der Lage sind, sich vernünftig und bedacht zu artikulieren. Die sind ja vorher auch 10 Km gerannt. Aber der Trainer?
Die richtige Reaktion wäre ein bisschen Demut gewesen. Ein "Heute wurde eine zweifelhafte Entscheidung mal gegen uns getroffen, aber das ist Fußball, das passiert."

Die werden sich jetzt in der DFL-Zentrale denken: Dafür haben wir das Ende der letzten Saison verschoben? Wirklich?
Können die einen Verein für derart unsportliche Aussagen bestrafen? Wenn es rassistisch wäre, könnten sie das auf jeden Fall... wie wäre es mit einem Punktabzug. Ich wäre für -40, damit der HSV endlich den Abstieg, um den sie so betteln, sicher hat.
Denn es gibt im Jahr 2015 nur einen "Witz": Dass sich der Hamburger SV immer noch Bundesligist schimpfen darf.