Montag, 18. Juli 2011

Saisonvorschau: VfL Wolfsburg

Ausgangslage: 55 Millionen steckte der VfL Wolfsburg letzte Saison in neue Spieler. Und das, obwohl Felix Magath erst nach dem Ende der Transferperiode übernahm. Dennoch lernte der Werksclub auf schmerzhafte Weise die Hertha Lektion: Nur weil man einen Hoeneß mit Geld um sich werfen lässt, bedeutet das nicht, dass dein Kader dadurch besser wird. Meistens ist zumindest bei der Dieter-Edition eher das Gegenteil der Fall.
Fakt ist: Das Wolfsburger Puzzle passte zu keiner Zeit zusammen. Simon Kjaer war quasi eine 12 Millionen Eure Versicherung im Abstiegskampf. Arne Friedrich hatte direkt erstmal einen Bandscheibenvorfall. Dass Diego die ganze Saison nicht einmal vom Platz geflogen ist, gleicht einem Wunder. Und von den 5 Panikeinkäufen im Winter ist gefühlt nur noch einer im Kader... Dennoch rettete sich der VfL Wolfsburg auch dank der unglaublichen Schlußspurts von Eintracht Frankfurt und dem FC St.Pauli in der Liga. Und dieses Jahr soll alles besser werden.

Wer soll's richten? Die Wolfsburger haben ein Problem in ihrer Kaderstruktur ausgemacht. Sie brauchen Führungsspieler, die in entscheidenden Situationen vorne weg marschieren. Also verpflichten sie Patrick Ochs für 3 Millionen Euro, der a) Ablösefrei gewesen wäre und b) in Frankfurt als Kapitän gerade alles andere als vorne weg marschiert ist, sondern dank einer historisch schlechten Rückrunde abgestiegen ist... klingt nach einem großartigen Plan...
An sonsten ist da noch der vielleicht einzige gute Transfer von Dieter Hoeneß: Srdjan Lakic Der passt genau ins Wolfsburger Stürmer-Profil: er hat eine gute Bundesliga Saison gespielt und muss sich jetzt an viel höheren Ansprüchen messen lassen.
Und natürlich Hasan Salihamidzic: Schön, dass du wieder da bist...

Wen werden sie vermissen? Kann man nach so einer Saison überhaupt Spieler vermissen? Hätte irgendjemand ein Problem damit, wenn der gesamte Kader ausgetauscht werden würde? Was einem Felix Magath durchaus zuzutrauen wäre... Aber aus reiner Höflichkeit erwähne ich Grafite und Sascha Riether. Denn damit sind von der Wolfsburger Meisterelf, die in der Form ja nun schmerzlichst vermisst wird, nur noch Daniel Benaglio und die Josue übrig sind...

Leischtungschträger: Diego. Solange Diego noch da ist, ist er auch automatisch Leistungsträger. 15 Millionen absolut totes Kapital... und das ist nur die Ablöse. An sonsten ist immernoch Dieter Hoeneß und die spannende Frage, wie lange sich all die schlechten Transfers noch auf die Wolfsburger auswirken werden, zu nennen. Und die spannenste aller Fragen: Wann wird Magath in einen Großen Kaufrausch verfallen? Schon in diesem Winter oder doch erst im nächsten Sommer?

Best CaseFelix Magath ist unzufrieden. Der Kader ist bei weitem nicht so, wie er ihn sich vorgestellt hat. Die Vorraussetzungen sind irgendwie ganz andere, als ihm versprochen wurde. Also schaut sich Magath in seinem eigenen Kader um. Wolfsburg stürmt mit Spielern, die keiner kennt in die Champions League. Und im Jahr darauf verbannt Magath all die jungen Leute wieder auf die Tribüne um sich satte Alt-Stars zu kaufen...

Worst Case: Felix Magath war sich so sicher: Dieser Kader ist gut genug, er braucht nur einige wenige sinnvolle Transfers, damit es in Wolfsburg wieder bergauf geht. Ein großer Umbruch ist gar nicht von nöten. Und er hält sich sogar an diese Aussage und gibt nur 7 Millionen auf dem Transfermarkt aus. Da wird die Wolfsburger Führungsriege stutzig. Sie heuern einen Privatdetektiv an um rauszukriegen, was mit Magath passiert ist. Nach 3 Tagen kriegt der die schockierende Wahrheit raus: Wenn dieser Magath zu Hause ankommt, perlt er sich aus seinem perfekten Kostüm und Peter Neururer kommt zum vorscheinen. Dem Präsidium wird schlagartig bewusst: Scheiße, wir haben uns damals verwählt und Neururer hat einfach perfekt mitgespielt...

Sonntag, 17. Juli 2011

Saisonvorschau: Borussia Mönchengladbach

Ausgangslage: Das Gladbach dieses Jahr noch in der Bundesliga spielt ist eigentlich irre. 10 Punkte hatten die Fohlen in der Hinrunde gesammelt und trotzdem wurde weiterhin an Trainer Michael Frontzeck festgehalten. Weil ein Trainer ja für Dinge wie Sinnlose Disziplinlosigkeiten oder schlechtes Abwehrverhalten nichts kann. Und zusätzlich gab es unglaublich peinliche Torwartfehler... Nach 22 Spieltagen durfte mit Lucien Favre endlich ein ordentlicher Trainer übernehmen. Auf einen ordentlichen Torwart mussten sie noch bis zum 29. Spieltag warten. Und dennoch retteten sich die Gladbacher zunächst in die Relegation und dann gegen Bochum in die Bundesliga. Ob das jetzt ein gutes oder ein schlechtes Zeichen für das Niveau der Bundesliga ist, bleibt unklar. Genau so unklar bleibt, ob die Gladbacher dieses Jahr gleich ihr Potentzial abrufen können, oder ob sie wieder von unten ein Aufholjagd starten müssen...

Wer soll's richten? Im Wesentlichen die Helden der Rückrunde. Also Marc-Andre ter Stegen, Michael Stranzl und Mike Hanke... Geld gaben sie bisher nur für einen 19 Jährigen 2. Ligaspieler aus. Dazu kommt ein Schwedischer Champions League Teilnehmer aus Dänemark (der allerdings gleichzeitig als bester Transfer des Jahres durchgehen könnte... ein 25 Jahre alter Spieler wechselt ablösefrei von der Champions League zum Bundesliga 16....)
Am Ende wird es aber wohl wieder der einzig definitiv gute Fußballer in diesem Kader richten müssen: Marco Reuss. Gladbach wird nur so weit kommen, wie er diese Mannschaft in der Offensive tragen kann.

Wen werden sie vermissen? Wie immer ist nach so einer Hinrunde und all den Wintertransfers erstmal ausmisten angesagt. Da sind die Gladbacher aber noch nicht so wirklich weit gekommen. Die Frage lautet also eher: Wen würden die Gladbacher gerne vermissen? Michael Bradley ist wieder da. Tobias Levels und Mohammad Idrissou sind es immernoch. Und selbst Raul Bobadilla ist erstmal wieder zurück im Gladbacher Kader. Und den einzigen Spieler, der noch auf der Kippe steht und den sie bis zum Ende der Transferperiode noch vermissen könnten, ist Dante...

Leischtugschträger: Raul Bobadilla ist wieder da!!! Dass heißt: wir können auf mehr sinnlose Aktionen hoffen.  Mo Idrissou wird derweil wahrscheinlich demnächst bekannt geben, dass Gladbach ihn eigentlich egal ist, er wird ja demnächst Champions League spielen...

Best Case: Borussia Mönchengladbach ist die Überraschungsmannschaft der Bundesliga. Und keiner weiß genau, warum... Aber Favres Konzept aus guten Hertha Tagen scheint zu greifen und die Gladbacher schießen immer irgendwie ein Tor. Am Ende ist sogar die Champions League drin, aber in den Entscheidenden Spielen setzt Favre Marco Reuss auf die Bank. Keiner versteht genau warum, aber die Champions League wird verpasst, Reuss wechselt auf die Bayern-Bank und Gladbach beginnt die nächste Saison mit 9 Sieglosen Spielen in Folge.

Worst Case: Ein halbes Jahr lang konnten sie in Gladbach jegliche Logik und die Naturgesetze außer Kraft setzen. Aber jetzt schlägt die Wirklichkeit brutal zurück: Mike Hanke ist der Hoffnungsträger in der Offensive. Pele ruft bei seinem Regionalchef Franz Beckenbauer an und fragt, wie das funktionieren konnte. In Gladbach reiht sich darauf hin ein Wahnsinnspatzer an die nächste Disziplinlosigkeit. Oder kurz gesagt: Die Hinrunde verläuft genau so wie letztes Jahr... Und die einzige Frage ist: Kann Max Eberl noch einmal einen Transfercoup landen, der die Fußballgötter dermaßen irritiert, dass der Klassenerhalt noch möglich bleibt. Völlig verzweifelt ruft er in Köln an... aber das Angebot für Lukas Podolski wird eiskalt abgelehnt...

Samstag, 16. Juli 2011

Saisonvorschau: Hertha BSC Berlin

Ausgangslage: Der Hauptstadtverein war als 2.Ligist so gut besetzt, dass der Betriebsunfall Abstieg am Ende souverän behoben werden konnte. Dennoch ließ der talentiertste Kader der 2. Liga die Zügel immer wieder schleifen, so dass es eigentlich unnötige Rückschläge gab. Aber am Ende stand ein mehr als souveräner Aufstieg. Dieses Jahr wird es aber wohl trotzdem nur um den Klassenerhalt gehen

Wer soll es richten? Zunächst mal das Bayern-Gen. Oder zumindest die Hoffnung, dass Thomas Kraft und Andreas Ottl in all den Jahren auf der Bayern-Bank zumindest ein bischen was von dem Bayern-Gen abbekommen haben...
Dann natürlich Markus Babbel, der beweisen muss, dass er nachhaltig arbeiten kann und der Absturz nach einer starken Debüt-Saison in Stuttgart wirklich nur am Trainerlehrgang (oder an den Stuttgarten) lag.
Zu guter Letzt: Maik Franz, der als Verstärkung der Abwehr verpflichtet wurde. Hate him or Love him (ich tendiere ja offiziell zu letzterem) aber mit Maik Franz gibt es ein Problem: Seine beiden letzten Stationen endeten jeweils mit dem Abstieg in die 2. Liga. Wenn es also wirklich eng wird, weiß Franz wie der Abstiegskampf funktioniert.

Wen werden sie vermissen? Hauptsächlich die schwächeren Gegner, die man in der 2. Liga auch noch schlagen konnte, wenn man mit bescheidenen Fitness-Werten in die Vorbereitung geht... Und sie haben den letzten Spieler, der jemals Oliver Kahn überwunden hat, abgegeben. Allerdings war das auch explizit alles, was Valeri Domovchiyski je geleistet hat...

Leischtungschträger: Über Maik Franz wird auch dieses Jahr in jedem Fall diskutiert werden. Schließlich gleichen seine Sympathieweren denen der USA unter George W. Bush. Patrick Ebert ist immer für den Titel Vollidiot der Woche gut. Und Thomas Kraft wird entweder nachweisen, dass er doch ein richtig guter Torwart ist, oder halt weitere Patzer folgen lassen. Das kann ich dann entweder den Bayern oder ihm vorwerfen.

Best Case: In Berlin passiert dieses Jahr nichts. Gar nichts. Die Mannschaft setzt sich frühzeitig im Mittelfeld fest und kann sich schon ab April weder nach unten noch nach oben bewegen. Dennoch wird plötzlich Markus Babbel entlassen, allein aus dem Grund, dass es sich ein Hauptstadtklub nicht leisten kann im April einfach nicht in den Medien zu stehen. Sein Nachfolger wird Christoph Daum... und am Ende wird der Abstiegskampf dann doch noch ein Drama mit ungewissem Ausgang...

Worst Case: Am 17. Spieltag ist es endlich so weit: Es kommt zum Rückspiel in Sinsheim: Maik Franz gegen Peniel Mlapa. Diesmal geht der Hoffenheimer aufs Ganze und steigt gleich auf Kniehöhe bei Franz ein. Dennoch sieht Maik Franz, weil er ja der Rambo der Bundesliga ist, Rot und seine gesamte Mannschaft inklusive Ärzteteam wird in Sippenhaft genommen. Der Grund: Rudelbildung um Maik Franz. Zusätzlich werden der Hertha 6 Punkte abgezogen, die ihnen am Ende zum Klassenerhalt fehlen... Mlapa wird derweil heilig gesprochen und darf sich von Theo Zwanziger Lobreden auf seinen tollen Charakter anhören.

Freitag, 15. Juli 2011

Saisonvorschau: FC Augsburg

Für alle, die schon die Tage zählen bis sie endlich wieder ehrlich zugeben können, dass Frauen-Fußball ihnen Scheiß egal ist (ok, eigentlich nur noch 2 Tage) und eder Ligaalltag endlich wieder auf sie wartet: Es sind noch 21 Tage bis der Ball wieder vernünftig läuft. Dass heißt bei 18 Mannschaften aber auch: Höchste Zeit eine Saisonvorschau zu starten. Das Problem daran: das Kicker-Sonderheft mit allen Infortmationen kommt erst in 5 Tagen. Damit hatte ich jetzt die Wahl, mir das Sport-Bild Exemplar zu kaufen, oder erstmal ohne Ahnung anzufangen... ich hab mich gegen den Springerverlag entschieden...

FC Augsburg  

Letzte Saison: Aufstieg in die Bundesliga. Da sie im Jahr davor schon in der Relegation gescheitert sind, muss man wohl endlich sagen. Auch wenn die Fürther da wohl protestieren werden...

Wer soll es richten? Michael Thurk, Uwe Möhrle und Simon Jentzsch. Aber dieses Trio repräsentiert auch das Grundproblem der Augsburger: Diese 3 Leistungsträger haben es auf dem Höhepunkt ihrer Karriere nicht geschafft sich dauerhaft in der Bundesliga durchzusetzen. Jetzt sollen sie Augsburg zum Klassenerhalt führen. Da die Neuzugänge zusammen 275.000 Euro kosten. Sicherlich kann man für kleines Geld auch gute Leute holen... aber ob man das als Ex-Manager des 1.FC Kölns auch kan... Was dazu führt, dass Augsburg der unbestrittene Abstiegskandidat Nummer Eins ist. Die Augsburger haben quasi die Wahl, ob sie sich mit diesem Amt den 1.FSV Mainz oder doch eher den FC St.Pauli zum Vorbild nehmen.

Wen werden sie vermissen?  Der Vorteil der Augsburger: Sie haben auch kaum Leistungsträger abgegeben. Einzig Ibrahim Trore verlässt die Augsburger Richtung VfB Stuttgart. Und der muss auch erst noch beweisen, dass er ein brauchbarer Bundesligaspieler ist. Ob es jetzt aber ein gutes Zeichen ist, dass selbst nicht-Aufsteiger Energie Cottbus mehr interessante Spieler für Erstligisten hatte, als man selber...

Leischtungsträgscher (für diesen Blog): Hmm... ich würde am ehesten auf Michael Thurk setzen. Falls er sich nicht durchsetzt, auf der Bank landet und dann für Unruhe sorgt... An sonsten werden die Augsburger wahrscheinlich eng zusammen halten, an ihrem Limit spielen und hoffen, dass das am Ende reicht. Was sie nicht zu Leischtungschträgern macht...

Best Case: der VfB Stuttgart und der SC Freiburg tragen ihre Heimspiele dieses Jahr immer am selben Wochenende aus. Und Augsburg hat in den Wochen immer Auswärtsspiele. Was wiederum heißt: Jogi Löw hat während der Heimspielwochen der Augschburger viel Zeit und lässt sich immer wieder im Stadion blicken. Im Abstiegskampf hilft das nicht wirklich, Augsburg steigt frühzeitig ab, aber Thurk, Möhrle, Jan-Ingwer Callsen-Bracker und Daniel Baier geben ihr Debüt in der Deutschen Nationalmannschaft. Thurk und Callsen-Bracker fahren sogar vor Kevin Kuranyi und Mats Hummels mit zur Europameisterschaft...

Worst Case: Die Augsburger spielen an ihrem Limit. Und tun den Augschburgschfansch Dinge an, die sie noch nie erleben mussten: Einen erbitterten und verzweifelten Abstiegskampf. Am letzten Spieltag haben sie sogar noch Chancen auf den Klassenerhalt beim Hamburger SV. Der Sieg in der Hansestadt wird relativ einfach eingefahren, aber die Konkurenz müsste auch patzen. Stattdessen gibt es bittere Tränen bei den Bayern...

Donnerstag, 14. Juli 2011

Das werde nwir unseren Kindern erklären müssen: Lukas Podolski

Nummer 1 Lukas Podolski: Länderspiele: 89 (und am Ende werden es mindestens 100 werden)
Debüt6.6.2004 gegen Ungarn 

Überrascht das irgendjemanden? Ja, Podolski Bashing ist mein Lieblingshobby und ja, ich lasse auch keine Gelegenheit aus. Aber er macht es einem auch einfach zu einfach.
Sein Debüt gab er kurz vor der Europameisterschaft 2004. Er war so was wie der letzte Hoffnungsschimmer bei dieser EM. Das Vorrundenaus konnte er trotzdem nicht verhindern (genausowenig wie den Abstieg des 1.FC Kölns, nur so nebenbei...). Danach spielte er EINE richtig starke Saison und machte 24 Buden (dazu gefühlt jeden Monat das Tor des Monats)... nur leider rockte er die 2. Liga... Es folgte noch eine Saison als Leistungsträger beim wieder Absteiger Köln und danach konnte er sich nicht bei den Bayern durchsetzen (für die Bayern erzielte er 15 Tore... in 3 Jahren... als Stürmer... beim Rekordmeister... Alexander Zickler dürfte auf eine bessere Quote kommen...) Nach seiner Rückkehr nach Köln wurde es zunächst auch nicht besser. 2 Tore erzielte er im ersten Jahr. Erst in der 2. Saison wurde er wieder zu so etwas wie ein Leistungsträger für einen Verein, der wiedermal lange im Abstiegskampf steckte. Auf 2 gute Spiele in Folge von ihm wartet man in Kökn aber weiter.
Dass heißt, Lukas Podolski hat in 6 Jahren Bundesliga 2 halbwegs brauchbare Jahre für eine Mannschaft aus dem Unteren Drittel abgeliefert. Christian Tiffert dürfte auch die selbe Anzahl starker Saisons kommen, aber ihn will niemand in der Nationalmannschaft sehen.
Denn Poldi spielte eine starke Heim WM. was ihm quasi einen Freibrief bei Jogi Löw verschaffte und jetzt ist er auf dem Weg zum Rekordnationalspieler (auch wenn Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger das hoffentlich verhindern werden). Weil er im Nationaltrikot immer starke Leistungen gezeigt hat und es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat Bananenrepunbliken wie Südafrika oder Luxembrug abzuschießen... Lothar Matthäus darf sich in seinem Fußballer-Grab umdrehen und wir werden offiziell zu einer Bananenrepublik des Fußballs, wenn Podolksi die 100 Länderspiele voll macht.
Wie absurd sind 90 Länderspiele für Lukas Podolski? Auf der Liste der ewigen Bundesligatorjäger ist er (als Stürmer) mit 51 Toren derzeit auf Platz 186. Ganz knapp vor Thorsten Frings der Defensiver Mittelfeldspieler ist und noch hinter Stefan Beinlich der 5 Länderspiele hat. Martin Max ist auf dieser Liste 23. und kommt auf ein einziges Länderspiel...
Lukas Podolski hat es geschafft, mit 25 Jahren mehr Länderspieltore als Bundesligatore erzielt. Eine wahrscheinlich einmalige Bilanz für einen Spieler, der nicht frühzeitig ins Ausland gewechselt ist... Zyniker können behaupten, dass das einem Uwe Seeler ähnlich ging... Aber uns Uwe war schon 27 als die Bundesliga in ihre Debütsaison ging... und er brauchte nicht mal eine Saison um diesens Mißstand gerade zu biegen...
Und das sind nur die nackten Zahlen. Dazu kommen noch eigentlich der unverzeiliche Fehltritt gegen den amtierenden Kapitän Michael Ballack der konsequent wie Löw nun mal ist gar keine Konsequenzen nach sich zog. So wie die Geschichte mit Ballack jetzt gelaufen ist, muss der fast froh sein, dass Löw ihn damals nicht suspendiert hat. Mit der einfachen Erklärung: "Wie kann er es wagen meinen Lieblingsspieler so zu kritisieren, dass er ihm eine Ohrfeige gibt?"
Jetzt werden die Podolski Verteidiger aber sofort einwerfen: Aber wir haben doch die letzten Turniere so erfolgreich bestritten!!! Dem entgegne ich nur: Trotz und nicht gegen Podolski. Gegen die Aktuelle Top 10 der Fifa Weltrangliste hat er in Turnierspielen 1 Tor erzielt. Gegen die Engländer 2010 in Südafrika. Dazu kommt ein wichtiges Tor im EM Halbfinale 2008 gegen die Türkei. Ja, ich unterschlage seine Leistungen nicht, aber an sonsten besteht die im Wesentlichen aus Toren gegen die Aufwärmgegner in der Vorrunde oder im Achtelfinale.
Und jetzt lehne ich mich mal relativ weit aus dem Fenster: Mit einem Lukas Podolski in der Startelf werden wir die Spanier nie schlagen. Es sei den Stale Solbakken ist wirklich ein Genie als Trainer. Der Grund dafür? Im 4-2-3-1 ist die Offensive Dreierreihe verdammt wichtig. Und zwar nicht nur in der Vorwärtsbewegung, sondern auch beim Pressing und bei der Balleroberung. Der FSV Mainz 05 mit Andre Schürrle in der Rolle vorne Links hat das letztes Jahr beinah zur Perfektion vorgeführt. Und die Spanier muss man mit einer läufersich starken 3er Reihe unter Druck setzen. Jetzt haben allein in der Bundesliga mindestens 5 Trainer versucht aus Lukas Podolski einen in der Rückwärtsbewegung zumindest annehmbaren Bundesligaspieler zu machen. Die 3 Bayerntrainer haben es mehr oder weniger aufgegeben und ihn auf die Bank verbannt, in Köln musste er trotzdem immer spielen.
Aber hey, Jogi Löw ist das egal, denn er hat ja auch immer die wichtigen Tore im Nationaldress geschossen. Und weder die Führung im DFB noch unsere mehr oder weniger sachlichen Medien schaffen es, die Sachlage mal offen anzusprechen und Löw für das festhalten an Poldi so richtig zu kritisieren. Im Gegenteil, sie bescheinigen Lukas Podoslki internationale Klasse.
Ich gehe so weit und behaupte: Wenn Lukas Podolski seine Bundesligakarriere zwischen '72 und '96 begonnen hätte, würde er immernoch bei 0 Länderpsielen stehen (oder er hätte wirklich mal an seinen Spiel gearbeitet...). Damals hätten sie ihm gesagt: Mach erstmal mehr als ne Handvoll ordentlicher Bundesligaspiele und dann reden wir nochmal über eine Nominierung. Selbst ein Lothar Matthäus, zweifelsohne der bessere Fußballer, musste 4 Jahre Bundesliga spielen bevor er sich in der Nationalmannschaft durchsetzen durfte. Und jetzt ist Prinz Podli auf dem Weg ihn zu überholen. Allein dieser Fakt verdeutlicht, wie schwach und verzweifelt die Nationalmannschft lange Zeit war und macht Lukas Podolski zur Nummer eins auf der "Das werden wir unseren Kindern erklären müssen" Liste.

Update: Im Aktuellen Donnerstag-Kicker gibt es überraschender Weise 2 Artikel, die sich genau mit dem Problem Podolski und Fußball auf (gehobenen) Bundesliganiveau spielen beschäftigen. Zunächst wird im Dortmund Artikel halt mal ganz sachlich erklärt, dass es für einen Linksverteidiger halt schwerer ist defensiv zu glänzen, wenn das Kampfschwein Grosskreutz vor ihm durch die Faule Sau Podolski ersetzt wird (wobei auch Andre Schürrle da in den Länderspielen nicht gut weg kam.). Im zweiten Artikel fragt der Kicker dann direkt, ob Stale Solbakken einen Spieler wie Podolski überhaupt in diesen Zitat Poldi aus dem Jahre 2005 "System-Dreckscheiß" zwingen kann. Uwe Rapolder soll genau daran gescheitert sein. Dass einzige, was in dem Artikel steht und ich bisher nicht gesehen habe, ist die Entwicklung, die Podolski seit dem genommen haben soll. Es wird auf jeden Fall interessant.

Mittwoch, 13. Juli 2011

Das werden wir unseren Kindern erklären müssen: Dietmar Hamann

Nummer 2: Didi Hamann: Länderspiele 59
Debüt15.11,1997 gegen Südafrika

Didi Hamann ist bestimmt kein schlechter Fuballer. Ok, es ist relativ schwierig aus ihm einen schlechten Fußballer zu machen. Schließlich hat er 11 Jahre in der besten Liga der Welt, also der Englischen Premiere League gespielt. Und einen großteil davon sogar für den Englischen Ex-Rekordmeister FC Liverpool (auch wenn der seinen letzten Titel vor Hamanns Zeit geholt hat.) Und ja, in Liverpool schulden sie ihn sogar ein Denkmal. Schließlich wurde das legendärste aller 6 Minuten Comebacks in einem Champions League Finale durch die Einwechslung von Didi Hamann eingeleitet.
Dennoch wird eine Generation, die mit einem Bender, Schweinsteiger - Götze, Özil, Müller - Mittelfeld  aufwächst nie die Leiden erfassen können, die uns das Ramelow, Hamann, Ballack - Mittelfeld gebracht haben. Gerade weil Didi Hamann Stammspieler in der Schnellsten Liga der Welt war... Theoretisch stand er in seiner Club-Karriere für alles, was dem Deutschen Fußball um die Jahrtausendwende fehlte...
In der Nationalmannschaft trat er immer und konsequent erstmal auf den Ball, drehte sich gefühlt 3 Mal um die eigene Achse und guckte dann, wo er den Ball vielleicht hinspielen kann. Und das Ziel war dann meistens Michael Ballack mit einem hohen Ball. Da Didi Hamann viel zu oft im Spielaufbau gesucht wurde, war schnelles umschalten quasi unmöglich.
Didi Hamann war so was die wie Ultimative Spaßbremse. Der integrierte Zeitraffer im Deutschen Spiel. Und die spielerisch prägende Gestalt im deutschen Mittelfeld zwischen 1998 und 2004. Und all die Leute, die nicht verstehen können, was für qualen wir durchlitten haben, während deutsche Kommentatoren uns das deutsche Spiel schön reden wollten: Schaut euch die Länderspiele von Didi Hamann an.

Dienstag, 12. Juli 2011

Das werden wir unseren Kindern erklären müssen: Christian Wörns

Platz 3: Christian Wörns Länderspiele: 66
Debüt22.4.1992 gegen die Tschechoslowakei 

Wenn es einen Spieler gibt, der beweist, dass die Deutsche Nationalmannschaft im neuen Jahrtausend noch viel zu alten Trends hinterher lief... ist es Christian Wörns. Allein schon, dass er seine Debüt 1992 gegen die Tschechoslowakei gab, sollte alles sagen. Gerüchteweis hat sich dieses Land sofort aufgelöst, nachdem sie mitbekommen haben, wie sehr sie durch das Länderspieldebüt von Wörns gedemütigt wurden.
Christian Wörns Nationalmannschaftskarriere war gefühlt öfters vorbei als sie richtig am Laufen war. Nachdem er bei der 92er Europameisterschaft im Kader stand, wurde er hinterher 3 Jahrelang komplett ignoriert. Danach wurde er 1996 NICHT Europameister. Erst als es danach dann mit der mit der Nationalmannschaft bergab ging, wurde Christian Wörns wieder gebraucht. Christian Wörns hartes und mit Rot bestraftes Einsteigen im WM-Viertelfinale, gefolgt von Jürgen Kohlers "Warum werden eigentlich immer wir Deutschen bestraft?" Zitat, war eine der ersten Fußball-Erinnerungen, die sich in mein Gehirn brannten. Auch wenn das Foul in der ersten Einstellung nicht so böse aussah, nachdem die Wiederholung eingespielt wird, gibt selbst der DEUTSCHE Kommentator zu, dass es ein berechtigter Platzverweis war.
Christian Wörns durfte sich danach beim Confed Cup in Mexiko blamieren dafür kämpfen, dass Deutschland 2006 eine WM (ohne ihn) austragen darf und wurde vor der Europameisterschaft 2000 aussortiert. Was für seine Bewertung eher ein Vor- als ein Nachteil ist. Dass er sich danach wieder rankämpfte, nur um beim ,ja, ich verlinke es immer wieder gerne, legendärem 5:1 Sieg der Engländer  seine Chance auf die WM zu verspielen. Wobei das auch nicht ganz korrekt ist. Wenn wir über die gesamte WM Quali so gepunktet hätten, wie mit Christian Wörns (1 Punkt in 2 Spielen und das 2. Spiel war gegen Finnland...), hätten wir es nie bis nach Asien geschafft.
Das eine brauchbare Turnier hat er also nicht gespielt. Erst zur WM 2004 wurde er dann wieder Stammspieler. Nur um zu beweisen, dass es für die deutsche Nationalmannschaft, eigentlich unvorstellbar, aber trotzdem möglich, weiter bergab ging.
Vor der WM 2006 zeigten Jürgen Klinsmann und Jogi Löw dann am Beispiel Christian Wörns zum ersten Mal, wie lange sie Spieler hinhalten und wie gut sie die am Ende rausekeln können. Und der größte Schock an der Geschichte: Schon damals beschwehrte sich Michael Ballack über diese nicht-Nominierung. Das mag im Falle eines Christian Wörns unlogisch erscheinen, aber wenigstens war er in seiner Haltung konsequent. Dass das 2006er Turnier ohne Wörns dann zur großen Party (die dann noch eine Handball-Party und den Versuch einer Frauen-Fußball-Party nach sich zog) wurde, muss ich euch wahrscheinlich nicht erklären.

Christian Wörns war ein Verteidiger der ganz alten Schule. Ein Verteidiger, der Jens Nowotny und Jürgen Kohler brilliant aussehen ließ. Und er war eigentlich schon oft genug raus aus der Nationalmannschaft. Da aber oft genug festgestellt werden musste, dass es keine besseren Deutschen Verteidiger gibt... musste er immer wieder ausgegraben werden...
Und jetzt, als Bawful Bonus Feature des Tages, hier der Link zu einem Scheiss-Fussball-Comic, der die Karriere von Christian Wörns ganz gut zusammenfässt.