Dienstag, 29. April 2014

Ganz offensichtlich misst die DFL mit Zweierlei Maß

aber nicht nur die guckt bei RB Leipzig anscheinend ganz genau hin. Die Medien von Kicker bis 11 Freunde liefern da auch ihren Beitrag. Ich bezweifel, dass es jemals ein Drittligst so viel Aufmerksamkeit bekommen hat, wie RB... aber der Reihe nach:

RB muss jetzt also sein Vereinslogo ändern. Weil es zu nah am Firmenlogo eines bekannten Getränkeherstellers sein soll... Im Gegensatz zu einem Fußballverein in Leverkusen, dessen Vereinslogo mich zumindest an das Logo eines Pharmariesens erinnert. Und hey, dieser Pharmariese darf seinen Namen soger vor das Leverkusen packen...

Und nur so nebenbei: Laut Wikipedia lässt sich dier Pharmariese die Werbung, die nur der Präfix im Vereinsnamen macht, "geschätzte 25 Millionen pro Jahr" kosten... Und ja, das ist die Kohle, die sie bekommen, seit dem sie einen offiziellen, nicht mehr Werksinternen Trikotsponsor verpflichtet haben...

Natürlich wurde Bayer 04 Leverkusen (Damn, jetzt habe ich den Namen doch genannt) als "Betriebssportsmannschaft" gegründet... nur kann man als Pharmariese seine Betriebssportmannschaften anscheinend so gut mit Medikamenten versorgen, dass diese Freizeitruppen verdammt erfolgreich sind (und das nicht nur im Fußball... im Basketball ist Bayer Leverkusen immer noch Rekordmeister...)... und zu Profimannschaften gemacht werden mussten...

Nun hat Red Bull (hey, ich kann nicht die eine Marke nennen und die andere verschweigen... gleiches Product-Placement für alle...) halt einen entscheidenden Fehler gemacht: Sie hätten erst eine 5 Mann Filiale in Leipzig eröffnen und dann die Betriebsmannschaft TSV Red Bull 04 Leipzig (hey, wenn die sich nen bischen beeilt hätten... und nicht solange mit Sachsen Leipzig und Lok verhandelt hätten... dann hätte sogar die Jahreszahl gepasst...) gründen müssen... Und wenn man ihrer eigenen Werbung glauben schenken will, wäre es ja auch für jede Freizeittruppe mit dem Gesöff direkt nach oben gegangen...

Und wenn wir mal ganz ehrlich sind: In der Gegenwart ist Bayer Leverkusen und RB Leipzig genau das gleiche: Eine Werbeplattform, die ein Wirtschaftsriese zur Aufpolierung seines Images nutzen will... Und wer daran zweifelt... sollte sich einfach mal gucken, was aus Bayer Uerdingen geworden ist.  Irgendwann hat man bei Bayer festgestellt, dass es gar nicht doppelt so effektiv ist, Kohle in 2 Bundesligisten zu stecken und hat einer seiner Traditions-Filialen geschlossen... Während man (so wie die Wirtschaftskraft des Fußballs in den letzten Jahren explodiert ist) die Zuwendung an seine Leverkusener Tochter wahrscheinlich mehr als verdoppelt hat... Am Geld wird es also nicht gelegen haben, dass man Uerdingen nicht mehr unterstützen wollte...

Aber die DFL hat sich extra die "Lex Leverkusen" in ihre 50plus1 Regel geschrieben...  Und deswegen darf Leverkusen all das, was RB nicht darf... Und wegen diesem Lex Leverkusen sollte sich die DFL irgendwie mit RB einigen... Denn dass diese eine Ausnahmeregelung vor einem ordentlichen Gericht bestand hat, glaubt weder Martin Kind (der schon mehr als ein Mal laut übers Klagen nachgedacht hat) noch sonst irgendwer.

Und wenn Bayer Leverkusen dann behauptet, dass man sich ja schon als Bayer Leverkusen gegründet hat... wird RB behaupten: Das wollten wird auch... aber dank der Willkür von DFB und DFL wurde das verhindert. Und dann können sich die DFL und der DFB entweder in Richtung Firmennamen als Sponsoren öffen... oder sie zwingen Bayer dazu sich in etwas ähnlich dämliches wie RasenBallsport umzubennen... Beyar Leverkusen zum Beispiel...


Dabei will ich noch nicht mal behaupten, dass RB die Unschuldsengel in Sachen Lizenz sind... ganz sicher nicht. Was mich noch mehr stört als die Unmöglichkeit dort Mitglied zu werden (wann haben Mitglieder bei Profivereien zuletzt was entschieden? Die dürfen doch nur ein Mal im Jahr den Vorstand entlasten... außer natürlich beim Hamburger SV... aber wenn wir unsere Lizenzvorraussetungen so ändern wollen, dass es mehr HSVs gibt... bin ich voll dafür...), ist die Frage, wie die 3 RB Fillialen eigentlich miteinander vernetzt sind. Bayer Leverkusen hat seine U23 ja gerade zurückgezogen... wenn die erfahren, dass man seine U23 (oder halt seine Ü32) einfach in einem großen Markt in Amerika spielen lassen kann... Oder in einem (warum nicht, spart doch Geld) Steuerparadies...

Und dass RB Leipzig, als sie gerade dringend einen Rechtsverteidiger brauchten, einfach einen Ablösefrei ("stillschweigen vereinbart" nennt man das natürlich) aus Salzburg ausleihen konnten... ist schon irgendwie unfair. Ralf Rangnick ist gerade Sportdirektor bei 2 Europäischen Fußballvereinen... gleichzeitig... An solchen Konstellationen sollte die Lizenzvergabe eher scheitern, als am Namen oder Logo: Können wir einem Verein die Lizenz erteilen, der quasi Mannschaften in 3 unterschiedlichen Ländern stellt? Aber so was stellt die DFL ja scheinbar gar nicht in Frage. Da hätte RB auch keinen anderen Verein, auf dem sie mit dem "aber die dürfen das!" Finger zeigen könnte... Und es ist eine ganz klare Wettbewerbsverzerrung.


Kommen wir zu den Medien... und die sorgen jetzt schon dafür, dass RB Leipzig ein voller Erfolg ist. Und im Zweifelsfall eher ein nachzuahmendes als ein abschreckendes Geschäftsmodell ist. Denn die Marke "RB" und das wofür es ja eigentlich stehen soll, steht ständig im Fokus. Obwohl man noch nur ein popeliger Drittligist ist...

Und anstatt der DFL einfach zu vertrauen und RB machen zu lassen, füllen die jetzt allein schon wegen der Lizenz die Zeitungen. Und RB kann es relativ egal sein, warum ihre Marke sich in unserem Unterbewusstsein festsetzt... für die ist es nur wichtig, dass ich euch im Zweifelsfall Wodka RedBull bestellt, auch wenn es an der Bar nur Wodka E gibt...


Was ich persönlich noch viel schlimmer finde: Bei RB gucken unsere Medien ganz genau hin... wenn sie das bei anderen Vereinen auch machen würden... an der Stelle verweise ich wie immer auf Martin Winterkorn, der als Bayern-Aufsichtsratsmitglied und VW-Chef Luiz Gustavo zum VfL Wolfsburg transferiert. Und damit nicht nur Gustavo vom freien Markt nimmt, sondern auch noch ins Operative Geschäft des VfLs eingreift. Hinterfragt der Kicker dieses Geschäftsverhalten... im Gegenteil, man schreibt ganz gelassen, dass Winterkorn bei dem Bundesliga-Duell Bayern gegen Wolfsburg ganz entspannt lächelnd auf der Tribüne sitzen könne, weil einer seiner Vereine ja eh gewinnen wird...

Die Frage, warum Adidas-Chef Louis-Dreyfus in genau dem Jahr, in dem Adidas bei Bayern als strategischer Partner einsteigt, dem Präsidenten Uli Hoeneß 20 Millionen zum Zocken überwies, will ja auch nach wie vor niemand klären... Und das sind keine Verschwörungstheorien, dass sind Sachlagen... die sich aber niemand genau angucken will... Weil wir ja alle schwer damit beschäftigt sind, Gründe zu finden warum RB Leipzig keine Lizenz bekommen könnte... Wenn man sich schon mit der Lizenzvergabe und möglichen Porblemen beschäftigen will, sollte man das auch gründlich und fair machen...

Kommentare:

  1. Klasse Artikel ! Danke

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  2. Nichts, aber auch rein garnichts auszusetzen am "Passives Abseits".
    Genauso ist die Realität!

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  3. Schick das doch mal an die 11Zwerge als Leserbrief.

    Daumen hoch. Und beste Grüße aus Leipzig. ;-)
    PS: wir hatten hier jahrelange genug Sonnengötter als Präsis ion beiden Traditionsvereinen. Jetzt hat ein wahrer Sonnengott seinen eigenen Club gegründet... Na und. Wir wollen doch nur Fussball sehen.

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  4. Der Unterschied zwischen Bayer und Red Bull ist doch völlig offensichtlich, insofern ist dieser ganze Sermon hier unsinnig:'

    Bayer hat seinen HAUPTSITZ in Leverkusen - wie übrigens auch VW in Wolfsburg - und deswegen ein historisch lange nachweisbares, nachvollziehbares Interesse, "seiner" Stadt einen Fußballverein zu finanzieren.

    Auf Red Bull trifft das nicht zu. Deren "Verein" ist ein reines Marketingprojekt ohne jegliche Substanz. Die haben sich einfach eine möglichst leicht korrumpierbare Stadt gesucht - und in Leipzig gefunden.

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    1. Hey, aufwachen! Fussball ist doch jenseits der Regionalliga überall Kommerz. Egal ob in München, Leipzig, Hamburg, Köln oder, oder - es geht um Geld. Und trotzdem gehen wir alle gerne ins Stadion und geben uns der Illusion hin, den einzigen wahren kommerzfreien "Traditionsverein" zu unterstützen. Wenn man aber aus der Samstagnachmittagsseifenblase wieder rauskommt, kann man nur feststellen, dass die Debatte um RB total scheinheilig ist. Danke @passives Abseits für diesen Beitrag.

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  5. kaum geht es um RB Leipzig wird auch die Kommentar-Funktion genutzt :D

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