Freitag, 6. Januar 2012

Saisonvorschau: Hamburger SV

Ausgangslage: Juhu, endlich mal was neues!!! Die Hamburger haben einfach nur ein krasses Jahr hinter sich...  Für alle, die denken sie hätten im letzten Jahr so etwas wie einen Umbruch erlebt: der HSV hat in den letzten 12 Monaten alles ausgetauscht. Angefangen beim Präsidium, über den neuen Manager bis hin zu insgesamt 5 Trainern die mehr oder weniger die Verantwortung tragen durften... Dazu wurde im Sommer eine komplette Fußballmannschaft weggeschickt und eine neue geholt. Wenn man dann noch auf Michael Oenning als Trainer setzt... ist man nach 6 Spielen 18..
Das beste an diesem radikalen Umbruch: der HSV ist am Ende des Jahres genau dort, wo er am anfang auch stand: Er träumt von Europa, hängt aber im Mittelmaß fest. Der einzige Vorteil: jetzt besteht dieser Kader wenigstens aus jungen, entwicklungsfähigen Spielern und nicht mehr aus abgehalfterten Altstars... das schlechte daran: die besten dieser Talente gehören immernoch Chelsea London... und wenn die in Hamburg wirklich gut werden, sind sie halt noch schneller weg, als sonst...

Wer soll's richten? Der Hamburger SV hat ein schlimmes halbes Jahr hinter sich. Er stand ganz tief unten drin. Die Mannschaft sah einfach nicht bundesligatauglich aus... und jetzt (2 Siege aus 8 Spielen später) träumen sie schon wieder von Europa... viel Spaß dabei... die langfristige Lösung auf dem Trainerposten soll dabei Thorsten Fink sein. Aber ganz ehrlich: wenn man mit 3 Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz schon wieder von Europa träumt... gibt es für dich keine langfristige Lösung auf dem Trainerposten. Weil deine Erwartungen dann einfach nicht zu erfüllen sind...
Bei 16 Neuzugängen jetzt wirklich festzulegen, wer von denen es richten soll... ist irgendwie schwierig... vor allem, weil ich immernoch nicht genau weiß, wer von denen wer ist... sagen wir es so: wenn der Hamburger SV in 3 Jahren wieder relevant sein könnte, wird von denen kaum noch jemand da sein. Bleibt also David Jarolim... und damit sind wir auch schon direkt bei den

Leischtungschträgern: ach ja, ich werde ihn vermissen. Dass Jarolim sich jahrelang als Führungsspieler in Hamburg halten konnte... beschreibt glaub ich am besten, warum dieser Umbruch nötig war... aber ist jetzt wirklich alles besser geworden?
Schließlich warte ich ja nur auf das nächste Interview, in dem Heiko Westermann mal wieder bekannt gibt: "Ich kann ein Führungsspieler sein! Ja, ich weiß, auf dem Platz sieht man davon nichts... und bisher bin ich in schwierigen Situationen immer abgetaucht... aber jetzt, hier im Sommer, wo sonst nichts los ist, sage ich es euch: ICH KANN DAS!!!" Es wird kommen... und ihr wisst, wo ihr es zuerst gelesen habt...
Oh, und Paolo Guerrero ist immernoch, schon wieder oder gerade wieder nicht der Hoffnungsträger. Trotz all der Umbaumaßnahmen... Wie man an diesem Mann vorbeiumbrechen kann, bleibt ein Rätsel...

Was würde Michael Oenning aus dieser Mannschaft machen? Das haben wir ja nun ausführlich gesehen: 1 Punkt, 17 Gegentore und selbst die in dieser Phase noch völlig hilflosen Kölner konnten den HSV unter Oenning schlagen... Und in den 10 Spielen seit der Entlassung holte derselbe Kader 18 Punkte... und kassierte nur noch 10 Gegentore... Und nicht mal die Hamburger wären so blöd, sich diesen Mann nochmal zu holen... aber hey, es war sehr unterhaltsam...

Kommentare:

  1. Oenning kommt bestimmt wieder, wenn Hoffmann wieder da ist :-)

    Und Chelsea gehört nur Bruma. Der ist ausgeliehen. Boban hat eine Klausel, daß er für die gleiche Ablöse wieder zurück gehen könnte.

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  2. Nette Analyse, die eigentlich genau das auf den Punkt bringt, was ich mir zuletzt (als HSV-Fan) auch dachte: Erst spricht man vom Umbruch, und plötzlich soll innerhalb von zwei Monaten alles wieder gut sein? Hoffentlich verfällt man nicht gleich wieder in alte Verhaltensmuster.

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  3. Von allen Vereinen in der ersten Liga ist der HSV derjenige mit der maximal desolaten Außenwirkung, der Verein, der ein zerfressenes Fundament mit haltlosem Ehrgeiz verbindet. Ja, das kommt einem aus der Politik bekannt vor: der HSV ist quasi die FPD des deutschen Fußballs. Keiner hat Bock auf die, keiner weiß, was die eigentlich machen oder wollen, keiner erträgt mehr diese höchstens halb-semiprofesionelle Organisation.

    Das wäre, in der Tat, ein Fall für Oenning. So wie man Brüderle erneut den Parteivorsitz zutraut, ist Oenning wieder im Gespräch.

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