Freitag, 30. Oktober 2015

Vorschau auf den 11. Spieltag

Der Freitag Abend:
Eintracht Frankfurt - Bayern München: Jetzt schon auf die Beschwerden von Matthias Sammer über den Spielplan einzugehen, würde den Rahmen sprengen (aber keine Angst, das kommt noch...). Deswegen hier: Wie Heribert Bruchhagen im Kicker eine dreifache Verneinung braucht nur um die Bayern nicht zum automatischen Sieger dieser Partie zu erklären, belegt auch nur, wie groß die Angst vor den Bayern ist. Die derzeitigen Kampfansagen der Gastgeber klingen so: "Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht irgendwann nicht gewinnen."

Der Samstag Nachmittag:
FC Schalke 04 - FC Ingolstadt 04: Und ja, nur obwohl diese Vereine quasi identisch heißen, trennen sie 100 Jahre... ich sag's ja nur...
Viel faszinierender: Clemens Tönnies könnte zum ersten Mal seit gefühlt 100 Jahren die richtige Entscheidung treffen... und er trifft sie trotzdem irgendwie zum falschen Zeitpunkt... Und ja, eigentlich kann man nichts falsch machen, wenn man sich für Christian Heidel interessiert... Aber es ausgerechnet dann zu machen, wenn sich Horst Heldt mal ausnahmsweise gar nichts vorzuwerfen hat die Mannschaft auf Platz 3 steht und er einen jungen, aber guten Trainer gefunden hat...

FC Augsburg - 1.FSV Mainz 05: Apropos Heidel: Seine derzeitige Mannschaft scheint sich für einen eigenwilligen Weg entschieden zu haben, den Manager zum bleiben zu bringen... schließlich will der nur gehen, wenn in Mainz alles geregelt ist... so wie sich die Mannschaft seit dem Aufkommen der Gerüchten präsentiert, wird er das kaum zeitnah schaffen...

Werder Bremen - Borussia Dortmund: Es ist immer wieder faszinierend, wie schnell sich die Verhältnisse in der Bundesliga doch ändern.... schließlich spielt der derzeitige 1. Herausforderer der Bayern bei seinem Vorgänger... und dass aus diesen ernsten Herausforderern immer ziemlich schnell Abstiegskandidaten werden, ist einer der Hauptgründe, warum der Vorsprung der Bayern so groß ist... wenn der Rest der Liga sich 1990 einfach auf ein Team geeinigt hätte...

1.FC Köln - 1899 Hoffenheim: Huub Stevens Ansatz zu seinen derzeitigen Vereinen bleibt immer unterhaltsam... Schließlich geht es darum, "die Spieler das spielen zu lassen, was in ihnen steckt." Das Problem an dieser Aussage: Wenn in den Spielern derzeit mehr als "absolute Grütze" stecken würde, wäre Stevens nicht ihr Trainer...

Hertha BSC Berlin - Borussia Mönchengladbach: Nachdem die Gladbacher in 4 Tagen 2 Spieler durch, sagen wir es freundlich, robuste Zweikämpfe Schalker Spieler verloren haben, werden sie froh sein, dass sie auf diese Mannschaft erst Mal ein halbes Jahr nicht mehr treffen können... Was aber passiert, wenn die beiden im Europa League Achtelfinale aufeinander treffen... welches dann 10.3. und 17.3. ausgetragen wird... das wären 3 Spiele in 2 Wochen gegen Schalke, das überlebt Gladbach nicht...

Das "Spitzenspiel" am Abend:
VfL Wolfsburg - Bayer Leverkusen: Klingt eigentlich geil. Bis einem bewusst wird, dass die beiden Mannschaften in bisher 3 Aufeinandertreffen mit den Bayern jeweils komplett chancenlos waren und insgesamt 2:11 Tore "produziert" haben...
Das sollte aber trotzdem ein gutes Spiel werden... oder gerade deswegen, weil stabiles Verteidigen gegen gut angreifende Mannschaften nicht zu den jeweiligen Stärken gehört... Wobei man bei Leverkusen das "gut" sogar streichen kann...

VfB Stuttgart - Darmstadt 98: Idealismus gegen Pragmatismus? Fest steht: Wenn Darmstadt auf Suttgarts Philosophie setzen würde, wären die definitiv am Arsch... und Stuttgart könnte nicht schlechter dastehen, wenn sie auf die brachiale Spielart der Darmstädter umsteigen würden...
Aber: Das Kicker-Interview mit Timo Werner ist äußerst interessant: Vielleicht hat der Laptop-Trainer Alexander Zorniger doch ein sehr gutes Gespür dafür, was seine Spieler brauchen... ein wegen der fragwürdigen Behandlung frustrierter Jungstar würde jedenfalls anders klingen...

Hamburger SV - Hannover 96: Urgh. Einfach nur Urgh! Wenn es in diesem Spiel mehr als 3 schön heraus gespielte Angriffe gibt, wurden alle Erwartungen übertroffen...

Dienstag, 27. Oktober 2015

Hoffenheim ist dann im Abstiegskampf angekommen

Und von Stuttgart bis Bremen denken sie sich jetzt: "Mist, auf die Option können wir also nicht mehr zurückgreifen."

Huub Stevens ist Trainer in Hoffenheim. Das ist mal eine Radikalkur. Frei nach Mehmet Scholl: Vom Laptoptrainer zurück zu den Ursprüngen.

Und versteht mich nicht falsch: Huub Stevens ist genau der richtige Trainer in Hoffenheim. Im hier und jetzt. Aber er ist nicht mehr der Trainer um langfristig etwas aufzubauen. Und dass weiß der Hopp auch.

Deswegen hat er jetzt schon bekannt gegeben, dass Julian Nagelsmann den Posten ab 2016 übernehmen wird. Damit der aber der jüngste Bundesligatrainer aller Zeiten wird, muss er erst Mal seine Trainerlizenz machen... Mich erinnert das irgendwie ganz stark an Michael Oenning, aber ich bin halt auch ein Optimist...

Vor allem... muss Hoffenheim auch erst Mal die Klasse halten. Was keineswegs gesichert ist.
Es ist halt schon irgendwie krass... ich meine, dass man diese Entscheidung im Oktober trifft. Und jetzt schon davon überzeugt ist, dass aus dieser Saison nichts mehr außer der Klassenerhalt erreichbar ist...

Normaler Weise würde ich ja sagen, dass einen Trainer für 8 Monate anstellen das Dümmste ist, was du als Verein machen kannst. Aber Hoffenheim hat auch eigentlich keine anderen Optionen mehr.

Es ist halt auch eine faszinierende Entwicklung für beide. Huub ist immer noch Jahrhunderttrainer auf Schalke. Das war mal ein Mann, den du angestellt hast um die nächste Entwicklungsstufe deiner Mannschaft zu ziehen. Ein Trainer, der dich in die Champions League führt.
Hoffenheim waren zu Beginn ihrer Bundesligakarriere die Vorreiter in Sachen Spielphilosophie. Und nach einigen chaotischen Jahren wollten sie mit Markus Gisdol eigentlich zurück in die Rolle der attraktiven grauen Maus. Und vor 12 Monaten sah das auch gar nicht schlecht aus. Ein Jahr später brauchen sie auf ein Mal Stevens... und zwar nicht den Jungen, sondern den Alten... Wie schnell sich die Zeiten doch wandeln...

Montag, 26. Oktober 2015

Das ist nicht der Tag für schlechten Humor

Nur um mal kurz zu erwähnen, wie schlimm das gestern gewesen sein muss: Ich bin gerade auf Bild.de gegangen, habe meinen AdBlocker deaktiviert, weil ich das Foul unbedingt gesehen haben wollte, bevor ich drüber rede...

Und ja, nur die Sensationszeitung Bild.de zeigt einem dieses Foul online. Heftig. Und ja, Bild wirbt sogar damit, dass es hier das "Brutalo Foul im Video" gibt. Und man muss den AdBlocker deaktivieren, anstatt einen Altersnachweis einzureichen... Denn eigentlich sollte das Video unter FSK 18 laufen... aber das ist eine andere Debatte...

Heftig... Genau das wird sich Johannes Geis hinterher auch gedacht haben. Und das ist etwas, was alle, die jetzt nach "lebenslanger" Sperre schreien, bedenken sollten.

Der Geis trifft in einer 1/10 Sekunde die Falsche Entscheidung. Die verdammt falsche Entscheidung.
Eine Entscheidung, die ein Profi natürlich auch nicht treffen sollte. Dafür gibt es dann natürlich auch Rot und eine Sperre. Da wird auch keiner drüber diskutieren.

Aber: Johannes Geis wird vor Andre Hahn wieder spielen. Und das ist richtig so.

Unsere Stammtisch-Debatte wird sich mal wieder um die völlig falschen Dinge drehen. Ich erinnere an die Gewalttat von Mitch Langerak im DFB Pokal Halbfinale. Da forderte der über motivierte Fan eine Anzeige wegen Körperverletzung. Und diese Forderung wird dieses Mal auch kommen...

Das Problem ist halt: Solche Dinge passieren. So krass das klingt. Du hast in jeder Saison mindestens ein "What the Fuck" Foul dabei. Und ganz ehrlich: Mich wundert es eher, dass das nicht häufiger passiert. Das beweist, wie gut unsere Profis darin ausgebildet sind, Verletzungen zu vermeiden.

Das Tempo ist halt mittlerweile so hoch, dass das Spiel in jeder Sekunde eskalieren kann... das führt meistens zu großartigen Momenten... manchmal knallt es aber auch einfach nur.

Diese Szene bringt eigentlich die gesamte Schizophrenie des Profisports auf einen Nenner. Du musst dir als Profi einfach bewusst sein, dass dir in jedem Moment das Bein gebrochen werden kann. Oder die Nase. Oder der Arm. Das sind einfach die Realitäten des Profisports. Das nennt sich Berufsrisiko,
Und Gesund war das nie. Gleichzeitig musst du dieses Bewusstsein aber auch ausblenden, weil halt auch nicht "vernünftig" in die Zweikämpfe gehen kannst, wenn die Vernunft dich zögern lässt. Und es hat in dieser Liga niemand mehr die Zeit zum zögern.

Solche Szenen sind halt auch Teil der Entwicklung, die der Sport genommen hat: Wenn du in den 70ern einen Zweikampf falsch eingeschätzt hast, hatte hinterher einer eine blutende Nase, heute ist dann alles kaputt...

Die gute Nachricht... und ja, es gibt eine gute Nachricht: Die Medizin hat sich halt in diesen 45 Jahren auch weiterentwickelt. Früher hätte so ein Tritt durchaus das Karriereende bedeutet. Heute kriegen die den Jungen schon wieder fit. Auch wenn es ein halbes Jahr dauern wird.

Wenn man aber anhand dieser Szene eine Debatte lostreten will... sollte die sich nicht um die Strafe für Geis drehen. Sondern um den Schutz der Spieler. Wie kann man solche Szenen verhindern? Wie kann man die Spieler besser schützen? An der Stelle wird Petr Cech auf sein Helm verweisen und sagen: Also ich bin schon viel weiter als ihr... Andererseits ist er da gar nicht der Vorreiter... die Schienbeinschoner wurden schon vor von den alten Griechen erfunden...

Das wäre nebenbei mal eine lustige Aufgabe für die Fifa... also mal eine Studie in Auftrag geben, wie das Verhältnis von Fouls und Verletzungen mittlerweile aussieht. Wie viele "schlimme" Verletzungen nach Foulspielen es eigentlich noch gibt. Und ob man rein medizinisch die Spieler besser schützen kann (und an welchen Körperteilen). Aber das hätte ja viel zu viel mit Fußball zu tun...

Dass der einzige Schutz, den die Spieler genießen, 15cm große Schienbeinschoner sind, erscheint jedenfalls bei der Intensität der Zweikämpfe ungefähr so lächerlich... wie die Rüstung weiblicher Heldinnen in Videospielen...
Aber hey, wir werden uns wie immer auf den Geis stürzen...

Dienstag, 20. Oktober 2015

Wer hätte das gedacht Part 2.

Kurzer Nachtrag zu gestern: Ja, mir ist bewusst, dass der Louis-Dreyfuss seit 2009 verstorben ist... den DFB hätte es damals trotzdem interessieren müssen, warum der Uli Hoeneß Geld von ihm bekommen hat. Und wenn man den Geber nicht mehr fragen kann, so kann man doch mal ein Interview mit dem Nehmer führen. Man hatte aber kein Interesse daran überhaupt mal nachzufragen...

Aber ab zum nächsten: THEMENWOCHE!!!

Ja, der Sonntag war für die Schiedsrichter eine mittlere Katastrophe. 2 Tore, bei denen man sich einfach nur denkt: Wie kann man die geben. Wie können solche Situationen Spiele entscheiden... die am Ende entscheidend für den Ausgang der Saison sein können...

Und an der Stelle... fangen wir die Debatte über den Videobeweis an. Natürlich. Jetzt, wo wir die Torlinientechnologie haben... ist das kein Problem. Vor allem, wenn wir feststellen, dass die Torlinientechnologie total sinnlos und willkürlich ist.
Weil ganz ehrlich: Das Handspiel von Leon Andreasen (und das Foul davor) und die Abseitsposition von Daniel Didavi sind eigentlich noch schlimmer als die Frage, ob der Ball auf der Linie gerettet wird. Weil sie eigentlich einfacher wahrnehmbar sein sollten. Und gerade Abseitssituationen haben wir nach wie vor jedes Wochenende.

Meine Antwort auf die Frage "Brauchen wir den Video Beweis" ist ja: Eigentlich nein... aber wenn wir die Torlinientechnologie behalten ja. Denn es ist einfach reine Willkür, dass wir bei dem einen Punkt unbedingt 100%ig sicher stellen müssen, ob das Tor nun zählt oder nicht... und dass wir uns bei allen anderen Punkten doch einfach darauf hoffen, dass der Schiedsrichter das schon gesehen haben wird. Auch wenn die anderen Punkte wesentlich häufiger relevant sind.

Technisch gesehen ist es ganz einfach: Der Schiedsrichter kriegt ein Smartphone und ein SkyGo Abo (so wie unsere Vertrauenspersonen den Internet-Anbieter Vertrag abgeschlossen haben, müssen sie wahrscheinlich dafür SkyGo nutzen... da niemand außer Sky und Telekom bewegte Bilder durchs Internet schicken darf... aber egal.)
Nach einem Tor zückt der Schiedsrichter dann das Handy und guckt sich die letzten 45 Sekunden vor dem Tor noch mal an. Und die Sky Redaktion sieht ja, dass der Schiri gerade aufs Smartphone guckt und blendet so lange den Jubel aus und die entscheidenden Bilder ein. Dazu guckt er sich jede Elfmeterentscheidung an, da Elfmeter meine bescheidenen Meinung nach einfach eine zu klare Torchance darstellen. Dann kann er anhand der Bilder feststellen, ob er das Tor gibt, oder doch Freistoß für die Verteidigende Mannschaft. Das würde in 95% der Tore nicht mal eine Minute dauern...
Und schon hätte man sicher gestellt, dass alle Tore in der Bundesliga garantiert regeltechnisch korrekt erzielt worden sind... aber das braucht doch keiner.

So sehr ich mich darüber aufregen kann, dass die Hamburger durch ein nach diesen Regeln zurück genommenes Tor gegen meinen heimlichen Lieblingsverein überhaupt auf den Relegationsplatz kamen... und den SC Freiburg dadurch auch noch direkt auf den direkten Abstiegsplatz schossen... Der Fußball lebt von diesem Aufregen.Von den Emotionen, die der Sport bei uns auslöst. Positive wie negative. Und diese Emotionen... werden zu 80% durch Fehler hervorgerufen. Denn wenn man nicht gerade Bayern, Dortmund oder Wolfsburg guckt, die gut genug sind, ist Fußball ein Fehlervermeidungsspiel: Wenn du keinen Fehler machst, spielst du mindestens Unentschieden.

Und wenn Fußball halt immer wieder über Fehler entschieden werden... warum sollen die Schiedsrichter als Teil des Spieles nicht auch welche machen dürfen. Und zwar auch mal entscheidende... das gehört zu einer Saison auch einfach dazu. Vor allem, wenn sie alles im allen viel weniger Fehler machen als die Spieler. Und ja, Schiedsrichter sind nur ein Teil des Spiels und keine Metawesen, die losgelöst von diesem funktionieren.
Das Problem ist natürlich, dass wir über jeden Fehler der Schiedsrichter diskutieren... uns die Szenen 50 Mal und in Super Zeitlupe angucken um danach zu sagen: Wie hat er DAS den bitte schön in Realgeschwindigkeit nicht sehen können? Gleichzeitig verzeihen wir unseren Helden unfassbar viele Fehler... solange sie am Ende des Spieles ein Mal das Tor treffen.

Ich war damals gegen die Torlinientechnologie, weil ich wusste, dass sie das eigentliche "Problem" (dass irreguläre Tore erzielt werden... oder regulär erzielte verweigert) nicht beheben wird... und weil ich wusste, dass man damit Pandoras Büchse öffnet. Wie es aussieht, habe ich an der Stelle schon wieder recht behalten...

Montag, 19. Oktober 2015

Wer hätte das gedacht?

Ok, ich... und ja, es tut irgendwie gut, dass 3 Stunden nach seinem persönlichen "Das die Hertha unter Pal Dardai so gut wird, habe ich nicht kommen sehen." ein großes "Auch der DFB hängt im Fifa Skandal mit drinne" kommt... auch wenn das eigentlich schlecht ist.

Das großartigste ist an der Stelle ja immer... die entsetzte Reaktion. "Fifa Sumpf erreicht Deutschland". Ähm... Deutschland war eher immer Teil des Systems.

Um noch mal eine ganz einfache Rechnung aufzustellen: Die Fifa ist Korrupt. Spätestens seit dem Sepp Blatter dort regiert. Die Weltmeisterschaften wurden von einem korrupten Exekutivkommitee vergeben. Deutschland bekam von dieser korrupten Menschen die Zugabe... der logische Schritt der deutschen Fachmagazine: Bei uns ist alles sauber gewesen... wart was? Das kann gar nicht funktionieren.

Und ja, ich glaube der Organisationskommitee, dass es keinerlei "Unregelmäßigkeiten" gab. Aber ich glaube auch, dass Sepp Blatter den Garcia-Report gelesen hat... und sich gedacht hat: Was wollt ihr alle, die WM Vergabe nach Russland und Katar war doch genau so sauber wie die nach Deutschkand...
Und ja, es gab gute Gründe dafür, dass die einzige Konsequenz aus dieser Doppelvergabe... die Abschaffung der Doppelvergabe war. 2 WM-Vergaben auf ein Mal sind dann halt in der Summe einfach zu viel Korruption. Da haben die aber halt auch draus gelernt...

Und ich sage es nochmal: Ich mache den Wolfgang Niersbach noch nicht mal einen Vorwurf. Das "Sommermärchen" wird dadurch auch nicht "zerstört"... weil es eigentlich egal ist, an welche korrupte Bewerbung der Zuspruch am Ende geht... Wie Guido Tognoni so schön sagte "Einfach so bekommt man seit vielen Jahren keine WM"...
Und eigentlich wussten wir das alles...

Jetzt also zu den Neuigkeiten, über die sonst keiner spricht. Es fällt an der Stelle mal wieder dieser eine ominöse Name: Robert Louis-Dreyfus. Wenn ihr euch fragt, warum der euch bekannt vorkommt: Ja, das ist mein heimlicher Lieblingsfreund. Der hat Uli Hoeneß im Sommer 2000 (überraschender Weise genau die Zeit, von der wir jetzt reden) 15 Millionen "zum Zocken" geliehen. Einfach so... ok, fast einfach so, die beiden sind halt bei der Verhandlung zwischen Bayern München und Adidas zu so guten Freunden geworden, dass der eine dem anderen mal 15 Millionen Euro leiht. Das kommt halt vor, wenn der eine zum Prämiumpartner vom anderen aufsteigt.

Was ich damals aber eigentlich sehen wollte... war ja eine Untersuchung dieser 15 Millionen von Seiten des DFBs. Warum gibt einer der führenden Wirtschaftsmanager einem der führenden Sportmanager einfach so 15 Millionen. Das muss einen doch als DFB interessieren... und wenn schon nicht den DFB, dann doch wenigstens die Medien...
Jetzt wissen wir halt: Der Louis-Dreyfuss stand halt auch auf der "Gehaltsliste" des DFBs... der hat quasi zeitgleich mitgeholfen, die WM nach Deutschland zu bringen. Hey, es kann sogar sein, dass die 15 Millionen an Hoeneß mit den 2 Freundschafstspielen der Bayern im Jahr 2000 (die Teil der Gefälligkeiten für die Stimmen bei der WM waren) gegen Thailand und Malta waren... nach dem Motto: Flieg da hin, dann gebe ich dir auch hinterher Geld zum Zocken...

Wenn man natürlich selber als eigentlich fälliger Ankläger 6,7 Millionen an den anzuklagenden Überweisen hat... wird es natürlich schwierig, eine Untersuchung einzuleiten. Schwierig bis unmöglich, denn der Louis-Dreyfuss wird ja Dinge wissen. Dinge, von denen wir alle nichts wissen wollen...

Freitag, 16. Oktober 2015

Vorschau auf den 9. Spieltag

Es muss schon verdammt wenig los sein, wenn die Verpflichtung eines Neulings als Trainer in Paderborn die größte Story der Woche ist... aber so ist das halt, wenn das Meisterschaftsrennen schon entschieden ist... Genau genommen könnten wir jetzt alle bis Mitte März in den Winterschlaf begeben, ohne etwas relevantes zu verpassen... Und dann geht der Abstiegskampf wirklich los...

Der Freitag Abend:
1.FSV Mainz 05 - Borussia Dortmund: Warte... die denken wirklich darüber nach, ob Thomas Tuchel ausgepfiffen wird? In Mainz? Ist denen bewusst, dass Tuchel rein sachlich betrachtet besser war als Jürgen Klopp? Und den Verein in einem besseren Zustand (als etablierter Erstligist... Klopp war erst Abgestiegen und hat danach dann den direkten Wiederaufstieg verpasst...) hinterlassen hat als sein legendärer Vor-Vorgänger... Klar, sein Abgang war fragwürdig... aber dieser Abgang sollte die 5 Jahre Bundesliga davor nicht in den Schatten stellen...

Der Samstag Nachmittag:
Schalke 04 - Hertha BSC Berlin: Ich bin auch etwas irritiert. Aber entgegen meiner Voraussagen hat Pal Dardai es wirklich geschafft, diese Mannschaft in der Sommerpause weiterzuentwickeln. Und Michael Preetz es geschafft diese Mannschaft zu verstärken... man muss auch mal zugeben können, das man daneben gelegen hat....

VfL Wolfsburg - TSG 1899 Hoffenheim: Wie krass trifft uns die VW Krise? Seit dem Bekanntwerden des Abgasskandals wurde in der Sportschau kein einziger VW-Werbespott gezeigt... während man vorher mindestens einen pro Block gesehen hat. Klar, letzten Bundesliga-Samstag war Feiertag. Und danach war eine Länderspiel-Woche... aber 4 Wochen ohne VW Werbespots war vor einem Monat noch unvorstellbar, jetzt könnte es Realität werden...
Eine der spannendsten Entwicklungen beim Werksklub wird sein, wie VW wieder als Marke auf die Beine kommt.

Hamburger SV - Bayer 04 Leverkusen: Hey... wenn es eines gibt, was die Hamburger in den letzten Jahren geschafft haben... als guter Ausbildungsverein für Bayer Leverkusen haben sie echt funktioniert. Dumm nur, dass all das Geld, was Leverkusen in die Hansestadt gesteckt hat, nicht gewinnbringend weiter investiert werden konnte...

FC Augsburg - SV Darmstadt 98: Ja... genau... der trollt doch. Der will uns jetzt wirklich erzählen, dass diese beiden Mannschaften in der Bundesliga gegeneinander spielen. Warum hat der ein Drittligaspiel hier reingeschmuggelt? Oh warte... Mist...

Werder Bremen - Bayern München: Ähm... ich bin mir ja unsicher, ob solche Aussagen von Thomas Eichin wirklich clever sind... Ich meine, allein schon dass ein 0:12 zu Hause für den Manager vorstellbar ist... Hätte ein "Viktor Skrpinik bleibt auf jeden Fall unser Trainer, selbst wenn wir gegen Bayern gewinnen" nicht auch gereicht? Jetzt sagen sich die Spieler: "Naja... wenn selbst unser Manager uns anscheinend ein derartiges Ergebnis zutraut"...

Das Spitzenspiel am Abend:
Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach: Das Gegenstück zum Augsburg - Darmstadt Spiel: der 6. in der ewigen Tabelle der Bundesliga ist beim 9. zu Gast. Und trotz Chaos-Vereinsführungen und Investoren die den Fußball ruinieren gibt es immer noch mehr als genügend Duelle dieser Art in der Liga, da 11 der Top 12 der All Time Bundesliga Tabelle immer noch in dieser Liga spielen. Ich dachte, ich erwähn's mal: Dies ist immer noch und allen Schwarzsehern zum Trotz die normale Ansetzung: 2 Traditionsvereine im direkten Duell.

Der Sonntag:
1.FC Köln - Hannover 96: Im Montagskicker gibt es ein sehr interessantes Interview mit Kevin Vogt, welches wunderbar mit meiner "Macht der Medien" Woche zusammenfällt. Da wird Vogt ernsthaft gefragt, ob das nicht "ein Risiko" sei, sich "in Zeiten, in denen die Medien das Image entscheidend prägen", diese weitestgehend zu ignorieren. Nur um ein "dass ihnen ihre Haltung negativ ausgelegt wird, ist ihnen egal?" nachzulegen.
Ich will ja nichts sagen... aber es gibt genau 2 Sorten von Menschen, die Vogt überzeugen muss: Trainer und Scouts. Alle anderen sollten ihnen echt egal sein können. Allein schon dass die Medien uns alle glauben machen wollen, dass es riskant ist, mit ihnen nicht zu reden... wenn sie doch eigentlich von den Fußballern leben und nicht anders herum... zeigt eine bedenkliche, aber nicht mehr ganz neue, Entwicklung...

VfB Stuttgart - FC Ingolstadt 04: Ja... Ingolstadt ist der Favorit in diesem Spiel. Man kann sich eigentlich nicht vorstellen, dass der VfB sich gegen Ingolstadt so viele Chancen erspielt, dass sie auch eine davon nutzen. Und gleichzeitig wird der VfB hinten schon patzen und dann war Ingolstadt bisher immer da... ein schlechte Voraussetzung für einen Heimsieg...

Mittwoch, 14. Oktober 2015

"Das Rad lässt sich wahrscheinlich nicht mehr zurückdrehen."

Ähm... warum eigentlich?

Also warum traut sich keiner mal einen Schritt zurück zumachen... selbst wenn sich alle eigentlich einig sind, dass der Schritt zurück der richtige wäre...

Ich meine Albanien nimmt an der EM teil... und Nordirland... Rumänien und Wales... dass sind Nationen, die eine Playoff Teilnahme als großen Erfolg werten könnten... jetzt fahren die zur EM...

Und sein wir ganz kurz ehrlich: die braucht da keiner. Zumindest nicht in der Masse.

Klar, es gab auch früher schon Außenseiter, die sich überraschend für die EM Qualifiziert haben. Griechenland 2004 ist das erste Beispiel, dass einem einfällt... Auch wenn man es lieber vergessen würde... Aber 4 dieser Nationen... Plus diejenigen, die sich dann noch über die Playoffs qualifizieren...

Eine Europameisterschaft hat sich bisher immer über die große Leistungsdichte ausgezeichnet. Man kann nicht mit meinem 7:1 in die Gruppenphase starten. Man kriegt auch in der ersten K.O. Phase keinen Gegner, den man im Vorbeigehen schlagen sollte... Man muss vom ersten Spieltag an da sein. Und die Spiele sind auch vom ersten Spieltag an spannend. Nicht nur in einer, sondern in jeder Gruppe.

Das war nebenbei das große Problem der Deutschen zwischen dem Titel 1996 und der Finalteilnahme 2008: Bei den Weltmeisterschaften dazwischen konnte man sich in Ruhe ins Turnier finden... bei einer EM musste man sofort bei 100% sein.

Das war etwas, was dieses Turnier ausgezeichnet hat. Und was es spannend gemacht hat.
Eine Weltmeisterschaft ist da halt immer was anderes. Die lebt halt auch von den Exoten. Und davon, dass die mit 7:1 abgeschossen werden. Aber fußballerisch wird es frühstens im Achtelfinale interessant. Eigentlich sogar erst im Viertelfinale, wenn die besten 8 der Welt aufeinander treffen....

Aber ganz ehrlich: Erinnert ihr euch noch daran, wie nervenaufreibend das Algerien Spiel war? Oder dass man gegen Ghana gar nur Unentschieden gespielt hat? Natürlich nicht... das waren ja nur die Runden zum Aufwärmen...

Die Europameisterschaft ist das wesentlich kompaktere Turnier. Und es ist deswegen auch das fußballerisch interessantere Turnier... gewesen. Es ist das einzige Turnier, in dem man 6 Spiele am Stück an die Leistungsgrenze gehen muss und sich aller höchstens einen Ausrutscher erlauben darf... Bzw. es war dieses Turnier.

Jetzt haben wir 24 Teilnehmer. Und trotzdem kein Holland... Aber vor allem werden wir in jeder Gruppe einen Gegner haben, der nicht viel mehr als ein Punktelieferant ist. Das schadet dem Turnier.

Und dazu... kommt der Müll mit den 6 Gruppen und den Achtelfinalen... die werden im Sommer feststellen. dass es total Kacke ist, wenn man 4 Tage darauf warten muss, ob man vielleicht doch ins Achtelfinale kommt oder nicht. Und wie sie es verhindern wollen, dass der beste Gruppendritte zufälliger Weise auf den Gruppenersten aus der Gruppenphase trifft, muss auch noch geklärt werden.

Es gibt gute Gründe, warum das nach 2 Weltmeisterschaften wieder abgeschafft wurde. Nur hatte man bei einer WM halt die Option auf 32 Mannschaften zu erhöhen... diese Option hat man als Uefa nicht.

Aber das eigentlich ist doch: Warum sagt jetzt keiner "Lasst uns das wieder abschaffen"... warum impliziert das Interview mit Oliver Bierhoff, dass man sich halt an die 24 Teilnehmer gewöhnen muss, weil sich "das Rad" halt "nicht mehr zurückdrehen" lässt...

Vor allem bei der derzeitigen Situation im Weltfussball... wo derjenige, der die 24 Teilnehmer durch geprügelt hat, gerade für 90 Tage suspendiert worden ist... Ist das nicht genau der Zeitpunkt, an dem man das Rad mal ein wenig zurückdrehen kann? Und ja, noch sind die Qualifikationsgruppen für die EM 2020 nicht ausgelost... noch kann man den Modus ändern... Die EM 2024 wurde noch nicht mal vergeben. Spätestens dann kann man einfach wieder zu den 16 Teilnehmer zurückkehren. Es gibt keinen Grund, warum das nicht gehen sollte...

Vor allem... ist das Rad doch schon ein Mal zurückgedreht worden. An der Stelle, an der man es am wenigsten erwarten würde: Der UEFA Champions Leauge. Von 2000-2004 gab es eine Zweite Gruppenphase anstelle der Achtelfinale. Was den Wettbewerb nur noch mehr in die Länge zog... Irgendwann stellte man dann fest, dass der Konsument das einfach nicht will und der Produzent dadurch unnötig überlastet wird... und hat das Achtelfinale eingeführt. Also jedem Teilnehmer 2 sichere Heimspiele gestrichen. Und eigentlich geht es doch bei der Champions League nur darum: Möglichst viele möglichst sichere Heimspiele generieren.
Allerdings hat man hier festgestellt, dass man es einfach übertrieben hat. Und den Schritt zurück für den besseren Wettbewerb in Kauf genommen. Ohne dass die Umsätze irgendwie eingebrochen wären...

Warum sollen wir das bei einer Europameisterschaft nicht auch können... es bricht sich auch keiner einen Zacken aus der Krone, wenn er zugibt, dass das eine Fehlentscheidung war... vor allem wen man bedenkt, wie sich die ganzen Verantwortlichen derzeit reihenweise Zacken aus der Krone brechen...