Donnerstag, 20. Januar 2022

Worst of des "Aufbauhilfe Nord" Pokal Achtelfinale

Und damit auch direkt der letzte Beweis: Hansa Rostock wird halt weiterhin als Ostklub betrachtet... das Duell mit dem ebenfalls aus dem Osten kommenden RB Leipzig aber nicht als Derby, obwohl es zwischen den beiden Vereinen ungefähr so viele Berührungspunkte wie mit Aue gibt.  

Aber jetzt mal die dummen Ossis ausgenommen... Falls es noch niemanden aufgefallen ist. Hertha und Union sind derzeit die "Leuchttürme der Bundesliga"... also die am nördlichsten gelegenen Vereine. Und die spielten im direkten Duell, da musste also einer weiterkommen. Warum das dann nicht als "Nord-Derby" verkauft wird... Aber Berlin halt, die halten sich für was Größeres...

Aber so sieht das halt aus, wenn Hannover 96, Werder Bremen und der Hamburger SV eher auf Lokalderbys mit dem FC St. Pauli aus sind, als auf wirkliche Erfolge in der Bundesliga. Ganz fies wird das natürlich, wenn sich dieser FC St. Pauli dann einfach aus der Liga verpisst. Das würde den ganzen Plan über den Haufen werfen...

Diese Woche dachten sich dann die Bundesligisten kollektiv: Ach, diese armen Traditionsvereine aus dem Norden... denen muss man doch mal ein wenig unter die Arme greifen. Und so verabschiedeten sich Borussia Mönchengladbach, der 1. FC Köln und Borussia Dortmund aus diesem Wettbewerb... Was nebenbei auch bedeutet, dass nur noch 4 Erstligisten im Achtelfinale vertreten sind. 

Die Frage, ob die Bundesligisten diesen Wettbewerb, nachdem die Bayern als designierter Gewinner ausgeschieden sind, ernster genommen wird, wurde mit einem deutlichen "Natürlich nicht!" beantwortet.
Ganz vorne ist dabei natürlich der Bayern-Dauer-Bewzinger aus Gladbach... die scheinen echt nur gegen die Bayern zu gewinnen, ansonsten kriegen die kein Bein auf die Erde. 

Aber die eigentlichen "Es ist uns egal" Ansagen kamen gar nicht aus Gladbach, sondern aus Mainz, Köln, Hoffenheim. Also 3 Vereinen, die eigentlich jede Chance auf einen Titel beim Schopf ergreifen sollten. Und wenn sich mit Bayern, Bayer Leverkusen, Gladbach und Dortmund schon 4 halbwegs seriöse Anwärter auf den Titel verabschiedet haben, sind die Chancen so gut wie nie zuvor. Und ja, die Mainzer wussten schon, dass sich auch Dortmund verabschiedet. Ihre Reaktion: Wir lassen Jonny Burkhardt, also unseren besten Angreifer, aus Belastungsgründen zu Hause. Damit er dann am Wochenende im relativ bedeutungslosen Spiel gegen Fürth 90 Minuten durchpowern kann... Obwohl selbst der Trainer Bo Svensson sagte, gegen Fürth kann ich auch meine eh demnächst anstehende Sperre absitzen... 

Und in Hoffenheim setzte Sebastian Hoeneß den besten Spieler der Vereinsgeschichte auf die Bank. Als er dann eingewechselt wurde, stand es schon 0:2 für Freiburg. Und klar, Belastungsteuerung ist irgendwo wichtig. Auch wenn man jetzt schon fragen muss, wie viele englische Wochen die Mainzer eigentlich haben... Die Antwort lautet: Jetzt keine einzige mehr.

Auch Steffen Baumgart setzte Anthony Modeste relativ unmotiviert auf die Bank. Und dann musste er trotzdem 60 Minuten spielen, weil es in die Verlängerung ging. Der Versuch seinen Star zu schonen endete also in einer Zusatzbelastung für die komplette Mannschaft...

Und nur um das mal festzuhalten: Das realistischste Szenario für den Mai lautet: RB Leipzig marschiert mindestens auf Platz 4 und ins DFB-Pokalfinale. Was auch nur bedeutet: Einer der 7 anderen Teilnehmer braucht nur ein wenig Losglück, um garantiert in die Europa League einzuziehen. Dennoch sagten 3 an sich gute Trainer "Och... wenn das nicht klappt, ist es auch nicht sooo schlimm"... das fasziniert mich einfach.

Ist es wirklich zu viel verlangt, wenn Jonny Burkhardt mal eine englische Woche spielen muss? Aber anscheinend ist es für die Mainzer ein zu großes Risiko ihren Jungstar alle 6 Wochen auch mal unter der Woche einzusetzen... Es ist halt wichtiger, Platz 9 in der Liga zu verteidigen... Vor allem, wenn man bedenkt, dass Burkhardts langfristige Ambition schon irgendwie ein "ich spiele halt 3 Mal die Woche" sein sollte... entweder für ein deutsches Topteam, oder für eine Mittelklassemannschaft aus England... Mainz sagt jetzt aber "Das trauen wir ihm nicht zu..." Aber das ist natürlich auch eine reine Ferndiagnose, es kann natürlich auch sein, dass Burkhardt einfach angeschlagen ist, weil er als junger Spieler noch nicht an die regelmäßige Belastung gewöhnt ist.

Ganz ehrlich, das ist schon irgendwie enttäuschend. Und es entwertet den DFB-Pokal auch. Einerseits behaupten alle immer, dass der Pokal "der einfachste Weg nach Europa" ist, andererseits nehmen sie diesen Weg doch nicht wirklich an und machen ihn unnötig schwerer...
Natürlich wäre es etwas anderes, wenn die Europacup-Teilnehmer mit wirklich vollem Terminplan rotieren würden. Aber Dortmund ist ja mit einer A-Elf ausgeschieden...

Nur um zu beweisen, dass es auch anders geht: Der VfL Bochum hat seine Torhüterrotation in der 120. Minute der 2. Runde beendet. Das war praktisch der Moment, in dem Thomas Reis bemerkte, dass man ja im Pokal doch etwas holen könnte, wenn man seine beste Mannschaft aufstellt. Und im Achtelfinale stand Manuel Riemann das gesamte Spiel über im Tor... nur um vor dem 0:1 zu patzen... Oder anders ausgedrückt: Wie man es macht, macht man es verkehrt.

Der eigentliche Horror beginnt ja jetzt für die ARD. Vielleicht schaffen die sich doch spontan ab, wie es Sachsen-Anhalt gerne sehen würde. Also die müssen jetzt irgendwie 2 halbwegs ansehnliche Ansetzungen finden ohne auf die Bayern, Bayer, Dortmund, Hoffenheim und Mönchengladbach zurückgreifen zu können. Die hoffen jetzt, dass so lange gelost wird, bis es zu St. Pauli gegen den HSV kommt, damit sie uns wenigstens dieses eine Derby verkaufen können...

Mittwoch, 12. Januar 2022

Eine individuelle Saisonvorschau Revisited

 Klar, das wollte ich eigentlich in der Winterpause erledigt haben. Aber die war halt verdammt kurz. Egal, gehen wir mal kurz durch, inwieweit ich bei meinen Prognosen im Sommer daneben lag. Fangen wir am Ende an bei:

Thomas Müller: Ich muss ja zugeben, ich habe meinen Standpunkt zu Müller ein wenig geändert. Also wirklich nur minimal, denn ich gehe weiterhin davon aus, dass er kein Champions Leauge Finale mehr erreichen wird. Ich bleibe dabei, dass die Bayern eigentlich ihren nächsten Zyklus einleiten und Jamal Musiala aufbauen muss.Aber das Problem ist halt, dass das für die Bundesliga vollkommen egal ist. Und auch das Champions League Viertelfinale wird man weiterhin konstant erreichen. Also allein schon, weil man als Meister der Bundesliga ja in Lostopf ein gesetzt wird und eine einfachere Gruppe bekommen wird.
Und in der Bundesliga entscheiden Thomas Müller und Robert Lewandowski allein, wie lange sie das noch weitermachen wollen. Also in endloser Serie Meister zu werden. Denn Müller ist halt für das "Mia san Mia" nicht ganz unwichtig. Deswegen wird er seinen Stammplatz auch nicht verlieren. Und er wird dafür sorgen, dass die Bayern ihre Gier nicht verlieren.
Praktisch gesehen ist das nur noch deprimierender. Denn wenn Müller Bock hat, bis er 40 ist, bedeuten das halt 8 weitere Jahre Serienmeister. Und Lewandowski pulverisiert derweil weiter alle Rekorde vom Gerd. Für die Bundesligakonkurrenz sind die Bayern mit Müller halt immernoch viel zu gut. Und daran wird sich auch zeitnah nichts ändern.
Die viel schlimmere Seite der Medaille ist aber auch, dass die Bundesliga, die dann die nächsten 8 Jahre keinen echten Anwärter auf die Champions League stellen wird. Jedes Jahr wird man dann im Viertelfinale schockiert gucken, wenn es für die Bayern gegen Paris St.Germain, Liverpool oder Manchester City eben doch nicht reicht. Das habe ich ja auch schon in meinem letzten "Die Bayern sollten eigentlich richtig viel Geld in die Hand nehmen, um beide zu ersetzen" Post so gesagt.
Aber es ist am Ende doch auch eine Wertschätzung von Müllers Leistungen und Lebenswerk. So oft ich ihn hier kritisiert habe, seine Einstellung und Gier habe ich am Ende immer bewundert. Und wo er gerade auf dem Weg zum nächsten Vorlagenrekord ist, gibt es keine Anzeichen, dass er da irgendwie nachlässt. Und ja, das bedeutet am Ende auch, dass Müller am Ende seiner Karriere in der Tom Brady Kategorie ankommt. Also dass er allein mehr Meistertitel gesammelt haben wird, als alle anderen Verein außer die Bayern. Oh warte, das hat er jetzt schon...

Erling Haaland: Ok, halten wir mal fest: Borussia Dortmund hat definitiv andere Probleme. Eines davon könnte halt sein, dass Mats Hummels nur noch im Spielaufbau überragend ist, aber in seiner Kernkompetenz deutlich nachgelassen hat. Dass Emre Can unter "Mentatlität" "unnötige Fouls begehen" versteht. Dass die Mannschaft es einfach nicht schafft Standards konsequent zu verteidigen. Dass man es nur ganz selten schafft Partien souverän Zuende zu spielen. Aber die Abhängigkeit von Haalands Laune gehört halt auch nach wie vor dazu.
Also ganz praktisch gewinnt man, soweit Haaland denn spielt, nur, wenn er auch trifft. Zumindest war das die gesamte Hinrunde über der Fall. Dieses Wochenende gab es den ersten Sieg in einem Spiel, in den Haaland nur ein Tor vorgelegt hat. Es war das 2. Spiel, in dem Haaland nur eine Vorlage, aber keinen Treffer erzielte. Auf der anderen Seite stehen immer wieder mal Auftritte wie gegen den SC Freiburg oder die Hertha, in denen er komplett unsichtbar war.
Haaland könnte jetzt schon der zweitbeste Abschlussspieler der Welt sein. Wenn er irgendwie halbwegs in die Position kommt aufs Tor zu schießen, wird es meistens gefährlich. Und praktisch immer sucht er den Abschluss. Aber er ist halt noch kein kompletter Fußballer.
Nur mal so als Erinnerung (oder als Information für die Jüngeren, die einfach keinen anderen Meister als Bayern kennen): Beim letzten Titel war ein gewisser Lewandowski die Speerspitze. Und der war damals vielleicht noch viel kompletter, als er es jetzt bei den Bayern ist. Also nicht im Abschluss, aber wie er damals ins gesamte Spiel der Borussia eingebunden war. Man konnte Lewy immer anspielen und er verwertete und sicherte die Bälle. Das hat er jetzt bei der Spielanlange der Bayern einfach nicht nötig. Aber um Meister zu werden brauchen die Dortmunder so einen Stürmer. Jemanden, der mehr ist als nur ein Abschlussmonster. Und bevor Haaland da hinkommt, wird er woanders spielen. Was den Müller Punkt weiter untermauert. Es wird eher finsterer als besser werden.

Florian Wirtz und Moussa Diaby sind beide auf einem sehr guten Weg. Sie kommen wettbewerbsübergreifend zusammen auf 16 Tore und 19 Vorlagen. Gemeinsam mit dem seine EM Form haltende Patrick Schick bildet man eine Offensive, die sich nicht mal vor den Dortmundern verstecken muss. Das Problem ist halt: Man verteidigt tatsächlich noch schlechter als die Borussia. Dabei sah das bis zum 14. Spieltag gar nicht so schlecht aus. Aber seit dem kassierte man mindestens 2 Gegentore pro Spiel. 5 allein gegen Eintracht Frankfurt. Man könnte das jetzt ja auf die "Europa Leauge Müdigkeit" schieben, aber mit der hatte Frankfurt ja genauso zu kämpfen. Und zum Rückrundenstart baute man diese Serie auf 4 Spiele aus, obwohl man ausgeruht war.
Es ist halt echt kritisch, dass Leverkusen die Defensive in den Griff bekommt. Denn nur als Champions League Teilnehmer wird man Wirtz, Diaby und Schick eventuell noch für ein Jahr in der Bundesliga halten können. Vorne ist Leverkusen stark genug um soger Druck auf Dortmund auszuüben.

Pattrick Hermann: Der Bayern-Besieger Nummer eins spielt genau genommen doch nur eine erwartbare Saison. Also entgegen der Drohung im Sommer, dass er jetzt Stammspieler wird, weil er mit 30 noch einen unwahrscheinlichen Entwicklungssprung gemacht hat, ist er doch weiterhin einer der wichtigsten Ergänzungsspieler in der Bundesliga. Einerseits ein Fixpunkt, auf den man sich in Gladbach verlassen kann, andererseits meistens auch nur ein Einwechselspieler. Er kommt auf 5 Startelfeinsätze. Trotzdem konnte er den grotesken Einbruch der Gladbacher halt auch nicht verhindern. Und das, obwohl er beim Auslöser in Köln in der Startformation stand. Oder konnte er ihn beenden, weil es bei seinem 2. Einsatz über 90 Minuten zur Wende mit einem Unentschieden in Hoffenheim kam?
Aber ganz ehrlich: die 2 Wochen vom 13. bis zum 16. Spieltag, in denen Gladbach 17 Tore in 4 Spielen kassierte, dürften als absurde Geschichte in die Bundesliga eingehen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass dieselben Gladbacher von ihren 3 Duellen gegen den Rekordmeister 2 gewinnen konnten... und das erste Unentschieden gestalteten.
Wie teuer diese kompletten Aussetzer sein werden, können wir erst am Ende der Saison sehen. Man darf ja nie vergessen, dass der Europa Conference Leauge Platz oft an denjenigen vergeben wird, der sich zum Schluss am wenigsten dumm anstellt. Das kann immernoch Gladbach sein.

Mark Uth: Der Optimist in mir sagt: Uth hat jetzt schon so viele Tore erzielt, wie in der gesamten Vorsaison! Dazu kommen 4 Torvorlagen!!! Uth ist zurück! Andererseits spielte Uth nur 2 Mal über die gesamte Spielzeit... Die Bilanz eines Schlüsselspielers sieht anders aus. Und klar, es ist nett, dass man ihn hat. Aber Sebastian Andersson ist wichtiger, selbst wenn er gar nicht aufs Tor schießt...
Aber am Ende hat man sich halt doch für Variante 2 entschieden: Steffen Baumgart ist ein verdammtes Trainergenie. Der wichtigste Transfer des Sommers war der Trainer. Und Baumgart kann auch Bundesliga, was er vorher praktisch einfach nicht nachgewiesen hatte.
Ernsthaft, dass der Anthony Modeste wiederbelebt hat... damit hat einfach niemand gerechnet. Dessen letzte ordentliche Saison stammt aus dem Jahr 2016/17. Damals dachtet ihr alle noch, Jogi Löw wäre ein guter Trainer.. In den 4 folgenden Saison kam er auf 15 Tore. Jetzt steht er bei 14.
Also ja, die Kölner haben ihren Angreifer, der ihnen 10 Tore schenkt, gefunden. Dieser Angreifer schenkt ihnen direkt eine komplett sorgenfreie Saison. Aber niemand hätte darauf gewettet, dass dieser Angreifer Modeste sein würde. 

Kevin-Prince Boaten: Einerseits lag ich komplett richtig: Entweder Boateng reißt sich nochmal zusammen und richtig was, oder es wird richtig finster bei der Hertha. Und wie finster wurde es? Nun ja, man verpflichtete Tayfun Korkut. Boateng stand nie mehr als 60 Minuten auf dem Platz. Er ist im besten Fall ein Ergänzungsspieler, im schlimmsten Fall ein Notnagel. Also in genau den Rollen unterwegs, mit denen er sich immer schwertat.
Aber in einem entscheidenden Punkt lag ich halt falsch: So finster die Lage ist, Boateng ist immer noch da und begeht nicht die erwartbare Fahnenflucht. Ganz im Gegenteil, er nimmt die Rolle als Ergänzungsspieler komplett an. Seine stärksten Szenen hatte er doch als "Spielertrainer", der lauthals Anweisungen von der Bank gab.
Andererseits könnte er auch nur noch da sein, weil praktisch schon fest steht, dass im Sommer Schluss für ihn ist. Weil er eingesehen hat, dass es einfach nicht mehr reicht. Am Ende ist die Verpflichtung echt mit der von Sami Khedira ein Jahr davor zu vergleichen: Beide waren bemüht, aber nicht mehr in der Lage der Hertha wirklich zu helfen. Das Ergebnis ist dann ein weiteres Jahr Abstiegskampf...

Andrej Kramaric: Der Kroate bleibt einer der größten Rätsel der jüngeren Bundesligageschichte. Warum der überhaupt nach Hoffenheim kam, kann keiner nachvollziehen. Warum er immer noch da ist, ist ebenfalls unerklärlich. Und jetzt... spielt er seine schlechte Saison im Hoffenheimer Trikot. Zumindest wenn man sich die reine Trefferanzahl anguckt: 2 Tore in 17 Spielen sind eigentlich weit unter seiner Würde. Wir warten seit gefühlten Ewigkeiten auf seinen 100 Treffer im Hoffenheim Trikot.
Andererseits sind 7 Vorlagen in einer Saison jetzt schon ein Karrierebestwert. Und damit ist er dann doch wieder der wichtigste Spieler in Hoffenheim. Die verteilen das Tore Schießen nur auf mehrere Schultern. 11 Scorerpunkte in wettbewerbsübergreifend 19 Spielen sind aber weiterhin der Topwert im Team. Und für die Hoffenheimer funktioniert dieser Wandel ja wunderbar, sie sind gerade Dortmund Jäger Nummer eins.
Kramaric ist auch weiterhin deren wichtigster Angreifer, er spielt dieses Jahr nur eine andere Rolle.

Max Kruse: Ok, ich muss zugeben: Das ging schneller als erwartet. Und mit "das" meine ich die allgemeine Entwicklung bei Union Berlin. Dabei ist Max Kruse immer noch gut. Aber die Rolle des wichtigsten Angreifers hat er an Taiwo Awoniyi weitergeben. Und das ohne zu Murren. Sheraldo Becker dürfte zeitnah die Rolle als Zweitwichtigster Angreifer übernehmen. Kruse ist relativ schnell einer von vielen geworden. Und vor allem wurde er das nicht, weil sein eigenes Niveau krass abgefallen wäre, sondern weil die anderen sich an ihn angepasst haben. Dabei muss auch erwähnt werden, dass selbst ältere Spieler wie Niko Geißelmann oder Grischa Prömel noch mal eine Schippe drauflegen konnten.
Für Union ist das alles wunderbar. Auch wenn man jetzt mit Marvin Friedrich den nächsten Leistungsträger an die eigentlich nur noch namenhaftere Konkurrenz abgeben mussten. Aber die Szenarien, in denen die Unioner ernsthaft mit einen Abstieg in Berührung kommen, werden von Monat zu Monat weniger. Sie werden sich eher damit beschäftigen müssen, wie sie damit umgehen, dass sie die Nummer 1 in der Stadt sein könnten... Oder was sie irgendwann mal machen, wenn sie nur eine "Graue Maus Saison" spielen... denn die wird irgendwann mal kommen.
Union Berlin ist das Paradebeispiel dafür, wie man das doch lieber geringe Investorengeld richtig einsetzt um nachhaltiges und beständiges Wachstum zu erzeugen. Ich ziehe meinen digitalen Hut.

Montag, 10. Januar 2022

Worst of des Rückrundenauftakts

 Jetzt ist es endlich auch in der Bundesliga so weit: Wir fragen uns, ob und wie man die Ansetzungen eigentlich durchziehen kann. Also das, was wir übers gesamte Weihnachtsfest in England erleben durften.

Und wer sich jetzt denkt: Die dummen Briten haben halt kein ordentliches Hygienekonzept: Die letzten beiden Zweitligasaisons wurden durch Covid-Ausbrüche extrem beeinflusst. Kiel ist letztes Jahr deswegen nicht auf-, Dresden das Jahr davor womöglich abgestiegen. Und die haben dasselbe Hygienekonzept. Irgendwie stellt sich doch die Frage, ob die Bundesliga bisher einfach nur Glück gehabt hat, oder ob deren Konzept wirklich besser ist.

Gerade wenn die Bayern und ihre Fans jetzt jammern, sollten sie mal an Kiel und Dresden denken. Da waren die Auswirkungen viel schlimmer als beim Rekordmeister, der jetzt "nur" mit 12 Punkten Vorsprung wird. Ich hätte fast erwartet, dass die Bayern auf den Terminplan gucken und sich sagen: Bei dem, was wir dieses Jahr noch vorhaben, sollten wir lieber keine Nachholspiele einplanen... Und gegen Gladbach mit Patrick Hermann haben wir ja eh keine Chance, also Augen zu und durch...

Genau genommen sollte sich eher die Konkurrenz der Gladbacher darüber aufregen, dass diese Partie durchgezogen wurde. Wenn Gladbach jetzt am Ende genau diese 3 Punkte gebraucht hat, um nicht in die Europa Conference League zu müssen... oder genau deswegen da mitmachen muss... DANN hat dieses Spiel einen Einfluss auf die Abschlusstabelle... Aber falls die Bayern ihren immer noch gigantischen Vorsprung verspielen sollten, was sie nicht tun werden, dann liegt das nicht an diesem einem Covid-Spiel.

Dabei hat sich Borussia Dortmund ja nur 89 Minuten lang "ans Skript gehalten". Also ich ging ja eigentlich davon aus, dass Covid nur ein Versuch der chinesischen Wettmafia ist, die Quoten in Europa zu manipulieren und auf Punktverluste für Dortmund, Freiburg und Leverkusen gesetzt haben. Man muss die wenigen Gelegenheiten, bei denen die Bayern vor der direkten, aber weit entfernten "Konkurrenz" spielt, nutzen und das sichere Geld einstreichen. Schließlich patzen diese direkten "Konkurrenten" quasi immer, wenn die Bayern Punkte liegen lassen. Aber Dortmund hat dann am Ende echt dieses böse "M-Ding", für das man eigentlich Synonyme verwenden sollte, gezeigt und das Spiel in der Schlussphase komplett gedreht... Kaum geht es um nichts mehr, geht es doch...

Das logische Ergebnis der patzenden Konkurrenz: der 1. FC Köln steht auf einem Europacup Platz... Und die TSG 1899 Hoffenheim auf Platz 3. Und nur um mal zu erwähnen, wie wenig überraschend diese Ergebnisse sind: Das Freiburg-Spiel wurde in der Sportschau schon gespoilert, weil die Hoffenheimer gefragt wurden, wie es denn jetzt so auf Platz 3 ist...

Greuther Fürth: Ehre, wem Ehre gebührt: Fürth hat nur eines ihrer letzten 4 Pflichtspiele verloren!!! Das würde wesentlich beeindruckender aussehen, wenn sie mehr als einen Sieg errungen und nicht vorher praktisch alles verloren hätten. Aber langsam tastet man sich an die Bundesligatauglichkeit ran. Wenn das so weiter geht, sind sie 2023 angekommen... Aber hey, ihre Bilanz ist gerade besser als die von...

VfL Wolfsburg: Wie soll ich es sagen... es ist ein ganz schlechtes Zeichen, wenn dein Trainer der einzige ist, der kämpft... Vor allem, wenn dieser Trainer Florian Kohfeldt heißt. Ich finde es ja faszinierend, dass Kohfeldt jetzt dafür gelobt wird, dass er die Probleme gut benennen kann. Das konnte er schon bei Werder richtig gut. Allerdings muss die Frage erlaubt sein, ob das wirklich so schwierig ist, wenn die Probleme doch recht offensichtlich sind...

Dienstag, 4. Januar 2022

Machen die Bayern gerade ihren Lieblingsfehler?

 Ok, manchmal verpasst man doch etwas, wenn man keinen Kicker mehr kauft. Auch wenn die Aussagen, auf die ich mich beziehe, von Sky90 kommen... Details. Sie sind jedenfalls schon vom 6. Dezember, tauchen aber erst jetzt auf meinem Radar auf...

Im Wesentlichen sagt Oliver Kahn da, dass man keinen Erlin Haarland braucht, weil Robert Lewandowski ja "einige Jahre noch so viele Tore erzielen kann." Das ist gut für Robert. Anscheinend wollen  die Bayern ihm wirklich die Möglichkeit geben, Gerd Müller einzuholen. Dafür braucht er halt noch ziemlich genau 2 Jahre.

Und versteht mich nicht falsch: Ich glaube auch, dass dies funktionieren wird. Für die Bundesliga ist die Aussage von vollkommen zutreffend. Die Bayern sind halt so viel besser als der Rest der Liga, dass Lewy auch mit 40 noch die 25 Tore Marke knacken kann. Er wird die Bayern dann auch in 4 von 5 Fällen zur Meisterschaft schießen. Hey, so schlecht wie die Konkurrenz ist, kann er den Spaß durchziehen, bis er 50 ist.

Aber reicht den Bayern das? Also Lewandowski wird im Sommer 35. Das ist ungefähr das Alter, in dem Cristiano Ronaldo aufgehört hat in einem Champions League Halbfinale mitzuspielen. Mit 36 könnte er jetzt eher das Problem als die Lösung für Manchester United sein. Es dürfte jedenfalls spannend werden, wie Ralf Rangnick ein engmaschiges Offensivpressing aufziehen will, wenn einer seiner Stammspieler seinen letzten Defensivzweikampf 2014 geführt hat. 

Und versteht mich nicht falsch: Cristiano Ronaldo ist immer noch gut. Er ist für 90 % aller Vereine eine Verstärkung. Aber halt nur für die Vereine, die nicht um den Champions League Titel mitspielen können. Was ich nebenbei schon diesen Sommer angedeutet habe

Die Bayern wollen doch aber angeblich um diesen Titel mitspielen... sie dürften jetzt aber mit Lewandowski in eine Falle tappen, die sie schon kennen sollten.

Und ich muss hier nicht mal Thomas Müller anbringen, von denen ich behaupte, dass er auf dem absoluten Spitzenniveau seit 2015 hauptsächlich ein Mitläufer ist. Es gibt ein viel krasseres Beispiel: Franck Ribery. Der war in der Bundesliga immer noch die Hauptattraktion, als er international vollkommen irrelevant war. Also nur, um das mal mit Zahlen zu unterlegen: Franck Ribery hat in den letzten 4 Champions League Jahren 1 Tor erzielt. Einen bedeutungslosen Schlusspunkt bei einem Schützenfest am 5. Gruppenspieltag. Schon im Jahr davor traf er fast ausschließlich bei 7:0 Schützenfesten... Faszinierender Weise konnten die Bayern Riberys Leistungen sogar kompensieren und erreichten trotzdem 3 Mal das Halbfinale... Wobei, bei näheren Hinsehen setze man sich gegen FC Sevilla, Benfica Lissabon und den FC Porto durch. Als jeweils Mannschaften, die bei allem Respekt eher um den Europa League Titel mitspielen wollen. Es ist schon Wahnsinn, wie viel Losglück man haben kann... Aber im Wesentlichen liefen die letzten Ribery Jahre auf folgendes hinaus: Sobald man auf die echte Elite traf, war Feierabend. Wenn dies schon im Achtelfinale passierte, hatte man Pech. Aber im Normalfall wird ja neu gelost, wenn die Bayern einen starken Gegner bekommen.

Die Bayern dürften jetzt wieder in genau derselben Situation sein. Also zumindest, solange sie weiterhin international ihre Offensive an Thomas Müller und Robert Lewandowski ausrichten. Realistisch gesehen haben sie noch diesen Sommer, danach werden sie sich aus dem Umkreis der Titelfavoriten endgültig verabschieden. Das wird uns aber niemand verraten, weil der Kicker und Co uns immer bis kurz vorm Ausscheiden erzählen werden, wie vielversprechend dieser Versuch ist. Und wie bei Ribery wird man dann im Jahr 2025 feststellen, dass man für den internationalen Vergleich 3 Jahre zu lange an beiden festgehalten hat.

Dabei gäbe es sogar eine einfache Lösung für dieses Problem: Man holt einfach Haaland und Florian Wirtz für insgesamt 220 Millionen Ablöse... und setzt Müller und Lewy auf die Bank. Wenn sie das nicht wollen, lässt man sie gehen. Mit diesen beiden Neuzugängen wären die Bayern für die nächsten 10 Jahre Champions League gerüstet. Also vorausgesetzt, dass man sie dann auch halten kann und sie nicht doch irgendwann nach England wollen. Oder vorausgesetzt, dass man sie überhaupt verpflichten kann, weil beide ja bekannter Weise in ihrer Kindheit in Newcastle Bettwäsche geschlafen haben... Auch wenn beide zu jung sind, um Alan Shearer zu kennen. Details.
Aber die blinde Loyalität verhindert ja, dass man diese Transfers überhaupt angeht.

Das ist nebenbei nur bedingt ein Vorwurf. Diese beiden Leistungsträger abzusägen, auch wenn es zeitnah richtig wäre, ist eine eiskalte Entscheidung. Es wäre bei aller Notwendigkeit ein richtiger Arschloch-Move. Wenn die Bayern das jetzt durchziehen würden, gäbe es von allen anderen den "Die Bayern kaufen die Bundesliga kaputt!" Vorwurf, auch wenn das sachlich gesehen die einzige Variante ist, wie Wirtz und Haaland auch 2024 noch in Deutschland spielen... und auf der anderen Seite werden sei von ihren eigenen Fans dafür kritisiert, dass sie die Vereinslegenden absägen... Auch wenn erster Vorwurf sowieso kommt und man an der "Koan Neuer" erkennen kann, wie lange so eine Kritik anhält... ernsthaft, kann sich noch irgendjemand daran erinnern, dass die Bayern Fans ursprünglich versucht haben den Neuer Transfer zu verhindern?
Jedenfalls haben die Bayern das bisher praktisch nur bei Bastian Schweinsteiger hinbekommen. Den hat man genau in dem Moment gehen lassen, als er nicht mehr den höchsten Ansprüchen genügt hat, womit sich Manchester United dann herumschlagen mussten. Und dann noch bei Mats Hummels und Jerome Boateng, aber es bleiben eher die Ausnahmen, dass solche Spieler frühzeitig weggeschickt werden.

Nebenbei sieht man ja gerade bei Franck Ribery, wie krass man als Bayern alternde Starspieler mitschleppen kann, ohne dass dies für die Liga Konsequenzen hat. Man wird trotzdem souverän Meister, auch wenn Ribery ohne die Bayern eher wie ein mittelmäßiger Mitläufer bei einem italienischen Abstiegskandidaten aussieht. Dasselbe würde definitiv auch Thomas Müller passieren. Da er aber bei den Bayern spielt und die Konkurrenz in Ehrfurcht erstarrt, sammelt er weiter individuelle Rekorde und wir reden uns ein, dass er Weltklasse ist. Nur um uns dann entsetzt umzugucken, wenn er in den entscheidenden Momenten wie gegen England doch wieder versagt

Andererseits ist es halt auch einfach, diesen Vereinen dann die Loyalität, und darum geht es am Ende, vorzuwerfen. Es ist ja allgemein keine Seltenheit, dass verdiente Spieler eher ein Jahr zu spät weggeschickt werden, als zu früh.

Das wirkliche frustrierende ist doch: Während andere Vereine in den Abstiegskampf rutschen, wenn sie solche Fehler begehen, ist es bei den Bayern einfach egal, weil ihr Vorsprung vor der Nationalen Konkurrenz so unfassbar groß geworden ist...

Freitag, 31. Dezember 2021

Die "Passives Abseits Albumcharts 2021"

 Lasst mal ein wenig Spaß haben. Und Fußball Jahresrückblicke gibt es ja sonst überall... Also setzen wir jetzt die schöne Tradition fort und ich teile die Musik, die mich bewegt hat.
Ach so: Stichtag ist der 13.12, weil da Pioniergeburtstag ist und ich damit einen Grund hatte 1312 zu schreiben... Und weil man halt auch ein weilchen braucht um Alben zu verdauen.

Platz 26: MC Rene - Irgendwas stimmt: Das Jahr begann mit einer angenehmen Überraschung: MC Rene veröffentlichte ein gutes Album. Damit hatte ich nicht mehr gerechnet. Für Kontext: MC Rene war der beste Rapper des Landes von 1993 bis mindestens 98 eher 99. Dann kam Samy Deluxe. Seit dem ist Rap so groß und divers, dass sich die Frage nicht mehr eindeutig beantworten lässt. (Spoiler: Torch war es nie, auch wenn er es jahrelang behaupten durfte...)
Danach stürzte Rene aber in die Bedeutungslosigkeit der Stand Up Comedy ab. Was dazu führte, dass ich kurz in die Singles reingehört und die Alben abgewählt habe. Aber 25 Jahre nach der Renevolution kam dann tatsächlich wieder was.
Eine höhere Einstufung verpasst dieses Album wegen der doch ein wenig übertriebenen Nostalgie. Klar, auf 1993 ist das für einen Song wirklich schön... vor allem, weil ich das angesprochene Treppenhaus Video vorher schon kannte. Der Eißfeld Part danach ist wirklich grenzwertig, vertraut mir... aber muss es sich durch das ganze Album ziehen? Andere Rapper aus der Generation können das besser.

Platz 25: MAENTIK - A Constant Illiusion: Um ganz ehrlich zu sein: Auf das Album bin ich nur gestoßen, weil mein Cousin da Bass spielt. Aber bisher habe ich bei "Freunde oder Verwandte machen Musik, da höre ich mal rein" meistens richtig gelegen. Wenn man ein offenes und buntes Umfeld hat, ist das eine wunderbare Variante seinen Musikhorizont zu erweitern. Und wenn es einem nicht gefällt, hat man wenigstens Kleinkunst unterstütz. A Constant Illusion ist dann gerade noch in der "Wenn ich mal Bock auf Gitarren habe, ist das meins" Kategorie. Also wirklich gerade noch. Und man bekommt halt nicht zu oft die Chance Videos mit unter 1000 Aufrufen zu verlinken...

Platz 24: Mine - Hinüber: Mine ist einzigartig. Wann immer die an irgendeinem Projekt beteiligt ist, hört man sie sofort heraus. Die Produktion und der Sound sind eindeutig von ihr. Einen Song wie Hinüber kann sonst niemand veröffentlichen. Eiscreme hat das "Most Random Rapfeature" mit Roger Rekkles, der im Outro Eisdielen aufzählt... Das ist alles cool. Aber irgendwie will der Funke nicht so ganz auf mich überspringen... Manchmal kann man nicht wirklich erklären, warum man das eine feiert und das andere nicht so sehr...

Platz 23: Arlo Parks - Colapsed in Sunbeams: Wenn du die Sport- und Kulturseite deines Vertrauens öffnest und da jemand, als der neuste, heiße Scheiß für die Generation Z vorgestellt wird und du dir nur denkst: Danke, kenn ich schon. Oh und Arlo Parks kommt "sogar" auf 2 Grammy Nomination. Als Britin, die den Amis sonst eigentlich eher egal sind. Und die ich ja sonst auch eher ignoriere. Aber das macht doch Hoffnung... Irgendwie macht sich das Gefühl breit, dass der britische R'n'B um einiges finsterer und melancholischer ist, als sein amerikanisches Vorbild. Oder ist das eigentlich gar kein R'n'B, sondern fällt unter "Singer/Songwriter"? Nebenbei landet Arlo Parks hier nur auf Platz 4 der "englischen Talente mit ihrem Debütalbum..." Nebenliste.

Platz 22: Mal Élevé - Résistance Mondial: Ok, eines vorne weg: Mal Élevé muss man, wie schon seine vorherige Band Irie Revoltes live erleben. Die Energie, die  der alte Mann live auf die Bühne bringt, wird in Deutschland von nur ganz wenigen erreicht. Also wir reden von Feine Sahne und Mono und Nikitaman. Und klar, die Botschaft ist brachial und platt, aber manchmal muss man das halt einfach rausbrüllen. In dem Sinne: No pasaran! Und Menschen zu retten ist kein Verbrechen.
Ganz nebenbei wollte ich erwähnen, dass die Zeile "Hebt alle die Hände hoch, Stellen uns quer, denken quer, lieben quer, grenzenlos" nicht ganz so gut gealtert ist. Das liegt nicht an der Zeile, sondern nur daran, dass "Querdenken" mitlerweile von einer gewissen Gruppe besetzt wurde. 

Platz 21: Anaiis - This is no longer a Dream: Heute in der beliebten Serie: Ist das noch R'n'B, oder ist das schon Kunst? Auf jeden Fall ist es kompromisslos und komplex. Und auch wenn sie um die halbe Welt gezogen ist, so landere sie am Ende in London und fällt damit in die neue englische R'n'B Schule, die ich so feiere.  Demonstrativ wird hier Chu verlinkt, aber das ganze Album hat einen eigenen Klang.

Platz 20: Danger Dan - Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt: Uff... kommen wir zum wohl schwierigsten Album des Jahres. Also lasst uns erstmal eines klären: Ist es ein gutes Album? Die Antwort lautet: eher nicht. Das Problem ist halt, dass man ziemlich schnell nicht mehr weiß, ob man schon bei Song 5 oder erst bei Song 3 ist. Danger Dan ist halt nicht gut genug um ein reines Piano Album zu tragen. Was kein Vorwurf ist, ich bin mir nicht sicher, ob irgendein Rapper das wirklich könnte. Aber es gibt halt Gründe, warum er "nur" ein Teil einer Crew ist und kein Reinhard Mey ist.
Doch das ist ja auch alles vollkommen egal. Denn am Ende geht es bei diesem Album nur um den Titeltrack. Der hat hakt einen Nerv getroffen, dass man ihn einfach nicht ignorieren konnte. Also selbst die "Ich höre ja gar keinen Rap" Leute fanden den gut. Oder sie fühlten sich angesprochen und fanden ihn deswegen Scheiße. Aber auch dieser Song ist am Ende problematisch. Also ich frage mich irgendwann, ob man eigentlich "Angst frisst Seele auf" von Feine Sahne Fischfilet und "Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt" gleichzeitig feiern?  Also für Kontext: Die Neonaziband "Erschießungskomando" veröffentlichten einen Song, in dem zum Mord an Katharina König-Preußig aufgerufen wurde. Der Song ist FSFs Reaktion auf derartige Texte. Jetzt kommt Danger Dan und stellt fest: "Kubitschek hat Glück, dass ich nicht Bogen schieß'" Ist es jetzt in Ordnung Nazis in Musik mit Gewalt zu drohen und darüber zu fantasieren? Und der Text ist ja voll von Namen und Gewaltandrohungen. Klar, alles bewusst als Provokation und genau an der Grenze. Aber das kann das "Erschießungskomando" doch auch von sich behaupten.
Kann man nicht auch klare Kante gegen Nazis und Verschwörungstheoretiker zeigen, ohne offen mit Gewalt zu drohen? Bestimmt, hätte sich aber nicht so gut verkauft... Und versteht mich nicht falsch: Es ist immernoch ein guter Song. Aber es ist nicht dieser absolute Überhammer, den viele daraus machen wollten...

Platz 19: Die P - 3,14: Heute in der beliebten Serie: Es ist doch so einfach, warum machen das nicht mehr: Die P. Einfach nur tighter Rap. Kein Gesangschorus, keine Trap Experimente. Einfach nur 96 bpm, ein Mic und los geht's. Mehr brauche ich gar nicht um glücklich zu sein. Allerdings sind halt mittlerweile viele Musiker als Rapper und als Sänger nicht gut genug und machen deswegen beides halbherzig. Allerdings bedeutet das halt auch, dass man erst mit mitte 30 sein Debütalbum rausbringen kann...
Aber Die P rappt mittlerweile auf dem "Ist mir eigentlich egal, was die sagt, das wie ist einfach geil" Niveau.

Platz 18: Nana Adjoa - Big Dreaming Ants: Nana Adjoa hat auf Genius.com zu jedem Song dieses Albums ausführliche Erklärungen abgegeben. Von der Inspiration bis zur Entstehungs und Produktionsphase wird da alles ausführlich erklärt. Das finde ich je nach Tagelaune unfassbar cool (Hey, die lässt uns wirklich am Entstehungsprozess teilhaben) oder verzweifelt (Macht sie das, weil niemand ein Interview mit ihr machen will?). Am Ende ist es ein Album, für das man sich wirklich Zeit nehmen muss um zu merken, was sie da alles reingepackt hat. Ich verlinke hier mal demonstrativ "National Song".

Platz 17: Alicia Keys - Keys: Ok, eines vorne weg: Dass dieses Album existiert, ist richtig schlecht. Denn ich hab mir ja Tickets für das Konzert am 19.6.2020 gekauft, weil ich "Holy War" unbedingt live hören wollte. Als ich das Ticket kaufte, war noch nicht mal "ALICIA" draußen. Jetzt ist der Song vom Vor-Vorletzten Album, die Wahrscheinlichkeit, dass er in der Setliste auftaucht, sinkt also... Und beide Alben kommen nicht an "Here" ran.
Jetzt macht sie halt das, was man von ihr erwarter: Überragende Stimme und ein herausragendes Klavier. Da kommen dann einige gute Songs wie "Nat King Cole" raus. "Is it insane" soll seit der "Songs in A Minor" Session rumliegen, aber erst jetzt war die Zeit reif für eine Veröffentlichung.
Ich glaube ja, das größte Problem dieses Albums ist es, dass die "Original" und "Unlocked" Versionen einfach zu viel sind. Vor allem, weil ich den Unterschied zwischen beiden Ansätzen nicht zwingend nachvollziehen kann. Ok, das eine hat etwas mehr Piano als das andere. Aber dadurch zerfasert das Album halt auch unnötig, Ein etwas kompakteres Werk wäre meiner Meinung nach besser gewesen.

Platz 16: Jan Delay - Earth, Wind und Feiern: Ok, hier ein gut gehütetes Geheimnis: Jan Delay ist ein Pop-Freier. Der vielleicht beste Popmusiker, den dieses Land hat, aber halt auch nicht mehr. Seitdem er das "Absolute" aus seinem Bandnamen gestrichen hat, hat er quasi ausschließlich Popalben herausgebracht. Und ja, das beinhaltet mit Bambule, Blast Action Hero und Advanced Chemistry auch die 3 Beginner Alben. Eißfeldt war es damals, der es schaffte aus Rap populäre Musik zu machen, ohne dass er sich mit dem Sellout Vorwurf beschäftigen musste. Seit dem hat er mit "Searching for the Jan Soul Rebels" und La Boom lediglich 2 Alben veröffentlicht, die nicht im Kern Pop waren. Was halt faszinierend ist, denn für jemanden, der mal hoffte, dass wir seine Lieder nicht singen, hat er verdammt viel Musik zum Mitsingen produziert.
Das ist ja auch alles kein Problem, denn Jan Delay ist halt richtig gut. Ich erwarte nur halt mittlerweile auch keine Überdinge mehr von ihm. Das war mal anders. Man bekommt halt das, was drauf steht: Eine Platte zum Abschalten und feiern.

Platz 15: Clueso - Album: Das nächste Clueso-Album wird der Hammer. Zumindest, wenn man das "Ich mag den Sound, aber lass doch, lass doch den Sound für's nächste Album aufheben" aus dem Intro glauben schenken darf... oder ist das von der Aufnahmesession zum letzten Album und soll dieses Beschreiben? Für mich ist diese Platte ja eine zweiseitige Angelegenheit. Einerseits sind da die Gastbeiträge, die wie der letzte verzweifelte Versuch wirken, meinen Bruder davon zu überzeugen, dass Clueso nur eine verdammter Pop-Musiker ist. Ernsthaft, keinen dieser Gastbeiträge hätte ich gebraucht. Aber wenn sich Clueso nicht von anderen einschränken lässt, schreibt er immern noch richtig gute Songs. Die werden halt nur tief auf dem Album vergraben. Obwohl es zu "Du warst immer dabei" sogar nen Video gibt. Der Mann ist schon richtig gut, aber wie jedes Mal würde ich mir mehr von dem verpeilten Typen von "Gute Musik" wünschen. Aber solang er Spaß dran hat...

Platz 14: Everyone you know - Just for the times: Ich werde nie vergessen, wie ich der Band das erste Mal über den Weg gelaufen bin. Wir waren im Grünen Jäger um mein jährliches "Deutschrap-Update" des Reeperbahn-Festivals abzuarbeiten. Der Rapper trat auf sein Mikrofonkabel, was aber kein Problem war, weil er so viele Backgroundvocals vom Band hatte, dass es kaum auffiel, dass man ihn selber gar nicht hört. Wir sind dann weiter in die Prinzenbar. Damals, als man dort noch hingehen konnte... Und da dachte ich dann sofort: Holy shit, da hat jemand Eyedea and Abilites studiert. Also der Klang war damals schon recht dicht an deren letzten Album. Und Eyedea ist der beste Rapper, den ich niemals Live sehen werde...
Jetzt haben sich Everyone you know mehr in Richtung Dance entwickelt, was aber auch kein Problem ist. Das sind halt die Zeiten... Nach 3 Jahren ist das Debütalbum dann auch einfach mal überfällig.

Platz 13: Die Ärzte - Dunkel: Das Album beginnt so unfassbar harmlos mit "Karnickelfickmusik". Es wird dann aber sehr schnell sehr... nun ja... dunkel. Also Farin Urlaub schreibt halt einen Song darüber, wie man Menschen mit seinen Worten in den Selbstmord treiben kann. Bela B beschäftigt sich dafür dann auf "Ein Schlag" mit Femiziden. Das ganze endet dann halbwegs optimistisch mit "Our Bassplayer hates this Song", einer wir müssen die Demokratie verteidigen Hymne. Ich muss aber auch zugeben: Dieses Album hat doch seine Längen. Gerade verglichen mit dem Vorgänger Hell.

Platz 12: Materia - Die 5. Dimension: Kommen wir zum jährlichen "Ich müsste den eigentlich mehr feiern!" Album von Materia. Der Mann hat eine Wahnsinnsstimme, ist ein richtig guter Rapper und kommt aus meiner Heimatstadt. Das sind eigentlich mehr als genug Gründe für einen 5 Sterne Künstler. Trotzdem springt der Funke immernoch nicht endgültig über. Trotz Ätna Feature, die dieses Jahr definitiv einige Kategorien nach oben gestiegen sind. Obwohl er mittlerweile DJ Koze als Produzent hat, den ich noch aus der guten, alten Fischmob Zeit kenne. Obwohl wir beide definitiv Strandkinder sind. Es ist halt faszinierend, weil ich Materia spätestens seit dem Halloziehnation Demo auf dem Schirm habe. Also das lief damals im Outline hoch und runter, und dort habe ich meine Platten gekauft. Das ist jetzt schon 15 Jahre her. Ich kenne sonst keinen Künstler, der sich 15 Jahre in der "Gut, aber nicht überragend" Kategorie hält. Das macht Marten dann doch wieder einzigartig...

Platz 11: Donato - Anarco: Ich bin ja ein sehr einfach manipulierbarer Mensch: Wenn jemand ein Aphroe Feature auf seinem Album hat, muss ich das auschecken. Das ist ein absolutes und verlässliches Gütesiegel. Aphroe selber fehlt hier ja nur, weil er selten mehr als eine EP rausbringt. Aber wer so wenig macht, macht auch nur bei Künstlern mitmacht, von denen er vollkommen überzeugt ist.
Deswegen hörte ich also ins Anarco Album rein. Und wurde dann mit "Barcelona" überrumpelt. Feinstes und gleichzeitig finsterstes Storytelling. Basierend auf einer wahren Begebenheit. Also er erzählt erst die Geschichte von der Schulklasse, die mit dem Flugzeug auf Klassenfahrt nach Barcelona fährt und versetzt sich dann in den Piloten, der die Maschine auf einen Berg aufschlagen lässt. Ein richtig heftiges Teil. Also allein dieser Song sicherte einen Platz in diesen Charts. Es hat noch einige weitere emotionale Lieder im Angebot.

Platz 10: Nura - Auf der Suche: Das war dann das Jahr, in dem sich die "Wer von SXTN ist jetzt die Bessere" Geschichte wieder umgedreht hat. Nicht nur wegen des "Aus dem Asylheim in die Charts" Buches. Das Album dazu ist auch sehr stark. Normalerweise kritisiere ich ja Künstler immer, wenn sie weder richtig gut rappen, noch richtig gut singen dürfen. Aber Nura darf das auf Grund ihrer Haltung, die sie in die Charts und damit in den Mainstream bringt. Und während ich mittlerweile das Gefühl habe von Juju alles relevante schon gehört haben, packt Nura bei jedem Album noch einen drauf. Oh und "Dicker, schaffe ich es in dein Land, schaff ich es auch in deinen Club!" Nachdem sie bei ihrem Debütalbum erstmal nur sich und ihren Erfolg gefeiert hat, ist sie jetzt mit richtig viel Message zurück.

Pltz 9: Atmosphere - WORD? Der Skeptiker fragt sich: Ist es wirklich 5 Jahre her, dass Atmosphere mit "A long Hello" ihren letzten 5 Sterne Song geschrieben haben? Gut, das wäre noch nicht mal sooo schlimm, hätten Slug seit dem nicht mit "Mi Vida Loca", "Whenever", "The night before Helloween" und "Felt4 U" 4 Alben veröffentlicht, die allesamt "Gut, aber nicht überragend" sind. WORD? reiht sich jetzt nahtlos in diese Reihe ein. Die beste Zeile ist wahrscheinlich "Never forget this is America, banks rob you". Der Song kommt mit Sa-Roc Feature, was jedes Album besser macht. Am Ende verasbschiedet er sich mit einer Eyedea Referenz, die auch immer gut sind. Und ja, es gibt wieder haufenweise seltsame Videos zu dem Album, die mir beim Verstehen der Songs nicht wirklich helfen... Aber vielleicht brauche ich einfach noch ein Jahr oder 2 um das Album zu verstehen...

Platz 8: Fatoni und Edgar Wasser - Delirium: Ich muss ja zugeben, dass ich mir nie ganz sicher war, ob Edgar Wasser den ganzen Blödsinn macht, weil er nicht besser kann, oder ob all die rhythmischen Verschiebungen ein bewusstes Stilmittel sind... bis ich ihn dann diesen Sommer live gesehen habe. Und brachte er mit "Leben ist wow, dieser Flug nach Australien ist günstig, Oder ne, ist nur nach Österreich, auf Englisch" die beste schlechte Rapzeile des Jahres. Vielleicht sogar der letzten 10 Jahre. Das war eigentlich Textors Spezialgebiet. Oh und Fatoni ist ein richtig guter Rapper, der einfach nur rappt. Mehr brauche ich eigentlich gar nicht. Leider gehen die beiden am Ende des Albums mit künstlerischen Differenzen auseinander... Aber das Album ist trotzdem sehr schön geworden...

Platz 7: Celeste - Not Your Muse: Part 2 auf der "Endlich das Debütalbum der talentierten Engländerin" Liste. Oh und Celeste got robbed in 2019. Also damals, als sie für den Reeperbahn-Anchor-Award nominiert wurde, aber Alyona Alyona gewann. Mittlerweile nutzt das ZDF ihr "Stop this flame" als Olympia Song. Und wie es aussieht, tauchte es nicht nur dort auf, sondern auch beim Fifa Soundtrack... auf Netflix Serien. Im RTL2 Programmhinweis. Sie löste Beyoncé Knowles in der Peloton Werbung ab und gab mir damit eine Möglichkeit, die Beste doch in die Charts einzubauen... Thanks. Die schüchterne Sängerin ist im Mainstream angekommen... Aber im Gegensatz des Mainstreams, der von der Stimme fasziniert ist, bin ich schon im "Hab mich halt dran gewöhnt, sie macht das, was ich von ihr erwarte" Modus. Oh und an der Stelle sei erwähnt, dass das Piano praktisch direkt bei Nina Simone geklaut ist, die quasi die Großmutter der modernen "Black Music" ist.

Platz 6: Karl die Große - Was wenn keiner lacht: Hier die Gewinner des Dota-Klon Awards des Jahres: Wencke Wollny und ihre Band. "Das dicke Mädchen hat es den Berg hoch geschafft!" Wer auf "auf den ersten Blick seichte Popmusik mit überraschend tiefgründigen Texten" Bock hat, wird hier fündig. Fatonis Rap Part auf "On My Side" könnte dessen bester Beitrag des Jahres sein. "Weißt du was ich Scheiße find? Was ich so richtig Scheiße find, So richtig richtig Scheiße find? Dass ich jetzt alleine bin." Oh und das Maeckes die featuren darf, finde ich irgendwie unfair...
Wencke Wollny ist jedenfalls eine großartige Musikerin, die mir in den letzten 2 Jahren immer wieder über den Weg lief. Also 2020 dürfte ich sie 5-mal mit verschiedenen Bands oder Projekten auf der Bühne gesehen haben. Dieses Album ist da nur die logische Konsequenz.

Platz 5: Kapelle Petra - Die Jahreszeiten: Atmosphere hat das doch schon vor Jahren gemacht! Also 4 EPs in einem Jahr zu veröffentlichen und mit jeder EP eine Jahreszeit abzuhandeln. Stimmt. Aber wenn wir alles, was Atmosphere schon gemacht hat, einfach lassen, wird kaum noch jemand neue Musik rausbringen können...
An der Stelle muss noch kurz eingeschoben werden, dass das "Nackt" Album irgendwie an mir vorbei ging. Dabei ist "Weltkulturerbe" ein absolut überragender Song. Manchmal hinke ich halt 2 Jahre hinterher. Anyhow: Kapelle Petra war für DEN KONZERTMOMENT des Jahres verantwortlich. Also als die uns erst sagten, dass wir wegen Lärmbelästigung die Fenster schließen müssen, um fast direkt danach "Reißt die Fenster auf" zu spielen... Und man merkte auch den Rest des Konzertes, dass es das es die erste Indor 2G Veranstaltung ohne Masken und ohne Abstand seit 12.03.2020 war.
Auf den EPs schaffen sie es immer wieder die Jahreszeiten auch gut zu treffen. "Ameland" ist genaugenommen eine neue Version von "Summer of 69". Und das fasst die Band auch sehr gut zusammen: Sie schaffen es immer wieder wunderbare Gefühle mit einfachen Worten in Musik zu verpacken.

Platz 4: Main Concept - 3.0: "Immer wenn wir Platte machen, ist das was historisches." Dave P ist definitiv der intelligenteste Rapper. Und er war damals mit den Beginnern, als Rap wirklich am durchstarten war, mit auf der Tour dabei. Er entschied sich aber dagegen und für sein Medizinstudium. Deswegen bringt er alle 6 bis 10 Jahre mal ein Album raus. Aber das halt konstant seit 30 Jahren. Der Unterschied zu all den anderen Alteingesessenen Frührentnern: Dave P schwelgt nicht in den vergangenen Jahren, sondern geht immer weiter nach vorne. So beschäftigt mit dem Fakt, dass er sich als praktizierender Arzt immernoch als Migrant wahrgenommen wird. Oh und er ist der einzige, der Zeilen wie "Körper bilden gegen Dummheit keine Immunglobuline" bringen kann. Oder Berthold Brecht zitiert. Also klar, das hat er schon 1995 gemacht. Mittlerweile denkt er dabei nicht mehr nur an die Polizei, sondern an das System als ganzes: "Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich. Berthold Brecht was right." "Sie teilen um zu herrschen, wir teilen was wir haben!" ist eine dieser Chorus Zeilen, auf die man neidisch ist. Auch wenn sie von mir aus häufiger teilen dürften, denn jetzt heißt es 10 Jahre aufs nächste Album von denen warten...

Platz 3: Sarah Lesch - Triggerwarnung: Ähm... ja genau. Es wird jetzt um sexualisierte Gewalt in allen Formen gehen. Wer sich da als Mann unwohl fühlt, sollte diesen Paragraph überspringen. Und das ist kein Vorwurf. Also "Schweigende Schwestern" und "Die Geschichte von Masha P. Johnson" lösen bei mir auch beim 30. Hören noch ein richtig schlechtes Gefühl in der Magengegend aus. Genau das macht diese Songs so überragend. Allein schon, wie sie auf "Die Löwin" mit sanfter Stimme ankündigt, dass sie jetzt in den Angriffsmodus wechselt. "Drunter machen wir es nicht" ist dann die eine Mutmacherin auf dem Album. Normalerweise brauche ich ja Ewigkeiten, um mit Sarah Lesch Alben warm zu werden, weil die halt auch wirklich Tiefgang hat. Man muss die Alben halt mehrere Male hören, um sie wirklich zu verstehen. Diese Songs treffen einen schon beim ersten Live hören direkt ins Gesicht.

Platz 2: Dota - Wir rufen dich, Galaktika: Eigentlich ging ich ja davon aus, dass seit dem 28 .Mai Platz 1 und 2 der Charts fest vergeben sind. Denn da kamen das Main Concept und das Dota Album. Nach Platz 3 in 2017 und Platz 2 in 2018, wäre das der nächste, logische Schritt. Und nachdem ich selber eingangs dachte: Das ist ja nur der nächste logische Schritt nach der Freiheit... fiel mir irgendwann auf: Verdammt, das ist ja der nächste logische Schritt.
Also von "Wir haben die Katastrophe kommen sehen", können aber nichts dagegen machen zu "Wir rufen dich Galaktika" und einem "Dass sie uns was wegnehmen wollen wir nicht." Von "Das sind immer die anderen" zu "Tun wir einfach so, als ob wir es nicht sind." Von "Zu meiner Beerdigung gibt es überall Kofetti" zu "Ich werd als Baum reinkarniert." Wobei das wirklich schöne an Fotosynsthese ist, dass man den Spaß an der Aufnahme heraushört. Dazu kommt Bademeister*in als die musikalische Umsetzung des Erdenbewohner*in T-Shirts.
Dann liefert sie mit "Besser als nichts" ganz nebenbei noch ein wunderschönes Liebeslied. Es muss ja nicht immer alles politisch sein. Wer jetzt behauptet, dass das links-grün-versiffte Gutmenschenmusik ist... hat recht. Das sieht sie halt auch selber so...

Platz 1: Joy Crookes - Skin: Die Stimme ist Michelle Williams-esque. Und sie leidet sogar unter denselben Geisteskrankheiten. Mehr brauche ich doch gar nicht. Aber Joy liefert noch mehr. Sie unterscheidet sich von den anderen britischen Singer/Songwritern dieser Liste, weil sie halt auch richtig heftige Themen angeht, anstatt nur über zerflossene Liebe zu singen. In der Leadsingle "Feet dont fail me now" geht es direkt um Depressionen. "Unlearn you" ist dann die Bewältigung sexuelle Misshandlung. "Kingdom" ist ein rundumschlag gegen die britische Regierung. In "19th Floor" geht es um das Aufwachsen in Armut. "Power" ist eine dieser zahllosen Feministinnen Hymnen, die mir dieses Jahr über den Weg gelaufen sind. Und wenn sie dann tatsächlich mal ein Liebeslied schreibt, geht es darum, dass sich ihr Ex hinterher in einen Mann verliebte... All das schon auf ein Debütalbum zu packen, ist Wahnsinn... Am Ende muss ich das Ding auf Platz 1 zu heben, muss allerdings auch festhalten, dass es zwischen Platz 1 und 3 praktisch keinen Unterschied gibt.
Nebenbei muss ich kurz die Reisegeschichte der Vinyl erzählen. Die haben wir uns nämlich signiert aus England schicken lassen. Nur wurde sie in Gütersloh gepresst, nach London geschickt, signiert, eingeschweißt, über den Zoll nach Hamburg gesendet um dann mit dem Zug nach Leipzig zu fahren... das ist mal eine Reise...

Montag, 20. Dezember 2021

Worst of des "Alle Ruhrpott Asis im Stadion" Wochenendes

 Ist sich Max Kruse eigentlich bewusst, wie viele Fans er da beleidigt hat? Denn die Schalker und Dortmunder so: Ey! Wir waren da gar nicht dabei. Wenn man dann noch bedenkt, dass das ja ne 2G Veranstaltung war und alle ungeimpften Asis ausgeladen waren... und sich die Ultras ja gerne mit denen solidarisieren und deswegen auch das Stadion vermeiden.

Das soll jetzt nicht bedeuten, dass alle Ungeimpften Asis sind. Aber es sind schon viele dabei.

Und dann dachte sich ein einzelner Fan in Duisburg: Hold my Asi-Bier. Also im Gegensatz zu den Ruhrpott-Asi-Kollegen hat er sein Bier nicht auf die Gegner geschleudert... dafür aber eine rassistische Beleidigung. Warte, am Ende ist Rassismus in Stadien gar kein ostdeutsches Problem? Vielleicht kriegen die jetzt raus, dass es auch in Westdeutschen Traditionsvereinen Nazis in den Fanblocks gibt? Nun muss natürlich erwähnt werden, dass nicht jeder Fan, der Spieler rassistisch beleidigt, direkt ein Nazi ist. Er kann auch nur ein Arschloch sein.

Wenn jetzt irgendjemand mit "Och komm, er hat ihn als 'Affen' beschimpft, das ist doch nicht so schlimm und ganz normal!" kommt... sucht euch einen anderen Blog. 

Dass es bei so einer leider viel zu alltäglichen Aktion endlich mal zu einem Spielabbruch kommt, war längst überfällig. Wir haben seit Jahren nur gesagt, dass so was nicht toleriert werden kann, es aber am Ende trotzdem toleriert. Und da hilft es natürlich, wenn man "Schrei nach Liebe" über die Stadionanlage laufen lässt und den Täter identifiziert. Also alle, die nicht dieser eine Hohlkopf sind, haben sich vorbildlich verhalten. Aber alleine damit ist es nicht geregelt.

Die spannende Frage ist ja: Was passiert jetzt? Also sollte Duisburg wirklich dafür die 3 möglichen Punkte verlieren, was ihnen im Abstiegskampf wirklich weh tun könnte? Also ich bin ja an sich dafür. Denn nur wenn die Fans ihren Vereinen wirklich weh tun, wird sich ihr Verhalten im Stadion ändern. Und wenn Duisburg am Ende absteigt, weil sie so einen Vollidioten im Stadion haben, bekommen sie kein Mitleid von mir.

Andererseits wäre eine Neuansetzung mit einem deutlichen Statement gegen Rassismus natürlich auch eine Variante und würde die sportliche Integrität wahren. Aber am Ende bin ich ehrlich auch nur froh, dass es nicht Hansa Rostock getroffen hat. Was ja bei der Geschichte der Fanszene viel zu wahrscheinlich war...

Und sonst so? In der Bundesliga?

Hans-Joachim Watzke Mentalitätsmonster der Woche: Man stelle sich vor, dein eigener Trainer spricht, anstatt das böse M-Wort in den Mund zu nehmen, von "Bedingungslosigkeit" und "Haltung". Nächster Eintrag im "Wir haben kein Mentalitätsproblem": Uns fehlt nur die Bedingungslosigkeit... nur so für den Kontext... Was macht man dann als Chef des Vereins? Genau: Man beschwert sich über die Qualität des Platzes. Heute in der beliebten Serie: Ich will kein Alibi liefern, liefere aber ein Alibi...

Und ich meine, der Platz war so schlecht, dass sogar Ishak Belfodil traf... 3 Tage, nachdem ich erwähnt habe, dass der seit 2019 nicht mehr getroffen hat. Wahrscheinlich war der Platz damals genauso grausam, aber es gibt halt keine Fernsehbilder und nur Schwarz-Weiß-Fotos, deswegen ist das schwer zu beurteilen. 

Oh und weil sich Dortmund schon das neue Saisonziel: "Wenn wir nicht Meister werden, dann lassen wir wenigstens diesen einen unbedeutenden Blogger schlecht aussehen" gesetzt hat, erzielte der ebenfalls hier angezählte Marco Richter 2 Tore. Eines davon aus der Kategorie "Tor des Monats"... das darf ich mir jetzt also im Januar in jeder Sportschau angucken. Danke, Dortmund. Gut, dass ihr den Fokus auf die wirklich wichtigen Ziele legt.

Dann gibt sich zusätzlich RB Leipzig alle Mühe, um den Abstiegskampf spannend zu gestalten, in dem man gegen 10 Bielefelder lieber das 0:2 kassiert, anstatt das Spiel noch zu drehen. Nach dem Motto: Wenn wir schon nicht die Meisterschaft offen halten können. Es ist halt einfach nur faszinierend, wie es jedes Jahr 2-3 Ergebnisse gibt, bei denen sich niemand sachlich erklären kann, wie das passieren konnte. Wobei 2-3 Ergebnisse viel zu niedrig angesetzt ist, schließlich gibt es da gerade so viele von, dass der SC Freiburg auf Platz 3 überwintert. Bei allem Respekt vor Christian Streich: Wie viel musste bei der Konkurrenz schieflaufen, damit das passieren konnte? Hat einer von denen Florian Kohfeldt als Trainer verpflichtet?

Donnerstag, 16. Dezember 2021

Worst of der "Bis auf das Ergebnis" englischen Woche.

 Fangen wir direkt mit dem Aufreger der Woche an. Also dem Fakt, dass sich die Spielvereinigung Greuther Fürth so aufregt. Und das muss man halt von beiden Seiten sehen.

Also einerseits haben die vollkommen recht. Allein schon, weil sie ja nicht allein mit dieser Wahrnehmung dastehen. Thorsten Lieberknecht sprach diese Wahrnehmung schon 2013 sehr undiplomatisch aus und nannte Eintracht Braunschweig einen "Piss-Verein". Damals hielt ich das noch für albern. Mittlerweile legten aber Ralph Hasenhüttl, Andre Breitenreiter und eine gewisse moralische Instanz namens Christan Steich nach. Wenn alle Trainer von kleinen Vereinen sich darüber aufregen, dass im Zweifelsfall gegen sie entschieden wird, ist das schon verdammt viel Rauch. Da muss dann auch irgendwo ein Feuer sein. Aber anderseits ist halt eines der Grundprobleme, dass sich Trainer und Manager einfach nicht sachlich zu Schiedsrichterleistungen äußern können.

Also der Kicker (ja, Vorsicht, der Link geht zu dem Kicker...) bescheinigt Dennis Schlager eine ordentliche Leistung. Vor allem schreibt er von einem möglichen Platzverweis für Jude Bellingham und Jetro Williams. Beide hätten innerhalb von 6 Minuten vom Platz fliegen können, aber nicht müssen. Wobei ich es an der Stelle faszinierend finde, dass die Williams Szene es noch nicht mal in die Sportschau Zusammenfassung geschafft hat. Also die zeigen, wie Stefan Leitl sich aufregt, Gelb kassiert und Bellingham den Gegenspieler tritt. Und man zeigt direkt davor den Freistoß von Marco Reus, der "nur" zur Gelben Karte von Williams geführt hat. Dass man da anscheinend auch über Rot reden kann, kriegt man aber gar nicht mit. Dazu aber gleich.

Jetzt halte ich es schon für problematisch ein "Wir wären vom Platz geflogen" in die Mikros zu blöken, wenn man 3 Minuten vorher in einer vergleichbaren Szene eben nicht vom Platz geflogen ist. Anscheinend waren die Regelauslegungen von Stieler doch sehr konstant, was ja das einzige ist, was man wirklich fordern kann. Aber die Verantwortlichen im Fußball blenden halt jegliche Szene, die für einen entschieden wurde, komplett aus. 

Auf der anderen Seite ist der eine Kicker-Redakteur halt auch der einzige, der da einen möglichen Platzverweis gesehen hat. Und das macht die ganze Geschichte halt nur noch viel komplizierter. Ich kann mir die Szene selber nicht ansehen. Ich muss mich darauf verlassen, dass ein Redakteur des von mir regelmäßig kritisierten ehemaligen Fachmagazins dieses eine Mal sachlich argumentiert hat und richtig lag. Das ist schon problematisch.

Vor allem, wenn man am Ende feststellt, dass es einfach kein "sachlich und richtig" gibt. So etwas existiert beim Fußball einfach nicht. Oder allgemein bei Ball- und Kontaktsportarten. Also nächstes aktuelles Beispiel: Der nicht gegebene Elfmeter von Tobias Stieler wegen Akpogumas Faller. So beschreibt der Kicker diese Szene. Steffen Simon versteht dagegen nicht mehr, warum es keinen Pfiff und keine VAR Intervention gibt. Da schauen sich 2 Profis dieselbe Szene an und kommen zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen. Und bei Hoffenheim - Leverkusen kann man denen ja nicht mal vorwerfen, irgendwie parteiisch zu sein. Das sind halt 2 Vereine, die im Wesentlichen allen egal sind. Gut, man könnte es sich mit Rudi Völler verscherzen, wenn man schlecht über seine Werkself spricht, aber das wäre ja eher ein Grund für eine kritische Berichtserstattung...

Und an der Stelle kann ich ja nicht mal sagen, dass einer eindeutig falsch liegt. Als neutraler Beobachter kann ich beide Positionen irgendwie nachvollziehen. Wahrscheinlich, weil es mir persönlich vollkommen egal ist, ob dieser Elfmeter gegeben wird oder nicht. Es soll aber nur mal verdeutlichen, wie schwierig es wirklich ist sachlich über Fußball zu reden. Und das ist dann wiederum das eigentliche Grundproblem am VAR: In einer Sportart, in der es keine absoluten Wahrheiten bei der Regelauslegung gibt, kann es auch keine absolute Gerechtigkeit geben.

Anthony Modeste: Wo wir schon bei schönen Sportschau-Details sind: Der freut sich anscheinend auf die neue Ampel-Koalition. Also fast so sehr, wie über die Niederlage für Jörg Schmadtke. Denn bei seinem Torjubel zieht der anscheinend symbolisch an einem Joint... Was aber nur ein Mal für knapp 2 Sekunden zu sehen ist und danach komplett tot geschwiegen wird. Im "Hoffentlich hat das keiner gesehen" Modus. Doch. Natürlich achte ich auf diese absolut unwichtigen Dinge...

Hertha BSC Berlin: Also mal ganz abgesehen davon, dass es ein Totalausfall als "nicht so schlimm" eingestuft wird... von dem Führungsspieler, den man extra dafür geholt hat, solche Totalausfälle zu verhindern... Es ist schon echt absurd, was gerade bei der Hertha abgeht. Also dass Tayfun Korkut alle daran erinnert, wer eigentlich an der Misere Schuld hat, weil er während des Spiels in Michael Preetz Gedächtnis Look auftritt. Ersthaft, vergleicht mal das Bild von der Pressekonferenz mit dem offiziellen Twitteraccount von Preetz. Der Korkut trollt doch. Es kann mir doch keiner erzählen, dass er sich zufällig für denselben Haarschnitt und dasselbe bescheidene Brillenmodell entscheidet.

Aber das eigentliche Drama ist ja ein ganz anderes. Also die Hertha hat ja unfassbar viel Geld ausgegeben um gute und aufregende Offensivspieler zu holen. Jhon Cordoba, Krzysztof Piatek, Dodi Lukebakio und Matheus Cunha und ihre gefühlt 15 absurden Akzente im Namen kamen für insgesamt 77 Millionen Euro. Im Großen und Ganzen pulverte man 162 Millionen an Ablösen in diese Mannschaft. Unter anderem, weil man 7 Millionen für Marco Richter ausgab. Wer bezahlt den 7 Millionen für einen Rollenspieler aus Augsburg?

Wer holt jetzt jedenfalls "die Kohlen" eher nicht aus "dem Feuer"? Stevan Jovetic, der als ablösefreier Zugang seinen Vorruhestand in der deutschen Hauptstadt genießt. Dazu Davie Selke und Ishak Belfodil. Gibt es im Jahr 2021 ein Sturmduo, welches mehr nach "grauer, uninspirierter Maus" schreit als Selke und Belfodil? Belfodils letztes Bundesligator erzielte er am 18.05.... Im Jahr 2019. Damals war Julian Nagelsmann noch Trainer in Hoffenheim und Geisterspiele waren ein weit entfernter Albtraum. Und ja, Nagelsmann ist ein absurdes Trainergenie. Unter anderem, weil er eine 16 Tore und 9 Vorlagen Saison aus Belfodil herausgepresst hat. Aber die Hertha wird keinen derart genialen Trainer finden. 

Lukas Hradecky: Heute in der absolut brillantesten Aussage aller Zeiten: Wir haben keine Mentalitätsproblem, wir sind nur zu brav... Also ich fand es schon faszinierend, wie der Leverkusener Torwart an die Decke geht, wenn er auf die Mentalität angesprochen wird ("Dieses Scheißwort" dürfte gefallen sein, aber im Gegensatz zu Modestes Kiffer Jubel finde ich das nicht online...), dann aber sofort ein anderes Wort nutzt, welches dem Reporter praktisch recht gibt. Wenn man zu brav ist, hat man ein verdammtes Mentalitätsproblem.
Das ist nen bisschen als würde Fürth sagen: Wir sind nicht zu schlecht, wir sind nur nicht gut genug...

Es ist echt faszinierend, wie alle auf dieses böse "M-Wort" reagieren. Das ist ja auch keine Neuigkeit. Dabei wird die Frage ja in den meisten Fällen berechtigt gestellt. Und dann sucht man irgendwelche anderen Begriffe und Erklärungen, die aber im Endeffekt dasselbe sagen.