Montag, 14. November 2016

Worst of des "oh, warte, es gab gar keine Bundesliga dieses Wochenende"...

Was natürlich nicht bedeutet... dass unsere Kellerkinder sich nicht trotzdem gemeldet haben...

Maik Walpurgis wird dann neuer Trainer in Ingolstadt. Und wenn ihr (nach der Frage "Wer ist das eigentlich?") versucht zu verstehen, warum der (im Gegensatz zu allen anderen) dieses Angebot angenommen hat... wahrscheinlich hat Thomas Linke ihm gedroht, dass er ihn sonst als Bundespräsidenten vorschlägt...
Oder aber... es geht Linke jetzt wie den Brexit Wählern... und er googlet nach der Wahl das erste Mal, was er da gerade entschieden hat...

Aber den Ingolstädtern kann man halt beinah keinen Vorwurf machen... Das ist halt nen Job, den sich nicht mal Jos Luhukay antun wollte. Und der wird nicht all zu viele Angebote von Bundesligisten ablehnen können... Und es ist ja nicht so, dass man schon über Monate im Voraus wusste, das man im November einen neuen Trainer brauchen würde...

Anders ausgedrückt: In Ingolstadt ist alle schön, schließlich können die immer noch über den Hamburger SV lachen...

Eigentlich ist es Schade, dass es heute Abend eine Aufsichtsratssitzung in Hamburg gibt... Denn Dietmar Beiersdorfer ist einfach zu unterhaltsam. Es ist einfach herrlich, wie planlos der gerade durch den Verein stolpert...
Und das faszinierendste: In seiner erste Ära beim HSV sah er noch echt wie ein guter Manager aus. Damals dachten am Ende alle, dass Bernd Hoffmann und sein Größenwahn das Problem beim HSV ist...

Jetzt...

Also ganz ehrlich... so dumm kann man sich doch gar nicht anstellen. Also nicht als Profiverein. Jedem Karnevalsverein wäre das peinlich...

Nur für diejenigen, die es vergessen haben: Der Turnbeutelvergesser Peter Knäbel wurde am 9. Mai 2016 entlassen. Offiziell sucht der HSV spätestens seit diesem einen neuen Sportdirektor. Und sein Beuteschema hat man ja auch direkt und klar formuliert. Also so klar, dass Christian Hochstätter im September seinen Vertrag in Bochum bis 2020 verlängerte...
Ja... mit dem Spitzenkandidaten auf den Job hat erst Mal 4 Monate lang keiner gesprochen... Wenn die im August einfach mal über nen Berater lose angefragt hätten, ob Hochstätter sich das vorstellen könnte... Ich meine, wir reden von Bochum. Der einzige Mensch auf der Welt, der diese Stadt geil findet, ist Herbert Grönemeyer. Und selbst der ist dann doch nach London gezogen...

Wenn die Hamburger also in der Sommerpause wenigstens mal angefragt hätte... dann hätte Hochstätter doch noch mit seiner Vertragsverlängerung warten können... Es ist ja nicht so, dass sein Vertrag in 6 Monaten ausgelaufen wäre...

Aber der HSV musste ja vorher noch Nico Jan Hoogma absagen... lassen... oder so. Also das einzige, was nach der Personalie Hoogma fest steht, ist doch, dass Beiersdorfer nicht gut darin ist, mit Sportdirektoren zu verhandeln... Denn normaler Weise findet man am Ende so einer gescheiterten Verhandlungen wenigstens eine Formulierung, mit der beide Parteien das Gesicht wahren können...
Und allein schon wie das gelaufen ist, stellt dem Didi kein gutes Zeugnis bei dieser Aufgabe aus.
Danach... kriegt er dann nicht die Freigabe für seinen nächsten Kandidaten. An dessen Ablöseforderungen er irgendwie selber Schuld ist.

Man denkt ja echt jedes Jahr, dass der HSV sein Höchstmaß an Inkompetenz erreicht hat... und dann gibt es mal eine solide Saison, die uns alle auf die falsche Fährte führt... nur damit die Unfähigkeit noch heftiger zurück schlägt.

Und ja, ich gehe immer noch davon aus, dass der Kühne im Winter doch wieder 15 Millionen auf den Tisch haut und der HSV die nötigen Verstärkungen bekommt um wenigstens noch die Relegation zu erreichen. Das weder die DFL noch der Fußballgott den nötigen Anstand hat und die einfach mal absteigen lässt...
Aber selbst das sehe ich mittlerweile positiv. Immerhin bleibt mir der HSV so erhalten... und wird mich weiterhin unterhalten. Erste Liga und keiner weiß warum...

Freitag, 11. November 2016

Die Bayern profitieren doch von der Länderspielpause...

Warum beschweren sie sich dann ständig?
Also die Antwort ist natürlich ganz einfach: Weil sie in diesen Wochen selber kein Geld scheffeln können...

Aber jetzt muss ich die These natürlich auch noch verteidigen.

Das ist aber... überraschend einfach. Man muss sich nur mal die Personalien Jerome Boateng und Manuel Neuer angucken. Der eine hat sich wenigstens noch die Mühe gegeben, eine Muskelverletzung herbeizubeschwören. Neuers Diagnose lautet dagegen "Unwohlsein und Kopfschmerzen"...Der Zyniker in mir fragt sich, in welcher Kneipe Manu wohl vor dem Abflug trinken war... denn das klingt schon stark nach "Ich bin zu verkatert um gegen San Marino zu spielen."

Und ja, machen wir uns nichts vor: Wenn es am Samstag für die Bayern gegen einen relevanten Gegner gehen würden, hätten sich die beiden nicht krank gemeldet. Die hätten sich kurz behandeln lassen und wären irgendwie wieder fit geworden... Auch wenn das am Ende vielleicht nur bedeutet, dass sie die Problemchen so lange vor sich her schieben, dass sie irgendwann zu einem großen Problem werden... oder dass man gerade so noch die Winterpause erreicht. Und ja, wir wollen alle gar nicht so genau wissen, was alles unternommen wird um Fußballer irgendwie wieder fit zumachen.

Jetzt... haben die beiden 14 Tage Spielfrei. Als Bayern Profi spielt man in diesen 14 Tagen normaler Weise 4 mal. Und reist im Zweifelsfall durch halb Europa. Und ja, das ganze Reisen ist ein gerne unterschätzter Faktor. Man muss halt nicht nur spielen, man muss auch überall hin fliegen.

14 Tage am Stück spielfrei... hat ein Premiere League Legionär zwischen September und Mai wahrscheinlich nie.
Und was ich Jogi Löw bei aller Kritik, die ich immer wieder an ihm äußere, wirklich anrechnen muss: Der Mann hat das verstanden. Der akzeptiert diese Pseudo-Verletzungen konsequenzlos. Weil er halt begriffen hat, dass es nicht von belang ist, wer in der Qualifikation gegen San Marino spielt.
Und diese Länderspielphasen werden ja mittlerweile von allen genutzt, um kleinere Wehwehchen auszukurieren. Das ist auch voll vernünftig so. Solange nicht das eine Spitzenspiel ansteht (oder man für eine kleine Nation wie die Niederlande antreten muss) spielen nur die Leute, die absolut fit sind. Alle anderen kriegen Zeit zum regenerieren.

Löw verzichtet auch auch absurde Auswärtsreisen "um Märkte zu erschließen", sondern kann mit der Bahn vom Pflichtspiel in San Marino zum Freundschaftsspiel gegen Italien anreisen. Das ist unfassbar clever von ihm.
Nur so als Vergleich: Die Spanier fliegen nach ihrem Heimspiel relativ unmotiviert nach England. Das sind 1700 Kilometer zwischen Madrid und London... und zurück...
Wenn die Spanier so clever wären wie Jogi... würden sie nach ihrem Heimspiel gegen irgendwen ein Freundschaftsspiel in Portugal aushandeln... Einfach um Meilen im Flieger zu sparen. Und ja, diese Meilen in den Fliegern bleiben in den Knochen hängen...






Und Löw geht ja sogar noch einen Schritt weiter: Der hat jetzt schon bekannt gegeben, dass ihm der Confed Cup ziemlich egal ist... und dass er seinen ganzen in jedem Sommer Turniere spielenden Helden frei geben will... Das ist unfassbar clever von ihm. Und das könnte ein Karl-Heinz Rummenigge auch mal anerkennen...

Aber selbst die Spieler, die da hin müssen... Ein Spiel gegen San Marino gefolgt von einem Freundschaftsspiel ist doch für die auch eher wie Urlaub. Guckt euch einfach mal den Unterschied an der Intensität zwischen den 2 jetzt kommenden Spielen und jeder beliebigen Bundesligapartie an... ihr werdet es sehen.

Und das ist ja das eigentliche Problem: Wenn die Länderspiel Pause abgeschafft werden würden... glaubt irgendjemand, dass das den Rahmenterminkalender entlasten würde? Ok, auf den ersten Blick schon. Denn das würde bedeuten, dass man die Winterpause so lang macht, dass es sich auch da lohnt, nach Asien zu fliegen. Und macht euch nichts vor: Die gewonnene Zeit würden die großen Vereine sofort wieder investieren und noch irgendeinen belanglosen, selbst ausgedachten Pokal am Arsch der Welt austragen.
In dem Moment ist es doch sogar gut, dass die Fifa ihnen diese Zwangspause auferlegt. Also das kann man auch als Selbstschutz für die betrachten...

Im Wesentlichen haben die Bayern 2 Probleme: Südamerika ist verdammt weit weg. Genau so wie für andere Südkorea oder die USA... Das ist halt die Kehrseite des "Wir müssen die Märkte erschließen": Die wollen dann da auch selber Fußball spielen. Und haben jetzt mehr bessere Spieler als früher. Was auch nur bedeutet: Mehr Spieler, die von Europa zur Qualifikation weite Reisen unternehmen müssen...
Aber diese Weltreisenden hatte man ja auch schon immer im Kader. Klar, ganz früher hatte man insgesamt 3 Ausländer im gesamten Kader... dass das jetzt so ein riesiges Problem ist und Fußballmannschaften bis zu 20 Nationalspieler abstellen könnten... liegt ja auch nur an den Reformen, die die Vereinsmannschaften unbedingt durchdrücken wollten. Daran, dass die Begrenzungen für Ausländer immer weiter aufgeweicht worden sind. Das haben die Bayern doch aber so gewollt... dass das dazu führen würde, dass sie nur noch mehr Nationalspieler in ihren Reihen haben werden und die Nationalmannschaftspausen deswegen zu einem Problem werden... hätten ihnen jeder Viertklässler voraussagen können.
Dass ist halt die Sache, die all die Funktionäre immer wieder einfach ignorieren: Alle Probleme, die der moderne Rahmenterminkalender so mit sich bringt, beginnen bei der Gier der Vereinsmannschaften, die halt einfach nicht zu stillen ist. Auch weil sie von dieser Gier (bisher) extrem profitiert haben. Und ja, für die Qualität des Fußballs war die Aufweichung der Ausländerbeschränkungen eine gute Sache. Aber sie hat halt auch gewisse Nachteile mit sich gebracht. Mit denen muss man dann aber einfach mal Leben können.

Um an der Stelle noch schnell einen Absurden Gedanken auszusprechen: Dass Rummenigge sich bei der Champions League Verteilungsreform in die Opferrolle stellen will, ist lächerlich. Also das: Wenn wir das jetzt nicht machen, kommt ein chinesischer Investor und zwingt uns alle dazu, für ihn zu spielen... ernsthaft Kalle? Alles, was passieren müsste, um das zu verhindern, ist... ein klares Bekenntnis von Bayern, Barca, Manchester United und Real, dass sie zum sportlichen Wettkampf der Champions League stehen und nur diese gewinnen wollen. Verbunden mit dem Versprechen, an keinem nicht von der Uefa oder Fifa organisierten Wettbewerb teilzunehmen. Auch wenn ihnen dadurch ein paar zusätzliche Yen oder Dollar durch die Lappen gehen. Das alleine würde diesen neuen Wettbewerb extrem abwerten... aber es lässt sich ja nicht mit der Gier nach Mehr verbinden...

Das 2. große Problem... ist halt Arjen Robben. Und der Fakt, dass sein Körper nicht für die Höchstbelastung, die von ihm erwartet wird, geschaffen ist. Robben hatte ja immer und überall mit Verletzungen zu kämpfen. Er ist wahrscheinlich der Profi, der diese 14 Tages Pausen am dringendsten braucht. Und er spielt für ein Land, dass sich seine Absagen einfach nicht leisten kann... Dass er mit seinen 32 Jahren immer noch nicht erkannt hat, dass er sich das (rein körperlich) nicht mehr antun sollte... löst gefühlt die Hälfte aller bayrischen Nationalmannschaftsprobleme aus... Aber ganz ehrlich: Das muss man doch mit Robben klären... und wenn einem Robbens persönliche Entscheidung wirklich nicht passt... dann läuft sein Vertrag halt aus. Das ist doch aber kein Fifa-Problem.

Donnerstag, 10. November 2016

Weil Fußball halt auch nur die schönste Nebansache der Welt ist II: Was für einen Scheiß wählen die sich eigentlich zusammen?

Also die Amis. Ne warte, die Briten... oder doch die Vorpommeranzen?

Yeah... holy shit...

Diese Wahl in Amerika war ja wirklich faszinierend. Auf ganz vielen Ebenen. Aber da es uns relativ egal sein kann, wie die ihr eigenes Land kaputt machen (und es ist ja auch ihr gutes Recht dies zu tun... also technisch gesehen können wir uns darüber gar kein Urteil erlauben...), sollten wir uns mal damit beschäftigen, was all diese Wahlergebnisse eigentlich für uns bedeuten.

Und wenn man sich so die Berichtserstattung anguckt... oder die Sozialen Medien... denkt man, dass die Welt jetzt unter geht.  Und dass eine Janelle Monae dies glaubt, ist auch verständlich. Für die ist als progressive Afroamerikanerin wirklich eine Welt untergegangen.

Aber für uns... wird sich überraschend wenig ändern.
Denn einerseits hat der amerikanische Präsident überraschend wenig Macht. Er wird uns zwar als mächtigster Mann der Welt verkauft... aber genau genommen macht er erstaunlich wenig... und ein Barrack Obama hat das ja mitbekommen, als er gegen die Polizeigewalt gegen Minderheiten (hauptsächlich der Minderheit, der er angehörte) nichts unternehmen konnte, außer mal eine Rede zu halten.

Und Außenpolitisch... Klar, Mexiko wird ziemlich schnell mitbekommen, ob Trump das wirklich durchzieht... aber... wir Europäer? Also der gefühlt erste Satz, den Trump gesagt hat, war ja "Wir wollen großartige Beziehungen, aber Amerika steht an erster Stelle"... Wisst ihr wer das quasi auch gesagt hat? Barrack Obama... der hat, als er den FUCKING FRIEDESNOBELPREIS entgegengenommen hat, eine Rede gehalten, in der er uns erklärt hat, dass Amerika das Recht hat seine Werte mit Waffengewalt zu verteidigen... und da wundert sich die Kommission, dass Bob Dylan sich nicht bei denen meldet...
Die "America First" Doktrin funktioniert doch unabhängig vom Präsidenten. Da gibt es eigentlich nur eine Dynastie, die noch schlimmer ist, als der ganze Rest... aber der Rest bewegt sich seit Jahren echt auf Augenhöhe.

Überhaupt Obama... könnt ihr euch noch an die Allgemeine Euphorie in Europa erinnern, als der gewählt worden ist? Ist davon irgendwas übrig geblieben?
Wir werden erschreckend wenige Unterschiede zwischen Obama und Trump mitbekommen. Vor allem gemessen an dem Hype, der vorher und nachher darum gemacht wurde...

Was nicht bedeutet, dass wir uns nicht fragen sollten, wie das passieren konnte. Aber wir sollten halt nicht entsetzt und schockiert auf dieses Ereignis gucken. Es nicht für eine unaufhaltsame Naturkatastrophe betrachten. Und vor allem nicht als ein einzelnes, isoliertes und fremdes Phänomen.

Die Demokratie, die mir so am Herzen liegt, ist gerade richtig am Arsch. Dafür muss ich gar nicht nach Amerika gucken. Die Briten haben sich in einem Volksentscheid von der EU verabschiedet. Die AfD liegt in Mecklenburg Vorpommern vor der CDU und in Sachsen-Anhalt vor der SPD. Die Franzosen werden, wenn das so weiter geht, als nächstes von LePen regiert...

Und diese Bewegungen funktionieren ja alle nach demselben Prinzip: Die Leute werden auf eine Emotionalen Ebene abgeholt, gegen die man mit sachlichen Argumenten keine Chance mehr hat. Trump hat gefühlt nur gelogen. Und sich dabei auch noch ständig widersprochen. Also die Hälfte seiner Lügen war ja "Das hab ich nicht gesagt!" Selbst wenn es sein eigener Twitteraccount zitiert wurde.
Die Brexit Fraktion hat stumpf alle Nachteile und Kosten der EU ins Scheinwerferlicht gestellt und dabei gnadenlos übertrieben.
Die AfD hat die Flüchtlingskrise in den Mittelpunkt gestellt, obwohl Meck-Pomm 2,03% aller Frlüchtlinge aufnehemn muss... Ja, wir haben eine Flüchtlingskrise, aber nicht in Mecklenburg Vorpommern...

Und hier die Preisfrage: Wie geht man dagegen an. Also wenn den Mecklenburger Politikern einfach nicht mehr geglaubt wird?
Das ist genau der Punkt, an dem die Trump-Wahl für uns interessant wird. Denn wenn wir nicht die richtigen Schlüsse aus diesen Vorgang ziehen, zieht die AfD mit 20% in den Bundestag ein... und dann sind alle wieder entsetzt, obwohl es eigentlich logisch ist.

Das erste und aller wichtigste: Die "Millennials" müssen wählen gehen. Und ja, die Leute, die heute auf die Straße gehen, waren halt gestern nicht (ausreichend) in der Wahlkabine. Dasselbe Problem haben die jungen Briten gerade. Da haben damals auch hauptsächlich die Alten und Verbitterten für den Ausstieg gestimmt... und die Jugend ist zu Hause geblieben. Wer aber nicht mit macht, kann sich hinterher nicht beschweren, dass ihm das Ergebnis nicht passt.

Und ja, Donald Trump, die Brexit Experten und die AfD mobilisiert zum Teil Leute, die vorher einfach mit dem System abgeschlossen haben. Die man wahrscheinlich auch nie wieder zurück ins Boot bekommt. Aber genau deswegen ist es jetzt wichtiger als je zu vor, dass alle anderen wählen gehen und diesen Leuten nicht das Feld überlässt. Denn bis diese Wähler gemerkt haben, dass ihr Protest ihnen gar nichts bringt sondern eher schadet, wird noch einiges an Zeit vergehen... Und wie sehr es ihnen schadet, liegt an unseren Kreuzen...

Die Briten haben wiederum gelernt, dass man nicht einfach davon ausgehen kann, dass das Volk schon keine Dummheiten machen wird. Die Anti-Brexit Bewegung hat sich halt viel zu sehr drauf verlassen, dass die Wähler sich im entscheidenden Moment schon nicht über den Tisch ziehen lassen. Dass der Wähler über die Konsequenzen seines Handelns nachdenkt. Deswegen wurde sich auch viel zu wenig Mühe dabei gegeben, die Vorteile der EU (ich sag mal Friedensnobelpreis... hat irgendein Brexit Gegner den Fakt, dass die EU der Grundlpfeiler unseres selbstverständlichen Friedens ist, in den Vordergrund gestellt? Nicht, dass ich es mitbekommen hätte.) in den Vordergrund zu stellen.
Man muss sich schon wirklich Mühe geben, denen von der Demokratie frustrierten echte demokratische und produktive Angebote zu bieten. Anstatt sich darauf zu verlassen, dass die am Ende schon für einen Stimmen werden. Und das wird richtig schwer. Es ist aber... Alternativlos. Denn sie zu ignorieren ist extrem schmerzhaft.

Die Amerikaner haben uns an der Stelle was anderes gelehrt: Hillary Clinton war der stereotypische demokratische Konsens-Kandidat. Ein absoluter Politik-Profi. Aus dem Herzen des Establishments. Also so tief im Herzen verwurzelt, die hat schon mal im Weißen Haus gelebt. Was eigentlich für einen Präsidentschaftskandidaten unvorstellbar ist. Und ja, nebenbei war sie auch die erste Frau.
Die Leute wollten aber (offensichtlich) weg vom Status Quo. Deswegen behaupten heute auch alle, dass Bernie Sanders die Wahl gewonnen hätte...

Und machen wir uns nichts vor: Trump hat die Wahl nicht gewonnen, Clinton hat sie verloren.
Die wichtige Lektion: Wenn man einfach weiter in seinem eigenen Politischen Mief vor sich her dünstet, wird man das Problem des aufkommenden Extremismus nur noch verstärken. Man muss schon ein klares Profil stellen. Und klare Programme vorgeben... Wir brauchen wieder Volksparteien, die sich voneinander unterscheiden...

An der Stelle kriege ich ja richtig Angst. Also dass wir uns jetzt so sehr auf die Probleme der anderen Versteifen, dass wir die vor unserer eigenen Haustür deswegen nicht mehr wahr nehmen. Dass die Politiker, die mit ihrer Art Politik zu machen, jetzt nicht in der Lage sind, den Hebel umzulegen und sich Werte und Profile zuzulegen. Und dass dann 2017 alle über uns den Kopf schütteln...

Das Allerwichtigste an der US Wahl ist für uns ja, dass sie jetzt vorbei ist. Das wir mit diesen Medienzirkus nicht mehr unsere eigenen Problemkinder überdecken können.

Montag, 7. November 2016

Worst of des neuen Kopf an Kopf Rennens

An beiden Enden der Tabelle herrscht Punktgleichheit! Zum ersten Mal seit... nun ja... gefühlt 1978...

Wobei man ja auch an diesem Wochenende feststellen konnte, wie groß die Unterschiede in einer Liga doch sein können... Denn der FC Ingolstadt hat formell gesehen seinen Vorsprung vor den Hamburger SV dieses Wochenende trotz der 0:2 Niederlage ausgebaut... das geht halt auch nur als Tabellenletzter... und wenn dann noch hinter einem der HSV steht...

Dabei viel mir nach 27 Minuten auf: Dietmar Beiersdorfer hat recht, wenn er von einer "Ergebniskrise" redet. Die Ergebnisse passen halt nicht wirklich zu den gezeigten Leistungen... also gut, offensiv meistens schon... aber eigentlich hätte der HSV in den letzten Wochen jeweils viel höher aus dem Stadion geschossen werden müssen...
Der Kicker will eine Partie gesehen haben, die "angesichts anfänglicher Hamburger Armseligkeit streckenweise mehr nach einem Jahrmarkt-Budenschießen als nach einem seriös geführten Bundesligaspiel aussah..." Autsch... also wenn das Fachmagazin so eine Beleidigung raushaut, die ich selber einfach nicht mehr toppen kann... dann hat man echt einen absoluten Tiefpunkt erreicht...
Aber hey, immerhin erlöste Nicolai Müller die treuen Hamburger Fans mit dem ersten Tor seit 717 Minuten... gerade noch rechtzeitig um den "schlechter als Tasmania Berlin" Vergleich aus dem Weg zu gehen... zumindest vorerst...

Wirklich grandios ist dann ja die Kicker-Schlagzeile "Gisdol sucht nach weiteren Müllers"... ähm... ich will ja nichts sagen... aber... nun ja... dass der HSV seit Jahren nur Müllers (auf dem Transfermarkt) findet, ist doch genau das Grundproblem. Viele werden sich daran nicht mehr erinnern können... aber Müller... war mal in Mainz so gut wie Serge Gnabry es jetzt in Bremen ist: Also einer dieser "Wenn die andern alle absagen" Nationalspielern... Jetzt... könnten wahrscheinlich 50 Deutsche auf ein Mal verletzt absagen und Müller wäre trotzdem kein Thema.
Und genau das ist ja der Werdegang der durchschnittlichen HSV Verstärkung: Die erreichen allesamt nie wieder das Niveau, das sie vor dem Wechsel so interessant (und teuer) gemacht hat... jetzt noch mehr solcher Spieler suchen zu wollen... ich sag's ja nur...

Ingolstadt... hat dann jetzt auch die Notbremse gezogen... Und sucht jetzt einen erfahrenen Mann... Der aber auch ziemlich masochistisch veranlagt sein muss...
Denn schon in der letzten Rückrunde unter Ralph Hasenhüttl begann der Abwärtstrend. Das fiel nur damals niemanden auf, weil man halt schon gerettet war. Aber der letzte Bundesligasieg ist vom 9.4.2016... Da kann nicht mal der HSV mithalten...

Ingolstadt ist halt auf dem besten Weg zum neuen Greuther Fürth zu werden... oder zur Eintracht Braunschweig... der entscheidende Unterschied zum HSV ist ja: Die geben sich echt Mühe. So traurig das klingt. Denn während beim HSV unfassbar viel Potenzial verschenkt wird... sind die Ingolstädter einfach nicht besser...

Was nebenbei... nun ja... das Worst Case Szenario für die DFL ist: Alle Mannschaften, die mit 2 Punkten aus 10 Siegen gestartet sind, stiegen am Ende ab... Und ja... damit hat sich der Abstiegskampf rein statistisch schon nach 10 Spieltagen erledigt...
Und währen (ja ich sage das jetzt... ich bin so pessimistisch) der HSV noch genügend Möglichkeiten hat um die Qualität des Produkts auf dem Rasen zu erhöhen... Muss Ingolstadt jetzt nicht nur einen erfahrenen Mann für den Trainerposten finden... sondern auch noch einen Trainer, der bereit ist, ein Himmelfahrstkomando zu übernehmen...
Anders ausgedrückt: Bruno Labbadia wird absagen... Dieter Hecking erst recht... Aber hey, Jos Luhukay und Peter Neuruer dürften Zeit haben... Armin Veh sitzt gerade nur beim Doppelpass rum... Ist aber auch schon zu gut für den Posten... Mike Büskens ist wieder zu haben... und der weiß ja, wie das ist, wenn man keinen Heimsieg holt...
Das sind alles nicht die Namen, die einem vor Euphorie im Kreis springen lassen...

Und das... relativiert halt auch die Entscheidungen von Klaus Allofs... oder die neue Ruhe in Bremen... All die können gerade im "Naja, für die Relegation wird's schon reichen..." Modus agieren... während nach oben (auch für Wolfsburg) kaum noch was relevantes gehen dürfte... da kann man natürlich viel entspannter sagen "Valerien Ismael, übernehmen sie..." zumindest bis zum Sommer...

Es ist quasi das eingetreten, was ich bei meinem "Top Impact Transfers" den Darmstädtern vorhergesagt habe... nur ist halt nicht Darmstadt, sondern Ingolstadt am Arsch... Im Wesentlichen weil halt keiner der Neuzugänge (bis jetzt) wirklich funktioniert hat und die Abgänge kompensieren konnte...
Und ja, Ingolstadt ist in diesem Sommer einfach um einiges schlechter geworden. Davon war auch auszugehen. Dass es aber so viel schlechter ist...
Wenn jetzt der Abstiegskampf wirklich (und deutlich vor der Meisterschaft) schon entschieden ist... ist das eine mittlere Katastrophe für die Bundesliga. Denn das bedeutet, dass 7 bis 8 Mannschaften nur noch ausspielen, wer den ungleichen Wettkampf mit dem Zweitligisten gewinnen darf... Und das wird man (wenn es da unten so bleibt) spätestens im März deutlich merken...

Am anderen Ende der Tabelle... hat RB Leipzig dann gerade so das ganz große, kollektive Ausrasten vermieden... und ja, zur Halbzeitpause wurde darüber diskutiert, ob ein 8:0 und damit die Tabellenführung noch machbar ist... man entschied sich aber doch dafür, deutlich vom Gas zu gehen.

Karl-Heinz Rummenigge: Falls ihr es noch nicht mitbekommen habt: Es ist wieder Länderspielpause. Das merkt ihr daran, dass Kalle sich darüber beschwert... Er ist halt mal wieder der Meinung, dass die Fifa ihren Terminkalender aufräumen sollte... hey, das sehe ich sogar auch so... also... die sollten einfach mal keine 4 Wochen für das Champions League Achtelfinale veranschlagen. Und die Europa League so weit streichen, dass sie das Sechszehntel Finale nicht mehr brauchen. Schon hat man 2 freie Wochen, in denen die Nationalmannschaften mal nen Spiel abhalten können...
Mein größtes Problem ist ja: Sobald die Fifa aufräumt und ihre Termine optimiert... werden sich die großen Vereine sagen "Geil... da können wir jetzt ja in der frei geschaufelten Zeit einen neuen Wettbewerb ausrufen und mehr gegeneinander spielen"... Und ja, genau das würde passieren, wenn (was durchaus realistisch wäre) die Uefa ihre Qualifikation so umstrukturiert, dass man in 4er Gruppen und nicht in 6er Gruppen spielt...

Jerome Boateng: Und... seid ihr auch so total überrascht, dass er sich genau in diesem Moment eine Verletzung zuzieht? Eine Verletzung, die natürlich keinerlei Konsequenzen für seinen Verein hat...
Ich sag das mal so: Wenn es nicht gegen San Marino gehen würde. würe Boateng sich wahrscheinlich mit dem Fit werden so sehr beeilen, dass es gerade noch so reicht... aber es ist halt nur San Marino...

Freitag, 4. November 2016

Vorschau auf den 10. Spieltag

Der Freitag Abend:
Hertha BSC Berlin - Borussia Mönchengladbach: Ja, es ist schon verwunderlich, dass die Gladbacher am Freitag ran müssen... aber es gibt ja auch gute Gründe dafür. Das wirklich fastzinierende: Mit dem Mittwochs-Samstags-Rhytmus hätte Max Eberl kein Problem... Die Pause von Dienstag bis Freitag Abend ist ihm jetzt aber zu kurz... obwohl sie eigentlich länger ist als die, die er nach dem nächsten Champions League Auftritt bekommt... ich sag's ja nur...

Der Samstag Nachmittag:
Bayern München - TSG 1899 Hoffenheim: Was aber nicht bedeutet... ich sag das mal so: Karl-Heinz Rummenigge, Vollidiot der Woche: Ich sag das mal so: Kalle ist nicht derjenige, der andere Maßregeln sollte, weil sich diese beschweren... Denn zum einen hat er einem Matthias Sammer in derselben Situation auch keine Vorwürfe gemacht... zum anderen ist er derjenige, der am lautesten nach einer Setzliste geschrien hat, als er ausnahmsweise mal einen ernst zunehmenden Gegner im Achtelfinale bekommen hat... statt dem normalen Freilos... also ganz ehrlich: Der Kalle würde mindestens genau so laut heulen, wenn er am Freitag ran müsste. Definitiv...
Oh und ja... das Spitzenspiel des Wochenendes.

Bayer Leverkusen - Darmstadt 98: Woran erkennst du, dass sich keine Sau für dich interessiert? Nun ja, wenn dein Champions League Spiel (und erster Pflichttermin im neunen Wembley) es als einziges nicht in den Außenteil des Montagskicker schafft... und gebt es zu: Euch ist es nicht mal aufgefallen, das da was fehlt...

Hamburger SV - Borussia Dortmund: Kicker.de hat mich dann auf eine andere viel zu spannende Statistik hingewiesen... eine dieser Werte, die man als HSV eigentlich mal ausbauen könnte: Die Hamburger haben mehr Platzverweise als Tore... Episch.
Und an der Stelle fällt mir ja auf: Dass Uwe Seeler ausgerechnet jetzt seinen 80. Geburtstag im Stadion feiern soll, erscheint schon grausam... andererseits... der hat als Junge den Krieg überlebt... er mag zwar nicht viel schlimmeres gewohnt sein... aber er hat wohl als einziger Hamburger schon schlimmeres erlebt...
Erschwerend dazu kommt... dass die Dortmunder in den letzten Jahren immer wieder Aufbauhilfe für die Hamburger geleistet haben... ernsthaft... wenn in den letzten Jahren die Dortmunder gegen den HSV die erwartbaren Punkte geholt hätten, wäre das Thema schon längst durch...

FC Ingolstadt - FC Augsburg: Wenn ihr euch fragt, ob dies das größte bayrische Trauerspiel der Ligageschichte sein wird (da es genau genommen das wahrscheinlichste Szenario ist, dass beide unter den letzten 3 landen): Ganz klar nein... Schließlich gab es bereits Duelle wie 1860 München gegen SpVgg Unterhachingen und 1.FC Nürnberg - Greuther Fürth...
Aber ja... Markus Kauczinski Bundesligakarriere könnte eines der größten Trauerspiele der Geschichte werden... erst wird ihm der Aufstieg geklaut, danach ist seine Auftaktbilanz schlechter als die von Michael Oenning... und als nächstes könnte er als einziger Cheftrainer ohne Bundesligasieg in die Geschichte eingehen... Dabei gehört er eigentlich nicht auf diese Liste..

SC Freiburg - VfL Wolfsburg: Sollte der SC dieses Spiel einfach nur abschenken? Ich sag das mal so: Wolfsburg dürfte gerade so verzweifelt sein, dass sie im Winter dringend Verstärkungen brauchen... der SC wäre einer der primären Kandidaten diese Verstärkungen "zu liefern"... Wer jetzt also gegen den VfL gut spielt, könnte dann dafür ab dem Winter für die spielen... was ja nun wirklich keiner wollen kann... also weder Christian Streich noch seine Spieler...

Das Spitzenspiel am Abend:
Eintracht Frankfurt - 1.FC Köln: Spieler wie Antony Modeste weiterzuentwickeln ist ja der Beste Nachweis einer herausragenden Trainerarbeit. Denn junge Spieler, die fast zwangsläufig besser werden müsse (allein schon, weil die körperliche Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist) zu entwickeln ist genau genommen fast unvermeidbar. Bei Modeste dachten wir alle, dass wir genau wissen, was er ist: Ein unkonstanter Torjäger, der einem die Klasse hält, sich aber für höhere Aufgaben zu viele Durchhänger gönnt. Dass der jetzt mit 28 zum Elitestürmer wurde, war halt nicht zu erwarten...

Der Sonntag:
RB Leipzig - 1.FSV Mainz 05: Es ist schon verdammt geschickt, wie die DFL in ihren Ansetzungen auf den RB-(Anti-)-Hypetrain aufspringt: Kein Verein hat so oft nicht im 15:30er Block gespielt wie RB. Am Ende der Hinrunde wird RB an 11 von (ohne englischen Wochen) 15 Wochen nicht gemeinsam mit allen anderen gespielt... das relativiert halt auch den "Guckt mal, wir sind 6. bei den Einschaltquoten" Hype...

FC Schalke 04 - Werder Bremen: Alle, die jetzt behaupten: "Guckt mal, wir haben euch gesagt, dass Serge Gnabry zum Nationalspieler wird!" Ähm... dass der gut genug für "unsere B Elf" ist, hat er ja schon im Sommer bewiesen... Ein Nationalspieler ist der für mich aber erst, wenn er auch dann eingeladen wird, wenn Schürrle, Özil und Co nicht pausieren...

Mittwoch, 2. November 2016

Erwarte ich am Ende zu viel von den Leuten Part 2

Oder genauer ausgedrückt: Was würde ich eigentlich von einem Fachmagazin erwarten.

In Teil 1 letzte Woche habe ich ja ausführlich erörtert, dass mir der Fokus in unserer derzeitigen Berichtserstattung viel zu sehr auf dem "Yeah! Wie Geil! Wir haben Bayern-Jäger!" liegt. Anstatt den Zustand dieser Mannschaften kritisch zu beurteilen.

Und ja... im Donnerstags-Kicker gab es sogar einen vernünftigen Ansatz mit einer Brauchbaren Perspektive. Was mir aber bei all den derzeitigen Beiträgen fehlt ist ja ein: Was fehlt den Mannschaften oder einzelnen Spielern um wirklich die Bayern herauszufordern. An welchen Stellen müssen sich Köln und Leipzig verbessern, damit die Hoffnung auf ein spannendes Saisonfinale berechtigt wird...

Und gerade diese beiden Mannschaften... sind ja rein fußballerisch die spannendsten Vereine der Liga.
Die Kölner sind seit Jahren auf den Aufsteigenden Ast. Und solange Jörg Schmadtke und Peter Stöger dort das sagen haben, ist zumindest kein großartiger Einbruch zu erwarten. Im Idealfall (ja, Hypemaschine an) können die beiden so gut werden wie Jürgen Klopp und Michael Zorc. (For the Record: Den Idealfall erreicht man in 99 von 100 Fällen nicht... aber 2009 hat auch niemand geahnt, dass die beiden die neue Borussia bis ins Champions League Finale führen würden... und auf deren Niveau von 2008/09 ist Köln inzwischen angekommen...)

Leipzig hat halt das Geld und mit Ralf Rangnick einen Experten, der genau weiß, wo er es anlegen muss... und er hat jetzt schon einen Kader voller junger Talente. Da kann man halt wirklich mal die Frage stellen: Was fehlt den Spielern noch?

Und ja... in Ansätzen macht der Kicker das. Also in den 3 Seiten Naby Keita Propaganda wird auch 9 Zeilen über konkret seine Schwächen gesprochen. Aber das ist ein furchtbares Verhältnis.
Und Keita ist so ein wunderschönes Beispiel. Denn der Junge (das habe ich dem Artikel zumindest entnommen) hat echt das Potenzial ein Mittelfeldspieler bei einem Meisterkandidaten zu werden. Aber er ist noch relativ weit weg davon, dies zu sein.

Anstatt mir allerdings zu erklären, wie Keita gewisse Situationen bei gegnerischen Ballbesitz besser lösen muss... und da kann man auch gerne mal mit Grafiken ins Detail gehen... (dafür müsste man ihn allerdings gründlich scouten...) Weiß ich jetzt, warum der Junge welchen Mittelnamen hat... Ähm... danke.

Ein weiteres konkretes Beispiel wäre Jonas Hector. Der ist offensichtlich ein Linksverteidiger auf Nationalmannschaftsniveau. Was Köln aber unbedingt braucht, ist ein Zentraler Mittelfeldspieler auf Nationalmannschaftsniveau. Und die sind wesentlich schwieriger zu finden.
Jetzt fände ich es total spannend, die Spiele oder Situationen von Hector im Zentralen Mittelfeld zu analysieren. Und dann die Situationen aufzuzeigen, in denen er seine Schwächen zeigt. Schwachstellen, an denen er arbeiten muss...

Die Scoutingberichte zu solchen Situationen gibt es garantiert. Es ist halt unwahrscheinlich, dass die Vereine sie freiwillig raus geben. Mann muss sich also schon selber als Redaktion die Mühe machen...

Ein weiteres spannendes Beispiel wäre es ja... das Umschaltverhalten der Berliner und ihrer Gegner zu beobachten. Also es ist offensichtlich, dass die Hertha mit Alexander Esswein und Mitchell Weiser nur 2 Höchstgeschwindigkeitsfußballer in ihren Reihen haben. Spannend wäre es jetzt mal zu analysieren, in wie weit sich das auf die Konter der Herthaner auswirken... die halt rein logisch meistens über Rechts laufen müssen. Ihre Rechte Seite ist halt schon am gegnerischen Strafraum, bevor die Linke überhaupt losgerannt ist...
Und dann im nächsten Schritt, ob dieses Tempo am Ende Einfluss auf die Spielweise des Gegners hat. Ob die im Zweifelsfall über die Rechte Seite aggressiver vorgehen als über die Linke, weil sie sich Links mehr gegen Konter absichern müssen... Und ja, ich bin mir relativ sicher, dass ein Stöger sich darüber vor dem Spiel gegen die Berliner Gedanken gemacht hat...

Ich habe ja selber zu wenig Ahnung vom Fußball, um so weit ins Detail zu gehen. Die Jungs von der Spielverlagerung konnten das schon immer, werden dafür aber vom Rest der Fachwelt, die sich lieber mit Packing beschäftigt, eher belächelt als ernst genommen...

Aber das faszinierende an den Analysen und Vorschauen dieser Taktik-Nerds: Man konnte durch diese Seite selber ein besserer Fußballfan werden. Ich war ja selber immer sehr stolz, wenn mir beim Gucken von Spielen selber Dinge aufgefallen sind, die vorher (oder noch besser hinterher) dort beschrieben wurden.

Das sollte ja die eigentliche Aufgabe eines Fachmagazins sein: Euch alle intelligentere Zuschauer werden zu lassen. An der Stelle muss ich auch ehrlich zugeben: Das letzte Mal, dass mich der Kicker auf etwas Aufmerksam gemacht hat (und das nicht nur von der Spielverlagerung abgeschrieben war) ist gefühlt Jahre her.

Das ist halt Schade. Weil da wirklich auch viel verschwendet wird. Und der Kicker muss ja nicht (oder besser kann gar nicht) sein ganzes Niveau aufs Taktiknerd-Level verschieben... aber 4 Seiten jede Woche... wäre das zu viel verlangt? Und ja, wenn wir in Amerika leben würden, hätte sich der Kicker die Spielverlagerung schon längst ins Boot geholt und sicher gestellt, dass diese klugen Köpfe ihre Weisheiten bei ihnen verbreiten... aber die Amis haben halt auch ein ganz anderes Verhältnis zum Sportjournalismus: So dumm das Volk an vielen Stellen gehalten wird: Als Sportfans sind sie wesentlich gebildeter als ich...

Wenn der Kicker, anstatt uns nur zu erzählen, was für ein Toller Hecht dieser oder jener Spieler oder dessen Vater doch ist, wirklich auf die Schwächen von Spielern aufmerksam machen würde. Dann könnte ich das nächste Mal, wenn Keita in einer Balleroberungsaktion kommt, darauf achten, wie er diese löst. Dann könnte ich wahrnehmen, wie sich dieser Spieler entwickelt und müsste mich nicht mehr nur auf mein Gefühl (und den nächsten Kicker Artikel in 6-12 Monaten) verlassen, um zu behaupten, dass Keita jetzt viel besser ist als vor 2 Monaten...

Wenn ich weiß, dass Hector der Rundumblick eines Toni Kroos fehlt (ok, das Beispiel kommt von David Alabas "Krisenartikel"... Der aber abgesehen von dem Titelblatt wesentlich besser war als erwartet... weil man nach dem Lesen wirklich wusste, worauf man bei Alaba als Mittelfeldspieler mal achten könnte... und ich gehe irgendwie davon aus, dass Hector dasselbe Problem haben dürfte... Da das halt die größte Umstellung für Außenverteidiger ist: Dass man jetzt auf 360Grad und nicht mehr nur auf 180 achten muss...), kann ich darauf achten, wie Hector Aktionen in seinem Rücken wahrnimmt und auf sie reagiert.
Das wären alles Dinge, die ich super spannend finden würde. Die mir aber jemand erklären muss.

Und ja, ich würde mir vom Kicker eine Serie zu Hertha, Köln und Leipzig wünschen. In denen der Kicker ganz sachlich und zielgerichtet erklärt, auf welchen Positionen etwas passieren muss, damit man wirklich auf das Niveau Bayern-Jäger kommen kann. Mit der Prognose, ob sich ein eigener Spieler in die benötigte Rolle entwickeln kann, oder ob man auf dem Transfermarkt zuschlagen muss.

Für mich wäre da zum Beispiel einer der primären Kandidaten Matthias Lehmann. Aber zu dem werde ich wahrscheinlich noch mal ausführlicher etwas schreiben. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass eine Mannschaft mit Lehmann im Zentralen Mittelfeld wirklich Bayern-Jäger sein kann. Gerade weil der in den letzten 2 Jahren eine absurde Entwicklung für sein Alter und sein eigentlich erwartbares Leistungsvermögen genommen hat. Aber es ist trotzdem davon auszugehen, dass Köln da zeitnah ein Upgrade braucht, wenn sie wirklich den nächsten Schritt gehen wollen.

Wenn uns als Fans jemand wirklich erklären würde, wo die Schwachstellen unserer Mannschaft liegen. Könnten wir selber viel genauer drauf achten, ob sich da wirklich etwas entwickelt. Und wir würden das, was auf dem Platz passiert, besser verstehen...

Da komme ich dann aber selber zu dem Schluss: Ja... ich erwarte zu viel. Unsere Livekommentatoren sehen sich halt viel zu sehr als Unterhalter. (Noch viel Schlimmer: Die meisten der Zuschauer sehen sie viel zu sehr als Unterhalter...) Sonst hätten wir ja auch schon längst das Konzept mit dem Experten an der Seite des "Play-by-Play" Kommentators aus Amerika übernommen.
Und ja, wenn ihr eine Amerikanischen Sportübertragung guckt, werdet ihr sehr schnell feststellen, dass da immer ein Ex-Trainer neben dem Journalisten sitzt, der einem Live erklärt, was da gerade passiert ist. Hier gibt es jetzt ganz langsam die ersten Gedankengänge, so was einzuführen... also natürlich nicht von den Veranstaltern, sondern von deren Kritikern...

Und auch der Kicker betrachtet sich selber nicht als Lehrer, sondern als Informationsdienst. Die sammeln halt alle Daten und Stimmen zu den Spielen und Spielern. Und fragen ihn danach, was ihr erster Trainer ihnen damals so beigebracht hat... aber wirklich in die Analyse zu gehen, ist halt nicht der Anspruch, den dieses Blatt an sich selber zu haben scheint.
Man muss an der Stelle aber auch mal Fair sein: Solange es nicht um unsere Nationalhelden geht (wo denen dann halt doch, wie allerdings auch allen, regelmäßig alle Sicherungen raus knallen), machen sie da auch einen guten Job.

Ich würde mir halt wünschen, dass sie sich mehr Mühe dabei geben würden, auch dem Freizeitanalytiker noch mit neuem Wissen zu versorgen. Wie gesagt: 4 Seiten pro Woche würden mir komplett reichen... Und dass man sich im Allgemeinen mehr Zeit nimmt, uns wirklich zu erklären, was auf dem Platz passiert. Oder besser noch: Uns vorher sagt, worauf man achten sollte.

Was zum Beispiel auch richtig geil wäre: In jedem Donnerstags-Kicker eine Doppelseite: Matchup des Spieltages. In dem der Kicker sich ein das Spiel prägendes Duell des kommenden Spieltages raus sucht, die Spielweise der entscheidenden Akteure analysiert und dann eine wirkliche Prognose abgibt: Das Duell Coke gegen Rausch (um das erste Beispiel zu nennen, was mir einfällt) wird folgenden Einfluss auf das Spiel Schalke gegen Köln nehmen und wenn Rausch sich in diesen oder jenen Aspekten durchsetzt, sollte Köln das Spiel dominieren und gewinnen... Dann wüsste man schon vorher, worauf man achten muss, wenn man sich für dieses Spiel bei Sky entscheidet.
Und ja, ein ganz großes Problem dabei ist... dass man dann als Experte auch mal daneben liegen würde. Aber wisst ihr was: Das ist für einen Experten gar nicht so schlimm. Schlimmer ist es, wenn man keine Analysen und Ausführungen parat hat, die zu vernünftigen Prognosen führen können...

An der Stelle möchte ich zum Abschluss noch erwähnen, dass das, was ich hier verlange, wirklich geht. Also mein absolutes Lieblingsmagazin aus Deutschland, die Five, kann genau das immer wieder einbauen. Da gibt es ein Mal im Monat einen One-on-One Artikel, in dem 2 Spieler und ihr Einfluss auf ihre Mannschaften verglichen wird. Mit dem Urteil, wer jetzt gerade besser oder wichtiger ist. Einen vernünftigen Scouting Report und eine Einführung in elementare Spielzüge einzelner Mannschaften gibt es dort auch monatlich. Da hat man nach jeder Ausgabe das Gefühl, dass man wirklich was gelernt hat... Das geht also durchaus. (Oh und ja, meine Best Case- Worst Case Szenarios sind direkt aus der Five Vorschau geklaut... die Sicherungen rausnehmen und absoluten Blödsinn schreiben, können die nebenbei auch...)
Wenn einer von euch ein vergleichbares Fußball-Magazin kennt, kann er es mir gerne nennen.

Dienstag, 1. November 2016

Breaking News: Der Rest der Welt atmet auf!

Und ja, ich werde Teil 2 noch bringen... aber wenn etwas derart wichtiges passiert.


Jogi Löw darf weiterhin alles in seiner Macht stehende unternehmen um zu verhindern, dass wir weitere Titel bei großen Turnieren holen!!! Und Spanien atmet durch...
Hey, er behauptet, dass er immer noch "die gleiche Motivation wie zu beginn" fühlt. Und das, obwohl sein einfachster Joker Lukas Podolski ihn nicht mehr unterstützen will...

Ich finde ja nichts so faszinierend, wie die Personalie Jogi Löw. Also wie einfach wir uns von dem blenden lassen. Ich vergleiche das gerade mit Berti Vogts. Der hat formell gesehen genau so viele Titel geholt, wie Jogi... Sogar in weniger Turnieren. Trotzdem ist er am Ende aus dem Amt getrieben worden. Nach dem er davor nach jedem Turnier als Mülleimer der Nation genutzt worden ist.

Aufgefallen ist mir das... als ich das erste mal in dieser Saison den Doppelpass von Sport1 gesehen habe. Und dort bei der "Haben wir eigentlich Weltklasse Trainer?" Debatte einer sagt: Naja, wir haben den Besten der Welt mit Jogi Löw. Da habe ich erst Mal laut gelacht... dann wurde mir bewusst, dass ich der einzige war, der das witzig fand... alle anderen nickten anerkennend... Nachdem sie Thomas Tuchel und Jürgen Klopp die Weltklasse abgesprochen haben... Ehrlich: Fragt euch mal selber, wie viele Titel wir mit diesen Trainern, die bisher jede Mannschaft nach vorne gebracht haben, holen könnten... DAVOR haben die Spanier Angst, nicht vor einer Verlängerung mit Jogi.

Ernsthaft... Jogi Löw ist vom Titel "Bester Trainer der Welt" so weit entfernt, wie Günther Oettinger vom Amt des Bundespräsidenten... und Oettinger wäre gerade der einzige, der sich selber ins Gespräch bringen könnte und der abgelehnt werden würde...

Zu behaupten, dass Löw überhaupt zu den besten Trainern der Welt gehört, ist unfassbar naiv. Und so gar nicht reflektierend. Oder anders gesagt: Dinge, die man als deutscher Sportjournalist halt macht. Da sind wir wieder beim Verkäufer-Syndrom: Anstatt die Leistungen von Beliebten Leuten kritisch zu hinterfragen, springt man lieber auf den Zug mit auf und sichert sich so die Sympathie der Leute...

Und ich behaupte mal ganz dreist: Der Jogi weiß das sogar. Also wenn Jogi Löw uns beweisen wollen würde, dass er wirklich ein herausragender Trainer ist... hätte er nach der EM aufgehört und das Erbe von Pep Guardiola angetreten. Das hätte er ja schon im Januar 2016 problemlos bekannt geben können... Aber warum sollte er das tun? Er kann dabei nur verlieren. Denn seine bisherige Vereinstrainer-Bilanz spricht nicht dafür, dass er sich im täglichen Geschäft gut anstellen würde...
Dabei würden sich Löws größtes Problem sogar lösen: wenn er Bayern-Trainer wird, sogar das größte Problem der Bundesliga: Dann macht ihm nämlich niemand einen Vorwurf, wenn er sich so gar nicht für Dortmunder Spieler interessiert.

Es gibt ja die eine Sache, die ich dem Löw hoch anrechne: Dass er das Wie über alles stellt. Es geht Jogi Löw nicht hauptsächlich darum, Titel zu holen, sondern guten Fußball zu spielen. Und dass er dabei so verdammt unerfolgreich ist, macht ihn das sogar sympathisch. Also es macht unsere Mannschaft definitiv im Ausland sympathisch: Die Deutsche Mannschaft war bei den letzten 4 Turnieren jeweils definitiv die fußballerisch beste Mannschaft des Turniers. Es ist die eine Mannschaft, die schon beim ersten Spiel voll auf Sieg spielt und aufs 2. oder 3. Tor geht, während dem Rest der Welt zum Auftakt auch ein Unentschieden reicht. Dass man sich darauf wirklich verlassen kann, rechne ich dem Löw echt hoch an.

Löw war halt auch der einzige Trainer der Welt, der mit den Spaniern zu ihrer Hochzeit mitspielen wollte. Anstatt sich mit 9 Mann am eigenen 16er zu vergraben. Obwohl einer der wirklich weltbesten Trainer Jose Mourinho über Jahre nachgewiesen hat, dass dies die eine Variante ist, wie man Barca und seine Ableger besiegt.
Und sachlich gesehen hatte er keine Chance gegen die Spanier zu spielen. Schließlich trat er gegen 7 Mann an, die diese Spielidee vom Tiki Taka und dem Gegenpressing in der Muttermilch aufgenommen haben... während er auf Poldi setzen musste...

Das ist ja das wirklich faszinierende an Luis Aragones und Vincente del Bosque. Beides bessere Nationaltrainer als Jogi. Denn die haben darauf verzichtet, ihrer Mannschaft eine eigene Spielphilosophie aufzuzwingen. Weil sie auch wussten, dass die Zeit dafür gar nicht reicht. Die haben ihre Spieler einfach gefragt: "Was könnt ihr am besten? Ok, genau das spielen wir."
Und so holte Spanien dann 3 Titel in Folge. Mit stumpfen Ergebnisfußball und Ballverwaltung.

So blöd das klingt (da sind wir jetzt bei der unerfolgreich These): Genau daran muss man Jogi Löws Arbeit messen. Er hat jetzt, wo die Spanischen Superhirne Xavi und Iniesta zu alt für Sommerspielerein sind, die mit Abstand beste Auswahl der Welt. Er kann Spieler zu Hause lassen, die in jeder anderen Mannschaft der Welt Stammspieler wären. Und seine einzige Aufgabe besteht darin, die eine Auswahl zu finden, die den Titel holt.

Es ist ja nicht so, dass Jogi Löw an unglücklichen Umständen gescheitert ist. An Fehlentscheidungen der Schiedsrichter. An skandalösen Phantomtoren. Nein: Der Mann ist jedes Mal an sich selbst gescheitert.

Bereits 2 Mal hat ihn das Festhalten an einem nicht (mehr) fitten Schweinsteiger eine mögliche EM-Finalteilnahme gekostet. 2012 ist er dafür noch durchs Dorf getrieben worden. 2016 nehmen wir so was nur noch Schulter zuckend hin. Das ist halt der Preis, den "wir" dafür bezahlen müssen, dass "wir" den geilsten Fußball des Turniers anbieten.

Und ja, Schweinsteiger hat diese Halbfinal-Niederlagen mit dem einen Spiel im Maracana wieder gut gemacht. Also er hat die eine gut gemacht, die andere provoziert. Er hätte uns trotzdem allen mehr geholfen, wenn er gemeinsam mit Phillip Lahm zurückgetreten wäre...
Aber selbst bei diesem absoluten Erfolg...
Zeigte sich Löws andere Schwäche: Er muss unbedingt das Trainergenie mit den absolut genialen Lösungen sein. Also wir reden von einem Trainer, der einen Champions League Finale erfahrenen Marcel Schmelzer krampfhaft ignoriert, um uns allen zu beweisen, dass sein Back Up Erik Durm eigentlich die bessere Option ist. Er muss unbedingt der Trainer sein, der Shkodran Mustafi entdeckt hat. Und ja, bei der einen dieser beiden Personalie hat er Recht behalten. Aber ganz ehrlich: Es ist nicht Jogi Löws Aufgabe, solche Talente zu entdecken. Wenn das seine Passion ist... dann muss er halt Trainer bei Borussia Mönchengladbach werden...
Und was heute viele vergessen: Mustafis Verletzung war DIE Entscheidende Personalie der WM. Das gerne verdrängte Spiel gegen Algerien hat eindrucksvoll nachgewiesen, dass der Junge damals noch nicht so weit war

Natürlich klingt das am Ende extrem arrogant und erfolgsverwöhnt... aber es ist trotzdem ein Fakt. In 10 Jahren Nationaltrainer nur einen Titel zu holen, ist keine überragende Bilanz. Und wenn man (wie Löw nach 2018) 12 Jahre im Amt ist, sollte man als Erbe von Sepp Herberger mehr als einen Titel im Briefkopf haben.

Und ja, diese Darstellung ist sehr Einseitig. Aber trotzdem noch selbstkritischer, als alles, was der DFB gerade anbietet:

Denn eine frühzeitige und völlig überflüssige Verlängerung mit Löw wird beim DFB halt benutzt um Politik zu machen. Und um seine Wiederwahl zu sichern...

Reinhard Grindel wollte doch eigentlich in dem Laden aufräumen, oder? Jetzt besteht dieses Aufräumen aus einem Anbiedern bei der ebenfalls nicht aufgeräumten Uefa um die nächste Europameisterschaft zu sichern... Bevor die WM Vergabe intern aufgeklärt ist. Und er nutzt eine einzelne Personalie zur Verbesserung seines eigenen Images. So sieht Aufräumarbeit a la CDU aus...

Das ist, für diejenigen, die die Hetze ertragen haben, auch der eigentliche Punkt: Die Personalie Löw und vor allem das "Warum?" belegt halt auch gerade, dass auch der DFB eigentlich keinen Bock hat seine Politik zu überdenken, sondern lieber weiter damit beschäftigt ist, seine Fehltritte zu überdecken. Nach dem Motto: "Uns wird vorgeworfen, dass wir bei der Aufklärung der WM Vergabe nur das nötigste machen... aber guckt mal, ich habe Jogi Löw vom Weitermachen überzeugt! DAS zählt doch wirklich! Wählt mich!" Und so wurden sich 98% der Stimmen gesichert...

An einer kritischen Auseinandersetzung mit einzelnen Fragen hat halt öffentlich niemand Interesse. Bei den Plakativen Aktionen sind wir alle dabei.