Montag, 20. Februar 2023

Worst of des "Sind jetzt schon die Schiedsrichter gegen Nagelsmann?" Wochenendes

 Falls noch irgendjemand einen Beweis brauchte, dass der Videobeweis in der derzeitigen Umsetzung absoluter Blödsinn ist... hat er jetzt gegen die Bayern agiert. Also so richtig und konsequent und nicht nur gefühlt, wie sonst immer.

Also nur um das mal festzuhalten: Die Schwelle fürs Eingreifen ist mittlerweile absurd gering. Wenn bei Leverkusen gegen Mainz 70 Meter vom Strafraum ein mögliches Foulspiel passierte, was den Elfmeter verhindert, dann guckt man sich das nochmal an.
Und immer wieder wird bei an sich schön herausgespielten Treffern nachgeschaut, ob der Stürmer sich vorher vielleicht in der Nase gebohrt hat. Und dann mit dem Arm im Abseits war. Oder ob sonst irgendein Scheiß passiert sein könnte. 

Aber wenn dann ein Dayot Upamecano einen zumindest fragwürdigen Platzverweis bekommt... dann ist das plötzlich eine Tatsachenentscheidung, die nicht überprüft werden kann? Was an sich super gut ist. Gerne mehr davon. Aber das Grundproblem bleibt halt die mangelnde Konstanz. Nächste Woche wird eine vergleichbare Szene dann wieder überprüft, weil der Kontakt an der Schulter halt doch nicht so eindeutig war. Und Upamecano versucht ja echt alles, um kein Foulspiel zu begehen. Das ist zumindest eine geschundene Rote Karte. 

Und klar, das eigentliche Problem ist und bleibt, dass die Bayern sofort in Panik ausbrechen, sobald der Gegner mal kurzzeitig Tempo aufnimmt. Damit sollte sich Julian Nagelsmann mehr beschäftigen, als mit den Schiedsrichterentscheidungen. Nebenbei will ich auch mal erwähnen, dass Nagelsmann auch einen glasklaren Platzverweis sehen würde, wenn sein Stürmer leicht an der Schulter touchiert wird. Dann kommt ein "In Höchstgeschwindigkeit reicht das, um aus dem Tritt zu kommen." Nur haben die gegnerischen Stürmer halt keine Höchstgeschwindigkeiten. Was einem wieder zu der Frage bringt, warum die Bayern das nicht einfach souveräner verteidigen...

Anyhow. Da dieses Mal die kritische Entscheidung Bestand hatte, was halt niemand ahnen konnte, haben wir eine richtig enge Tabelle. Auch wenn die Bayern in der komfortabelsten aller knappen Führungspositionen liegen: direkt vor Borussia Dortmund. Und die sind jetzt Zweiter. Kann mal jemand nachschlagen, wann Dortmund zuletzt auf Position 2 liegend ein Bundesligaspiel gewonnen hat? Also der Tabellenzweite lässt ja traditionell Punkte. Selbst Union Berlin hat dies mittlerweile erkannt und spielt gegen den Tabellenletzten Unentschieden.
Wobei das mit einem Sternchen versehen werden muss, denn anscheinend haben alle Bundesligisten (und die Schiedsrichter, die letzte Woche haufenweise Tore auf Schalke überprüft haben), dass wir diesen Verein nicht demütigen wollen und er stattdessen mit 17 0:0 in Serie aus der Bundesliga absteigt. 

Wobei Union das still und heimlich richtig gut gelöst hat. Also sie kommen ja nächstes Wochenende nicht als Tabellenzweiter nach München, sondern nur als Dritter. Damit müssen sie nur selber gewinnen und schon sind sie sicher Tabellenführer.

Oh und wenn es euch interessiert: Ja, Dortmund hat am 34. Spieltag der letzten Saison als Tabellenzweiter gewonnen. Da war die Meisterschaft aber schon entschieden. Wenn die Bayern 8 Punkte Vorsprung haben, dann gewinnt auch der Tabellenzweite.

Nebenbei wollte ich nochmal ausführen, wie krass Union Berlin die Xpected Goals kaputt macht. Also weil sie einerseits gegen jede Logik aus völlig absurden Situationen Tore erzielen. Weil sie dann aber als Nächstes gegen Schalke mit ihren 41 Toren eine Pause einlegen. 

Aber letzte Woche (ja, ich kam da zu gar nichts, aber mal zurück zur letzten Woche) haben sie ja gegen RB Leipzig per Elfmeter getroffen. Und wenn man nicht Bayer Leverkusen, die 7 von 8 Elfmetern verschossen haben, heißt, ist das ja ein Xpected Goals Wert von 0,75. Was ja auch super vernünftig wirkt. Was dabei aber vollkommen herausgenommen wird, ist die Frage, wie der Elfmeter entstanden ist. Also da gibt es ja so Beispiele wie die Rote Karte von Adli dieses Wochenende, wo Mainz den Fehler des Gegners konsequent ausgespielt hat und es dann am Ende zwangsweise Elfmeter gibt. 

Und dann gibt es diese Momente, in denen ein an sich guter Innenverteidiger völlig unmotiviert mit dem Arm zum Ball geht, damit der Gegner einen Elfmeter bekommt. Unions Elfmeter gegen RB Leipzig gehört definitiv in die letztere Kategorie. Der eigene Beitrag beim Herausarbeiten der Großchance hält sich definitiv in überschaubaren Grenzen. Der Expected Goals Wert liegt dementsprechend bei 0,75, der Expected Penalty Wert dürfte aber irgendwo bei 0,02 liegen. Also in 2 von 100 Situationen stellt sich ein Bundesligaverteidiger in dem Moment so dumm an, dass es Elfmeter gibt.
Da es sich hierbei aber nicht um einen Torabschluss handelt, wird dieser Wert in keinster Weise erfasst oder mit einberechnet.
Womit dann auch verschwiegen wird, wie absurd der Sieg der Unioner am Ende war. Denn die haben zwar einen xG Wert von 1,04, sie haben sich aber in der gesamten Spielzeit keine einzige wirklich herausragende Chance herrausgespielt. Denn der eine Assist geht an Simakan, der andere an Szoboszlai. Was der Kicker Ticker indirekt auch bestätigt. Also beide Treffer kamen ohne Vorlagengeber.
Union ist halt gerade echt irgendwo zwischen "So wird man Meister." und "So kann man doch nicht Meister werden." So viel zum Nachschub der Woche.

Daniel Farke, Masochist der Woche. Farke hat nach dem Sieg gegen die Bayern echt Mönchengladbach zum "emotionalsten Verein Deutschlands" gekürt. Ich frage mich ja, ob er danach schonmal sein E-Mail-Postfach aufgemacht hat und sich über die ganzen Hassmails aus Dortmund oder Schalke wundert... Nicht, dass das eine wirklich relevante Aussage war. Er musste halt nach dem Spiel die Leistungsschwankungen seiner Teams rechtfertigen. Aber seinen relativen Pissverein auf diese Stufe zu stellen, wenn hoffnungslos unterlegene Schalker trotzdem im Schnitt über 60.000 Leute ins Stadion locken. Und nur um das festzuhalten: Selbst wenn die Spiele weiterhin 0:0 ausgehen, werden die weiterhin in Massen ins Stadion strömen. Denen war es ja bisher auch "egal", dass es nur 2 Siege und 10 Tore in 11 Versuche zu "bejubeln" gab. 

Und dann ist es auch noch ein Verein, der jahrelang von Clemens Tönnies geführt wurde, der immer auf sein Bauchgefühl gehört und keine Ahnung von Fußball hat. Farke weiß gar nicht, was ein emotionaler Verein ist...

Freitag, 17. Februar 2023

Diese Woche in einem völlig absurden Experiment:

 Kann man in der Champions League mithalten, wenn 2-3 Spieler einfach nicht an der Arbeit gegen den Ball teilnehmen? Kann das funktionieren, selbst wenn es nur gegen 11 Bayern geht?

Anscheinend nicht.

Also gerade wo ich auch noch bei Arsenal London - Manchester City reingezappt habe, wurde es wirklich absurd, was da am Dienstagabend passiert ist. Für diejenigen, die es verpasst haben: Pep Guardiola hat in dem Spiel 3 Verteidiger und einen Defensiven Mittelfeldspieler aufgestellt. Der hat quasi die Endformation von Paris St. Germain nach der Einwechslung von Kylian Mbappé gespiegelt. Und das hat funktioniert, weil wirklich alle seine Spieler inklusive Erling Haaland konsequent gegen den Ball gearbeitet haben. Dabei hat der Mittelstürmer selber nicht mal viele Defensivzweikämpfe geführt, aber er hat sich halt immer mit verschoben und somit die Räume eng gemacht. Arsenal verteidigte (also wenn sie denn verteidigten, in den entscheidenden Momenten setzten sie damit einfach mal komplett aus) nach demselben Prinzip und so entwickelte sich ein hochintensives Spiel.

Paris St. Germain muss sich dagegen fast zwangsweise am eigenen Strafraum einbetonieren, weil Neymar hin und wieder einen Anfall bekommt und alleine den Ball jagt, während Lionel Messi sich an der Stelle komplett rausnimmt.

Weil nur 8 Mann gegen den Ball arbeiten wollten, konnte man einfach keinen Druck ausüben. Und so ergab sich eine erste Halbzeit, in der der FC Bayern drückend überlegen war. Ich hätte ja nie gedacht, dass all die Spiele gegen überforderte Bundesligisten sie so gut auf ihr Achtelfinale in der Champions League vorbereiten würden.

Der einzige Unterschied zu einem Bundesligaspiel: Weil Paris halt (überraschender Weise mit einem Sergio Ramos als besten Spieler) hochklassige Verteidiger in ihren Reihen hatte, brauchten sie 53 Minuten um sich den Führungstreffer zurechtzulegen. Aber den ersten Aussetzer des Gegners nutzte man. Und danach war man auch durchaus auf dem Weg zum 2:0.

Für mich hat dieses Spiel vor allem eines deutlich gezeigt: Paris wird so lange nicht die Champions League gewinnen, wie diese 3 da vorne rumturnen. So großartig die sind, wenn sie den Ball haben, so katastrophal ist es, wenn dieser zwischendurch mal erobert werden muss. Und ja, einen derartigen Spieler kann man kompensieren. Das hat Real Madrid mit Cristiano Ronaldo bewiesen. Und Messi als er Weltmeister wurde. Aber 2 oder 3 dieser Spieler sind um modernen Fußball einfach zu viel. 

Nebenbei hat Messi ja im WM Finale nachgewiesen, dass er für besondere Momente durchaus noch in den "Ist defensiv wenigstens bemüht" Modus schalten kann. Der hat in diesem Spiel mehr gegen den Ball gearbeitet, als in den 2 Jahren bei Paris zusammen. Aber anscheinend geht er irgendwie davon aus, dass es für den Champions League Titel auch reichen wird, wenn er sich defensiv komplett rausnimmt.

Das ganze funktionierte so lange hervorragend, wie der deutsche Rekordmeister mit 11 Spielern auf dem Platz agierte. Leider dachte Julian Nagelsmann nach 75 Minuten, dass das hier ja zu einfach und langweilig ist, also brachte er Thomas Müller. Korrelation oder Kausalität? Jedenfalls nutze Paris die 15 Minuten mit dem Rekordhelden, um den sicheren Auswärtssieg in eine Zitterpartie umzuwandeln. Das ist immer noch mehr als in Ordnung, aber dass man dafür dann Benjamin Pavard dank eines Platzverweises verloren hat, tut schon weh. 

Vor allem ist es halt schon bedenklich, wie sehr die Bayern ins Schwimmen gerieten, sobald die Gegner etwas Tempo aufnehmen konnten. Wenn man dann noch bedenkt, dass man genau genommen nur 3 Innenverteidiger in seinen Reihen hat, von denen jetzt einer gesperrt ist. Die Bayern sind hinten plötzlich erschreckend dünn besetzt. Jetzt muss man quasi zwangsweise gegen das offensive Dreigestirn mit einer Viererkette agieren. Also nicht, weil man das will, sondern weil man muss. Denn eigentlich hatte Nagelsmann sich ja zuletzt auf die Dreierkette eingeschossen. 

Am Ende der 90 Minuten kam ich jedenfalls zu dem Schluss, dass beide Mannschaften nicht im Finale stehen werden. 

Nebenbei ist Dortmund dann plötzlich in seiner ultimativen Form angekommen: Julian Brandt könnte tatsächlich den wichtigen Schritt nach vorne in seiner Entwicklung genommen haben und Marco Reus auf die Bank verdrängen. Karim Adeyemi hat vielleicht nur ein halbes Jahr gebraucht, um in der Bundesliga anzukommen. Und Emre Can gibt das Mentalitätsmonster. Still und heimlich wurde auch Matts Hummels auf die Bank verdrängt. Die machen jetzt sogar Rudelbildungen.
Ich kann gar nicht darauf warten, wie das alles in einer völlig unerklärlichen Niederlage gegen Augsburg wieder zusammenbricht...

Montag, 6. Februar 2023

Worst of des "Wir sollten es genießen, solange es geht" Wochenendes

 Die Bundesliga ist spannend!!! Das werden sie uns jetzt in jeder Sportschau erzählen. Gewöhnt euch dran. Aber geht deswegen nicht davon aus, dass das Endergebnis anders aussehen wird.
Union Berlin ignoriert weiterhin alle Gepflogenheiten und gewinnt einfach als Tabellenzweiter. Wie dreist von denen. Da standen die Bayern dann tatsächlich vor dem Anpfiff nicht auf Platz 2. In der Rückrunde. Die standen quasi unter Zugzwang. Also für diejenigen, die auf solche Details achten: Das war zum ersten Mal seit dem 22. Spieltag der Saison 2019/20, dass die Bayern in einer Blitztabelle der Rückrunde nicht auf Platz 1 standen. Damals gewann RB Leipzig am Samstag und der Rekordmeister zog sonntags nach. Ähnlich wie dieses Mal mit einem deutlichen 0:3 nach 12 oder 19 Minuten.

Die Bayern haben halt doch bewiesen, dass sie einfach ein Spiel in einer Viertelstunde entscheiden können, wenn sie wirklich müssen. Und klar, die machen nicht wirklich mehr als sie müssen und schalteten sehr schnell wieder in den Genügsam-Modus, deswegen sieht der Sieg dann nicht wirklich souverän aus. Trotzdem waren die 3 Punkte im Endeffekt ungefährdet. Trotz Unterzahl. Und klar, wenn das 3:4 zählt... aber der eine weise Satz von Jens Lehmann war halt "Der Konjunktiv ist der beste Freund des Verlierers". Und selbst dann hätten die Bayern noch einen 4. Treffer kassieren müssen...

Das eigentliche Problem bleibt aber: Paris St.Germain hat dieses Jahr noch nichts gesehen, wovor sie sich fürchten müssen. So wie die Bayern sich bisher präsentiert hat, wäre alles außer ein Ausscheiden eine große Überraschung. Das wird euch vorher niemand verraten, weil selbst die Journalisten sich nicht eingestehen wollen, dass die Liga dieses Jahr zwar spannend, aber nicht zwingend gut ist.

Nebenbei lässt RB Leipzig schon wieder unmotiviert abreißen. Also mit 2 von 6 Punkten aus den Spielen gegen Köln wird man am Ende einfach nicht Meister. Union Berlin ist halt schon Wahnsinn, aber ganz ehrlich... das ist halt auch sehr brachialer Fußball. Das Siegtor gegen Mainz ist da schon bezeichnend: Das wird halt nicht herrausgespielt, sondern heraus gestochert

Nur um das mal festzuhalten: Expected Goals hat eher mit 0,98 Toren gerechnet... Union hat trotzdem einfach 2 erzielt. Und das ist, wenn ihr euch deren Spiele mal anguckt, völlig normal. Es ist schon Wahnsinn: Laut dieser Statistik hat man nur gegen Freiburg und Köln weniger Tore erzielt, als nach Spielverlauf erwartbar waren. Dafür hat man zuletzt 2 Spiele in Folge mit einem 0,X Wert 2 Treffer erzielt. Gegen Schalke gewann man 6:1, obwohl man den Expected Goals Kampf mit 1,87 :1,07 verloren hat. Ja, richtig gelesen: Laut diesen Experten hätte eher Schalke das Spiel gewinnen müssen.

In der daraus resultierenden Tabelle hat man 12 Punkte weniger. Hier muss man nochmal kurz einschieben, dass die Expected Goals halt die Qualität der Abschlüsse mit einberechnet, anstatt einfach nur von "Torchancen" zu reden. Denn die allgemeine Chancenverwertung ist mit 13 % gut, aber nicht absurd überragend. Aber Union Berlin ist halt extrem gut darin, aus einer 0,06-prozentigen Chance ein Tor zu erzielen. Sie spielen sich aber eher selten Chancen heraus, bei denen man sagen kann "Den muss man machen." So geil das ist: Das kann man einfach nicht eine ganze Saison lang durchhalten. 

Gut, das wurde damals bei Leicester City auch behauptet. Und natürlich sind es genau solche Jahre, die die Faszination des Sports ausmachen: Es kann sachlich niemand erklären, warum Union auf Platz 2 steht. Sie fahren einen dreckigen Sieg nach dem anderen ein. Sie erzielen immer wieder Tore aus dem buchstäblichen nichts. Nur weil sie als angeblich kleiner Verein als sympathisch gelten, vermeiden alle die Memes, die Schalke immer abbekommen hat, wenn sie auf Platz 2 standen. Erinnert sich noch jemand daran? Also wie Schalke mit 63 Punkten und 53 Toren Vize-Meister wurde? Union ist ungefähr in denselben Sphären unterwegs. 

Und ich sage das mit dem allerhöchsten Respekt vor der Arbeit, die bei Union geleistet wird. Was die mit ihrem ja durchaus vorhandenem Budget anstellen, ist völlig absurd. Sie sind ihrer eigenen Entwicklung, die langfristig mindestens ins Bundesligamittelfeld geführt hätte, um Lichtjahre vor raus. Und wenn man sich den Transferwinter so anschaut, wollen die ja auch nicht nachlassen. Die scheinen wirklich vorzuhaben, sich da oben einzunisten. Coole Sache.
Aber am Ende ist es schon irgendwie schade, dass der Isco Deal geplatzt ist. Denn das hätte der Spieler sein können, der für Union auch hochwertige Chancen herausspielt, anstatt nur mittelmäßige zu erarbeiten. Einen derartigen Spieler zu bekommen und dann ins Kollektiv zu integrieren, ist der nächste Entwicklungsschritt dieses Vereines. 

Und sonst so? Bin ich immer noch relativ zufrieden damit, wie sich meine Rückrundenvorschau aussieht. Bayer Leverkusen hat jetzt eindrucksvoll nachgewiesen, dass sie kein Interesse an einem spannenden Kampf um den Europacup haben. Augsburg und Köln haben uns gezeigt, dass sie sich aus dem Abstiegskampf raushalten wollen. Also aus dem buchstäblichen. Hertha nimmt dieses Konzept dagegen auch neben dem Platz voll an. Einzig die TSG 1899 Hoffenheim hat sich etwas überraschend, aber mit vollster Überzeugung im Abstiegskampf angemeldet. Aber die haben ja den Joker "Trainerwechsel" noch frei. Also hatten, jetzt muss da ein neuer den Bock umstoßen.

Das wirkliche Problem ist ja, dass die Hoffenheimer das 2. Jahr in Folge von Platz 4 aus abstürzen. Die zeigen immer richtig gute Ansätze, brechen dann aber vollkommen ein. Das kann nicht nur am Trainer liegen. Trotzdem muss man jetzt halt erstmal eine kurzfristige Lösung finden, damit man nicht in Liga 2 landet. 

Aber hey, die haben jetzt ja Thomas Delaney als Führungsspieler geholt, was einfach nur meinen Komiknerv trifft: Die holen einen ehemaligen Dortmunder... als Führungsspieler. Das ist doch genau das, was man dort nicht findet...

Mittwoch, 1. Februar 2023

Passives Abesites Leser wissen es früher: Der VfB Stuttgart holt Genki Haraguchi

 Irgendwo hab ich doch gelesen, dass der Realo Bruno Labbadia ganz eiskalt einen Ü-30 Veteran ohne jegliche Perspektive auf Wertsteigerung holen wird, um die Stabilität zu erhöhen. Einen dieser Spieler, die bei besser aufgestellten Vereinen im Idealall auf der Bank sitzen. Oh, das habe ich ja selber geschrieben...

Die einzige Überraschung ist, dass dieser Spieler von Union Berlin kommt. Aber das ist ja nur, neben dem Flirt im Isco und dem kroatischen WM-Star mit neuer Rekordablöse, nur ein weiteres Indiz, dass Union der Big City Club ist. Es merkt halt nur keiner. Fun Fact: Welcher Bundisligst hat in diesem Winter 2 WM-Halbfinalisten verpflichtet? Genau: Union mit Josip Juranovic und Aissa Laidouni.
(Und ja, die Bayern fühlten sich dadurch so sehr bedroht, dass sie direkt einen dritten WM-Teilnehmer verpflichteten. Da bricht wirklich gerade Panik aus...)

Und ich meine das gar nicht als Beleidigung, weil ich deren Arbeit ja respektiere, aber Haraguchi zu holen ist ein Augsburg-Transfer. Das ist genau die nüchterne Arbeitsweise, mit der die die Klasse halten. Stuttgart hatte doch eigentlich inspirierte Ziele.

Also nur um das mal festzuhalten: Stuttgart hatte letztes Jahr nur Daniel Didavi als Ü30er im Kader. Der hat 10 Spiele gemacht. 3 von denen waren benotet. Und danach hat er festgestellt, dass er zu alt für den Scheiß ist. Oder er hat einfach nur keinen neuen Verein gefunden. Seinen letzten Startelfeinsatz hatte er am 11. Spieltag. Seine letzte Einwechslung am 12.

Danach begann man dann eine Serie von 40 Spielen ohne einen einzigen Ü30er auf dem Feld. Also um mal zu verdeutlichen, wie absurd das ist: Der Rest der Liga kommt höchstwahrscheinlich auf 0 Aufstellungen ohne einen "alten Sack". Also die anderen "jüngsten Startformationen" dieser Saison kommen mit Matts Hummels, Koen Casteels und Lukas Hradecky. RB Leipzig im Jahr davor kam mit Peter Gulasci. Als Überraschungsgast musste Greuther Fürth Sebastian Griesbeck einwechseln, damit Stuttgart seinen willkürlich festgelegten Sonderstatus behält.

So was für ein einzelnes Spiel zu machen, ist überraschend selten. 40 Spieltage in Folge so aufzustellen, dürfte ein einzigartiges Phänomen sein. Und wenn man jetzt einen Überraschungs-Isco bekommen hätte, der aus irgendwelchen Gründen nach Stuttgart kommen will oder muss...  Aber man holt sich einen Spieler, der bei Union Berlin aussortiert wurde, obwohl man Isco nicht bekommen hat.

Realistisch ist das sogar ein guter Transfer. Also er wird dem VfB beim Projekt Klassenerhalt helfen, ohne der Entwicklung der jungen Talente wirklich zu schaden. Und wenn man es ganz eiskalt durchrechnet: Endo Wataru wird am 9.2. eh 30, die Serie wäre sowieso gebrochen worden. Eigentlich passiert also gar nichts.

Und ich bin mir auch gar nicht bewusst, ob sonst jemand diese einzigartige Serie überhaupt auf dem Schirm hat. Aber nur dafür einen Kicker zu kaufen, halte ich für übertrieben. Aber ich wollte es trotzdem mal anmerken, dass es schon ein Paradigmenwechsel ist, der hier auch angekündigt worden ist.

Dienstag, 31. Januar 2023

Die überraschendste Pointe des Jahres ist ja

 Die laut Präsident Kay Bernstein "wohlüberlegte" Entlassung von Fredi Bobic. Habe ich nicht gerade erst erwähnt, dass die Frage, ob die Hertha die Klasse hält, nicht auf dem Platz, sondern daneben entschieden wird? Weil auch der Umgang mit den Spekulationen um Bobic und dem DFB, die immer wieder auftauchen werden, entscheidend sein werden. Hätte nicht gedacht, dass ich so schnell Recht bekomme.

Ich werfe dann jetzt mal folgende These in den Raum: Bernstein hat gehofft, dass Bobic zum DFB geht, damit er ihn wegloben und vielleicht sogar eine Ablöse kassieren kann. Das war kein "Reisende soll man nicht aufhalten", sondern eher ein "Du willst doch verreisen, oder?" Also die ganze Kommunikation wirkte ja gleich komisch, weil Bobic sich auch nicht eindeutig positioniert hat, aber nie ein Angebot bekommen haben soll. Aber trotzdem hat der Präsident schonmal kräftig die Werbetrommel gerührt, damit Bobic auch in jedem Fall im Gespräch bleibt. Da ist es keine gewagte These zu behaupten, dass Bernstein auch da schon über eine mögliche Entlassung nachgedacht hat. Und kurz bevor Rudi Völler dann tatsächlich sein Amt antritt, schmeißt er dann den Bobic raus.

Stellen wir uns das mal mit einem Spieler vor. Da würde man das als Vorgesetzter nur machen, wenn man in finanziellen Nöten ist und unbedingt eine Ablöse generieren muss. Guckt mal, dieser Star hier ist verfügbar, kauft den doch! Also so was passiert eigentlich nur nach und nicht vor abstiegen.

Dass Bernstein mit Bobic bescheidener Bilanz eher kritisch umgeht, ergibt ja auch Sinn. Ihm nicht bedingungslos zu vertrauen, ist vernünftig. Ihn zu entlassen, ist irgendwie auch nachvollziehbar. Aber es ist eine totale Katastrophe ihn noch am Kader schrauben zu lassen, was dringend gemacht werden muss, weil man ja auf einem Abstiegsplatz steht, obwohl man schon weiß, dass man ihn eigentlich loswerden will. Und dann 2 Tage vor Ende des Transferfensters doch die Reißleine zu ziehen, damit andere die Panikkäufe tätigen können.

Und es wird ja auch direkt über Cigerci, Phillip und Vestergaard spekuliert. Geholt werden konnte nur einer der 3. Vielleicht wäre das anders gelaufen, wenn Benjamin Weber direkt die Verhandlungen geführt hätte. Also schon von Anfang an in erster Reihe. Wenn ein Maximilian Phillip von den Leistungen der mit 7:0 verlierenden Bremer beeindruckt gewesen sein soll. So viel weniger hatte die Hertha doch auch nicht zu bieten...

Wenn man Bobic in 2 oder 3 Wochen entlässt. Also nachdem die Transferperiode durch ist und die nächste geplant werden muss. Ok. 2 Monate wären besser, um wenigstens zu beurteilen, ob die Transferperiode funktioniert hat. Oder man entlässt ihn so frühzeitig, dass die Nachfolger nicht direkt mit dem Rücken zur Wand und der Pistole auf der Brust einsteigen müssen. Aber den Manager 90 % der Transferperiode vor sich hin wurschteln zu lassen, um ihn dann zu entlassen ist definitiv das Dümmste, was man machen kann. Das ist genau die Art von Vereinsführung, die einen in die 2. Liga führen. 

Nebenbei sollte Bernstein doch eigentlich der sein, der nach den zuletzt chaotischen Jahren eher wieder Ruhe in den Verein bringen soll. Der etwas überraschend gegen das Establishment des Vereines gewählt worden ist. Den ehemaligen Ultra, der sich pro Pyrotechnik positioniert. Der aber offensichtlich mit seiner ersten unangenehmen Entscheidung leicht überfordert war. 

Das faszinierendste ist nebenbei die Einmischung vom völlig unbeteiligten Markus Krösche, der sich fragt, warum man nicht bis zum Sommer gewartet hat. Also das vollständige Zitat lautet: "Ich finde es schwierig. Als Sport-Geschäftsführer oder Sportdirektor hat man einen gewissen Einfluss - in der Planung, in der strategischen Ausrichtung. Aber es ist extrem schwierig, in das Heute einzugreifen. Dieser Zeitpunkt ist meiner Meinung nach der falsche. Das kann man dann am Ende der Saison machen."

In diesem Zitat zeigen sich so viele Probleme der Bundesligisten. Also wirklich nicht nur der Hertha, sondern der Bundesliga im Allgemeinen. Also wenn die Hertha nicht mitten im Panikmodus und deswegen auf dem Transfermarkt aktiv wäre, dann wäre das der perfekte Zeitpunkt den Manager (oder wie immer das gerade heißt) zu ersetzen. Denn wenn die Transfersaison für dieses Jahr abgehandelt ist, fängt man halt an die nächste vorzubereiten. In dem man im eigenen Kader aussortiert oder mit Spielern verlängert. Und in dem man nach Möglichkeiten sucht, die Schwachstellen mit externen Experten zu besetzen.

Und der Sommer ist ja eigentlich die "große Transferperiode". Also gerade weil da so viele Verträge auslaufen. Sowohl bei internen, als auch bei externen Kandidaten. Wenn man dann als Manager erst im Juni wirklich anfängt für den Verein zu verhandeln, hat man so extrem viel Rückstand.

Nur so als technisches Detail: Theoretisch darf man jetzt mit Spielern verhandeln, deren Vertrag im Sommer ausläuft, ohne den Verein zu informieren. Also das, was die Bayern damals mit Robert Lewandowksi 12 Monate vor Ablauf gemacht haben, ist dann vollkommen legal. Das bedeutet auch, dass man als Hertha jedem dieser Spieler hier jetzt ein Angebot unterbreiten könnte. Da stehen Leute wie İlkay Gündoğan drauf. 

Jetzt derartige Planungen und Vorverhandlungen einen Bobic machen zu lassen, obwohl man den gar nicht mehr haben will, wäre Wahnsinn. Also nur noch mehr Wahnsinn, als in Berlin sowieso schon herrscht. 

Der perfekte Zeitpunkt ist halt zeitnah nach dem Ende der Transferperiode. Da war man zumindest dicht dran. Aber spätestens 3 Monate vor Beginn der neuen Saison sollte der neue Manager da sein und seine gesamte Aufmerksamkeit dem neuen Verein widmen.

Montag, 30. Januar 2023

Worst of des spannendsten Sportexperiments des Jahres

Wenn einen die Bundesliga so sehr langweilt, dass man lieber über die Fashionweek in Paris redet, dann muss man sich halt selber kreative Aufgaben stellen. Und da haben die Bayern gerade was richtig Spannendes gefunden: Können wir Meister werden, wenn wir nur 1:1 spielen?

Theoretisch sollte das doch funktionieren, wenn der Tabellenzweite konsequent eh nicht gewinnt. Und ja, in der gesamten Hinrunde hat nur der Rekordmeister gewonnen, wenn er auf Platz 2 lag. Nur kommen dann wie immer die Unioner und scheißen auf alle Konventionen. Hat denen niemand gesagt, dass sich das nicht gehört? Als guter Bundesligist übt man einfach keinen Druck auf die Bayern aus. 

Nebenbei ist es faszinierend, dass jetzt schon alle von der spannendsten Bundesligasaison seit Ewigkeiten reden... weil der Abstand zwischen den Tabellenführer und dem Tabellensechsten noch nie so gering war. Und man muss an der Stelle erwähnen: Abgesehen von der Eintracht, die halt den Bayern direkt Paroli geboten haben, haben alle Bayern-Verfolger und auch Borussia Dortmund gewonnen. So fällt man als Frankfurt trotz überzeugender Leistung in München von Platz 4 auf Platz 6 zurück. Eng ist es also auf jeden Fall.

Man muss aber auch festhalten, dass das nur bedingt "gut" ist. Denn es ist hauptsächlich so spannend, weil die Bayern so schwach sind. Die haben jetzt das 2. Mal in dieser Saison 3 Spiele in Folge nicht gewonnen. Sie haben nur 10 Siege aus 18 Spielen. Das sind lächerliche 34 Punkte.

Nur so als Vergleich: Ich habe mich ja auch schon gefragt, ob Arsenal dieses Jahr wirklich gut ist, oder ob die anderen in England einfach nur schwächeln. Die Antwort ist beides, denn Arsenal ist nach 18 Spielen bei 15 Siegen und 47 Punkten. Mit den 34 Punkten würde Bayern in der Premiere League noch nicht mal auf Platz 4 liegen. In Spanien läge man 10 Punkte hinter dem Tabellenführer, obwohl Barca noch ein Spiel in der Hinterhand hätte. Auch in Frankreich wäre man auf Kurs Europa League. Und in Italien wäre man die Meisterschaft faktisch auch schon los.

Gerade England und Italien sind ja wirklich interessant, weil sich da zeigt, dass ein Aufbrechen der festgefahrenen Strukturen möglich wäre. Also klar, Juventus Turin schafft sich gerade selber ein wenig ab. Aber der SSC Neapel hat auch eine unfassbar gute Zwischenbilanz. Die würden auch Meister werden, wenn Juve "normal" wirtschaften und spielen würde. Und auch in den letzten Jahren holte der Meister (bei, zugegeben 38 Spieltagen) 91 und 86 Punkte. Da sind die halt auch Meister geworden, weil der AC Milan und der SSC Neapel richtig gut waren.

In der Bundesliga spielen die Bayern so schwach, wie selten. Also weniger Punkte in der Hinrunde holten sie 2019/20. Nur um dann (wenigstens) in der Rückrunde richtig aufs Gas zu drücken und 16 von 17 Spielen zu gewinnen. Der Unterschied damals war aber auch, dass man diese überragende Rückrunde brauchte, weil man 4 Punkte Rückstand auf RB Leipzig hatte. Jetzt hat man sich ausufernde Schwächephasen gegönnt. Also wirklich im Plural. Aber keiner der Gegner konnte diese Phase nutzen, um an den Bayern vorbeizuziehen und sich einen Vorsprung aufzubauen.

Auch wenn das jetzt gerade spannend wirkt, muss man das eigentlich nüchtern betrachten: Wenn die Bayern am Ende dieser Saison doch wieder Meister werden, können wir die Bundesliga auch abschaffen und die Superleague einführen. Denn wenn die selbst dann Meister werden, wenn sie richtig schlecht sind, werden sie es auch in den nächsten 14 Jahren werden, wenn sie normale Leistungen bringen.

Oder aber die Bayern passen sich wirklich dauerhaft an das Niveau der Bundesliga an... was wir alle auch nicht hoffen sollten. Denn das würde halt praktisch bedeuten, dass man sich aus der internationalen Leistungsspitze endgültig verabschiedet. Also der Champions League Leistungsspitze.

Aber hey, am Mittwoch geht es gegen Mainz, da wird Thomas Müller schon 3 Tore erzielen und dann ist alles wieder gut.

Nebenbei verstärkt sich das Gefühl der 3 Klassen Gesellschaft in der Bundesliga weiter. Also Wolfsburg hat sich mit seiner, jetzt gegen Werder überraschend unterbrochenen, Serie mit 6 Siegen und 22:1 Toren klar in Richtung Europacup positioniert. Weil Bayer Leverkusen diesen Schritt aber dieses Wochenende verpasst hat und auch Gladbach nicht so wirklich aus gut aus den Startlöchern kommt, sind da auch nur noch 7 Mannschaften wirklich im Rennen.

Und im Abstiegskampf steckt mit viel Wohlwollen noch die TSG aus Hoffenheim als Dreizehnter. Und mit genau so viel Wohlwollen Schalke 04. Dazwischen sind halt jetzt schon 5 Mannschaften, die um die Verteilung der Fernsehgelder spielen. Vor allem, weil die Mannschaften im Keller ja nicht den Eindruck hinterlassen, als würden sie eine Aufholjagd starten.

Lustigerweise hat Schalke jetzt wieder Ralf Fährmann als Hoffnungsträger ausgegraben. Und der musste in seinem ersten Spiel keine einzige Parade zeigen. Also der 1. FC Köln schoss gegen die definitiv schlechteste Mannschaft der Liga nicht ein Mal aufs Tor. Das ist dieselbe Mannschaft, die letzte Woche 7 Tore erzielt und unter der Woche einen Punkt gegen die Bayern geholt hat. Damit hat die Offensivabteilung aber auch genug gemacht, da kann man sich mal eine Auszeit gönnen.

Oh und auch Schalke schoss nur in der 2. Minute aufs Tor. Danach gab es ein großartiges Bewerbungsvideo für die neuste Trendsportart Football. Da suchen sie Leute, die den Ball souverän über das Tor schießeb.

Montag, 23. Januar 2023

Worst of des letzten Vorbereitungswochenendes

 Das war ja noch nicht der Start in die Bundesliga, das war ja nur "ein Warnschuss zur rechten Zeit"... oder? Oder? Verdammt.

Es ist schon faszinierend, wie viele Mannschaften einfach nicht bereit für ein Pflichtspiel waren. Praktisch hat doch nur Borussia Dortmund so souverän verteidigt, wie man es von ihnen erwartet hat. 

Ilhas Bebou hat erstmal 40 Minuten gebraucht, um zu merken, dass er gar kein Handball spielt... Was nebenbei noch nicht mal Hoffenheims größtes Problem ist. Insgesamt reichte die Luft nach 10 Wochen Pause nur für 45 Minuten. In der 2. Halbzeit war dann gar nichts mehr von denen zu sehen. Hat eigentlich irgendjemand erwähnt, dass die Hauptaufgabe für Andre Breitenreiter darin besteht, die Spannung hochzuhalten? Sieht schon mal gut aus.

Werder Bremen und der SC Freiburg traten kollektiv gar nicht an. Was in Freiburg hat gar nicht soo ungewöhnlich ist, der VfL Wolfsburg war halt nur noch effektiver, als man es erwarten konnte. Aber dass der SC seine Leistung ein bis zwei Mal so gar nicht auf den Platz bekommt, ist halt relativ normal. Letztes Jahr verspielte man seine Chance auf die Champions League Teilnahme mit einem 1:4 gegen Union Berlin. Im Jahr davor "half" man den abstiegsbedrohten Herthanern zu einem wichtigen 3:0. 2020 verlor man ein Heimspiel gegen Paderborn. 2018 bekam man in Mainz 0:5 auf den Sack.

So seltsam das klingt: So ein Ergebnis ist relativ normal für die Breisgauer. Es belegt halt auch nur, wie eng es für diese Mannschaft wird, wenn sie nicht an ihrem Limit spielt. Man sollte auch nie außer acht lassen, wie dicht an ihrem Limit Freiburg halt regelmäßig spielt. Deswegen mache ich mir auch relativ wenig Sorgen. Und deswegen haben sich die Bayern auch wenig Sorgen gemacht, als Freiburg ihr "Verfolger Nummer 1" war...

Werder Bremen dagegen. Ähm... ja. Hoffen wir mal, dies ein Ausrutscher und nicht der Anfang vom Ende war. Da zeigt sich jetzt der Unterschied zwischen einem Christian Streich, dem man halt einfach zutraut so ein Spiel aufzuarbeiten, und Ole Werner, der dies zum ersten Mal macht. Ok, technisch gesehen zum zweiten Mal, weil sein Gastspiel bei den Bayern schon durch ist, aber es war die erste so nicht erwartbare heftige Klatsche.

In der Summe kamen wir dank des kollektiven Defensivversagens auf 41 Tore. Das sind die meisten seit über 20 Jahren. Und wenn man bedenkt, wie viele Großchancen der VfB Stuttgart liegen gelassen hat, hätten es noch mehr sein können. Was schade ist, schließlich hätte man die Top 10 knacken können, wenn die sich nicht in den "Gomez der Woche" Rausch gespielt hätten.

Nebenbei... hat der FC Augsburg in der Hinrunde gegen RB Leipzig, Bayern München und Borussia Dortmund 7 Tore erzielt und damit 4 Punkte geholt. Das sind ein drittel all ihrer erzielten Treffer. Vielleicht war Dortmunds Abwehr gar nicht sooo schlecht... obwohl sie Nico Schlotterbeck aufgestellt haben.

Bei den Bayern war es echt faszinierend, wie schnell die ihre Neuzugänge integriert werden, Nach 2 Trainingseinheiten hatte ihr neuer Torhüter schon den Neuer-Reklamier-Arm drauf. Das muss er jetzt noch 10 Jahre lang machen, dann kriegt auch Sommer sein eigenes Emote.

Aber falls es jemanden interessiert: Die Bayern haben ihren Vorsprung auf den 2. Platz ganz souverän mit einem Unentschieden ausgebaut. So was gibt es halt nur in der besten Liga der Welt. Jetzt ist die Eintracht mit einer überraschenden Blamage dran. 

Aber ganz zum Schluss muss man nochmal den großartigsten Moment des Wochenendes festhalten. Denn Marco Rose hat genau das gemacht, was ich doch immer von Trainern verlange: Er hat sich nach dem Spiel hingestellt und gesagt, dass der Schiedsrichter recht hat. Er gibt ja sogar zu, dass er emotional überreagiert hat. Wenn Trainer häufiger nach dem Spiel so reagieren würden, wäre die Beurteilung der Schiedsrichterleistungen so viel einfacher.