Dienstag, 23. Dezember 2025

Worst of eines unfassbar schlechten Spieltages

 Vielleicht der schlechteste aller Zeiten. Es war schon absurd. Aber immerhin gibt es dann genügend Stoff für einen ordentlichen Beitrag.

Das ganze ging schon am Freitag richtig beschissen los. Denn nach dem "Borussia gegen Borussia" Duell wurde wieder mal nur über den VAR geredet. Das überschattet dann ein nicht mal so richtig gutes Spiel.

Das bringt uns auch direkt zu Niko Kovac, Vollidiot der Woche. Können wir bitte aufhören, den zu irgendwelchen Schiedsrichterentscheidungen zu befragen? Denn spätestens seit dieser Woche wissen wir, dass wir keine vernünftigen Antworten von ihm bekommen. Wir werden nur erfahren, dass Dortmund beschissen wurde, während alle kritischen Entscheidungen pro BvB richtig waren.
Man muss sich einfach mal die Stimmen zum Spiel gönnen. Da bewertet Kovac es innerhalb von 2 Minuten 2 "Da MUSS der VAR eingreifen" Szenen völlig unterschiedlich. Beim Dortmunder Tor ignoriert er komplett, dass Julian Brandt nur so frei zum Abschluss kommt, weil Guirassy vorher Sander vorher gefoult hat. Da gibt es auch nichts zu diskutieren. Auch die Frage, ob der VAR beim Foul an Beier eingreifen muss, ist eindeutig mit "Ja" zu beantworten. 

Kovac hätte, wo es ja am Ende in der Summe gut für ihn ausgegangen ist, dieses eine Mal die Größe zeigen können und offen zugeben, dass es in beiden Fällen eine Fehlentscheidung war. Dass der VAR, wenn er eine größere Akzeptanz erreichen will, bei beiden Szenen eingreifen muss. Aber anscheinend kann Kovac das einfach nicht. Schade eigentlich. 

Der Sportschau-Samstag war dann ein absoluter Fiebertraum. Das fing mit den animierten, tanzenden Lebkuchenmännchen an. Da muss man sich schon fragen, was für Drogen so eine KI eigentlich nimmt. Vor allem haben diese "Dinger" dieselben "Tanzbewegungen" gemacht... aber zeitlich leicht versetzt, sodass es damit auf keinen fiktiven Takt passt. 

Dann müssen wir dringend über den Pullover von Lukas Kwasniok reden. Denn der war so hässlich, dass sogar im Doppelpass 5 Minuten darüber geredet werden musste. Ich muss an der Stelle einschieben, dass das für mich einfach ein absoluter Mindfuck war. Denn als Barkeeper habe ich in den letzten Wochen viel zu viele solcher hässlichen Weihnachtspullis gesehen. Eigentlich sollte sich das für dieses Jahr erledigt haben, als Freitagnacht um 3 der letzte Gast gegangen ist. Dann schalte ich zur Sportschau ein und bekomme direkt PTSD... danke dafür.

Viel schlimmer ist aber, dass es sonst auch einfach nichts zu besprechen gab, denn die Spiele waren fast alle furchtbar. Die Highlights liefen echt auf ein "Wir würden auch lieber guten Fußball zeigen, aber hier gibt es nur Zweikämpfe und Fehlpässe." Und einen unfassbar dummen Platzverweis.

Selbst Stuttgart und Hoffenheim, die ja an sich richtig guten Fußball spielen können, stolperten sich ein uninspiriertes 0:0 zusammen. Das einzige Spiel, in dem wirklich was passierte, war Wolfsburg gegen Freiburg. Und hier muss man festhalten, dass viele Tore nicht zwingend bedeutet, dass man ein hochklassiges Spiel gesehen hat. Schon beim ersten Tor von Dzenan Pejcinovic muss man irgendwie festhalten, dass Noah Atubolu den eigentlich halten muss. Beim 2. Tor liefert er, das kann man einfach nicht anders sagen, direkt die Vorlage. Er spielt dem Angreifer relativ unbedrängt den Ball in den Fuß. Beim 3. Pejcinovic-Treffer hebt Anthony Jung das Abseits auf, weil er unbedingt reklamieren muss. Es wurde einem Angreifer noch nie so einfach gemacht, einen Hattrick zu erzielen...

Aber... Wolfsburg hat ja trotzdem verloren. Denn es gab einen Elfmeter aus der Kategorie "So dumm stellt sich nicht mal ein Kreisklasse-Verteidiger an." Und ein Billard Eigentor: Ginters Kopfball hält Grabara an sich gut, aber der Ball springt halt an den Rücken von Jensons Seelt und von dort ins Tor... Und die Statistiker so: Torvorlage für Ginter, wir können ja nicht beide Scorerpunkte den Wolfsburgern zuschieben.

Bleiben am Ende 2 Tore, die nicht aus der Kategorie "Unfall" kommen... Die Freiburger sagten hinterher ja auch, dass sie nicht die bessere Mannschaft waren, sondern einfach nur weniger Fehler gemacht haben. Also zum Mitschreiben: Die Mannschaft, deren Torwart dem gegnerischen Angreifer im Strafraum den Ball in den Fuß gespielt hat, hat trotzdem irgendwie weniger Fehler gemacht. 

Samstagabend gab es dann wahrscheinlich das qualitativ beste Spiel des Wochenendes. Aber es war halt RB Leipzig gegen Bayer Leverkusen. Dose gegen Pille. Wenn eine dieser Mannschaften die Bayern jagen würde... aber so interessiert sich kaum ein "neutraler Fan" für dieses Spiel. Das ist eher aus der Kategorie "Da laufe ich doch lieber über einen überfüllten Weihnachtsmarkt, anstatt mir das anzugucken." Und um den absurden Samstag richtig rundzumachen, wurde Timo Werner als letzter Hoffnungsträger eingewechselt... im Jahr 2025... 

Das erste Spiel am Sonntag kam auch direkt aus der: "Hätte ich das Mainz-Spiel im Fernsehen gesehen, ich hätte nach zehn Minuten ausgeschaltet." Kategorie. Also das sage nicht ich, das sagt St. Paulis Hauke Wahl. Wahl wurde nebenbei "Spieler des Spieles"... mit einer 3,0. Der beste Mann auf dem Rasen war wirklich der Schiedsrichter... Auch wenn er es "versäumte, Kohr Gelb zu geben." Wie kann man das bitte als Schiedsrichter versäumen?

Abgeschlossen wurde der Spieltag dann durch einen uninspirierten Pflichtsieg der Bayern in Heidenheim. Nach spätestens 32 Minuten stand fest, dass die Bayern sich das Ding nicht nehmen lassen. Aber in Schützenfestlaune waren sie auch nicht, deswegen wurde das Spiel "offiziell" erst in der 86. Minute entschieden. Weil es anscheinend irgendwie vorstellbar war, dass Heidenheim 2 Tore erzielt... bestimmt.

Das war in der Summe DER Spieltag, bei dem die Unterhaltung aus dem reinen Zynismus kamen. Wahrscheinlich, um das ganze etwas sachlicher einzuordnen, ist es einfach doch so, dass die Mannschaften auf der letzten Rille in Richtung Winterpause unterwegs waren. Jetzt können und müssen alle erstmal ihre Wunden lecken und neue Energie tanken, bevor es dann im Januar weitergeht.

Dienstag, 16. Dezember 2025

Das macht doch alles keinen Spaß mehr

 Ernsthaft, ich leide gerade unter einer extremen Schreibblockade. Ich habe verschiedene Beiträge angefangen, aber keiner kam auch nur halbwegs zusammen. Der Grund dafür ist auch einfach zu erklären: Es gibt halt nur so viele Varianten, wie man feststellen kann, dass Bayern Meister wird. Denn selbst wenn die beim Tabellenletzten Federn lassen, büßen sie nichts von ihrem gigantischen Vorsprung ein.

Und über allem schwebt die Fifa und die anstehende WM. Eigentlich sollte dieser Wettbewerb doch als Inspiration dienen. Immerhin gab es eine bombastische Auslosung. Und die Fifa hat das unfassbare möglich gemacht: Lauryn Hill ist pünktlich auf der Bühne erschienen. Und spielte einen 5 Minuten Medley. Das ist gleichzeitig unfassbar skurril und unfassbar traurig.

Also für den Kontext: Ms. Hill war die Leadsängerin bei den Fugees. Das war eine dieser tiefgründig politischen, anti-establishment Bands. Ready or not, here I come... Dann veröffentlichte sie mit "The Miseducation..." eines der besten Alben. Punkt. Das waren die besten Voraussetzungen für eine G.O.A.T. Karriere. Dass sie sich dann für die Familie und gegen die Karriere entschied, kann man ihr nicht mal vorwerfen. Dass sie diese Familie anscheinend so gegen den Baum gefahren hat, dass sie jetzt den Gehaltscheck der Diktatoren nehmen muss, schon. Das ist einfach nur traurig.

Bei der Auslosung wurde ja noch etwas deutlich: Diese WM wird NOCH schlimmer. Die müsste man noch viel mehr boykottieren, als die WM in Qatar. Man kann sich endgültig davon verabschieden, dass es jemals wieder eine "gute" Weltmeisterschaft gibt. Dafür ist die Fifa einfach zu kaputt.

Dass die Amis wirklich so dumm waren, Donald Trump wiederzuwählen, ist dabei Pech. Obwohl es ja ein bisschen absehbar war, dass die keine Frau wählen würden. Random Fun Fact: Trump hat gar nicht so viel mehr Stimmen gesammelt, als bei der vorletzten Wahl. Aber die Demokraten haben 6 Millionen Stimmen verloren, obwohl Kamala Harris praktisch für dieselbe Politik stand, wie Joe Biden... nur hat die halt keine Eier.

Anyhow: Dass die Fifa dann aber so auf Trump abfährt, ist das eigentliche Problem. Gianni Infantino sonnt sich einfach gerne im Licht der Diktatoren. Und dem dann einen völlig absurden, extra erschaffenen "Friedenspreis" zu geben, weil er den Nobelpreis noch nicht bekommen hat. Das ist ne South Park Folge. Und wie soll ich jetzt darüber bissige Satire schreiben? Es wird immer schwieriger für Satiriker

Vor 2 Jahren hätte ich noch gesagt, dass wir halt in einer Welt leben, in der die Comic-Buch-Bösewichte gewonnen haben. Mittlerweile bin ich überzeugt davon, dass selbst ein Lex Luthor diese Diktatoren und Konsorten darauf hinweisen würde, dass sie es ein wenig übertreiben.

Weil das alles nicht frustrierend genug ist, ging gerade ein random Video von einem Kanadier, der gerne ein WM-Spiel im Stadion sehen würde, durch meine Playlist. 


Und ich sag mal: Holy Shit. 

Um das mal kurz festzuhalten: Wenn man eine der Lotterien gewinnt, kann man bis zu 40 Tickets für 10 Spiele kaufen. Man hat aber keine Garantie, dass die 4 Plätze, die man für ein Spiel erwirbt, auch im selben Block sitzen. Die Fifa will sich dabei aber Mühe geben. Also nur um die Theorie zu widerlegen, dass es dabei darum geht, dass Familien gemeinsam ein Spiel besuchen können.

Nein. Es geht darum, dass Spekulanten diese Tickets erwerben und dann über den offiziellen 2nd Hand Markt weiterverkaufen. Und die Fifa hält dabei ganz dreist die Hand auf: Sie nimmt 15 % vom Verkäufer und eine 15 % Gebühr vom Käufer. Wenn ich also ein Ticket für erschreckend realistische 10.000 € kaufe, muss ich dafür 11.500 Euro berappen... und 3.000 Euro gehen direkt an die Fifa, obwohl die das Ticket eigentlich schon mal verkauft hat. Wie kann man so gierig sein?

Vor allem: Wie kann man sich dann hinstellen und behaupten, dass es dabei um die Entwicklung des Fußballs geht? Und darum ein riesiges Volksfest zu veranstalten? Glauben die wirklich, dass das irgendjemand glaubt?

Nebenbei wäre die Weltmeisterschaft auch ohne diese dreckigen Taktiken die teuerste aller Zeiten. Also schon die Grundpreise sind deutlich höher als bei den letzten Turnieren. Und aufgrund der erhöhten Anzahl der Spiele wäre ein Rekordumsatz auch so schon garantiert. Trotzdem muss man noch künstlich weiter an der Einnahmenschraube drehen.

Was ja sogar cool wäre, wenn man das Geld dann in die Entwicklung des Sportes stecken würde. Aber ein Großteil wird in die Taschen der Funktionäre fließen.

Aber selbst das ist noch nicht genug... denn die Fifa hat im Wesentlichen eine Möglichkeit gefunden, NFTS und Lootboxen ins Ticketing einzubauen. Ungefähr so soll das angeblich funktionieren: Für $299  kann ich mir die Chance auf ein Finalticket mit dem Iran erwerben. Wenn der Iran dann dieses Finale erreicht, wird mir ein Ticket zugewiesen, ob das Ticket dann 2.500 oder 25.000 Euro kostet, erfahre ich erst dann. Und natürlich kostet diese Lootbox mehr, wenn man ein Finalticket für England oder Argentinien erwerben will. Wenn man den RightToBuy Weg für seine Nation nimmt, überweist man der Fifa also schonmal mehrere 1000 Euro, um die Chance auf ein Ticket in der K.O. Phase zu erwerben. Und wenn Deutschland in der Vorrunde ausscheidet, hat man das Geld komplett in den Sand gesetzt. Wer denkt sich so einen Scheiß aus?

Und warum berichtet Kicker.de nicht über diese Abzocke? Aber nur um zu beweisen, dass das am Ende funktioniert: Es gab direkt 5 Millionen Ticketanfragen. Und Deutschland gegen Ecuador ist eines der gefragtesten Spiele. Was dank Dynamic Pricing auch nur bedeutet, dass es eines der teuersten Spiele wird. Die Fifa kommt also damit durch und die Stadien werden trotzdem voll sein.

Es gibt auch einfach kein realistisches Szenario, wie die Fifa wieder geheilt wird. Infantino sitzt fester im Sattel, als je zu vor. Und das könnte sogar gut sein, auch wenn das absurd klingt. Denn man muss an der Stelle bedenken, dass wir alle mal dachten, dass Sepp Blatter das schlimmste ist, was dem Fußball je passieren wird.

Mittlerweile wünscht man sich Blatter zurück, denn der hat wenigstens den Eindruck hinterlassen, dass er gerne Fußballspiele guckt... und sich lieber mit Spielern als mit Diktatoren ablichten lässt. Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass der Nachfolger von Infantino, falls der irgendwann in den Ruhestand geht, nur noch schlimmer wird... so unvorstellbar das klingt. 

Dienstag, 2. Dezember 2025

Das ging ja schnell

 Also am Ende schon schneller als erwartet. Sandro Wagner ist dann in Augsburg schon wieder Geschichte. Aus der geplanten Ära wurde eine kurze Episode. Wenn selbst Manuel Baum einen besseren Punkteschnitt hat, als du, steckst du tief in der Scheiße...

Aber Manuel Baum ist jetzt ja zurück. Fast genau 5 Jahre, nachdem Schalke 04 festgestellt hat, dass der nicht die Lösung ist. Und sich alle einig waren, dass der eher in ein Nachwuchszentrum gehört. Was jetzt nicht schlimm ist. Er hat ja auch 75 % seiner Karriere in diesem Bereich gearbeitet. Aber die Anforderungen dort sind einfach andere. 

Aber hey, wenn er jetzt 4 Punkte aus 2 Spielen holt, dann behalten die den. Aus Nostalgie-Gründen: "Zurück in die gute alte Zeit, als wir eine graue Maus waren." Ist doch auch schön, wenn man sich nach einem kurzen Irrweg auf seine eigentliche Identität zurückbesinnt.

Und in 5 Jahren erzählen sich dann alle das Gruselmärchen vom "attraktiven Fußball in Augsburg": Weißt du noch, wie wir das versucht haben und wie katastrophal das gescheitert ist? Boah nie wieder!

Für mich gibt es zu dieser Entlassung ja zwei Seiten. Erstens: Sandro Wagner ist noch ein Trainer-Azubi. Er war mit der Aufgabe in Augsburg am Ende überfordert und das scheint er ja auch selbst zugegeben zu haben. Das bedeutet nicht, dass aus Wagner kein guter Trainer werden kann. Er wurde halt auch in eine extrem undankbare Situation geworfen. Aber ich würde das grob mit Nuri Şahin in Dortmund vergleichen. 

Viel interessanter ist aber, dass diese Episode uns zeigt, wie gering der Einfluss von Trainern wirklich ist. Denn ein Trainer kann nur das spielen lassen, was der Kader spielen kann. Und der Kader in Augsburg ist halt extrem limitiert. Wer von diesem Kader mehr als ehrlichen Arbeiterfußball erwartet, muss ein gnadenloser Optimist sein.

Oder man müsste die Stabilität und Infrastruktur schaffen, die diesen Fußball ermöglichen. Also eine entsprechende Akademie bauen und pflegen. Und halt nur 2 Trainer in 15 Jahren anstellen, die beide für dieselbe Philosophie stehen. Das klappt halt nur in Freiburg.

Wenn man ehrlich ist, war Wagner von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Er sollte die Nachfolge eines der erfolgreichsten Trainer der Vereinsgeschichte antreten. Das geht dabei immer unter, aber unter Jess Thorup spielte Augsburg die drittbeste Saison ihrer Vereinsgeschichte. Der hat schon das Maximum aus diesem Kader herausgeholt. Und der ist ja nicht freiwillig gegangen.

Wagner sollte jetzt noch mehr aus diesem Kader holen, ohne ihn substanziell zu verbessern. Also ja, man hat in der Summe 11 Millionen Euro mehr investiert, als man eingenommen hat. Für das Geld bekommt man halt Fabian Rieder und Cédric Zesiger. Also die Rollenspieler anderer Bundesligisten. Den untalentierteren der Schlotterbeck-Brüder. Den besten Angreifer von der schlechtesten Offensive der Liga. Mit Han-Noah Massengo einen Ergänzungsspieler von Frankreichs U21 Nationalmannschaft.

Und versteht mich nicht falsch: Das sind schon gute Transfers für Augsburger Verhältnisse. Ein Christian Eriksen kommt halt einfach nicht nach Augsburg. Und ja, die Situation in Wolfsburg ist ähnlich katastrophal, aber Eriksen war zumindest in der Theorie ein Spieler, der das spielerische Niveau einer Mannschaft anheben kann. Also zumindest konnte er das mal, es wird ja auch Gründe haben, warum der Spieler Vereinslos war.

Und auch das nächste große Talent wird eher einen Bogen um Augsburg machen und lieber nach Freiburg gehen. Dort sind die Voraussetzungen einfach viel besser, um sich weiterzuentwickeln. Denn der letzte Trainer, der mehr als 2 Jahre am Stück im Amt war, war... Manuel Baum. Man steckt permanent im Abstiegskampf, was es für jeden Trainer schwieriger macht, auf junge Talente zu setzen. Und man ist auch von einem verschworenen Haufen ehrlicher Arbeiter umgeben, die es einem nicht leicht machen, spielerisch zu glänzen.

Anders ausgedrückt: Es gibt gute Gründe, warum Kevin Danso praktisch der einzige Jugendspieler ist, den man für 5 Millionen verkaufen konnte. Den hat man, damit er sich vernünftig entwickeln kann, permanent verliehen, bis er am Ende eine Saison in Augsburg als Stammspieler absolvierte...
Oder, um das andere Beispiel zu bringen: es verwundert nicht, dass dieser Verein für Pepi nicht der richtige Entwicklungsschritt war.  Pepi spielt mittlerweile in genau der Champions League, von der er damals geträumt hat. Nur halt in Eindhoven und nicht in Augsburg. Und wo er diese Saison mit 2 Toren in die Gruppenphase gestartet ist, würde es mich nicht überraschen, wenn der nächsten Saison in England spielt.

Damit man in Augsburg den Fußball spielen lassen kann, von dem Michael Ströll träumt, müssen erstmal ganz andere Grundlagen schaffen. Hier ist mal eine interessante Statistik: Augsburg hat mit Anton Kade gerade einen einzigen U-Nationalspieler in seinem Verein. Und den hat man im Sommer aus Basel geholt. Dagegen sieht die Dortmunder Nachwuchsakademie richtig erfolgreich aus...

Aber anscheinend glaubten sie in Augsburg wirklich, dass aus all ihren ehrlichen Arbeitern plötzlich Balletttänzer werden, wenn man nur den Trainer austauscht.  Dass eine derart gravierende Änderung so einfach durchgesetzt werden kann, war irgendwo zwischen wirklich naiv und richtig dumm. 

Stroll sollte viel mehr in der Kritik stehen, als Wagner. Denn der hat ja die Anforderungen gestellt, die sachlich gesehen einfach nicht zu erfüllen war. Und er ist derjenige, der auf der strukturellen Ebene dafür sorgen muss, dass diese Anforderungen irgendwann erfüllt werden können. 

Für "uns" als Content Creators ist das wirklich schade, denn die polarisierende Persönlichkeit Wagner hätte uns garantiert noch mehr Stoff geliefert...

Montag, 1. Dezember 2025

Das dümmste an dieser Bundesligasaison ist ja

 Sie ist endlich da, die Novemberkrise. Was ja, da die Bayern den ganzen Sommer über unterwegs waren und der gesamte Kader keine Chance zur Regeneration hat, abzusehen war. Dass die Offensive, abgesehen von dem Spiel gegen Freiburg, nicht mehr in die höchsten Gänge schalten würde, ist keine Überraschung. Und auch Manuel Neuers "nennt es nicht Patzer" könnte man damit erklären, dass er seit Januar im Dauerstress ist. Und das sind ja auch keine eklatanten Fehler, aber er spielt halt gerade konstant ein wenig zu zaghaft. 

Das Ergebnis: Man brauch Heldentaten in den Schlussminuten, um in der Bundesliga zu punkten. Gegen Union erzielte man den Ausgleich in der 93. Minute, gegen St. Pauli den Führungstreffer. Neuers Notenschnitt in der Liga im November liegt bei 4,0, in der Champions League gab es sogar eine 5,0 für ihn.

Und ich habe ja schon in der Vorschau ausgeführt, wie wichtig es sein dürfte, dass die Bayern mit einem gewissen Polster in den Dezember gehen. Da ging es hauptsächlich darum, dass man Jamal Musiala dann wieder langsam heranführen kann, anstatt ihn direkt wieder in die erste Elf zu stellen... was ihm ja während der Klub-WM eher geschadet hat. 

Dass es ein kleines Down gibt, erkennt ja sogar Neuer persönlich an. Wobei ich hier nochmal einschieben muss: Dass die Bayern jeweils in der Schlussphase getroffen haben, hat wenig mit Glück zu tun. Die haben halt mit aller Konsequenz auf das 2:1 gedrückt, weil sie sich nicht mit dem Unentschieden zufriedengeben wollten. Dabei, und das ist das richtig Dumme, wussten sie ja, dass dies für sie reichen würde.

Denn der "gefährlichste" Verfolger aus Leipzig ließ ja schon am Freitag Federn und spielte "nur" Unentschieden. Auch wenn die Bayern sich damit abgefunden hätten, dass es heute halt nicht so läuft, hätten sie ihren Vorsprung gehalten. So bauten sie ihn weiter aus. Wie schon mit dem Unentschieden gegen Union. 

Trotz des kleinen Krischen, dass die Bayern gerade durchleben, bauen sie ihren Vorsprung von 5 auf 8 Punkte aus. Die ersten 9 Spieltage konnte man sich wenigstens einreden, dass RB Leipzig trotz der heftigen Pleite zum Auftakt gegen die Bayern gar nicht so weit weg ist. Die könnten zumindest ein wenig Druck aufrechterhalten und somit die Illusion von Spannung in der Bundesliga erzeugen. Das Unentschieden gegen Gladbach hat diese Illusion endgültig zerstört.

Und somit ist das Rennen um die Meisterschaft nach einem drittel der Saison endgültig entschieden. Es gibt einfach kein realistisches Szenario, in dem diese Bayern 8 Punkte Vorsprung auf diese Konkurrenz´ verspielt. Wer das glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann. Und klar, den Kleinkindern würde ich diese Illusion lassen... aber auch nur denen.

Nur um das mal ganz praktisch festzuhalten: 2012/13 hatten die Bayern zuletzt nach 8 Spieltagen 12 Punkte Vorsprung. Vor Schalke 04. Das ist so lange her, da war Schalke, die derzeit in der 2. Liga spielen, noch ein Spitzenteam. Bayern wurde danach mit 25 Punkten Vorsprung Meister... Und das war es schon mit historischen Beispielen. Die Bayern hatten ein paar mal 6 oder 7 Punkte Vorsprung, aber bei 8 waren sie wirklich nur das eine Mal.

Jetzt müssen uns die ganzen Experten und Kommentatoren irgendwie erklären, dass wir trotzdem weiterhin einschalten müssen. Denn sonst verlieren sie ja ihre Relevanz. Das bedeutet auch: Die große Hoffnung ruht auf den Hoffenheimern. Wenn die den derzeit wirklich ansehnlichen und erfolgreichen Fußball bis zum Saisonende durchziehen, könnte es wirklich ein Hauen und Stechen um den 4. Champions League Platz geben. Im Wesentlichen könnten sich da Bayer Leverkusen, Hoffenheim, Stuttgart und Frankfurt um den letzten Platz am königlichen Buffet streiten. Aber ist noch nicht abzusehen, welche dieser Mannschaften wann in ihre persönliche Krise schlittern wird. Sich jetzt schon darauf zu versteifen, ist also relativ sinnlos.

Genauso wie Prognosen im Abstiegskampf, die durch ein überraschendes Comeback von Heidenheim über den Haufen geworfen werden kann. Das sind alles Dinge, die man sich im März anguckt und nicht im Dezember. Da hofft man, dass es vorne 2 Mannschaften gibt, die wirklich um die Meisterschaft kämpfen. Das wird dieses Jahr nicht passieren.

Wer also von jetzt bis Anfang April abschaltet, wird nichts Relevantes verpassen. Das kann kein gutes Zeichen sein.