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Montag, 16. März 2026

Die Bayern lassen Niko Kovac plötzlich sachlich aussehen.

 Starke Leistung. Ein Plottwist, der so nicht zu erwarten waren. Schließlich genießen die Bayern eine komfortable Führung in der Liga, da sollte man Fehlentscheidungen von Schiedsrichtern doch gelassen zur Kenntnis nehmen. Stattdessen meldet sich direkt Uli Hoeneß lautstark zum Thema. Gut, das ist irgendwie auch seine Aufgabe. Wenn der sich nicht ein Mal im Jahr völlig unsachlich meldet, müsste man sich ja auch Sorgen machen, ob es dem noch gut geht. Und die "Abteilung Attacke" wird halt nicht gebraucht, wenn es keine Konkurrenz mehr gibt. 

Aber was die ganze Sache völlig absurd macht, ist der Einspruch, den die Bayern eingelegt haben. Das ist ein Real Madrid Move. Und ja, das ist in diesem Kontext die schlimmste Beleidigung, die mir einfällt. Jetzt mal ganz sachlich gesehen: Die Gelb-Rote Karte bedeutet nur, dass Luis Diaz mal ein Spiel Pause bekommt. Gegen Union Berlin, eine Mannschaft, die man auch ohne Diaz und Jackson besiegen muss. Und wenn man gegen Union so unmotiviert auftritt, dass die eine Chance haben, wird das nicht an den Sperren liegen. Bei dem absurd vollen Spielplan und dem Luxuskader ist es doch nichts Schlimmes, wenn ein Spieler wie Diaz mal zwangsweise auf die Tribüne rotiert.  

Vor allem war zu 100 % absehbar, dass der Einspruch abgelehnt wird. Also das mag jetzt eine schockierende Nachricht für die Bayern sein, aber das war nicht der erste unberechtigte Platzverweis dieser Saison. De facto gab es davon schon so viele, dass selbst das IFAB schon reagiert hat. Nächste Saison könnte diese Situation halt überprüft werden. Dass man solche Änderungen nicht innerhalb einer Saison umsetzen kann, liegt irgendwie auch an der Fairness. Wenn eine gewisse Sachlage trotz VAR noch in die Kategorie der Tatsachenentscheidung fällt, muss diese Sachlage auch konsequent angewendet werden.

Wenn jetzt nur und ausgerechnet die Bayern es schaffen, durch einen Einspruch eine Sperre abzuwenden, müsste man tatsächlich von einem Bayern-Bonus reden. Und der vielleicht nachvollziehbare Anlass für den Einspruch wurde bereits geklärt, es gibt also nichts zu diskutieren.

Also fast nichts. Wenn die Bayern jetzt den Einspruch einreichen würden, weil sie darauf verweisen, dass sie eine Challenge genommen hätten, wenn sie diese Möglichkeit hätten... Ja, man könnte den Einspruch nutzen, um eine sinnvolle Diskussion anzuregen. Man könnte das "Gelb-Rot ist sehr hart, das würde ich jetzt nicht mehr so geben." mit einem "Wir hätten ihn da gerne selbst zur Review Area geschickt" kombinieren. Das ist, wie so oft, eines der Paradebeispiele für Challenges. Aber die Bayern heulen ja lieber sinnlos rum, anstatt konstruktive Diskussionen anzuschieben.

Wirklich ekelig wird es, wenn Max Eberl das ein Geständnis von Christian Dingert als "sehr ehrenvoll" bezeichnet. Nur um ihn dann ganz ehrenlos von hinten ins Kreuz zu springen und den Einspruch einzulegen. Kein "Wir akzeptieren das, weil Fehler im Fußball passieren", sondern ein "Das war ein Fehler gegen UNS, da muss man alle Hebel in Bewegung setzen." Und das führt halt auch dazu, dass wir jetzt noch tagelang über diesen Fehler reden, anstatt die Situation abzuschließen.

Nebenbei macht er das in einer Zeit, in der ein Deniz Aytekin öffentlich darauf hinweist, dass der Hass gegen Schiedsrichter im Zuge des VAR-Problems weiter zunimmt. Die Aussagen von Kovac in den letzten Monaten und die Aktion der Bayern jetzt tragen dazu ihren Teil bei. Und Dingert kann ja nichts dafür, dass er sich die Szene nicht nochmal angucken darf. 

Ganz sachlich wird die Aktion von Eberl jetzt nur eine Konsequenz haben: Es wird sich kein Schiedsrichter mehr vor eine Kamera stellen und sagen "Das war ein Fehler." Denn wenn er das macht, gibt es zwar erstmal die Schulterklopfer, aber er muss davon ausgehen, dass ihm mit der anderen Hand ein Messer in die Rippen gesteckt wird. Und wenn die Schiedsrichter das selbst nicht so sehen, wird die DFL es veranlassen. 

Da ist es doch schön, dass Hoeneß und Eberl ihren kleinen Beitrag dazu leisten, dass diese Hassspirale weiter eskalieren kann. Ich hätte ja auch nichts anderes von einem Hoeneß erwartet. Nur um mal festzuhalten, wie bescheuert das Vorgehen der Bayern ist: Didi Hamann bringt da plötzlich eine sachliche Aussage zu dem Thema, der man zustimmen muss... also außer man ist Hardcore Bayern Fan...

Montag, 30. September 2024

Worst of es "Ist das schon Kreisklasse" Wochenendes

 Also gar nicht spielerisch. Spielerisch war das alles schon in Ordnung. Also außer der SC Freiburg. Die weisen auch unter Julian Schuster mit, dass sie eine richtig gute Mannschaft sind... aber sie liefern aber auch hin und wieder eine richtige Grottenleistung ab. Ein mal im Quartal verlieren sie 3:0 gegen eine Mannschaft, die sie eigentlich schlagen sollten. 

Das ist auch kein Vorwurf. Es zeigt halt auch nur, dass die wirklich ihr Optimum abrufen müssen, um in der Bundesliga zu bestehen. Es ist eher faszinierend, wie oft Freiburg zumindest verdammt nah an dieses Optimum herankommt. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Vor allem, weil sie das ja über Jahre und mittlerweile 2 unterschiedliche Trainer so konstant abrufen.

Bei St. Pauli dachte sich Alexander Blessin anscheinend, dass das ja alles zu einfach ist. Deswegen zwang er der nicht von ihm trainierten Aufstiegsmannschaft ein neues System auf. Was an sich gar nicht sooo schlimm ist, schließlich muss man ja sein Aufstiegssystem auf die neuen Gegebenheiten anpassen. Aber ich sage das mal so: Sich ein System auszusuchen, in dem es prinzipiell keinen Platz für deine besten Spieler gibt, ist vielleicht... also kennt ihr diese "Kann man Spiel X nur mit der schwächsten Waffe durchspielen" Challenges? Blessin dachte sich: Ich übernehme nicht nur einen der schwächsten Kader, sondern nutze dann auch meine besten Optionen nicht.

Immerhin... hat er nur 3 Spieltage gebraucht, um seinen Fehler einzugestehen. Aber seit dem Elias Saad und Olapado Afolayan in die Startelf zurückgekehrt sind, sehen die Kiezkicker auch wie eine Bundesligamannschaft aus... und sie holten 4 Bonuspunkte. Denn weder mit einem Unentschieden gegen RB Leipzig, noch mit einem Sieg in Freiburg war wirklich zu rechnen.

Zum Glück ist es ja "nur die Bundesliga", da kann man es sich leisten, ein paar Spiele lang auf seine Besten zu verzichten. Schließlich gibt es ja auch noch Kiel und Bochum, die schon so aussehen, als würden sie nur gegeneinander punkten können. Da muss St. Pauli nur noch 2 Spiele gewinnen, um das Saisonziel "den Hamburger SV in der Relegation schlagen" sicher zu erreichen.

Und natürlich hat Bochum gegen Borussia Dortmund überraschend gut gespielt. Sie hätten ja sogar 3:0 führen MÜSSEN. Aber hier ist das Grundproblem: In diesen wenigen Spielen, in denen man zumindest halbwegs auf Augenhöhe ist, muss man zwingend punkten, wenn es was mit dem Klassenerhalt werden soll.

Aber kommen wir zum großen Aufregen des Wochenendes: Der Kreisklasse-Klassiker: Maximilan Arnold tritt seinen Gegenspieler im Mittelfeld... und fällt sicherheitshalber schreiend um und hält sich den Knöchel. Kann ja nicht schaden. Vielleicht denkt der Schiri ja, dass ich gefoult worden bin. Oh, tatsächlich... es gibt sogar Gelb-Rot...

Nebenbei... hatte auch Arnold schon Gelb. Also um zu verdeutlichen, wie krass diese Fehlentscheidung ist: Es hätte theoretisch einen Platzverweis für die andere Mannschaft geben können. Das ist schon brutal. Und es wird wieder mal der Spieler, der auf den Beinen bleibt, bestraft, während der Spieler, der sich am Boden wälzt, belohnt wird. Das ist wieder eine wunderbare Lektion für alle C-Jugendspieler dieser Welt: Theatralisch fallen und laut schreien hilft. Ohne jetzt Arnold zu sehr dafür angreifen zu sollen, denn Beleidigungen hat er dafür nicht verdient. Und den Fehler macht ja nicht er, sondern der Schiedsrichter. Trotzdem muss man erwähnen, dass dies ein richtiger Kack-Move vom Schiedsrichter war.

Es ist nebenbei der 1000ste Beweis, dass Challenges viele VAR Probleme lösen wurde. Denn natürlich hätte Stuttgart, wenn man ihnen die Option gibt, genau diese Szene überprüfen lassen. Stattdessen wird der spätere Platzverweis gegen Mohammed Amoura zurückgenommen. Das zwar zurecht, dass aber nur die eine Fehlentscheidung zurückgenommen werden kann, obwohl beide zum selben Ergebnis führen, ist einfach unfair. Damit erreichen wir an der Stelle weniger Gerechtigkeit, obwohl der VAR doch zu mehr Gerechtigkeit führen sollte.

Und all das nur, weil die alten weißen Männer zu dumm sind, die Lektion der anderen Sportarten zu lernen und ein Challenge System einzuführen. Wie kann man so ignorant sein? Aber wir müssen ja irgendwie darauf hoffen, dass ein wichtiges WM-Spiel durch so einen Scheiß beeinflusst wird, denn sonst interessieren sich die Regelhüter ja nicht so wirklich für den Fußball. Was einfach nur Schade ist.

Dienstag, 9. April 2024

Worüber schon wieder gar nicht geredet wird

 Obwohl man dringend darüber reden sollte... ist der nicht gegebene Elfmeter für Eintracht Frankfurt. Und vor allem die Reaktion von Robin Koch nach dem Spiel im Sportschau Spielbericht: "Muss mich wahrscheinlich einfach fallen lassen, dann gibt's bestimmt Elfmeter."

Was für eine vernichtende Aussage über den VAR: Es sind sich alle einig, dass es auf diese Situation einen Elfmeter geben muss, aber es gibt ihn nicht, weil sich der Spieler nicht theatralisch genug verhält. Und trotz des VARs, der ja eigentlich für mehr Gerechtigkeit sorgen soll, werden die fairen Spieler, die den Abschluss suchen, bestraft und die Schauspieler, die aus jeder Berührung ein Drama machen, weiterhin belohnt.

Dabei, und da klinge ich ja wie eine kaputte Schallplatte, hätte der VAR genau das abschaffen können. Wenn es oft genug in Situationen wie am Freitag Elfmeter gibt, während die Schiedsrichter beim theatralischen Abheben häufiger sagen "Das ist mir zu inszeniert, das reicht mir nicht", dann würden die Spieler auch viel konsequenter den Abschluss suchen. Und dann hätte der VAR auch eine ganz andere Akzeptanz, weil er für eine Verbesserung des Spieles gesorgt hätte.

Stattdessen gibt es immer noch Stürmer, die sich an Schwalben versuchen. Im verflixten SIEBTEN Jahr nach der Einführung. Obwohl allen Spielern bewusst sein sollte, dass selbst eine "erfolgreiche Schwalbe" durch den VAR Eingriff korrigiert werden würde. Einfach nur, weil wir als Fußball Gemeinschaft zu dumm sind.

Denn das ist jetzt auch die neue Erkenntnis und der Fortschritt zum letzten Rant zu diesem Thema: Robin Kochs Reaktion ist ja das berühmte "Pfeifen im Walde". Dass er das so rausgehauen hat, geht komplett unter, obwohl es das wichtigste Thema des Wochenendes sein sollte.

Kicker.de erwähnt den Fehler von Robert Hartmann in dessen Bewertung. Aber das strukturelle Problem dahinter, wird nicht erwähnt.
Auf Sport1 findet man nichts dazu, und falls es im Doppelpass diskutiert wurde, dann nicht so heftig, dass es viral ging.
Die Memes beschäftigen sich auch lieber mit Nico Schlotterbecks "Gomez der Woche" Gedenkfehlschuss.
Die anderen Trainer schweigen auch konsequent.

Ernsthaft, stellen wir uns mal kurz vor, ein Christian Streich würde das jetzt aufgreifen "Isch bin schja nischt betroffne, deschwegen kann isch jetzt mal sagen"... Der könnte die Debatte in Gang bringen, warum es solche Fehlentscheidungen immer noch gibt. Warum wir unsere Spieler immer noch zu Schauspielern erziehen, obwohl das niemand sehen will. Er war ja als Trainer selbst bei seinen eigenen Schützlingen gegen solche Einlagen und gilt als moralische Instanz. Aber weil es nicht um seinen Vorteil geht, würde es wirklich nur ums Prinzip gehen. Und er hat ja auch sonst nichts zu tun, weil seine eigene Saison praktisch durch ist. Der hätte die Zeit und ist in der Position, trotzdem kommt von ihm auch nix. Wie von allen.

Und solange diese Debatte nicht plakativ und laut geführt wird, werden sich die Schiedsrichter auch nicht anpassen. Da ist es dann nur ein "individueller Fehler" von Hartmann und kein strukturelles Problem.

Koch wird sich das nächste Mal in einer vergleichbaren Situation theatralisch fallen lassen. Und niemand kann ihn einen Vorwurf machen, wenn er dann so handelt. Und alle anderen Spieler, die diese Szene sehen, werden sich auch anpassen. Das ist einfach schade.

Montag, 4. September 2023

Worst of des "Bayern ist immernoch nur Zweiter" Wochenendes

 Da muss man jetzt direkt Bayer fragen, wie sie ihre Chancen auf den Titel sehen. Die sind so verzweifelt, dass sich am dritten Spieltag einen Konkurrenten herbeireden wollen... der VIZEKUSEN heißt.

Und versteht mich nicht falsch: Diese Mannschaft kann schon viel Spaß machen. Die Kombination von Victor Boniface und Florian Wirtz sieht wirklich vielversprechend aus. Aber die hatten noch keine einzige englische Woche. Boniface wird irgendwann auch seine Phase bekommen, in der wenig funktioniert und er 1 Tor in 6 Wochen erzielt. Das ist bei einem 22-Jährigen auch völlig normal. Sobald wir sehen, wie Bayer mit solchen Dellen umgeht, können wir abschätzen, ob es für Platz 2 oder Platz 4 reichen wird.

Dazu kommt, dass sie bisher auch "nur" RB Leipzig geschlagen haben. In einem verdammt engen Spiel. Danach haben sie ihre Pflichtaufgaben souverän gelöst und zwei Mannschaften, die zusammen einen Punkt geholt haben, geschlagen. Herzlichen Glückwunsch. Wenn man in die Champions League will, muss man halt auch Darmstadt und ein im Umbruch steckendes Gladbach schlagen. Der wirkliche Test kommt nach der Länderspielpause.

Denn dann geht es gegen die Bayern. Und die haben diese Woche wieder deutlich gemacht, wie absurd die Lage in Deutschland ist. Also überall wird von einem "angeblich dünnen Kader" geschrieben und gesprochen. Und dann bringen die in dieser Realität Konrad Laimer, Serge Gnabry, Eric Maxim Coupo-Moting, Mathys Tel und Matthijs de Light von der Bank. Das sind abgesehen von Coupo-Moting alles Spieler, die bei der restlichen Konkurrenz unumstrittene Stammspieler wären. Also außer bei Union Berlin, denn die haben jetzt ja Bonucci... 

Jetzt wird darüber spekuliert, ob Laimer als Rechtsverteidiger aushelfen kann. Ja, kann er. Und wird er auch. Also Laimer muss jetzt mit einer neuen Konkurrenzsituation umgehen, die er aus Leipzig nicht kennt. Dazu gehört halt auch, dass man sich als der Herausforderer in ungeliebten Rollen zurechtfindet und darüber dann seinen Wert für die Mannschaft beweist. 

Oder Laimer ist wirklich besser als Joshua Kimmich, dann wechselt der halt auf die Rechtsverteidiger-Position. Bis zum Winter werden sie so schon durchkommen. Auch dass sie keine "Holding-Six" haben, werden sie bis das Transferfenster wieder öffnet, überleben. Und hey, vielleicht macht Thomas "Ich kann mir das auch nicht erklären" Tuchel mal seinen eigentlichen Job und erklärt dem vorhandenen Personal mal, wie er sich die Umsetzung eines Defensiven Mittelfeldspielers so vorstellt. Zumindest versuchen könnte er das mal.

Aber wie Tuchel sich präsentiert, ist sowieso das eigentliche Mysterium. Versucht der sich für den Job als Nationaltrainer zu bewerben? Oder warum wirkt der so inkompetent? Und klar, anstrengend war er schon immer. Aber dass er seine eigenen Spieler indirekt demontiert, weil sich selbst die Fähigkeit abspricht, sie von seinem taktischen Konzept zu überzeugen... 

Und hier muss man nochmal festhalten, dass es nicht darum geht, einen 1,65 m kleinen und eher wendigen Stürmer in ein Kopfballungeheuer zu verwandeln. Es geht primär darum, Kimmich und Goretzka die Flausen, die sich dank der jahrelangen Dominanz in der Bundesliga festgesetzt haben, auszutreiben. Beide können es sich im Alltag leisten, auf die gründlichste Defensivarbeit und taktische Disziplin zu leisten und werden trotzdem Meister. Aber wenn es gegen Real Madrid oder Manchester City geht, reicht das dann plötzlich nicht mehr. Tuchel muss diese beiden jetzt vorausschauend disziplinierter arbeiten, damit sie dann, wenn es wirklich nötig ist, funktionieren. Dafür wird er doch aber auch bezahlt.

Immerhin müssen sich die Bayern mit der wichtigsten Frage der Saison nicht mehr beschäftigen: Wie sieht es mit der Mentalität in Dortmund aus. Die offensichtliche Antwort lautet: ungenügend. Dieses Mal haben sie sogar einen zwei Tore Vorsprung verspielt. Das ist nicht der Fortschritt, den Edin Terzić sehen wollte... aber es ist ein Fortschritt. Immerhin hat Terzić hinterher die Eier nicht über den VAR zu diskutieren, sondern ganz direkt zuzugeben, dass man sich gar nicht in die Position bringen darf, dass eine fragwürdige Entscheidung den Sieg kosten kann. Da hat zumindest einer im Verein eine vernünftige Grundeinstellung.

Über den VAR müssen wir aber trotzdem reden. Nur halt nicht wegen Freitagabend, sondern hauptsächlich wegen Mario Götzes Elfmeter. Also den Fakt, dass es hier keinen gibt. Und klar, es sieht schon ungeschickt aus, wie Götze da über den Platz krabbelt. Aber dafür gibt es ja einen einfachen Grund: Er entscheidet sich gegen seinen "ich simuliere jetzt einen dramatischen Kontakt" Grundinstinkt und versucht weiterzuspielen. Dafür gibt es dann den Titel "Vollidiot der Woche". Also vonseiten der Schiedsrichter. Denn die reagieren anscheinend wirklich nur, wenn man sich das Knie hält und 3 Tim-Wiese-Gedächtnisrollen auf den Rasen legt.

Dabei ist der Kontakt und damit der fällige Elfmeter unstrittig. Aber unsere Schiedsrichter reagieren anscheinend nicht, wenn der Spieler nicht übertreibt. Und das ist mal wieder eine katastrophale Nachricht, die allen Spielern vermittelt wird.
Ich behaupte mal ganz dreist: Wir Fußballfans könnten mit den "5 Minuten auf eine Entscheidung warten" Exzessen wesentlich besser leben, wenn solche Szenen wie am Sonntag, nur halt mit dem korrekten Ausgang, häufiger geben würde.
Also, wenn die Angreifer in jeder Situation im Strafraum wieder aufspringen und den Abschluss suchen, weil sie mittlerweile wissen, dass es den Elfmeter ja trotzdem geben wird. Das hätte den Fußball grundlegend verbessert. Aber die Schiedsrichter sind halt zu dumm dafür. 

Und wenn man als Götze dafür bestraft wird, dass man auf die Schauspieleinlage verzichtet, dann wälzt man sich das nächste Mal natürlich doch wieder auf dem Boden. Und da kann ihm ja auch keiner einen Vorwurf machen, denn nur so bekommt er ja seine Gerechtigkeit. Das ist etwas, was bei den überzogen wirkenden Reaktionen eine Berührung auch immer bedacht werden muss: Wenn man das erträgt, wie eine Frau, dann bekommt man halt auch den trotzdem berechtigten Elfmeter nicht.

Aber am Ende wird wieder nur über die nervigen Vorkommnisse in Dortmund geredet. Während der Kicker, zur allgemeinen Überraschung, noch nicht mal eine Fehlentscheidung gesehen hat. Die beschäftigen sich halt auch nur so nebensächlich mit Fußball, da kann man nichts erwarten.

Dienstag, 16. Mai 2023

Was sich die Trainer dringend wieder abgewöhnen müssen

 Ist ja dieses Jammern über klare Fehlentscheidungen, die deutlich vor dem erzielten Tor getroffen wurden. Das ist einfach albern. Und das nimmt auch seine eigenen Verteidiger aus der Verantwortung, die sie eigentlich tragen sollten.

Also es gab ja in den letzten Wochen 3 konkrete Beispiele dafür. Über Edin Terzić's "12 Sekunden vorher" habe ich mich schon ausführlich aufgeregt. Dann sah Carlo Ancelotti eine Verwarnung, weil der Ball vor dem 1:1 im Champions League Halbfinale angeblich im Aus war. Rekordverdächtige 22 Sekunden, bevor der Ball im Netz einschlägt. Real Madrid ist zwischen der "Fehlentscheidung" und dem Treffer selber 2 Mal am Ball, verliert ihn aber sofort wieder. Und dann wurde den Leipzigern dieses Wochenende ein Tor aberkannt, weil der VAR tief in der eigenen Hälfte ein Foulspiel gesehen hat. 

Das ist alles in allem einfach albern. Also gerade Ancelotti sollte sich viel mehr darauf fokussieren, warum seine Mannschaft sich in den entscheidenden Zweikämpfen nicht konsequent durchsetzt. Dann hat man das Problem nicht. 

Dadurch, dass man als Trainer über einen einfachen und an sich bedeutungslosen Einwurf so aufregt, nimmt man vielleicht auch seinen Spielern den letzten Fokus. Weil auch die sich mit der Frage "War der Ball aus?" beschäftigen.
So was fällt mir auch gelegentlich auf (auch wenn ich jetzt kein konkretes Beispiel habe), wenn es einen unberechtigten Eckball gibt, der zu einem Tor führt. Also es schieben dann alle die Schuld zum Schiedsrichtergespann, anstatt sich zu fragen, ob man die Situation besser verteidigt hätte, wenn man direkt in den "Wir verteidigen dann halt die Ecke" Modus geschaltet hätte, anstatt sich über den Schiedsrichter aufzuregen. Das ist alles verschwendete Energie. Gerade wenn man bedenkt, wie selten Eckbälle zu Toren führen... Alfie von HITC Seven hat das gerade mal ausgerechnet. Wenn man als Abwehr wirklich konzentriert zu Werke geht, ist eine Ecke schon fast eine ideale Konter-Gelegenheit.

Und nur um das mal zu verdeutlichen: Wenn es ein Challenge System geben würde, hätte Ancelotti seine "Rote Flagge" nie wegen dieses Einwurfes geworfen. Aber trotzdem regt er sich über diese Kleinigkeit dermaßen auf. Genau das macht den Job der Schiedsrichter ja so unmöglich: Es wird sich über jede Kleinigkeit aufgeregt, als wenn es die wichtigste Entscheidung der Welt wäre.

Eigentlich zeigen diese Situationen ja auch nur das Grundproblem des VARs: Wir haben auch nach all diesen Jahren noch keinen wirklichen Plan und keine klaren Richtlinien, wann dieser eingreifen soll. Das führt halt auch dazu, dass der Kölner Keller manchmal übermotiviert eingreift und nach intensiver Detektivarbeit eine Fehlentscheidung findet... und nächste Woche lassen sie dann Fehlentscheidungen im Mittelfeld durchgehen, weil es halt kein so relevanter Zweikampf war.

Da müsste man einfach mal Klarheiten schaffen. Der krasseste Schritt wäre ja, den VAR nur bei Elfmetern und Abseitssituationen zu nutzen. Also die wirklich relevanten Szenen, die auch direkt zu einem Torerfolg führen. Dann wüssten alle schon mal grundlegend, wann ein Eingriff kommen kann und wann nicht. Der andere, etwas entspanntere Schritt, wäre den VAR nur in der Hälfte der verteidigenden Mannschaft zu nutzen. Mit der einfachen Begründung, dass die verteidigende Mannschaft zwischen der Entscheidung des Schiedsrichters und dem Erzielen des Tores selber noch genügend Fehler begehen muss, damit das Tor fallen kann. Variante 3 wäre halt ein Zeitlimit von 10 Sekunden, was im Fußball halt eine Ewigkeit ist.

Das klingt im ersten Moment vielleicht unnötig kompliziert und deswegen wäre "Nur Elfmeter oder Abseits" die beste Entscheidung. Aber es würde doch für Klarheit und einer größeren Nachvollziehbarkeit führen. Und es würde halt die Verantwortung wieder auf die Spieler schieben, die halt auch nach einer fragwürdigen Entscheidung weiter verteidigen müssen.

Ansonsten würde ich es mir ja wünschen, dass die Journalisten auch einfach mehr Kontra geben. Also wenn ein Terzić unbedingt meint, etwas von 12 Sekunden zu schwadronieren, kann man ja auch mal nach harken und fragen, wie viele Gelegenheiten Dortmund hatte, das Tor in diesen 12 Sekunden zu verhindern. Mal darauf hinweisen, dass Dortmund selber noch einige eigene Fehler begeht, damit dieses Tor erzielt werden kann. 

Auch einen Ancelotti könnte man damit konfrontieren, dass seine Mannschaft nach der potenziellen Fehlentscheidung genügend Möglichkeiten hatte, um einzugreifen, dies aber einfach nicht geschafft hat. Aber man lässt die Trainer ununterbrochen auf die Schiedsrichter fluchen, anstatt den Fokus auf die Fehler ihrer Mannschaft zu legen.

Dienstag, 2. Mai 2023

Passives Abseits Leser wissen es früher: Challenges! Bitte Jetzt!

 Ernsthaft? Hat es eigentlich irgendjemanden überrascht, dass der VfL Bochum gegen Borussia Dortmund gepunktet hat? Selbst dem Kicker ist aufgefallen, dass der Tabellenführer dieses Jahr, um nur etwas zu übertreiben, so gut wie nie gewinnt. Zumindest, wenn es sich nicht um den FC Bayern handelt. Oder Union Berlin. Es ist wieder mal der Nachweis, dass es nur eine Variante gibt, wie der Rekordmeister den Titel nicht schon wieder holt: Wenn sie am 34. Spieltag patzen.

Lustigerweise führt der Kicker auch aus, dass Borussia auch ihre Tabellenführung in der Saison 2019/20 sofort wieder verspielte. Aber selbst die kriegen ja nicht raus, wann Dortmund das letzte Mal eine Tabellenführung verteidigt hat. Wobei das gar nicht sooo schwierig ist, es war am 2. Spieltag der bereits angesprochenen Saison

Das eigentlich Traurige ist ja, dass die Borussen jetzt die Schuld bei dem Schiedsrichter suchen können, weil sie ja 3 Mal krass benachteiligt wurden. Ok, alle sachlichen Kritiker sprechen nur von einem Vorfall, aber wer will schon sachlich auf die Dinge gucken.

Aber das ist der größte Teil des Problems: Dortmund Vorstandsabteilung sehen sich hinterher als großes Opfer, weil sie Fehlentscheidungen sehen, wo gar keine waren. Und dann fragt Sebastian Kehl sich, was hier wohl los wäre, wenn das dem FC Bayern passiert wäre... Worauf der Kommentator eiskalt mit "Vielleicht hätte er ein Tor mehr geschossen." antwortet. Vielleicht? Eher wahrscheinlich.

Denn man muss auch einfach mal festhalten: bei einem Abstiegskandidaten musst du auch trotz einer krassen Fehlentscheidung gegen dich gewinnen, wenn du Meister werden willst. Und das eigentliche Problem war halt, dass von den Dortmundern in Halbzeit 2 viel zu wenig kam. Manuel Riemann musste in Halbzeit 2 halt nur 2 Bälle abwehren. Das ist viel zu wenig. Es ist ja nicht so, dass man an einem herausragenden Torhüter gescheitert ist, sondern man hat es nicht geschafft einen im besten Falle durchschnittlichen Torwart wirklich zu fordern. Man hat sich gegen die schlechteste Abwehr der Liga viel zu wenige Großchancen erspielt. Und das ist das eigentliche Problem. Damit müsste man sich viel mehr beschäftigen.

Aber dass die Dortmunder auf 3 krasse Fehlentscheidungen gesehen haben wollen... macht das Spiel zu einem Lehrbuchbeispiel für die Challenges. Gebt einfach jeder Mannschaft 2 Mal pro Spiel die Gelegenheit, eine Fehlentscheidung zu überprüfen. Wenn sie beide Male recht behalten hat, bekommen sie noch eine dritte Chance. Dafür wird der Kölner Keller abgeschafft, denn der Schiedsrichter geht dann ja eh auf Wunsch in die Review Area. Das würde ALLE VAR Probleme lösen.

Und man könnte anhand des Lehrbuchbeispiels Dortmund auch erklären, wie eklatant es sich auswirken kann, wenn man wegen angeblicher Ungerechtigkeiten seine Challenges wegwirft. Also Dortmund hätte ja anscheinend den Zweikampf vor dem 1:0 zwischen Hofmann und Can überprüfen lassen. Anstatt dies mit 180er-Puls und wahrscheinlich feuchter Aussprache zu machen, könnte Erdin Terzic das dann aber in aller Ruhe vermitteln: Hey, wir haben das so gesehen, gucke dir das mal an. Was alleine schon für einen wesentlich respektvolleren Umgang miteinander führen könnte, eigentlich sogar müsste.

Dann guckt sich Stegemann das Bild nochmal an und wir gehen mal von der Sportschau Analyse "Den muss man nicht pfeifen" aus. Damit zählt das Tor dann trotzdem und Dortmund hat nur noch eine Challenge. Diese verwenden sie dann natürlich für den Elfmeter, der ja auch als krasse Fehlentscheidung eingeschätzt wurde. Also von allen Beteiligten inklusive des Schiedsrichters. Nun verschießt Dortmund diesen Elfmeter aber, um das Gedankenexperiment fortzuführen. Und weil Elfmeter abwehren das einzige ist, was Riemann wirklich beherrscht. Vor allem müssen wir halt mit einem 1:1 in das letzte Handspiel gehen. Da kann der BvB dann keine Challenge mehr fordern, weil sie das ja beim ersten Versuch verspielt haben. Die Dortmunder würden dann lernen, dass man seine Möglichkeiten nicht leichtsinnig wegwerfen sollten und würden das nächste Mal vielleicht sachlicher auf die entsprechenden Szenen gucken.

Wenn man dann noch hinzufügt, dass jedes "Der Spieler rennt mit Schaum vorm Mund zum Schiri" von dem mit einem "Willst du das überprüfen lassen? Bist du sicher? Nein? Gut, dann geht es weiter" deeskaliert werden würde. Das ganze Spiel wäre so viel angenehmer. Ich verweise da gerne auf das olympische Beachvolleyball Turnier, wo es mir extrem aufgefallen ist, dass die Spieler*innen ganz ruhig und sachlich zu den Schiedsrichter*innen gegangen sind und ihnen erklärt haben, was sie überprüft haben wollen. Ganz ohne jegliche Aggressionen oder Beleidigungen... Und die nötige Disziplin im Umgang mit den Schiedsrichtern müssten die Trainer ihren Spielern einprügeln, sobald die ein Mal mit leichtfertigen Forderungen diese Möglichkeit verspielt haben.

Dass man darüber diskutieren sollte, ist jetzt ja selbst dem Kicker aufgefallen. Nach 5 Jahren. Großartig. Das ist ja für mich immer das enttäuschende an unseren angeblichen Fachmagazinen: Die sollten eigentlich die Vorreiter bei solchen Diskussionen sein. Dasselbe betrifft ja auch das Handspiel, wo ich seit Jahren darauf warte, dass mal jemand erwähnt, dass einen Elfmeter dafür zu vergeben einfach hart ist und man eine angemessene Strafe finden muss. Und ja, erst wenn der Schritt angegangen wird, werden wir eine Lösung für die Handspielproblematik finden. Aber das eigentliche Problem wird ja von niemanden benannt, deswegen kann man da auch nicht an Lösungen arbeiten.

Auch bei neuen Ansätzen zum VAR müsste da eigentlich viel früher viel mehr kommen als ein "Die Regelhüter der Fifa wollen das eh nicht, deswegen müssen wir uns keine Gedanken machen." Amerikanische Medien können das nebenbei, auch wenn da nicht immer alles so ernst gemeint ist. Aber demonstrativ diskutiert TheRinger.com hier darüber, ob die NFL ihre Draftregeln ändern sollte. Also nur als aktuelles Beispiel.

Wann hat der Kicker das letzte Mal irgendeine derartige Diskussion losgetreten? Oder federführend geführt? Das muss Jahre her sein. Die verwalten halt auch nur den Status Quo und feiern sich dann ein Mal im Jahr, weil sie das eine Mal beim beinah Konkurs von Borussia Dortmund wirklich investigativen Journalismus betrieben haben. Und das wollen die Besten sein, die wir haben.

Der "So funktionieren Challenges bei anderen Sportarten, das sind die Auswirkungen und so könnte man das im Fußball implementieren" Artikel hätte man vor 3 Jahren schreiben müssen. Und dann verweist man immer wieder darauf, wenn es mal wieder Probleme gibt und erwähnt, dass ein Challenge System diese Situation einwandfrei gelöst hätte. Denn es ist ja seit 3 Jahren offensichtlich, dass das mit dem VAR so nicht funktionieren wird. Stattdessen wartet man darauf, dass so ein VAR-Fehler eventuell die Meisterschaft entscheidet und macht dann wenigstens mal eine Umfrage zu dem Thema. Man rennt halt nur hinterher, anstatt vorzudenken.

Freitag, 10. März 2023

Da war ja noch was: Dieser fragwürdige Elfmeter

 Und damit ein kleiner Exkurs in die Empörungskultur. In der Hauptrolle: Lutz Wagner als Vollidiot der Woche.

Also ihr werdet es ja alle mitbekommen haben: Dortmund ist unter anderem wegen eines fragwürdigen und wiederholten Elfmeters ausgeschieden. Gut, eigentlich sind sie ausgeschieden, weil sie sich gegen den Tabellenzehnten der Premiere League zu wenige Chancen erspielt haben. Aber das wird ja ignoriert, weil Chelsea theoretisch gut sein sollte. Nur um das mal festzuhalten: Diese Mannschaft liegt 29 Punkte hinter dem Tabellenführer Arsenal London. So viel Abstand liegt sonst nicht mal zwischen Dortmund und Bayern. Die sind nicht wirklich gut.

Fairerweise muss man auch anerkennen, dass Dortmund im Großen und Ganzen zugibt, dass sie nicht nur wegen der fragwürdigen Entscheidung ausgeschieden sind, sondern dass der Gegner insgesamt einfach besser war. 

Aber das ehemalige Fachmagazin der Kicker schwingt sich dann zum Verteidiger der Dortmunder Ehre auf und kommentiert ausführlich über diesen Vorfall. Also als das führende Magazin aus dem Land der betroffenen Mannschaft.

Nur so als Vergleich: Der an sich eher als sachlich einzustufende "The Guardian" gibt zu, dass der VAR bei der Rettung von Coach Potter geholfen hat. Aber einen Fehler wollen die nicht gesehen haben. ESPN als theoretisch neutrale Amerikaner zitieren Jude Bellingham, ringen sich aber auch nicht zu einer eindeutigen Bewertung der Szene durch. In dem Video lobt Frank Leboeuf Kai Havertz dafür, dass er nochmal antritt und sich nicht vor der Verantwortung drückt. Die französische L'Equipe erwähnt auch nur, dass der Elfmeter wiederholt wurde.

Aber ob es überhaupt korrekt war, den Elfer zu wiederholen, diskutieren nur wir Deutschen. Und das bringt uns dann zu Lutz Wagner, Regelexperte und Mitglied der Schiedsrichter-Kommission Amateure beim DFB. Damit ist er technisch gesehen nicht direkt für die Profis verantwortlich, aber nicht so weit weg. Er wird im Kicker Kommentar als "DFB-Regelexperte" vorgestellt. Und der sagt jetzt tatsächlich eindeutig, wie und warum der Eingriff des VARs falsch war

Das ist an sich sehr schön. Das Problem ist doch aber: Eine derartige, auch kritische, Einordnung von offizieller Seite müsste doch eigentlich jedes Wochenende kommen. Denn an jedem Montag fragt sich der gemeine Fußballfan, warum der VAR in der einen Situation eingegriffen hat, in der anderen aber stumm blieb. Vom DFB hört man aber meistens Rechtfertigungen. Wenn überhaupt.

Also stellt euch einfach mal vor, das Spitzenspiel am ersten April wird durch so einen wiederholten Elfmeter entschieden. Glaubt wirklich irgendjemand, dass sich jemand vom DFB dann hinstellen und den Fehler zugeben würde? Das macht man nur, wenn man selber unbeteiligt ist. Natürlich. Genau so führt man einen Diskurs und verbessert sich selbst. Herzlichen Glückwunsch.

Und klar, diese Szene beweist uns auch nur, dass der VAR auch woanders beschissen läuft. Dass all die Debatten gar nicht nur in der Bundesliga geführt werden. Aber als DFB sollte ich meinen gesamten Fokus darauf legen, dass es in der Bundesliga besser wird. Wenn man da dann vorzeigbare Ergebnisse hat, von denen wir immer noch weit entfernt sind, dann kann diese mit den anderen Teilen. Bis dahin sollte man vor seiner eigenen Tür kehren.

Nebenbei sollte dieser Vorfall ganz realistisch zu einer Regeländerung führen. Denn das, was Bellingham da sagt, stimmt ja vollkommen: In dem Moment, wo der Schütze den Anlauf verzögert, ist es quasi unmöglich, dass die anderen Spieler nicht in den Strafraum laufen.

Es ist sowieso schon fragwürdig, dass der Schütze das überhaupt darf. Aber wenn er auf derartige Sperenzchen setzt, sollte die anderen Spieler wenigstens nicht dafür bestraft werden. Ein einfacher "Wenn der Schütze seinen Anlauf verzögert, dürfen andere Spieler den Strafraum betreten" würde hier alle Probleme lösen. Nur so als Idee, die man eigentlich nach dieser Szene diskutieren könnte.

Montag, 28. Februar 2022

Worst of des "Passives Abseits Leser wissen es früher" Wochenendes

 Holt die Fanfaren raus! Und die Solange Knowles Videos.

 

Es ist wieder so weit. Ich hab's euch doch gesagt! Gleich und direkt. Und schon vor Jahren. Aber jetzt merken es auch die anderen.

Also es geht natürlich um Max Kruse's Reaktion auf den nicht gegebenen Elfmeter. Also den Moment, wo Kruse dafür bestraft wird, dass er nicht direkt dramatisch umfällt und auf den Strafstoß geht, sondern tatsächlich erst den Abschluss sucht. Dafür wird zunächst Kruse und dann endgültig auch der VfL Wolfsburg bestraft, denn wenn die da das 1:3 machen, kommt Gladbach wahrscheinlich nicht mehr zurück. Sie haben es ja so selbst gegen 10 Wolfsburger nur noch zu einem Unentschieden geschafft.

Kruse ist dann der Erste, der das eigentliche Problem offen anspricht: "Es kann ja nicht der Fairplay-Gedanke sein, dass ich da direkt hinfalle." Doch ist es. Also zumindest derzeit ist das noch so. Und das ist unfassbar dumm.

Ich hoffe ja inständig, dass das jetzt der Auftakt zu einer sinnvollen Debatte über dieses Thema gibt. Angefangen damit, dass mehr Spieler nach Abpfiff darauf hinweisen, dass es den Elfmeter halt nur gibt, wenn man schreiend hinfällt. Wie in der Kreisklasse halt... 

Also nur um mal festzuhalten, dass mich das schon seit Jahren ankotzt, aber auch die Lösung für diese Probleme seit Jahren bereitsteht: Mein "Neymar vs Berg" Kommentar ist von 2018. Wir haben seit 4 Jahren den VAR, aber wir nutzen ihn immer noch nicht, um Schauspieler zu bestrafen und die Spieler, die auf den Abschluss gehen, zu belohnen. Wir machen es immer noch andersherum. Und dann wundern wir uns, dass sich das Verhalten der Spieler nicht ändert.

Halten wir eines fest: Das nächste Mal wird Kruse in einer vergleichbaren Situation direkt umfallen. Der ist ja nicht dumm. Ganz im Gegenteil. Und hoffentlich hat der dann hinterher auch die Eier darauf hinzuweisen, dass er dieses Mal umgefallen ist, weil man ja, wie er selber erfahren musste, nur einen Elfmeter bekommt, wenn man schreit. Und der Fußball wird wieder etwas schlechter, weil einer mehr begriffen hat, dass man ein Schwein sein muss...

Wenn wir endlich mal einführen würden, dass der VAR auch, oder sogar bevorzugt, dann eingreift, wenn man nicht theatralisch fällt. Und wenn wir endlich mal Verwarnungen verteilen, wenn der VAR Schauspieleinlagen überführt. DANN würde sich im Fußball etwas ändern. Aber das würde ja dazu führen, dass unsere Lieblingsstars häufiger gesperrt fehlen und DAS will ja nun wirklich niemand. Also gucken wir lieber weiterhin eine beschissene Version dieses Spiel. Es ändert sich nichts...

Aber das nächste Problem ist halt, dass man sich nur darüber aufregt, wenn man selbst betroffen ist. Und Kruse wird beim nächsten Mal nicht zugeben, dass er leichtfüßig umgefallen ist, weil er nur so einen Elfmeter bekommt, denn nachdem er das einmal gemacht hat, wird er nie wieder einen Pfiff bekommen. Und auch die Gladbacher Spieler sagen hinterher ja nicht: "Klarer Elfer, da haben wir Glück. Es sollte den Elfmeter auch geben, wenn er nach dem Tritt den Abschluss sucht!" Es würde aber niemand für seinen kurzfristigen Nachteil argumentieren, auch wenn es ihm langfristig einen Vorteil bringt. Man regt sich nur auf, wenn man das Opfer ist, sonst guckt man weg. Dadurch wird jeglicher Fortschritt unmöglich. Schade eigentlich.

Man könnte den Fußball so viel schöner machen, wenn man das Regelwerk einfach mal umsetzt. Aber hey, so gehen mir wenigstens nie die Themen aus... Denn ansonsten...

Bleibt eigentlich nur: Tayfun Korkut, Profipolitiker der Woche: Also sein "Wir sind noch über dem Strich - und da werden wir bleiben" Ansage hielt ungefähr so lange wie jedes Versprechen von Olaf Scholz. Oder meinte er nur den anderen noch viel schlimmeren Strich, über dem man ja immernoch steht? Dann muss er jetzt schon anfangen, seine Versprechen zu relativieren...

Montag, 22. November 2021

Worst of des "Ist Freiburg jetzt eine richtige Spitzenmannschaft?"

 Oder doch nur ein ganz normaler Bundesligist? Geht gleich richtig philosophisch los.

Also erstmal das Argument für die "richtige Spitzenmannschaft": Wie sich das für einen Bayern-Verfolger gehört, lassen sie das Geschenk des Rekordmeisters am Freitagabend liegen und reagieren auf den Punktverlust mit einer eigenen Niederlage. So macht man das halt. So würde Borussia Dortmund das auch machen, wenn sie wirklich ein ernsthafter Bayern-Verfolger wären. So läuft das in der Bundesliga seit 10 Jahren...

Und was auch für eine Spitzenmannschaft spricht: Sie haben ihren dritten Tabellen ganz souverän mit 2 Niederlagen in Folge verteidigt. Das kann man nur als deutsche Spitzenmannschaft erreichen. 

Auf der anderen Seite sind sie halt auch nur eine ganz normale Bundesligamannschaft sein. Also, dass man durch das Spiel gegen die Bayern, egal wie das ausgeht, erstmal so richtig aus der Bahn geworfen wird und danach dann 3 Spieltag wenig bis nichts holt, ist halt auch ein völlig normaler Vorgang

Wir stehen also vor einem Rätsel, für das es einfach keine Lösung geben kann. Es sei denn, der SC Freiburg ist tatsächlich beides: Eine richtige Spitzenmannschaft UND ein ganz normaler Bundesligist. Die Antwort kommt in den nächsten 2 Spieltagen, an denen die Bayern wieder gewinnen werden...

RB Leipzig: Apropos Bayern-Verfolger: Da hilft einem Marcel Sabitzer schon richtig weiter und versucht alles, damit sein Vermarkter zurück in den Titelkampf rutschen kann... und dann sagen Peter Gulacsis und Tyler Adams mal mit aller Konsequenz: Wollen wir nicht. Da haben wir kein Interesse dran.

Und wer sich jetzt fragt, warum die Bayern unbedingt Sabitzer als Ergänzungsspieler holen musste: Nun ja, wenn ein Joshua Kimmich alle 12 Tage für 10 Tage in Quarantäne muss, weil er das für sinnvoller hält, als sich vor dem Virus zu schützen, obwohl ihn das jetzt sogar richtig Geld kostet... dann braucht man halt eine geimpfte Vertretung.

Florian Kohfeldt, der neue Held der Arbeit. Bester Wolfsburg-Trainer aller Zeiten. Oder zumindest seit dem Letzten. Kohfeldt stand kurz vor einem neuen Startrekord: 4 Siege in Folge. Er hat sich sicherheitshalber für einen Verein entschieden, in dem solche "Startrekorde" (oder halt Dead Coach Bounces) einfach zu erreichen sind. Also um das mal ganz praktisch zu verdeutlichen: Wisst ihr, wer mit 4 Siegen und einem Unentschieden in die Bundesliga gestartet ist? Da kommt ihr nie drauf: Mark van Bommel. Aber jetzt ist alles viel besser. Vor allem, weil die Richtung stimmt. Also gegen Augsburg war die 2. Halbzeit richtig schlecht. Dieses Mal waren es schon 60 Minuten, die richtig schlecht waren. Gebt dem Kohfeldt noch 3 Wochen und etabliert ein weiß gestreiftes Trikot, dann werdet ihr den Unterschied zu Werder Bremen nicht mehr erkennen...

Apropos Werder: Das bringt zum gähnend langweiligen Standardthema: der VAR. Spieltäglich grüßt der VAR.

Und wenn selbst Jonathan Tah hinterher nicht nachvollziehen kann, warum es keinen Elfmeter für Bochum gab, als er Christopher Antwi-Adjei getreten hätte... Also hätte Schiedsrichter Daniel Schlager nicht den Kollegen, sondern den Spieler gefragt (und der so ehrlich wie nach dem Spiel reagiert... oder wie Vincenzo Grifo auf dem Platz), hätte er den Elfmeter gegeben. Er ließ sich aber von demjenigen beraten, der die wenigste Ahnung von den Regeln hat. Und da es ja vorher schon einen Platzverweis für Bayer Leverkusen geben muss, kann man an der Stelle nichts anderes behaupten. Und dem Schlager ist da direkt kein Vorwurf zu machen: In Originalgeschwindigkeit kann einem da so ein Fehler unterlaufen. Da kann man sich denken: Der Tah spielt den Ball weg, der Bochumer ist gar nicht am dran. Aber, wenn man die Videoaufnahmen sieht...
Vielleicht... sollten wir den Leuten im Kölner Heller einfach mal HD Bildschirme hinstellen und das Internet so weit ausbauen, dass sie eine bessere Qualität als 144p geliefert bekommen. Ernsthaft, dass die sich die Szenen in verschwommener Qualität angucken müssen, ist mittlerweile die einzige Erklärung für den Scheiß, den die jedes Wochenende abliefern.

Aber Günter Perl war ja nicht mal der Schlimmste. Was dann in Bremen in der Nachspielzeit abging... Ernsthaft, man sollte die beiden Schiedsrichter, die den Scheiß entschieden haben, einfach mal 3 Monate aus dem Verkehr ziehen. Denn die Folgen dieser Entscheidung sind am Ende wieder... nun ja... dramatisch. Also sie fördern mit so einem Schwachsinn die dramatischen Schauspieleinlagen der Spieler.

Also um das kurz festzuhalten: Der VAR Christian Dingert sagt zum Hauptschiedsrichter Tobias Stieler: "Guck dir das nochmal an, da könnte was gewesen sein!" Er sagt das nur und ausschließlich, weil Roger Assalé so dramatisch und übertrieben fällt. Wenn Assalé auf den Beinen bleibt und selber den Abschluss sucht, kommt der VAR nie auf die Idee, dass die Berührung relevant war. Und das war sie auch nicht. Also Assalé ist nicht gefallen, weil er so heftig getroffen worden ist, sondern weil er einen Elfmeter haben wollte. Und er wird für diesen Scheiß auch noch belohnt.

Eigentlich hätte der VAR dazu führen müssen, dass man in solchen Szenen einfach trotzdem den Abschluss sucht, weil man den Elfmeter ja auch bekommt, wenn man nicht dramatisch fällt. Da hätte man dank dieser Innovation hinkommen können. Die ganzen ekligen Schauspieleinlagen hätten wegfallen können, weil sie ja nichts mehr bringen. Stattdessen werden die Schauspieler jetzt mehr belohnt als vorher, denn selbst wenn der Schiedsrichter ihnen das in erster Instanz nicht abnimmt, kommt ein VAR aus dem Kölner Keller und sagt "Guck dir das nochmal an, da könnte doch was gewesen sein... also ein minimaler Kontakt."

Jetzt führt das natürlich zum nächsten Problem: Wenn man wirklich jeden Schiedsrichter, der so einen Scheiß verzapft, aus dem Verkehr zieht, muss bald doch bald Rober Hoyzer wieder pfeifen... oder sonst irgendwelche Regionalligaschiedsrichter. Denn das eigentliche Problem ist ja, dass mit Dingert und Stieler Leute von unserer internationalen Liste so einen Blödsinn entscheiden. Das sind die Besten der Besten der Besten. Aber selbst die haben nach wie vor nicht den Arsch in der Hose, einem Assalé nach dem Blick auf die Bilder mit einem "Lass den albernen Scheiß und spiele Fußball" an den Kopf zu werfen.

Zum Ende noch 4 Worte zu Markus Anfang: Es gilt die Unschuldsvermutung.

Dienstag, 9. November 2021

Ok, ich kann das doch nicht ignorieren

 Es ist schließlich die perfekte Kombination aus dem aktuellsten Thema und dem Namensgeber dieses Blogs.

Gucken wir uns die Szene erst noch mal an und nehmen sie auseinander: Nach einem abgewehrten Angriff versucht Hoffenheim, wie sich das gehört, komplett herauszurücken, um den Gegner ins Abseits zu stellen. Danilo Soares schlägt eine Flanke auf den eben nicht rausrückenden und klar im Abseits stehenden Soma Novothny. Kevin Vogt macht das, was man als gut konditionierter Verteidiger so macht und lässt den Ball nicht einfach zum Stürmer durchrutschen. 15 Jahre Kopfballtraining führen halt dazu, dass die Auffassungsgabe nicht mehr schnell genug ist und dass es definitiv Abseits gibt, wenn er einfach wegbleibt. Novothny selber macht im Rücken von Vogt eine geschickte Meidbewegung.

Vogts Verteidigungsversuch ist eher suboptimal direkt auf Milos Pantovic, der den Ball ziemlich direkt auf den Stürmer schlägt. Dieser zieht einen klaren Vorteil aus seiner vorherigen Abseitsposition und erzielt das 1:0. 

Er zieht also einen doppelten Vorteil aus seiner Abseitsstellung: Er übt den nötigen Druck auf Vogt aus, um diesen zu einem vermeidbaren Fehler zu zwingen. Denn ohne Novothny im Rücken geht der da einfach nicht hin. Sagt er zumindest selber hinterher. Und dann steht der Angreifer in unfassbar guter Position, die für die Hoffenheimer einfach nicht mehr zu verteidigen ist. Also sie haben, nachdem Pantovic an den Ball kommt, einfach überhaupt keine Chance mehr einzugreifen.

Wie kann ein Spieler, der einen doppelten Vorteil aus seiner Abseitsstellung zieht, als passiv gelten? Also wenn das die Regeln sind, dann sind diese Regeln einfach Scheiße. Dann wurden sie von Leuten geschrieben, die noch nie ein Tor verteidigt haben. Oder überhaupt irgendwann mal gegen einen Ball getreten haben. 

Der wirkliche Kicker kommt ja erst doch: Das sieht der Linienrichter, entweder Guido Kleve oder Thomas Gorniak genau so, deswegen hebt er die Fahne. Also, weil er Novothny als aktiv eingeschätzt hat. Das ist eine Tatsachenentscheidung. Eine Entscheidung, die man auch durchaus nachvollziehen kann. Und die Bochumer Fans würden, wenn sie die Szene sachlich beurteilen, auch zugeben, dass sie bei einem Gegner in so einer Situation auch eine klare Abseitsstellung sehen würden. Novothny, da er Einfluss auf den Verteidiger nimmt, als aktiv zu betrachten, ist keine klare Fehlentscheidung.

Das bringt einem dann zur eigentlichen Frage: Warum greift der VAR bei der Frage "aktiv oder passiv" überhaupt ein. Der hat da einfach wegzubleiben.
Nebenbei auch bei einer gegenteiligen Auslegung. Also wenn der Assistent auf passiv entscheidet und deswegen die Fahne unten lässt, kann der VAR dann hinterher auch nicht sagen, dass er der Meinung war, dass der Spieler doch aktiv war. Das ist eine dieser endlos vielen Stellen im Regelwerk, die nicht eindeutig geklärt sind. 

Aber wir haben dieses neue System VAR ja erst seit 4 1/2 Jahren... da kann man ja nicht davon ausgehen, dass mittlerweile geklärt ist, wann der angewendet werden muss und wann er zu schweigen hat. Aber hey, ich bin optimistisch, dass wir das hinbekommen, bevor die Pandemie beendet wird...

Freitag, 5. November 2021

Das kann doch eigentlich nicht so schwierig sein

 Also dass es auch so gar keine Fortschritte gibt, ist schon faszinierend. Dass jetzt selbst die englischen Schiedsrichter auf internationaler Bühne für Lächerlichkeiten Platzverweise erteilen, obwohl sie sich die Szene nochmal angucken. Das ist einfach alles nicht mehr nachvollziehbar. Also vielleicht sind die Schiedsrichter ja selber Teil einer groß angelegten Verschwörung, die den VAR wieder abschaffen will. Eine bessere Erklärung habe ich jedenfalls nicht.

Die Anziehungskraft des Fußballs besteht ja daraus, dass er eigentlich so einfach zu erklären ist: 10 Spieler versuchen den Ball mit dem Fuß in ein markiertes Rechteck zu schießen. Ein Spieler in jeder Mannschaft darf die Hände nutzen, um dies zu verhindern. Das kann man an jedem Strand und auf jeder Wiese reproduzieren. Das komplizierteste ist das Abseits.

Und trotzdem hat man immer wieder Entscheidungen, bei denen man sich einfach nur fragt: warum? Wie kann das passieren? Also Michael Oliver ist ja ein professioneller Schiedsrichter. Und der ist seit 2012 auf der Fifa Liste. Dessen Vater ihm das Pfeifen beigebracht hat. Das ist kein Neuling, der mit der Situation überfordert ist.  Das ist ein erfahrener Veteran, der seit 15 Jahren nichts anderes macht als Spiele zu leiten und solche Zweikämpfe zu bewerten.

Dass ihm dann in Realgeschwindigkeit ein Fehler unterläuft, ist kein Problem. Dass er (Achtung, Ferndiagnose und ohne jemals mit dem Mann gesprochen zu haben...) anscheinend zu Stolz ist diesen Fehler einzusehen und zu revidieren. DAS könnte am Ende das Grundproblem des VARs sein.

Nebenbei... passiert das Oliver schon das 2. Mal. Also nicht in seiner Karriere, sondern in diesem Jahr. Also schon beim EM Viertelfinale Spanien - Schweiz war nach dieser Szene der allgemeine Konsens: Sieht in Originalgeschwindigkeit schlimmer aus, als es ist und Rot ist zu hart... sollte er sich nochmal angucken. Tat er aber nicht. Frei nach der Querdenker Logik: Verwirren sie mich nicht mit ihren Fakten und Bildern, mein Bauchgefühl sagt mir, dass Rot richtig ist. Und obwohl mir die Bilder gerade im Fall Mats Hummels etwas anderes sagen, bleibe ich bei meinem Bauchgefühl. Das hat mich noch nie getäuscht.

Das wirklich enttäuschende am VAR ist ja, dass sich die eigentliche Hoffnung nicht erfüllt. Also weil die Schiedsrichter anscheinend zu stolz sind dieses Hilfsmittel zu nutzen, bleiben all die Krankheiten, die eigentlich keiner sehen will, bestehen. 

Meine ganz große Hoffnung war ja sogar, dass Stürmer, wenn sie gefoult werden, trotzdem den Abschluss suchen, weil der VAR ja auch eingreift, wenn man getreten wird, aber nicht theatralisch fällt. DAS ist das Ziel, welches wir eigentlich erreichen müssen: Dass der Spieler, der trotzdem den Abschluss sucht, nicht der Dumme ist. Aber das wird nie passieren, deswegen fällt man halt lieber.

Aber wenigstens das Aufhalten der "Neymar"-irsierung des Fußballs... Also selbst die Fans dieses an sich großartigen Fußballers werden nach dem 4. Bier zugeben, dass dessen übertriebenen und patentierten Einlagen übertrieben sind und dass die keiner sehen will. Und selbst diejenigen, die darauf verweisen, dass ihm regelmäßig die Beine gebrochen werden, müssen zugeben, dass man deswegen die Schauspieleinlagen nicht ins Lächerliche ziehen muss. 

Jetzt muss sich Neymar-Schüler Antony vorwerfen lassen, dass er zwar ein großartiger Fußballer, aber kein richtiger Sportler ist. Dabei ist der halt Vollprofi und versucht alles, um seiner Mannschaft einen Vorteil zu erarbeiten. Das macht man als Profi so. Und natürlich nutzt man dann als Sportler die vorhandenen Regeln zu seinem Vorteil aus. Das macht Hummels ja auch nicht anders. Also klar, schon anders, er nutzt die Grenzen des "Ist eigentlich verboten, wird aber selten gepfiffen" Prinzips aus. Antony kommt dagegen von der "Wird nur gepfiffen, wenn ich da mehr draus mache" Schule. Die Idee ist jeweils dieselbe: Man nutzt die Lücken des Regelwerkes für sich aus.

Und Antony hatte damit ja Erfolg. Er hat also alles richtig gemacht. Nur von der hohen moralischen Position her nicht. Aber wenn es um die Millionenprämien in der Champions League geht, sind diese Ansprüche doch egal. Wir müssen also nicht auf Antony rumhacken und dessen Handeln hinterfragen.

Wir müssen uns fragen, warum wir diese hässliche Kultur so gepflegt und gehegt haben. Und ob man das Regelwerk nicht ändern könnte, um dies zu ändern. Also in einer idealen Welt geht Oliver als Schiedsrichter zu Antony und macht ihm eindeutig klar, dass solche Schauspieleinlagen Scheiße sind. Idealerweise schreibt man noch ins Regelwerk explizit, dass solche Aktionen auch mit Verwarnung zu ahnden sind. Dann kann Oliver ihm direkt den gelben Karton für seine Unsportlichkeit unter die Nase reiben. Und nur wenn das regelmäßig passiert, wird sich was auf dem Feld ändern. Denn nur dann hat auch der Trainer einen Anreiz den Spielern diese Angewohnheiten auszutreiben.

Aber da setzt ja der nächste Instinkt ein: Wir wollen das nicht. Wir wollen, dass die Starspieler sich diese Einlagen abgewöhnen, ohne dass es Konsequenzen für sie gibt. Denn vor nichts haben wir ja so viel Angst, wie eine Sperre von Neymar in einem Champions League Halbfinale oder im Endspiel. Auf gar keinen Fall wollen wir, dass diese Superstars das Highlight des Jahres verpassen könnten... egal wie unsportlich sie sich auf dem Weg dahin präsentiert haben.

Da akzeptieren wir es eher, dass die Spiele davor durch Unsportlichkeiten und provozierte Platzverweise entschieden werden. Und selbst, wenn es das gewünschte Ziel nicht gibt, hat man ja nichts verloren. Man spielt dieses Spiel ja als Angreifer ohne jeglichen Einsatz. Das einzige Risiko trägt der Verteidiger.

Von mir aus können wir da auch eine extra Kategorie für einrichten. Also wir lassen erfahrene Veteranen nach dem Spieltag die entsprechenden Szenen analysieren. Nehmen wir Jürgen Kohler und Ulf Kirsten, um wirkliche Instanzen zu nennen. Und dann sagen die beiden "Das war eine völlig übertriebene Einlage, das muss sanktioniert werden!" Wenn ein Spieler das dabei zum dritten Mal in einer Saison erwischt wird, wird er für ein Spiel gesperrt. 

Und nur um mal den Blick über den großen Teich zu werfen: In der NBA wurde gerade eine der beschissenen Regeln abgeschafft. Eine Regel, die dazu geführt hat, dass einzelne Spieler 10 Mal pro Spiel an die Freiwurflinie gegangen sind. Die Fans wollten dies aber einfach nicht mehr sehen und haben sich so lange beschwert, bis es bei den Regelhütern ankam. Jetzt beschweren sich die Spieler ein wenig, werden sich aber umstellen. Und die Fans reagieren mit einem kollektiven "endlich!".

Aber still und heimlich wollen wir ja genau den Fußball sehen. Deswegen regen wir uns nicht auf. Oder wir wollen unbedingt Sport sehen, der uns aufregt, eines von beidem. Am Ende kriegen wir das Spiel, das wir verdienen...

Donnerstag, 5. August 2021

Challenges im Fußball oder Wir weigern uns von den anderen zu lernen

 Wo wir schon bei mangelnder Flexibilität der Regelhüter sind. Auch beim VAR zeigte sich diese wieder deutlich.

Zunächst mal brauchte der größte Einzelsportverband mit den größten Zuschauerzahlen natürlich am längsten, um den einzuführen. Nur weil es um größere Beträge geht, muss der Sport ja nicht zwingend gerechter werden. Also um das mal zu verdeutlichen: In der NFL gibt es den bereits seit 1999. Beim Basketball wurden die ersten Szenen bereits 2006 überprüft. Beim Volleyball seit 2013. 

Aber vor allem stand ja eines von vorneherein nicht zur Debatte: Ein Challenge System. Obwohl dies bei fast allen anderen Sportarten so gehandhabt wird, dass Spieler oder Trainer, die mit einer Entscheidung unzufrieden sind, die Überprüfung auslösen. Auch wenn das in der NFL mittlerweile leider bis zur Absurdität aufgeweicht wurde, weil praktisch alles Relevante (Turnovers und Punkte) automatisch überprüft wird. 

Gerade beim Beachvolleyball zeigen sich aber die extremen Vorteile des Challenge Systems. Denn dort wird nicht mehr Gift und Geifer Richtung Schiedsrichter*innen gespuckt, wenn man mit einer Entscheidung nicht übereinstimmt. Sondern man macht das "C" mit der Hand und erklärt dem Schiedsrichter ganz ruhig und sachlich, was man überprüft haben will. Und wenn man Recht behält, darf man weiterhin das "C" formen. Wenn man 2 Mal daneben lag, verliert man diese Option für den Rest des Satzes. Genau so funktioniert jedes gute VAR System.

Vor allem hat es halt den Vorteil, dass man wesentlich respektvoller mit den Schiedsrichtern umgeht. Denn man überlegt sich natürlich schon genau, ob man dieses wertvolle Werkzeug jetzt einsetzt oder nicht. Auch wenn es natürlich dazu führt, dass man am Ende gerne auch mal "challenged", weil man die Option noch übrig hat.

Wenn wir im Fußball endlich 2 Challenges pro Team (und eine dritte, wenn man 2 Mal richtig lag) einführt, würde sich der Umgang mit den Schiedsrichtern drastisch ändern. Also natürlich nicht sofort. Denn die ersten 2 Monate würden die Spieler weiterhin bei jeder gefühlten Ungerechtigkeit zum Schiedsrichter rennen und die Challenge auslösen.

So sind Fußballer nun mal: Sie haben keinerlei Unrechtsverständnis. Zumindest ist das die einzige Erklärung, warum man sich sogar über klare Verwarnungen und Foulspiele beschwert.
Aber nach 6 Wochen würde es dann zum ersten Mal passieren, dass eine Mannschaft, die seine Challenges leichtfertig verschwendet hat, diese Option bei einer Fehlentscheidung nicht mehr zur Verfügung hat. Und dann fangen sie doch irgendwann an zu reflektieren, ob das jetzt wirklich eine schreiende Ungerechtigkeit ist, wegen der man schreiend zum Schiedsrichter rennen muss. Und wenn man nur noch zum Schiedsrichter rennt, wenn wirklich eine Fehlentscheidung getroffen wurde, wäre das Spiel so viel angenehmer.

Stattdessen wird dieser Impuls, sich beim Schiedsrichter zu beschweren, jetzt noch verstärkt. Denn auch wenn es praktisch verboten ist und mit Gelb bestraft werden sollte, versucht man jetzt ja doch bei jeder Gelegenheit den Schiedsrichter doch dazu zu bringen, sich die Szene nochmal anzugucken. Vielleicht schafft man es ja so Zweifel beim Schiedsrichter zu säen... und wenn nicht, hat man ja auch nichts verloren.

Aber anstatt sich zu fragen, wie andere Sportarten das lösen und welche Auswirkungen diese Lösungen auf das Spiel haben könnte, sagen sich die alten, weißen Männer: Das wollen wir auf keinen Fall. 

Und natürlich wird ein Challenge System die Diskussionen mit den Schiedsrichtern nicht gänzlich verstummen lassen. Das passiert in den anderen Sportarten ja auch nicht. Aber es ist schon faszinierend, wie viel ruhiger und respektvoller man da miteinander umgeht.

Montag, 10. Mai 2021

Worst of des "Die Formalität ist erledigt." Wochenendes

Die Bayern sind Meister. Große Überraschung. Ganz stilecht wurden sie es natürlich vor dem eigenen Anpfiff, quasi beim Aufwärmen. Wenn das keine wunderbare Symbolik ist, weil ja die Bundesliga mittlerweile nicht mehr als ein Aufwärmprogramm für die Champions League ist.

Wobei ich an der Stelle schon mal das erstren WTF an den Kicker schicken muss. Denn die schreiben von einem frühen Aus in der Champions League. Ähm... hallo? Ernsthaft, die Bayern waren mal wieder unter den Top 8 Europas und sind dann knapp gescheitert. Wer da wirklich von einem frühen Ausscheiden spricht, legt die Messlatte so hoch, dass die Saison meistens in Enttäuschungen enden muss.

Aber das spiegelt ja auch nur das Grundproblem, welches ich hier dargelegt habe wieder: Mit Chelsea, Manchester City, Manchester United, dem FC Liverpool, Juventus Turin, Barca, Real Madrid und eben den Bayern gibt es 8 Vereine, die quasi das Halbfinale der höchsten Liga erreichen müssen. Bei einigen von denen ist es sogar finanziell Notwendig. Es gibt aber nur 4 Plätze. Deswegen brauchen die ja auch die Super League

Man könnte natürlich auch so Wirtschaften und Kommunizieren, dass schon das Erreichen der Top 8 als ordentliches Ergebnis dargestellt wird. Aber wer will das schon...

Der Rest der Liga... nun ja... eigentlich sollte Platz 4 ja vergeben sein, aber es ist Borussia Dortmund. Zum gefühlt 5. Mal in dieser Saison lese ich, dass die jetzt "endlich den Fußball spielen, den man erwarten konnte"... Bis jetzt war das immer genau der Moment, in dem sie rückfällig geworden sind. Es würde mich also nicht überraschen, wenn Eintracht Frankfurt mit 2 Unentschieden in die Champions League einzieht. Das wäre auch die deutscheste Art in der "besten Liga" Vierter zu werden.

Gleichzeitig versucht Borussia Mönchengladbach krampfhaft die Teilnahme an der Europa Conference League zu vermeiden. Da sollen doch die Osteuropäer scheinen, also schicken wir doch lieber Union Berlin... Gerade an diesem Wochenende lieferten die Gladbacher beeindruckende Argumente für die "Gerd Müller würde heute 80 Tore erzielen" These. Was auch nur bedeutet, dass es eine Frage gibt, in der ich mit Franz Beckenbauer übereinstimme. Gladbach hat also so kolossal versagt, dass ich einer Meinung mit dem Kaiser bin. DAS muss man erst Mal schaffen.

Wirklich spannend ist aber tatsächlich der Abstiegskampf. Auch wenn hier festzuhalten gilt: Es wäre wesentlich spannender, wenn der Tabellen-15. in die Relegation müsste. Dann würde nur das Torverhältnis den direkten Abstiegsplatz und das rettende Ufer trennen... und für den 1.FC Köln würde sich wenig ändern.

Ganz stilecht "plant" Werder Bremen anscheinend, mit 12 sieglosen Spielen in Folge über die Relegation den Klassenerhalt einzufahren. Es ist echt faszinierend, wie sie sich in Bremen für Selbstverständlichkeiten feiern und ihre Leistungen im luftleeren Raum beurteilen. Also schon das DFB-Pokal-Halbfinale: Das bisher alle Mannschaften nach der Bekanntgabe des Trainerwechsels eine Niederlage einstecken mussten und Werder die einzige Mannschaft war, die diese Unruhe nicht ausnutzen konnte, wird vollkommen ignoriert.

Jetzt feiert Florian Kohfeldt nach einem torlosen Unentschieden gegen Leverkusen "die kämpferische Leistung und die Mentalität, die an den Tag gelegt wurde." Sollte das nicht selbstverständlich sein? Vor allem wirkt man schon viel zu zufrieden, weil man in einem Heimspiel gegen Bayer wenig bis nichts zugelassen hat. Obwohl Bayer seit dem Hannes Wolf den Trainerposten übernommen hat, die Angriffsbemühungen weitestgehend eingestellt hat und nur noch mit 4 Offensivspielern auftritt. Aber hey, gegen eine Safety First Mannschaft steht man hinten gut, das ist doch schon mal ein Fortschritt.

Aber in Bremen sieht man halt nur den Tabellenplatz des Gegners und denkt sich "Geil, gegen eine Spitzenmannschaft einen Punkt geholt." Wenn man aber genauer hinguckt und bemerkt, dass die Werkserlf 2021 erst 3 Auswärtstore erzielt hat. Seit 4 Auswärtsspielen ist man schon ohne Treffer. Und ja, die Frage, wie man so Platz 6 hält, darf gestellt und mit "beste Liga" beantwortet werden. 

Dass Werder schon fast stolz darauf ist gegen eine derart inkompetente Mannschaft "nur" 4 Torchancen zuzulassen, zeigt halt das Grundproblem dieses Vereins: Man gibt sich nach wie vor mit viel zu wenig zufrieden und schraubt die Ansprüche so weit runter, dass irgendwann der Klassenerhalt als Sensation gefeiert wird. Ich habe letztens irgendwo (ich glaube auf Facebook) einen Kommentar gelesen, dass der Klassenerhalt für Werder ja "keine Selbstverständlichkeit" sei. Doch, ist er. Also Freiburg, Mainz, Augsburg, Köln, Bielefeld, Suttgart als Aufsteiger und Union Berlin haben alle wesentlich schlechtere Voraussetzungen als Werder. Von diesen 7 Mannschaften sollte man 5 locker hinter sich lassen. Das muss eigentlich der Anspruch in der Hansestadt sein. Ist es aber nicht.

Aber hey, am Ende hilft ihnen ja... der bedauerliche Einzelfall des Wochenendes. Dieses Mal kein Rassismus. Hey, Fußballdeutschland hat es geschafft 6 Tage ohne dämlich-rassistische Aussage auszukommen! Und es gibt auch keinen neuen Skandal aus dem DFB-Präsidium. Das muss man doch mal feiern dürfen. Am besten, in dem man zu den eigentlichen bedauerlichen Einzelfällen zurückkehrt:

Denn eines bleibt festzuhalten: Marco Fritz hat auf skandalöse Art und Weise in den Abstiegskampf eingegriffen. Unterstützt von Sören Storks. Während ich denen beim Elfmeter noch gönne. Also das kann man als eine dieser Stellen auslegen, wo die Entscheidung auf dem Platz stehen bleibt. Den muss man natürlich nur geben, wenn man durch die Köln Brille guckt, aber immerhin kann man ihn genau dann geben. Aber warum das Handspiel von Jonas Hector beim Stand von 1:2 nicht überprüft worden ist. Holy Shit. Genau diese Inkonsequenz ist doch der Grund, warum der VAR keine Akzeptanz findet. Es ist das Gegenbeispiel zur kontroversen, aber regel technisch richtigen, Entscheidung im DFB Pokal gegen Paderborn: An der einen Stelle wird so lange gesucht, bis man etwas findet, an der anderen wird die Review Area nicht mal betreten.

Und klar, am Ende ist es verdammt eng. Aber das ist halt wieder eine dieser Stellen, wo die Schiedsrichter eine exklusive Sicht auf das Regelwerk haben und als einzige ein Handspiel sehen. Und wir haben doch genau für solche Fehlentscheidungen im Saisonfinale den VAR eingeführt. Warum kommt er dann, wenn er am dringendsten gebrauch wird, nicht zum Einsatz?

Schalke 04: Ach, ich werde sie vermissen. DIE sinnloseste Debatte der letzten Woche war ja, ob es nicht Wettbewerbsverzerrung sein könnte, wenn Schalke sich jetzt gehen lässt und abschenkt. Da frage ich mich ja immer: Gucken die eine andere Bundesliga als ich? Also, wenn Schalke sich plötzlich zusammenreißen und ordentlichen Fußball spielen würde... DAS wäre Wettbewerbsverzerrung, denn das haben sie ja bisher konsequent vermieden. Und man muss die Saison schon in diesem Modus Anti-Operandi zu Ende bringen. Alles andere wäre unfair.

Und ja, was die in der ersten Halbzeit gegen Hoffenheim abgeliefert haben, war ein Skandal: Die Andeutung, dass es ja doch gegangen wäre, wenn man sich richtig bemüht hätte. Zum Glück war das nach 45 Minuten vorbei. Andererseits ging es gegen Hoffenheim. Stand jetzt hat Schalke 30 % seiner Tore gegen den Dorfverein erzielt. 6 von 20. Wenn die jede Woche gegen die spielen dürften, wäre sogar die Champions League drin.

Noch absurder wird es ja, wenn man die bayrische Provinz aus Augburg dazu zählt. Also gegen diese beiden Vereine erzielte man 9 seiner 20 Tore und holte damit 7 seiner 13 Punkte. Und wo ich schon dabei bin: Man lag ja als Schalke so gut wie nie in Führung. Also gegen Stuttgart von der 30. bis zur 56. Minute das 1:0 zu halten war ja schon fast DAS Saisonhighlight. Gegen (natürlich, die waren ja am Ende stolz gegen Schalke überhaupt was geholt zu haben) Werder führte man von der 38. bis zur 77. Minute. Und das war es schon. 65 Minuten.

Also außer man rechnet die Spiele gegen Hoffenheim und Augsburg mit ein, da führte man in Augsburg von der 52. bis zur 93. Minute. Und im Rückspiel seit der 4. Minute bis zum Abpfiff in der 94.. Und gegen Hoffenheim ging man beim historisches verhindernden Hinspielsieg in der 42. Minute in Führung. Und auch im Rückspiel sah es von der 12. bis zur 51. Minute gar nicht schlecht aus. Sprich: gegen diese beiden Mannschaften lag man insgesamt 208 Minuten lang in Führung. Das ist Stand jetzt 3,2-mal so lang, wie gegen den gesamten Rest der Liga.

Das ist eine dieser "Fußball ist mit Logik nicht zu erklären" Statistiken. Also es ist völlig absurd, wie schlecht Schalke im Vergleich mit dem Rest der Liga ist. Wenn es Augsburg und Hoffenheim nicht gegeben hätte, hätten die Schalker wirklich ALLE Tasmania Berlin Rekorde gebrochen. Aber gegen diese beiden Mannschaften sieht diese Trümmertruppe dann plötzlich zumindest statistisch wie eine kompetente Bundesligamannschaft aus... eine Mannschaft, die im 57 % ihrer Spielzeit in Führung liegt. Um diese 57 % weiter in Relationen zu setzen: In den restlichen 27 Spielen lag man 2,67 % der Spielzeit vorne. Da fehlen einem echt die Worte...

Aber dann fällt einem auf, dass Schalke im Jahr 2021 schon 6 Auswärtstore erzielt hat. Das sind, kurz hochgescrollt, DOPPELT so viele wie der Tabellensechste.

Donnerstag, 17. Dezember 2020

Worst of der "manches änder sich nie" englischen Woche

 Fangen wir mal direkt mit den Augsburgern an, die meine Ausführungen vom Dienstag anscheinend unbedingt belegen wollten... und gegen Bielefeld ein ähnlich grausam geführtes Spiel wie am Sonntag halt eiskalt mit 1:0 in der Schlussphase gewannen. Das Spiel war zwar nicht das schlechteste der Woche, aber das lag nur daran, dass Bielefeld sich wenigstens bemüht hat... Die sind halt nur auch zu schlecht. Das ist auch kein Vorwurf, die können ja nichts dafür, dass der Hamburger SV den Aufstieg schon wieder verkackt hat und deswegen dieser eigentliche Zweitligist in der Bundesliga mitwurschteln muss. Aber sie kommen halt doch deutlich an ihre Grenzen. Und Augsburg hat sich offensichtlich endgültig dagegen entschieden selber am Spiel teilzunehmen.

Hätte ich nebenbei gleich auf den Spielplan geguckt, wäre mir dieses Spiel schon vorher als passendes Argument für die Belanglosigkeit der Augsburger UND ihres Gegners genannt. Denn wenn ihr auf einer Blinden Deutschlandkarte beide Orte einzeichnen sollt, seid ihr bestimmt auch überfordert... Also klar, Augsburg liegt irgendwo in Bayern, aber das ist ein verdammt großes Bundesland. Und Bielefeld liegt neben Paderborn, was einem auch nicht weiter hilft. Und das, obwohl beide Städte gerade einen Bundesligisten stellen.

Es stand quasi vorher schon fest, dass das Spiel extrem grausam werden würde, weshalb die Sportschau es mit einem "bleiben sie dran, danach kommt Liverpool - Tottenham" ankündigte. 

Und ja, bei all den Verbesserungen in der Bundesliga bleibt festzuhalten: Es gibt sie noch, diese komplett grausamen Begegnungen. Der eigentliche "Höhepunkt" war Herha BSC Berlin - Mainz 05. Ein Spiel, welches bei kritischer Betrachtung ohne einen Torschuss auskam. Also ja, Barreiro lenkte einen Ball an die Latte, aber dieser "Versuch" ging bei kritischer Betrachtung nicht aufs Tor, sondern ans Gehäuse. 

An der Stelle sei mal wieder die großartige Online Datenbank von Kicker.de "gelobt", bei der man sich natürlich nicht anzeigen lassen kann, wie viele Bälle wirklich aufs Tor kamen... Und weil die alles, was grob Richtung Tor fliegt, als Torschuss zählen, kommen die auf 16... Bestes Fachmagazin der Welt...

Wahrscheinlich haben sie auf Kicker.de sogar den kläglichen Versuch der Bielefelder, der nicht aufs Tor sondern ins Seitenaus ging, als "Torschuss" gewertet...

Man sollte nebenbei erwähnen, dass Hertha a) ein Heimspiel hatte und b) für ihre Offensivspieler Matheus Cunha und Krzysztof Piatek 42 Millionen Euro Ablöse ausgegeben hat und c) gegen einen der offensichtliche Abstiegskandidaten spielte... mit so einem Potenzial so wenig abzuliefern... schaffen sonst nur von Jogi Löw betreute Mannschaften. Beeindruckende Leistung von Bruno Labbadia

An sonsten merkte man Mark Uth noch deutlich die folgen seiner Gehirnerschütterung an. Schließlich hat er sich öffentlich darauf gefreut, dass Schalke Spiel live zu sehen. Das kann man nur, wenn man aus einem 12-monatigen Koma erwacht ist... 

Die beste Nachricht aus Schalker Sicht: Man hat Armine Harit jetzt schon begnadigt und stellt ihn wieder auf. Was auch nur bedeutet, dass man ihn nochmal suspendieren kann, bevor er dann in der Relegation zum Retter wird... Und jetzt gibt es als absolutes Überhighlight der Saison: Schalke - Bielfeld.  

Wo wir schon bei "guten Nachrichten für die Schalker" sind: Die letzte Mannschaft, die mit 4 Punkte aus 12 spielen und ohne Sieg in die Saison gestartet ist, war der HSV in der Saison 2016/17. Das war damals, zu den glorreichen Zeiten, als der HSV noch gerade so die Klasse gehalten hat. Ob man diesem Ideal allerdings wirklich nacheifern muss...

Apropos Gehirnerschütterungen und "manches ändert sich nie": Einerseits gibt es da jetzt Fortschritte, weil bei Kopfverletzungen eine zusätzliche Auswechslung erlaubt sein soll. Ein guter Ansatz. Aber den entscheidenden Punkt verpasst man halt: Neutrale Ärzte stellen, die überprüfen ob ein Spieler eine Gehirnerschütterung hat oder nicht... und ob er überhaupt schon wieder Einsatzfähig ist. Denn Nasssim Boujellab  „ hat bis 7 Uhr morgens nicht schlafen können vor Kopfschmerzen“, spielte gestern aber trotzdem. Das sind jetzt in der Ferndiagnose ebenfalls eindeutige Anzeichen für eine Gehirnerschütterung und dann ist es Wahnsinn 3 Tage danach schon wieder zu spielen. Absoluter Wahnsinn. Aber es wird uns als aufopferungsvolle Heldengeschichte verkauft. Weil wir uns halt mit diesem unangenehmen Thema einfach nicht beschäftigen wollen...

Wenn man wirklich etwas gegen Kopfverletzungen unternehmen und Spieler schützen will, stellt man als DFL zu jedem Spiel einen neutralen Arzt, der feststellt, ob der Spieler wahrscheinlich eine ernste Kopfverletzung hat... und den danach dann auch entsprechend krank schreibt... Wie die NFL das macht. Das ist die einzige Lösung, die wirklich funktioniert. Alles andere ist offensichtlich nicht zielführend.

An sonsten versucht Bayer Leverkusen jetzt öffentlich "Druck" auf die Bayern auszuüben, denn man kommt ja als Tabellenführer... Die Bayern werden sich jetzt bestimmt auch ganz intensiv mit der wichtigsten Frage beschäftigen: Holen wir Bayer jetzt schon ein? Oder warten wir noch, es ist schließlich Bayer, die können wir auch noch am 34. Spieltag von der Spitze stoßen...

Die Bayern werden sich gestern gedacht haben: Wie niedlich, die verschießen all ihr Pulver gegen Köln, anstatt das Spiel humorlos und Kraft sparend zu gewinnen...

Kommen wir zur wichtigsten Frage des Wochenende: Warum wurde bei Oliver Baumann ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, bei Christoph Krämer aber nicht? Die Antwort ist banal, aber schlüssig: Bei Baumann's Vergehen durfte man auf den VAR zurückgreifen, bei Krämers aber nicht... warum?

Nun ja... diese Woche hat mal wieder eindrucksvoll nachgewiesen, warum der VAR nicht funktioniert: Weil die Stellen, an denen er eingreifen darf, vollkommen willkürlich sind. Nehmen wir mal die 2 Beispiele:

1.) Wenn Manuel Gräfe Florian Niederlechner für seinen "Schlag ins Gesicht" direkt Rot gibt, darf er das hinterher nochmal überprüfen und feststellen "Oh, das habe ich ja völlig falsch eingeschätzt..." Da er ihn aber "nur" mit Gelb-Rot vom Platz stellt, hat er diese Möglichkeit einfach nicht... Der Einfluss auf den weiteren Spielverlauf ist aber jeweils derselbe: Augsburg muss zu 10. weiter spielen, was in den meisten Fällen eine entscheidende Schwächung ist. Warum man nicht allgemein sagt "Bei Platzverweisen kann der VAR zur Hilfe genommen werden", ist einfach unverständlich.
Natürlich kommen dann die ganz tollen Experten und heulen "Was, wenn die erste Verwarnung unberechtigt war?" Na dann ist man als Profi immer noch der Dumme, wenn man danach so hinlangt, dass man eine weitere Verwarnung bekommt. Die Gelbe Karte ist ja als Hinweis gedacht, dass man sich ein wenig zurückhalten sollte.

Dasselbe bei Beispiel 2.) Wenn jetzt einem Frankfurter Spieler tief in der eigenen Hälfte der Ball an die Hand gesprungen wäre und daraus dann die Spieleröffnung zum 2:1 entstanden wäre, hätte der VAR das Tor zurück genommen. Wenn es aber nur durch einen nicht regelkonform ausgeführten Freistoß entsteht, kann man da halt nichts machen.

Und natürlich muss sich Gladbach eigentlich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie trotz des falsch ausgeführten Freistoßes noch genügend Raum und Zeit hatten um den Gegentreffer zu verhindern. Aber das wäre bei einem Handspiel tief in der eigenen Hälfte genau dasselbe. Und da hat der VAR teilweise schon eingegriffen.

Die Fifa hat das so fest gelegt, weil sie nicht will, dass wir in endlosen VAR Unterbrechungen ertrinken. Das ist auch vernünftig. Aber könnte man dann nicht einheitliche, konstant anwendbare Regeln finden, die dies verhindern? Einfachstes Beispiel: Der VAR kommt bei Toren nur in der Hälfte der Verteidigenden Mannschaft zum Einsatz. Mit der einfachen Begründung: Wenn der Schiedsrichter eine Kleinigkeit in der anderen Hälfte übersieht, sind die Fehler der verteidigenden Mannschaft immer noch größer und relevanter als der des Schiedsrichters.
Natürlich kommen dann die ganz tollen Experten und heulen "Was, wenn ein Ball in die Tiefe aus des Gegners Hälfte zum Gegentor führt"... da sage ich dann nur: Wenn du gegen schnellere Stürmer taktisches Harakiri begehst, machst du das auf eigene Verantwortung. Es zwingt dich ja niemand dazu eine Abseitsfalle auf Höhe der Mittellinie aufzustellen...

Das wäre auch nicht perfekt, aber jeder Spieler könnte vorher darüber informiert werden und es wäre nachvollziehbar, wann man auf den VAR hoffen darf und wann man sich an die eigene Nase fassen muss.

Nebenbei ist auch Kramers „Dann gab es eine Situation, die in meiner Karriere schon zwei Millionen Mal abgepfiffen wurde" Aussage lustig. Also was Kramer bei seiner Übertreibung verschweigt: Er hat es halt auch schon 3 Millionen Mal versucht... Er erinnert sich aber nur an die Fälle, in denen er zurück gepfiffen wurde, nicht an die, wo er den Angriff eröffnen konnte...

Montag, 5. August 2019

Die pessimistische Saisonvorschau: Eines wird sich definitivn icht ändern

Wir werden weiterhin über den Video Assistent Referee diskutieren... weil es so viel Spaß macht.

Die Saison hat noch nicht mal begonnen und dennoch haben wir bereits den ersten ""Unverständlich, wieso Daniel Siebert auf dem Platz vom Video-Assistenten nicht korrigiert wurde." Dabei ist Joshua Kimmichs "Es war keine Absicht" Aussage auch vollkommen egal ist. Noch besser ist das "Das wäre pure Dummheit gewesen"... ähm... eine Dummheit war es auch, obwohl er nicht bestraft worden ist.
Also das Kimmich trotz des deutlichen Rückstandes das Spiel unbedingt, also ohne Rücksichtnahme auf den Knöchel des Gegenspielers, schnell machen wollte... widerspricht sich direkt mit dem an sonsten aufgerufenen "Wir werden hinterher allen einreden, dass der Supercup egal ist" Narrativ.

Nun kann man Kimmich den unbedingten Siegeswillen positiv auslegen. Also aus Bayern-Sicht kann man hinterher sagen "Kimmich hat wenigstens bis zum Schluss versucht das Spiel zu drehen, auch wenn er dabei überdreht hat"... Das ändert aber auch nichts daran, dass es zu einer Strafe führen muss.

Aber da zeigt sich ja auch schon das nächste Problem. Also ich hätte ja Kimmich spätestens in dem Moment vom Platz gestellt, wo er sich über die gnädige Gelbe Karte aufregt. Denn die wahrscheinlichste Variante ist ja, dass das Schiedsrichtergespann sich dagegen entschied diese Situation jetzt unnötig zu eskalieren... nur um hinterher die Frage in den Raum zu werfen, für welchen Wettbewerb Kimmich dann eigentlich gesperrt wird. Und als "Dank" regt sich Kimmich erst auf dem Platz und dann hinterher in den Interviews über die komplett bedeutungslose Verwarnung auf...

Und, was das nächste Problem ist, er wird dabei natürlich von Hasan Salihamidzic mit einem "Für mich war es überhaupt keine Karte, nicht mal Gelb" unterstützt. Weil ein Teammanager ja zwingend und in jedem Moment seine Spieler schützen muss... auch wenn man sich dabei selbst lächerlich macht.

Das ist ja auch ein Teil des Problems, denn die Bayern-Fanatiker glauben dem Hasan das ja. Und diese Grundhaltung fließt halt allgemein in die Bewertung jeder Schiedsrichterleistung ein. Also ein Niko Kovac sagt im Kicker-Sonderheft wörtlich: "Wir haben im letzten Jahr sehr wenige Entscheidungen für uns gehabt, eher gegen uns." Jeder Werder-Fan, der vom Videoassistenten um eine mögliche Pokalfinale Teilnahme beraubt worden ist, wird bei dieser Einschätzung an die Decke gehen. Und wem das nicht reicht, der kann sich den Saisonauftakt des letzten Jahres noch mal angucken. Auch da bekamen die Bayern einen Elfmeter, den man als Videoassistent auch korrigieren kann. Und dann ist da noch die Schiedsrichterbeleidigung von Jerome Boateng, die von Kameras aufgenommen wurden, aber nicht beim VAR angekommen sind... Aber es wurden ja alle Entscheidungen gegen die Bayern getroffen. Also in dem Fall wirklich, weil es ein Mal in all den Jahren einen Handelfmeter gegen die Bayern gab und das ist dann genau die Szene, an die Kovac sich erinnert.

Genau diese Haltung der Offiziellen ist halt Teil des Problems. Entweder sie können die Szenen nicht sachlich beurteilen oder sie wollen es nicht. Was dann ja die Spieler in ihrem Rechtsbewusstsein weiter stärkt und den Fans die Zitate gibt, die sie brauchen, um ihre Stammtischdebatten zu befeuern.

Für eine sinnvolle Debatte über die Schiedsrichter, die halt auch einfach nicht besser werden, hätte es mehr gebracht, wenn Hasan hinterher sagt: Da haben wir Glück gehabt, über Rot hätten wir uns nicht beschweren können.
Das würde den Bayern nicht Schaden, aber zu einer sachlichen Debatte beitragen. Dann könnte er immer noch sagen: So ist halt Fußball, da gibt es viele Szenen, die ein Schiedsrichter in Sekundenschnelle interpretieren muss und so passiert es dann halt immer wieder, dass die gleiche Szene völlig unterschiedlich bewertet wird. Das Regelwerk ist aber auch bewusst so angelegt. Deswegen können wir uns über Rot nicht beschweren, aber es muss halt auch jeder akzeptieren, dass der Schiedsrichter dies anders gesehen hat und das es eben keine klare Fehlentscheidung war. Man kann da Rot geben, man kann es aber auch bei Gelb belassen.

Solange aber die Verantwortlichen in Führenden Stellen kein Interesse daran haben die Schiedsrichterleistungen sachlich zu bewerten und zu kommentieren, wird die ganze Debatte nicht besser werden. Was super ist, so gibt es immer was zu schreiben...