Als Nachschlag. Oder als Vorschau auf die Champions League.
Dass Coutinho auf ein Mal in der Bundesliga spielt, wirkt nach wie vor absurd. Der ist schließlich der 2. teuerste Fußballer aller Zeiten. 145 Millionen ließ sich Barcelona den Mann im Januar 2018 kosten. Hauptsächlich um mit ihm auf den europäische Thron zurückzukehren... was wunderbar funktioniert hat... Oh, warte. Aber Spieler, die so viel wert sind, kommen halt normaler Weise nicht in die Bundesliga.
Natürlich ist es immer schwer, den Wert eines einzelnen Fußballers für eine Mannschaft zu bestimmen. Man spielt halt 11 gegen 11 und nicht 5 gegen 5, da ist der Einfluss des einzelnen Spielers halt wesentlich geringer. Bei Coutinho kann man dies aber aus einem einfachen Grund ziemlich gut: Er spielte für 2 Spitzenteams mit den allerhöchsten internationalen Ansprüchen.
Und... nun ja... Barca hatte auch mit Coutinho die Angewohnheit in einzelnen bevorzugt Rückspielen gnadenlos auseinander zu brechen. So war man praktisch gesehen mit Coutinho genau so erfolgreich wie ohne ihn. Aber gut, dass kann ja mal passieren, vielleicht haben die auch einfach nicht zusammen gepasst. Zlatan Ibrahimovic hat ja bei Barca auch nicht funktioniert, es würde aber trotzdem niemand behaupten, dass das kein überragender Fußballer ist. Also niemand außer mir...
Noch viel schlimmer traf es aber Liverpool, denn die waren ja diejenigen, die ihren Starspieler fürs Offensive Mittelfeld abgegeben mussten. Ihren Ideengeber. Und den man auf dem Transfermarkt auch nicht ersetzte, man kaufte sich (und das nebenbei vorher) lieber einen Verteidiger. Logischer weise... erreichte Liverpool 2 mal in Folge das Champions League Finale, gewann diesen Titel ein Mal und wurde der beste Vizemeister aller Zeiten. Anstatt einen Einbruch in irgendeiner Form zu erleben, wurde man eher noch besser, in dem man einen Spieler für 140 Millionen abgab. Das sollte eigentlich unmöglich sein.
Nehmen wir mal spaßeshalber den einen Spieler, der noch teurer war als Coutinho: Nun kann man Neymars Zeit in Paris durchaus als gescheitert betrachten, weil er es eben nicht geschafft hat den Klub auf das allerhöchste Niveau zu heben. Was aber nicht zu leugnen ist: Barca vermisst den Jungen bis heute. Sie würden ihn trotz der Eskapaden auf und neben dem Platz mit Kusshand zurück nehmen. Warum? Nun ja, sie haben (trotz eines Lionel Messi) den Abgang gefühlt bis heute nicht verkraftet. Auch wenn Zyniker behaupten würden, dass sie den Vorruhestand von Iniesta nicht verkraftet haben und eher einen Stabilisator für die Defensive brauchen. Aber da fällt einem aber auch auf: Haben sie nicht Coutinho als Iniesta Ersatz geholt? Funktioniert hat das nicht wirklich...
Aber praktisch gilt: Mit Neymar hat man um den Champions League Titel gespielt, ohne ihn kann man davon nur träumen. Deswegen träumt man von Neymar. Der Abgang hat diese Mannschaft offensichtlich geschwächt, weil Neymar auch einer dieser Spieler ist, die einem aus der Scheiße, die man im Hinspiel gebaut hat, raus hauen kann.
Auch wenn man sich die anderen Kollegen auf der Top-Transferliste anguckt. Selbst die eher unauffälligen Kandidaten: Mit Ousmane Dembele landet man im Viertelfinale der Champions Leauge. Ohne den Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus wäre gegen Monaco bestimmt auch noch mehr drin gewesen. In der Saison danach war nach der Vorrunde Schluss.
Real Madrid (oder genau genommen auch Manchester United, ein Spieler taucht halt mehrmals ganz oben auf) kann halt jeden Abgang kompensieren... außer den von Cristiano Ronaldo, ohne den spielt man eine Katastrophensaison. Weshalb man sich dann Eden Hazard kauft um diesen Umstand mit einem Jahr Verspätung zu reparieren.
Gareth Bale wird zwar in Madrid nicht wirklich geschätzt, schießt aber in Finalspielen trotzdem gerne den einen oder anderen Treffer. Und der Abgang sicherte die letzten St.Totteringham's Days in London...
Atletico hofft derweil, dass Joao Felix irgendwie Antoine Griezman ersetzen kann. Die allgemeine Prognose lautet: Vielleicht in 2 Jahren, aber nicht gleich. Und Sporting Lissabon weiß, unter anderem auch auf Grund der Erfahrung vom AS Monaco, dass sein Toptalent Felix ersetzen praktisch nicht machbar ist.
All diese Transfers haben vor allem bei den Abgebenden Vereinen eine große, nie ganz heilende Narbe hinterlassen... außer halt Coutinho. Das war der einzige Spieler, der für um die 100 Millionen gewechselt ist, dessen Transfer aber keinerlei Einfluss auf beide Mannschaften haben. Nennt mich einen Zyniker, aber das kann kein gutes Zeichen sein.
Natürlich ist der Coutinho Transfer ein guter Schachzug. Allein schon weil man den hinter die Spitzen stellen kann, damit Thomas Müller auf der Bank landet. Er ist schon ein Upgrade. Und in der Bundesliga wird er auch verdammt viel Spaß haben und machen. Aber es ist eben kein "Coup", weil die Bayern nicht durch diesen Transfer ins Konzert der ganz Großen zurückkehren werden.
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Dienstag, 20. August 2019
Montag, 12. August 2019
Die Pessimistische Saisonvorschau: Die Meisterschaft ist doch schon entschieden.
Bayern wird's wieder werden. Wenn auch sicherlich nicht mit einem riesigen Vorsprung. Aber am Ende wird es wieder reichen.
Das Problem der Bayern: Diese Ausgangslage hat relativ wenig mit ihrer eigenen Stärke zu tun. Obwohl man auch das mal relativieren muss:
Arjen Robben und Franck Ribery, also die beiden Abgänge in der Offensive, haben letzte Saison praktisch schon keine Rolle mehr gespielt. Also die kamen zusammen auf 10 Tore und 3 Vorlagen... Gefühlt die Hälfte davon beim Schützenfestival gegen Frankfurt, als beide eingewechselt worden sind, nachdem das Spiel entschieden war.
Und der Mats Hummels Transfer, den alle so kritisch sehen... Also kann es sein, dass wir vielleicht doch alle heimlich Rassisten sind? Also um das mal festzuhalten: Die Bayern haben sich 2 amtierende Weltmeister geholt. Einer von denen kommt sogar von einem der eigentliche Konkurrenten im Kampf um den wirklich wichtigen Titel. Aber irgendwie kommt bei uns halt "Das sind doch nur Franzosen, die können doch eh nicht verteidigen" an.
Ernsthaft: Wenn die Bayern 2015 Benedikt Höwedes und Shkodran Mustafi geholt hätten, wäre ein übelster Hype ausgebrochen. Weil das halt richtige Weltmeister sind. Dabei sind beide im direkten Vergleich nicht besser als Lucas Hernandez und Benjamin Pavard.
Natürlich hätten die Bayern lieber Jerome Boateng als Hummels abgegeben. Aber sie haben sich in der Abwehr trotzdem nicht verschlechtert.
Und in der Offensive... nun ja da zeigt sich halt das eigentliche Problem der Bayern. Denn einen Spieler zu bekommen, der die Offensive wirklich besser macht, ist verdammt kompliziert und teuer. Und wenn man dann am Ende bei Ivan Perisic landet, gucken alle erst Mal nur enttäuscht, weil sie irgendwie mehr erwartet haben. Aber dass die Bayern noch einen Offensivspieler holen würden, stand ja immer fest.
Aber natürlich haben sich die Bayern auch ein wenig selbst ins Knie geschossen, weil einer der senilen, alten Herren ein "Wenn sie wüssten, was wir schon alles sicher haben!" Denn die Antwort auf diese Aussage lautet offensichtlich: Nicht viel.
Aber trotzdem bleibt halt festzuhalten: Für die Bundesliga wird es, gerade in der Breite, am Ende reichen. Da finde ich ja, um mal wieder über meinen Lieblingsspieler zu philosophieren, die "Thomas Müller ist halt kein Rechtsaußen, wenn der da spielen muss, ist der verschenkt!" These nach dem Supercup faszinierend.
Denn ich sag das mal so: Thomas Müller hat in der Nationalmannschaft jahrelang in einer offensiven Dreierreihe mit Lukas Podolksi und Mesut Özil gespielt. Da war Poldi links und Özil zentral. Da bleibt dann für Müller... Anders ausgedrückt: Der ist in der Rolle Weltmeister geworden... Und 4 Jahre davor WM Torschützenkönig... Aber er kann das halt nicht spielen. Liegt ihm einfach nicht.
Die für Stammleser nicht mehr ganz neue Wahrheit ist: Wenn du Müller gegen die gehobene Klasse, die Dortmund halt wieder darstellen will, in die Startelf stellst, dann hast du ein Problem. Er ist halt mittlerweile den einen Schritt ungeschickter als früher. Aber anstatt als Bayern-Fan zuzugeben, dass Müller einfach etwas von seiner Klasse eingebüßt hat, ignoriert man lieber die Biographie des Spielers und behauptet: Der war halt nie nen Flügelspieler, der muss als schwimmender Stürmer um einen Lewandowski spielen, dann ist der gut...
Aber: Gegen alles, was nicht Dortmund und Leipzig ist, wird ein Müller in seiner aktuellen Form trotzdem reichen. Es ist ja nicht so, dass er alles komplett verlernt hat. Damit müssen die Bayern nur darauf hoffen, das Kingsley Coman und Serge Gnabry in 4 Saisonspielen fit und in Form sind um Meister zu werden.
Kommen wir damit endlich zu den eigentlichen Gründen, warum die Bayern Meister werden. Denn die liegen halt gar nicht bei ihnen, sondern sitzen bei der Konkurrenz auf der Bank.
Und Julian Nagelsmann ist definitiv ein guter Trainer. Aber seine Spielidee ist halt auch nicht so ganz einfach. In Hoffenheim brauchten die Neuzugänge oft ein Halbes Jahr um wirklich anzukommen. Aber wenn der Schritt dann gemacht wurde, sieht selbst der in Bremen gescheiterte Belfodil wie ein brauchbarer Bundesliga-Stürmer aus. Das Problem: Nagelsmann hat dieses Jahr 20 Neuzugänge. Es müssen in diesem Jahr alle erst Mal lernen, was der Trainer eigentlich genau von seinen Spielern will. Und das wird offensichtlich Zeit brauchen. Zeit der junge Trainer bekommen wird, die aber Punkte kosten wird.
Dazu kommt erschwerend hinzu, dass Nagelsmann die Doppelbelastung bisher eher suboptimal gelöst hat. Jetzt darf er seinen Spielern das neue System eintrichtern, während er nebenbei (Da auch RB die letzte Europacup Saison komplett in den Sand gesetzt haben, werden sie in Lostopf 4 landen) in einer Todesgruppe in der Champions League antreten muss. In der Rückrunde könnte man dann durchstarten, aber der Abstand dürfte dann schon zu groß sein.
Und das Dortmunder Problem heißt halt Lucien Favre. Ebenfalls ein genialer Trainer, aber halt eher ein Zauderer als ein Zauberer im Saisonendspurt. Nur mal so als theoretische Frage: Glaubt irgendjemand, dass sich ein Jürgen Klopp einen 9 Punkte Vorsprung in der Bundesliga hätte nehmen lassen? (Und klar, in England ist ihm das gerade mit 7 Punkten passiert, aber die Liga ist um einiges besser... und er hat da ein einziges Saisonspiel verloren...)
Ein Klopp hätte den unbedingten Willen die Meisterschaft zu holen vor gelebt und auf seine Mannschaft übertragen. Favre hat seine eigenen Zweifel auf die Mannschaft übertragen, was diese dann angenommen hat.
Und Favre ist halt auch kein Junger Trainer mehr, bei dem man sich denkt "Der lernt das schon noch". Wir reden von einem Problem, dass er hat, seit dem wir ihn kennen. Und kennen gelernt haben wir ihn 2007 in Berlin. Und dort baute Favre eine Mannschaft, die, was für die Hertha schon herausragend ist, um den Einzug in die Champions League mitspielte... Der aber im Schlussspurt doch die Luft ausging. Oder die letzte Überzeugung fehlte, dass man den Sprung in die Champions League wirklich schaffen kann.
Auch Borussia Mönchengladbach führte er relativ schnell auf Platz 4, was damals die Zulassung zur Qualifikationsrunde ermöglichte... wo man dann souverän gegen Dynamo Kiew ausschied. Wieder stand Favre kurz davor historisches zu erreichen, konnte aber die letzten Meter nicht gehen.
Die einzige Ausnahme, wo er es dann wirklich geschafft hat auch die letzten Meter zu gehen, war die Saison 2014/15, wo man im Schlussspurt ein Schlüsselspiel gegen Leverkusen für sich entscheiden konnte. Das wirkt aber auch wie das einzige Mal in seiner Karriere, in der dies gelang.
Auch was man danach aus Nizza gehört hat, war nice. Er baute wie immer ein Überraschungsteam, welches in diesem Fall sogar lange um die Meisterschaft mitspielt... aber wie immer ging der Mannschaft am Ende die Luft aus und die Saison wurde relativ enttäuschend beendet. Und im 2. Jahr verspielte er, wie gefühlt immer, die Qualifikation für die Champions League (dieses Mal immerhin gegen den SSC Neapel, das kann passieren) und am letzten Spieltag den Einzug in die Europa League. Und wie immer trennte sich Favre dann vom Verein und nicht anders herum.
Favre ist halt verdammt gut darin, Mannschaften zu entwickeln, aber er schafft es nie diese Mannschaften dann auch ins erreichbar scheinende Ziel zu bringen. Dadurch prägen relativ enttäuschende Saisonfinale seine Karriere.
Und dementsprechend entspannt können sich die Bayern zurück lehnen, wenn sie in der Hinrunde mal wieder einige Punkte hinter den Dortmundern liegen wird. Favre wird das für sie schon richten. Und wenn man sich Favres zögerliche Aussagen um den Supercup anguckt, ist er schon wieder auf einem guten Weg.
Das Problem der Bayern: Diese Ausgangslage hat relativ wenig mit ihrer eigenen Stärke zu tun. Obwohl man auch das mal relativieren muss:
Arjen Robben und Franck Ribery, also die beiden Abgänge in der Offensive, haben letzte Saison praktisch schon keine Rolle mehr gespielt. Also die kamen zusammen auf 10 Tore und 3 Vorlagen... Gefühlt die Hälfte davon beim Schützenfestival gegen Frankfurt, als beide eingewechselt worden sind, nachdem das Spiel entschieden war.
Und der Mats Hummels Transfer, den alle so kritisch sehen... Also kann es sein, dass wir vielleicht doch alle heimlich Rassisten sind? Also um das mal festzuhalten: Die Bayern haben sich 2 amtierende Weltmeister geholt. Einer von denen kommt sogar von einem der eigentliche Konkurrenten im Kampf um den wirklich wichtigen Titel. Aber irgendwie kommt bei uns halt "Das sind doch nur Franzosen, die können doch eh nicht verteidigen" an.
Ernsthaft: Wenn die Bayern 2015 Benedikt Höwedes und Shkodran Mustafi geholt hätten, wäre ein übelster Hype ausgebrochen. Weil das halt richtige Weltmeister sind. Dabei sind beide im direkten Vergleich nicht besser als Lucas Hernandez und Benjamin Pavard.
Natürlich hätten die Bayern lieber Jerome Boateng als Hummels abgegeben. Aber sie haben sich in der Abwehr trotzdem nicht verschlechtert.
Und in der Offensive... nun ja da zeigt sich halt das eigentliche Problem der Bayern. Denn einen Spieler zu bekommen, der die Offensive wirklich besser macht, ist verdammt kompliziert und teuer. Und wenn man dann am Ende bei Ivan Perisic landet, gucken alle erst Mal nur enttäuscht, weil sie irgendwie mehr erwartet haben. Aber dass die Bayern noch einen Offensivspieler holen würden, stand ja immer fest.
Aber natürlich haben sich die Bayern auch ein wenig selbst ins Knie geschossen, weil einer der senilen, alten Herren ein "Wenn sie wüssten, was wir schon alles sicher haben!" Denn die Antwort auf diese Aussage lautet offensichtlich: Nicht viel.
Aber trotzdem bleibt halt festzuhalten: Für die Bundesliga wird es, gerade in der Breite, am Ende reichen. Da finde ich ja, um mal wieder über meinen Lieblingsspieler zu philosophieren, die "Thomas Müller ist halt kein Rechtsaußen, wenn der da spielen muss, ist der verschenkt!" These nach dem Supercup faszinierend.
Denn ich sag das mal so: Thomas Müller hat in der Nationalmannschaft jahrelang in einer offensiven Dreierreihe mit Lukas Podolksi und Mesut Özil gespielt. Da war Poldi links und Özil zentral. Da bleibt dann für Müller... Anders ausgedrückt: Der ist in der Rolle Weltmeister geworden... Und 4 Jahre davor WM Torschützenkönig... Aber er kann das halt nicht spielen. Liegt ihm einfach nicht.
Die für Stammleser nicht mehr ganz neue Wahrheit ist: Wenn du Müller gegen die gehobene Klasse, die Dortmund halt wieder darstellen will, in die Startelf stellst, dann hast du ein Problem. Er ist halt mittlerweile den einen Schritt ungeschickter als früher. Aber anstatt als Bayern-Fan zuzugeben, dass Müller einfach etwas von seiner Klasse eingebüßt hat, ignoriert man lieber die Biographie des Spielers und behauptet: Der war halt nie nen Flügelspieler, der muss als schwimmender Stürmer um einen Lewandowski spielen, dann ist der gut...
Aber: Gegen alles, was nicht Dortmund und Leipzig ist, wird ein Müller in seiner aktuellen Form trotzdem reichen. Es ist ja nicht so, dass er alles komplett verlernt hat. Damit müssen die Bayern nur darauf hoffen, das Kingsley Coman und Serge Gnabry in 4 Saisonspielen fit und in Form sind um Meister zu werden.
Kommen wir damit endlich zu den eigentlichen Gründen, warum die Bayern Meister werden. Denn die liegen halt gar nicht bei ihnen, sondern sitzen bei der Konkurrenz auf der Bank.
Und Julian Nagelsmann ist definitiv ein guter Trainer. Aber seine Spielidee ist halt auch nicht so ganz einfach. In Hoffenheim brauchten die Neuzugänge oft ein Halbes Jahr um wirklich anzukommen. Aber wenn der Schritt dann gemacht wurde, sieht selbst der in Bremen gescheiterte Belfodil wie ein brauchbarer Bundesliga-Stürmer aus. Das Problem: Nagelsmann hat dieses Jahr 20 Neuzugänge. Es müssen in diesem Jahr alle erst Mal lernen, was der Trainer eigentlich genau von seinen Spielern will. Und das wird offensichtlich Zeit brauchen. Zeit der junge Trainer bekommen wird, die aber Punkte kosten wird.
Dazu kommt erschwerend hinzu, dass Nagelsmann die Doppelbelastung bisher eher suboptimal gelöst hat. Jetzt darf er seinen Spielern das neue System eintrichtern, während er nebenbei (Da auch RB die letzte Europacup Saison komplett in den Sand gesetzt haben, werden sie in Lostopf 4 landen) in einer Todesgruppe in der Champions League antreten muss. In der Rückrunde könnte man dann durchstarten, aber der Abstand dürfte dann schon zu groß sein.
Und das Dortmunder Problem heißt halt Lucien Favre. Ebenfalls ein genialer Trainer, aber halt eher ein Zauderer als ein Zauberer im Saisonendspurt. Nur mal so als theoretische Frage: Glaubt irgendjemand, dass sich ein Jürgen Klopp einen 9 Punkte Vorsprung in der Bundesliga hätte nehmen lassen? (Und klar, in England ist ihm das gerade mit 7 Punkten passiert, aber die Liga ist um einiges besser... und er hat da ein einziges Saisonspiel verloren...)
Ein Klopp hätte den unbedingten Willen die Meisterschaft zu holen vor gelebt und auf seine Mannschaft übertragen. Favre hat seine eigenen Zweifel auf die Mannschaft übertragen, was diese dann angenommen hat.
Und Favre ist halt auch kein Junger Trainer mehr, bei dem man sich denkt "Der lernt das schon noch". Wir reden von einem Problem, dass er hat, seit dem wir ihn kennen. Und kennen gelernt haben wir ihn 2007 in Berlin. Und dort baute Favre eine Mannschaft, die, was für die Hertha schon herausragend ist, um den Einzug in die Champions League mitspielte... Der aber im Schlussspurt doch die Luft ausging. Oder die letzte Überzeugung fehlte, dass man den Sprung in die Champions League wirklich schaffen kann.
Auch Borussia Mönchengladbach führte er relativ schnell auf Platz 4, was damals die Zulassung zur Qualifikationsrunde ermöglichte... wo man dann souverän gegen Dynamo Kiew ausschied. Wieder stand Favre kurz davor historisches zu erreichen, konnte aber die letzten Meter nicht gehen.
Die einzige Ausnahme, wo er es dann wirklich geschafft hat auch die letzten Meter zu gehen, war die Saison 2014/15, wo man im Schlussspurt ein Schlüsselspiel gegen Leverkusen für sich entscheiden konnte. Das wirkt aber auch wie das einzige Mal in seiner Karriere, in der dies gelang.
Auch was man danach aus Nizza gehört hat, war nice. Er baute wie immer ein Überraschungsteam, welches in diesem Fall sogar lange um die Meisterschaft mitspielt... aber wie immer ging der Mannschaft am Ende die Luft aus und die Saison wurde relativ enttäuschend beendet. Und im 2. Jahr verspielte er, wie gefühlt immer, die Qualifikation für die Champions League (dieses Mal immerhin gegen den SSC Neapel, das kann passieren) und am letzten Spieltag den Einzug in die Europa League. Und wie immer trennte sich Favre dann vom Verein und nicht anders herum.
Favre ist halt verdammt gut darin, Mannschaften zu entwickeln, aber er schafft es nie diese Mannschaften dann auch ins erreichbar scheinende Ziel zu bringen. Dadurch prägen relativ enttäuschende Saisonfinale seine Karriere.
Und dementsprechend entspannt können sich die Bayern zurück lehnen, wenn sie in der Hinrunde mal wieder einige Punkte hinter den Dortmundern liegen wird. Favre wird das für sie schon richten. Und wenn man sich Favres zögerliche Aussagen um den Supercup anguckt, ist er schon wieder auf einem guten Weg.
Freitag, 9. August 2019
Die Pessimistische Saisonvorschau: Was wenn der richtige Peter Bosz
einfach kein guter Bundesligatrainer ist.
Also das ist ja der optimistische Ansatz in Leverkusen: Dass Peter Bosz die Saison in Dortmund so gegen die Wand gefahren hat, war gar nicht seine Schuld, das lag am problematischen Kader der Dortmunder. Und Peter Stöger oder Michael Zorc bestätigen dies ja auch. Jetzt setzt ganz Leverkusen halt darauf, dass Bosz Spielphilosophie nicht nur für dominante Mannschaften in den kleineren Ligen gemacht ist, sondern auch auf der großen Bühne funktionieren kann.
Denn eines muss man bei dem Dortmunder Chaos von 2017 auch zugeben: Bosz hat einen absurden Start hingelegt, aber dann ist sein System von der Bundesliga entschlüsselt worden und es gab eine harte Bruchlandung. Und Peter Bosz war nicht in der Lage effektive Anpassungen vorzunehmen, was aber irgendwie die Berufsbeschreibung eines Bundesligatrainers ist.
Was also, wenn bei Bayer jetzt dasselbe passiert? Und nun ja... 7 Testspiele ohne Sieg deuten nicht unbedingt auf einen überzeugenden Saisonstart hin. Auch wenn man solche Ergebnisse nicht unbedingt überbewerten sollte: Ein einziger Sieg ist irgendwie schon problematisch.
Hier kommt dann aber die Sonderrolle von Rudi Völler zu tragen. Was auch nur auf ein "Wie man es macht, macht man es falsch" hinausläuft: Völler hat die Angewohnheit sich in ungewöhnliche Trainer mit eigenen Spielphilosophien zu verlieben... und diese dann gefühlte Ewigkeiten zu stützen. Und das ist kein ganz neuer Trend, ein gewissen Michael Skibbe war fast 3 ganze Jahre Trainer der Werkself... bei keinem anderen Verein hielt er es annähernd so lange aus und mittlerweile ist er wieder bei der Basis angekommen... Also als Jugendtrainer. Was auch überhaupt kein Vorwurf sein kann, es ist nichts schlimmes daran, wenn man nach 9 Stationen im Männerfußball feststellt, dass man in der Jugend einfach besser aufgehoben ist.
Das nächste "Experiment" hieß Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski als Doppelspitze. Und dann nur noch Lewandowski als Alleinverantwortlicher, weil am Ende niemand mehr wusste, wer von denen eigentlich der Chef ist.
Es folgte Roger Schmidt, der vor allem wegen seiner "Öffentlichkeitsarbeit" so viel verbrannte Erde hinterließ, dass er direkt nach China geflohen ist. Von all den Kandidaten ist er aber derjenige, der am ehesten nochmal ein Angebot aus der Bundesliga bekommt. Er verdeutlicht aber auch, dass Rudi Völler seine Trainer bedingungslos verteidigt, selbst wenn die offensichtlich Scheiße bauen.
Und dann durfte Heike Herrlich 1 1/2 Jahre lang den talentierten Kader stagnieren lassen, was ihm abgesehen von Kai Havertz wunderbar gelang. Wahrscheinlich ist er am Ende entlassen worden, weil Havertz die unvermeidbaren Entwicklungssprünge gemacht hat, Völler wollte den Kader schließlich zusammen halten, was so wesentlich schwieriger wurde...
Oh und Tayfun Korkut war ein halbes Jahr da. Da muss man echt sagen: Nur ein halbes Jahr? Das bedeutet auch nur, dass selbst Völler erkannt hat, dass der kein brauchbarer Bundesligatrainer ist... was wirklich aussagekräftig ist, denn sonst glaubt der das bei jedem. Das dürfte Korkut endgültig zum schlechtesten Bundesligatrainer seit Michael Oenning machen... was direkt die Frage aufwirft, warum Korkut nie beim HSV war. (Zählt noch irgendjemand mit?)
Über eines wird sich Bosz dieses Mal nicht beschweren dürfen: Er wird genügend Zeit bekommen um seine Spielphilosophie umzusetzen. Und da einige die Grundsätze noch von Roger Schmidt kennen, hat er auch weniger Ausreden als in Dortmund. Was aber zu der spannenden Frage führt: Was passiert, wenn dies nicht funktioniert?
Was einem auch direkt zu der Frage führt: Was, wenn diese Idee in der Bundesliga einfach nicht funktioniert? Wie gut ist der Leverkusener Kader wirklich? Kann ein Kai Havertz ein kaputtes System zum funktionieren bringen und all die Schwächen überdecken? Ist dann mehr als Platz 5 drin? Wie wird es dann weiter gehen, wenn Havertz in die Champions League wechselt? Ist es nicht ein total katastrophaler Plan zu hoffen, dass ein 20 jähriger das im schlimmsten Fall alleine regeln wird? Und wie sieht dann der Plan für 2020 aus? Wäre Leverkusen nicht eher geholfen, wenn sie die Saison so sehr gegen den Baum fahren, dass sie 2020 mit einem neuen Trainer starten?
Der Kader sollte eigentlich zu gut sein um eine wirklich katastrophale Saison abzuliefern. Was auch nur dazu führen könnte, dass wir das Experiment, welches in Dortmund abgebrochen worden ist, dieses Mal in seiner vollen Schönheit erleben und Leverkusen am Ende überrascht als 8. in der Endabrechnung wieder zu Bewusstsein kommt...
Also das ist ja der optimistische Ansatz in Leverkusen: Dass Peter Bosz die Saison in Dortmund so gegen die Wand gefahren hat, war gar nicht seine Schuld, das lag am problematischen Kader der Dortmunder. Und Peter Stöger oder Michael Zorc bestätigen dies ja auch. Jetzt setzt ganz Leverkusen halt darauf, dass Bosz Spielphilosophie nicht nur für dominante Mannschaften in den kleineren Ligen gemacht ist, sondern auch auf der großen Bühne funktionieren kann.
Denn eines muss man bei dem Dortmunder Chaos von 2017 auch zugeben: Bosz hat einen absurden Start hingelegt, aber dann ist sein System von der Bundesliga entschlüsselt worden und es gab eine harte Bruchlandung. Und Peter Bosz war nicht in der Lage effektive Anpassungen vorzunehmen, was aber irgendwie die Berufsbeschreibung eines Bundesligatrainers ist.
Was also, wenn bei Bayer jetzt dasselbe passiert? Und nun ja... 7 Testspiele ohne Sieg deuten nicht unbedingt auf einen überzeugenden Saisonstart hin. Auch wenn man solche Ergebnisse nicht unbedingt überbewerten sollte: Ein einziger Sieg ist irgendwie schon problematisch.
Hier kommt dann aber die Sonderrolle von Rudi Völler zu tragen. Was auch nur auf ein "Wie man es macht, macht man es falsch" hinausläuft: Völler hat die Angewohnheit sich in ungewöhnliche Trainer mit eigenen Spielphilosophien zu verlieben... und diese dann gefühlte Ewigkeiten zu stützen. Und das ist kein ganz neuer Trend, ein gewissen Michael Skibbe war fast 3 ganze Jahre Trainer der Werkself... bei keinem anderen Verein hielt er es annähernd so lange aus und mittlerweile ist er wieder bei der Basis angekommen... Also als Jugendtrainer. Was auch überhaupt kein Vorwurf sein kann, es ist nichts schlimmes daran, wenn man nach 9 Stationen im Männerfußball feststellt, dass man in der Jugend einfach besser aufgehoben ist.
Das nächste "Experiment" hieß Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski als Doppelspitze. Und dann nur noch Lewandowski als Alleinverantwortlicher, weil am Ende niemand mehr wusste, wer von denen eigentlich der Chef ist.
Es folgte Roger Schmidt, der vor allem wegen seiner "Öffentlichkeitsarbeit" so viel verbrannte Erde hinterließ, dass er direkt nach China geflohen ist. Von all den Kandidaten ist er aber derjenige, der am ehesten nochmal ein Angebot aus der Bundesliga bekommt. Er verdeutlicht aber auch, dass Rudi Völler seine Trainer bedingungslos verteidigt, selbst wenn die offensichtlich Scheiße bauen.
Und dann durfte Heike Herrlich 1 1/2 Jahre lang den talentierten Kader stagnieren lassen, was ihm abgesehen von Kai Havertz wunderbar gelang. Wahrscheinlich ist er am Ende entlassen worden, weil Havertz die unvermeidbaren Entwicklungssprünge gemacht hat, Völler wollte den Kader schließlich zusammen halten, was so wesentlich schwieriger wurde...
Oh und Tayfun Korkut war ein halbes Jahr da. Da muss man echt sagen: Nur ein halbes Jahr? Das bedeutet auch nur, dass selbst Völler erkannt hat, dass der kein brauchbarer Bundesligatrainer ist... was wirklich aussagekräftig ist, denn sonst glaubt der das bei jedem. Das dürfte Korkut endgültig zum schlechtesten Bundesligatrainer seit Michael Oenning machen... was direkt die Frage aufwirft, warum Korkut nie beim HSV war. (Zählt noch irgendjemand mit?)
Über eines wird sich Bosz dieses Mal nicht beschweren dürfen: Er wird genügend Zeit bekommen um seine Spielphilosophie umzusetzen. Und da einige die Grundsätze noch von Roger Schmidt kennen, hat er auch weniger Ausreden als in Dortmund. Was aber zu der spannenden Frage führt: Was passiert, wenn dies nicht funktioniert?
Was einem auch direkt zu der Frage führt: Was, wenn diese Idee in der Bundesliga einfach nicht funktioniert? Wie gut ist der Leverkusener Kader wirklich? Kann ein Kai Havertz ein kaputtes System zum funktionieren bringen und all die Schwächen überdecken? Ist dann mehr als Platz 5 drin? Wie wird es dann weiter gehen, wenn Havertz in die Champions League wechselt? Ist es nicht ein total katastrophaler Plan zu hoffen, dass ein 20 jähriger das im schlimmsten Fall alleine regeln wird? Und wie sieht dann der Plan für 2020 aus? Wäre Leverkusen nicht eher geholfen, wenn sie die Saison so sehr gegen den Baum fahren, dass sie 2020 mit einem neuen Trainer starten?
Der Kader sollte eigentlich zu gut sein um eine wirklich katastrophale Saison abzuliefern. Was auch nur dazu führen könnte, dass wir das Experiment, welches in Dortmund abgebrochen worden ist, dieses Mal in seiner vollen Schönheit erleben und Leverkusen am Ende überrascht als 8. in der Endabrechnung wieder zu Bewusstsein kommt...
Donnerstag, 8. August 2019
Die Pessimistische Saisonvorschau: Am wann wird der Adlerlass zu groß?
Die Frankfurter Eintracht dürfte ja gerade ihre faszinierendste Phase seit... ähm... der Wende durchmachen. Also das letzte Mal, dass die Eintracht konstant so gut war, dürfte in den Jahren von 89 bis 93 gewesen sein, als man relativ konstant 3. wurde... Und Meister geworden wäre, wenn man am letzten Spieltag beim sicher feststehenden Absteiger aus Rostock gewonnen hätte, aber lasst uns nicht unnötig in der gemeinsamen Wunde pulen...
Die Optimisten werden den nächsten Schritt in der Entwicklung des Vereines sehen. Von der Fahrstuhlmannschaft, die man zur Jahrtausendwende war, über den stabilen Bundesligisten hin zum konstanten Kandidaten fürs Internationale Geschäft. Und auf den ersten Blick haben sie sogar recht: Frankfurt spielt zum 3. Mal in 7 Jahren international.
Und sie haben halt gerade einen entscheidenden Vorteil: Selbst die Stuttgarter erkennen mittlerweile an, dass Fredi Bobic ein verdammt guter Manager ist. Gerade was das finden von internationalen Talenten, die unter dem Radar fliegen, weil sie nicht aus Belgien kommen, ist der Mann genial.
Die offene Frage bleibt aber: Wie lange kann das gut gehen? Wann wird Bobic die Abgänge des Sommers nicht mehr kompensieren können? Und wie geht die Eintracht damit um.
Denn die andere Wahrheit lautet halt: In den letzten 20 Jahren landete die Eintracht ein Mal unter den Top 6. Und der letzte "Zum Glück gibt es die Relegation" fast Abstieg kommt aus dem Jahr 2016.
Womit ich definitiv nicht sagen will, dass die Frankfurt dieses Jahr absteigt. Dass dies praktisch unmöglich ist, wurde ja zur Saisonvorschauseröffnung geklärt. Die eigentliche Frage ist: Wie geht die Eintracht damit um, wenn sie auf ihr eigentliches Niveau zurück kehrt und zwischen Platz 9 und 13 ins Ziel trudelt. Nicht nur diese Saison, sondern auch in den nächsten 2 Jahren. Und in 6 von 10 Jahren landet man derzeit halt genau dort. Wenn man in dem ersten Ausreißer nach unten nicht abgestiegen wäre, dürfte die Quote nur noch höher ausgefallen sein.
Es gibt faszinierender Weise 2 "Historische Beispiele", an denen man das Problem verdeutlichen kann. Das eine ist die Eintracht selbst unter einem gewissen Friedhelm Funkel. Dieser führte die Eintracht nach dem vorletzten Abstieg direkt zurück ins Oberhaus und machte aus der Fahrstuhlmannschaft, die mehr Zeit in der 2. als in der ersten Liga verbracht hat, eine graue Maus in der Bundesliga. Dinge, die ein Funkel halt so macht, was aber auch sein persönliches Limit ist. Den Frankfurtern reichte dies aber nach 4 Jahren Bundesliga am Stück nicht mehr. Nur um das mal festzuhalten: Man spielte zum ersten Mal seit dem ersten Abstieg 1996 4 Jahre am Stück in der höchsten Liga. Und all das ohne jemals was mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben. Aber dem Umfeld reichte dies halt nicht.
Das Ergebnis: 2 Jahre später stieg man wieder ab... Dank einer Hall of Shame Rückrunde. Ob Funkel diesen Einbruch verhindert hätte, ist hypothetisch. Vielleicht wäre man mit Funkel schon das Jahr davor abgestiegen... Aber erst die höheren Ambitionen der Frankfurter sorgten dafür, dass diese Frage überhaupt gestellt werden kann.
Das 2. Beispiel ist genau so Hall of Shame würdig: Hannover 96 war ja die letzte Mannschaft, die sich überraschend in aufeinander folgenden Jahren für die Europa League qualifizieren konnte. Was für Fredi Bobic Serbien ist, war damals für Jörg Schmadtke Norwegen: Er fand dort ständig völlig absurde Verstärkungen.
Das Problem der Hannoveraner: Martin Kind ging danach scheinbar davon aus, dass die beiden Ausnahmejahre in der Top 6 der Bundesliga die neue Norm sind. So brachte er selber völlig unnötig Unruhe in den Verein, weil man "nur" auf Platz 13 stand, was für Hannover halt völlig normal ist. Wenn Kind damals damit zufrieden gewesen wäre, dass die 2 Jahre in der Europa League dabei helfen sich endgültig im Mittelfeld zu etablieren. Wenn er damit zufrieden gewesen wäre, dass es in Ausnahmejahren vielleicht mal fürs Internationale Geschäft reicht... Man hätte sich den einen oder anderen Abstieg ersparen können.
Die Situation der Frankfurter ist gar nicht so viel anders als die in Hannover. Klar, man hat gerade die eine oder andere extreme Finanzspritze bekommen. Aber das Problem ist halt: Das hilft nur bedingt (auch wenn man sich deswegen am Ende Trapp und Hinteregger leisten konnte), denn Spieler, die die Klasse eines Jovic oder Haller aus der letzten Saison haben, wechseln halt für kein Geld der Welt nach Frankfurt. Selbst Spieler, die das offensichtliche Potenzial haben dieses Niveau zu erreichen, werden in Frankfurt eher nur den Flughafen nutzen um zwischen 2 Terminen mit anderen Vereinen umzusteigen.
Man muss immer noch darauf setzen, dass Fredi Bobic Spieler findet, die unerwartet den Sprung in die Internationale Klasse schaffen. Wenn diese Spieler sich "nur" zu ordentlichen Bundesligastürmern werden, wird Frankfurt sich von den Europatourneen verabschieden können. Und ein Bobic kann halt auch nicht immer richtig liegen.
Aber wenn das Umfeld dann ruhig bleibt und sich sagt; Auch nach 3 Jahren im Mittelfeld ist es wahrscheinlicher, dass wir mit Bobic wieder in die Europa League kommen, als ohne ihn. Wenn man die Festtagsessen entsprechend feiert, aber trotzdem nicht mit der Hausmannskost unzufrieden ist.
Aber ganz ehrlich: Wie oft haben sie sich in Frankfurt schon gesagt: "Wenn wir jetzt alle ruhig bleiben?"
Die Optimisten werden den nächsten Schritt in der Entwicklung des Vereines sehen. Von der Fahrstuhlmannschaft, die man zur Jahrtausendwende war, über den stabilen Bundesligisten hin zum konstanten Kandidaten fürs Internationale Geschäft. Und auf den ersten Blick haben sie sogar recht: Frankfurt spielt zum 3. Mal in 7 Jahren international.
Und sie haben halt gerade einen entscheidenden Vorteil: Selbst die Stuttgarter erkennen mittlerweile an, dass Fredi Bobic ein verdammt guter Manager ist. Gerade was das finden von internationalen Talenten, die unter dem Radar fliegen, weil sie nicht aus Belgien kommen, ist der Mann genial.
Die offene Frage bleibt aber: Wie lange kann das gut gehen? Wann wird Bobic die Abgänge des Sommers nicht mehr kompensieren können? Und wie geht die Eintracht damit um.
Denn die andere Wahrheit lautet halt: In den letzten 20 Jahren landete die Eintracht ein Mal unter den Top 6. Und der letzte "Zum Glück gibt es die Relegation" fast Abstieg kommt aus dem Jahr 2016.
Womit ich definitiv nicht sagen will, dass die Frankfurt dieses Jahr absteigt. Dass dies praktisch unmöglich ist, wurde ja zur Saisonvorschauseröffnung geklärt. Die eigentliche Frage ist: Wie geht die Eintracht damit um, wenn sie auf ihr eigentliches Niveau zurück kehrt und zwischen Platz 9 und 13 ins Ziel trudelt. Nicht nur diese Saison, sondern auch in den nächsten 2 Jahren. Und in 6 von 10 Jahren landet man derzeit halt genau dort. Wenn man in dem ersten Ausreißer nach unten nicht abgestiegen wäre, dürfte die Quote nur noch höher ausgefallen sein.
Es gibt faszinierender Weise 2 "Historische Beispiele", an denen man das Problem verdeutlichen kann. Das eine ist die Eintracht selbst unter einem gewissen Friedhelm Funkel. Dieser führte die Eintracht nach dem vorletzten Abstieg direkt zurück ins Oberhaus und machte aus der Fahrstuhlmannschaft, die mehr Zeit in der 2. als in der ersten Liga verbracht hat, eine graue Maus in der Bundesliga. Dinge, die ein Funkel halt so macht, was aber auch sein persönliches Limit ist. Den Frankfurtern reichte dies aber nach 4 Jahren Bundesliga am Stück nicht mehr. Nur um das mal festzuhalten: Man spielte zum ersten Mal seit dem ersten Abstieg 1996 4 Jahre am Stück in der höchsten Liga. Und all das ohne jemals was mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben. Aber dem Umfeld reichte dies halt nicht.
Das Ergebnis: 2 Jahre später stieg man wieder ab... Dank einer Hall of Shame Rückrunde. Ob Funkel diesen Einbruch verhindert hätte, ist hypothetisch. Vielleicht wäre man mit Funkel schon das Jahr davor abgestiegen... Aber erst die höheren Ambitionen der Frankfurter sorgten dafür, dass diese Frage überhaupt gestellt werden kann.
Das 2. Beispiel ist genau so Hall of Shame würdig: Hannover 96 war ja die letzte Mannschaft, die sich überraschend in aufeinander folgenden Jahren für die Europa League qualifizieren konnte. Was für Fredi Bobic Serbien ist, war damals für Jörg Schmadtke Norwegen: Er fand dort ständig völlig absurde Verstärkungen.
Das Problem der Hannoveraner: Martin Kind ging danach scheinbar davon aus, dass die beiden Ausnahmejahre in der Top 6 der Bundesliga die neue Norm sind. So brachte er selber völlig unnötig Unruhe in den Verein, weil man "nur" auf Platz 13 stand, was für Hannover halt völlig normal ist. Wenn Kind damals damit zufrieden gewesen wäre, dass die 2 Jahre in der Europa League dabei helfen sich endgültig im Mittelfeld zu etablieren. Wenn er damit zufrieden gewesen wäre, dass es in Ausnahmejahren vielleicht mal fürs Internationale Geschäft reicht... Man hätte sich den einen oder anderen Abstieg ersparen können.
Die Situation der Frankfurter ist gar nicht so viel anders als die in Hannover. Klar, man hat gerade die eine oder andere extreme Finanzspritze bekommen. Aber das Problem ist halt: Das hilft nur bedingt (auch wenn man sich deswegen am Ende Trapp und Hinteregger leisten konnte), denn Spieler, die die Klasse eines Jovic oder Haller aus der letzten Saison haben, wechseln halt für kein Geld der Welt nach Frankfurt. Selbst Spieler, die das offensichtliche Potenzial haben dieses Niveau zu erreichen, werden in Frankfurt eher nur den Flughafen nutzen um zwischen 2 Terminen mit anderen Vereinen umzusteigen.
Man muss immer noch darauf setzen, dass Fredi Bobic Spieler findet, die unerwartet den Sprung in die Internationale Klasse schaffen. Wenn diese Spieler sich "nur" zu ordentlichen Bundesligastürmern werden, wird Frankfurt sich von den Europatourneen verabschieden können. Und ein Bobic kann halt auch nicht immer richtig liegen.
Aber wenn das Umfeld dann ruhig bleibt und sich sagt; Auch nach 3 Jahren im Mittelfeld ist es wahrscheinlicher, dass wir mit Bobic wieder in die Europa League kommen, als ohne ihn. Wenn man die Festtagsessen entsprechend feiert, aber trotzdem nicht mit der Hausmannskost unzufrieden ist.
Aber ganz ehrlich: Wie oft haben sie sich in Frankfurt schon gesagt: "Wenn wir jetzt alle ruhig bleiben?"
Montag, 5. August 2019
Die pessimistische Saisonvorschau: Eines wird sich definitivn icht ändern
Wir werden weiterhin über den Video Assistent Referee diskutieren... weil es so viel Spaß macht.
Die Saison hat noch nicht mal begonnen und dennoch haben wir bereits den ersten ""Unverständlich, wieso Daniel Siebert auf dem Platz vom Video-Assistenten nicht korrigiert wurde." Dabei ist Joshua Kimmichs "Es war keine Absicht" Aussage auch vollkommen egal ist. Noch besser ist das "Das wäre pure Dummheit gewesen"... ähm... eine Dummheit war es auch, obwohl er nicht bestraft worden ist.
Also das Kimmich trotz des deutlichen Rückstandes das Spiel unbedingt, also ohne Rücksichtnahme auf den Knöchel des Gegenspielers, schnell machen wollte... widerspricht sich direkt mit dem an sonsten aufgerufenen "Wir werden hinterher allen einreden, dass der Supercup egal ist" Narrativ.
Nun kann man Kimmich den unbedingten Siegeswillen positiv auslegen. Also aus Bayern-Sicht kann man hinterher sagen "Kimmich hat wenigstens bis zum Schluss versucht das Spiel zu drehen, auch wenn er dabei überdreht hat"... Das ändert aber auch nichts daran, dass es zu einer Strafe führen muss.
Aber da zeigt sich ja auch schon das nächste Problem. Also ich hätte ja Kimmich spätestens in dem Moment vom Platz gestellt, wo er sich über die gnädige Gelbe Karte aufregt. Denn die wahrscheinlichste Variante ist ja, dass das Schiedsrichtergespann sich dagegen entschied diese Situation jetzt unnötig zu eskalieren... nur um hinterher die Frage in den Raum zu werfen, für welchen Wettbewerb Kimmich dann eigentlich gesperrt wird. Und als "Dank" regt sich Kimmich erst auf dem Platz und dann hinterher in den Interviews über die komplett bedeutungslose Verwarnung auf...
Und, was das nächste Problem ist, er wird dabei natürlich von Hasan Salihamidzic mit einem "Für mich war es überhaupt keine Karte, nicht mal Gelb" unterstützt. Weil ein Teammanager ja zwingend und in jedem Moment seine Spieler schützen muss... auch wenn man sich dabei selbst lächerlich macht.
Das ist ja auch ein Teil des Problems, denn die Bayern-Fanatiker glauben dem Hasan das ja. Und diese Grundhaltung fließt halt allgemein in die Bewertung jeder Schiedsrichterleistung ein. Also ein Niko Kovac sagt im Kicker-Sonderheft wörtlich: "Wir haben im letzten Jahr sehr wenige Entscheidungen für uns gehabt, eher gegen uns." Jeder Werder-Fan, der vom Videoassistenten um eine mögliche Pokalfinale Teilnahme beraubt worden ist, wird bei dieser Einschätzung an die Decke gehen. Und wem das nicht reicht, der kann sich den Saisonauftakt des letzten Jahres noch mal angucken. Auch da bekamen die Bayern einen Elfmeter, den man als Videoassistent auch korrigieren kann. Und dann ist da noch die Schiedsrichterbeleidigung von Jerome Boateng, die von Kameras aufgenommen wurden, aber nicht beim VAR angekommen sind... Aber es wurden ja alle Entscheidungen gegen die Bayern getroffen. Also in dem Fall wirklich, weil es ein Mal in all den Jahren einen Handelfmeter gegen die Bayern gab und das ist dann genau die Szene, an die Kovac sich erinnert.
Genau diese Haltung der Offiziellen ist halt Teil des Problems. Entweder sie können die Szenen nicht sachlich beurteilen oder sie wollen es nicht. Was dann ja die Spieler in ihrem Rechtsbewusstsein weiter stärkt und den Fans die Zitate gibt, die sie brauchen, um ihre Stammtischdebatten zu befeuern.
Für eine sinnvolle Debatte über die Schiedsrichter, die halt auch einfach nicht besser werden, hätte es mehr gebracht, wenn Hasan hinterher sagt: Da haben wir Glück gehabt, über Rot hätten wir uns nicht beschweren können.
Das würde den Bayern nicht Schaden, aber zu einer sachlichen Debatte beitragen. Dann könnte er immer noch sagen: So ist halt Fußball, da gibt es viele Szenen, die ein Schiedsrichter in Sekundenschnelle interpretieren muss und so passiert es dann halt immer wieder, dass die gleiche Szene völlig unterschiedlich bewertet wird. Das Regelwerk ist aber auch bewusst so angelegt. Deswegen können wir uns über Rot nicht beschweren, aber es muss halt auch jeder akzeptieren, dass der Schiedsrichter dies anders gesehen hat und das es eben keine klare Fehlentscheidung war. Man kann da Rot geben, man kann es aber auch bei Gelb belassen.
Solange aber die Verantwortlichen in Führenden Stellen kein Interesse daran haben die Schiedsrichterleistungen sachlich zu bewerten und zu kommentieren, wird die ganze Debatte nicht besser werden. Was super ist, so gibt es immer was zu schreiben...
Die Saison hat noch nicht mal begonnen und dennoch haben wir bereits den ersten ""Unverständlich, wieso Daniel Siebert auf dem Platz vom Video-Assistenten nicht korrigiert wurde." Dabei ist Joshua Kimmichs "Es war keine Absicht" Aussage auch vollkommen egal ist. Noch besser ist das "Das wäre pure Dummheit gewesen"... ähm... eine Dummheit war es auch, obwohl er nicht bestraft worden ist.
Also das Kimmich trotz des deutlichen Rückstandes das Spiel unbedingt, also ohne Rücksichtnahme auf den Knöchel des Gegenspielers, schnell machen wollte... widerspricht sich direkt mit dem an sonsten aufgerufenen "Wir werden hinterher allen einreden, dass der Supercup egal ist" Narrativ.
Nun kann man Kimmich den unbedingten Siegeswillen positiv auslegen. Also aus Bayern-Sicht kann man hinterher sagen "Kimmich hat wenigstens bis zum Schluss versucht das Spiel zu drehen, auch wenn er dabei überdreht hat"... Das ändert aber auch nichts daran, dass es zu einer Strafe führen muss.
Aber da zeigt sich ja auch schon das nächste Problem. Also ich hätte ja Kimmich spätestens in dem Moment vom Platz gestellt, wo er sich über die gnädige Gelbe Karte aufregt. Denn die wahrscheinlichste Variante ist ja, dass das Schiedsrichtergespann sich dagegen entschied diese Situation jetzt unnötig zu eskalieren... nur um hinterher die Frage in den Raum zu werfen, für welchen Wettbewerb Kimmich dann eigentlich gesperrt wird. Und als "Dank" regt sich Kimmich erst auf dem Platz und dann hinterher in den Interviews über die komplett bedeutungslose Verwarnung auf...
Und, was das nächste Problem ist, er wird dabei natürlich von Hasan Salihamidzic mit einem "Für mich war es überhaupt keine Karte, nicht mal Gelb" unterstützt. Weil ein Teammanager ja zwingend und in jedem Moment seine Spieler schützen muss... auch wenn man sich dabei selbst lächerlich macht.
Das ist ja auch ein Teil des Problems, denn die Bayern-Fanatiker glauben dem Hasan das ja. Und diese Grundhaltung fließt halt allgemein in die Bewertung jeder Schiedsrichterleistung ein. Also ein Niko Kovac sagt im Kicker-Sonderheft wörtlich: "Wir haben im letzten Jahr sehr wenige Entscheidungen für uns gehabt, eher gegen uns." Jeder Werder-Fan, der vom Videoassistenten um eine mögliche Pokalfinale Teilnahme beraubt worden ist, wird bei dieser Einschätzung an die Decke gehen. Und wem das nicht reicht, der kann sich den Saisonauftakt des letzten Jahres noch mal angucken. Auch da bekamen die Bayern einen Elfmeter, den man als Videoassistent auch korrigieren kann. Und dann ist da noch die Schiedsrichterbeleidigung von Jerome Boateng, die von Kameras aufgenommen wurden, aber nicht beim VAR angekommen sind... Aber es wurden ja alle Entscheidungen gegen die Bayern getroffen. Also in dem Fall wirklich, weil es ein Mal in all den Jahren einen Handelfmeter gegen die Bayern gab und das ist dann genau die Szene, an die Kovac sich erinnert.
Genau diese Haltung der Offiziellen ist halt Teil des Problems. Entweder sie können die Szenen nicht sachlich beurteilen oder sie wollen es nicht. Was dann ja die Spieler in ihrem Rechtsbewusstsein weiter stärkt und den Fans die Zitate gibt, die sie brauchen, um ihre Stammtischdebatten zu befeuern.
Für eine sinnvolle Debatte über die Schiedsrichter, die halt auch einfach nicht besser werden, hätte es mehr gebracht, wenn Hasan hinterher sagt: Da haben wir Glück gehabt, über Rot hätten wir uns nicht beschweren können.
Das würde den Bayern nicht Schaden, aber zu einer sachlichen Debatte beitragen. Dann könnte er immer noch sagen: So ist halt Fußball, da gibt es viele Szenen, die ein Schiedsrichter in Sekundenschnelle interpretieren muss und so passiert es dann halt immer wieder, dass die gleiche Szene völlig unterschiedlich bewertet wird. Das Regelwerk ist aber auch bewusst so angelegt. Deswegen können wir uns über Rot nicht beschweren, aber es muss halt auch jeder akzeptieren, dass der Schiedsrichter dies anders gesehen hat und das es eben keine klare Fehlentscheidung war. Man kann da Rot geben, man kann es aber auch bei Gelb belassen.
Solange aber die Verantwortlichen in Führenden Stellen kein Interesse daran haben die Schiedsrichterleistungen sachlich zu bewerten und zu kommentieren, wird die ganze Debatte nicht besser werden. Was super ist, so gibt es immer was zu schreiben...
Freitag, 2. August 2019
Die pessimistische Saisonvorschau: Was wenn der Trainer doch der Gute war?
Es ist ja schon faszinierend, wie viele Vereine in dieser Sommerpause ihre Trainer gewechselt haben. RB Leipzig, Borussia Mönchengladbach, der VfL Wolfsburg (also fast die Hälfte der Europapokal-Teilnehmer), Hoffenheim (wenn auch als einzige nicht freiwillig), Hertha BSC Berlin, Schalke 04 und sogar die Kölner als Aufsteiger.
Wenn man dann noch bedenkt, dass Bayer Leverkusen und der FC Augsburg in ihre erste volle Saisonvorbereitung mit ihren Trainern gehen. Kommt man auf die Halbe Liga, die auf neue Ideen auf der Trainerbank setzt.
Und gerade das selbst das Erreichen der Saisonziele einem keine Garantie auf eine Weiterbeschäftigung gibt, ist eine neue Entwicklung, die aber nicht zwingend schlecht sein muss. Also man kann das praktisch am Unterschied zwischen Schalke und Mönchengladbach erklären: Als Schalke in einer unfassbar grottigen Bundesligasaison mit eigentlich viel zu wenigen Punkten Zweiter wurde, hat dass allen die Sinne vernebelt. Man hat halt nur die Tabelle und nicht das, was auf dem Platz passierte, bewertet und Domenico Tedesco deswegen zum Genie erklärt... und ging davon aus, dass das so weiter gehen wird. Ging es aber nicht, was aber abzusehen war.
Wenn Max Eberl unter Dieter Hecking eine Stagnation in der Entwicklung der Mannschaft wahr nimmt und sich denkt "Diese schwimmende Stürmer Idee kommt an ihre Grenzen, wir brauchen mal was neues", entlässt er den Trainer, obwohl sich die Mannschaft am Ende tabellarisch verbessert hat.
Um an der Stelle mal das offensichtliche Auszudrücken: Tedesco hätte als Vizemeister natürlich nicht entlassen werden sollen, aber Schalke hätte halt trotzdem mit der Saison kritischer umgehen müssen und im Sommer an mehr Stellschrauben drehen... Aber ein gut geführter Verein guckt halt auf mehr als auf die Tabelle, wenn er seine Saison bewertet. Schalke ist dies überraschende Weise nicht...
Dass die Manager nicht mehr nur auf die Tabelle gucken, sondern auch auf die Entwicklung ihrer Mannschaft, führte halt zu überraschend vielen Wechseln. Und weil man wirklich neue Impulse setzen wollte, rotierte man nicht einfach die verbrauchten Trainer untereinander (dafür ist der Hamburger SV zuständig... Nummer 3), sondern setzte auf neue und frische Gesichter aus dem Ausland. Wir sind damit wieder an dem Punkt angekommen, wo erfolgreiche Trainer aus Österreich oder der Schweiz der neuste Geheimtipp sind... Also so neu und so geheim, dass sich da jeder bedient. Nachdem man vorher zielsicher zu den Jugendtrainern gegriffen hat, weil das woanders funktioniert hat, sind jetzt wieder die Alpenländer dran. Faszinierend, wie sich alles im Kreis bewegt.
Denn das ist jetzt die entscheidende Frage für die neue Bundesliga Saison: Wird, bleiben wir in Gladbach, Marco Rose der nächste Peter Stöger? Oder doch nur der nächste Hans Peter Latour? Wird Oliver Glasner der nächste Lucien Favre? Oder doch nur der nächste Stale Solbakken? Wird Peter Bosz der nächste Adi Hütter? Oder doch nur, nun ja, der nächste Peter Bosz?
Es gibt halt genügend Beispiele an neuen Trainern, die auf dem niedrigeren Niveau in Österreich oder der 2. Liga wunderbar funktioniert haben, dann aber in der Bundesliga scheiterten.
Nun, um den Bogen zur Überschrift zu schlagen, können sich verdammt viele Manager nicht darauf raus reden, dass sie die Trainer ja wechseln mussten, weil die Ziele in Gefahr waren... Man entschied sich im Sommer bewusst und gezielt für einen Neuanfang... Was ihnen auf die Füße fallen wird, wenn sich hinterher raus stellt, dass der Trainer gar nicht das Problem war. Also das dürfte sogar fast noch gehen, dann stagniert man ja wenigstens und das in den meisten Fällen auf ordentlichem Niveau.
Aber was passiert, wenn die ganzen Bundesligisten jetzt feststellen, dass der Trainer mit seiner Arbeit verdammt viele Schwächen im Kader überdeckt hat und der Hauptgrund für eine erfolgreiche Saison war? Klar, das klingt absurd, vor allem, wenn einem bewusst wird, dass wir unter anderem von Bruno Labbadia reden. Aber die Möglichkeit existiert.
Und es können statistisch gesehen nicht alle Bundesligisten zum richtigen Trainer gegriffen haben? Was passiert also, wenn die Hertha in den Abstiegskampf rein rutscht, den man unter Pal Dardai immer so erfolgreich vermieden hat... Wenn man plötzlich hinter Union steht? Gut, die haben es einfach, die können dann einfach Dardai zurück holen.
Aber was machen Wolfsburg und Gladbach, wenn sie plötzlich auf Platz 12 und 13 liegen? Wie schnell wird da dann die Stimmung kippen, wenn sich die Fans und der Vorstand daran erinnern, dass das mit einem ordentlichen Trainer so viel besser aussah?
Dazu kommt, dass halt auch erstaunlich viele Trainer mit einer guten Vita auf dem Markt sind. Selbst Bruno Labbadia ist halt gerade nicht der Gescheiterte Geschasste, sondern der Held von Wolfsburg. Peter Stögers Arbeit in Köln kann doch noch nicht vollkommen in Vergessenheit geraten sein. Domenico Tedesco ist immer noch ein faszinierendes Trainertalent, welches weitere Chancen bekommen wird. Ein Dardai dürfte, sobald er wirklich die Hertha los lässt, für viele Bundesligisten interessant werden. Markus Weinzierl ist als Feuerwehrmann in Stuttgart gescheitert, aber seine jahrelange Arbeit in Augsburg ist bis heute die Grundlage für den letztens erwähnten absurden Erfolg der Fuggerstädter.
Das ist halt, wenn man dann im November einen neuen leitenden Angestellten sucht, eine erstaunlich komfortable Situation, die halt auch durch die großen Bewegungen in diesem Sommer ermöglicht worden sind: Man hat wesentlich bessere Optionen als den bereits 5 mal entlassenen, eigentlich nur als Feuerwehrmann zu gebrauchenden und danach verbrannte Erde produzierenden Bruno Labbadia. Was dem Trainermarkt auch während der Saison eine spannende Dynamik geben könnte.
Ernsthaft, ich muss mich als nächstes etwas detailierter mit Labbadia auseinander setzen. Auch wenn das dann nur bedingt mit der Saisonvorschau zu tun hat...
Wenn man dann noch bedenkt, dass Bayer Leverkusen und der FC Augsburg in ihre erste volle Saisonvorbereitung mit ihren Trainern gehen. Kommt man auf die Halbe Liga, die auf neue Ideen auf der Trainerbank setzt.
Und gerade das selbst das Erreichen der Saisonziele einem keine Garantie auf eine Weiterbeschäftigung gibt, ist eine neue Entwicklung, die aber nicht zwingend schlecht sein muss. Also man kann das praktisch am Unterschied zwischen Schalke und Mönchengladbach erklären: Als Schalke in einer unfassbar grottigen Bundesligasaison mit eigentlich viel zu wenigen Punkten Zweiter wurde, hat dass allen die Sinne vernebelt. Man hat halt nur die Tabelle und nicht das, was auf dem Platz passierte, bewertet und Domenico Tedesco deswegen zum Genie erklärt... und ging davon aus, dass das so weiter gehen wird. Ging es aber nicht, was aber abzusehen war.
Wenn Max Eberl unter Dieter Hecking eine Stagnation in der Entwicklung der Mannschaft wahr nimmt und sich denkt "Diese schwimmende Stürmer Idee kommt an ihre Grenzen, wir brauchen mal was neues", entlässt er den Trainer, obwohl sich die Mannschaft am Ende tabellarisch verbessert hat.
Um an der Stelle mal das offensichtliche Auszudrücken: Tedesco hätte als Vizemeister natürlich nicht entlassen werden sollen, aber Schalke hätte halt trotzdem mit der Saison kritischer umgehen müssen und im Sommer an mehr Stellschrauben drehen... Aber ein gut geführter Verein guckt halt auf mehr als auf die Tabelle, wenn er seine Saison bewertet. Schalke ist dies überraschende Weise nicht...
Dass die Manager nicht mehr nur auf die Tabelle gucken, sondern auch auf die Entwicklung ihrer Mannschaft, führte halt zu überraschend vielen Wechseln. Und weil man wirklich neue Impulse setzen wollte, rotierte man nicht einfach die verbrauchten Trainer untereinander (dafür ist der Hamburger SV zuständig... Nummer 3), sondern setzte auf neue und frische Gesichter aus dem Ausland. Wir sind damit wieder an dem Punkt angekommen, wo erfolgreiche Trainer aus Österreich oder der Schweiz der neuste Geheimtipp sind... Also so neu und so geheim, dass sich da jeder bedient. Nachdem man vorher zielsicher zu den Jugendtrainern gegriffen hat, weil das woanders funktioniert hat, sind jetzt wieder die Alpenländer dran. Faszinierend, wie sich alles im Kreis bewegt.
Denn das ist jetzt die entscheidende Frage für die neue Bundesliga Saison: Wird, bleiben wir in Gladbach, Marco Rose der nächste Peter Stöger? Oder doch nur der nächste Hans Peter Latour? Wird Oliver Glasner der nächste Lucien Favre? Oder doch nur der nächste Stale Solbakken? Wird Peter Bosz der nächste Adi Hütter? Oder doch nur, nun ja, der nächste Peter Bosz?
Es gibt halt genügend Beispiele an neuen Trainern, die auf dem niedrigeren Niveau in Österreich oder der 2. Liga wunderbar funktioniert haben, dann aber in der Bundesliga scheiterten.
Nun, um den Bogen zur Überschrift zu schlagen, können sich verdammt viele Manager nicht darauf raus reden, dass sie die Trainer ja wechseln mussten, weil die Ziele in Gefahr waren... Man entschied sich im Sommer bewusst und gezielt für einen Neuanfang... Was ihnen auf die Füße fallen wird, wenn sich hinterher raus stellt, dass der Trainer gar nicht das Problem war. Also das dürfte sogar fast noch gehen, dann stagniert man ja wenigstens und das in den meisten Fällen auf ordentlichem Niveau.
Aber was passiert, wenn die ganzen Bundesligisten jetzt feststellen, dass der Trainer mit seiner Arbeit verdammt viele Schwächen im Kader überdeckt hat und der Hauptgrund für eine erfolgreiche Saison war? Klar, das klingt absurd, vor allem, wenn einem bewusst wird, dass wir unter anderem von Bruno Labbadia reden. Aber die Möglichkeit existiert.
Und es können statistisch gesehen nicht alle Bundesligisten zum richtigen Trainer gegriffen haben? Was passiert also, wenn die Hertha in den Abstiegskampf rein rutscht, den man unter Pal Dardai immer so erfolgreich vermieden hat... Wenn man plötzlich hinter Union steht? Gut, die haben es einfach, die können dann einfach Dardai zurück holen.
Aber was machen Wolfsburg und Gladbach, wenn sie plötzlich auf Platz 12 und 13 liegen? Wie schnell wird da dann die Stimmung kippen, wenn sich die Fans und der Vorstand daran erinnern, dass das mit einem ordentlichen Trainer so viel besser aussah?
Dazu kommt, dass halt auch erstaunlich viele Trainer mit einer guten Vita auf dem Markt sind. Selbst Bruno Labbadia ist halt gerade nicht der Gescheiterte Geschasste, sondern der Held von Wolfsburg. Peter Stögers Arbeit in Köln kann doch noch nicht vollkommen in Vergessenheit geraten sein. Domenico Tedesco ist immer noch ein faszinierendes Trainertalent, welches weitere Chancen bekommen wird. Ein Dardai dürfte, sobald er wirklich die Hertha los lässt, für viele Bundesligisten interessant werden. Markus Weinzierl ist als Feuerwehrmann in Stuttgart gescheitert, aber seine jahrelange Arbeit in Augsburg ist bis heute die Grundlage für den letztens erwähnten absurden Erfolg der Fuggerstädter.
Das ist halt, wenn man dann im November einen neuen leitenden Angestellten sucht, eine erstaunlich komfortable Situation, die halt auch durch die großen Bewegungen in diesem Sommer ermöglicht worden sind: Man hat wesentlich bessere Optionen als den bereits 5 mal entlassenen, eigentlich nur als Feuerwehrmann zu gebrauchenden und danach verbrannte Erde produzierenden Bruno Labbadia. Was dem Trainermarkt auch während der Saison eine spannende Dynamik geben könnte.
Ernsthaft, ich muss mich als nächstes etwas detailierter mit Labbadia auseinander setzen. Auch wenn das dann nur bedingt mit der Saisonvorschau zu tun hat...
Donnerstag, 1. August 2019
Die Pessimistische Saisonvorschau: A propos seltsam: Was macht eigentlich Augsburg?
Wo wir schon dabei sind uns mit ungewöhnlichen Bundesligisten zu beschäftigen...
Und bevor jemand fragt: Das wird nicht der "Augsburg steigt garantiert ab" Post. Das habe ich ein Mal gemacht, so ein Fehler passiert mir nicht nochmal. Aber das ist ja schon das erste seltsame: Hier ist eine kurze Liste der Vereine, die nie aus der Bundesliga abgestiegen sind: Bayern München (offensichtlich...), Bayer Leverkusen, der VfL Wolfsburg, 1899 Hoffenheim, RB Leipzig und eben der FC Augsburg... der mittlerweile auch in seine 9. Bundesligasaison geht.
Was Augsburg von all den anderen unterscheidet, sollte offensichtlich sein: Das sind, abgesehen von den Bayern, alles Werksmannschaften mit einem großen Sponsor oder Mäzen im Hintergrund.
Kompetenz alleine reicht halt nicht um sich in der Liga ohne größere Rückschläge zu etablieren... sonst wären Mainz und Freiburg nie abgestiegen... es sei denn, man ist Augsburg.
Ursprünglich sind alle davon ausgegangen, dass Augsburg halt das nächste (gut, eigentlich vorherige) Ingolstadt wird... oder das nächste Darmstadt, Unterhaching, St.Pauli oder Wuppertal... es gibt ja genügend Bundesligisten, die immer mal wieder einzelne Jahre in der Bundesliga gespielt haben, dort aber nie konstant angekommen sind... und dann irgendwann komplett vom Radar verschwunden sind. All diese Mannschaften hat Augsburg einfach hinter sich gelassen.
Genau so faszinierend ist es ja, dass Augsburg in der Regel den großen Ausverkauf aufhalten konnte und sich dadurch eine gewissen Wagenburg-Mentalität erschaffen hat. Also klar, es gibt Spieler wie Marwin Hitz, der sich dann doch lieber in der Champions League auf die Bank setzte... Aber selbst der erfüllte seinen Vertrag und wechselte danach.
Auf der anderen Seite ist Daniel Baier seit dem Aufstieg dabei. Das war quasi der Schlüsseltransfer der die Augsburger in die Relegation und danach dann in die Bundesliga führte. Und klar, Baier galt damals als gescheitertes Bundesligatalent... aber er hat dann halt in Augsburg nachgewiesen, dass er in defensiverer Rolle wesentlich mehr sein kann... Normaler Weise (Baier war damals ja auch erst Mitte 20) folgt dann der Transfer zu einem scheinbar größeren Verein... selbst wenn das "nur" der Hamburger SV ist. (Hah, die 2. HSV Referenz... aber ernsthafter Gedanke: Wie viele Probleme hätten die Hamburger lösen können, wenn sie vor 5 Jahren Baier als Fixpunkt für die Zentrale holen?) Baier beschloss, dass er lieber seine Karriere in Augsburg als Legende beendet, anstatt woanders eventuell erneut zu scheitern.
Und das Augsburger länger bleiben als erwartet, ist ungewöhnlich für die Liga, aber nicht für den Verein. Philipp Max und Alfred Finnbogason sind immer noch da, obwohl erster absurd hohe Vorlagenzahlen für einen Linksverteidiger aufweist und letzterer sich bei einer EM und WM in den Notiz-Block der Scouts spielen durfte... Ernsthaft, dass Augsburg einen Spieler, der sich bei der WM als Torschütze präsentieren durfte, ein Jahr danach immer noch unter Vertrag hat, ist nicht selbstverständlich. Und das liegt auch an der Verletzungsanfälligkeit des Isländers, aber das kann nicht der einzige Grund sein...
Aber auf der übernächsten Seite wird diese Wagenburg-Mentalität immer wieder aufgebrochen. Also gerade in der letzten Saison. Und das nicht nur wegen der heftigen Klatsche zum Saisonausklang, die hier bereits als Warnsignal erwähnt worden ist...
Martin Hinteregger, Caiuby und Marvin Friedrich sind die bekanntesten Beispiele. Alle 3 wollten nach dem Ende ihrer (bei Hinteregger und Cauiby vom Spieler durch ihr Verhalten erzwungene) Leihe zu anderen Vereinen auf gar keinen Fall zurück. Das steht in einem krassen Widerspruch zu der Loyalität eines Baiers und passt damit so gar nicht zu dem Bild, dass der Verein sonst so abgibt.
Und das ist am Ende (wo Michael Gregoritsch, Max und Finnbogason eventuell noch weg wollen) die entscheidende Frage für die Augsburger Saison: Wird es dieses Jahr mehr Ausfälle, extreme Interviews, Streiks und Streitigkeiten geben? Dann steigt Augsburg doch ab. Oder kehrt man zurück zu der Einheit, die man jahrelang präsentiert hat? Dann landet man im gesicherten Mittelfeld.
Welche Variante am Ende zutrifft, kann halt keiner wirklich vorhersagen.
Und bevor jemand fragt: Das wird nicht der "Augsburg steigt garantiert ab" Post. Das habe ich ein Mal gemacht, so ein Fehler passiert mir nicht nochmal. Aber das ist ja schon das erste seltsame: Hier ist eine kurze Liste der Vereine, die nie aus der Bundesliga abgestiegen sind: Bayern München (offensichtlich...), Bayer Leverkusen, der VfL Wolfsburg, 1899 Hoffenheim, RB Leipzig und eben der FC Augsburg... der mittlerweile auch in seine 9. Bundesligasaison geht.
Was Augsburg von all den anderen unterscheidet, sollte offensichtlich sein: Das sind, abgesehen von den Bayern, alles Werksmannschaften mit einem großen Sponsor oder Mäzen im Hintergrund.
Kompetenz alleine reicht halt nicht um sich in der Liga ohne größere Rückschläge zu etablieren... sonst wären Mainz und Freiburg nie abgestiegen... es sei denn, man ist Augsburg.
Ursprünglich sind alle davon ausgegangen, dass Augsburg halt das nächste (gut, eigentlich vorherige) Ingolstadt wird... oder das nächste Darmstadt, Unterhaching, St.Pauli oder Wuppertal... es gibt ja genügend Bundesligisten, die immer mal wieder einzelne Jahre in der Bundesliga gespielt haben, dort aber nie konstant angekommen sind... und dann irgendwann komplett vom Radar verschwunden sind. All diese Mannschaften hat Augsburg einfach hinter sich gelassen.
Genau so faszinierend ist es ja, dass Augsburg in der Regel den großen Ausverkauf aufhalten konnte und sich dadurch eine gewissen Wagenburg-Mentalität erschaffen hat. Also klar, es gibt Spieler wie Marwin Hitz, der sich dann doch lieber in der Champions League auf die Bank setzte... Aber selbst der erfüllte seinen Vertrag und wechselte danach.
Auf der anderen Seite ist Daniel Baier seit dem Aufstieg dabei. Das war quasi der Schlüsseltransfer der die Augsburger in die Relegation und danach dann in die Bundesliga führte. Und klar, Baier galt damals als gescheitertes Bundesligatalent... aber er hat dann halt in Augsburg nachgewiesen, dass er in defensiverer Rolle wesentlich mehr sein kann... Normaler Weise (Baier war damals ja auch erst Mitte 20) folgt dann der Transfer zu einem scheinbar größeren Verein... selbst wenn das "nur" der Hamburger SV ist. (Hah, die 2. HSV Referenz... aber ernsthafter Gedanke: Wie viele Probleme hätten die Hamburger lösen können, wenn sie vor 5 Jahren Baier als Fixpunkt für die Zentrale holen?) Baier beschloss, dass er lieber seine Karriere in Augsburg als Legende beendet, anstatt woanders eventuell erneut zu scheitern.
Und das Augsburger länger bleiben als erwartet, ist ungewöhnlich für die Liga, aber nicht für den Verein. Philipp Max und Alfred Finnbogason sind immer noch da, obwohl erster absurd hohe Vorlagenzahlen für einen Linksverteidiger aufweist und letzterer sich bei einer EM und WM in den Notiz-Block der Scouts spielen durfte... Ernsthaft, dass Augsburg einen Spieler, der sich bei der WM als Torschütze präsentieren durfte, ein Jahr danach immer noch unter Vertrag hat, ist nicht selbstverständlich. Und das liegt auch an der Verletzungsanfälligkeit des Isländers, aber das kann nicht der einzige Grund sein...
Aber auf der übernächsten Seite wird diese Wagenburg-Mentalität immer wieder aufgebrochen. Also gerade in der letzten Saison. Und das nicht nur wegen der heftigen Klatsche zum Saisonausklang, die hier bereits als Warnsignal erwähnt worden ist...
Martin Hinteregger, Caiuby und Marvin Friedrich sind die bekanntesten Beispiele. Alle 3 wollten nach dem Ende ihrer (bei Hinteregger und Cauiby vom Spieler durch ihr Verhalten erzwungene) Leihe zu anderen Vereinen auf gar keinen Fall zurück. Das steht in einem krassen Widerspruch zu der Loyalität eines Baiers und passt damit so gar nicht zu dem Bild, dass der Verein sonst so abgibt.
Und das ist am Ende (wo Michael Gregoritsch, Max und Finnbogason eventuell noch weg wollen) die entscheidende Frage für die Augsburger Saison: Wird es dieses Jahr mehr Ausfälle, extreme Interviews, Streiks und Streitigkeiten geben? Dann steigt Augsburg doch ab. Oder kehrt man zurück zu der Einheit, die man jahrelang präsentiert hat? Dann landet man im gesicherten Mittelfeld.
Welche Variante am Ende zutrifft, kann halt keiner wirklich vorhersagen.
Dienstag, 30. Juli 2019
Die pessimistische Saisonvorschau: War es das wirklich wert, Union?
Oder ist das alles gar nicht so neu.
Union Berlin ist jetzt ja das neuste Mitglied "unserer Bundesligafamilie"... und lasst es mich mal so sagen: Der Verein ist etwas seltsam.
Zunächst mal ist er einer dieser absurden Relikte aus der DDR, wo der Staat Ende der 60er Jahre die Sportlandkarte neu sortierte um für eine bessere Abdeckung zu sorgen... und dann die Spieler entsprechend verteilte. Das wäre, als würde Horst Seehofer morgen bestimmen, dass Fortuna Düsseldorf ab sofort in Rostock antreten muss, weil es da doch einen dramatischen leeren Fleck auf der DFL-Landkarte gibt... Und dann noch 5 brauchbare Spieler der Konkurrenz nach Rostock delegiert, damit der neue Verein auch eine Chance hat... Heutzutage ist das unvorstellbar, dass so etwas in Rostock passieren würde... Seehofer würde Düsseldorf natürlich nach Rosenheim verlegen...
Und Union wurde damals gegründet, weil sie die mächtigen im Arbeiter und Bauernstaat dachten, dass die Arbeiter ja auch einen Verein kriegen könnten. Absurd, ich weiß.
Aber damit wurde auch schon frühzeitig die eigentliche Rolle der Unioner begründet: Als Gegenspieler zum Stasi-Klub (und deswegen Rekordmeister) BFC Dynamo und damit bei der breiten Masse übermäßig (im Verhältnis zu den sportlichen Leistungen) beliebt. Daraus wurde dann später das Gegenstück zur Hertha als Verein im Herzen der Stadt.
Union ist nicht der klassische "X-Mal Meister" Ostklub. Man gewann lediglich ein Mal den Pokal und kämpfte häufiger gegen den Abstieg als von höheren Trauben zu träumen. Oh und es ist faszinierend, wie oft Union in der Relegation scheiterte. Die wurden damals "Die Unaufsteigbaren" genannt.
Und nach der Wende... war man praktisch tot. Mehrere Jahre in Folge bekam man keine Lizenz für die Profiligen. Was jetzt nebenbei die "Ist das alles nur ein Mythos" Frage in den Raum wirft... Denn im Endeffekt wurde Union von Kinowelt, also dem Investor im Ostfußball zur Jahrtausendwende und einem fragwürdigen Sponsorendeal gerettet. Letzterer ist aus dem Jahr 2014... vielleicht ist das Image des Vereins wirklich nur ein Mythos.
Aber gerade als Zweitligist konnte man dieses Image auch gut pflegen. Man hatte die Art Fanbasis, die einem in der Freizeit das Stadion renovieren. Und die dann während der WM ihr Stadion in das größte Wohnzimmer des Landes verwandelten. Frei nach dem Motto: Ich hab das Ding hier gebaut, ich darf auch meine Couch hier aufstellen. (Das wirklich faszinierende an den Bildern sind ja die leeren Couchs... Anscheinend wissen die Unioner, wem welche gehört und dass es sich nicht gehört sich auf fremde Wohnzimmermöbel zu setzen...)
Dazu kommen Aktionen wie "Bluten für Union" und das jährliche Weihnachtssingen, welches angeblich in Berlin erfunden worden ist.
Union Berlin hat sich schon als Ostdeutsche Alternative zum FC St.Pauli etabliert. Als kleines Kulturgut für all diejenigen, die den Fußball noch in seiner ursprünglichen Form und jenseits des Turbokapitalismus genießen wollen. Und die dies jetzt überraschender Weise in der Bundesliga machen dürfen.
Aber gleichzeitig hat man einen Präsidenten, der während des größten Erfolges der Vereinsgeschichte die Angst verbreitet, dass sich Union von der Landkarte verschwinden könnte, wenn man sich nicht für Investoren öffnet.
Wenn es sich bei dem alternativen Bild des Vereines um mehr als nur einen Mythos handelt, sollte sich diese Frage nicht stellen. Denn dann werden die Fans dafür sorgen, dass der Verein immer präsent bleibt. Und genau genommen verschwindet der Verein, also zumindest das, was ihn besonders macht, von der Landkarte, wenn man sich Investoren öffnet.
Andererseits... ist das halt auch alles nicht so neu. Dirk Zingler ist seit 15 Jahren Präsident in dem Verein. Und Union ist eben kein Überraschungsaufsteiger, sondern spielt seit Jahren oben mit, sie haben es dieses Jahr nur geschafft die Saison auch zu Ende zu spielen. Wobei das auch falsch ist, der Hamburger SV hat es geschafft sich im Saisonfinale noch unfähiger zu präsentieren... (Keine Pessimistische Saisonvorschau ohne HSV Referenz!!!)
Union hat es geschafft, 8 Jahre in Folge in der oberen Tabellenhälfte zu stehen. Das klingt nicht nach viel, bis einem bewusst wird, dass kein anderer Verein dies auch nur 5 Jahre in Folge geschafft hat. Was ja auch Sinn ergibt, denn wenn man in der 2. Liga gut abschneidet, aber nicht aufsteigt, steigen die besten Spieler eben trotzdem auf und man selber kann diesen Qualitätsverlust als normaler Zweitligist einfach nicht kompensieren. Deswegen spielt zum Beispiel St.Pauli gefühlt immer im Wechsel um den Auf- und Abstieg. Union hat es geschafft konstant und fast ohne jegliche Rückschläge zu wachsen, was dafür spricht, dass sie schon seit Jahren außergewöhnliche (für einen Zweitligisten) Möglichkeiten haben.
Die Fieberkurve der Unioner ist dabei extrem spannend: Denn seit dem absoluten Tiefschlag des doppelten Abstieges in die drittklassige Regionallige 2005 gab es ganze 2 Jahre, in denen man seine Vorjahresposition nicht verbesserte: 20013/14 wurde man "nur 9." in der 2. Liga, 2017/18 "nur 8.". An sonsten ging es immer nach oben. Die logische Konsequenz muss dann irgendwann ein Aufstieg sein.
Union war eben nie nur dieser sympathische, aber emotionale, Kultklub. Es war immer auch ein ständig wachsendes Projekt. Es war nie der Verein, der davon geträumt hat mal 1-2 Jahre in der höchsten Liga zu spielen, dem es aber wichtiger ist, seine Identität zu wahren, sondern es ist ein Verein, dessen eindeutiges Ziel es ist, sich in der Bundesliga zu etablieren... koste es, was es wolle...
Dass man sich dafür dann mit Aroundtown zusammenschließt... nun ja, verdeutlicht dies halt nur. Es gibt wahrscheinlich wenig, womit der gemeine "Schlosserjunge" in Berlin so hart zu kämpfen hat, wie mit seinen steigenden Mieten. Und jetzt packen sich "Die Schlosserjungs" einen der Konzerne, der dies mitzuverantworten hat, auf die Brust. Das ist, als würde Hoffenheim mit Windows auf dem Trikot werben... Der Zyniker in mir findet das wunderbar... Der wohnt aber auch nicht in Berlin...
Ist das jetzt schlimm? Nun, das ist eine Frage, die wir nicht beantworten können. Also Fußballdeutschland schadet es nicht, wenn man einen kompetent geführten und ständig wachsenden Klub in der Hauptstadt hat. Und die Stadt Berlin ist auch groß genug für 2 derartige Bundesligisten, falls Hertha das auch noch mal wird, muss es trotzdem nicht zu eng werden... Einzig die Union Fans, die damals das Stadion renoviert haben, müssen sich irgendwann fragen, ob sie das wirklich gewollt haben... selbst wenn "das" dem Verein als ganzes auf keinen Fall schadet.
Um dann mal eine finstere Prognose abzuliefern: Wie lange wird es dauern, bis die Union-Ultras sich den Anhang von Hannover 96 zum Vorbild nehmen und gegen all das protestieren, was ihnen den wesentlich besseren Fußball, den sie zu sehen bekommen, ermöglicht hat?
Union Berlin ist jetzt ja das neuste Mitglied "unserer Bundesligafamilie"... und lasst es mich mal so sagen: Der Verein ist etwas seltsam.
Zunächst mal ist er einer dieser absurden Relikte aus der DDR, wo der Staat Ende der 60er Jahre die Sportlandkarte neu sortierte um für eine bessere Abdeckung zu sorgen... und dann die Spieler entsprechend verteilte. Das wäre, als würde Horst Seehofer morgen bestimmen, dass Fortuna Düsseldorf ab sofort in Rostock antreten muss, weil es da doch einen dramatischen leeren Fleck auf der DFL-Landkarte gibt... Und dann noch 5 brauchbare Spieler der Konkurrenz nach Rostock delegiert, damit der neue Verein auch eine Chance hat... Heutzutage ist das unvorstellbar, dass so etwas in Rostock passieren würde... Seehofer würde Düsseldorf natürlich nach Rosenheim verlegen...
Und Union wurde damals gegründet, weil sie die mächtigen im Arbeiter und Bauernstaat dachten, dass die Arbeiter ja auch einen Verein kriegen könnten. Absurd, ich weiß.
Aber damit wurde auch schon frühzeitig die eigentliche Rolle der Unioner begründet: Als Gegenspieler zum Stasi-Klub (und deswegen Rekordmeister) BFC Dynamo und damit bei der breiten Masse übermäßig (im Verhältnis zu den sportlichen Leistungen) beliebt. Daraus wurde dann später das Gegenstück zur Hertha als Verein im Herzen der Stadt.
Union ist nicht der klassische "X-Mal Meister" Ostklub. Man gewann lediglich ein Mal den Pokal und kämpfte häufiger gegen den Abstieg als von höheren Trauben zu träumen. Oh und es ist faszinierend, wie oft Union in der Relegation scheiterte. Die wurden damals "Die Unaufsteigbaren" genannt.
Und nach der Wende... war man praktisch tot. Mehrere Jahre in Folge bekam man keine Lizenz für die Profiligen. Was jetzt nebenbei die "Ist das alles nur ein Mythos" Frage in den Raum wirft... Denn im Endeffekt wurde Union von Kinowelt, also dem Investor im Ostfußball zur Jahrtausendwende und einem fragwürdigen Sponsorendeal gerettet. Letzterer ist aus dem Jahr 2014... vielleicht ist das Image des Vereins wirklich nur ein Mythos.
Aber gerade als Zweitligist konnte man dieses Image auch gut pflegen. Man hatte die Art Fanbasis, die einem in der Freizeit das Stadion renovieren. Und die dann während der WM ihr Stadion in das größte Wohnzimmer des Landes verwandelten. Frei nach dem Motto: Ich hab das Ding hier gebaut, ich darf auch meine Couch hier aufstellen. (Das wirklich faszinierende an den Bildern sind ja die leeren Couchs... Anscheinend wissen die Unioner, wem welche gehört und dass es sich nicht gehört sich auf fremde Wohnzimmermöbel zu setzen...)
Dazu kommen Aktionen wie "Bluten für Union" und das jährliche Weihnachtssingen, welches angeblich in Berlin erfunden worden ist.
Union Berlin hat sich schon als Ostdeutsche Alternative zum FC St.Pauli etabliert. Als kleines Kulturgut für all diejenigen, die den Fußball noch in seiner ursprünglichen Form und jenseits des Turbokapitalismus genießen wollen. Und die dies jetzt überraschender Weise in der Bundesliga machen dürfen.
Aber gleichzeitig hat man einen Präsidenten, der während des größten Erfolges der Vereinsgeschichte die Angst verbreitet, dass sich Union von der Landkarte verschwinden könnte, wenn man sich nicht für Investoren öffnet.
Wenn es sich bei dem alternativen Bild des Vereines um mehr als nur einen Mythos handelt, sollte sich diese Frage nicht stellen. Denn dann werden die Fans dafür sorgen, dass der Verein immer präsent bleibt. Und genau genommen verschwindet der Verein, also zumindest das, was ihn besonders macht, von der Landkarte, wenn man sich Investoren öffnet.
Andererseits... ist das halt auch alles nicht so neu. Dirk Zingler ist seit 15 Jahren Präsident in dem Verein. Und Union ist eben kein Überraschungsaufsteiger, sondern spielt seit Jahren oben mit, sie haben es dieses Jahr nur geschafft die Saison auch zu Ende zu spielen. Wobei das auch falsch ist, der Hamburger SV hat es geschafft sich im Saisonfinale noch unfähiger zu präsentieren... (Keine Pessimistische Saisonvorschau ohne HSV Referenz!!!)
Union hat es geschafft, 8 Jahre in Folge in der oberen Tabellenhälfte zu stehen. Das klingt nicht nach viel, bis einem bewusst wird, dass kein anderer Verein dies auch nur 5 Jahre in Folge geschafft hat. Was ja auch Sinn ergibt, denn wenn man in der 2. Liga gut abschneidet, aber nicht aufsteigt, steigen die besten Spieler eben trotzdem auf und man selber kann diesen Qualitätsverlust als normaler Zweitligist einfach nicht kompensieren. Deswegen spielt zum Beispiel St.Pauli gefühlt immer im Wechsel um den Auf- und Abstieg. Union hat es geschafft konstant und fast ohne jegliche Rückschläge zu wachsen, was dafür spricht, dass sie schon seit Jahren außergewöhnliche (für einen Zweitligisten) Möglichkeiten haben.
Die Fieberkurve der Unioner ist dabei extrem spannend: Denn seit dem absoluten Tiefschlag des doppelten Abstieges in die drittklassige Regionallige 2005 gab es ganze 2 Jahre, in denen man seine Vorjahresposition nicht verbesserte: 20013/14 wurde man "nur 9." in der 2. Liga, 2017/18 "nur 8.". An sonsten ging es immer nach oben. Die logische Konsequenz muss dann irgendwann ein Aufstieg sein.
Union war eben nie nur dieser sympathische, aber emotionale, Kultklub. Es war immer auch ein ständig wachsendes Projekt. Es war nie der Verein, der davon geträumt hat mal 1-2 Jahre in der höchsten Liga zu spielen, dem es aber wichtiger ist, seine Identität zu wahren, sondern es ist ein Verein, dessen eindeutiges Ziel es ist, sich in der Bundesliga zu etablieren... koste es, was es wolle...
Dass man sich dafür dann mit Aroundtown zusammenschließt... nun ja, verdeutlicht dies halt nur. Es gibt wahrscheinlich wenig, womit der gemeine "Schlosserjunge" in Berlin so hart zu kämpfen hat, wie mit seinen steigenden Mieten. Und jetzt packen sich "Die Schlosserjungs" einen der Konzerne, der dies mitzuverantworten hat, auf die Brust. Das ist, als würde Hoffenheim mit Windows auf dem Trikot werben... Der Zyniker in mir findet das wunderbar... Der wohnt aber auch nicht in Berlin...
Ist das jetzt schlimm? Nun, das ist eine Frage, die wir nicht beantworten können. Also Fußballdeutschland schadet es nicht, wenn man einen kompetent geführten und ständig wachsenden Klub in der Hauptstadt hat. Und die Stadt Berlin ist auch groß genug für 2 derartige Bundesligisten, falls Hertha das auch noch mal wird, muss es trotzdem nicht zu eng werden... Einzig die Union Fans, die damals das Stadion renoviert haben, müssen sich irgendwann fragen, ob sie das wirklich gewollt haben... selbst wenn "das" dem Verein als ganzes auf keinen Fall schadet.
Um dann mal eine finstere Prognose abzuliefern: Wie lange wird es dauern, bis die Union-Ultras sich den Anhang von Hannover 96 zum Vorbild nehmen und gegen all das protestieren, was ihnen den wesentlich besseren Fußball, den sie zu sehen bekommen, ermöglicht hat?
Montag, 29. Juli 2019
Die Pessimistische Saisonvorschau 2019/20 Teil 1: Wer soll denn dieses Jahr absteigen
Und ja, ich habe mich auch vermisst. Wo das erwähnt ist: Back to Buisness:
Wenn ich mir derzeit die Saisonvorschau auf die neue Bundesliga Saison angucke, fällt mir vor allem eines auf: Alle sind so gnadenlos optimistisch, dass diese Saison alles großartig wird... ok, alle außer Schalke, deren Kicker Sonderheft Artikel mit der "Sorgen um Morgen" Überschrift kommt und sich hauptsächlich darum dreht, dass eben nicht alles spontan besser werden muss... was auch nur bedeutet, dass Schalke die Mannschaft wird, die sich am meisten verbessert...
Logisch gesehen ergibt das ja auch alles Sinn. Also die Vereine wollen sich natürlich einreden, dass sie auf dem richtigen Weg sind und die Medien leben davon uns einzureden, dass die Saison spannend und aufregend wird. Da hier aber immer gegen den Trend geschwommen wird, machen wir einfach mal das Gegenteil und stellen die schlechteren Szenarien für einzelne Vereine und vor allem das große Ganze da. Und da beginnen wird einfach mal...
Mit der eigentlich optimistischsten These: Jeder kann dieses Jahr die Klasse halten. Also sogar ein eigentlich mittelmäßiger Zweitligist, denn davon haben wir diese Saison mehr als genug. Fragt euch einfach mal selbst, wie viele selbsternannte "erste Absteiger" wir dieses Jahr haben... Ok, offiziell nur Paderborn und Fortuna Düsseldorf. Die beiden Mannschaften, die am meisten nach Zweitligist riechen.
Wie "schlimm" ist die Lage in Paderborn? Nun ja, sie fingen direkt nach dem Aufstieg an auseinander zu brechen. Sportvorsten Markus Krösche ist dabei zwar der bekannteste, aber bei weitem nicht der schlimmste Name. Dass Philipp Klement beim Absteiger VfB Stuttgart eine bessere Berufsperspektive sieht als bei der Mannschaft, mit der er als unumstrittener Stammspieler aufgestiegen ist... Wenn er zu einem Bundesligisten gewechselt wäre, wie Bernard Tekpetey... auch wenn der nur von einem sicheren Absteiger zum nächsten gewechselt ist... Immerhin hat Schalke dafür Geld bekommen.
Wie absurd ist der Paderborner Kader? Nun ja, laut Kicker-Sonderheft kommt er insgesamt auf 95 Bundesligaspieler (verteilt auf 6 Spieler) und 4 Tore... und kostete 0,555 Millionen Ablöse... irgendwie macht sich bei mir das Gefühl breit, dass die Kader des Hamburger SVs und des 1.FC Kölns aus der Saison 1963/64 mehr Bundesligaerfahrung besaßen als diese Paderborner. Auf jeden Fall hatten sie nach 2 Spieltagen mehr Tore erzielt...
Aber da die Paderborner einen progressiven Spielstil anstreben... werden sie entweder katastrophal scheitern oder die rein destruktive Konkurrenz so weit überrascht, dass sie souverän 10. werden.
Fortuna Düsseldorf steht eigentlich vor dem sicheren Einbruch. Also die Mannschaften, die im ersten Jahr überraschend 10. werden, brechen danach immer ein. Vor allem weil die Starspiele wieder Dodi Lukebakio und Benito Raman ihren gesteigerten Marktwert nutzen um woanders mehr Geld zu verdienen. Also das, was Klement eigentlich dieses Jahr hätte machen sollen.
Der offensichtlichste Vergleichswert sind die 2 Jahre von Ingolstadt in der Bundesliga. Dass die Fortuna abstürzt und einbricht ist wahrscheinlicher als eine Wiederholung eines Mittelfeldplatzes. Wesentlich wahrscheinlicher.
Dazu kommen dann die 2 weiteren Aufsteiger, die ja auch immer irgendwie als Abstiegskandidaten geführt werden müssen. Die Kölner haben das strukturelle Problem, dass es in ihrer Kicker-Saisonvorschau erst im 6. Textblock um die Neuzugänge geht... und dann auch nur kurz, man kehrt sehr schnell zu den Problemen auf der Führungsetage um Armin Veh und Toni Schumacher zurück. Dazu kommt der Fakt, dass man es geschafft hat als souveräner Aufsteiger seinen Trainer während der Saison zu entlassen. Als Tabellenführer. Ob Markus Anfang jetzt der richtige für die Bundesliga gewesen wäre, ist dabei eine hypothetische Frage. Aber man wäre auch mit ihm aufgestiegen. Und wenn man es nicht mal schafft eine Saison als Tabellenführer in der 2. Liga souverän über die Runden zu bringen, sondern kollektiv in Panik verfällt.
Wie die Saison der Kölner am Ende verlaufen wird, wird wie immer neben dem Platz entschieden. Aber auch deswegen sind sie immer ein Kandidat für einen spontanen Abstieg.
Und Union Berlin... wird wahrscheinlich seine eigene Vorschau brauchen, mal gucken. Auf dem Papier haben sie sich, gerade für einen Bundesliganeuling, überraschend gut verstärkt und sich erstaunlich viel Erfahrung geholt. Das Problem daran ist: Sie haben sich hauptsächlich Erfahrung im Abstiegskampf geholt. Also Christian Gentner und Anthony Ujah sind halt die Form von Stammspielern, mit denen man unten rein rutscht, und die dann hinterher tolle Führungsspieler Interviews geben können. Und Neven Subotic... also genau genommen war es eine der größten Auszeichnungen für den jungen Matts Hummels, dass der Subotic brillant aussehen lies... seit dem er nicht mehr neben dem Weltmeister spielen darf, sieht es aber eher dürftig aus.
Für Union sind das schon alles tolle Transfers. Die den einen oder anderen erfahreneren Trainer ins Grübeln bringen, wie sich die Berliner das eigentlich leisten können... Aber ich habe eher das Gefühl, dass sie sich Veteranen über ihren Zenit geholt haben und dafür könnten sie dann teuer bezahlen müssen. Also in einem Normalen Abstiegskampf.
Dann... kommen auch schon die Augsburger, die sich mit einer 1:8 Klatsche aus der Vorsaison verabschiedet haben. Solche Niederlagen zum Saisonausstand gönnt sich nur die Hertha in wirklicher Regelmäßigkeit. Bei allen anderen Mannschaften sind das Symptome für größere Probleme, die man auch mal in Ruhe analysieren müsste.
Ich muss da ja, weil ich die unnützen Daten, die ich mir merke, ja mal irgendwo anbringen muss, an die letzte Gute Bundesligasaison des Karlsruher SCs denken, die sich 2008 mit einem 0:7 gegen den Hamburger SV in die Sommerpause verabschiedeten... Und im Jahr darauf direkt abstiegen...
Und der Kader wirkt jetzt schwächer als in der Vorsaison, wo es auch nur gerade so reichte, obwohl der eine oder andere Abgang wie Max oder Gregoritsch noch kommen könnte. Aber man kann ja erfolgreich darauf setzen, dass die Konkurrenz noch schwächer geworden ist.
Dazu kommen dann halt Mannschaften wie Mainz und Freiburg, bei denen ein Abstieg immer mal passieren kann. Also die wollen zur Top 20 des Landes gehören und regelmäßig Bundesliga spielen, was bei ihren Möglichkeiten auch durchaus realistisch ist. Aber dieses Jahr ist die Konkurrenzsituation so, dass ein Abstieg einer dieser beiden Mannschaften eine herbe Endtäuschung wäre, weil es halt 4 oder 5 Mannschaften gibt, die eine deutlich schlechtere Ausgangsposition haben. Dazu kommt der eine Überraschungsgast im Abstiegskampf, der immer unerwartet mit unten rein rutscht. Und wenn man diese Ausgangssituation erreicht, muss in dieser Liga einiges falsch gelaufen sein.
Natürlich wird das niemanden auffallen, weil das relative Niveau (oder der Mangel dessen) immer noch zu einem spannenden Abstiegskampf führen kann. Aber wenn, was uns ja am anderen Ende alle einreden wollen, die Liga in der Spitze wirklich besser geworden ist, wird es jede Menge einseitige Spiele mit eindeutigen Ergebnissen geben. Was die Fans von Bayer Leverkusen begeistern wird, allerdings... nun ja... sind das halt nicht sooo viele...
Um mal mit so einer provokanten These aufzuhören: Der SC Paderborn beendete seine "beste" (weil einzige) Bundesligasaison mit 31 Punkten. Die werden dieses Jahr nicht mehr Punkte holen, aber tabellarisch besser abschneiden...
Wenn ich mir derzeit die Saisonvorschau auf die neue Bundesliga Saison angucke, fällt mir vor allem eines auf: Alle sind so gnadenlos optimistisch, dass diese Saison alles großartig wird... ok, alle außer Schalke, deren Kicker Sonderheft Artikel mit der "Sorgen um Morgen" Überschrift kommt und sich hauptsächlich darum dreht, dass eben nicht alles spontan besser werden muss... was auch nur bedeutet, dass Schalke die Mannschaft wird, die sich am meisten verbessert...
Logisch gesehen ergibt das ja auch alles Sinn. Also die Vereine wollen sich natürlich einreden, dass sie auf dem richtigen Weg sind und die Medien leben davon uns einzureden, dass die Saison spannend und aufregend wird. Da hier aber immer gegen den Trend geschwommen wird, machen wir einfach mal das Gegenteil und stellen die schlechteren Szenarien für einzelne Vereine und vor allem das große Ganze da. Und da beginnen wird einfach mal...
Mit der eigentlich optimistischsten These: Jeder kann dieses Jahr die Klasse halten. Also sogar ein eigentlich mittelmäßiger Zweitligist, denn davon haben wir diese Saison mehr als genug. Fragt euch einfach mal selbst, wie viele selbsternannte "erste Absteiger" wir dieses Jahr haben... Ok, offiziell nur Paderborn und Fortuna Düsseldorf. Die beiden Mannschaften, die am meisten nach Zweitligist riechen.
Wie "schlimm" ist die Lage in Paderborn? Nun ja, sie fingen direkt nach dem Aufstieg an auseinander zu brechen. Sportvorsten Markus Krösche ist dabei zwar der bekannteste, aber bei weitem nicht der schlimmste Name. Dass Philipp Klement beim Absteiger VfB Stuttgart eine bessere Berufsperspektive sieht als bei der Mannschaft, mit der er als unumstrittener Stammspieler aufgestiegen ist... Wenn er zu einem Bundesligisten gewechselt wäre, wie Bernard Tekpetey... auch wenn der nur von einem sicheren Absteiger zum nächsten gewechselt ist... Immerhin hat Schalke dafür Geld bekommen.
Wie absurd ist der Paderborner Kader? Nun ja, laut Kicker-Sonderheft kommt er insgesamt auf 95 Bundesligaspieler (verteilt auf 6 Spieler) und 4 Tore... und kostete 0,555 Millionen Ablöse... irgendwie macht sich bei mir das Gefühl breit, dass die Kader des Hamburger SVs und des 1.FC Kölns aus der Saison 1963/64 mehr Bundesligaerfahrung besaßen als diese Paderborner. Auf jeden Fall hatten sie nach 2 Spieltagen mehr Tore erzielt...
Aber da die Paderborner einen progressiven Spielstil anstreben... werden sie entweder katastrophal scheitern oder die rein destruktive Konkurrenz so weit überrascht, dass sie souverän 10. werden.
Fortuna Düsseldorf steht eigentlich vor dem sicheren Einbruch. Also die Mannschaften, die im ersten Jahr überraschend 10. werden, brechen danach immer ein. Vor allem weil die Starspiele wieder Dodi Lukebakio und Benito Raman ihren gesteigerten Marktwert nutzen um woanders mehr Geld zu verdienen. Also das, was Klement eigentlich dieses Jahr hätte machen sollen.
Der offensichtlichste Vergleichswert sind die 2 Jahre von Ingolstadt in der Bundesliga. Dass die Fortuna abstürzt und einbricht ist wahrscheinlicher als eine Wiederholung eines Mittelfeldplatzes. Wesentlich wahrscheinlicher.
Dazu kommen dann die 2 weiteren Aufsteiger, die ja auch immer irgendwie als Abstiegskandidaten geführt werden müssen. Die Kölner haben das strukturelle Problem, dass es in ihrer Kicker-Saisonvorschau erst im 6. Textblock um die Neuzugänge geht... und dann auch nur kurz, man kehrt sehr schnell zu den Problemen auf der Führungsetage um Armin Veh und Toni Schumacher zurück. Dazu kommt der Fakt, dass man es geschafft hat als souveräner Aufsteiger seinen Trainer während der Saison zu entlassen. Als Tabellenführer. Ob Markus Anfang jetzt der richtige für die Bundesliga gewesen wäre, ist dabei eine hypothetische Frage. Aber man wäre auch mit ihm aufgestiegen. Und wenn man es nicht mal schafft eine Saison als Tabellenführer in der 2. Liga souverän über die Runden zu bringen, sondern kollektiv in Panik verfällt.
Wie die Saison der Kölner am Ende verlaufen wird, wird wie immer neben dem Platz entschieden. Aber auch deswegen sind sie immer ein Kandidat für einen spontanen Abstieg.
Und Union Berlin... wird wahrscheinlich seine eigene Vorschau brauchen, mal gucken. Auf dem Papier haben sie sich, gerade für einen Bundesliganeuling, überraschend gut verstärkt und sich erstaunlich viel Erfahrung geholt. Das Problem daran ist: Sie haben sich hauptsächlich Erfahrung im Abstiegskampf geholt. Also Christian Gentner und Anthony Ujah sind halt die Form von Stammspielern, mit denen man unten rein rutscht, und die dann hinterher tolle Führungsspieler Interviews geben können. Und Neven Subotic... also genau genommen war es eine der größten Auszeichnungen für den jungen Matts Hummels, dass der Subotic brillant aussehen lies... seit dem er nicht mehr neben dem Weltmeister spielen darf, sieht es aber eher dürftig aus.
Für Union sind das schon alles tolle Transfers. Die den einen oder anderen erfahreneren Trainer ins Grübeln bringen, wie sich die Berliner das eigentlich leisten können... Aber ich habe eher das Gefühl, dass sie sich Veteranen über ihren Zenit geholt haben und dafür könnten sie dann teuer bezahlen müssen. Also in einem Normalen Abstiegskampf.
Dann... kommen auch schon die Augsburger, die sich mit einer 1:8 Klatsche aus der Vorsaison verabschiedet haben. Solche Niederlagen zum Saisonausstand gönnt sich nur die Hertha in wirklicher Regelmäßigkeit. Bei allen anderen Mannschaften sind das Symptome für größere Probleme, die man auch mal in Ruhe analysieren müsste.
Ich muss da ja, weil ich die unnützen Daten, die ich mir merke, ja mal irgendwo anbringen muss, an die letzte Gute Bundesligasaison des Karlsruher SCs denken, die sich 2008 mit einem 0:7 gegen den Hamburger SV in die Sommerpause verabschiedeten... Und im Jahr darauf direkt abstiegen...
Und der Kader wirkt jetzt schwächer als in der Vorsaison, wo es auch nur gerade so reichte, obwohl der eine oder andere Abgang wie Max oder Gregoritsch noch kommen könnte. Aber man kann ja erfolgreich darauf setzen, dass die Konkurrenz noch schwächer geworden ist.
Dazu kommen dann halt Mannschaften wie Mainz und Freiburg, bei denen ein Abstieg immer mal passieren kann. Also die wollen zur Top 20 des Landes gehören und regelmäßig Bundesliga spielen, was bei ihren Möglichkeiten auch durchaus realistisch ist. Aber dieses Jahr ist die Konkurrenzsituation so, dass ein Abstieg einer dieser beiden Mannschaften eine herbe Endtäuschung wäre, weil es halt 4 oder 5 Mannschaften gibt, die eine deutlich schlechtere Ausgangsposition haben. Dazu kommt der eine Überraschungsgast im Abstiegskampf, der immer unerwartet mit unten rein rutscht. Und wenn man diese Ausgangssituation erreicht, muss in dieser Liga einiges falsch gelaufen sein.
Natürlich wird das niemanden auffallen, weil das relative Niveau (oder der Mangel dessen) immer noch zu einem spannenden Abstiegskampf führen kann. Aber wenn, was uns ja am anderen Ende alle einreden wollen, die Liga in der Spitze wirklich besser geworden ist, wird es jede Menge einseitige Spiele mit eindeutigen Ergebnissen geben. Was die Fans von Bayer Leverkusen begeistern wird, allerdings... nun ja... sind das halt nicht sooo viele...
Um mal mit so einer provokanten These aufzuhören: Der SC Paderborn beendete seine "beste" (weil einzige) Bundesligasaison mit 31 Punkten. Die werden dieses Jahr nicht mehr Punkte holen, aber tabellarisch besser abschneiden...
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