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Dienstag, 27. Mai 2025

Immerhin ist es mittlerweile wieder spannend.

Und hochgradig emotional. Also genau dafür hat man ja das Geld ausgegeben.

Also nachdem die Relegation zwischenzeitlich doch zu einer langweiligen Pflichtveranstaltung zu verkommen drohte, bei dem der Bundesligist im Zweifelsfall mit 5:2 oder 6:1 Toren gewinnt, waren die letzten beiden Jahre wieder richtig brutal.

Düsseldorfs wurde der verdiente Aufstieg im Elfmeterschießen verwehrt. Elversberg kassierte jetzt das entscheidende Tor 12 Sekunden vor dem geplanten Abpfiff. Knapper geht es nicht. Das war ja besser, als das Europa League Finale! Großartig!

Nein... immer noch beschissen. Also ich finde ja nichts schlimmer, als "Traditionsfans", die diesen Scheiß jetzt feiern, weil die Spiele zur allgemeinen Überraschung tatsächlich gut und wirklich spannend war. Aber genau deswegen funktioniert der Scheiß ja: Weil wir uns am Ende doch catchen lassen und mitfiebern.

Mein größter Respekt geht dabei nebenbei an die Fans von Eintracht Braunschweig, die als höherklassiger Teilnehmer trotzdem die Abschaffung und damit ihren eigenen Abstieg fordern. Wenn die jetzt noch verstehen, dass ein Spielabbruch genau diesen Zweck erfüllen würde und es damit in ihrer Hand liegt...

Was aber, wo ich die letzten Minuten tatsächlich gesehen habe, wirklich beeindruckend war: Man konnte endlich mal sehen, was alles so im Hintergrund passiert. Denn das Stadion war ja mehr so auf Landespokal-Niveau und man konnte die parkenden Produktions-Trucks im Hintergrund erkennen. 

Viel wichtiger und weniger zynisch: Die Reaktion des Stadions war großartig. Wenn ein Traditionsverein dieses Tor kassiert hätte, wäre das Stadion eskaliert. Eine Hundertschaft der Polizei wäre schon vorher in Position gewesen, um einen Platzsturm zu verhindern. Pyrotechnik wäre das geringste Problem gewesen. Das gehört eigentlich so sehr zum Standard, dass selbst die BNDler da mitmachen. Hier ist die Hauptstadt Version. Ein 30 Minuten Highlight Video. Dann haben wir noch einen relativ kurzen Platzsturm der Karlsruher nach Abpfiff. Und Screenshots aus Braunschweig. Und natürlich haufenweise Feuerwerkskörper, die auf Ordner geworfen werden. Das sind Bilder, die irgendwie einfach dazu gehören.

Und dann wurde gestern direkt nach Abpfiff den Heidenheimern gratuliert. Die Elversberger Fans haben ihre Mannschaft gefeiert. Die Stimmung war emotional, aber friedlich, obwohl man gerade für ein paar Millionen um den Aufstieg betrogen wurde. Nur um ein Mal zu beweisen, dass das durchaus geht. Dass Gewalt bei weitem nicht der einzige Weg ist, seine Emotionen zum Ausdruck zu bringen.

Aber jetzt werden alle behaupten, dass das ja keine richtigen Fans sind... weil... ähm... die nicht genug gelitten haben. Oder so.

Donnerstag, 22. Mai 2025

Sie haben es wirklich geschafft!

Und das ganz ohne meine Hilfe! Ich wollte ja nicht in den laufenden Wettbewerb eingreifen. Oder ich weiß noch nichts von meinem Glück.

Jedenfalls habe ich kein Beyoncé Ticket für London, und Tottenham spielt trotzdem in der Champions League. Was für einen Big 6 Klub vielleicht gar nicht so ungewöhnlich klingt, allerdings mussten sie dafür einen Titel holen. Zum ersten Mal seit der Saison 2007/08. Jetzt muss Umse seinen "Ich hab immer noch kein Titel, so wie Tottenham" Zeile umarbeiten. 

Noch viel drastischer: Auf einmal wartet Arsenal seit über 10 Jahren auf eine Trophäe. All die Witze, die die jahrelang gemacht haben, kommen jetzt zurück.

Alles, was Tottenham dafür machen musste? Nun ja: Ihre schlechteste Premiere League Saison aller Zeiten spielen. Man liegt da gerade auf Platz 17 und hat 38 Punkte gesammelt. Selbst wenn die ihren völlig irrelevanten Saisonabschluss gewinnen sollten, werden sie nie weniger Punkte geholt haben. Random Fun Fact: Die sind mal mit umgerechnet 45 Punkten abgestiegen.

Falls Arsenal also die nächste Saison völlig in den Sand setzt, kurz vor der Abstiegslinie rumgurkt und auf den St.Totteringham's Day scheißt, machen die das um endlich wieder einen Titel zu holen.

Und es war ja nicht nur Tottenham. Auch Gegner Manchester United zog das "Wir verkacken die Saison so krass, dass sie nur mit einem Titel gerettet werden kann" Konzept fast komplett durch. Die liegen in der Liga ein Punkt vor Tottenham, deswegen hatten sie im Finale keine Chance.

Aber das krasseste: Beide Teams haben den Klassenerhalt frühzeitig gesichert. Denn zwischen ihnen und den 3 Aufsteigern liegen nochmal 13 Punkte. Ich mache mich zu oft über die Lage in der Bundesliga lustig, dabei ist es in England alles noch viel krasser. Und offensichtlich viel kaputter. Denn auch letztes Jahr stiegen alle 3 Absteiger sofort und mit mindestens 8 Punkten Abstand wieder ab.  

2023 war der eine Ausreißer: Alle 3 Aufsteiger konnten da die Klasse halten. In den Jahren davor ging es meistens für 2, mindestens für eine Mannschaft sofort wieder runter.

Southampton hat sich nebenbei vor den eigenen Fans dafür feiern lassen, dass sie mit einem Unentschieden gegen Manchester City keinen neuen Negativ-Rekord aufgestellt haben. Also wenn ihr sehen wollt, wie der Fußball zerstört wird, weil die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht... schaut nach England.

Vor der eigenen Haustür zeigt sich die Absurdität der Kommerzialisierung im Duelle Heidenheim gegen Elversberg. Genau für diesen Klassiker haben die Fernsehstationen damals doch das Geld auf den Tisch gelegt! Das wollen wir doch alle unbedingt sehen: 2 höchstwahrscheinlich grausame Partien zwischen 2 Mannschaften, die kaum jemand auf einer Deutschland-Karte finden würde. 

Wie schlimm ist die Lage? Die Deutsche Bahn macht sich über die erwarteten Auswärtsfans lustig! Und Heidenheim kontert mit "Die passen in einen Kleinwagen!". Das ist nicht der Flex, den ihr denkt. Denn wenn wirklich viele Fans haben würdet, kämen die garantiert nicht pünktlich zum Spiel, wenn die alle den PKW nehmen, weil dann alle im Stau stehen. Auch Busse hätten bei den richtigen Traditionsfans denselben Effekt.

Nebenbei wird ja auf beiden Fußballfeldern im Saarland jetzt die Relegation ausgetragen. Was beeindruckend ist, wenn man bedenkt, dass das gesamte Bundesland die Fläche von 2 Fußballfeldern hat. Ganz Deutschland guckt aufs Saarland... oder so.

Wobei Saarbrücken gegen Braunschweig ja wenigstens nach großer Bundesligageschichte klingt. Wenn Braunschweig jetzt wirklich an dieser reinen Kommerzialisierung scheitern würde, wäre das nebenbei herrliches Karma. Schließlich hat die Eintracht damals als erste Mannschaft mit Trikotwerbung Geld verdient. Die haben quasi die Büchse der Pandora geöffnet und müssen sich jetzt mit den perversen Geistern, die sie riefen, selbst beschäftigen. 

Ich warte derweil weiterhin auf die große Protestwelle der deutschen Fans, die diese reine Kommerzveranstaltung endlich wieder abschaffen. Wenn man nicht nur ein verlogener Haufen wäre, hätte man das direkt nach der Abschaffung der Montagsspiele in Angriff genommen. Und vor einem Projekt 15:30. Aber 90% aller Bundesligafans denken sich halt doch "Betrifft mich ja nicht, da können wir das Geld doch mitnehmen und in neue Spieler stecken."

Mittwoch, 7. Juni 2023

Es ist schon faszinierend,

 Wie sehr man sich im Hamburger Umfeld daran gewöhnt hat, dass man die Klasse hält. Also klar, als "Erfolg" wird das noch nicht gefeiert, aber selbst der vorher so vollmundig den Aufstieg versprechende Tim Walter weist hinterher darauf hin, dass der Unterschied zwischen dem HSV und dem VfB Stuttgart halt verdammt groß geworden ist.
Ok, das eigentliche Problem ist eher, dass man Darmstadt und Heidenheim nicht mehr hinter sich lassen konnte.

Nebenbei ist der HSV echt der einzige Verein, der sich, während er an der Relegation teilnimmt, über diese beschwert. Und deren Fans dann so in den Kommentarspalten: "Wir waren ja schon immer dagegen und können gar nichts dafür, dass die DFL das eingeführt hat"... während genau diese DFL gerade daran gescheitert ist, eine 2/3 Mehrheit für einen Investor zu finden. 

Aber vergleicht einfach mal Tim Walters Haltung zur Relegation mit der von Markus Kauczinski. Einem Trainer, der gerade in seiner dritten Relegation war. Zum zweiten Mal als Unterklassiger Verein. Oder anders ausgedrückt: Das ist die arme Sau, die damals um seinen Bundesligaaufstieg betrogen wurde, weil es einen mehr als fragwürdigen Freistoß für den HSV gab. Der sagte vorher trotzdem "Wir haben davon geträumt, solche Spiele zu machen." Das ist die Haltung, mit der man den Gegner mit 4:0 aus dem Stadion schießt.  

Aber Bielefeld ist ja aus einer anderen Sicht interessant. Denn selbst die V-Männer brennen hinterher ihr eigenes Stadion ab... Wobei man das natürlich verstehen muss, denn wahrscheinlich ist dieser Verein ja ein Resozialisierungsprojekt für V-Männer, die zu Dynamo Dresden geschickt worden sind und jetzt wieder irgendwie auf die normale Gesellschaft losgelassen werden sollen. Da parkt man die ein paar Jahre in Bielefeld, damit die wieder klarkommen... und dann gibt die DFL denen so einen Flashback Trigger. Das waren keine Ausschreitungen, das war PTSD!

In Hamburg sind die Fans mittlerweile so weit, dass sie ihrer Mannschaft, die in der Summe mit 1:6 abgeschlachtet wurde, mit Applaus verabschieden. Keine Randale, keine Spielunterbrechung, keine Verletzten. Kein völlig aufgelöster Fabian Klos vor dem Mikrofon. Kein "Das Spiel stand kurz vor dem Abbruch." Das ist nicht mehr meine Relegation.

Ich dachte, der einzige Grund, warum wir das machen, ist die Eskalation auf den Rängen. Denn schlechten Fußball kann ich ja das ganze Jahr über in der Bundesliga sehen. Aber die wirklich krassen Ausschreitungen bringt mir nur die Relegation!
Und die HSV-Fans so: Ach, was soll's, dafür gibt es nächstes Jahr ein Derby. Ist schön hier. Und mehr Spiele gewinnen wir in der 2. Liga auch hin und wieder. Das ist doch lustiger, als in der Bundesliga auf Platz 15 rumzugurken...

Das lustigste ist diese Kicker Zusammenfassung mit dem Titel "Auf dem Weg zum Zweitliga-Dino". Auch wenn dieser Beitrag den entscheidenden "Die sind in ihrer Vereinsgeschichte noch nie aufgestiegen" Information fehlt. Mal ganz ernsthaft: Warum ist das keine größere Sache? Warum bin ich der einzige, der darauf hinweist? Was machen die ganzen Meme-Ersteller beruflich? Das ist einerseits faszinierend, andererseits halt extrem lustig. Deswegen verstehe ich nicht, warum das sonst keiner aufgreift.

Aber auch ohne diesen elementar wichtigen Hinweis ist der Beitrag einfach extrem unterhaltsam. Also nur noch Holstein Kiel und der FC St. Pauli haben gerade mehr Zweitligajahre am Stück vorzuweisen. Beiden ist, im Gegensatz zum HSV, zuzutrauen, dass sie die Liga verlassen... es steht nur nicht ganz fest, in welche Richtung. Und dann die absolute Perle. Trommelwirbel Bitte:

"In der kommenden Saison werden sie wahrscheinlich aber klettern."

 Der Kicker traut ihnen tatsächlich zu, in der nächsten Saison 8 Punkte einzufahren und damit auf Platz 60 zu steigen. Aber so ganz festlegen will man sich da noch nicht. 

Also ich als Optimist traue denen ja schon so 50 Punkte zu. Mindestens. Wäre ja auch langweilig, wenn die sich wirklich schon im Februar aus dem Aufstiegsrennen verabschieden. Damit ist die entscheidende Frage nicht, ob sie "klettern", sondern ob sie Eintracht Frankfurt mit ihren 357 Punkten einholen können. Ich hab an der Stelle mal kurz nachgeschlagen, ob, für die Poesie, die Eintracht zeitgleich den HSV in der ewigen Bundesligatabelle überholen können, aber 250 Punkte werden die nicht in einer Saison holen.

Frankfurt einzuholen, ohne aufzusteigen, wäre nebenbei wirklich episch. Also es würde den "Unaufsteigbar" Mythos weiter verstärken. Denn dann hätten beide Verein 6 Jahre in der Zweiten Liga verbracht und ungefähr gleich viele Punkte gesammelt. Nur ist die Eintracht in ihren 6 Zweitligajahren mit im Durchschnitt 59,5 Punkten pro Saison nur ein Mal nicht aufgestiegen: In der Saison 2001/02, die wohl als schlechteste der Vereinsgeschichte in den Annalen steht, wurde man Siebter.

Der HSV holt im Schnitt 58,8 Punkte und hat es trotzdem geschafft, nie aufzusteigen. Das ist eigentlich unmöglich, aber die schaffen das. Die schaffen das mit einer beeindruckenden Konstanz. Und nächstes Jahr spielen Schalke und hoffentlich die Hertha wieder mit um den Aufstieg, es wird also nicht leichter.

Als Letztes wollte ich nochmal erwähnt haben, dass sie zwischen den Rolling Stones und Beyoncé Knowles extra nochmal das Stadion "fußballtauglich" gemacht haben, denn eigentlich hatte die Konzertsaison schon begonnen. Für ein am Ende bedeutungsloses 1:3, welches nur für die Fernsehgelder und die Statistik ausgetragen wurde. Jetzt bleibt die Frage, ob der göttliche Segen der Besten den Verein retten kann.

Donnerstag, 1. Juni 2023

Wir sind moralisch flexibel.

 Wir wollten ja gar keine Relegation spielen, als wir ein Erstligist waren. Und wir können ja auch gar nichts dafür, dass die DFL das eingeführt hat. 

Das ist so ungefähr die Logik des Hamburger SVs und seiner Fans. Jetzt fällt ihnen auf ein Mal auf, dass die Relegation eine beschissene Idee war. Jetzt positioniert sich Tim Walter offen und fordert eine Abschaffung. Weil es ja unfair ist, dass man nach einer so guten Saison nicht aufsteigt... no Shit Sherlock.

Man sieht daran wieder wunderbar das Grundproblem der Relegation: Solange es mich nicht negativ betrifft, ist mir das egal. Aber wenn ich dann als unterklassiger Verein in diese Spiele muss, dann jammere ich, wie unfair das ist. Gerade als HSV hat man diese Option aber auf Jahrzehnte verspielt.

Um das mal festzuhalten: Die Relegation könnte ganz einfach abgeschafft werden. Es müssten sich nur mal die nicht direkt negativ betroffenen eindeutig dazu positionieren. Die Traditionsfans, die ja auch die Montagsspiele erfolgreich abgeschafft haben. Die Verantwortlichen, die die gerade erfolgreich gegen den Einstieg eines Investors gestimmt haben. Die Trainer, die nicht dran teilnehmen müssen.

Also wenn jetzt ein Frank Schmidt ein "Wir sind so froh, dass wir nicht in die Relegation müssen, denn der Scheiß ist einfach unfair und muss abgeschafft werden", könnte das eine gewisse Wirkung erzielen. Wenn jetzt auch die Fans des VfB Stuttgarts einen Protest gegen diese Spiele starten würden. Wenn die Dortmund Fans, die ja auch gegen das Geld des Investors waren, auch Spruchbänder gegen die Relegation aufhängen würden. Man hat an den Montagsspielen gesehen, wie schnell so was wieder abgeschafft werden kann.

Aber da gilt ja das Grundproblem: Betrifft uns nicht, interessiert uns nicht. Man muss hier zum hundertsten Mal festhalten: Diese Relegation wurde ausschließlich eingeführt, um die Fernsehgelder zu erhöhen. Es ist also genau das, was die Traditionsfans sonst bei jeder Gelegenheit ablehnen. Aber bei der Relegation haben sie einen blinden Punkt: Dass es die auch gibt, ignorieren sie einfach.

Das kann man ja auch an Tim Walter festmachen: Also wenn er Trainer des VfB Stuttgarts wäre, würde er ganz anders über diese Spiele reden. Wenn der HSV, absurdes Szenario, direkt aufgestiegen wäre, hätte er hinterher nicht für die Heidenheimer über die Relegation geklagt. Er macht das nur, weil er betroffen ist.

Dabei ist die Relegation doch wesentlich schlimmer als ein paar Montagsspiele im Jahr. Denn die Montagsspiele haben halt kaum einen Einfluss auf den geschlossenen Wettbewerb. Keine der an den teilnehmenden Mannschaften wird einen extremen Nachteil durch diese Spiele bekommen.

Wenn man sich dagegen den Karlsruher SC anguckt, denen die Teilnahme an der Bundesliga dank einer Fehlentscheidung verwehrt worden ist. Anstatt Abstiegskampf in der Bundesliga hieß es plötzlich Abstiegskampf in der 2. Liga. Und in seiner ersten Drittligasaison scheiterte man wieder an der Relegation an Erzgebirge Aue. Wir sprechen hier bestimmt über 30 Millionen Euro, die die Relegation diesen Verein gekostet hat.

Aber hey, jetzt wo die Montagsspiele abgeschafft und der Einstieg eines Investors verhindert wurde, haben die Fans ja jetzt freie Kapazitäten und brauchen ein neues Feindbild. Vielleicht richten sie den Fokus mal auf das wirklich Schlimme und Relevante. Und vielleicht positioniert sich Walter ja auch gegen die Relegation, wenn er 2025 direkt aufsteigt... mit der Hertha. Denn mit dem HSV wird das ja sowieso nichts werden.

Dienstag, 24. Mai 2022

Am Ende machen sie es wirklich

 Auch wenn sie sich alle Mühe gegeben haben um Anstand zu beweisen... ganz im Gegensatz zur Hertha, die plötzlich von S&M Vorlieben sprachen... wobei ich da echt verwirrt bin... Warum steht Fredi Bobic bei Mitgliederversammlungen auf den harten Scheiß, in der Relegation aber nicht? Kann man da selektiv sein? Oder muss man da nicht grundlegend drauf stehen.

Das eigentliche Highlight kam aber von Felix "Unabsteigbar" Magath, der direkt sagte "Das kann ich dann in einem halben Jahr nochmal versuchen..." Großes Kino. Und ich sag mal: Bei der Ruhe, die er während des ganzen Abenteuers ausgestrahlt hat, ist es gar nicht soo unwahrscheinlich, dass der "Wir rutschen überraschend unten rein" Verein, nennen wir ihn Schalke 04, im März wieder bei Magath anruft.

Aber zum eigentlichen: Tim Walter hat es dann wirklich getan. Der sagte nach dem Spiel tatsächlich folgendes: "Die Jungs haben das nicht verdient, der Verein hat das nicht verdient und die Stadt hat das nicht verdient." Wie kurzsichtig kann man sein? Wie egal kann einem die jüngere Vereinsgeschichte sein? Wie wenig Anstand kann man haben?

Also um das mal festzuhalten: Selbst als jemand, der die Relegation grundlegend ablehnt, weil sie zulasten des Zweitligisten geht, sage ganz offen: Wenn es ein Verein verdient hat, an der Relegation zu scheitern, dann dieser HSV. Aber so was von. Schließlich haben sie als Bundesligist 2 Mal von diesem Scheiß profitiert. Unter anderem von einer Fehlentscheidung in allerletzter Sekunde in Karlsruhe. Wer sich ein Mal in Leben auf so etwas berufen muss, hat jegliches "Das haben wir nicht verdient" verspielt. 

Ohne diesen Scheiß würde die nicht ins 5., sondern in ihr 9. Zweitligajahr gehen. Und als Trainer dieses Vereins muss es einem doch bewusst sein, dass dieser Verein diese Vergangenheit hat. Also der wird ja vorher bestimmt auch gesagt haben, dass man in der Relegation bis jetzt ja immer besser war. Wenn nicht extern, dann intern.

Es ist schon faszinierend, dass dieser absolut unfaire Scheiß mit 9 Jahren Verzögerung mal für so etwas wie "Gerechtigkeit" sorgt. Auch wenn natürlich auch die Hertha den Abstieg verdient gehabt hätte. Am Ende gibt es nur eine konsequente Lösung: Abschaffen.

Oder, was Manu Thiele letztens ins Gespräch gebracht hat: Liga interne Playoffs. Also Hertha gegen Stuttgart und Hamburg gegen Darmstadt... wenn der DFL dann auffällt, dass man dadurch 8 Spiele statt 4 ansetzen könnte, machen die das sofort. Aber leider reden die nicht mit Menschen, die gute Ideen haben... Aber immerhin laufen solche Ansagen mittlerweile offiziell auf dem ZDZ Sportstudio Kanal...

Nebenbei ist es, um den Bogen zu Bobic zu schlagen, echt faszinierend, wie masochistisch wir alle angelegt sind. Also es hat wohl noch nie ein qualitativ gutes Relegationsspiel gegeben. Also wo mindestens eine, im besten Falle aber beide, Mannschaften so richtig attraktiven Fußball spielen. Das ist jedes Jahr ein absoluter Grottenkick... trotzdem zahlen die Fernsehstationen dafür Millionen... und wir fressen das ja auch fleißig. 

So, und jetzt soll dieser Drecksverein endlich sein "Unaufsteigbar" Merch drucken. Macht es, ihr habt es euch verdient.

Mittwoch, 16. Februar 2022

Es trifft echt meinen Komiknerv

 Wie sich jetzt alle aufregen. Also angefangen bei Uli Hoeneß und aufgehört bei den Union Berlin Fans. Das ist einfach nicht zu erklären und so komplett willkürlich.

Also klar, an und für sich finde ich das gut. Und die Fanszene ist mittlerweile auch einfach ein bisschen weiter. Aber alle Argumente, die gegen die Playoffs vorgebracht werden, gelten halt auch für die Relegation. Nur werden sie halt nur gegen die Playoffs vorgebracht.

Ganz praktisch: Dieses "Wer nach 34. Spieltagen auf Platz X steht, steht da zurecht." Das gilt für alle DFL Teams... außer für den Tabellendritten der 2. Liga und die Tabellensechzehnten. Die müssen nochmal nachweisen, dass sie den Abstieg wirklich verdient haben. Weil ja eine absolut grausame Saison alleine nicht reicht. Wenn man dann noch bedenkt, dass Werder Bremen und der Hamburger SV trotz der Relegation später absteigen, wird nochmal deutlich wie absurd das alles ist.

Lasst uns an der Stelle auch nochmal festhalten, dass der 1. FC Heidenheim an der europäischen Auswärtstorregel gescheitert ist. Eine Regel, die mittlerweile leider abgeschafft wurde. Die aber bei innerdeutschen Reisen noch viel früher abgeschafft gehört hätte. Oder wenigstens bei den Geisterspielen ausgesetzt werden muss. Also ja, weil Heidenheim ohne jegliche Unterstützung der Heimfans zu Hause nur unentschieden gespielt hat, durften sie nicht an der Bundesligasaison teilnehmen. Wenn die Spiele andersherum angesetzt worden wären und das Rückspiel in Bremen stattgefunden hätte, wäre uns die letzte Bremer Bundesligasaison erspart geblieben.

Oder dass der Karlsruher SC durch einen "Da darf man nie Handspiel pfeifen" Freistoß um den Aufstieg betrogen worden ist. Die Relegation ist auch jenseits der systematischen Ungerechtigkeit voll von Ungerechtigkeiten, die im Zweifelsfall gegen die kleinen Pissvereine ausgehen. Da sich dadurch aber die guten Traditionsvereine retten können, stört sich da so richtig niemand dran.

Man will gar nicht wissen, wie groß der Aufschrei gewesen wäre, wenn Werder Bremen bei den Geisterspielen an der Auswärtstorregel gescheitert wäre. Oder wenn der HSV wegen einer fragwürdigen Schiedsrichterentscheidung absteigt. Aber still und heimlich atmet man ja doch durch und denkt sich: Zum Glück ist uns Heidenheim erspart geblieben, da hätten wir wirklich nicht hinreisen wollen...

Völlig absurd wird es ja, wenn sich die Union Fans fragen, was die Hopfen im Bier hatte. Die Berliner haben schonmal an einer Relegation teilgenommen. Klar, als einer der wenigen Zweitligisten erfolgreich, aber trotzdem könnten sie genaustens wissen, was die gesoffen hat. Denn genau von den Emotionen, die ihr da ohne euch zu beschweren durchgemacht habt, will sie jetzt noch mehr profitieren.

Und auch wenn Unions Kurve in den letzten Jahren deutlich nach oben geht: Es ist immer noch wahrscheinlicher, dass sie an einer Relegation um Liga 2 teilnehmen, als an einem Finale um die Deutsche Meisterschaft. Wo sind also die Proteste gegen das, wovon man selber schon betroffen war und wieder betroffen sein könnte? Legt los! Legt euch ins Zeug! Ihr habt das bei den Montags-Spielen geschafft, wenn ihr gegen die Relegation ähnlich vorgeht, schaffen die auch das ab. Aber irgendwie haben da ja alle Fans einen blinden Fleck auf dem Auge. Die ignorieren einfach, dass auch die Relegation eine reine Kommerzialisierung des Fußballs ist.

Nebenbei hat ja Hoeneß nochmal nachgelegt, dass es ja in keiner anderen großen Liga Playoffs gibt. Stimmt. Nur in kleinen Ligen  wird mit so etwas experimentiert. Die Einführung der Playoffs wäre auch das Eingeständnis, dass man keine große Liga mehr ist. Aber wisst ihr, was in Italien, England und Spanien auch nicht gibt? Eine Relegation zwischen Erst- und Zweitligisten. Also Frankreich hat da mittlerweile nachgezogen und diese Deutsche Idee importiert. Aber ursprünglich waren wir die einzige große Liga, die auf derartigen Scheiß gesetzt hat.

Und klar, in anderen Ländern gibt es Aufstiegsrunden innerhalb der 2. Liga. Aber dass dem Versagerverein aus der ersten Liga nochmals ein Rettungsring zugeworfen werden muss, haben auch wir eingeführt. Warum sollten wir bei den Playoffs nicht auch der Trendsetter und Vorreiter sein?

Oder aber ich bin konsequent und einfach gegen beides. Das "Die Tabelle nach 34 Spieltagen ist fair" gilt dann einfach wieder für alle.

Oh und nebenbei ist die Frage, wer Meister wird und wer "nur" die "Wenger-Trophy" bekommt. Also realpolitisch und wirtschaftlich gesehen. Alle Playoff Teilnehmer wären weiterhin für die Gruppenphase der Champions League gesetzt. Und klar, so dumm wie man sich derzeit anstellt, ist es nicht garantiert, dass dies so bleibt. Aber die Voraussetzung für die Meisterschaftsplayoffs wird immer sein, dass keiner aus der Champions League ausscheidet.

Wenn man das kurz mit einem verpassten Aufstieg in die Bundesliga vergleicht... also danach kann man seine Mannschaft nicht zusammenhalten, weil die Spieler natürlich trotzdem in die erste Liga wechseln wollen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man innerhalb von 2 Jahren in die Dritte Liga absteigt, ist größer, als ein erneutes Erreichen der Relegation. Also in Karlsruhe, Braunschweig und Kaiserslautern ist genau das passiert. Bei Holstein Kiel sah es dieses Jahr zu Saisonbeginn echt schlimm aus. Auf der anderen Seite hat nur der 1. FC Nürnberg den Aufstieg noch nachholen können. So eine Relegation kann für den Zweitligisten ein echter Genickbruch sein.

Und die finanziellen Auswirkungen. Also der Unterschied zwischen "Ich werde Meister" und "Ich nehme an der Champions League teil" ist marginal. Es ist wesentlich wichtiger, das Achtel- und Viertelfinale in diesem Wettbewerb zu erreichen, als sich den nationalen Titel in den Briefkopf zu schreiben. Die Bayern sind der nationalen Konkurrenz ja nicht so weit enteilt, weil sie sich frühzeitig aus dem internationalen Wettbewerb verabschieden, sondern weil sie als einzige deutsche Mannschaft konstant an der K.O. Phase teilnehmen. Deswegen wäre der eigentliche Schritt zu einer spannenderen Liga auch folgender: RB Leipzig und Borussia Dortmund müssen international so konkurrenzfähig werden, dass sie in Lostopf 2 landen und sich in 7 von 8 Jahren fürs Achtelfinale qualifizieren. Und dann muss noch einer der beiden jährlich ins Viertelfinale. Wenn das passiert, gibt es auch wieder eine spannende Meisterschaft. Der Rest hat darauf aber praktisch keinen Einfluss.

Aber den finanziellen Unterschied zwischen einem erreichten und verpassten Aufstieg kann man ja gerade sehr schön an Fürth und Kiel nachvollziehen. Also beide dürften ja aus der "5 Jahreswertung I" 0 Euro bekommen. Aber Fürth bekommt dieses Jahr 24 Millionen Euro aus den Fernsehverträgen, Holstein Kiel dagegen nur 11. Kiel hätte sein Fernsehgeld mehr als verdoppelt. 

Und während die designierten Playoff Teilnehmer aus Leipzig, Dortmund und München 13 Millionen in ihrem Saisonbudget kaum spüren dürften, liegt der Gesamtetat der Kieler unter 10 Millionen Euro. Zumindest ist die letzte Zahl, die ich finde, 9,1 Millionen... und das war vor der Pandemie, seitdem musste man weiter kürzen. Anders ausgedrückt: Mit einem Jahr Bundesligafernsehgeld hätte man die nächsten 2 Jahre Zweite Liga durchfinanzieren können. 

Wir regen uns also über "Juckt uns eigentlich nicht, wir verdienen dann mehr, auch wenn wir nicht Meister werden" Ideen auf, aber "Das verpassen könnte uns das Genick brechen" Ideen tragen wir widerstandslos mit. 

Und ja, ich verstehe einfach nicht, warum es nicht mehr Widerstand gegen die Relegation gibt, wenn man sich doch gegen alles andere positioniert.

Dienstag, 7. Juli 2020

Rapid Relegation Reaction

Immerhin... die allergrößte Peinlichkeit hat Werder Bremen sich in der 94. Minute erspart: Den Klassenerhalt in der Relegation ohne selbst erzieltes Tor zu schaffen. Das wäre auch mehr als passend gewesen, schließlich hat Bremen, wenn man die Spiele gegen hilflose Paderborner und vollkommen unmotiviererte Kölner (aka 2 Spiele am Rande der Wettbewerbsverzerrung) rausrechnet, in der Bundesligasaison 31 Tore erzielt. Das ist ein Wert, der praktisch nie zum Klassenerhalt reicht (außer man ist der Hamburger SV).
Nebenbei passierte einem all das, während man von einem überragenden Trainer, der für ansehnliches Offensivspiel steht, trainiert wurde... Trotzdem erzielte man vor dem Köln Spiel im Jahr 2020 in 8 Heimspielen EIN EINZIGES TOR! Eines.
Und weil das alleine nicht reichte, blieb das vom Offensivgenie Florian Kohfeldt trainierte Team gegen einen aufstrebenden Zweitligisten 180 Minuten lang ohne eigenen Treffer.
Das sind alles Dinge, bei denen man zugeben muss: Nicht mal der HSV hat das geschafft...

Und das bringt mich zu dem eigentlichen Skandal dieser Relegation. Also ja, auch der HSV hat es mal geschafft, nur dank der auswärts erzielten Tore die Klasse zu halten. Aber die haben wenigstens in einem ausverkauften Stadion vor einer hitzigen Kulisse gespielt. Nicht vor kurzzeitig 50 Fans, die wieder aus dem Stadion gebracht werden mussten.

Nur um das mal festzuhalten: Werder Bremen hält auf Grund der Auswärtstore eines Geisterspieles die Klasse. Nachdem die Bundesliga mit im Durchschnitt 2,3 Heimsiegen pro Spieltag eindeutig nachgewiesen haben, dass der Heimvorteil in der Corona Krise vollkommen irrelevant ist.

Ich bin ja praktisch seit Einführung der Relegation dafür, dass der Zweitligist einen relevanten Vorteil bekommt. Einfach als Anerkennung dafür, dass statistisch gesehen 3 von 4 Relegationsteilnehmer (Kiel, Union und Heidenheim definitiv) ihre historisch beste Saison gespielt haben. Dieser Vorteil wäre für mich sehr einfach zu definieren und umzusetzen: Steht es nach Hin- und Rückspiel Unentschieden, steigt der Zweitligist auf. Und ja, die "Europapokal Auswärtstor Regel" wird dafür auch ausgesetzt.

Es wäre auch einfach fairer, wenn der Zweitligist bei 2 torlosen Unentschieden den Aufstieg feiert. Also rein logisch gesehen. Denn der hat ja, wie schon erwähnt, eine herausragende Vorleistung gebracht. Während der Bundesligist meistens die schlechteste Saison seit 50 Jahren spielt. Wenn man dann also dem Bundesligisten eine weitere Chance gibt, sollte man wenigstens auch diesen Verein dazu zwingen, das Spiel aktiv zu gestalten. Das Geschehen selbst in die Hand zu nehmen. Was man auf Grund seiner deutlich besseren finanziellen Möglichkeiten auch eh können sollte.

Fun Fact: Mit dieser Regelung wäre der HSV 2 Mal an der Relegation gescheitert. Und jetzt Werder. Aber ich bin ja der einzige, der glaubt, dass man den Abstieg verdient hat, wenn man die schlechteste Saison seiner Vereinsgeschichte spielt...

Nebenbei wollte ich mal erwähnt haben, dass selbst die Schnarchnasen von der Uefa erkannt haben, dass die Auswärtstorregel nicht mehr zeitgemäß ist. Also selbst wenn Fans im Stadion sind. Ohne ist es vollkommen albern deswegen die Klasse zu erhalten. Wenn selbst die Uefa so was erkennt und ändern will... warum kriegt es dann die DFL nicht hin... Und ja, es wäre kein Problem gewesen beim Re-Start bekannt zu geben, dass die Relegation, wenn sie schon statt finden muss, dieses Mal ohne "Auswärtstor-Regel" kommt und es bei Gleichstand in die Verlängerung geht... weil der Heimvorteil "Fanunterstützung" halt ausfällt. Aber die denken ja mal wieder nur bis zur eigenen Nasenspitze...

Aber hey, immerhin wurde die Leihe von Davie Selke verlängert... und man muss 11 Millionen Euro Ablöse für Bittencourt und Toprak zahlen, hat sein Transferbudget praktisch schon aufgebraucht... Anders ausgedrückt: Wenn Kohfeldt nicht deutliche Fortschritte macht, wird das nächste Saison kaum besser werden.
Oder... die Gerüchte in Hoffenheim Bewahrheiten sich und dort hat man wirklich Interesse an diesem Jahrhunderttalent. Das könnte echt die eleganteste Lösung sein: Man kann den Trainer wegloben, Kohfeldt kann in einem neuen Umfeld und mit einem besseren Kader wirklich nachweisen, ob er so gut ist, wie viele glauben und Bremen kann den Neustart mit sagen wir Markus Weinzierl wagen. Also sie müssen darauf hoffen, dass sie die Augsburger Version von Weinzierl bekommen.

Nebenbei ist es echt lustig, dass die Relegation und das DFB Pokalfinale exakt gleich endeten: Mit einer minutenlangen Diskussion, ob das jetzt für einen Handelfmeter reicht oder nicht. Obwohl die Elfmeter vollkommen irrelevant waren. Ok, Werder hätte sich ein wenig besser fühlen können, wenn sie wenigstens ein Relegationsspiel gewonnen hätten. Das war aber die einzige Auswirkung dieser beiden Elfmeter. Obwohl... angeblich kann Bayer Leverkusen ja "stolz" auf seine Leistung sein, weil man immerhin 2 Tore gegen die Bayern erzielt hat, aber dazu morgen mehr.,.

Und während es in Heidenheim wenigstens nur eine Minute dauerte... vergingen in Berlin zwischen dem Handspiel und der Ausführung des Elfmeters 3 Minuten. Das ist einfach viel zu lange.
Absurder Weise hätte man auch einfach fix die Einstellung, die nachweist, dass die Abseitsentscheidung falsch war, einschieben können, den Vorteil nach dem fragwürdigem Handspiel weiter laufen lassen und dank der Torlinientechnologie den Treffer geben.
Also nur um das nochmal festzuhalten: Die haben 3 Minuten nach der Einstellung gesucht, die ein fragwürdiges Handspiel als Teil einer eh schon komplizierten Regel nachzuweisen... und wenn sie zu dem Schluss gekommen wären "War kein Handspiel", hätten sie dann noch 5 Sekunden gebraucht um die Abseitsstellung zu klären... Da wir in Deutschland sind, hätte man erst den Abstoß ausführen lassen, bevor der Schiedsrichter dann doch nochmal zurück zum Videowürfel geht... Weil wegen beste Liga und so.

Das sind die wirklichen Gründe, warum der VAR immer wieder so schlecht aussieht. Anstatt bei den einfachen und sinnvollen Entscheidungen einzugreifen, wird er bei Grauzonen und Unklarheiten angewendet. Und selten lag beides so dicht beieinander wie in diesen Sekunden.
Das echt keiner der Leute vor den Kameras auf die Idee kam: "Hey, lasst mal fix checken, ob das wirklich Abseits war, das kriegen wir schnell raus." Obwohl das offensichtlich die einfache und praktikablere Lösung war. Aber da landen wir wie immer beim Qualitätsproblem der Schiedsrichter: Ein guter VAR hätte den Schiedsrichter gefragt "Hat die Torlinientechnik angeschlagen? Ja? Dann lasst mal kurz das Abseits klären." Wir haben aber halt keine guten Schiedsrichter mehr.

Montag, 22. Juni 2020

Immer wieder faszinierend, wie kurzsichtig alle agieren.

Da reicht der Horizont halt gerade so bis zur eigenen Nase. Und dann wundert man sich, dass die Argumente nicht überzeugend sind.

Nehmen wir mal als Fallbeispiel 1: Dynamo Dresden. Ein Verein, der den Re-Start trotz persönlich schwieriger und unfairer Situation mitgetragen hat, denkt jetzt über eine Klage gegen den Abstieg nach. Weil man sich halt erst kümmert, wenn es einen selber betrifft... und es irgendwie auch zu spät ist. Das ist doch mal eine gute Perspektive in der Vereinsführung.

Und so wird in der Kommentarspalte des Kickers von einem "Opfermythos", der jetzt bedient wird, obwohl der Abstieg ja jahrelang vorbereitet worden ist.
Fakt ist halt auch: Dynamo hatte eigentlich die Kurve gekriegt und war vor der Pause auf einem guten Weg zum Klassenerhalt. Man hatte nach der Winterpause bereits 11 Punkte geholt, fast so viele wie in der gesamten Hinrunde. Und trotz des extrem fiesen Spielplans und den Verzicht auf eine Vorbereitung liegt man in der Rückrundentabelle auf Platz 14.

Und klar, dass der Rückstand aufs Rettende Ufer nach der Hinrunde so groß war, ist ausschließlich Dynamos Schuld. Dass ihnen die realistische Chance auf eine Aufholjagd genommen worden ist, dagegen nicht.

Lustig ist ja an der Stelle, dass Jan Reinold als Kicker-Redakteur auf Eintracht Frankfurt verweist, die einen fast genau so fiesen Spielplan hatten. Da gibt es aber einige gravierende Unterschiede: Erstens: Frankfurt hat als Europa League Teilnehmer mit einer derartigen Belastung gerechnet. Sie haben bereits im Vorjahr Erfahrungen mit vielen englischen Wochen. Und sie hatten halt auch die finanziellen Möglichkeiten einen entsprechend breiten Kader aufzustellen.Von Dynamo Dresden zu verlangen, dass sie ihren Kader so breit aufstellen, dass mit 9 Spielen in 29 Tagen klar kommen, ist einfach vollkommen absurd. Kurz gesagt: Die einen können einen Bas Dost von der Bank bringen, die anderen nicht... das ist ein elementarer Unterschied.
Dazu ist die psychische Belastung für die Frankfurter halt auch eine ganz andere. Die konnten es sich leisten von den Bayern 5 Gegentore zu kassieren. Oder das Derby gegen Mainz zu verlieren. Man stand trotzdem nicht in der Nähe des Abgrundes. Dynamo musste dagegen innerhalb von 7 Tagen 3 Spiele gewinnen um die Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Das ist eine ganz andere mentale Belastung.

Dennoch, nur um das festzuhalten, hat Jan Reinhold recht: Sich jetzt in die Opferrolle zu stürzten, nachdem man vorher immer pro Re-Start war, ist albern. Vor allem, wenn es eine ganz einfache Möglichkeit gegeben hätte, die man direkt als Lösungsvorschlag hätte anbieten können. Aber da hätte man ja ein goldenes Kalb für schlachten müssen... diesen einen unangenehmen Eiterpickel der fortschreitenden Kommerzialisierung angehen müssen. Das geht halt auch nicht.

Aber ganz ehrlich: Wie hätte die DFL reagieren müssen, wenn Dynamo den "Lasst uns den Re-Start der 2. Liga eine Woche nach hinten verschieben und die Woche der Relegation stattdessen für die letzten 2 Spieltage nutzen. Dafür muss die Relegation zwar abgesagt werden, aber das wären halt 4 Spiele, die für einen faireren Wettbewerb gestrichen werden. Mit Eurosport müssen wir ja eh erst noch eine Einigung erzielen, da ist das vielleicht gar nicht so schwer auf die Relegation zu verzichten..."

Mit diesem Vorschlag hätte Dynamo direkt proaktiv gehandelt. Und halt auch einen konstruktiven Lösungsansatz mitgeliefert. Und dem Fußball als ganzes etwas gutes getan, weil man seinen Beitrag zur Abschaffung der Relegation geleistet hat.
Und klar, man hätte in erster Instanz seine Rettungsaussichten verschlechtert, aber mit mehr Training und einem freundlicheren Spielplan hätte man auch Platz 15 holen können.

Aber man hat sich halt für das Kurzsichtige "Augen zu und durch, das wird schon irgendwie werden" entschieden. Nur um hinterher dann zu jammern, als man die Augen aufmachte und feststellte, wie beschissen die Situation ist...


Das wirklich lustige ist ja, dass das alles nicht nur am unteren Bodensatz der Bundesligatabellen passiert. Sondern auch am ganz anderen Ende des Leistungsspektrum. Denn bevor wir in der Sommerpause sind, macht Karl-Heinz Rummenigge das, was er am besten kann: Unmotiviert und sinnlos gegen die Länderspiele hetzen. Das beherrscht der. Und er macht es halt bei jeder Gelegenheit.

Also nur um das mal aufzuzählen: Die Nationalen Verbänden haben sich bisher seit dem Corona Ausbruch komplett zurückgenommen. Sie haben die Vereine machen lassen. Und die Vereine nehmen dann auch einfach mal alles mit.
Also kein "Wir beschränken uns erst Mal auf das nötigste und streichen die Relegation oder die Pokalwettbewerbe... nur die 8 Ligaspieltage, mehr nicht, dann ist Sommerpause."
Möglich wäre auch: Sein wir ehrlich, der Champions League Sieger wird eh mit einem großen Sternchen versehen... gerade wenn Leistungsträger vor dem Turnier schon gewechselt sein werden. Das ist doch eigentlich albern, lasst doch eher Vernunft walten und die 2020er Europacup Saison absagen.

Aber immer wenn der Rummenigge mit spielt oder zumindest mitkassiert, schreit er laut "Da sind wir dabei, das ist prima!" Denn das ist ja alles systemrelevant.
Wenn dann aber die Nationalmannschaften erstmals nach über 10 Monaten für 2 Spiele treffen wollen... dann ist das zu viel. Die Belastung zu hoch. Dann geht es auf ein Mal um das Wohl der Spieler. Da greift dann RB Leipzigs Markus Kösche zum "Das ist brutal und für die Gesundheit nicht gut"... und ja, wir reden von derselben Gesundheit, die uns bei Dynamo Spielern egal war... Oder gerade bei den Drittliga-Profis, die ebenfalls eine Extrembelastung durchmachen, egal ist.
Also um das mal kurz festzuhalten: Beim MSV Duisburg sitzt gerade ein Ersatztorwart im Feldspieler-Trikot auf der Bank, weil der Kader dank der ständigen englischen Wochen mit extrem vielen Verletzungen zu kämpfen hat. Aber da muss man halt durch...

Nehmen wir mal Jörg Schmadtkes Wortlaut: "Da geht es ums Geld. Die betroffenen spielen keine Rolle mehr." Es sei ein "unglaubliche Belastung auf Kosten der Spieler." Hier ist das faszinierende: Da hat er vollkommen recht. Das Problem ist. Er könnte sich im selben Wortlaut über die Fortsetzung der internationalen Vereinswettbewerbe aufregen.
Also ganz ehrlich: Als VfL Wolfsburg seine Spieler erst in eine kurze Pause zu schicken, um sie dann auf ein Europa League Turnier vorzubereiten, welches dann im ungünstigsten Fall nach einem Spiel beendet ist, ist absoluter Wahnsinn. Also vor allem für die Spieler. Am geilsten wird es für die Frankfurter, die ja nochmal antreten müssten um ein 0:3 aus dem Hinspiel auszumerzen. Auswärts. Vor einer Geisterkulisse. Da hat man doch so richtig Bock auf 14 Tage Vorbereitung. Dennoch steht der 6.8. als designierter Spieltermin bei Eintracht Frankfurt im Kalender. Wer als Verantwortlicher in einem Verein derartige Lösungen unterstützt, sollte hinterher einfach mal die Klappe halten, wenn andere auch mal wieder mitspielen wollen.

Also ja, es gäbe eine einfache Lösung für die derzeitige Überlastung des Rahmenterminkalenders: Einfach mal die internationalen Wettbewerbe aussetzen. Da verpasst man selbst im Idealfall 3 Spiele.

Oder aber man sagt: Die TV Gelder sind zu wichtig. Wichtiger als die Gesundheit der Spieler. Dann kann man sich aber nicht darüber aufregen, dass die Nationalen Verbände dies dann ähnlich sehen. Denn auch die haben Verträge, an die man sich halten muss. An der einen Stelle nur auf die Umsätze zu gucken und sich dann bei der nächsten Gelegenheit als großer Verteidiger der Gesundheit der Spieler zu stellen, funktioniert halt nicht.

Und nur um das mal festzuhalten: Den Bayern fehlen im Extremfall dank Corona 2 Heimspiele. Halt aus dem Champions League Viertel- und Halbfinale. Alles andere ist, ich sag das mal so, brutal durchgeprügelt worden. Und auch die Chance aufs Tripple hat man sich erhalten. Die Nationalmannschaften haben dagegen gerade ihre längste Länderspielpause seit dem Ende des 2. Weltkrieges. Also wenn der September-Termin gekippt wird, würde dies 12 Monate am Stück ohne ein einziges Länderspiel bedeuten. Und das hat es halt ungelogen seit 1950 nicht mehr gegeben.

Ich habe ja auch gar kein Problem damit, dass die Europapokalwettbewerbe zu Ende gespielt werden. Aber dann sollen mir die Verantwortlichen nicht ins Gesicht lügen und behaupten, dass die Gesundheit irgendwie wichtig wäre. Wenn die Elite das unbedingt will, dann sollen sie das durchziehen. Dann müssen sie sich halt Gedanken machen, wie sie ihren im schlimmsten Fall überlasteten Spielen im Dezember oder November eine Pause gönnen. Im Gegensatz zu Dynamo dürfte man dazu ja breit genug aufgestellt sein.

Und ja, wir reden hier nebenbei im Wesentlichen von 16 Mannschaften in ganz Europa, für die dann  die Nationalen Verbände Weltweit ihre Ansprüche komplett zurückstellen müssen. Nur weil diese paar Hanseln unbedingt die TV Milliarden verteilen müssen, dürfen 211 Nationalmannschaften nicht antreten. Das ist dann wohl die neue Solidarität, die wir uns von Corona erhofft haben: Wir stecken alle zurück, damit die paar Superreichen Vereine ihren Spaß haben können.

Donnerstag, 21. Mai 2020

Es ist wieder so weit

Wir haben den Zeitpunkt des Jahres erreicht, in dem hier die Abschaffung der Relegation gefordert wird. War ja auch aller höchste Zeit.

Wobei es dieses Mal, ich bin ja kompromissbereit, nur um ein einmaliges Aussetzen der Relegation gehen würde. Also ernsthaft, dass der  Scheißt jetzt trotz Corona unbedingt durchgezogen werden muss, ist mal wieder absoluter Wahnsinn. Vor allem wenn man bedenkt, dass die erst jetzt geklärt haben, wer das jetzt übertragen soll...

Der Grund, warum es absoluter Wahnsinn ist Dynamo Dresden und deren Zwangsquarantäne. Denn langsam wird ja deutlich, wie die Auswirkungen dieser Pause und der daraus folgenden Spielabsagen sind. Das Ergebnis: 9 Spiele in 29 Tagen. Mit effektiv 7 Tagen Vorbereitung. Das ist ein völlig absurder Plan.

Lustige Nebennotiz: Die DFL hat ja den Vereinen den guten Tipp gegeben, ihre Kader möglichst breit aufzustellen, damit sie auf solche Sondersituationen angemessen reagieren können... ähm... denen ist bewusst, dass es für eine Profimannschaft praktisch unmöglich ist sich während der Saison in der Breite zu verstärken? Die einzige Möglichkeit lautet: Seinen Kader mit Jungprofis, die überfordert sein werden, aufzufüllen. Guter Tipp.

Jedenfalls gibt es praktisch nur einen einzigen Grund, warum Dynamo unbedingt auf diese 9 Spiele kommen muss: Es gibt praktisch keine Möglichkeit die Saison noch um eine Woche nach hinten zu verlegen, weil in dieser Woche ja bereits die Relegation ausgetragen werden muss.

Nun werden einige darauf hinweisen, dass die Verträge ja am 30.6. auslaufen und die Saison deswegen an genau dem Wochenende beendet werden muss. Das würde natürlich stimmen. Aber dass die Relegationsteilnehmer dann nur mit ihrer halben Mannschaft auflaufen können, ist ja auch egal.
Anders ausgedrückt: Man hätte praktisch eine Lösung dafür gefunden die Zweitliga Saison um eine Woche zu verlängern. Und für die auslaufenden Verträge hätte man eine angemessene Lösung gefunden, mit der alle Einverstandgen gewesen wären.
Also praktisch sollte ein Spieler mit auslaufenden Vertrag für die Idee, dass er eine Woche Extraschichten schiebt, dafür aber sein Verletzungsrisiko sinkt, begeistern lassen.

Die vernünftige Lösung wäre also gewesen... Den Re-Start und das Ende der Zweitligasaison um 1 Woche nach hinten zu verschieben. Dadurch bei Dynamo den Druck vom Kessel zu nehmen, da sie dann ein Spiel weniger nachholen müssen. Und wenn es hinterher keine Interaktion zwischen 1. und 2. Liga gibt, ist es ja auch kein Problem, wenn die asynchron enden.

Und hey. wahrscheinlich hätten es sogar die TV-Anbieter verstanden, wenn dieses eine Mal auf Grund der höheren Umstände auf die Relegation verzichtet wird. Aber wie immer wurde darüber nicht mal nachgedacht.

Völlig absurder Weise wären Dynamos Chancen auf den Klassenerhalt wahrscheinlich sogar gestiegen, wenn es 3 direkte Absteiger geben würde. Obwohl dieser Vorschlag erst Mal dazu führt, dass sie einen weiteren Platz gut machen müssen. Da bringt einem direkt zum nächsten Detail:

WARTE WAS? Die wollen auch die Relegation zwischen Zweiter und Dritter Liga durchziehen? Was konsumieren die eigentlich? Also nur um den Idioten mal beim Zählen zu helfen: Es stehen noch 11 Spieltage in der Dritten Liga aus. Es gibt noch keinen Plan, wie der Re-Start der Dritten Liga aussieht. Aber vor Juni dürfte das nichts werden. Dann haben wir 30 Tage um 11 Spieltage durchzuziehen, damit man rechtzeitig zur angedachten Relegation fertig wird. Dafür müsste man alle 2,7 Tage spielen. Erscheint das irgendwie sinnvoll?

Das ist wieder einer dieser "Warum hat das niemand angesprochen?" Details. Warum gab es nicht mal den "Lasst uns mal über Auf- und Abstieg ohne Relegation für dieses Jahr reden" Vorschlag? Können wir mal mit den TV Stationen (oder mit unseren Rechtsanwälten) reden, wie viel uns das wirklich kosten würde?

Aber hey, man muss halt alle Hebel in Bewegung setzen, damit Werder Bremen trotz Florian Kohfeld die Klasse halten kann... Und buchstäblich alle möglichen Konflikte wurden einfach ignoriert oder bei Seite geschoben...

Freitag, 24. Mai 2019

Fußballfans sind ein verlogenen Haufen

Und da reduziert sich meine Leserschaft direkt auf 0. Guter Start in den Tag...

Aber ja, ich habe es gesagt: Gerade die Selbsternannten Gralshüter der Tradition sind im Endeffekt auch nur bigotte Egoisten. Wer hätte das gedacht.

Damit will ich nicht mal darauf hinaus, dass die Stuttgarter Fans am Ende einer Saison, in der ihnen "die ganze Saison nichts geboten" wurde, ihre Mannschaft auspfeifen. Sondern dass sie die Mannschaft nur auspfeifen und nicht mehr machen.

Nebenbei wollte ich mich bei der Gelegenheit den Eurosport Kommentator lobend erwähnen. Der hat mit "Das darf einem Bundesligisten nicht passieren" und "Jedenfalls hat das wenig mit Fußball zu tun" Aussagen die Stuttgarter Saison als Ganzes wunderbar zusammengefasst. Aber die Relegationsteilnahme ist natürlich so was von verdient, weil sie alles andere als eine grottige Saison gespielt haben.

Aber eigentlich will ich ja auf was anderes aus: Die Fans. Die ja immer voll gegen diese böse Kommerzialisierung des Sportes sind. Dass sie so was von dagegen sind, wenn der Fußball seine Seele verkauft. Und dass man da ganz dringend etwas gegen unternehmen muss... Außer es betrifft einem selber nicht... oder man ist mit anderen Dingen beschäftigt.

Also falls es irgendjemand tatsächlich ignoriert hat, hier die schockierende Wahrheit: Die Relegation ist nicht eingeführt worden, weil die Schalke Fans damals zitternd beim Public Viewing im Parkstadion saßen, unsicher ob sie Dortmund den Abstieg wünschen sollten oder doch lieber darauf hofften, dass es nächstes wieder ein Derby geben würde... Oder damit die Fans in Hamburg wenigstens ein Mal im Jahr ein wenig was von Europacup-Flair bekommen, weil die Auswärtstor Regel sie retten könnte... und wirklich niemand dachte an die Emotionale Achterbahnfahrt, die die treuen Fans (an einem Montag Abend, um das mal offensichtlich zu machen) im Stadion erleiden müssen.

Die Relegation wurde einzig und allein eingeführt, weil man dadurch mehr Sky und Eurosport Abos verkaufen wollte. Weil man in den Vertragsverhandlungen mit den Fernsehstationen dann mehr Geld raus schlagen konnte. Was ja jetzt nochmal deutlicher wurde, wo der Scheiß nicht im FreeTV gezeigt wird.
Die Allgemeine Reaktion des gemeinen Fußballfans: Ich komme nicht aus Hamburg oder Wolfsburg, was interessiert mich das. Obwohl die die Personifizierung der Kommerzialisierung des Fußballs ist... also genau das Symbol, welches man eigentlich nieder reißen sollte. Aber es betrifft einem halt nicht. Und wenn man dabei ist, kann man seine Zeit ja nicht mit so einen Scheiß verschwenden, da muss man seine Mannschaft unterstützen... Oder aus Wut das Stadion in Brand setzen, eines von beidem...

Das wirklich faszinierende ist ja: Die Fans haben gerade mit kreativen und gewaltfreien Protest bewiesen, dass sie als zahlende Kunden durchaus Einfluss auf die Entscheidungen der DFL nehmen können. Die Montags-Spiele wurden erfolgreich abgeschafft. Klopft euch auf die Schulter, was für ein großartiger Sieg.

Aber gehen wir das ganze mal Mathematisch an. Also es gibt 18 Bundesligisten und 5 Montagsspiele im Jahr. Also müssen knapp die Hälfte der Mannschaften an dem ganzen Scheiß schon mal gar nicht teilnehmen. Und genau genommen hat man als ach so schützenswerter Ultra was... 1 Auswärtsspiel alle 4 Jahre, dass man verpasst, weil man nach der Arbeit nicht mehr anreisen kann. Wenn man (wie gefühlt 80% der RB Leipzig Fans) eine längere Anreise zu Heimspielen hat, weil man auf dem Dorf wohnt, verpasst man zusätzlich alle 4 Jahre ein Heimspiel. Im Worst Case Szenario also alle 2 Jahre ein Spiel. Was für ein unerträglicher Zustand.

Andererseits... nehmen Montagsspiele keinerlei Einfluss auf die sportliche Integrität der Liga. Es bleibt ein geschlossener und fairer Wettbewerb. Also so weit man das bei den unterschiedlichen Wirtschaftlichen Voraussetzungen, die die Champions League schafft, noch fair nennen kann. Aber ob es Montagsspiele gibt oder nicht hat kaum einen Einfluss auf das Endergebnis und dessen Konsequenzen für die Vereine. Es ist also realistisch gesehen egal, ob sie stattfinden oder nicht.

Und natürlich ist mir klar, dass es den Fans dabei ums Prinzip geht: sie wollen eine weitere Zerstückelung des Spieltages verhindern. Und haben genau dort die Grenze des für sie Zumutbaren gezogen. Aber warum ist dem gemeinen Ultra die Relegation so egal?

Also die eine ebenfalls rein kommerzielle Veranstaltung, die den geschlossenen Wettbewerb aufbricht und einen massiven Einfluss auf die Entwicklung der Vereine nimmt. Nehmen wir hier mal Spaßeshalber den Karlsruher SC als Beispiel: Die hatten den Aufstieg eigentlich so gut wie sicher. Dann gab es einen aus deren Sicht mehr als fragwürdigen Freistoß und all das über 34 Spieltage (und dieses Mal sogar 180 Minuten in der Relegation) erarbeitet hat, wurde wegen einer falschen Schiedsrichterentscheidung und eines Geniestreiches zunichte gemacht.
Aber damit ja nicht genug: Anstatt seine eigentlich verdiente Bundesligazugehörigkeit zu feiern, stieg man 2 Jahre später in die 3. Liga ab, weil man, wie quasi jeder Zweitligist, seine Mannschaft nicht wirklich zusammenhalten konnte... Nur um dann im Jahr darauf wieder an der Relegation zu scheitern...
Jetzt, nach 2 Jahren dritter Liga, ist man wenigstens halbwegs in der selben Ausgangsposition wie nach der ersten Relegation. Und all das nur für nen paar Millionen im Fernsehvertrag... von dem man nicht mal was hat, weil man ja 2 Jahre dritte Liga spielt. Obwohl man sich eigentlich rein sportlich für die erste Liga qualifiziert hatte.

Aber das nimmt der gemeine Ultra einfach so hin. Er versucht es nicht mal mit Widerständen. Wo bleiben all die kreativen Aktionen, die die Montagsspiele untragbar gemacht haben? Warum wird nicht auch in diesen Spielen der Anstoß mit Klopapierrollen und Tennisbällen nach hinten verschoben? Oder besser noch: Warum nutzen die unbeteiligten Fans in den bedeutungslosen Spielen am 33. und 34. Spieltag nicht diese Gelegenheit um Solidarität mit den Relegationsteilnehmern zu zeigen. Mit einfachen und klaren Transparenten: "Für einen sportlich fairen und geschlossenen Auf- und Abstieg - Die Relegation abschaffen!"

Aber da könnte man sich ja als Ultra selber ins Fleisch schneiden. Selbst Schalke war dieses Jahr erschreckend dicht dran an einer Qualifikation für die Relegation. Und praktisch (und ja, ich gehe immer noch davon aus, dass Union am Montag verliert... Ich sage das jetzt auch explizit so. Vielleicht hilft's) wurde der 3. Abstiegsplatz abgeschafft...

Und da jedes Jahr einer der schlecht geführten Hochglanzvereine in diese Relegation rutscht, man sich vorher aber nie sicher sein kann, welcher... könnte man sich mit diesem Protest doch ins eigene Fleisch schneiden. Da hat ja keiner Bock drauf...
Also ich protestiere doch nicht gegen etwas, wovon ich im Zweifelsfall, wenn alles wirklich beschissen läuft, profitiere... Auch wenn die Relegation für alles steht, was ich verabscheue.... Ich bin doch nicht dumm... sondern halt einfach nur ein verlogener Haufen. Wie ich eingangs halt gesagt habe...

Donnerstag, 23. Mai 2019

Heute in unser aller Lieblingsserie:

Warum dürfen Leute, die sich so gar nicht mit Fußball beschäftigen, eigentlich professionell im Kicker schreiben... Season X Episode Y: Christian Biechele.

Ich sollte echt mal Buch führen, wie oft ich diesen Spruch eigentlich bringe... vielleicht nächste Saison.

Aber ja, Christian Biechele argumentiert am Montag gegen die Abschaffung der Relegation... weil man laut seiner Meinung "keine grottige Saison gespielt haben" muss um Drittletzter zu werden...
Theoretisch stimmt das sogar. Aber das ist praktisch dieselbe Theorie, die zur Mietpreisebremse den "der Markt reguliert sich selbst" Vorschlag bringt: Sollte klappen, aber hat aber mit der Realität nichts zu tun.

Lasst uns mal spaßeshalber die Relegationsteilnehmer der Letzten Jahre durchgehen und kurz analysieren, in wie weit man ihre Saison als "ordentlich", gerade gemessen an ihren Ansprüchen, bewerten kann:
1.) VfB Stuttgart, 20019, 28 Punkte: Dazu 3 unterschiedliche Cheftrainer. Einer von war Tayfun Korkut. Ich sag das mal so: Wer mit Korkut als Cheftrainer in eine Saison geht, der will doch absteigen. Oh und 28 Punkte für den Klassenerhalt ist im "So wenig hat noch nie für den Klassenerhalt gereicht" Ranking ganz weit vorne.

2.) VfL Wolfsburg, 2018, 33 Punkte: "Wir steigen ab, wir kommen nie wieder! Wir haben Bruno Labbadia! Und das war der Gute ihrer 3 Trainer in der Saison. Diese Mannschaft wirkte zwischenzeitlich so leblos, dass man sich echt gefragt hat, wie eine derart Zusammenstellung derart teurer Stars so einen Scheiß zusammenspielen kann...

3.) VfL Wolfsburg, 2017, 37 Punkte: Diese Mannschaft könnte fast einen Freifahrsschein bekommen... weil 37 Punkte echt ordentlich sind. Aber dann wird einem bewusst, dass die Valerien Ismael als Trainer angestellt haben, was sonst nur Nürnberg und Hannover versucht haben... anders ausgedrückt: das ist auch einer dieser Trainer, bei denen man es wirklich darauf anlegt, dass man in der Relegation landet. Oh und der Kader hat Namen wie Mario Gomez (als der noch ein Thema für die Nationalmannschaft war), Julian Draxler (der sich zugegebener weise nie für Wolfsburg interessiert hat) und Luiz Gustavo (der von den Bayern zwangstransferiert worden ist) in ihrem Kader. Das ist ein Kader, mit dem man eigentlich ums Internationale Geschäft mitspielen muss und trotzdem landete man hinter Mainz und Augsburg... Der einzige Grund, warum diese Mannschaft nicht so katastrophal aussieht, ist ja der Fakt, dass ihr Nachfolger sich noch dümmer angestellt hat.

4.) Eintracht Frankfurt, 2016, 36 Punkte: Die große Überraschung. Ein Mannschaft, deren bester Spieler Lukas Hradecky ist, dürfe tatsächlich mal mit 36 Punkten in einer Relegation landen. Da könnte man vielleicht wirklich von einer ordentlichen Saison reden. Aber bei genauerer Betrachtung landeten sie hinter Darmstadt und Ingolstadt... Wer hinter solchen Mannschaften, die in der Bundesliga (wie die Folgejahre ja zeigten) nichts verloren haben, landet, kann sich nicht beschweren, wenn er absteigt.

5.) Hamburger SV, 2015, 35 Punkte: Wenn es keine Zugabe gewesen wäre... aber der HSV qualifizierte sich 2 Jahre in Folge mit einer Mannschaft, die mindestens um einen einstelligen Tabellenplatz mitspielen muss, für die Zusatzrunde in der Relegation. Oh und man hatte 4 unterschiedliche Cheftrainer. Immer ein gutes Zeichen.

6.) Hamburger SV, 2014, 27 Punkte: Vielleicht muss man das einfach mal aussprechen: SIEBENUNDZWANZIG Punkte reichten für den Klassenerhalt. Und das in einem Kader mit Rafael van der Vaart und Heung Min Son. Ja, genau dem Son, der Tottenham gegen Chelsea ins Champions League Halbfinale geschossen hat und damit jetzt im Finale steht. Das faszinierndste am HSV ist es ja, dass sie Spieler um ihre HSV Stationen erstaunlich viele Erfolge hatten. Milan Badelj und van der Vaart sind zum Beispiel beides Vize-Weltmeister. Jonathan Tah und Kareem Demirbay sind hinterher deutsche Nationalspieler geworden. Pierre-Michel Lasogga... ist halt immer noch da... Trotzdem schaffte man es irgendwie nur 27 Punkte zu sammeln und trotzdem die Klasse zu halten...

7.) TSG 1899 Hoffenheim, 2013, 30 Punkte: All das nur, weil die bereits als Vize-Meister feststehenden Dortmunder zu dumm waren ihr letztes Heimspiel gegen den damaligen Klassenfeind aus Hoppenheim zu gewinnen... Einem Spiel, in dem Kevin Großkreutz im Tor stand.

Die Liste geht dann nebenbei mit Hertha BSC Berlin, Borussia Mönchengladbach, dem 1.FC Nürnberg und Energie Cottbus weiter. 3 von denen sind genau die Kandidaten, bei denen es passieren kann, dass sie (die Hertha damals als Aufsteiger) unten rein rutschen. Die Gladbacher... hatten nach der Hinrunde 10 Punkte. Wer ein derart schlechtes erstes Halbjahr spielt, kann sich halt nicht beschweren, wenn er absteigt...

Was lernen wir daraus? In den ersten 4 Jahren mag die Argumentation von Biechele halbwegs funktioniert haben. Aber seit dem... sein wir ehrlich: Nur in einer einzigen Saison (Eintracht Frankfurt, 2016) bettelte der Relegationsteilnehmer nicht förmlich um den Abstieg. Unternahm buchstäblich alles in ihrer Macht stehende um sich für die 2. Liga zu qualifizieren. Und das in einer immer schwächer werdenden Liga. Es waren, bis auf diese eine Ausnahme, jeweils Mannschaften, die mit wesentlichen größeren Ambitionen in die Saison gestartet sind und die dann komplett zusammengebrochen sind. Oder von gnadenlos überforderten Trainern angewiesen worden sind.

Wenn die Relegation noch, wie in den Anfangsjahren, aus Mannschaften wie Mainz, Freiburg oder Augsburg bestehen würde, könnte ich dem Kicker-Experten ja folgen. Aber diese Vereine müssen sich gar nicht auf dieses extra gespannte Rettungsnetz verlassen... Sondern es sind immer die Vereine mit wesentlich größerer Wirtschaftskraft... und mit katastrophaler Vereinsführung, Außendarstellung, Teamchemie, Trainern usw.-

Ich frage mich echt, wie man überhaupt nach einer Rechtfertigung suchen kann, dass man solchen Mannschaften noch mal einen Rettungsanker zuwirft.

Es gibt eine einzige schöne Sache an der Relegation. Dazu kommen wir... Morgen.

Freitag, 2. Juni 2017

Unfassbar, wie viel Glück die DFL gerade hat.

Also ganz ehrlich... wenn man sich die Nachrichtenlage um 1860 München gerade anguckt... Wenn die Gerüchte, dass die Spieler am Ende nicht mal bezahlt worden sind, stimmen... fragt man sich, wie man die 60er überhaupt antreten lassen konnte...

Jetzt... sollte man den Spielern als DFL für ihre Nicht-Leistung alle ausstehenden Beträge selber Überweisen. Einfach nur aus Dankbarkeit...

Ich meine, stellt euch mal vor, die hätten sich gewehrt... und Jahn Regensburg in die Knie gezwungen um die Klasse zu halten... Nur damit am nächsten Tag rauskommt, dass der Geschäftsführer Ian Ayre bereits vor dem Anpfiff zurück getreten ist... Weil er es ganze 4 Wochen mit Hasan Ismaik ausgehalten hat...

Und dann kommt am nächsten Tag die eigentliche Schlagzeile: Hasan Ismaik ist nur gewillt weiterhin Millionen in den Verein zu pumpen, wenn der Verein gewillt ist gegen die DFL Statuten zu verstoßen... was dieser überraschender Weise nicht kann... Das wir Ismaik wiederum mit ziemlicher Sicherheit nicht verstehen...

Ganz ehrlich, stellt euch mal die letzten Tage mit geretteten Löwen vor... Die dank des "ehrenamtlichen" Einsatzes ihrer Profis gerade Jahn Regensburg in der 3. Liga gehalten haben. Jetzt hat man dann einen Verein als Zweitligisten bestätigt, der keine Führungsetage mehr hat... und gleichzeitig keine Ahnung, wie er die Lizenz erhalten soll...

Und an der Stelle kommt ja das wirklich absurde: Man könnte ja sagen "Ist doch egal, dann steigt Regensburg halt doch auf"... ähm nein, wäre es nicht... Denn bei einem Lizenzentzug bekommt nicht der gescheiterte Relegationsteilnehmer die Zulassung für die entsprechende Liga... sondern erst Mal der Tabellen-17., also in diesem Fall die Würzburger Kickers...

Wenn ihr euch jetzt denkt, dass das ja ein völlig absurdes Beispiel ist, was so nie passieren würde... und wenn es passiert, wird bestimmt jemand dagegen vorgehen und solche absurden Regeln abschaffen... Dem sei gesagt: genau dies ist bereits passiert.

In der Saison 2012/13 scheiterte der VfL Osnabrück wie immer am Aufstieg in die 2. Liga. Dieses Jahr nur noch etwas knapper als sonst, nämlich in der Relegation gegen Dynamo Dresden.
Kurz darauf wurde bekannt, dass dem MSV Duisburg plötzlich die Lizenz entzogen werden muss... Und der Verein mit sofortiger Wirkung in die 3. Liga zwangsabsteigen muss... Was dann natürlich in logischer Konsequenz dazu führte, dass der Tabellensiebzehnte SV Sandhausen in der Saison 2013/14 doch wieder in der 2. Bundesliga starten durfte. Genau das ist die Logik und das Gerechtigkeitsverständnis der DFL... Auch wenn sie gefühlt eher in die Bananenrepubliken der Fußballwelt passen würde.

Und nur um mal zu erwähnen, wie weitreichend solche Entscheidungen sein können: Osnabrück verspielt seit dieser Saison jedes Jahr im April oder Mai den Aufstieg. Das ist das Einzige, worauf man sich in Liga 3 verlassen kann... und Sandhausen ist weiterhin eine Graue Maus in der 2. Liga... Alles nur, weil die DFL nicht den Anstand besaß im Fall einer Lizenzverweigerung den Relegationsteilnehmer in die Liga zu holen...

Jetzt stellt euch vor, wie absurd das wäre, wenn die Mannschaft ohne Lizenz auch noch in der Relegation gespielt hätte... wenn du als Regensburg an einer Mannschaft scheiterst, die sich einen individuellen Vorteil gönnt, den sie nicht bezahlen können... und du von der dafür fälligen Strafe nicht mal profitierst...

Wenn das nicht der Sargnagel der Relegation gewesen wäre... also allein schon dass dies in der Liga 2 ein viel zu realistisches Szenario darstellt...

An der Stelle möchte ich nebenbei auch ein Mal erwähnen, dass im Kicker wirklich der Satz "Die überflüssige Relegation" gedruckt worden ist. Bei denen ist tatsächlich angekommen, dass diese besondere Drucksituation immer wieder Überreaktionen der Fans hervorrufen wird. Und es wird sogar offen darüber nachgedacht, ob man die Relegation in der Derzeitigen Form nicht durch Aufstiegsspiele wie in England ersetzt. Möglichst auf neutralem Boden und dann halt nur mit den besten Zweitligisten... Unser Innenminister wird sogar direkt gefragt, ob eine Abschaffung nicht "ein erstrebenswertes Ziel" wäre...  Es macht sich echt jemand solche Gedanken, bevor ein Fan bei sinnlosen Ausschreitungen wirklich zu Schaden kommt. Ich bin begeistert, denn damit hätte ich wirklich nicht gerechnet...
Und ja, in dem Moment, in dem sich Thomas de Maizière zum Thema Relegation äußern muss, läuft definitiv was schief...

Mittwoch, 31. Mai 2017

Und die DFL so "Damit haben wir nicht gerechnet!"

Das hätte uns ja mal jemand sagen können.

Das war ja echt nicht vorherzusehen...

Ich meine ernsthaft... wer hätte das gedacht?

Also dass es noch Menschen gibt, denen die Frage ob man auf- oder absteigt wichtig ist... Klar, in den Vereinen tun die alle so... Und Mario Gomezs Jubeleinlagen waren echt überzeugend... also beinah... also bis einem bewusst wird, dass er im Abstiegsfall seinen Berater eine "die Politische Lage in Wolfsburg ist mir wirklich zu unsicher, ich weiß nicht, ob ich hier bleiben will" Nachricht veröffentlichen lässt...

Was natürlich total nachvollziehbar ist... also als bewusst lebenden Mensch wie Gomez... dem muss irgendwann auffallen, dass statistisch gesehen jeder Smog verursachender Volkswagen ein Mal an ihm vorbei gefahren wird... Da kann man ja gar nicht wissen, wie viele Gift man jeden Tag im Trainingslager einatmen muss...

Andererseits... hat Gomez halt selber gegen jede Abgas-Norm verstoßen... also dass der sich hinterher wirklich gewundert hat, dass die Braunschweig Fans ihn auspfeifen... nach dem er ihnen den Stinkefinger über die Medien gezeigt hat... Also liebster, hier ein eigenes Genre schaffender, Mario: Falls es dich in diesem Sommer wirklich aus Wolfsburg weg ziehen sollte... fahre nicht über Braunschweig... da lynchen die dich für deine "Na ja, passiert halt, ist mir aber auch egal" Aussage.


Aber... darum geht es ja gerade gar nicht....

 Es geht um diesen neuen Tiefpunkt der Fankultur. Mit der natürlich wirklich niemand rechnen konnte. Also wirklich... dass die Fans ausrasten, wenn ihre Mannschaft in einem Heimspiel die Ligazugehörigkeit verspielt... in einem Derby... das ist ein neuer Tiefpunkt...

Da hängt wirklich jemand an dem Verein, das müssen wir abschaffen. Diese dummen Braunschweig und 1860 München Fans müssen endlich mal in der Gegenwart ankommen: Wenn euer Verein das mal so richtig verkackt und die DFL euch dann noch durch eine emotionale Folter schickt... dann habt ihr euch verdammt noch mal ruhig zu verhalten und euch gesittet einen neuen Verein zu suchen...

Ich meine verdammt, ihr seid Münchener... Ihr könnt euch dasselbe emotionale Drama mit glücklichem Ausgang morgen in Unterhachingen angucken... und wenn das auch nichts wird, dann beißt halt in den sauren Apfel und werdet verdammt noch mal endlich Bayern Fans, wie sich das gehört... Also wie sich das im Sinne der DFL, die noch nie irgendwas von Emotionen gehört hat, gehört... Stellt euch nicht so dumm an... Es ist doch nicht so schwierig...

Nebenbei... geht der Kicker.e Artikel sogar "gut" los: "Das Bild, das sich aber dem Betrachter bietet, ist einfach nur beschämend für den Sport, für den Fußball." Gut er setze natürlich etwas zu spät ein... dass sowohl Braunschweig als auch Regensburg diesen Zirkus überhaupt mitmachen mussten, ist das eigentlich beschämende...

Und ja, die "Fankultur" schießt halt zurück. Nicht in der organisierten Form, in der ich es mir erwünscht hätte (dann würden die Stadien leer bleiben und die "Boykottiert die Relegation" Banner zu jedem RB Spiel rausgeholt werden). Aber doch so, wie es einfach nur erwartbar war.

Natürlich ist das Verhalten sowohl der Braunschweiger als auch der Münchener Fans falsch. Kein Thema. Aber... warum provoziere ich so einen Scheiß als DFL? Wenn ich genau weiß: Das einzig relevante, was bei so einer Ansetzung jemals passieren wird, werden Ausschreitungen sein...

Hier ist nebenbei der ultimative "Wie schaue ich eine Relegation richtig" Guide:
1. Ignoriert das Hinspiel.
2. Schreibt eich die Anstosszeit des Rückspiels auf.
3. Hofft, dass Helene Fischer keinen Halbzeitauftritt bekommt.
4. Schaltet zur Schlussphase ein.
5. Hofft, dass das Heimteam verliert.

Dann kriegt ihr wenigstens nen paar Ausschreitungen zu sehen. Und hey, wenn ihr mega Glück habt. gibt es die Eskalation sogar, obwohl das Heimteam aufsteigt. Weil dann beide auf die Kacke hauen.
Und ja, jetzt tun alle so, als wäre das eine neue Dimension. Weil sie ein selektives Kurzeitgedächtnis von hier bis zum eigenen Klassenerhalt haben. Aber es gab halt schon mal ein Relegationsrückspiel, in dem die letzten 5 Minuten reguläre Spielzeit 45 Minuten Sendezeit verbrauchten. Das ist keine neue Dimension. Sowohl 1860 als auch die Eintracht waren noch relativ gediegen...

Und ja... wenn wir die Relegation irgendwann wieder abschaffen, wird sie für eine einzige Sache in Erinnerung bleiben: Sinnlose Fan Ausschreitungen. Denn sein wir ehrlich: Wegen des Fußballs guckt das keine Sau.

Da sollte die DFL wenigstens so ehrlich sein und zugeben: Genau dieses Spektakel haben wir gewollt.
Und machen wir uns nichts vor... der "neutrale" Fan guckt diese Spiele im wesentlichen wegen der Fanausschreitungen. Sonst gibt es da ja auch nichts zu sehen.

Jetzt wundern die sich alle, dass sie genau das kriegen, was sie bestellt haben: Dass der Mob bei Hochsicherheitsspielen, die unnötig angesetzt werden, ausrastet.

Nebenbei... wären dass genau die Polizei-Einsätze, die ich als "teilnehmende Stadt" der DFL wirklich in Rechnung stellen würde. Also guckt euch einfach nur mal an, wie verdammt groß das Polizeiaufkommen bei so einem Spiel sein muss... und rechnet nach, wie verdammt regelmäßig die in der Relegation gebraucht werden. Und dann fragt euch als Stadt wie Braunschweig, ob ihr das wirklich bezahlen wollt... während ihr mit ansehen müsst, wie euer Verein eben nicht aufsteigt... also der Sondereinsatz lohnt sich nicht mal für euch, nächstes Jahr kommt doch wieder nur Regensburg... Und die Polizei müsst ihr auch noch von Auswärts einladen, da ja sonst eure "staatlich bezahlten Sicherheitskräfte" selber auf die VfL Profis losgehen würden... quasi wie die Security in Hamburg...

Ich sage euch das mal so wie es ist: Irgendein bekloppter Fan wird in der Eskalation um den Aufstieg sterben. Und dann könnt ihr euch fragen, ob die paar Millionen im Jahr das wirklich wert waren...

Und ich hätte ja fast kein Problem damit... wenn es guten Fußball geben würde. Aber das Niveau auf dem Rasen ist halt so absurd bescheiden...

Wir stehen dabei ja alle daneben. Also ja, wenn alles glatt geht, nennen wir es "Die ganz großen Emotionen, die den Sport aus machen"... Als wenn es die im reinen Abstiegskampf nicht geben würde. Aber im wesentlichen ist die Relegation wie so ein Autounfall auf der Autobahn. Und wir alle sind die Vollidioten, die den Stau auf der Gegenfahrbahn auslösen, weil wir alle langsamer fahren und Fotos mit dem Handy schießen müssen... und die DFL feiert sich, weil sie das Geld an diesen Handyfotos kassiert, ist aber entsetzt, weil es Stau gibt...

Ich habe mir ja dieses Jahr echt felsenfest vorgenommen, mich über die Relegation nicht so aufzuregen. Und genau genommen (abgesehen von der Fehlentscheidung im Hinspiel) mache ich das ja auch gar nicht...
Also ich bin halt wirklich schon auf dem Next Level Shit: Ich frage mich, warum die Medien kein "Die Geister, die ich rief" Kommentar veröffentlichen. Warum die nicht mal die DFL darauf hinweisen, dass genau das der einzige wirklich erwartbare "Mehrwert" einer Relegation ist? Wenn die gut wären, hätten sie das vor dem Düsseldorf - Hertha Skandalspiel gemacht. Aber spätestens nach den letzten 2 Tagen muss man das doch auch mal sagen dürfen... oh shit, did I really write that?

Natürlich ist das Verhalten der Ultras verachtenswert. Völlig daneben. Nicht zu rechtfertigen. Kein Thema... Aber... nun ja... Fußballdeutschland geht halt gerade mit einem "Fight White Pride" T-Shirt in einen Nazischuppen und guckt sich dann entsetzt um, dass es aufs Maul gibt... Wie Realitätsfern sind die eigentlich?
Im Wesentlichen ist die eigentliche Schlagzeile zu dieser Relegation "Die Geister die ich rief... und jetzt wundere ich mich, dass die da sind" lauten... Aber gut, dafür müsste man ja als Leitmedien kritisch mit seiner Materie umgehen... das will ja keiner...
Da ist es schon besser die paar Vollidioten, die eskalieren, an den Pranger zu stellen, als die Vollidioten, die sich die Taschen voll scheffeln...

Freitag, 26. Mai 2017

Fuck this Shit!

Just fuck it!

Wer auch immer dachte, dass das eine Gute Idee war... möge bitte vortreten...

Jetzt... sagte ich schon Fuck it!?

Was mich am aller meisten ankotzt... ist ja die Arroganz der Wolfsburger... also hat Andries Jonkers mit seiner "das gleicht sich im Laufe der Saison doch wieder aus" Aussage gerade dem nächsten Schiedsrichter Tobias Stieler wirklich die Aufgabe zugeschoben, den Braunschweigern einen Elfmeter zu schenken?

Und dann kommt Mario Gomez mit seinem "Ich hätte in der Saison 5 Elfmeter bekommen müssen..." Da mag sein... aber das Wolfsburg in diese Sonderschichten musste, lag nicht an den nicht gegebenen Elfmetern, sondern das man als Mannschaft total versagt hat.
Und jetzt ist man in der erbärmlichen Situation sich offen über eine Fehlentscheidung freuen zu müssen... hey, liebe Wolfsburger: DAS wäre selbst dem HSV peinlich. Dieses Niveau muss man erst Mal erreichen. Ihr habt meinen höchsten Respekt. Ihr habt gerade den HSV abgelöst und seid der neue "Die müssen dringend absteigen" Verein.
Dieses "Die Fehlentscheidungen heben sich im Laufe der Saison auf" funktioniert doch nur, weil die Fehlentscheidungen eigentlich irrelevant sind. Was meine ich damit? Durch Fehler der Schiedsrichter fehlen den Wolfsburgern 2 Punkte und in der bereinigten Tabelle würden sie die Klasse halten. Das stimmt. Aber: Durch die eigenen Fehler, die man haufenweise begangen hat (sowohl im Verein als auch in der Mannschaft als auch bei VW...) fehlen dem VfL was... 20 Punkte? Diese gesamten Fehler sind wesentlich einflussreicher als die 5 Elfmeter, die Gomez aus seiner Sicht garantiert hätte kriegen müssen.
Und als Wolfsburger sollte man wenigstens den Anstand haben und klar sagen, dass man eigentlich nicht von so einer Entscheidung profitieren wollte. Oder wenigstens, dass man da verdammt noch mal Glück gehabt hat.

Die größte Arschkarte hat nebenbei Tobias Stieler... denn selbst wenn der jetzt ein perfektes Spiel hinlegt und eine 1+ bekommt... werden die Braunschweiger hinterher behaupten "Wenn wir in unserem Heimspiel genau so einen Kack-Schiedsrichter bekommen hätten wie die Wolfsburger..." Und wenn er dann doch eine Fehlentscheidung gegen Wolfsburg trifft, werden die die Geschehnisse von Gestern verdrängt haben und sich aufregen als wären sie ein Rummenigge...

Und ja, Jan Hochscheidt hatte Glück, dass er nicht vom Platz geflogen ist... aber zwischen "er hatte Glück" und der Schiedsrichter selbst bereut seine Entscheidung liegen halt auch Welten.

Natürlich ist diese Fehlentscheidung am Ende nicht der Grund, warum Braunschweig nicht aufsteigt. Wolfsburg hätte sonst noch mehr Druck aufgebaut und schon noch ne Bude gemacht. Der eigentliche Spieler, der für Braunschweig den Aufstieg verspielte, war ja Mirko Boland, der sich dachte "Ach, ich stelle lieber ein Bewerbungsvideo für Borussia Dortmund zusammen anstatt den Ball einfach ins Tor zu schießen..."
Aber das zeigt ja auch das eigentliche Problem der Relegation: Die Schere zwischen 1. und 2. Liga ist einfach zu weit auseinander gegangen. Braunschweig ist mit 66 Punkten der beste 3. der Zweitligageschichte. Sie lösten an der Stelle den Vorjahres Dritten aus Nürnberg ab. Sie haben eine echt überragende Saison gespielt. Auf der anderen Seite steht ein komplett desaströser Gegner.
Dennoch... muss alles Perfekt laufen, damit du überhaupt eine Chance hast. Also du musst die eine Chance, die du dir erspielst, definitiv nutzen. Du musst danach darauf hoffen, dass der Bundesligist mit dem Druck nicht klar kommt. Dann musst du weiterhin darauf hoffen, dass nicht doch noch einer der Spieler eine überragende Einzelaktion auspackt, wie Gacinovic im Vorjahr. Und dann musst du auch noch darauf hoffen, dass dich der Schiedsrichter nicht benachteiligt, wie gestern oder damals in Karlsruhe.
Wenn all das zusammenkommt, hast du vielleicht eine Chance auf die Bundesliga... und das alles nach einer absolut überragenden Saison, in der du dir den Aufstieg einfach verdient hast...
Aber hey, die TV Millionen sind ja wichtiger als ein respektabler Wettbewerb...
Falls ich es noch nicht erwähnt habe:
Fuck this shit!

Donnerstag, 11. Mai 2017

Wie man die Relegation verlustfrei abschaffen könnte

Ja, endlich mal wieder Relegation... aber dieses Mal ein konstruktiver Gegenvorschlag. Der über "Lasst doch einfach den 4.letzten gegen den 4. der 2. Liga antreten, so verlieren die Zweitligisten wenigstens nichts" hinaus geht.

Mein größter Vorwurf an die Relegation ist ja, dass das alles nur aus finanziellen Gründen eingeführt worden ist. Man wollte den Fernsehstationen bei der Vertragsverlängerung etwas anbieten, was sie motiviert mehr Geld in die Bundesliga zu pumpen.
Was nebenbei nur beweist, wie bigott all die Traditionsfans doch sind. Oder habt ihr jemals was von organisierten "Boykottiert die Relegation" Protestmärschen gehört. Anti Relegations Stimmung in den Stadien? "Der Fußball verkauft seine Seele" Plakate? Natürlich nicht... und das, obwohl die Relegation genau so Kommerz und genau so Wettbewerbsverzerrung ist wie RB...

Aber ich wollte ja konstruktiv bleiben... Und der DFL einen Vorschlag machen, wie man sich die Millionen sichert oder sie sogar noch steigert. Also den Fernsehstationen das gibt, wonach sie verlangen, ohne dabei seine Seele zu verkaufen.

Das Zauberwort heißt: Flexibilität bei den Ansetzungen.

Die letzten 2 Spieltage werden ja allesamt Zeitgleich angepfiffen. Weil alles andere ja Wettbewerbsverzerrung wäre... also noch schlimmer als einen Zweitligisten 180 Minuten gegen den HSV, der finanziell ganz andere Möglichkeiten hat, antreten zu lassen um die Ligazugehörigkeit zu klären...

Aber genau genommen... ist das doch albern... weil es diesen einen Wettbewerb, in dem es für alle um alles und um dasselbe geht, gar nicht gibt. Und ja, es wäre beinah gar kein Problem, den 33. und sogar den 34. Spieltag zu zerstückeln. Ich würde sogar behaupten, der gemeine Fan würde davon profitieren. Weil man bei einer 9 Spiele Konferenz am Ende mehr verpasst als man sieht. Und an der Stelle werden einfach nur mögliche Mehreinnahmen verschenkt.

Beginnen sollte dieser Spieltag mit:
Der Freitag Abend: RB Leipzig - Bayern München: Da es für beide Mannschaften de facto um nichts mehr geht, kann man dieses Spiel prinzipiell problemlos zu jeder beliebigen Zeit ansetzen. Und solche Spiele wirst du am 33. Spieltag jedes Jahr finden. Aber dieses Spiel wäre wirklich was besonderes, weil man selbst aus der tabellarischen Bedeutungslosigkeit einen Marketingcoup bauen könnte. Dieses Spiel hätte am Freitag Abend einfach zu viele Geschichten: Der Besuch des Rekordmeisters beim neusten Emporkömmling. Das letzte Flutlichtspiel in der Karriere von Philipp Lahm und Xabi Alonso. Und all das auf einem extremen Fußballerischem Niveau. Klar, es wäre total egal, wer gewinnt, aber "trotzdem schauen wir gerne Fußball"... Um es mit Oliver Welkes Worten auszudrücken. Und mit diesem Spiel könnte Sky Monatsabos verkaufen...
In einer 9 Spiele Samstagskonferenz wird da dann 3 mal hingeschaltet. Und im Zweifelsfall guckt man sich doch lieber die relevanten Spiele.

Der Samstag Nachmittag wird dann total im Fokus des Abstiegskampfes stehen. Alle Mannschaften von Platz 17 bis 13 werden hier ihre Ansetzung finden. Auf Sky kriegen wir die große Abstiegskonferenz, in der Sportschau 90 Minuten Zusammenfassung des Überlebenskampf. Ohne die störenden "Tor im tabellarischen Nirgendwo!" Zwischenrufe. Pure Emotionen kompakt komprimiert. Im Wesentlichen guckt man die Sportschau derzeit (wie das alles wird, wenn es ein Meisterschaftsfinale geben wird... muss man dann sehen...) doch genau wegen diesen Emotionen.

Und danach gibt es dann Den Europapokal Sonntag. Oder wenn Sky richtige Arschlöcher sind, die Europapokal Abendsitzung am Samstag um 18:30... wobei man sich damit ins eigene Fleisch schneiden würde, denn dann wird die ARD weniger bezahlen wollen...
Am Samstag um 17:30 (da sitzen dann die Amateurmannschaften schon im Vereinslokal und gucken dass dann gemeinsam) spielen dann Hertha - Darmstadt, Werder Bremen - Hoffenheim und Bayer Leverkusen - Köln aus, wer nächstes Jahr in den Abstiegskampf abrutscht im Europacup mitmischen darf...
Und ja, diese "Sitzung" hat 2 Probleme: Hoffenheim weiß dann schon, wie Dortmund gespielt hat... und Leverkusen steckt technisch gesehen noch im Abstiegskampf.
Aber: Hoffenheim wird eh davon ausgehen, dass Dortmund gewinnt. Und die werden (wie man das als Viertplatzierter halt so macht) eh auf Sieg spielen.
Und Leverkusen... lasst und mal realistisch bleiben: Selbst wenn die beide Spiele verlieren, werden sie die Klasse halten... Die Szenarien, in denen Leverkusen noch absteigt, sind seit dem Ausgleichstreffer von Henrichs einfach nicht mehr realistisch. Aber wenn der nicht fällt, muss Leverkusen definitiv am Samstag Abend ran.

Die wirklichen Probleme dieser Idee sind aber andere: 1. Man kann die Ansetzungen erst am Sonntag Abend fixieren. Vorher heißt es nur "Dieses Spiel wird an einem dieser 3 Tage statt finden". Das ist gerade für Auswärtsfans bescheiden... andererseits... sind Auswärtsfans bekloppt, die buchen im Zweifelsfall innerhalb von 3 Tagen einen Trip nach Mailand oder Madrid... der unter der Woche statt findet. Diese Fans werden schon ihren Weg ins Stadion finden.
Ich verweise an der Stelle gerne auf die Amerikanischen Sportarten: In der NFL kriegst du teilweise erst 7 Tage vor dem Spieltag raus, ob du am Wochenende das Spiel um deine NFC Meisterschaft zu Hause oder Auswärts austragen musst... und trotzdem kriegen die ihre Stadien voll... In der NBA kriegst du in den Play Offs teilweise 2 Tage vor dem ersten Spiel mitgeteilt, woher dein nächster Gegner kommt. Die Amis haben da die nötige Flexibilität ihren Spielplan an die Gegebenheiten anzupassen. Und Spiele so zu verlegen, dass sie zu günstigen Zeiten angepfiffen werden.

Das andere große Problem ist natürlich: Man kann Sky nicht garantieren, dass es am 33. und 34. Spieltag noch eine Ansetzung für den Freitag Abend findet. Es ist sogar möglich, dass die Überschneidungen zwischen Abstiegskampf und Meisterschaftsrennen (Falls wir da jemals wieder eines bekommen) so stark sind, dass man am Ende doch alles zur selben Zeit ansetzen muss...
Das macht die Verhandlungen mit Sky halt komplizierter. Aber am Ende wird Sky die zusätzlichen verkauften Abos sehen, wenn sie das Rennen um die Europa League exklusiv und gesondert vermarkten können und werden dafür schon einiges an Geld springen lassen... zumindest so viel, dass der Wegfall der Relegation kompensiert werden kann...

Aber man muss als DFL ganz klare Regeln festlegen, an die sich dann auch gehalten werden. Und man darf dann am Ende nicht Sky entscheiden lassen, was sie wann ansetzen wollen.

Wobei mir auffällt... diese Idee ist doch doof... aus dem einfachen Grund, dass sie nur zusätzliche Einnahmen generieren, die Relegation jedoch keinesfalls abschaffen würde. Die würde die DFL einfach trotzdem weiter laufen lassen um noch mehr Geld zu kassieren...

Dafür würden dann natürlich alle Fans wegen der übertriebenen Kommerzialisierung auf die Barrikaden gehen... denn die letzten Spieltage zu zerstückeln, nur um Mehr Geld zu generieren, geht ja gar nicht. Um 17:30 sollen alle Entscheidungen definitiv gefallen sein, alles andere ist unfair!!!
Ja, klar. Aber jeder, dem das ein Dorn im Auge ist, sollte dann auch definitiv gegen die Relegation auf die Straße gehen...

Dienstag, 24. Mai 2016

Erbärmlich

Warnung 1 an alle RB Freunde, die sich hier hin verirren: Nur damit ihr Bescheid wisst. Noch ist das alles lustig. Weil RB halt noch keine richtige Scheiße gebaut hat... Wenn das passiert sein wird, wird es auch keine Gnade geben...
Nur um zu beweisen, dass ich da weder Freunde und Familie kenne: mein eigener Arsenal-Fan seiender Bruder durfte heute Morgen mit folgendem Kommentar zum Mesut Özil Artikel im Kicker aufstehen: "Da klingt wie übelste NSDAP Propaganda über den armen aber perfekten Deutschen, der mit unfähigen Angreifern zusammen spielen muss... bis einem bewusst wird, dass die von Arsenal-Stürmern schreiben, da wird es auf ein mal seriöser Journalismus..."

Warnung 2 an Phil, einem der 2 Leser der ersten Stunde: Lese einfach nicht weiter... lass dir am besten von meinem Bruder Bescheid geben, wenn meine EM Vorschau (oh, guckt mal, Product Placement) beginnt... Vertrau mir, du willst das jetzt nicht lesen... noch da?

Einfach nur erbärmlich...

Mal abgesehen davon, dass das Spiel eh eine reine Unsportlichkeit war... nur halt am gemeinen Fan... Es ist immer noch völlig absurd, dass Sky und ARD für diese 2 Spiele Millionen bezahlt hat...
Und ja, Eintracht Frankfurt hat die Relegation so verdient gewonnen, wie man eine Relegation halt verdient gewinnen kann. Von den 2 Mannschaften hat sich die minimal weniger finstere durchgesetzt...

Aber das "Wie" war auf neue Art erbärmlich... also das Niko Kovac (der bisher immer als einer der deeskalierenden Trainer gewirkt hat) beinah eine Schlägerei beginnt, weil Nürnberg auf die ganzen Verletzungen auf die einzige richtige Art reagiert... und den Ball nicht zurück spielt.
Natürlich wirkt das erst Mal unfair... aber was Fabian hinterher gemacht hat, war es definitiv auch... Wie Mehmet Scholl in der Halbzeit (wie immer) messerscharf analysiert hat: Wenn der Fußballprofi sich nicht Tim Wiese-esque über den Boden rollt, DANN hat er wirklich was... Und Frankfurt fing pünktlich zur 75. Minute damit an, den Fußballplatz in eine Liegewiese umzufunktionieren...


Aber den Vogel schossen die Frankfurter dann in der Nachspielzeit ab... Also wie die 4 Minuten runter gespielt worden sind, war schon... dreist. Also ich sage das mal so: Das war eine dieser Momente, wo ich eigentlich nicht recht behalten wollte... und vor allem nicht so schnell... Aber ja, hier wurde genau das praktiziert, was ich vor Wochen erst angekündigt hatte: Nach dem der Torhüter Lukas Hradecky gerade eben verwarnt worden ist, war als nächstes David Abraham mit dem Ausführen des Abstoßes dran... also theoretisch... praktisch lehnte er so lange am eigenen Pfosten, bis der Schiedsrichter auch ihn verwarnte... nur um dann doch Hradecky den Ball ins Spiel bringen zu lassen...

Ich hätte Abraham in dem Moment, wo er nicht mal den Abschlag selber ausführt, Rot gegeben. Mit der Begründung "Unsportlichkeit"... Und dann aus Prinzip den ersten 3 Frankfurtern, die Reklamieren kommen, auch, damit das Spiel abgebrochen werden kann... und ja, ich würde es als Schiedsrichter auch nicht weit bringen...
Ganz ehrlich... da wünscht man sich die guten alten DDR-Schiedsrichter zurück... die hätten in dem Moment das Spiel so lange weiterlaufen lassen, bis Nürnberg getroffen hätte... was natürlich auch nur dazu geführt hätte, dass die jetzt noch spielen würden...

Denn genau das macht es so erbärmlich: Frankfurt musste gegen einen gnadenlos unterlegenen Gegner, der in 180 Minuten nicht ein Mal wirklich aufs Tor geschossen hat, auf solche ekligen Taktiken zurück greifen... Und darf sich jetzt trotzdem weiterhin Bundesligist schimpfen...

Ich meine... selbst der Hamburger SV hatte moralisch gesehen eine bessere Basis. Die waren halt verzweifelt. Da nahmen sie das Geschenk des Schiedsrichters natürlich an. Die Eintracht nutzte bei vollem Bewusstsein die Lücken im Regelwerk und die dadurch grenzenlosen Möglichkeiten beim Zeitspiel aus... Ich finde Vorsatz ja immer schlimmer als Verzweiflung...

Und das Schlimmste: Es stört niemanden. Deswegen wird sich da auch nichts ändern. Es wird der eigentlich fällige "So pervers war das Frankfurter Zeitspiel" Artikel im Donnerstags-Kicker ausbleiben. Deswegen wird es nicht mal zu der oberflächlichen Diskussion zu dem Thema, mit dem man sich eigentlich mal tiefgründig auseinandersetzen müsste, geben...

Der Erfolg gibt Niko Kovac ja recht. Der Mangel an Reaktionen auf diese Strategien wird auch nur dazu führen, dass es mehr und mehr Nachahmer gibt... Wenn es wenigstens die vom Kommentator angekündigten 7 Minuten Nachspielzeit gegeben hätte... und dann nach der Nachspielzeit noch mal 2 Minuten... das wäre halt eine angemessene Reaktion gewesen... und die Nachricht an die Frankfurter, dass ihr Zeit schinden nicht funktioniert... stattdessen war nach den angekündigten 94 Minuten Schluss, obwohl Frankfurt in diesen 4 Minuten 2 Gelbe Karten für Zeitspiel bekam... das ist grotesk.

Und gerade als Mannschaft, die halt wesentlich mehr Geld zur Verfügung hat (und das hat man halt auch in der Qualität gesehen), sollte man nicht nach 165 Minuten auf solche Strategien zurückgreifen müssen...

Aber hey, der Gewinner dieser Relegation ist... Mijat Gacinovic. Vor allem beweist der einfach mal, wie groß der Unterschied zwischen dem 3. der 2. Liga und dem 16. der Bundesliga wirklich ist. Um das mal festzuhalten: Mit seinem Notenschnitt von 4,5 in 7 Spielen hat der eindrucksvoll nachgewiesen, dass er (noch) nicht Bundesligatauglich ist... mit seinem Tor und seiner Vorlage hat er sich dann aber für Hannover, Stuttgart und St.Pauli begehrt gemacht... denn dass er gute Zweitligamannschaften abschießen kann, ist jetzt allgemein bekannt... Ganz ehrlich: Als Hannover würde ich jetzt bei Bruno Hübner anrufen und ihn fragen, ob man den ausleihen kann... Und ja, damit ist eindrucksvoll belegt, dass Eintracht Frankfurt voll zweitligatauglich gewesen wäre... Weil die 34 Spieltage ja nicht gereicht haben, um zu dem Urteil zu kommen...