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Freitag, 21. Dezember 2018

Der Abstiegskampf ist jetzt schon so absurd

Und Schuld daran ist... Borussia Dortmund.

Also einer der etablierten Thesen in diesem Blog ist ja, dass die letzten 4 in der Tabelle deutlich schlechter sind, als der Rest. Und dass es eigentlich nur für den VfB Stuttgart einen klaren Weg raus aus dem Keller gibt. Also sie sind die einzige Mannschaft, die zumindest das Potenzial in Kader und Umfeld hat um sich doch noch zum seriösen Bundesligisten zu mausern. Ob sie das hinkriegen, sollte eigentlich die entscheidende Frage im Abstiegskampf sein.

Der Rest? Ist mehr oder weniger selbst verschuldet in der Position, dass einem die Trainer eigentlich nur Leid tun können. Schließlich muss Michael Köllner  2 2:0 Niederlagen mit einem: "Unterm Strich haben wir uns im Vergleich zu unserem guten Wolfsburger Spiel nochmals steigern können." zusammenfassen.
Oder es wurde in der Sportschau-Anmoderation darüber sinniert, ob ein Friedhelm Funkel nicht doch im Sommer hätte aufhören sollen... mit einem "Warum tut er sich das noch an?"
Und dass man irgendwie davon ausgehen muss, dass Andre Breitenreiter vor Saisonende entlassen werden wird, ist irgendwie unfair, denn der kann am wenigsten dafür, dass der Kader so viel Substanz verloren hat. Dazu ist der Verein in sich so zerstritten, dass es quasi keinen Heimvorteil gibt.

Realistisch gesehen gibt es kein Szenario, in dem Düsseldorf, Hannover und Nürnberg in der Rückrunde jeweils 20 Punkte holen. Es sei denn alle 3 landen je 2 Toptransfers in der Winterpause... Was extrem unwahrscheinlich ist. Was auch nur bedeutet: Wir steuern auf ein Jahr zu, in dem weniger 30 Punkte für den Klassenerhalt via Relegation reichen könnte.

Und was die ganze Geschichte noch absurder macht: Es ist genau so unwahrscheinlich, dass Düsseldorf mehr als 4 Punkte Vorsprung auf die für sie einzige direkte Konkurrenz herausarbeitet. Was wiederum auch nur bedeutet: Die 3 Tore von Dodi "Ich werde darauf den Rest meiner Karriere reduziert werden" Lukebakio gegen die Bayern (ernsthaft, ich sehe ein Random Europa League Spiel mit Deutscher Beteiligung im Jahr 2028 vor mir, in dem der Gegnerische Stürmer genau so vorgestellt wird...) und die Nicht-Leistung von Borussia Dortmund haben den Abstiegskampf entschieden.
Und ja, ich lehne mich da jetzt konkret aus dem Fenster: Düsseldorf wird am Ende wegen der 4 Punkte, die sie in diesen beiden Spielen geholt hat, die Relegation erreichen. Aber das diese 2 im Endeffekt entscheidenden Spiele werden alle ignorieren. Weil es ja nur nen 3/4 Jahr her ist.
Ihr könnt ja für euch im Hinterkopf eine Tabelle führen, in denen ihr die 2 eigentlich erwartbaren Niederlagen von Düsseldorf gegen die Giganten einberechnet. Dann wäre Düsseldorf jetzt mit 11 Punkten exakt auf Augenhöhe mit den andern beiden da unten, was gefühlt auch eher dem Leistungsverhältnissen entspricht.

Gerade die Borussia ist da... sehr interessant. Die haben gegen die restliche Liga eine Bilanz von 12 Siegen und 2 Unentschieden... und dann gegen Hannover und Düsseldorf zusammen einen Punkt in der Hinrunde geholt. Könnte daran liegen, dass dies die einzigen Spiele mit 3 Deutschen in der Startformation waren... (Ok, das habe ich jetzt nur behauptet und nicht nachgeschlagen... aber es klingt überraschend wahrscheinlich...)
Auch nen Super Fun Fact: Borussia Mönchengladbach ist die Mannschaft aus dem Spitzentrio, dass gegen die Kellerkinder auf 12 Punkte und 12:1 Tore kommt. Schalke ist, wie bereits erwähnt bei 9 Punkten und 10:3 Toren. Wenn sie, was erstaunlich wichtig für Domenico Tedesco werden könnte, am Wochenende mit 3:0 gegen Stuttgart gewinnen sollten, hätten sie 12 ihrer 18 Punkte (also 66%) gegen die "Passives Abseits Worst of Top 4" geholt. Und 65% ihrer Tore gegen diese 4 erzielt. Was völlig absurde Zahlen sind... Aber als würde Schalke 3 Tore in einem Spiel schießen... man muss schon bei realistischen Szenarien bleiben.

Vor allem wird dieses Duell jetzt, durch die völlig überraschende Nicht-Leistung der Dortmunder, das Duell gegen Stuttgart plötzlich zum Schicksalsspiel für Tedesco. Weil die 4 Bonus-Punkte der Düsseldorfer das Tabellenbild plötzlich extrem eng aussehen lassen. Und wenn er jetzt gegen Stuttgart verliert und Düsseldorf in Hannover einen Punkt holt (beides nicht die unrealistischsten Szenarios), überwintert Schalke auf ein Mal auf dem Relegationsplatz. Das wiederum drüfte Tedesco kaum überstehen.
Nebenbei völlig zurecht: Wenn man es als Trainer nicht schafft nach der Hinrunde vor diesen 3 designierten Zweitligisten zu stehen, muss man extrem viel falsch gemacht haben. Da kann man auch nicht aufs Verletzungspech oder die Zusatzbelastung Champions League verweisen.

Ich bin mir nicht sicher, ob den Borussen damit bewusst gewesen ist, was sie da anstellen... und ob sie dann motivierter aufgestellt gewesen wären... Und ja, damit gucke ich direkt auf Lucien "Ich schone meine besten Offensivkräfte, weil das Spiel gegen Gladbach wichtiger ist, obwohl ich danach Winterpause habe" Favre: Es könnte sein, dass er damit dafür gesorgt hat, dass Schalke wieder einen vernünftigen Trainer bekommt, weil dort jetzt halt doch Panik ausbricht...
Es ist halt schon faszinierend, wie groß die Auswirkungen eines einzigen Fehltrittes der bisherigen Übermannschaft werden könnten.

Wobei man an der Stelle nochmal dringend auf eines hinweisen muss: Wenn Alfred Finbogasson in der Winterpause nicht wieder in Schwung kommt (oder sich, was bei seiner Historie nicht unwahrscheinlich ist, erneut verletzt), ist das alles hinfällig. Denn dann sorgt Lukebakio eigenhändig (eigenbeinig?) dafür, dass Düsseldorf vor Augsburg landet. Finbogasson ist derzeit der wichtigste Spieler der Bundesliga. Also falls es eine MVP Wahl, wie in Amerika üblich, geben würde, müsste die Wahl zwangsweise auf den Isländer fallen... denn er alleine (und seine 7 Tore in 9 Spielen) macht aus einem Abstiegskandidaten einen Anwärter auf die Europa League. Oder auf jeden Fall ein Team, welches mit den Abstieg nichts zu tun hat. Seit seiner Verletzung am 11. Spieltag hat Augsburg 2 Punkte geholt.

Um meine These von vorhin dahingehend anzupassen: Wenn Finbogasson und damit der FC Augsburg nicht wieder auf die Beine kommt (oder gar spontan verkauft wird), schafft Düsseldorf dank der 4 Bonuspunkte aus der Hinrunde den direkten Klassenerhalt. Wenn nicht, spielen sie auf Grund dieses Polsters in der Relegation gegen Union Berlin oder St.Pauli...

Dienstag, 4. Dezember 2018

Wenn selbst das Wetter gegen die Montagsspiele protestiert...

Sollte man als DFL vielleicht einfach mal einsehen, dass das keine gute Idee war Bundesligaspiele auf den Montag zu legen... Und das Wetter war definitiv dagegen, dass dieses Spiel stattfindet... Aber die DFL ließ sich wie immer nicht beirren und verharrte stur auf seinem Standpunkt... hey, da findet Uli Hoeneß vielleicht ja doch noch nen Job, wenn sie den bei den Bayern abgewählt haben... genau solche Leute sucht die DFL doch anscheinend...

Wobei ich ja Rudi Völlers "Die Leute haben etwas besseres verdient." ja nicht nachvollziehen kann. Also erstens wäre es auch bei strahlenden Sonnenschein immer noch das Duell "Bisher überfordert gegen Bisher Enttäuschend". Zum anderen dürfte es gerade den Nürnberger Fans durchaus Recht gewesen sein, dass die technischen Mittel des Gegners beschnitten worden sind. Und dazu kommt, dass so ein Spiel sehen auch irgendwie geil ist. Es gibt halt auch Fans, die auf Kampf und Leidenschaft stehen... Schließlich gibt es auch haufenweise Schalke Fans.

Da fällt mir als kurzer Einwurf ein: Die 3. Liga hat ja dieses Wochenende eine Protestaktion gebracht, in der sie 1 Minute lang den Ball ruhen ließen und nichts machten. Aus Protest. Was mir da ja irgendwie gefehlt hat war das Eingeständnis von Domenico Tedesco, dass seine Mannschaft schon die Gesamte Saison über an diesem Protest teilnimmt und in der ersten Halbzeit aus Prinzip nicht angreift... Deswegen kommen die auch auf 3 Tore in den ersten 45 Minuten...

Aber zurück zu dem anderen Protest: Den gegen die Montagsspiele. Was ja legitim ist. Aber kann man sich das als Nürnberger Ultra wirklich leisten? Also klar, das  "Wir sind nicht aufgestiegen um wieder Montags zu spielen"- Plakat ist gut. Und wichtig. Aber arbeiten die Ultras nicht in dem Moment selber mit daran, dass die Nürnberger demnächst wieder häufiger Montags spielen?

Also die Nürnberger gehören ja zu den 4 überforderten Mannschaften der Bundesliga. Von denen 2 garantiert absteigen müssen. Und wo die Stuttgarter, sobald Markus Weinzierls Arbeit Früchte trägt, sich am ehesten distanzieren dürfte. Und ja, Weinzierl ist schon mal bescheiden gestartet und hat das Ruder rumgerissen. Es ist ihm durchaus zuzutrauen. Dazu hat er halt auch mehr Qualität im Kader.
Bei den Nürnbergern muss alles optimal laufen, damit sie die Klasse halten können. Sie müssen alles ausreizen um eine Chance zu haben. Diese "Alles" beinhaltet halt auch den Fan-Support. Gerade bei Heimspielen unter schwierigen Bedingungen. Ist es dann wirklich vernünftig seinen Protest über den Erfolg des Vereines zu stellen?

Das praktische Beispiel dafür sind ja die anhaltenden Boykott-Bewegungen in Hannover. Zu denen Horst Heldt sagt: "Ich kann mich daran erinnern, dass der letzte Stimmungsboykott beinahe dazu geführt hätte, dass 96 abgestiegen wäre. Es geht um 96."
Die 96er Ultras müssen sich schon die Frage gefallen lassen, ob ihr Zwist mit Martin Kind zum Abstieg 2016 beigetragen hat... Und wenn nicht direkt, dann indirekt, weil man halt als Spieler eher zu dem Verein wechselt, der unter gleichen Voraussetzungen solche Probleme nicht hat.

Die Philosophische Frage ist also: Können sich die Fangruppen solcher Vereine in Abstiegsnot diese Protestaktionen überhaupt leisten? Die Philosophische Antwort lautet: nur die können dadurch wirklich protestieren. Also wenn man als Dortmunder Südtribüne schweigt, ist das... seltsam. Hat aber kaum einen Einfluss auf den Saisonverlauf. Es ist quasi reiner Luxus-Krawall. Also eigentlich Unkrawall, aber Details.

Die Nürnberger und Hannoveraner Fans (wenn auch aus unterschiedlichen Gründen) sagen sich aber: Unsere Anliegen sind uns so wichtig, dass wir dafür sogar den Klassenerhalt aufs Spiel setzen. Obwohl wir ja definitiv auch keinen Bock auf die 2. Liga haben... So untragbar sind die Zustände für uns.
Und das ist normaler Weise der Moment, in dem Protest anfängt zu wirken. Wenn man auch dann protestiert, wenn es für einen selber gefährlich wird. Also wir erinnern uns nie an die historischen Proteste, die beim ersten Anflug von Gegenwind und persönlicher Gefahr eingestellt worden sind. Wir erinnern uns an die Momente, wo die Leute Angst um ihre Existenz hatten und trotzdem auf die Straße gegangen sind.

Und wenn dann das nächste Mal ein Manager mit dem "Es geht um den Verein!" um die Ecke kommt, sollte er zum einen davon ausgehen, dass es den Fans auch um diesen Verein geht. Und dass ihnen das Anliegen so wichtig ist, dass ein Abstieg in Kauf genommen wird. Dass die Probleme um die diskutiert werden soll, wichtiger sind als die Klassenzugehörigkeit.

Und ja, ich finde den Protest der Hannoveraner, die die in einem "Wir wollen zurück in die Zeit vor Kind, also in die Regionalliga" enden, immer noch unvernünftig. Aber dass sie diese Proteste selbst dann durchziehen, wenn sie selber Nachteile daraus haben, muss irgendwie schon respektiert werden...

Das... sollte irgendwie anders ausgehen, als ich angefangen habe zu schreiben... ups.

Dienstag, 24. Mai 2016

Erbärmlich

Warnung 1 an alle RB Freunde, die sich hier hin verirren: Nur damit ihr Bescheid wisst. Noch ist das alles lustig. Weil RB halt noch keine richtige Scheiße gebaut hat... Wenn das passiert sein wird, wird es auch keine Gnade geben...
Nur um zu beweisen, dass ich da weder Freunde und Familie kenne: mein eigener Arsenal-Fan seiender Bruder durfte heute Morgen mit folgendem Kommentar zum Mesut Özil Artikel im Kicker aufstehen: "Da klingt wie übelste NSDAP Propaganda über den armen aber perfekten Deutschen, der mit unfähigen Angreifern zusammen spielen muss... bis einem bewusst wird, dass die von Arsenal-Stürmern schreiben, da wird es auf ein mal seriöser Journalismus..."

Warnung 2 an Phil, einem der 2 Leser der ersten Stunde: Lese einfach nicht weiter... lass dir am besten von meinem Bruder Bescheid geben, wenn meine EM Vorschau (oh, guckt mal, Product Placement) beginnt... Vertrau mir, du willst das jetzt nicht lesen... noch da?

Einfach nur erbärmlich...

Mal abgesehen davon, dass das Spiel eh eine reine Unsportlichkeit war... nur halt am gemeinen Fan... Es ist immer noch völlig absurd, dass Sky und ARD für diese 2 Spiele Millionen bezahlt hat...
Und ja, Eintracht Frankfurt hat die Relegation so verdient gewonnen, wie man eine Relegation halt verdient gewinnen kann. Von den 2 Mannschaften hat sich die minimal weniger finstere durchgesetzt...

Aber das "Wie" war auf neue Art erbärmlich... also das Niko Kovac (der bisher immer als einer der deeskalierenden Trainer gewirkt hat) beinah eine Schlägerei beginnt, weil Nürnberg auf die ganzen Verletzungen auf die einzige richtige Art reagiert... und den Ball nicht zurück spielt.
Natürlich wirkt das erst Mal unfair... aber was Fabian hinterher gemacht hat, war es definitiv auch... Wie Mehmet Scholl in der Halbzeit (wie immer) messerscharf analysiert hat: Wenn der Fußballprofi sich nicht Tim Wiese-esque über den Boden rollt, DANN hat er wirklich was... Und Frankfurt fing pünktlich zur 75. Minute damit an, den Fußballplatz in eine Liegewiese umzufunktionieren...


Aber den Vogel schossen die Frankfurter dann in der Nachspielzeit ab... Also wie die 4 Minuten runter gespielt worden sind, war schon... dreist. Also ich sage das mal so: Das war eine dieser Momente, wo ich eigentlich nicht recht behalten wollte... und vor allem nicht so schnell... Aber ja, hier wurde genau das praktiziert, was ich vor Wochen erst angekündigt hatte: Nach dem der Torhüter Lukas Hradecky gerade eben verwarnt worden ist, war als nächstes David Abraham mit dem Ausführen des Abstoßes dran... also theoretisch... praktisch lehnte er so lange am eigenen Pfosten, bis der Schiedsrichter auch ihn verwarnte... nur um dann doch Hradecky den Ball ins Spiel bringen zu lassen...

Ich hätte Abraham in dem Moment, wo er nicht mal den Abschlag selber ausführt, Rot gegeben. Mit der Begründung "Unsportlichkeit"... Und dann aus Prinzip den ersten 3 Frankfurtern, die Reklamieren kommen, auch, damit das Spiel abgebrochen werden kann... und ja, ich würde es als Schiedsrichter auch nicht weit bringen...
Ganz ehrlich... da wünscht man sich die guten alten DDR-Schiedsrichter zurück... die hätten in dem Moment das Spiel so lange weiterlaufen lassen, bis Nürnberg getroffen hätte... was natürlich auch nur dazu geführt hätte, dass die jetzt noch spielen würden...

Denn genau das macht es so erbärmlich: Frankfurt musste gegen einen gnadenlos unterlegenen Gegner, der in 180 Minuten nicht ein Mal wirklich aufs Tor geschossen hat, auf solche ekligen Taktiken zurück greifen... Und darf sich jetzt trotzdem weiterhin Bundesligist schimpfen...

Ich meine... selbst der Hamburger SV hatte moralisch gesehen eine bessere Basis. Die waren halt verzweifelt. Da nahmen sie das Geschenk des Schiedsrichters natürlich an. Die Eintracht nutzte bei vollem Bewusstsein die Lücken im Regelwerk und die dadurch grenzenlosen Möglichkeiten beim Zeitspiel aus... Ich finde Vorsatz ja immer schlimmer als Verzweiflung...

Und das Schlimmste: Es stört niemanden. Deswegen wird sich da auch nichts ändern. Es wird der eigentlich fällige "So pervers war das Frankfurter Zeitspiel" Artikel im Donnerstags-Kicker ausbleiben. Deswegen wird es nicht mal zu der oberflächlichen Diskussion zu dem Thema, mit dem man sich eigentlich mal tiefgründig auseinandersetzen müsste, geben...

Der Erfolg gibt Niko Kovac ja recht. Der Mangel an Reaktionen auf diese Strategien wird auch nur dazu führen, dass es mehr und mehr Nachahmer gibt... Wenn es wenigstens die vom Kommentator angekündigten 7 Minuten Nachspielzeit gegeben hätte... und dann nach der Nachspielzeit noch mal 2 Minuten... das wäre halt eine angemessene Reaktion gewesen... und die Nachricht an die Frankfurter, dass ihr Zeit schinden nicht funktioniert... stattdessen war nach den angekündigten 94 Minuten Schluss, obwohl Frankfurt in diesen 4 Minuten 2 Gelbe Karten für Zeitspiel bekam... das ist grotesk.

Und gerade als Mannschaft, die halt wesentlich mehr Geld zur Verfügung hat (und das hat man halt auch in der Qualität gesehen), sollte man nicht nach 165 Minuten auf solche Strategien zurückgreifen müssen...

Aber hey, der Gewinner dieser Relegation ist... Mijat Gacinovic. Vor allem beweist der einfach mal, wie groß der Unterschied zwischen dem 3. der 2. Liga und dem 16. der Bundesliga wirklich ist. Um das mal festzuhalten: Mit seinem Notenschnitt von 4,5 in 7 Spielen hat der eindrucksvoll nachgewiesen, dass er (noch) nicht Bundesligatauglich ist... mit seinem Tor und seiner Vorlage hat er sich dann aber für Hannover, Stuttgart und St.Pauli begehrt gemacht... denn dass er gute Zweitligamannschaften abschießen kann, ist jetzt allgemein bekannt... Ganz ehrlich: Als Hannover würde ich jetzt bei Bruno Hübner anrufen und ihn fragen, ob man den ausleihen kann... Und ja, damit ist eindrucksvoll belegt, dass Eintracht Frankfurt voll zweitligatauglich gewesen wäre... Weil die 34 Spieltage ja nicht gereicht haben, um zu dem Urteil zu kommen...

Mittwoch, 29. Januar 2014

Passives Abseits Hall of Shame: Die Abstiege des 1.FC Nürnbergs

Jetzt, wo die Option, dass Nürnberg ohne einen einzigen Sieg in die Relegation kommt und dann in der Relegation ohne eine einzige Niederlage absteigt, ungenutzt verstrichen ist... Der Beweis, dass dem Club genau das zuzutrauen ist. Und mit bisher 7 Abstiegen sind sie ja absolute Experten auf dem Gebiet des Absteigens...

Platz 4: Die Saison 2007/08: Eigentlich eine (für Nürnberger) ganz normale Abstiegssaison... Das letzte Mal auf einem Nichtabstiegsplatz stand man am 16. Spieltag. Vom 12. bis 34. Spieltag stand man also fast durchgägnig unter dem rettenden Strich. Gleichzeitig war man aber nur an einem einzigen Spieltag Tabellenletzter... Also quasi alles wie diese Saison... außer dass der Club an der Europa League teilnahm... Falls Augsburg noch irgendwelche Motivationsstützen gegen übertriebenes Engagement in dieser Rückrunde braucht...
Aber: Nürnberg war nicht nur Europa League Teilnehmer (was wahrscheinlich als Grund für den Absturz hinhalten könnte) sondern amtierender DFB-Pokal Sieger... Falls noch jemand einen Beweis braucht, dass Titel dieser Mannschaft nicht gut tun... solle er weiterlesen..

Platz 3: Die Saison 1993/94: Und es geht noch nicht mal darum, dass die Nürnberger erst letzten Spieltag auf einen Abstiegsplatz zurückfiel... es geht hier viel mehr um das Wie und Warum...
Falls die Hoffenheimer am Ende wirklich wegen eines Phantomtores absteigen sollte... sind sie nur billige Imitatoren...

Nicht nur kassierte Andreas Köpke ein Gegentor von Thomas Helmer, über das bis heute noch (oder gerade heute wieder) diskutiert wird... nein, die Nürnberger bekamen kurz vor Schluss (ja, man muss dafür sehr viel Werner Hansch ertragen) die Riesenchance zum Ausgleich durch einen Elfmeter...
Wenn man den reinmacht, wird man wahrscheinlich keinen Protest einlegen (obwohl, es ist der Club... wer wenn nicht die soll wegen eines erfolgreichen Protests am Ende Absteigen?), holt einen Punkt mehr... und genau der eine Punkt fehlt ihnen am Ende... Oh, und Bayern wäre mit einem 2:2 auch nicht Meister geworden... Das 0:5 im Nachholspiel besiegelte dann die Vize-Meisterschaft für den 1.FC Kaiserslautern... oh und den Abstieg der Nürnberger natürlich...

Platz 2: Die Saison 1968/69: Was soll man zu dieser Saison noch groß sagen... außer: So krass muss man erst Mal abstürzen... Noch viel krasser: So krass können eigentlich nur noch die Bayern abstürzen... Ob Pep Guardiola das hinkriegt? Das wäre auf jeden Fall mal eine Aufgabe für ein Trainergenie: Nürnberg stieg nicht nur als Amtierender Meister ab... Man stieg als Amtierender Rekordmeister ab... 
Ja, es gab eine Zeit, in der der FC Bayern nicht Rekordmeister war... Und all die Werder und Hamburg Fans, die heimlich glauben, ihr Verein müsste mal Absteigen, damit man einen richtigen Neuaufbau starten und den ganzen Verein ausmisten kann: Nürnberg wurde bis 1968 9 Mal Deutscher Meister... um sich von dem ersten Abstieg zu erholen, brauchte man 9 Jahre... seit dem ist man DIE Definition einer Fahrstuhlmannschaft... und muss ich erwähnen, dass man nie wieder Meister wurde? Sondern nur nochmal Pokalsieger? Und das nur (siehe oben) damit man behaupten konnte, als amtierender Meister UND als amtierender Pokalsieger abgestiegen zu sein... glaubt mir, das wollt ihr eurem Verein nicht wünschen.

Platz 1: Die Saison 1998/99: Nürnberg war eigentlich schon gerettet... Platz 12... dazu das um 5 Treffer bessere Torverhältnis... Wie viele Konjungtive sollen denn da bitte schön eintreten, damit es die Franken erwischt? 
Was soll man groß sagen, außer: Bei all den anderen Vereinen wurden Helden geboren, von denen man heute noch in den höchsten Tönen schwärmt... Und Nürnberg... bekam Frank Baumann, der in den letzten Sekunden den Ball frei vor dem Tor nicht über die Linie gedrückt bekommt?
Und ja, Nürnberg ist der einzige Club, der in der 89. Minute auf einen Abstiegsplatz zurückfällt, in der 90. Minute die 100%ige Chance zum Klassenerhalt bekommt... und dann versagt...
Nur mal so nebenbei: Dass Frank Baumann sich von dem Trauma nochmal erholen konnte und eine sehr gute Bundesligakarriere inklusive Double-Sieg als Kapitän in Bremen erlebte, kann man ihm nicht hoch genug anrechnen... da hätte man als Nürnberger Jugendspieler auch dran zerbrechen können...

Aber nach dieser Liste wird einem eines klar: Solange Nürnberg am Abstiegskampf teilnimmt, ist Spannung garantiert... und der Club ist am Ende der Depp...

Donnerstag, 2. Januar 2014

Rückrundenvorschau: 1.FC Nürnberg

Die Guten Nachrichten: Hmm... man hat die meisten Unentschieden der Bundesliga. Und die meisten Alluminium-Treffer... Man war eigentlich in jedem Spiel mindestens Wettbewerbsfähig. Man holte gegen Borussia Dortmund einen Punkt (bevor das eine Selbstverständlichkeit wurde...). Und man ist sehr überzeugt davon, dass man eigentlich zu gut ist um abzusteigen...

Die schlechten Nachrichten: Das Gegenteil von Gut ist Gut gemeint? Schließlich steht in der wichtigsten Statistik eine große 0: Bei den Siegen. Und Nürnberg ist auf dem besten Weg den Fürther Bundesligarekord aus dem letzten Jahr wie eine Lächerlichkeit aussehen zu lassen...
Nürnberg muss ganz schnell anfangen Siege einzufahren... und den Joker mit der Trainerentlassung haben sie schon gezogen...

Wer soll's richten? Dieter Hecking und Timmy Simmons? Diese beiden Personen sollte man vielleicht mal für die Leistungen in den letzten 2 Jahren in Nürnberg ehren... Denn wie gut die wirklich waren, merkt man erst, seit dem sie weg sind... Beispiel gefällig: Nun ja, die beiden haben Matrin Bader wie einen fähigen Manager und Alexander Esswein wie ein brauchbares Talent aussehen lassen... seit dem sie weg sind, kommt von den beiden (und einigen anderen) nicht mehr viel...

Leischtungschträgscher: Hanno Balitsch? Obwohl der ja eigentlich eher Hoffnungsträger sein soll... Das faszinierende an Balitsch bleibt: Er wird gefühlt bei jedem Verein suspendiert, ohne dass er sich je wirklich was zuschulden kommen lassen hat... An sonsten ist der Club an sich ja einer der Leischtungsschträgscher. Schließlich ist man der Meister im "völlig sinnlos absteigen". Da wäre es nichts außergewöhnliches, wenn man ohne Sieg bis zum letzten Spieltag im Rennen um den Relegationsplatz bleibt und am Ende trotzdem absteigt...

Wen wird Jogi Löw nominieren, bevor er über Stefan Kießling nachdenkt? Auch hier: Hanno Balitsch. Dann hat er wenigstens einen Spieler, den er vor dem Halbfinale völlig grundlos aus dem Kader werfen kann... An sonsten hatte Nürnberg jede Menge junge und deutsche Talente, die durchaus interessant hätten werden können (Wenn schon nicht für Jogi, so doch zumindest für die Manager der Liga)... Bis Dieter Hecking halt das seit dem sinkende Schiff verlassen hat...

Ja, aber was wird es denn nun werden: Sein wir kurz ehrlich: 34 Spieltage ohne Sieg sind selbst für die Nürnberger kaum machbar. Und so schwach, wie sich der Keller präsentiert, wird der Relegationsplatz wohl bis zum Schluss in Reichweite bleiben. Und im Gegensatz zu den Braunschweigern hat man gewisse Qualität... andererseits... es ist Nürnberg, die werden am Ende einen Weg finden um Abzusteigen....

Freitag, 26. Juli 2013

Saisonvorschau: 1.FC Nürnbgerg

Ausgansglage: Da sind sie wieder. Zum genau genommen Siebten Mal seit ihrer letzten Meisterschaft im Jahre 1968 versucht sich der 1.FC Nürnberg als Bundesligist endgültig zu etablieren. 5 Saisons in Folge ohne Abstieg gab es zuletzt zwischen 1988 und 94. Immer, wenn man danach kurz davor stand, passierte irgendetwas dummes. Im Zweifelsfall etwas ganz dummes. So auf dem Frank Baumann steht alleine vor dem leeren Tor und trifft nicht Niveau... Und ja, Nürnberg ist auch der einzige Verein, der als amtierender Meister abstieg... und um das Double komplett zu machen, auch als amtierender Pokalsieger 2007/08.
Logisch, dass bei so einer Vereinshistorie das große Träumen ausbleibt. Neben Augsburg und Braunschweig sind die Nürnberger die einzigen, die den Klassenerhalt zum Saisonziel erklären.

Wen werden sie vermissen? Eigentlich müsste man Timmy Simmons und Tim Klose schreiben... Aber Simmons ist ein 6er der ganz alten Schule, der wenn er nicht das Abseits aufheben würde, den eigenen Strafraum kaum verlassen würde... und er ist auch schon steinalt. Tim Klose hat bisher nur eine einzige ordentliche Bundesligasaison gespielt. Für diese beiden Spieler insgesamt 7 Millionen zu kassieren (und Emanuel Pogatetz als Gratiszugabe.) ist nicht die schlechteste Entschädigung. Vor allem, wenn man das Geld auch noch zu großen Teilen reinvestieren konnte.

Wer soll's richten? In Nürnberg tut sich was. Junge Spieler stellen fest, dass z.B. ein Ilkay Gündogan beim Club seinen Feinschliff bekommen hat. Und so wechseln, nach Timo Gebhardt letzte Saison, mit Daniel Ginczek und Josip Drmic die nächsten Hoffnungsvollen Talente ins Frankenland. Und während man sich solche Spieler früher ausleihen musste, konnte man sie sich jetzt (Klaus Allofs sei Dank) fest verpflichten. Wenn nur einer der beiden richtig einschlägt und für mehr Geld weiterverkauft werden kann, haben sich die 4,5 Millionen Euro Ablöse schon gelohnt.
Und das solche Marktwertsteigerungen in Nürnberg durchaus möglich sind, beweist Hiroshi Kiyotake gerade, für den ein englischer Verein 10 Millionen geboten haben soll. Und in Nürnberg haben sie genügend junge Leute, denen der nächste Schritt zuzutrauen ist...

Leischtungschträgscher: andererseits... was passiert, wenn sie diesen Schritt allesamt verpassen? Gerade in der Offensive hat man nicht all zu viel Spielraum für Fehlgriffe. Denn den Druck von hinten soll Alexander Esswein ausüben... und Esswein ist so was wie ein Andre Schürrle für Arme. Am Ende sagt eine Statistik alles aus: Per Nilsson war letztes Jahr der Top Torjäger... und der ist immer noch Innenverteidiger...

Best Case Szenario: Alles läuft nach Plan. In Wolfsburg beweist Dieter Hecking, dass er mehr von den Nürnbergern profitiert hat, als sie von ihm. Michael Wiesinger wird das neue von Schalke begehrt Trainertalent. Und am letzten Spieltag schafft man es durch eine 1:5 Klatsche gegen genau diese Schalker sogar gerade so, der Europa League Falle aus dem Weg zu gehen. Und spielt Nürnberg auch auf Jahre hinaus noch Bundesliga.

Worst Case Szenario: Den Gegner fällt in der Saisonvorbereitung etwas entscheidendes auf: Die Nürnberger haben in der letzten Saison eh nur dürftige 39 Tore erzielt... aber mehr als die Hälfte davon durch Standards. Jetzt weigern sich die Gegner einfach, die Nürnberger zu foulen. Was teilweise zu absurden Situationen führt: Die Verteidiger lassen die Nürnberger Angreifer lieber alleine aufs Tor zu laufen und gehen aus dem Weg als eine Kiyotake Standard zu riskieren... und das ganze funktioniert auch noch... mit 21 erzielten Toren steigt Nürnberg am Ende ab...

Freitag, 4. Januar 2013

Rückrundenvorschau: 1.FC Nürnberg

Ausgangslage: Wie wichtig ist ein Trainer wirklich? In Nürnberg werden sie diese Frage bald beantwortet kriegen. Die meisten Bundesliga-Vereine suchen mitten in der Saison einen neuen Trainer, weil sie mit dem alten nicht mehr zufrieden waren... Nürnberg wiederum war wohl eher ZU zufrieden mit der Arbeit von Dieter Hecking... Schließlich konnte der Jahrelang die Abgänge von Leistungsträgern wie Schieber, Gündogan, Wollscheid und Ekici kompensieren... oder war das doch eher Sportchef Martin Bader,der Hecking mit neuem, brauchbaren Personal versorgte? (die Karrieren von Schieber und Ekici deuten eher auf Hecking hin... die haben ohne ihren Mentor nicht mehr viel gerissen...)
Das größte Problem wird sein: Der Nachfolger Michael Wiesinger wird sich permanent mit Heckings Arbeit vergleichen müssen. Obwohl niemand wissen kann. ob die Serie der Wahnsinnig guten Transfers nicht auch unter Hecking zu Ende gegangen wäre.
Die beste Nachricht für Wiesinger: 8 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Hecking hat ihm ein gesundes Polster und eine intakte Mannschaft überlassen. Und eigentlich kann man sich als Bundesligatrainer keinen besseren Einstand wünschen. Normalerweise (fragt Mal Jens Keller auf Schalke) muss man als Neuankömmling erst einmal diesen bösen Schalter in den Köpfen der Spieler finden, den irgendjemand umgelegt hat. Wiesinger kann ganz entspannt sagen: Macht einfach weiter wie bisher...

Wer soll's richten? Auf dem Feld? Hiroshi Kiyotake. Und wenn die Nürnberger Glück haben, bleibt der auch in der Rückrunde so schön unkonstant... dann haben sie auch nächste Saison was von ihm. Kiyotake pendelt irgendwo zwischen "genialen Einzelaktionen und Standarts" (5 Scorerpunkte in den ersten 4 Spielen) und "völlig unbrauchbar" (2 Mal mit Kicker-Note 5 zur Halbzeit ausgewechselt). Der Rest des Angriffs besteht leider viel zu oft aus Alexander Esswein (aka Andre Schürrle für Arme).
Dafür haben die Nürnberger aber auch nur 22 Gegentore kassiert... genau so viele wie Bayer Leverkusen... Hinten steht das Kollektiv um Timmy Simmons verdammt sicher... was wirklich beeindruckend ist, weil sie den Abgang von Top-Innenverteidiger Phillip Wollscheid quasi intern kompensieren mussten (siehe unten). Vorne muss dann halt irgendjemand eine Standartsituation herausholen... Kein Rezept um unbedingt nach ganz vorne durchzustarten, aber einen krassen Einbruch (den Hoffenheim dringend benötigt) kann man damit schon verhindern.

Leischtungschträgscher: Marcos Antonios 15 Minuten in der Bundesliga gelten jetzt schon als Klassiker: mit dem ersten Ballkontakt bereitet er das 1:0 von Vedad Ibisevic vor (und ja, der ist viel zu gut um FÜR Nürnberg anzugreifen), mit dem 2. bereitet er beinah den Ausgleich vor... Nach 15 Minuten nimmt Hecking ihn wieder runter und stellt ihn danach nie wieder auf...
Die Offensive besteht nebenbei aus Esswein, Thimothy Chandler (Elite-Odonkor), Mike Frantz (was soll aus dir schon werden, wenn du wie Iron Maik ausgesprochen wirst?) und Timo Gebhardt (war der nicht auch mal auf dem Weg zum Superstar?) Da sind 17 Tore auf einmal eine verdammt gute Ausbeute...

Wen würde Felix Magath verpflichten? Dieter Hecking scheidet wohl aus, oder? Na dann... Klaus Allofs... einfach die sicherste Variante, dass der Erfolgscoach möglichst bald zurückkommt...

Ja, aber was wird's denn nun werden? Im Worst Case: eine Wiederholung des Relegations-Dramas, in dem die Nürnberger schon 2 Mal erfolgreich mitgespielt haben... Aber am Ende wird man vor Düsseldorf oder Hoffenheim und damit auf der sicheren Seite landen... Und in der nächsten Saison hängt dann wie immer alles von der Sommer-Transferperiode hab. Wenn Bader den nächsten Kiyotake findet. bleibt alles gut... wird es allerdings nur der nächste Marcos Antonio... wird es irgendwann wieder eng für den Club...

Sonntag, 23. Dezember 2012

Da denkt man sich: Na, vor Weihnachten wird ja nix mehr passieren...

und auf ein Mal ist Dieter Hecking Trainer in Wolfsburg. Ja, DER Dieter Hecking und nicht Bernd Schuster... Nachdem schon der neue Manager aus einem laufenden Vertrag herausgekauft wurde, bedient man sich jetzt beim Trainer auch bei einem direkten Konkurrenten... Gut für Wolfsburg, schlecht für Nürnberg.

Eigentlich wäre alles andere dumm gewesen. Auch wenn ich einen Schuster gerne mal in Aktion gesehen hätte: Die meisten Trainer sind nicht ohne Grund arbeitslos. Und die meisten guten Trainer haben halt meistens auch einen Job... Und wenn man einen Trainer haben will, der perspektivisch arbeitet... macht der das meistens schon woanders. So wie Hecking in Nürnberg halt.

Ablösesummen für Trainer zahlen galt eigentlich als ein Tabu. Warum sollte man auch Ablöse für jemanden zahlen, denn man nach höchstens 2 Jahren Abfinden muss? Dann doch lieber Peter Neururer... Der ist eigentlich immer frei...

Ist das jetzt ein gutes, oder ein schlechtes Zeichen? Für Nürnberg (und Mainz, denen das wohl als nächstes passieren wird) auf jeden Fall ein schlechtes. Das eine, worauf man sich bisher verlassen konnte, war doch, dass wenigstens dein Trainer bleibt, bis du ihn entlässt... Gute Spieler sind relativ schnell weg (auch da können sie in Nürnberg ein Lied von singen), ein guter Trainer bleibt im schlimmsten Fall 15 Jahre...

Gerade Klaus Allofs kennt die Bedeutung eines guten Trainers. Schließlich war er zum ersten Mal in seiner Karriere auf Trainersuche. Und wir dachten, das dauerte so lange, weil er keine Ahnung hat wie so was funktioniert. Jetzt wissen wir: er hat sich gegen den Willen seines Chefs und für einen guten Trainer entschieden. Und das ganze so gekonnt, dass eine große Weihnachtsüberraschung draus wurde. Der große Vorteil für Hecking und Nürnberg war halt, dass die sich nicht wochenlang fragen lassen mussten, wann der Wechsel denn nun kommt...

Die gute Nachricht: Spielern glaubt man relativ schnell, dass sie gut sind, als Trainer musst du schon 3 Jahre lang herausragende Arbeit abliefern, damit das jemand mitbekommt. Und das waren immerhin 3 Jahre, in denen Nürnberg wenig bis gar nichts mit dem Abstieg zu tun gehabt hat.

Wird dadurch ein neuer Trend ausgelöst? (International ist der nebenbei nicht so neu, Andre Villas-Boas soll 15 Millionen Ablsöe gekostet haben und war nach nicht mal einen Jahr wieder weg.) Im Endeffekt ist es die größtmögliche Anerkennung für die Arbeit, die Dieter Hecking in Nürnberg geleistet hat. Und wir haben mit Tuchel, Slomka, Streich, Favre und Schaaf noch einige Trainer, die großartige Arbeit leisten... Und zwar nicht erst seit diesem Sommer. Und mit Schalke ist schon der nächste Verein auf der Suche. Nicht unwahrscheinlich, dass sie auch auf Schalke die Bedeutung... ach vergesst es, auf Schalke ist alles unwahrscheinlich, was mit Logik und Vernunft zu tun hat...

Aber: Gute Trainerleistungen werden mittlerweile wahrgenommen. Und die neue (junge) Trainergeneration weiß um ihren Wert. Deswegen wechselt Hecking zum 2. Mal in seiner Karriere von heute auf morgen den Job innerhalb der Bundesliga. Und deswegen zieht sich die Vertragsverlängerung eines Slomkas so lange hin.

Freitag, 10. August 2012

Saisonvorschau: 1.FC Nürnberg

Ausgangslage: Nennen wir sie das Anti-HoffenheimIlkay Gündogan, Julian Schieber, Stefan Reinartz, Mehmet Ekici Philipp Wollscheid und Daniel Didavi sind die Namen, an denen man bei einer Saisonvorschau zum Club nicht vorbeikommt... obwohl keiner von ihnen jemals wieder für die Nürnberger auflaufen wird.  Aber all diese Spieler wurden dort ausgebildet und dann auf die Bundesliga losgelassen. Das schlechte daran: Es wird dadurch nicht einfacher für den Club. Aber die guten Nachrichten überwiegen: Zunächst mal spielt Nürnberg das dritte Jahr in Folge erstklassig. Dann dürfte sich die Nürnberger vor brauchbaren Leihgeschäften kaum retten können. Schieber und Ekici hatten Schlüsselrollen in der vorletzten Saison und kehrten zu ihren Stammvereinen zurück (oder wurden teuer weiterverkauft...) Letzte Saison war es Didavi, der wieder aus Stuttgart für ein Jahr kam. Diese Saison ist es halt Sebastian Polter, der dem allgemeinen Wolfsburger Kaufrausch zum Opfer fällt und sich jetzt bei den Franken entwickeln darf. Dazu kommen Hiroshi Kiyotake und Timo Gebhardt, die sogar fest verpflichtet werden konnten... weil sie halt sehen, dass man sich in Nürnberg super entwickeln kann. Und zu guter letzt hat sich mit Timothy Chandler das erste Talent vorerst zum bleiben entschieden. Und die jungen Leute im Verein zu halten ist der schwerste Schritt für einen Ausbildungsverein wie Nürnberg es nun mal ist.

Wen werden sie vermissen? Natürlich Wollscheid und Didavi. Aber daran hat man sich mittlerweile gewöhnt. Und da man mit Kiyotake quasi schon den nächsten Next Shinji Kagawa (was ja wohl der neue Hypevergleich schlecht hin ist... da es für jeden japanischen Neuzugang gebracht wird...) und mit Marcos Antonio einen erfahrenen Innenverteidiger geholt haben... andererseits ist Nürnberg halt auch immer nur einen nicht einschlagenden Transfer vom Abstiegskampf entfernt...

Wer soll's richten? Alexander Esswein. Und ja, es gibt einen Grund, warum es um den in diesen Sommer keine Gerüchte gab... Schließlich pendelt er irgendwo zwischen Elite-Odonkor auf links und Andre Schürrle für Arme... Lustige Nebenstatistik: Wenn Nürnberg Esswein irgendwann weiterverkauft, kriegen Waldhof Mannheim, Kaiserslautern, der VFL Wolfsburg, und Dynamo Dresden eine Ausbildungsentschädigung... ja, für einen 22 Jährigen ist er schon weit rumgekommen...
An sonsten ist Javier Pinola immernoch da... Vor ein paar Jahren galt der mal als großes Linksverteidiger Talent und kommender Nationalspieler Argentiniens. Inzwischen ist man sich nicht mehr so sicher, ob er einfach bis zum erbrechen (also dem Gang in die 2. Liga) vereinstreu ist... oder einfach nur nicht so richtig gut...

An wen wird es scheitern? Wie gesagt: die Fehlerquote muss verdammt gering bleiben. Sonst müssen Per Nilsson (noch keine einzige Saison mit 20plus Bundesligaspielen) oder Julian Wießmeier (Wer?) in die Bresche springen.
Oh... und an der Offensive... Hanno Balitsch ist der Spieler mit den meisten Bundesliga Toren... Ihr erfolgreichster Angreifer Tomas Pekhart kommt auf 9 und in der Nationalmannschaft nicht an den Überresten von Milan Baros vorbei...

Leischtungschträgscher: Ach ja, ich vermisse die alten Michael A. Roth Tage... als man sicher sein konnte, dass der die eine oder andere Kurzschlußreaktion bringt und mindestens einen Trainer entlässt. Jetzt könnte Dieter Hecking Rekordtrainer werden... Und so wie Martin Bader den Verein führt, bin ich mir nicht mal sicher ob ein Abstieg dies verhindern würde... schließlich muss Hecking nur den 34. Spieltag und nicht den Klassenherhalt erreichen um Rekordtrainer zu werden. Nicht, dass das für mich als Fußballfan schlecht ist... aber für mich als Freizeitzyniker halt schon...

Best Case Szenario: Dieses Jahr wird es richtig eng für den Club. Die 6 Sprachen von Marcos Antonia helfen nur bedingt weiter, wenn Deutsch und bundesligatauglich nicht darunter sind... und beide sind verdammt schwer zu erlernen. Aber hey, zum Glück gibt es Fürth und Augsburg... und Köln in der Relegation. Dank der Zugabe schafft Nürnberg den Klassenerhalt... und muss im Sommer darauf zum ersten Mal seit Jahren nicht 5 neue Talente finden... weil die alten alle bleiben... und im Jahr darauf kann man dann richtig durchstarten.

Worst Case Szenario: Dieses Jahr geht es richtig nach vorne. Marcos Antonio hat sich bisher in jeder Liga durchgesetzt. Kiyotake lässt alle Kagawa-Vergleiche im nu Verstummen: Kagawa war in seinem ersten Jahr bei weitem nicht so gut... In der Winterpause will der VfB Stuttgart schon Timo Gebhart zurückholen... entsetzt stellen sie fest, dass sie den dieses Mal ja gar nicht ausgeliehen haben... grober Fehler... Und Hanno Balitsch... spielt halt wie Hanno Balitsch...
Am Ende steht ein sensationeller 4. Platz... mit dem dummen Nebeneffekt, dass selbst die Ergänzungsspieler Wießmeier und Marvin Plattenhardt als Riesentalente von größeren gekauft wird... in Nürnberg erst an der Champions League Quali und dann am Klassenerhalt scheitert...

Mittwoch, 4. Januar 2012

Rückrundenvorschau: 1.FC Nürnberg

Ausgangslage: Irgendwie hätte man die Tabellenplätze 16 bis 14 auch in einem Post vorstellen können... diese 3 Vereine nehmen derzeit einfach exakt die selbe Entwicklung: Nach einem für ihre Verhältnisse überragenden Jahr wurden 3 elementare Offensivspieler abgegeben und jetzt ist man also wieder in der Wirklichkeit des Tabellenkellers angekommen. In Nürnberg sind diese 3 Spieler Julian Schieber, Ilkay Gündogan und Mehmet Ekici.
Erschwerend kam noch hinzu, dass die wenigen verblieben gestandenen Bundesligaspieler (Javier Pinola und Raphael Schäfer) langfristig ausfielen. Da ist es doch fast schon ein Wunder, dass Nürnberg über allen relevanten Strichen überwintert... Oder es ist halt ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Bundesliga gerade im Keller dieses Jahr einfach nicht so stark ist...

Wer soll's richten? Dieter Hecking hat diese Mannschaft aufgebaut, er hat auch das Recht sie wieder einzureißen... (irgendwie gibt es auch da Gemeinsamkeiten zwischen den 3 Vereinen: Alle drei haben sie viel vertrauen in ihre Trainer.) Hecking steht jetzt vor einem wichtigen halben Jahr: kann er die Leistungen bestätigen und die Klasse halten, könnte er schon bald Angebote von Vereinen mit höheren Zielen bekommen... Am Arsch sind natürlich und zwar so oder so die Nürnberger: Entweder Hecking ist doch kein guter Trainer und der Club steigt am Ende ab... oder aber der Trainer könnte schon bald weg sein...
Entscheidend wird dabei die Frage sein, ob und wann Javier Pinola wieder gesund wird, da er der einzige Stammverteidiger ist der älter als 23 ist...

Leischtungschträger: Es ist erstaunlich ruhig und sreiös geworden im Frankenland. Mittlerweile kann man dort ganz entspannt und sachlich arbeiten. Was wirklich verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass Michael A. Roth der Ehrenpräsident dieses Vereins ist... in der 14 Jahren als Nürnberger Präsident gab es 15 Trainer... seit er 2009 zurückgetreten ist... nur noch zwei. Und einer davon war Michael Oenning...

Was würde Michael Oenning aus dieser Mannschaft machen? Oenning muss etwas ändern. Es ist schließlich seine 4. Trainerstation in 4 Tagen... diesmal muss es aber klappen. Also holt er sich einen Experten mit ins Boot: Karl-Theodor zu Guttenberg. Und mit dem an seiner Seite geht es sogar deutlich aufwärts... Bis dann im Sommer die Wahrheit ans Licht kommt: Die Trainingspläne, die Taktik, die Transferpolitik... selbst die Ansprache in der Kabine. Alles wird eins zu eins aus Dortmund übernommen und als eigene Strategie verkauft. Der Bund deutscher Fußballlehrer wird wegen des Plagiatvorwurfes aktiv...
Auf der Pressekonferenz zu seinem Rücktritt sagt Oenning nur: Ich habe die ganzen Daten 7 Tage lang auf verschiedensten Disketten gesammelt und gelagert... da kann es doch mal passieren, dass man nicht mehr weiß, was eigentlich von einem selbst ist und was nicht...
Den Spielern wird derweil Schlagartig bewusst, warum der Trainer sie ständig auf Gegner vorbereitet hat, gegen die man selber gar nicht gespielt hat... Das erste Mal fiel es ihnen auf, als Oenning sie auf sich selbst eingestellt hat, aber das haben sie noch als Motivationstrick verstanden. Jetzt wissen sie: Er hat sie einfach immer auf den aktuellen Dortmunder Gegner eingestellt... Nur warum er sie ständig vor Miroslav Klose gewarnt hat, bleibt ein Rätsel...

Samstag, 30. Juli 2011

Saisonvorschau: 1.FC Nürnberg

Die Zusammenfassung des Stress-Tests (den Begriff werde ich, weil er gerade so in ist, so oft wie möglich verwenden...) DFB-Pokals gibt es Montag... wenn alle Sensationen durch sind... 

Ausgangslage: Auch Nürnberg gehört zu diesen Mannschaften, die ihren Kindern von der letzten Saison noch in Jahren erzählen werden. Dass all die Neueinkäufe und Leihspieler einschlagen würden und so viele Junge Spieler einen entscheidenden Schritt machen würden, war eigentlich ziemlich unwahrscheinlich. Dass viele von diesen Spielern jetzt weg sind, macht diese Saison verdammt schwierig. In Nürnberg sollte niemand erwarten, dass man all die Mannschaften hinter sich lässt. Eher sollte man darauf hoffen, dass man Hannover 96 und den FSV Mainz dieses Jahr hinter sich bringen kann...

Wen werden sie vermissen? Wen werden sie nicht vermissen? Selbst Marek Mintál, wenn auch nicht nach sportlichen Gesichtspunkten, wird der Mannschaft fehlen. Aber mit Andreas Wolf, Ilkay Gündogan, Mehmet Eckici und Julian Schieber verlässt im wörtlichen Sinne eine Achse die Mannschaft. Und zwar nach dem Verlauf der letzten Saison nicht die schlechteste.

Wer soll's richten? Nürnberg nimmt die Sache mit dem Ausbildungsverein wirklich verdammt wichtig. Der einzige Neuzugang, der so etwas wie ein gestandener Bundesligaspieler ist, ist Markus Feulner. Der ist zwar technisch gesehen Deutscher Meister, kam aber praktisch gesehen nicht an Antonio da Silva vorbei... Also müssen die Nürnberger hoffen, dass all die jungen Spieler wieder überraschend gut einschlagen und den nächsten Schritt machen. Nur um sie in diesem Fall am Ende der Saison wieder abzugeben...

Leischtungschträger: Entweder dieses Konzept geht wieder auf, dann wird es keine großartigen Leischtungen in Nürnberg geben, oder es fährt komplett gegen den Baum, dann wird es ganz schnell verdammt eng für Dieter Hecking und Martin Bader.

Best Case: Es muss irgendwie am Nürnberg Wasser liegen. Irgendetwas muss da drin sein. Die Nürnberger Achse stellt im Exil fest, dass sie allesamt eigentlich nicht so gut sind. Sie bringen in ihren neuen Vereinen nicht mal annähernd die Leistungen, die man von ihnen kannte. In Dortmund fragt man sich nach 3 Monaten, warum man eigentlich Feulner gegen Gündogan getauscht hat, Feulner spielt doch so viel besser. So steuert der Club wieder einer sorgenlosen Saison entgegen.

Worst Case: In Nürnberg träumen sie schon wieder von großen Zielen. Schließlich ist man ja technische gesehen immernoch Vize-Rekordmeister. Das die Nürnberger nach ihrer letzten Meisterschaft direkt abgestiegen sind... bedenkt dabei keiner. Auch auf den letzten Titel 2007 folgte postwendendend der Abstieg. Am Ende dieser Saison denken sich die Nürnberger Fans allerdings: Das waren noch Zeiten... als man wenigstens einen Titel geholt hat, bevor man abgestiegen ist...

Freitag, 7. Januar 2011

Rückrundenvorschau: 1.FC Nürnberg

Ausgangslage: Die Nürnberger haben dieses Jahr eine junge Mannschaft, die teilweise begeisternden Fußball gespielt hat. Leider gehört ihnen nur einer dieser jungen Spieler und selbst der wird im Sommer kaum zu halten sein. In Nürnberg stört das noch niemanden, schließlich können sie zum ersten mal seit Jahren entspannt und ohne den Kader umzubauen in die Rückrunde gehen. Mehr wird in Nürnberg derzeit nicht erwartet, aber im Sommer wird dann wohl trotzdem ein neues Team aufgebaut werden müssen.

Hoffnungsträger: Ilkay Gündogan, Julian Schieber und Mehmet Ekici. Auch wenn die ihre Hoffnung im Sommer wahrscheinlich woanders verbreiten werden.Spannend ist die Frage, was aus Schieber wird, falls Stuttgart absteigt...
Bleibt für die Nürnberger also zu hoffen, dass die nächste Generation um Spielern wie Marvin Plattenhardt sich schnell entwickelt um den Qualitätsverlust halbwegs abzufangen.

Leischtungschträger: Ähnlich wie beim 1. FC Kaiserslautern denkt man auch hier an die gute alte in diesem Fall Roth-Zeit zurück, als der Club unter seiner Führung 15 Trainer verbrauchte. Jetzt wird in Nürnberg seriös gearbeitet und dieses Jahr (zum ersten Mal in 3 Saisons) am Ende die Relegation vermieden.
Und selbst ich glaube kaum, dass Javier Pinola sich nochmal so daneben benimmt wie bei seiner Spuckattacke gegen Schweinsteiger.