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Freitag, 18. Dezember 2020

Wenn man kurz darüber nachdenkt

 Ob man nicht vielleicht doch Mitleid mit Schalke haben könnte... holen die Huub Stevens zurück. Das ist das Level an Verzweiflung, welches man in Gelsenkirchen erreicht hat.

Nur um das mal zu verdeutlichen: Stevens ist der Jahrhunderttrainer auf Schalke... aus dem letzten Jahrtausend. Als der noch ein richtig guter Trainer war, stand noch eine 19 vorne bei der Jahreszahl...

Aber weil Stevens ja offensichtlich zu alt für den Scheiß ist... denkt man über Friedhelm Funkel nach... Der ist offiziell im Ruhestand und hatte seine größten Erfolge... in den 80ern. Ok, als Spieler, aber Details... Er ist immerhin jünger als Stevens... ganze 11 Tage...

Dass Schalke sich mittlerweile so weit zurück entwickelt hat, dass man auf DEN noch lebenden Feuerwehrmann schlecht hin zurück greifen muss... Aber hey, wenn das auch nicht klappt, geht Peter Neururer bestimmt ans Telefon... 

Nebenbei hat man als chronisch klammer Club dann 3 Trainer für die erste Mannschaft unter Vertrag... alles Geld, welches man in Daniel Caliguiri hätte stecken können. 

Es ist halt völlig absurd, wie unfähig Schalke sich derzeit präsentiert. Also wir hatten ja schon den geplanten Abstieg von Hannover 96, aber Hannover war halt nie annähernd so groß und bedeutend wie Schalke 04. Also auch Martin Kind brauchte 3 Jahre bis er seine "Vision Abstieg" vollendete, aber er kam wenigstens "nur" aus der Europa League... Schalke war vor 3 Jahren Vize-Meister und spielte relativ regelmäßig in der Champions League... Die Fallhöhe ist halt eine ganz andere...

Und auch der Vergleich mit dem Hamburger SV ist mehr als unangebracht... denn einerseits hat man sich dort wenigstens gegen den Abstieg gewehrt, auch wenn man sich dabei so ungeschickt angestellt hat wie möglich. Andererseits brauchte man 8 Jahre um den Weg vom Halbfinale der Europaleague zum Zweitligsten zu vollenden. Verglichen mit dem, was gerade auf Schalke passiert, war das ein geradezu schleichender Niedergang...

Das einzige Problem der Schalker: Am Ende wird ihr genialer Absturz-Plan an der mangelnden Kooperation von Bielefeld und Mainz scheitern. Bielefeld kann, wie gestern schon erwähnt, wenig dafür, dass sie so schlecht sind, aber auch die Mainzer arbeiten dieses Jahr intensiv an einem Abstieg. Also so intensiv und konkret, dass ein Mateta-Transfer im Winter mich nicht überraschen würde... Gut für die Mainzer, dass die Schalker kein Geld haben, sonst könnten sie der Verlockung erliegen ihn nach Gelsenkirchen zu schicken... zuzutrauen wäre es den Mainzern gerade.

Dazu kommt als weiteres Problem, dass die wirtschaftliche Lage auf Schalke ja so katastrophal zu sein scheint, dass bei einem Abstieg die Existenz des gesamten Vereins auf dem Spiel steht. Also klar, der HSV hat auch Miswirtschaft betrieben und sich an den Tropf eines Investors gehangen. Aber anscheinend konnte man trotz Corona 2 Zweitligajahre in Folge stemmen. Auf Schalke hat man anscheinend noch keinen blassen Schimmer, wie das funktionieren soll.

Es ist einfach unfassbar, wie ein derart großer Verein sich so schnell so weit runter wirtschaften konnte.Vor allem wenn man bedenkt, dass sie für Manuel Neuer, Julian Draxler, Leroy Sané und Tilo Kehrer zusammen 162 Millionen Euro Ablöse für selbst ausgebildete Talente bezahlt bekommen hat. Aber das dadurch verdiente Geld hat man anscheinend praktisch verbrannt...

Was auch nur bedeutet: Selbst wenn die Unfähigkeit der Mainzer und die Relegation die Schalker am Ende irgendwie rettet, ist noch lange keine Besserung in Sicht... Die einzige wirkliche Hoffnung, die man derzeit noch hat, ist... dass die Knappenschmiede schnell einige vielversprechende Talente ausspuckt. Und dass man bis dahin fähigere Leute in den entscheidenden Positionen hat, damit diese Talente nicht wieder verschwendet werden.

Freitag, 21. Dezember 2018

Der Abstiegskampf ist jetzt schon so absurd

Und Schuld daran ist... Borussia Dortmund.

Also einer der etablierten Thesen in diesem Blog ist ja, dass die letzten 4 in der Tabelle deutlich schlechter sind, als der Rest. Und dass es eigentlich nur für den VfB Stuttgart einen klaren Weg raus aus dem Keller gibt. Also sie sind die einzige Mannschaft, die zumindest das Potenzial in Kader und Umfeld hat um sich doch noch zum seriösen Bundesligisten zu mausern. Ob sie das hinkriegen, sollte eigentlich die entscheidende Frage im Abstiegskampf sein.

Der Rest? Ist mehr oder weniger selbst verschuldet in der Position, dass einem die Trainer eigentlich nur Leid tun können. Schließlich muss Michael Köllner  2 2:0 Niederlagen mit einem: "Unterm Strich haben wir uns im Vergleich zu unserem guten Wolfsburger Spiel nochmals steigern können." zusammenfassen.
Oder es wurde in der Sportschau-Anmoderation darüber sinniert, ob ein Friedhelm Funkel nicht doch im Sommer hätte aufhören sollen... mit einem "Warum tut er sich das noch an?"
Und dass man irgendwie davon ausgehen muss, dass Andre Breitenreiter vor Saisonende entlassen werden wird, ist irgendwie unfair, denn der kann am wenigsten dafür, dass der Kader so viel Substanz verloren hat. Dazu ist der Verein in sich so zerstritten, dass es quasi keinen Heimvorteil gibt.

Realistisch gesehen gibt es kein Szenario, in dem Düsseldorf, Hannover und Nürnberg in der Rückrunde jeweils 20 Punkte holen. Es sei denn alle 3 landen je 2 Toptransfers in der Winterpause... Was extrem unwahrscheinlich ist. Was auch nur bedeutet: Wir steuern auf ein Jahr zu, in dem weniger 30 Punkte für den Klassenerhalt via Relegation reichen könnte.

Und was die ganze Geschichte noch absurder macht: Es ist genau so unwahrscheinlich, dass Düsseldorf mehr als 4 Punkte Vorsprung auf die für sie einzige direkte Konkurrenz herausarbeitet. Was wiederum auch nur bedeutet: Die 3 Tore von Dodi "Ich werde darauf den Rest meiner Karriere reduziert werden" Lukebakio gegen die Bayern (ernsthaft, ich sehe ein Random Europa League Spiel mit Deutscher Beteiligung im Jahr 2028 vor mir, in dem der Gegnerische Stürmer genau so vorgestellt wird...) und die Nicht-Leistung von Borussia Dortmund haben den Abstiegskampf entschieden.
Und ja, ich lehne mich da jetzt konkret aus dem Fenster: Düsseldorf wird am Ende wegen der 4 Punkte, die sie in diesen beiden Spielen geholt hat, die Relegation erreichen. Aber das diese 2 im Endeffekt entscheidenden Spiele werden alle ignorieren. Weil es ja nur nen 3/4 Jahr her ist.
Ihr könnt ja für euch im Hinterkopf eine Tabelle führen, in denen ihr die 2 eigentlich erwartbaren Niederlagen von Düsseldorf gegen die Giganten einberechnet. Dann wäre Düsseldorf jetzt mit 11 Punkten exakt auf Augenhöhe mit den andern beiden da unten, was gefühlt auch eher dem Leistungsverhältnissen entspricht.

Gerade die Borussia ist da... sehr interessant. Die haben gegen die restliche Liga eine Bilanz von 12 Siegen und 2 Unentschieden... und dann gegen Hannover und Düsseldorf zusammen einen Punkt in der Hinrunde geholt. Könnte daran liegen, dass dies die einzigen Spiele mit 3 Deutschen in der Startformation waren... (Ok, das habe ich jetzt nur behauptet und nicht nachgeschlagen... aber es klingt überraschend wahrscheinlich...)
Auch nen Super Fun Fact: Borussia Mönchengladbach ist die Mannschaft aus dem Spitzentrio, dass gegen die Kellerkinder auf 12 Punkte und 12:1 Tore kommt. Schalke ist, wie bereits erwähnt bei 9 Punkten und 10:3 Toren. Wenn sie, was erstaunlich wichtig für Domenico Tedesco werden könnte, am Wochenende mit 3:0 gegen Stuttgart gewinnen sollten, hätten sie 12 ihrer 18 Punkte (also 66%) gegen die "Passives Abseits Worst of Top 4" geholt. Und 65% ihrer Tore gegen diese 4 erzielt. Was völlig absurde Zahlen sind... Aber als würde Schalke 3 Tore in einem Spiel schießen... man muss schon bei realistischen Szenarien bleiben.

Vor allem wird dieses Duell jetzt, durch die völlig überraschende Nicht-Leistung der Dortmunder, das Duell gegen Stuttgart plötzlich zum Schicksalsspiel für Tedesco. Weil die 4 Bonus-Punkte der Düsseldorfer das Tabellenbild plötzlich extrem eng aussehen lassen. Und wenn er jetzt gegen Stuttgart verliert und Düsseldorf in Hannover einen Punkt holt (beides nicht die unrealistischsten Szenarios), überwintert Schalke auf ein Mal auf dem Relegationsplatz. Das wiederum drüfte Tedesco kaum überstehen.
Nebenbei völlig zurecht: Wenn man es als Trainer nicht schafft nach der Hinrunde vor diesen 3 designierten Zweitligisten zu stehen, muss man extrem viel falsch gemacht haben. Da kann man auch nicht aufs Verletzungspech oder die Zusatzbelastung Champions League verweisen.

Ich bin mir nicht sicher, ob den Borussen damit bewusst gewesen ist, was sie da anstellen... und ob sie dann motivierter aufgestellt gewesen wären... Und ja, damit gucke ich direkt auf Lucien "Ich schone meine besten Offensivkräfte, weil das Spiel gegen Gladbach wichtiger ist, obwohl ich danach Winterpause habe" Favre: Es könnte sein, dass er damit dafür gesorgt hat, dass Schalke wieder einen vernünftigen Trainer bekommt, weil dort jetzt halt doch Panik ausbricht...
Es ist halt schon faszinierend, wie groß die Auswirkungen eines einzigen Fehltrittes der bisherigen Übermannschaft werden könnten.

Wobei man an der Stelle nochmal dringend auf eines hinweisen muss: Wenn Alfred Finbogasson in der Winterpause nicht wieder in Schwung kommt (oder sich, was bei seiner Historie nicht unwahrscheinlich ist, erneut verletzt), ist das alles hinfällig. Denn dann sorgt Lukebakio eigenhändig (eigenbeinig?) dafür, dass Düsseldorf vor Augsburg landet. Finbogasson ist derzeit der wichtigste Spieler der Bundesliga. Also falls es eine MVP Wahl, wie in Amerika üblich, geben würde, müsste die Wahl zwangsweise auf den Isländer fallen... denn er alleine (und seine 7 Tore in 9 Spielen) macht aus einem Abstiegskandidaten einen Anwärter auf die Europa League. Oder auf jeden Fall ein Team, welches mit den Abstieg nichts zu tun hat. Seit seiner Verletzung am 11. Spieltag hat Augsburg 2 Punkte geholt.

Um meine These von vorhin dahingehend anzupassen: Wenn Finbogasson und damit der FC Augsburg nicht wieder auf die Beine kommt (oder gar spontan verkauft wird), schafft Düsseldorf dank der 4 Bonuspunkte aus der Hinrunde den direkten Klassenerhalt. Wenn nicht, spielen sie auf Grund dieses Polsters in der Relegation gegen Union Berlin oder St.Pauli...

Dienstag, 4. Dezember 2018

Wenn selbst das Wetter gegen die Montagsspiele protestiert...

Sollte man als DFL vielleicht einfach mal einsehen, dass das keine gute Idee war Bundesligaspiele auf den Montag zu legen... Und das Wetter war definitiv dagegen, dass dieses Spiel stattfindet... Aber die DFL ließ sich wie immer nicht beirren und verharrte stur auf seinem Standpunkt... hey, da findet Uli Hoeneß vielleicht ja doch noch nen Job, wenn sie den bei den Bayern abgewählt haben... genau solche Leute sucht die DFL doch anscheinend...

Wobei ich ja Rudi Völlers "Die Leute haben etwas besseres verdient." ja nicht nachvollziehen kann. Also erstens wäre es auch bei strahlenden Sonnenschein immer noch das Duell "Bisher überfordert gegen Bisher Enttäuschend". Zum anderen dürfte es gerade den Nürnberger Fans durchaus Recht gewesen sein, dass die technischen Mittel des Gegners beschnitten worden sind. Und dazu kommt, dass so ein Spiel sehen auch irgendwie geil ist. Es gibt halt auch Fans, die auf Kampf und Leidenschaft stehen... Schließlich gibt es auch haufenweise Schalke Fans.

Da fällt mir als kurzer Einwurf ein: Die 3. Liga hat ja dieses Wochenende eine Protestaktion gebracht, in der sie 1 Minute lang den Ball ruhen ließen und nichts machten. Aus Protest. Was mir da ja irgendwie gefehlt hat war das Eingeständnis von Domenico Tedesco, dass seine Mannschaft schon die Gesamte Saison über an diesem Protest teilnimmt und in der ersten Halbzeit aus Prinzip nicht angreift... Deswegen kommen die auch auf 3 Tore in den ersten 45 Minuten...

Aber zurück zu dem anderen Protest: Den gegen die Montagsspiele. Was ja legitim ist. Aber kann man sich das als Nürnberger Ultra wirklich leisten? Also klar, das  "Wir sind nicht aufgestiegen um wieder Montags zu spielen"- Plakat ist gut. Und wichtig. Aber arbeiten die Ultras nicht in dem Moment selber mit daran, dass die Nürnberger demnächst wieder häufiger Montags spielen?

Also die Nürnberger gehören ja zu den 4 überforderten Mannschaften der Bundesliga. Von denen 2 garantiert absteigen müssen. Und wo die Stuttgarter, sobald Markus Weinzierls Arbeit Früchte trägt, sich am ehesten distanzieren dürfte. Und ja, Weinzierl ist schon mal bescheiden gestartet und hat das Ruder rumgerissen. Es ist ihm durchaus zuzutrauen. Dazu hat er halt auch mehr Qualität im Kader.
Bei den Nürnbergern muss alles optimal laufen, damit sie die Klasse halten können. Sie müssen alles ausreizen um eine Chance zu haben. Diese "Alles" beinhaltet halt auch den Fan-Support. Gerade bei Heimspielen unter schwierigen Bedingungen. Ist es dann wirklich vernünftig seinen Protest über den Erfolg des Vereines zu stellen?

Das praktische Beispiel dafür sind ja die anhaltenden Boykott-Bewegungen in Hannover. Zu denen Horst Heldt sagt: "Ich kann mich daran erinnern, dass der letzte Stimmungsboykott beinahe dazu geführt hätte, dass 96 abgestiegen wäre. Es geht um 96."
Die 96er Ultras müssen sich schon die Frage gefallen lassen, ob ihr Zwist mit Martin Kind zum Abstieg 2016 beigetragen hat... Und wenn nicht direkt, dann indirekt, weil man halt als Spieler eher zu dem Verein wechselt, der unter gleichen Voraussetzungen solche Probleme nicht hat.

Die Philosophische Frage ist also: Können sich die Fangruppen solcher Vereine in Abstiegsnot diese Protestaktionen überhaupt leisten? Die Philosophische Antwort lautet: nur die können dadurch wirklich protestieren. Also wenn man als Dortmunder Südtribüne schweigt, ist das... seltsam. Hat aber kaum einen Einfluss auf den Saisonverlauf. Es ist quasi reiner Luxus-Krawall. Also eigentlich Unkrawall, aber Details.

Die Nürnberger und Hannoveraner Fans (wenn auch aus unterschiedlichen Gründen) sagen sich aber: Unsere Anliegen sind uns so wichtig, dass wir dafür sogar den Klassenerhalt aufs Spiel setzen. Obwohl wir ja definitiv auch keinen Bock auf die 2. Liga haben... So untragbar sind die Zustände für uns.
Und das ist normaler Weise der Moment, in dem Protest anfängt zu wirken. Wenn man auch dann protestiert, wenn es für einen selber gefährlich wird. Also wir erinnern uns nie an die historischen Proteste, die beim ersten Anflug von Gegenwind und persönlicher Gefahr eingestellt worden sind. Wir erinnern uns an die Momente, wo die Leute Angst um ihre Existenz hatten und trotzdem auf die Straße gegangen sind.

Und wenn dann das nächste Mal ein Manager mit dem "Es geht um den Verein!" um die Ecke kommt, sollte er zum einen davon ausgehen, dass es den Fans auch um diesen Verein geht. Und dass ihnen das Anliegen so wichtig ist, dass ein Abstieg in Kauf genommen wird. Dass die Probleme um die diskutiert werden soll, wichtiger sind als die Klassenzugehörigkeit.

Und ja, ich finde den Protest der Hannoveraner, die die in einem "Wir wollen zurück in die Zeit vor Kind, also in die Regionalliga" enden, immer noch unvernünftig. Aber dass sie diese Proteste selbst dann durchziehen, wenn sie selber Nachteile daraus haben, muss irgendwie schon respektiert werden...

Das... sollte irgendwie anders ausgehen, als ich angefangen habe zu schreiben... ups.

Montag, 18. September 2017

Wie Hannovers Fanszene die Ultras enttarnt.

Ja, ich weiß, worst of... bla bla... Peniswitz...

Vielleicht komme ich morgen in der Vorschau drauf zurück, mal gucken...

Aber erst Mal... muss man sich ausgiebig der absurdesten Geschichten der letzten 20 Jahre ergötzen: Hannover 96s Ultras... und ja, wir haben den Zeitpunkt erreicht, wo die eigenen Fans "Ultras Raus!" brüllen... what the fuck?

Das völlig groteske an der Situation ist ja... dass die Ultras im Stadion schlechte Stimmung verbreiten, obwohl die Mannschaft in der Liga so gut da steht, wie wahrscheinlich noch nie in der Vereinsgeschichte.
Da übernimmt man für mehr als 24 Stunden die Tabellenführung... und alles, was diese Ultras wollen, ist den einen Mann, der das überhaupt möglich gemacht hat, zu vergraulen.

Und ja... ohne den Kind, der jetzt ganz dringend weg muss... also... gehen wir mal zurück in das Jahr 1997... Damals, als die Welt noch in Ordnung war, weil Hansa Rostock vor St Pauli und Halle stand... Und das große Niedersachsenderby war das Highlight der Regionalliga Nord... von der Tabellenführung in der Bundesliga konnte man damals genau genommen nicht mal träumen... Genau so wenig von Auftritten im UEFA Cup...

Man war auf dem aller besten Weg das Rot-Weiss Essen des Nordens zu werden. Dieser Verein mit großer Tradition, der aber aus irgendwelchen Gründen vor 5000 Zuschauern gegen FC Wegberg-Beeck antreten muss...

Denn eines ist doch ziemlich sicher... ohne Kind wäre Hannover nicht wieder auf die Beine gekommen. Man wäre im günstigsten Fall auf Augenhöhe mit Eintracht Braunschweig: Ein guter Zweitligist, der vielleicht alle Jubeljahre durch absurde Betriebsunfälle mal aufsteigt, nur damit dieser dann nach 12 Monaten postwendend wieder repariert wird... Und dies ist das Best Case Szenario. Genau so wahrscheinlich ist es, dass man irgendwo in der Oberliga rumgurkt...

Diese Ultras sollten mal einen ehrlichen Blick in den Spiegel werfen... und sich selber fragen: "Wäre ich überhaupt Hannover Fan geworden, wenn Kind sich nicht so engagiert hätte?" Natürlich!!! Werden die alle behaupten. Natürlich würden sie den Verein auch in der Regionalliga unterstützen!!! Und auf keinen Fall wäre man zum VfL Wolfsburg übergelaufen...

Realistisch betrachtet... hat Hannover heute mehr Ultras, als man in der Regionalliga insgesamt Fans hatte. Das ist ja da absurde: Man ist gegen ein Erfolgskonzept, ohne dass man selber gar nicht existieren würde...

Und das... lässt sich, wenn auch nicht so extrem, auf alle Ultra Gruppen ausweiten: Die stehen in wunderschönen Fankurven, jubeln technisch hervorragenden Fußballern zu... und kritisieren genau die Kommerzialisierung, ohne die das alles gar nicht möglich wäre...

Vielleicht sollten die sich mal die trostlosen Stadien der 89er und 90er Jahre angucken. Und Darmstadt hat man da ja wunderbar sehen können... die Stadien aus der damaligen Zeit verstoßen heute gegen die Lizenzauflagen der DFL...
Jetzt werden die Ultras natürlich wieder behaupten: Wir würden uns ja auch im Stadion Rote Erde Bundesliga angucken und da Stimmung verbreiten. Ähm... ich sag das mal so: Die Zuschauerzahlen der Bundesliga haben sich seit dem Jahr 1990 verdoppelt. Mittlerweile gehen so viele Leute in der 2. Liga ins Stadion, wie damals in der Bundesliga. Und das liegt natürlich hauptsächlich daran, dass die Bundesliga mittlerweile eine ganz andere Stellung in der Gesellschaft hat, als vor 20 oder 30 Jahren. Diese Stellung konnte sie sich aber nur erarbeiten, weil sie eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte ist... die dann noch um die WM 2006 anfing übelst zu boomen.
Auch hier gilt: Ohne die Kommerzialisierung, die so viele der Ultras jetzt kritisieren, wären viele von denen gar nicht im Stadion. Auf jeden Fall wären sie dort nicht so zahlreich vertreten. Und damit auch keine derart wahrnehmbare Macht...

Aber den Ultras geht es ja um den ursprünglichen Fußball und dem Verein an sich... Und auch da muss man, gerade wenn man sich Hannover anguckt, einfach nur fragen "Wirklich?"

Also anders ausgedrückt: Wir werden nie wirklich nachvollziehen können, in wie weit der Stimmungsboykott in der 2015/16er Saison der Mannschaft auf dem Platz geschadet hat. Was wir festhalten können: Die Mannschaft hätte in der Abstiegssaison wirklich jede Unterstützung dringend nötig gehabt. Aber den Ultras war es wichtiger, ihre politische Meinung ins Stadion zu bringen.

Und genau dasselbe sehen wir jetzt. Eigentlich müsste man sich als Ultra doch derzeit erst Mal über die Leistungen auf dem Platz freuen. Und die Mannschaft auf dem Platz bei ihrem Weg weitestgehend unterstützen, damit dieser Magische Lauf so lange anhält wie möglich. Stattdessen verbreiten sie eine total widersprüchliche destruktive Stimmung im Stadion...

An der Stelle wird halt eines ziemlich deutlich: Diesen Ultras geht es nicht "um den Fußball" oder "um die Sache"... ihnen geht es hauptsächlich darum, sich selbst als Gemeinschaft zu profilieren.
Und solche Gruppierungen wollen dann ernst genommen werden... die derzeitigen Protestaktionen gegen Martin Kind werden der Ultra Szene dabei eher schaden als helfen...

Dabei will ich gar nicht in Frage stellen, dass diese Ultras nicht auch ein wichtiger Bestandteil der Fußballkultur sind. Eher im Gegenteil. Aber "sie" (und ja, es gibt natürlich keine einheitliche Ultrabewegung...) müssen halt auch darauf aufpassen, dass sie sich nicht mit ziemlich dämlichen Aktionen selber ins Abseits stellen...
Und wenn das restliche Stadion "Ultras Raus" brüllt, hat man das definitiv geschafft... Herzlichen Glückwunsch.

Mittwoch, 30. März 2016

Passives Abseits Hall of Shame: Der geplante Abstieg von Hannover 96

Ein episches Werk auf George R.R. Martin Niveau...Vor allem ein wirklich komplexes Werk, bei dem man nicht mal weiß, ob es eine Tragödie oder Komödie sein soll.

Im Zentrum steht dabei der Mann der eigentlich im Hintergrund agieren sollte: Martin Kind. Und da wird einem auch bewusst, wie weit diese Geschichte zurück geht.

Die Vorgeschichte von Martin Kinds Präsidentschaft ist nämlich essenziell um den Tragödien Teil zu verstehen. Kind war einer dieser Präsidenten, die in der Wirtschaft einen großartigen Job gemacht haben, aber vom Fußball genau genommen keine Ahnung haben.

Und ja, ohne Kind würde es keinen Bundesliga Fußball in Hannover geben. Trotzdem war er zwischenzeitlich auch eines der Haupt-Hindernisse für weiteren Fortschritt in dem Verein... Nur um mal ein ganz blödes Beispiel zu nennen: Er schaffte es, Ralf Rangnick in der Saison 2003/04 zu entlassen... bevor Hannover (damals in ihrer 2. Bundesligasaison) auf einem Abstiegsplatz gelandet war... Klar, bei einem Peter Neururer kann das die richtige Entscheidung sein... aber Ralf Rangnick war damals einer der klügsten Köpfe auf den Trainerbänken... einen dieser Trainer, die man einfach nicht so oft findet... und die man auch nicht ersetzen kann...

Die soll nur ein Beispiel sein, dass der junge Kind immer wieder zu schnell die Geduld verlor... Und während er bei den Trainern so ziemlich jeden abgehalfterten Nomaden wie Ewald Lienen und Peter Neururer beschäftigte, durften sich auf der vielleicht noch viel wichtigeren Positionen des Sportdirektors Namen wie Christian Hochstätter und Ricardo Moars versuchen... alles Leute, bei denen selbst Hardcore Fußball Nerds nachschlagen müssen, ob das mal Bundesligafunktionäre waren...
Was ja auch daran liegt, dass keiner von denen mehr als 3 Jahre im Amt war... Und ich sag das mal so: Alle 3 Jahre seinen Kurs komplett zu ändern, kann nur bedingt gewinnbringend sein...

Das alles änderte sich aber im wesentlichen nach der Tragödie um Robert Enke. Ein Schicksalsschlag für den Verein, der die ganze Geschichte noch komplizierter macht.

Obwohl der Umschwung eigentlich erst mit der Verpflichtung von Mirko Slomka kam. Zum ersten Mal in seinem Leben verlor Kind nicht frühzeitig die Geduld. Sondern er hielt trotz der 6 Niederlagen am Stück zum Auftakt am Trainer fest... und ich wage mal zu behaupten, dass Slomka der erste Trainer war, der unter Kind 6 Spiele am Stück verlieren durfte, ohne entlassen zu werden.

Vor allem hatte man auf ein Mal eine einmalige Konstellation in Hannover: Man hatte mit Jörg Schmadtke und Slomka die entscheidenden Positionen im Verein wirklich gut besetzt. Ein Kongeniales Duo, dass sich perfekt ergänzte: Schmadtke war in der Lage, absolute Grützenspieler aus Norwegen zu verpflichten. Also Spieler, die nach Hannover kommen, dort aber unter dem Spezialisten in aus Grützenspielern ein Team zu formen übermäßig erfolgreich waren... lustiger Weise waren es die meisten nur unter dieser Konstellation. Ich verweise an der Stelle auf Didier Ya Konan, der nach seiner Hannover Zeit sogar Probleme hat, sich bei Zweitligisten durchzusetzen...

Schmadtke konnte Slomka genau die Spieler zur Verfügung stellen, die der für seinen Fußball brauchte. Uns Slomka ließ Schmadtke deswegen wie ein Genie aussehen...
Aber an der Stelle beginnt natürlich auch schon wieder die Tragik: Denn so gut die beiden zusammen arbeiteten... so schlecht verstanden sie sich zeitgleich. Ein absolutes Paradoxon: Wie können 2 Mitarbeiter, die nicht miteinander Reden, sondern nur über E-Mails Kontakt halten, so gut funktionieren?
Zumindest bis einer der beiden lieber zu einem Zweitligisten und Chaosverein wechselt... Und ja, es gab keinen vernünftigen Grund das erfolgreiche Projekt in Hannover zu verlassen um in Köln anzuheuern...

Aber genau genommen beginnt an der Stelle der Niedergang... und Kind kann nicht mal was dafür. Er hat damals alles versucht um beide Protagonisten zu halten. Jetzt musste er aber einen von ihn ersetzen...

Was aber gar nicht so schlecht gelang. Also auch wenn man nicht mehr um den Europapokal mitspielte, so war man immer noch ein etabliertes Mitglied der Bundesliga-Gesellschaft.

An der Stelle machte Kind aber den entscheidenden Fehler. In einem Anfall von persönlicher Hybris (wie sich das für ein Ordentliches Drama gehört) ging Kind davon aus, dass die 2 Jahre Europapokal zur Normalität im Verein werden sollten... anstatt sie als absolute Ausnahmeerfolge zu genießen, wollte er jetzt jedes Jahr über die europäischen Dörfer tingeln...

So entließ Kind den besten Trainer der Vereinsgeschichte, weil dieser nach der Hinrunde 2012 nur auf Platz 13 lag... also in einem für Hannover eigentlich völlig normalen Rahmen... So etwas sollte einem eigentlich nur auf Schalke passieren... Und ersetzte ihn durch den völlig unerfahrenen Tayfun Korkut...

So hatte man 2 Jahre nach dem erstmaligen Erreichen der Europa League auf ein Mal beide Trümpfe verloren... und sie durch einen Manager, der bisher nur im Freiburger Biotop funktioniert hat (Dirk Dufner) und einen Trainerlehrling, von dem man bis heute nicht abschätzen kann, ob das vielleicht mal ein guter Bundesligatrainer wird, ersetzt...
Wenig überraschend ging es mit dieser Konstellation nicht langfristig bergauf...

An der Stelle wird es aber völlig konfus... Man bekommt den Eindruck, dass der Autor dieser epischen Serie die Geschichte doch noch schnell zu Ende bringen muss, bevor sein Verlag ihn entlässt...
Zunächst ersetzte man Tayfun Korkut durch Michael Frontzeck. Was als Feuerwehrmann vielleicht sogar noch Nachvollziehbar war... schließlich hieß die Alternative Peter Neururer. Dass man aber völlig überraschend an Frontzeck festhielt... Schließlich dürfte Frontzeck einer der schlechtesten Bundsligatrainer der Moderne sein...
Dass dann noch Dufner, obwohl eigentlich fest stand, dass er den Verein zeitnah verlassen wird, mit der Zusammenstellung des neuen Kaders beauftragte...
Was eine unmögliche Aufgabe war, da man mit Lars Stindl und Leonard Bittencourt seine einzigen brauchbaren Offensivspieler abgegeben hatte...

Und nachdem das Transferfenster dann geschlossen war, ersetze man Dufner durch Martin Bader... einem Manager, der am ehesten dafür bekannt ist, dass er den 1.FC Nürnberg zum Abstieg geführt hat... 2 Mal...

Man hatte es also geschafft, sich innerhalb von innerhalb von 3 Saison sich von einer der besten Kommandobrücken zu einer der schlechtesten weiterzuentwickeln... Und gleichzeitig den eh schon recht dürftig besetzten Kader weiter zu schwächen... Good Job...

Dass Frontzeck dann noch zum dümmst-möglichen Zeitpunkt seinen Rücktritt erklärte... und Martin Bader mit einem neuen Trainer, der diesen Kader noch nie gesehen hat, nach den richtigen Verstärkungen für diesen Kader suchen musste... ist dann die allerletzte Krönung.

Das Ergebnis ist eine Mannschaft, mit der selbst ein anerkannter Fachmann auf der Trainerbank nichts holen kann... Und damit dann auch der Abstieg...

Einen Abstieg, auf den man im Zweifelsfall seit dem 23.April 2013 hingearbeitet hat... mindestens aber seit Dezember 2013... So viel Anlauf auf die Zweitklassigkeit haben bisher ganz wenige Vereine genommen...

Mittwoch, 10. Februar 2016

Die Hannoveraner Jugendspieler sind einfach zu episch

Als dass man sie mit einem einzelnen Eintrag in einem Worst Of abarbeiten könnte...

Ich meine, Hannover ist schon Tabellenletzter... abgeschlagen... und in einer trostlosen Verfassung... Und dann kommen die noch mit Geschichten um die Ecke, die man sich nicht mal ausdenken könnte...

Die Lagebesprechung sah wahrscheinlich so aus:
Spieler 1: "Jungs, dafür könnten wir in den Knast gehen!"
Spieler 2: "Ey, wir spielen für Hannover, ein Gefängnisaufenthalt erscheint da doch wie eine sympathische Option..."
Denn das Ding ist... wenn für Hannover 96 spielt hat der Bau wirklich ein romantisches Image...

Die wollten einfach mal für positive Schlagzeilen sorgen... und "Hannoveraner Jugendspieler überfallen Spielhalle und erbeuten 15.000 Euro für die Mannschaftskasse" wäre die erste positive Schlagzeile seit der Ära Mirko Slomka - Jörg Schmadtke gewesen...

Und hinterher hätte keiner mehr behaupten können, dass Hannover nicht "sexy" wäre... schließlich, das haben uns 20 Jahre Rapmusik gelehrt, ist nichts so sexy wie ein Gangsta-Image...
Nur um das mal zu relativieren: Nur weil die Jungs den Raubüberfall geplant haben, sind sie schon mehr Gangster als unser Vorzeige-Bushido... der ist zwar auch Vorbestraft, aber eher ein Hoeneß als ein Frank Lucas... schließlich geht es bei im ganz spießig um Steuerhinterziehung...

Aber wenn die Jungs das erfolgreich durchgezogen hätten... hätte Martin Bader ganz neue Verhandlungsoptionen gehabt... so nach dem Motto: Bei uns könnt ihr euch auch wunderbar auf die 2. Karriere als Kleinkrimineller vorbereiten! Welcher Verein kann das schon bieten?

Aber die Aktion wurde natürlich genau so selbstbewusst und konsequent durchgezogen, wie alle Offensivaktionen... Wahrscheinlich haben die 3 die den markierten Parkplatz vor dem Casino für einen Strafraum gehalten... und sich gedacht: Oh Shit, da können wir nicht rein...

Wenn ja... ist doch davon auszugehen, das ab sofort vor allen öffentlichen Orten in Hannover ein Strafraum eingezeichnet wird... und die Kriminalität extrem zurückgeht...

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Rückrundenvorschau: Hannover 96

Die guten Nachrichten: Hmm... Martin Kind will anscheinend immer noch die Mehrheitsanteile des Vereins übernehmen... schließlich kämpft er seit gefühlt 19 Jahren darum, dies zu dürfen. Da wird auch ein möglicher Abstieg nichts dran ändern...
Oh und die Verpflichtung von Thomas Schaaf ist die erste gute Perspektiventscheidung der Führungsriege seit... der Verpflichtung von Mirko Slomka...
Ich wäre ja irgendwie gerne bei der Lagebesprechung bei Familie Schaaf unterm Weihnachtsbaum dabei gewesen...
Heiligabend: Sie so (auf die dürftig ausfallenden Weihnachtsgeschenke guckend): "Schatz... jetzt kommt ja langsam die Phase, in der die Jobs für die du qualifiziert bist, frei werden... was planen wir da eigentlich?"
Er so: "Keine Sorge, wir werden nichts verrücktes machen."...

2 Tage später. "Schatz, wir müssen über deine Definition von 'nichts verrücktes' reden..."

Die schlechten Nachrichten: Ähm... alles andere...
Ich meine, es ist echt faszinierend, wie sie es in Hannover geschafft haben, sich mit jeder Personalentscheidung zu verschlechtern... von Mirko Slomka (einem anerkannten Fachmann) zu Tayfun Korkut (immerhin ein Trainertalent, aus dem könnte immer noch was werden) zu Michael Frontzeck (der einzige Kandidat, bei dem Peter Neururer die bessere Wahl gewesen wäre...)
Auf Managerebene läuft das ähnlich... von Jörg Schmadtke (einem Genie in Sachen Kaderplanung) zu Dirk Dufner (Der immerhin in Freiburg mit bescheidenen Mitteln viel gutes geleistet hat) zu Martin Bader (Der halt weiß, wie man einen Abstiegskader zusammenstellt...)
Wenn einem das erst Mal bewusst geworden ist... weiß man auch, wie der Verein auf Platz 17 landen konnte... die Frage bleibt, ob eine gute Entscheidung reicht um das alles zu reparieren...

Wer soll es richten? Ganz klar Thomas Schaaf. Hannover hat das beinah unmögliche geschafft: Einen nachweislich guten Trainer für ihre bescheidene Mannschaft zu begeistern... Und ja, Schaaf hat seit 1995 keine Mannschaft mehr mitten in der Saison übernommen... aber er hat ja trotzdem ein Trainingslager und ein offenes Transferfenster... viel wichtiger: Er hat in Frankfurt nachgewiesen, dass er halt doch nicht nur Werder kann... und Werder weist derzeit eindrucksvoll nach, dass der Niedergang an der Weser nicht unbedingt am Trainer gelegen hat.

Leischtungschträgscher: Und am Ende geht alles auf Martin Kind zurück... Ich meine, sein wir ganz ehrlich: Wenn der einfach nur mit der Arbeit von Slomka zufrieden gewesen wäre (und die 2 überragenden Jahre mit der Europa League als genau das Verstanden hätte: Eine Ausnahme)... Ich meine, Slomka wurde auf Platz 13 entlassen... mittlerweile träumt man davon, dieses Niveau wieder zu erreichen...
Aber Kind wollte die solide Arbeit eines Slomkas durch ein junges, aufstrebendes Projekt ersetzen... Allein schon, dass der Name Slomka noch auf Jahre jedes Mal fallen wird, wenn Hannover einen neuen Trainer sucht... sagt doch alles aus...

Wen wird Jogi Löw aus dem Hut zaubern? Hmm... gilt Ron Robert Zieler noch als Überraschungsnominierung? De facto ja, da Andreas Köpke ja bekannt gegeben hat, dass es verdammt wichtig ist, sich in der Champions League zu beweisen... Und Zieler kommt in diesem Wettbewerb auf überragende... lass mal kurz suchen... 0 Spiele...
Und ja, es ist völlig egal in welcher Liga der 3. Torwart bei so einem Turnier seine Spielpraxis bekommt. Diesen Kaderplatz könnte man quasi auch verlosen... an Flüchtlingskinder...
Das dumme für den HSV ist halt... dass der Rest des Kaders so absurd "gut" besetzt ist, dass der nächste Kandidat schon Christian Schulz wäre...

Was wird es denn nun werden? Bin ich der einzige, der ein Herzschlagfinale zwischen Hannover und Werder kommen sieht? Also eine Konstellation, in der Schaaf nur verlieren kann?
Das Problem ist halt: Ich traue es dem Bader nicht zu (die erste Neuverpflichtung kommt von der Tribüne des einzigen Vereins, der noch schlechter dasteht) auf die schnelle einen Kader zusammenzustellen, mit dem Schaaf dann die Klasse halten kann... Vor dieser einen guten sind halt zu viele schlechte Entscheidungen getroffen worden...

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Die absurdeste Erklärung ever...

Das Zitat der Woche.

Der offizielle Grund, warum Michael Frontzeck zurückgetreten ist? Diese Perle: "Ich habe erkannt, dass es schwer werden würde."

Ich meine, ich bin ja kein Experte in Sachen Fußball... aber selbst ich hatte diese Erkenntnis bereits vor dem ersten Spieltag. Auch wenn Mirko Slomka im November noch nicht wieder im Amt war... wäre es jetzt keine Überraschung, wenn er im Januar den Verein übernimmt. Es sei denn, er hat keinen Bock drauf, seinen Ruf zu ruinieren...

Dass dieses Projekt Hannover kein einfaches sein würde, war doch nun wirklich abzusehen. Das Frontzeck jetzt ein halbes Jahr gebraucht hat um zu dieser Erkenntnis zu gelangen... ist die eigentliche Überraschung. Da fragt man sich schon, wie naiv der eigentlich in die Saison gestartet ist... Ich meine, abgesehen von den Bayern ist Hannover das eine Team, dass haargenau dort steht, wo es erwartet wurde. Die Erkenntnis, die Frontzeck jetzt hat, kann keine neue sein...

Aber das ist ja noch nicht genug... Auf Bild.de (Vorsicht, Link führt zu google...) erklärt er: "Es ist das beste für beide Seiten"... Da merkt man mal, wie am Arsch Hannover ist.

Nur um das mal nachzuvollziehen: Michael Frontzeck hat nun wirklich nicht mehr all zu viele Optionen. Abgesehen von seiner Station in Mönchengladbach hat er es noch nirgends geschafft, eine komplette Saison zu überstehen. Also vom 1. bis zum 34. Spieltag bei einem Verein angestellt zu sein... oder, wie man das sonst so ausdrückt, sein Saisonziel  zu erreichen...
Das kann einem ein oder zwei mal passieren... Aber bei 4 von 5 Stationen...

Hannover war Frontzecks letzte Patrone, wenn er sich noch wirklich als Trainer etablieren wollte... ich meine, der einzige Gegenkandidat war Peter Neururer... Und man entschied sich nur für Frontzeck, weil der sofort anfangen konnte, während Neururer noch in Abfindungsverhandlungen verstrickt war...
Um das ganz deutlich zu sagen: Frontzeck ist der Trainer, den man nimmt, wenn Peter Neururer nicht zu kriegen ist... und es gibt nur noch ganz wenige Profi-Vereine, die sich überhaupt mit Neururer beschäftigen... an der Stelle verfluche ich mich mal selbst und behaupte: Frontzeck wird in 11 Monaten der neue Trainer von Hansa Rostock... Dass ist der einzige Verein, der so chaotisch ist und dem es so schlecht geht, dass Neururer mit "Ähm... danke aber ich habe keine Zeit" antwortet...

Eigentlich müsste Frontzeck alles tun, um sich gegen einen Rauswurf zu stemmen. Damit die Manager der Bundesliga wenigstens feststellen können: Immerhin hat er sich mit Haut und Haar gewehrt. Stattdessen macht der den Lucien Favre... Das kann man sich vielleicht erlauben, wenn man den einen oder anderen Erfolg in seinem Trainer-Lebenslauf stehen hat... wenn allerdings die einzige große Leistung der Klassenerhalt mit Hannover ist... in einer Liga, in der man sich echt unfassbar dumm anstellen muss um abzusteigen... Ja, es wird verdammt schwierig sich damit irgendwo zu bewerben... außer in Stuttgart vielleicht...

Aber ich bin fest davon überzeugt, dass Frontzeck sich dessen bewusst ist. Und trotzdem tritt er zurück... Was einem halt nur verdeutlicht, wie schwierig die Lage in Hannover wirklich ist...

Im wesentlichen haben sie in Hannover nur einen einzigen Plan: Wir drücken die Daumen, dass Darmstadt einbricht und in der Rückrunde nur 5 Punkte holt... und das Hoffenheim ebenfalls weniger punktet als wir... dann haben wir vielleicht eine Chance auf die Relegation...

Mittwoch, 5. August 2015

Saisonvorschau: Hannover 96

Ausgangslage: Wer hätte das gedacht? Aber Hannover träumt von der guten, alten Mirko Slomka Zeit... welcher Bundesligist kann das noch von sich behaupten? (Spoiler: Schalke 04).
Was noch viel schlimmer ist: Hannover träumt nicht mal von den "guten" Slomka Zeiten... die schlechten würden ihnen vollkommen reichen. Wahrscheinlich erinnert sich da kaum noch jemand dran... aber als Mirko Slomka nach der Hinrunde 2013 entlassen worden ist, lag man auf Platz 13. Wenn Slomka im November zurückkehrt, wird man von einem sicheren Platz 13 träumen... wenn man dann noch bedenkt, dass Martin Kind vor der 2013/14er Saison davon geträumt hat, regelmäßig in der Europa League zu spielen. Klar, das war ein Anfall von Größenwahn. Aber es zeigt halt, wie außergewöhnlich die Phase zwischen 2011 und 2013 war... und wie krass der Verein seit dem wieder geerdet wurde...
Denn sein wir ehrlich: Das Beste, was man sich derzeit in Hannover langfristig erhoffen kann, ist der Status der Grauen Maus. Und Martin Kind muss verstehen, dass das alles ist, was man erreichen kann. Denn die Mannschaften, die über ihnen stehen, haben fast geschlossen bessere Möglichkeiten... (also alle außer Augsburg...). Und die Mannschaften, die hinter ihnen stehen (Hamburg, Stuttgart), haben eigentlich auch bessere Möglichkeiten, müssen die allerdings nur nutzen...
Und ja, da wird einem bewusst, dass Hannover gar nicht sooo viel Spielraum nach unten hat... und dass verdammt viel richtig laufen muss, damit Hannover eine Sorgenfreie Saison erlebt. UND DAMIT muss Kind dann auch noch zufrieden sein...

Wer soll's richten? Ron Robert Zieler!!! Schließlich ist der amtierender Weltmeister... auch wenn die 1 Millionen Frage in 10 Jahren lauten wird: Welcher dieser Spieler war 2014 Weltmeister: Zieler, ter Stegen, Leno oder Fährmann? Und ja, das wird eine verdammt schwere Frage... zumindest für alle nicht Hannoveraner...
Und an sonsten fällt einem halt auf... dass die ganz großen offensichtlichen Hoffnungsträger nicht nach Hannover wechseln... Und somit bedient man sich bei Absteigern... Klar, diese Strategie kann funktionieren (siehe Bicakcic, Hoffenheim), sicher ist es aber keinen Falls.

Wen werden sie vermissen? Lars Stindl. Und ja, gerade zum Saisonfinale war oftmals Stindl der entscheidende Mann. So verabschiedet man sich ohne jemals im Stadion des Ex-Vereins ausgepfiffen zu werden: Man erzielt 4 Tore in den letzten 4 Spielen.
Was auch direkt zum größten Problem führt: Einen Stindl kann man als Hannover nicht kaufen. Wenn man dann noch bedenkt, dass mit Joselu der effektivste Angreifer den Verein verlassen hat... und mit Leonardo Bittencourt wurde der einzige, von dem man hoffen konnte, dass er in die Stindl Rolle reinwächst, auch noch abgegeben...
 es gibt eigentlich keinen sachlichen Grund, anzunehmen, dass diese Mannschaft besser ist als in der Vorsaison... Bleibt zu hoffen, dass die Konkurrenz es auch nicht ist...

Leischtungschträgscher: Denn ganz ehrlich: Das ganz große Problem wurde noch nicht mal angefasst: Michael Frontzecks katastrophale Bilanz als Trainer: Frontzeck hat in seiner Karriere erst eine einzige komplette Saison absolviert. Und ja, Frontzeck hat bisher auf fast jeder Station als Feuerwehrmann den Klassenerhalt gesichert. Aber er hat es nur ein mal geschafft, in der Folgesaison den wirklichen Neuaufbau einzuleiten und voranzubringen... und jetzt soll er es in Hannover schaffen?
Das wirkliche Problem: Frontzecks Bilanz macht ihm zu einem der schlechtesten Bundesligatrainer ever. Und dieses Thema wird ständig besprochen. Während andere Trainer Standartphrasen übers Umschaltspiel als ihre eigene Spielidee ins Mikro diktieren dürfen, muss Frontzeck sich ständig fragen lassen, ob seine Bilanz ihn eigentlich stört... und die Spieler kriegen so was ja auch mit.
Ein Trainer muss eigentlich Euphorie entfachen... ein Thomas Tuchel kann das allein durch eine Vertragsunterschrift... Bei Frontzeck werden einige Spieler (gerade diejenigen, die in der Vorbereitung zurückfallen) relativ schnell denken "Naja, vielleicht läuft es für mich ja beim nächsten Trainer besser..."
Und ja, Frontzeck muss wirklich brillant coachen, um diesen Gedanken zu überleben. Und ja, das ist eine der schwersten Aufgaben, die man einem Trainer stellen kann... und als Special Bonus Difficulty  Level ist der erfolgreichste Trainer der Vereinsgeschichte gerade arbeitslos...

Best Case Szenario: Das war ja auch nicht anders zu erwarten. Hannover läuft der Musik hinterher. Recht deutlich hinterher. Frei nach dem Motto: Wenn die Saison schon mit einer Niederlage in Darmstadt beginnt... Nach 13 Spieltagen gibt es eigentlich nur noch eine Möglichkeit: Man wechselt den Trainer. Und sofort bringen sich die alten bekannten in Position. Aber Martin Kind behält die Übersicht und lässt die Peter Neururers an den langen Leine verhungern... während er mit Jens Keller den wohl unterschätztesten jungen Trainer der Nation holt. 2017 spiel Hannover wieder um die Europa League mit...

Worst Case Szenario: Eigentlich ist doch alles super... Man liegt zur Winterpause auf Platz 12. 4 Punkte vor dem Relegationsplatz. Selbst der letzte Einwechselspieler deckt komplett den Rücken von Frontzeck... aber dann trifft sich Kind am 4. Advent zu einem Gläschen Wein mit der Ex... und die beiden schwärmen von der guten alten Europa League Zeit. Anstatt die Lektion der Konkurrenz aus Frankfurt und Hamburg zu lernen, die mit ihren alten Lieben auf eine Abstiegsplatz abgerutscht sind, holt Kind Slomka zurück... und am 34. Spieltag zieht Hamburg unter Keller an Hannover vorbei und rettet sich gerade so in die Relegation...

Dienstag, 24. März 2015

Selektive Wahrnehmung ist was feines... Part 2.

Und ja, ich nutze gerne derart absurde Titel...

Aber das Spiel Hannover - Dortmund ist das perfekte Beispiel dafür, dass jeder aus seinem Spielen heraus liest, was er halt gerade braucht...
Zunächst mal werden die Hannoveraner richtig überrascht gewesen sein, wie viel Stimmung im Stadion war... bis ihnen bewusst wurde, dass das an den Auswärtsfans liegt... ernsthaft, Hannover wurde im eigenen Stadion von den gegnerischen Fans übertönt... spätestens da würde ich als Ultra ja sagen "Scheiß auf den Pseudo-Konflikt mit unserem Mäzen, DAS darf uns einfach nicht wieder passieren..."

Martin Kind hat eine Mannschaft gesehen, die "unglaublich engagiert aufgetreten ist"... Das kann man durchaus auch (bis zum Platzverweis) so sehen... Aber die Frage ist doch, ob das wirklich ein gutes Zeugnis ist... ja, Leo Bittencourt ist unglaublich engagierter Weise vom Platz geflogen. Man könnte auch sagen übermotiviert. Was ja durchaus mal vorkommen kann... aber das man 3 von 5 Spielen nicht zu 11. beendet... sollte nicht vorkommen. Die Aggression seiner Mannschaft in die richtige Bahnen zu lenken, ist doch auch eine der wichtigen Aufgaben eines Trainers (an der Joe Zinnbauer nebenbei auch gescheitert ist.)
Was aber viel schlimmer wiegt: Danach hatte Tayfun Korkut einfach nur Glück. In den Minuten nach dem Platzverweis rückte die Mannschaft nicht engagierter Weise dichter zusammen... um wenigstens möglichst lange das 1:1 zu halten... nein, sie brach regelrecht auseinander. 2 Tore in den 6 Minuten nach dem Platzverweis bedeuten auch, dass Korkut und Hannover es nicht geschafft haben, zu 10. die Ordnung zu halten.
Und vor allem: bei einer besseren Chancenverwertung geht das Spiel 1:5 aus und Korkut wird entlassen. Sein wir ehrlich: Der Trainer wurde nur nicht entlassen, weil sich Dortmund jede Woche um den Titel "Gomez der Woche" bewirbt...
Am Ende gab es dann noch einen genau genommen völlig unbedeutenden Sonntagsschuss von Lars Stindl, der das Ergebnis endgültig so aussehen ließ, als hätte Hannover sich gegen einen Champions League Teilnehmer zu Zehnt achtbar aus der Affäre gezogen... Obwohl sie genau genommen vom Tabellen-10. aus dem eigenen Stadion geschossen wurden...
Und die bittere Wahrheit, der sie in Hannover in die Augen blicken müssen, lautet: Sie haben im Jahr 2015 eine schlechtere Bilanz als der mittlerweile bundesligauntaugliche SC Paderborn... Autsch...

Aber auch die Reaktion der Medien auf den Dortmunder Sieg (die gehen damit selber wenigstens relativ kritisch um) sind faszinierend... da heißt es sofort (egal ob im Doppelpass oder im Kicker) JETZT werden sie noch mal im Kampf um die Europa League eingreifen... Und dass (Zitat Subotic) "auch gegen die Bayern immer was möglich ist"...
Dabei ist die Frage auf die Antwort "Warum gelingt am Samstag, was am Mittwoch nicht gelang?" ganz einfach: Hannover ist schlechter als Juventus Turin... wesentlich schlechter...Da fällt es einem auch leichter zu gewinnen... und ja, ich würde mir auch gerne einreden, dass Shinji Kagawa endlich wieder in Form kommt... Aber genau genommen habe ich das nach dem Hinspiel in Freiburg auch schon gehofft und hinterher kam nichts...
Vor allem: Es gibt 0 Lerneffekt bei den Dortmundern. Das 2:3 in Hannover ist exakt dasselbe Tor wie das 0:1 gegen Juve. Es beginnt jeweils mit "Dortmund kriegt den Ball am Strafraum nicht geklärt" und endet mit "Weidenfeller streckt sich vergebens"... Wenn ich wegen genau so einer Szene gerade aus der Champions League ausgeschieden bin, verteidige ich in dem Moment doch extra aggressiv... aber in Dortmund denkt man sich: "Schießen lassen, da passiert eh nichts"...
Und ja, Dortmund kriegt ständig Gegentore, bei denen man denkt "Das hätte man mit nem bisschen Glück und mehr Aggressivität verhindern können"... aber sein Glück muss man halt erzwingen...
Dazu kommt der Fakt, dass man (im Gegensatz zu Mönchengladbach sich nicht auf Neuer-Patzer verlassen kann nie seine Chancen effektiv zu nutzen weiß. Die stehen in Sachen Chancenverwertung (obwohl sie die drittmeisten Chancen kreieren) auf dem vorletzten Platz... Ja, einzig der Hamburger SV stellt sich vor dem Tor noch dümmer an als der BvB...
Ein wacklige und lernresistente Defensive und eine verschwenderische Offensive... Warum rechnet man sich noch mal Chancen gegen die Bayern aus? Und in der Woche danach in Gladbach... Wahrscheinlicher ist es doch, dass man aus diesen Wochen mit einer Torbilanz von 1:5 und 0 Punkten rausgeht...
Und genau genommen... hat Dortmund, auch wenn sie in der Rückrunde stark verbessert auftreten, nur gegen Abstiegskandidaten und Schalke 04 gewonnen... Alles in allem keine Bilanz, die einem nach Europa trägt... und jeder, der jetzt davon schreibt, sollte sich fragen, wie seriös er eigentlich seinen Job als Journalist betrachtet und ob er nicht eigentlich doch mehr der hoffende Fan ist...
Und hey, dass die Fans jetzt darauf hoffen, dass es endlich richtig los geht... aber das sind Fanatiker und keine Analytiker...

Donnerstag, 22. Januar 2015

Rückrundenvorschau: Hannover 96

Die guten Nachrichten: Ist das wirklich eine gute Nachricht? Aber ja, Hannover ist wie Frankfurt... nur mit mit wesentlich weniger Würze...
Wobei Hannover weiterhin die einzige Mannschaft bleibt, die mit einem Torverhältnis von -5 auf Paltz 8 "stürmt"... dass hat denen Mirko Slomka wirklich gut eingetrichtert...

Die schlechten Nachrichten: Trotzdem... sehnt man sich irgendwie nach genau diesen Mirko Slomka Tagen zurück... also um das Grundproblem von Slomka auf den Punkt zu bringen: Der wurde im Endeffekt auf Platz 13 liegend entlassen, weil er in den 2 Jahren vorher (trotz nennen wir es Rumpelfußball) die Messlatte so hoch gelegt hat, dass Klubchef Martin Kind die Europa League als Standard erwartet... Bleibt die spannende Frage, wann sich Tayfun Korkut daran messen lassen muss...

Wer soll's richten? Nicht mehr Jan Schlaudraff... und bin ich der einzige, der das Gefühl hat, dass das eine Gute Nachricht ist? Nichts gegen Schlaudraff, der hat die Offensive in den besten Jahren Hannovers geprägt... nur bestand diese Offensive im Wesentlichen daraus, dass man nicht selbst am Ball ist und diesen möglichst schnell wieder hergibt...
Das Problem ist halt... so richtig überragende Spieler hat man immer noch nicht... nehmen wir den laut der Sportbild, die mir Montags hinterher gelaufen kam, begehrtesten Spieler der Bundesliga: Lars Stindl... Der hat eine Ausstiegsklausel, die eine Verpflichtung von ihm für Spitzenvereine so günstig macht, dass man ihn nach einem Jahr gewinnbringend weiterverkaufen kann... und deswegen sind die Spitzenvereine an ihm interessiert... oder glaubt wirklich irgendjemand, dass Lars Stindl das fehlende Puzzle-Teil ist, damit Borussia Dortmund wieder um die Meisterschaft mitspielt? Oder damit Schalke 04 und Bayer Leverkusen in der Champions League weiter kommen als das Achtelfinale?
Aber klar, für Hannover ist er ein überragender Spieler... damit zeigt er aber auch deutlich die Grenzen der Möglichkeiten dieses Vereins auf: Wenn alles perfekt läuft, ist vielleicht mal die Europa League drinne, wenn alles beschissen läuft, kann man absteigen... beides ist aber relativ unwahrscheinlich...

Leischtungschträgscher: Hannovers Fans sind... wie drücke ich es diplomatisch aus... beschissen... Allein schon dass man  gegen DEN Präsidenten, der den Verein aus den Niederungen der Regionalliga zurück in die Bundesliga geführt hat, protestiert... Vielleicht sollte man den Ultras da mal mitteilen, dass "das große Niedersachsenderby" ohne Kind Hannover 96 gegen Braunschweig II heißen würde...
Aber dann ist da noch die Personalie Ceyhun Gülselam... was der verbrochen haben soll, damit die Fans in Hannover ihn permanent auspfeifen, bleibt dem Rest der Republik ein Rätsel. Das macht doch anderen ausländischen Profis richtig Bock nach Hannover zu kommen... oder um es salopp auszudrücken: Warum gibt es in Hannover keine Pegida Bewegung? Weil die Menschen dort ins Stadion gehen um ihre Ausländer auszupfeifen...

Was wird es denn nun werden? Wie in der Personalie Stindl verdeutlicht... kann man von Hannover eigentlich nichts großes erwarten. Sie haben einen deutlichen Vorsprung auf die klaren Abstiegskandidaten, sind aber gleichzeitig genau so deutlich von den Europacup Anwärtern entfernt... Und bei diesem Vorsprung spreche ich nicht mal von Punkten... man kann sich also in aller Ruhe aufs Mittelmaß einstellen... 10 Jahre lang mindestens... Am Ende werden die Hannover Fans hoffen, dass sie mal in den Abstiegsstrudel geraten, damit sie wenigstens mal ein bisschen Spannung zum Saisonende erleben...

Dienstag, 12. August 2014

Saisonvorschau: Hannover 96

Ausgangslage: Ach ja, Hannover... Das waren noch Zeiten... als dieser Verein für Chaos stand und im Monatsrhythmus seinen Sportdirektor wechselte... Oder als sich die kompetenten Führungskräfte wenigstens untereinander permanent gestritten haben... Oder als der ganz große Boss die (für diesen Verein nur in Ausnahmefällen zu erreichenden) ganz hohen Ziele als Standard ausrief... warte, das ist gerade mal 12 Monate her... Und die kompetenten Führungskräfte versuchen mittlerweile Seriosität in die Kuriositätenkabintetten aus Hamburg und Köln zu bringen... weniger oder mehr erfolgreich...
Trotzdem: Hannover hat sich zur grauen Maus entwickelt... und Martin Kind scheint damit zumindest vorerst zufrieden zu sein... Deswegen ist die Wahrscheinlichkeit, dass Hannover eine großartige Rolle in diesem Blog spielen wird, relativ gering...

Wen werden sie vermissen? Szabolc Huszti, Mame Diouf und Didier ya Konan? Nun ja... die Abschiedsvorstellungen dieser 3 Herren... ya Konan rennt seit Jahren seiner einen legendären Saison (und seiner eigenen Fitness) hinterher...
Dioufs Abgang stand quasi seit 2 Jahren fest... aber dass er, anstatt wie vorher spekuliert in Dortmund oder Wolfsburg (also Vereinen mit realistischen Chancen auf eine Champions League Teilnahme) in Stoke City (also einem Verein mit einer realistischeren Chance auf die 2. Liga) landet, sagt einiges über die "Marktwertentwicklung" dieses Spielers aus...
Und Huszti? Nun ja... reisende soll man nicht aufhalten... und wenn ein Spieler bei einem Verein wie Changchnun Yatai die besseren Perspektiven sieht... sollte man die 1,5 Millionen einfach mitnehmen...
Wirklich lustig finde ich ja in dem Zusammenhang Husztis "Ich wolltegegen mit Spieler antreten, die vor dem Spiel Blut trinken und in Taillenhöhe grätschen, um zu beweisen, dass sie besser sind als die Bundesliga-Profis." Aussage... jetzt geht er nach China und ist dort der größte Star neben 100 anderen Spielern, die sich ebenfalls beweisen wollen, dass sie besser sind... oh und es ist wesentlich wahrscheinlicher, dass Chinesische Profis vor den Spielen wirklich Blut trinken... ich sag's ja nur...
Am Ende... wir es wieder der alte Sack (Steven Cherundolo) sein, den man am meisten vermisst... zumindest hat er sich (obwohl er von allen Abgängen die meiste Zeit da war) das wenigste zu Schulden kommen lassen... der Rest... sind halt Altlasten aus der Slomka-Ära: Gurken-Spieler, aus denen dieser besondere Trainer eine funktionierende Truppe formen kann, die einem "normalen" Trainer aber nicht weiter helfen...

Wer soll's richten? Ron-Robert Zieler... der ist schließlich... WELTMEISTER!!! Nun ist Zieler ein Sonderfall. Über ihm schwebte (schwob?) jahrelang das Damoklesschwert der Ausstiegsklausel: Für einen relativ geringen Betrag kann Zieler zu einem Champions League Teilnehmer wechseln... Das Problem für Zieler war halt: Es hat sich so richtig niemand bei ihm gemeldet... damit ist Ron-Robert Zieler der einzige Weltmeister, der für Champions League Teilnehmer so absolut uninteressant ist... (ok, neben Mustafi...) was wiederum bedeuten könnte, dass er eigentlich nicht wirklich so besonders gut ist...
Und das zieht sich irgendwie durch den gesamten Kader. Laut Kicker-Sonderheft stellte Hannover mit Zieler, Miiko Albotnoz, Hirokai Sakai und Hiroshi Kiyotake 4 WM-Teilnehmer... Dass sind mehr als Hamburg, Hertha, Stuttgart, Köln und Paderborn... zusammen... Dass ist fast schon eine Zahl, die die Vorbereitung beeinträchtigen könnte... dann fällt einem auf, dass diese 4 Spieler zusammen insgesamt 6 Minuten gespielt haben...
 Ja, der Kader sieht auf dem ersten Blick nicht schlecht aus... auf dem 2. ist er aber nicht wirklich gut genug um höhere Ziele anzustreben...

Leischtungschträgscher: Marin Kind. Alles in diesem Klub läuft über Martin Kind... und dass ist natürlich kein bisschen Retorte oder so... Aber der Fakt, dass Hannover 10 Millionen Euro in Ablösesummen investiert hat... Klar, Kind will langfristig zurück in die Europa League... und das geht nur wenn man investiert... dass er wahrscheinlich der einzige Mensch auf der Welt ist, der davon ausgeht, dass Hannover ins internationale Geschäft gehört...
Joselu: Bevor der hinten runterfällt... er ist die neue Sturmhoffnung... und er kostete ordentliche 5 Millionen Euro Ablöse... Das ist viel Geld... vor allem, wenn man bedenkt, dass Joselu sich in Hoffenheim nicht durchsetzen konnte, dann ein halbes Jahr lang in Frankfurt so spielte, dass sie ihn auf keinen Fall behalten wollten... und DANN, als es wirklich mal darum ging, wo er demnächst spielt und wie viel Geld er verdienen würde, hat er mal ein ordentliches halbes Jahr abgeliefert... und ist Hannover dann gleich 5 Millionen Euro (plus Gehalt) wert... Ich befürchte ja irgendwie, dass Hannover den Joselu von 2013 bekommen wird...

Best Case Szenario: Ganz kurz will Martin Kind diesem unglaublichen Verlangen nachgeben... der Start ist schließlich mehr als geglückt... und er träumt halt eigentlich von Titeln (oder zumindest von der ganz großen Bühne)... dann kommt da auf ein Mal die Stimme der Vernunft aus dem Off: "Nein Martin, es ist erst der 6. Spieltag, jetzt von der Champions League zu reden wäre viel zu früh." So kann Tayfun Korkut die Mannschaft in Ruhe stabilisieren... und am Ende reicht Platz 7 sogar für die Europa League Teilnahme...

Worst Case Szenario: Kommerz ist Scheiße! Tradition toppt alles!!! Ein guter Traditionsverein kann RB Leipzig immer in einem fairen Duell schlagen... Denkt sich bei all der Kritik an RB auch Martin Kind... und will darauf hin beweisen, wie schön und selbst tragend die Tradition in Hannover doch ist... und zieht sich von heute auf morgen komplett zurück, damit sich der Verein selbst tragen kann... 6 Jahre später spielt Hannover wieder in der dritten Liga...

Dienstag, 8. April 2014

Hannover 96 Fans, Vollidioten der Woche

Klar, die Situation in Hannover ist gerade nicht einfach... Und auch wenn die Auswärtsbilanz in der Hinrunde grausam war... war unter Mirko Slomka doch irgendwie alles besser.

Dass Mirko Slomka als Trainer schwierig ist, weil er eigentlich zu gut ist um entlassen zu werden, andererseits nicht gut genug um eine Mannschaft wirklich weiterzuentwickeln wurde auf diesem Blog schon ausführlich diskutiert. Und das ein neuer Trainer nicht alles gleich viel besser machen würde, war auch abzusehen. Allein schon weil halt kein unterqualifizierter Trainer ersetzt werden muss und da ein neuer Besen schon alles richten wird...

Trotzdem: "Kind muss weg!" Rufe aus dem Hannover Block im Derby? Umrahmt von "Vorstand raus!" rufen?
Die wohl dämlichste Fan-Reaktion seit... die Bayern Schickeria Stimmung gegen Uli Hoeneß gemacht hat. (und ja, bevor Uli H. der größte Steuerhinterzieher der Bundesrepublik war, gab es aus dem Bayern-Block mal Stimmen gegen ihn... Weil er 1860 München GEHOLFEN hat... aber jetzt, wo er das arme Opfer eines gescheiterten Steuerabkommens mit der Schweiz ist...)

Aber Hannover: Haben die wirklich schon vergessen, wo die herkommen? Nur für den Fall das: Aus der Regionalliga. Ok, man stand auch damals ganz knapp vor Braunschweig... Vielleicht ist ja doch alles geblieben, wie es war...

Aber ganz ehrlich: Glaubt irgendjemand, dass Hannover ohne Kinds Privatvermögen in die Bundesliga zurückgekehrt wäre? Oder dass man sich dort 11 Jahre in Folge halten würde?

Hannover war quasi das Wendeopfer des Deutschen Fußballs: Vorher ein regelmäßiger Gast in der Bundesliga, mussten sie ihren Platz für die Nachrückenden Ostklubs (und die dardurch erst mal steigende Qualität) räumen. 13 Jahre lang. Und derjenige, der Hannover nicht nur zurück in die Bundesliga, sondern auch erstmals ins internationale Geschäft, geführt hat, war Martin Kind.

Sicherlich hat Kind auch einige Fehler gemacht. Gerade zu Beginn seiner Mäzen-Karriere mischte er sich viel zu viel ein und verbrauchte viel zu viele Trainer und Sportdirektoren. Aber er hat auch irgendwann gemerkt, dass das nicht hilft... nicht ganz zufällig sind die beiden letzten festangestellten Trainer diejenigen mit den meisten Bundesligaspielen in der Geschichte von Hannover. Dass Jörg Schmadtke und Slomka persönlich nicht miteinander klar kamen, ist nicht Kinds Schuld... dass die beiden trotzdem jahrelang erfolgreich zusammengearbeitet haben, könnte aber sein verdienst sein.

Und wer jetzt wirklich glaubt, dass Kind das Problem in Hannover ist und unbedingt weg muss... der sollte sich vielleicht mal ein paar Spiele der 2. Mannschaft angucken... DAS könnte das Niveau sein, auf dem Hannover ohne Kind jetzt spielen würde... Und wer in Hannover irgendwas gegen Kind ruft, nur weil es 2 Monate mal nicht so läuft, ist einfach nur undankbar.

Das wäre ungefähr so, als würden sie in Braunschweig Stimmung gegen Lieberknecht und Arnold machen... aber dort wissen sie noch, wo sie ohne ihre entscheidenden Personen standen. In Hannover hat man das (nach nur 11 Jahren) anscheinend schon vergessen.

Donnerstag, 9. Januar 2014

Rückrundenvorschau: Hannover 96

Die guten Nachrichten: Mirko Slomka ist weg. Und er wurde durch einen jungen, aufstrebenden Trainer ersetzt. Und bekannter Weise hat ja nur Slomka die Entwicklung dieses mit Talenten überhäuften Kaders...

Die schlechten Nachrichten: Mirko Slomka ist weg... Und er wurde durch einen jungen, aufstrebenden Trainer ersetzt. Und noch weiß niemand, ob Tayfun Korkut wirklich der nächste Jürgen Klopp oder doch nur der Nachfolger von Michael Oenning wird... Hannover steht vor einer äußerst spannenden Rückrunde: War Slomka wirklich derjenige, der dieser Mannschaft im Weg stand? Oder ist es einfach eine Mannschaft, die über ihrem Zenit hinaus ist und deren einziges Nachrückendes Talent Leonard Bittencourt ist?
Am Ende könnte es den Hannoveranern so ergehen, wie den Nürnbergern, die auch erst ein 3/4 Jahr später festgestellt haben, wie sehr sie Dieter Hecking wirklich vermissen...

Wer soll es richten? Genau hier beginnt das Problem: Der Kader ist genau auf Slomkas Bedürfnisse abgestimmt: Er hat jede Menge Grütze zur Auswahl... aber junge, aufstrebende Talente, mit denen man eine Mannschaft der Zukunft aufbauen könnte? Am ehesten Bittencourt... und der ist in Dortmund auch gescheitert (und dass einem das auch beim Champions League Finalisten nicht unbedingt passieren muss, beweist gerade Jonas Hofmann...)
So müssen die Hannoveraner hoffen, dass Jan Schlaudraff wieder zurück in die Spur findet...

Leischtungschträgscher: Mame Diouf. Woran erkennen wir, dass das Transferfenster geöffnet wurde? Richtig, es wird über Diouf spekuliert und er selbst fehlt unentschuldigt. Das faszinierenste an der Geschichte: Auch dieses Mal wird er am Ende behaupten, dass er ja eigentlich nur in Hannover bleiben will... ich werde das Gefühl nicht los, dass Diouf von Leuten beraten wird, denen es bewusst ist, dass sie nur Geld verdienen, wenn ihr Spieler den Verein wechselt... Nur Diouf weiß das nicht... Aber gut, solange die Hannoveraner im Sommer beschließen, dass sie sich das nicht mehr antun wollen... oh, die erste Alternative heißt Atjoms Rudnevs... Und ja, damit ist die eine Mannschaft, die Hannover noch überholen darf, schon mal prinzipiell wesentlich besser besetzt...

Wen wird Jogi Löw nominieren, bevor er über Stefan Kießling nachdenkt? Leonard Bittencourt. Die Sache mit den eingebürgerten Brasilianern hat schließlich schon mal funktioniert... Und man braucht ja jemanden, der sich vor Ort auskennnt (auch wenn Bittencourt mehr Zeit in Cottbus als in Rio de Janeiro verbracht hat...) Und wenn Bittencourt im Jahre 2022 endlich auch fußballerisch so weit ist, an einer WM teilzunehmen, loben alle Löws weitsicht, dass der schon damals sicher gestellt hat, dass der für UNS aufläuft und nicht für das Land seiner Väter... Nur Weltmeister sind wir bis dahin trotzdem nicht geworden, aber wer will sich mit solchen Details aufhalten?

Ja, aber was wird es denn nun? Wenn mit Slomka auch alle Probleme gegangen wären... Und wenn jemand garantieren könnte, dass Korkut auch wirklich gut ist... Aber selbst dann... ist Hannover vom Anspruch ihres nicht-Mäzen Martin Kind wieder international zu spielen weit entfernt... Und wie der es verkraftet, dass die 2 Jahre mit der Europa League ein absurd-genialer Ausrutscher nach oben war... Und als graue Maus kann man in dieser Liga auch schnell in den Abstiegskampf abrutschen...

Mittwoch, 25. September 2013

Kann ein Trainer die Lösung und gleichzeitig das Problem sein?

Oder direkt gefragt: Ist Mirko Slomka ein guter und gleichzeitig ein schlechter Trainer?

Lasst uns erst mal die Grundlage klären: Hannover 96 hat Mirko Slomka verdammt viel zu verdanken. So viel, dass sie ihn eigentlich nicht mehr entlassen können. Und dabei rede ich nicht mal von den 2 Jahren, in denen er die Mannschaft nach Europa führte. Viel wichtiger: Mirko Slomka war der Trainer, der Hannover nach dem Suzid von Robert Enke wieder aufbaute und den Klassenerhalt (trotz einer Serie von 1 Punkt aus 12 Spielen direkt nach diesem dramatischen Ereignissen) sicherte. Das hätte sonst wohl nur Jörg Berger geschafft.
Aber weil die gesamte Situation so einzigartig war, wird wohl ewig unter gehen, wie großartig die Trainerleistung von Slomka in dieser Saison bewertet werden muss. Plus: man redet halt verdammt ungern darüber...

Um meine eigene Saisonvorschau zu zitieren: Mirko Slomka ist der ultimative "Gebt mir euren Müll, ich mache daraus eine funktionierende Mannschaft" Trainer. Aber Spieler wirklich weiter zu entwickeln, ist nach wie vor nicht seine ganz gro0e Stärke.

Machen wir es doch einfach mal an den 3 großen Stürmern unter Slomka fest: Didier Ya Konan, Mo Abdellauoe und Mame Diouf schlugen alle wie Volltreffer in der Liga ein. Vor allem, wenn man bedenkt, dass alle 3 zusammen 3,3 Millionen Euro Ablöse gekostet haben. Und wenn alle 3 jeweils ihr Anfangsniveau gehalten hätten... oder sich vielleicht sogar noch verbessert hätten...

Stattdessen sieht es so aus, als würden die 3,5 Millionen die der VfB Stuttgart für Abdellaoue bezahlt hat, das einzige Geld bleiben wird, was Hannover mit den 3 Stürmern verdienen kann... Das Problem ist aber: Mame Diouf (der immerhin Interesse von den größeren Vereinen geweckt hat) wird wohl auf Jahre der Beste Spieler, den Hannover je verpflichten konnte, bleiben. Wenn Hannover aber wirklich den nächsten Schritt machen und die Europa League aus eigener Stärke erreichen will, müssen sie gute Spieler wie Diouf selber ausbilden... und dann teuer weiterverkaufen.

Borussia Mönchengladbach lebt heute noch von den Verkäufen von Marco Reus und Dante. Und selbst dass der ursprüngliche Reus Ersatz (Luuk de Jong) nicht so wirklich eingeschlagen ist, kann den Verein kaum noch aufhalten.

Aber das andere Problem an Mirko Slomka: er ist genau genommen auch zu gut, um in wirkliche (Abstiegs-)Probleme zu kommen... und entlassen zu werden... gleichzeitig scheint niemand wirkliches Interesse daran zu haben, Slomka aus seinen Vertrag abzulösen... Die beiden werden sich also so schnell nicht mehr los werden... Es sei denn Slomka übernimmt nach der WM die deutsche Nationalmannschaft (was vielleicht seine wahre Berufung sein könnte... dort muss man schließlich nur den extrem hochwertigen Müll verwalten und keine Spieler selbst entwickeln...). Und damit wird Hannover wohl ewig auf dem derzeitigen Niveau feststecken (und ja, die sind gerade 4., aber das auch nur, weil sie in 4 von 6 Spielen Heimrecht genießen durften). Was, wenn man bedenkt, wo Hannover her kommt, vielleicht auch gar nicht so schlecht ist... Gerade der Rivale aus Braunschweig beweist doch gerade, wie schwierig es ist, sich nach Jahren der Abstinenz wieder in der Bundesliga zu etablieren. Und Hannover ist jetzt seit 10 Jahren dabei... Wieviele andere Mannschaften können das von sich behaupten?

Aber, das wirklich interessante: Andreas Müller, der ja in Hoffenheim die Trainingsgruppe II zusammengestellt hat und auch sonst nicht besonders viel Durchblick bewiesen hat, hat ausgerechnet das als erster erkannt. Er entließ den Erfolgstrainer als Tabellenzweiter auf Schalke weil, laut Wikipedia, nicht mehr erkennbar war, "dass die Mannschaft sich sportlich weiterentwickeln könnte." Und vor genau demselben Problem steht gerade Hannover 96...

Am Ende ist Mirko Slomka in der richtigen Situation ein guter Trainer. Bei einem relativ finanzstarken Verein wie Hannover kann er konstant sehr solide Arbeit abliefern. Aber wie ein Christian Streich jedes Jahr neue Jugendspieler einbauen, könnte er nicht.

Samstag, 27. Juli 2013

Saisonvorschau: Hannover 96

Ausgangslage: Irgendetwas ist in Hannover passiert. Und keiner kann so genau erklären, was. Irgendwie gehen sie in Hannover davon aus, dass die letzte Saison ein Ausreißer nach unten war... und nicht die 2 Jahre zuvor ein überraschender Ausreißer nach oben. Obwohl Hannover in 50 Jahren Bundesliga ganze 2 Mal besser als Platz Sieben war. Dennoch redet man ganz offen von der Europa League als Saisonziel. Obwohl Schalke, Leverkusen, Dortmund und die Bayern offensichtlich eine ganze Klasse besser sind. Und Borussia Mönchengladbach sich ordentlich verstärkt hat... und der Hamburger SV den aus Tradition gewachsenen Anspruch hat... Und obwohl der VfL Wolfsburg eigentlich in den Einzelteilen auch besser besetzt ist... aber ganz ehrlich: Was sollen sie in Hannover auch sonst machen? Die 12. Saison am Stück spielen sie jetzt schon Bundesliga. In wirklicher Abstiegsnot geriet man nur im Jahr der Robert Enke Tragödie. Wenn man dann als Saisonziel "Wir wollen eine ordentliche Saison spielen und mit dem Abstieg nichts zu tun haben" ausgibt...

Wen werden sie vermissen? Mohammed Abdellaoue? Sein wir kurz ehrlich: Hannover hatte letztes Jahr definitiv so viele gute Stürmer, dass der eine weniger kaum auffallen wird. Und da ein Mame Diouf Wechsel lange Zeit im Raum stand, hätte es sie schlimmer treffen können... Dann schon eher Sergio Pinto, den man ablösefrei ziehen ließ. Natürlich ist der alt... aber war halt auch ein Führungsspieler... und vor allem setzt man jetzt auf die Entwicklung der Jungen Talente und die Fitness von Leon Andreasen und Co. Beides sind nicht unbedingt die herausragenden Stärken von Hannover...

Wer soll's richten? Die Neuzugänge haben alle eines Gemeinsam: Sie sind jung und entwicklungsfähig. Und wenn Edgar Prib mit 23 dein ältester Neuzugang ist, muss man das wohl so ausdrücken. Andererseits muss sich erst noch herausstellen, ob die Hannoveraner nicht am Ende die Dummen waren, weil sie das meiste Geld in einen Fürther Bundesligaprofi gesteckt haben. Die anderen Kandidaten waren zumindest günstiger zu haben. Hier kommen wir aber zum eigentlichen Thema: Ist Mirko Slomka wirklich der richtige Mann um Spieler weiterzubilden? Versteht mich nicht falsch, Slomkas Erfolge weisen ihn definitiv als guten Trainer aus. Aber wie viele Spieler hat er wirklich weiter entwickelt? Christian Schulz, Christian Pander und Jan Schlaudraff kamen allesamt als Deutsche Nationalspieler nach Hannover. Hat irgendeiner von denen unter Slomka den Sprung zurück in die Nationalmannschaft geschafft? Der einzige Deutsche Nationalspieler ist aktuell Ron Robert Zieler. Und da bleiben 2 Fragen offen: 1. Warum findet Jogi Löw den eigentlich so viel besser als Roman Weidenfeller? 2. Wie viel hat ein Chef-Trainer mit der Ausbildung seines Spezialisten zu tun?
Diouf, Abdellauoe und Didie Ya Konan waren halt genau genommen Perlen, für die sich Slomka bei Jörg Schmadkte bedanken hätte sollen... und zwar nicht nur per E-Mail...
Nicht falsch verstehen, Slomka ist definitiv ein guter Trainer. Aber er ist halt eher aus der "Gebt mir euren Müll, ich mache daraus eine funktionierende Mannschaft" Kategorie als aus der "Gebt mir eure Jungs, ich forme daraus eine faszinierende Truppe".

Leischtungschträgscher: Und jetzt, wo Slomka den Machtkampf mit Schmadkte gewonnen hat... ist zumindest diese Unterhaltsame Episode endgültig beendet. Die Frage ist, wie sich Martin Kind, jetzt wo er als Babysitter Moderator seiner leitenden Angestellten nicht mehr gebraucht wird, jetzt einbringt. Und abgesehen von diesem Brandherd ist aus dem ehemaligen Chaos-Club Hannover (genau genommen seit 2006) ein richtig gut geführter Bundesligist geworden. Quasi das, was Köln immer sein wollte...

Best Case Szenario: Slomka ist doch ein Genie. Und Schmadtke hat ihn am Ende nur aufgehalten. Wieso hat man diesen Mann nicht früher mit hoffnungsvollen Talenten versorgt? Sondern nur mit Angreifern, die nicht ohne Grund nur in Norwegen erfolgreich waren? Die Europa League? Wird trotzdem verpasst. Aber man spielt begeisternden nur leider teilweise etwas chaotischen Offensivfußball. Und wer jetzt denkt, dass sie dass doch schon letzte Saison gemacht haben... stimmt, aber diese Mannschaft hat das Potenzial sich noch zu einer richtig guten zu entwickeln... und davon konnte man vorher nicht sprechen.

Worst Case Szenario: Slomka ist doch ein Genie. Leider fällt ihnen das in Hannover erst auf, als sie ihn nach 20 Spieltagen auf Platz 11 liegend, entlassen. Hannover holt danach nie wieder einen Bundesligasieg... Aber Slomka wird neuer Bayern-Trainer. Frei nach dem Motto: wie soll jemand, der diese Gurkentruppe 3 Jahre in Folge auf einen Einstelligen Tabellenplatz führt, mit einem Elitekader wie dem der Bayern jemals wieder ein Spiel verlieren?

Dienstag, 8. Januar 2013

Rückrundenvorschau: Hannover 96

Ausgangslage: Ist das jetzt endlich die Rückkehr zur Normalität? Oder wundern wir uns mittlerweile, dass Hannover nur 2 seiner letzten 6 Spiele gewonnen hat und damit ins Mittelfeld abgestürzt ist? Andererseits marschierte man ja zeitgleich ungeschlagen durch die Europa League... und die einzige Heimniederlage in dieser Phase kam gegen den SC Freiburg...
Dafür kann Horts Heldt mit dem Finger auf Hannover zeigen und behaupten: Guckt mal, eine Verlängerung mit dem Erfolgstrainer muss nicht zwingend eine Erfolgsserie auslösen... und er kann behaupten, mit dem Hinhalten von Huub Stevens doch alles richtig gemacht zu haben... oder so...
aber zurück zu Hannover: Die Mannschaft startete zumindest zu Saisonbeginn wie die Reinkarnation von Werder Bremen. Wenn Szabolcs Hustzi seinen Anfangsrausch durchgehalten hätte, würde er jetzt schon bei 34 Scorerpunkten stehen... und bei einem Kicker-Notenschnitt von 1,33... und vor einem Wechsel zu Manchester United...
Aber der gesamte Kader näherte sich im Laufe der Hinrunde mehr und mehr seiner mittelmäßigen Realität an... Und so steh plötzlich von der Europa League Anwärtern nur noch Werder hinter ihnen.

Wer soll's richten? In der Offensive haben sie eine schöne Auswahl an passenden Stürmern. Sie können auf den guten alten Stil mit den Kombinationsverweigerern Ya Konan und Abdellauoe zurückgreifen... oder wenn sich der Gegner gerade wieder daran gewöhnt hat, dass Hannover selber nicht weiß, wie sie ihre Spiele gewinnen, auf das Spielerische Element mit Schlaudraff und Diouf setzen... dazu kommt dahinter ein Hustzi, der irgendwie beides kann...
Der Rest des Kaders fühlt sich irgendwie immer noch wie dieselbe Grütze an... nur dass sich die Erfolge einfach nicht weg diskutieren lassen und diese Grütze wohl  anscheinend doch ganz brauchbar ist... dazu kommt, quasi als Anerkennung für die gezeigten Leistungen, Johan Djourou von Arsenal London. Natürlich soll der nur im Wesentlichen schon Mal die Europa League für die nächste Saison üben, aber früher hätte Arsenal so einen Spieler an andere Adressen ausgeliehen...

Leischtungschträgscher: Also abgesehen vom sich verabschiedenden Haupthaar des Jan Schlaudraff? Auf dem Platz kratzt diese Mannschaft regelmäßig an ihrem Limit... bleiben also Mirko Slomka und Jörg Schmadtke. Auch nach jahrelanger erfolgreicher Arbeit hat man irgendwie immer noch das Gefühl, dass mindestens  einer der beiden mit einem Fuß aus der Tür und bei der nächsten Aufgabe ist. Und trotz der zweifelsohne großartigen Arbeit der beiden muss Hannover ständig mit der Gefahr leben, einen (oder sogar beide) zu verlieren... lasst einfach mal Horst Heldt auf Schalke über das Keller-Experiment stolpern... wo wird Schalke dann nach einem Nachfolger für den einen oder anderen suchen?

Wen würde Felix Magath verpflichten? Mark Zuckerberg. Der hat schließlich Facebook erfunden... (und nein, ich werde jetzt NICHT Facebook verlinken...) Und Facebook hilft ungemein bei der Kommunikation. Eine ähnliche (nur vielleicht intimere) Variante zur schnellen und problemlosen Kommunikation braucht das Trio Kind-Schmadtke-Slomka auch, damit wir nicht ständig mitbekommen, wenn die sich über Details in ihren Verträgen nicht einig sind...

Ja, aber was wird es denn nun werdenEin Märchen geht zu Ende. Möglicher Weise schon im kalten Russland, wo man als nächstes auf einen der Reichsten Vereine der Welt (mit Samuel Eto'o und Guus Hiddink) trifft... Die wunderbare Geschichte, wie Hannover 2 Jahre lang international von Relevanz war (also jenseits der Hells Angels, einem korrupten Bundespräsidenten und ähnlichem...). Die wieder erstarkte Konkurrenz aus Hamburg, Schalke und Stuttgart (plus die Überrschungsmannschaft aus Fankfurt) wird einen weiteren Ausflug nach Europa kaum zulassen... Bleibt abzuwarten, in wie weit die stabilen Verhältnisse (also: dass man mindestens gehobenes Mittelmaß darstellt) wirklich gewachsen sind und nicht nur von 2 verdammt instabilen Individuen abhängig sind...

Freitag, 17. August 2012

Saisonvorschau: Hannover 96

Ausgangslage: Am Anfang war es ja sogar recht lustig... und ganz ehrlich: Nach der Horrorsaison 2010 hat man es ihnen sogar gegönnt... Aber eigentlich sollte es danach dann doch wieder zurück in den Tabellenkeller gehen... Aber diesen geregelten Rhytmus der Überraschungsteams (die auch gerne mal im Abstieg enden) ignorierten die Hannoveraner einfach. Sie wissen zwar immernoch nicht, wie sie die hälfte ihrere Siege überhaupt einfahren (nur so zum Mitzählen: Mohammed Abdelaoue kommt auf 22 Ballkontakte pro Spiel... dass sind beinah weniger Ballkontakte als Vokale in seinem Namen...), aber sie fahren zum 2. Jahr in Folge nach Europa... Damit heißt es wohl, die sind gekommen um zu bleiben... Mittlerweile wäre es schon eine Überraschung, wenn Hannover wirklich abstürzen sollte... Und das sie einen guten Trainer haben, macht es nicht gerade wahrscheinlicher...

Wen werden sie vermissen? Auch im 2. Jahr in Folge konnte man beinah alle Stammspieler im Kader halten... was wiederum nur dafür spricht, dass keiner genau weiß, wie Hannover eigentlich seine Spiele gewinnt... wenn sie einen überragenden Angreifer wie Marco Reus in ihren Reihen hätten... wäre der garantiert schon weg. Da aber auch nach 2 Jahren niemand so genau erahnen kann, was die Leistungsträger in Niedersachsen eigentlich können... wirbt sie auch keiner ab... außer natürlich Felix Magath, der alles kauft, was nicht schnell genug nein sagt... dementsprechend wechselt im Emanuel Pogatetz doch ein Stammspieler nach Wolfsburg...

Wer soll's richten? Das Problem ist: zum ersten Mal in der Ära Jörg Schmadtke stellt man Erwartungen an die Neuzugänge... das sind nicht mehr irgendwelche Angreifer aus Skandinavien... sondern Felipe und Szabolcs Huszti bringen jeweils Europa League Erfahrung mit. Und nun kann natürlich niemand einschätzen, ob Schmadtke auch weiß was er tut, wenn er nicht in Norwegen wildert... Aber auch wenn er diesmal keine überraschend überragende Neuverpflichtung aus dem Hut zaubert... Ist Hannover immernoch verdammt gut aufgestellt... zumindest für den Konzept-Rumpel-Fußball (hätte nicht gedacht, dass so was gehen würde...) den Slomka so spielen lässt...

An wen wird's scheitern? Was auch immer bei Jörg Schmadtke privat vorgefallen ist (und mir ist es echt lieber, wir werden es nie erfahren)... irgendwie bezweifel ich, dass sie das wirklich aus der Welt geschafft haben, in dem seine Familie nach Hannover zieht... Und dieses Pulverfass Schmadtke Mirko Slomka mag zwar erfolgreich sein, stabil ist es aber auf keinen Fall... oh und irgendwann müssen sich die Gegner doch auf die Spielweise von Hannover einstellen... deren Einzelteile sind einfach nicht soo gut...

Leischtungschträgscher: Mirko Slomka: Ja, ich weiß, super Trainer und so... aber wieso schafft er es trotz aller Erfolge nicht in Ruhe zu arbeiten. Derzeit wird wieder mal (und wieder mal öffentlich) über die ausbleibende Vertragsverlängerung diskutiert... Eigentlich sollte dieser Vertrag so schnell wie möglich verlängert werden... allein schon weil der Name Slomka als logischer Jupp Heynckes Nachfolger 2013 fallen müsste... aber wir diskutieren stattdessen lieber über Markus Babbel und Hannover scheint sich keinerlei sorgen um ein Abwandern von Slomka zum Vertragsende zu machen...
Und allein schon dass er nach seiner Entlassung auf Schalke trotz guter Arbeit Ewigkeiten auf ein bescheidenes Angebot wie das aus Hannover warten musste... Irgendwann fängt man an drüber nachzudenken, ob das nicht an Slomka selbst liegt...

Best Case Szenario: Szabolcs Huszti ist der perfekte Neuzugang. Er macht seine Mitspieler nicht nur besser... er lässt sie richtig gut aussehen. Mit Huszti spielt Hannover nach vorne auf einmal richtig ansehnlichen Hochgeschwindigkeitsfußball... und die Zeiten wo der Angreifer mit den wenigsten Ballkontakten ihr Topstürmer war, sind vorbei... Leider fällt das in der Winterpause auch der Konkurenz auf und der große Ausverkauf beginnt

Worst Case Szenario: 2 Jahre hat es genauert... aber jetzt hat der Rest der Liga endlich das Spielsystem verstanden... und übernommen... Abgesehen von Dortmund und den Bayern spielen jetzt alle Mannschaften mit der "verdammt, wie haben wir eigentlich gerade gewonnen?" Taktik... Und Hannover muss feststellen, dass sie selber keine Antwort auf diese Taktik finden... Hannover wird 15. und die ehmals so attraktive Bundesliga kann man sich Live nicht mehr angucken... Das "Danke, Slomka" Schild, dass einige Hannover-Fans zum Saisonende hoch halten... kann auch misverstanden werden...

Freitag, 13. Januar 2012

Rückrundenvorschau: Hannover 96

Ausgangslage: Eigentlich stand das Skript für die Saison der Niedersachsen schon fest: Überraschungsmannschaft aus dem Vorjahr kommt mit den neuen Erwartungen und/oder der Zusatzbelastung Europa League nicht zurecht. Unter der Woche gibt es die großen Feiertage, aber am Sonntag drauf bleibt nur noch der Kater übrig. Gefühlt tausend Mal haben wir dieses Szenario gesehen. Und das schlimmste: Wenn man sich einzelne Ergebnisse anguckt (0:3 gegen Stuttgart, 0:2 in Köln, 1:4 im "Derby" in Wolfsburg) ist Hannover auch irgendwie abgestürzt. Seit dem 2:1 Sieg gegen die Bayern sind sie ohne Sieg... was kein Problem wäre, wenn das nicht am 10. Spieltag gewesen wäre. Dazu kommt, dass Hannover ein negatives Torverhältnis hat... Und trotzdem sind sie 7.? 3 Punkte hinter einer erneuten Europa League Qualifikation? Wtf? Hannover bleibt seinem "keiner weiß, wie wir das hinbekommen haben" Konzept also treu...

Wer soll's richten? Logische Antwort: Mirko Slomka. Der einzige Hannoveraner, der wirklich gut ist... Die andern... wissen glaub ich selber, dass sie ohne den HSV nicht wirklich viel wert sind... Was gerade Ron-Robert Zieler zum Vorreiter der nächsten Torhütergeneration und damit zum Nationalspieler unter Jogi Löw gemacht hat, bleibt ein Rätsel. Der ist doch noch nicht mal Stuttgarter... (nicht das die Rolle des 3. Torwarts irgendwie wichtig wäre... oder das Zieler kein ordentlicher Torwart wäre... aber Marc-Andre ter Stegen? Soll nicht besser sein als Zieler?)
Jan Schlaudraff hat nochmal kurz drüber nachgedacht, was passieren würde, wenn er ein Angebot eines großen Vereins zusehen bekommt... und dann in Hannover unterschrieben... Sergio Pinto hat unser aller Ballack getreten... also bevor das Volkssport wurde... Christian Schulz war Linksverteidiger in Bremen. Das alleine sollte gleichbedeutend mit dem Karriereende sein... Altin Lala und Steven Cherundolo sind schon länger in Hannover, als es für Imigranten gut sein kann... Und aus all diesen Vollpfosten hat Mirko Slomka ein funktionierendes Team gebastelt... Gebt dem Mann bloß keinen Kaugummi und keine Sicherheitsnadel... der bastelt euch daraus eine Atombombe...
Wenn ihr wissen wollt, was Mirko Slomka früher gemacht hat, als andere Trainer Fußball gespielt haben... hier ist die Antwort:



Leischtungschträger: Theoretisch... all diejenigen, die ich oben erwähnt habe... die wären bis vor 2-3 Jahren locker als Leischtungschträger durchgegangen... Aber jetzt spielt jeder irgendwie weit über seinem Limit... die einzigen Ausnahmen: Artur Sobiech, der sich 7 Minuten nach seiner ersten Einwechslung Rot abholt und Didier ya Konan, der seine derzeitige Reservistenrolle nicht mehr allzulange tollerieren wird...
Oh und Martin Kind ist immernoch in der Lage, weit über seine Kompetenz hinauszuschießen...

Was würde Michael Oenning aus dieser Mannschaft machen? Michael Oenning braucht Hilfe. Das ist ihm selber auch irgendwie klar. Also holt er sich Niedersachsens besten Bürger in seinen Beraterstab: Christian Wulf. Und fährt damit eine ganz neue Strategie. Wulf wird mit Geschenken bezahlt (muss er ja) und Michael Oenning streitet alles ab. Selbst 2 Stunden vor dem Europa-Cup Achtelfinale behauptet er felsenfest: Es gibt hier heute kein Spiel, wir trainieren nur. Diese Taktik funktioniert irgendwie nicht wirklich... weil sie in Hannover mit zu viel Training einfach nicht klar kommen. (guckt euch Hannovers Bilanz nach den Länderspielen an... Fifa Virus? Den können doch nur Vereine mit Nationalspielern haben, oder?) Aber nach 4 Monaten wird er aus einem anderen Grund entlassen: als rauskammt, dass er bei Axel Springer persönlich angerufen hat und der Bild jegliche Berichtserstattung über das Training der Hannoveraner untersagt hat, ist er einfach nicht mehr zu halten. Schließlich ist Oenning kein CDU Mitglied...

Dienstag, 2. August 2011

Saisonvorschau: Hannover 96

Ausgangslage: Vor Saisonbeginn galt Hannover 96 als sicherer Absteiger und wer 1 Euro auf die Entlassung von Mirko Slomka gesetzt hätte, hätte 99 Cent zurückbekommen. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Hannover stürmte bis in die Europa League. Was bei Hannover noch überraschender ist als bei allen anderen. schließlich haben Vereine wie Mainz und Freiburg einen gewissen Vorsprung durch ihr Konzept. In Hannover hieß es dagegen jahrelang: Wir sammeln überteuerte, aber deutsche Nationalspieler. Aber anscheindend weiß zumindest Jörg Schmadtke was er da macht und Mirko Slomka ist dann wohl doch ein guter Trainer. Diese Saison soll in Hannover dann alles ruhig bleiben... hoffentlich kommt nicht wieder alles anders als man denkt.

Wer soll's richten? Nils Peterson ach ne, der kommt ja erst in der Winterpause... Die Hannoveraner scheinen wirklich darauf zu setzen, dass quasi dieselbe Mannschaft die Magie der Vorsaison wiederbeleben kann. Und das obwohl gefühlt jeder in dieser Mannschaft weit über seinem Niveau gespielt hat. Wenn sie sich aber auf dieser Saison ausruhen, kann es ganz schnell zum vom Kicker angekündigtem Hangover 96 kommen. Mir ist um ehrlich zu sein ein gezwungener Umbau wie in Mainz lieber als das blinde Vertrauen in die alte Mannschaft

Wen werden sie vermissen? Schon komisch, dass nach so einer Saison keiner der Leistungsträger abgeworben wurde... anscheinend traut den Hannoveranern immernoch niemand (was zu)... Wirklich vermissen werden sie die Unwissenheit der Gegner. Hannover greift innerhalb von 10 Sekunden an. Das weiß inzwischen jeder Bundesligist und wird sich drauf einstellen... Der Überraschungseffekt sollte endgültig weg sein.

Leischtungschtäger: Jörg Schmadkte und Martin Kind. Ich trau den beiden einfach nicht. Vor allem dem Kind nicht. Wie der reagieren wird, wenn es diese Saison wirklich wieder abwärts gehen sollte, ist nicht vorherzusehen...

Best Case: Die Bundesliga vertraut auf ihre Erfahrungswerte: In Hannover herrscht das Prinzip Chaos, der Erfolg der letzten Saison war Zufall. Wir werden uns schon nicht auf diese Truppe einstellen müssen, die haben sich gefällligst nach uns zu richten. Was eigentlich Schade für die Bundesligisten ist. Denn in der Europa League zeigen irgendwelche Ost-Europäischen Soldnertruppen, wie einfach Hannover zu schlagen wäre, wenn man sich denn auf sie einstellt. In Europa ist früh Schluß, aber dank der Bundesliga darf man sich da nächstes Jahr wieder versuchen...

Worst Case: Jörg Schmadtke hat sich die Augen lasern lassen. Damit er keine Brille mehr tragen muss. Das hat leider nicht so ganz funktioniert und jetzt hat er ein "Defizit an Durchblick". Was Dioptrin 4 Minus doch so auslösen können, die Neuzugänge sind am Ende gar keine Fuß- sondern Handballer. Das ist zwar peinlich, da Hannover aber kaum Neuzugänge hat, auch nicht weiter schlimm. Am Ende werden sie trotzdem 13..