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Dienstag, 13. Mai 2025

Das Schöne am Leben als zynisches Arschloch:

 Man kann sich alles so hindrehen, wie man es braucht. Praktisches Beispiel:

Tragödie in Hamburg: Der HSV verpasst das Minimalziel Klassenerhalt!

Erst zum 2. Mal in seiner 138-jährigen Vereinsgeschichte verpasste der Traditionsverein es, die Liga zu erhalten. Dabei hatte man sich mit einer Serie von 5 Spielen mit nur einem Sieg alle Mühe gegeben, um nächstes Jahr wieder in der 2. Liga starten zu dürfen. Aber am Ende hatte man es halt nicht mehr in der eigenen Hand, weil sich die Konkurrenz zu dumm anstellte.

Das wirkliche tragische: Durch den nicht mehr vermeidbaren Aufstieg verspielte man sein Alleinstellungsmerkmal: Man war einer von 8 Vereinen in Europa, die noch nie aufgestiegen sind. Auf Augenhöhe mit Real Madrid, Barca und Inter Mailand. Wer kann das schon von sich behaupten? 

Jetzt... ist man einer von 24.000. Und das nur in Deutschland. Europaweit sieht es noch viel finsterer aus. Denn Aufsteigen kann ja wirklich jeder. Nie aufzusteigen ist die wahre Kunst.

Wobei... so richtig können die das mit dem Aufsteigen auch nicht. Schließlich gab es 20 Schwerverletzte im Stadion. Und Randale beim Nachbarn auf der Reeperbahn... An der Stelle muss ich auch noch dringend den an sich großartigen Arnd Zeigler kritisieren, der in seiner Sendung irgendwas von "friedlicher Feier" gelabert hat. Wenn das friedlich war, will ich keine Eskalation erleben. Das mit dem Aufsteigen sollte eine einmalige Aktion bleiben, das ist ja echt gefährlich.

Noch viel lustiger ist es ja, dass der HSV den Aufstieg mit 59 Punkten fix machte. Ihre Durchschnittliche Ausbeute liegt bei 58,5. Wir reden hier von dem Verein, der es geschafft hat, dem Aufstieg mit 60 und 66 Punkten zu vermeiden. Also nur um ganz praktisch festzuhalten, dass der HSV sich nicht besser angestellt hat, als in den letzten Jahren, sondern dass die anderen halt unfähig waren.

Um doch mal sachlich zu werden: Für die Bundesliga ist das natürlich gut. Denn der HSV hat auch nach 7 Jahren in der 2. Liga ganz andere Möglichkeiten, als die letzten Aufsteiger. Und die Bundesliga braucht im Keller dringend eine Qualitätssteigerung.  Wenn die ihre Möglichkeiten auf den Rasen bringen, wird das allgemeine Niveau der Liga angehoben. Wenn sie doch in den Abstiegskampf rutschen, wird der wenigstens richtig emotional.

Ob der HSV aber diese 7 Jahre jemals wieder aufholen und sich im oberen Tabellendrittel etablieren kann, ist sehr fragwürdig. Und das war ja, bevor der große Absturz eingeleitet wurde, eigentlich der Anspruch. Der Schaden wird also trotz der notdürftigen, 7 Jahre dauernden Reparatur noch bleiben.

Mittwoch, 7. Juni 2023

Es ist schon faszinierend,

 Wie sehr man sich im Hamburger Umfeld daran gewöhnt hat, dass man die Klasse hält. Also klar, als "Erfolg" wird das noch nicht gefeiert, aber selbst der vorher so vollmundig den Aufstieg versprechende Tim Walter weist hinterher darauf hin, dass der Unterschied zwischen dem HSV und dem VfB Stuttgart halt verdammt groß geworden ist.
Ok, das eigentliche Problem ist eher, dass man Darmstadt und Heidenheim nicht mehr hinter sich lassen konnte.

Nebenbei ist der HSV echt der einzige Verein, der sich, während er an der Relegation teilnimmt, über diese beschwert. Und deren Fans dann so in den Kommentarspalten: "Wir waren ja schon immer dagegen und können gar nichts dafür, dass die DFL das eingeführt hat"... während genau diese DFL gerade daran gescheitert ist, eine 2/3 Mehrheit für einen Investor zu finden. 

Aber vergleicht einfach mal Tim Walters Haltung zur Relegation mit der von Markus Kauczinski. Einem Trainer, der gerade in seiner dritten Relegation war. Zum zweiten Mal als Unterklassiger Verein. Oder anders ausgedrückt: Das ist die arme Sau, die damals um seinen Bundesligaaufstieg betrogen wurde, weil es einen mehr als fragwürdigen Freistoß für den HSV gab. Der sagte vorher trotzdem "Wir haben davon geträumt, solche Spiele zu machen." Das ist die Haltung, mit der man den Gegner mit 4:0 aus dem Stadion schießt.  

Aber Bielefeld ist ja aus einer anderen Sicht interessant. Denn selbst die V-Männer brennen hinterher ihr eigenes Stadion ab... Wobei man das natürlich verstehen muss, denn wahrscheinlich ist dieser Verein ja ein Resozialisierungsprojekt für V-Männer, die zu Dynamo Dresden geschickt worden sind und jetzt wieder irgendwie auf die normale Gesellschaft losgelassen werden sollen. Da parkt man die ein paar Jahre in Bielefeld, damit die wieder klarkommen... und dann gibt die DFL denen so einen Flashback Trigger. Das waren keine Ausschreitungen, das war PTSD!

In Hamburg sind die Fans mittlerweile so weit, dass sie ihrer Mannschaft, die in der Summe mit 1:6 abgeschlachtet wurde, mit Applaus verabschieden. Keine Randale, keine Spielunterbrechung, keine Verletzten. Kein völlig aufgelöster Fabian Klos vor dem Mikrofon. Kein "Das Spiel stand kurz vor dem Abbruch." Das ist nicht mehr meine Relegation.

Ich dachte, der einzige Grund, warum wir das machen, ist die Eskalation auf den Rängen. Denn schlechten Fußball kann ich ja das ganze Jahr über in der Bundesliga sehen. Aber die wirklich krassen Ausschreitungen bringt mir nur die Relegation!
Und die HSV-Fans so: Ach, was soll's, dafür gibt es nächstes Jahr ein Derby. Ist schön hier. Und mehr Spiele gewinnen wir in der 2. Liga auch hin und wieder. Das ist doch lustiger, als in der Bundesliga auf Platz 15 rumzugurken...

Das lustigste ist diese Kicker Zusammenfassung mit dem Titel "Auf dem Weg zum Zweitliga-Dino". Auch wenn dieser Beitrag den entscheidenden "Die sind in ihrer Vereinsgeschichte noch nie aufgestiegen" Information fehlt. Mal ganz ernsthaft: Warum ist das keine größere Sache? Warum bin ich der einzige, der darauf hinweist? Was machen die ganzen Meme-Ersteller beruflich? Das ist einerseits faszinierend, andererseits halt extrem lustig. Deswegen verstehe ich nicht, warum das sonst keiner aufgreift.

Aber auch ohne diesen elementar wichtigen Hinweis ist der Beitrag einfach extrem unterhaltsam. Also nur noch Holstein Kiel und der FC St. Pauli haben gerade mehr Zweitligajahre am Stück vorzuweisen. Beiden ist, im Gegensatz zum HSV, zuzutrauen, dass sie die Liga verlassen... es steht nur nicht ganz fest, in welche Richtung. Und dann die absolute Perle. Trommelwirbel Bitte:

"In der kommenden Saison werden sie wahrscheinlich aber klettern."

 Der Kicker traut ihnen tatsächlich zu, in der nächsten Saison 8 Punkte einzufahren und damit auf Platz 60 zu steigen. Aber so ganz festlegen will man sich da noch nicht. 

Also ich als Optimist traue denen ja schon so 50 Punkte zu. Mindestens. Wäre ja auch langweilig, wenn die sich wirklich schon im Februar aus dem Aufstiegsrennen verabschieden. Damit ist die entscheidende Frage nicht, ob sie "klettern", sondern ob sie Eintracht Frankfurt mit ihren 357 Punkten einholen können. Ich hab an der Stelle mal kurz nachgeschlagen, ob, für die Poesie, die Eintracht zeitgleich den HSV in der ewigen Bundesligatabelle überholen können, aber 250 Punkte werden die nicht in einer Saison holen.

Frankfurt einzuholen, ohne aufzusteigen, wäre nebenbei wirklich episch. Also es würde den "Unaufsteigbar" Mythos weiter verstärken. Denn dann hätten beide Verein 6 Jahre in der Zweiten Liga verbracht und ungefähr gleich viele Punkte gesammelt. Nur ist die Eintracht in ihren 6 Zweitligajahren mit im Durchschnitt 59,5 Punkten pro Saison nur ein Mal nicht aufgestiegen: In der Saison 2001/02, die wohl als schlechteste der Vereinsgeschichte in den Annalen steht, wurde man Siebter.

Der HSV holt im Schnitt 58,8 Punkte und hat es trotzdem geschafft, nie aufzusteigen. Das ist eigentlich unmöglich, aber die schaffen das. Die schaffen das mit einer beeindruckenden Konstanz. Und nächstes Jahr spielen Schalke und hoffentlich die Hertha wieder mit um den Aufstieg, es wird also nicht leichter.

Als Letztes wollte ich nochmal erwähnt haben, dass sie zwischen den Rolling Stones und Beyoncé Knowles extra nochmal das Stadion "fußballtauglich" gemacht haben, denn eigentlich hatte die Konzertsaison schon begonnen. Für ein am Ende bedeutungsloses 1:3, welches nur für die Fernsehgelder und die Statistik ausgetragen wurde. Jetzt bleibt die Frage, ob der göttliche Segen der Besten den Verein retten kann.

Mittwoch, 1. März 2023

Eine kurze Motivationsrede für den HSV

 Ha... "kurz"... als ob.

Wer diesen Blog regelmäßig verfolgt, wird es ja bereits wissen: Der HSV hat ein Alleinstellungsmerkmal in diesem Land. Und auch dieses Frühjahr erweckt der Verein den Anschein, als würde er dieses Merkmal gerne abgeben und doch einfach mal aufsteigen. Zumindest tut man so. Wie ernst man das wirklich meint, wird der April zeigen,

Nebenbei zeigt sich da nochmal die moralische Flexibilität, sobald es gegen ein Feindbild geht: Ich bin plötzlich für den 1. FC Heidenheim. Ich checke deren Ergebnisse aus und hoffe, dass die den HSV noch einholen, obwohl ich mir vollkommen bewusst bin, dass die für die Bundesliga... drücken wir es optimistisch aus... keine Bereicherung sein werden. Nächste Saison jammere ich dann die ganze Zeit, wie krass überfordert dieser Dorfverein ist. Schlimmer als Paderborn und Fürth.
Was die Arbeit des Vereins gar nicht schmälern soll. Gerade was der Trainer Frank Schmidt da abreißt, ist absolut faszinierend. Und man ist in 6 von 8 Zweitligajahren in der oberen Tabellenhälfte gelandet. Man wurde in aufeinander folgenden Jahren Fünfter und Dritter. Das ist eine Konstanz, die sonst nur Union Berlin an den Tag gelegt hat. Damit ist die realistische Frage nicht "Ob", sondern nur "Wann steigt der 1. FC Heidenheim auf?" Und dann doch bitte in einem Jahr, in dem sie es dem HSV versauen.

Nebenbei... gehört die 2007 gegründete Fußballabteilung zu diesen Vereinen, die noch nie abgestiegen sind. Ihr wisst schon: das angebliche ehemalige Alleinstellungsmerkmal des letzten Bundesligadinos. Nur um mal zu verdeutlichen, dass das gar nicht so besonders ist: Damit hatte man etwas mit RB Leipzig gemeinsam. Das kann ja keiner gewollt haben.

Random Fun Fact: Der "große FC Bayern ist 1954/55 aus der Oberliga abgestiegen. Selbst dieser arrogante Schnöselverein hat es frühzeitig geschafft, sich von RB zu distanzieren. Aber bei den Unabsteigbaren gibt es bestimmt auch in den Niederungen des Fußballs irgendwelche Dorfvereine, für die es noch nie bergab ging. 

Und ja, eventuell gibt es auch neu gegründete Vereine, die noch nie aufgestiegen sind. In Leipzig finde ich da gerade den FC Mohajer Leipzig, der 2020 als Integrationprojekt gestartet wurde und seinen Durchmarsch in die erste Kreisklasse noch aufgeschoben hat. Aber jeder Verein, der 10 Jahre überlebt, wird doch irgendwann zumindest ein Mal aufsteigen.

Wir haben in Deutschland über 24.000 registrierte Fußballvereine. Der einzige Verein von denen, der älter als 10 Jahre ist und niemals aufsteigen konnte, ist und bleibt der HSV. Selbst wenn wir grob festlegen, dass es mit all den Neugründungen 10 Vereine gibt, die noch nie aufgestiegen sind... dann sollte man die anderen Vereine im Sommer zu einem großen Turnier einladen und sich gegenseitig feiern. Und festhalten, dass man zur absoluten Ausnahme gehörte. Das können dann nur 0,04 % aller Vereine von sich behaupten.

Aber der nationale Vergleich ist ja nie der Anspruch des Hamburgers gewesen. Und weil HITC Sevens dieses Video weiterhin verweigert, stelle ich die Frage jetzt hier: Wie sieht es eigentlich im restlichen Europa aus?

Fangen wir mal in Italien an. Dort spielt einzig Inter Mailand ununterbrochen in der Serie A. Gut, das liegt auch daran, dass Juventus Turin zu einem Zwangsabstieg verurteilt worden ist. Aber Juve stieg trotz 9 Punkten Abzug sofort wieder auf. Die anderen Gründungsmitglieder der Serie A stiegen hinterher hin und wieder mal auf und ab. In ganz Italien kann also nur Inter den "Unaufsteigbar" Status bewahren.

In Spanien haben wir den FC Barcelona und Real Madrid. Der eine Verein war der absolute Stolz Kataloniens, der andere wurde von einem Diktator gestützt. Also zumindest in der "grauen Vorzeit" war dies so und bei den meisten ganz großen Vereinen waren das ja die Jahre, in denen man überhaupt aufsteigen konnte. Dass diese "Graue Vorzeit" in Spanien bis in die 70er Jahre reichte und Johann Cruyff sich wegen Franco weigerte zu den Königlichen zu wechseln, verschweigen wir Europäer lieber.
Atletico Madrid war eigentlich auf einem richtig guten Weg, bis sie in der Saison 99/00 plötzlich abstiegen. Dann überlegten sie sich ein Jahr lang, ob den Unaufsteigbar Status beibehalten wollten und realisierten, dass sie das mit Real vereint... und kehrten in die Primera Division zurück. Damit hat man einen Aufstieg in der Chronik stehen.

Arenas Club war als weiteres Gründungsmitglied auf einem richtig guten Weg. Also die stiegen von 1929 bis 1975 ausschließlich ab. Das ist doch genau der Weg, den der HSV einschlagen sollte. Dann verkackten sie es aber und stiegen von der "Regional Preferenta" in die "Tercera Division" auf. Also von der 5. in die 4. Liga. Mittlerweile gurkt man in der Dritten Liga rum und die Wikipedia Seite gibt es nur auf Spanisch. Wenn die nie aufgestiegen wären und weiterhin in Liga 5 spielen würden, gäbe es garantiert auch deutsche Wikipedia Artikel... weil ich ihn dann anlegen würde.

Dieser ganze Beitrag wäre so viel einfacher, wenn es einen "Unaufsteigbare Vereine" Artikel bei Wikipedia geben würde. Aber dieser Begriff kommt nur 5 Mal vor... unter anderem bei Union Berlin.

Egal, auf nach Frankreich. Der französische Fußball ist überraschend chaotisch. Oder halt wie die Bundesliga ohne Bayern. Also die eine Dekade lang dominierende Mannschaft kämpft als Nächstes um den Abstieg. Deswegen darf sich noch der AS Saint Etienne Rekordmeister nennen. Gemeinsam mit Paris Saint-Germain. Saint Etienne ist am ehesten mit dem 1. FC Nürnberg zu vergleichen, die es ebenfalls geschafft haben, als amtierender Rekordmeister abzusteigen. Paris Saint-Germain wurde erst 1970 gegründet und etablierte sich erst in den 80ern als Stammgast in der oberen Tabellenhälfte. Technisch gesehen ist man nie abgestiegen, weil man wegen Verletzungen der Auflagen in die Dritte Liga musste. Trotzdem hat man es 2-mal geschafft, in die erste Liga aufzusteigen. Das macht diesen Verein dann wiederum einzigartig, das kann sonst keiner von sich behaupten. Also außer Juve muss nochmal Zwangsabsteigen.

Kommen wir zum ältesten Verband der Welt: Der FA in England. Der englische Fußball ist halt kompliziert, weil er genau genommen schon immer von den Launen der Investoren abhängig war. So ist für überraschend viele Vereine alles von 4. bis 1. Liga drin. Also Leeds United spielte zum Anfang des Jahrtausends in der Champions League (gemeinsam, also eher gegen 1860 München) nur um 2006/07 in die dritte Liga abzusteigen. In der Saison 19/20 stieg man dann plötzlich wieder in die Premiere League auf. Chelsea war vor der Übernahme durch den ersten russischen Oligarchen eher eine durchschnittliche Premiere League Mannschaft. Immerhin spielte man seit 1985/85 konstant in der höchsten Spielklasse, man war aber halt vorher auch ein paar Jahre zweitklassig. Dank der riesigen Geldsummen sind die Bewegungen halt auch extremer. Und die haben halt auch einfach ein paar Jahre mehr an Geschichte auf dem Buckel.

Durch all diese Bewegungen gibt es aber praktisch überhaupt nur 2 Kandidaten, die man überhaupt in Betracht ziehen muss: Manchester United und der FC Liverpool. Wenn es in England 2 Vereine gab, die schon immer dabei waren, dann sind es diese beiden. Liverpool startete 1893 in der 2. Liga, stieg direkt auf und wieder ab... nur um im Jahr darauf an Manchester City zu scheitern, damit haben wir die auch gleich abgearbeitet. Und dann fällt einem auf, dass Liverpool von 1954 bis 1962 zweitklassig war. Damn. Auch United stieg in den Anfangsjahren mehrmals auf und ab und etablierte sich "erst" 1938 in der First Division. 1974/75 stieg man dann das letzte Mal auf. Ich hätte nicht gedacht, dass selbst diese beiden Vereine auf mehrere Aufstiege kommen, aber so sieht es halt aus.

Fun Fact, den ich nicht habe kommen sehen: Der FC Everton hat weniger Jahre in der Zweitklassigkeit verbracht, als Liverpool und United. Man stieg aber 1930/31 und 1953/54 auf. Insgesamt war man nur 4 Jahre nicht in der höchsten Liga unterwegs.

Bleiben halt die "relativ kleinen" Ligen mit Portugal und Holland. Da wird die Datenlage auch echt schwierig. Auf den ersten Blick hat Portugal mit Porto, Benfica und Sporting direkt 3 Vereine, die immer in der höchstmöglichen Spielklasse angetreten sind. Zumindest so weit ich das nachvollziehen kann. PSV Einhoven spielt erst seit 1926 durchgängig in der ersten Liga, Feyenoord Rotterdam stieg 1917 auf. Ajax schaffte dies 1911.

Bleibt wahrscheinlich Celitc Glasgow. Und Austria Wien, die nach 11 Siegen in 17 Spielen in die Erste Klasse eingeteilt wurden. Und das war's dann... es sei denn, wir gehen nach Luxemburg und Liechtenstein... vielleicht nächstes Jahr.

Oder nach Osteuropa, wo es halt doch sehr unübersichtlich wird, weil viele der Ligen halt erst 1990 gegründet worden sind. Obwohl man das anhand der ewigen Tabelle der Wysschaja Liga doch gut nachvollziehen kann: Dynamo Moskau und Dynamo Kiew sind die einzigen Vereine, die "stets in der höchsten Spielklasse" antraten. Moskau stieg 2015/16 ab und danach dann wieder auf, muss also gestrichen werden. Kiew ist damit Gründungsmitglied in der sowjetischen und der ukrainischen Liga. Und da sie noch nie abgestiegen sind, können sie auch nicht aufsteigen.

Das ist dann die Liste: 3 Vereine aus Portugal, 2 aus Spanien und je einer aus der Ukraine und Österreich. Und der HSV. Der hat jetzt noch das absolute Alleinstellungsmerkmal, dass er nicht mehr erstklassig spielt, aber aus Prinzip trotzdem nicht aufsteigt.

Man hat jetzt ja die freie Wahl: Sortiert man sich in die (sowohl national als auch international) riesige Anzahl von schlecht geführten Traditionsvereinen, die nie ihr volles Potenzial ausreizen, ein? Also will man wirklich mehr wie Schalke werden? Oder macht man einfach sein eigenes Ding und bewahrt sich seine Nische.

Dienstag, 15. November 2022

Heute in der beliebten Serie: Wir wollen's nicht wissen.

 Wir unterbrechen unsere Anti-WM-Berichtserstattung für eine wichtige Nachricht: Doping im Fußball bringt nichts. Also sportlich nicht. Wirtschaftlich ist es eine Katastrophe. Aber sonst... nö.

Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen. 

Als kurze Zusammenfassung: Der HSV hat eine positive A-Probe. Es wurde da bei Mario Vuskovic Epo gefunden. Ihr wisst schon, dieses Blutdoping, welches alle Radsportler so viel schneller gemacht hat. Also alle außer Erik Zabel, der erst nach dem Absetzen des Dopings zum besten Sprinter wurde. Und welches auch von Ärzten mit Kontakten in die Bundesliga, Serie A oder die Pirmera Division verabreicht wurde, aber trotzdem definitiv nie bei an Fußballern getestet worden ist. Dass wir die Zusammenhänge beim Doping aber lieber verschweigen, ist halt keine Neuigkeit. Genauso ist das Strafmaß für Mannschaften völlig absurd. Selbst wenn ein gedopter Spieler ein entscheidendes Tor erzielt, passiert halt nix.

Nun muss man auch erwähnen, dass Mario Vuskovic natürlich seine Unschuld beteuert und auf die Öffnung der B-Probe pocht. Und hey, vielleicht ist das wirklich einer der wenigen Fälle, bei denen die B-Probe die Unschuld beweist. Man ist halt skeptisch, weil das die Ausnahme ist. Oder wir zumindest davon ausgehen, dass es die Ausnahme ist, vielleicht wird auch einfach nicht darüber berichtet, wenn die Vorverurteilungen falsch waren. Der Focus beziffert die Anzahl der negativen B-Proben mit "selten"... damit kann man gut arbeiten. Aber was bei der B-Probe von Kamila Walijewa rauskam, erfährt man halt nicht, sondern nur, dass sie im Februar geöffnet wurde. Sportärzte behaupten derweil dass die A-Probe reicht. Dort erfahrt ihr nebenbei, dass Marion Jones eine der wenigen ist, deren B-Probe negativ war. Genau die Marion Jones, die dann Jahre später systematisches Doping eingestanden hat. Also hat die angeblich eh schon seltene negative B-Probe eine Schuldige weiterlaufen ließ, verbreitet schon die Skepsis gegen diese Methode.

Aber das ist genau genommen hier auch egal. Denn es geht gar nicht so sehr darum, was die B-Probe sagt, sondern welche Konsequenzen dem HSV drohen, falls sie es ist. Was passiert, wenn einer deiner Stammverteidiger verbotene Substanzen nachgewiesen werden. Wenn ein zweifacher Torschütze gedopt war. Und das ist dann... ein Millionenverlust. Klar, ist tragisch. Aber wenn man trotzdem aufsteigt, sind die 8 Millionen Ablöse doch egal. Und dann hat ein gedopter Spieler beim Aufstieg geholfen.

Also man stelle sich mal vor, das wäre erst nach 30 Spieltagen herausgekommen. Da im Fußball ja nicht mal im Ansatz flächendeckend getestet wird, ist das ein kalkulierbares Risiko. Wie wir im Mamadou Sakho Fall gelernt haben, würde selbst da dann nichts passieren. Das ist quasi die Aufforderung der Verbände an seine Vereine: Dopt gefälligst!

Also als allererstes hätte der DFB (wie auch damals die Uefa) am Sonntagmorgen die komplette Mannschaft zum Pinkeln antreten lassen müssen. Bevor sie öffentlich machen, dass die Probe positiv ist. Nur um den logischen Verdacht, dass das Doping über die Mannschaftsärzte lief, aufzuklären. Aber so was macht man ja nicht.

Und dann müsste man halt darüber diskutieren, wie viele Punkte einer Mannschaft für den eingesetzten Dopingsünder aberkannt werden. Da muss man mal ganz sachlich drüber verhandeln. Das sollte natürlich auch an der Anzahl der Einsätze hängen. Und es sollte auch nicht so drastisch sein, dass die Mannschaft deswegen definitiv zwangsabsteigt. Aber der definitive Vorteil, den man sich, bewusst oder unbewusst, durch den Einsatz eines gedopten Spielers erschlichen hat, sollte irgendwie ausgeglichen werden. 

Diese Debatte müsste man jetzt eigentlich unabhängig vom Ausgang der Proben geführt werden. Damit man festlegt, dass man X Punkte abgezogen bekommt, wenn man X Spiele lang einen des Dopings überführten Spielers aufgestellt hat. Und wenn das dann dazu führt, dass die Teamärzte ihren Spielern sichere Zahnpasta verschreiben und kaufen, weil das Risiko ihnen zu hoch ist... dann wäre das vollkommen vernünftig.

Also stand jetzt kann der HSV (und jeder andere Verein auch, es trifft halt nur die sowieso schon Doofen) seinen Spielern sagen: Doping ist euer eigenes Risiko. Wenn ihr es machen wollt, dann macht es, für uns hat es ja kaum Konsequenzen. Wir schreiben euch nur noch schnell eine Klausel in den Vertrag, der dann die ausstehen Gehälter während der Sperre klärt.

Das klingt jetzt erstmal weit hergeholt und ziemlich übertrieben. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass wir uns übers Doping überhaupt keine Gedanken machen. Dass wir uns gar nicht fragen, wer alles was nimmt, um am Wochenende auf dem Platz zu stehen und wie viel davon verboten ist oder verboten sein sollte. Das ist ein Bereich, den wir komplett ausblenden, obwohl uns allen bewusst ist, dass die Belastung mindestens am Limit ist. 

Wir gehen konsequent davon aus, dass es bedauerliche Einzelfälle sind und es auf keinen Fall eine Systematik dahinter gibt... obwohl es genügend Akten gibt, die diese Systematik darlegen könnten. Da wir uns aber nicht dafür interessieren, muss man sich noch nicht mal die Mühe machen und diese Akten zerstören.

Dienstag, 24. Mai 2022

Am Ende machen sie es wirklich

 Auch wenn sie sich alle Mühe gegeben haben um Anstand zu beweisen... ganz im Gegensatz zur Hertha, die plötzlich von S&M Vorlieben sprachen... wobei ich da echt verwirrt bin... Warum steht Fredi Bobic bei Mitgliederversammlungen auf den harten Scheiß, in der Relegation aber nicht? Kann man da selektiv sein? Oder muss man da nicht grundlegend drauf stehen.

Das eigentliche Highlight kam aber von Felix "Unabsteigbar" Magath, der direkt sagte "Das kann ich dann in einem halben Jahr nochmal versuchen..." Großes Kino. Und ich sag mal: Bei der Ruhe, die er während des ganzen Abenteuers ausgestrahlt hat, ist es gar nicht soo unwahrscheinlich, dass der "Wir rutschen überraschend unten rein" Verein, nennen wir ihn Schalke 04, im März wieder bei Magath anruft.

Aber zum eigentlichen: Tim Walter hat es dann wirklich getan. Der sagte nach dem Spiel tatsächlich folgendes: "Die Jungs haben das nicht verdient, der Verein hat das nicht verdient und die Stadt hat das nicht verdient." Wie kurzsichtig kann man sein? Wie egal kann einem die jüngere Vereinsgeschichte sein? Wie wenig Anstand kann man haben?

Also um das mal festzuhalten: Selbst als jemand, der die Relegation grundlegend ablehnt, weil sie zulasten des Zweitligisten geht, sage ganz offen: Wenn es ein Verein verdient hat, an der Relegation zu scheitern, dann dieser HSV. Aber so was von. Schließlich haben sie als Bundesligist 2 Mal von diesem Scheiß profitiert. Unter anderem von einer Fehlentscheidung in allerletzter Sekunde in Karlsruhe. Wer sich ein Mal in Leben auf so etwas berufen muss, hat jegliches "Das haben wir nicht verdient" verspielt. 

Ohne diesen Scheiß würde die nicht ins 5., sondern in ihr 9. Zweitligajahr gehen. Und als Trainer dieses Vereins muss es einem doch bewusst sein, dass dieser Verein diese Vergangenheit hat. Also der wird ja vorher bestimmt auch gesagt haben, dass man in der Relegation bis jetzt ja immer besser war. Wenn nicht extern, dann intern.

Es ist schon faszinierend, dass dieser absolut unfaire Scheiß mit 9 Jahren Verzögerung mal für so etwas wie "Gerechtigkeit" sorgt. Auch wenn natürlich auch die Hertha den Abstieg verdient gehabt hätte. Am Ende gibt es nur eine konsequente Lösung: Abschaffen.

Oder, was Manu Thiele letztens ins Gespräch gebracht hat: Liga interne Playoffs. Also Hertha gegen Stuttgart und Hamburg gegen Darmstadt... wenn der DFL dann auffällt, dass man dadurch 8 Spiele statt 4 ansetzen könnte, machen die das sofort. Aber leider reden die nicht mit Menschen, die gute Ideen haben... Aber immerhin laufen solche Ansagen mittlerweile offiziell auf dem ZDZ Sportstudio Kanal...

Nebenbei ist es, um den Bogen zu Bobic zu schlagen, echt faszinierend, wie masochistisch wir alle angelegt sind. Also es hat wohl noch nie ein qualitativ gutes Relegationsspiel gegeben. Also wo mindestens eine, im besten Falle aber beide, Mannschaften so richtig attraktiven Fußball spielen. Das ist jedes Jahr ein absoluter Grottenkick... trotzdem zahlen die Fernsehstationen dafür Millionen... und wir fressen das ja auch fleißig. 

So, und jetzt soll dieser Drecksverein endlich sein "Unaufsteigbar" Merch drucken. Macht es, ihr habt es euch verdient.

Donnerstag, 9. Dezember 2021

Eigentlich sind Schalke, Bremen und Hamburg das Problem.

 Und im weiteren Sinne der 1.FC Nürnberg. Vielleicht sogar 1860 München. Und wo wir schon dabei sind: Düsseldorf sollte eigentlich auch besser dastehen. Oh und der 1.FC Kaiserslautern... Und eigentlich auch Hannover 96, wo wir schon dabei sind.

Aber hauptsächlich Schalke 04, Werder Bremen und der Hamburger SV. Natürlich. Das wird auch niemanden überraschen.

Es ist schon faszinierend, wie viele Vereine sich strategisch heruntergewirtschaftet haben. Nehmen wir mal als Erstes den 1.FC Nürnberg: Die haben ein zur WM renoviertes, modernes Stadion und ziehen jedes Jahr 28.000 plus X Zuschauer an. Da muss sich manch ein Bundesligist ordentlich für strecken. Also der VfL Wolfsburg zum Beispiel. Das letzte Mal, als sie Bundesliga spielen durften, zogen sie als abgeschlagenes Schlusslicht 40.000 Zuschauer an. Das Potenzial in dieser Region ist überwältigend. Aber anscheinend schafft niemand es, dieses Potenzial konstant umzusetzen, weshalb Nürnberg immer wieder absteigt.

Nun mag es auf den ersten Blick unfair wirken, Nürnberg in denselben Topf wie Werder zu werfen, aber deren letzter Titel ist aus dem Jahr 2007. Was auch nur bedeutet: Vor 14 Jahren haben die noch international gespielt. Doch wie immer haben sie es nicht geschafft diesen Erfolg in langfristigen Wachstum umzuwandeln, sondern stieg direkt ab. Damit ist man der einzige Verein der Welt, die als amtieren Meister und als amtierender Pokalsieger abstieg. Das habe ich nebenbei nicht recherchiert, das behaupte ich einfach mal. Diese Statistik ist halt so absurd, dass kaum jemand sie erreichen kann. 

Natürlich ist der FC Nürnberg andererseits halt auch der immer noch lebende Beweis, dass es solche Abstürze schon immer gab. Schließlich stammt der Abstieg als amtierender Meister aus dem Jahr 1969. Aber bisher waren solche Vorfälle eher die Ausnahme und konnten kompensiert werden.

Da aber zwischenzeitlich gefühlt die halbe Liga gezielt auf Derbys in der 2. Liga hinarbeitete... Also Hannover waren ja die ersten, denen ich einen geplanten Abstieg vorgeworfen habe. Der Niedergang von Werder Bremen wurde ja auch ausführlich und frühzeitig kritisch begleitet. Das einzige Alleinstellungsmerkmal der HSVs ist ja mittlerweile, dass man noch nie aufgestiegen ist. Und Schalkes Absturz lässt sich am besten als gezielte Sabotage von Christian Heidel beschreiben. Das sind halt 4 Hall of Shame Abstiege in 5 Jahren. 

Natürlich sind das alles bedauerliche Einzelfälle. Also einzeln betrachtet sind sie schwer zu vergleichen. Hannover Kind scheiterte ja damals daran, dass er die 2 Ausnahmejahre mit den Europacup Teilnahmen als neuen Standard betrachtete und deswegen sehr schnell unzufrieden wurde. Werder nahm da die gegenteilige Rolle ein und war viel zu schnell mit viel zu wenig zufrieden, bis man sich irgendwann auch mit einem Abstieg arrangierte. Hamburg war halt die pure Hyperaktivität und pures Chaos. Schalke hat einfach mal richtig bescheiden gewirtschaftet. 

Aber Fakt ist halt: Alle 4 fehlen der Bundesliga. Also Schalke, Werder und Hamburg hatten halt die Strahlkraft um Raul, Diego und Rafael van der Vaart anzuziehen. Die haben in diesem Jahrtausend auch schon richtig gute Jahre abgeliefert. Und lange Zeit waren selbst die durchwachsenen bis furchtbaren Jahre immer noch bundesligatauglich.

Jetzt stelle man sich vor, diese Vereine hätte seriös und zielorientiert weiter gewirtschaftet und sich zumindest stabilisiert. Und wir hätten eine Saison, wo alle 4 irgendwo zwischen Platz 6 und 14 eintrudeln, was man von allen eigentlich erwarten kann. Dann wäre Augsburg praktisch nicht mehr zu retten. Unions widerstandsloser Durchmarsch ins europäische Geschäft wäre kaum möglich gewesen. Mainz und Freiburg (also 2 Vereine, die sich zumindest die meiste Zeit wehren) würden knietief in der Scheiße stecken. Die Hertha müsste sich ernsthafte Sorgen machen. Und sowohl der Kampf ums internationale Geschäft, als auch der Abstiegskampf wäre wirkliche Schlachten. Es könnten wirklich kompetent geführte Mannschaften erwischen, was jetzt an beiden Fronten quasi ausgeschlossen ist...

Auch wenn sich der Zyniker in mir darüber gefreut hat, diese Niedergänge hier zu begleiten, so muss der Fußballliebhaber in mir doch zugeben, dass die potenzielle Qualität dieser Vereine der Liga jetzt fehlt. Wirklich drastisch fehlt. Der Verlust ist für den Rest der Liga einfach nicht mehr zu kompensieren.

Und klar, der Abstiegskampf war wegen der Inkompetenz einiger Experten (wie unter anderem auf der VfB Stuttgart und dem 1.FC Köln, aber da zeigen die jüngsten Entwicklungen wenigstens derzeit in die richtige Richtung) schon immer absurd. Er wurde viel zu oft viel zu wörtlich genommen. Aber mittlerweile erreichen wir halt echt eine neue Ebene der Grausamkeit. Nicht nur, aber auch wegen den völlig überforderten Fürthern.

Aber die sind ja nur dabei, weil der HSV unaufsteigbar ist...

Die spannende Frage ist ja: Wie kriege ich jetzt raus, ob es dieses Problem auch im Ausland gibt? Also ob es da auch so viele Vereine gibt, die unmotiviert und unnötigerweise abgestürzt sind... Mal gucken...

Freitag, 18. Dezember 2020

Wenn man kurz darüber nachdenkt

 Ob man nicht vielleicht doch Mitleid mit Schalke haben könnte... holen die Huub Stevens zurück. Das ist das Level an Verzweiflung, welches man in Gelsenkirchen erreicht hat.

Nur um das mal zu verdeutlichen: Stevens ist der Jahrhunderttrainer auf Schalke... aus dem letzten Jahrtausend. Als der noch ein richtig guter Trainer war, stand noch eine 19 vorne bei der Jahreszahl...

Aber weil Stevens ja offensichtlich zu alt für den Scheiß ist... denkt man über Friedhelm Funkel nach... Der ist offiziell im Ruhestand und hatte seine größten Erfolge... in den 80ern. Ok, als Spieler, aber Details... Er ist immerhin jünger als Stevens... ganze 11 Tage...

Dass Schalke sich mittlerweile so weit zurück entwickelt hat, dass man auf DEN noch lebenden Feuerwehrmann schlecht hin zurück greifen muss... Aber hey, wenn das auch nicht klappt, geht Peter Neururer bestimmt ans Telefon... 

Nebenbei hat man als chronisch klammer Club dann 3 Trainer für die erste Mannschaft unter Vertrag... alles Geld, welches man in Daniel Caliguiri hätte stecken können. 

Es ist halt völlig absurd, wie unfähig Schalke sich derzeit präsentiert. Also wir hatten ja schon den geplanten Abstieg von Hannover 96, aber Hannover war halt nie annähernd so groß und bedeutend wie Schalke 04. Also auch Martin Kind brauchte 3 Jahre bis er seine "Vision Abstieg" vollendete, aber er kam wenigstens "nur" aus der Europa League... Schalke war vor 3 Jahren Vize-Meister und spielte relativ regelmäßig in der Champions League... Die Fallhöhe ist halt eine ganz andere...

Und auch der Vergleich mit dem Hamburger SV ist mehr als unangebracht... denn einerseits hat man sich dort wenigstens gegen den Abstieg gewehrt, auch wenn man sich dabei so ungeschickt angestellt hat wie möglich. Andererseits brauchte man 8 Jahre um den Weg vom Halbfinale der Europaleague zum Zweitligsten zu vollenden. Verglichen mit dem, was gerade auf Schalke passiert, war das ein geradezu schleichender Niedergang...

Das einzige Problem der Schalker: Am Ende wird ihr genialer Absturz-Plan an der mangelnden Kooperation von Bielefeld und Mainz scheitern. Bielefeld kann, wie gestern schon erwähnt, wenig dafür, dass sie so schlecht sind, aber auch die Mainzer arbeiten dieses Jahr intensiv an einem Abstieg. Also so intensiv und konkret, dass ein Mateta-Transfer im Winter mich nicht überraschen würde... Gut für die Mainzer, dass die Schalker kein Geld haben, sonst könnten sie der Verlockung erliegen ihn nach Gelsenkirchen zu schicken... zuzutrauen wäre es den Mainzern gerade.

Dazu kommt als weiteres Problem, dass die wirtschaftliche Lage auf Schalke ja so katastrophal zu sein scheint, dass bei einem Abstieg die Existenz des gesamten Vereins auf dem Spiel steht. Also klar, der HSV hat auch Miswirtschaft betrieben und sich an den Tropf eines Investors gehangen. Aber anscheinend konnte man trotz Corona 2 Zweitligajahre in Folge stemmen. Auf Schalke hat man anscheinend noch keinen blassen Schimmer, wie das funktionieren soll.

Es ist einfach unfassbar, wie ein derart großer Verein sich so schnell so weit runter wirtschaften konnte.Vor allem wenn man bedenkt, dass sie für Manuel Neuer, Julian Draxler, Leroy Sané und Tilo Kehrer zusammen 162 Millionen Euro Ablöse für selbst ausgebildete Talente bezahlt bekommen hat. Aber das dadurch verdiente Geld hat man anscheinend praktisch verbrannt...

Was auch nur bedeutet: Selbst wenn die Unfähigkeit der Mainzer und die Relegation die Schalker am Ende irgendwie rettet, ist noch lange keine Besserung in Sicht... Die einzige wirkliche Hoffnung, die man derzeit noch hat, ist... dass die Knappenschmiede schnell einige vielversprechende Talente ausspuckt. Und dass man bis dahin fähigere Leute in den entscheidenden Positionen hat, damit diese Talente nicht wieder verschwendet werden.

Sonntag, 5. Juli 2020

Quo Vadis, Bundesliga 202Bluescreen: Hamburger SV

Ernsthaft. Was machen wir mit dir, Lieber HSV? Wie unterhältst du uns weiter? Welche Lösungsansätze für deine schwierige Lage gibt es?

Wie immer gibt es hier einen kreativen Vorschlag. Der natürlich frei von jedem Zynismus ist. Richtig konstruktiv. Und genau deswegen wird er niemals umgesetzt werden.

Also für diejenigen, die es verpasst haben: der Hamburger SV hat zum 2. Mal in Folge den Aufstieg in die Bundesliga verpasst. Und das auf peinlichste Art und Weise. Also selbst de Diekmeier, der im Trikot des HSVs nie ein Scheunentor getroffen hat, half am Ende bei der Mission Klassenerhalt mit, obwohl er mittlerweile in Sandhausen spielt.

Und als ich dieses Meme das erste Mal sah, wurde es mir bewusst: Der HSV braucht ein Rebranding. Eine komplett neue Identität, die man dann gewinnbringend vermarkten kann. So wie es der 1.FC St.Pauli als "DER LINKE VEREIN IM LAND" schon gemacht hat.

Denn der HSV hatte ja jahrelang das Alleinstellungsmerkmal "Einziger Bundesliga-Dino". Man war die eine Mannschaft, die immer in der Bundesliga gespielt hat. Die noch nie abgestiegen ist. Darauf hat man seinen Mythos aufgebaut. Und auch wenn das am Ende ganz schön erbärmlich war, weil nur absurde Ergebnisse in einer unnötigen Relegation halfen, so war es halt doch ein Fakt.

Aber dieser Fakt ist vor 2 Jahren weggebrochen. Jetzt ist man nur noch ein ganz normaler deutscher Fußballverein.

Es sei denn, man guckt genauer hin. Denn dann ist der HSV auf ein mal doch wieder einzigartig. Also nicht obwohl sie schon wieder den Aufstieg verkackt haben, sondern WEIL sie schon wieder den Aufstieg verkackt haben.

Wenn man sich die HSV Geschichte mal genauer anguckt, ist das nichts ungewöhnliches. Also der Verein wurde 1919 durch den Zusammenschluss 3er Vorgängervereine "gegründet" und man spielte direkt um den Titel "Norddeutscher Meister" mit. Einen Titel, den man von 1921-25 durchgängig hielt.
Das bedeutete auch nur: Der HSV startete direkt in der höchsten Spielklasse.
Danach wurde man als 2-facher Deutscher Meister natürlich in der Gauliga Nordmark einsortiert. Während man jetzt in der Super-Gau-Liga 2 spielt.

Danach ging es dann kurzzeitig in der "Hamburger Liga" und ab 1947 in der "Oberliga Nord". Und dann von 1963-2018 in der Bundesliga. Bis zum berühmten ersten Abstieg.

Das bedeutet praktisch: Von 1920 bis 2018 spielte der HSV immer in der höchstmöglichen Spielklasse. Seit 2018 ist dies vorbei. Aber jetzt kann man faszinierender Weise folgendes behaupten: Man ist als einziger Verein seit 1920...
Drumroll pls...
NIE AUFGESTIEGEN!

Jeder noch so beschissene Dorfverein ist doch irgendwann aufgestiegen. Und sei es nur von der Kreisklasse III in die Kreisklasse II. Oder er hat sich doch irgendwann aufgelöst.
Ich meine allein Arminia Bielefeld kommt auf 8 Bundesliga-Aufstiege. Selbst die Schnarchnasen von der BND Truppe kriegen es anscheinend regelmäßig hin in die Bundesliga aufzusteigen. Das ist echt keine Kunst.
Eine Kunst ist es, niemals aufzusteigen. Das schafft sonst keiner.

Da sollte man doch sofort Kapital daraus schlagen. Merchandise entwickeln. Also dass neben jedem ebenfalls Deutschland weit vertriebenen St.Pauli Merchandise Shirt noch ein "HSV! FÜR IMMER UNAUFSTEIGBAR!" Shirt ausliegt. Also zumindest die St.Pauli Fans würden beides kaufen... Das wäre ein Artikel, den man mindestens deutschlandweit vermarkten könnte. Und ein Image, dass man drum herum aufbauen könnte. Alles nach dem Motto: "Aufsteigen kann doch jeder, nie aufzusteigen ist schwer."
Aus ganz Europa würden all die Ultras nach Hamburg reisen, um die einzige Mannschaft, die noch nie aufgestiegen ist, zu sehen. Und wenn man doch irgendwo noch andere Mannschaften findet, die nie aufgestiegen, aber mindestens 30 Jahre alt sind... dann kann man die im Sommer zum großen "Unaufsteigbarmeister" Turnier einladen. Da findet man garantiert auch einen gut dotierten Fernsehvertrag. Alles unfassbare Möglichkeiten, die einem entgehen, weil man seine neue Realität nicht angemessen feiert.

Man könnte nebenbei auch eine ganze Menge Geld sparen. Also einen Kader zusammenzustellen, der im Wesentlichen einfach nicht absteigen soll, ist wesentlich einfacher, als heimlich für die Rückkehr in die Europa League zu planen. Sagen wir das mal so: Eines davon geht mit Aaron Hunt...
Gut, es wird ein wenig komisch wirken, wenn man den Trainer entlässt, weil man auf Aufstiegskurs liegt... Aber verglichen mit all den anderen komischen Entscheidungen, die in Hamburg getroffen worden sind, steht hinter dieser wenigstens ein Konzept... Sogar ein Einzigartiges...
Das Dümmeste, was man machen könnte, wäre: Völlig unmotiviert aufsteigen und dadurch sein Alleinstellungsmerkmal verlieren. Dabei gewinnt man echt nichts.

Und wenn man irgendwann plötzlich in die 3. Liga absteigt... ist das kein Problem. Man hat ja praktisch noch 10 weitere Ligen unter sich, da ist noch genügend Luft.

Donnerstag, 20. Juni 2019

Warum spielt ausgerechnet Dieter Hecking sich jetzt als Moralapostel auf

und wechselt dann direkt zum Hamburger SV. Also ernsthaft, kann man so was nicht verbieten?

Also hier mal kurz die beiden Probleme mit Hecking und seiner neuen großen Liebe:
1.) Hecking ist als Trainer selber kein unbeschriebenes Blatt. Er ist jemand, der sich selber Ausstiegsklauseln in den Vertrag schreiben lässt und der mitten in der Saison von einem Verein zum nächsten wechselt. Und gerade wenn man sich den Wechsel von Alemannia Aachen zu Hannover 96 nach dem 3. Spieltag der Saison mal genau anguckt... Also Hecking schlägt Peter Neururer, sorgt dafür, dass dieser bereits nach 3 Spielen entlassen wird, was nach Heckings eigener Wertevorstellung viel zu früh ist, und belohnt dann den Verein, der diesen Schritt gegangen ist, mit seiner eigenen Expertise... während er in Aachen einen Scherbenhaufen hinterließ, von dem der Verein sich bis heute nicht erholt hat. Hecking ist halt auch nachgewiesener Weise ein Guter Trainer, der hätte die 4 Punkte, die zum Klassenerhalt fehlten, vielleicht noch geholt. Und ein weiteres Jahr Bundesliga hätte dem Verein bestimmt nicht geschadet. Und Heckings Ruf auch nicht. Aber er musste gleich zu seiner persönlichen Herzensangelegenheit, auch wenn die ihre Trainer damals eher mäßig behandelt haben.

Nur um mal ein Gegenbeispiel zu nennen: ein Ralf Hasenhüttl hätte direkt nach dem Aufstieg auf Ingolstadt scheißen und zu RB Leipzig wechseln können. Er hat sich der Aufgabe Bundesliga mit geringen Mitteln gestellt und sie erfolgreich bewältigt. Er hat seinem Verein den angemessenen Respekt entgegengebracht, er darf diesen jetzt auch einfordern.

Und es ist ja Hecking nicht nur ein Mal passiert. 2011/12 verließ er mitten in der Saison den 1.FC Nürnberg, weil die Perspektive Wolfsburg zu verlockend war. Wieder stieg er aus einem laufenden Vertrag aus, weil er für sich persönlich bessere Chancen bei einem anderen Verein sah. Auch wenn Nürnberg immerhin auch ohne ihn die Klasse hielt... Zum bis heute letzten Mal, aber das ist dann nicht unbedingt Heckings Schuld.

Dass aber jemand, der sich selber nicht so sehr dafür interessiert, wie lange sein Vertrag eigentlich noch läuft, sich jetzt darüber aufregt, dass seine Vorgesetzten dies auch nicht machen... Er selber nutzt seine Gelegenheiten um sich persönlich zu verbessern, warum soll ein Max Eberl nicht die Möglichkeiten nutzen die Trainerposition in seinem Verein zu verbessern?

Und dann wechselt der auch noch zum Hamburger SV. Es gibt wohl kaum einen Verein, der konstant respektloser mit ihren Trainern umgeht. Nur um das mal festzuhalten: die haben Christian Titz entlassen, als sie klar auf Kurs aufstieg lagen... und sich dabei dermaßen verzockt, dass der fest eingeplante Aufstieg verspielt worden ist.

Das sind ja auch keine Ausnahmen. Also der HSV hat in diesem Jahrzehnt 2 Mal nicht den Trainer während einer Saison gewechselt. Dafür haben sie 2 Saison mit 4 unterschiedlichen Cheftrainern... Auch wenn da natürlich der eine oder andere Interims-Trainer dabei ist: Das sind einfach viel zu viele. Und das spricht dafür, dass man beim HSV gerne den Trainer als Sündenbock nutzt, also alles andere als respektvoll mit ihnen umgeht.

Und als Belohnung bekommen sie dafür die nachgewiesene Expertise von Dieter Hecking. Weil er sich, kurz nach seiner Brandrede beim Abschied auf Mönchengladbach. Wenn Hecking wirklich einen anderen Umgang mit den Trainer will, hätte er dem HSV mit der Begründung "Mit Vereinen, die derart respektlos mit ihren Trainer umgehen und sie immer wieder als einzigen Schuldigen opfern, will ich nicht zusammenarbeiten. Und ich rate es allen anderen Trainern, dies auch nicht zu tun. Denn nur wenn solche Vereine feststellen, dass sie ihre Trainer nicht beliebig austauschen können, wird sich etwas ändern."
Aber dazu fehlten ihm dann doch die Eier. Oder das Gehalt beim HSV war zu verlockend. Oder er hat in den paar Wochen schon wieder vergessen, dass er eigentlich ein Problem mit dem Umgang der Vereine mit ihm und seinen Kollegen hat.

Eines steht fest: Wenn Hecking sich demnächst darüber beschwert, wie in Hamburg mit ihm umgegangen wird (und so viel ist sicher: Es geht eher um das "wann" als ums "ob"), dann werde ich kein Mitleid mit ihm haben. Denn er hat es ja so gewollt.

Mittwoch, 22. Mai 2019

Fußball ist Poesie: Es reimt sich alles,

Im Großen wie im Kleinen. Auch wenn das im Endeffekt nur bedeutet, dass man nie was neues zu sehen bekommt. Aber Details. Kommen wir zu einem der schönsten Kehrreime der Fußballgeschichte: Die Hamburger Derbys.

Die sind ja in diesem Jahrtausend eine echte Rarität geworden. Es gab genau genommen 6 davon, da ja der 1.FC St.Pauli extrem selten in der Bundesliga spielte, aber der Hamburger SV eigentlich genau dahin gehörte.

Dennoch waren die Rückspiel Derbys quasi immer die Entscheidenden Momente der Saison. Also abgesehen von dem ersten. Obwohl... selbst da wurde durch ein 0:4 praktische der Abstieg der Kiezkicker besiegelt. Und auch damals... war es der letzte Saisonsieg des HSVs... Holy Shit, selbst das passt.

Denn bei den anderen beiden Rückspielen... 2010/11 wurde (klar, wer auch sonst, der ist ja DER Spezialist auf dem Gebiet) Gerald Asamoah zum Derbyhelden im "Das hieß damals schon nicht mehr Volkspark, aber wen interessiert's" Stadion... Und im Kiez dachte man sich: So wird das was, mit dem ersten Klassenerhalt in der Bundesliga in diesem Jahrtausend...
Was damals keiner ahnen konnte: Es sollte der bis jetzt letzte Bundesligasieg des Vereins bleiben. Man stieg hoffnungslos (inklusive Spielabbruch gegen Schalke) in die 2. Liga ab...

Springen wir ins Jahr 2019. Es steht wieder ein Derby an, wenn auch eigentlich für die Hamburger in unzumutbaren Zuständen: In der 2. Liga. Aber der Große HSV ist hier ja nur zu Besuch. Dementsprechend liegt man auch klar auf Kurs Aufstieg. Und das Derby, welches man auswärts mit 0:4 gewinnt, wird zum höchsten Sieg in der Zweitligageschichte des Vereins. Da denkt sich der eine oder andere Ultra doch: Da hat sich der Abstieg doch gelohnt. Und wenn das so weiter geht, ist der Aufstieg ja gesichert. Und hey, vielleicht werden wir sogar Pokalsieger... Alles ist möglich!

Natürlich ist euer Kurzzeitgedächtnis nicht so ganz schlecht und ihr wisst, was jetzt kommt: Ein Sieg gegen Paderborn für den Halbfinaleinzug und ein Sieg gegen den Tabellenletzten aus Duisburg zum Saisonausklang... und dazwichen 8 Ligaspiele ohne Sieg, in dem der eigentlich sichere Aufstieg verspielt worden ist. Da ist ja jemand so richtig auf der Derby-Sieg-Euphoriewelle geschwommen.

Also genau so wie der Nachbar vor all den Jahren. Anders ausgedrückt: Das hätte man kommen sehen können, wenn man sich mit der Derbygeschichte beschäftigt hätte. Das ist dann gar keine so große Überraschung, sondern völlig normal: Wer in der Rückrunde das Hamburger Stadtderby gewinnt, kriegt danach kein Bein mehr auf die Erde.

Dieses Naturgesetz mag einem völlig absurd erscheinen. Aber die Natur ist halt grausam und unvernünftig. Und die absurdesten Geschichten im Fußball stecken manchmal in den Details und werden nur deutlich, wenn man den Fokus ganz weit einstellt.

Freitag, 3. August 2018

Es wird wirklich passieren

Ab heute Abend 20:30 wird kein Weg mehr dran vorbei führen... die letzten Zweifel werden ausgeräumt...

Selbst ich, der nie davon ausging, dass es wirklich dazu kommen wird, glaube mittlerweile daran, dass "es" passieren wird.
Dass nicht doch noch die Saison abgesagt werden muss, weil irgendwer den Dritten Weltkrieg auslöst, nur um "das" zu verhindern...
Dass die DFL doch nicht noch ne Wildcard verteilt oder irgendjemanden die Lizenz zu entziehen, nur um "sie" zu retten...
(Und ja, wenn es einem Lizenzentzug gegeben hätte, wäre nicht Holstein Kiel aufgestiegen, nein... dann hätte der Tabellen-Siebzehnte die Klasse gehalten... weil die DFL was Aufstiegsregelungen betrifft, Vollidioten sind... ups)

Wir werden es wirklich erleben: Der Hamburger SV tritt in einem Zweitliga Spiel an. Und Holstein Kiel darf uns erzählen, dass das erste Pflichtspiel gegen den HSV seit... ähm... haben die im Pokal mal gegeneinander gespielt? Wenn nicht, muss es ja seit 1962 sein... Dass dieses Spiel, welches es seit Jahrzehnten nicht mehr gab, jedenfalls als Nord-Derby gilt... Da weint sogar der Werder Fan...

Dass die DFL nebenbei den Humor hat, Holstein Kiel direkt in das Stadion zu schicken, in dem sie in der Aufstiegsfalle ihre Heimspiele hätten absolvieren müssen... ist ein ganz brillanter Stinkefinger in Richtung der Kieler. Guckt mal, was wir euch erspart haben, weil wir die Relegation eingeführt haben. Schön oder?

Ich kann nebenbei echt noch nicht beurteilen, was das Beste an dieser 2.Liga Saison ist... dass Ralf Becker uns krampfhaft einreden will, dass da wirklich alle Bock drauf haben? Ich bin mir ziemlich sicher, dass alle Beteiligten lieber weiter Bundesliga gespielt hätten...
Oder dass Aaron Hunt, Pierre Michelle Lassogga und Lewis Holtby jetzt die Hoffnungsträger des Wiederaufbaus sein sollen... Ich meine ganz ehrlich: Die HSV Fans gingen doch jahrelang davon aus, dass der Abstieg, auf den man so lange hin gearbeitet hat, wenigstens einen Säuberungsprozess einleiten würde... und jetzt stehen da doch wieder dieselben Gesichter auf den Platz, die Symbolfiguren des Niederganges waren... da überrascht es mich echt, dass die nicht Rafael van der Vaart verpflichtet haben...

Und diese Personalien sind so... großartig. Also da entscheidet sich ein Jan Fiete Arp gegen das Angebot der Bayern und dafür in den Lukas Podolski Modus zu schalten... also für seinen Heimatverein regelmäßig in einer überforderten Liga das Tor des Monats zu erzielen... und der HSV so: Da haben wir nicht wirklich Bock drauf, da setzen wir dir lieber 2 etablierte Stürmer vor die Nase... und machen einen von denen zum Kapitän... Bester Plan, den ich mir ausdenken könnte...

Oder aber die Personalie Lewis Holtby. Ein faszinierender Spieler. Also der hatte vor gefühlt Jahrzehnten mal ein gutes Jahr mit den "Buschweg Boys" in Mainz. Und in bester europäischer Boygroup Tradition ist aus keinem der Jungs ein Justin Timberlake geworden...
Nachdem er dann Jahrelang von dem Ruhm des Debütalbums gelebt und gut verdient hat, fiel ihm plötzlich ein Halbes Jahr, bevor sein Major Deal endgültig auslief, auf, dass er plötzlich kaum noch Perspektive in der Spitzenliga hat...
Also liefert er eine 5 Spiele EP ab, die einen daran erinnert, dass er ja doch mal ein Hoffnungsträger war... und bringt sich so ins Gespräch einer Vertragsverlängerung. Und in der Rangliste in den Weiteren Kreis. Guter Junge.
Und der HSV denkt sich: Leute, die kurz vor Vertragsende ordentlich abliefern, sind doch genau die Leistungsträger, die wir hier brauchen...
Immerhin hat man ihm nur ein Jahr Vertrag gegeben und nicht 4... damit kann man zumindest darauf hoffen, dass er sich im März dann wieder Mühe gibt... Vielleicht sollten Spieler wie Holtby einfach nur 3 Monats-Verträge angeboten bekommen... nur so nen Gedanke.

Natürlich lag das alles nur an dem Trainer. Also... einem der zahllosen, die sich an Holtby versucht haben... Und vielleicht ist Christian Titz ja wirklich ein Genie... weil er als einziger diesseits von Thomas Tuchel Holtby dazu bewegen kann, Leistungen abzuliefern, die seinem Talent angemessen erscheinen...

Um das Ende, bevor ich mich ein Jahr lang nicht mehr mit diesem Verein beschäftigen muss, weil das ja ein Bundesliga-Blog sein soll, vorwegzunehmen: In einer gerechten Welt scheitert der HSV im nächsten Frühsommer in der Relegation. Leider leben wir nicht in einer Gerechten Welt...

Freitag, 28. Juli 2017

Saisonvorschau: Hamburger SV

Ausgangslage: Jetzt aber endlich. Also wirklich. Dieses Mal richtig. Schließlich herrscht jetzt endlich "relative Ruhe"... und es ziehen alle an diesem ominösen "einem Strang". Endlich hat man "aus den Fehlern der Vergangenheit" gelernt... Beim HSV kann man echt jedes Jahr wunderbar Bullshit Bingo spielen. Das Problem ist halt... selbst ein geschlossen zusammen stehender HSV Kader... ist nicht mehr wirklich gut... Klar, man ist gut genug um die Klasse zu halten... aber ein Selbstläufer wird das nicht... auch wenn Kyriakos Papadopoulos schon sein "Heiko Westermann-esques" "Ich kann jetzt eine Führungsrolle übernehmen und wir werden nichts mit dem Abstieg zu tun haben" Interview geführt hat... an der Front ist also doch alles beim Alten geblieben.
Und ja, Papadopoulos sah in der Rückrunde verdammt gut aus... das Problem an den Hamburgern ist ja... dass sie ihre Spieler zu gut in die Mannschaft integrieren... Also selbst Spieler, die in ihrer Debütsaison eigentlich gut aussehen, spielen ein halbes Jahr später nur noch absolute Grütze.

Wer soll's richten? Aber... es gibt einen echten Hoffnungsträger: Heribert Bruchhagen. Denn der hat als Identitätssanierer eine erfolgreiche Vergangenheit. Also... ich sag das mal so.. als Bruchhagen in Frankfurt angefangen hat, war die Eintracht ein wesentlich Hoffnungsloserer Fall als der HSV jetzt ist. Die waren schon die Fahrstuhlmannschaft, die der HSV unbedingt sein wollte. Und abgesehen von einer Hall of Shame Rückrunde ist Frankfurt jetzt genau auf dem Niveau, das der HSV jetzt erst Mal erreichen will... Ja, man ist bescheiden geworden.
In dem Moment wird dem HSV Fan bewusst, dass er gerade auf 6 Jahre Friedhelm Funkel hofft... Also darauf, dass Markus Gisdol diese Rolle übernehmen kann, aber trotzdem: Die Aussichten, von denen die Hamburger träumen, sind alles andere als rosig...

Wen werden sie vermissen? Weil ja alles so schon neu beim HSV ist, konnte man ja auch die ganzen Altlasten loswerden... also Pierre-Michelle Lasogga, Aaron Hunt und Lewis Holtby... diese ganzen Spieler, die für den "Alten" HSV spielen... aber hey, zumindest bei Rene Adler hat das dieses Jahr tatsächlich geklappt, der verstärkt einen direkten Konkurrenten... als Ablösefreier Zugang... Sein wir ehrlich: Der HSV ist DER BUNDESLIGIST, der am liebsten noch viel mehr Spieler vermissen würde...

Leischtungschträgscher: Sein wir ehrlich, das Schicksal des HSVs wird nicht wirklich im Verein entschieden. Wenn Klaus Michael Kühne kurz vor Ende der Transferperiode einen Anfall von Größenwahn bekommt und unbedingt 3 Gold Cup Gewinner aus den USA verpflichten will... die vielleicht 2020 so weit sind dem Verein zu helfen, aber jetzt schon spielen müssen, denn durchs zugucken werden die ja nicht besser... dann wird der HSV diese Spieler verpflichten... Auch wenn dadurch das gesamte Gerede des Sommers kaputt gemacht wird...

Best Case Szenario: Es erscheint fast wie ein Wunder: Wir haben den 33. Spieltag und der Hamburger SV hat immer noch denselben Trainer... und denselben Manager. Man hat als Tabellen-10. auch keinen einzigen Spieltag auf einem Abstiegsplatz verbracht. Platz 14 nach der knappen Niederlage bei den Bayern war das dichteste an "Chaos", was man erlebt hat. So wird nur über den tollen Angriffsfußball, den Gisdol spielen lässt, geschrieben... Der Name Kühne fällt das gesamte Jahr nicht ein Mal...

Worst Case Szenario: Was für den aber anscheinend ein Problem ist. Schließlich verlangt er am Montag Morgen plötzlich all seine Kredite zurück. Was er auf Grund einer Lücke im Vertragswerk, welches er damals mit dem Vor-Vorgänger abgeschlossen hat, auch problemlos kann... Frei nach dem Motto: Wenn ihr glaubt, ihr könnt das alles auch ohne mich, dann versucht's doch...
Der HSV meldet 2019 Konkurs an... Kühne twittert ein verwirrt wirkendes "Mission Accomplished" und "das ich das noch erleben darf!"... in einem FC St.Pauli Trikot...

Donnerstag, 13. Juli 2017

Wir nehmen den Fußball viel zu wichtig, Teil... 1 wahrscheinlich... Hamburgs Minderwertigkeitskomplexe.

Wo ja gerade Sommerpause ist und im Wesentlichen nur geklärt wird, wer jetzt nächstes Jahr wo auf der Ersatzbank sitzt... kann man sich ja mit den Grundlegenderen Problemen der Welt beschäftigen... zumindest könnte man, am Ende landet man doch immer wieder beim Fußball...

Also... wo fange ich an. Am Besten genau dort, wo der Gedankengang begann: Ich habe am Montag meine Eltern angerufen. Warum? Nun ja... das sind mittlerweile Hamburger... und da kann man ja mal nach dem G20 Gipfel nachfragen, ob noch alles steht... Auch wenn deine Eltern so weit außerhalb von Hamburg wohnen, dass ihrem Hab und Gut eigentlich nichts passieren kann...

Und ja, nach nem Hafengeburtstag würde ich nie auf die Idee kommen... nach diesem Gipfel irgendwie schon.

Wir kamen dann darauf zu sprechen, warum Hamburg sich eigentlich immer wieder in solche Großprojekte stürzt und daran dann so gnadenlos scheitert...
Also wir reden hier von Prestigeprojekten die die Elb-Philharmonie (hey, die ist immerhin mittlerweile fertig), eine Olympia-Bewerbung und jetzt eben ein G20 Gipfel in einer Großstadt anstatt... sagen wir... in Heiligendamm, einen Ort, von dem selbst Mecklenburger nicht genau wissen wo der liegt... bestimmt irgendwo an der Ostsee... oder an nem See... eines von beidem...

Und das Problem, laut Meinung meines Vaters, war halt... das Hamburg immer als Weltstadt wahr genommen werden will. Und das ihnen der Respekt, den sie bekommen, nicht genügt.

Was nebenbei völlig absurd ist... also zumindest für... aber ich bin halt auch mit der Mongo Clikke groß geworden, damit war Hamburg immer DAS KULTURELLE EPIZENTRUM der Welt... direkt nach New York...
Aber auch wenn man sich persönlichen Musikgeschmack loslöst und die ganze Sache etwas weitläufiger betrachtet... Haben wir in Deutschland 3 so genannte "Freie Städte". Die also komplett selbstständig und ohne Bundesland geführt werden... von den 3 Städten ist eine "Arm aber Sexy"... ein "Milliardengrab"... mit 60 Milliarden Euro Schulden... Die andere Stadt ist nicht in der Lage für ihren gefühlt einzigen wirklichen Steuerzahler die Polizeieinsätze zu bezahlen... sowohl Bremen als auch Berlin sind eigentlich als Freie Städte nicht überlebensfähig...
Und dann ist da Hamburg... Denen geht es gut. Also klar, bei weiten nicht allen... aber dennoch haben sie die höchste Millionärsdichte Deutschlands...

Es ist halt wirklich kein Zufall, dass es sowohl Klaus Michael Kühne als auch Udo Lindenberg nach Hamburg zieht. Dass es in dieser Stadt das Rote Flora Viertel und den FC St.Pauli gibt... Und ja, die Hamburger sind so "gut", sie können sogar "Alternativen" kommerzialisieren und ausschlachten, ohne dass der Verein darunter leidet...

Aber gerade die Olympia Bewerbung und dann das Nein der Bevölkerung... Die für die Befürworter völlig überraschend kam... das faszinierende an dieser Abstimmung damals war ja, dass die einen sich mit der Materie Olympia auseinander gesetzt und vor Gefahren gewarnt hat... während die anderen einfach nur gesagt haben: Wir sind eine Weltstadt, deswegen brauchen wir die Olympischen Spiele. Das gehört sich für Hamburg einfach, so was auszutragen... und entgegen aller Erwartungen haben sich die Leute, die einen Diskurs führen wollten, durchgesetzt... schockierend...

Nachdem wir (und jetzt kommt der Bogen zur Überschrift) mindestens 20 Minuten über Hamburgs Selbstwahrnehmung und seine Rolle in Europa und der Welt diskutiert hatten, brach völlig überraschend folgender Satz aus mir raus: "Und das alles, weil dieser Drecksverein nichts auf die Reihe kriegt."

Also ja, der Gedankengang, der mir durch den Kopf schoss... war folgender: Wenn der Hamburger SV der Stadt die er vertritt angemessen auftreten würde... und sich regelmäßig für die Champions League qualifizieren würde... wenn also ein Mal im Jahr Mailand, Madrid und London zu Besuch kommen würden. Und Hamburgs 1. Repräsentant auch regelmäßig diese Städte besuchen würde... Dann hätte man uns diese Prestigeprojekte wie den G20 Gipfel erspart.

Das ist natürlich nur eine These, aber es ist eine recht interessante These. Der Fußball hat halt gerade in Deutschland eine derart erdrückende Vormachtstellung, dass es für unser Selbstbild vollkommen egal ist, wenn deine Großstadt in anderen Sportarten richtig gut ist (der HSV Handball wurde zwischenzeitlich mal Champions League Sieger, aber wen interessiert das?).
Gleichzeitig wirkt sich der Fußball auf unser gesamtes Gemüt aus... also schon der jungen BRD soll der Weltmeistertitel 1954 richtig gut getan haben... und ein Wirtschaftswunder ausgelöst haben... Wenn wir Handball Weltmeister werden, ist uns das ziemlich egal... aber wenn wir Fußballweltmeister geht es uns als gesamte Nation besser...
Und es geht dir halt als Stadt besser, wenn dein Fußballverein gut da steht. Erfolgreich spielt. Wobei die Definition von "Erfolgreich" in Rostock eine andere ist, als in Hamburg. Aber als Hansa damals Bundesliga gespielt hat, war das erhebend für die gesamte Region.
Am deutlichsten nehme ich das natürlich gerade als Leipziger wahr. "WIR" spielen nächstes Jahr Champions League. "Uns" besucht (und das ist nicht die unrealistischste Gruppenkonstellation) London, Madrid und Turin. Und zwar unabhängig davon, ob man RB Fan ist oder nicht. Und dass das am Ende verdammt teuer wird (aber dazu Zeitnah mehr)... interessiert dann nicht wirklich.

Und Hamburg... hat halt in diesem Jahrtausend ein einziges Mal Champions League gespielt. Der einzige Sieg, der jemals in diesem Wettbewerb errungen worden ist... war in einem bedeutungslosen Gruppenspiel am letzten Spieltag... Deswegen hat Hamburg halt das "Gefühl", dass sie nicht als Weltstadt wahrgenommen werden... obwohl sie genau das sind. Weil man halt, wenn man in Europa über Fußball redet, den HSV nie erwähnt... außer im "Damals, 1983" Modus... "Über Fußball Reden" ist halt der einzig relevante Maßstab bei uns. Und jetzt, wo man die letzten 20 Jahre verschwendet hat, werden ja auch kaum noch Auftritte auf der ganz großen Bühne dazu kommen... der Zug ist auf Jahre abgefahren.
Dass man abgesehen vom Fußball in einer wunderbaren Stadt lebt... geht deswegen einfach immer wieder unter.

Eine derartige Fixierung auf einen Sport... kann einfach nicht gesund sein. Aber wir Deutschen machen das...

Dienstag, 23. Mai 2017

Es ist total niedlich, wie sich die Hamburger gerade freuen

Und ihre Triumph ausgiebig feiern. Anscheinend hat denen niemand gesagt, dass sie ihr eigentliches Saisonziel verpasst haben...
Das erinnert mich ein bisschen... an Martin Schulzs und seine 100%... Damals dachte die SPD noch, dass Martin der neue Barrack Obama ist und einen Friedensnobelpreis bekommt, nur weil er auf ein Arschloch folgt...

Aber zurück zu den Hamburgern: Bei denen fragt man sich schon gerade, wie die eigentlich feiern wollen, wenn die wirklich mal was erreichen. Den Klassenerhalt am 33. Spieltag sichern zum Beispiel... Oder sich doch die Zulassung für ein Stadtduell auf St.Pauli sichern... Da wird hinterher von Hamburg nicht mehr viel übrig sein...

Warum? Nun ja, schon einen Last Minute Klassenerhalt ohne Relegation feiern die HSV Fans, in dem sie das Stadion auseinander nehmen. Nicht nur den Elfmeterpunkt klauen, wie das damals in Düsseldorf der Fall war... als diese den größten Erfolg der letzten 20 Vereinsjahre feierten... Die Hamburger... nahmen gleich das entscheidende Tor auseinander und mit nach Hause... Respekt.

Das aller epischte an der Geschichte ist aber, dass sie es bis zum Hauptbahnhof mit der Querlatte geschafft haben... Also niemand von den Sicherheitsleuten im Stadion kam auf die Idee, die aufzuhalten und mal zu fragen, was sie vor haben... die waren anscheinend alle damit beschäftigt, Aaron Hunt und Pierre-Michel Lasogga rauszuschmeißen... True Story: Die Security im Hamburger Stadion hat ihre eigenen "Stars" nicht wieder erkannt, weil sie kein Trikot anhatten... Klar, du willst HSV Profi sein, ganz bestimmt... jetzt verpiss dich...
Jetzt könnte man der Security natürlich mangelnde Fachkenntnis in Sachen Fußball vorwerfen... aber wahrscheinlich sind das trotzdem noch die kompetentesten Leute im Verein... Schließlich versucht der Verein seit Jahren Altlasten wie Hunt und Lasogga, die viel zu viel Geld für viel zu wenig Leistung bekommen, loszuwerden... da dachte sich die Security halt: Das ist unsere Chance...

Das einzige, welches das "Lasogga wird jetzt in die dunkelste Ecke des Stadions abgeführt" Fotos noch lustiger machen würde... wäre wirklich die Querlatte, die gleichzeitig hinten durchs Bild getragen wird... kann das mal jemand photoshoppen?

Aber hey... das schöne am HSV ist ja, dass es jetzt definitiv aufwärts geht. Muss ja... schließlich sagen jetzt alle, dass man "aus dieser Saison Konsequenzen ziehen" muss... "So darf das hier nicht weiter gehen." "Das wird man wohl noch sagen dürfen!"
Gut, man muss jetzt natürlich erst Mal "ein Denlmal" neben das von Uwe Seeler bauen. Ein ganz besonderes für den Trainer Markus Gisdol. Der hat schließlich "einen herausragenden Job gemacht. Wir alle sind total beeindruckt, wie schnell er die Mannschaft wieder leistungsfähig gemacht hat." Schließlich hat man mit dem Start historisches geschafft...
Jetzt ist es aber wichtig, eine "hunrige Mannschaft" aufzubauen und den HSV wieder "langfristig nach vorne" zu bringen...

Seid mal ganz ehrlich: Ihr habt keine Ahnung, welches dieser Zitate vom Wochenende und welche aus dem Jahr 2015 kommen... Aber jetzt haben sie ganz sicher erkannt, was sie ändern müssen...

Dienstag, 22. November 2016

Der Darmstadt-Coach-Bounce-Effekt

Oder wie man einen Trainer am Effektivsten entlässt.

Was wiederum auch nur bedeutet, dass wir diese Woche aufs Worst of verzichten müssen. So schön dieses Wochenende alleine von den Ansetzungen war: Ich habe übers gesamte Wochenende verteilt 15 Minuten Fußball gesehen... davon 5 durch eine Fensterscheibe, während ich auf meine Familie gewartet habe...
Und wenn man nichts gesehen hat, kann man auch nur schlecht urteilen.

Was aber definitiv auffällig war, ist folgende Randnotiz: Darmstadt trat bereits zum 3. Mal in dieser Saison beim Debütantenball eines neuen Trainers auf.

Das kann bei 4 Trainerentlassungen im Jahr kein Zufall mehr sein. Also anders als letzte Saison, wo man halt zufällig als erstes nach der Winterpause gegen Hannover 96 spielen durfte und das Schaaf-Debüt also nichts mit dem Spielplan zu tun gehabt hat.

Wenn man sich das anguckt, versteht man auf ein Mal auch Max Eberls ""Ich will auch Kontinuität, wenn es (...) beschissen läuft." Zitat. Der will sich damit gar nicht für den Posten als Sportdirektor in Hamburg bewerben, der meint etwas ganz anderes:

Als guter Manager entlässt man den Trainer ja nicht primär, wegen der Niederlage. Die sind nur das offensichtliche Symptom. Man entlässt den Trainer, weil man das Zutrauen in ihn und seine Fähigkeiten verloren hat. Man glaubt nicht mehr, dass man mit diesem Trainer in Zukunft die nötigen Punkte holen wird und sucht deswegen einen Neuen.

Nehmen wir hier mal als Paradebeispiel eines guten Managers Dietmaer Beiersdorfer... hey... man soll ja auch viel von Fehlbeispielen lernen können.
Dass Bruno Labbadia entlassen werden soll... gut... genau genommen stand das schon im Sommer fest, aber Details. Spätestens nach dem 0:3 gegen RB Leipzig musste man da ernsthaft drüber nachdenken. Natürlich hauptsächlich, weil man damals noch nicht daran glaubte, dass der Abstand zwischen RB und dem HSV qualitativ (also Trainer unabhängig) so groß sein würde.
Danach versuchte man seine Überzeugungen zu verdrängen und gab dem besten HSV-Trainers dieses Jahrtausends noch eine letzte Chance gegen Freiburg. Auch diese wurde... nun ja... vergeigt...

Also guckte Beiersdorfer, der ja auch eigentlich für das Große Ganze verantwortlich ist, das erste Mal auf den Spielplan... und stellte fest: Oh, fuck, die Bayern kommen als nächstes...

Und da wurde es halt auf ein Mal problematisch. Also ja, die Entlassung von Bruno Labbadia war quasi sicherer als das anstehende Schützenfest des Rekordmeisters. Aber Beiersdorfer wollte halt, dass sich weder der Interims-Jugendtrainer noch der eigentlich fest anzustellende Nachfolger direkt mit einer heftigen Klatsche verbrennt... und der HSV weiß ja Trainer unabhängig, wie man sich amtlich abschießen lässt... 

Also traf Beiersdorfer die strategisch richtigste Entscheidung und... ließ den Trainer weitermachen... Als quasi Interimslösung, während er schon mal mit Markus Gisdol verhandelte... nebenbei eine echt moralisch einwandfreie Aktion vom Gisdol... was dann zu der völlig absurden Situation führte, dass man seinen Trainer nach der besten Saisonleistung entlassen musste. Aber das konnte ja nun wirklich keiner Ahnen... also dass diese Mannschaft sich ausgerechnet gegen die Bayern wehrt...

Aber ja: Wenn man das Spiel gegen die Bayern nicht eh schon als hoffnungslose Niederlage abgeschrieben hätte, wäre Bruno schon eine Woche früher entlassen worden...

Wie kommt jetzt, wo wir uns drauf geeinigt haben, dass nicht primär die Niederlagen, sondern die Entwicklungsmöglichkeiten der nächsten Wochen, zu Trainer Entlassungen führen und man zumindest nicht nach einem ungünstigen Spiel zu Einstieg für einen Trainer sucht, Darmstadt in Spiel?

Nun ja... also wenn man die Bundesliga-Manager ehrlich eine Voraussage machen ließe, gegen wen sie mit wie vielen Punkten rechnen, damit man auf die 40 kommt, die man brauchen will... würde jeder gegen die Bayern mit 0 rechnen... und gegen Darmstadt mit Vier. Mindestens... Gegen die wird man schon irgendwie mindestens ein Spiel gewinnen...

Das bringt einen als Manager schon irgendwie in Zugzwang. Also man geht als Berufsoptimist wahrscheinlich sogar davon aus, dass es gegen Darmstadt sogar noch mit dem alten Trainer irgendwie reicht. Das Problem ist halt: Das hilft dir nicht. Und einen Trainer nach einem Sieg entlassen... nun ja... das wirkt noch blöder als einen Trainer nach der mit Abstand besten Saisonleistung zu entlassen... auch wenn diese Leistung wenigstens in einer Niederlage endet.

Und auch wenn sich die Bilanz mit einem Sieg, einem Unentschieden und einer Niederlage nicht mal großartig berauschend liest... so haben doch Alexander Nouri und (irgendwie auch, keiner versteht warum) Valerien Ismael die Grundlage für ihre Beförderung zum Cheftrainer gegen Darmstadt gelegt... ohne wirklich (also offensichtlich) zu überzeugen. Und Maik Walpurgis hat aufs Erste den Bock umgestoßen.

An der Stelle fällt einem auch auf, wie sicher Andre Schuberts Arbeitsplatz wirklich ist: Gegen Darmstadt "darf" er oder sein Nachfolger erst am 21.1. (oder... direkt nach der Winterpause... das ist quasi ein doppelt idealer Zeitpunkt für einen Trainerwechsel) antreten... Wenn er also nach der "Herbstmeisterschaft" nicht entlassen wird, kann er erst Mal richtig durchatmen: Dann vertraut Eberl ihm wirklich...

Und ja, wenn Markus Kauczinski die auch für ihn durchaus möglichen Punkte gegen Darmstadt geholt hätte... hätte das die Entlassung wahrscheinlich nur weiter hinausgezögert, als den Ingolstädtern wirklich zu helfen. Ob der Trainerwechsel allerdings wirklich was gebracht (also wenigstens einen Dead Coach Bounce ausgelöst) hat, oder man halt nur gegen die "andere schwächste Mannschaft der Bundesliga" gepunktet hat, werden die nächsten Wochen zeigen müssen...

Montag, 14. November 2016

Worst of des "oh, warte, es gab gar keine Bundesliga dieses Wochenende"...

Was natürlich nicht bedeutet... dass unsere Kellerkinder sich nicht trotzdem gemeldet haben...

Maik Walpurgis wird dann neuer Trainer in Ingolstadt. Und wenn ihr (nach der Frage "Wer ist das eigentlich?") versucht zu verstehen, warum der (im Gegensatz zu allen anderen) dieses Angebot angenommen hat... wahrscheinlich hat Thomas Linke ihm gedroht, dass er ihn sonst als Bundespräsidenten vorschlägt...
Oder aber... es geht Linke jetzt wie den Brexit Wählern... und er googlet nach der Wahl das erste Mal, was er da gerade entschieden hat...

Aber den Ingolstädtern kann man halt beinah keinen Vorwurf machen... Das ist halt nen Job, den sich nicht mal Jos Luhukay antun wollte. Und der wird nicht all zu viele Angebote von Bundesligisten ablehnen können... Und es ist ja nicht so, dass man schon über Monate im Voraus wusste, das man im November einen neuen Trainer brauchen würde...

Anders ausgedrückt: In Ingolstadt ist alle schön, schließlich können die immer noch über den Hamburger SV lachen...

Eigentlich ist es Schade, dass es heute Abend eine Aufsichtsratssitzung in Hamburg gibt... Denn Dietmar Beiersdorfer ist einfach zu unterhaltsam. Es ist einfach herrlich, wie planlos der gerade durch den Verein stolpert...
Und das faszinierendste: In seiner erste Ära beim HSV sah er noch echt wie ein guter Manager aus. Damals dachten am Ende alle, dass Bernd Hoffmann und sein Größenwahn das Problem beim HSV ist...

Jetzt...

Also ganz ehrlich... so dumm kann man sich doch gar nicht anstellen. Also nicht als Profiverein. Jedem Karnevalsverein wäre das peinlich...

Nur für diejenigen, die es vergessen haben: Der Turnbeutelvergesser Peter Knäbel wurde am 9. Mai 2016 entlassen. Offiziell sucht der HSV spätestens seit diesem einen neuen Sportdirektor. Und sein Beuteschema hat man ja auch direkt und klar formuliert. Also so klar, dass Christian Hochstätter im September seinen Vertrag in Bochum bis 2020 verlängerte...
Ja... mit dem Spitzenkandidaten auf den Job hat erst Mal 4 Monate lang keiner gesprochen... Wenn die im August einfach mal über nen Berater lose angefragt hätten, ob Hochstätter sich das vorstellen könnte... Ich meine, wir reden von Bochum. Der einzige Mensch auf der Welt, der diese Stadt geil findet, ist Herbert Grönemeyer. Und selbst der ist dann doch nach London gezogen...

Wenn die Hamburger also in der Sommerpause wenigstens mal angefragt hätte... dann hätte Hochstätter doch noch mit seiner Vertragsverlängerung warten können... Es ist ja nicht so, dass sein Vertrag in 6 Monaten ausgelaufen wäre...

Aber der HSV musste ja vorher noch Nico Jan Hoogma absagen... lassen... oder so. Also das einzige, was nach der Personalie Hoogma fest steht, ist doch, dass Beiersdorfer nicht gut darin ist, mit Sportdirektoren zu verhandeln... Denn normaler Weise findet man am Ende so einer gescheiterten Verhandlungen wenigstens eine Formulierung, mit der beide Parteien das Gesicht wahren können...
Und allein schon wie das gelaufen ist, stellt dem Didi kein gutes Zeugnis bei dieser Aufgabe aus.
Danach... kriegt er dann nicht die Freigabe für seinen nächsten Kandidaten. An dessen Ablöseforderungen er irgendwie selber Schuld ist.

Man denkt ja echt jedes Jahr, dass der HSV sein Höchstmaß an Inkompetenz erreicht hat... und dann gibt es mal eine solide Saison, die uns alle auf die falsche Fährte führt... nur damit die Unfähigkeit noch heftiger zurück schlägt.

Und ja, ich gehe immer noch davon aus, dass der Kühne im Winter doch wieder 15 Millionen auf den Tisch haut und der HSV die nötigen Verstärkungen bekommt um wenigstens noch die Relegation zu erreichen. Das weder die DFL noch der Fußballgott den nötigen Anstand hat und die einfach mal absteigen lässt...
Aber selbst das sehe ich mittlerweile positiv. Immerhin bleibt mir der HSV so erhalten... und wird mich weiterhin unterhalten. Erste Liga und keiner weiß warum...

Freitag, 12. August 2016

Saisonvorschau: Hamburger SV

Ausgangslage: Und ganz Deutschland guckt neidisch auf Hamburg. Ganz ehrlich: Gab es jemals in der Geschichte des deutschen Sports einen Verein, der so beständig Scheiße gebaut hat und dem trotzdem immer weitere Millionen hinterher geworfen wurden? Um das mal zu relativieren: Selbst in Hoffenheim hat ein gewisser Dietmar Hopp dann relativ schnell gesagt: Seht mal zu, dass ihr euch selber tragen könnte...
So fragt sich ganz Deutschland halt: Warum haben wir keinen Klaus-Michael Kühne...
Wirklich absurd wird das ganze, wenn der Kicker dann einzelne Spieler fragt, ob nicht unnötig Druck aufgebaut wird, wenn man jetzt schon wieder von Europa redet. Weil, jetzt kommt's, man das Darlehen, mit denen Kühne als quasi Nachfolger von Peter Knäbel die ganzen tollen Spieler gekauft hat, nur zurück haben will, wenn man die Europa League erreicht... praktisch bedeutet das: Wenn die Spieler nicht zünden, hat Kühne sie dem HSV quasi geschenkt.
Was, da Kühne die Spieler quasi selbst ausgesucht hat, auch vernünftig ist. Schließlich kann ein Dietmar Baiersdorfer, wenn die Spieler nicht zünden, mit dem Finger auf Kühne zeigen und sagen: Der wollte die haben, ich musste die nur holen...
Und ja, wenn man das so darstellt, ist das eigentlich schwer mit den Grundlagen der DFL vermittelbar. Oder anders ausgedrückt: In München fragt ein Hasan Ismaik sich, warum es bei ihm jedes Mal großes Geschrei gibt, wenn er den Sportdirektor entlassen will, bevor es Geld gibt...
Ok, Ismaik will immer ein bisschen mehr als Kühne... aber so sehr unterscheiden sich die beiden von ihrer Arbeitsweise gar nicht. Von der Intention natürlich. Kühne ist halt hauptsächlich ein alter HSV Fan, der will, dass es seinem Verein wieder besser geht... der aber gleichzeitig nach all den beschissenen Jahren den Funktionären nicht mehr traut.
Und der HSV hat halt einfach nur Glück, dass Kühne Hamburg und nicht Werder-Fan ist.

Wer soll's richten? Es gibt gute Nachrichten für die Joe Zinnbauers und Alexander Zornigers dieser Welt. Nur weil man ursprünglich mal als schlechter Bundesligatrainer angefangen hat, muss man nicht auf ewig in der Kaste de Michael Oennings verweilen. Man kann sich zumindest in die Kaste der Armin Vehs vorarbeiten. Und das hat Bruno Labbadia auf jeden Fall geschafft. Also selbst wenn er beim HSV irgendwann entlassen wird, kriegt er auf Grund seiner hier geleisteten Arbeit hinterher weitere Jobangebote. Und um daraus endgültig das erste Kompliment an Labbadia zu machen: Zu Recht.
Ganz zu Anfang war Labbadia ein Trainer, der seine Mannschaft in schöner Regelmäßigkeit verloren hat. Deswegen wurde er in Hamburg entlassen... zwischen 2 Europa League Halbfinalspielen in 2010... oder anders ausgedrückt: Mitten in den größten Erfolg der letzten 20 Jahre...
Inzwischen (was ich nicht habe kommen sehen, da bin ich auch ehrlich) ist er ein guter Bundesligatrainer. Was gut für den HSV ist... denn wenn sie einen großartigen Bundesligatrainer hätten, müssten sie die Darlehen an Kühne zurückzahlen und das will ja auch keiner... jedenfalls nicht sofort...
Auf dem Platz hat der HSV definitiv die Beste Mannschaft seit langem. Dass ist halt das gefährliche (für den Rest der Liga), wenn man einem Baiersdorfer Geld zum Spieler einkaufen gibt: Der hat eine richtig gute Bilanz. Und das schlimmste: Im Gegensatz zu den letzten Kühne-Transfers (und ja, der Mann hat van der Vaart zurück geholt... gut angelegtes Geld) haben diese Spieler allesamt eine Perspektive. Es wird quasi unmöglich sein einen Alen Halilovic in 2 Jahren nicht gewinnbringend zu verkaufen... Die Frage ist nur, wie viel Geld man damit macht.

Wen werden sie vermissen? Warte, was? Haben die wirklich Janoslav Drobny gehen lassen? Zu einem direkten Konkurrenten und Lokalrivalen? Ja, klar, Drobny war nur die beste (und wahrscheinlich viel zu teure) Nummer 2 der Liga... aber: Rene Adler hat in seiner Bundesligakarriere noch nie die gesamten 34 Spiele im Tor gestanden... Hamburg brauchte diese Nummer 2 auch...
Oh und Gojko Kacar ist endgültig weg... ein Spieler, den man gefühlt seit August 2010 loswerden wollte... endlich hat es geklappt... dass der nebenbei auch mal einer der "Retter" für den Verein war... drauf geschissen...

Leischtungschträgscher: Bakery Jatta. Ok, anders. Die Berichtserstattung über Bakery Jatta. Am Ende werden alle diesen Jatta feiern. Sie haben damit ja schon angefangen. Und in 3 Jahren werden sie alle feiern, wie wunderbar integriert dieser arme Junge doch ist, während wir um ihn herum die Mauern hochziehen und die Grenzen dicht machen. Und wenn Jatta dann Hamburg im Juni 2019 zum DFB Pokal Titel schießt, werden die Grenzkontrollen drastisch umgestellt. Die 16 jährigen Jungen müssen, während auf sie in den Lauf eines Maschinengewehrs gucken, einen Ball 150 Mal jonglieren. Wer das schafft wird an einen Profiverein übergeben, wer nicht wird abgewiesen...
Bakery Jatta ist wahrscheinlich der beste Fußballer unter all diesen Flüchtlingen. Allein schon deswegen ist er keine schöne Flüchtlings-Vorzeige-Geschichte. Sondern eher eine tragische. Denn wenn selbst die fähigsten Menschen keine Chancen in ihrem eigenen Land sehen...
Vor allem wird der Fakt, dass er gegen einen Ball treten kann, der einzige sein, warum er hier bleiben darf. Und warum wir ihn mögen.
Ich sage an der Stelle immer: Solche Ausnahmetalente sind die schlechtesten Vorführbeispiele. Da für sie ganz andere Bewertungskriterien gelten als für die normal-begabten Menschen.

Best Case Szenario: So wirklich will das nicht. Also nicht so, wie gewünscht. Klar, Michael Gregoritsch und Halilovic zeigen, dass sie das großartigste Mittelfeldduo um das sie alle beneiden, werden KÖNNEN. Und das sie langfristig niemand aufhalten können WIRD. Und Luca Waldschmidt liegt auf Kurs Torschützenkönig... im Jahr 2019.
Das verwirrende: In Hamburg nimmt man dies sogar wahr. Und anstatt in Panik zu verfallen und nach Köpfen zu verlangen, weil man nicht direkt nach Europa durchstartet, erfreut man sich in der Hansestadt an Platz 8 und einer blendenden Perspektive.

Worst Case Szenario: Wow, gehen die ab. Der HSV spiel so schnell, da kommt ein Uwe Seeler gar nicht mehr hinterher. Die Liga wird im Sturm erobert. Man hat bis zum 30. Spieltag sogar noch die Chance Meister zu werden... bricht aber am Ende ein wenig ein und landet "nur" auf Platz 4.
Dummer Weise kann man die Schlüsseltalente nicht halten... verdient aber 100 Millionen auf dem Transfermarkt. JETZT ist doch der Zeitpunkt für den großen Angriff. Jetzt muss man sich in der Champions League etablieren. Also holt man sich... Ricardo Carvalho, Patrice Evra, Bastian Schweinsteiger und Zlatan Ibrahimovic für den ganz großen Angriff... Ein Jahr später ist man mit einer völlig überteuerten und perspektivlosen Mannschaft wieder Elfter... Und im Europa League Viertelfinale gescheitert...

Montag, 11. Januar 2016

Rückrundenvorschau: Hamburger SV

Die guten Nachrichten: Das Schlimmste ist überstanden. Das größte Problem, dass der HSV derzeit hat, ist, dass man beim Wachstum jetzt geduldig sein muss... und nicht wieder sofort von der Europa League träumen sollte. Das sind halt echte Luxussorgen.

Die schlechten Nachrichten: Für den HSV? Keine. Für mich als Blogger... Nun ja, ein inkompetent geführter Traditionsverein, der von einer Blamage in die nächste stolpert, gibt mir definitiv mehr Themen zum schreiben als eine seriös geführte graue Maus. Und seit dem 3. Spieltag ist der HSV halt plötzlich letzteres.

Wer soll's richten? Dietmar Baiersdorfer zurück zu holen war die beste Entscheidung, die der HSV in den letzten 20 Jahren getroffen hat. Anstatt auf große (und von Nostalgie geprägte) Aktionen auf dem Transfermarkt zu setzen, holt er lieber einen Aaron Hunt... also einen Bremer. Aber halt auch genau den zentralen Mittelfeldspieler, den man sich als HSV leisten kann und den man braucht.
In dem Moment, wo Hunt verpflichtet worden ist, dachte ich mir: OK, das war's mit meiner Hoffnung auf einen Abstieg des HSVs...
Klar, mit Hunt als Stammspieler kommst du auch nicht in die Europa League. Aber das muss der HSV ja vorerst auch gar nicht.

Leischtungschträgscher: Da fällt immer wieder ein Name: Klaus Michael Kühne. Obwohl der offiziell gar nichts mit dem HSV zu tun hat. Das Problem ist halt: Der hat halt das Geld. Und schon recht viel davon in den Traditionsverein gesteckt. Aber Kühne gehört halt zu den Leuten, den die Rückkehr ins Internationale Geschäft nicht schnell genug gehen kann... Deswegen spricht er nicht mal ein halbes Jahr nach dem absoluten Supergau schon wieder von großen und riskanten Investitionen auf dem Transfermarkt. Nach dem Motto: Er würde ja dem HSV Geld geben, wenn sie dafür einen Rafael van der Vaart holen... ohne zu merken, dass genau diese Politik den Verein in diese beschissene Lage gebracht hat.
Und sein wir ganz ehrlich: Wenn der HSV einen richtig großen Transfer tätigt... wird das am Ende wieder totes Kapital sein. Weil der Spieler hat schon auf die 30 zugehen wird. Jüngere talentierte Spieler haben auch einfach ganz andere Optionen...

Wen wird Jogi Löw aus dem Hut zaubern? Pierre Michelle Lassogga. Und da geht es noch nicht mal um den Spieler. Oder um Jogi Löw... sondern darum, wie absurd überhitzt dieses Thema derzeit ist. Ich meine, wir haben derzeit den besten Nationalmannschaftskader aller Länder. An die individuelle Qualität kommt keiner ran. Muss also wirklich jeder dahergelaufene Bundesligaprofi, der zufällig den Ball 7 mal ins Tor gestochert hat, nach seinen EM Chancen befragt werden? Wenn doch die Antwort (Natürlich träume ich davon) schon vorher fest steht. Und sich noch kein Spieler durch solche Interviews in die Nationalmannschaft geredet hat.
Und nur um zu beweisen (auch wenn das nicht direkt was mit dem HSV zu tun hat) wie absurd das ist: Die Schlagzeile zum Sebastian Rudy Interview am letzten Donnerstag lautet: "Mein Ziel ist ganz klar die Euro." Dieses Thema kocht halt in jedem Artikel und bei jedem Spieler hoch. Wobei man an der Stelle ehrlicher Weise erwähnen sollte: Rudy schneidet das Thema von sich aus an... Lassogga ist wenigstens direkt danach gefragt worden.
Aber ganz ehrlich: Wir wissen doch, dass die alle Bock drauf hätten, im Sommer bei diesem großen Turnier mitzumachen. Jeder von ihnen... können wir sie dann nicht einfach spielen lassen und die Frage nach dem "Wer sollte eigentlich mitkommen?" in den April verschieben?
Ich warte ja ehrlich auf den ersten Spieler, der sagt: "Wissen sie was, ich sehe meine Freundin eh kaum... und genau genommen haben wir die Flitterwochen schon für diesen Sommer geplant... ich habe da eigentlich besseres zu tun, ich hoffe wirklich, dass der Jogi nicht auf die dumme Idee kommt, mich zu nominieren... deswegen gehe ich ja auch nicht ran, wenn der anruft, ich bin doch nicht blöd..." Wer diese Antwort bringt, wird auf Ewig einen Platz in meinem Herzen haben...

Was wird es denn nun werden? Ein ganz langweilige Saison. Der HSV wird im Mittelfeld landen, was halt auch genau das Leistungsniveau ist, was man derzeit hat: Für höhere Aufgaben reicht die Qualität nicht, für einen kompletten Einbruch sind sie zu gut besetzt...

Dienstag, 24. November 2015

Warum passiert das eigentlich immer in Dortmund?

Kennt ihr das Gefühl? Die Wunden sind gerade frisch vernarbt, und dann kratzt die noch mal jemand so richtig auf? Und dieser jemand ist in diesem Fall der Kicker? Und da rede ich noch nicht mal von dem "Vielleicht, weil ein Teil der Antwort die Öffentlichkeit verunsichern könnte." Satz zu Mainz 05 und Christian Heidel.
Wahlloser Einschub: Liebster Innenminister Thomas de Maizère,
selbst das unlustigste und unpolitischste Magazin Deutschlands macht sich über ihre Aussage lustig... sie können da doch bestimmt auch zurücktreten, ohne dass die Merkel ihnen erst das vollste Vertrauen ausspricht, oder? Aber was will man erwarten, wenn sein Innenminister Misere ausgesprochen wird... also zumindest fast...

Aber ja... ich hatte am Donnerstag schon ein schlechtes Gefühl... als der Kicker groß vom "Lieblingsgegner" der Hamburger schrieb. Die Analyse vom Montag ließ mich dann endgültig zu dem Schluss kommen: Fußball ergibt einfach keinen Sinn.

Nur mal so zum Mitschreiben: Die Dortmunder sahen abgesehen von der einen Hinrunde in den letzten 3 Jahren gegen jeden Bundesligisten gut aus... nur gegen den HSV nicht...

Letztes Jahr holten die Hamburger 4 Punkte. In der Saison davor gab es den Traumeinstand von Mirko Slomka... ja, das ist passiert

Und auch 2012/13 gab es 2 Siege für den HSV... mit dem inzwischen fast als Standart anzusehenden 3 HSV Toren...
Und jetzt kommt das wirklich faszinierende: In den 5 Siegen mit 14:4 Toren... stand das Chancen-Verhältnis bei 25:43... Und ja, in genau einem dieser Spiele hatte der HSV ein Chancenplus. Muss ich erwähnen, dass dies das knappste der Duelle war? In den anderen 4 Siegen hatte der HSV eine Chancenverwertung von 73%... Ich erspare es mir jetzt, die Quote des BVBs auszurechnen...

Dazu kommt ein Rene Adler, der uns daran erinnerte, dass er mal vor Manuel Neuer die klar gesetzte Nummer 1 im Tor der deutschen Nationalmannschaft war... (Kickernoten: 1, 1, 2,5, 1,5...) Und ja, wir reden von dem Rene Adler, der nicht nur wegen Verletzungsgründen gefühlt ständig seinen Stammplatz an Jaroslav Drobny verloren hat...

Jetzt rechnet euch mal aus, wo der HSV ohne die 16 Punkte, die man gegen den BVB gesammelt hat, stehen würde... genau: Wenn diese Spiele in den letzten 2 Jahren ein Mal so ausgehen, wie es die Formkurven, der Spielverlauf und die Chancenverwertung erwarten lassen... ist der HSV heute ein Zweitligist...

Natürlich hat es in Dortmund fast schon Tradition, Mannschaften, die elendig um den Abstieg betteln durch unerklärliche Niederlagen zu retten... Das haben die sogar für die Hoffenheimer gemacht...
Aber wenn man sich diese Spiele nochmals vor Auge führt... wird einem bewusst, wie unfassbar knapp der HSV schon vor den Relegationsspielen dem Abstieg entronnen ist. Es gibt nur eine logische Erklärung dafür: Es gibt einen Fußball-Gott und der hält die schützende Hand über den HSV...

Aber hey... es ist ja Besserung in Sicht... Klaus-Michael Kühne ist wieder bereit zu investieren... wenn der Verein endlich mal wieder den "Mut" zeigt, einen "richtig großen Spieler" zu holen... ich empfehle Rafael van der Vaart und Heiko Westermann... oder Johan Djourou... oder Lewis Holtby oder oder oder... Lukas Podolski. DO IT!!!

Ernsthaft, wenn der Kühne Geld loswerden will, kann er es mir geben... er scheint sich ja wirklich nur ganz marginal damit zu beschäftigen, was mit dem Geld dann wirklich passiert... sonst hätte er vielleicht gemerkt, dass genau dieser Hang zu den für den HSV zu unerschwinglichen und eigentlich, da sie ja sonst nicht mehr zum HSV gehen würden, gar nicht mehr so großen Spielern den HSV erst in diese beschissene Lage gebracht hat... Und dass sie sich jetzt langsam und mit kleinen, aber seriösen Schirtten (Aaron Hunt halt... und ich habe schon im Sommer gesagt, dass das genau der Transfer ist, der Hamburg wieder ins Mittelfeld bringt...) zurück in die Liga arbeiten...
Da muss man doch als HSV-Fan fast schon froh sein, dass der eine große Geldgeber beim HSV nichts zu sagen hat...