Posts mit dem Label DFB Pokal werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label DFB Pokal werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 1. September 2022

Der DFB-Pokal Wrap Up.

 Es ist tatsächlich passiert: Ottensen und Leipzig haben ihr Heimrecht getauscht. Herzlichen Glückwunsch Fußballdeutschland, ihr habt es hinbekommen. Mit der traditionellen Leipziger Variante den Platz zu vergiften

Also für Kontext: Als Sachsen Leipzig Konkurs ging und sich 2 Vereine zum Nachfolger der BSG Chemie erklärt haben, ist genau dasselbe passiert. Nur, dass man damals trotzdem gespielt hat.

Und nur um das nochmal zu verdeutlichen: Ich begrüße jeglichen Protest gegen RB Leipzig, solange er gewaltfrei bleibt und tatsächlich RB trifft. Wenn die Union Fans komplett ignorieren, dass sie ohne eigenen Investor in der Regionalliga spielen und behaupten, dass man ja einen ganz anderen Sport betreibt, dann nehme ich das kommentarlos hin. Und das, obwohl ich ja sonst bei jeder Gelegenheit gegen Unions Investor schieße. Aber dass jetzt das Stadion in Dessau ruiniert wird, weil die im Endeffekt Ottensen helfen wollten. 

Nebenbei ist es immer noch absurd, dass Leute behaupten, RB Leipzig wäre "das große Los" gewesen. Es stand immer fest, dass dieses Los eher Scheiße sein wird, weil RB halt wenig Fans mitbringt. Aber nur um zu beweisen, dass ich doch auch an einer sachlichen Diskussion interessiert bin, hat der FC St.Pauli selber ein vernünftiges Statement rausgebracht, in dem das RB Bashing nur im Nebensatz erwähnt wird. In einem frühen Nebensatz, aber eben nicht als Hauptargument. Nun sollte man auch mal darauf achten, ob die 1. Frauenmannschaft, wie quasi angekündigt, wirklich mal in dem Stadion auflaufen darf. Denn das wird ja als Ausrede angebracht. Außerdem muss man ja noch Platz für das letzte Fettes Brot Konzert schaffen. Und wenn die und deren Fans den nachhaltigen Naturrasen kaputt treten, ist das in Ordnung. Und ja, Fettes Brot werden ihr letztes Konzert im Milllerntor geben. Merkt euch, wo ihr das zuerst gelesen habt. PassivesAbseitsLeserwissenesfrüher... Was nebenbei auch voll in Ordnung ist, denn das wird ja in der Sommerpause passieren, wenn der Rasen eh neu verlegt werden muss.

Auch dass die Kommunikation von Ottensens Präsident unsympathisch war, muss ich St.Pauli gutschreiben. Jetzt kann ich wesentlich besser nachvollziehen, warum sie ihr Stadion nicht zur Verfügung stellen wollten. Das haben sie mir aber auch erst am 24. August erklärt.

Zurück zum Unsportlichen: Die restlichen Punkte von St.Pauli wurden ja auch bestätigt. Also dass man mehr Security bräuchte, weil man mit Protesten rechnen muss. Und als eigentliche Peinlichkeit: Dass sich niemand das Spiel im Stadion ansehen würde und das Stadion leer bleibt.

Also praktisch war das für Ottensen ja finanziell das Best Case Szenario: RB reagiert mit einem pikierten "Dann überlassen wir euch die Einnahmen" und das Stadion wird halt trotzdem voll. Aber während die Bayern dieselbe Ansage bringen und 50.000 Menschen in Köln ins Stadion bewegen, kommen in Leipzig... 13.084 Zuschauer. Gehen wir mal davon aus, dass 8.0000 davon Dauerkartenbesitzer sind. Dann gibt es echt nicht viele Einnahmen.

Wobei ich an der Stelle nochmal erwähnen will: Dass in der ersten Runde die Zuschauereinnahmen beim (abgesehen von den 3 Zweitligisten) kleinen Verein bleibt, sollte selbstverständlich sein. Also wenn man nicht gerade Schalke ist, kann man gar nicht so Scheiße wirtschaften, dass man auf dieses Geld angewiesen ist. Und wenn man ohne dieses Kleingeld wirklich pleite geht, dann hat man es halt auch verdient. Aber gerade für einen Bundesligisten wird das nie der "hey, wir können uns damit dann doch den Stürmer, den wir noch brauchen" Betrag sein. Aber für den SV Oberachern ist das vielleicht das neue Vereinsheim oder die renovierte Umkleidekabine, wenn sie 13.000 Eintrittskarten verkaufen. Ich bin aber auch konsequent dafür, dass auch der Zweitligist das Heimrecht bekommt, wenn er auf einen Bundesligisten trifft. Aber nicht mal das ist ja machbar.

Und klar, in den späteren Runden ist das was anderes. Da sind all die wirklich kleinen Vereine halt auch schon ausgeschieden. Also außer Lübeck und die Stuttgarter Kickers. Aber die generieren jetzt dank der 2. Runde so viele Zusatzeinnahmen, dass das nächste Eintrittsgeld für sie das Brot nicht mehr fett macht. Was mich jetzt ja zu der nächsten Frage bringt: Ist der neue Modus etwas Gutes?

Also ich hab ja gerade festgestellt, dass es kein Zufall war, dass der Supercup am ersten Pokalwochenende ausgetragen wurde, sondern komplette Absicht. Und wir werden uns daran wohl auch gewöhnen müssen. Was auch nur bedeutet: Die Bayern werden nie wieder am ersten Pokalwochenende antreten... dafür aber ein weiteres Livespiel im Free-TV bekommen. Was dann für den "kleinen Verein", der die zugelost bekommt, schon wieder etwas Gutes ist, denn die bekommen davon ja auch was ab. Oder genau genommen ist es etwas Gutes für die anderen kleinen Vereine, weil nicht einfach Bayern gezeigt werden kann, wenn die eigentliche erste Runde ausgetragen wird. Und als gratis Bonus Feature bekommt noch ein weiterer Dorfverein seinen großen Auftritt zur Primetime. Also, auch wenn ich erstmal darüber geflucht hat, so lohnt sich das für die Vereine schon.

Aber an der Stelle muss ich nochmal festhalten, wie bekloppt wir eigentlich sind. Also wir sind mittlerweile so weit, dass 4 Partien dieser eigentlichen Formalia "1. Runde" im Free-TV gezeigt werden. In den Öffentlich Rechtlichen, die doch eigentlich ein ausgewogenes Programm zeigen sollen. Diese 4 Spiele (TSV 1860 München - Borussia Dortmund, Magdeburg - 1. FC Eintracht Frankfurt und die Spiele in dieser Woche) gingen mit 0:20 Toren an die Favoriten. Und das auch nur, weil die Bayern beschlossen haben, weniger Tore zu erzielen, als in einem ganz normalen Bundesligaspiel... Und wo ich schon dabei bin: Die Bayern erzielten ihr erstes Tor erst, als es auf den anderen Plätzen schon 0:2 stand. Es war also tatsächlich das "spannendste" Spiel. Und trotzdem schalten da 5,6 Millionen Menschen ein. Als jemand, der ja wirklich viel Fußball guckt: Habt ihr sonst kein Leben? Was ist nochmal eure Ausrede bei den EM Viertelfinalen im Sommer gewesen? Also um das mal ganz kurz festzuhalten: England - Spanien hat weniger Zuschauer vor den Fernseher gelockt, als Viktoria Köln gegen Bayern. Und dann behaupten "die", dass es ihnen um das grausame fußballerische Niveau geht...

Es ist halt immer wieder schockierend, wie absurd erdrückend die Präsenz des Herrenfußballs in unseren Medien ist. Weil ja selbst RB Leipzig, obwohl die keiner haben will, über 2 Millionen anlockt. Das werden mehr Zuschauer sein, als beim deutschen Auftakt der Basketball EM heute. Aber die Öffentlich Rechtlichen spielen das Spiel ja auch mit. Die hätten durchaus sagen können "Och wisst ihr, da zeigen wir einfach mal Badminton"... um ihren eigentlichen Auftrag zu erfüllen. 

Aber gut, auch als Öffentlich Rechtliche kann man ja die Einschaltquoten nicht ignorieren... aber man darf gespannt sein, ob die nächstes Jahr wieder RB zeigen, oder ob die dann dankend verzichten... Hey, für die wirklich Optimisten: Vielleicht wird jemand anderes Vize-Meister, während die Bayern das Double holen...

Montag, 23. Mai 2022

Worst of des "Es gibt keinen Fußballgott... aber Pyrotechnik hilft" DFB Pokalfinales

 Machen wir uns nichts vor, der Gottesgegenbeweis ist durch. Also wenn es einen Fußballgott geben würde, springt der Ball von der Latte ins Tor und nicht raus. Und wir reden hier nicht mal über den Elfmeter, sondern über die 2 Alutreffer von Janik Haberer in der Verlängerung. Aber am Ende war das Aluminium halt auf der Seite des Dosenclubs... Wer hätte das gedacht.

Aber noch viel wichtiger: Pyrotechnik wirkt. Also eigentlich wollte ich ja schreiben, dass direkt nach dem ersten Böller Wurf der RB "Vereinsgeschichte"... dann musste ich aber gerade feststellen: War gar nicht das erste Mal... Hätten die Freiburg-Fans das vorher gewusst, hätten sie doch auch für gemeinsames Merch gestimmt. Das sind ja doch richtige Fans...

Aber nur um das festzuhalten: 5 Minuten, nachdem es in RB Block kurz knallte, erzielte die bis dahin ziemlich uninspirierte Mannschaft den Ausgleich... Man muss anscheinend nur die richtigen Trigger setzen.

Nur schade, dass sich die Öffentlichkeit eher darauf fokussiert, dass Heidi Klum und Bill Kaulitz als RB Fans im Stadion waren... Da wurde aus Kicker.de dann ganz kurz die Bunte... und als hätten die RB Fans nicht eh schon mit genügend Vorurteilen zu kämpfen, man muss da echt keine künstlichen Feindbilder aufbauen.

Nebenbei, Random Story Time, war es voll schön, wie sich die RB Fans Samstag Nacht um 2 ihre Innenstadt zurückgeholt haben. Also nicht von den Lok und Chemie Fans, die sind im großen Stadtbild egal. Aber es war halt Rammstein in der Stadt. Und es war schon faszinierend, wie diese Band 2 Tage lang das Stadtbild geprägt hat, weil man echt überall Leute mit entsprechendem Merch gesehen hat. Auch wenn man sich überhaupt nicht für diese Band interessiert, war es nicht zu ignorieren, dass die in der Stadt waren...

Aber ja, als ganz neutrale Beobachtung: Mittlerweile merkt man es in der Stadt, wenn RB spielt, denn dann prägen deren Farben die Innenstadt. Das war vor der Pandemie noch nicht so. Also das sollte man immer bedenken, wenn jemand sagt "Das nimmt doch keiner an, die haben doch gar keine Fans"...

Damit sollten wir uns um die eigentliche tragische Figur dieses Pokalfinales kommen: Nico Schlotterbeck. Das war realistisch gesehen seine letzte große Titelchance, die dann im Elfmeterschießen abzugeben, nachdem man eine Stunde lang in Überzahl gespielt hat, ist schon bitter. Aber vielleicht sind die Bayern ja gnädig und erlösen ihn in 3 Jahren...

Und sonst so? Was macht der Rest der Liga...

Nun ja, Hasan Salihamidžić lernt gerade die wichtige Lektion, dass Vertrauensperson seiner Spieler beleidigen nicht unbedingt eine hilfreiche Verhandlungstaktik ist. Wer hätte das gedacht? Es bringt dir gar nichts, wenn dein Verhandlungspartner jetzt gar nicht mehr mit dir reden will.

Aber hey, immerhin das "Wir reagieren wie ein Kind in der Pubertät, wenn uns jemand verlassen will" Prinzip hat Hasan vom Großmeister Uli Hoeneß gelernt. Da zeigt sich aber auch wieder wunderbar die Doppelmoral. Also wenn ein Berater seinem Klienten den Kopf in Richtung Bayern verdreht und ihm sagt: Du musst da unbedingt hin... auch wenn du nur Jan Fiete Arp bist. Oder Marcel Sabitzer... Also sowohl bei jungen Talenten, für die der Schritt viel zu früh kommt, als auch bei Ergänzungsspielern, die bei der Konkurrenz wesentlich wichtigere Rollen übernehmen würden, ist es richtig und vernünftig, wenn die Berater ihnen den Kopf verdreht. Aber wehe irgendein Berater kommt auf die Idee, dass man woanders hin wechsel könnte... das geht gar nicht. Das dürfen nur die Bayern.

 

Beim Rest der Liga setzt derweil schon wieder die große Trainerrotation ein. Gefühlt ist ja Pellegrino Matarazzo der einzige Trainer, der keinen Titel geholt hat und trotzdem bleiben durfte. Ich frage mich ja echt, inwieweit die allgemeine Panik auf die Borussia übergegriffen hat. Also die haben ja technisch gesehen 2 Probleme:

1.) Sie haben mit Edin Terzic einen dieser Kandidaten in der Hinterhand, der für alle Trainer suchenden Manager interessant ist. Also wie wahrscheinlich ist es eigentlich, dass Jörg Schmadtke bei Terciz angerufen hat, der dann Sebastian Kehl informiert hat und Kehl dann Marco Rose sofort zur Saisonanalyse gebeten hat... Und Terzic freundlich darum gebeten hat, noch 6 Stunden mit einer Antwort zu warten. 

2.) Wenn das mit Rose in der nächsten Saison nicht besser wird, ist Florian Kohfeldt plötzlich verfügbar... und dann redet man sich doch irgendwie ein, dass er ja das eine Jahr in Bremen ganz gute Arbeit gemacht hat... und Max Kruse kann man ja im Winter auch noch verpflichten... das wird schon all unsere Probleme lösen.

Und ja, das Worst-Case-Szenario ist, dass Terciz doch nur der nächste Kohfeldt ist und nur diese eine gute Saison im Tank hatte. Aber zum einen... hat man dann nicht das Original verpflichtet. Und zum anderen bedeutet dieses "Worst-Case-Szenario" sachlich gesehen immer noch, dass man unter den Top 4 landet, weil der Abstand zur Konkurrenz jenseits von RB und den Bayern so groß ist, dass selbst Kohfeldt die in die Champions League führen könnte. 

Und wenn das halt nicht klappt und Terciz nicht alle Probleme löst... dann holt man sich halt nächste Saison entweder Steffen Baumgart oder Bo Svensson. Oder aber die Terciz Geschichte funkioniert wirklich, und die beiden müssen sich einen anderen Karriereweg überlegen...

Donnerstag, 20. Januar 2022

Worst of des "Aufbauhilfe Nord" Pokal Achtelfinale

Und damit auch direkt der letzte Beweis: Hansa Rostock wird halt weiterhin als Ostklub betrachtet... das Duell mit dem ebenfalls aus dem Osten kommenden RB Leipzig aber nicht als Derby, obwohl es zwischen den beiden Vereinen ungefähr so viele Berührungspunkte wie mit Aue gibt.  

Aber jetzt mal die dummen Ossis ausgenommen... Falls es noch niemanden aufgefallen ist. Hertha und Union sind derzeit die "Leuchttürme der Bundesliga"... also die am nördlichsten gelegenen Vereine. Und die spielten im direkten Duell, da musste also einer weiterkommen. Warum das dann nicht als "Nord-Derby" verkauft wird... Aber Berlin halt, die halten sich für was Größeres...

Aber so sieht das halt aus, wenn Hannover 96, Werder Bremen und der Hamburger SV eher auf Lokalderbys mit dem FC St. Pauli aus sind, als auf wirkliche Erfolge in der Bundesliga. Ganz fies wird das natürlich, wenn sich dieser FC St. Pauli dann einfach aus der Liga verpisst. Das würde den ganzen Plan über den Haufen werfen...

Diese Woche dachten sich dann die Bundesligisten kollektiv: Ach, diese armen Traditionsvereine aus dem Norden... denen muss man doch mal ein wenig unter die Arme greifen. Und so verabschiedeten sich Borussia Mönchengladbach, der 1. FC Köln und Borussia Dortmund aus diesem Wettbewerb... Was nebenbei auch bedeutet, dass nur noch 4 Erstligisten im Achtelfinale vertreten sind. 

Die Frage, ob die Bundesligisten diesen Wettbewerb, nachdem die Bayern als designierter Gewinner ausgeschieden sind, ernster genommen wird, wurde mit einem deutlichen "Natürlich nicht!" beantwortet.
Ganz vorne ist dabei natürlich der Bayern-Dauer-Bewzinger aus Gladbach... die scheinen echt nur gegen die Bayern zu gewinnen, ansonsten kriegen die kein Bein auf die Erde. 

Aber die eigentlichen "Es ist uns egal" Ansagen kamen gar nicht aus Gladbach, sondern aus Mainz, Köln, Hoffenheim. Also 3 Vereinen, die eigentlich jede Chance auf einen Titel beim Schopf ergreifen sollten. Und wenn sich mit Bayern, Bayer Leverkusen, Gladbach und Dortmund schon 4 halbwegs seriöse Anwärter auf den Titel verabschiedet haben, sind die Chancen so gut wie nie zuvor. Und ja, die Mainzer wussten schon, dass sich auch Dortmund verabschiedet. Ihre Reaktion: Wir lassen Jonny Burkhardt, also unseren besten Angreifer, aus Belastungsgründen zu Hause. Damit er dann am Wochenende im relativ bedeutungslosen Spiel gegen Fürth 90 Minuten durchpowern kann... Obwohl selbst der Trainer Bo Svensson sagte, gegen Fürth kann ich auch meine eh demnächst anstehende Sperre absitzen... 

Und in Hoffenheim setzte Sebastian Hoeneß den besten Spieler der Vereinsgeschichte auf die Bank. Als er dann eingewechselt wurde, stand es schon 0:2 für Freiburg. Und klar, Belastungsteuerung ist irgendwo wichtig. Auch wenn man jetzt schon fragen muss, wie viele englische Wochen die Mainzer eigentlich haben... Die Antwort lautet: Jetzt keine einzige mehr.

Auch Steffen Baumgart setzte Anthony Modeste relativ unmotiviert auf die Bank. Und dann musste er trotzdem 60 Minuten spielen, weil es in die Verlängerung ging. Der Versuch seinen Star zu schonen endete also in einer Zusatzbelastung für die komplette Mannschaft...

Und nur um das mal festzuhalten: Das realistischste Szenario für den Mai lautet: RB Leipzig marschiert mindestens auf Platz 4 und ins DFB-Pokalfinale. Was auch nur bedeutet: Einer der 7 anderen Teilnehmer braucht nur ein wenig Losglück, um garantiert in die Europa League einzuziehen. Dennoch sagten 3 an sich gute Trainer "Och... wenn das nicht klappt, ist es auch nicht sooo schlimm"... das fasziniert mich einfach.

Ist es wirklich zu viel verlangt, wenn Jonny Burkhardt mal eine englische Woche spielen muss? Aber anscheinend ist es für die Mainzer ein zu großes Risiko ihren Jungstar alle 6 Wochen auch mal unter der Woche einzusetzen... Es ist halt wichtiger, Platz 9 in der Liga zu verteidigen... Vor allem, wenn man bedenkt, dass Burkhardts langfristige Ambition schon irgendwie ein "ich spiele halt 3 Mal die Woche" sein sollte... entweder für ein deutsches Topteam, oder für eine Mittelklassemannschaft aus England... Mainz sagt jetzt aber "Das trauen wir ihm nicht zu..." Aber das ist natürlich auch eine reine Ferndiagnose, es kann natürlich auch sein, dass Burkhardt einfach angeschlagen ist, weil er als junger Spieler noch nicht an die regelmäßige Belastung gewöhnt ist.

Ganz ehrlich, das ist schon irgendwie enttäuschend. Und es entwertet den DFB-Pokal auch. Einerseits behaupten alle immer, dass der Pokal "der einfachste Weg nach Europa" ist, andererseits nehmen sie diesen Weg doch nicht wirklich an und machen ihn unnötig schwerer...
Natürlich wäre es etwas anderes, wenn die Europacup-Teilnehmer mit wirklich vollem Terminplan rotieren würden. Aber Dortmund ist ja mit einer A-Elf ausgeschieden...

Nur um zu beweisen, dass es auch anders geht: Der VfL Bochum hat seine Torhüterrotation in der 120. Minute der 2. Runde beendet. Das war praktisch der Moment, in dem Thomas Reis bemerkte, dass man ja im Pokal doch etwas holen könnte, wenn man seine beste Mannschaft aufstellt. Und im Achtelfinale stand Manuel Riemann das gesamte Spiel über im Tor... nur um vor dem 0:1 zu patzen... Oder anders ausgedrückt: Wie man es macht, macht man es verkehrt.

Der eigentliche Horror beginnt ja jetzt für die ARD. Vielleicht schaffen die sich doch spontan ab, wie es Sachsen-Anhalt gerne sehen würde. Also die müssen jetzt irgendwie 2 halbwegs ansehnliche Ansetzungen finden ohne auf die Bayern, Bayer, Dortmund, Hoffenheim und Mönchengladbach zurückgreifen zu können. Die hoffen jetzt, dass so lange gelost wird, bis es zu St. Pauli gegen den HSV kommt, damit sie uns wenigstens dieses eine Derby verkaufen können...

Freitag, 8. Januar 2021

Habt ihr sie auch genossen?

 Die letzte Woche der Saison ohne Fußball? Also zumindest, wenn man Würzburg - St.Pauli ignoriert. Aber ja: Ab sofort gibt es vielleicht noch den gelegentlichen freien Donnerstag und an sonsten 7 Tage Fußball am Stück. Die eine freie Woche im Februar verbringen die Bayern dann in Katar bei der Klub-WM, weil das halt das Allerwichtigste ist.

Das ist nebenbei der eigentliche Anlass für diesen Post. Denn das eine, was ich nicht verstehen werde, ist das Verlegen des Pokalspiels der Bayern gegen Holstein Kiel wegen einer angeblichen Überbelastung der Spieler. Also klar, der Plan im Dezember war schon hart. Aber rechnen die Bayern mit einem Ausscheiden im Achtelfinale der Champions League? Oder warum gehen die davon aus, dass es Anfang 2021 entspannter zugehen würde.

Die Situation derzeit ist doch wirklich nicht besser, als die im Dezember. Also klar, noch ist sie das, aber in 4-6 Wochen ist man wieder an genau dem Punkt angelangt, an dem man im Dezember auch schon war... nur das dann keine 7 Tage Pause mehr in Sicht ist. Also einfache Rechnung: In der völlig zugepackten November - Dezember Phase hatten die Bayern 11 Ansetzungen. Im Januar - Februar sind es 13 bis 14 Spiele, je nachdem wie weit man in der Klub-WM kommt. Mein Mathe-Abitur sagt mir, dass das mehr sind... Die Belastung wird also eher höher als geringer.

Und gerade wenn es auch noch gegen Holstein Kiel geht und es "nur" der DFB Pokal ist. Also das wäre halt mal eine dieser Gelegenheit gewesen, um Eric Maxim Choupo-Moting in die Start zu befördern. Und Jan Fiete Arp ein wenig Profiluft schnuppern zu lassen. Was macht der eigentlich gerade? Oder umd Joshua Zirkzee ins Schaufenster zu stellen, wenn man den wirklich abgeben will.

Bei allem Respekt vor den Kielern und deren Leistungen in der 2. Liga: Das Spiel wird nicht durch eine Verlegung in den Januar entschieden, die Bayern hätten es auch im Dezember gewinnen müssen. Und auch die Aufstellung ist sekundär, wenn die Bayern-Reserve mit der entsprechenden Einstellung ins Spiel geht, gewinnen sie das mit Sicherheit. Wenn die A-Elf über 90 Minuten so auftritt, wie in der ersten Halbzeit gegen Mainz wird es eng.

Wenn man also wirklich, und nicht nur scheinbar, mit Weitsicht agiert hätte, hätte man eine etwas bessere Reserve im Dezember nach Kiel geschickt. Aber das sage ich ja auch schon seit Wochen. Also dass man Robert Lewandowski schon spätestens vor den letzten Spieltag in den Weihnachtsurlaub schicken sollte etc. pp.. 

Und ganz ehrlich: Wenn man im Pokal scheitert, wird auch keiner nach der Entlassung von Hansi Flick rufen. Wenn er nicht Meister werden sollte, könnte sein Ruf dagegen leiden. Oder ein spontanes Ausscheiden in der Champions League. 

Nebenbei ist das ja eine der Lektionen, die die Engländer schon lange gelernt haben: Da würde niemand auf die Idee kommen in der 2. Pokalrunde seine erste Elf auf das Feld zu stellen. Das würde schon extrem verzweifelt wirken, weil man sich eingestehen muss, dass man zu den Kleinen gehört und nicht mehr um die "Wenger-Trophy" mitspielt. Aber in Deutschland verlässt man sich halt auf seine antrainierten "Wir hatten ja eine Winterpause" Gewohnheiten, anstatt sich mit der neuen Realität zu beschäftigen.

Natürlich wird das den Bayern kurzfristig nicht Schaden. Aber falls ihnen im März und April wirklich die Puste ausgeht... Also so sehr, dass ein anderer Meister wird... Dann sollten sie sich fragen, ob die Herangehensweise an das Duell mit Kiel im Winter wirklich so sinnvoll war.

Natürlich können die Bayern immer noch mit einer besseren Reserve auflaufen. Aber dann muss schon die Frage erlaubt sein, warum man das Spiel unbedingt verlegen musste...

Dienstag, 7. Juli 2020

Rapid Relegation Reaction

Immerhin... die allergrößte Peinlichkeit hat Werder Bremen sich in der 94. Minute erspart: Den Klassenerhalt in der Relegation ohne selbst erzieltes Tor zu schaffen. Das wäre auch mehr als passend gewesen, schließlich hat Bremen, wenn man die Spiele gegen hilflose Paderborner und vollkommen unmotiviererte Kölner (aka 2 Spiele am Rande der Wettbewerbsverzerrung) rausrechnet, in der Bundesligasaison 31 Tore erzielt. Das ist ein Wert, der praktisch nie zum Klassenerhalt reicht (außer man ist der Hamburger SV).
Nebenbei passierte einem all das, während man von einem überragenden Trainer, der für ansehnliches Offensivspiel steht, trainiert wurde... Trotzdem erzielte man vor dem Köln Spiel im Jahr 2020 in 8 Heimspielen EIN EINZIGES TOR! Eines.
Und weil das alleine nicht reichte, blieb das vom Offensivgenie Florian Kohfeldt trainierte Team gegen einen aufstrebenden Zweitligisten 180 Minuten lang ohne eigenen Treffer.
Das sind alles Dinge, bei denen man zugeben muss: Nicht mal der HSV hat das geschafft...

Und das bringt mich zu dem eigentlichen Skandal dieser Relegation. Also ja, auch der HSV hat es mal geschafft, nur dank der auswärts erzielten Tore die Klasse zu halten. Aber die haben wenigstens in einem ausverkauften Stadion vor einer hitzigen Kulisse gespielt. Nicht vor kurzzeitig 50 Fans, die wieder aus dem Stadion gebracht werden mussten.

Nur um das mal festzuhalten: Werder Bremen hält auf Grund der Auswärtstore eines Geisterspieles die Klasse. Nachdem die Bundesliga mit im Durchschnitt 2,3 Heimsiegen pro Spieltag eindeutig nachgewiesen haben, dass der Heimvorteil in der Corona Krise vollkommen irrelevant ist.

Ich bin ja praktisch seit Einführung der Relegation dafür, dass der Zweitligist einen relevanten Vorteil bekommt. Einfach als Anerkennung dafür, dass statistisch gesehen 3 von 4 Relegationsteilnehmer (Kiel, Union und Heidenheim definitiv) ihre historisch beste Saison gespielt haben. Dieser Vorteil wäre für mich sehr einfach zu definieren und umzusetzen: Steht es nach Hin- und Rückspiel Unentschieden, steigt der Zweitligist auf. Und ja, die "Europapokal Auswärtstor Regel" wird dafür auch ausgesetzt.

Es wäre auch einfach fairer, wenn der Zweitligist bei 2 torlosen Unentschieden den Aufstieg feiert. Also rein logisch gesehen. Denn der hat ja, wie schon erwähnt, eine herausragende Vorleistung gebracht. Während der Bundesligist meistens die schlechteste Saison seit 50 Jahren spielt. Wenn man dann also dem Bundesligisten eine weitere Chance gibt, sollte man wenigstens auch diesen Verein dazu zwingen, das Spiel aktiv zu gestalten. Das Geschehen selbst in die Hand zu nehmen. Was man auf Grund seiner deutlich besseren finanziellen Möglichkeiten auch eh können sollte.

Fun Fact: Mit dieser Regelung wäre der HSV 2 Mal an der Relegation gescheitert. Und jetzt Werder. Aber ich bin ja der einzige, der glaubt, dass man den Abstieg verdient hat, wenn man die schlechteste Saison seiner Vereinsgeschichte spielt...

Nebenbei wollte ich mal erwähnt haben, dass selbst die Schnarchnasen von der Uefa erkannt haben, dass die Auswärtstorregel nicht mehr zeitgemäß ist. Also selbst wenn Fans im Stadion sind. Ohne ist es vollkommen albern deswegen die Klasse zu erhalten. Wenn selbst die Uefa so was erkennt und ändern will... warum kriegt es dann die DFL nicht hin... Und ja, es wäre kein Problem gewesen beim Re-Start bekannt zu geben, dass die Relegation, wenn sie schon statt finden muss, dieses Mal ohne "Auswärtstor-Regel" kommt und es bei Gleichstand in die Verlängerung geht... weil der Heimvorteil "Fanunterstützung" halt ausfällt. Aber die denken ja mal wieder nur bis zur eigenen Nasenspitze...

Aber hey, immerhin wurde die Leihe von Davie Selke verlängert... und man muss 11 Millionen Euro Ablöse für Bittencourt und Toprak zahlen, hat sein Transferbudget praktisch schon aufgebraucht... Anders ausgedrückt: Wenn Kohfeldt nicht deutliche Fortschritte macht, wird das nächste Saison kaum besser werden.
Oder... die Gerüchte in Hoffenheim Bewahrheiten sich und dort hat man wirklich Interesse an diesem Jahrhunderttalent. Das könnte echt die eleganteste Lösung sein: Man kann den Trainer wegloben, Kohfeldt kann in einem neuen Umfeld und mit einem besseren Kader wirklich nachweisen, ob er so gut ist, wie viele glauben und Bremen kann den Neustart mit sagen wir Markus Weinzierl wagen. Also sie müssen darauf hoffen, dass sie die Augsburger Version von Weinzierl bekommen.

Nebenbei ist es echt lustig, dass die Relegation und das DFB Pokalfinale exakt gleich endeten: Mit einer minutenlangen Diskussion, ob das jetzt für einen Handelfmeter reicht oder nicht. Obwohl die Elfmeter vollkommen irrelevant waren. Ok, Werder hätte sich ein wenig besser fühlen können, wenn sie wenigstens ein Relegationsspiel gewonnen hätten. Das war aber die einzige Auswirkung dieser beiden Elfmeter. Obwohl... angeblich kann Bayer Leverkusen ja "stolz" auf seine Leistung sein, weil man immerhin 2 Tore gegen die Bayern erzielt hat, aber dazu morgen mehr.,.

Und während es in Heidenheim wenigstens nur eine Minute dauerte... vergingen in Berlin zwischen dem Handspiel und der Ausführung des Elfmeters 3 Minuten. Das ist einfach viel zu lange.
Absurder Weise hätte man auch einfach fix die Einstellung, die nachweist, dass die Abseitsentscheidung falsch war, einschieben können, den Vorteil nach dem fragwürdigem Handspiel weiter laufen lassen und dank der Torlinientechnologie den Treffer geben.
Also nur um das nochmal festzuhalten: Die haben 3 Minuten nach der Einstellung gesucht, die ein fragwürdiges Handspiel als Teil einer eh schon komplizierten Regel nachzuweisen... und wenn sie zu dem Schluss gekommen wären "War kein Handspiel", hätten sie dann noch 5 Sekunden gebraucht um die Abseitsstellung zu klären... Da wir in Deutschland sind, hätte man erst den Abstoß ausführen lassen, bevor der Schiedsrichter dann doch nochmal zurück zum Videowürfel geht... Weil wegen beste Liga und so.

Das sind die wirklichen Gründe, warum der VAR immer wieder so schlecht aussieht. Anstatt bei den einfachen und sinnvollen Entscheidungen einzugreifen, wird er bei Grauzonen und Unklarheiten angewendet. Und selten lag beides so dicht beieinander wie in diesen Sekunden.
Das echt keiner der Leute vor den Kameras auf die Idee kam: "Hey, lasst mal fix checken, ob das wirklich Abseits war, das kriegen wir schnell raus." Obwohl das offensichtlich die einfache und praktikablere Lösung war. Aber da landen wir wie immer beim Qualitätsproblem der Schiedsrichter: Ein guter VAR hätte den Schiedsrichter gefragt "Hat die Torlinientechnik angeschlagen? Ja? Dann lasst mal kurz das Abseits klären." Wir haben aber halt keine guten Schiedsrichter mehr.

Donnerstag, 4. April 2019

Worst of des "Gut, dass wir das mal versucht haben..." Viertelfinales

Aber sein wir ganz kurz ehrlich: Dann doch lieber die Bayern.

Denn wenn dieses Pokalviertelfinale eines deutlich gemacht hat, dann das es derzeit nur eine Mannschaft gibt, die 90 Minuten ansehnlichen Fußball bieten konnte. Und die Bayern haben sich ja dieses Mal auch richtig große Mühe gegeben um den Öffentlich Rechtlichen einen Dicken Mittelfinger und dem Rest ein richtig großes Spektakel zu liefern...

Oder anders ausgedrückt: Sie haben den "Wenn ihr das nicht im Fernsehen zeigt, greifen wir auch nicht an" Boykott aus den Liverpool-Heimspiel in einen "Wenn ihr das nicht im Fernsehen zeigt, verteidigen wir halt nicht" Boykott umgekehrt... Was man sich gegen einen Zweitligisten gerade so leisten konnte und wesentlich unterhaltsamer und spannender war. So hatten alle was davon, die sich das Spiel ansehen konnten...

Allein schon, dass die Zusammenfassung 15 Minuten lang ist... Während das Schalke - Bremen Spiel auf nicht mal 2 Minuten kommt... Das eine Spiel war ein großes fest, das andere fand auf Schalke und deswegen auch mit Schalke statt...
Und ja, der Vergleich ist unfair, weil das eine die "Nach dem Spiel" Zusammenfassung ist, dass andere die MoMa Zusammenfassung. Aber ich habe jetzt keinen Bock drauf, den Hamburger SV zu verlinken, dessen Zusammenfassung auch "nur" auf 9 Minuten kommt und wahrscheinlich nur aus Zuschauerzusammenschnitten und Tauben-Highlights besteht... So sieht Deutscher Spitzenfußball ohne die Bayern in Deutschland halt derzeit aus...

Dafür... haben wir jetzt offiziell ein neues Derby: FC Augsburg - RB Leipzig. Was natürlich hauptsächlich daran liegt, dass der FCA der eine Traditionsverein ist, für den sich sonst niemand in Bayern oder sonst wo interessiert. Während andere Vereine ihre Ausbrüche gegen die Retorten in echten Derbys mit wirklichen Emotionen relativieren kann, ist dieses Duell für die Fuggerstädter halt was ganz besonderes. Etwas, das unbedingt erhalten und "gefeiert" werden muss.

Und da sind sie ja auch verdammt gut drin. Also man muss ihnen zugestehen: Sie haben das ultimative Kryptonite für den Leipziger Angriffsfußball gefunden: 254 Minuten hat es gedauert, bis RB endlich ein Tor in dieser Saison gegen diese Truppe erzielen konnte. Und dieses Tor fiel eher aus dem Nichts als aus einer dominanten Druckphase. Wenn einem dies zum dritten Mal in Folge gelingt, braucht man nicht mehr von Glück zu reden, dann sollten die anderen mal den Matchplan von Manuel Baum studieren...

Und sie nerven die Leipziger auch so richtig. Also auf dem "Wir provozieren in der 7. Minute eine Tätlichkeit" Niveau. Wobei ich an der Stelle mal kurz einschieben will, warum es dort keinen Eingriff des Videoschiedsrichters Dingert gegeben haben wird. Die Kommunikation wird so abgelaufen sein:
Dingert: "Hast du den Schlag von Sabitzer gesehen?"
Stieler: "Ja, habe ich."
Und damit war das dann erledigt. Die richtige Frage wäre aber gewesen: Hast du gesehen, dass Sabitzer bewusst nach hinten guckt und gezielt ausschlägt. Denn der Schlag an sich ist nicht die Tätlichkeit, sondern die pure Absicht dahinter. Das gezielte Vorgehen. Und genau das hat Stieler definitiv so nicht wahrgenommen und da hätte er drauf hingewiesen werden müssen.

Aber so was gehört halt auch zu einem Derby dazu. Nur dadurch wird es wirklich auf diese nächste Ebene gehoben: Dass man sich nicht nur dank der eigenen Fehler beschissen fühlt, sonder auf Grund der Fehlentscheidungen richtig beschissen fühlt...
So kommt es dann auch stilecht zur Rudelbildung nach dem Abpfiff. Weil dieses Derby halt auch die Offiziellen elektrisiert. Ok, es elektrisierte hauptsächlich die Vereinsspitze der Augsburger und die Ganze Bewegung geht von dort aus, aber Details. Wenn es jetzt Augsburg-Ultras geben würde, könnte das echt das eine Hochsicherheitsspiel für beide Mannschaften werden...

Mein Persönliches Highlight war ja Stefan Reuters "Er braucht sich bei mir nicht zu entschuldigen. Wenn das immer wieder passiert, kann er sich die schönen Worte sparen. So verhält man sich nicht."
Zunächst mal passiert das ja irgendwie in der Form nur gegen Augsburg. Zum anderen hat Ralf Rangnick sich nicht mal entschuldigt, sondern ist komplett in den Trump Modus gewechselt: Wir waren die Beste und Freundlichste Trainerbank aller Zeiten. Sogar der 4. Offizielle hat uns hinterher voll gelobt, weil wir so gut waren.

Aber hey, was macht man nicht alles um sein eigenes Derby zu bekommen...

Donnerstag, 1. November 2018

Wir haben dann abgestimmt

Und wir haben uns natürlich dafür entschieden, dass potenziell hochklassiger Fußball uns nicht wirklich interessiert. Sondern dass wir lieber uninspirierten Bayern bei der Erfüllung einer lästigen Pflichtaufgabe zugucken, als 2 Kandidaten für das Internationale Geschäft bei einem Duell auf Augenhöhe... So sind wir halt.

Und da habe ich auch gar kein Problem mit. Außer dass es minimal unfair erscheint, dass Union Berlin in und mit Dortmund ein Fußballfeuerwerk abliefert, was uns aber nicht live gezeigt worden ist. Genau so sollte Pokal aussehen. Und ja, es waren gefühlt mehr Gästefans in Dortmund als Fans insgesamt in Leipzig...

Dazu, um die Fehlentscheidungen der ARD "rund" zu machen, gab es eine Rudelbildung im Elfmeterschießen zwischen Köln und Schalke... Das muss man erst Mal hinbekommen... Und die endgültige Wiederauferstehung von Bayer Leverkusen (wer hätte das gedacht... also das der "geisterskranke" Karim Bellarabi der Schlüssel für eine bessere Leverkusener Gegenwart ist?). Oder anders ausgedrückt: Alle anderen Optionen wären die deutlich besseren gewesen.

Trotzdem hat sich die Mehrheit für die Bayern am Dienstag entschieden... obwohl die als einzige genau das gebracht haben, was erwartbar war: Einen dreckigen Arbeitssieg mit Gegentor. So waren wir wenigstens "dabei", als Thomas Müller sein erstes Pflichtspieltor seit 14 Spielen erzielte. Ist doch auch mal was schönes.
Und ja, mehr als dreckige Pflichtsiege braucht man derzeit nicht wirklich von den Bayern zu erwarten. Das soll auch gar kein Vorwurf sein. Dieses Konzept ziehen sie mittlerweile immerhin wieder souverän durch. Und mit einem weiteren dreckigen Sieg in Dortmund können sie am Samstag Abend Tabellenführer werden. Was ihnen auch zuzutrauen ist. Aber müssen wir wirklich als Zeitzeugen dabei sein, wie die sich derzeit durch ihre Aufgaben würgen? Anscheinend wollen wir das.

Wenn jetzt also in der nächsten Runde wieder die Bayern bevorzugt gezeigt werden... oder 2019 in der 2. Runde gegen irgendeine unterklassige Mannschaft... dann beschwert euch nicht, sondern erinnert euch daran, dass wir im Herbst 2019 als Konsumgemeinschaft entschieden haben, dass wir das genau so wollen. Was nebenbei auch nicht weiter schlimm ist. Schlimm ist es nur, wenn man meckert,weil man das bekommt, was man will...

Dienstag, 30. Oktober 2018

Die einzige Option heute abend ist...

Nicht einschalten. Was anderes machen. Den DFB Pokal in den Öffentlich Rechtlichen ignorieren.

Denn wenn wir am Ende doch alle wieder einschalten um zu sehen, wie Bayerns B-Elf eine Amateurmannschaft auseinander nimmt, wird die ARD uns das weiterhin zeigen. Oder aber es gibt einen absoluten Grottenkick und wir gucken uns das absolute Elend an...

Und ja, das "Vielleicht wird es ja spannend" Szenario läuft genau darauf hinaus: Die Bayern haben überhaupt keinen Bock und 0 Esprit, schießen aber doch irgendwann das entscheidende Tor. Und das wird uns dann als "ein toller Pokalfight" verkauft.

Wenn Axel Balkausky jetzt bekannt gibt, dass die Bayern ja nur die 3. Wahl war... Werden sich Hoeneß und Rummenigge über diese Respektslosigkeit aufregen. Aber genau genommen ist dies Teil des Problems. Denn es sollte eigentlich nur die 7. Wahl sein. Allerdings fällt einem dann auf, wie beschissen die Voraussetzungen dieses mal einfach sind.

Denn die Kombination von relativen Lospech, einem ungünstigen Bundesligaspielplan und dem Rahmenterminkalender sorgen dafür, dass alle spannenden Spiele am Mittwoch ausgetragen werden sollten. Gladbach - Leverkusen, Leipzig - Hoffenheim und Köln - Schalke hätte man jeweils eine Mannschaft, die im Donnerstag - Sonntag - Dienstag Rhythmus spielen müssten, was nicht gewollt sein kann. Außer Schalke, aber die mussten halt am Sonntag antreten, weil ihr Gegner aus der Europa League antrat. Was am Ende ein großen Glück ist, denn am Ende kann niemand wirklich wollen, dass Köln - Schalke im Free TV gezeigt wird. Köln dürfte eine der wenigen Mannschaften sein, die Schalke auf ihr Niveau runter ziehen um zu gewinnen und nicht anders herum...

Aber gut, daran, dass alle wirklich spannenden Spiele am Mittwoch stattfinden müssen, kann man halt nichts ändern. Das Warum dahinter will aber natürlich auch niemand aussprechen: Da es mittlerweile fast ausschließlich englische Wochen gibt, hat man erstaunlich wenig Freiraum bei den Ansetzungen seiner Partien. Aber darüber, dass der internationale Rahmenterminkalender zu voll ist, reden wir ja nur, wenn die Nationalmannschaften spielen.

Aber selbst dann hat man ein Niedersachsen-Nicht-Derby als reines Bundesligaduell. Was dann plötzlich der größte Werbefail der Medienabteilung von Hannover 96 sein könnte. Denn selbst die bewerben das Spiel als ein "Ist nicht relevant, ihr könnt was anderes gucken."

Und Borussia Dortmund - Union Berlin. Dass diese Spiel auch am Mittwoch stattfinden muss, ist genau genommen nicht zu entschuldigen. Denn Union hätte bei entsprechender Planung einfach am Samstag spielen können. Und klar, das Spiel ist unwesentlich spannender als Rödlinghausen - Bayern. Aber es sind wenigstens ist es unwesentlich spannender. Man könnte halt mal 2 Traditionsvereine gegeneinander spielen sehen. Ein bisschen auf den Ostalgie-Faktor setzen. Und auf die allgemein recht hohe Beliebtheit des Alternativvereins aus Berlin.

Das Fernsehgeld als Belohnung für das jahrelang vorbildliche Verhalten des Vereins und seiner Fans. Das hätte man ja nicht explizit so sagen müssen, man hätte es aber mitschwingen lassen können. In dem man zum Beispiel darauf hinweist, wie schön die Stimmung im Dortmunder Stadion ist, wenn die Dortmunder Ultras nicht damit beschäftigt sind die Erfolgsfans des Gegners zu verhöhnen und auch die Gästefans eine Choreo präsentieren wollen. Aber die ARD geht davon aus, dass ein Schlachtfest der Bayern immer noch mehr Zuschauer zieht.

Und da kommen wir dann zum Ausgangspunkt: Die einzige Variante dies zu ändern, ist: Heute abend den Fernseher und (vor allem, da wird wirklich gezählt) Livestream auszulassen. Dass ist quasi eine der wenigen Momente im Leben, wo man einfach mal RTL2 einschalten sollte. Denn am Ende entscheiden wir das immer noch mit unserem Kollektiven Konsumverhalten...
Aber sein wir ehrlich: Das wird am Ende nicht passieren. Die Quoten werden so angemessen sein, dass sie ARD sich bestätigt fühlen. Und in der nächsten Runde kriegen wir dann Wehen Wiesbaden - Bayern aufgetischt. Und wir werden auch dass dann wieder konsumieren...
So sind wir halt... Wenn Fußball läuft, schalten wir ein, egal, ob es bessere Optionen geben würde...

Montag, 20. August 2018

Worst of des "Der Traum lebt" Pokalwochenendes

Tatsächlich. Der Traum vom Stadtderby im DFB Pokal lebt weiter... und ich bin mir nicht ganz sicher, ob es nicht ein Albtraum wird.

Für andere Gegenden mag das völlig normal sein... aber in Leipzig gab es Stadtderbys bisher nur in der Regionalliga oder im Sachsenpokal. Genau genommen haben sich noch nie 2 Leipziger Mannschaften gleichzeitig für die 2. Runde des DFB Pokals qualifiziert... Also zumindest seit Adis Zeiten hat es das nicht mehr gegeben, für die Zeit vorm Weltkrieg müsste ich jetzt Nachforschungen anstellen...

Die Entwicklung der BSG ist im allgemeinen so angenehm, dass selbst überregionale Zeitungen darüber berichten... Dass ist eigentlich unfassbar. Denn wenn man in den letzten 20 Jahren außerhalb der Stadt was von den Fußballmannschaften gehört hat, ging es entweder um das Kommerzprojekt RB, Insolvenzen oder den Fan-Krieg zwischen Lok und Chemie.
Jetzt ist der eine der Dauerpatienten ein stabiler Regionalligist und der andere eine Spitzenmannschaft in der Oberliga.
Ein Pokalderby wäre da die absolute Kirsche auf der Torte. Der ultimative Beweis, dass RB den Fußball in Leipzig nicht kaputt gemacht hat, sondern auch den Vereinen, die sich ständig übernommen haben, die Möglichkeit gaben, gesund zu schrumpfen... so dass sie jetzt auf einer gesunden Basis funktionieren können. Und es jetzt allen Beteiligten besser geht als vor der Gründung RBs. Und all das in einem Pokalspiel zu feiern, wäre wunderbar.

Aber da setzt dann der Albtraum ein... In dem treffen sich alle Ultras des Landes für dieses Event um das Waldstraßenviertel in Brand zu legen. Weil sie davon überzeugt sind, dass die Art und Weise, wie RB den Fußball in dieser Stadt gerettet hat, einfach nicht akzeptabel ist. Weil man ja nur aus Tradition entstandenen Aktiengesellschaften zujubeln darf. Und eine Minderheit lautstark festlegen will, welcher Fußball der "Gute" ist und welche Vereine unterstützt werden dürfen. All das auf den Rücken der BSG, die da 2018 eigentlich gar keinen Bock mehr hat und die unter diesen Aktionen am meisten leidet... Weil man doch wieder zum Chaoten-Klub abgestempelt wird, auch wenn das eigentlich weit in der Vergangenheit liegt...
Dann sollten sie doch lieber die Bayern zugelost bekommen, da gibt es mehr Geld und weniger Probleme...

Apropos Bayern: Wir stehen jetzt auf ein Mal wirklich vor einer spannenden Frage: Wie viele Bundesligisten werden weniger Widerstand leisten als der SV Drochtersen/ Assel aus der Regionalliga. Also ich sag das mal so: Eintracht Frankfurt wird das, stand jetzt, nicht schaffen. Und ganz ehrlich: Bis zur 83. Minute muss man gegen den Rekordmeister auch erst Mal die 0 halten...
Oder anders ausgedrückt: In den letzten beiden Jahren schossen sich die Bayern jeweils mit 5 Toren warm... Und trotzdem gab da den einen oder anderen Bundesligisten, der sich dümmer angestellt hat, als die überforderten Erstrundengegner im Pokal. Dieses Jahr könnte es echt Monate dauern, bis jemand die Bayern wieder so nervt, wie der Dörferverein es dieses Wochenende getan hat.

Am pragmatischsten gingen allerdings der VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt das "Problem Doppel- oder gar Dreifachbelastung" an. Die haben sich eine Studie erstellen lassen, bei der am Ende rauskam, dass dieses Jahr eh wieder die Bayern gewinnen. Denn das letzte Mal, dass die Bayern 3 Jahre in Folge nicht Pokalsieger wurden, war... boah... 1997... Damals vollendete man gerade die 10 Jahre am Stück ohne Pokaltriumph... Früher war alles besser...

Dass dieses Jahr jedenfalls jemand anderes als die Bayern den Titel holen, ist extrem unwahrscheinlich. Da dachten sich die Stuttgarter: Dann müssen wir eigentlich auch gar nicht teilnehmen.
Und die Eintracht scheint derzeit wirklich ganz andere Sorgen zu haben als den DFB Pokal... die haben sich direkt erst Mal Filip Kostic vom Hamburger SV gegönnt... was schon stark nach Panik klingt, aber eigentlich ein Hoffnungsträger sein soll... hey, immerhin haben sie nicht Aaron Hunt geholt, könnte also schlimmer sein...

Ganz große Kreisklasse war nebenbei der Auftritt von Daniel Ginzcek hinterher vor dem Mikrofon: "Zunächst mal war es mit das hässlichste Spiel meiner Karriere." Natürlich, es war ja auch das erste Pflichtspiel für diesen Drecksverein, zu dem er diesen Sommer gewechselt ist. Dem geistigen Nachfolger des HSVs... aber Ginzcek muss sich da keine Sorgen machen: Es werden noch einige hässliche Spiele dazu kommen...
"Elversberg hat überhaupt nicht versucht Fußball zu spielen, haben jeden Ball lang geschlagen." Das ist nen fucking Regionalligist. Die spielen weit unter eurer Liga und haben halt ganz andere Möglichkeiten. Und im Gegensatz zu dem Dreck, den der VfL Wolfsburg in den letzten 2 Jahren so angeboten hat, haben die wenigstens versucht lange Bälle zu spielen, was eine der Grundformen des Fußballs ist... Ernsthaft: Wolfsburg sollte sich vielleicht mal fragen, warum sie es in den letzten 2 Jahren ganz selten geschafft haben, so leidenschaftlich aufzutreten wie Elversberg, anstatt hinterher darüber zu meckern, dass der Gegner sich wirklich gewehrt hat... Und zu guter Letzt... war der Rasen zu stumpf... Fehlt nur noch, dass er darauf hinweist, dass die Sonne geschien hat... Aber hey, in Wolfsburg wird dieses Jahr alles besser, die haben jetzt Spieler mit richtig viel Charakter verpflichtet...

Man muss das nur mal mit Jonathan Tahs Reaktion auf den hohen Rasen in Pforzheim vergleichen: Natürlich spricht der auch an, dass der Gegner den Rasen bewusst so manipuliert hat, dass es schwieriger wurde sein gewohntes Kombinationsspiel aufzuziehen. Aber er macht das mehr in einer "Der Gegner hat alles versucht und dafür muss man sie respektieren" Stimmlage, anstatt darüber zu jammern...

Montag, 21. Mai 2018

Wer hat denn den Schiedsrichter bezahlt?

Ernsthaft... die spannendste Frage des DFB Pokal Finales ist doch, warum Felix Zwayer in der Nachspielzeit trotz Videobeweises keinen Elfmeter gab... obwohl selbst ein Kevin Prince Boateng fest davon ausging, dass es diese Entscheidung geben muss...
Anders ausgedrückt: Wenn Zwayer nicht zum Videobildschirm gerannt wäre, sondern den Frankfurter gefragt hätte, hätten wir eine Verlängerung gesehen. Was aber irgendjemand offensichtlich nicht wollte... also lasst uns dieses Mysterium aufklären.

1. Die Russen waren's!!!
Offensichtlich. Und es gibt wenig, was diese Theorie widerlegen kann. Die Russen sind es ja derzeit immer. Der Russische Geheimdienst hat dafür gesorgt, dass Felix Zwayer nur die eine Einstellung zu sehen bekam, in der es nicht nach einem Elfmeter aussah... aber die dann in einer Endlosschleife. Damit ist das Rätsel schon mal gelöst. Ganz ehrlich... ich wundere mich, dass den Russen noch nicht vorgeworfen worden ist, dass sie die WM Auslosung gehackt haben... und im Gegensatz zum Pokalfinale hätten sie da sogar eine Motivation gehabt. Aber um das Motiv ist es beim Russen ja noch nie gegangen...
Wenn man aber als investigativer Blogger tiefer gehen und rauskriegen will, wer die Russen motiviert hat... da wird es schwieriger einen Schuldigen zu finden. Die offensichtliche Antwort lautet:

2. Eintracht Frankfurt hat für den Titel bezahlt!!!
Wie soll man die Bayern sonst schlagen... Und da kriegt das "Traut euch gegen die Bayern!" eine komplett neue Bedeutung.
Das Problem daran ist... dass der Pokalsieg den Frankfurtern sachlich und langfristig gesehen nur schadet. Und wenn man schon ein Schiedsrichter besticht, dann geht man das Risiko nur ein, wenn es einem langfristig wirklich viel bringt...
Frankfurts Pokalsieg bringt aber langfristig nur Probleme. Angefangen mit dem Fakt, dass Niko Kovac nicht als Hochverräter und Depp den Verein verlässt... sondern als die Trainerlegende, die den ersten Titel seit 1988 gesichert hat.
Er ist der erste Frankfurter Trainer, der ohne Charly Körbel den DFB Pokal gewinnen konnte. Ein absoluter Mythos... und trotzdem in 3 Tagen weg. Kovac fing ja schon bei der Siegerehrung an seine neue Mannschaft zu coachen. So nach dem Motto: Übrigens, eine Siegerehrung als 2. funktioniert so...
Was ja anscheinend auch dringend nötig war, weil die Bayern offensichtlich keine Ahnung hatten, wie man mit der Situation angemessen umgeht... aber die haben halt auch verdammt wenig Übung darin... darum soll es hier aber gar nicht gehen.
Sondern um die Frankfurter Trainerlegende, die jetzt ersetzt werden muss... und man kann ja mal bei Werder Bremen nachfragen, wie verdammt schwierig das ist. Die brauchen immer Jahre um einen Ersatz für ihre legendären Titeljäger zu finden... Und Bremen war wesentlich besser aufgestellt als Frankfurt...
Ingolstadt und Darmstadt sind 2 weitere Beispiele für Vereine, die ihren Trainer einfach nicht ersetzen konnten... Und jetzt ist Frankfurt dran...
Für Adi Hütter würde sein Job im Sommer wesentlich einfacher werden, wenn der Schiedsrichter einfach alle 50/50 Szenen wie immer interpretiert hätte... also im Zweifelsfall für die Bayern...

Und er hat halt noch mit einem ganz anderen riesigen Problem zu kämpfen: Der Gruppenphase der Europa League, für die man jetzt garantiert qualifiziert ist.
Wir haben hier einen Verein, der für legendäre Einbrüche in der Rückrunde bekannt ist. Es ist ja nicht so, dass ihnen das unter Kovac zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte passiert wäre... oder zum 2. Mal... es passiert ihnen ständig. Jetzt werden ihnen die 6-8 Punkte, die man als Überraschungsteilnehmer halt so liegen lässt, fehlen, bevor die obligatorisch schwache Rückrunde anfängt... Und man hat ja noch nicht mal die Option geschickt an Qualifikation zu scheitern... man muss da jetzt wirklich durch...

Wenn der Pokalsieg abgesehen von kurzen Emotionen und einer Prämie, die man ja an den Schiedsrichter weiterreichen musste, einem nur Nachteile bringt... warum sollte man dann den Schiedsrichter bezahlen? Wenn die Frankfurter Geld in den Schiri investiert hätten, dann nur, was völlig absurd klingt, um sicher zu stellen, dass die Bayern den Titel holen... das bringt uns zum nächsten offensichtlichen Kandidaten:

3. Die Bayern waren es selbst!!!
Das ergibt auch mehr Sinn. Denn hier ist das ganz große Problem. Wenn die Bayern das Pokalfinale gewinnen, haben sie auf ein Mal quasi Friedhelm Funkel verpflichtet: Einen Trainer, der bei einer grauen Maus gute Arbeit geleistet hat. Aber halt auch noch nie mehr. Niko Kovac wäre plötzlich total unter qualifiziert um diesen Posten zu übernehmen.
Also um das mal zu verdeutlichen... Die letzten Trainer, die ohne Titel zu den Bayern gingen waren Felix Magath und Jürgen Klinsmann. Und das war in Zeiten, als man nicht wirklich um den Champions League Triumph mitspielen wollte... Gerade mit Klinsmann will doch niemand verglichen werden... Davor kommt dann schon Sören Lerby... als wahrscheinlich most random Bayern Trainer aller Zeiten...
Das sind nicht die Trainer, mit denen man als Bayern der Neuzeit zusammen arbeiten will... man will mittlerweile gestandene Titelhamster auf seiner Trainerbank sitzen haben. Weil die ja auch die einzigen sind, die über diesen Kader eine Autorität darstellen. Und Kovac ist dies jetzt plötzlich doch. Ein sehr cleverer Schachzug...
Die einzigen, die noch mehr profitieren... sind

4. Jerome Boateng und Robert Lewandowski... oder deren Berater.
Schließlich denken beide ernsthaft und berechtigt darüber nach einen Verein, der gerade mal so viele Titel wie Eintracht Frankfurt holt, zu verlassen... Wann beginnt eigentlich die Boateng-Hexenjagd? Also auch der ist in den entscheidenden Momenten der Saison abgetaucht... mal wieder... Verletzungsbedingt... Und der ist dann jetzt nicht mehr unbedingt zufrieden mit seinem Verein... Wenn Lewandowski solche Aussagen im Umfeld des DFB-Pokalfinales auf sich aufmerksam gemacht hätte...

5. Mats und Cathy Hummels hatten Sonntags schon was vor.
Offensichtlich ging Mats Hummels nicht davon aus, dass er auf einem Balkon in München auftauchen muss, wenn er das Pokalfinale verliert. Und Zeit ist ja gerade in den geraden Jahren ein unfassbar rares Gut. Also noch mal schnell 3 Tage Mallorca mit der Frau gebucht, bevor er zu Jogi Löw muss... mit dem Abflug direkt aus Berlin... es gab halt nur dieses eine zeremonielle Problem, dass er vorher noch regeln musste...

6. Jupp Heynckes hatte halt keinen Bock mehr.
Also Heynckes hat nicht dafür bezahlt, dass die Bayern gewinnen oder verlieren. Er wollte einfach nur eine Verlängerung ausschließen. Schließlich muss er die wenige Zeit zwischen Kovac's Amtsantritt und Kovac's Entlassung möglichst effektiv auf seinem Landsgut mit seinem Hund verbringen. Da geht es um jede Sekunde. Und dass er eigentlich keinen Bock mehr auf Siegesfeiern und Bierduschen hat, hat er ja deutlich gemacht...
Vor allem... konnte er sich so vor einer der schwierigsten Entscheidungen seiner Trainerlaufbahn drücken: Muss ich jetzt eigentlich Manuel Neuer in der 119. als sicheren Elfmeterschützen und Back-Up für Sven Ulreich einwechseln? Schließlich könnten die neuen Regelauslegungen aus den Jugendturnieren dazu führen, dass man plötzlich lieber 2 als einen Torhüter auf dem Feld hat, wenn es zu einem Elfmeterschießen kommt... Da wird sich ein Heynckes doch gedacht haben: Ach komm, lass gut sein, ich bin zu alt für den Scheiß...

Aber... sein wir ehrlich... die sind es allesamt nicht gewesen. Denn der Ertrag wäre bei weitem nicht hoch genug um ein derartiges Risiko auf sich zu nehmen. Stattdessen war es:

7. Der VfB Stuttgart!!!
Wer denn sonst? Wer hat denn bitte schön in den letzten Wochen ständig ein "Europa League? Nein Danke!" in die Mikrofone diktiert. Ein "Also ich brauche das nicht!" Wer wäre noch viel mehr als die Eintracht von einem Überraschungs-Abstieg bedroht, wenn man zu viel Energie in den Dörfern Europas liegen lässt. Und wem geht es besser, wenn man erst Mal wirklich und für mehr als eine Saison in der Bundesliga ankommt? Das Dümmste, was dem VfB gerade passieren könnte, wäre eine Qualifikation fürs europäische Geschäft. Und deswegen haben sie sicher gestellt, dass es dazu nicht kommen wird. Und es wird sie niemand verdächtigen...
Aber ich bin ihnen doch auf die Schliche gekommen... und habe die Akten an den BND geschickt... damit sie vernichtet werden, die Stuttgarter sind also sicher...

Donnerstag, 8. Februar 2018

Da geben die sich am Dienstag so richtig viel Mühe...

Also gut, bei genauerem Hingucken musste Werder Bremen zurück in den "Wir spielen gut, gewinnen aber nicht" Konzept zurückkehren, den sie am Wochenende eigenglich überwunden haben wollten...
Und Bayer Leverkusen musste in den Bayern-Modus wechseln... also der "Wir lassen den Gegner 2 Tore Vorsprung, damit es wenigstens spannend aussah" Modus... Oder habt ihr eine bessere Erklärung, wie es zu dem Elfmeter nach Doppelpass von Max Kruse und einem Leverkusener Verteidiger...
Und auch beim 2:0...  presst Bayer Leverkusen extrem geschickt... ok, tief in der eigenen Hälfte... und bei eigenem Ballbesitz... aber irgendwo in China verdrückt Roger Schmidt eine Träne und denkt sich: Ständiges Pressing... das habe ich denen beigebracht...

Das Ergebnis war trotz (oder eigentlich wegen) der anfänglichen Unzulänglichkeiten ein richtig gutes Fußballspiel. Und da sich auch Paderborn wie ein ordentlicher Bundesligist präsentierte und das Positive an einer 0:6 Klatsche gegen den Rekordmeister herausstellte... wurden jede Menge Argumente gesammelt, dass man als Öffentlich Rechtliche im DFB Pokal nicht unbedingt und bei jeder Gelegenheit die Bayern zeigen muss... sondern dass es durchaus auch andere interessante Spiele gibt...

Aber dann... kam der Mittwoch... Von den 3 Mannschaften am Mittwoch spielte eine keinen grauenvollen Fußball... und das war Eintracht Frankfurt... Und so sehr jetzt alle auf der Leistung der Mainzer rum hacken... gegen Wolfsburg hätte das zum Sieg gereicht, gegen Schalke zumindest für die Verlängerung...
Also wenn selbst der Kicker, deren Hauptberuf es ist den deutschen Fußball in einem guten Licht zu präsentieren, von einem richtig schlechten Spiel "ohne prickelnde K.O. Atmosphäre" schreibt...

Anders ausgedrückt: Alle Beteiligten fragen sich im nachhinein, ob das Werfen von Bonbons nicht vielleicht doch ein Grund für einen Spielabbruch gewesen wäre... Die allgemeine Reaktion der Mainzer Fans dürfte ein "Shit, die schmecken ihn, können wir sonst noch was werfen um dieses Elend zu beenden? Nein? Verdammt!" gewesen sein...
Und die St.Pauli Fans denken sich "Aha, damals ist bei uns das Spiel also abgebrochen, weil der Linienrichter Weintrinker ist... woher sollten wir denn das wissen?"

Aber so traurig das klingt: Der Mittwoch war ein eindeutiger Beweis, dass es am Ende doch besser ist die Bayern live zu zeigen... dann kann man wenigstens davon ausgehen, dass eine Mannschaft ordentlichen Fußball spielt...

Das wirklich faszinierende daran ist ja... dass Dominico Tedesco immer behauptet "nicht auf die Tabelle" (oder die Ergebnisse) zu gucken, sondern dass es viel wichtiger ist, eine Spielidee und eine Mannschaft zu entwickeln... ähm... ich will ja nichts sagen... aber im Wesentlichen ist dessen Ruf gerade so gut, weil die Mannschaft im DFB Pokal Halbfinale steht und die Hinrunde auf Platz 2 beendet hat... und das hatte verdammt wenig mit dem angebotenen Fußball zu tun...
Anders ausgedrückt: Wenn er sich an seinen eigenen Ansprüchen messen würde...

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Worst of des "Damit ist der Pokal dann auch entschieden" Achtelfinales

Übertrieben? Vielleicht. Aber bei genauerem Hinsehen... wann haben die Bayern eigentlich zuletzt im Pokal gegen eine andere Mannschaft als Dortmund verloren? Da kommt ihr doch bestimmt sofort drauf...
Die erschreckende Antwort lautet: 2011 auf Schalke... Damals war die Welt noch in Ordnung... also Manuel Neuer ein Schalker...
Aber seit 2011 gilt die Formel: Entweder Dortmund besiegt die Bayern oder Bayern wird Pokalsieger... 

Und sein wir ehrlich... die Schalker sahen am Dienstag nicht so aus, als könnten sie irgendwen gefährlich werden... also wenn die gegen einen echten Gegner gespielt hätten...

Die Schlussphase war auf jeden Fall eines der größten Highlights des Deutschen Sportfernsehens des Jahres. Und gehört in eine Endlossschleife...
Also so als Ticker...
Zunächst irritiert Breel Embolo mit einem formschönen, aber den Ball verfehlenden Fallrückzieher seinen Mitspieler Weston McKennie so sehr, dass dieser mit einer geschickten Meidbewegung das 2:0 verweigert und den Ball stattdessen auf Embolos Rücken ablegt... dann versucht Amine Harit gerade so den Strafraum zu erreichen, bevor seine Beine nachgeben und der zusammen sackt... war ja auch nen anstrengendes Spiel... Aber es gab noch nicht mal Proteste, weil es den Freistoß, den man herausholen wollte, nicht gab... Also außer von Harit selbst natürlich... und zu guter Letzt... holte man wirklich einen Freistoß heraus, den Daniel Caligiuri dann kurz ausführen wollte... kurz heißt hier: Er spielt den Ball über 3 Meter ins Seitenaus... Und ja, Schalke ist aktueller Tabellenzweiter...
Wer diese Darstellung jetzt für Übertrieben hält, (oder wer wie ich einfach von schlechten Fußball gut unterhalten wird...) kann sich die Schlussphase gerne selber nochmal angucken...

Funktioniert hat das alles natürlich, weil Kölns gefährlichster Angreifer Dominique Heintz hieß... und weil die Kölner nach der Führung lieber das 0:1 verteidigten anstatt wirklich anzugreifen...

Oh und das 1:0 fiel stilecht nach einer guten alten, fast vergessenen Schweinsteiger-Ecke... Ernsthaft, irgendwo wird Jogi Löw gesessen haben und ein "Siehst du mal, deswegen habe ich das jahrelang so trainieren lassen" rausgehauen haben...

Man fragt sich schon, warum die ARD nicht darauf bestanden hat, Gladbach - Leverkusen als Pseudo-Westderby zu zeigen... dann hätten wir wenigstens alle Heiko Herrlichs "Das sah sicher blöd aus." Schwalbe gesehen... Ok, dass war eine dieser Aktionen, die man auch so gesehen hat, weil sie durch alle Sozialen Netzwerke ging... aber Live wäre es bestimmt noch mal lustiger gewesen... und vor allen hätten wir nicht die armen Kölner sehen müssen...

Bleibt der große Hoffnungsträger mit dem Meistertrainer in Ausbildung: SC Paderborn 07... die haben allerdings jetzt ein Problem... Da Wolfsburg und Frankfurt in der Verlängerung doch noch Blamagen abwendeten, muss das Team von Steffen Baumgart jetzt definitiv gegen einen Bundesligisten ran...
Hier ist meine Vorhersage: Paderborn zieht am 7. Januar (geschickt, wie der DFB die Spannung in diesem Wettbewerb bis zum nächsten Jahr hoch hält....) Schalke, besiegt die dann und Dortmund verliebt sich mal wieder in den Trainer, der die Schalker aus einem Pokalwettbewerb gekegelt hat... weil dies das letzte Mal so gut funktioniert hat...

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Worst of der "großen Sensations" Pokalrunde!!!

Ja!!! Es ist tatsächlich passiert! Es hat sich kein einziger Bundesligist blamiert!!! Das ist dem Kicker sogar eine Extra-Story wert. Mit Sätzen wie "Und siehe da: Auch das gelang." und "3:0 für Liga 1!"... Sensationell. Außergewöhnlich. Und völlig überraschend...

Wobei man das natürlich mit einem Sternchen versehen muss... schließlich verloren Berlin und Hoffenheim gegen gefühlte Zweitligisten...

Werder Bremen und der 1.FC Köln scheinen dieses Jahr ja auch einer eigenen Mission zu sein: Das Pokalfinale zu erreichen, ohne auch nur ein einziges Ligaspiel zu gewinnen... Und gerade wo ihr denkt: Das ist doch absurd... wirft mit Martin Schmidt zumindest ein dritter Trainer seinen Hut in den Ring: Challenge Accepted!!!

Aber kommen wir zum eigentlichen... zum großen Elefanten, der da im Raum steht...
Robert Lewandowski: "Wie jetzt, Pierre-Emerick Aubameyang lässt angeblich zu viele Torchancen aus... und kriegt deswegen eigene Posts? Wartet, das kann ich viel besser!!!"
Und ähm... ja, das kann ich an der Stelle nur bestätigen: Das war schon ein schönes Bewerbungsvideo für die Dortmunder, die der... nun ja... Ex-Dortmunder da zusammen gestellt hat...

Nebenbei führt die Aubameyang - Lewandowski Debatte ja nur zu den Grundlegenden Problemen in der Fußball-Analyse: Es gibt einfach keine guten Maßstäbe... Also niemand kann wirklich festlegen, was alles eine Großchance ist... Das liegt ja irgendwie auch am Spieler... also wenn Lionel Messi den Ball in Strafraumnähe annimmt, ist das eigentlich immer eine Großchance, wenn Simon Terodde im Strafraum an den Ball kommt ist es auf keinen Fall eine...
Dasselbe gilt ja für Zweikämpfe, wo keiner genau weiß, was jetzt alles als Zweikampf gilt oder nicht... Und eine gigantische Laufleistung liest sich immer erst Mal toll, aber wenn man nur hinterher rennt...
So kommt es am Ende immer aufs Gefühl an... Ich werde halt einfach das Gefühl nicht los, dass Aubameyang einer dieser Top-Stürmer aus den 70er Jahren ist... also damals, als man wirklich ausschließlich an Toren gemessen wurde...
Bei Robert Lewandowski habe ich eher das Gefühl, dass er dazu gezwungen wird, ein Strafraumstürmer zu sein... weil die Gegner halt so selten hinten rausrücken, dass er quasi nur im Strafraum angespielt werden kann... Und ja, früher hat Lewandowski mehr an Bundesligaspielen teilgenommen als heutzutage...
Ich habe dieselbe Debatte quasi schon mal mit Mario Gomez und Lewandowski geführt, als letzterer noch Borusse war... Und für mich gilt halt: Ein Weltklasse Stürmer muss in diesem Jahrzehnt einen größeren Wirkungsradius als den Strafraum haben. Nebenbei hat Gomez als Bayern-Stürmer dieselbe "Entwicklung" zum Strafraumspieler durchgemacht, wie der Pole...
Ich wollte ja auch nicht behaupten, dass der Aubameyang ein totaler Vollpfosten ist. Der Mann erzielt in schöner Regelmäßigkeit Tore gegen Real Madrid. Der ist schon Champions League tauglich. Aber er ist halt nicht die Weltklasse, die man uns ständig einreden will...
Gerade das Gedankenspiel am Ende wird da relativ spannend: Wie würden die Dortmunder dastehen, wenn einer der anderen 5 Tore Stürmer für Aubameyang spielen müsste... und da ist dann halt plötzlich Martin Harnik dabei... Und der ist dieses Jahr (abgesehen von der einen Szene) erstaunlich gut darin, den Ball ins Tor zu stolpern...
Aber spätestens bei Uth, Werner oder Volland dürften die Unterschiede für den Tabellenführer kaum auffallen.
Und ein Weltklasse Spieler sollte halt nicht zu ersetzen sein... Das Gefühl habe ich bei Aubameyang halt nicht wirklich.
Andererseits ist dies natürlich die Frage nach der Henne und dem Ei. Also ist Aubameyang so gut, weil er ständig frei gespielt wird? Oder kann er ständig angespielt werden, weil er so gut ist?
Denn eines würde ich nie in Frage stellen: Es gibt auf der Welt keinen Spieler, der sich so gut und so konstant im Strafraum freiläuft und dann völlig blank zum Abschluss kommt. Da ist er für mich auch ein absolutes Phänomen... Denn genau genommen kann es doch nicht so schwer sein, denn Mann im Strafraum in Manndeckung zu nehmen und ihn dann nicht aus den Augen zu lassen... Da er es aber gegen jeden Gegner schafft sich davon zu stehlen... ist es das anscheinend schon...
Aber eine einzige herausragende Fähigkeit macht halt noch keinen Weltklasse-Spieler...Das mag jetzt natürlich auch an meiner peniblen Auslegung von Weltklasse sein... aber das ist halt die "Summa-Cum-Laude" "5 Sterne" Kategorie... Da kommen Spieler mit offensichtlichen Schwächen nicht rein...

Sonst noch was... oh ja... das andere große Dilemma: Da kriegt man das letzte große Highlight des Fußballjahres Live über die ARD ins Wohnzimmer geliefert... und dann sagt sich der Schiedsrichter: "Nö, da hab ich keinen Bock drauf, das ruiniere ich euch..." Wie soll man die Leistung von Felix Zwayer sonst bewerten? Es wäre wirklich spannend gewesen, wie das Spiel ohne einen überforderten Schiedsrichter ausgegangen wäre...
Dass die Bayern-Profis dann in Person von Matts Hummels Ralf Rangnick davon abhalten wollen, Einfluss auf den Schiedsrichter zu nehmen... wenn offensichtlich (und Markus Gisdol wird an der Stelle behaupten: schon wieder) die Bayern erfolgreich auf den Schiedsrichter Einfluss genommen haben... Darf man das nur als Rekordmeister? Oder nicht mehr, wenn man handfeste Argumente hat? Aber sein eigenes Verhalten in Relationen zu den anderen zu setzen war noch nie eine Stärke von Fußballspielern...
Ich würde mich jedenfalls mal freuen, wenn der nächste Schiedsrichter dem anstürmenden Bayern-Rudel ein "Verpisst euch!" an den Kopf haut... also so, wie man das als Schiedsrichter (wenn auch nicht explizit) eigentlich macht... Denn derzeit macht sich schon das ungute Gefühl breit, dass für die Bayern andere Regeln gelten... dass die ihren Willen kriegen, wenn sie lautstark jammern...

Was mich zum Absoluten Highlight des Abends bringt: Das kam natürlich von Karl-Heinz Rummenigge... wem sonst... der erdreistete sich ein "Es macht keinen Sinn immer über Schiedsrichter eintscheidungen zu diskutieren" rauszuhauen... zumindest nicht, wenn die Bayern im Großen und Ganzen davon profitieren. Nebenbei... hat Matthias "Ich wäre keine guter Journalist, wenn ich nicht nachfragen würde" Opdenhövl natürlich nicht die Eier in der Hose gehabt um Kalle darauf hinzuweisen, dass er das letztens noch ganz anders gesehen hat... Und ja, Opdenhövel hat den "Ich wäre ja kein guter Journalist" Spruch am Anfang des Abends selber gebracht... und dann am Ende selber beantwortet...

Montag, 29. Mai 2017

Ich finde es ja total niedlich.

Wie jetzt alle dieses DFB Pokal Finale analysieren. Sogar Kicker.de macht da dieses Mal mit und schaut genau hin, wie sich Thomas Tuchels Wechseloptionen auf das Spiel ausgewirkt haben... Verglichen mit denen von Niko Kovac.
Die Jungs von der Spielverlagerung gehen wie immer ins Detail und erklären einzelne Rochaden, die mittlerweile aber halt auch der Standard in Fußballdeutschland sind... und selbst der Livekommentator Steffen Simon versuchte vor der Halbzeit halbwegs zu erklären, wie dieser plötzliche Bruch ins Spiel der Dortmunder kam...

Dabei... ist die Lösung doch faszinierend einfach: 11 fitte Dortmunder sind halt besser als 9 1/2 fitte und eine Marco Reus mit einem angerissenen Kreuzband. Schockierend, ich weiß... aber alle Analysen sollten doch genau damit beginnen...

Das macht den Sport ja auch so faszinierend: Eine unglückliche Aktion, in der Marco Reus im Rasen hängen bleibt, und jegliche Taktische Erkenntnisse der ersten 20 Minuten wurden über den Haufen geworfen... und ja, ohne diese Verletzung gewinnt Dortmund das Spiel viel souveräner...

Danach kamen die Dortmunder dann nicht mehr in die Offensivaktionen... und als auch Marcell Schmelzer nachließ, kamen die Frankfurter auch in ihre Offensivaktionen. Als die beiden dann zur Pause ausgewechselt wurden, ging das Spiel direkt wieder in eine andere Richtung.

Am Ende lernen wir daraus: Egal, wie gut man seine Mannschaft vorbereitet, am Ende entscheiden immer noch Einzelaktionen der Spieler die Richtung des Spiels.
Am faszinierenden finde ich es ja, dass gerade die Spielverlagerung das Verhalten von Reus nach seiner Verletzung komplett ignoriert... wahrscheinlich wollten sie nicht auch noch einen Knüppel zwischen Tuchels Beine werfen, da liegen derzeit schon genug...

Aber genau genommen hat die Phase vor der Halbzeit gezeigt, dass es im Jahr 2017 unverantwortlich ist einen verletzten Spieler bis zur Pause durchzuschleppen... und Reus konnte halt weder richtige Sprints anziehen noch in die Zweikämpfe gehen... Wenn Dortmund das Finale nicht gewinnt, muss Tuchel sich sachlich fragen lassen, warum er einen offensichtlich nicht mehr spielfähigen Reus auf dem Platz lässt. Aber bei einer Auswechslung vor der Pause hätte der Watzke ihn wahrscheinlich direkt vor dem Gang in die Kabine entlassen... und dann hätte Tuchel Helene Fischers nennen wir es mal "live" Auftritt sehen müssen... also rein menschlich kann ich die Entscheidung Reus so lange auf dem Platz zu lassen nachvollziehen...

Und ja, solche Entscheidungen sind immer Emotionale Gratwanderungen. Wie man das macht, macht man es verkehrt. Gerade bei Führungsspielern. Ein Spieler wird einem an der Stelle immer sagen, dass es schon weiter gehen wird. Einzig Christoph Kramer hatte im WM Finale genügend Weitblick um anzuerkennen, dass er der Mannschaft mit einer Gehirnerschütterung nicht helfen kann... ein Cristiano Ronaldo wollte das dagegen beim EM Finale Partout nicht einsehen... Nur um mal zu erwähnen, dass solche "Heldentaten" gar nichts außergewöhnliches mehr sind...

Natürlich packt man an der Stelle gerne die Geschichten von früher aus. Wie man mit gebrochenen Arm einfach weiter gespielt hat. Wie man mit gerissenem Kreuzband noch schnell ein Tor erzielt. Selbst die Aktion von Otto Addo ist jetzt bald 15 Jahre her (Ob es dazu dann nächstes Jahr das Kicker-Sonderheft gibt?)... und wenn man 2017 so über den Platz humpelt, wird man nichts mehr erreichen.

Das ist halt die wirklich wichtige Erkenntnis: Selbst gegen den letzten der Rückrundentabelle brauchst du im Jahr 2017 eine komplett fitte Mannschaft um dein Spiel aufzuziehen. Das zeigt halt auch nur noch mal, wie sich der Fußball in der letzten Dekade weiter entwickelt hat.

Und ja, in den Schlussphasen und Verlängerungen wird das dann wieder eine andere Geschichte. Da gehen aber halt alle auf dem Zahnfleisch und man spielt effektiv kein "modernes 11 gegen 11" mehr, weil kaum noch jemand die Wege gehen kann...

Donnerstag, 9. Februar 2017

Das einzige, wozu so eine Pokalrunde doch "gut ist"... ein richtig amtliches Worst of

Ganz ehrlich... ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll...

Beginnen wir bei... Mario Götze. Der holte sich eine Muskelverletzung ab, als er sah, wie Andre Schürrle und Marco Reus zusammen knallten... und Schürrle so: Doch nicht der, dessen Verletzung hilft mir doch nicht weiter...

Und ja, gestern ab Minute 60 hatte ich wirklich nichts besseres zu tun... ich habe also genau richtig eingeschaltet, um Vedad Ibisevics Bewerbung für den Gomez des Monats nochmal in der Wiederholung zu sehen...

Und danach dann... die wohl epischte Verlängerung aller Zeiten. Boah, war das gut. Also für den Zyniker in mir...

Lasst uns mal kurz eine Rechnung aufmachen. Auf der Plus Seite stehen die Dinge, die ein Fußballspiel so ausmachen... Tore. Strafraumszenen. Torchancen. Paraden. Spielzüge. Davon gab es in der Verlängerung... 0.

Auf der anderen Seite... hatten wir Fouls, Verletzungen, Zeitspiel... einen falsch ausgeführten SCHIEDSRICHTERBALL von Andre Schürrle(!) und den sinnlosesten Platzverweis der jüngeren Geschichte für Sokratis.
Auch wenn Steffen Simon an der Stelle ein "Kann der Schiedsrichter da nicht weggucken" bringt... Nein! Kann er nicht. Deniz Aytekin macht ihm nach der ersten unangemessenen Geste Richtung Schiedsrichter klar, dass es genau dafür Gelb gibt... und danach bringt der Grieche 5 (in Worten FÜNF) weitere unangemessene Gesten Richtung Schiedsrichter. Es hat lange niemand mehr so um einen Platzverweis gebettelt. Dabei stand da noch gar nicht fest, dass es als nächstes gegen Lotte geht... Und ja Aytekin hat ja versucht, nicht hinzugucken. Aber nach dem 4. Mal hatte er einfach keine andere Wahl...

Und dann war da noch der großartigste Kommentar aller Zeiten vom Simon: "Eine Führerbinde als Wanderpokal - das gibt's auch nicht alle Tage"... das letzte Mal gab es so was 45... 

Aber dann... kam ja noch das Elfmeterschießen. Und das epischte aller möglichen Enden: Salomon Kalous "Kick it like Beckham" Gedächtnis-Elfmeter. (by the way: Beckham hat 2 davon abgeliefert... Das nenn ich mal einen Konzeptkünstler am Ball...) Und ja, die anderen Hertha-Elfmeter waren auch schon grausam geschossen. Aber Kalou hat in echter Führungsspielermanier noch mal alles überboten.

Thomas Tuchel wird hinterher folgendes gesagt haben: "Das war ein 4:0 in einem Elfmeterschießen versteckt. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, dass sie meinen Matchplan so gut umgesetzt hat. Uns war schon zu Saisonbeginn klar, dass die Bayern in diesem Wettbewerb nur übers Elfmeterschießen zu schlagen sind, deswegen ist unser Plan vor dem unausweichlichen Duell mit ihnen so viele Elfmeterschießen wie möglich zu bestreiten. Das ist uns bisher überragend gelungen..."

Lukas Hradecky, Zitat der Woche: "Ich wollte pünktlich nach Hause"... Und die fest gefrorenen Dortmund Fans so: Warum wollten unsere Jungs das nicht?

Was ich mich an der Stelle frage: Warum hat Valerien Ismael das nicht auch nach seinem Ausscheiden so gesagt... ich meine, der hat doch sonst alles positive aus diesem Spiel hervorgehoben... dass man wenigstens nicht abgeschossen wurde. Dass man es immerhin geschafft hat, knapp zu verlieren. Und dass man am Ende fast noch die Halbchance auf den Ausgleich gehabt hätte.
Laut Kicker (der das Spiel mit der Schlagzeile "Inkonsequenz besiegt Passivität" belegt) war die einzige Ballberührung der Wolfsburger im gegnerischen Strafraum eine "verpatzte Ballannahme von Yannick Gerhardt".
Allein schon die Aufstellung... ist ein klarer Hinweis darauf, dass Wolfsburg dieses Jahr echt keinen Bock auf irgendwas hat. Ich meine, die Bayern präsentieren sich so verwundbar wie seit Jahren nicht mehr... und du bringst in einem Spiel, dass dir gefühlt die Teilnahme an der Europa League bringt, deinen Ersatztorwart? Und lässt deinen einzigen guten Stürmer 60 Minuten lang auf der Bank? What the fuck?
Gerüchte weise war Gerharts Stockfehler genau  der Moment, in dem Philipp Lahm sich selber fragen musste "Warum tue ich mir das eigentlich noch an? Sind die 5 spannenden Spiele im Jahr den Aufwand wirklich noch wert?" Und darauf hin spontan beschloss sein Karriereende vorzuziehen. Also auch offiziell und nicht so wie Thomas Müller, der seine Torjägerkarriere einfach heimlich und ohne es jemanden mitzuteilen beendet hat.

Und als letztes absolutes Pokalhighlight: "Der Schnee bot mehr Gegenwehr als 1860." Jetzt muss Lotte nur noch das nächste geplante Elfmeterschießen gegen Dortmund gewinnen und schon sind sie im Halbfinale.

Aber hey, ich muss zugeben, dass diese Pokalrunde echt Bock auf mehr gemacht hat. Also beim Zyniker in mir. Der muss sich jetzt nur noch ein lustiges Trinkspiel zum Viertelfinale ausdenken. So: jedes mal, wenn der Kommentator "ein richtiger Pokalfight" sagt, gibt es 4 CL Stroh 80 pur...

Dienstag, 7. Februar 2017

Make the DFB Pokal great again!!!

Yes we can!!!

Also zunächst mal muss man an der Stelle natürlich festhalten, dass der DFB Pokal bei mir gerade auf Augenhöhe mit den Altstar Hallenturnieren liegt: Wenn ich sonst nichts zu tun habe, gucke ich mir das halt an... aber irgendwie habe ich meistens doch was anderes zu tun...

Dieser Wettbewerb, der halt so sehr von den Sensationen lebt, ist halt mittlerweile so traurig berechenbar: Die ARD zeigt uns, wie die Bayern irgendwen mehr oder weniger überzeugend aus dem Stadion schießen. Während ganz Deutschland auf das eine wirklich große Los wartet... also Bayern gegen Dortmund oder Dortmund gegen Schalke...

Aber das andere Problem ist halt: Selbst in den Jahren, in denen es nicht nur um den Briefkopf der Bayern geht... geht es gefühlt um nix.

Also ja, die Stimmung in Berlin soll immer ganz toll sein. Wenn man ein Anhänger des teilnehmenden Vereins ist, stimmt das bestimmt auch. Dann freut man sich bestimmt auch über den Titel... und stellt dann fest, dass man deswegen jetzt Europa League spielen muss... oh fuck...

Ok, wir sind nicht in England oder Italien, wo genau das die Reaktion wäre, aber wir sind nicht so weit weg davon: Wenn man Europa League spielt, verschwindet man unter der Woche im Wesentlichen in der Versenkung. Vielleicht hat man Glück und kriegt das eine gute Los und hat damit wenigstens einen alten Europa League Klassiker... Wahrscheinlicher ist es, dass man gegen Vereine antreten muss, dessen Name wie sinnloses Kindergebrabbel klingt... Qäbälä halt...
Und ja, im März könnte auch dieser Wettbewerb spannend werden... aber bis dahin ist er eine Tortur... die sogar den einen oder anderen Verein direkt in den Abstiegskampf geführt hat.

Wie ändern wir das?

Ganz einfach: Der DFB Pokal Sieger startet in der nächsten Saison in der Champions League. Aber nur der. Wenn der Pokalsieger schon unter den Top 3 der Liga steht, rückt der 4. und nicht der Verlierer nach.

Auf ein Mal kriegen die Geschichten einen ganz anderen Drive: Kann Wolfsburg (oder, hey warum nicht, Astoria Walldorf) diese verkorkste Saison noch retten? Also so richtig und nicht nur so ein bisschen.
Stellt euch mal das absolute Traumfinale in der aktuellen Konstellation vor: Schalke gegen Dortmund. Dortmund ist in der Liga irgendwie doch nur 4. geworden. Jetzt darf der Gewinner dieses Ruhrderbys nächstes Jahr an die großen Fleischtöpfe, der Verlierer spielt gar nicht oder nur zweitklassig International.
Das größte Deutsche Derby und es steht richtig was auf dem Spiel... vergleichbar mit dem legendären (ich nenn das mal so, ihr wisst, was ich meine) "Asamoah läuft zu Fuß zurück" Derby.

Nun muss man an der Stelle natürlich zugeben, dass ein Finale Schalke - Dortmund auch dann eine extreme Wirkung zeigen würde, wenn es nur ums Hallenmasters geht. Das Spiel ist halt eine dieser Ausnahmeansetzungen.
Aber seid mal ganz ehrlich: Wie sehr würde euch ein mögliches Finale Wolfsburg gegen Hamburg interessieren? Es sei denn es wir in dem Spiel geklärt, wer an die großen Fleischtöpfe kommt. Alles oder nichts... Und der HSV spielt das Ding zwischen 2 Relegationsspielen aus...

Wobei man natürlich realistisch betrachten muss: Fußball ist halt keine Lotterie. In 8 von 10 Jahren steht der Pokalsieger am Ende eh unter den Top 4. Was natürlich auch dadurch begünstigt wird, dass die Bayern das Ding in 6 von 10 Jahren gewinnen. Aber die Geschichten des Pokals würden eine ganz andere Intensität erfahren. Weil schon die erste Runde mit dem "6 Siege bis zur Champions League" beginnt. Die Profimannschaften würden die Auftaktrunden nicht mehr so leichtfertig wegwerfen. Die Amateure würden immer noch alles geben. 

Und wenn dann ab dem Achtelfinale abzusehen ist, wie gut oder schlecht die Saison für die Bundesligisten verläuft, wird aus einem mittelmäßigen Bundesligaspiel (und die sind meistens auch eher mittelmäßig anzuschauen) eine verdammt wichtige Geschichte.

Das ganz große Problem an dieser Reform: Es ist natürlich eine Kapitulation vor der Realität. Schließlich gibt man damit ziemlich offen zu, dass es eigentlich nur noch darum geht, sich für den einen einzig wichtigen Wettbewerb zu qualifizieren...
Aber... nun ja... so sieht das nun mal aus. Vor allem, weil die Europa League so eine zähe Qual geworden ist. Und das wird ja dank der neusten Champions League Reform eher schlimmer als besser werden.

Es gibt halt dieses eine gelobte Land, in dass jeder Verein kommen muss, wenn es bei ihm wirklich besser werden soll. Und für mich persönlich ist die Frage "Wie erreicht wer dieses gelobte Land" neben dem Abstiegskampf die spannendste und wichtigste der Bundesliga. Ich kann halt auch nichts dafür, dass es (abgesehen von dem kurzen Adrenalinrusch auf der Meisterfeier und dem Platz im ersten Lostopf) vollkommen egal ist, ob du Erster oder Zweiter in der Bundesliga wirst. Und ja, früher war das anders. Jetzt... trauerst du kurz und denkst dir dann "Geil, nächstes Jahr kommt wieder Real Madrid! Das wird man auch nicht mehr ändern können.

Arsene Wenger hat das ja mal auf den Punkt gebracht, als er mehr oder weniger deutlich sagte, dass für ihn das wichtigste der 4. Platz ist. Ob er dann 2. oder 4. wird... 15 oder 25 Punkte Rückstand auf den Meister hat... ist relativ egal. Hauptsache wieder Champions League...

Die einen, die sich natürlich wirklich dagegen wehren könnten... wäre die Uefa... schließlich kann nicht jeder einfach so festlegen, wen sie denn schicken wollen... aber denen schicke ich dann als DFB einen Brief, in denen ich ihnen erkläre, wofür das Wort "Champion" eigentlich steht... Und dass der DFB Pokal SIEGER eher ein Champion ist als der 4.platzierte in der Liga...

Oh und nebenbei hängt man die verlässlichen Trauben in der Liga noch etwas höher. Es reicht halt nicht mehr sich auf dem 4. Platz auszuruhen, man muss wirklich weiter den dritten Platz attackieren. Gleichzeitig muss der 3. nicht auf den 5., sondern auf den 4. im Rückspiegel achten. Wir kriegen durch diese einfache Regeländerung also einen interessanteren Pokal und eine spannendere Liga...

Mittwoch, 16. November 2016

Ein Herz für die Kleinen!

Wo wir schon beim Thema sind... können wir direkt das nächste Fass aufmachen:

Und ja, ich mag Themenwochen, das wirkt dann immer so, als wenn ich einen Plan hätte und nicht einfach drauf los schreibe.

Des neuste Lieblingskind der großen Vereine heißt ja "DFB Pokalreform". Also da haben sie endlich mal was gefunden, wo sie wirklich gerne weniger spielen würden... ja, DIE Vereinsmannschaften, bei denen es sonst nur ein Ziel haben: möglichst viele Spiele aneinanderreihen. 

Und genau so wie Thomas Müller gestern haben die Europacup Teilnehmer aus ihrer Perspektive sogar recht. Verpassen dadurch aber vollkommen den entscheidenden Punkt.

Denn rein finanziell lohnt sich die erste DFB Pokalrunde für diese Vereine nicht. Und sportlich ist sie auch eher fragwürdig.
Lustiger Weise behauptet Horst Heldt an der Stelle, dass eine Woche mehr Saisonvorbereitung für die Bundesligisten wirklich wichtig wäre. Einen Unterschied ausmachen würde... Ähm...

Ich sag das mal so: Der DFB Pokal ist doch Teil der Vorbereitung. Und im Gegensatz zu den Qualifikationsrunden fürs Europäische Geschäft sind die sogar richtig entspannt.
Also nur um das mal festzuhalten: Bei der Hertha beschwert sich niemand, wenn die mitten in der Vorbereitung zu einem Pflichtspiel nach Kopenhagen fliegen müssen... Aber das Duell mit Jahn Regensburg ist dann "too much"? Ernsthaft?

Und um das DFB Pokalspiel kann man seine Vorbereitung einfach planen. Man hat quasi 7 Tage vor dem Ligastart eine sportlich gesehen entspannte, aber schon unter Pflichtspiel Bedingungen statt findende Generalprobe. Danach trainiert man noch ne Woche und dann geht es richtig los. Ich sehe da echt das Problem nicht, dass uns die großen Vereine einreden wollen... ok abgesehen davon, dass man ne Woche früher aus Asien oder Amerika zurückfliegen muss... Ja... genau... DAS ist das einzige Problem...

Viel wichtiger: Es geht auch an der Stelle einfach nicht um die Großen. Es geht darum, dass der Bischofswerdaer SV 2 Siege und ein bisschen Losglück davon entfernt ist, gegen einen echten und amtierenden Weltmeister zu spielen.

Und wenn du dann noch der Typ bist, der das Tor gegen die Bayern erzielt hat... ja, klar, das 1:13, aber du wirst trotzdem eine Vereinslegende. Fragt mal bei Roland Stein nach. Klar, uns sagt der Name nichts, aber in Vestenbergsgreuth ist das immer noch der Typ, der die Bayern abgeschossen hat. Oder Rudi Thömmes, dessen Pokalexzesse es sogar auf eine eigene Wikipedia Seite geschafft haben.

Aktuell sind wir uns nicht ganz einig, ob der FC Astoria Walldorf eigentlich extremes Losglück oder furchtbares Lospech hatte... Genau genommen kann man gar keine Schlimmere Reihe als Bochum, Darmstadt, Bielefeld ziehen. Also es gibt echt nicht viel, was noch schlimmer sein könnte als Darmstadt... Aber der Regionalligist ist immer noch dabei.

Vor allem können all die Amateurmannschaften ihren kompletten Saisonetat gefühlt über eine Runde im DFB Pokal abdecken. Und für die Spieler auf dem Platz ist es das Spiel des Lebens.
Genau darum geht es halt in der ersten Pokalrunde. Und ja, der Schluss ist derselbe wie gestern: Man muss es als hoch bezahlter Millionär auch 2 Mal im Jahr verkraften können, dass es nicht primär um einen selbst geht.

Montag, 23. Mai 2016

Worst of des "Nehmt die Schaufel und schlagt zu!" Pokalfinales

Ach Mehmet... Ich war ja echt schon froh, dass er dieses Mal mehr gesagt hat als "da wird noch was passieren..." Aber auch das hat er wie schon in der Relegation ziemlich genau erkannt...

Passiert ist dann natürlich... nichts...

Und darüber sollte man als aller Erstes reden: In den letzten 210 Minuten unseres absoluten, demnächst hoffentlich endlich mal einen eigenen Namen kreierenden, Spitzenspiels wurden insgesamt 0 Tore erzielt... Das kann man drehen und wenden wie man will... am Ende ist es eine Endtäuschung.

Aus Dortmunds Sicht kann man ja beinah verstehen, dass die erst ab der 84. Minute aufs Tor spielen... als sie das letzte Mal früher in Führung gegangen sind, wurden sie danach traumatisierend geschlagen. Aber dass selbst die Bayern kaum noch zwingende Chancen gegen die Borussia erspielen. Spricht hauptsächlich für die Verteidigungsarbeit unter Thomas Tuchel... Aber dass sich der beste Tabellenzweite so wenig im eigenen Offensivspiel zutraut... Also über die gesamten 210 Minuten... zeigt halt am Ende nur, wie gut und weit weg die Bayern wirklich sind. Selbst der beste Vizemeister aller Zeiten ist absolut zufrieden, wenn er irgendwie ein 0:0 über die Zeit rettet... 2 Mal in Folge...

Was natürlich auch daran liegt... dass dem Schiedsrichtergespann der Arsch in der Hose fehlte.
Und ja, auch das kann man drehen und wenden, wie man will... Franck Ribery hätte Rot sehen müssen zwingend.
Ich meine, der Kicker verbreitet das Bild, in dem der 4. Offizielle Bastian Dankert Ribery an genau dem Arm hält, an dem sich die Hand befindet, mit der er dann Gonzalo Castro ins Auge fasst. Dass er das also nicht mitbekommen hat, ist quasi unmöglich. Dieses Bild ist ein festgehaltener Stinkefinger für alle Dortmundanhänger.

Dass Ribery sich dann auf die Kindergarten-Gerechtigkeit rausreden will... ähm... Der Junge ist jenseits der 30... also weit weg von einem "aber der andere hat angefangen" Alter... Andererseits hat ihm diese Kindergartenlogik laut Kickeraussagen bereits 4 Mal vor einem Platzverweis gerettet... es ist also nicht so, dass er ein Unschuldslamm ist...

Und nur so zum "Wer hat angefangen" Thema: Das war genau genommen auch Ribery... denn die ganze Aktion geht damit los, dass er völlig übermotiviert Julian Weigl umtritt... weil Castro in vorher hart (aber nach ermessen des Schiedsrichters nicht mal unfair) gegen Ribery vorgegangen ist... ich will ja nichts sagen, aber schon für diesen Tritt hätte er Gelb kriegen müssen... Allein schon weil man ihn sekundenlang ausholen sieht. Der hat nur das Ziel, sich für den Tritt gegen ihn zu revanchieren... Kindergarten-Logik halt...
Und ja, wenn man sich das Trikot vom Laib reißt und auf den Zaun klettert, kriegt man dafür Gelb-Rot... Warum also nicht, wenn man erst seinen Gegner foult und danach eine Rudelbildung provoziert auch? nur so ne Idee...
Dass Castro am Ende dafür verwarnt wird, dass er sich hat ins Auge fassen lassen... und ja, auch Castro verhält sich nicht völlig korrekt... aber beide mit demselben Strafmaß zu belegen, ist definitiv verkehrt...

Dass Aturo Vidal sich danach auch noch 2 Mal für einen Platzverweis bewirbt... 
Was ja aus Dortmunder Sicht nicht so wild gewesen wäre... wenn es nicht das dritte Finale gegen die Bayern wäre, in dem man verpfiffen wird... also nicht nur aus Dortmunder Sicht sondern von den Experten belegt... im Champions League Finale 2012 traute sich Niccola Rizzoli nicht Ribery (natürlich schon wieder den) für seine Tätlichkeit frühzeitig duschen zu schicken. Und Dante hätte er Gelb-Rot geben müssen... das ist exakt derselbe "Spielverlauf" wie gestern... Und im Pokalfinale das Jahr drauf wurde ihnen innerhalb von 60 Sekunden ein Tor und ein Elfmeter verweigert... Stellt euch einfach mal vor, wie Uli Hoeneß oder Karlheinz Rummenigge reagieren würden, wenn sie gegen ein Verein 3 Finale in Folge auf diese Weise verlieren? Ich erwähne es ja nur...

Und ja, die Situationen gleichen sich frappierend: Jedes mal hatte der Schiedsrichter einfach nicht die Eier um eine kritische Entscheidung gegen die Bayern zu treffen. Und jedes Mal wurde hinterher von eklatanten Fehlentscheidungen, von denen die Bayern profitieren, geschrieben... dass das den Dortmundern allerdings zum dritten Mal passiert, fällt nur in einem Nebensatz... weil man damit ja die wirklich unangenehmen Debatten lostreten könnte...

Aber hey, aus Bayern Sicht ist das natürlich alles kein Grund, sich aufzuregen... Und Franck Ribery ist halt nur ein niedlicher Filou... der halt dank seiner Narbe auch selber nicht genau wissen kann, wo sein Gesicht und wo sein Hinterkopf anfängt...
Das finstere Geheimnis des Ribery ist aber: Der braucht das. Der braucht diese Niglichkeiten und Streitereien um sich wirklich in Fahrt zu bringen. Schon gegen Atletico Madrid dachte ich mir im Rückspiel einfach nur auf Grund der Diskussionen jenseits des Balles, dass Ribery sich heute wieder für eine Rote Karte bewerben will... da hat er noch die Kurve gekriegt, aber auch entsprechend dürftig gespielt.
Nach dem eigentlichen Platzverweis am Samstag hat er dann aber erst Mal richtig losgelegt und mit einem ganz anderen Elan gespielt. Der hat aus seinem eigentlichen Platzverweis die nötige Motivation gezogen, um sich so sehr zu verausgaben, dass er am Ende kaum noch über die Bande klettern konnte... was wir dann aller wieder zutiefst sympathisch finden sollten...
Und ja, die Bilanz an Ausrastern gerade in großen Spielen belegt diese These. Und wahrscheinlich lügt uns Ribery nicht mal an, wenn er sich in die Opferrolle schieben will... laut eigener Wahrnehmung ist er das sogar. Anderseits ist das ja nun ein Satz, der auf alle Fußballprofis zutrifft...

Ich mach ihn da auch gar keinen Vorwurf draus. Hey, einen Maik Franz habe ich dafür geliebt, dass er immer wieder solche Scharmützel brauchte um überhaupt auf Bundesliganiveau zu kommen... jetzt habe ich aber allen Ribery-Sympathisanten den Franz Vergleich in den Hinterkopf gesetzt... Nur das Ribery eigentlich ein viel besserer Fußballer ist... Ein Elite-Franz sozusagen... der es gar nicht nötig habe sollte auf so viele potenzielle Platzverweise zu kommen...
Vor allem müssen sich die Bayern Fans auch bewusst werden, dass der eine tickende Zeitbombe ist. Der in jedem entscheidenden Spiel ein Risiko auf einen Platzverweis darstellt... und ihr könnt nicht immer davon ausgehen, dass der Schiedsrichter das Auge schon zudrücken wird... Also für mich ist Ribery mittlerweile immer der größte Hoffnungsträger, wenn ich auf ein Ausscheiden der Bayern hoffe...
Anders ausgedrückt: Wenn sich Ribery irgendwann per Kopfstoß von der Fußballwelt verabschiedet, werde ich nicht schockiert sein... und ja, auch Zinedine Zidane war so ein großartiger Fußballer mit dem Hang zur Tätlichkeit... Nur um zu verdeutlichen, dass das Konzept gar nicht so ungewöhnlich ist... aber auch um zu belegen, dass solcher Spieler durch Erfahrungen nicht zwingend schlauer werden...