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Montag, 23. Mai 2016

Worst of des "Nehmt die Schaufel und schlagt zu!" Pokalfinales

Ach Mehmet... Ich war ja echt schon froh, dass er dieses Mal mehr gesagt hat als "da wird noch was passieren..." Aber auch das hat er wie schon in der Relegation ziemlich genau erkannt...

Passiert ist dann natürlich... nichts...

Und darüber sollte man als aller Erstes reden: In den letzten 210 Minuten unseres absoluten, demnächst hoffentlich endlich mal einen eigenen Namen kreierenden, Spitzenspiels wurden insgesamt 0 Tore erzielt... Das kann man drehen und wenden wie man will... am Ende ist es eine Endtäuschung.

Aus Dortmunds Sicht kann man ja beinah verstehen, dass die erst ab der 84. Minute aufs Tor spielen... als sie das letzte Mal früher in Führung gegangen sind, wurden sie danach traumatisierend geschlagen. Aber dass selbst die Bayern kaum noch zwingende Chancen gegen die Borussia erspielen. Spricht hauptsächlich für die Verteidigungsarbeit unter Thomas Tuchel... Aber dass sich der beste Tabellenzweite so wenig im eigenen Offensivspiel zutraut... Also über die gesamten 210 Minuten... zeigt halt am Ende nur, wie gut und weit weg die Bayern wirklich sind. Selbst der beste Vizemeister aller Zeiten ist absolut zufrieden, wenn er irgendwie ein 0:0 über die Zeit rettet... 2 Mal in Folge...

Was natürlich auch daran liegt... dass dem Schiedsrichtergespann der Arsch in der Hose fehlte.
Und ja, auch das kann man drehen und wenden, wie man will... Franck Ribery hätte Rot sehen müssen zwingend.
Ich meine, der Kicker verbreitet das Bild, in dem der 4. Offizielle Bastian Dankert Ribery an genau dem Arm hält, an dem sich die Hand befindet, mit der er dann Gonzalo Castro ins Auge fasst. Dass er das also nicht mitbekommen hat, ist quasi unmöglich. Dieses Bild ist ein festgehaltener Stinkefinger für alle Dortmundanhänger.

Dass Ribery sich dann auf die Kindergarten-Gerechtigkeit rausreden will... ähm... Der Junge ist jenseits der 30... also weit weg von einem "aber der andere hat angefangen" Alter... Andererseits hat ihm diese Kindergartenlogik laut Kickeraussagen bereits 4 Mal vor einem Platzverweis gerettet... es ist also nicht so, dass er ein Unschuldslamm ist...

Und nur so zum "Wer hat angefangen" Thema: Das war genau genommen auch Ribery... denn die ganze Aktion geht damit los, dass er völlig übermotiviert Julian Weigl umtritt... weil Castro in vorher hart (aber nach ermessen des Schiedsrichters nicht mal unfair) gegen Ribery vorgegangen ist... ich will ja nichts sagen, aber schon für diesen Tritt hätte er Gelb kriegen müssen... Allein schon weil man ihn sekundenlang ausholen sieht. Der hat nur das Ziel, sich für den Tritt gegen ihn zu revanchieren... Kindergarten-Logik halt...
Und ja, wenn man sich das Trikot vom Laib reißt und auf den Zaun klettert, kriegt man dafür Gelb-Rot... Warum also nicht, wenn man erst seinen Gegner foult und danach eine Rudelbildung provoziert auch? nur so ne Idee...
Dass Castro am Ende dafür verwarnt wird, dass er sich hat ins Auge fassen lassen... und ja, auch Castro verhält sich nicht völlig korrekt... aber beide mit demselben Strafmaß zu belegen, ist definitiv verkehrt...

Dass Aturo Vidal sich danach auch noch 2 Mal für einen Platzverweis bewirbt... 
Was ja aus Dortmunder Sicht nicht so wild gewesen wäre... wenn es nicht das dritte Finale gegen die Bayern wäre, in dem man verpfiffen wird... also nicht nur aus Dortmunder Sicht sondern von den Experten belegt... im Champions League Finale 2012 traute sich Niccola Rizzoli nicht Ribery (natürlich schon wieder den) für seine Tätlichkeit frühzeitig duschen zu schicken. Und Dante hätte er Gelb-Rot geben müssen... das ist exakt derselbe "Spielverlauf" wie gestern... Und im Pokalfinale das Jahr drauf wurde ihnen innerhalb von 60 Sekunden ein Tor und ein Elfmeter verweigert... Stellt euch einfach mal vor, wie Uli Hoeneß oder Karlheinz Rummenigge reagieren würden, wenn sie gegen ein Verein 3 Finale in Folge auf diese Weise verlieren? Ich erwähne es ja nur...

Und ja, die Situationen gleichen sich frappierend: Jedes mal hatte der Schiedsrichter einfach nicht die Eier um eine kritische Entscheidung gegen die Bayern zu treffen. Und jedes Mal wurde hinterher von eklatanten Fehlentscheidungen, von denen die Bayern profitieren, geschrieben... dass das den Dortmundern allerdings zum dritten Mal passiert, fällt nur in einem Nebensatz... weil man damit ja die wirklich unangenehmen Debatten lostreten könnte...

Aber hey, aus Bayern Sicht ist das natürlich alles kein Grund, sich aufzuregen... Und Franck Ribery ist halt nur ein niedlicher Filou... der halt dank seiner Narbe auch selber nicht genau wissen kann, wo sein Gesicht und wo sein Hinterkopf anfängt...
Das finstere Geheimnis des Ribery ist aber: Der braucht das. Der braucht diese Niglichkeiten und Streitereien um sich wirklich in Fahrt zu bringen. Schon gegen Atletico Madrid dachte ich mir im Rückspiel einfach nur auf Grund der Diskussionen jenseits des Balles, dass Ribery sich heute wieder für eine Rote Karte bewerben will... da hat er noch die Kurve gekriegt, aber auch entsprechend dürftig gespielt.
Nach dem eigentlichen Platzverweis am Samstag hat er dann aber erst Mal richtig losgelegt und mit einem ganz anderen Elan gespielt. Der hat aus seinem eigentlichen Platzverweis die nötige Motivation gezogen, um sich so sehr zu verausgaben, dass er am Ende kaum noch über die Bande klettern konnte... was wir dann aller wieder zutiefst sympathisch finden sollten...
Und ja, die Bilanz an Ausrastern gerade in großen Spielen belegt diese These. Und wahrscheinlich lügt uns Ribery nicht mal an, wenn er sich in die Opferrolle schieben will... laut eigener Wahrnehmung ist er das sogar. Anderseits ist das ja nun ein Satz, der auf alle Fußballprofis zutrifft...

Ich mach ihn da auch gar keinen Vorwurf draus. Hey, einen Maik Franz habe ich dafür geliebt, dass er immer wieder solche Scharmützel brauchte um überhaupt auf Bundesliganiveau zu kommen... jetzt habe ich aber allen Ribery-Sympathisanten den Franz Vergleich in den Hinterkopf gesetzt... Nur das Ribery eigentlich ein viel besserer Fußballer ist... Ein Elite-Franz sozusagen... der es gar nicht nötig habe sollte auf so viele potenzielle Platzverweise zu kommen...
Vor allem müssen sich die Bayern Fans auch bewusst werden, dass der eine tickende Zeitbombe ist. Der in jedem entscheidenden Spiel ein Risiko auf einen Platzverweis darstellt... und ihr könnt nicht immer davon ausgehen, dass der Schiedsrichter das Auge schon zudrücken wird... Also für mich ist Ribery mittlerweile immer der größte Hoffnungsträger, wenn ich auf ein Ausscheiden der Bayern hoffe...
Anders ausgedrückt: Wenn sich Ribery irgendwann per Kopfstoß von der Fußballwelt verabschiedet, werde ich nicht schockiert sein... und ja, auch Zinedine Zidane war so ein großartiger Fußballer mit dem Hang zur Tätlichkeit... Nur um zu verdeutlichen, dass das Konzept gar nicht so ungewöhnlich ist... aber auch um zu belegen, dass solcher Spieler durch Erfahrungen nicht zwingend schlauer werden...

Dienstag, 9. September 2014

Kann man einen Spieler dazu zwingen, für sein Land zu spielen?

Genau das scheint Michel Platini im Falle Franck Riberys durchziehen zu wollen...

Abgesehen davon, dass es durchaus fragwürdig ist, dass Platini die Rücktrittwelle nach der WM relativ egal war... bis ihm bewusst wurde, dass ja auch ein nicht ganz unwichtiger Franzose nicht mehr für SEIN Land spielen will... der Junge ist UEFA Präsident...

Das lustigste an den Aussagen ist ja der "Die EM findet 2016 in Frankreich statt, nicht in Polen. Da muss er doch spielen wollen." Teil... Das ist zunächst mal eine recht respektlose Aussage gegenüber den Polen.... Und dann hat Platini anscheinend nicht soo genau hin geguckt, wie das Verhältnis zwischen Nationalmannschaft und Fußballfans in Frankreich eigentlich aussieht... Schlecht ist da noch eine freundliche Beschreibung...

Aber zum eigentlichen: Kann man Ribery zur Nationalmannschaft zwingen? Und ihr könnt ja mal bei Zinedine Zidan, Lilian Thuram und Claude Makelele nachfragen... die Franzosen geben nicht so leicht auf... Und Makelele war alles andere als erfreut, dass er den öffentlichen Druck damals nachgeben musste...

Die Frage ist: Muss Ribery dies auch tun? Der hat doch in Frankreich eh die Beliebtheitswerte eines FDP-Politikers... Und Wwahrscheinlich bleibt er nach seinem Karriere-Ende eh in München... Er kann also demonstrativ durchziehen, wie sinnlos es ist, zurückgetretene Spieler noch zu nominieren.

In dem er eine Woche lang extrem unmotiviert über den Trainingsplatz schleicht und sich dann im Spiel (falls der Trainer ihn immer noch trotz seiner offensichtlich zur Schau gestellten Lustlosigkeit aufstellt) setzt er sich einfach auf den Mittelpunkt und wartet...

Und ich würde ihm noch nicht mal einen Vorwurf machen... gerade nach Platinis "Ein Spieler kann nicht einfach selbst entscheiden, ob er für sein Land spielen will oder nicht" Aussage. Doch, kann er. Er kann sich (meistens) nicht aussuchen, für welches Land er spielt, aber ob er Spielen will oder nicht (also als Grundsatzentscheidung) sollte jedem Fußballer offen stehen.

Anders ausgedrückt: Wie würde Platini wohl reagieren, wenn ein russischer Starspieler bekannt gibt, dass er für den Imperialisten Putin nicht mehr Außenwerbung betreiben will?

Freitag, 16. Mai 2014

Ist Franck Ribery untrainierbar?

Warum habe ich diesen Beitrag nicht Mittwoch fertig geschrieben... hätte mich so viel intelligenter aussehen lassen...

Aber ja, dieses Wochenende war er wieder da. Der "Filou". Die Stimmungskanone. Das eigentliche Feierbiest Franck Ribery.

Immer, wenn es ums Feiern geht, ist er vorne dabei. In diesen Momenten wirkt Ribery wie ein Spieler, der immer für gute Stimmung sorgt. Das Problem ist: Das Gegenteil ist der Fall.

Franck Ribery braucht eine absolute Wohlfühlatmosphäre um seine (dann allerdings auch überragende) Leistung zu bringen. Wenn nur irgendwas nicht 100%ig nach Plan läuft (und sei es nur die Wahl zum Fußballer des Jahres, auf die niemand bei den Bayern Einfluss hat), wird er zur Mimose... Und fängt an rumzumäkeln... jetzt auch an einem Pep Guardiola.

Es ist faszinierend, dass ein Ribery seine 3 Rückrundentore auf Guardiolas Rotation schiebt... dabei verpasste er zwischen dem 24. und dem 32. Spieltag genau ein einziges Spiel... Trotzdem brachte er in Real Madrid eine unterirdische Leistung... und trotzdem hielt Guardiola an ihm fest, obwohl schon im Hinspiel zu merken war, dass Mario Götze in besserer Verfassung ist... und Ribery... zeigt ihm jetzt zum 2. Mal (nach der ebenfalls dürftigen Rückspiel-Leistung) jetzt zum 2. Mal den Stinkefinger...

Wie viel Vertrauen braucht ein Ribery eigentlich? Wie viel mehr Vertrauen als "Ich habe einen Luxuskader, du bist außer Form, aber in den wichtigen Spielen bist du trotzdem gesetzt." kann ein Trainer einem Spieler eigentlich geben?

Die richtige Reaktion in diesem Moment wäre ein "ich bin von mir selber endtäuscht, dass ich in den entscheidenden Spielen nicht die Leistungen gebracht habe, die ich selbst von mir erwarte." gewesen... aber die Schuld beim Trainer zu suchen...

Und hey, wenn es das erste Mal wäre... aber schon bei Louis van Gaal hatte Ribery am Ende einfach kein Bock mehr... und gegen Raymond Domenech war er sogar aktiver Meuterer... Und auch wenn Domenech ein absoluter Vollpfosten war...van Gaal und Guardiola sind absolut anerkannte Fachmänner.

Die wirklich spannende Frage ist ja: Muss ein FC Bayern sich das eigentlich noch antun? Vor allem: Es wird ja auch nicht besser werden. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass der 31 jährige Ribery seinen Karriere-Höhepunkt letztes Jahr erlebt hat. Und dass ein 21 jähriger Mario Götze ihn spätestens 2015/16 (eher früher) den Rang ablaufen wird... Und wir wird ein Ribery reagieren, wenn er nicht mehr erste Wahl ist? Derzeit kommt er ja noch nicht mal damit zurecht, dass er nicht mehr unumstrittener Stammspieler in einem absoluten Luxuskader (in dem es abgesehen vom Torwart so etwas gar nicht geben sollte) ist.

Und hey, Miroslav Klose, Luca Toni und Mario Gomez beweisen doch, dass sich die Bayern-Offiziellen am Ende wenig von früher gebrachten Leistungen beeindrucken lassen... Ich behaupte mal: Franck Ribery wird bei den Bayern nicht alt und glücklich werden. Oh und Pep Guardiola ist nicht gerade bekannt dafür, sich mit Querköpfen und Kritikern großartig zu beschäftigen... er schiebt sie im Zweifelsfall lieber ab (und zwar selbst einen Samuel Eto'o).