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Montag, 10. September 2018

Die Nations League ist die beste Entscheidung der UEFA seit...

Der Erweiterung des Teilnehmerfeldes der Europameisterschaft auf 16 Mannschaften? Könnte hinkommen. Das war zumindest die letzte sinnvolle Neuerung für die Nationalmannschaften... was irgendwann 1992 gewesen sein dürfte... Das ist verdammt lang her... und ja, 16 Teilnehmer war die perfekte Anzahl für eine EM... aber Details, jetzt haben wir ja die Nations League. Und die ist genau genommen (solange man sie auf die Kontinente beschränkt...) eine grandiose Idee.

Ganz nebenbei auch für die großen Nationen in Gruppe A. Für die ändert sich ja faktisch auch nichts, außer dass ihre Freundschaftsspiele ein wenig seriöser gestaltet werden. Was einer der großen Vorwürfe der Fans an der Mannschaft war: Die Testspiele konnte man sich quasi nicht antun, hat aber volle Eintrittspreise für diese Spiele bezahlt.

Das faszinierende ist ja: Abgesehen von den Testspielen vor der WM um sich auf spezifische Gruppengegner vorzubereiten und dem alle 2 Jahre stattfindenden Testspiel mit einer B-Mannschaft gegen Dänemark bestehen die Deutschen Testspielgegner eh aus den Teams in dem Topf der A Mannschaften. Jetzt muss man die Spiele halt so ernst nehmen, damit man 2. wird um nicht am Abstiegs- oder Titelkampf, der einen Jogi Löw nicht wirklich interessieren sollte, reinzurutschen. Dann kann man die Playoff-Termine nämlich für Fotoshootings verwenden... oder um zu trainieren.
Und ja, ich prophezeie einen letzten Spieltag gegen die Niederlande, in denen Deutschland krampfhaft versucht unentschieden zu spielen, weil man so garantiert 2. wird. Was aber immer noch unterhaltsam ist, weil Holland alles versucht um nicht abzusteigen...

Der Modus ist dabei natürlich unnötig kompliziert. Keiner versteht ihn so richtig. Irgendwie ging ich ja auch davon aus, dass es Play-Offs um Auf- und Abstieg geben wird, aber anscheinend stehe ich damit alleine da. Für mich wäre es schon sinnvoll, wenn die besten aus dem jeweils niedrigen Topf gegen die schlechtesten aus dem höheren Topf ihre Eignung nachweisen müssen. Auch wenn es bedeutet, dass die Gruppe A eine geschlossene Gesellschaft bleiben dürfte.

Aber genau darum geht es ja bei dieser Veranstaltung eventuell gar nicht. Auch wenn das Geld natürlich aus diesem Topf kommt. Dieser Wettbewerb bringt den kleinen Nationen etwas, was es für sie vorher nie gegeben hat: Eine Gelegenheit sich untereinander zu messen. Was schon am ersten Spieltag großen Emotionen bei den kleinen Nationen auslösen kann. Und ja, das Traumtor von Giorgi Chakvetadze hätte keine Sau interessiert, wenn es in einem belanglosen Freundschaftsspiel zwischen Kasachstan und Georgien erzielt worden wäre... so schafft es das Ding immerhin auf Twitter...

Und ja, für uns ist es vollkommen irrelevant, ob sich Weißrussland in der Gruppe mit San Marino, Luxemburg und Moldawien durchsetzt oder nicht. Aber für diese Mannschaften ist es halt mal wirklich ein Wettbewerb, in dem man messbare Erfolge und Entwicklungen erreichen kann.

Wir reden hier halt von den Nationen, die sonst das Ziel haben gegen ein Deutschland, welches sie nicht wirklich ernst nimmt, nur 6 und nicht 10 Gegentore zu kassieren. Oder in der Qualifikationsgruppe Vorletzter zu werden. Im Wesentlichen hofft auf das Losglück, welches einen vielleicht mal die Chance auf einen Pflichtspiel Sieg bringt... Die sich an derartigen "Glücksgefühlen" aufrichten müssen. Die aber halt auch ein Teil der UEFA sind.

Und diese Nationen spielen jetzt in der Nations League unter Wettbewerbsbedingungen gegeneinander.
Wenn man es dann als Weißrussland schafft, diese Hürde hinter sich zu lassen und nachzuweisen, dass man besser als seine Gegner ist, darf man sich das nächste mal mit besserer Konkurrenz messen um dort dann herauszufinden, wie viel besser man wirklich ist. So kann dann theoretisch Weißrussland in seinem eigenen Tempo Stück für Stück seine Entwicklung im Fußball nachvollziehen und mal wirklich feststellen wo sie im Europäischen Ranking wirklich stehen.

All dies ohne dass sich für Deutschland irgendwas ändert... zumindest nicht, solange man die Testspiele halbwegs ernst nimmt.

Aber um diese Bedeutung für die restlichen Nationen, die bei einer Europameisterschaft quasi nie eine Rolle spielen, nachzuvollziehen, muss man sich halt mal davon lösen, dass es immer nur um die 10 größten Nationen geht.

Das einzige, was man halt wirklich dringend braucht, ist eine vernünftige Auf- und Abstiegs Regelung. Damit man als England nicht plötzlich absteigt, weil man mit Spanien und Kroatien in einer Gruppe gelandet ist. Und ganz perfekt wird das nie zu lösen sein. Aber das fairste dürfte halt ein "in der Woche des Finalturniers in Italien (oder wo auch immer) spielt jeweils ein erster der Gruppe B gegen einen letzten der Gruppe A in Hin- und Rückspiel den Aufsteiger aus... und ja, das bedeutet, ich bin auf ein Mal für eine Relegation... Ich weiß...

Donnerstag, 15. Juni 2017

Die größte Confed Cup Vorschau

Kann man ja so behaupten, sonst schreibt ja keiner eine...

Ernsthaft, hat es jemals ein Fußball Turnier mit deutscher Beteiligung gegeben, für das sich so gar keiner interessiert? Also selbst bei Olympia war mehr los...
Sind wir uns eigentlich sicher, dass unsere Deutschen Nationalhelden nicht plötzlich von Sport1 übertragen werden? Also ausschließen kann man das nicht...

Dabei ist Deutschland doch sogar Titelfavorit... Auch wenn Jogi Löw das um jeden Preis vermeiden wollte... Schließlich wird bei diesem Turnier ausgetragen, wer nächstes Jahr NICHT Weltmeister wird... Die Brasilianer haben (als Rekordtitelträger) dann anscheinend verstanden, dass die einzige Variante, wie sie diesem Problem aus dem Weg gehen... ein "Wir treten einfach nicht an" ist. Auch Frankreich hat sich mit einer geschickt platzierten Finalniederlage seinen Platz als Titelfavorit 2018 gesichert. Die haben halt Jogis "Die EM ist nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zur WM" (Und das implizierte wer hier gewinnt muss halt zum Confed Cup) Prinzip richtig verstanden... Jetzt werden sie 2018 behaupten können, die einzigen zu sein, die Deutschland seit 2013 in ein einem Pflichtspiel geschlagen haben... und trotzdem können sie noch Weltmeister werden...

Und ja, die spannendste Frage bei diesem Wettbewerb ist ja: Ist der Talentpool der Deutschen wirklich so ausufernd ozeanisch, dass man auch mit einer B-Elf so ein Turnier dominieren kann...

Wobei man auch zugeben muss, dass die Gründe für die Ausfälle teilweise absurd sind... also Leroy Sane lässt sich lieber die Nase richten... und Cristian Ronaldo so "Das ist ne Option? Warum hat mir das keiner gesagt, ich plane doch seit Monaten mein Gesicht an die Statue auf meinem Flughafen anzupassen..."

Wirklich tragisch ist ja, dass Löw der Fifa den Stinkefinger zeigt und seine Verletzten im Kader nicht mal ersetzt... also nicht mal so pseudo-mäßig... das wäre die ultimative Gelegenheit gewesen, ein letztes Mal den Lukas rauszuholen... und ihm Miroslav Klose an die Seite zu stellen... Dann hätte er der Fifa glaubhaft versichern können, dass er auch dieses Turnier genau so ernst nimmt wie alle anderen davor...

So... wird nur Podolskis Schatten während des Turniers präsent sein... also eigentlich ist dies ja das perfekte Turnier um den offiziellen Podolski Nachfolger zu finden. Damit wir uns hinterher alle an dieses Turnier erinnern können und behaupten werden: Der hat doch immer seine Leistung gebracht!!!
Top Kandidat ist natürlich... Sandro Wagner. Also Wagner könnte als einziger Spieler mit mehr Toren als Länderspielen in die Geschichte eingehen... weil er mit ziemlicher Sicherheit nur gegen die Gurkentruppen (man darf ja nicht mehr "kleine" sagen) antreten muss... Aber am Ende verhindert das Lospech (Neuseeland ist in der anderen Gruppe) die Torjägerkanone für Wagner... Trotzdem ist er natürlich der Topkandidat auf einen Platz im WM Kader und einen Notfall Einsatz bei 2 Toren Rückstand im Halbfinale... das liegt aber halt hauptsächlich daran, dass er ein Stürmer ist...

Viel lustiger wäre natürlich, wenn Löw sich in Amin Younes verliebt... und dann einen fitten Marco Reus nächsten Sommer zu Hause und einen Mesut Özil im Halbfinale auf der Bank lässt... warte, letzteres dürfte sogar Sinn ergeben...

Aber hey, einschalten werden wir natürlich trotzdem. Es ist schließlich die Deutsche Fußballnationalmannschaft... und ja, wir sind so Fußball bekloppt, dass es sich lohnt, die Rechte für Deutschland - San Marino zu sichern, weil das dann trotzdem mehrere Millionen gucken... Dem Deutschen ist es halt egal, worum es geht, solange Deutschland Fußball spielt, wird eingeschaltet..

Freitag, 11. November 2016

Die Bayern profitieren doch von der Länderspielpause...

Warum beschweren sie sich dann ständig?
Also die Antwort ist natürlich ganz einfach: Weil sie in diesen Wochen selber kein Geld scheffeln können...

Aber jetzt muss ich die These natürlich auch noch verteidigen.

Das ist aber... überraschend einfach. Man muss sich nur mal die Personalien Jerome Boateng und Manuel Neuer angucken. Der eine hat sich wenigstens noch die Mühe gegeben, eine Muskelverletzung herbeizubeschwören. Neuers Diagnose lautet dagegen "Unwohlsein und Kopfschmerzen"...Der Zyniker in mir fragt sich, in welcher Kneipe Manu wohl vor dem Abflug trinken war... denn das klingt schon stark nach "Ich bin zu verkatert um gegen San Marino zu spielen."

Und ja, machen wir uns nichts vor: Wenn es am Samstag für die Bayern gegen einen relevanten Gegner gehen würden, hätten sich die beiden nicht krank gemeldet. Die hätten sich kurz behandeln lassen und wären irgendwie wieder fit geworden... Auch wenn das am Ende vielleicht nur bedeutet, dass sie die Problemchen so lange vor sich her schieben, dass sie irgendwann zu einem großen Problem werden... oder dass man gerade so noch die Winterpause erreicht. Und ja, wir wollen alle gar nicht so genau wissen, was alles unternommen wird um Fußballer irgendwie wieder fit zumachen.

Jetzt... haben die beiden 14 Tage Spielfrei. Als Bayern Profi spielt man in diesen 14 Tagen normaler Weise 4 mal. Und reist im Zweifelsfall durch halb Europa. Und ja, das ganze Reisen ist ein gerne unterschätzter Faktor. Man muss halt nicht nur spielen, man muss auch überall hin fliegen.

14 Tage am Stück spielfrei... hat ein Premiere League Legionär zwischen September und Mai wahrscheinlich nie.
Und was ich Jogi Löw bei aller Kritik, die ich immer wieder an ihm äußere, wirklich anrechnen muss: Der Mann hat das verstanden. Der akzeptiert diese Pseudo-Verletzungen konsequenzlos. Weil er halt begriffen hat, dass es nicht von belang ist, wer in der Qualifikation gegen San Marino spielt.
Und diese Länderspielphasen werden ja mittlerweile von allen genutzt, um kleinere Wehwehchen auszukurieren. Das ist auch voll vernünftig so. Solange nicht das eine Spitzenspiel ansteht (oder man für eine kleine Nation wie die Niederlande antreten muss) spielen nur die Leute, die absolut fit sind. Alle anderen kriegen Zeit zum regenerieren.

Löw verzichtet auch auch absurde Auswärtsreisen "um Märkte zu erschließen", sondern kann mit der Bahn vom Pflichtspiel in San Marino zum Freundschaftsspiel gegen Italien anreisen. Das ist unfassbar clever von ihm.
Nur so als Vergleich: Die Spanier fliegen nach ihrem Heimspiel relativ unmotiviert nach England. Das sind 1700 Kilometer zwischen Madrid und London... und zurück...
Wenn die Spanier so clever wären wie Jogi... würden sie nach ihrem Heimspiel gegen irgendwen ein Freundschaftsspiel in Portugal aushandeln... Einfach um Meilen im Flieger zu sparen. Und ja, diese Meilen in den Fliegern bleiben in den Knochen hängen...






Und Löw geht ja sogar noch einen Schritt weiter: Der hat jetzt schon bekannt gegeben, dass ihm der Confed Cup ziemlich egal ist... und dass er seinen ganzen in jedem Sommer Turniere spielenden Helden frei geben will... Das ist unfassbar clever von ihm. Und das könnte ein Karl-Heinz Rummenigge auch mal anerkennen...

Aber selbst die Spieler, die da hin müssen... Ein Spiel gegen San Marino gefolgt von einem Freundschaftsspiel ist doch für die auch eher wie Urlaub. Guckt euch einfach mal den Unterschied an der Intensität zwischen den 2 jetzt kommenden Spielen und jeder beliebigen Bundesligapartie an... ihr werdet es sehen.

Und das ist ja das eigentliche Problem: Wenn die Länderspiel Pause abgeschafft werden würden... glaubt irgendjemand, dass das den Rahmenterminkalender entlasten würde? Ok, auf den ersten Blick schon. Denn das würde bedeuten, dass man die Winterpause so lang macht, dass es sich auch da lohnt, nach Asien zu fliegen. Und macht euch nichts vor: Die gewonnene Zeit würden die großen Vereine sofort wieder investieren und noch irgendeinen belanglosen, selbst ausgedachten Pokal am Arsch der Welt austragen.
In dem Moment ist es doch sogar gut, dass die Fifa ihnen diese Zwangspause auferlegt. Also das kann man auch als Selbstschutz für die betrachten...

Im Wesentlichen haben die Bayern 2 Probleme: Südamerika ist verdammt weit weg. Genau so wie für andere Südkorea oder die USA... Das ist halt die Kehrseite des "Wir müssen die Märkte erschließen": Die wollen dann da auch selber Fußball spielen. Und haben jetzt mehr bessere Spieler als früher. Was auch nur bedeutet: Mehr Spieler, die von Europa zur Qualifikation weite Reisen unternehmen müssen...
Aber diese Weltreisenden hatte man ja auch schon immer im Kader. Klar, ganz früher hatte man insgesamt 3 Ausländer im gesamten Kader... dass das jetzt so ein riesiges Problem ist und Fußballmannschaften bis zu 20 Nationalspieler abstellen könnten... liegt ja auch nur an den Reformen, die die Vereinsmannschaften unbedingt durchdrücken wollten. Daran, dass die Begrenzungen für Ausländer immer weiter aufgeweicht worden sind. Das haben die Bayern doch aber so gewollt... dass das dazu führen würde, dass sie nur noch mehr Nationalspieler in ihren Reihen haben werden und die Nationalmannschaftspausen deswegen zu einem Problem werden... hätten ihnen jeder Viertklässler voraussagen können.
Dass ist halt die Sache, die all die Funktionäre immer wieder einfach ignorieren: Alle Probleme, die der moderne Rahmenterminkalender so mit sich bringt, beginnen bei der Gier der Vereinsmannschaften, die halt einfach nicht zu stillen ist. Auch weil sie von dieser Gier (bisher) extrem profitiert haben. Und ja, für die Qualität des Fußballs war die Aufweichung der Ausländerbeschränkungen eine gute Sache. Aber sie hat halt auch gewisse Nachteile mit sich gebracht. Mit denen muss man dann aber einfach mal Leben können.

Um an der Stelle noch schnell einen Absurden Gedanken auszusprechen: Dass Rummenigge sich bei der Champions League Verteilungsreform in die Opferrolle stellen will, ist lächerlich. Also das: Wenn wir das jetzt nicht machen, kommt ein chinesischer Investor und zwingt uns alle dazu, für ihn zu spielen... ernsthaft Kalle? Alles, was passieren müsste, um das zu verhindern, ist... ein klares Bekenntnis von Bayern, Barca, Manchester United und Real, dass sie zum sportlichen Wettkampf der Champions League stehen und nur diese gewinnen wollen. Verbunden mit dem Versprechen, an keinem nicht von der Uefa oder Fifa organisierten Wettbewerb teilzunehmen. Auch wenn ihnen dadurch ein paar zusätzliche Yen oder Dollar durch die Lappen gehen. Das alleine würde diesen neuen Wettbewerb extrem abwerten... aber es lässt sich ja nicht mit der Gier nach Mehr verbinden...

Das 2. große Problem... ist halt Arjen Robben. Und der Fakt, dass sein Körper nicht für die Höchstbelastung, die von ihm erwartet wird, geschaffen ist. Robben hatte ja immer und überall mit Verletzungen zu kämpfen. Er ist wahrscheinlich der Profi, der diese 14 Tages Pausen am dringendsten braucht. Und er spielt für ein Land, dass sich seine Absagen einfach nicht leisten kann... Dass er mit seinen 32 Jahren immer noch nicht erkannt hat, dass er sich das (rein körperlich) nicht mehr antun sollte... löst gefühlt die Hälfte aller bayrischen Nationalmannschaftsprobleme aus... Aber ganz ehrlich: Das muss man doch mit Robben klären... und wenn einem Robbens persönliche Entscheidung wirklich nicht passt... dann läuft sein Vertrag halt aus. Das ist doch aber kein Fifa-Problem.

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Jetzt wieder dieser Satz, den ein Großer niemals sagen wird:

"Es gibt keine Kleinen mehr!"

Und ja, man muss an der Stelle mal an die Zeiten erinnern, als ein Rudi Völler sich genau darauf raus reden wollte.

Ach ja, die gute alte Zeit, mit Waldi, Netzer und Delling... Und Rudi...

Aber ja, es gab eine Zeit, in der waren wir in der Position, in der die Engländer heute sind: Wir hatten so unsere liebe mühe mit Island und Slowenien. Das ist ungefähr 10 Jahre her...

Und damals ist dieser "Es gibt keine Kleinen mehr" Satz ja entstanden. Auch wenn er eigentlich "Wir sind halt gerade kein Großer" heißen müsste. Aber wer will denn so selbstkritisch mit seiner eigenen Nationalmannschaft umgehen.

Wobei man zugeben muss: Damals hat es sich eher gelohnt als heute, die Qualifikationsspiele zu sehen. Deswegen wundert es mich ja auch, dass RTL da Geld für ausgibt... ich dachte immer, dass man dieses "Elend" zeigen MUSS, wenn man die großen Turniere übertragen will...

Und ja, genau genommen ist es eine Qual. Also entweder die Deutsche Mannschaft spielt so, wie man es von ihr erwartet. Dann ist die einzige Frage, ob sie die Quali ohne Gegentor absolviert. Oder sie spielt richtig grausam und qualifiziert sich trotzdem. 

Diese Quali zeigt doch nur, dass der Abstand zwischen Deutschland und dem Rest eher am wachsen ist. Man schlägt hat Tschechien und Nordirland (ihres Zeichens 2 EM Teilnehmer) sicher und souverän, obwohl man nach 15 Minuten in den "Hauptsache ich verletze mich nicht" Modus wechselt. 

Und das ist ja auch logisch und konsequent. 
Also in diesem Ominösen Damals wurde halt immer behauptet, dass die ehemaligen Kleinen mittlerweile halt auch (vor allem taktisch) gut ausgebildet sind. Das stimmte damals sogar. Also die Kleinen waren vor 10 Jahren taktisch fast so gut ausgebildet, wie unsere Nationalspieler. Weil unsere Ausbildung entsprechend grausam war.

Vor 10 Jahren war ein U16 Nationalspieler aus San Marino und aus Rostock zumindest grundlegend gleich. Beide spielten für den besten Verein aus ihrer Region und nebenbei für die Nationalmannschaft. An sonsten waren sie ganz normal ins soziale Leben integriert. Und ja, der Kapitän von Hansas Jugendmannschaft (und Sohn des Trainers... aber Details...) ging gemeinsam mit mir an die Strawberry High
So was dürfte heute unvorstellbar sein. Wo jeder Verein stolz darauf ist, wie viele Internatsplätze er zur Verfügung hat. Wo die Schulische Ausbildung an den Verein gekoppelt wird. 

Heute hat der 16 jährige Deutsche einen extremen Vorsprung vor fast allen anderen Jugendspielern. Ausgenommen den Spaniern, Holländern und Franzosen

Und diesen Vorsprung sieht man ja, wenn man sich die Nationalmannschaften ansieht.

Natürlich haben auch die kleinen ihre Ausnahmetalente, die sich dann im europäischen Vereinsfußball durchsetzen und zu Weltstars werden. Aber die hat es auch schon immer gegeben. George Weah war mal Weltfußballer des Jahres, ohne sich jemals für eine Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Talent kann sich immer durchsetzen.

Aber... ich sag das mal so drastisch: Das Brasilien mittlerweile zu den Kleinen gehört, beweist halt auch, dass Talent alleine nicht mehr reicht. Und ja, jedem Brasilianer wird schlecht, wenn er sich die Offensive hinter dem Ausnahmetalent Neymar anguckt.

Und Argentinien mit Lionel Messi kommt bis ins WM Finale, ohne ihn würden sie (Stand Heute) an der Quali scheitern...

Früher hatten diese Nationen immer 3 Weltklasse Offensivspieler auf dem Feld. Ihr größtes Problem war es halt, um diese Weltklasseangreifer ein ordentliches Defensivkonzept aufzubauen. Hier sei einfach mal der (wohl auf Jahrzehnte) letzte nicht europäische Weltmeister um Ronaldo, Rivaldo, Ronaldinho genannt.
Diese Weltklasse Spieler mussten sich aber auch nicht mit unseren in speziellen Labors hoch gezüchteten Talenten messen. Und vor allen Dingen mussten es ihre minderbemittelten Nebenleute auch nicht tun... 
Wenn du heute mit 18 Jahren als Fußballer nach Europa kommst... musst du im Vergleich zu den lokalen Talenten 4 Jahre Ausbildung nachholen. Da du halt am Strand gezockt hast, während die von ausgebildeten Trainern geschliffen worden sind...
Es sei denn, du gehst nach Italien oder England... aber die stehen halt genau dort, wo wir vor 15 Jahren standen. Und sobald die gemerkt haben, dass man seine eigene Jugendarbeit mal dringend überarbeiten müsste... so was lernt man halt in dem Moment, wo man gegen Island verliert...

Man kann das ja gut an den Jahrhunderttalenten sehen, die nach Europa ziehen und dort dann scheitern. Robinho wurde eingangs als nächster Pele gefeiert. Aber selbst wenn man nicht den aller größten als Maßstab nimmt, war seine Europakarriere eine Endtäuschung. Und ja, es gab schon immer talentierte Südamerikaner, die in Europa gescheitert sind. Denilson kommt mir als erster in den Sinn. Als ich den das erste Mal spielen sah, dachte ich: Der wird alles platt machen... tat er aber nicht... (Dabei fällt mir auf, dass der Junge Neymar und der Junge Denilson sich auf dem Platz verdammt ähnlich sehen... aber einer der beiden die Umstellung zum seriösen Fußballer geschafft hat, der andere nicht...)
Und wenn wir uns mal von dem wirklichen Ausnahmetalenten (un europäisch ausgebildeten) Messi (und Ronaldo) entfernen... Wie oft hat den ein Südamerikaner in den letzten Jahren die Wahl zum besten Sterblichen Fußballer gewonnen und ist dritter bei dieser Wahl geworden? Ein Mal konnte Neymar sich diesen Titel einstreichen. An sonsten gingen die Ballon d'Or immer (und in allen Farben) an Spieler, die in Europa ausgebildet worden sind. Von den 18 Preisträgern spielten nur 2 (Franck Ribery als die ganz große Ausnahme) nicht mit 12 in europäischen 5 Sterne Internaten. 

Das mag jetzt viel zu speziell wirken... aber guckt euch mal die Siegerlisten der alten Weltfußballer Wahl an: Um die Jahrtausendwende ging die Wahl in 6 von 7 Jahren an Spieler, die nicht auf europäischen Boden ausgebildet worden sind. 
Die Tendenz zeigt da, dass die in Internaten ausgebildeten Spieler einen extremen, fast uneinholbaren Vorteil haben. Was ja auch logisch ist. Für die sind mit 18 Jahren Dinge selbstverständlich, die andere erst noch mühselig lernen müssen und teilweise niemals lernen werden... dass deine Hand zum Beispiel nichts im Gesicht des Gegenspielers verloren hat. Das wurde dem kleinen Franck nicht beigebracht und dem großen kriegst du das nicht mehr vermittelt...

Und diese Ausbildungszentren, die diese hoch veranlagten Spieler fördert, bringen halt zu über 90% Spieler hervor, die für die "eigene" Nationalmannschaft aus. Und die werden ja immer besser. 
Was dann dazu führen wird, dass (so unvorstellbar das gerade erscheint) der Abstand zwischen Deutschland/Spanien/Frankreich und dem Rest der Welt eher weiter wachsen wird. 

Und ja, der Abstand zwischen den Kleinen untereinander wird immer geringer werden. Die könnte irgendwann so gering sein, dass man als Deutscher Tschechien und San Marino nicht mehr auseinander halten kann... weil man halt beide 5:0 schlägt. Trotzdem führt der extreme Entwicklungssprung in der Ausbildung junger Fußballer auch langfristig eher dazu, dass es mehr Kleine gibt.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Wenn Politik und Sport vermischt werden...

Ist das Ergebnis meistens hässlich... Und endet nicht selten im Spielabbruch...
Wenn dann noch der Bruder des albanischen Regierungsschefs der Drahtzieher hinter der Aktion gewesen sein soll...
Nationalmannschaftsduelle sind halt oftmals Kriegsersatz. Und zwar anscheinend nicht nur für die Fans, auch für die Offiziellen...

Das Problem an der Sache: Das weiß man doch aber vorher. Gerade wenn es um das ehemalige Jugoslawien, also dem letzten Kriegsherd innerhalb von Europa, geht... Warum also... verhindert man so was nicht?

Also dass man das im Stadion kaum noch verhindern kann... ist ja fast logisch... aber muss man das nicht vorher verhindern? Also in dem man einfach die Ansetzung verhindert?

Nur mal so nebenbei: Bei der Champions League hat die UEFA das ganz subtil hin bekommen, dass kein Duell Russland gegen Ukraine geben wird... Weil man halt Angst um die allgemeine Sicherheit in den Stadien und Ländern hatte...

Kann man jetzt zur nächsten Auslosung nicht mal bekannt geben, dass man auf Grund der schwierigen und unübersichtlichen politischen Lage im Balkan eine Ansetzung dieser Länder in der Qualifikation vermeiden will...

Denn, und so viel steht nach der Aktion fest, das Rückspiel wird genau so hässlich... Und irgendwo sitzt ein Sicherheitsberater und denkt sich "Warum haben die nicht auf mich gehört"...

Dienstag, 9. September 2014

Kann man einen Spieler dazu zwingen, für sein Land zu spielen?

Genau das scheint Michel Platini im Falle Franck Riberys durchziehen zu wollen...

Abgesehen davon, dass es durchaus fragwürdig ist, dass Platini die Rücktrittwelle nach der WM relativ egal war... bis ihm bewusst wurde, dass ja auch ein nicht ganz unwichtiger Franzose nicht mehr für SEIN Land spielen will... der Junge ist UEFA Präsident...

Das lustigste an den Aussagen ist ja der "Die EM findet 2016 in Frankreich statt, nicht in Polen. Da muss er doch spielen wollen." Teil... Das ist zunächst mal eine recht respektlose Aussage gegenüber den Polen.... Und dann hat Platini anscheinend nicht soo genau hin geguckt, wie das Verhältnis zwischen Nationalmannschaft und Fußballfans in Frankreich eigentlich aussieht... Schlecht ist da noch eine freundliche Beschreibung...

Aber zum eigentlichen: Kann man Ribery zur Nationalmannschaft zwingen? Und ihr könnt ja mal bei Zinedine Zidan, Lilian Thuram und Claude Makelele nachfragen... die Franzosen geben nicht so leicht auf... Und Makelele war alles andere als erfreut, dass er den öffentlichen Druck damals nachgeben musste...

Die Frage ist: Muss Ribery dies auch tun? Der hat doch in Frankreich eh die Beliebtheitswerte eines FDP-Politikers... Und Wwahrscheinlich bleibt er nach seinem Karriere-Ende eh in München... Er kann also demonstrativ durchziehen, wie sinnlos es ist, zurückgetretene Spieler noch zu nominieren.

In dem er eine Woche lang extrem unmotiviert über den Trainingsplatz schleicht und sich dann im Spiel (falls der Trainer ihn immer noch trotz seiner offensichtlich zur Schau gestellten Lustlosigkeit aufstellt) setzt er sich einfach auf den Mittelpunkt und wartet...

Und ich würde ihm noch nicht mal einen Vorwurf machen... gerade nach Platinis "Ein Spieler kann nicht einfach selbst entscheiden, ob er für sein Land spielen will oder nicht" Aussage. Doch, kann er. Er kann sich (meistens) nicht aussuchen, für welches Land er spielt, aber ob er Spielen will oder nicht (also als Grundsatzentscheidung) sollte jedem Fußballer offen stehen.

Anders ausgedrückt: Wie würde Platini wohl reagieren, wenn ein russischer Starspieler bekannt gibt, dass er für den Imperialisten Putin nicht mehr Außenwerbung betreiben will?