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Freitag, 17. Juli 2026

Mein innerer Zahlenfetischist bricht dann aus

 Frei nach Götz Widmann: War kompliziert, hab meinen digitalen Helfer zücken müssen. Aber die Frage, wie viele Minuten die englische Nationalmannschaft in den Beinen hat und wie viel mehr als bei den Argentiniern das sind, hat mich einfach interessiert. Und wenn man dann schon dabei ist, guckt man sich gleich noch Spanien als europäischen Vergleichswert mit an...

Die Daten kommen alle von Transfermarkt.de. Ich werde jetzt aber nicht jedes einzelne Spielerprofil verlinken.

Jordan Pickford   3540       Emiliano Martínez 3870     Unai Simón       4140
Reece James        2667      Nahuel Molina        2400        Pedro Porro        3923
Marc Guéhi         4522      Cristian Romero      2657        Pau Cubarsí        3978
John Stones         1144      Lisandro Martinez   1310        Aymeric Laporte 2434
Djed Spence        3024     Nicolás Tagliafico    2019        Marc Cucurella   3871
Declan Rice         4456     Leandro Paredes      1634        Fabián Ruiz        2122
Elliot Anderson   4168     Alexis Mac Allister  3885        Rodri                  2185
Jude Bellingham  2718    Enzo Fernández        4379      Lamine Yamal    3702
Anthony Gordon  2869    Julián Alvarez           3549       Dani Olmo          2838
Morgan Rogers    4564    Guliano Simeone       3803       Álex Baena         2305
Harry Kane          4050    Lionel Messi              1423       Mikel Oyarzabal 3195

Gesamt                 37723                                   30929                                  34693

Der selbst der Unterschied zwischen Spanien und England ist beachtlich. Der Unterschied zu Argentinien ist eklatant. Also das sind in der Summe über 75 Spiele mehr, die die Engländer in den Beinen hatten. Im Vergleich zu den Spaniern sind es immer noch über 33. Das ist beinah eine komplette Bundesligasaison... Natürlich geteilt durch 11, aber das macht dann immer noch 6,8 bis 3 zusätzliche Spiele pro Spieler. Und da sind wir noch nicht mal bei dem Fakt, dass diese 3 Spiele in der härtesten Liga der Welt absolviert werden und nicht in der Bundesliga, die selbst Harry Kane gewinnt und wo die Gegner sich ehrfürchtig ergeben.

Das dürfte ja keine Ausnahmesituation sein. Das ist ja der ganz normale Wahnsinn für die. Und ja, es ist irgendwie bezeichnend, dass der einzige 4000er der Spanier im Tor steht. 

Faszinierend an diesem offensichtlichen Einbruch ist ja, dass diese WM ein Belastungstest für die Belastung war. Also nochmal extremer für die Engländer, die ja für ein Spiel in die Berge mussten, was nebenbei völlig bekloppt ist. Und danach noch eine Verlängerung gegen Norwegen überstehen mussten. Dass die überhaupt so lange durchgehalten haben, ist eher ein Wunder.

Aber es stand eine entscheidende Frage im Raum: Wie vertragen unsere Stars eine Mega-WM, teilweise in der Hitze, nachdem sie eine lange Saison mit aufgeblähter Champions League und eine Klub-WM im vorherigen Sommer in den Beinen haben? Und die erste Antwort war: Extrem gut. Die Stars wie Kane und Bellingham haben schon abgeliefert. Kylian Mbappé hat 8 Tore erzielt. Erling Haaland ist bei 7 Toren in 5 Spielen. Ousmane Dembélé erzielte 5 Treffer. Die besten Angreifer der Champions League haben richtig abgeliefert.

Aber... Erling Haaland hat sich in der Verlängerung des Viertelfinales auswechseln lassen. Der musste im wichtigsten Moment der Fußballgeschichte seines Landes zugeben, dass der Tank einfach komplett leer ist. Dass er als bester Spieler, den das Land je hervorgebracht hat, dieser Mannschaft nicht mehr helfen kann, weil er einfach zu fertig ist. Harry Kane spielte in der zweiten Halbzeit ein paar wunderbare Seitenverlagerungen, aber sonst war von ihm wenig zu sehen. Bellingham ist erst nach Abpfiff wirklich aufgefallen. Nur traute sich Thomas Tuchel halt nicht, den wieder auszuwechseln und einen frischeren Mann zu bringen. 
Declan Rice sah am Ende eher wie ein Zombie als wie ein Profi aus und musste nach 82 Minuten runter. Dass man dann nicht mehr konsequent verschieben kann und die Argentinier zu Chancen kommen, ist eher logisch als überraschend. Und da muss ich auch die Kritik an Tuchel etwas revidieren: Dass es dann unmöglich ist, überhaupt über Entlastung nachzudenken, erscheint nachvollziehbar.

Am Ende könnte man doch zu dem Schluss kommen, dass es einfach zu viel ist. Man ist als Fußball Fan jetzt in einem Turnierjahr in einer völlig absurden Situation angekommen: Man muss irgendwie hoffen, dass seine Stars gesund durch die Saison kommen. Aber man muss zeitgleich darauf hoffen, dass man nicht zu gesund durch die Saison kommt, denn dann hat man plötzlich zur WM 4500 Minuten in den Beinen... Das Paradebeispiel hierfür ist ja Lamine Yamal, auch wenn der erst im Halbfinale wirklich ins Laufen kam. Der hatte nämlich im beinah perfekten Moment seine Verletzung. Der verpasste die letzten 6 Ligaspiele. Aus der Champions League war Barca bereits ausgeschieden. In der Liga hatte man aber genug Vorsprung, dass man souverän Meister werden können. Auch im Pokal war man bereits ausgeschieden. Es ging für Yamal quasi nur noch darum, zur WM fit zu sein. Idealer wäre natürlich eine leichtere Verletzung gewesen, sodass er die letzten 2 Spiele noch zum Einspielen nutzen kann.

Wenn Yamal aber all diese 6 Spiele komplett macht, ist er bei 4223 Minuten... Plus Nachspielzeit. Ob er dann wirklich inspirierter spielen würde... Obwohl man an der Stelle auch zugeben muss, dass Yamal halt noch verdammt jung ist und er die 4500 Minuten Saison im Vorjahr gut verkraftet hat. Aber es könnte gut sein, dass er dann genauso motiviert aussieht, wie Declan Rice.

Natürlich wird da niemand so genau hingucken wollen. Es ist leichter Thomas Tuchel für seine definitiv fragwürdigen Wechsel zu kritisieren, als das große Ganze zu hinterfragen. Man wirft den Spielern vor, dass sie völlig unmotiviert den Betrieb einstellen, weil sich mit der Frage, warum sie so fertig sind, niemand beschäftigen will. Und in 2 Jahren sind dann alle wieder überrascht, wenn England grausamen Fußball spielt und ihnen am Ende die Kraft fehlt, um das Turnier zu gewinnen.

Es ist ja faszinierend, wie oft Tuchel sich während dieser WM anhören musste, dass er ja Southgate-Fußball spielen lässt. Dass die Auftritte oft genauso uninspiriert sind, wie bei den Turnieren davor. Vielleicht müssen wir mal die bittere Wahrheit akzeptieren, dass man nur Southgate-Fußball spielen lassen kann, wenn man 9 Premiere League Profis plus 2 Stars von Bayern München und Real Madrid aufstellen muss. Denn es macht ganz offensichtlich einen Unterschied, ob man 5 Spieler mit mehr als 4000 Minuten in den Beinen aufstellen muss... oder nur einen.

Donnerstag, 28. Mai 2026

Erinnert ihr euch noch an den März?

 An diese eine ominöse Woche, in der wir uns alle gefragt haben, ob die Premiere League vielleicht gar nicht so gut ist. Der Kicker schrieb damals von "Riesen-Problemen". All das, weil man seine Hinspiele nicht komplett dominiert hat.

Alle muss man natürlich wieder mal relativieren. Ein kleines gallisches Dorf hat damals schon darauf hingewiesen, dass das eine absurde Überreaktion ist. #PassivesAbseitsLeserwissenesfrüher

2 Monate später hat diese so krass schwächelnde Premiere League schonmal 2 der 3 europäischen Wettbewerbe gewonnen. Nur das Lospech verhinderte nebenbei, dass wir ein rein englisches Finale in der Europa League erleben durften, da Aston Villa im Halbfinale auf Nottingham Forest traf.

Das wäre nebenbei das 2. rein englische Finale infolge gewesen. Hierbei muss eines dringend bedacht werden: Die Premiere League stellt lediglich 2 Teilnehmer in diesem Wettbewerb. Das bedeutet: Das letzte Mal, dass eine "europäische" Mannschaft einen Teilnehmer aus England aus diesem Wettbewerb kegeln konnte, war im Viertelfinale 2024Atalanta Bergamo besiegte überraschend Liverpool und Bayer Leverkusen setzte sich gegen West Ham United durch. Das ist verdammt lange her.

Nebenbei haben die Engländer sich 3 der 5 Conference League Titel geholt. Und es ist ja nicht mal so, dass das zwingend die "Superreichen Scheichklubs" sind, die diese Wettbewerbe gewinnen. Es ist eher so, dass selbst Teams wie Tottenham und Nottingham, die in der Premiere League im Abstiegskampf stecken, trotzdem in Europa unbesiegbar sind. Der Abstand dieser Liga zum Rest ist einfach nur krass.

Im Wesentlichen gibt es so 5 Vereine, die in der Champions League mit den besten Mannschaften aus England mithalten können: Paris St. Germain, Real Madrid, Barcelona, Bayern und Atlético Madrid. Vielleicht noch Inter Mailand, aber deren 2 Finalteilnahmen kamen nur zustande, weil man den Engländern in der K.O. Phase aus dem Weg gehen konnte... Aber Ehre, wem Ehre gebührt: Die haben Arsenal in der Gruppenphase geschlagen. Dieses Jahr gab es aber 2 Niederlagen. Borussia Dortmund konnte bei seinem überraschenden Finaleinzug ebenfalls den Engländern in der K.O. Phase aus dem Weg gehen. Und gewann 2 Mal gegen Newcastle United

Mittlerweile wäre es einfach eine Sensation, wenn eine englische Mannschaft gegen Dortmund ausscheidet. Das muss man einfach mal so anerkennen.

Nebenbei muss der AFC Bournemouth plötzlich als Favorit auf den Europacup Titel geführt werden. Das ist quasi deren FC Augsburg. Aber wer soll die realistisch stoppen, außer der AFC Sunderland? Es ist einfach nur krass, wie die Premiere League gerade nochmal eskaliert. Die einzige gute Nachricht ist ja, dass Aston Villa sich doch auch über die Liga für die Champions League qualifiziert hat. So bleibt uns eine weitere Saison mit 6 Champions League Startern erspart. Lucky us.

Aber hier muss man nochmal festhalten: Für Bournemouth und Sunderland ist der Weg über die Europa League in die Champions League der einfachere... Kein leichter, da man ja doch auf Milan, Juventus oder Bayer Leverkusen treffen kann, aber der einfachere...

Und es gibt ja keinerlei Anzeichen, dass sich das irgendwie wieder einpendelt. Der Abstand der Premiere League zum Rest wird nur weiter wachsen. Für Crystal Palace ist es eben kein Problem, einen Jean-Philippe Mateta aus Mainz zu verpflichten. Für Mainz ist es aber schwierig, einen halbwegs vergleichbaren Ersatz zu finden. Und so wird das jetzt jeden Sommer weitergehen. 

Vor allem sollte man sich dessen bewusst sein, falls es wirklich mal eine einzige Runde in der K.O. Phase gibt, wo nicht alles nach Plan läuft. Oder falls es wirklich mal das eine Jahr gibt, in dem die Liga "nur einen einzigen" Halbfinalisten stellt. Das würde eine absolute Ausnahme sein.

Gerade die jetzt neue Dominanz in der Europa League ist ja schon faszinierend. Also den Wettbewerb hatten die Engländer halt immer sehr stiefmütterlich behandelt. Da schickt man seine B-Elf und guckt, wie weit man kommt. Man hat dem FC Sevilla seine Dominanz dort gegönnt. Lasst die doch spielen. Jetzt hat man sich doch 4 der letzten 10 Titel gesichert. Vorher gab es eine Phase, in der man tatsächlich nur einen von 15 Titeln geholt hat. Ich prognostiziere mal: So eine lange Durststrecke wird diese Liga nie wieder erleben.

Freitag, 20. März 2026

Der Einbruch der Engländer ist schon dramatisch.

 Richtig schlimm. In den Hinspielen konnte nur Aston Villa sein Spiel gewinnen. Das ist als Gesamtbilanz ungefähr so schlecht, wie die Bundesliga, für die nur die Bayern gewinnen konnten.

Und jetzt, nachdem die Rückspiele bestritten wurden, sind tatsächlich 4 Vereine ausgeschieden. Wie peinlich. Oder aber man stellt fest, dass mit Liverpool, Arsenal, Nottingham ForestAston Villa und Crystal Palace noch 5 Vereine international vertreten sind. Und dass die Engländer in der "Wer bekommt einen zusätzlichen Startplatz" Tabelle dem Rest meilenweit enteilt sind. Also man hat schon wieder unfassbare 4 Punkte Vorsprung vor der zweiten Nation, was derzeit die Spanier sind. Man kann sich im groben darauf einstellen, dass einer der beiden 5. Startplätze IMMER an die Engländer gehen wird.

Also es werden jetzt plötzlich Regeländerungen gefordert, weil es eben nicht sein kann, dass die maximal 6 Engländer in der Gruppenphase nicht aufeinander treffen können. Denn das führt zu absurden Einschränkungen, von denen am Ende die Engländer profitieren. Falls euch also irgendjemand einreden will, dass die Premiere League gerade schwächelt, müsst ihr dabei immer eines bedenken: Das Niveau, auf dem die Schwächeln, muss man erstmal erreichen.

Und natürlich muss man über die in der Champions League gescheiterten Mannschaften reden. Aber auch da ist der Kontext verdammt wichtig. Fangen wir mal mit den Tottenham Hotspur an. Die stecken, wie auch Nottingham, gerade im Abstiegskampf. Nicht nur das, sie beendeten die letzte Saison auf Platz 17 und damit direkt über dem Strich. Das ist also kein einmaliger, nicht zu erklärender Ausrutscher, sondern eher deren aktuelles Leistungsvermögen. Das ist ein wenig, als würde man Werder Bremen an der Champions League teilnehmen lassen. Glaubt irgendjemand, dass die besser aussehen würden, als Tottenham? Wenn selbst die an sich ja gut dastehenden Frankfurter in der Gruppenphase gescheitert sind?

 Dass sie trotzdem Champions League spielen durften, lag an ihrem Sieg in der Europa League. Das muss man an der Stelle dringend festhalten: Es könnte durchaus leichter sein, sich über den internationalen Titel zu qualifizieren, als über die englische Liga. Und das dürfte den Engländern mittlerweile auch aufgefallen sein.

Also "früher" haben die ja gerne mal eine B-Mannschaft in der Europa League aufgestellt. Mittlerweile bestreitet zumindest Aston Villa ihre K.O. Spiele mit der bestmöglichen Mannschaft. Bei Nottingham sieht das wahrscheinlich ein wenig anders aus, aber die stecken ja, wie auch Tottenham, tief im Abstiegskampf. Die haben also tatsächlich ihre komplette Startelf vom Wochenende auf die Bank rotiert.

Aber man muss hier nochmal festhalten: Die B-Elf eines Abstiegskandidaten in England kann immer noch mit einer dänischen Spitzenmannschaft mithalten. Am Ende werden die sich ärgern, dass sie sich im Elfmeterschießen durchgesetzt haben, weil sie eigentlich all ihre Energie in den Abstiegskampf stecken sollten...

Manchester City, Newcastle und Chelsea haben natürlich richtig auf den Sack gekriegt. Aber die haben auch gegen Real Madrid, Barca und Paris St. Germain gespielt. Sind wir uns wirklich sicher, dass die Bayern gegen diese Mannschaften so viel besser aussehen würden? Und versteht mich nicht falsch: Die Bayern wirken gerade richtig stark. Und sie haben Paris schon geschlagen. Aber das Spielzeug des Ölscheichs hat bereits nachgewiesen, dass sie im Frühjahr einige Gänge hochschalten können. Genauso wie Real das jedes Jahr nachweist. Und Barca spielt schon das ganze Jahr über begeisternden Offensivfußball.

Alle 3 sind gegen absolute Titelfavoriten ausgeschieden. Alle würden am Viertelfinale teilnehmen, wenn ihnen die Losfee Duelle mit Bodö/Glimt oder Lissabon beschert hätte. Das ist kein "Riesen-Problem" wie unter anderem der Kicker in seiner Schlagzeile nach dem Hinspiel behauptete. Das ist immer noch Jammern auf extrem hohen Niveau.

Aber das ist halt auch die hysterische Deutsche Presse und seine Experten. Also nur um das nochmal festzuhalten: Nach dem Hinspiel gegen Celtic hat Sami Khedira dem VfB Stuttgart eine Titelchance bescheinigt. Und der Kicker hat das gedruckt. Danach verlor der VfB direkt 3 Europacupspiele infolge und ist somit souverän ausgeschieden. 

Donnerstag, 29. Dezember 2022

Die Premiere League wird so bluten.

 Also ihre Stars, wenn sie in der entscheidenden Saisonphase auf dem Zahnfleisch gehen. Falls sie es nicht eh schon tun.

Aber ja, in England ging der Vereinsfußball natürlich als Erstes wieder los. Mit einem der Pokalwettbewerbe, bei dem erstmal nur all die Spieler, die im Viertelfinale oder früher ausgeschieden sind, auflaufen durften. Aber dann musste auch der Boxing Day gespielt werden, weil das halt Tradition ist. 

Das bedeutet auch nur: 2 Tage nach dem WM-Finale drehte sich das große Rad schon weiter. Also um das mal anders zu verdeutlichen: Noch bevor die offiziellen Feierlichkeiten in Argentinien abgebrochen wurden, spielt Leicester City schon wieder gegen die Milton Keynes Dons. Bevor der erste Argentinier wieder nüchtern war, war das Achtelfinale komplett durch.

Währenddessen hat die Bundesliga noch bis 20.01.2023 Pause. Das sind angemessene 30 Tage. Da kann man dann all die kleinen Wehwehchen wirklich auskurieren und im Urlaub... Ski fahren, wenn man das dann will. Ok, vielleicht sollte man einfach nur an einen Strand fliegen. Aber jeder, wie er mag.

Nun gönnt sich keiner eine derart lange Pause, wie die Bundesliga. Die gingen offensichtlich als einzige davon aus, dass ihre Nationalmannschaft bei dem Turnier weit kommt. Da kann man ja mal daneben liegen. Nebenbei fängt die Bundesliga direkt mit einer englischen Woche an. Ob das so sinnvoll ist, sei mal dahin gestellt. Es ist aber, wenn ich das richtig überblicke, die einzige englische Woche für die Vereine, die nur noch in einem Wettbewerb vertreten sind.

In England kommt halt erschwerend hinzu, dass das halt die beste und tiefste Liga der Welt ist. Das kann im Jahr 2022 ja keiner mehr infrage stellen. Wenn Kylian Mbappé feststellt, dass seine "Ich spiele einfach durch" Einstellung zu Problemen führt, dann tritt er in der einheimischen Liga halt ein wenig kürzer und wird trotzdem Meister. In England kann man sich diesen Luxus nicht leisten, weil jeder leichtsinnige Punktverlust den Titel kosten kann. Und weil die Konkurrenz auch einfach wesentlich stärker ist.

Es wird halt echt spannend, wenn es dann ins Viertelfinale der Champions League geht. Also in die Runde, bei der die Bundesliga zuguckt. Wahrscheinlich. Wobei man an der Stelle festhalten muss: mit ausgeruhten Beinen, einem Thomas Müller auf der Bank und Manuel Neuer im Tor hat man wahrscheinlich sogar eine Chance gegen müde Stars aus Paris. Nur ist eine dieser 3 Voraussetzungen ausgeschlossen und die andere zumindest fragwürdig. Und einen richtig guten Mittelstürmer hat man dann immer noch nicht. Dennoch könnte die Urlaubsverletzung von Neuer den Bayern richtig teuer zu stehen kommen. Denn der Rahmenterminkalender spricht schon für die Bayern.


Wobei ja an der Stelle die Frage aufkommt, ob die Stars erst bluten werden, oder ob sie nicht schon längst kaputt gespielt sind. Denn welcher Premiere League Star hatte denn wirklich eine gute WM? Hakim Ziyech muss da definitiv genannt werden. Das Problem daran: Der hat bei der WM mehr gespielt als in der Premiere League. Der war nach seinen 5 Liga-Einsätzen und insgesamt 270 Minuten Spielzeit mehr als ausgeruht. Hatte aber diese Minutenzahl bereits im Achtelfinale übertroffen. Julian Alvarez darf das Halbfinale seinen internationalen Durchbruch nennen, er ist bei Manchester City Julian Alvarez darf das Halbfinale seinen internationalen Durchbruch nennen, er ist bei Manchester City, aber auch nur Ergänzungsspieler oder Azubi. Im WM Finale spielten dann noch Alexis MacAllistar von Brighton Hove & Albion, den vorher niemand kannte. Und Christian Romero von Tottenham Hotspurs. Interessanterweise hat sich Romeros Körper seine Auszeit vor der WM genommen, sein letzter Einsatz im Vereinstrikot war am 19.10., danach hatte er eine nicht näher definierte "Oberschenkelverletzung". Dazu beide Torhüter, aber das ist ja auch die Position, die die Dauerbelastung am einfachsten wegstecken kann. 

Bei allem Respekt vor diesen Spielern: Das sind, abgesehen von Hugo Lloris, alles Leute, die nicht aus der obersten Kategorie kommen. Zumindest waren sie da vor der WM nicht angesiedelt. Der "teuerste" ist halt Romero mit einem für die Premerie League günstigen Marktwert von 55 Millionen.

Die ganz großen Namen wie, demonstrativ, Kevin de Bruyne waren bei der WM aber praktisch unsichtbar. Also wenn man jetzt rein nach den Marktwerten von Transfermarkt.de geht, war die Top 20 der Liga nach dem Viertelfinale im Urlaub. Spätestens. Mo Salah, Luiz Diaz und Erlin Haaland blieben ganz zu Hause, wofür sie aber natürlich nur bedingt was können. Kai Havertz, Kevin de Bruyne und Darwin Nunez scheiterten in der Vorrunde. Alle 3 hätten daran definitiv etwas ändern können, wenn sie besser gespielt hätten. Rodri scheiterte im Kollektiv an Marroko im Achtelfinale. 

Portugal hat mit Ruben Dias, Bernado Silva, Bruno Fernandes und Joao Cancelo 4 Spieler unter den Top 20. Und einen gewissen Cristiano Ronaldo, der jahrelang ganz oben auf dieser Liste stand oder gestanden hätte. Trotzdem waren sie auch nicht gut genug, um Marokko rauszukegeln. Der Rest teilt sich auf England und Brasilien auf, die jeweils im Elfmeter schießen scheiterten. England schaffte dies sogar ohne Verlängerung.

Das hätten eigentlich alles die Spieler sein sollen, die diese WM prägen. Außer eventuell Saka, schaffte dies aber keiner. Da könnte man schon ein strukturelles Problem sehen. Oder man redet von 19 bedauerlichen Einzelfällen.

Wirklich spannend sind ja die auf Transfermarkt.de nicht näher definierte "Oberschenkelverletzung" von Romero. Und die Adduktorenbeschwerden, die er vorher hatte. Wie viele dieser "mein Körper braucht halt mal eine Pause" Verletzung werden wir in der Rückrunde zur Kenntnis nehmen müssen? Wie viele der völlig überspielten Stars werden entweder verletzt auf der Tribüne sitzen, oder irgendwie fit gespritzt werden und deutlich unter ihrem Niveau spielen? Welchen Einfluss nimmt das auf die Champions League? Oder mache ich mir da viel zu viele Gedanken?

Ich würde spätestens im Halbfinale gegen alle englischen Teams wetten.

Mittwoch, 29. Juni 2022

Die 2. dumme Frage: Was, wenn RB weiterzieht?

Was passiert hier, wenn in Österreich merkt, dass ein Sieg in der Champions League in Deutschland unrealistisch ist und man deswegen in die nächstgrößere Liga investiert? Was, wenn man sich dort einen neuen Verein aufkauft und man in Leipzig dann nur noch für London ausbildet? Darauf sage ich dann kurz: Na und?

Also lasst uns erstmal durchrechnen, wie wahrscheinlich es ist, dass RB sich Brentford unter den Nagel reißt und umbenennt.  Ich nehme den Verein, weil es von den Londonern gerade der am wenigsten erfolgreich ist... und damit vielleicht noch bezahlbar.

Da hat man aber schon das erste Problem: Egal, wo man in England hinzieht, man hat massive Konkurrenz von legendären Vereinen. Und seid mal ganz ehrlich: Ihr wusstet doch nicht mal, dass Brentford im Westen von London liegt. Aber dass 6 Vereine (Arsenal, Chelsea, Crystal Palace, Tottenham Hotspurs, West Ham United und ein Aufsteiger) aus dieser einen Stadt in der Premiere League spielen, ist nichts Ungewöhnliches. Und 4 von diesen 7 Vereinen landen in der Top 7.

RB hat ja auch in Leipzig sein neues Lager aufgeschlagen, weil die Traditionsvereine, wie soll man es sonst ausdrücken, hier so einzigartig verkackt haben und dass hier deswegen alles kulturelles Brachland war. Also der "direkteste Konkurrent" ist ja Dynamo Dresden, die zwischen der 2. und 3. Liga pendeln. Im Norden hatte man die Hertha, das sind aber auch schon 188 Kilometer. Im Süden kommt Nürnberg in 300 Kilometern... im Westen Thüringen, also nichts als Wälder. Und in der eigenen Stadt spielte niemand in der 3. Liga... das war die Konkurrenz, mit der man um den Markt kämpfte. Deswegen ist RB hier. Die haben sich diese Karte angesehen, das WM taugliche Stadion gesehen und gesagt: Genau dort müssen wir hin. Soweit ich weiß, gibt es etwas vergleichbares einfach nicht.

Aber dazu kommt, dass die Premiere League auch richtig teuer ist. Also Newcastle United als chaotisch geführter Klub kostete 360 Millionen Euro. Also nur für den Einstieg. Natürlich wird in England dank der großartigen Vermarktung auch mehr Geld umgesetzt, aber das bringt dir halt nur was, wenn du da mitspielen willst... Wenn du wirklich nach oben willst, wird das richtig teuer, weil man halt mit den Superreichen konkurriert.

Stellen wir mal eine einfache Frage: Wie viel Geld hat RB Leipzig auf dem Transfermarkt ausgegeben, und wie viel Arsenal London? Transfermarkt.de aufgemacht, Einnahmen und den Taschenrechner rausgeholt.
RB Leipzig Transferumsätze All Time
: -217 Million
Arsenal London Transferumsätze seit 2010/11
: -649 Millionen

RB hätte also, um halbwegs konkurrenzfähig zu sein, 3 Mal so viel Geld ausgeben müssen. Und das, ohne die deutlich höheren Gehälter mit einzuberechnen. Dabei kommt der eigentliche Trigger noch: Arsenal London ist mit diesen Investitionen in den letzten 5 Jahren aus den Champions League Rängen gefallen. Wenn man dahin will, muss man deutlich mehr Geld ausgeben.

Das Problem an einem Investment in England ist halt: Man kämpft dann mit Manchester City, Liverpool, Chelsea London, Manchester United, Tottenham Hotspurs, Arsenal, und demnächst Newcastle United um 4 Startplätze in der Champions League. Da könnte es fast schon einfacher sein, sich über die Europa League für diesen Wettbewerb zu qualifizieren. Ernsthaft, als Trainer sollte man darüber nachdenken, ob man diese Möglichkeit nicht in Betracht zieht...

Während es in Deutschland für RB möglich war, sich mit überschaubaren Investitionen einen Stammplatz in der Champions League zu sichern, wäre dies in England praktisch unmöglich. Schon deswegen wird RB nicht in dieser Liga investieren.

Aber Spanien? Schon eher. Aber die haben halt 3 von 4 Champions League Plätzen fest an Real, Barca und Atletico vergeben. Dazu ist die Infrastruktur vor Ort einfach schlechter. Klar, man könnte sich in Valencia einkaufen, aber man würde damit auch ihr niemals fertig werdendes Stadion bekommen.
In Frankreich ist der Spitzensteuersatz so absurd hoch, dass es richtig teuer ist, sich ein entsprechendes Team aufzubauen. Und die Liga ist, genauso wie Italien, nicht wirklich besser.


Aber gut, tun wir mal kurz so, als würde RB wirklich was Unvernünftiges machen und in England investieren. Und Leipzig wäre auf einmal nur noch ein Zahnrad im RB Ausbildungssystem. Sagte ich schon: Na und?
Also als Erstes muss man nochmal festhalten, aus welchem finsteren Mittelalter man hier kam, als RB investiert hat. Zwischen Lok und Chemie herrschte Krieg. Wann auch immer der Leipziger Fußball in die überregionalen Nachrichten auftauchte, ging es darum, dass die eine Fangruppe die andere angegriffen hat. Oder dass die Spieler von Roter Stern in Brandis angegriffen wurden. Wenn RB jetzt sagt: Wir unterhalten hier nur eine Zwischenstation, die auf Champions League Niveau Spieler weiterbildet, ist das immer noch unfassbarer Luxus und richtig guter Fußball, den man hier zu sehen kriegt.

Lasst uns das mal an einem Verein festmachen, dem ja genau das passiert ist: RB Salzburg. Dort konnte man in den letzten Jahren Aaronson, Karim Adeyemi, Patson Daka, Dominik Szaboszlai, Erlin Haaland, Amadou Haidara, Naby Keita, Dayot Upamecano, Kevin Kampl, Sadio Mané und Martin Hinteregger sehen. Und haufenweise weitere Talente, die für 15 Millionen weiterverkauft wurden. Aber ganz viele fantastische Fußballer und eben Martin Hinteregger, die man im eigenen Stadion jedes 2. Wochenende kicken sah. Ohne RB und deren "Wir bilden aus und weiter" Konzept wäre nur Hinteregger gekommen... 

In Leipzig würde genau dasselbe passieren: Es würden dann haufenweise fantastische Fußballer in diesem Trikot auflaufen und dann nach 3 Jahren weiterziehen... nur halt nicht mehr zu Chelsea London, sondern zu RB London...

Genaugenommen... würde sich gar nichts ändern, da RB ja jetzt schon ein Weiterbildungsverein, der für die ganz Großen ausbildet, ist. Und Borussia Dortmund beweist ja, wie gut es einem damit gehen kann. So unwahrscheinlich das ist: Wenn RB woanders investiert, bleibt hier alles, wie es ist.

Nebenbei bezweifle ich echt, dass RB jemals in dem Konzert der finanziell ganz Großen mitspielen wird und will. Meiner persönlichen Meinung nach ist es wahrscheinlicher, dass sie auf einen hohen Wiedererkennungswert des Fußballs als Marke setzen und diesen nutzen, um ihre Dosen an den Mann zu bringen. Dafür muss man dann regelmäßig unter die Top 8 der europäischen Fußballwelt, aber nicht direkt auf dem Niveau der ganz bekloppten investieren. Und die Kluft zwischen diesen Superreichen und sich selbst wird man eher durch Kompetenz und ein komplexes internationales Ausbildungssystem schließen wollen, als durch wahnsinnige Ablösen und Gehältern. Denn die machen am Ende auch "nur" 6,3 Milliarden Umsatz, müssen sich aber mit Saudi-Arabien und Katar messen, wenn sie da hinwollen.

Freitag, 23. April 2021

Super League Gedanken Teil III: Wir müssen eine neue Art des Abstieges bedenken

Eines der absurdesten Argumente für die Super League ist ja, dass der sportliche Wettbewerb eh schon ausgehebelt wurde. Es gibt halt in den europäischen Ligen keinen fairen Wettbewerb mehr. Deswegen ist die einzige Hoffnung für die Bundesliga ja, dass die Bayern einen richtig inkompetenten Trainer wie Jogi Löw verpflichten. Wobei ja selbst der ein wenig überforderte Niko Kovac das Double holte... und Carlo Ancelotti hat auch mehr seinen Vertrag abgesessen als wirkliche Trainerarbeit gemacht und trotzdem mehrere Titel geholt. Also selbst Löw dürfte die Dominanz der Bayern nicht sofort beenden... so unfassbar groß ist deren Vorsprung.

Wahrscheinlich könnten die Bayern ihre Aufstellungen in der Liga ein Jahr lang auswürfeln und sie würden trotzdem Meister werden... also zumindest, solange die Spieler die Herausforderung annehmen. 

Dennoch haben selbst die Bayern Angst vor einem Abstieg. Was völlig absurd erscheint, es gibt kein realistisches Szenario, in denen einer der 12 Superteams oder Bayern und Paris absteigen. Eine andere Bedrohung gibt es aber schon: Dass es richtig Scheiße läuft und man die Champions League verpasst. Und das würde schon ein richtig heftiges Problem auslösen. Deswegen wird man in München ja auch sofort entlassen, wenn man auf Platz 4 abrutscht. Die reagieren dann halt genauso panisch wie ein Kellerkind im Abstiegskampf... weil die Auswirkungen für die Bayern genauso drastisch wären, wie ein Abstieg für eines dieser Kellerkinder.

Das zeigt ja, wie krank das System Spitzenfußball mittlerweile ist: Die Millionen aus dem Europapokal sollten eigentlich ein netter Zuverdienst sein... aber mittlerweile sind sie der Sauerstoff, den die Mannschaften zum Überleben brauchen.

Also es gibt genügend Beispiele von Vereinen, die überraschend die Qualifikation und dann extrem eingebrochen sind. Schalke 04 ist das aktuell drastischste Beispiel, weil da der Niedergang im Zeitraffer verlief. Und für Schalke gibt es Leeds United als historisches Beispiel, wie weit bergab es noch gehen kann: Die wurden nach dem Verpassen der Champions League bis in die Dritte Liga durchgereicht, bevor sie jetzt langsam wieder auf die Beine kommen.

Manch einer erinnert sich vielleicht noch an die Beinah-Insolvenz von Borussia Dortmund, die im Wesentlichen durch das einmalige überraschende Ausscheiden in der Champions League Qualifikation ausgelöst worden ist. Nun werden die Dortmunder jetzt sagen: Wir haben ja daraus gelernt! Aber wenn sie ganz ehrlich sind, wollen sie nicht wirklich ausprobieren, wie viel besser man derzeit wirtschaftet und ob man sich einen 5. oder 6. Platz wirklich leisten kann...

Vor allem steht eines fest: Dauerhaft kann man sich das nicht leisten. Vielleicht kann man Erlin Haaland ein Jahr ohne Champions League halten, danach muss man ihn dann aber verkaufen. Und man wird nur bedingt in der Lage sein sich weiterhin herausragende Talente zu verpflichten. Sprich: Wenn man jetzt nur Platz 5 erreicht, wird einen das auf Jahre zurückwerfen.

Das sind auch Dinge, die man bei der Gründung dieser Super League bedenken muss. Denn das an sich Absurdeste war ja, dass die Premiere League bei dieser Idee so stark vertreten war. Das ist doch die reichste Liga der Welt. Einer Eier legende Wollmilchsau. Die können doch gar keine finanziellen Probleme haben.

Und dann fängt man an zu zählen... Und wenn man nicht beim DFB angestellt ist, kann man wahrscheinlich bis 6 Zählen: Manchester City und United, Liverpool, Chelsea, Arsenal und Tottenham sind 6 Vereine, die in ihren Plänen beinahe zwingend auf die Champions League Millionen angewiesen sind. Es gibt aber "nur" 4 Startplätze. 

Also gab. Denn still und heimlich kommt die neue Champions League Reform mit zwei weiteren Tickets, "die über eine Koeffizientenregel an Klubs vergeben, die die Qualifikation über den nationalen Wettbewerb verpasst haben, allerdings den höchsten UEFA-Klub-Koeffizienten aus den vergangenen fünf Jahren aufweisen." Und zumindest einer dieser beiden Plätze wird garantiert an den 5. Premiere League Klub gehen. Wahrscheinlich gehen sogar beide nach England.

Gerade Arsenal ist ja DAS Paradebeispiel für den schleichenden Abstieg eines Champions League Teilnehmer: 2006 stand man noch im Finale. Dann begann der schleichende Abstieg. Bis 2010 war es noch die Ausnahme, wenn man vorm Viertelfinale ausschied. Danach wurde das Aus im Achtelfinale plötzlich die Norm. 7 Jahre in Folge scheiterte man dort. Bis ein mal überraschend die Qualifikation komplett verpasste. Damals dachte man sich noch: Kann bei 5 Kandidaten ja ausnahmsweise mal passieren. Damals hat man allerdings auch noch jährlich St Totteringham's Day gefeiert. Aber sobald die Einnahmen aus der Champions League einmalig ausblieben, blieb auch dieser Feiertag aus. 

Mittlerweile ist man Tabellenneunter... und um Weihnachten rum drohte ein Absturz in die Abstiegszone. Die realistischste Hoffnung auf eine Rückkehr in die Champions League stellt die Europa League dar, die man dieses Jahr gewinnen könnte. Nebenbei muss sich die Vereinsführung mit der Frage beschäftigen, wo die Reise langfristig hingeht, wenn man nicht schnell wieder an der ganz großen Tafel speist. 

Und Arsenal ist ja nur die Mannschaft, die am weitesten ins Hintertreffen geraten ist. Auch Manchester United hatte zuletzt immer wieder Probleme sich für die Champions League zu qualifizieren... Selbst beim ehemals reichsten Klub der Welt erlebt man gerade den Wandel von "Finalteilnehmer 2011" zu "Es reicht nur noch fürs Achtelfinale... wenn überhaupt". Seit 2011 scheiterte man 3 Mal in der Gruppenphase und verpasste 2014/15 und 2019/20 sogar diese. Dagegen erreichte man nur 2 Mal das Viertelfinale. Für eine Mannschaft, die vorher 3 von 4 Jahren im Finale stand, ist dieses Viertelfinale auf ein Mal das Limit. Und es sieht ja nicht so aus, als würde sich das zeitnah ändern.

Arsene Wenger wurde früher belächelt, als er von der "Wenger Trophy" sprach. Aber genau genommen war er nur viel zu optimistisch. Für die Stammgäste in der Champions League ist Platz 5 in der Liga genauso schlimm, wie für Mainz, Freiburg oder Augsburg ein Abstieg in die 2. Liga: Wenn man diesen Betriebsunfall nicht innerhalb eines Jahres korrigieren kann, wird er sehr schnell lebensbedrohlich. Eine oder 2 Saisons im Unterhaus kann man vielleicht noch verkraften, danach wird es sehr schnell finster. Realistisch gesehen sind Freiburg und Mainz sogar wesentlich robuster aufgestellt, als die angeblich Superreichen...

Wenn man sich dessen aber bewusst wird, versteht man auch, warum gerade plötzlich so viele Engländer an dieser Revolution teilnehmen: Sie haben sich in eine Situation manövriert, in der sie teilnehmen mussten, weil die Premiere League alleine nicht mehr allen 6 die Überlebensgrundlage bieten kann.

Und es zeigt halt auch wieder, wie kaputt das System ist. Denn ursprünglich war der Europacup mal eine Möglichkeit sich international in einem sportlichen Wettkampf zu messen. Also in den 60er Jahren dürfte es sich finanziell echt nur bedingt gelohnt haben, da ging es wirklich ums Prestige. Und dann wurde es ein sportlicher Vergleich mit angenehmen finanziellen Vorteilen. Mittlerweile ist der sportliche Vergleich sekundär und völlig verwässert, das Geld dafür aber überlebenswichtig.

Wirklich pervers wird es, wenn man sich bewusst macht, dass selbst die Teilnahme an der Gruppenphase nicht wirklich ausreicht um den Lebensstandard zu sichern. Arsenal beweist doch, dass selbst regelmäßige Teilnahmen im Achtelfinale nur zu einem schleichenden Niedergang führen. Man muss halt am Ende ins Viertelfinale, damit man sein Niveau halten kann. Und da setzt dann die Mathematik endgültig aus, weil 12 Vereine ihre Lebensplanung auf ein Festmahl auslegen, an dem es nur 8 Teilnehmer geben kann. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Und das wissen die auch. Deswegen haben sie ja diesen fast schon verzweifelten Versuch gestartet. Denen ist halt auch bewusst, dass das derzeitige System so nicht weiter funktionieren kann. 

Aber anstatt sich zurückzunehmen und die eigenen Ausgaben zu senken, sucht man lieber nach Möglichkeiten noch mehr Umsätze zu generieren, damit man selber noch ein paar Jahre weiterfeiern kann... Denn das ist ja das eigentliche Problem, womit wir uns als nächste beschäftigen... Also Dienstag oder so...

Donnerstag, 31. Dezember 2020

Ole Gunnar Solskjaer spricht eine unangenehme Wahrheit aus

Was natürlich sofort auf Kicker.de möglichst weit unten vergraben werden muss. Denn das jemand darüber nachdenkt, dass es einerseits gerade richtig bescheiden läuft und das andererseits absehbar war... Dann doch lieber das Chaos in Stuttgart auf die Titelseite.

Dabei ist der Satz von Solskjaer eigentlich unfassbar wichtig: Eine Pause ist halt unmöglich, weil der Rahmenterminkalender es nicht zulässt. Weder in England, noch in Deutschland. Und das war halt auch abzusehen.

Denn dem Fußball fällt halt jetzt seine unfassbare Gier auf die Füße. Der Fakt, dass man unbedingt alles durchdrücken und möglichst wenige Einbußen hinnehmen wollte. Also nur um das nochmal festzuhalten: Der FC Bayern hat wegen dieser uns alle beeinflussenden Pandemie auf 2 Heimspiele verzichtet: Das Viertel- und Halbfinale in der Champions League. An sonsten wurden alle Ansetzungen durchgezogen. Selbst die Klub-WM steht noch auf dem Plan, obwohl die echt niemand braucht. Da werden die Bayern wieder mit ihrem ersten Anzug hinfahren, weil... ist ja wichtig.

Jeder, der den "Es wird eine 2. Welle geben" Wissenschaftlern zugehört hat und sich den Rahmenterminkalender angeguckt hat, musste zu einem Schluss kommen: Das kann so nicht gut gehen. Man muss sich als Fußballgemeinschaft Raum für mögliche Absagen und Spielverlegungen lassen. Schließlich ist, was dem einen oder anderen Vereinstrainer nicht so ganz bewusst ist, eine Verlegung des Saisonendes dank der Europameisterschaft keine Lösung. Und wie immer gilt: Wer selbst Gierig ohne Ende ist, kann nicht verlangen, dass die anderen (also die Nationalmannschaften) zurückstecken. Ok, er kann das schon verlangen, aber es wird ihm niemand zu hören.

Es hätte so eine einfache Lösung gegeben, auf die man sich hätte einigen können: Man verhandelt mit den Fernsehstationen, ob man einmalig die Europäischen Wettbewerbe ohne Gruppenphase abhalten kann. Und fragt die, wie viel das kosten würde. Immer mit dem Verweis darauf, dass sie dann wahrscheinlicher ein geregeltes Achtel- und Viertelfinale zeigen können. Dann hätte man noch über ein einmaliges Streichen der nationalen Pokalwettbewerbe nachdenken können und fertig wäre der entschlackte Spielplan.

Was nebenbei, wenige wird es überraschen, hier bereits im Oktober vorgeschlagen wurde.

Und wenn man jetzt schon beim Viertelfinale angekommen wäre, könnte man auf ein Mal die vernünftige Entscheidung treffen: Fußballspiele im Januar absagen, die Vereine nicht reisen lassen und all die gerade eintreffenden Covid Fälle mal zur Ruhe kommen lassen. Um dann Anfang oder Mitte Februar wieder einzusteigen. Dann hätte man immer noch ein Hammer Programm, aber es gäbe zumindest die Hoffnung, dass man nur mit 5.000 und nicht mit 25.000 Neuinfektionen pro Tag umgehen muss. Also pro Land.

Aber die Uefa fuhr halt genau so auf Sicht, wie die Regierungen. Und hofften einfach darauf, dass das schon gut gehen wird. Sie beweisen wieder mal, das "Verantwortungsvolle Handeln" und "Die Gesundheit der Spieler" nicht zu ihren Prioritäten gehören. Sondern das Drucken von Geld.

Was nebenbei genau so faszinierend ist: Alle tun jetzt so, als wäre das ein Problem der Engländer... Denn die haben ja die mutierte Virusversion... die es angeblich schon im November in Deutschland gab...

Und nur die Engländer hatten über Weihnachten mit Spielabsagen zu kämpfen. Das könnte auch daran liegen, dass man keine Spiele absagen kann, wenn keine angesetzt sind, aber Details. Vor allem ignoriert man dabei, dass es vielleicht sinnvoller gewesen wäre das Wolfsburg Spiel abzusagen, weil 5 Akteure in Quarantäne mussten... Oder das Würzburg demonstrativ einen Torhüter eingewechselt hat, weil alle anderen Optionen nicht zur Verfügung standen. Also auch die DFL ist im "Absagen sind keine Option" Modus. Und das sogar in Ansetzungen, für die man relativ leicht Ersatztermine finden könnte, weil keiner der Beteiligten International spielt. 

Hier eine faszinierende Variante den Unterschied zwischen Berichtserstattung über Deutschland und England zu verdeutlichen: Es ist überhaupt kein Problem rauszukriegen, wie viele Covid-19 Fälle es im Dezember in der Premiere League gab: 45. Klingt nach viel. Aber wenn ich vergleichbare Zahlen für die Bundesliga abrufen will... muss ich mich selber durch eine Bilderserie klicken und mitzählen. Dazu muss man irgendwie auch bedenken, dass die letzte veröffentlichte Testserie vor Weihnachten rein kam. 

Wären die Zahlen so hoch, wie in der Premiere League? Wahrscheinlich nicht. Aber die Drohung Spielabsagen oder zumindest weiter drastische Wettbewerbsverzerrung, wie man sie in Würzburg erlebt hat, stehen weiterhin im Raum. Und es gibt praktisch keinerlei Spielraum um auf diese Drohung zu reagieren.

Da hätte uns echt mal jemand vor warnen können... Also außer die Wissenschaftler, auf die anscheinend niemand hört.

Mittwoch, 9. September 2015

"Das Geld regiert im Fußball"

"und da das meiste Geld in England ist..." sind die trotzdem nicht gut...
Und ja, wenn man sich die Bilanz der letzten Jahre so anguckt... dann liegt die Macht des Fußballs nicht in England. Weder auf Nationalmannschafts- noch auf Vereinsebene Und noch viel schlimmer: Geld wird das auch nicht ändern. Das Geld kompetent ausgeben wiederum...

Und ja, solange die Premiere League nur "unsere Spieler" abwirbt... und dafür auch noch absurde Summen ausgibt... anstatt sich mal zu erkundigen, ob man die wirklich wichtigen Leute mal auf die Insel locken könnte... und damit meine ich noch nicht mal Jürgen Klopp oder Pep Guardiola.

Und die völlig absurden Summen landen ja in der Bundesliga. Und werden dort von diesen cleveren Leuten wieder investiert. Und ja, ich denke an Christian Heidel, der das als erster erkannt und ausgesprochen hat.

Um mal kurz die Relationen zu klären: Chelsea London mit ihrem von Rainer Calmund im Nebensatz gelobten Nachwuchsleistungszentrum muss 20 Millionen ausgeben um einen Spieler wie Abdul Rahman Baba zu verpflichten. Für die Bundesliga ist es überhaupt kein Problem solche Spieler auszubilden. Für solche Spieler geben wir nur 1/10 der Ablöse aus. Und ich will Baba ja gar nicht schlecht reden... aber dass der jetzt weg ist, ist für die Liga als ganzes kein Verlust. Weil wir unsere Ausbildungszentren und Scoutingabteilungen auch vernünftig nutzen.

Wenn es einen Spieler gibt, den man als Verlust bezeichnen könnte... dann Kevin de Bruyne. Aber jetzt kommt's: Selbst de Bruyne macht Manchester City nicht entscheidend besser. Die haben halt schon Jesus Navas, David Silva, Raheem Sterling und Fernandinho in ihrem Mittelfeld... und spielen gleichzeitig mit Martin Demichelis und Vincent Kompany in der Innenverteidigung... wenn die 80 Millionen in ihre Innenverteidigung gesteckt hätten... Aber da sind wir ja wieder bei der Kompetenz... Und Man City hortet seit Jahren planlos Offensivspieler für absurde Summen... Weil die halt das Spielzeug eines Scheichs sind, der keinen wirklichen Plan von Fußball hat... und der auch nicht versteht, dass zu viele Offensivspieler dir irgendwann Schaden. Weil entweder keiner seine Beste Form erreicht oder die Hälfte des Kaders unzufrieden ist.
Und ja, in der optimistischen Sichtweise ist de Bruyne Deutschlands Fußballer des Jahres. In der pessimistischen ist er bei Chelsea London gescheitert, weil er nicht gut genug für die Champions League ist. Und ja, er muss erst noch nachweisen, dass er auf diesem Niveau und konstant gute Leistungen zeigen kann...

Ganz ehrlich: Lass die Premiere League doch mit Geld um sich schmeißen. Das schadet uns nicht. Der einzige Verein, der sich wirklich sorgen machen muss, ist Bayern München. Und die können sich sagen: Wer wirklich unbedingt zu einem Verein wechseln will, bei dem er schlechtere Chancen auf den Champions League Titel hat, weil es da mehr Geld gibt... dann brauchen die Bayern mit ihrem "mia san mia" diesen Spieler auch einfach nicht.
Alle anderen Vereine... konnten auch ohne den neuen TV Vertrag nicht mit den Vereinen von der Insel mitbieten. Und ja, wem es nur ums Geld ging, der wechselt seit 20 Jahren nach England. Lass die doch...

Das dümmste was uns jetzt passieren kann, ist... in Panik zu verfallen. Und uns den Salamispieltag der Spanier anzueignen, weil das 20 Millionen mehr bringt.
Und noch viel schlimmer: Wir müssen ans 50plus1. Wir brauchen Investoren. Weil die Investoren ja so verdammt viel gebracht haben... sei haben genau einen Verein nach ganz oben gebracht: Chelsea London. Und das ist ein absoluter Glücksfall (für den Verein). Und nebenbei kein Investor sondern ein gelangweilter Oligach.
Die meisten Investoren... werden sich eher so anstellen, wie der Ishmaik bei 1860 München. Und ja, der ist das ultimative Gegenargument: Glaubt ihr wirklich, dass es der Liga besser geht, wenn wir mehr DAVON bekommen?
Vor allem: Die meisten Investoren suchen ja kein Hobby... sondern nach Möglichkeiten Geld zu verdienen. Ihr könnt mal bei United of Manchester nachfragen, wie das mit der Glazer-Familie gelaufen ist. Falls ihr das verpasst habt: Malcom Glazer hat ein Darlehen aufgenommen um die Aktien des Vereins zu kaufen und dieses Darlehen dann auf den Verein übertragen. Und auf ein Mal zahlte Manchester United 80 Millionen Pfund Zinstilgung im Jahr aufbringen muss. Ja, Manchester muss den Kredit mit dem sie erworben worden sind selber zurückzahlen. Und ja, alles was ihr braucht um einen englischen Fußballverein zu kaufen, ist eine Bank, die euch einen Milliardenkredit zur Verfügung stellt. Solche Machenschaften brauchen wir in der Bundesliga auch unbedingt.

Die Bundesliga ist derzeit die gesündeste aller europäischen Ligen. Sie hat moderne und volle Stadien (dank der WM 2006... oh und das Böllenfalltor, für das man als einziges keinen Namenssponsor finden wird). Diese Stadion sind auch immer gut gefüllt, die Stimmung in den Stadien ist super. Sie liegt im wirtschaftlich robustesten Land Europas, was ihr die Möglichkeit gibt auch ohne solch groteske Persönlichkeiten wie Mister Bean zu funktionieren. Sie beherbergt derzeit eine der (würg) 3 besten Vereinsmannschaften der Welt. Oh und (nochmals würg) die beste Nationalmannschaft der Welt. Da hinter haben wir eine sehr gesunde und sehr breit aufgestellte Spitzengruppe. Von denen kann zwar (gerade) keiner Meister werden... aber 2 Jahre in Folge qualifizierten sich alle 4 Champions League Starter fürs Achtelfinale. Das ist auch eine Bilanz, die sonst keiner erreicht (auch wenn Borussia Mönchengladbach diese Serie dieses Jahr durchbrechen wird...). Das fußballerische Niveau ist auch bei den offiziell schlechteren Mannschaften hoch. Die Gehälter werden pünktlich bezahlt (und da man nicht am Tropf einzelner Personen und Launen hängt, ist auch sicher gestellt, dass diese Gehälter auch nächstes Jahr noch kommen.) Einzelne Vereine (wie hald die Gladbacher oder vorher die Dortmunder) können einen natürlichen und gesunden Wachstum durchmachen (der am Ende sogar ins Champions League Finale führen kann).
Der gemeine Deutsche ist in der Lage sich am Samstag abend eine kompakte und fast komplette Zusammenfassung des Spieltages zu gönnen... und er muss dafür nur die GEZ Gebühren bezahlen (Warte, macht das die ARD zu einem Pay Per View Kanal?)

Das sind Dinge, um den uns der Rest Europas beneidet. Weil sie mindestens 3 dieser Dinge für sich nicht beanspruchen können. Und es gib überhaupt keinen Grund jetzt aus reiner Panik daran irgendetwas zu ändern. Im Gegenteil: Langfristig würde dies die Liga eher schwächen als stärken.

Donnerstag, 18. Juni 2015

Wie man aus seiner eigenen Schwäche eine Stärke macht

Oder: Warum ihr niemals mit Jose Mourinho streiten solltet... ihr werdet verlieren... ich versuche es trotzdem (der spricht ja schließlich kein Deutsch, da muss ich mir keine Sorgen machen...)

Jose Mourinho hatte dieses Jahr eine echt schwierige Aufgabe: Er musste die nationale Meisterschaft als Triumphzug verkaufen. Und er hat es geschafft. Der Mann, der selbst mit dem FC Porto und dem damals schön überalterten Inter Mailand den Champions League Titel geholt hat... und für dem es abgesehen von diesem Titel nur einen relevanten Maßstab gibt (Stehe ich vor Pep Guardiola?), musste uns erklären, wie wichtig und schwierig es doch war, die Premiere League zu gewinnen...

Und warum? Weil man dort nicht mal so eben Gegner mit 6:0 aus dem Stadion schießt. Deswegen ist die Premiere League besser, ausgeglichener und schwieriger zu gewinnen als die anderen Ligen...

Aber wenn man mal ganz kurz ganz ehrlich ist: Welche Mannschaften legen denn solche Ergebnisse auf? Barcelona, Real Madrid, Bayern München und Juventus Turin... oder anders ausgedrückt: Die 4 stärksten Mannschaften Europas... und genau das war Chelsea halt nicht.

Und ja, Chelsea würde auch in Spanien oder Deutschland kaum 6:0 gewinnen. Zum einen, weil sie (dieses Jahr) einfach nicht so gut waren... zum anderen, weil sie von Jose Mourinho trainiert werden... und der verteidigt im eigenen Stadion lieber ein 1:0 aus dem Hinspiel als angreifen zu lassen... dass man mit der Einstellung niemals 6:0 gewinnt, erscheint erstaunlich logisch... Und ja, man könnte so weit gehen, dass Mourinhos Einstellung und Taktik im Rückspiel gegen Paris St. Germain dem Verein das Weiterkommen gekostet hat... und dass Mourinho das weiß und genau deswegen uns allen (und sich selbst) einreden will, dass auch die Nationale Meisterschaft eine geniale (Trainer)-Leistung war.

Zu behaupten, dass die Premiere League im Ist Zustand die stärkste der Welt ist... ist nun mal Schwachsinn... Gerade in der Breite... Spanien hat derzeit 3 Mannschaften, die realistisch gesehen ums Halbfinale der Champions League mitspielen... England hat vielleicht eine. Und ja, es ist davon auszugehen, dass Manchester United irgendwann wieder auf die Beine kommt. Aber der Rest? Manchester City fehlt nach wie vor der Plan um um die ganz großen Titel mitzuspielen, Arsenal London ist dafür einfach nicht (mehr) gut genug.

Aber das lustige daran: Diese 4 Mannschaften stehen national trotzdem deutlich über dem Rest. Auch wenn sie international nichts reißen konnten... Und zwar extrem deutlich. Im Wesentlichen ist die Englische Meisterschaft ein 3 Mann Rennen zwischen den Klubs aus Manchester und Chelsea. Und dahinter wird Arsenal Vierter. Oder wenn sie eine gute (oder eine der anderen Vereine eine schlechte) Saison gespielt haben, werden sie Dritter. Mehr ist nicht drin. Es gab die eine Ausnahme, als Manchester United das erste Mal seit 30 Jahren einen überforderten Trainer hatte und der FC Liverpool Luiz Suarez...

Und ja, in England ist es eine Sensation, wenn sich die Tottenham Hotspurs ausnahmsweise mal für die Champions League qualifizieren...
In Deutschland dagegen... dürften sich nächstes Jahr Bayern (ok, die sind sicher...), Dortmund, Wolfsburg Schalke, Leverkusen und Mönchengladbach um die Champions League Plätze streiten... Dass sind 6 Kandidaten für 4 Plätze... da kann man jetzt schon von ausgehen, dass 2 Mannschaften ihr Ziel nicht erreichen werden... Und ja, jenseits der Bayern kann niemand wirklich voraussagen, wie die Mannschaften dahinter ins Ziel kommen. Während wir in England mit 90%iger Wahrscheinlichkeit Chelsea, United, City und Arsenal auf den ersten 4 Plätzen sehen werden. Das soll dann gut und spannend sein?

Und ja, irgendwie hat Mourinho sogar recht: Den Titel am Ende zu holen, ist verdammt schwierig, da jeder Ausrutscher (fragt mal bei Steven Gerrard nach) den Titel kosten könnte... aber das bedeutet nicht, dass es schwieriger ist, die kleinen Mannschaften zu schlagen... und ob man die (als Chelsea) 1:0 oder 5:0 schlägt, liegt nur an einem selbst. Und in Spanien ist es halt nicht anders: Wer sich da eine kleine Schwächephase erlaubt, ist raus aus dem Meisterschaftsrennen. 

Und wenn uns der Fall Robbie Keane eins gelehrt hat... dann dass mittelmäßige Spieler nicht besser werden, in dem man absurde Ablösen für sie zahlt. Aber auch das werden die englischen Klubs diesen Sommer wieder reihenweise machen... Und deswegen werden sie sich alle einreden, dass sie die besseren, weil teureren Stars haben, die dann aus der Premiere League eine bessere Liga machen...

Mittwoch, 4. März 2015

Brauchen wir das?

Ist ja die viel spannendere Frage. Also müssen wir wirklich für ein paar (Hundert) Millionen die Sportschau opfern. Und ja, wenn meine Theorie von gestern umgesetzt wird, wäre dass das Ende der relevanten Sportschau...

Der erste Punkt ist: Wir werden eh nicht an die Zahlen der Premiere League ran kommen... dass die überhaupt bezahlt werden, ist eigentlich irre... kann sich so ein Deal überhaupt rechnen? Also für die Fernsehstationen... Und ja, die haben diese Absurden Milliarden nur für den englischen Markt bezahlt, die internationale Vermarktung kommt erst noch... eigentlich kann man sich das gar nicht vorstellen... Aber die haben halt auch 2 Pay-Per-View Anbieter und wir nur einen...

Aber: Welchen Einfluss hat denn der TV Deal genau? Laut ESPN sind die 20 Premiere League Vereine eh schon unter den 40. Reichsten der Welt... Ändert sich da wirklich etwas, wenn sie jetzt alle unter den Top 30 sind? Und ja, viel weiter wird es nicht gehen...

Und mehr Geld als Borussia Dortmund hat Manchester City nicht erst seit dem neuen TV-Deal... trotzdem kam die Borussia in den letzten 2 Jahren in der Champions League weiter als der Scheich-Klub. Tendenz steigend.
Und wenn all die Oligachen- und Scheich-Projekte eines bewiesen haben, dann das Geld halt doch nur bis zu einem gewissen Niveau Tore garantiert. Man kann sich als Paris St.Germain einen Zlatan Ibrahimovic, der einem 25 Liga-Tore im Jahr garantiert, kaufen, aber ein Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo ist (trotz festgeschriebener Ablösesumme... Barca und Real könnte es nicht mal verhindern, wenn Paris den Weltfußballern jeweils 130 Mio im Jahr anbietet) nicht zu bekommen. Die bleiben lieber bei ihren erfolgreichen Vereinen...

Und genau diese Oligachen-Struktur wird den Geldvorteil am Ende wieder ausgleichen. Hat er bisher immer gemacht. Denn wenn die Premiere League etwas bewiesen hat, dann das Investoren keinen Bock auf langfristige Projekte wie eine ordentliche Jugendakademie haben... Die wollen nicht in 5 Jahren Erfolge, sondern jetzt gleich. Deswegen kaufen sie lieber Spieler, als sie auszubilden... und für diese Spieler werden absurde Ablösesummen bezahlt... das war auch schon immer so... Das wird auch so bleiben. Deswegen wird die Premiere League durch all das Geld nicht zwingend besser.

 Für einen Robbie Keane wurden in seiner Karriere 103 Millionen Euro Ablöse bezahlt... Und jetzt kommt's: Für 2 Champions League Tore in 9 Spielen!!! Der war noch nicht mal gut... Wenn der in Deutschland herumgereicht worden wäre, wie eine Edelhure und dann mal ein Jahr Champions League gespielt hätte, wäre er auf insgesamt 25 Millionen Euro Ablöse gekommen... wenn überhaupt... und trotzdem kein besserer Spieler...

Nur so als Vergleicht: Ein Adam Lallana kostete diesen Sommer 31 Millionen Euro. Da fragt ihr euch doch bestimmt auch: Wer? Genau... solche Spieler gibt es in der Bundesliga mit Sicherheit auch: Gutes Nationales Niveau, dass bei einem kleineren Verein geparkt und ausgebildet wird, bis es mit Mitte 20 den Sprung zum großen Klub wagt... bei uns heißen diese Spieler Lars Stindl und kosten 3 Millionen...

Nur weil Spieler in England übertrieben teuer sind und dort inzwischen ein separater Transfermarkt aufgemacht worden ist, heißt das nicht gleich, dass die Spieler dadurch gut sind... es heißt halt nur, dass da im restlichen Europa nur ganz wenige Werksvereine wie der VfL Wolfsburg überhaupt mit bieten können... und das auch nur, wenn es um ein absolutes Prestigeobjekt wie einen frisch gekürten, am Siegtor im WM Finale beteiligten, Nationalhelden geht... Aber ganz ehrlich: Wen stört's?

Nehmen wir ein etwas ungenaues Beispiel: TSG 1899 Hoffenheim. Also sogar ein Verein, der eigentlich keine Spieler aus finanziellen Gründen abgeben muss... Im Jahr 2010 musste man Carlos Eduardo, als sein Herz und seine Seele an einen (deswegen ist das Beispiel ungenau) finanziell übermächtigen Mittelklasse Klub aus Russland abgeben... nicht weil Rubin Kasan die bessere Perspektive oder wärmeres Klima zu bieten hatte... sondern bereit war, wesentlich mehr Geld zu bezahlen...
Für dieses unersetzliche Puzzlestück holte man Gylfi Sigurdsson und Roberto Firmino... den einen der beiden konnte man wieder nach England zurück verkaufen, und machte deswegen keine Miesen... der andere ist mittlerweile besser als Eduardo... Keiner der beiden kostete wirklich viel Ablöse... Und wenn Firmino in diesem oder nächsten Sommer weiter zieht, wird Hoffenheims Scoutingabteilung den nächsten Offensiven Mittelfeldspieler suchen und finden, der den Engländern einfach nicht auffällt... und 3-4 Jahre später verkauft man den dann wieder... bevorzugter Weise nach England...

Welchen Profi, der wie Sigurdsson dem Ruf des großen Geldes bei Mittelmäßigen Vereinen gefolgt ist, vermisst die Bundesliga denn wirklich?

Und falls ihr wirklich glaubt, dass die Spitzenverein einfach den Markt an Weltklasse-Fußballern leer kaufen wird und die alle samt bei sich parken werden... vergesst ist. Aus einem einfachen Grund: Die Champions League... und da werden weiterhin nur 4 englische Mannschaften dran teilnehmen... von denen eine in schöner Regelmäßigkeit (also häufiger als die Deutschen) in der Gruppenphase hängen bleibt...
Und wovon reden ALLE Profifußballer? Sie wollen die Champions League Hymne hören. Bevorzugt im März... und als Stammspieler. Deswegen wird sich ein Stindl gegen Stoke City und für Schalke 04 entscheiden. Oder ein Schürrle für Wolfsburg und gegen Tottenham... Die Deutschen Mannschaften geben dir eine realistische Chance, als Stammspieler in einem Champions League Achtelfinale aufzulaufen... hey, selbst Kevin Prince Boateng hat das geschafft...

Sorgen muss sich die Bundesliga erst machen, wenn die F.A. es schafft, Jugendakademien in die Lizenzbedingungen zu schreiben... ein Chelsea London, dass sich Spitzenspieler kaufen UND einen eigenen Mario Götze ausbilden kann? Das sollte einem Angst bereiten. Solange sie nur sinnlos Millionen in Mittelklasse-Spieler pulvern, wird ihnen all das Geld der Welt nichts bringen.

Die Bundesliga ist die Beste Ausbildungsliga der Welt. Und: Wir haben mit dem FC Bayern einen Verein, der jedes Jahr um den Champions-League Titel mitspielt. Einer der absoluten Spitzenvereine, der sich sogar die Spieler kaufen kann, an die Paris und Man City nicht rankommt. Denn sobald die Bayern in so einen Poker einsteigt, überwiegt die Chance auf den Titel die paar Millionen, die man mehr bekommt... meistens... Und wer sich wirklich fürs Geld entscheidet, wird den Bayern nicht fehlen...
Dazu hat man mit Borussia Dortmund  einen Verein, der für die Besten der Besten der Besten ausbildet. Wo sind die letzten BvB-Stützen hingewechselt? Real Madrid, Manchester United und Bayern München... also Champions League Titel Anwärter... Ein Marco Reus wäre auch nicht zu Man City gewechselt, sondern nur zur Creme-de-la-Creme.
Wenn man dann noch bedenkt, dass selbst Werder Bremen und der VfB Stuttgart Stammspieler für die Königlichen ausbilden kann... Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil, den man gegenüber der Premiere League hat... und der ist mehr Wert als die 100 Millionen mehr, die ein Samstags-20:30-Spiel bringen würde...
Was mich zur meiner ursprünglichen Frage zurückbringt: Brauchen wird das? Nö, das brauchen wir nicht.

Dienstag, 4. Februar 2014

Haben wir das wirklich nötig?

Wo wir doch eh keine realistische Chance haben?

Den ganzen Winter über reisten unsere Vereinsmannschaften in der Welt umher. Abgesehen vom Hamburger SV, der mittlerweile so am Arsch ist, dass er auf die 600.000 Euro einfach nicht mehr verzichten kann... versuchte man (als Paradebeispiel sei der VfB Stuttgart genannt) neue Märkte zu erschließen. Und wurde dafür sogar von der DFL gefördert... Damit wir die Lücke zwischen uns und der Premiere League schließen können... weil es ja nichts wichtigeres gibt...

Nun startet der VfB mit 3 Niederlagen am Stück... da darf man sich schon fragen lassen, ob es nicht wichtigeres gab als in südafrikanischen Townships Autogramme zu geben... (Klar, der Spielplan... aber eine Auftaktniederlage gegen Mainz muss nicht unbedingt sein...)

Aber sein wir ganz kurz ehrlich: Die Premiere League werden wir so eh nicht einholen. Um die Premiere League (in der Breite) einzuholen, müssen wir das 50plus1 kippen und uns den Raubtierinverstoren öffnen. Punkt. Sonst haben die kleinen Vereine keine Chance mit den Gurkenteams der Premiere League auf dem Transfermarkt mitzuhalten.
Wie sonst kann sich der FC Fulham in der Winterpause mal so eben einen Stürmer für 15 Millionen leisten?  Genau: Auf der selben Basis, auf der ein VfL Wolfsburg Geld für Kevin de Bruyne ausgibt: Sie haben halt einen Investoren in der Hinterhand, der solche Beträge möglich macht.

Plus: Glaubt eigentlich irgendjemand, dass so ein Trip (oder ein 1000km Freundschaftsspiel der Bayern) wirklich was bringt? Also mehr als das deutsch-deutsche Champions League Finale vor gerade mal einem halben Jahr? Oder die Auftritte der Deutschen Nationalmannschaft in Südafrika 2010? DAS sind die Events, die das Interesse an der Bundesliga steigen. Wenn selbst die Chinesen hinter ihrer großen Firewall mitbekommen müssen, dass die besten Vereine und die besten Nationalspieler in der Bundesliga spielen... dann werden die da auch schon einschalten.

Aber zurück zur eigentlichen Frage: Haben wir das wirklich nötig?

Die großen Transfers in England diesen Winter waren Juan Mata, Nemanja Matic, Kurt Zouma, Kosta Mitroglou und Mohamed Salah. Abgesehen von Mata und Salah: Wen von den habt ihr schon mal spielen sehen? Wollen wir wirklich 45 Millionen für einen Chelsea-Reservisten ausgeben? Wenn Wolfsburg gerade feststellt, dass selbst 22 Millionen schon zu viel gewesen sein könnten? Und es kann ja nun auch nicht jedes Talent in die Bundesliga wechseln...

Dafür hätte man als Bundesliga in den Poker um Elaquim Mangala und Fernando einsteigen können... diese beiden Unbekannten hat man zusammen für 50 Millionen nicht bekommen...

Aber: Keinen dieser Namen wird die Bundesliga vermissen... Die Liga wird dadruch, dass sie an dem englischen Transfer- und Gehaltswahnsinn teilnimmt, keinen Deut besser...
Und wenn ein Spieler derzeit wirklich einen Wechsel in den englischen Tabellenkeller vorzieht, dann ist ihm halt der Gehaltscheck am wichtigsten...

Es gibt Weltweit 5 Vereine, denen man ohne schlechtes Gewissen der Bundesliga vorziehen kann: Barcelona, Real Madrid, Manchester United, Chelsea London und Juventus Turin. Mit diesen Vereinen könnte man (auch international) mehr Erfolge erzielen als mit einem Bundesligisten... Wobei, eigentlich müssten sich diese Vereine ja auch mit Bayern und Dortmund messen...
Und auch wenn es einem Lesenden weh tun wird: Selbst Schalke 04 war in den letzen 4 Jahren häufiger im Champions League Halbfinale als ein Arsenal London...

Wenn ich dann als Lewis Holtby sage, ich will unbedingt nach Tottenham, weil die Perspektive dort so viel besser ist als auf Schalke... dann lasst ihn doch ziehen... der wird schon früh genug merken, was er davon hat...
Und dass dann nach einem (eher erfolglosen Jahr) eine Rückkehr nach Schalke nicht finanzierbar ist... obwohl Schalke (und nicht Tottenham) die Champions League Millionen eingenommen hat...

Die Bundesliga sollte sich auf ihre Stärken (Geile Stadien, geile Fans, seriös geführte Vereine, püntliche Bezahlung seiner Angestellten) verlassen und nicht krampfhaft versuchen die Finanzstärke einer anderen Liga zu erreichen. Denn dass ein Spieler wegen der Kohle nach England (oder zu Paris St.Germain und dem AS Monaco), werden wir nie verhindern können... Aber Spieler mit solchen Prioritäten will man als Bundesliga vielleicht gar nicht haben...

Donnerstag, 12. September 2013

Manche Statistiken lügen einfach nicht

Und am besten mit den Zahlen sind immer noch die Amerikaner... Wahrscheinlich mögen die Amis den Fußball auch deswegen so wenig, weil man ihn statistisch so schlecht erfassen kann. Tore sind am Ende das einzig wirklich entscheidende... und davon fallen halt verdammt wenig. Oder wie im Fall von Ukraine gegen England auch mal gar keine. Trotzdem haben die Amerikanischen Experten eine äußerst interessante Statistik gefunden, die die Probleme der englischen Fußballnation auf den Punkt bringt.

58. Die Wurzel aller englischen Probleme lautet 58. In allen relevanten Ligen Europas starteten am letzten Wochenende insgesamt 58 Engländer. Von diesem 58 Mann muss Roy Hodgson seinen 23 Mann Kader zusammenstellen... Ja, wenn man es als Engländer in die Startelf der Premiere League geschafft hat, ist man schon so gut wie im Nationalteam. Wahrscheinlich hatte sogar Lars Olsen eine größere Auswahl. Jogi Löw konnte sich am Wochenende 103 Starter anschauen. 96 deutsche Spieler in der Bundesliga und 7 Legionäre... (Ok, Mesut Özil spielte an diesem Wochenende nicht... aber nächstes Wochenende wieder... und dafür zählt der Artikel Robert Huth nicht auf.)

Allein schon das Bayer Leverkusen als Deutsche Spitzenmannschaft und Champions League Teilnehmer am Wochenende auf 5 Deutsche nicht Nationalspieler in der Anfangsformation kam... In England reicht es derzeit wahrscheinlich, bei einem Champions League Teilnehmer auf der Beobachtungsliste zu stehen, um für die Nationalelf interessant zu werden...

Aber hey, die halbe belgische Nationalmannschaft findet dagegen ihren Platz in der Premiere League... Dazu mindestens 4 Deutsche... Und und und...
Genügend gute und junge Spieler hat die Premiere League... die spielen halt nur alle für andere Nationen. Warum selber ausbilden, wenn man für lächerliche 20 bis 30 Millionen doch mittelmäßige Spieler holen kann?
Und nur so nebenbei: Vor etwas 10 Jahren gab es einen riesigen Jugendhype in England. Die Generation Wayne Rooney und James Milner brach damals quasi im Wochentakt alle Jugendrekorde. Da Problem: Es gab da halt nur einen Rooney... und wer kann mit den Namen Aaron Lennon und James Vaughan wirklich was anfangen? Einer von den beiden ist der jüngste Torschütze der Premiere League Geschichte...
Solche Spieler auszubilden kostet mehr Zeit als Geld... und die ganzen ausländischen Investoren haben halt mehr Geld als Zeit. Die wollen lieber heute halbwegs ansehnlichen Fußball sehen, als in 5 Jahren ihre eigenen selbst ausgebildeten "Kinder"... Genau in diesem Punkt ist Dietmar Hopp nebenbei nicht mit den Scheichen zu vergleichen...

Am Ende wird Hodgson auf eine englische Version der Kirch-Krise hoffen... dass die FA, die UEFA oder das englische Parlament Investoren verbietet. Dass das Financial Fair Play endlich wirklich umgesetzt wird. Das der riesige Englische Fernsehmarkt zusammenbricht. Denn das ist die einzige Chance, die die englische Nationalmannschaft noch hat...

Denn wenn wir uns zurückerinnern: Der Deutsche Jugendwahn ist nicht primär ausgebrochen, weil wir 2006 unbedingt Weltmeister werden wollten. Auch wenn das (und die Leistungszentren) sicherlich geholfen haben. Aber Leistungszentren haben die Engländer auch schon. Manchester United wurde zu der Hausmarke, die sie heute sind, weil sie mit Paul Scholes, Gary und Phil Neville und David Beckham Champions League Sieger wurden. Aber wann hat es in der Premiere League das letzte Mal eine Überraschungsmannschaft gegeben, die mit selbst ausgebildeten Spielern bis in die Champions League gestürmt ist?

In Deutschland begann der Spaß in der Saison 2002/03 mit dem VfB Stuttgart und seinen "Jungen Wilden". Aber die Stuttgarter setzten nicht freiwillig auf all diese Talente... Nach dem Einbrechen der Fernsehgelder durch das Wegbrechen der Kirch-Gruppe hatte man schlicht und einfach kein Geld mehr um sich Spieler zu kaufen. Es ist faszinierend, dass aus diesem Super-GAU, der uns alle gegen die Wand fahren lassen sollte, der Grundstein dieser jetzt so geilen Fußball spielenden Generation wurde... Einerseits hätte es Borussia Dortmun fast in den Ruin getrieben, andererseits war es die Grundlage für die letzten beiden Meisterschaften... Und es ist faszinierend, wie überragend diese Krise am Ende für den Deutschen Fußball ausgegangen ist... halt so gut, dass man sich als englischer (Nationalmannschafts-)Fan fast fragen muss: Können wie so eine Krise auch mal haben?

Mittwoch, 11. April 2012

worst of... ein kleines Special zur Englischen Woche

muss einen natürlich nach England führen.

Roberto Mancini hat dann bekannt gegeben, dass Skandalnudel und Großmeister der Disziplinlosigkeiten Mario Balotelli unter ihm nicht mehr spielen wird. Kommt euch das bekannt vor? Ja, genau, Carlos Tevez hat diesen Text auch schon gehört... und wurde dann vor einigen Wochen als Hoffnungsträger wieder ausgegraben. Balotelli muss sich also nicht die ganz großen Sorgen machen: Wenn ihn im Sommer keiner haben wird, braucht es nicht mal einen Trainerwechsel, damit er doch wieder eine neue Chance bekommt...
Damit ist der beste Transfer von Sir Alex Ferguson nebenbei der, den er nicht getätigt hat... Er hätte Balotelli nämlich auch holen können, lehnte aber dankend ab...

Um mal die Stärke der Bundesliga in Relationen zur Premiere League zu setzen: Da gab es im Winter diesen Spieler, der auf die Insel gewechselt ist. Und der ist jetzt einer der besten Neuzugänge in der Geschichte der Premiere League, weil er in seinen ersten 9 Spielen 10 Tore geschossen hat. So weit so gewöhnlich... Das es in der Bundesliga durchaus gute Individualisten gibt, war einem ja bewusst... bis einem auffällt, das Papiss Cisse ja vom Tabellenletzten in Deutschland zu einem Europa League Anwärter in der angeblich besten Liga der Welt gewechselt ist... und es beiden Vereinen dardurch besser geht... Ach ja, und auch sein Sturmpartner Demba Ba war zu letzt in der Bundesliga alles andere als ein Superstar...

Aber natürlich gibt es da auch das Gegenbeispiel: Per Mertesacker. Als der Deutsche Nationalmannschafts-Abwehrchef zu Arsenal London gewechselt ist, drohten die zum ersten Mal seit gefühlten Ewigkeiten sogar die Qualifikation für die Champions League zu verpassen... Jetzt ist er seit 7 Spielen verletzt... und Arsenal hat nur eine dieser 7 Partie verloren... Dafür aber Tottenham, Liverpool, Newcastle und Chelsea London, also alle direkten Konkutenten, geschlagen und somit ist auf einmal sogar die direkte Champions League Quali wieder drin... Das könnte ein weiteres Indiz dafür sein, dass der gute Bremer Verteidiger in den letzten Jahren eigentlich immer Naldo war und Per nur wie ein Halbblinder neben ihm her gelaufen ist... aber hey, hoffen wir doch einfach mal, dass er bis zur EM wieder fit ist...

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Wenn ihr euch im Sommer fragt, warum die Engländer so abkacken...

Die heutige Frage des Tages wird ihnen präsentiert vom IPhone 4:

ganz ehrlich, bin ich eigentlich der einzige, dem dieses Kind in dieser Werbung einfach nur Angst macht? Die Mutter wird dieses Kind wahrscheinlich irgendwann fragen: "Sohn, warum hast du keine Freunde zum spielen?" Und der Sohn antwortet: "Hab ich doch... Mason2015 hat mir gerade geschrieben, dass er kacken ist und sich freut, wie schön es doch läuft..." "Ja, aber richtige Freunde?" "Wie richtige Freunde"...

Aber zurück zu den Kernkompetenzen: Wenn ihr euch im Sommer fragt bei der EM fragt, warum die Engländer so abkacken... dann fragt euch einfach, was die im Winter gemacht haben...
Alle großen Ligen haben mittlerweile so was wie eine Winterpause... Selbst die Spanier mit ihren 20 Vereinen und ihren 2 Spielen pro Copa del Rey Runde gönnen sich ein paar freie Tage... Tage, in denen man als Fußballer die Akkus ein wenig aufladen kann... und die Engländer?

Machen das Gegenteil: FC Chelsea hat zwischen dem 22.12 und dem 2.1 4 Spiele. Während die anderen Nationen sich also eine Pause gönnen... laufen die Engländer zu hochtouren auf... Natürlich merkt man das nicht sofort, Fußballer wollen ja immer spielen, aber zum Ende der Saison gehen die englischen Profis doch immer am Stock... Und das dürfte einer der Gründe sein, warum die durchaus talentierte Nationalmannschaft seit 1966 nichts mehr gewonnen hat...

Aber Schuld sind natürlich die Nationalmannschaften, die den Rahmenterminkalender so unglaublich überfüllen... Erschwehrend hinzu kommt natürlich, dass die Engländer eigentlich auch immer mindestens bis ins Viertelfinale der Champions League kommen... nicht wie bei uns mit einer, sondern mit 4 Mannschaften... Was uns zu der spannenden Frage bringt: Wenn die beiden Mannschaften aus Manchester wirklich auf die Europa League scheißen und dort nur ihre B-Mannschaften hinschicken... Wird England dann auf einmal der Geheimfavorit auf den Titel, weil Wayne Rooney, Rio Ferdinand, Michael Carrick, Garreth Barry und James Millner im Sommer nicht so überspielt sind wie sonst? Klingt auf jeden Fall erstmal nach einer gefährlichen Kombination...

Aber um einen anderen dummen Werbespruch abzuwenden: Die Europameisterschaft wird unterm Baum entschieden.

Donnerstag, 20. Januar 2011

Das ist doch mal wieder Wahnsinn

Michael Meier ist ja bekannter Weise eines meiner Lieblingsziele. Kaum ein Deutscher Managerer hat so viel schlechte Transfers zusammengesammelt wie Meier. Und dennoch gibt es eine Liga, in der Meier nicht mal sonderlich negativ auffallen würde: Die Englische Premiere League. Der Anlass: 21,5 Millionen für Darren Bent. Und im Erfolgsfall sollen es sogar bis zu 27 Millionen werden. Und bevor ihr jetzt fragt: in welcher Währung?... es sind 21 Millionen Euro. In welchem Universum ist Darren Bent insgesamt 62 Millionen wert? Vergleicht einfach mal seine Leistungsdaten mit denen eines sagen wir Theofanis Gekas. Oder einem Kevin Kuranyi. Würde jetzt ein Verein in der Krise wie der VfL Wolfsburg 21 Millionen plus Erfolgsprämien für einen dieser beiden ausgeben? Nicht mal Dieter Hoeneß würde das hinbekommen. Meier vielleicht, aber bei allen anderen herrscht zumindest ein Funken Verstand.
Und ich habe noch nicht mal ein ganz großes Problem damit, wenn richtig gute Spieler für richtig viel Geld wechseln. Ein Cristiano Ronaldo könnte die 97 Millionen am Ende wirklich wert sein. Oder zumindest eine Zahl dicht an diesen 90 Millionen. Aber der Englische Markt ist seit Jahren so was von überhitzt, ich frage mich, wie die Vereine die ganzen Ablösesummen überhaupt stemmen können. Und es gab schon genügend Vereine, die sich da am Ende übernommen haben. Weil es einfach Wahnsinn ist.