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Mittwoch, 9. September 2015

"Das Geld regiert im Fußball"

"und da das meiste Geld in England ist..." sind die trotzdem nicht gut...
Und ja, wenn man sich die Bilanz der letzten Jahre so anguckt... dann liegt die Macht des Fußballs nicht in England. Weder auf Nationalmannschafts- noch auf Vereinsebene Und noch viel schlimmer: Geld wird das auch nicht ändern. Das Geld kompetent ausgeben wiederum...

Und ja, solange die Premiere League nur "unsere Spieler" abwirbt... und dafür auch noch absurde Summen ausgibt... anstatt sich mal zu erkundigen, ob man die wirklich wichtigen Leute mal auf die Insel locken könnte... und damit meine ich noch nicht mal Jürgen Klopp oder Pep Guardiola.

Und die völlig absurden Summen landen ja in der Bundesliga. Und werden dort von diesen cleveren Leuten wieder investiert. Und ja, ich denke an Christian Heidel, der das als erster erkannt und ausgesprochen hat.

Um mal kurz die Relationen zu klären: Chelsea London mit ihrem von Rainer Calmund im Nebensatz gelobten Nachwuchsleistungszentrum muss 20 Millionen ausgeben um einen Spieler wie Abdul Rahman Baba zu verpflichten. Für die Bundesliga ist es überhaupt kein Problem solche Spieler auszubilden. Für solche Spieler geben wir nur 1/10 der Ablöse aus. Und ich will Baba ja gar nicht schlecht reden... aber dass der jetzt weg ist, ist für die Liga als ganzes kein Verlust. Weil wir unsere Ausbildungszentren und Scoutingabteilungen auch vernünftig nutzen.

Wenn es einen Spieler gibt, den man als Verlust bezeichnen könnte... dann Kevin de Bruyne. Aber jetzt kommt's: Selbst de Bruyne macht Manchester City nicht entscheidend besser. Die haben halt schon Jesus Navas, David Silva, Raheem Sterling und Fernandinho in ihrem Mittelfeld... und spielen gleichzeitig mit Martin Demichelis und Vincent Kompany in der Innenverteidigung... wenn die 80 Millionen in ihre Innenverteidigung gesteckt hätten... Aber da sind wir ja wieder bei der Kompetenz... Und Man City hortet seit Jahren planlos Offensivspieler für absurde Summen... Weil die halt das Spielzeug eines Scheichs sind, der keinen wirklichen Plan von Fußball hat... und der auch nicht versteht, dass zu viele Offensivspieler dir irgendwann Schaden. Weil entweder keiner seine Beste Form erreicht oder die Hälfte des Kaders unzufrieden ist.
Und ja, in der optimistischen Sichtweise ist de Bruyne Deutschlands Fußballer des Jahres. In der pessimistischen ist er bei Chelsea London gescheitert, weil er nicht gut genug für die Champions League ist. Und ja, er muss erst noch nachweisen, dass er auf diesem Niveau und konstant gute Leistungen zeigen kann...

Ganz ehrlich: Lass die Premiere League doch mit Geld um sich schmeißen. Das schadet uns nicht. Der einzige Verein, der sich wirklich sorgen machen muss, ist Bayern München. Und die können sich sagen: Wer wirklich unbedingt zu einem Verein wechseln will, bei dem er schlechtere Chancen auf den Champions League Titel hat, weil es da mehr Geld gibt... dann brauchen die Bayern mit ihrem "mia san mia" diesen Spieler auch einfach nicht.
Alle anderen Vereine... konnten auch ohne den neuen TV Vertrag nicht mit den Vereinen von der Insel mitbieten. Und ja, wem es nur ums Geld ging, der wechselt seit 20 Jahren nach England. Lass die doch...

Das dümmste was uns jetzt passieren kann, ist... in Panik zu verfallen. Und uns den Salamispieltag der Spanier anzueignen, weil das 20 Millionen mehr bringt.
Und noch viel schlimmer: Wir müssen ans 50plus1. Wir brauchen Investoren. Weil die Investoren ja so verdammt viel gebracht haben... sei haben genau einen Verein nach ganz oben gebracht: Chelsea London. Und das ist ein absoluter Glücksfall (für den Verein). Und nebenbei kein Investor sondern ein gelangweilter Oligach.
Die meisten Investoren... werden sich eher so anstellen, wie der Ishmaik bei 1860 München. Und ja, der ist das ultimative Gegenargument: Glaubt ihr wirklich, dass es der Liga besser geht, wenn wir mehr DAVON bekommen?
Vor allem: Die meisten Investoren suchen ja kein Hobby... sondern nach Möglichkeiten Geld zu verdienen. Ihr könnt mal bei United of Manchester nachfragen, wie das mit der Glazer-Familie gelaufen ist. Falls ihr das verpasst habt: Malcom Glazer hat ein Darlehen aufgenommen um die Aktien des Vereins zu kaufen und dieses Darlehen dann auf den Verein übertragen. Und auf ein Mal zahlte Manchester United 80 Millionen Pfund Zinstilgung im Jahr aufbringen muss. Ja, Manchester muss den Kredit mit dem sie erworben worden sind selber zurückzahlen. Und ja, alles was ihr braucht um einen englischen Fußballverein zu kaufen, ist eine Bank, die euch einen Milliardenkredit zur Verfügung stellt. Solche Machenschaften brauchen wir in der Bundesliga auch unbedingt.

Die Bundesliga ist derzeit die gesündeste aller europäischen Ligen. Sie hat moderne und volle Stadien (dank der WM 2006... oh und das Böllenfalltor, für das man als einziges keinen Namenssponsor finden wird). Diese Stadion sind auch immer gut gefüllt, die Stimmung in den Stadien ist super. Sie liegt im wirtschaftlich robustesten Land Europas, was ihr die Möglichkeit gibt auch ohne solch groteske Persönlichkeiten wie Mister Bean zu funktionieren. Sie beherbergt derzeit eine der (würg) 3 besten Vereinsmannschaften der Welt. Oh und (nochmals würg) die beste Nationalmannschaft der Welt. Da hinter haben wir eine sehr gesunde und sehr breit aufgestellte Spitzengruppe. Von denen kann zwar (gerade) keiner Meister werden... aber 2 Jahre in Folge qualifizierten sich alle 4 Champions League Starter fürs Achtelfinale. Das ist auch eine Bilanz, die sonst keiner erreicht (auch wenn Borussia Mönchengladbach diese Serie dieses Jahr durchbrechen wird...). Das fußballerische Niveau ist auch bei den offiziell schlechteren Mannschaften hoch. Die Gehälter werden pünktlich bezahlt (und da man nicht am Tropf einzelner Personen und Launen hängt, ist auch sicher gestellt, dass diese Gehälter auch nächstes Jahr noch kommen.) Einzelne Vereine (wie hald die Gladbacher oder vorher die Dortmunder) können einen natürlichen und gesunden Wachstum durchmachen (der am Ende sogar ins Champions League Finale führen kann).
Der gemeine Deutsche ist in der Lage sich am Samstag abend eine kompakte und fast komplette Zusammenfassung des Spieltages zu gönnen... und er muss dafür nur die GEZ Gebühren bezahlen (Warte, macht das die ARD zu einem Pay Per View Kanal?)

Das sind Dinge, um den uns der Rest Europas beneidet. Weil sie mindestens 3 dieser Dinge für sich nicht beanspruchen können. Und es gib überhaupt keinen Grund jetzt aus reiner Panik daran irgendetwas zu ändern. Im Gegenteil: Langfristig würde dies die Liga eher schwächen als stärken.

Mittwoch, 4. März 2015

Brauchen wir das?

Ist ja die viel spannendere Frage. Also müssen wir wirklich für ein paar (Hundert) Millionen die Sportschau opfern. Und ja, wenn meine Theorie von gestern umgesetzt wird, wäre dass das Ende der relevanten Sportschau...

Der erste Punkt ist: Wir werden eh nicht an die Zahlen der Premiere League ran kommen... dass die überhaupt bezahlt werden, ist eigentlich irre... kann sich so ein Deal überhaupt rechnen? Also für die Fernsehstationen... Und ja, die haben diese Absurden Milliarden nur für den englischen Markt bezahlt, die internationale Vermarktung kommt erst noch... eigentlich kann man sich das gar nicht vorstellen... Aber die haben halt auch 2 Pay-Per-View Anbieter und wir nur einen...

Aber: Welchen Einfluss hat denn der TV Deal genau? Laut ESPN sind die 20 Premiere League Vereine eh schon unter den 40. Reichsten der Welt... Ändert sich da wirklich etwas, wenn sie jetzt alle unter den Top 30 sind? Und ja, viel weiter wird es nicht gehen...

Und mehr Geld als Borussia Dortmund hat Manchester City nicht erst seit dem neuen TV-Deal... trotzdem kam die Borussia in den letzten 2 Jahren in der Champions League weiter als der Scheich-Klub. Tendenz steigend.
Und wenn all die Oligachen- und Scheich-Projekte eines bewiesen haben, dann das Geld halt doch nur bis zu einem gewissen Niveau Tore garantiert. Man kann sich als Paris St.Germain einen Zlatan Ibrahimovic, der einem 25 Liga-Tore im Jahr garantiert, kaufen, aber ein Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo ist (trotz festgeschriebener Ablösesumme... Barca und Real könnte es nicht mal verhindern, wenn Paris den Weltfußballern jeweils 130 Mio im Jahr anbietet) nicht zu bekommen. Die bleiben lieber bei ihren erfolgreichen Vereinen...

Und genau diese Oligachen-Struktur wird den Geldvorteil am Ende wieder ausgleichen. Hat er bisher immer gemacht. Denn wenn die Premiere League etwas bewiesen hat, dann das Investoren keinen Bock auf langfristige Projekte wie eine ordentliche Jugendakademie haben... Die wollen nicht in 5 Jahren Erfolge, sondern jetzt gleich. Deswegen kaufen sie lieber Spieler, als sie auszubilden... und für diese Spieler werden absurde Ablösesummen bezahlt... das war auch schon immer so... Das wird auch so bleiben. Deswegen wird die Premiere League durch all das Geld nicht zwingend besser.

 Für einen Robbie Keane wurden in seiner Karriere 103 Millionen Euro Ablöse bezahlt... Und jetzt kommt's: Für 2 Champions League Tore in 9 Spielen!!! Der war noch nicht mal gut... Wenn der in Deutschland herumgereicht worden wäre, wie eine Edelhure und dann mal ein Jahr Champions League gespielt hätte, wäre er auf insgesamt 25 Millionen Euro Ablöse gekommen... wenn überhaupt... und trotzdem kein besserer Spieler...

Nur so als Vergleicht: Ein Adam Lallana kostete diesen Sommer 31 Millionen Euro. Da fragt ihr euch doch bestimmt auch: Wer? Genau... solche Spieler gibt es in der Bundesliga mit Sicherheit auch: Gutes Nationales Niveau, dass bei einem kleineren Verein geparkt und ausgebildet wird, bis es mit Mitte 20 den Sprung zum großen Klub wagt... bei uns heißen diese Spieler Lars Stindl und kosten 3 Millionen...

Nur weil Spieler in England übertrieben teuer sind und dort inzwischen ein separater Transfermarkt aufgemacht worden ist, heißt das nicht gleich, dass die Spieler dadurch gut sind... es heißt halt nur, dass da im restlichen Europa nur ganz wenige Werksvereine wie der VfL Wolfsburg überhaupt mit bieten können... und das auch nur, wenn es um ein absolutes Prestigeobjekt wie einen frisch gekürten, am Siegtor im WM Finale beteiligten, Nationalhelden geht... Aber ganz ehrlich: Wen stört's?

Nehmen wir ein etwas ungenaues Beispiel: TSG 1899 Hoffenheim. Also sogar ein Verein, der eigentlich keine Spieler aus finanziellen Gründen abgeben muss... Im Jahr 2010 musste man Carlos Eduardo, als sein Herz und seine Seele an einen (deswegen ist das Beispiel ungenau) finanziell übermächtigen Mittelklasse Klub aus Russland abgeben... nicht weil Rubin Kasan die bessere Perspektive oder wärmeres Klima zu bieten hatte... sondern bereit war, wesentlich mehr Geld zu bezahlen...
Für dieses unersetzliche Puzzlestück holte man Gylfi Sigurdsson und Roberto Firmino... den einen der beiden konnte man wieder nach England zurück verkaufen, und machte deswegen keine Miesen... der andere ist mittlerweile besser als Eduardo... Keiner der beiden kostete wirklich viel Ablöse... Und wenn Firmino in diesem oder nächsten Sommer weiter zieht, wird Hoffenheims Scoutingabteilung den nächsten Offensiven Mittelfeldspieler suchen und finden, der den Engländern einfach nicht auffällt... und 3-4 Jahre später verkauft man den dann wieder... bevorzugter Weise nach England...

Welchen Profi, der wie Sigurdsson dem Ruf des großen Geldes bei Mittelmäßigen Vereinen gefolgt ist, vermisst die Bundesliga denn wirklich?

Und falls ihr wirklich glaubt, dass die Spitzenverein einfach den Markt an Weltklasse-Fußballern leer kaufen wird und die alle samt bei sich parken werden... vergesst ist. Aus einem einfachen Grund: Die Champions League... und da werden weiterhin nur 4 englische Mannschaften dran teilnehmen... von denen eine in schöner Regelmäßigkeit (also häufiger als die Deutschen) in der Gruppenphase hängen bleibt...
Und wovon reden ALLE Profifußballer? Sie wollen die Champions League Hymne hören. Bevorzugt im März... und als Stammspieler. Deswegen wird sich ein Stindl gegen Stoke City und für Schalke 04 entscheiden. Oder ein Schürrle für Wolfsburg und gegen Tottenham... Die Deutschen Mannschaften geben dir eine realistische Chance, als Stammspieler in einem Champions League Achtelfinale aufzulaufen... hey, selbst Kevin Prince Boateng hat das geschafft...

Sorgen muss sich die Bundesliga erst machen, wenn die F.A. es schafft, Jugendakademien in die Lizenzbedingungen zu schreiben... ein Chelsea London, dass sich Spitzenspieler kaufen UND einen eigenen Mario Götze ausbilden kann? Das sollte einem Angst bereiten. Solange sie nur sinnlos Millionen in Mittelklasse-Spieler pulvern, wird ihnen all das Geld der Welt nichts bringen.

Die Bundesliga ist die Beste Ausbildungsliga der Welt. Und: Wir haben mit dem FC Bayern einen Verein, der jedes Jahr um den Champions-League Titel mitspielt. Einer der absoluten Spitzenvereine, der sich sogar die Spieler kaufen kann, an die Paris und Man City nicht rankommt. Denn sobald die Bayern in so einen Poker einsteigt, überwiegt die Chance auf den Titel die paar Millionen, die man mehr bekommt... meistens... Und wer sich wirklich fürs Geld entscheidet, wird den Bayern nicht fehlen...
Dazu hat man mit Borussia Dortmund  einen Verein, der für die Besten der Besten der Besten ausbildet. Wo sind die letzten BvB-Stützen hingewechselt? Real Madrid, Manchester United und Bayern München... also Champions League Titel Anwärter... Ein Marco Reus wäre auch nicht zu Man City gewechselt, sondern nur zur Creme-de-la-Creme.
Wenn man dann noch bedenkt, dass selbst Werder Bremen und der VfB Stuttgart Stammspieler für die Königlichen ausbilden kann... Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil, den man gegenüber der Premiere League hat... und der ist mehr Wert als die 100 Millionen mehr, die ein Samstags-20:30-Spiel bringen würde...
Was mich zur meiner ursprünglichen Frage zurückbringt: Brauchen wird das? Nö, das brauchen wir nicht.