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Freitag, 17. Juli 2026

Mein innerer Zahlenfetischist bricht dann aus

 Frei nach Götz Widmann: War kompliziert, hab meinen digitalen Helfer zücken müssen. Aber die Frage, wie viele Minuten die englische Nationalmannschaft in den Beinen hat und wie viel mehr als bei den Argentiniern das sind, hat mich einfach interessiert. Und wenn man dann schon dabei ist, guckt man sich gleich noch Spanien als europäischen Vergleichswert mit an...

Die Daten kommen alle von Transfermarkt.de. Ich werde jetzt aber nicht jedes einzelne Spielerprofil verlinken.

Jordan Pickford   3540       Emiliano Martínez 3870     Unai Simón       4140
Reece James        2667      Nahuel Molina        2400        Pedro Porro        3923
Marc Guéhi         4522      Cristian Romero      2657        Pau Cubarsí        3978
John Stones         1144      Lisandro Martinez   1310        Aymeric Laporte 2434
Djed Spence        3024     Nicolás Tagliafico    2019        Marc Cucurella   3871
Declan Rice         4456     Leandro Paredes      1634        Fabián Ruiz        2122
Elliot Anderson   4168     Alexis Mac Allister  3885        Rodri                  2185
Jude Bellingham  2718    Enzo Fernández        4379      Lamine Yamal    3702
Anthony Gordon  2869    Julián Alvarez           3549       Dani Olmo          2838
Morgan Rogers    4564    Guliano Simeone       3803       Álex Baena         2305
Harry Kane          4050    Lionel Messi              1423       Mikel Oyarzabal 3195

Gesamt                 37723                                   30929                                  34693

Der selbst der Unterschied zwischen Spanien und England ist beachtlich. Der Unterschied zu Argentinien ist eklatant. Also das sind in der Summe über 75 Spiele mehr, die die Engländer in den Beinen hatten. Im Vergleich zu den Spaniern sind es immer noch über 33. Das ist beinah eine komplette Bundesligasaison... Natürlich geteilt durch 11, aber das macht dann immer noch 6,8 bis 3 zusätzliche Spiele pro Spieler. Und da sind wir noch nicht mal bei dem Fakt, dass diese 3 Spiele in der härtesten Liga der Welt absolviert werden und nicht in der Bundesliga, die selbst Harry Kane gewinnt und wo die Gegner sich ehrfürchtig ergeben.

Das dürfte ja keine Ausnahmesituation sein. Das ist ja der ganz normale Wahnsinn für die. Und ja, es ist irgendwie bezeichnend, dass der einzige 4000er der Spanier im Tor steht. 

Faszinierend an diesem offensichtlichen Einbruch ist ja, dass diese WM ein Belastungstest für die Belastung war. Also nochmal extremer für die Engländer, die ja für ein Spiel in die Berge mussten, was nebenbei völlig bekloppt ist. Und danach noch eine Verlängerung gegen Norwegen überstehen mussten. Dass die überhaupt so lange durchgehalten haben, ist eher ein Wunder.

Aber es stand eine entscheidende Frage im Raum: Wie vertragen unsere Stars eine Mega-WM, teilweise in der Hitze, nachdem sie eine lange Saison mit aufgeblähter Champions League und eine Klub-WM im vorherigen Sommer in den Beinen haben? Und die erste Antwort war: Extrem gut. Die Stars wie Kane und Bellingham haben schon abgeliefert. Kylian Mbappé hat 8 Tore erzielt. Erling Haaland ist bei 7 Toren in 5 Spielen. Ousmane Dembélé erzielte 5 Treffer. Die besten Angreifer der Champions League haben richtig abgeliefert.

Aber... Erling Haaland hat sich in der Verlängerung des Viertelfinales auswechseln lassen. Der musste im wichtigsten Moment der Fußballgeschichte seines Landes zugeben, dass der Tank einfach komplett leer ist. Dass er als bester Spieler, den das Land je hervorgebracht hat, dieser Mannschaft nicht mehr helfen kann, weil er einfach zu fertig ist. Harry Kane spielte in der zweiten Halbzeit ein paar wunderbare Seitenverlagerungen, aber sonst war von ihm wenig zu sehen. Bellingham ist erst nach Abpfiff wirklich aufgefallen. Nur traute sich Thomas Tuchel halt nicht, den wieder auszuwechseln und einen frischeren Mann zu bringen. 
Declan Rice sah am Ende eher wie ein Zombie als wie ein Profi aus und musste nach 82 Minuten runter. Dass man dann nicht mehr konsequent verschieben kann und die Argentinier zu Chancen kommen, ist eher logisch als überraschend. Und da muss ich auch die Kritik an Tuchel etwas revidieren: Dass es dann unmöglich ist, überhaupt über Entlastung nachzudenken, erscheint nachvollziehbar.

Am Ende könnte man doch zu dem Schluss kommen, dass es einfach zu viel ist. Man ist als Fußball Fan jetzt in einem Turnierjahr in einer völlig absurden Situation angekommen: Man muss irgendwie hoffen, dass seine Stars gesund durch die Saison kommen. Aber man muss zeitgleich darauf hoffen, dass man nicht zu gesund durch die Saison kommt, denn dann hat man plötzlich zur WM 4500 Minuten in den Beinen... Das Paradebeispiel hierfür ist ja Lamine Yamal, auch wenn der erst im Halbfinale wirklich ins Laufen kam. Der hatte nämlich im beinah perfekten Moment seine Verletzung. Der verpasste die letzten 6 Ligaspiele. Aus der Champions League war Barca bereits ausgeschieden. In der Liga hatte man aber genug Vorsprung, dass man souverän Meister werden können. Auch im Pokal war man bereits ausgeschieden. Es ging für Yamal quasi nur noch darum, zur WM fit zu sein. Idealer wäre natürlich eine leichtere Verletzung gewesen, sodass er die letzten 2 Spiele noch zum Einspielen nutzen kann.

Wenn Yamal aber all diese 6 Spiele komplett macht, ist er bei 4223 Minuten... Plus Nachspielzeit. Ob er dann wirklich inspirierter spielen würde... Obwohl man an der Stelle auch zugeben muss, dass Yamal halt noch verdammt jung ist und er die 4500 Minuten Saison im Vorjahr gut verkraftet hat. Aber es könnte gut sein, dass er dann genauso motiviert aussieht, wie Declan Rice.

Natürlich wird da niemand so genau hingucken wollen. Es ist leichter Thomas Tuchel für seine definitiv fragwürdigen Wechsel zu kritisieren, als das große Ganze zu hinterfragen. Man wirft den Spielern vor, dass sie völlig unmotiviert den Betrieb einstellen, weil sich mit der Frage, warum sie so fertig sind, niemand beschäftigen will. Und in 2 Jahren sind dann alle wieder überrascht, wenn England grausamen Fußball spielt und ihnen am Ende die Kraft fehlt, um das Turnier zu gewinnen.

Es ist ja faszinierend, wie oft Tuchel sich während dieser WM anhören musste, dass er ja Southgate-Fußball spielen lässt. Dass die Auftritte oft genauso uninspiriert sind, wie bei den Turnieren davor. Vielleicht müssen wir mal die bittere Wahrheit akzeptieren, dass man nur Southgate-Fußball spielen lassen kann, wenn man 9 Premiere League Profis plus 2 Stars von Bayern München und Real Madrid aufstellen muss. Denn es macht ganz offensichtlich einen Unterschied, ob man 5 Spieler mit mehr als 4000 Minuten in den Beinen aufstellen muss... oder nur einen.

Freitag, 8. November 2024

Schneiden sich die UEFA und die FIFA am Ende ins eigene Fleisch?

 Klar, darauf wartet man schon seit Jahren. Diese Übersättigung des Marktes sollte vor 15 Jahren einsetzen, stattdessen werden immer neue, immer hungrigere Märkte erschlossen. Und diese neuen Märkte interessieren sich auch hauptsächlich für die Champions League, da ist es ihnen egal, dass dieser Wettbewerb die nationalen Ligen kaputt gemacht hat.

Und diese Menschen freuen sich auch, aus ihrer Perspektive völlig zurecht, auf die neue Klub-WM. Denn für die Fußballfans in Asien ist die Aussicht auf ein ernst gemeintes Kräftemessen mit Real Madrid ein absoluter Fiebertraum... der demnächst wahr werden dürfte. Selbst wenn in Europa kein einziger Mensch einschaltet, werden sich in der restlichen Welt genügend Zuschauer finden, dass sich das für die Fifa lohnt.

Der Markt ist nicht das Problem. Die Spieler sind es. Denn die schlagen mittlerweile Alarm, dass sie einfach nicht mehr Einsätze ertragen können. Also weder mental noch physisch. Und direkt nachdem Rodri einen Streik ins Gespräch gebracht hat, zieht er sich einen Kreuzbandriss zu. Was auch nur verdeutlichen sollte, wie weit über dem Limit die mittlerweile sind.

Die UEFA buttert da mit ihrer Aufblähung der Champions League auch munter rein. Ich finde es ja an der Stelle lustig, dass sich die Dortmunder Fans nach dem ersten Auswärtsspiel über die Qualität der Toiletten aufgeregt haben. Ich dachte, das wäre genau die urige Form des Fußballs, die ihr unbedingt erhalten und erleben wolltet. Diese Woche hängen sie dann "UEFA MAFIA" Plakate auf. Was niedlich ist. Denn nur dank dieser "Mafia" und ihrer Machenschaften dürfen die Dortmunder dieses Jahr überhaupt mitspielen. Sie sollten also eigentlich den gesamten Wettbewerb boykottieren. Oder ihr sorgt für einen Spielabbruch. Aber so ein bisschen Aufregen beruhigt das eigene Gewissen, das reicht ja auch.

Die ersten Spieltage deuten an, dass einige Vereine begriffen haben, dass sie diese Spiele jetzt ernster nehmen müssen. Deswegen gibt es auf einmal so viele noch deutlichere Siege: Im alten Modus hätte den Bayern ein 3:0 gegen Dinamo Zagreb gereicht, jetzt gehen sie konsequent auf das 9. Tor. Und Dortmund gegen Celtic auf das siebte. 

Wie schlimm ist die Lage? Diego Simeone hat auf Sieg spielen lassen... weil er das musste. Für uns Fans ist das etwas Großartiges... für die Spieler ist es grausam. Dazu kommt halt für die Besten der Besten die Klub-WM.

Und ja, noch befindet sich der neue Modus in den Kinderschuhen. Und auch wenn es diese Woche viele überraschende Ergebnisse mit Niederlagen für Real Madrid, Paris St. Germain und Manchester City gab, nehmen alle diese Gruppenphase jetzt ernster. Oder lasst es mich korrigieren: Gerade an den Niederlagen erkennt man das. Denn die werden nicht einfach mit einem Schulterzucken zur Kenntnis genommen.

Im "alten Modus"  würde diesen Mannschaften ein Sieg im Rückspiel reichen, um den Ausrutscher auszumerzen und sich den ersten Platz in der Gruppe zu sichern. Und zumindest für Sporting wäre eine 0:4 Niederlage im Rückspiel eine bedrohlich reale Drohung...

Jetzt werden sie diese Ergebnisse bis in den April spüren. Real und den Bayern drohen 2 zusätzliche Spiele in der Zwischenrunde... und dann ein wesentlich härterer Spielplan für den Rest des Turniers.
Eines muss man der UEFA lassen: Dieser neue Modus ist für die Zuschauer genial.

Warum könnte das jetzt den Giganten schaden? Nun ja. Erinnert ihr euch noch daran, wie sich ein völlig übermüdeter Jamal Musiala sich zum Ende der Saison 2022/23 über den Platz geschleppt hat? Also klar, der hat am Ende das Tor zur Meisterschaft erzielt... nachdem er vorher für ihn unfassbare 11 Spiele am Stück nicht getroffen.
Oder ist euch aufgefallen, wie träge sich Florian Wirtz in diesem Sommer während er Heim-EM über den Platz geschleppt hat? Der war so müde, dass Julian Nagelsmann ihn im Achtelfinale auf die Bank gesetzt hat. Und auch im Viertelfinale kam er nur als Joker.
Dabei war Wirtz nicht mal wirklich schlecht. Er war nur nicht auf dem Niveau, dass er vorher in Leverkusen gezeigt hat... und welches er jetzt nach einer gewissen Pause wieder zeigt.
Ein weiteres offensichtliches Beispiel war Jude Bellingham. Klar, der konnte auch während der EM vereinzelt für geniale Momente sorgen. Aber zwischen diesen raren genialen Momenten frage man sich immer wieder, warum der nicht ausgewechselt wurde. Schließlich grenzte das an Leistungsverweigerung...

Diese 3 Spieler zeigten uns, wie sich die permanente Dauerbelastung auf das Leistungsniveau jetzt schon auswirkt. Und genau deswegen erwähne ich ja das "historische" Beispiel Musiala und dessen Wahnsinnspensum während der Pandemie. Fifa und Uefa denken sich derweil: 3 Jahre am Stück spielen? Das dürft ihr ab sofort immer.

Denn für die Spieler von Real Madrid, Bayern München und Manchester City wird es ab sofort völlig normal sein, dass sie 3 Jahre am Stück durchspielen: EM, Klub-WM, WM und erst dann gibt es wirklich eine Pause.

Wir haben jetzt schon den Punkt erreicht, an dem die größten Stars im Sommer so durch sind, dass die Qualität der Spiele darunter leidet. Zum Glück für die Uefa konnten das die jungen Stars wie Nico Williams und Lamine Yamal kompensieren. Aber kann man sich darauf verlassen, dass jedes Turnier die Jungstars so durchstarten?

Dazu kommen die zahlreichen verletzungsbedingten Ausfälle. Mittlerweile ist es völlig normal, dass das Invalidenteam ein absoluter Titelfavorit wäre, weil so verdammt viele richtig geile Spieler ausfallen.

Den Spielern ist ja bewusst, dass sie das nicht ewig so durchziehen können. Dass der Körper einfach seine Pausen braucht. Und wenn man sich diese Pausen nicht gönnt, nimmt der Körper sich die halt und fällt verletzt aus.

In logischer Konsequenz werden diese Spieler nach Möglichkeiten suchen, sich ihre Pausen zu gönnen. Und dann fällt ihnen auf, dass es da diese eine Option gibt, die sie finanziell nicht mal viel kosten dürfte.
Ich werfe jetzt mal folgende dreiste These in den Raum: Musiala, Wirtz und Bellinham werden ihre Nationalmannschaftskarriere vor dem 31. Geburtstag beenden. Die werden im Vollbesitzt ihrer Kräfte auf diese Zusatzbelastung verzichten. Und die Fifa oder Uefa werden nichts dagegen machen können.

Immer mehr Spieler werden einfach irgendwann sagen: "Ich würde gerne noch für die Nationalmannschaft auflaufen, aber ich kann einfach nicht mehr. Ich muss jede Gelegenheit zur Regeneration nutzen." Und wenn dann mit dem "Team Verletzt" und dem "Team Ruhestand" 2 Titelfavoriten auf der Couch sitzen, wird das der Strahlkraft der Turniere doch schaden. Und am Ende sind es diese beiden Turniere, die die Grundlage für die herausragende Stellung dieser Verbände sind. Selbst die Champions League hat nicht dieselbe Strahlkraft, wie eine Weltmeisterschaft. Also noch nicht.

Mich wundert es ja an der Stelle, dass ein Kevin de Bruyne noch nicht zurückgetreten ist. Es ist ja bei dem offensichtlich, dass er mit dem Zustand der Nationalelf unzufrieden ist. Und dass er seinen Höhepunkt mit dem Team schon erreicht hat. Allerdings ist de Bruyne auch offiziell die letzte Generation "vor der Klub-WM". Sobald bei den Spielern diese Zusatzbelastung wirklich in den Knien ankommt, werden sie sich auch früher zurückziehen. Und dass ein Ausnahmespieler wie de Bruyne dann als Ü31 Spieler noch für eine relativ kleine Nation spielt, wird die Ausnahme darstellen.

Montag, 13. Juni 2022

Da stellen wir dann entsetzt fest:

Es reicht noch nicht mal für die Ungarn. Wobei, das sollte einem noch nicht mal wirklich überraschen, schließlich sah das Spiel ungefähr genau so aus, wie das letzte Aufeinandertreffen der beiden während der EM... Was aber zu einer viel schockierenden Erkenntnis führt: Die Mannschaft hat sich unter Hansi Flick gar nicht verbessert, sie sind jetzt an demselben Leistungspunkt wie vor einem Jahr. 

Ganz ehrlich, dieser Nations League Spieltag ist so ziemlich das Worst-Case-Szenario. Das fängt schon damit an, dass jetzt alle behaupten können, dass es ohne Thomas Müller ja gar nicht besser läuft. Wir brauchen den, die anderen sind ohne ihn völlig überfordert! Auf die Idee, dass das vielleicht anders aussehen könnte, wenn Kai Havertz mal 3 oder 4 Spiele am Stück in der Rolle machen darf, kommt keiner... obwohl das genau jetzt die Gelegenheit dafür gewesen wäre...

Aber das eigentlich Schlimmste: Jonas Hofmann hat sich gerade als einziger Leistungsträger im Offensivspiel etabliert... wenn Hansi Flick diese Spiele nicht komplett unter den Tisch fallen lassen will, muss er plötzlich einen Platz für den in seinem System finden... oder er tappt direkt in die Jogi Löw Falle, dass allen bewusst ist, dass diese "Testphasen" am Ende egal sind, was wiederum das Niveau dieser Testspiele beeinflusst. Da haben dann doch alle spontan Wehwehchen und müssen absagen...

Aber mit Hofmann in der Stammformation wird man halt nicht Weltmeister. Ok, vielleicht als Rechtsverteidiger, aber selbst das könnte eng werden... denn wenn man auf der Position des Außenverteidigers eine praktikable Lösung sucht, sollte die ja hauptsächlich durch stabile Defensivarbeit auffallen... siehe Benedikt Höwedes oder Joan Capdevilla, die beide als solide Rollenspieler Weltmeister wurden. Aber Hofmann ist halt eigentlich eher Offensivspieler.

Dazu kommt dieser winzige Nebenfakt, dass er im Verein eine enttäuschende Rückrunde gespielt hat. 5 Tore und 5 Vorlagen sind für einen Nationalspieler nicht wirklich viel. Die Gladbacher Saison verlief im Allgemeinen sooo gut, dass man sich einvernehmlich vom Trainer trennte. Und die sollen jetzt den Hoffnungsträger stellen? Hoffnungsträger kann man gar nicht sein.

Und das ist jetzt keine Kritik an Jonas Hofmann. Der ist ein sehr solider Bundesligaspieler, der auch mit Ende 20 noch deutlich wahrnehmbare Entwicklungsschritte macht. Der sich vom "Patrick Herrmann" Spieler (Memo an mich selbst: Positionsbeschreibung anlegen) Einwechselspieler zum Stammspieler gemausert hat. Aber das sind doch nicht die Ansprüche an einen Stammspieler und Leistungsträger in der deutschen Nationalmannschaft... So schlimm kann die Lage doch gar nicht sein...

Und klar, am Ende ist es einfach nur eine Motivationsfrage. Also Hofmann hat halt richtig Bock, er musste aber auch nicht international spielen... Das ist auch einfach was anderes, wenn man nur 28 Spiele in den Beinen hat, und nicht auf 45 Einsätze kommt. Er hat also schon einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil und den hat er bisher auch genutzt. 

Am Ende sind wir da auch wieder bei dem eigentlichen Grundproblem: Alle jammern über den zu vollen Terminkalender... aber mit den Einschränkungen müssen am Ende die Nationalmannschaften leben, weil man sich da die Meter als Erstes spart. Was ja auch nachvollziehbar ist. Also Gareth Bale hat ja gerade darauf hingewiesen, wie wahnsinnig der anstehende Spielplan für seinen Kollegen Kevin de Bruyne ist, weil er 79 Spiele für ihn prognostiziert. Klar, für die deutschen Nationalspieler werden ein paar Spiele weniger anstehen, weil man ja frühzeitig ausscheiden wird weil es ja nur einen Pokalwettbewerb gibt... Aber hier ist halt das Problem: Die Trainer (wie Jürgen Klopp) jammern regelmäßig darüber, aber sie schicken trotzdem ihre A-Elf zur Klub-WM, obwohl sie es da einfach mal in der Hand gehabt hätten. Und dann erwarten sie, dass die Stars bei der Nationalmannschaft geschont werden.

Und natürlich wird in den englischen Pokalwettbewerben viel geschont. Auch unumstrittene Stammspieler bei Manchester City kommen in der Premiere League "nur" auf 30 von 38 Einsätzen. Aber am Ende ist es schon problematisch, dass man mit dieser "Wir müssen weniger spielen" nur bei den Länderspielpausen um die Ecke kommt. Dieses Problem besteht aber hauptsächlich, weil die Vereine auch während der Pandemie auf möglichst wenig verzichten wollten. Man kann aber einfach nicht erwarten, dass nur die anderen verzichten und dann davon ausgehen, dass sich Dinge ändern werden.