Eigentlich hatte ich mit der EM Qualifikation ja bereits abgeschlossen. Also aus Deutscher Sicht war das ja nie ein spannender Wettbewerb... selbst in den finstersten Jahren war eher ein Formalität, dass man sich für das Turnier qualifiziert. Also ohne Play-Offs... Dann kam die Erweiterung des Teilnehmerfeldes und die Qualifikation wurde endgültig absurd. Was dazu führt, dass ich halt nicht mehr einschalte...
Bis heute Abend. Denn wenn Deutschland in Nordirland verliert, könnte es echt eng werden. Und klar, die Tabelle ist gerade echt verzerrt. Wie hat man es eigentlich geschafft, dass die Nordiren erst gegen den Bodensatz der Uefa spielt und dann die ganzen Spitzenspiele bekommt? Während es zum 4. Mal seit der WM das Duell "Deutschland - Holland" gab... wollten die erst die Post Brexit Grenzsituation geklärt haben, bevor Fußballfans in dieses Land geschickt werden? Wenn ja, hat das nicht so ganz funktioniert... Vielleicht wollten sie Deutschland aber auch nur auf die "Nations League Gruppe B" vorbereiten und den anstehenden Abstieg deutlicher machen.
Aber selbst bei der extrem verzerrten Tabelle... Falls Deutschland in Belfast verliert (und das ist ja kein wesentlich größeres "Falls" als damals bei Südkorea...), liegt man 6 Punkte hinter den Noriren... und 3 Punkte hinter den Niederlanden, gegen die man souverän in der 91. Minute den direkten Vergleich abgegeben hat... Das ganze dann bei 3 noch ausstehenden Spielen... anders ausgedrückt: Selbst wenn man danach alles verliert, kann es sein, dass man in genau diesen Play-Offs landet. Und ja, theoretisch war das bei der Quali für 2008 auch der Fall, aber damals gab es auch deutlich weniger Teilnehmer.
Wenn ihr gedacht hat, Jogi Löw hätte mit dem WM Vorrundenaus und dem Abstieg aus der irrelevanten Nations League den absoluten Tiefpunkt erreicht... dass man sich vor einem Auswärtsspiel überhaupt Gedanken machen muss, ob man einen der 24 Plätze bei der EM erreicht...
Ernsthaft, Löw hat die Nationalmannschaft dermaßen souverän und schnell heruntergewirtschaftet, da sind selbst Sigmar Gabriel und Andrea Nahles beeindruckt.
Ich finde es vor allem fantastisch, wie selbstverständlich die Ansprüche runtergeschraubt werden. Auf Kicker.de fallen Sätze wie: "Die Partie in Belfast gegen ein angeschlagenes deutsches Team wirkt da schon wie die machbarste Aufgabe für die Auswahl". Warte was?
Und Oliver Bierhoff erkennt ganz sachlich an, dass man selber noch nicht wieder auf dem Weltklasse Niveau ist, welches der Gegner vom Freitag allerdings darstellt. Also... wieder darstellt, schließlich hat Holland die letzten beiden Turniere verpasst. Trotzdem haben sie Jogi Löws Elf anscheinend überholt. Obwohl die Holländer immer noch ein verdammt kleines Land mit wesentlich geringerer Auswahl sind.
Es kommt aber keine auf die Idee, dass die Holländer uns nur überholen konnten, weil wir einen absoluten Vollpfosten als Trainer haben. Also abgesehen davon, dass das hier immer (und auch nach dem WM Titel) behauptet worden ist... An der Stelle behalte ich wirklich gerne Recht...
Vor allem gibt es ja eher Rückschritte als eine wirklich Entwicklung. Dramatisiert durch die Personalien Mats Hummels und Timo Werner. Also lasst uns nochmal in der WM Narbe pulen: Damals kassierte man 4 Gegentore in 3 Spielen. 1 Konter gegen Mexiko, der gefühlt einzige Ballverlust von Toni Kroos gegen die Schweden, ein Stochertor gegen Südkorea und einen letzten Konter, als man selbst den Torwart nach vorne warf.
Sprich: Die Abwehrarbeit war genau genommen nur bedingt das Problem. Trotzdem wurde dann ein Mats Hummels im nach hinein aussortiert, obwohl sich alle sicher sind, dass das gerade der beste Deutsche Innenverteidiger ist... das gute alte Leischtungschprinzschip.
Das eigentliche Problem bei der WM war... das Marco Reus und Timo Werner anscheinend nicht zusammen spielen können. So konnte man trotz überragender Ballbesitzwerte die gegnerische Abwehr nicht aus hebeln.
15 Monate später hat Löw immer noch keinen Plan, wie er Werner, Reus und Leroy Sané zusammen in ein funktionierendes Offensivsystem steckt. Auch wenn man ihm Sanés Verletzung schlecht vorwerfen kann... dass er es eingangs mit einem verbrauchten Thomas Müller versucht hat, kann man ihm dagegen schon vorwerfen... Gerade der Leistungsabfall bei Werner ist auffällig.
Genau genommen war es nicht Löws Aufgabe sich eine zusätzliche Baustelle mit einer überforderten Innenverteidigung zu erstellen, sondern eine Lösung für das "Talentproblem" im Angriff zu finden. Und ja, die Zusammensetzung der offensiven Möglichkeiten ist suboptimal. Trotzdem wünscht man sich plötzlich die Stabile Verteidigung der Weltmeisterschaft zurück... wie hat Löw DAS geschafft?
In einem starken DFB würde es jetzt genau eine Ansage geben: Entweder du behebst das Problem in der Innenverteidigung, in dem du den einen wirklich guten Mann zurückholst, oder wir finden jemanden, der das macht. Die Ansage kann ja intern bleiben. Einem Matthias Sammer wäre so eine Ansage zuzutrauen. Aber wir haben uns ja derart naiv in die Abhängigkeit von Löw begeben, dass all die Leute, die seine Vorgesetzten sind, gleichzeitig den ganzen Weg gemeinsam gegangen und deswegen seine Freunde sind. Und Fritz Keller wird das einerseits nicht zum Teil seiner Antrittsrede machen und will andererseits bestimmt nicht, dass dann jemand den Namen "Christian Streich" in den Raum wirft.
So darf Löw völlig entspannt und ohne jegliche Widerworte die Ansprüche runterschrauben. Oder wie sein Partner in Crime Oliver Bierhoff das ausdrückt: "Ich glaube nicht, dass wir als Favorit zur EM 2020 fahren oder zum engsten Favoritenkreis gehören." Warte was?
Löw selber "plant" mit seinem Umbruch eine Heim-EM "auf dem Höhepunkt ihrer Karriere"... also beim über-übernächsten Turnier ist man laut Löw vielleicht wieder so weit um den Titel mitzuspielen... aber dann immerhin zu Hause... läuft bei ihm...
Vielleicht sollte man die Jungs mal an die dunkelste Phase der Deutschen Fußballgeschichte erinnern. Also das damals, als man wirkliche Gurken zur Nationalmannschaft geschickt haben. Damals, was rein von den Möglichkeiten der Mannschaft eigentlich kaum vermittelbar war, hieß es vor der EM immer "Deutschland ist eine Turniermannschaft, die werden sich während des Turniers steigern und wie immer mindestens im Halbfinale stehen. Das ist immer einer der Turnierfavoriten." Das haben auch all die Konkurrenten vor der EM so gesagt... wenn auch vielleicht nur aus Höflichkeit gegenüber den deutschen Medien, aber das war so der Standartsatz. Auch wenn der 2008 nur noch haltbar war, weil es dazwischen diese völlig absurde WM gab, bei der man genau das bewiesen hat und das Finale erreichte, obwohl man dort nichts verloren hatte.
Damals musste man nebenbei Leute wie Thomas Brdaric als Angreifer nominieren. Wir hatten da echt nichts. Jetzt hat man immer noch ein unfassbares Potenzial, welches aber einfach entweder ignoriert wird, weil es in Leverkusen spielt, oder nicht so sortiert wird, dass es abgerufen werden kann. Anstatt aber der Mann, der das zu verantworten hat, zu hinterfragen... darf genau der Mann die Ansprüche runterschrauben und wir nicken zustimmend.
Um das nochmal deutlich festzuhalten: Jogi Löw ist der erste Trainer, der bereits deutlich vor der EM sagen darf, dass man ja eh nicht zu den Favoriten gehört. Man fragt sich echt, was der sich eigentlich noch alles erlauben darf, bevor er hinterfragt wird...
Montag, 9. September 2019
Montag, 2. September 2019
Worst of des "Passives Abseits Leser wissen es früher" Wochenendes
Wir sind bei Teil 5. Und wenn ich gerade im Kicker lese, dass Lucien Favres Ausstrahlung an der Seitenlinie nicht die ist, mit der man die Bayern wirklich in Gefahr bringen kann... dann habe ich das doch vorher schon irgendwo gelesen... Nicht, dass ich wirklich darauf gehofft habe, dass meine pessimistische Saisonvorschau so schnell umgesetzt wird... aber es war doch abzusehen. Trotzdem gucken jetzt alle überrascht. Aber ja, die Dortmunder Mannschaft hat die Persönlichkeit ihres Trainers übernommen. Was nur bedeutet, dass sie unfassbar viel Potenzial hat, aber es nicht konstant abrufen kann... aber hey, immerhin hat man Potenzial...
Schalke 04 und ihre Offensivabteilung. Also ernsthaft, die Schalker sollten langsam mal darüber nachdenken, ob sie Ali Cavdar in die erste Mannschaft befördern... der weiß wenigstens, wo das Tor steht... und ist offiziell blind, während man bei den Schalker Angreifern nur davon ausgehen muss, dass sie es sind. (Btw: Das absolute Highlight des Spielberichtes: "Nick Leidecker war bei dem Treffer Marke Traumtor machtlos, da ihm durch seine Verteidiger die Sicht verdeckt war." Kannst du dir nicht ausdenken...)
Aber zu den Schalkern. Die Sportschau Zusammenfassung war geprägt von setzten wie "Der Gegner muss schon noch mithelfen" und "Die Hertha unternimmt wirklich alles, um den nächsten Treffer zu kassieren"... und trotzdem schaffte es Schalke irgendwie erst in der 85. Minute in einem Heimspiel das erste Mal aufs Tor zu schießen... und sein erstes eigenes Saisontor zu erzielen. Gut, da stand es schon 2:0 für Schalke, mit den eigenen Angriffsbemühungen hatte das allerdings wenig zu tun.
Aber hey, wahrscheinlich hatten die Herthaner nur Mitleid mit den Schalker Fans, die seit JANUAR auf einen Heimsieg warteten. Und wahrscheinlich seit 2004 auf ein überzeugendes Heimspiel ihrer Mannschaft. Da muss man dann halt mal nachhelfen...
Niklas Stark, Vollidiot der Woche: Dabei geht es noch nicht mal um das Eigentor... Shit happens. Aber das Stark hinterher bei der Sportschau anmerkt, dass der VAR ja eingreifen muss, wenn es einen falschen Einwurf gibt. Ernsthaft? Also sachlich gesehen rotiert der Ball nach dem Einwurf von Rechts nach Links und wieder zurück. Und dann wird er Richtung Grundlinie gespielt und in den Rückraum gelegt. Anders ausgedrückt: Seit der Fehlentscheidung des Schiedsrichters hatten die Berliner 5 Gelegenheiten den Angriff zu verhindern, entschieden sich aber dagegen.
Ernsthaft, wenn wir anfangen bei falschen Einwürfen nach dem Videoassistenten zu schreien... Aber das ist halt einfacher als die Fehler bei sich zu suchen. Oh und Niklas Stark ist nebenbei aktueller Nationalspieler, Mats Hummels dagegen nicht... ähm... Leischtungschptizschip for the Win?
Apropos Schiedsrichter und Video Assistenten. Und damit natürlich auch wieder: Handspiele. Auch wenn es dieses Mal nur in der Dritten Liga war, gab es doch wieder eine dieser absurden Anwendungen der neuen Handspielregel; Beim Spiel Hansa Rostock - Preussen Münster erzielte Maurice Litka in der 49. Minute das 0:1... das Tor zählte aber nicht, weil bei der Ballmitnahme die Hand im Spiel war... was der Schiedsrichter anscheinend sofort gesehen hat, denn es gibt ja in Liga 3 keinen Videobeweis.
Hier stellt sich mir jetzt die Frage: Warum lasse ich die Aktion überhaupt weiterlaufen, wenn jeglicher Vorteil, den der Angreifer aus der Aktion zieht, doch eh hinfällig ist? Oder wollt ihr mir am Ende erzählen, dass diese Handspiele wirklich nur bei der Erzielung eines Tors geahndet werden... aber wenn mir der Ball an die Hand springt, ich danach und deswegen gefoult werde und es Elfmeter gibt, ist das Handspiel nicht so schlimm? Wer denkt sich so einen Scheiß aus?
Thomas Müller ist zurück! Der brauch dringend wieder einen Stammplatz!! Schließlich... hat er mal wieder eindrucksvoll nachgewiesen, dass er gegen Gegner, die sich bereits aufgegeben haben, wunderbar glänzen kann. Jetzt hat er wieder 2 Scorerpunkte mehr! Bester Mann.
Bayer Leverkusens Platzwart: Manchmal sind einige wenige wirklich gewillt alles auszunutzen, was so geht... also dass in der Trinkpause gegen Hoffenheim erst Mal ausschließlich die Seite des Platzes gesprengt worden ist, auf der Leverkusen kombinieren wollte. Warte, das klingt irgendwie komisch... Ist aber so... das Ding, dass die verwenden, nennt sich "Rasensprenger"... gibt's das in anderen Sprachen auch? Jedenfalls wurde nur die Seite, die die Leverkusener brauchten, bewässert, damit der Ball da schön schnell läuft. Bis der aufmerksame Schiedsrichter Felix Zwayer dies unterband. Nun hätte Leverkusen an der Stelle darauf verweisen können, dass Hoffenheim mit ihren 25% Ballbesitz eh kein Interesse daran hatte in die Leverkusener Hälfte zu kommen... es also eine reine Wasserverschwendung gewesen ist, die Seite des Platzes zu sprengen... Aber das man so was überhaupt versucht... Großartig...
Fritz Keller, der naivste Präsidentschaftskandidat aller Zeiten. Also ernsthaft: Der hat direkt sein Wohnmobil verkauft, weil er dafür halt gerade keine Zeit hat. Dabei ist doch so ein Wohnmobil der perfekte Ort für illegale Schmiergeldzahlungen... wie jetzt, wir glauben echt, dass der neue Präsident ohne solche Skandale auskommen wird, nur weil er aus Freiburg kommt?
Schalke 04 und ihre Offensivabteilung. Also ernsthaft, die Schalker sollten langsam mal darüber nachdenken, ob sie Ali Cavdar in die erste Mannschaft befördern... der weiß wenigstens, wo das Tor steht... und ist offiziell blind, während man bei den Schalker Angreifern nur davon ausgehen muss, dass sie es sind. (Btw: Das absolute Highlight des Spielberichtes: "Nick Leidecker war bei dem Treffer Marke Traumtor machtlos, da ihm durch seine Verteidiger die Sicht verdeckt war." Kannst du dir nicht ausdenken...)
Aber zu den Schalkern. Die Sportschau Zusammenfassung war geprägt von setzten wie "Der Gegner muss schon noch mithelfen" und "Die Hertha unternimmt wirklich alles, um den nächsten Treffer zu kassieren"... und trotzdem schaffte es Schalke irgendwie erst in der 85. Minute in einem Heimspiel das erste Mal aufs Tor zu schießen... und sein erstes eigenes Saisontor zu erzielen. Gut, da stand es schon 2:0 für Schalke, mit den eigenen Angriffsbemühungen hatte das allerdings wenig zu tun.
Aber hey, wahrscheinlich hatten die Herthaner nur Mitleid mit den Schalker Fans, die seit JANUAR auf einen Heimsieg warteten. Und wahrscheinlich seit 2004 auf ein überzeugendes Heimspiel ihrer Mannschaft. Da muss man dann halt mal nachhelfen...
Niklas Stark, Vollidiot der Woche: Dabei geht es noch nicht mal um das Eigentor... Shit happens. Aber das Stark hinterher bei der Sportschau anmerkt, dass der VAR ja eingreifen muss, wenn es einen falschen Einwurf gibt. Ernsthaft? Also sachlich gesehen rotiert der Ball nach dem Einwurf von Rechts nach Links und wieder zurück. Und dann wird er Richtung Grundlinie gespielt und in den Rückraum gelegt. Anders ausgedrückt: Seit der Fehlentscheidung des Schiedsrichters hatten die Berliner 5 Gelegenheiten den Angriff zu verhindern, entschieden sich aber dagegen.
Ernsthaft, wenn wir anfangen bei falschen Einwürfen nach dem Videoassistenten zu schreien... Aber das ist halt einfacher als die Fehler bei sich zu suchen. Oh und Niklas Stark ist nebenbei aktueller Nationalspieler, Mats Hummels dagegen nicht... ähm... Leischtungschptizschip for the Win?
Apropos Schiedsrichter und Video Assistenten. Und damit natürlich auch wieder: Handspiele. Auch wenn es dieses Mal nur in der Dritten Liga war, gab es doch wieder eine dieser absurden Anwendungen der neuen Handspielregel; Beim Spiel Hansa Rostock - Preussen Münster erzielte Maurice Litka in der 49. Minute das 0:1... das Tor zählte aber nicht, weil bei der Ballmitnahme die Hand im Spiel war... was der Schiedsrichter anscheinend sofort gesehen hat, denn es gibt ja in Liga 3 keinen Videobeweis.
Hier stellt sich mir jetzt die Frage: Warum lasse ich die Aktion überhaupt weiterlaufen, wenn jeglicher Vorteil, den der Angreifer aus der Aktion zieht, doch eh hinfällig ist? Oder wollt ihr mir am Ende erzählen, dass diese Handspiele wirklich nur bei der Erzielung eines Tors geahndet werden... aber wenn mir der Ball an die Hand springt, ich danach und deswegen gefoult werde und es Elfmeter gibt, ist das Handspiel nicht so schlimm? Wer denkt sich so einen Scheiß aus?
Thomas Müller ist zurück! Der brauch dringend wieder einen Stammplatz!! Schließlich... hat er mal wieder eindrucksvoll nachgewiesen, dass er gegen Gegner, die sich bereits aufgegeben haben, wunderbar glänzen kann. Jetzt hat er wieder 2 Scorerpunkte mehr! Bester Mann.
Bayer Leverkusens Platzwart: Manchmal sind einige wenige wirklich gewillt alles auszunutzen, was so geht... also dass in der Trinkpause gegen Hoffenheim erst Mal ausschließlich die Seite des Platzes gesprengt worden ist, auf der Leverkusen kombinieren wollte. Warte, das klingt irgendwie komisch... Ist aber so... das Ding, dass die verwenden, nennt sich "Rasensprenger"... gibt's das in anderen Sprachen auch? Jedenfalls wurde nur die Seite, die die Leverkusener brauchten, bewässert, damit der Ball da schön schnell läuft. Bis der aufmerksame Schiedsrichter Felix Zwayer dies unterband. Nun hätte Leverkusen an der Stelle darauf verweisen können, dass Hoffenheim mit ihren 25% Ballbesitz eh kein Interesse daran hatte in die Leverkusener Hälfte zu kommen... es also eine reine Wasserverschwendung gewesen ist, die Seite des Platzes zu sprengen... Aber das man so was überhaupt versucht... Großartig...
Fritz Keller, der naivste Präsidentschaftskandidat aller Zeiten. Also ernsthaft: Der hat direkt sein Wohnmobil verkauft, weil er dafür halt gerade keine Zeit hat. Dabei ist doch so ein Wohnmobil der perfekte Ort für illegale Schmiergeldzahlungen... wie jetzt, wir glauben echt, dass der neue Präsident ohne solche Skandale auskommen wird, nur weil er aus Freiburg kommt?
Freitag, 30. August 2019
Es gibt keinen Fußball-Gott
Oder wenn es ihn gibt, wird mittlerweile so viel Fußball gespielt, dass er haufenweise Red Bull braucht um allen Geschichten noch folgen zu können und ist deswegen abhängig von dem Zeug.
Es war ja eigentlich nicht nur so, dass RB Leipzig eigentlich eine Todesgruppe drohte... sie hätten die sogar verdient gehabt. Denn das Leipzig überhaupt in Lostopf 4 gelandet ist, hängt ja auch minimal damit zusammen, dass man die letztjährige Europa League Saison... nun ja... weggeworfen hat. Also im alles entscheidenden Spiel einfach mal mehrere Stammspieler geschont hat, weil es einem ja auch relativ egal war, ob man in die K.O. Phase einzieht oder nicht. Im großen Konzern-Plan war ein "Wir kommen in diesem Wettbewerb weit und erzeugen so Euphorie" einfach nicht vorgesehen.
Gerade wenn man die Herangehensweise von Eintracht Frankfurt (also sowohl dem Umfeld, als auch der Mannschaft) mit der von RB vergleicht. Eigentlich hätte RB das Potenzial gehabt in diesem Wettbewerb das Halbfinale zu erreichen und dabei dann auch die Deutsche Fahne hoch zuhalten... und vielleicht hätte das sogar so ein paar Sympathiepunkte gebracht. Also so 3 oder 4. Hey, immerhin kämpft RB aufopferungsvoll dafür, dass wir unseren 4. Startplatz für die Champions League behalten dürfen. Aber RB so: Nö, keinen Bock drauf, wir konzentrieren uns lieber darauf, dass wir über die Liga den wichtigen Wettbewerb erreichen...
Und dafür bekommt man jetzt... ein absurd einfache Gruppe. Theoretisch wären Szenarien wie Paris, Real und Inter möglich gewesen. Also eine Gruppe, bei der es sogar passieren kann, dass man nur 4. wird, ohne dass man sich dabei blamiert.
Wenn man bedenkt, dass man aus Lostopf 1 entweder Paris, Barcelona, Manchester City, Liverpool, Juventus, Chelsea... oder eben den russischen Meister Zenit St. Petersburg bekommen musste. Da kann man sich dann sehr leicht ausrechnen, dass die Wahrscheinlichkeit bei 1/7 liegt, dass man auf die einzige nicht Weltklasse Mannschaft trifft... Dass man dann auch noch mit Benfica eine der 2 schwächsten Mannschaften aus Lostopf 2, wo es auch noch Weltklasse Mannschaften gab... Nur beim 3. Gegner kann man hinterher sagen "Da hätte man einen noch einfacheren Gegner bekommen können." Und auch da hätte man ein schlimmeres Los ziehen können.
Hier wird ja immer gerne behauptet, dass es jedes Jahr eine Gruppe gibt, die eigentlich eher in die Europa League gehört. Und das ist meistens die Gruppe, in die der russische oder portugiesische Meister als 8. stärkste Mannschaft aus Lostopf 1 kommt. Dass aber ausgerechnet die eine Mannschaft, die mit dieser Europa League nichts zu tun haben wollte, jetzt in dieser Gruppe gelandet ist, trifft schon meinen Komiknerv.
Aber dieses Jahr wird RB alles daran setzen diese Gruppe als erster zu beenden. Denn dieses Jahr geht es ja wirklich um was... Aber man wird daran auch erkennen können, wie egal ihnen der internationale Wettbewerb letztes Jahr war.
Das andere faszinierende ist ja das "Losglück" der Bayern. Traditionell kriegen die Bayern eine leichte Gruppe, die ihnen eine frühe Planung fürs Achtelfinale ermöglicht. Aber ganz ehrlich... also zum einen gibt es halt in Lostopf 3 keine Mannschaft, die den Bayern wirklich gefährlich werden kann. Auch wenn ich immer behaupte, dass die Bayern derzeit ein Stück entfernt von den echten Titelkandidaten sind, so sind sie trotzdem eine der Mannschaften bei der es einfach nicht vorstellbar ist, dass die in der Gruppenphase scheitern. Selbst wenn sie Inter oder Valencia bekommen hätten... das wäre dann Inters Problem.
Die Bayern (gerade die Fans, aber gut, wer interessiert sich schon für Fans) haben eher ein sehr unglückliches Los gezogen... Schließlich hat man mit Tottenham den Vorjahres-Finalisten gezogen, der zwar ohne die ganz großen 100+X Millionen Ablöse Milliarden Instragram Follower Superstars kommt, aber ein extrem unangenehm zu spielendes Kollektiv ist. Da kann es einen passieren, dass man nur 2. wird, was dann eine Katastrophe im Achtelfinale führen könnte.
Und dann hat man 2 Gegner, bei denen man garantiert jeweils 6 Punkte holen wird. Aber das wird Tottenham halt auch. Aber da der direkte Vergleich zählt, ist es auch vollkommen egal, ob man Roter Stern Belgrad mit 7:1 oder mit 1:0 aus dem Stadion schießt. Wenn man also am 2. Spieltag in London verliert, landet man extrem im Hintertreffen und hat ausschließlich das Rückspiel um diesen Rückstand aufzuholen. Oder man hofft darauf, dass Tottenham sich dämlich anstellt.
All die anderen Spiele werden aber extrem irrelevant. Also bis zu dem Punkt, wo man sich als Bayern-Fan fragen muss: Gehe ich da eigentlich hin? Am Ende macht man es dann doch nur aus Gewohnheit.
Oder anders gefragt: Wie viele Bayern Fans kennt ihr, die sagen "Ich wollte schon immer mal Ende November nach Belgrad fahren, es soll da zu der Jahreszeit extrem schön sein und es gibt ja auch ein spannendes Fußballspiel zu sehen..."?
Nebenbei finde ich es total faszinierend, dass die Bayern am 2. und am letzten Spieltag gegen Tottenham spielen. Und am 3. und 4. gegen Piräus... Ich frage mich, ob das normal ist... oder ob die UEFA selber gemerkt hat, dass diese Gruppe dermaßen abgefuckt ist, dass aus dem letzten Spieltag jegliche Spannung raus ist, es sei denn die Bayern spielen gegen Tottenham... Also tauschen wir fix die Spieltage, damit die Einschaltquoten am letzten Tag noch stimmen...
Es war ja eigentlich nicht nur so, dass RB Leipzig eigentlich eine Todesgruppe drohte... sie hätten die sogar verdient gehabt. Denn das Leipzig überhaupt in Lostopf 4 gelandet ist, hängt ja auch minimal damit zusammen, dass man die letztjährige Europa League Saison... nun ja... weggeworfen hat. Also im alles entscheidenden Spiel einfach mal mehrere Stammspieler geschont hat, weil es einem ja auch relativ egal war, ob man in die K.O. Phase einzieht oder nicht. Im großen Konzern-Plan war ein "Wir kommen in diesem Wettbewerb weit und erzeugen so Euphorie" einfach nicht vorgesehen.
Gerade wenn man die Herangehensweise von Eintracht Frankfurt (also sowohl dem Umfeld, als auch der Mannschaft) mit der von RB vergleicht. Eigentlich hätte RB das Potenzial gehabt in diesem Wettbewerb das Halbfinale zu erreichen und dabei dann auch die Deutsche Fahne hoch zuhalten... und vielleicht hätte das sogar so ein paar Sympathiepunkte gebracht. Also so 3 oder 4. Hey, immerhin kämpft RB aufopferungsvoll dafür, dass wir unseren 4. Startplatz für die Champions League behalten dürfen. Aber RB so: Nö, keinen Bock drauf, wir konzentrieren uns lieber darauf, dass wir über die Liga den wichtigen Wettbewerb erreichen...
Und dafür bekommt man jetzt... ein absurd einfache Gruppe. Theoretisch wären Szenarien wie Paris, Real und Inter möglich gewesen. Also eine Gruppe, bei der es sogar passieren kann, dass man nur 4. wird, ohne dass man sich dabei blamiert.
Wenn man bedenkt, dass man aus Lostopf 1 entweder Paris, Barcelona, Manchester City, Liverpool, Juventus, Chelsea... oder eben den russischen Meister Zenit St. Petersburg bekommen musste. Da kann man sich dann sehr leicht ausrechnen, dass die Wahrscheinlichkeit bei 1/7 liegt, dass man auf die einzige nicht Weltklasse Mannschaft trifft... Dass man dann auch noch mit Benfica eine der 2 schwächsten Mannschaften aus Lostopf 2, wo es auch noch Weltklasse Mannschaften gab... Nur beim 3. Gegner kann man hinterher sagen "Da hätte man einen noch einfacheren Gegner bekommen können." Und auch da hätte man ein schlimmeres Los ziehen können.
Hier wird ja immer gerne behauptet, dass es jedes Jahr eine Gruppe gibt, die eigentlich eher in die Europa League gehört. Und das ist meistens die Gruppe, in die der russische oder portugiesische Meister als 8. stärkste Mannschaft aus Lostopf 1 kommt. Dass aber ausgerechnet die eine Mannschaft, die mit dieser Europa League nichts zu tun haben wollte, jetzt in dieser Gruppe gelandet ist, trifft schon meinen Komiknerv.
Aber dieses Jahr wird RB alles daran setzen diese Gruppe als erster zu beenden. Denn dieses Jahr geht es ja wirklich um was... Aber man wird daran auch erkennen können, wie egal ihnen der internationale Wettbewerb letztes Jahr war.
Das andere faszinierende ist ja das "Losglück" der Bayern. Traditionell kriegen die Bayern eine leichte Gruppe, die ihnen eine frühe Planung fürs Achtelfinale ermöglicht. Aber ganz ehrlich... also zum einen gibt es halt in Lostopf 3 keine Mannschaft, die den Bayern wirklich gefährlich werden kann. Auch wenn ich immer behaupte, dass die Bayern derzeit ein Stück entfernt von den echten Titelkandidaten sind, so sind sie trotzdem eine der Mannschaften bei der es einfach nicht vorstellbar ist, dass die in der Gruppenphase scheitern. Selbst wenn sie Inter oder Valencia bekommen hätten... das wäre dann Inters Problem.
Die Bayern (gerade die Fans, aber gut, wer interessiert sich schon für Fans) haben eher ein sehr unglückliches Los gezogen... Schließlich hat man mit Tottenham den Vorjahres-Finalisten gezogen, der zwar ohne die ganz großen 100+X Millionen Ablöse Milliarden Instragram Follower Superstars kommt, aber ein extrem unangenehm zu spielendes Kollektiv ist. Da kann es einen passieren, dass man nur 2. wird, was dann eine Katastrophe im Achtelfinale führen könnte.
Und dann hat man 2 Gegner, bei denen man garantiert jeweils 6 Punkte holen wird. Aber das wird Tottenham halt auch. Aber da der direkte Vergleich zählt, ist es auch vollkommen egal, ob man Roter Stern Belgrad mit 7:1 oder mit 1:0 aus dem Stadion schießt. Wenn man also am 2. Spieltag in London verliert, landet man extrem im Hintertreffen und hat ausschließlich das Rückspiel um diesen Rückstand aufzuholen. Oder man hofft darauf, dass Tottenham sich dämlich anstellt.
All die anderen Spiele werden aber extrem irrelevant. Also bis zu dem Punkt, wo man sich als Bayern-Fan fragen muss: Gehe ich da eigentlich hin? Am Ende macht man es dann doch nur aus Gewohnheit.
Oder anders gefragt: Wie viele Bayern Fans kennt ihr, die sagen "Ich wollte schon immer mal Ende November nach Belgrad fahren, es soll da zu der Jahreszeit extrem schön sein und es gibt ja auch ein spannendes Fußballspiel zu sehen..."?
Nebenbei finde ich es total faszinierend, dass die Bayern am 2. und am letzten Spieltag gegen Tottenham spielen. Und am 3. und 4. gegen Piräus... Ich frage mich, ob das normal ist... oder ob die UEFA selber gemerkt hat, dass diese Gruppe dermaßen abgefuckt ist, dass aus dem letzten Spieltag jegliche Spannung raus ist, es sei denn die Bayern spielen gegen Tottenham... Also tauschen wir fix die Spieltage, damit die Einschaltquoten am letzten Tag noch stimmen...
Montag, 26. August 2019
Worst of des "Das hat ja lange gedauert." Wochenendes
Ganze 2 Spieltage. Also gefühlt doppelt so lange wie letzte Saison. Aber völlig unerwarteter Weise funktioniert der VAR in Deutschland immer noch nicht. Irgendwann werden die Leute schon noch darauf kommen, dass die Schiedsrichter das eigentliche Problem sind und dass unsere Deutschen einfach nicht mehr wirklich gut sind... was, wenn man sich die Entwicklungen dort in den letzten 20 Jahren anguckt auch niemanden überraschen sollte. Aber wer will denn da schon Zusammenhänge sehen?
Wenn es eines gibt, was wir richtig gut beherrschen... dann ist es doch das ignorieren von Zusammenhängen. Da haben wir eigene Behörden für, das liegt uns.
Dabei ist die Handspielregelung endlich eindeutig definiert worden. Also es ist eindeutig kein Handspiel, wenn ein Bayern-Profi beteiligt ist, an sonsten eventuell schon.
Und es hat ganze 2 Spieltage gedauert um den Leuten vorzuführen, dass die neue Handspielregelung auch sinnlos ist. Im Angriffsspiel zwar eindeutig, aber sinnlos. Denn die Neue Auslegung sorgt dafür, dass zum ersten Mal faktisch unterschiedliche Regeln spielen. Bisher galten ja für alle immer dieselben, auch wenn es natürlich wahrscheinlicher ist, dass ein Spieler auf der Jagd nach dem Ball mehr Foulspiele begeht, als derjenige, der den Ball behaupten will. Also praktisches Beispiel eins: Ich stehe als Angreifer auch dann im Abseits, wenn ich mich aus dem Pressing rausnehme und im gegnerischen Strafraum herum lungere... Nur ist eine Abseitsstellung an sich nicht strafbar, deswegen stört es keinen.
Aber ich beim Behaupten des Balles meinen Gegenspieler ins Gesicht greife, kriege ich trotzdem Probleme. Weil die Dinge, die ein Foulspiel sind, auch dann eines bleiben, wenn ich den Ball habe.
Praktisches Beispiel: Wenn ein Ball lang auf den Angreifer geschlagen wird und es dann beim Kopfballduell zu einem Ellenbogeneinsatz kommt, ist es vollkommen egal, ob der Ellenbogen im Gesicht des Gegners vom Angreifer oder Verteidiger kommt. Wenn jetzt aber der Verteidiger bei der Aktion den Angreifer an den Arm köpft, ist die Situation strafbar, wenn es anders herum passiert wahrscheinlich (also wenn es ein Bayern-Verteidiger ist garantiert) nicht.
Nebenbei hat man jetzt ein theoretisches Szenario erschaffen, in dem der Angreifer zum Schiri gehen kann und der dann sagen muss "Stimmt, du hast Recht, das Tor muss doch zählen." Also folgende Situation: Der erste Verteidiger läuft den Spielmacher des Gegners an. Der bricht in Panik aus und will den Ball lang schlagen... trifft aber den Arm des Verteidigers. Das dumme daran: Der Spielmacher ist der Torwart, vom Arm aus springt der Ball entweder direkt ins Tor oder zu einem Gegenspieler, der denn Ball einschiebt...
War der Spieler, den der Ball an den Arm geschossen worden ist, jetzt ein Verteidiger oder ein Angreifer? Wer kam auf die bescheuerte Idee, dies im Regeltext zu unterscheiden?
Und bei direkter Torerzielung nach dem Handspiel wird natürlich (wenn auch regeltechnisch fälschlicher Weise) abgepfiffen. Aber wenn der Spieler im Mittelfeld angeschossen wird und es danach einen Konter über 3 Stationen zum Tor gibt, wiederum nicht. Obwohl das Vergehen beide Male exakt dasselbe ist.
An der Stelle kommt das, was hier immer kommt: Gebt einfach auf jedes Handspiel einen Indirekten Freistoß. Egal wo auf dem Platz und unabhängig von der Ausrede, die ein Spieler anbringt. Immer das gleiche Vergehen führt konstant zu der selben Strafe. Und auf Grund der Konstanz gibt es keinerlei Beschwerden. Und nur bei aktiven Handspielen zur Verhinderung eines Tores (siehe Luiz Suarez im WM Viertelfinale gegen Ghana) gibt es Elfmeter und Rot. So funktioniert ein vernünftiges Regelwerk. Es wäre echt nicht so schwierig...
Schalke 04: Klar, man kann hinterher behaupten, dass man 2 Handelfmeter bekommt, wenn man gegen einen Bundesligisten, der nicht Bayern heißt, antritt. Oh und nur so nebenbei: Ja, dieses Wochenende wird Niko Kovac auch wieder ignorieren, wenn er am Ende der Saison sein Fazit zu den Schiedsrichtern zieht und dann wieder behauptet, dass der VAR ja immer zu seinem Ungunsten agiert hat... Obwohl er 2 Mal zu seinen Gunsten nicht eingegriffen hat, obwohl er es definitiv gekonnt hätte.
Aber eigentlich geht es ja um Schalke. Und den Fakt, dass ihr Ex-Angreifer Breel Embolo alleine mehr Tore erzielt hat, als die gesamte Schalker Mannschaft. Was nicht so besonders schwer ist, da Schalke als einziger Bundesligist noch gar nicht getroffen hat. Was nach 2 Spieltagen nicht so schlimm wäre, wenn man nicht Saison übergreifend in 7 von 9 Heimspielen ohne eigenen Torerfolg blieb.
Jetzt kann man sich natürlich einreden, dass es ja gegen die Bayern ging und man mindestens einen Handelfmeter hätte bekommen müssen. Aber auf der anderen Seite stand es halt auch schon 0:2, bevor man sich dann doch mal entschloss sich wenigstens ein wenig zu wehren. Und die Hertha hat ja in der Vorwoche (und in München, also ohne die eigenen lautstarken Fans im Rücken) gezeigt, dass man die Bayern durchaus ärgern kann, wenn man sich bereits nach dem 0:1 und nicht erst danach etwas zutraut. So konnten die Bayern sachlich gesehen ihr erstes Auswärtsspiel im Schongang und ohne zu glänzen deutlich gewinnen.
Und Schalke erstarrt weiterhin gegen Manuel Neuer in Ehrfurcht. Fortschritte hin zu einer mutigen Spielweise sehen irgendwie anders aus...
Aber hier ist ja das verwirrende: Laut Kicker liegt Schalke ohne eigenem Tor und nach einer heftigen Heimpleite "im Soll". Klar, ist halt Schalke, da beginnt der "Soll" bei "Gurkenfußball"...
Werder Bremen vs SC Paderborn: Wann spielen die eigentlich endlich gegeneinander? Also es sind ja die beiden "Was wir machen wollten, ist über sehr weite Phasen aufgegangen" Mannschaften... die aber trotzdem bei 0 Punkten stehen und auf dem Weg zur Schießbude der Liga sind. Es bleibt spannend, wer von den beiden als erstes von der "Was die Jungs leistungsmäßig abliefern, ist okay." Linie abkommt...
Oh und wo wir schon dabei sind: Steffen Baumgart und Robin Dutt: Also als die Ersten, die auf der Trainerbank verwarnt worden sind, haben sie sich ja einen Platz in den Geschichtsbüchern sicher. Der eine in Liga 1, der andere vorher schon im Unterhaus... nebenbei muss sich bei Dutt jetzt schon gefragt werden, ob der nächste Trainer eigentlich seine Verwarnung übernimmt... aber Details Was sie natürlich nicht davon abhielt, lautstark über diese neue Regel zu fluchen. Wie auch Friedhelm Funkel. Dabei... ist diese Regeländerung doch sowohl sinnvoll, als auch brillant:
Früher waren Bestrafungen für Trainer immer etwas Willkürliches. Also ein Schiedsrichter schickt einen Trainer auf die Tribüne, wenn der ihm zu sehr auf den Sack geht. Der Trainer hat dann immer das Gefühl, dass er für das erste Widerwort direkt verbannt worden ist. Der Schiedsrichter behauptet, er habe ihn versucht das vorher deutlich zu machen. Und nachdem das Spiel dann x Mal passiert ist und mit Geldstrafen abgehandelt wurde, gibt es irgendwann mal Innenraumverbot für ein Spiel. Selbst wenn sich die vorherigen Vergehen über 2 Jahre hinweg gezogen haben.
Jetzt gibt es ein klares "Du bist hier jetzt zu weit gegangen, wenn du dies nochmal machst..." Signal des Trainers, welches für jeden verständlich ist. Und wenn man dann mal ausnahmsweise zu heftig lamentiert, passiert einem ja auch nichts. Wenn man aber regelmäßig in den "Emotionen müssen erlaubt sein" Modus verfällt, dann guckt man sich halt mal ein Spiel von der Tribüne an. Aber halt nach einer vorher klar definierten Anzahl von Vorfällen.
Nun müssen die Trainer natürlich lernen, wie sie mit der neuen Regel umgehen. Dass sie jetzt tatsächlich mal die Vorbildfunktion für all die Kreisliga Trainer wahrnehmen müssen... oder alle 5 Spieltage gesperrt werden. Das ist dann ihre Entscheidung.
Und gerade dieses "heftig reklamieren" ist doch eines der Grundprobleme im Fußball: Das macht jeder Spieler und der Trainer pro Team ein mal in 90 Minuten... ist ja nicht viel. Der gemeine Fußballfan sagt da aber: Das passiert viel zu oft und bringt viel zu viel Unruhe ins Spiel... es sollte viel häufiger und auch bei Spielern geahndet werden. Aber da sind wir wieder beim "Fußball ist der einzige Sport, dem es schadet, dass die vorhandenen Regeln nicht angewendet werden".
Und natürlich wird sich Funkel auf seine alten Tage anpassen müssen. Und es wird eine Übergangsphase geben, in der die Trainer noch nicht begriffen haben, dass dieses Verhalten nicht mehr toleriert wird. Aber danach wird das Spiel dann allgemein angenehmer, weil man sich nicht mehr ständig mit wild herumfuchtelnden Irrwischen beschäftigen muss. Aber anstatt das zu verstehen, jammert man natürlich lieber über Emotionen, die einem verboten werden...
Wenn es eines gibt, was wir richtig gut beherrschen... dann ist es doch das ignorieren von Zusammenhängen. Da haben wir eigene Behörden für, das liegt uns.
Dabei ist die Handspielregelung endlich eindeutig definiert worden. Also es ist eindeutig kein Handspiel, wenn ein Bayern-Profi beteiligt ist, an sonsten eventuell schon.
Und es hat ganze 2 Spieltage gedauert um den Leuten vorzuführen, dass die neue Handspielregelung auch sinnlos ist. Im Angriffsspiel zwar eindeutig, aber sinnlos. Denn die Neue Auslegung sorgt dafür, dass zum ersten Mal faktisch unterschiedliche Regeln spielen. Bisher galten ja für alle immer dieselben, auch wenn es natürlich wahrscheinlicher ist, dass ein Spieler auf der Jagd nach dem Ball mehr Foulspiele begeht, als derjenige, der den Ball behaupten will. Also praktisches Beispiel eins: Ich stehe als Angreifer auch dann im Abseits, wenn ich mich aus dem Pressing rausnehme und im gegnerischen Strafraum herum lungere... Nur ist eine Abseitsstellung an sich nicht strafbar, deswegen stört es keinen.
Aber ich beim Behaupten des Balles meinen Gegenspieler ins Gesicht greife, kriege ich trotzdem Probleme. Weil die Dinge, die ein Foulspiel sind, auch dann eines bleiben, wenn ich den Ball habe.
Praktisches Beispiel: Wenn ein Ball lang auf den Angreifer geschlagen wird und es dann beim Kopfballduell zu einem Ellenbogeneinsatz kommt, ist es vollkommen egal, ob der Ellenbogen im Gesicht des Gegners vom Angreifer oder Verteidiger kommt. Wenn jetzt aber der Verteidiger bei der Aktion den Angreifer an den Arm köpft, ist die Situation strafbar, wenn es anders herum passiert wahrscheinlich (also wenn es ein Bayern-Verteidiger ist garantiert) nicht.
Nebenbei hat man jetzt ein theoretisches Szenario erschaffen, in dem der Angreifer zum Schiri gehen kann und der dann sagen muss "Stimmt, du hast Recht, das Tor muss doch zählen." Also folgende Situation: Der erste Verteidiger läuft den Spielmacher des Gegners an. Der bricht in Panik aus und will den Ball lang schlagen... trifft aber den Arm des Verteidigers. Das dumme daran: Der Spielmacher ist der Torwart, vom Arm aus springt der Ball entweder direkt ins Tor oder zu einem Gegenspieler, der denn Ball einschiebt...
War der Spieler, den der Ball an den Arm geschossen worden ist, jetzt ein Verteidiger oder ein Angreifer? Wer kam auf die bescheuerte Idee, dies im Regeltext zu unterscheiden?
Und bei direkter Torerzielung nach dem Handspiel wird natürlich (wenn auch regeltechnisch fälschlicher Weise) abgepfiffen. Aber wenn der Spieler im Mittelfeld angeschossen wird und es danach einen Konter über 3 Stationen zum Tor gibt, wiederum nicht. Obwohl das Vergehen beide Male exakt dasselbe ist.
An der Stelle kommt das, was hier immer kommt: Gebt einfach auf jedes Handspiel einen Indirekten Freistoß. Egal wo auf dem Platz und unabhängig von der Ausrede, die ein Spieler anbringt. Immer das gleiche Vergehen führt konstant zu der selben Strafe. Und auf Grund der Konstanz gibt es keinerlei Beschwerden. Und nur bei aktiven Handspielen zur Verhinderung eines Tores (siehe Luiz Suarez im WM Viertelfinale gegen Ghana) gibt es Elfmeter und Rot. So funktioniert ein vernünftiges Regelwerk. Es wäre echt nicht so schwierig...
Schalke 04: Klar, man kann hinterher behaupten, dass man 2 Handelfmeter bekommt, wenn man gegen einen Bundesligisten, der nicht Bayern heißt, antritt. Oh und nur so nebenbei: Ja, dieses Wochenende wird Niko Kovac auch wieder ignorieren, wenn er am Ende der Saison sein Fazit zu den Schiedsrichtern zieht und dann wieder behauptet, dass der VAR ja immer zu seinem Ungunsten agiert hat... Obwohl er 2 Mal zu seinen Gunsten nicht eingegriffen hat, obwohl er es definitiv gekonnt hätte.
Aber eigentlich geht es ja um Schalke. Und den Fakt, dass ihr Ex-Angreifer Breel Embolo alleine mehr Tore erzielt hat, als die gesamte Schalker Mannschaft. Was nicht so besonders schwer ist, da Schalke als einziger Bundesligist noch gar nicht getroffen hat. Was nach 2 Spieltagen nicht so schlimm wäre, wenn man nicht Saison übergreifend in 7 von 9 Heimspielen ohne eigenen Torerfolg blieb.
Jetzt kann man sich natürlich einreden, dass es ja gegen die Bayern ging und man mindestens einen Handelfmeter hätte bekommen müssen. Aber auf der anderen Seite stand es halt auch schon 0:2, bevor man sich dann doch mal entschloss sich wenigstens ein wenig zu wehren. Und die Hertha hat ja in der Vorwoche (und in München, also ohne die eigenen lautstarken Fans im Rücken) gezeigt, dass man die Bayern durchaus ärgern kann, wenn man sich bereits nach dem 0:1 und nicht erst danach etwas zutraut. So konnten die Bayern sachlich gesehen ihr erstes Auswärtsspiel im Schongang und ohne zu glänzen deutlich gewinnen.
Und Schalke erstarrt weiterhin gegen Manuel Neuer in Ehrfurcht. Fortschritte hin zu einer mutigen Spielweise sehen irgendwie anders aus...
Aber hier ist ja das verwirrende: Laut Kicker liegt Schalke ohne eigenem Tor und nach einer heftigen Heimpleite "im Soll". Klar, ist halt Schalke, da beginnt der "Soll" bei "Gurkenfußball"...
Werder Bremen vs SC Paderborn: Wann spielen die eigentlich endlich gegeneinander? Also es sind ja die beiden "Was wir machen wollten, ist über sehr weite Phasen aufgegangen" Mannschaften... die aber trotzdem bei 0 Punkten stehen und auf dem Weg zur Schießbude der Liga sind. Es bleibt spannend, wer von den beiden als erstes von der "Was die Jungs leistungsmäßig abliefern, ist okay." Linie abkommt...
Oh und wo wir schon dabei sind: Steffen Baumgart und Robin Dutt: Also als die Ersten, die auf der Trainerbank verwarnt worden sind, haben sie sich ja einen Platz in den Geschichtsbüchern sicher. Der eine in Liga 1, der andere vorher schon im Unterhaus... nebenbei muss sich bei Dutt jetzt schon gefragt werden, ob der nächste Trainer eigentlich seine Verwarnung übernimmt... aber Details Was sie natürlich nicht davon abhielt, lautstark über diese neue Regel zu fluchen. Wie auch Friedhelm Funkel. Dabei... ist diese Regeländerung doch sowohl sinnvoll, als auch brillant:
Früher waren Bestrafungen für Trainer immer etwas Willkürliches. Also ein Schiedsrichter schickt einen Trainer auf die Tribüne, wenn der ihm zu sehr auf den Sack geht. Der Trainer hat dann immer das Gefühl, dass er für das erste Widerwort direkt verbannt worden ist. Der Schiedsrichter behauptet, er habe ihn versucht das vorher deutlich zu machen. Und nachdem das Spiel dann x Mal passiert ist und mit Geldstrafen abgehandelt wurde, gibt es irgendwann mal Innenraumverbot für ein Spiel. Selbst wenn sich die vorherigen Vergehen über 2 Jahre hinweg gezogen haben.
Jetzt gibt es ein klares "Du bist hier jetzt zu weit gegangen, wenn du dies nochmal machst..." Signal des Trainers, welches für jeden verständlich ist. Und wenn man dann mal ausnahmsweise zu heftig lamentiert, passiert einem ja auch nichts. Wenn man aber regelmäßig in den "Emotionen müssen erlaubt sein" Modus verfällt, dann guckt man sich halt mal ein Spiel von der Tribüne an. Aber halt nach einer vorher klar definierten Anzahl von Vorfällen.
Nun müssen die Trainer natürlich lernen, wie sie mit der neuen Regel umgehen. Dass sie jetzt tatsächlich mal die Vorbildfunktion für all die Kreisliga Trainer wahrnehmen müssen... oder alle 5 Spieltage gesperrt werden. Das ist dann ihre Entscheidung.
Und gerade dieses "heftig reklamieren" ist doch eines der Grundprobleme im Fußball: Das macht jeder Spieler und der Trainer pro Team ein mal in 90 Minuten... ist ja nicht viel. Der gemeine Fußballfan sagt da aber: Das passiert viel zu oft und bringt viel zu viel Unruhe ins Spiel... es sollte viel häufiger und auch bei Spielern geahndet werden. Aber da sind wir wieder beim "Fußball ist der einzige Sport, dem es schadet, dass die vorhandenen Regeln nicht angewendet werden".
Und natürlich wird sich Funkel auf seine alten Tage anpassen müssen. Und es wird eine Übergangsphase geben, in der die Trainer noch nicht begriffen haben, dass dieses Verhalten nicht mehr toleriert wird. Aber danach wird das Spiel dann allgemein angenehmer, weil man sich nicht mehr ständig mit wild herumfuchtelnden Irrwischen beschäftigen muss. Aber anstatt das zu verstehen, jammert man natürlich lieber über Emotionen, die einem verboten werden...
Freitag, 23. August 2019
Um mal ein halbherziges Friedensangebot zu geben
Schließlich sollte man es sich nicht unbedingt komplett mit einer neuen und garantiert wachsenden Fangruppe verscherzen. Das ist nicht so produktiv.
Es ist ja auch nicht so, dass ich den Union Fans es nicht gönnen würde, dass sich ihre Herzensangelegenheit nach Jahren nach Jahren des Chaos endlich die Kurve zum seriösen und wachsenden Verein entwickelt hat.
Und der gebürtige Rostocker und Exil-Sachse ist wahrscheinlich einfach nur neidisch darauf, dass es da eine Fanbase im Osten Deutschlands gibt, die komplett unproblematisch ist. Also wenn Hansa Rostock Fans mit ignoranter Selbstwahrnehmung, aber sympathischer und kreativer Außenwirkung, kommen würden, wäre das ein extremer Fortschritt...
Aufgefallen ist mir das, als ich beim gründlichen Kicker lesen über die "Kulisse" gestolpert bin. Also das Kleingedruckte. Dort steht im Wesentlichen, dass die Alte Försterei eine Auslastung von 101% hatte: Es waren mehr Leute drin, als rein durften. Der Grund dafür: Eine Totenehrung der Besonderen Art für 455 verstorbene Fans, die den Bundesligaaufstieg nicht mehr miterleben durften. Deren hochgehaltene Porträts wurden dann als Zuschauer gezählt.
Eine Wunderbare Aktion. Sie zeigt eine tiefe Verbindung der Fans untereinander und zu ihrem Verein. Nach dem Motto "Eisern, bis über den Tot hinaus".
Und sie zeigt halt auch, wie groß die Sehnsucht nach der Bundesliga (als ultimatives Symbol für erfolgreichen Fußball) war. Es wird irgendwo Daten dazu geben, wie viele der 455 beim Stadionumbau Hand angelegt haben... oder beim Blutspende-Marathon teilgenommen haben. Die aber die Vollendung ihrer Vision konnten sie nicht mehr miterleben.
Eine einzigartige Aktion im Stadion, die durchaus auch verdeutlicht, dass Union eben doch ein wenig anders ist.
Aber... hier kommt das Problem: Geredet wurde über den Stimmungsboykott. Selbst in den Artikeln, in dem es um die Stimmung geht, geht der Teil fast unter. Anstatt über eine einzigartige Aktion, mit der man sich vom gemeinen Fan abheben könnte, zu berichten, geht alles um den 100. Stimmungsboykott gegen RB Leipzig berichtet. Und alle, die nie bei RB im Stadion waren, konnten ihr "Oder wie man in Leipzig sagt, ein Heimspiel" Meme bringen. Da sind wir dann wieder beim "War es das wirklich wert?"
Meiner Meinung nach gibt es ja nur einen sinnvollen Protest gegen "Dosenkonstrukte mit Dieselmotoren": Volle Hingabe und Bedingungslose Unterstützung für seinen "echten Verein". Unabhängig von der Ligazugehörigkeit, vom Gegner oder vom Ergebnis. Dann kann der Kommerz "unseren Fußball" auch nicht zerstören.
Und das faszinierende ist ja: Leipzig als Stadt beweist, dass dies wunderbar funktioniert. Die 2 1/2 Traditionsvereine (Lok Leipzig, Chemie und Roter Stern) geht es so gut wie nie zuvor. (Spoiler: Ich nehme mir gerade fest vor eine Serie zum Thema Tradition zu starten.) Keiner dieser Vereine hat irgendwie Schaden durch RB erlitten, eher im Gegenteil, gerade Lok und Chemie tut es gut, dass sie nicht mehr unbedingt nach oben müssen und daran pleite gehen. Und all diese Vereine überleben, weil es einen festen und treuen Kern gibt, der sie unterstützt und fördert.
Natürlich ist gerade eingangs viel auf RB geflucht worden. Aber irgendwann kam die Erkenntnis, dass es einem mehr bringt, wenn man den Fokus auf sich selbst und seine eigene Entwicklung legt.
Es ist ja auch nicht so, dass ich den Union Fans es nicht gönnen würde, dass sich ihre Herzensangelegenheit nach Jahren nach Jahren des Chaos endlich die Kurve zum seriösen und wachsenden Verein entwickelt hat.
Und der gebürtige Rostocker und Exil-Sachse ist wahrscheinlich einfach nur neidisch darauf, dass es da eine Fanbase im Osten Deutschlands gibt, die komplett unproblematisch ist. Also wenn Hansa Rostock Fans mit ignoranter Selbstwahrnehmung, aber sympathischer und kreativer Außenwirkung, kommen würden, wäre das ein extremer Fortschritt...
Aufgefallen ist mir das, als ich beim gründlichen Kicker lesen über die "Kulisse" gestolpert bin. Also das Kleingedruckte. Dort steht im Wesentlichen, dass die Alte Försterei eine Auslastung von 101% hatte: Es waren mehr Leute drin, als rein durften. Der Grund dafür: Eine Totenehrung der Besonderen Art für 455 verstorbene Fans, die den Bundesligaaufstieg nicht mehr miterleben durften. Deren hochgehaltene Porträts wurden dann als Zuschauer gezählt.
Eine Wunderbare Aktion. Sie zeigt eine tiefe Verbindung der Fans untereinander und zu ihrem Verein. Nach dem Motto "Eisern, bis über den Tot hinaus".
Und sie zeigt halt auch, wie groß die Sehnsucht nach der Bundesliga (als ultimatives Symbol für erfolgreichen Fußball) war. Es wird irgendwo Daten dazu geben, wie viele der 455 beim Stadionumbau Hand angelegt haben... oder beim Blutspende-Marathon teilgenommen haben. Die aber die Vollendung ihrer Vision konnten sie nicht mehr miterleben.
Eine einzigartige Aktion im Stadion, die durchaus auch verdeutlicht, dass Union eben doch ein wenig anders ist.
Aber... hier kommt das Problem: Geredet wurde über den Stimmungsboykott. Selbst in den Artikeln, in dem es um die Stimmung geht, geht der Teil fast unter. Anstatt über eine einzigartige Aktion, mit der man sich vom gemeinen Fan abheben könnte, zu berichten, geht alles um den 100. Stimmungsboykott gegen RB Leipzig berichtet. Und alle, die nie bei RB im Stadion waren, konnten ihr "Oder wie man in Leipzig sagt, ein Heimspiel" Meme bringen. Da sind wir dann wieder beim "War es das wirklich wert?"
Meiner Meinung nach gibt es ja nur einen sinnvollen Protest gegen "Dosenkonstrukte mit Dieselmotoren": Volle Hingabe und Bedingungslose Unterstützung für seinen "echten Verein". Unabhängig von der Ligazugehörigkeit, vom Gegner oder vom Ergebnis. Dann kann der Kommerz "unseren Fußball" auch nicht zerstören.
Und das faszinierende ist ja: Leipzig als Stadt beweist, dass dies wunderbar funktioniert. Die 2 1/2 Traditionsvereine (Lok Leipzig, Chemie und Roter Stern) geht es so gut wie nie zuvor. (Spoiler: Ich nehme mir gerade fest vor eine Serie zum Thema Tradition zu starten.) Keiner dieser Vereine hat irgendwie Schaden durch RB erlitten, eher im Gegenteil, gerade Lok und Chemie tut es gut, dass sie nicht mehr unbedingt nach oben müssen und daran pleite gehen. Und all diese Vereine überleben, weil es einen festen und treuen Kern gibt, der sie unterstützt und fördert.
Natürlich ist gerade eingangs viel auf RB geflucht worden. Aber irgendwann kam die Erkenntnis, dass es einem mehr bringt, wenn man den Fokus auf sich selbst und seine eigene Entwicklung legt.
Dienstag, 20. August 2019
Die pessimistische Saisonvorschau: Coutinho wird keinen Unterschied machen.
Als Nachschlag. Oder als Vorschau auf die Champions League.
Dass Coutinho auf ein Mal in der Bundesliga spielt, wirkt nach wie vor absurd. Der ist schließlich der 2. teuerste Fußballer aller Zeiten. 145 Millionen ließ sich Barcelona den Mann im Januar 2018 kosten. Hauptsächlich um mit ihm auf den europäische Thron zurückzukehren... was wunderbar funktioniert hat... Oh, warte. Aber Spieler, die so viel wert sind, kommen halt normaler Weise nicht in die Bundesliga.
Natürlich ist es immer schwer, den Wert eines einzelnen Fußballers für eine Mannschaft zu bestimmen. Man spielt halt 11 gegen 11 und nicht 5 gegen 5, da ist der Einfluss des einzelnen Spielers halt wesentlich geringer. Bei Coutinho kann man dies aber aus einem einfachen Grund ziemlich gut: Er spielte für 2 Spitzenteams mit den allerhöchsten internationalen Ansprüchen.
Und... nun ja... Barca hatte auch mit Coutinho die Angewohnheit in einzelnen bevorzugt Rückspielen gnadenlos auseinander zu brechen. So war man praktisch gesehen mit Coutinho genau so erfolgreich wie ohne ihn. Aber gut, dass kann ja mal passieren, vielleicht haben die auch einfach nicht zusammen gepasst. Zlatan Ibrahimovic hat ja bei Barca auch nicht funktioniert, es würde aber trotzdem niemand behaupten, dass das kein überragender Fußballer ist. Also niemand außer mir...
Noch viel schlimmer traf es aber Liverpool, denn die waren ja diejenigen, die ihren Starspieler fürs Offensive Mittelfeld abgegeben mussten. Ihren Ideengeber. Und den man auf dem Transfermarkt auch nicht ersetzte, man kaufte sich (und das nebenbei vorher) lieber einen Verteidiger. Logischer weise... erreichte Liverpool 2 mal in Folge das Champions League Finale, gewann diesen Titel ein Mal und wurde der beste Vizemeister aller Zeiten. Anstatt einen Einbruch in irgendeiner Form zu erleben, wurde man eher noch besser, in dem man einen Spieler für 140 Millionen abgab. Das sollte eigentlich unmöglich sein.
Nehmen wir mal spaßeshalber den einen Spieler, der noch teurer war als Coutinho: Nun kann man Neymars Zeit in Paris durchaus als gescheitert betrachten, weil er es eben nicht geschafft hat den Klub auf das allerhöchste Niveau zu heben. Was aber nicht zu leugnen ist: Barca vermisst den Jungen bis heute. Sie würden ihn trotz der Eskapaden auf und neben dem Platz mit Kusshand zurück nehmen. Warum? Nun ja, sie haben (trotz eines Lionel Messi) den Abgang gefühlt bis heute nicht verkraftet. Auch wenn Zyniker behaupten würden, dass sie den Vorruhestand von Iniesta nicht verkraftet haben und eher einen Stabilisator für die Defensive brauchen. Aber da fällt einem aber auch auf: Haben sie nicht Coutinho als Iniesta Ersatz geholt? Funktioniert hat das nicht wirklich...
Aber praktisch gilt: Mit Neymar hat man um den Champions League Titel gespielt, ohne ihn kann man davon nur träumen. Deswegen träumt man von Neymar. Der Abgang hat diese Mannschaft offensichtlich geschwächt, weil Neymar auch einer dieser Spieler ist, die einem aus der Scheiße, die man im Hinspiel gebaut hat, raus hauen kann.
Auch wenn man sich die anderen Kollegen auf der Top-Transferliste anguckt. Selbst die eher unauffälligen Kandidaten: Mit Ousmane Dembele landet man im Viertelfinale der Champions Leauge. Ohne den Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus wäre gegen Monaco bestimmt auch noch mehr drin gewesen. In der Saison danach war nach der Vorrunde Schluss.
Real Madrid (oder genau genommen auch Manchester United, ein Spieler taucht halt mehrmals ganz oben auf) kann halt jeden Abgang kompensieren... außer den von Cristiano Ronaldo, ohne den spielt man eine Katastrophensaison. Weshalb man sich dann Eden Hazard kauft um diesen Umstand mit einem Jahr Verspätung zu reparieren.
Gareth Bale wird zwar in Madrid nicht wirklich geschätzt, schießt aber in Finalspielen trotzdem gerne den einen oder anderen Treffer. Und der Abgang sicherte die letzten St.Totteringham's Days in London...
Atletico hofft derweil, dass Joao Felix irgendwie Antoine Griezman ersetzen kann. Die allgemeine Prognose lautet: Vielleicht in 2 Jahren, aber nicht gleich. Und Sporting Lissabon weiß, unter anderem auch auf Grund der Erfahrung vom AS Monaco, dass sein Toptalent Felix ersetzen praktisch nicht machbar ist.
All diese Transfers haben vor allem bei den Abgebenden Vereinen eine große, nie ganz heilende Narbe hinterlassen... außer halt Coutinho. Das war der einzige Spieler, der für um die 100 Millionen gewechselt ist, dessen Transfer aber keinerlei Einfluss auf beide Mannschaften haben. Nennt mich einen Zyniker, aber das kann kein gutes Zeichen sein.
Natürlich ist der Coutinho Transfer ein guter Schachzug. Allein schon weil man den hinter die Spitzen stellen kann, damit Thomas Müller auf der Bank landet. Er ist schon ein Upgrade. Und in der Bundesliga wird er auch verdammt viel Spaß haben und machen. Aber es ist eben kein "Coup", weil die Bayern nicht durch diesen Transfer ins Konzert der ganz Großen zurückkehren werden.
Dass Coutinho auf ein Mal in der Bundesliga spielt, wirkt nach wie vor absurd. Der ist schließlich der 2. teuerste Fußballer aller Zeiten. 145 Millionen ließ sich Barcelona den Mann im Januar 2018 kosten. Hauptsächlich um mit ihm auf den europäische Thron zurückzukehren... was wunderbar funktioniert hat... Oh, warte. Aber Spieler, die so viel wert sind, kommen halt normaler Weise nicht in die Bundesliga.
Natürlich ist es immer schwer, den Wert eines einzelnen Fußballers für eine Mannschaft zu bestimmen. Man spielt halt 11 gegen 11 und nicht 5 gegen 5, da ist der Einfluss des einzelnen Spielers halt wesentlich geringer. Bei Coutinho kann man dies aber aus einem einfachen Grund ziemlich gut: Er spielte für 2 Spitzenteams mit den allerhöchsten internationalen Ansprüchen.
Und... nun ja... Barca hatte auch mit Coutinho die Angewohnheit in einzelnen bevorzugt Rückspielen gnadenlos auseinander zu brechen. So war man praktisch gesehen mit Coutinho genau so erfolgreich wie ohne ihn. Aber gut, dass kann ja mal passieren, vielleicht haben die auch einfach nicht zusammen gepasst. Zlatan Ibrahimovic hat ja bei Barca auch nicht funktioniert, es würde aber trotzdem niemand behaupten, dass das kein überragender Fußballer ist. Also niemand außer mir...
Noch viel schlimmer traf es aber Liverpool, denn die waren ja diejenigen, die ihren Starspieler fürs Offensive Mittelfeld abgegeben mussten. Ihren Ideengeber. Und den man auf dem Transfermarkt auch nicht ersetzte, man kaufte sich (und das nebenbei vorher) lieber einen Verteidiger. Logischer weise... erreichte Liverpool 2 mal in Folge das Champions League Finale, gewann diesen Titel ein Mal und wurde der beste Vizemeister aller Zeiten. Anstatt einen Einbruch in irgendeiner Form zu erleben, wurde man eher noch besser, in dem man einen Spieler für 140 Millionen abgab. Das sollte eigentlich unmöglich sein.
Nehmen wir mal spaßeshalber den einen Spieler, der noch teurer war als Coutinho: Nun kann man Neymars Zeit in Paris durchaus als gescheitert betrachten, weil er es eben nicht geschafft hat den Klub auf das allerhöchste Niveau zu heben. Was aber nicht zu leugnen ist: Barca vermisst den Jungen bis heute. Sie würden ihn trotz der Eskapaden auf und neben dem Platz mit Kusshand zurück nehmen. Warum? Nun ja, sie haben (trotz eines Lionel Messi) den Abgang gefühlt bis heute nicht verkraftet. Auch wenn Zyniker behaupten würden, dass sie den Vorruhestand von Iniesta nicht verkraftet haben und eher einen Stabilisator für die Defensive brauchen. Aber da fällt einem aber auch auf: Haben sie nicht Coutinho als Iniesta Ersatz geholt? Funktioniert hat das nicht wirklich...
Aber praktisch gilt: Mit Neymar hat man um den Champions League Titel gespielt, ohne ihn kann man davon nur träumen. Deswegen träumt man von Neymar. Der Abgang hat diese Mannschaft offensichtlich geschwächt, weil Neymar auch einer dieser Spieler ist, die einem aus der Scheiße, die man im Hinspiel gebaut hat, raus hauen kann.
Auch wenn man sich die anderen Kollegen auf der Top-Transferliste anguckt. Selbst die eher unauffälligen Kandidaten: Mit Ousmane Dembele landet man im Viertelfinale der Champions Leauge. Ohne den Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus wäre gegen Monaco bestimmt auch noch mehr drin gewesen. In der Saison danach war nach der Vorrunde Schluss.
Real Madrid (oder genau genommen auch Manchester United, ein Spieler taucht halt mehrmals ganz oben auf) kann halt jeden Abgang kompensieren... außer den von Cristiano Ronaldo, ohne den spielt man eine Katastrophensaison. Weshalb man sich dann Eden Hazard kauft um diesen Umstand mit einem Jahr Verspätung zu reparieren.
Gareth Bale wird zwar in Madrid nicht wirklich geschätzt, schießt aber in Finalspielen trotzdem gerne den einen oder anderen Treffer. Und der Abgang sicherte die letzten St.Totteringham's Days in London...
Atletico hofft derweil, dass Joao Felix irgendwie Antoine Griezman ersetzen kann. Die allgemeine Prognose lautet: Vielleicht in 2 Jahren, aber nicht gleich. Und Sporting Lissabon weiß, unter anderem auch auf Grund der Erfahrung vom AS Monaco, dass sein Toptalent Felix ersetzen praktisch nicht machbar ist.
All diese Transfers haben vor allem bei den Abgebenden Vereinen eine große, nie ganz heilende Narbe hinterlassen... außer halt Coutinho. Das war der einzige Spieler, der für um die 100 Millionen gewechselt ist, dessen Transfer aber keinerlei Einfluss auf beide Mannschaften haben. Nennt mich einen Zyniker, aber das kann kein gutes Zeichen sein.
Natürlich ist der Coutinho Transfer ein guter Schachzug. Allein schon weil man den hinter die Spitzen stellen kann, damit Thomas Müller auf der Bank landet. Er ist schon ein Upgrade. Und in der Bundesliga wird er auch verdammt viel Spaß haben und machen. Aber es ist eben kein "Coup", weil die Bayern nicht durch diesen Transfer ins Konzert der ganz Großen zurückkehren werden.
Montag, 19. August 2019
Worst of des "Da wurden ja gute Grundlagen gelegt" Wochenendes
Ernsthaft... es ist total faszinierend, wie sich alle Bundesligisten zum offiziellen Ende der Vorbereitung über Dinge freuen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten... Zum Beispiel...
Jerome Boateng und Renato Sanches über ihre Bankplätze, die sie sich mit ihrer starken Vorbereitung echt verdient haben...
Dass die Bayern schon nach dem ersten Spieltag, und bevor die nächste Generation an Verstärkungen angekommen ist, Probleme mit unzufriedenen Stars haben, ist ein gutes Zeichen... für den Rest der Liga.
Apropos Rest der Liga: Der war, abgesehen von den Augsburgern geschlossen zufrieden mit seinem Saisonstart, egal wie beschissen das Ergebnis aussah. Beispiele gefällig?
In Hoffenheim hieß es: "Wir haben den Anfang verpennt (...), aber danach waren wir da"... Da stand es schon 0:1, aber Details. Und (anders als Dortmund) wirklich zurück ins Spiel kam man in den folgenden 90 Minuten auch nicht.
In Gladbach geht es um die Kunst, "die Hektik abzustellen und die Ruhe zu behalten, sobald man in Ballbesitz ist." Das soll angeblich beim Tore erzielen helfen.
Der Kicker nimmt einen Fortschritt auf Schalke wahr, weil "Leidenschaft, Intensität und Aggressivität" eindeutig zu erkennen waren. Es ist schön, wenn dein Vorgänger die Messlatte dermaßen tief angelegt hat, dass Selbstverständlichkeiten zu Fortschritten werden.
Köln's Matchplan sah anscheinend nicht vor, dass man gewinnt, schließlich soll er "völlig funktioniert" haben... Problematisch ist halt "Wir müssen noch mehr Szenen in der Spitze kreieren, ein paar Unsauberkeiten und unnötige Ballverluste vermeiden", aber abgesehen von diesen Details war das Angriffsspiel echt voll gut...
Dann habe ich ja das Gefühl, dass "Mit etwas Glück hätten wir was mitnehmen können" das offizielle Saisonmotto der Paderborner wird.
Florian Kohfeldt muss nach dem 1:3 auch "eigentlich zufrieden sein"... weil man abgesehen von den Gegentoren echt gut verteidigt hat... dass man damit auch mindestens 3 Mal richtig schlecht verteidigt hat, ist ihm nicht so direkt aufgefallen...
Richtig ehrlich waren nur die Mainzer: "Wir haben einen Scheiß-Start hingelegt, so einfach ist das."
Und Peter Bosz mit seiner man hat "jede Saison drei, vier richtig schlechte Spiele" Erfahrung. Wobei der gemeine Schalke-Fan da irritiert guckt und sich fragt: Wie, nur 3 oder 4? Bei uns sind das irgendwie immer 30...
Bleibt noch das wichtigste: Die Union Berlin Ultras: Boah, gehen die mir auf den Sack. Ja, jetzt schon. Anstatt ihr Bundesliga-Debüt angemessen mit einer schönen, in Details gegen die BSG Dynamo schießenden Choreo zu feiern, müssen sie unbedingt zum ersten Bundesligaspiel der Vereinsgeschichte mit einem Stimmungsboykott gegen "das Konstrukt RB" beginnen. Go fuck yourself.
Ich habe das ja schon in der Saisonvorschau angedeutet. Was ich dabei, neben den Kinowelt-Millionen, gar nicht erwähnt habe, ist ja "Quattrex German Opportunities". Einem Fond, der in der Steueroase Luxemburg sitzt, in die Union investierte und so den Aufstieg ermöglichte. Nicht, weil man gutmütig die Tradition stärken wollte, sondern weil man ordentlich Kohle scheffeln kann, wenn man in einen aufstrebenden Berliner Verein investiert. Nur steht halt bei Union der Investor halt nicht im Namen... Wobei es wahrscheinlich reiner Zufall ist, dass der Investor nicht "Quattrex German Union" heißt...
Super Duper Fun Fact: Der eigentliche Retter der Union, Michel Kölmel, hat hinterher RB gegründet, weil er endlich dafür sorgen wollte, dass auch eine brauchbare Mannschaft in seinem schönen Stadion spielt. Frei nach dem Motto: Wenn der mit seinen Millionen unseren Verein rettet, ist das voll in Ordnung, wenn er woanders Profifußball ermöglicht, ist er ein Arschloch... Aber man hat sich ja nie an den Westen verkauft, man verkauft sich an Luxemburger... Das ist was ganz anderes.
Hier ist ein kleines Realitäts-Update für die Union Ultras: Ohne verschiedenste Investoren wäre euer Verein auf Augenhöhe mit Lok Leipzig und wohl genau so oft pleite gegangen. Das hätten keine Mahnwachen verhindert. Damit ist Unions Bundesligaaufstieg genau so konstruiert (und ebenfalls über Jahre am Reißbrett entworfen worden, es war ja kein Überraschungsaufstieg), wie der von RB Leipzig. Hört auf, euch für was besseres zu halten, sondern habt einfach Spaß an dem Fußball, der euch geboten wird.
Aber faszinierender Weise hatte Kölmel ja das Ziel "Das St.Pauli des Westens" zu schaffen... was ihm auch gelungen ist. Das Problem daran ist: Sachlich gesehen ist St.Pauli nur die absolute Kommerzialisierung eines alternativen Mythos, ohne dass das jemand merkt.
Und versteht mich nicht falsch: Der Aufstieg von Union hat mich definitiv gefreut. Ich gönne das den Fans, die mit viel Herzblut an dem Verein hängen. Und Union hätte auch in der dritten Liga gefühlt mehr Fans als die Hertha. Es wäre nur wirklich schön, wenn sich die Union Fans selber auch einfach freuen können und sich nicht unbedingt für etwas besseres halten müssen. Aber dafür müsste sich der Union Ultra ja auch mit den unangenehmen Teilen seiner Vereinsgeschichte auseinandersetzen.
Jerome Boateng und Renato Sanches über ihre Bankplätze, die sie sich mit ihrer starken Vorbereitung echt verdient haben...
Dass die Bayern schon nach dem ersten Spieltag, und bevor die nächste Generation an Verstärkungen angekommen ist, Probleme mit unzufriedenen Stars haben, ist ein gutes Zeichen... für den Rest der Liga.
Apropos Rest der Liga: Der war, abgesehen von den Augsburgern geschlossen zufrieden mit seinem Saisonstart, egal wie beschissen das Ergebnis aussah. Beispiele gefällig?
In Hoffenheim hieß es: "Wir haben den Anfang verpennt (...), aber danach waren wir da"... Da stand es schon 0:1, aber Details. Und (anders als Dortmund) wirklich zurück ins Spiel kam man in den folgenden 90 Minuten auch nicht.
In Gladbach geht es um die Kunst, "die Hektik abzustellen und die Ruhe zu behalten, sobald man in Ballbesitz ist." Das soll angeblich beim Tore erzielen helfen.
Der Kicker nimmt einen Fortschritt auf Schalke wahr, weil "Leidenschaft, Intensität und Aggressivität" eindeutig zu erkennen waren. Es ist schön, wenn dein Vorgänger die Messlatte dermaßen tief angelegt hat, dass Selbstverständlichkeiten zu Fortschritten werden.
Köln's Matchplan sah anscheinend nicht vor, dass man gewinnt, schließlich soll er "völlig funktioniert" haben... Problematisch ist halt "Wir müssen noch mehr Szenen in der Spitze kreieren, ein paar Unsauberkeiten und unnötige Ballverluste vermeiden", aber abgesehen von diesen Details war das Angriffsspiel echt voll gut...
Dann habe ich ja das Gefühl, dass "Mit etwas Glück hätten wir was mitnehmen können" das offizielle Saisonmotto der Paderborner wird.
Florian Kohfeldt muss nach dem 1:3 auch "eigentlich zufrieden sein"... weil man abgesehen von den Gegentoren echt gut verteidigt hat... dass man damit auch mindestens 3 Mal richtig schlecht verteidigt hat, ist ihm nicht so direkt aufgefallen...
Richtig ehrlich waren nur die Mainzer: "Wir haben einen Scheiß-Start hingelegt, so einfach ist das."
Und Peter Bosz mit seiner man hat "jede Saison drei, vier richtig schlechte Spiele" Erfahrung. Wobei der gemeine Schalke-Fan da irritiert guckt und sich fragt: Wie, nur 3 oder 4? Bei uns sind das irgendwie immer 30...
Bleibt noch das wichtigste: Die Union Berlin Ultras: Boah, gehen die mir auf den Sack. Ja, jetzt schon. Anstatt ihr Bundesliga-Debüt angemessen mit einer schönen, in Details gegen die BSG Dynamo schießenden Choreo zu feiern, müssen sie unbedingt zum ersten Bundesligaspiel der Vereinsgeschichte mit einem Stimmungsboykott gegen "das Konstrukt RB" beginnen. Go fuck yourself.
Ich habe das ja schon in der Saisonvorschau angedeutet. Was ich dabei, neben den Kinowelt-Millionen, gar nicht erwähnt habe, ist ja "Quattrex German Opportunities". Einem Fond, der in der Steueroase Luxemburg sitzt, in die Union investierte und so den Aufstieg ermöglichte. Nicht, weil man gutmütig die Tradition stärken wollte, sondern weil man ordentlich Kohle scheffeln kann, wenn man in einen aufstrebenden Berliner Verein investiert. Nur steht halt bei Union der Investor halt nicht im Namen... Wobei es wahrscheinlich reiner Zufall ist, dass der Investor nicht "Quattrex German Union" heißt...
Super Duper Fun Fact: Der eigentliche Retter der Union, Michel Kölmel, hat hinterher RB gegründet, weil er endlich dafür sorgen wollte, dass auch eine brauchbare Mannschaft in seinem schönen Stadion spielt. Frei nach dem Motto: Wenn der mit seinen Millionen unseren Verein rettet, ist das voll in Ordnung, wenn er woanders Profifußball ermöglicht, ist er ein Arschloch... Aber man hat sich ja nie an den Westen verkauft, man verkauft sich an Luxemburger... Das ist was ganz anderes.
Hier ist ein kleines Realitäts-Update für die Union Ultras: Ohne verschiedenste Investoren wäre euer Verein auf Augenhöhe mit Lok Leipzig und wohl genau so oft pleite gegangen. Das hätten keine Mahnwachen verhindert. Damit ist Unions Bundesligaaufstieg genau so konstruiert (und ebenfalls über Jahre am Reißbrett entworfen worden, es war ja kein Überraschungsaufstieg), wie der von RB Leipzig. Hört auf, euch für was besseres zu halten, sondern habt einfach Spaß an dem Fußball, der euch geboten wird.
Aber faszinierender Weise hatte Kölmel ja das Ziel "Das St.Pauli des Westens" zu schaffen... was ihm auch gelungen ist. Das Problem daran ist: Sachlich gesehen ist St.Pauli nur die absolute Kommerzialisierung eines alternativen Mythos, ohne dass das jemand merkt.
Und versteht mich nicht falsch: Der Aufstieg von Union hat mich definitiv gefreut. Ich gönne das den Fans, die mit viel Herzblut an dem Verein hängen. Und Union hätte auch in der dritten Liga gefühlt mehr Fans als die Hertha. Es wäre nur wirklich schön, wenn sich die Union Fans selber auch einfach freuen können und sich nicht unbedingt für etwas besseres halten müssen. Aber dafür müsste sich der Union Ultra ja auch mit den unangenehmen Teilen seiner Vereinsgeschichte auseinandersetzen.
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