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Donnerstag, 14. Juli 2011

Das werde nwir unseren Kindern erklären müssen: Lukas Podolski

Nummer 1 Lukas Podolski: Länderspiele: 89 (und am Ende werden es mindestens 100 werden)
Debüt6.6.2004 gegen Ungarn 

Überrascht das irgendjemanden? Ja, Podolski Bashing ist mein Lieblingshobby und ja, ich lasse auch keine Gelegenheit aus. Aber er macht es einem auch einfach zu einfach.
Sein Debüt gab er kurz vor der Europameisterschaft 2004. Er war so was wie der letzte Hoffnungsschimmer bei dieser EM. Das Vorrundenaus konnte er trotzdem nicht verhindern (genausowenig wie den Abstieg des 1.FC Kölns, nur so nebenbei...). Danach spielte er EINE richtig starke Saison und machte 24 Buden (dazu gefühlt jeden Monat das Tor des Monats)... nur leider rockte er die 2. Liga... Es folgte noch eine Saison als Leistungsträger beim wieder Absteiger Köln und danach konnte er sich nicht bei den Bayern durchsetzen (für die Bayern erzielte er 15 Tore... in 3 Jahren... als Stürmer... beim Rekordmeister... Alexander Zickler dürfte auf eine bessere Quote kommen...) Nach seiner Rückkehr nach Köln wurde es zunächst auch nicht besser. 2 Tore erzielte er im ersten Jahr. Erst in der 2. Saison wurde er wieder zu so etwas wie ein Leistungsträger für einen Verein, der wiedermal lange im Abstiegskampf steckte. Auf 2 gute Spiele in Folge von ihm wartet man in Kökn aber weiter.
Dass heißt, Lukas Podolski hat in 6 Jahren Bundesliga 2 halbwegs brauchbare Jahre für eine Mannschaft aus dem Unteren Drittel abgeliefert. Christian Tiffert dürfte auch die selbe Anzahl starker Saisons kommen, aber ihn will niemand in der Nationalmannschaft sehen.
Denn Poldi spielte eine starke Heim WM. was ihm quasi einen Freibrief bei Jogi Löw verschaffte und jetzt ist er auf dem Weg zum Rekordnationalspieler (auch wenn Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger das hoffentlich verhindern werden). Weil er im Nationaltrikot immer starke Leistungen gezeigt hat und es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat Bananenrepunbliken wie Südafrika oder Luxembrug abzuschießen... Lothar Matthäus darf sich in seinem Fußballer-Grab umdrehen und wir werden offiziell zu einer Bananenrepublik des Fußballs, wenn Podolksi die 100 Länderspiele voll macht.
Wie absurd sind 90 Länderspiele für Lukas Podolski? Auf der Liste der ewigen Bundesligatorjäger ist er (als Stürmer) mit 51 Toren derzeit auf Platz 186. Ganz knapp vor Thorsten Frings der Defensiver Mittelfeldspieler ist und noch hinter Stefan Beinlich der 5 Länderspiele hat. Martin Max ist auf dieser Liste 23. und kommt auf ein einziges Länderspiel...
Lukas Podolski hat es geschafft, mit 25 Jahren mehr Länderspieltore als Bundesligatore erzielt. Eine wahrscheinlich einmalige Bilanz für einen Spieler, der nicht frühzeitig ins Ausland gewechselt ist... Zyniker können behaupten, dass das einem Uwe Seeler ähnlich ging... Aber uns Uwe war schon 27 als die Bundesliga in ihre Debütsaison ging... und er brauchte nicht mal eine Saison um diesens Mißstand gerade zu biegen...
Und das sind nur die nackten Zahlen. Dazu kommen noch eigentlich der unverzeiliche Fehltritt gegen den amtierenden Kapitän Michael Ballack der konsequent wie Löw nun mal ist gar keine Konsequenzen nach sich zog. So wie die Geschichte mit Ballack jetzt gelaufen ist, muss der fast froh sein, dass Löw ihn damals nicht suspendiert hat. Mit der einfachen Erklärung: "Wie kann er es wagen meinen Lieblingsspieler so zu kritisieren, dass er ihm eine Ohrfeige gibt?"
Jetzt werden die Podolski Verteidiger aber sofort einwerfen: Aber wir haben doch die letzten Turniere so erfolgreich bestritten!!! Dem entgegne ich nur: Trotz und nicht gegen Podolski. Gegen die Aktuelle Top 10 der Fifa Weltrangliste hat er in Turnierspielen 1 Tor erzielt. Gegen die Engländer 2010 in Südafrika. Dazu kommt ein wichtiges Tor im EM Halbfinale 2008 gegen die Türkei. Ja, ich unterschlage seine Leistungen nicht, aber an sonsten besteht die im Wesentlichen aus Toren gegen die Aufwärmgegner in der Vorrunde oder im Achtelfinale.
Und jetzt lehne ich mich mal relativ weit aus dem Fenster: Mit einem Lukas Podolski in der Startelf werden wir die Spanier nie schlagen. Es sei den Stale Solbakken ist wirklich ein Genie als Trainer. Der Grund dafür? Im 4-2-3-1 ist die Offensive Dreierreihe verdammt wichtig. Und zwar nicht nur in der Vorwärtsbewegung, sondern auch beim Pressing und bei der Balleroberung. Der FSV Mainz 05 mit Andre Schürrle in der Rolle vorne Links hat das letztes Jahr beinah zur Perfektion vorgeführt. Und die Spanier muss man mit einer läufersich starken 3er Reihe unter Druck setzen. Jetzt haben allein in der Bundesliga mindestens 5 Trainer versucht aus Lukas Podolski einen in der Rückwärtsbewegung zumindest annehmbaren Bundesligaspieler zu machen. Die 3 Bayerntrainer haben es mehr oder weniger aufgegeben und ihn auf die Bank verbannt, in Köln musste er trotzdem immer spielen.
Aber hey, Jogi Löw ist das egal, denn er hat ja auch immer die wichtigen Tore im Nationaldress geschossen. Und weder die Führung im DFB noch unsere mehr oder weniger sachlichen Medien schaffen es, die Sachlage mal offen anzusprechen und Löw für das festhalten an Poldi so richtig zu kritisieren. Im Gegenteil, sie bescheinigen Lukas Podoslki internationale Klasse.
Ich gehe so weit und behaupte: Wenn Lukas Podolski seine Bundesligakarriere zwischen '72 und '96 begonnen hätte, würde er immernoch bei 0 Länderpsielen stehen (oder er hätte wirklich mal an seinen Spiel gearbeitet...). Damals hätten sie ihm gesagt: Mach erstmal mehr als ne Handvoll ordentlicher Bundesligaspiele und dann reden wir nochmal über eine Nominierung. Selbst ein Lothar Matthäus, zweifelsohne der bessere Fußballer, musste 4 Jahre Bundesliga spielen bevor er sich in der Nationalmannschaft durchsetzen durfte. Und jetzt ist Prinz Podli auf dem Weg ihn zu überholen. Allein dieser Fakt verdeutlicht, wie schwach und verzweifelt die Nationalmannschft lange Zeit war und macht Lukas Podolski zur Nummer eins auf der "Das werden wir unseren Kindern erklären müssen" Liste.

Update: Im Aktuellen Donnerstag-Kicker gibt es überraschender Weise 2 Artikel, die sich genau mit dem Problem Podolski und Fußball auf (gehobenen) Bundesliganiveau spielen beschäftigen. Zunächst wird im Dortmund Artikel halt mal ganz sachlich erklärt, dass es für einen Linksverteidiger halt schwerer ist defensiv zu glänzen, wenn das Kampfschwein Grosskreutz vor ihm durch die Faule Sau Podolski ersetzt wird (wobei auch Andre Schürrle da in den Länderspielen nicht gut weg kam.). Im zweiten Artikel fragt der Kicker dann direkt, ob Stale Solbakken einen Spieler wie Podolski überhaupt in diesen Zitat Poldi aus dem Jahre 2005 "System-Dreckscheiß" zwingen kann. Uwe Rapolder soll genau daran gescheitert sein. Dass einzige, was in dem Artikel steht und ich bisher nicht gesehen habe, ist die Entwicklung, die Podolski seit dem genommen haben soll. Es wird auf jeden Fall interessant.

Mittwoch, 13. Juli 2011

Das werden wir unseren Kindern erklären müssen: Dietmar Hamann

Nummer 2: Didi Hamann: Länderspiele 59
Debüt15.11,1997 gegen Südafrika

Didi Hamann ist bestimmt kein schlechter Fuballer. Ok, es ist relativ schwierig aus ihm einen schlechten Fußballer zu machen. Schließlich hat er 11 Jahre in der besten Liga der Welt, also der Englischen Premiere League gespielt. Und einen großteil davon sogar für den Englischen Ex-Rekordmeister FC Liverpool (auch wenn der seinen letzten Titel vor Hamanns Zeit geholt hat.) Und ja, in Liverpool schulden sie ihn sogar ein Denkmal. Schließlich wurde das legendärste aller 6 Minuten Comebacks in einem Champions League Finale durch die Einwechslung von Didi Hamann eingeleitet.
Dennoch wird eine Generation, die mit einem Bender, Schweinsteiger - Götze, Özil, Müller - Mittelfeld  aufwächst nie die Leiden erfassen können, die uns das Ramelow, Hamann, Ballack - Mittelfeld gebracht haben. Gerade weil Didi Hamann Stammspieler in der Schnellsten Liga der Welt war... Theoretisch stand er in seiner Club-Karriere für alles, was dem Deutschen Fußball um die Jahrtausendwende fehlte...
In der Nationalmannschaft trat er immer und konsequent erstmal auf den Ball, drehte sich gefühlt 3 Mal um die eigene Achse und guckte dann, wo er den Ball vielleicht hinspielen kann. Und das Ziel war dann meistens Michael Ballack mit einem hohen Ball. Da Didi Hamann viel zu oft im Spielaufbau gesucht wurde, war schnelles umschalten quasi unmöglich.
Didi Hamann war so was die wie Ultimative Spaßbremse. Der integrierte Zeitraffer im Deutschen Spiel. Und die spielerisch prägende Gestalt im deutschen Mittelfeld zwischen 1998 und 2004. Und all die Leute, die nicht verstehen können, was für qualen wir durchlitten haben, während deutsche Kommentatoren uns das deutsche Spiel schön reden wollten: Schaut euch die Länderspiele von Didi Hamann an.

Dienstag, 12. Juli 2011

Das werden wir unseren Kindern erklären müssen: Christian Wörns

Platz 3: Christian Wörns Länderspiele: 66
Debüt22.4.1992 gegen die Tschechoslowakei 

Wenn es einen Spieler gibt, der beweist, dass die Deutsche Nationalmannschaft im neuen Jahrtausend noch viel zu alten Trends hinterher lief... ist es Christian Wörns. Allein schon, dass er seine Debüt 1992 gegen die Tschechoslowakei gab, sollte alles sagen. Gerüchteweis hat sich dieses Land sofort aufgelöst, nachdem sie mitbekommen haben, wie sehr sie durch das Länderspieldebüt von Wörns gedemütigt wurden.
Christian Wörns Nationalmannschaftskarriere war gefühlt öfters vorbei als sie richtig am Laufen war. Nachdem er bei der 92er Europameisterschaft im Kader stand, wurde er hinterher 3 Jahrelang komplett ignoriert. Danach wurde er 1996 NICHT Europameister. Erst als es danach dann mit der mit der Nationalmannschaft bergab ging, wurde Christian Wörns wieder gebraucht. Christian Wörns hartes und mit Rot bestraftes Einsteigen im WM-Viertelfinale, gefolgt von Jürgen Kohlers "Warum werden eigentlich immer wir Deutschen bestraft?" Zitat, war eine der ersten Fußball-Erinnerungen, die sich in mein Gehirn brannten. Auch wenn das Foul in der ersten Einstellung nicht so böse aussah, nachdem die Wiederholung eingespielt wird, gibt selbst der DEUTSCHE Kommentator zu, dass es ein berechtigter Platzverweis war.
Christian Wörns durfte sich danach beim Confed Cup in Mexiko blamieren dafür kämpfen, dass Deutschland 2006 eine WM (ohne ihn) austragen darf und wurde vor der Europameisterschaft 2000 aussortiert. Was für seine Bewertung eher ein Vor- als ein Nachteil ist. Dass er sich danach wieder rankämpfte, nur um beim ,ja, ich verlinke es immer wieder gerne, legendärem 5:1 Sieg der Engländer  seine Chance auf die WM zu verspielen. Wobei das auch nicht ganz korrekt ist. Wenn wir über die gesamte WM Quali so gepunktet hätten, wie mit Christian Wörns (1 Punkt in 2 Spielen und das 2. Spiel war gegen Finnland...), hätten wir es nie bis nach Asien geschafft.
Das eine brauchbare Turnier hat er also nicht gespielt. Erst zur WM 2004 wurde er dann wieder Stammspieler. Nur um zu beweisen, dass es für die deutsche Nationalmannschaft, eigentlich unvorstellbar, aber trotzdem möglich, weiter bergab ging.
Vor der WM 2006 zeigten Jürgen Klinsmann und Jogi Löw dann am Beispiel Christian Wörns zum ersten Mal, wie lange sie Spieler hinhalten und wie gut sie die am Ende rausekeln können. Und der größte Schock an der Geschichte: Schon damals beschwehrte sich Michael Ballack über diese nicht-Nominierung. Das mag im Falle eines Christian Wörns unlogisch erscheinen, aber wenigstens war er in seiner Haltung konsequent. Dass das 2006er Turnier ohne Wörns dann zur großen Party (die dann noch eine Handball-Party und den Versuch einer Frauen-Fußball-Party nach sich zog) wurde, muss ich euch wahrscheinlich nicht erklären.

Christian Wörns war ein Verteidiger der ganz alten Schule. Ein Verteidiger, der Jens Nowotny und Jürgen Kohler brilliant aussehen ließ. Und er war eigentlich schon oft genug raus aus der Nationalmannschaft. Da aber oft genug festgestellt werden musste, dass es keine besseren Deutschen Verteidiger gibt... musste er immer wieder ausgegraben werden...
Und jetzt, als Bawful Bonus Feature des Tages, hier der Link zu einem Scheiss-Fussball-Comic, der die Karriere von Christian Wörns ganz gut zusammenfässt.

Montag, 11. Juli 2011

Das werden wir unseren Kindern erklären müssen: Arne Friedrich

nur um mal festzuhalten, wie furchtbar dieser Fußball-Sommer ist: zunächst mal haben wir versucht, eine Frauenfußball-WM zu hypen... aber das ist jetzt wohl vorbei.
Dann schaffte es das fachkundige Dresdener Publikum, den einzig brauchbaren Akteur, den es in diesem Sommer zu sehen gibt, 60 Minuten lang bei jeder Ballberührung auszupfeifen... vielleicht hätte ihnen vorher jemand erklären sollen, dass sie nie wieder etwas wie Marta in ihrem Stadion sehen werden...
aber als würden die Herren sich bessere anstellen. Lionel Messi im Argentinien-Trikot schießt einen Freistoß aus 17 Metern 15 Meter am Tor vorbei.... ich war so sicher, dass ich mir einen Virus eingefangen habe, ich habe hinterher meinen gesamten Rechner formatiert....
aber folgende Schlagzeile belegte dann, dass dies der Most-Bawful-Summer seit der Europameisterschaft in Portugal (ich wisst schon, der Sommer wo Griechenland Europameister wurde) ist: Brasilien  jubelt über ein 2:2 gegen Paraguay. Gut, dass die Südamerikaner nicht die Griechen eingeladen haben...
Also zurück zu den Unterhaltsamen Serien dieses Sommers: Das werden wir unseren Kindern erklären müssen. Ab sofort werden (damit aus der Top 3 auch was wirklich besonderes wird) die Spieler nicht mehr einfach nur nach der Anzahl ihrer Länderspiele nominiert. Deswegen kommen wir heute zu

Arne Friedrich: Länderspiele 82 (stand 11.Juli 2011, bei Jogi Löws Nominierungspraktiken wird Arne bestimmt noch die eine oder andere Chance bekommen...)
Debüt: 21.8.2002 gegen Bulgarien

Ja, Arne Friedrich kommt auf mehr als 80 Länderspiele. Die anderen deutschen Nationalspieler mit 80 Einsätzen oder mehr wurden entweder Welt-, oder Europa-, oder wenigstens Deutscher Meister und Pokalsieger (die einzige Ausnahme (und damit der einzige Reine Vize-Kusener, der die 80 Länderspiele knackte: Bernd Schneider.). Oder sie holten gleich all diese Titel. Und eben Arne Friedrich. Der hat die Hertha so lange auf seinem Rücken getragen, bis er einen Bandscheibenvorfall davon getragen hat... und die Hertha abgestiegen ist.
Leider war der einzige Wettbewerb, in dem die Hertha jemals richtig gut war, der Ligapokal. Und das war auch, bevor Arne da hingewechselt ist. Man könnte quasi behaupten, dass Arne Friedrichs Verpflichtung der letzte gescheiterte Versuch war, noch einmal ganz oben anzugreifen. Vorher kratzte man relativ regelmäßig an der Champions League, danach ging es Stück für Stück abwärts.
Natürlich ist das nicht allein Arne Friedrichs Schuld. Aber sein Vertrag hatte die lustige Klausel, dass er beim verpassen der Champions League zu einem Verein, der in der selbigen spielt, wechseln könnte. Das Problem daran ist: so ein Verein hatte am Ende nie ernsthaftes Interesse an Friedrich. Und wenn man bedenkt, dass Mannschaften es versucht haben mit Verteidigern wie Daniel van Buyten die Champions League zu gewinnen... sagt das einiges über Arne Friedrich aus.
Wie kommt er nun auf 82 Länderspiele?  Niemand weiß es so genau. Nur so zum Vergleich: Namensvetter Manuel Friedrich ist genau so alt, kommt ebenfalls auf über 200 Bundesligaspiele (und darf sich dieses Jahr sogar an der Champions League versuchen) und kommt auf angemessen erscheinende 9 Länderspiele. Aber Arne hat es irgendwie geschafft schon 2002 auf den Nationalmanschaftszug aufzuspringen, die EM 2004 als Leischtungschträger zu spielen und hinterher nicht abgesägt zu werden. Und deswegen machte er 80 Länderspiele. Denn wenn man erstmal in Jögi Löws Zirkel des Vertrauens ist (und auch immer schön "Ja" und "Amen" sagt), kommt man da auch nicht mehr raus. Selbst wenn man auf Grund eines Bandscheibenvorfalles nur noch 15 Bundesligaspiele bestreiten kann und beinah zum 2. Mal in Folge abgestiegen wäre...

Samstag, 9. Juli 2011

Das werdem wir unseren Kindern erklären müssen: Thomas Hitzlsperger

Nummer 5: Thomas Hitzlsperger, Länderspiele: 52
Debüt: 9.10.2004 gegen den Iran 

Thomas Hitzlsperger ist der lebende Beweis, wie relativ Jogi Löws Leischtungschprizschip doch ist. Oder halt das beste Beispiel, wie weit man derzeit als Nationalspieler kommen kann, wenn man in Stuttgart spielt. Auch wenn der schon in Jugendjahren nach England gewechselte Hitzlsperger sein Debüt noch als Spieler von Aston Villa gab, aber sein wir ehrlich: wenn er in England geblieben wäre und bei Durchschnittlichen Englischen Vereinen einen Führungsspieler abgegeben hätte... die Antwort auf diese Frage ist eine weitere Frage: Wieviele Länderspiele hat eigentlich Robert Huth?
Wenn Hitzlsperger auf genau so wenig Länderspiele kommen würde... Aber er war ja ein Durchschnittlicher Bundesligaspieler beim Rückrunden-Meister Stuttgart. Deswegen kommt er auf 52 Länderspiele. Und selbst, als er im Schwabenland auf die Tribüne verbannt und nach Italien vertrieben wurde, machte Löw ihn immernoch Hoffnung auf eine Nominierung zur WM 2010. Er hat quasi die Bahandlung bekommen, die ein Michael Ballack verdient gehabt hätte.
Die Liste von guten Spielern, die weniger Länderspiele als Hitzlsperger gemacht haben ist lang. Sehr lang. Aber da hört die Schande ja noch nicht mal auf. Thomas Hitzlsperger durfte die Deutsche Mannschaft in einem dieser ominösen Freundschaftsspielen als Kapitän auf das Feld führen! Damit steht er theoretisch in einer Reihe mit den richtig großen Fußballern, die Deutschland hervorgebracht hat. Und spätestens da hätte doch jemand eingreifen müssen und dem Löw darauf hinweisen, dass das so nicht geht...
Der Fakt, dass Thomas Hitzlsperger abseits vom VfB und in Italien zunächst gar nicht zum Zug kam und dann letzte Saison für einen Absteiger der Englischen Premiere League spielte (wobei man ihm zugute halten muss, dass er lange verletzt war... aber eine ganz ehrliche Frage an all die Stuttgart Fans, die jede Hinrunde erleben durften, wie Hitzlsperger diese Elf in die Krise führt: Glaubt ihr wirklich, dass er in der Hinrunde einen Unterschied gemacht hätte?), dürften sein wirkliches Leistungsvermögen zeigen. Und wie jemand aus diesen Regionen 52 Länderspiele macht, bleibt ein Rätsel...

Freitag, 8. Juli 2011

Das werden wir unseren Kindern erklären müssen: Jens Nowotny

Nummer 6: Jens Nowotny: Länderspiele 48
Debüt: 30.04.1997 gegen die Ukraine

Es ist doch erstaunlich, wie viele von den Top Leuten dieser Liste das Spiel von Bayer Leverkusen geprägt haben. Diese Spieler belegen quasi, dass es nicht nur an der Auswahl haperte, sondern auch an der Philosophie, dass dem Deutschen Fußball fehlte.
Jens Nowotny war sowohl in Leverkusen, als auch bei den beiden finsteren EM Turnieren, der Abwehrchef. In Leverkusen bedeutete das Vize-Meisterschaften en masse, in der Nationalmannschaft nur das 2 Fache Vorrundenaus. Und bei der WM 2002, also dem Highlight der finsteren Jahre, fehlte er verletzt.
Erst bei der WM 2006 schien Jürgen Klinsmann dann endlich die richtige Rolle für Nowotny gefunden zu haben: Als Bank- und Daumendrücker durfte er zum ersten mal richtige Erfolge in der Nationalmannschaft feiern.
Die Karriere in Leverkusen endete überraschend hässlich. Nach einigen heftigen Verletzungen verklagte Nowotny den Verein, für den er 10 Jahre gespielt hat, um die Lohnfortzahlung. Oder Bayer Leverkusen verweigerte einem Spieler, der 10 Jahre lang die Knochen hingehalten hat, genau dieses Geld. Wer da am Ende die gierige Partei war, wird wohl nie rauszukriegen sein.
Jens Nowotny ist an sich kein schlechter Fußballer. Die Rechnung ist an sich sogar ganz einfach: wenn man einen Weltklasse Mann wie Lucio neben ihn aufstellt, kann man durchaus Erfolge mit ihm feiern. Aber wenn man ihn neben all den anderen Helden auf dieser Liste aufstellt, gibt es eher schmerzhafte Erfahrungen und Erinnerungen.

Sonntag, 3. Juli 2011

Das werden wir unseren Kindern erklären müssen: Christoph Metzelder

Die Nummer 8 wird unauffällig übergangen... warum? hmm... ganz einfach. Es ist schwer jemanden vorzuwerfen, dass er Deutscher Nationalspieler war, wenn er sich zeitgleich Champions League Sieger nennen darf. Es sei denn es handelt sich um Carsten Jancker, da ist es einfach nur seine Spielweise.
also: Top 7:
Christoph Metzelder: Länderspiele 47
Debüt: 18.8.2001 gegen Ungarn

Christoph Metzelder ist bestimmt ein ganz toller Verteidiger. Verteidiger bei den Königlicken wird ja nicht jeder beliebige Verteidiger. Schließlich verpflichtet Real Madrid nicht jeden x-beliebigen Verteidiger, weil sie ja irgendwie doch welche aufstellen müssen und all die "Aufmerksamkeit" (sprich Euros) der Offensive zuwenden. Ok, vielleicht ist der Ablösefreie Wechsel zu Real nicht das beste Argument, um Maetzelders Karriere zu beurteilen. Vor allem, weil er in den 3 Jahren bei Real Madrid insgesamt 23 Ligaspiele gemacht hat. Dennoch wird Metzelder behaupten, dass er bei den wichtigen Spielen immer dabei gewesen ist. Das Problem daran: Die wichtigen Spiele waren gegen den FC Barcelona und endeten meistens mit deftigen NiederlagenWillkommen im Club. Und am Ende führte der Wechsel zu Real Madrid zum vorzeitigen Ende der Nationalmannschaftskarrie. Und der Wechsel zu Schalke 04 wird kaum der entscheidende Fortschritt gewesen sein.

Aber Metzelders Nationalmannschaftskarriere hat eigentlich ein ganz anderes Problem: Eigentlich war er nur zu Weltmeisterschaften fit. Davor und danach war er eigentlich nie in der Lage konstant die Leistungen abzurufen, die einem für die Nationalmannschaft qualifizieren. 25 Ligaeinsätze im WM Jahr 2002 waren das höchste der Gefühle (lustiger Weise bis zur letzten Saison, als er das erste Mal in seinem Leben auf mehr als 30 Ligaeinsätze kam, aber trotzdem kein Thema mehr für die Nationalmannschaft war.)
 In guten Jahren hätte man einem Metzelder gesagt: werde erstmal richtig fit, komme wieder auf die Beine und  dann wirst du wieder für die Nationalmannschaft interessant. Aber in den letzten 10 Jahren war es mehr so: da ist ein brauchbarer Fußballer!!! Rette uns!!!
Andererseits kann Metzelder natürlich von sich behaupten: Schaut euch die beiden Europameisterschaften, die ich verpasst habe, an! Die Gelten als Tiefpunkte der Deutschen Nationalmannschaftsgeschichte... und mit mir wären wir bestimmt Europameister geworden... oder hätten zumindest die Vorrunde überstanden.
In den Hochzeiten der Deutschen Nationalmannschaft wäre Metzelder so was wie das ewige Talent, dass endlich mal fit bleiben müsste um den Durchbruch zu schaffen, gewesen. Um die Jahrtausendwende wurde man unter dieser Vorraussetzung Abwehrchef der Nationalelf.

Samstag, 2. Juli 2011

Das werden wir unseren Kindern erklären müssen: Carsten Ramelow

wir sind dann nebenbei innerhalb der Top10 dieser Liste angekommen. Dies werden die großen Namen sein, die das Spiel unseren Nationalmannschaft über Jahre geprägt haben.
Platz 9.: Carsten Ramelow: Länderspiele 46
Debüt1010.1998 gegen die Türkei 

Sein wir ehrlich: Carsten Ramelow hätte zu allen Zeiten eine Hand voll Länderspiele gemacht. Er war so etwas wie der ehrliche Arbeiter der Werkself aus Leverkusen. Und damit ist er auch ein essentieller Bestandteil von Vize-Kusen. Im positiven wie im negativen Sinne. Und Ramelow war ein 6er der ganz alten Schule. Moderner Spielaufbau? Schnelles Umschalten? Das sammeln von Gelben Karten lag ihm eher. Und er prägte das Fußball-Spiel der Deutschen Nationalmannschaft um die WM 2002. Dabei wären wir ohne ihne wahrscheinlich sogar Weltmeister geworden. Oder wenn er vor Michael Ballacks legendären Gelben Karte einfach selber zugepackt hätte...  Carsten Ramelow sammelte in  5 Jahren um die WM im Durchschnitt 10 Gelbe Karten pro Saison, aber im entscheidenden Moment verpasste er es, zuzupacken. Andererseits, sein wir ehrlich... Ballack ist am Ende doch nicht der Spieler, der im Finale groß auftrumpfen wird... aber das wussten wir damals ja noch nicht...

Das überraschenste an Ramelows Nationalmannschaftskarriere: Er beendete sie selber. Er gab 5 Tage vor der EM Aufgrund von zu vielen Verletzungen selber den Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt. Obwohl er in den 2 Jahren zuvor zusammen 60 Bundesligaspiele (und im Jahr danach nochmal 31) gemacht hat. Das macht ihn quasi zum Anti-Ballack.
Man kann Ramelow an und für sich nicht mal einen Vorwurf machen. In einer guten Nationalmannschaft wäre er vielleicht nicht mal negativ aufgefallen. Aber dass er gemeinsam mit Didi Hamann (zu dem wir natürlich auch noch kommen werden) 4 Jahrelang das Herz des Deutschen Mittelfeldes bildeten...  nüchtern war das nicht zu ertragen

Mittwoch, 29. Juni 2011

Das werden wir unseren Kindern erklären müssen: Marcell Jansen

Marcell Jansen: Länderspiele 36
Debüt: 3.9.2005 gegen die Slowakai 

Ja, auch Marcell Jansen ist einer dieser Spieler, der beweist, dass es sie auch heute noch gibt: Die Nationalspieler, bei denen man sich fragt: Warum? Wobei Jansens Debüt 2005 war und er sich damit de facto noch qualifiziert. Aber schon allein, dass bei seinem Debüt Deutschland von Miroslav Karhan abgeschossen wurde... hätte einem zu denken geben können.
Dabei lässt sich das Warum bei Marcell Jansen doch so einfach erklären: Weil Phillip Lahm nach der 2006er WM von der Linken auf die Rechte Verteidiger Seite gewechselt ist. Wir haben halt nur einen brauchbaren Außenverteidiger und irgendjemand muss ja die andere Seite beackern. Und Jansen war selbst genau genommen nur der Ersatzmann für denjenigen, der die andere Seite beackern durfte... Aber dennoch kommt er auf 36 Länderspiele und 3 große Turniere.
Jansens Bundesligakarriere gibt es in der Form auch gefühlt 1000 Mal. Als Junger Deutscher Spieler fiel er bei Borussia Mönchengladbach den großen Bayern auf. Uli Hoeneß hat nunmal eine Schwäche für junge Spieler, deren Abgang hauptsächlich erstmal die Konkurenz schwächt. Jansen wurde jedenfalls für 14 Millionen gekauft und nach einem Jahr für 8 an den Hamburger SV weitergegeben. Rein wirtschaftlich also ein schlechtes Geschäft. Aber irgendwie schaffte Hoeneß es, selbst beim Verkauf des Spielers die Konkurenz zu schwächen.
Seit dem befindet Marcell Jansen irgendwo zwischen er ist verletzt, gescheitert und der Hoffnungsträger. Also quasi ein ganz normaler Hamburg-Profi. Den ersten Umbruch bei den Hamburgern hat er jedenfalls bis jetzt überlebt. Jetzt soll es wieder mal endlich aufwärts gehen mit ihm und dem Verein, so dass er vielleicht doch endlich noch eine Karriere hinlegt, in der 30 Länderspiele angemessen erscheinen.

Montag, 27. Juni 2011

Das werden wir unseren Kindern erkläern müssen: Marko Rehmer

Marko Rehmer: Länderspiele 35
Debüt2.9.1998 gegen Malta 

Marko Rehmer steht symbolisch für die Vereinspolitik von Hansa Rostock in den 90er Jahren. Es wurden junge Spieler (meistens mit Berliner Wurzeln) in Rostock zu Bundesligaspielern ausgebildet und dann für einige Millionen weiterverkauft. Olivier Neuville und Stefan Beinlich sind die Highlights dieser Politik. Rene Schneider (Mitglied meiner All-Time "schlechteste Transfers von Michael Meier" Liste) und Viktor Agali sind die Negativbeispiele, die in anderen Vereinen nie wirklich einen Fuß auf die Erde brachten.
Marko Rehmer ist irgendwo in der Gesunden Mitte. Nach seinen immerhin 3 Jahren in Rostock wechselte er zurück nach Berlin zu Hertha BSC. Nationalspieler war er da schon. Jetzt sollte er Teil des Großen Angriffes des Hauptstadtklubs sein. Ja, genau, dieser große Angriff, der um Klanghafte Namen wie Alex Alves aufgebaut wurde und an dessen Ende Hertha komplett Pleite in die 2. Liga abgestiegen ist. Der große Angriff, an den sich der VfL Wolfsburg hätte erinnern können, als sie Dieter Hoeneß zum Manager des Neuaufbaus gemacht haben. Aber zurück zu Marko Rehmer:
Für den Abstiegskampf mit Hansa Rostock war er gut genug. Wahrscheinlich hätte er auch bei einem Mittelklasseklub wie Eintracht Frankfurt mitspielen können. Aber um einen großen Angriff zu starten... die Champions League wurde jedenfalls jedes Jahr verpasst. In den 4 Champions League Spielen, die er in seiner ersten Saison bestreiten durfte, holte Hertha einen Punkt. Marko Rehmer machte nie mehr als 25 Spiele pro Saison. In seinem besten Jahr sammelte er 4 Scorerpunkte. Vorne weg marschieren sieht irgendwie anders aus.
Die Nationalmannschaftskarriere sieht irgendwie ähnlich aus. 6 Jahre lang war Marko Rehmer dabei. 2 Turniere hat er gespielt. Bei der Euro 2000 konnte er in den letzten beiden Gruppenspielen nicht mehr die Wende bringen. Es ist auch irgendwie interessant, dass selbst bei den Erfolgloseren Fußballern der Nationalmannschaft die EM-Teilnahme 2000 nirgends als Erfolg verbucht wird. Bei dem schon oft genug verlinkten 5:1 der Engländer ging er mit unter. In den Playoffs gegen die Ukraine sogar einmal getroffen. Dennoch fanden die wirklich wichtigen Spiele immer ohne ihn statt. Eine Halbzeit im Achtelfinale gegen Paraguay waren der absolute Höhepunkt. Danach war er beim Vize-Titel nur noch Zuschauer.
Marko Rehmer war ein solider Bundesliga Spieler, vom dem leider sowohl bei der Hertha als auch im Nationalteam mehr als das erwartet wurde.

Freitag, 24. Juni 2011

Das werden wir unseren Kindern erklären müssen: Piotr Trochowski

Piotr Trochowski: Länderspiele 35
Debüt: 7.10.2006 gegen Georgien

Ja, ich weiß, theoretisch qualifiziert sich Trochowski nicht. Er gab sein Debüt erst nach dem Sommermärchen 2006 und spielte damit nur in den guten Jahren. Aber es ist Piotr Trochowski. Kein Spieler hat die Mittelmäßigkeit des Hamburger SVs in den letzten Jahren so sehr repräsentiert, wie Trochowski. Wenn man einen Spieler brauchte, der in wichtigen Spielen abtauchte, war er genau der richtige Mann. Und er hat es damit bis in die Nationalmannschaft geschafft.
Wirklich jeder der zahllosen HSV-Trainer hatte dieselbe Idee: wir bauen unser Mittelfeld um den deutschen Nationalspieler auf. Jeder von ihnen musste am Ende feststellen, dass das eine schlechte Idee war und sortierte ihn wieder aus. Ich glaube, kein Bundesligaspieler ist so oft zwischen Hoffnungsträger und Depp hin und her rotiert, wie Trochowski. Und der einzige Trainer, der auf ihn setzen und im Amt bleiben konnte, war Jogi Löw. Vielleicht ist der ja doch ein besserer Trainer, als ich dachte... Dabei sehen die indivduellen Statistiken noch gar nich mal so schlecht aus. 2008/09 brachte er es sogar auf 15 Scorerpunkte. Aber der HSV schaffte es trotzdem jedes Jahr, seine Ziele knapp oder deutlicher zu verfehlen. Und das Piotr Trochwoski da vorne Weg marschieren sollte, könnte einer der Gründe sein.
Er ist sozusagen so was wie der Anti-Ernst. Seine Nationalmannschaftskarriere sieht nämlich gar nicht so schlecht aus. Vize-Europameister und WM-Dritter wird nicht jeder. Offensichtlich waren die Deutschen gut genug, um ihn als Mitläufer zu ertragen. Andererseits: als man im WM Halbfinale gegen Spanien dank der Sperre von Thomas Müller einen Trochowski brauchte, der den Unterschied ausmacht... Stattdessen hat Toni Kroos laut Fussballdaten.de Spielbericht 7 Minuten nachdem er für Piots eingewechselt wurde, die erste klare Chance und das 1:0 auf dem Fuß...
Trochowski: Ein Spieler, der in entscheidenden Moment immer abtaucht. Und trotzdem deutscher Nationalspieler. Jetzt wechselt er nach Spanien zum FC Sevilla. Ich werde ihn vermissen.

Donnerstag, 23. Juni 2011

Das werden wir unsern Kindern erklären müssen: Carsten Jancker

Carsten Jancker: Länderspiele 33
Debüt: 14.10.1998 gegen Modawien 

Carsten Jancker war ein besonderer Spieler. 193 cm pure Muskelmasse, die umfallen sobald man sich ihnen entgegenstellt. Während andere sich in die Nationalmannschaft odonkorn, janckerte er sich halt zu einer großen Fussballkarriere. Die Taktik war dabei immer die gleiche: Körper reinstellen, Gegnerkontakt suchen und dann theatralisch umfallen. Was alles kein Problem gewesen wäre, wenn er 1,66 klein und schmächtig gewesen wäre, aber bei seinen Maßen... war es eigentlich lächerlich.
Dennoch funktionierte es in der Bundesliga und er holte genügen Freistöße für die Bayern raus, um Nationalspieler  zu werden.
2 große Turniere spielte Jancker. Bei der 2000er EM ging er mit unter. Vor seinem 2. Turnier hatte er seinen Stammplatz bei den Bayern verloren und wechselte nach der WM nach Italien. Sein einziges Tor bei einem großen Turnier erzielte er gegen Saudi Arabien. Ja, das war dieses 8:0 Schützenfest, dass die Grundlage für die Torjägerkanone (und das beinah Einstellen des Ronaldo-Rekordes) für Miroslav Klose war...
Und er erzielte wirklich das 1:0 gegen England im EM Qualifikationsspiel in München. Danach sagten die Engländer aber: Alter, so nicht. Wir ertragen ja einiges, weil wir ja irgendwie auch wissen, dass '66 nicht so ganz zu klären ist und so. Und wir lassen uns auch von Didier Hamann beim Wembley Abschied abschießen... aber ein Jancker Tor? Seriously? That goes too far...

Interessanter Weise funktionierte diese Spielweise aber auch nur bei den Bayern und in der Nationalmannschaft. Selbst in Italien, wo ja die größten Schauspieler der Rasenbühne zu Hause sind, brachte Janckers Spielweise zu wenig für Udinese Calcio um sich dort wirklich durchzusetzen. In England hätte diese Taktik wahrscheinlich doch erfolgreich sein können, wenn auch auf Umwegen... die Englischen Verteidiger hätten wahrscheinlich einen Lachanfall bekommen, wenn sie Jancker umfallen sehen...
2 Jahre in Kaiserslautern zeigten ihm dann, wie es ist, wenn es nicht heißt: Im Zweifel für den (Bayern-)Stürmer und wie es ist, wenn man nicht von den besten Spielern der Liga umgeben ist. Das Projekt, drücken wir es freundlich aus, scheiterte. Im zweiten Jahr brachte er es auf überragende 5 Einsätze an den ersten 8 Spieltagen. Und dabei bekam er 3 Mal die Note 5.
Das halbe Jahr in China wurde wahrscheinlich von der Wettmafia organisiert, damit Shanghai Shenhua einen Spieler hat, der im Zweifelsfall fragwürdige Elfmeter oder Freistöße rausholen kann. Und danach ging es auch schon wieder zurück zu den Wurzeln: Österreich.
Damit kam Jancker nach seiner Reise um die Halbe Welt mit einer einzigen Fähigkeit wieder dort an, wo seine Reise begann.

Mittwoch, 22. Juni 2011

Das werden wir unseren Kindern erklären müssen: Fabian Ernst

Fabian Ernst, Länderspiele: 24
Debüt: 9.5.2002 gegen Kuwait

Fabian Ernst ist der lebende Beweis für die Stärke des Mittelfelds von Werder Bremen unter Thomas Schaaf. Man musste offensichtlich kein wirklich guter Fußballer sein, um in diesem Offensivsystem als Mittelfeldspieler zu glänzen. Anders ist die Karriere eines Ernsts nicht zu erklären. Schließlich legte Ernst in einer einzigen Saison 10 Tore auf. Dafür brauchten andere Nationalspieler ihre gesamte Karriere... Und das Bremer Mittelfeld war in diesen Jahren das spielstärkste der Bundesliga... wenn ein Fabian Ernst dann allerdings in der Nationalmannschaft versuchte, Dinge spielerisch zu lösen... kam das bei raus: Ernst leitet das Ausgleichstor der Niederländer im Gruppenspiel bei der Euro 2004 quasi direkt ein.
Überraschender Weise ging es mit Ernsts Nationalmannschaftskarriere genauso schnell bergab, wie es mit der Nationalmannschaft im Allgemeinen bergauf ging. Den Confed Cup 2005 durfte er noch mitmachen. Danach erlag er allerdings wie so viele Bremer der großen Versuchung Schalke 04. Ernsthaft, Schalke 04 war so etwas wie der Baum der Erkenntnis für die Bremer im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends und Rudi Assauer war die Schlange, die sagte: Beiß zu... Leider war die Allgemeine Erkenntnis dieser Spieler: Eigentlich sind wir nicht so gut. Alle wussten, dass die Vetreibung aus dem Bremer Paradis folgen würde. Und das Schalke am Ende zur Sackgasse werden würde. Dennoch wechselten Oliver Reck, Frank Rost, Fabian Ernst und Aliton allesamt zu den Schalkern.
Ernst kam ohne seine Bremer Komparsen jedenfalls in 3 1/2 Jahren Schalke nicht auf die 10 Torvorlagen, die er in der Bremer Meistersaison auflegte... Und für die Nationalmannschaft durfte er nur noch einmal spielen. Der Wechsel zu Besiktas Istanbul ließ ihn dann endgültig von der allgemeinen Bildfläche verschwinden.
Und so lässt sich Ernsts Nationalmannschaftskarriere in einem Konjunktiv zusammenfassen: Hätte er damals gegen die Niederlande doch nur, wie sich das für einen Deutschen Nationalspieler gehört, den Ball unters Tribünendach gedroschen... Aber er wollte die Situation spielerisch lösen...

Montag, 20. Juni 2011

Das werden wir unseren Kindern erklären müssen: Dariusz Wosz

Dariusz Wosz: Länderspiele: 17
Debüt: 26.02.1997 gegen Israel

Was soll man über Dariusz Wosz schreiben? Hmm... eigentlich ist es ganz einfach: er ist eine Bochumer Legende. Ja, das reicht eigentlich... Von seinen 16 Profijahren hat er 13 beim VfL Bochum gespielt. Und als er sich dann bei der großen Hertha versuchen wollte, kam er nicht so wirklich zurecht und wechselte nach einem schwachen dritten Jahr lieber zurück in die 2. Liga. Also ein wenig wie Lukas Podolksi, nur halt mit Bochum und Berlin anstelle von den immerhin halbwegs respektablen Kölnern und dem Rekordmeister Bayern München...
Dennoch wurde Wosz nach der 98er WM zum Nationalspieler. Das einzige "große" Turnier, an dem er wirklich Teilnehmen durfte, war aber der Confed Cup, von dem wirklich keiner mehr spricht. Hey, die starken Leistungen der Deutschen Mannschaft bei diesem Wettbewerb sollen angeblich maßgeblich dazu beigetragen haben, dass die Deutschen die WM 2006 austragen durften. Frei nach dem Motto: Können wir uns wirklich drauf verlassen, dass die sich 2006 selber qualifizieren? Wie können wir das umgehen? Wir machen sie zum Gastgeber.
Dariusz Wosz durfte sich noch weiter als Nationalspieler versuchen. Das EM Desaster 2000 durfte er sich aus der ersten Reihe angucken. Als er danach dann die Hertha in einem Anflug von Panik verließt, weil Stefan Beinlich, für dem im EM Kader kein Platz war, seinen Stammplatz erobert hatte, verschwand er vom Radar der Nationalmannschaft. Genau genommen verschwand er sogar völlig vom Radar, schließlich wechselte er in die 2. Liga (Aber halt zurück zu seiner großen Liebe...)
Eigentlich ist gegen die Karriere von Wosz nichts einzuwenden. Vereinstreue ist doch eigentlich etwas gutes. Er wird später behaupten können "Bochum wird nie wieder so gut werden, wie sie mit mir waren", aber er stand seinem Verein auch in schlechteren Zeiten zur Seite. Zwar versuchte er sich kurzzeitig an größeren Aufgaben, kehrte aber relativ schnell wieder zurück. Das Problem ist: wie wird so jemand Nationalspieler und kommt auf 17 Länderspiele? Das wäre uns in den 70ern (wo man vereinstrue immerhin noch ernst nahm) nicht passiert...

Samstag, 18. Juni 2011

Das werden wir unsern Kindern erklären müssen: David Odonkor

David Odonkor: Länderspiele: 16
Debüt: 30. 05. 2006 gegen Japan

2006 steht im Allgemeinen für den Wendepunkt der deutschen Nationalelf. Aber das die Deutschen bei diesem Turnier schon so gut spielen würden... da hat eigentlich nur Jürgen Klinsmann dran geglaubt. Eigentlich waren die Deutschen 2006 noch nicht so weit. Die jungen Spieler wie Schweinsteiger und Lahm waren eigentlich noch nicht so weit, einzig Lukas Podolski war schon auf dem Höhepunkt seines schaffens. Tim Borowksi war ein Teil dieser Mannschaft. Mike Hanke wurde als 4. Stürmer nominiert... und natürlich David Odonkor.

Keine wusste so genau, warum dieser Spieler überhaupt nominiert wurde. Zwar hatte er in der Saison 2006 so ziemlich die meisten Flanken der Bundesliga geschlagen, nur Gefahr hat er dadurch selten verbreitet. Und ja, er ist verdammt schnell... aber eben nicht effektiv. Auf diesem Blog wird Odonkors Spielweise mit einem einfachen und eigenen Wort umschrieben: Odonkorn. Dennoch steht er halt auch für die Magie des 2006er Turniers. Schließlich brauchte er in der Nationalmannschaft nur diese eine Flanke um Neuville zu finden... wenn man bedenkt, wieviele Flanken er sonst braucht um überhaupt den Strafraum zu finden...
Im Halbfinale gegen sehr viel routiniertere Italiener wurde dann aber deutlich, dass Odonkor eigentlich nur schnell ist und sonst nichts.
Dennoch machte Odonkor wohl das meiste aus seinen 15 Minuten des Ruhms. Er wechselte nach Spanien zu Betis Sevilla, wo er aber auch auf Grund von vielen Verletzungen nie wirklich Fuß fassen konnte. Dennoch gab ihm Jogi Löw, weil er ja eigentlich auf Spieler steht, die viel für die Nationalmannschaft geleistet haben (es sei denn sie haben so was wie einen eigenen Kopf...) für eine Ehrenrunde bei der EM 2008 ein. Dort machte er dann sein wohl letztes Länderspiel gegen Kroatien in der Vorrunde.
Eigentlich kann man über David Odonkor kaum was negatives schreiben. Er war halt nur technisch bei weitem nicht so begabt wie die jetzt nachwachsende junge Generation. Dafür arbeitete er hart und kämpfte um jeden Ball. Attribute, die einen eigentlich immer in die Bundesliga gebracht haben. Und das er genausoviele Länderspiele gemacht hat, wie ein Marko Marin, steht symbolisch für diesen Eifer. Nur führt dieser halt normalerweise nicht in die Nationalmannschaft, die war eigentlich eine Ebene zu hoch für ihn. Dennoch hat er das beste draus gemacht.

Donnerstag, 16. Juni 2011

Das werden wir unsern Kindern erklären müssen: Lars Ricken

Lars Ricken: Länderspiele: 16
Debüt: 10.09.1998

Lars Ricken war so etwas wie der Mario Götze der späten 90er Jahre. Er wurde frühzeitig zum Jahrhunderttalent erklärt. Immerhin auch nicht ganz zu unrecht, schließlich leistete er auch schon in jungen Jahren großes. Leider war dieser eine Wahnsinnsschuß beinah alles, was Lars Ricken jemals geleistet hat... zugegeben: diese eine Aktion hatte mehr Fußballerische Klasse als manche in ihrem gesamten Leben zeigten. Aber Lars Ricken verpasste es irgendwie, dieses Talent auch wirklich auszuschöpfen.
In der Deutschen Nationalmannschaft fasste er dagegen so richtig nie Fuß. Auch bei Dortmund blieb ihm der ganz große Durchbruch am Ende versagt. Nicht, dass sein Bundesligakarriere schlecht gewesen wäre (49 Tore und 32 Vorlagen in 301 Ligaspielen sind schon respektabel), aber wer seine Karriere so beginnt, sollte eigentlich mehr erreichen.
Und es ist nicht so wie bei Sebastian Deisler, der durch eine vielzahl wahnsinniger Verletzungen seine Potentzial nie verwirklichen konnte. Verletzungen kamen bei Ricken erst ins Spiel, als seine Karriere quasi eh schon vorbei war.
So wurde Lars Ricken zum schlechten Vorbild für all die jungen Talente. Borussia Dortmund machte ihn im Herbst seiner Karriere zum Kapitän ihrer 2. Mannschaft. Frei nach dem Motto: Schaut ihn euch genau an, aber werdet nicht so wie er...
Kritiker werden ihm vorwerfen sein Potentzial verschwendet zu haben. Er wird ihnen entgegnen: Fickt euch, ich habe das Borussen Tor des Jahrhunderts geschossen, bin Meister und Champions League Sieger geworden, mehr war, wenn man in dieser Zeit Deutscher ist und der Borussia treu bleibt, nicht drin. Beide Seiten haben irgendwie recht

Mittwoch, 15. Juni 2011

Das werden wir unsern Kindern erklären müssen: Martin Max und Stefan Beinlich

Martin Max und Stefan Beinlich: Länderspiele: Zusammen weniger als Paolo Rink
Debüt: Im Fall von Martin Max erst mit 34.

Heute nimmt diese Serie mal einen etwas anderen Ansatz: Wieso kommen diese beiden zusammen auf 6 Länderspiele? Wie bereits dagelegt haben einige fragwürdige Spieler in dieser Zeit ihre Chance in der Nationalmannschaft bekommen. Stefan Beinlich und Martin Max wurden dagegen konsequent links liegen gelassen.
Im Fall von Martin Max könnte es wirklich eine Frage des Timings gewesen sein. Schließlich war er vor der EM 2000 schon 32. Andererseits setzten die Deutschen bei dieser WM auf Lothar Matthäus und bürgerten Paolo Rink ein. Wieso also nicht auch den Spieler mit den insgesamt 126 Bundesligatoren zumindest mal einladen? Nun könnte man behaupten, dass Martin Max "nur" ein guter Bundesligaprofi gewesen ist... andererseits war er immerhin das...
Bei Stefan Beinlich wird die Sache noch konfuser. Anders als all die andern Bundesligaprofis, die von Hansa Rostock auszogen um die Liga zu "erobern", hatte Beinlich nicht seine besten Jahre in Rostock, sondern Hansa die besten Jahre ihrer Vereinsgeschichte mit Stefan Beinlich.
Und danach ging er nach Leverkusen und wurde in den drei Jahren im Durchschnitt 2,3. der Bundesliga. In der Saison vor der EM sammelte er 19 Scorerpunkte. Dennoch hielt es Erich Ribbeck für cleverer, einenn Dariusz Wosz einzuladen, der bei der Hertha nie wirklich bleibende spuren hinterlassen konnte (und lustiger weise in der Saison nach der EM von Stefan Beinlich verdrängt wurde und zurück nach Bochum floh)...
Sicherlich, die folgenden Wechsel zurück in die Heimat zu Hertha BSC Berlin und weiter zum Hamburger SV waren karrieretechnisch nicht die weisesten Entscheidungen. Allerdings muss man dazu erwähnen, dass die Hertha in diesen Jahren am großen Aufrüsten war um die Champions League zu erreichen und die Bayern herrauszufordern... und wer konnte denn Ahnen, dass der Dieter Hoeneß als Manager so viel schlechter sein würde als sein großer Bruder.
Martin Max und Stefan Beinlich sind auf jeden Fall besser als einige andere Spieler auf dieser Liste und bekamen dennoch nie eine echte Chance. Und das, obwohl wie die Ergebnisse bei den Europameisterschaften zeigten, dass die deutschen es sich eigentlich nicht leisten konnten auf gute Spieler zu verzichten...

Dienstag, 14. Juni 2011

Das werden wird unsern Kindern erklären müssen: Paolo Rink

Paolo Rink: Länderspiele: 12
Debüt: 2.9.1998 gegen Malta

Und ihr dachtet, Cacau als Nationalspieler wäre lächerlich... Cacau hat wenigstens über Jahre hinweg so was wie Leistung in der Bundesliga gebracht... und er ist erst Deutscher geworden und kam dann für die Nationalmansnchaft ins Gespräch... Und er ist quasi Stuttgarter... aber Paolo Rink?

Die Deutschen dachten, sie hätten die WM 1998 in den Sand gesetzt... immerhin so sehr in den Sand gesetzt, dass der ewige Kanzler hinterher abgewählt wurde... Also musste was passieren. Und man brauchte Stürmer... Gut, dass dieser Leverkusener Stürmer mit 9 Bundesligatoren Deutsche Vorfahren hatte... wenn wir das vor der WM gewusst hätten, wären wir garantiert Weltmeister geworden... allerdings lief das wahrscheinlich so:
Das deutsche Auswertige Amt fragte in Brasilien an, ob man da diesen Fußballspieler abwerben könnte... Bei den Brasilianern schrillten sofort alle Alarmglocken. Die Deutschen sind schließlich schon eine Turniermannschaft, da brauchen die nicht auch noch individuelle Klasse, die Brasilianer nun mal haben. Also haben sie Bänder von Paolo Rink gesichtet... und dann zurückgeschrieben: Seid ihr sicher, dass ihr hier richtig seid und der Mann nicht aus Zypern kommt? Ja? Nun gut, könnt ihr haben...
Aber diese Einbürgerung schien schnell ein Akt der Bürokratie zu werden, weil Paolo Rink seinen Stammplatz an Erik Meijer verlor. Der ist zwar Kult, sagt so Sätze wie "Nichts ist scheißer als der 2. Platz!", aber ein Stürmer der nicht mal auf dem Radar der niederländischen Nationalmannschaft erscheint, sollte einen deutschen Nationalspieler keine Konkurenz machen.
Aber ein halbes Jahr in der Heimat in Brasilien schienen Rink wieder fit zu kriegen. Schließlich hilft deutschen Nationalspielern nichts so sehr wie ein halbes Jahr am Strand in Brasilien zu entspannen spielen. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland spielte er zum ersten Mal richtig starken Fußball. Nach 10 Toren in 16 Spielen wurde Leverkusen Unterhachingen sei Dank Zweiter. Mal wieder...
Und so wurde er zur Sturmspitze der deutschen EM Offensive. Einer Offensive, die ein einziges Tor erzielen sollte... Paolo Rink war der einzige Angreifer, der in allen 3 Spielen in der Anfangsformation stand...
Und die Brasilianer drückten die Daumen, dass Paolo Rink sich bis zur nächsten WM im deutschen Kader halten würde... tat er aber nicht. Bayer Leverkusen setzte nur noch eine Saison lang auf Rink. Danach wurde er zunächst an den 1.FC Nürnberg verkauft. Eine Saison später kam es dann zur Weltpremiere: Ein deutscher Nationalspieler wechselt zu Energie Cottbus. Die Welt sagte "Das geht so nicht", Paolo Rink machte 12 Ligaspiele und Cottbus stieg als Tabellenletzter ab.
Wer dann dachte, Paolo Rinks Reisetour wäre auf dem Tiefpunkt angelangt... sie ging gerade erst los. Seine Bundesligakarriere war vorbei, aber seine Karriere ging in Zypern, Holland, Südkorea, wieder Zypern und Brasilien weiter. Insgesamt spielte er für 7 Vereine in 6 Jahren. Einen Einbürgerungsantrag hat in diesen Ländern keiner mehr für ihn gestellt. Auf den Ausbürgerungsantrag warten wir Deutschen bis heute noch...

Montag, 13. Juni 2011

Das werden wir unsern Kindern erklären müssen: Alexander Zickler

Alexander Zickler, 12 Länderspiele
Debüt18.11.1998 gegen die Niederlande

Nachdem die EM 2000 in den Sand gesetzt wurde, brach bei den Deutschen Panik aus. Wie extrem wurde diese Panik? Nun ja, Alexander Zickler wurde über Nacht zum Hoffnungsträger.
Zicklers Karrierebegin ist die Blaupause vieler junger und aufstrebender Deutscher Spieler. Nach seiner Debütsaison bei Dynamo Dresden wurden die großen Bayern auf ihn aufmerksam. Wie das bei 3 Toren passieren konnte, bleibt ein Rätsel, wahrscheinlich wollte Uli Hoeneß die 1,1 Millionen Euro Ablöse als seinen Beitrag zum Aufbau Ost abrechnen lassen...
Danach erging es ihm wie so vielen jungen Deutschen Talenten von Jan Schlaudraff bis Lukas Podolski: er konnte sich bei den Bayern nicht wirklich durchsetzen. Die ersten 4 Jahre durfte er zumindest noch regelmäßig ran, aber mehr als 9 Tore erzielte er in einer Saison nie. Und das als Bayern-Stürmer... wo selbst ein Mario Gomez in seiner schwachen Saison auf 10 Tore kommt.
Aber irgendwie verpasste Zickler dann im gegensatz zu all den andern jungen Talenten den Absprung. Dafür darf er sich 7facher Deutscher Meister und Champions League Sieger nennen. Als Rollenspieler, wenn überhaupt, aber Titel sind Titel.
Bezeichnender Weise wurde Zickler für die Deutsche Nationalmannschaft wichtiger, je kleiner seine Rolle bei den Bayern wurde. 14 Ligaspiele hat er vor der EM 2000 absolviert. Dennoch sollte er zum Held des Neuaufbaus werden. Beim Länderspiel gegen die Spanier gelangen ihm auch gleich 2 Tore. Nun muss man dazu erwähnen, dass diese Spanier erstens nicht mit der Mannschaft von heute zu vergleichen sind und zweitens noch nicht mal ihre Vorbereitung begonnen hatten...
Unglücklicher Weise sollten das seine einzigen Länderspieltore bleiben. So wurde aus dem Messias sehr schnell doch wieder nur ein einfacher Bauer. Ein Tumor am Rechten Schienbein verhinderte seine WM Teilnahme 2202. Weitere Verletzungen verhinderten, dass er wieder der alte werden konnte.
In der Saison 2005/06 fand Alexander Zickler dann endlich einen Verein und eine Liga, in der er glänzen kann. Der Verein war Red Bull Salzburg die Liga die höchstens zweitklassige Österreichische Bundesliga. Aber hey, insgesamt ist er 10 Mal Nationaler Meister geworden... Und als unsere Not am größten zu sein schien, war er unser Hoffnungsträger... zumindest für 90 Minuten...

Sonntag, 12. Juni 2011

Das werden wir unsern Kindern erklären müssen: Mike Hanke

Mike Hanke, Länderspiele: 11
Debüt8.6.2005 gegen Russland

Nur um zu beweisen, wie lange sich diese Phase in der Deutschen Nationalmannschaft hinzog. Mike Hanke gab sein Debüt erst 2005. Das Turnier, an dem er teilnehmen durfte, gilt im Allgemeinen als der Beginn der neuen Zeitrechnung. Dennoch war der erste Name, der fiel als ich mich mit einem Journalisten (lustiger Weise dem Journalisten, der den Spielbericht über das Sachsenpokalfinale geschrieben hat, die Welt (oder zumindest Leipzig) ist ein Dorf) über dieses Thema unterhalten habe: Mike Hanke.
Eigentlich steht es eher zur Debatte, ob Mike Hanke überhaupt Bundesligatauglich ist. Die wesentliche Leistung von Hanke vor seinem Nationalmannschaftsdebüt: Dieses Tor. Damit stand fest: dieses Schlitzohr brauchen wir. Falls es gegen Paraguay mit Jose Chilavert eine Standartsituation gegen uns gibt, haben wir den Konter... wie Chilavert ist schon in Rente? Damn...
Auf stolze 7 Bundesligator kam Hanke, bevor er in die Nationalmannschaft berufen wurde. Und ja, er spielte Stürmer. Und dann gab er sich selbst den Titel "Vollidiot des Jahres". Beim letzten Pflichtspiel der deutschen Nationalmannschaft vor dem Turnier im eigenen Land holte er sich eine Rote Karte ab. Theoretisch sollte er sich damit doch selbst disqualifiziert haben. Schließlich wurde er für die ersten beiden Gruppenspiele gesperrt... Und ein Kevin Kuranyi schoß im 4 Jahr hintereinander mindestens 10 Tore. So sieht die Bilanz eines zumindest brauchbaren Bundesligastürmers aus...
Es folgte die erste nicht nachzuvollziehende Nominierung der Ära Klinsmann/Löw (mittlerweile nimmt man so was ja einfach schulterzuckend zur Kenntnis) Und Mike Hanke durfte am Sommermärchen teilhaben. Als Bankdrücker... mit einer Einwechslung im bedeutungslosen Spiel um Platz 3... Er wurde quasi zur WM nominiert, weil er so schlecht war, dass er auf keinen Fall irgendwelche Ansprüche stellen kann...
Ein Jahr später reihte sich Hanke in der Liste Hannoveranischer Nationalspieler ein. Also in die Liste von Spielern mit um die 10 Länderspiele, für die Hannover so was wie die letzte Sackgasse werden sollte. 4 Millionen Euro Ablöse wurden für ihn bezahlt. Für einen Stürmer, der noch nie 10 Tore in einer Saison erzielt hat... Immerhin gelang ihm das in der ersten Saison zum bisher einzigen Mal... Aber schon nach der ersten Saison wechselte Hanke von der Rolle des jungen und aufstrebenden Stars zum alten und überbezahlten Frührentner. Spielanteile und Tore sanken drastisch. Immerhin kann er von sich behaupten, seine 2 Tore in der 2010er Saison an den letzten 2 Spieltagen einer einfach nur beschissenen Saison zu erzielen und somit dann doch direkt zum Klassenerhalt beizutragen.
Im letzten Winter (und damit ein halbes Jahr vor Vertragsende) schaffte Hannover es wirklich, ihn loszuwerden. Jetzt sollte der Spieler, der in Hannover nur noch für (zugegebener Weise extrem effektive) Kurzeinsätze gut genug war, in Mönchengladbach den Hoffnungsträger geben. Und man muss auch zugeben: Das hat funktioniert, Gladbach hat die Klasse gehalten.
Jetzt sind wir alle gespannt, wie die Karriere von Mike Hanke weitergeht und ob sie ihn noch in die 2. Liga führt... zurück in die Nationalmannschaft wird sie auf keinen Fall führen.