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Donnerstag, 15. August 2024

Weil die Sommerpause noch nicht ganz vorbei ist

 geht es immer noch um die Frage, wer in dieser Hitze wohl den größten Blödsinn erzählt. Um nochmal die bisherigen Kandidaten vorzustellen:

Jupp Heynckes würde gerne das Elfmeterschießen abschaffen und durch ein Wiederholungsspiel am nächsten Tag ersetzen. Dabei ignoriert er komplett, dass das allein schon in der Organisation ein unlösbares Mammutprogramm wäre, denn irgendjemand muss dieses Finale ja auch absichern. Also stellt euch einfach mal kurz vor, was für ein Aufwand das für Polizei, Ordner und Gastropersonal gewesen wäre, wenn Mikel Oyarzabal in der 86. Minute vorbeigeschossen hätte und alle am Tag darauf wieder antanzen müssen. Und bei dem EM Finale hätte es dieses Problem ja in ganz Deutschland gegeben, weil alle Fanmeilen des Landes erneut abgesichert werden müssen. Wenn man bedenkt, dass das die eine oder andere Fanmeile wegen des einen oder anderen Unwetters evakuiert werden musste, fällt einem auf, wie wichtig das Sicherheitspersonal bei solchen Events ist.

Dazu können die Spieler auch nicht einfach 2 Tage infolge ein Spiel auf allerhöchstem Niveau und mit allerhöchster Intensität abliefern. Das haben ja gerade die im Niveau von Spiel zu Spiel schlechter werdenden olympischen Spiele bewiesen. Die 3 Tage zwischen den Spielen, die man mindestens ansetzen müsste, gibt der Rahmenterminkalender einfach nicht her.

Kandidat 2 war Lukas Podolski, der der Gen Z vorgeworfen hat, dass sie nicht hart genug arbeiten will. Ein privilegierter Multimillionär, der all sein Geld mit seinem unfassbaren Talent gemacht und dadurch sein Hobby zum Beruf machen konnte, wirft der Jugend vor, dass sie zu faul ist. Als Bonusfeature ist dieser Schnösel zurück zu "Mutti" gerannt, als es beim FC Bayern nicht so lief, wie er sich das erträumt hätte... auch weil er für diesen Traum, Plottwist incoming, nicht hart genug gearbeitet hat.

Jetzt meldet sich eine ganze Gruppe an: die Ultras von Bayer Leverkusen. Ich wusste gar nicht, dass es die gibt. Aber ja, ein Verein, der selbst in seiner Meistersaison sein Stadion "nur" 11-mal ausverkauft hat, hat eine eigene Ultra-Gruppierung. Ein Stadion, das mit einer Kapazität von nur 30.210 Plätzen, zu den kleineren gehört... Was kommt als Nächstes? Hoffenheim-Ultras? Oh, warte, die haben sich mit einem "125 Jahre TSG - Aufgebaut und zerstört - danke für Nichts!" Plakat gegen Dietmar Hopp gestellt. 

Anyhow, die Leverkusen Ultras, von denen wir nicht mal wussten, dass es sie gibt, boykottieren jetzt den Supercup. Was ich nebenbei supergut finde. Dass der Supercup aufs 1. Pokalwochenende gelegt worden ist, ist einer dieser viel zu wenig beachteten Kommerzialisierungsskandale. Das ist nebenbei auch eine neuere Erfindung, denn während der Pandemie wurde der Supercup, aufgrund des supervollen Terminkalenders abgesagt (ha, als ob...) auf einen Mittwoch verlegt. Vorher war es quasi das letzte Testspiel (oder zwischenzeitlich sogar ein Test-Turnier) vor dem Saisonauftakt. Genau so sollte es sein. Und das ist eine dieser Ansetzungen, bei denen ich voll für einen Spielabbruch bin. 

Aber andererseits sollten die Bayer Ultras ja eigentlich gegen die Aufstockung der Champions League protestieren. Das sind die Spiele, die wirklich weh tun und die man boykottieren müsste, wenn man wirklich was verändern will. Aber da werden die Bayer-Ultras jubelnd im Block stehen. Genauso wie die Borussia Dortmund Ultras. Denn am Ende sind sie doch das "Tennispublikum", welches sie so gerne verhöhnen. Sobald sie selbst von den Erneuerungen profitieren, sind sie voll dabei.

Mein größtes Problem ist ja, dass der Supercup den Fokus von den Amateuren nimmt. Das sollte eigentlich das eine Wochenende sein, in dem es David gegen Goliath in der Dauerschleife gibt. An dem wir alle gespannt darauf warten, welcher Bundesligist sich dieses Jahr blamiert. Während alle inständig hoffen, dass es nicht sie trifft, weil sie dann ja zu der Lachnummer der gesamten Nation werden. Und einen Verein erwischt es ja immer. Stattdessen rede ich jetzt schon mehr über den Supercup, als über den Pokal...

Kandidat Nummer 4 ist dann der Bayern CEO Jan Dreesen. Der stellt eindeutig klar: "wir können und werden solche unsachlichen Angriffe auf den FC Bayern niemals dulden, geschweige denn akzeptieren." Ist auch wirklich Zeit, dass endlich mal jemand Juan Bernat zur Seite springt. Oder Lothar Matthäus. Oder all den anderen Menschen, die von Uli Hoeneß und seiner Abteilung Attacke unsachlich angegriffen wurden. Oh warte... es geht um Fernando Carro, dem CEO von Bayer Leverkusen... natürlich. 

Die Bayern haben die allergrößten Experten in Sachen "unsachliche Angriffe" in ihren Reihen. Uli Hoeneß hat das quasi erfunden und als Ablenkungsstrategie perfektioniert. Auch wenn er seiner AG damit mittlerweile eher schadet als hilft. Aber wenn die Bayern in irgendeiner Form gegen unsachliche Angriffe vorgehen, sollen sie bitte in ihren eigenen Reihen damit anfangen. Denn wenn ihr eigener Pate das immer wieder darf, muss man es auch mal ertragen, wenn anderen so eine Attacke rausrutscht.

Aber hey, das Sommerloch ist ja fast vorbei, ab morgen gibt es wieder relevante Spiele...

Dienstag, 27. Juni 2017

Wort des Tages: Podolskien

Aller höchste Zeit mal den Fußball-Duden zu erweitern:
Podolskien, Verb: Ein Fußballer "podolskiet", in dem er in zumeist bedeutungslosen Spielen gegen höchstens durchschnittliche Torhüter ein Traumtor erzielt. Durch regelmäßiges podolskien kann man in Deutschland den Status eines Nationalhelden erhalten, ohne jemals wirklich was zu leisten.

Herkunft: Benannt wurde dieser Vorgang natürlich nach dem Großmeister dieser Kategorie: Lukas Podolski. Der wurde ursprünglich bekannt dafür, dass er in einem Jahr 2005 5 Mal Torschütze des Monats wurde... als Zweitliga Spieler beim 1.FC Köln.

Nur um mal zu erwähnen, wie weit Podolski diese Disziplin perfektioniert hat: Er wurde insgesamt 12 mal Torschütze des Monats, weil er halt verdammt gut darin war, wunderschöne Tore gegen mittelmäßige Torhüter zu erzielen... auch wenn er in seiner Hochphase beim FC Bayern genau genommen 3 Jahre brauchte um überhaupt auf 12 Bundesligatore (also wenn er gegen halbwegs ordentliche Torhüter antreten musste) zu erzielen.

Podolski war so verdammt gut im podolskien, dass bis zum Ende seiner Karriere alle glaubten, er hätte ja "immer seine Leistung" gebracht, auch wenn er sie genau genommen nur gegen Schweden und San Marino gebracht hat. Wenn er seine Leistung gebracht hat, sah das halt wunderschön aus und blieb deswegen in Erinnerung... Im Gegensatz zum über Jahre hinweg unbrauchbaren Defensivverhalten... Aber wenn man über eine hervorragende Schusstechnik verfügt, ist dies eine Wunderbare Alternative eine erfolgreiche Karriere zu planen...

Aber jetzt, wo Podolski seine Talente nach Asien transferiert hat, nutzt Jogi Löw den Confed Cup um würdige Nachfolger für den wichtigsten Spieler im Konzept der Franzosen und Spanier zu finden... zumindest hoffen dies die Franzosen und Spanier.

An die Spitze des Castings setzte sich hierbei nach 48 äußerst unauffälligen Minuten Karem Demirbay, der derzeit für sein Traumtor gegen Kamerun (mit Ondoa von Sevilla Atletico im Tor... ich erwähne es ja nur...) gefeiert wird.

Die gesamte Fußballwelt hofft jetzt darauf, dass sich Jogi Löw in diesen Spieler verliebt hat und ihn auf 140 Länderspiele kommen lässt... und ihn vor allen immer wieder in den wichtigen Halbfinalspielen bringt... Da dies die einzige seriöse Taktik sein dürfte, die Deutsche Nationalmannschaft langfristig aufzuhalten...

Gerüchteweise werden in Spanien sogar Torhüter wie Ondoa ausgebildet, die sich aufs podolskien lassen spezialisiert haben... nur um die Titelchancen der anderen zu erhöhen.

Weitere erwähnenswerte Kandidaten fürs podolskien sind Andre Schürrle und Serge Gnabry.

Und ja, wenn demnächst einer der Confed Cup Helden gegen Tschechien und Norwegen 2 Traumtore erzielt um seinen Platz im WM Kader zu sichern... schreibt einfach: Dieser Spieler hat sich gerade zu seinem WM Ticket podolskiet... es werden dann schon alle wissen, was ihr gemeint habt...

Mittwoch, 22. März 2017

"Es werden Tränen fließen."

Wenn Oliver Bierhoff das so ankündigt... und ja, auch bei mir...

Schließlich... geht der Patenonkel dieses Blogs. Der Vorzeige-Fußballer für alle Zyniker. Das größte Phänomen der deutschen Fußballgeschichte. Einer der Schlüsselbausteine für die spanische Dominanz von 2008 bis 2012... und ja, ich gehe irgendwie davon aus, dass Xavi morgen ein Bild mit seinen 3 Nationalmannschaftstrophäen twittert... mit einem "Danke, Poldi, ohne dich wäre das nicht möglich gewesen... oder zumindest sehr viel schwerer, da hätten wir ja in den entscheidenden Duellen gegen Deutschland gegen 11 Mann antreten müssen..."

Und ja, ich gehe nicht davon aus, dass Poldi und Jogi Löw wirklich gescherzt haben, als Poldi ankündigte, mit wem er sich das Zimmer teilen will... Schließlich war Löw auch derjenige, der Poldi als "einen der größten Spieler, die Deutschland je hervorgebracht hat" bezeichnet hat...

HOLY
FUCKING
SHIT

Ist das euer Ernst?

Also ganz ehrlich... und ja, natürlich muss man bei so einem Moment sentimental werden... und darf auch ein bisschen übertreiben... aber muss es gleich so krass sein?

Gehen wir das ganze mal durch... Also stellen wir uns vor, wir diskutieren in 20 Jahren über die Spieler im "Klub der 100er"...

Ganz vorne ist dann immer noch:
Lothar Matthäus: Der wird auch im Jahr 2037 noch der einzige Deutsche sein, der jemals den Titel "Fifa Weltfußballer des Jahres" gewinnen konnte.

Miroslav Klose: WM Rekordtorschütze. Der ultimative Beweis, dass Einstellung und Arbeitsmoral wichtiger sind als Talent. Und ein absolutes Vorbild.

Phillip Lahm: Über 15 Jahre lang der beste Rechtsverteidiger der Welt... der nur leider das Pech hatte auf einer Position (und in einer Liga) zu spielen, auf der man bei der Wahl zum Weltfußballer keine Rolle spielte.

Bastian Schweinsteiger: Schlüsselspieler in der einzigen Tripple-Saison der Vereinsgeschichte von Bayern München.

Jürgen Klinsmann: Der ultimative Beweis, dass man keinen Ball annehmen muss um ein Weltklasse Stürmer gewesen zu sein.

Jürgen Kohler: Galt auch Jahre nach seiner Karriere noch als das international anerkannte Paradebeispiel für Deutsche Wertarbeit in der Abwehr.

Franz Beckenbauer: der wahrscheinlich beste deutsche Fußballer aller Zeiten. Der Mann stand auf Augenhöhe mit Pele... Just saying.

Thomas Müller: Ein Unikat, dass einfach nicht zu verteidigen ist und Tore garantiert... es sei denn er spielt eine Europameisterschaft...

Manuel Neuer: hat den Libero zurück ins Spiel gebracht... als Torhüter. Gilt seit Jahren als der Maßstab fürs Moderne Torwartspiel...

Und das sind alles Dinge, die ich eher zähneknirschend anerkennen muss... denn ich mag die ja alle nicht. Aber dass das herausragende Fußballer waren oder sind, muss selbst ich anerkennen. Und die gehören am Ende auch in den 100er Klub.

Random Fun Fact: Deutschland ist das einzige Land der Welt, in dem man zwangsweise Weltmeister werden muss, wenn man 100 Spiele für das Land absolviert... Also ja, jeder Spieler im 100er Klub hat diesen Titel im Lebenslauf... Während Michael Ballack (98 Länderspiele) und Oliver Kahn (86) den Cut nicht geschafft haben...

Aber zurück zur Liste: Dann ist da ja noch... Lukas Podolski. Der ähm... warte was? Wie hat der es in den Klub der absoluten Weltklasse geschafft? Und zwar nicht gerade so, sondern locker und lässig... Das wird in 20 Jahren niemand mehr nachvollziehen können...
Und dann kommen die einen und sagen "Naja, der hat halt in dieser einen Saison gefühlt jeden Monat das Tor des Monats geschossen"... worauf man dann antwortet: Ja, als Zweitligist... das war ein richtig guter Zweitligastürmer...
Dann hat er für 3 Jahre die Rolle des Alexander Zicklers beim Rekordmeister übernommen... Als Ergänzungsspieler Nummer 1. Zu dieser Zeit hatte er mehr Nationalmannschafts- als Bundesligatore im Lebenslauf stehen... Das hat seit der Einführung der Bundesliga sonst niemand geschafft...
Nur um danach dann mit einer überteuerten Rückholaktion seine Jugendliebe zu ruinieren und wieder in die 2. Liga zu führen... Und ja, es hätte den Kölnern eher geholfen, wenn sie sich für das Geld 2 ordentliche Spieler geholt hätten...
Danach spielte er dann eine Weile überraschend ordentlich für Arsenal London... Nur um dann erst in die Altherren Liga Italien und in die Noch Ältere Herren Liga Türkei abgeschoben zu werden... und seine Karriere in Japan in der "Man kann die nicht mal mehr Alt nennen, aber wenigsten ist es noch nicht Indien" Liga...

So einen Fußballer als (ich erwähne es noch mal...) "einen der größten Spieler, die Deutschland je hervorgebracht hat" zu nennen... ist ein Tritt ins Gesicht der Uwe Seelers... wenn Löw nicht so krampfhaft an dem Jungen festgehalten hätte (und das "Warum?" kann halt niemand erklären... Mit dem Leischtungschprizschip hat das jedenfalls nichts zu tun...), wäre er eine Fußnote in der deutschen Fußballgeschichte. Dann wäre er nach 2010 mit dem Worten "Setze dich erst Mal in einem guten Verein durch" aussortiert worden... Nur diese Männerfreundschaft der beiden macht ihn zu mehr. Das macht ihn aber noch lange nicht zu einem der Besten, die wir je hervorgebracht haben...

Ach ja... ich werde ihn vermissen...

Montag, 15. August 2016

Und der Rest der Welt so: NEIIIN!!!!

Tu's nicht!!! Du kannst uns doch nicht so hängen lassen!!! Poldi, wir brauchen dich!!! Ohne dich wird es doch langsam echt unfair... Nimm uns nicht alle Hoffnungen...

Und ein Franz Beckenbauer, der irgendwo ein "Es tut mir leid für den Rest der Welt, aber wir werden in den nächsten Jahren nicht zu besiegen sein." raus haut...

Ganz ehrlich... in meinem Kopf sitzt gerade ein Xavi vor einem Keyboard und arbeitet an seinem eigenen Abschiedsbrief... So nach dem Motto: Ich möchte mich persönlich bei Lukas Podolski für seine jahrelang überragenden Auftritte im Nationalteam bedanken. Ohne seine Leistungen im Finale der EM 2008 und des Halbfinales der WM 2010 wäre unsere legendäre Dominanz viel schwerer umzusetzen gewesen. Man stelle sich vor wir hätten damals gegen 11 gute Gegner antreten müssen. Auch dass wir dank seines noch viel überzeugenderen Auftrittes im Halbfinale 2012 gegen Italien antreten durften, hat uns extrem geholfen. Ich weiß nicht, ob wir das alles ohne Prinz Poldi geschafft hätten. Danke dafür.

Damit bleibt Poldis letzte große Leistung... wie er uns erklärt hat, dass wir uns alle ja mal hin und wieder am Sack kratzen. Genau das wird uns in 2 Jahren fehlen...

Immerhin muss man eines Lukas Podolski hoch anrechnen: Er erspart uns die Peinlichkeit, dass wir ihn in 2 Jahren "Rekordnationalspieler" nennen müssen... obwohl er in seinen letzten 30 Spielen insgesamt 120 Minuten auf dem Platz stand.
Ich meine ernsthaft: Wir hätten dann praktisch 2 Rekordnationalspieler führen müssen. Zum einen denjenigen, der auf Grund von Einwechslungen in den letzten 10 Minuten auf die meisten Spiele kommt. Zum anderen Lothar Matthäus, der selbst aus dem Urlaub kommend noch den Abwehrchef gegeben hat. Und damit wirklich am längsten für Deutschland auf dem Platz stand.
Und wenn ihr das für übertrieben haltet... dann sei darauf hingewiesen, dass seit dem Weltmeistertitel 2014 Lukas Podolski ein einziges Mal in der Startelf stand: Gegen Gibraltar. In diesen 13 Länderspielen wurde er allerdings 6 Mal in den letzten 10 Minuten eingewechselt. Nur um mal ganz sachlich festzuhalten, dass es einen gravierenden Unterschied zwischen Lukas P. und allen anderen Deutschen Nationalspielern mit mehr als 100 Spielen gibt...
Um das noch mal zu verdeutlichen: Ein Philipp Lahm kommt in 113 Länderspielen auf 9.903 Minuten im Nationalmannschaftstrikot...  Ein Podolski nur auf 7.953 in 129... das ist doch schon ein Unterschied... Matthäus kommt auf unfassbare 12.233. Jürgen Klinsmann "nur" auf 8.671 in 110... Thomas Häßler kommt als letzter Vergleichswert auf 7.717 Minuten in 102 Spielen.
Was sagen uns diese Zahlen? Nun ja... alle Nationalspieler mit 100 Spielen stand im Schnitt über 70 Minuten auf dem Platz... außer Poldi, bei dem sind es nur 61. Oder anders ausgedrückt: All diese Spieler waren bis in ihre letzten Jahre Stammspieler und Schlüsselfiguren... außer Poldi, der war einfach nur ein Ergänzungsspieler...
Und kann sich damit Rekord-Ergänzungsspieler nennen... und Weltmeister...

Wenn man dann noch bedenkt, dass er sein Debüt in einer der schwächsten deutschen Nationalmannschaften aller Zeiten gab. Podolski musste sich halt nicht einen Marco Reus, Andre Schürrle oder Mario Götze verdrängen um ins Team zu kommen (wie ein Leroy Sane das machen muss), sondern ihm wurde der Platz als Heiland quasi hinterher geworfen. Und er war danach dann auf Jahre konkurrenzlos. Hey, wahrscheinlich wäre er nie Nationalspieler geworden, wenn er 5 Jahre später oder 10 Jahre früher geboren worden wäre. Er war einfach nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Und in 15 Jahren wird sich niemand mehr erklären können, wie dieser Spieler die 2. Meisten Einsätze im Nationalmannschaftstrikot hat. Man wird seine Leistungen mit den Leuten vergleichen, die um ihn herum stehen... Was (um ein weiteres Alleinstellungsmerkmal aufzuzeigen) im Gegensatz zu Poldi alles Spieler sind, die sich beim Rekordmeister FC Bayern durchgesetzt haben... Und dann werden die Experten vor dem unlösbaren Rätsel stehen und sich fragen: "Wie konnte das passieren?"
Und dann werde ich vorpreschen und schreien "Ich war dabei!!! Ich hab's Live gesehen!"

Aber anscheinend hat er jetzt sogar selbst erkannt, dass es einfach nicht mehr reicht. Festgestellt, dass er nur noch auf Grund längst vergangener Lorbeeren nominiert wird... und jetzt erspart er Jogi Löw endgültig den Schritt, den dieser schon vor der WM 2014 hätte durchziehen können... zumindest wenn es nach dem Leischtungschprinzschip gegangen wäre... Oh warte, dann doch eher 2010... aber egal, Details.

Ich muss zugeben: Es war eine gute Zeit. Podolski wird auf ewig mein Lieblings-Nationalspieler sein. Solange er dabei war, wusste man: Löw wird etwas unfassbar dummes und absolut nicht nachvollziehbares machen. Einfach mal eine gut funktionierende Elf umstellen um zu gucken, ob die Dinge nicht doch besser werden, wenn er Podolski aufstellt. Schaden kann's ja nicht.
Sich danach dann wundern, dass der bis dahin stark spielende, aber irgendwie demontierte Mario Götze danach plötzlich ohne jegliches Selbstvertrauen spielt... Und hinterher behaupten, dass er den Götze ja immer ganz besonders viel Vertrauen geschenkt hat...

Aber das ist nun ja endgültig vorbei. Da muss man dann halt noch mal all die guten alten Erinnerungen raus holen. Das gehört sich als Podolski Fan an einem Tag wie diesem einfach mal...

Dienstag, 21. Juni 2016

Jetzt muss Löw doch den Poldi bringen.

Also wann... wenn nicht jetzt.

Und Leute, die diesen Blog seit Jahren verfolgen, werden jetzt behaupten: Der trollt doch. Der sucht doch nur nach Möglichkeiten, dass Deutschland möglichst schnell und schmerzhaft ausscheidet.
Und ja, Lukas Podolski dürfte der einzelne Profi sein, der auf diesem Blog am häufigsten "gelabelt" wurde... Und in 100% dieser Posts wird Poldi negativ dargestellt.

Das ist jetzt vorbei.

Denn ich meine es absolut ehrlich: Die Lösung für unseren Offensivprobleme heißt Lukas Podolski. Also am ehesten. Und ja, damit kommt meine "Die Linke Seite wird eine Schwachstelle sein" Aussage endgültig im Turnier an.

Wenn die ersten 2 Spiele eines deutlich gemacht haben, dann das unsere Außenverteidiger zu schwach sind. Also zu schwach um Jogi Löws System umzusetzen. Repräsentativ sei hier einfach die Szene in der 85. Minute gegen Polen genannt. Wenn ein fußballerisch adäquater Außenverteidiger den Ball von Thomas Müller so serviert bekommt, passiert da etwas... Wenn man Benedikt Höwedes anspielt, verspringt ihm halt der Ball bei der Annahme.

Wenn man mal genau hinguckt... hat die Deutsche Mannschaft bisher genau 2 Tore erzielt. Eines nach einer Standartsituation. Und das andere über den einen Konter, den man über die Linke Außenlinie vorgetragen hat. 

Aber Deutschland hat halt 2 Außenverteidiger, die gerade im Offensivspiel kein internationales Niveau repräsentieren. Das tut ihnen richtig weh. Denn de facto gibt es im Moment kein Flügelspiel.
Weil halt das Spiel von Mario Götze, Mesut Özil, Julian Draxler, Thomas Müller, Andre Schürrle und auch Toni Kroos jeweils sehr zentral angelegt ist. Damit stehen sich im deutschen Grundkonzept 5 Spieler ziemlich auf den Füßen. Gegen im Durchschnitt 8 Verteidiger...
Da wird ein Götze auf den gut gemeinten "Du kannst dribblen" Tipp von Mats Hummels mit einem "Dribbel doch selber!" Um direkt ein "Oh, nein, bloß nicht... wir brauchen nicht noch einen 6. Mann der uns hier vorne auf den Füßen steht..." nachzuschieben.
Der Wechsel von Götze auf Mario Gomez hat ja auch eindrucksvoll nachgewiesen, dass es egal ist, wer sich da im Zentrum auf den Füßen steht.


Diese Version des 4-2-3-1 kann ja auch durchaus erfolgversprechend sein... wenn man auf den Außen Verteidiger hat, die im Offensivspiel eine Bedrohung darstellen. Die haben wir aber nicht.
Und Philipp Lahm wird nicht eingeflogen werden. Auch wenn das natürlich alle Probleme lösen würde...

Die Deutsche Mannschaft braucht also mindestens einen Spieler, den man auf der Außenlinie anspielen kann. Der dort in der Grundordnung steht und der dort auch was anstellen kann. Mit einem starken Linken Fuß (falls wir von Links reden...). Damit man wenigstens ein Element hat, dass nicht in Richtung Zentrum, sondern in Richtung Grundlinie angelegt ist.

Die anderen Optionen, die Löw für diese Aufgabe hat... sind Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger oder Leroy Sane... Wobei ich zugeben muss, dass ich zu wenig von Emre Can als Außenverteidiger gesehen habe, um seine Spielweise zu beurteilen. Das sind 2 ziemlich unerfahrene Kandidaten. Von denen einer diese Position praktisch noch nie gespielt hat... Oder halt... Lukas P.

Und ja, ich empfinde es auch als schockierend, dass meine erste ernsthafte Analyse zu genau diesem Punkt kommt... Aber Poldi könnte man definitiv im offensiven Grundkonzept auf der Linken Außenlinie anspielen... und der würde was anderes machen als stumpf nach innen zu ziehen. Man hätte endlich ein Element, dass auf das Erreichen der Grundlinie ausgelegt ist.

Natürlich ist es für das Spiel gegen Nordirland vollkommen egal. Also das wird kein ernsthafter Test für das Projekt Kimmich als Rechtsverteidiger werden. Und bei dem individuellen Klassenunterschied wird das Spiel nicht durch die Taktik entschieden. Aber.. wie will Deutschland gegen gute und gut organisierte Mannschaften angreifen? Gegen sagen wir mal Italien? Wenn selbst die durchschnittlichen Truppen das derzeitige System ziemlich entspannt verteidigen können...

Freitag, 14. November 2014

Ein Rekord zu Poldis Abschied?

Hey, so unwahrscheinlich ist das gar nicht... Selbst der Kicker titelt "Zum Finale ein Rekord"... nur meinen die nicht dasselbe Finale wie ich...

Gibraltar ist schließlich das Paderborn (Der krasseste Außenseiter aller Zeiten... falls das nicht offensichtlich ist... bleibt für Deutschland zu hoffen, dass die sich nicht genau so überraschend clever anstellen...) der EM-Qualifikation... In diesem Spiel kann es wirklich nur um die Frage "Wie hoch?" gehen...

Und eines konnte man einem Lukas Podolski nie absprechen: Gegen solche Gegner hat er immer seine Leistungen gebracht... schließlich hat er mindestens gefühlt 75% seiner Länderspiel-Tore gegen die ja angeblich nicht mehr existierenden Kleinen geschossen...
Nur so nebenbei: In der ewigen Liste der Nationalmannschaftstorjäger ist Poldi auf Platz 4 mit 47 Toren... auf einer manuell auf Wikipedia erstellten Liste der Torjäger gegen starke Gegner ist er nur noch 59.. Hinter solch bekannten Fußballern wie Otto Siffling, Otto Harder und Bastian Schweinsteiger... selbst ein nicht Stürmer wie Schweinsteiger stellt für so genannte Top Teams eine größere Bedrohung da als Poldi... (warum habe ich diese Statistik eigentlich nicht früher gefunden?)

Wenn ich jetzt noch erwähne, dass nur Gerd Müller, Miroslav Klose und Rudi Völler mehr Spiele gegen laut der Definition von Wikipedia "Top-Teams" absolviert haben... kommt Poldi auf eine grandiose Torquote von 0,09... aber er hat ja "im Nationalteam immer seine Leistung gebracht..."

Ganz ehrlich: Viele (Startelf-)Einsätze werden nicht mehr dazu kommen... Mario Götze, Mesut Özil, Maroc Reus, Thomas Müller, Andre Schürrle und Toni Kroos sind als potenzielle Offensivkräfte schon (deutlich) an ihm vorbeigezogen... Karim Bellarabi, Sidney Sam, Andre Hahn und Patrick Herrmann sollen nicht mehr weit weg sein... und mit Julian Draxler und Max Meyer kommen die nächsten "Riesentalente" bereits nach... Das sind verdammt viele Namen...

Und das krasseste: Am Ende darf Lukas Podolski sich Weltmeister nennen und Michael Ballack nicht... obwohl kaum jemand behaupten wird, dass Poldi jemals der bessere Fußballer war... das meinte Altkanzler Helmut Kohl wohl mit "der Gnade der späten Geburt"...
 Wobei ich nebenbei gar nicht in Frage stellen will, ob Poldi einen Beitrag zum Weltmeistertitel geleistet hat. Den (und das wird das netteste sein, was ich je über Poldi sag) hat er definitiv gebracht, weil er als erfahrener, aber eigentlich abgelöster, Veteran gewillt war, in die zweite Reihe zu rücken... Was Jogi Löw einem absoluten Alpha-Tier wie Ballack halt nicht zugetraut hat... Und wenn ein Poldi, der in unzähligen Halbfinalen versagt gestanden hat, sich ohne zu klagen auf die Bank setzt und die Mannschaft trotzdem (durch das Verbreiten guter Stimmung) unterstützt... wie soll dann ein Kevin Großkreutz seine Unzufriedenheit zur Schau stellen?

Aber zurück zum Thema: Poldi wird heute Abend ein Feuerwerk abbrennen. Das sind halt auch genau seine Spiele... und hey, vielleicht wird er sich als neuer Rekordhalter auch noch 3 Monate länger im Kreis der Mannschaft halten, als eigentlich nötig... Aber da wollen wir doch mal schauen, was er dafür so leisten muss:

17:0 müsste Deutschland gewinnen, um einen neuen Rekord aufzustellen... der alte stammt aus dem Jahr 1912... einer Zeit, als man Russland noch ganz entspannt abschießen konnte... obwohl die Russen damals nicht nur die Krim, sondern ganz Ukraine für sich beanspruchten...
Wo ich schon beim Abschweifen bin: Wieso lassen wir nicht im Eilverfahren einen Profi des Hamburger SVs nach Gibraltar emigrieren und bürgern den dort ein? die Hamburger Profis sind doch derzeit DIE Experten, wenn es ums aufstellen derartiger Bestmarken geht...
Aber nur um das ganze mal nachzurechnen... um 17 Tore in einem Spiel zu erzielen, müsste man alle 5,56 Minuten treffen... und da bin ich schon großzügig und rechne insgesamt 5 Minuten Nachspielzeit mit ein...

Und wo wir schon dabei sind: im besagten Spiel gegen Russland traf ein gewisser Gottfried Fuchs alleine 10 Mal... wenn Poldi also alle 8,3 Minuten ein Tor erzielen wird, hat er es sich auch verdient, noch 3 weitere Monate in den  Kreis der Nationalspieler zu gehören... wundert euch aber nicht, wenn Poldi nach seinem 5. Tor nicht mehr jubelt, sondern sich den Ball holt und dafür sorgt, dass sofort wieder angestoßen wird... in der 43. Minute...

Was ich wohl wirklich sagen will: ich werde ihn vermissen.

Montag, 7. Juli 2014

Warum hacken eigentlich alle auf Mario Götze rum?

Überall heißt es, er spiele ein enttäuschendes Turnier. Viel könne man ja nicht mehr von ihm erwarten. Es ist auch keine Option, ihn für Mesut Özil zu bringen.

Warum eigentlich?

Mario Götze ist an und für sich richtig gut ins Turnier gestartet. Als er sich selbst zum eigentlich erlösenden 1:0 gegen Ghana anköpfte, war das bereits sein 2. Scorerpunkt in diesem Turnier. Dass ist immer noch mehr als Mesut Özil in 5 Spielen zusammen gestolpert hat.

Aber dann... musste er (und nicht der eigentlich schwächere Mesut) den Platz für Miroslav Kloses 15. WM Tor machen. Gut, kann passieren, da kann Mario wahrscheinlich sogar mit Leben...
Und als nächstes... traf ihn halt der Lukas Podolski Fluch. Es passierte das, was halt immer passierte: Jogi Löw musste einfach ein Mal pro Turnier, ob die Mannschaft nicht besser funktioniert, wenn Poldi aufgestellt wird... Tat sie natürlich nicht, aber Götzes Selbstvertrauen wird durch diese Maßnahme nicht gestärkt worden sein...

Nur mal so zum Nachrechnen: Der nach 159 Minuten zweitbeste Offensivspieler Deutschlands wurde völlig unmotiviert raus genommen und demontiert. Und dann liefert er eine schwache Partie ab. Was unter diesen Voraussetzungen (was soll Mario denn machen, um den Trainer zu überzeugen? Wenn Tore vorlegen und Tore erzielen nicht reicht?) keine all zu große Überraschung mehr ist...

Und darauf hin druckt der Kicker dann gleich einen Lesebrief ab, in dem es heißt: "Was ist nur aus diesem Supertalent geworden?" Und auch Uwe Bein schreibt "Was man von ihm kennt, bringt er leider auch nicht."

Und nur so nebenbei: Das war sein erstes richtig schwaches Pflichtspiel (Note 5 oder schlechter) seit dem 11.9.1012!!! Was ist bloß aus diesem Supertalent geworden?

Oder anders ausgedrückt: Habt ihr euch schon mal gefragt, wie viele schwache Spiele Lukas Podolski schon gemacht hat? Sein Leistungsnachweis in Halb- und Finalspielen für die deutsche Nationalmannschaft ist unterirdisch... trotzdem heißt es bei dem immer "im Nationalmannschaftstrikot hat er doch immer Leistung gebracht"... jetzt spielt Götze ein Mal ein Länderspiel auf "Podolski in der entscheidenden Phase" Niveau... und schon wird er komplett abgeschrieben... während der Kicker abdruckt, dass Podolski sich Hoffnung "auf eine zweite Chance" machen darf.

Irgendwie gibt es da ganz krasse Wahrnehmungsfehler bei anscheinend einem Großteil der Leute, die sich in diesem Land mit Fußball beschäftigen...

Dienstag, 28. Mai 2013

Wie hab ich ihn vermisst!

Manchmal fällt es einem ein Jahr lang nicht auf, was man eigentlich verpasst hat. Und dann kommt auf ein Mal dieser stechende Schmerz. Oder bei mir eher dieses zynische Lachen...

Lukas Podolski ist ja quasi raus aus dem Fokus. Seine 11 Saisontore bei Arsenal London kann man nur ganz schwer anzweifeln. Und dass er in einer neuen Liga mit angeblich höheren Tempo bei einem Spitzenverein im ersten Jahr eher selten durchspielt, erscheint auch normal.

Aber jetzt, zur Amerika-Reise, wurde er endlich mal wieder zum Thema. Und ihm wurde von Oliver Bierhoff ein "Jahr des Stillstands" bescheinigt. Poldis hervorragende Reaktion: "Wenn es einige Jahre bergauf ging, da kann man auch mal Stillstand haben."

Wenn es einige Jahre bergauf gegangen wäre, bestimmt... aber Poldis "bergauf" bestand aus 3 Jahren und 3 Trainern (und einer von ihnen war Jürgen Klinsmann, der im Sommermärchen 2006 noch voll auf ihn gesetzt hat), in denen er sich nicht beim FC Bayern München durchsetzen konnte. Am Ende floh er zurück zu seinem Heimatverein, dem 1.FC Köln. Dieser verkaufte seinen Dom und noch viel schlimmer seine gesamte Perspektive und Poldi dankte es ihnen mit 2 Saisontoren. Es ging also steil bergauf.

Ging es dann auch wirklich: Eine Rückrunde ohne Abstiegssorgen und 13 Saisontore im Jahr 2011. Und im Jahr darauf folgte sogar seine individuell beste Saison. Die leider mit dem direkten Abstieg endete.

Kurz gesagt: Seine Bundesligabilanz ist trotz eines Doubles mit den Bayern eher bescheiden. Und sein bestes Jahr in Deutschland wird wohl ewig diese eine Zweitligasaison, in der er gefühlt 6 Tore des Monat am Stück geschossen hat, bleiben...

Immerhin ist Podolski inzwischen bei einem Champions League Qualifikaten angekommen... einen Englischen. Danach sah es eigentlich nicht mehr aus. Und wenn Podolski dieses Niveau jetzt ein paar Jahre halten kann, erreicht er am Ende wirklich noch mehr als ich ihm zugetraut habe... Aber er hat immer noch nichts geleistet, was die dritt meisten Länderspiele in einer großen Fußballnation rechtfertigen könnte...

Oder um es anders auszudrücken: Wenn Mesut Özil, Mario Götze, Marco Reus, Julian Draxler und Toni Kroos (auch bekannt als die Poldi verdrängende Konkurrenz) sich jetzt einige Jahre "Stillstand" gönnen... Werden sie wohl immer noch den einen oder anderen internationalen Titel holen. Podolski muss dagegen darauf hoffen, dass er 2012 noch als menschliche Siegeszigarre (Führungsspieler will er ja laut eigener Aussage nicht sein, warum sollte Jogi Löw ihn also sonst mitnehmen?) nominiert wird, wenn er noch mal eine wirklich relevante Trophäe in einen Abendhimmel heben will...

Sonntag, 6. Mai 2012

Passives Abseits: Hall of Shame: Kölle Alaaf!!!

Ich weiß, eigentlich sollte ich in diesem Blog "neutral"sein und alle mit der selben Hähme überschütten... und natürlich hat die Hertha genau so um den Abstieg gebettelt, wie die Kölner... obwohl, die hatten wenigstens in jeder Phase der Saison einen Vorstand und einen Manager/Sportdirektor... einen höchst inkompetenten, aber anscheinend immernoch besser als gar keiner... ich habe gestern erfahren, dass der Fußballgott denselben zynischen Humor hat, wie ich... dementsprechend gut geht es mir...

Ernsthaft, ich hatte noch nie so viel Spaß im Abstiegskampf... was wahrscheinlich auch daran liegt, dass mein "eigener" Verein (Hansa Rostock, für diejenigen, die es interessiert) da oft genug selber mit drin steckte. Ich weiß, was ein Abstieg für eine ganze Region bedeuten kann (wobei es an der Ostsee noch einiges krasser sein dürfte, als in am Rhein... ihr habt noch den Dom, wir haben de facto nichts mehr..)

Man kann ja nicht mal behaupten, dass Köln es nicht versucht hätte, sich zu wehren. Oder dass die Bayern sich nicht richtig mühe gegeben hätten, Hoffnung zu verbreiten... Aber wenn man sich beim 0:1 selber über den Haufen rennt und das 2:0 nach dem ersten erfolgreichen Doppelpass seit 2 Monaten selber erzielt.... Ernsthaft: Bayern hat ein mal aufs Tor geschossen und führte trotzdem 2:0... und es war ihnen richtig gehen peinlich... und wie Franck Ribery den Assist zum 2:0 kriegt, bleibt ein Rätsel... der gehört Kevin McKenna...

ach, weil doch gerade die ersten beiden Tore so schön waren...


aber das war ja noch nicht mal alles... die Kölner Fans geben uns ein Abschiedsgeschenk, nach dem man die Kölner eigentlich in erster Instanz ein Jahr für alle Spiele der DFL Sperren müsste (oder wollt ihr mir wirklich sagen, das war weniger schlimm als die Auschreitungen von den Dynamo-"Fans" im DFB-Pokal?)... alles in allem eine "Schön, dass ihr da wart, aber kommt bitte nicht wieder" Vorstellung...

Aber für Köln ist das natürlich die große Chance mal richtig auszumisten... außer bei den Fans... aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die eher schlimmer werden, wenn die Liga (und die Sicherheitskontrollen) nachlassen... und wie schließt Köln mit dieser, ich nenn sie mal "Ära Podolski" ab? Stilecht: Sie wollen dessen Nummer 10, solange er noch aktiv ist und zurückkommen könnte, nicht mehr vergeben...

Ganz ehrlich, ich verstehe diese Begeisterung für Poldi nicht... bevor Poldi jemals gegen einen Ball getreten hat, war Köln einer der unabsteigbaren Bundesliga-Dinos... für die ersten beiden Abstiege 98 und 2002 konnte er nichts... aber danach hat er eine Ära geprägt, in der der 1.FC Köln in 9 Jahren 3 Mal abstieg... Als Traditionsverein mit einem ganz tollen Stadion und ganz tollen ganz vielen Fans... nicht, dass Poldi alleine für die Abstiege verantwortlich wäre (dieses Jahr war er endlich wirklich nicht nur ihr teuerster sondern auch bester Spieler), aber er personifiziert sie... dennoch scheinen sich die Fans nur an seine überragende 2.Liga Saison (in der er gefühlt jeden Monat das Tor des Jahres erzielt hat) gegen unterklassige Gegner zu erinnern... und an seine Heldentaten in der Nationalmannschaft... gegen unterklassige Gegner... Gegen Kritik und Pfiffe aus der eigenen Reihe ist er in Köln irgendwie Imun... selbst wenn er 10 Millionen Euro Ablöse im ersten Jahr mit 2 Bundesligatreffern zurückzahlt...

Am Ende haben sich 2 Jahre lang nur 3 Dümmere gefunden, dieses Jahr war das nicht mehr möglich... Aber Poldi wird weiterhin ein Held bleiben... auf Augenhöhe mit Toni Schumacher und Wolfgang Overath... Spielern, die für den 1.FC Köln de facto wirklich was gerissen haben... Und irgendwie kann ich mir nicht helfen... aber in 15 Jahren werden sie Poldi auf Grund seiner hohen Fachkompetenz zum Präsidenten wählen... das hat schon bei Overath nicht funktioniert...

Und dieser Abstieg ist die passenste, zwingesnte und gleichzeitig großartigste Pointe hinter seinem 2. Kölner Versuch... oh und ja, ich werde ihn vermissen...

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Wenn einem alle Jokes verbaut werden... rettet mich Lukas Podolski

ich war mir so sicher, dass Daniel van Buyten der erste Spieler ist, der mal wieder Gefahr fürs Bayern-Tor heraufbeschwört... am Ende war es Holger Badstuber...


Und dann traf auch noch Robert Lewandowski... Auf einmal muss man sich doch Gedanken machen, ob man den in der Champions League nicht doch decken sollte... oder man wartet hinterher einfach 15 Minuten lang auf den nächsten Dortmunder Patzer...
ganz ehrlich, so wie Dortmund sich derzeit anstellt, wird das Rückspiel zum Bawful Champions League Spiel der Woche gekührt...

Bayer Leverkusen hatte sich für einen ganz besonderen Matchplan entschieden: wir zucken 45 Minuten lang einfach überhaupt nicht, wiegen den Gegner in Sicherheit, legen ihm noch das 0:1 auf und dann schlagen wir zu... und seit dem wir uns nicht mehr auf Rene Adler verlassen müssen, haben wir sogar den Torwart für diese Taktik...

in der Champions Leage war aber nicht wirklich viel los... dafür rettet mein persönlicher Liebling Lukas Podolski mir meinen Post. Der durfte sich in ein Bild-Mikrofon erbrechen. Lustiger Weise klingt das Sport-Bild Interview komplett anders als der Kickerbeitrag vom Donnerstag... Aber Lukas droht quasi seinem FC mit einer Rückkehr zu den Bayern... Weil ja, wie wir alle wissen, die Bayern Lukas damals unbedingt halten wollten aber der zu ihnen sagte: "Nein, mein Heimatverein braucht mich!"... und weil die Bayern seit dem in jeder Transferperiode um den Prinzen buhlen. Er hat ihnen damals wirklich das Herz gebrochen, als er ihnen den Rücken zugekehrt hat...
Vor allem aber würde sich Poldi "mehr Rückhalt wünschen". Das lustige an der Geschichte: Wieviel mehr? Denken wir mal kurz 2 Jahre zurück: Poldi kam als Königs-Transfer für 10 Millionen und schoß in der Saison 2 Tore... Die Zweite Saison lief etwas besser, aber in den entscheidenden Spielen im Abstiegskampf war Poldi ein Vorzeigekämpfer... für den Abstieg... Dennoch wurde Poldi, gemessen an dem, was er geleistet hat, immer wieder der Rücken gestärkt... Man stelle sich vor, was ein normalsterblicher 10 Millionen Angreifer sich für eine 2 Tore Saison hätte anhören dürfen.

Jetzt wird zum ersten Mal seit seiner Rückkehr auch Leistung von ihm gefordert... und siehe da: Poldi bringt diese auch. Gegen seine 6 Tore und 4 Vorlagen kann man wirklich wenig sagen... Aber von einer Rückkehr nach München ist er dennoch weit entfernt. Er bringt diese Leistungen, weil er immernoch unumstrittener Stammspieler ist. Die Bayern besetzen ihre Offensivreihe mit Ribery, Müller, Robben und Kroos (und ja, das sind schon 4 Spieler für 3 Positionen), gegen die sich Poldi in einem offenen Konkurenzkampf kaum durchsetzen wird... Zusätzlich wurde das Talent Poldi inzwischen von Reuss, Schürrle und Götze überholt. 3 Spieler, um die sich die Bayern eher bemühen werden, als um Podolski.

Lange Rede, kurzer Sinn: die nur von ihm selbst ins Gespräch gebrachte Rückkehr nach München ist eher absurd. Lukas Podolski spielt eine gute Saison, aber er ist noch weit davon entfernt, wirklich wieder für eine absolute Spitzenmannschaft zu empfehlen. Eher sollte er sich darum kümmern, dieses Niveau jetzt auch eine ganze Saison zu halten, dann wird er vielleicht auch mal wieder für die Nationalmannschaft interes... ach auch egal...

Mittwoch, 28. September 2011

Hall of Shame: Lukas legendäre Serie

Nein, ich habe es am Montag nicht vergessen... aber historische Ereignisse verdienen ihren eigenen Post.

Lukas Podolski ist ja quasi einer der Headliner für diesen Blog. Der Kölner Prinz ist einer der Gründe, warum es in Köln bisher nicht vorwärts ging. Nach der Traum-WM in Deutschland 2006 wechselte er von Köln zu den Bayern. Dort konnte er sich bei verschiedensten Trainern (unter anderem auch Jürgen Klinsmann, der ja mit ihm das Sommer-Märchen geschrieben hat) nicht durchsetzen. Dennoch fanden die Bayern einen Dummen, der bereit war die 10 Millionen, die sie in Poldi gesteckt haben, zurückzubekommen: Michael Meier ist der Mann für solche Fälle.
Für 10 Millionen wollte der 1.FC Köln seinen verlorenen Sohn als Leistungsträger zurückholen und mit ihm den Angriff auf die obere Tabellenhälfte starten... stattdessen bekamen sie Lukas Podolski.
2 Tore im Ersten, immerhin 13 in der 2. Saison waren die Leischtungen, die er brachte. Aber vor allem schaffte er es über 74 Bundesligaspiele nicht, 2 gute Spiele (Kickernote 2,5 oder besser) hintereinander zu bringen. Er brauchte 65 Spiele um diese Konstanz in sein Spiel zu bringen. Bayer Leverkusen und die TSG Hoffenheim sind die Vereine, die es möglich gemacht haben.
Nun könnte man natürlich behaupten, dass Poldi gegen Leverkusen hätte Rot sehen müssen und deswegen gegen Hoffenheim nicht hätte auflaufen dürfen und diese Serie damit theoretisch noch aktiv ist... aber wenn wir ehrlich sind, sollten wir uns lieber an der puren bawfulness dieser Serie erfreuen, anstatt uns in Konjungtiven zu verlieren...

Nun gibt es bestimmt viele Mitläufer bei Abstiegskandidaten, die es auf ähnliche oder längere Serien bringen. Aber die haben zum einen allesamt nicht 10 Millionen gekostet und zum anderen keine 90 Länderspiele auf dem Buckel. Selbst ein Arne Friedrich schaffte es in der Berliner Abstiegssaison 2 gute Spiele hintereinander abzuliefern. Erschwehrend hinzu kommt, dass er bis Mitte letzter Saison mehr Länderspiel- als Bundesligatore auf dem Konto hatte... urgh.
Wie kann es also sein, dass ein Spieler der nicht mal konstant Bundesligafußball anbieten konnte, auf dem Weg zum Rekordnationalspieler ist? Nun ja, die Konkurenz war nicht annähernd so beeindruckend, wie sie es heutzutage ist... und Lukas Podolski hatte halt die überragende Fähigkeit schlechte Nationalmannschaften mit 3 bis 4 Toren abzuschießen. Deswegen heißt es immer "In der Nationalmannschaft hat er ja immer seine Leistung gebracht." (Außer natürlich gegen Italien und Spanien... aber hey...) und "Er ist halt ein verdammt wichtiger und verdienter Spieler."
Und wie reagiert Poldi, wenn man ihn wie Volker Finke auf die mangelnde Konstanz anspricht? Beleidigt:
"Mir wäre es lieber, der Verein würde mehr Konstanz zeigen, bei uns darf jeder sagen, was er will!"
Also Lukas, 1. Volker Finke ist nicht jeder, sondern einer von 2 direkten Vorgesetzten, die dich definitiv kritisieren dürfen. 2. 2 Jahre lang stand der Verein komplett und bedingungslos hinter dir. Die haben dir so viel Vertrauen gegeben, die haben dich zum Kapitän gemacht, obwohl du keine 2 Spiele hintereinander machen konntest und ganz selten vorne weg marschiert bist...

Aber gut, eine wirklich historische Serie geht zu Ende. Und wer weiß, vielleicht ist Stale Solbakken ja wirklich der Trainer, der Lukas Podolskis Potentzial abruft. Über seine Karriere gesehen wird er trotzdem nicht die Leistungen zeigen, die 100 Länderspiele rechtfertigen werden...

Mittwoch, 10. August 2011

Die schlechten und die guten Nachrichten für all die anderen Nationen

Wahrscheinlich ist es inzwischen wirklich gemerkt: Die Deutsche Nationalmannschaft ist echt gut geworden. Da spielt eine sehr junge Truppe sehr offensiven Fußball. Im derzeit angesagten 4-2-3-1 System ist gerade die Offensive herrausragend besetzt. Ganz vorne hat schießt Mario Gomez inzwischen auch im Nationalteam Tore. Rechts spielt niemand geringeres als der WM-Torschützenkönig Thomas Müller, der als die Rolle als Grenzgänger zwischen offensivem Mittelfeld und zweitem Stürmer prefekt ausfüllt. Zentral spielt Mesut Özil, der bei einem nicht ganz unbedeutenden Verein namens Real Madrid einen gewissen Kaka verdrängt... Der ist immerhin der Weltfußballer des Jahres 2007...
Links hat Jogi Löw dann quasi die freie Auswahl. Er könnte Marco Reus endlich zu seinem Debüt verhelfen... das erste Debüt seit langem, das wirklich mal überfällig ist... Oder auf Kevin Großkreutz setzen um sicherzustellen, dass das Pressing und das arbeiten gegen den Ball funktioniert. Oder er stellt einen Toni Kroos auf um das spielerisch Element weiter zu erhöhen. Oder er setzt auf das Tempo und die Dynamik von Andre Schürrle. Oder er stellt einfach Mario Götze auf, da kann er quasi gar nichts verkehrt machen...
Eine offensive Dreierreihe Götze, Özil, Müller dürfte jede Verteidigung der Welt und Angst und Schrecken versetzen... das ist die schlechte Nachricht für die Spanier... die gute Nachricht? Die 5 oben genannten Spieler sind allesamt besser als der Platzhalter vorne Links, werden ihn aber unter Jogi Löw nie verdrängen...

Donnerstag, 14. Juli 2011

Das werde nwir unseren Kindern erklären müssen: Lukas Podolski

Nummer 1 Lukas Podolski: Länderspiele: 89 (und am Ende werden es mindestens 100 werden)
Debüt6.6.2004 gegen Ungarn 

Überrascht das irgendjemanden? Ja, Podolski Bashing ist mein Lieblingshobby und ja, ich lasse auch keine Gelegenheit aus. Aber er macht es einem auch einfach zu einfach.
Sein Debüt gab er kurz vor der Europameisterschaft 2004. Er war so was wie der letzte Hoffnungsschimmer bei dieser EM. Das Vorrundenaus konnte er trotzdem nicht verhindern (genausowenig wie den Abstieg des 1.FC Kölns, nur so nebenbei...). Danach spielte er EINE richtig starke Saison und machte 24 Buden (dazu gefühlt jeden Monat das Tor des Monats)... nur leider rockte er die 2. Liga... Es folgte noch eine Saison als Leistungsträger beim wieder Absteiger Köln und danach konnte er sich nicht bei den Bayern durchsetzen (für die Bayern erzielte er 15 Tore... in 3 Jahren... als Stürmer... beim Rekordmeister... Alexander Zickler dürfte auf eine bessere Quote kommen...) Nach seiner Rückkehr nach Köln wurde es zunächst auch nicht besser. 2 Tore erzielte er im ersten Jahr. Erst in der 2. Saison wurde er wieder zu so etwas wie ein Leistungsträger für einen Verein, der wiedermal lange im Abstiegskampf steckte. Auf 2 gute Spiele in Folge von ihm wartet man in Kökn aber weiter.
Dass heißt, Lukas Podolski hat in 6 Jahren Bundesliga 2 halbwegs brauchbare Jahre für eine Mannschaft aus dem Unteren Drittel abgeliefert. Christian Tiffert dürfte auch die selbe Anzahl starker Saisons kommen, aber ihn will niemand in der Nationalmannschaft sehen.
Denn Poldi spielte eine starke Heim WM. was ihm quasi einen Freibrief bei Jogi Löw verschaffte und jetzt ist er auf dem Weg zum Rekordnationalspieler (auch wenn Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger das hoffentlich verhindern werden). Weil er im Nationaltrikot immer starke Leistungen gezeigt hat und es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat Bananenrepunbliken wie Südafrika oder Luxembrug abzuschießen... Lothar Matthäus darf sich in seinem Fußballer-Grab umdrehen und wir werden offiziell zu einer Bananenrepublik des Fußballs, wenn Podolksi die 100 Länderspiele voll macht.
Wie absurd sind 90 Länderspiele für Lukas Podolski? Auf der Liste der ewigen Bundesligatorjäger ist er (als Stürmer) mit 51 Toren derzeit auf Platz 186. Ganz knapp vor Thorsten Frings der Defensiver Mittelfeldspieler ist und noch hinter Stefan Beinlich der 5 Länderspiele hat. Martin Max ist auf dieser Liste 23. und kommt auf ein einziges Länderspiel...
Lukas Podolski hat es geschafft, mit 25 Jahren mehr Länderspieltore als Bundesligatore erzielt. Eine wahrscheinlich einmalige Bilanz für einen Spieler, der nicht frühzeitig ins Ausland gewechselt ist... Zyniker können behaupten, dass das einem Uwe Seeler ähnlich ging... Aber uns Uwe war schon 27 als die Bundesliga in ihre Debütsaison ging... und er brauchte nicht mal eine Saison um diesens Mißstand gerade zu biegen...
Und das sind nur die nackten Zahlen. Dazu kommen noch eigentlich der unverzeiliche Fehltritt gegen den amtierenden Kapitän Michael Ballack der konsequent wie Löw nun mal ist gar keine Konsequenzen nach sich zog. So wie die Geschichte mit Ballack jetzt gelaufen ist, muss der fast froh sein, dass Löw ihn damals nicht suspendiert hat. Mit der einfachen Erklärung: "Wie kann er es wagen meinen Lieblingsspieler so zu kritisieren, dass er ihm eine Ohrfeige gibt?"
Jetzt werden die Podolski Verteidiger aber sofort einwerfen: Aber wir haben doch die letzten Turniere so erfolgreich bestritten!!! Dem entgegne ich nur: Trotz und nicht gegen Podolski. Gegen die Aktuelle Top 10 der Fifa Weltrangliste hat er in Turnierspielen 1 Tor erzielt. Gegen die Engländer 2010 in Südafrika. Dazu kommt ein wichtiges Tor im EM Halbfinale 2008 gegen die Türkei. Ja, ich unterschlage seine Leistungen nicht, aber an sonsten besteht die im Wesentlichen aus Toren gegen die Aufwärmgegner in der Vorrunde oder im Achtelfinale.
Und jetzt lehne ich mich mal relativ weit aus dem Fenster: Mit einem Lukas Podolski in der Startelf werden wir die Spanier nie schlagen. Es sei den Stale Solbakken ist wirklich ein Genie als Trainer. Der Grund dafür? Im 4-2-3-1 ist die Offensive Dreierreihe verdammt wichtig. Und zwar nicht nur in der Vorwärtsbewegung, sondern auch beim Pressing und bei der Balleroberung. Der FSV Mainz 05 mit Andre Schürrle in der Rolle vorne Links hat das letztes Jahr beinah zur Perfektion vorgeführt. Und die Spanier muss man mit einer läufersich starken 3er Reihe unter Druck setzen. Jetzt haben allein in der Bundesliga mindestens 5 Trainer versucht aus Lukas Podolski einen in der Rückwärtsbewegung zumindest annehmbaren Bundesligaspieler zu machen. Die 3 Bayerntrainer haben es mehr oder weniger aufgegeben und ihn auf die Bank verbannt, in Köln musste er trotzdem immer spielen.
Aber hey, Jogi Löw ist das egal, denn er hat ja auch immer die wichtigen Tore im Nationaldress geschossen. Und weder die Führung im DFB noch unsere mehr oder weniger sachlichen Medien schaffen es, die Sachlage mal offen anzusprechen und Löw für das festhalten an Poldi so richtig zu kritisieren. Im Gegenteil, sie bescheinigen Lukas Podoslki internationale Klasse.
Ich gehe so weit und behaupte: Wenn Lukas Podolski seine Bundesligakarriere zwischen '72 und '96 begonnen hätte, würde er immernoch bei 0 Länderpsielen stehen (oder er hätte wirklich mal an seinen Spiel gearbeitet...). Damals hätten sie ihm gesagt: Mach erstmal mehr als ne Handvoll ordentlicher Bundesligaspiele und dann reden wir nochmal über eine Nominierung. Selbst ein Lothar Matthäus, zweifelsohne der bessere Fußballer, musste 4 Jahre Bundesliga spielen bevor er sich in der Nationalmannschaft durchsetzen durfte. Und jetzt ist Prinz Podli auf dem Weg ihn zu überholen. Allein dieser Fakt verdeutlicht, wie schwach und verzweifelt die Nationalmannschft lange Zeit war und macht Lukas Podolski zur Nummer eins auf der "Das werden wir unseren Kindern erklären müssen" Liste.

Update: Im Aktuellen Donnerstag-Kicker gibt es überraschender Weise 2 Artikel, die sich genau mit dem Problem Podolski und Fußball auf (gehobenen) Bundesliganiveau spielen beschäftigen. Zunächst wird im Dortmund Artikel halt mal ganz sachlich erklärt, dass es für einen Linksverteidiger halt schwerer ist defensiv zu glänzen, wenn das Kampfschwein Grosskreutz vor ihm durch die Faule Sau Podolski ersetzt wird (wobei auch Andre Schürrle da in den Länderspielen nicht gut weg kam.). Im zweiten Artikel fragt der Kicker dann direkt, ob Stale Solbakken einen Spieler wie Podolski überhaupt in diesen Zitat Poldi aus dem Jahre 2005 "System-Dreckscheiß" zwingen kann. Uwe Rapolder soll genau daran gescheitert sein. Dass einzige, was in dem Artikel steht und ich bisher nicht gesehen habe, ist die Entwicklung, die Podolski seit dem genommen haben soll. Es wird auf jeden Fall interessant.

Freitag, 17. Juni 2011

Wir unterbrechen unsere Sommer-Serie für eine wichtige Mitteilung

Lukas Podolski hat internationale Klasse!!!
Zumindest behauptet das der Kicker. Ich frage mich immer, wie ein eigentlich vernünftiges Blatt wie der Kicker in Sachen Podolski so viele Sachen einfach mal ignoriert und bei Podolski alles rosarot hinnimmt. Sie loben ihn nicht nur in die Internationale Klasse, sondern nenen ihn auch noch einen vorbildlichen Kapitän...
Lukas Podolski hat keine schlechte Rückrunde gespielt. Er hat vielleicht sogar das bester Halbjahr seiner Karriere hinter sich... aber ein Spieler von internationaler Klasse:
... sollte meines erachtens in der Lage sein 2 gute Spiele hintereinander zu machen. Und der Kicker verteilt doch die Noten, da müssen die sie sich doch auch nochmal anschauen, bevor sie ihre Rangliste erstellen...
... solte als logische Konsequenz auch in der Lage sein, auswärts gut zu spielen. Das tat Lukas in dieser Rückrunde nie.
... sollte in der Lage sein einen internationalen Spielplan zu überstehen. Nicht mal 2 Wochen ist es her, dass der Kicker wie selbstverständlich erklärt hat, dass ein Podolski halt nach einer langen Saison müde sei... von den 16 Bundesligaspielen und den paar Länderspielen die er dieses Jahr bestritten hat? Jetzt stellt euch vor, ein Podolski würde für einen Verein spielen der International vertreten ist und auch noch weit kommt... Das würde der nie verkraften.
... sollte in Spielen gegen Aserbaidschan... sagen wir es so: Mesut Özil war in den Spielen auch nicht überragend, dennoch war ein deutlicher Unterschied zwischen Lukas und Mesut zu erkennen... obwohl beide müde waren...
... sollte auch im Spiel gegen den Ball halbwegs brauchbar sein. Bei Lukas Podolski fällt es schon auf, wenn er in der Defensivarbeit mal bemüht ist. Meistens lässt er (vor allem in der Nationalmannschaft, wo er ja auf dem linken Flügel spielt) den linken Verteidiger ziemlich alleine. Fußball auf internationalem Niveau funktioniert so nicht mehr. Wenn die Dortmunder oder die Mainzer (letzte Saison die Mannschaften, die in Sachen Balleroberung ganz weit vorne standen) einen Podolski durchschleppen müssten... würde dort das gesamte System zusammenbrechen. (Random Note: Deswegen wird ein Team um Zlatan Ibrahimovic auch nie die Champions League gewinnen... der führt seine ersten Defensivzweikämpfe im Jahr 20 Minuten bevor er ausscheidet...)

Aber der Kicker ist ja an der Stelle noch nicht fertig. Lukas Podolski ist nicht nur internationale Klasse, sondern auch noch ein "vorbildlicher Kapitän", der seine Kollegen mitreißt... Ja, das steht so im angeblich fachlich besten Fußballmagazin Deutschlands. Ich habe mir die letzten 2 Stunden meinen Kopf an meinem Schreibtisch eingeschlagen und werde dies nach dem Beenden dieses Posts fortsetzen....
Also gut, ein Vorbildlicher Kapitän sollte
... auch in Auswärtsspielen vorne weg gehen. Siehe oben.
... sollte sich gefühlt nicht alle 2 Wochen in einem Auswärtsspiel abschießen lassen, ohne sich zu wehren. Nehmen wir einfach die Partien gegen Hamburg und Mönchengladbach: 2 aufeinanderfolgende Auswärtsspiele gegen Dauergäste auf dieser Seite. Hamburg hat sogar gegen St.Pauli verloren... Kölns Bilanz: 0 Punkte, 3:11 Tore...
... sollte vorne weg marschieren, seine Truppe mitziehen und somit verhindern, dass die Kölner Version von Jürgen Klopp entlassen wird. Sicherlich, Volker Finkes Beitrag zur Frank Schaefer-Entlassung ist nicht zu unterschätzen. Aber wenn die Kölner Spieler es in den Auswärtsspielen gegen Gladbach und Hamburg wenigstens mal versucht hätten... (wobei das nebenbei Podolskis Beste Auswärtsspiele der Rückrunde waren...)
... sollte sich in der entscheidenden Saisonphase, in der es für deinen Heimatverein um alles geht, nicht zurückziehen wie eine Mimose, nur weil sein Lieblingstrainer entlassen wurde. Lukas Podolskis Saisonende war einfach nur hässlich. Ein Notenschnitt von 4,75 über die letzten 4 Spiele, nur ein Tor und viele lustlose Auftritte: der 1. FC Köln hat die entscheidenden Punkte nicht wegen sondern trotz Podolski geholt (mal ganz abgesehen davon, dass die selber nicht genau wissen, wie sie ihre Punkte geholt haben...)

Ich weiß ja, Podolski-Bashing ist mein Lieblingsthema. Und wie Eingangs erwähnt: er hat eine gute Rückrunde (vor allem für seine Verhältnisse) gespielt. Im weiteren Kreis kann man ihn ganz entspannt und sachlich einordnen. Aber Internationalle Klasse und vorbildlicher Kapitän sind für mich andere Kategorien.

Donnerstag, 10. Februar 2011

endlich mal wieder ein ansehnliches Freundschaftsspiel

das gefühlt erste seit dem Ende des 2. Weltkrieges... und dennoch gab es genügend Ansätze für diesen Blog. Angefangen bei
Jogi Löw und seiner Aufstellung. Ich weiß nicht, ob ihr schon davon gehört habt, aber es gibt da diese Mannschaft, die die Liga dominiert und 12 Punkte Vorsprung auf Platz 2 hat. Und diese Mannschaft baut zu nicht unwesentlichen Teilen auf junge, deutsche Spieler, die in der Lage sind technisch brillianten Offensivfussball zu spielen. Dennoch gibt es nur einen Nationaltrainer weltweit, der eine Startelf ohne einen einzigen Spieler dieser Mannschaft aufstellen kann: Jogi Löw.
Und ich glaube nicht, dass ein Mario Götze dem Kombinationsfluss in der ersten Halbzeit so sehr geschadet hätte... oder das ein Mats Hummels mehr Elfmetersituationen herraufbeschworen hätte als Per Mertesacker...

Dennis Aogo: 6 Bundesligaspiele in dieser Saison. Dabei hat er 2 Mal die Kickernote 3,0 bekommen... Dennis Aogo ist einer dieser Spieler, auf die Lukas Podolski zeigen kann um zu behaupten "Guckt mal, ich bringe doch gar nicht die wenigste Leistung aller Nationalspieler". Dennoch durfte er 90 Minuten lang Spielpraxis in der Nationalmannschaft sammeln... und es ist nicht so wie im Sturm, wo Jogi Löw sich einreden will, dass er keine Alternativen zu Miroslav Klose hat... er hatte einen Marcell Schmelzer auf der Bank. Ich will ja dem Michael Ballack nicht die Hoffnungen nehmen, aber mangelnde Spielpraxis kann Jogi Löw eigentlich nicht anbringen, wenn er erklärt, warum er Ballack noch nicht wieder nominiert hat...

Per Mertesacker: ich zitiere Tom Bartels: "bringt sich da selbst in die Bredoullie, hat er gut gemacht." Ich weiß ja, dass sie bei Werder Bremen etwas seltsame Ansätze in Sachen Verteidigung haben. Und das diese Konzepte dieses Jahr auf eine neue Spitze getrieben werden... dennoch ist das eine etwas komische Aussage, um das Spiel von Mertesacker zu beschreiben...

Lukas Podolski: Echt super, wenn man einen Spieler hat, der aus dem Stand mit Links am Tor vorbeischießen kann.... auch wenn er sonst nichts (verteidigen und den rechten Fuß benutzen sind 2 Beispiele, die Tom Bartels im selben Spiel noch genannt hat) kann.
Und alle, die jetzt behaupten, Lukas Podolski spielt doch besser als früher. Ja, tut er. Aber er ist immernoch Stammspieler beim Tabellen-16 und nicht in der Lage, 2 gute Spiele in der Bundesliga für Köln hintereinander zu machen. Und auch wenn Andre Schürrle, wie die Mainzer im Allgemeinen, nicht mehr so stark spielt wie zu Saisonbeginn... 10 Saisontore sind immernoch mehr als die 7 von Lukas Podolski. Nur mal so zum Vergleich: niemand würde auf die Idee kommen, Christian Tiffert (Leistungsträger beim Tabellen-14.) in die Nationalmannschaft einzuladen...
Natürlich hacke ich in diesem Blog oft und gerne auf Podolski rum. Das liegt aber daran, dass er mir das meiste Material liefert... Der Junge hat(te) einfach viel zu viel Potentzial. Wenn er eine halbwegs vernünftige Entwicklung genommen hätte, würde er jetzt bei Bayern München oder zumindest einem Spitzenverein aus der 2. Reihe wie Werder Bremen oder den Hamburger SV Stammspieler sein. Und zwischen 12 und 20 Tore pro Saison schießen. Wenn er eine richtig gute Entwicklung genommen hätte, würde er jetzt neben Mesut Özil bei Real Madrid stürmen. Das Potentzial dazu hat er in seinem linken Fuß. Am Rest hätte man durchaus arbeiten können... Stattdessen spielt er beim 1.FC Köln gegen den Abstieg... und ist nebenbei auf dem Weg zum Rekordnationalspieler (was Bastian Schweinsteiger zum Glück verhindern wird...)
Guckt euch einfach mal an, was für Spieler mehr als 81 Länderspiele für Deutschland gemacht haben. Alles unbestritten Weltklasse-Leute... und halt Lukas Podolski.