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Donnerstag, 15. August 2024

Weil die Sommerpause noch nicht ganz vorbei ist

 geht es immer noch um die Frage, wer in dieser Hitze wohl den größten Blödsinn erzählt. Um nochmal die bisherigen Kandidaten vorzustellen:

Jupp Heynckes würde gerne das Elfmeterschießen abschaffen und durch ein Wiederholungsspiel am nächsten Tag ersetzen. Dabei ignoriert er komplett, dass das allein schon in der Organisation ein unlösbares Mammutprogramm wäre, denn irgendjemand muss dieses Finale ja auch absichern. Also stellt euch einfach mal kurz vor, was für ein Aufwand das für Polizei, Ordner und Gastropersonal gewesen wäre, wenn Mikel Oyarzabal in der 86. Minute vorbeigeschossen hätte und alle am Tag darauf wieder antanzen müssen. Und bei dem EM Finale hätte es dieses Problem ja in ganz Deutschland gegeben, weil alle Fanmeilen des Landes erneut abgesichert werden müssen. Wenn man bedenkt, dass das die eine oder andere Fanmeile wegen des einen oder anderen Unwetters evakuiert werden musste, fällt einem auf, wie wichtig das Sicherheitspersonal bei solchen Events ist.

Dazu können die Spieler auch nicht einfach 2 Tage infolge ein Spiel auf allerhöchstem Niveau und mit allerhöchster Intensität abliefern. Das haben ja gerade die im Niveau von Spiel zu Spiel schlechter werdenden olympischen Spiele bewiesen. Die 3 Tage zwischen den Spielen, die man mindestens ansetzen müsste, gibt der Rahmenterminkalender einfach nicht her.

Kandidat 2 war Lukas Podolski, der der Gen Z vorgeworfen hat, dass sie nicht hart genug arbeiten will. Ein privilegierter Multimillionär, der all sein Geld mit seinem unfassbaren Talent gemacht und dadurch sein Hobby zum Beruf machen konnte, wirft der Jugend vor, dass sie zu faul ist. Als Bonusfeature ist dieser Schnösel zurück zu "Mutti" gerannt, als es beim FC Bayern nicht so lief, wie er sich das erträumt hätte... auch weil er für diesen Traum, Plottwist incoming, nicht hart genug gearbeitet hat.

Jetzt meldet sich eine ganze Gruppe an: die Ultras von Bayer Leverkusen. Ich wusste gar nicht, dass es die gibt. Aber ja, ein Verein, der selbst in seiner Meistersaison sein Stadion "nur" 11-mal ausverkauft hat, hat eine eigene Ultra-Gruppierung. Ein Stadion, das mit einer Kapazität von nur 30.210 Plätzen, zu den kleineren gehört... Was kommt als Nächstes? Hoffenheim-Ultras? Oh, warte, die haben sich mit einem "125 Jahre TSG - Aufgebaut und zerstört - danke für Nichts!" Plakat gegen Dietmar Hopp gestellt. 

Anyhow, die Leverkusen Ultras, von denen wir nicht mal wussten, dass es sie gibt, boykottieren jetzt den Supercup. Was ich nebenbei supergut finde. Dass der Supercup aufs 1. Pokalwochenende gelegt worden ist, ist einer dieser viel zu wenig beachteten Kommerzialisierungsskandale. Das ist nebenbei auch eine neuere Erfindung, denn während der Pandemie wurde der Supercup, aufgrund des supervollen Terminkalenders abgesagt (ha, als ob...) auf einen Mittwoch verlegt. Vorher war es quasi das letzte Testspiel (oder zwischenzeitlich sogar ein Test-Turnier) vor dem Saisonauftakt. Genau so sollte es sein. Und das ist eine dieser Ansetzungen, bei denen ich voll für einen Spielabbruch bin. 

Aber andererseits sollten die Bayer Ultras ja eigentlich gegen die Aufstockung der Champions League protestieren. Das sind die Spiele, die wirklich weh tun und die man boykottieren müsste, wenn man wirklich was verändern will. Aber da werden die Bayer-Ultras jubelnd im Block stehen. Genauso wie die Borussia Dortmund Ultras. Denn am Ende sind sie doch das "Tennispublikum", welches sie so gerne verhöhnen. Sobald sie selbst von den Erneuerungen profitieren, sind sie voll dabei.

Mein größtes Problem ist ja, dass der Supercup den Fokus von den Amateuren nimmt. Das sollte eigentlich das eine Wochenende sein, in dem es David gegen Goliath in der Dauerschleife gibt. An dem wir alle gespannt darauf warten, welcher Bundesligist sich dieses Jahr blamiert. Während alle inständig hoffen, dass es nicht sie trifft, weil sie dann ja zu der Lachnummer der gesamten Nation werden. Und einen Verein erwischt es ja immer. Stattdessen rede ich jetzt schon mehr über den Supercup, als über den Pokal...

Kandidat Nummer 4 ist dann der Bayern CEO Jan Dreesen. Der stellt eindeutig klar: "wir können und werden solche unsachlichen Angriffe auf den FC Bayern niemals dulden, geschweige denn akzeptieren." Ist auch wirklich Zeit, dass endlich mal jemand Juan Bernat zur Seite springt. Oder Lothar Matthäus. Oder all den anderen Menschen, die von Uli Hoeneß und seiner Abteilung Attacke unsachlich angegriffen wurden. Oh warte... es geht um Fernando Carro, dem CEO von Bayer Leverkusen... natürlich. 

Die Bayern haben die allergrößten Experten in Sachen "unsachliche Angriffe" in ihren Reihen. Uli Hoeneß hat das quasi erfunden und als Ablenkungsstrategie perfektioniert. Auch wenn er seiner AG damit mittlerweile eher schadet als hilft. Aber wenn die Bayern in irgendeiner Form gegen unsachliche Angriffe vorgehen, sollen sie bitte in ihren eigenen Reihen damit anfangen. Denn wenn ihr eigener Pate das immer wieder darf, muss man es auch mal ertragen, wenn anderen so eine Attacke rausrutscht.

Aber hey, das Sommerloch ist ja fast vorbei, ab morgen gibt es wieder relevante Spiele...

Donnerstag, 18. Januar 2018

Trollt Jupp Heynckes uns eigentlich?

Also... habt ihr bei genauerem Hinsehen eine bessere Erklärung?

Das faszinierendste am Jupp Heynckes Comeback ist ja, dass es seit dem die Idee das erste Mal aufkam nur positive Resonanz gab. Also allein der Gedanke, dass eine derart rückwärts gerichtete Entscheidung den Bayern langfristig Schaden könnte, durfte nirgends ausgesprochen werden... außer natürlich hier.

Nun kann man, da Jupp seit dem alles richtig gemacht zu haben scheint, jetzt noch zu dieser Meinung stehen, oder es lassen... aber dass es so gar keine Kritik an dem Mann gibt... egal was er macht...

Am deutlichsten wurde das bei dem Vergleich der Berichtserstattung der Paris St.Germain Spiele... also wenn Carlo Ancelotti in einem derart wichtigen Spiel auf Kingsley Coman anstelle von Arjen Robben bringt, fragen sich alle, ob der mit einer derart absurden Aufstellung nicht seinen Rauswurf provozieren wollte... Wenn Jupp Heynckes dasselbe macht, sagen alle nur "Genial, wie der die Jugend fördert."

Natürlich hat der Trainer, der gewinnt am Ende immer recht... aber sollte kritische Berichtserstattung nicht anders funktionieren?
Also ja, Heynckes hat diese Mannschaft stabilisiert. Und er hat ein genau genommen belangloses Spiel gegen Paris gewonnen. Und 2 mal gegen 10 Leipziger... dazu gegen nen Haufen Laufkundschaft... Aber ist er deswegen der Heiland? Fällt niemanden auf, dass die Bayern die 4 Spiele vor der Winterpause gerade so gewonnen haben? Also jeweils mit einem Tor Vorsprung? Obwohl es unter anderem gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten ging?
Wenn Ancelotti im eigenen Stadion die Kölner 90 Minuten lang von einem Punkt durch nen Lucky Punch träumen lassen würde... wäre hinterher das "Das ist nicht gut genug" Gejammer groß.

Und auch die Beurteilung der einzelnen Spieler... wird unter Jupp Heynckes alles schön geschrieben...
Wenn Franck Ribery auch unter seinem Lieblingstrainer noch nicht wirklich auf die Beine gekommen ist... hat er ja noch Zeit... Mal sachlich betrachtet hat der Mann bisher 1 Saisontor erzielt... aber die Bayern müssen unbedingt mit ihm verlängern...
 Wenn Thomas Müller auch unter Heynckes keinen unumstrittenen Stammplatz hat, ist er halt noch verletzt und muss erst langsam wieder aufgebaut werden... Anstatt drauf zu verweisen, dass Müller auch unter Heynckes nur noch am Mitlaufen ist...
Wenn ein Ancelotti Müller erst Mal aufbauen wollen würde... bekäme er sofort von allen Seiten Gegenwind.

Aber seit dem Heynckes wieder in Amt und Würden ist, dürfen alle nur noch darüber berichten, wie genial es doch wäre, wenn der länger bleibt... anstatt mal kritisch zu fragen, ob es nicht vielleicht im Jahr 2018 bessere Lösungen geben müsste... aber dann müsste man ja positiv über Thomas Tuchel schreiben... oder man fängt selber die "Wird Jogi Löw jetzt Bayern Trainer" Geschichte an, die zu Unruhe bei unserem Lieblingskind führt... (Falls ich nicht mehr dazu komme... das wird Teil 5 der "Wie wird Jogi die Titelverteidigung verkacken" Serie... Dann doch lieber 3 Mal bei Jupp nachfragen, ob er nicht vielleicht doch...
Ganz ehrlich, der Kicker führt sich derzeit wie die schlimmsten Speichellecker auf... wie Geheimagenten von Rumenigge und Hoeneß, die nur ein Ziel haben: Heynckes vom Bleiben zu überzeugen...
Wobei man sachlich erwähnen muss: Von dem Tripple, dass die jetzt alle herbeireden wollen, ist man noch nen gutes Stück entfernt.
Faszinierend ist ja dabei, wie das eine Narrativ das andere komplett ignoriert. Also die Bayern gewinnen gerade so gegen die schwächste Konkurrenz seit Jahren, sollen aber gut genug für den großen Wurf sein? Entweder Köln, Stuttgart und Frankfurt sind gut genug um die Bayern wirklich zu fordern (dann kann man sich die ganze Qualitätsfrage sparen) oder die Bayern sind Stand Jetzt nicht gut genug für den ganz großen Wurf...
Und wo ich schon im Prognosen Modus bin: Gegen Manchester City oder Barcelona werden die kein Land sehen. Es sei denn die Leistungssteigerung setzt wirklich ein... Und schon davor gibt es einen Haufen Mannschaften, gegen die es verdammt eng wird...

Aber zur eigentlichen Frage: Trollt uns Jupp Heynckes jetzt... also meine Theorie ist ja, dass ihm das alles bewusst ist... und er mal guckt, wie weit er das übertreiben kann, ohne dass es jemanden auffällt...
Und noch fällt es niemanden auf... Also im großen Kicker-Interview vom Montag wird großspurig angekündigt, dass es keine "Trainer-Sprech" geben wird... stattdessen fallen die ganze Zeit nur Begriffe wie... phyischer und taktischer Bereich... Homogenität der Mannschaft... fußballerische Harmonie... Rhythmus ändern... Substanzverluste... Angriffsschemen, die perfektioniert werden müssen... klare Inhalte... präzises und perfektioniertes Passpiel... instinktiv ausgeführte Laufwege im Gesamtgefüge...
Also ganz normale Gesprächsfloskel... Die man auch als nicht Trainer verwenden würde und ohne Fußballkenntnis verstehen kann... aber definitiv kein Trainer-Sprech...

Und natürlich spricht Heynckes nicht den neusten Jargon. Den noch zu lernen, hat er einfach nicht mehr nötig. Genau genommen ist das Heynckes Interview der (erneute) Beweis, dass das Phänomen "Trainer-Sprech" gar nicht so neu ist. Nur die Vokabeln haben sich ein wenig entwickelt... was völlig normal ist. Also früher sprach man vom Libero vor der Abwehr, heute vom Abkippenden Sechser, obwohl beide exakt dasselbe machen... Früher hat man von "Kontrollierter Offensive" gesprochen, wenn man das 1:0 einfach nur verteidigen wollte, heute spricht man von "Falscher Neun"... Alles nichts ungewöhnliches...

Dass der Kicker jetzt versucht der gesamten neuen Generation eins reinzuwürgen, weil ihr Lieblingstrainer ja ohne Trainer-Sprech auskommt... dann aber ein Interview führt, dass voll davon ist... ist eigentlich völlig absurd... Da fragt man sich, ob der Autor seinen eigenen Artikel überhaupt mal gelesen hat... Aber man muss das ganze ja so aufziehen, weil man verdeutlichen will, dass Jupp Heynckes was ganz besonderes ist.

Was nicht bedeuten soll, dass alles, was Heynckes gemacht hat, totale Grütze war. Aber genau genommen hat er nur eine Mannschaft, die keinen Bock mehr auf ihren Trainer hatte (was man auch mal ansprechen könnte...) stabilisiert... Das ist nicht mehr als ein ganz normaler Dead Coach Bounce, den man aber auch erst mal auslösen muss... es ist aber nicht auszuschließen, dass Michael Oenning das bei den Bayern hinbekommen hätte. Aus ihm jetzt deswegen den größten Heiland seit Jesus Christus zu machen, erscheint mir einfach ein bisschen übertrieben.

Dienstag, 10. Oktober 2017

Das wirklich faszinierende an der Heynckes Verpflichtung ist ja

wie bedingungslos positiv das alles von unseren Leitmedien aufgenommen wird...

Nicht, dass mich das überrascht... schließlich sind dass die selben Medien, die uns verheimlichen wie schlecht ein Thomas Müller genau genommen geworden ist... sondern sich ganz fest an die Hoffnung klammern, dass der uns schon zum Weltmeistertitel schießen wird...

Ganz ehrlich... wie wahrscheinlich ist es eigentlich, dass wir nach der WM herausfinden, dass die Russen unser ehemaliges Fachmagazin heimlich übernommen haben um sich den Weg zu einem möglichen WM Titel zu erleichtern? Das würde immerhin erklären, warum es in diesem Land gefühlt absolut unmöglich ist irgendwie an Müller zu rütteln...

Und dann setzen die Russen noch einen Trainer ein, der garantiert blind auf Müller setzen wird... weil er ja auch in einem Alter ist, wo man sich eher auf seine Erfahrung als auf neue Eindrücke verlassen muss... Ich sag's ja nur... das könnte alles ein ganz genialer Coup der Russen sein...

Aber sachlich gesehen... ist die Grundlage für den Heynckes-Hype ein ganz anderer... Die Kicker-Redakteure sind einfach froh, dass sie jetzt nicht plötzlich Thomas Tuchel zum neuen Heiland erklären müssen... 6 Monate nachdem sie ihn in Dortmund aus dem Amt geschrieben haben... und ich sag das mal so... als Kicker Redakteur wirst du drei Kreuze machen, wenn Tuchel erst Mal ein Angebot aus dem Ausland annimmt... am besten aus China, damit du ihn unter sonstiges abhandeln kannst... Und in 5 oder 6 Jahren kann man ja behaupten, dass er mittlerweile menschlich und als Trainer gewachsen ist und deswegen jetzt doch die richtige Wahl sein muss...

Stellt euch vor der Kicker müsste den jetzt loben... nachdem sie schon im ersten Artikel, in dem endlich von neuen Namen geredet wurde, von Zweifeln, die die Bayern Führung haben, geschrieben wurde... Und Uli Hoeneß so beim ersten Kaffee: Oh, wir haben Zweifel... na gut, dass ich das weiß...

Deswegen muss man es jetzt auch als Kicker verschweigen, dass Tuchel definitiv die progressivere Wahl gewesen wäre... Stattdessen muss man jeglichen nachdenklichen Ansatz verschweigen... Zumindest so gut wie möglich... und hält seine Fahne lieber (wie schon bei Müller) in den allgemeinen Stimmungswind...

Das mag an meiner völlig absurden Vorstellung von Journalistik liegen... aber ist es nicht eigentlich deren Aufgabe genau das nicht zu machen? Sondern stattdessen die Vorgänge kritisch zu hinterfragen?

Und ja, es kann durchaus sein, dass Heynckes die Bayern zum Meistertitel führt. Ich würde sogar sagen: Ich gehe davon aus. Genau so wie ich davon ausgehe, dass Thomas Müller bis zum Viertelfinale der WM alle Zweifler scheinbar widerlegen wird...
Aber die viel wichtigere Frage ist doch: Welche Impulse kann ein Heynckes in den wirklich wichtigen Spielen wirklich setzen? Und kann der die Mannschaft langfristig nach vorne bringen.
Genau so wie man bei Thomas Müller eigentlich die Frage stellen muss, ob er "uns" in den Viertel- und Halbfinalspielen helfen kann...
Und ich sag das mal so: Das wäre jeweils stand jetzt eine Überraschung. Aber alle werden trotzdem überrascht sein...

Montag, 9. Oktober 2017

Generationswechesl wann anders

Frei nach Farin Urlaub...

Natürlich kann man sich als Bayern-Fan jetzt einreden, dass Jupp Heynckes immer eine Gute Wahl ist. Und dass es halt verdammt wenige Möglichkeiten für die Bayern gibt, einen angemesseneren Trainer zu finden... zumindest nicht, wenn es gerade Oktober ist...
Bei genauerem Hingucken... müssen sich die Bayern-Bosse auf die allerletzte Notlösung berufen... Eine progressive Führungsphilosophie sieht definitiv anders aus...

Das viel größere Problem ist doch aber: Jetzt kommt der Trainer zurück, der mit dem Kern dieser Mannschaft Champions League Sieger wurde. Nur dass dieser Kern mittlerweile ein bedenkliches Alter erreicht hat... Und jetzt soll Jupp Heynckes derjenige sein, der diesen ominösen Umbruch, den die Bayern seit 2 Jahren vor sich herschieben, endlich umsetzt?

Genau genommen... kommt jetzt doch einer dieser Trainer, die sich noch an einen Leistungsträger Thomas Müller erinnern können... ja, genau den Thomas Müller. der gerade in der Länderspielpause zwar 153 Minuten spielen durfte... dort aber auch nur ein "War stets bemüht" in seinem Abschlusszeugnis stehen hat...

Anders ausgedrückt: Selbst gegen Aserbaidschan kommt Müller auf keine Torbeteiligung (gegen Nordirland gab es zumindest einen Assist)... selbst das vollschte Vertrauen und Zweitklassige (höchstens) Gegner schaffen es, dass Müller gut aussieht...

Das vollste Vertrauen wird er jetzt auch von Heynckes bekommen... genau so wie Robben und Ribery...

Das Problem ist: Das wird am Ende des Frühjahres nicht reichen... Obwohl es zumindest für die Bundesliga zumindest reichen dürfte. Aber ein Julian Nagelsmann wird sich dann im Sommer schon fragen, ob er ausgerechnet jetzt, wo der Umbruch nicht mehr aufgeschoben werden kann, den Rekordmeister mit seinen absurden Ansprüchen übernehmen will... oder ob er das nicht lieber jemand anderes machen lässt...

Denn wenn der nächste Bayern-Trainer wirklich auf Coman-Gnabry als Flügelzange setzen muss... dann hat er Stand Heute keine Chance den Job wirklich lange zu halten. Und ob Heynckes im Jahr 2018 noch der Mann sein kann, der einen Coman wirklich nach vorne bringt...
Aber das ist es ja, was der aktuelle Bayern Trainer eigentlich leisten können muss... oder die Bayern geben ihre (relative) Zurückhaltung auf dem Transfermarkt auf und geben im Sommer doch 100 Millionen für einen Flügelspieler aus...

Wenn dies allerdings der Fall sein muss, dann liegt das hauptsächlich daran, dass Rummenigge und Hoeneß sich in diese Sackgasse manövriert haben...
Das passiert ihnen natürlich nicht zum ersten mal... man denke an den Sommer, in dem sie Ribery und Luca Toni für verdammt viel Geld verpflichten mussten. Genau an so einem Sommer arbeiten die Bayern gerade wieder...

Und das halt auch, weil sie sich gegen progressive Trainer entschieden haben. 2 Mal in Folge...
Auf Nationaler Ebene kann man sich das sicherlich auch leisten. Aber das ist ja gar nicht der Maßstab. Die Frage ist ja, wie man unter den besten 4en in Europa bleibt... und derzeit sieht es da eher finster aus. Also zumindest, wenn man in der Champions League wirklich auf die Offensivreihe Ribery-Müller-Robben setzt... wird man dort früher Probleme bekommen, als einem lieb sein kann...

Dienstag, 23. August 2011

Es ist doch erstaunlich, wie die Bayern über ihren Ex-Trainer reden

nur weil sie jetzt einen wehrlosen Hamburger SV verprügelt haben. Fast so, als hätten sie vor Jupp Heynckes einen ahnungslosen Motivator, der für die tägliche Arbeit ungeeignet ist, verpflichtet. Und keine nachweislich sehr guten, aber auch sehr sturen Trainer.

Franck Ribery fühlt sich laut Kicker wie befreit, seitdem er wieder das Vertrauen des Spielers spürt.  Phillip Lahm spricht davon, dass Louis van Gaal noch nicht ganz aus den Köpfen der Mannschaft sei. Es ist doch schon erstaunlich, wie lange die Halbwertszeit von Erfolg heutzutage ist: vor nicht mal 2 Jahren spielten die Bayern den Erfolgreichsten Fußball der Post-Hitzfeld-Ära. Und wir reden hier von der ersten Hitzfeld-Ära... In der Rückrunde 2010 spielten die Bayern so ziemlich alles diesseits von Inter Mailand unter Jose Mourinho an die Wand. Die Bayern holten das Double und standen völlig überraschend im Champions League Finale. Nebenbei entdeckte van Gaal für die Bayern Holger Badstuber und Thomas Müller... und allein dafür sollten sie ihm in München jedes Jahr, in dem die beiden in München spielen. nochmal extra Danken. Manch anderer Bayerntrainer hätte lieber die Fehler der Jungen vermieden und sie gehen lassen, was die Bayern im Fall von sagen wir Matts Hummels spätestens heute bereuen...

Aber anstatt ihren so erfolgreichen Trainer zu stützen, fingen sie schon in der Winterpause, also ein halbes Jahr nach dem Champions League Finale, mit dessen Demontage an. Und warum? Weil er nicht einen mittelmäßigen, aber steinalten Torwart ins Tor stellen wollte, sondern ein junges aufstrebendes Talent. Weil er quasi wenigstens versuchen wollte aus Thomas Kraft eher eine Thomas Müller als einen Matts Hummels zu machen. Und ich bin mir nach wie vor sicher: Wenn die Bayern-Bosse damals gesagt hätten, wir vertrauen auf den Sachverstand des Trainers, der uns ins Champions League Finale gebracht hat, wäre die Rückrunde positiver verlaufen.

Und jetzt? Versuchen sie so zu tun, als hätte es das erfolgreiche Jahr unter van Gaal nie gegeben. Nur mal so zum allgemeinen Vergleich: was meint ihr muss alles schief laufen und wieviele Jahre müssen vergehen, bis Jürgen Klopp in Dortmund komplett in Frage gestellt wird und sie hinterher behaupten: wir hatten hier nie Erfolg mit Kloppo, gut dass der Weg ist!?
Die Bayern feiern stattdessen Jupp Heynckes als ihren Erlöser. Als wären sie seit 5 Jahren ohne Titel und jetzt nach 3 Spielen mit 15:0 Toren gestartet. Dabei brauchten sie 180 Minuten, um ihr erstes Tor in der neuen Bundesligasaison zu erzielen... Und Heynckes ist nich die Lösung, mit der die Bayern den Abstand zu den ganz großen wie den FC Barcelona oder Manchester United verkürzen. Und das ist ja irgendwie der Anspruch der Bayern... Warum nicht? Sagen wir es so: Strategisches Denken sieht anders aus, als einen Trainer, der 66 Jahre alt ist, zu verpflichten. In 2 Jahren sollte Heynckes in seinem wohlverdienten Ruhestand sein... Bei Barca und Manchester wird derweil immernoch das Konzept Barca oder Alex Ferguson am Laufen sein...
 Die Bayern werden dann wieder einen neuen Trainer mit neuem Konzept brauchen... Aber hey, mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit wird Michael Oenning dann zu haben sein...
Aber letzte Chance mit van Gaal über längere Zeit (wie er es unter anderem auch bei Barca geschafft hat, er ist schließlich der Xavi Entdecker) ein Konzept zu prägen wurde auf Grund persönlicher Eitelkeiten (und der Sturheit van Gaals, ist ja nicht so, dass er gar keine Schuld an seiner Entlassung hat) weg geworfen....