Mittwoch, 15. September 2021

Thomas Müller hat getroffen!

 Gegen Barcelona! Zum 1:0! Guckt mal, der kann doch noch wichtige Tore gegen gute Mannschaften erzielen...

Ähm... nein. Barca ist halt auf dem besten Weg das nächste Arsenal zu werden: Eine Mannschaft, die international den Anschluss verpasst. Die froh sein muss, wenn sie das Achtelfinale erreicht, aber spätestens dort ist dann Schluss. Mich würde es ganz ehrlich nicht überraschen, wenn sie dieses Jahr sogar das Achtelfinale verpasst haben...

Und ja, wie krass sich Barca in den letzten Jahren selbst abgeschossen hat, ist wirklich faszinierend. Also dass sie sich an den Punkt gewirtschaftet haben, an dem Lionel Messi weggehen musste. Was hat dich bloß so ruiniert? 

Die können das ja noch nicht mal auf die Pandemie schieben. Also gut, dass Messi wirklich wechseln musste, liegt schon an der Pandemie. Ohne die hätte man noch solange weiterwursteln können, bis Messi in den Ruhestand geht und DANN wäre allen aufgefallen, wie Scheiße es läuft. 

Am deutlichsten zeigt sich das Versagen von Barcas Führungsetage ja im Miralem Pjanic Transfer. Also genau genommen war das ja schon ein Tausch gegen den wesentlich jüngeren Arthur. Beide Vereine mussten dies aus buchungstechnischen Gründen genau so durchziehen. Also weil man ja die erhaltenen Ablösesummen in ein Jahrbuch schreibt, die gezahlten über mehrere Saisons abschreibt. Dass Vereine, die derartige Praktiken nötig haben, überhaupt eine Lizenz bekommen. Also sowohl für die nationale Liga, als auch für die Champions League.

Aber das ist ja nur der Anfang vom Pjanic Drama. Denn mittlerweile hat man den an Besiktas ausgeliehen. Zum Null-Tarif. Einfach nur um sich das Gehalt zu sparen. Obwohl, Besiktas zahlt nur 2,5 bis 3 Millionen Euro, "die restliche Summe überweist Barca." Was, weil er auf 60 % seines Gehaltes verzichtet, nur noch 3 Millionen Euro sein müssten.

Oh und die 60 Millionen Euro "Ablöse", die man letztes Jahr als Gewinn verbucht hat, weil man Arthur verkauft hat, müssen ja auch irgendwo wieder auftauchen. Also das kurzsichtige, für die Bilanz getätigte Tauschgeschäft schlägt jetzt mit verdammt vielen Millionen in die Bücher, obwohl der Spieler nicht mal mehr für Barca spielt, man aber weiterhin die Ablöse verrechnet und Teile seines Gehaltes zahlt...

Was jetzt mit diesem Klub passiert, ist eine der spannendsten Fragen der anliegenden Fußballgeschichte. Denn die haben ja immer noch einige wenige richtig gute Spieler. Also Marc Andre ter Stegen, Frankie de Jong und Memphis Depay. Aber müssen die jetzt auch verkauft werden? Dazu erinnert man jetzt zwangsweise an seine Basis und baut endlich wieder La Masia Talente ein. Pedri und Ansu Fatu sind die offensichtlichsten Beispiele. Aber sind diese Talente so stark mit Barca verbunden, dass sie durch die definitiv anstehenden finsteren Jahre gehen werden? Oder sind die im nächsten Transfersommer weg?

An der Stelle sei nochmal erwähnt, dass Spanien im 2010er WM Finale mit 6 von Barca ausgebildeten Spielern bestritten hat. Dazu kommt dann noch dieser ominöse Lionel Messi. Oh und mit Victor Valdes und Cesc Fabregas saßen 2 weitere La Masia Absolventen beim Anpfiff auf der Bank. Man hatte damals also 8 Weltmeister und Lionel Messi ausgebildet. 

Es ist also im Rahmen des vorstellbaren, dass eine Barca Mannschaft um De Jong, Pedri und Ansu Fatu in 3 Jahren in die Elite zurückkehrt.
Aber so abgefuckt, wie die Lage in Barcelona gerade ist, ist es genauso vorstellbar, dass der Verein in 3 Jahren aufgelöst wird und in der letzten Liga einen Neuanfang startet. Es ist echt alles möglich.

Dienstag, 14. September 2021

Eine interessante Ansicht zur WM in Qatar

 Kommt von Amnesty International. Die sagen nämlich: Spielt und nutzt die Gelegenheit.

Eine WM in diesem Land könnte eine der wenigen Möglichkeiten sein, um auf die Missstände im Land hinzuweisen, während die ganze Welt zuschaut. Man könnte die Idee von Freiheit in die Köpfe der Einwohner zu pflanzen.

Das sollte man ernster nehmen als Franz "Ich habe keine Sklaven gesehen" Beckenbauer... aber trotzdem muss ich irgendwie denken: Die sind ganz schön naiv bei Amnesty International.

Also falls die den Sport sonst nicht so verfolgen: Wir hatten Olympische Spiele in Peking und eine Fußball-WM in Russland. Was einem auch nur zum Schluss bringt: Warum betrachtet man die Scheichs eigentlich kritischer als den Zaren und Winnie Puuh?

Oh und als Bawful Bonus Stat gab es eine WM und Olympische Spiele in Brasilien, das hat der indigenen Bevölkerung, den Schwulen und dem Regenwald vor Ort richtig geholfen... 

Praktisch zeigt sich doch, dass die korrupten und menschenverachtenden Staaten ein derartiges Turnier nur für ihre eigene Propaganda nutzen und es hinterher genau eben nicht zu den entscheidenden Fortschritten in der Gesellschaft kommt. Denn Sport ist zwar wichtig, aber sooo wichtig ist er dann auch wieder nicht.

Aber ich muss ja zugeben, dass ich Amnesty International mehr in meine Entscheidung einfließen lassen werde, ob ich diese WM überhaupt gucke und am Ende darüber blogge. Und final entschieden habe ich das nicht.

Ich ignoriere die Qualifikationsspiele ja nicht nur, weil mich belangloser Fußball einfach nicht interessiert, sondern weil ich noch nicht endgültig entschieden habe, wie ich mit diesem Turnier umgehe. Und solange das nicht der Fall ist, schreibe ich auch nicht über die Qualifikation. Wenn schon Boykott, dann richtig. Mach ich bei Beyoncé ja auch nicht anders...

Nicht, dass es wirklich relevant ist, ob ein bescheidener Blogger mit furchtbarem Layout und 20 Lesenden wirklich die WM boykottiert... aber hey, Gedanken machen darf man sich ja.

Ganz großartig wird es dann, wenn Toni Kroos dann sagt, man sollte auf jeden Fall daran teilnehmen, aber die Bühne nutzen. Toni Kroos, der demonstrativ aus der Nationalmannschaft zurückgetreten ist, weil er an diesem Turnier am Ende doch nicht mehr teilnehmen will...

Also Toni Kroos könnte einer der wenigen deutschen Nationalspieler sein, der genügend Persönlichkeit besitzt, um diese Kritik anzuführen. Der ist sowohl in seiner Entwicklung als auch in seinem internationalem Standing so weit, dass er sich eine Positionierung leisten und mit dieser vielleicht auch was erreichen kann. Aber er zieht dann doch zurück.

Wenn er wirklich der Meinung ist, dass man diese Bühne nutzen muss, dann soll er dies doch machen. Mit der ganz klaren Aussage, dass er sich während des Turniers hauptsächlich zu den Zuständen im Qatar äußern wird, seinen Rücktritt zurücknehmen und seine Reichweite nutzen, um was zu erreichen.

Stattdessen lehnt er sich zurück und sagt den anderen, dass sie doch bitte etwas machen sollen. Das ist besser, als über andere, die etwas unternehmen, zu fluchen... aber eben auch nicht viel besser.

Montag, 13. September 2021

Worst of eines ganz normalen Spitzenspiels

 Also nicht nur, weil es halt so ausging, wie es immer ausging: RB Leipzig war bemüht, aber am Ende chancenlos. Alle "Kann Entscheidungen" gingen an die Bayern und die erzielten am Ende ein Tor zu viel. So läuft dieses Spitzenspiel halt meistens. Oh und natürlich wurde wieder übers Handspiel diskutiert, aber schön, dass die neuen Regeln so viel eindeutiger sind...

Aber das wirklich spannende ist ja, dass aus RB jetzt doch noch ein richtiger Bundesligist wird. Dass man selbst dort als gegnerischer Trainer oder Spieler ausgepfiffen wird, wenn man den Platz betritt. Was sowohl Nagelsmann als auch Sabitzer passierte.

Das ist halt faszinierend, weil mir am Freitag dieser Kommentar vom Sportbuzzer über den Weg lief. Da ging es dann auch indirekt darum, dass die Stimmung in Leipzig schon etwas Besonderes ist, weil man sich eben auf die Unterstützung der eigenen Mannschaft konzentriert. Bei nächster Gelegenheit bewiesen die Fans dann, dass das nicht zwingend so bleiben muss.

Nebenbei ist der Gedanke aber schon ein interessanter. Denn das ist ja auch der Grund, warum man aus dem Leipziger Fanblock keine rassistischen Beleidigungen hören wird. Denn es wird ja im Normalfall nicht der eigene dunkelhäutige Spieler als Neger beschimpft, sondern der gegnerische.
Aber jetzt werden die angeblichen Puristen kommen und behaupten, dass das ja genau so sein muss und dass das in Leipzig alles gar keine richtigen Fans sind, weil sie die Gegner nicht auspfeifen und beleidigen...

Denn nur, wenn man im Derby so richtig aggressive Stimmung aufbaut, können ja auch so richtig schöne Fußballfeste entstehen, wie wir es in Kaiserslautern erleben durften. Wenn man sich einfach nur auf das Zelebrieren des Fußballs konzentriert, ist so was ja gar nicht möglich. 

Wie es sich für ein richtiges Spitzenspiel gehört... machte Hasan Salihamidžić einen auf Uli Hoeneß und holte völlig unmotiviert zu einem Angriff gegen einen nicht mal anwesenden Spieler aus: Marco Reus. Und Hasan bewies, dass er mit Hoeneß und Karl Heinz Rummenigge die allerbesten Mentoren im "Bullshit labern" hatte, denn seine Aussagen waren so unfassbar dumm und ignorant... so was hätte man sonst nur Rudi Völler zugetraut.

Also um euch kurz aufzufrischen, was Hasans Problem ist: Reus ist frühzeitig von der Nationalmannschaft zurückgekehrt, konnte aber am Wochenende 90 Minuten lang spielen. Die Verletzung war also nicht sooo schlimm. Und so was würde es ja bei Bayern Spielern nicht geben. Zitat: "Unsere Spieler bleiben da und spielen immer."

Also das ist allein schon deswegen unfassbar dumm, weil auch Thomas Müller im Aufgebot gegen Island fehlte, am Wochenende aber durchspielen konnte.

Weil Manuel Neuer sich immer wieder Schaffenspausen gegönnt hat und frühzeitig abgereist ist. Jogi Löw war da immer sehr umgänglich und hat gerade den Bayern Spielern (aber auch einem Toni Kroos) immer wieder ihre Pausen gegönnt. Dadurch wurde dann halt das Leischtungschprinzchip endgültig ausgehebelt und Testspiele teilweise zur Farce. Was sich dann auch irgendwann (also genau genommen nach 2014) auf die Turnierleistungen ausgewirkt haben dürfte. Anders ausgedrückt: Wenn Hasans Satz wirklich stimmen würde, hätten "wir" im Sommer vielleicht sogar das Halbfinale erreicht.

Und um das ganz große Bild zu zeichnen: Ein Phillip Lahm als bester deutscher Spieler dieses Jahrtausends ist im Sommer 2014 aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Und das wusste er ja schon vorher, das hatte also nichts mit dem Titel als Krönung zu tun. Lahm war damals 31 Jahre alt, hatte aber einfach keinen Bock mehr auf die Zusatzbelastung. Marco Reus ist jetzt 32, macht aber weiterhin mit. Aber "Unsere Spieler bleiben da und spielen immer." Außer sie tun es nicht.

Aber hey, es ist doch gut zu wissen, dass es auch nach Rummenigge und Völler noch Vollidioten geben wird, die absoluten Müll von sich geben und mich dadurch mit Stoff zum Schreiben versorgen.

Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund: War schön. Tolle Werbung für den Fußball. Und eine schöne Beruhigungspille für die Bayern. Denn beide sind für den Rekordmeister so keine Gefahr. Gerade die Dortmunder. Klar, die können diese überemotionalen Spiele bestreiten und gewinnen. Sie haben es ja bereits zum 2. Mal gemacht. Wenn nicht sogar 3 Mal, dass 5:2 gegen Frankfurt kam ja auch aus der Kategorie "Begeisternd". Aber sie können ja noch nicht mal normale Bundesligaspiele bestreiten, geschweige denn gewinnen. Siehe das 1:2 gegen Freiburg. Aber nur Mannschaften, die solche Spiele aneinanderreihen, haben eine Chance Meister zu werden.

Wie zum Beispiel der VfL Wolfsburg. Die brauchen keine Festspiele und keinen Vollrausch Fußball. Die können eiskalt und humorlos mit 0:2 in Fürth gewinnen. Oftmals wird ja nach so einem 4:3 gesagt: Das sind die Spiele, die einen zum Meister machen. Aber genau genommen sind es diese unauffälligen Arbeitssiege, über die 2 Tage später niemand mehr redet. Davon braucht man halt so 20 Stück im Jahr. Und dann noch 5 oder 6 mitreißende Festspiele, fertig ist der Meistercocktail. Aber solange die Dortmunder nicht nachweisen, dass sie auch die humorlosen Arbeitssiege holen können... also mehr als einen, möglichst am Stück... solange müssen sich die Bayern nicht mit ihnen beschäftigen.

Ansonsten bleibt festzuhalten, dass Mainz in 4 Spielen mehr Punkte geholt hat, als in der gesamten Hinrunde. Wer also seine Strategie im Kampf um den Klassenerhalt darauf ausgelegt hat, dass Bo Svensson nur ein Dead Coach Bounce ist und die dieses Jahr wieder unten reinrutschen, muss wohl umplanen...

Thomas Reis zum Beispiel wird darauf reagieren müssen. Denn der ist noch im "Es kommt darauf an, wie man verliert" Modus... Er muss aber ganz dringend in den "Es kommt nur darauf an, dass man nicht verliert" Modus... also genau genommen ist es nicht wichtig, ob man gewinnt, sondern das man gewinnt. Das soll ein deutscher Philosoph mal gesagt haben. Oder war es doch nur Arnd Zeigler?

Donnerstag, 2. September 2021

Rudi Völler schaltet in den Karl-Heinz Rummenigge Modus

 War ja immer klar, dass Völler dessen Rolle übernehmen würde, sobald Rummenigge in den Ruhestand wechselt. Er hat das mit haufenweise dämlichen und unreflektierten Aussagen lange genug angekündigt.

Jetzt übernimmt Völler also die "Die Nationalmannschaften müssen für die Vereinsmannschaften zurückstecken" Rolle. Nur die Verbände müssen Rücksicht nehmen, wenn es um die Spieler geht. Bei den Vereinen kann alles so weitergehen, wie bisher.

Völler spricht ja selber an, dass Länderspiele abgesagt worden sind. Unter anderem im März. Aber auch im Frühjahr 2020 wurden derartige Events abgesagt. Also von November 2019 bis September 2020 gab es gar keine Länderspiele. Die längste Pause seit dem Ende des 2. Weltkrieges.

Gleichzeitig wurde aber haufenweise Fußball gespielt. Also auf Vereinsebene. Die Bayern als herausragendste Mannschaft musste auf 2 Heimspiele verzichten. Alles andere wurde für die Fernsehstationen ausgetragen, damit sich das Rad weiterdrehen kann.

Selbst vollkommen sinnlose oder unfaire Veranstaltungen wie die Supercups, die Klub-WM oder die Relegation wurden abgesagt, anstatt da mal zu sagen: Ok, da verzichten wir ein Mal wegen der Pandemie darauf. Das wäre garantiert mit Verlusten verbunden, aber umsetzbar gewesen. Aber es ist immer weiter die Hand aufgehalten worden.

Am Ende sollen wir wahrscheinlich noch begeistert sein, dass die Superleague Idee nicht umgesetzt worden ist. Wie bescheiden und rücksichtsvoll doch die großen Vereine sind.

Natürlich sagen die Verbände und die Fifa jetzt: Wir haben lange genug zurückgesteckt. Wir müssen uns auch an unsere Verträge halten, wie ihr es gemacht habt. Und wir müssen im Jahr 2022 eine Weltmeisterschaft abhalten, für die es eine ordentliche Qualifikation geben muss. Und das ist alles völlig legitim.

Wenn man vorher selber alles durchgedrückt hat, kann man sich darüber nicht mehr aufregen. Das ist einfach mal moralisch verwerflich. Aber so ist der Profifußball halt.

Also ja, es hätte eine gute Lösung gegeben: Die Supercups und die Klub-WM absagen, die Champions League ab dem Viertelfinale im Turniermodus ohne Rückspiel austragen und dadurch dann den Platz für die Qualifikationsspiele der Nationalmannschaften zu schaffen, in dem man den Rahmenterminkalender entspannt. Aber derartige Ideen wurden ja nicht mal gedacht, geschweige denn ausgesprochen. Dass die Vereine zurückstecken, ist halt keine Option. Und nur deswegen gibt es jetzt nur schlechte Lösungen.

Nebenbei gibt es einen anderen Fakt, der immer vollkommen ignoriert wird: Die ganze Situation ist nur wegen der unendlichen Gier so "schlimm", wie sie ist. Denn Länderspiele hat es ja schon immer gegeben. Und mittlerweile dürfte fliegen in der ersten Klasse noch angenehmer sein als in den 80er oder 90er Jahren. Und natürlich könnte man darüber diskutieren, ob man die Qualifikation nicht in 2 Gruppen aufteilen könnte, wie das früher der Fall war. Andererseits haben die Südamerika keine EM-Qualifikation und können deswegen einfach wesentlich früher anfangen sich mit der WM zu beschäftigen. Die verbrauchen ja nicht mehr Termine im Kalender, sie strecken ihr Qualifikation nur auf 3 Jahre...

Aber problematisch ist es nicht, weil mehr Spiele abgehalten werden als 1994. Sondern, weil wir Europäer halt einfach mal mehr Spieler dahin schicken. Weil halt jegliche Ausländerbeschränkung über die Jahre abgeschafft worden ist. 

Im Jahr 1994 hätte eine am Ende nur überdurchschnittliche Bayer Leverkusen 5 Nationalspieler für die A-Mannschaften abgestellt. Ihre 3 Ausländer und Ulf Kirsten. Plus einen weiteren Deutschen. Die restlichen 18 Mann hätten sich in Ruhe auf den nächsten Spieltag vorbereiten können. Mittlerweile schickt man aber halt 10 Spieler. Plus 3 U 21 Nationalspieler... von denen 2 für die Niederlande auflaufen. Weil es mittlerweile normal ist, junge Talente aus den Nachbarligen zu holen. Gibt ja auch keinen Grund, warum nicht, der niederländische U21 Spieler nimmt ja keinen Topstar den Platz weg. 

Aber auch deswegen haben die Nationalmannschaften mittlerweile ein Problem. Weil Bayer Leverkusen alleine 3 Spieler nach Südamerika fliegen lässt. Und es könnten sogar 5 sein, wenn Lucas Alario und Paulinho nicht verletzt gewesen wären. Es dürfen mittlerweile 20 Bundesligaspieler auf andere Kontinente reisen, um ihr Heimatland zu repräsentieren.
Die einzigen Vereine, die nicht betroffen sind, sind die Spielvereinigung Greuther Fürth, Hertha BSC Berlin, Arminia Bielefeld und der SC Freiburg

Und nur um das ein Mal festzustellen: Das soll kein NPDesques "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus aus der Bundesliga!" Post werden. Ich finde es gut, dass die Bundesliga mittlerweile ein wirklich bunter und diverser Haufen geworden ist. Dass die Frage "Wo kommst du her" nicht mehr relevant ist, sondern nur noch die Frage "Bist du gut genug?"... oder erschließt du uns vielleicht ein paar neue Märkte, weil unsere Spiele auch im Ausland gezeigt werden, wenn du bei uns unter Vertrag stehst. Das passiert halt auch. 

Aber dass es mittlerweile nur noch um die Qualitäten geht, die du einbringst, ist ein entscheidender Fortschritt. Und es nimmt auch viel Risiko aus solchen Verpflichtungen. Also gerade Bayer Leverkusen galten ja jahrelang als DIE EXPERTEN, wenn es um Verpflichtungen von Südamerikanern ging. Sie waren die einzige, die es halbwegs konstant schafften, Brasilianer zu integrieren. Womit sie sich auch berechtigterweise brüsten. Demonstrativ sei hier mal Zé Roberto genannt, der bei Real Madrid gescheitert war und in Leverkusen zum Musterprofi reifte.

Wenn man aber unbedingt will, dass die Bundesliga eine bunt durchmischte, international geprägte Liga sein soll, muss man halt auch damit Leben, dass die Abstellungen für die Nationalmannschaften mittlerweile ein größeres Problem sind. Dafür erschließt man ja auch all die schönen Märkte mit diesen Spielern. Und die Qualität der Liga wird auch gesteigert. Man kann aber halt nicht ausschließlich Vorteile erwarten.

Das eigentliche Problem sind doch nicht die Abstellungen, sondern die mangelnde Flexibilität der DFL, obwohl sie ja zumindest halbwegs reagieren und das Freitags-Spiel auf den Sonntag legen. Aber die oben erwähnten Bielefeld und Berliner spielen am Sonntag... Gegen Bochum, deren Silière Ganvoula einerseits bisher 7 Minuten gespielt hat, andererseits "nur" nach Afrika fliegen muss, also keine Jetlag wegen der Zeitverschiebung überstehen muss. Und gegen Borussia Mönchengladbach, die Ramy Bensebaini nach Algerien fliegen lassen müssen. Wieder gilt hier: keine Zeitverschiebung.

Nur um das mal zu verdeutlichen: Bensebaini spielt am 14.9. in Burkina Faso. Ganvoula am selben Tag im Senegal. Beide haben danach 4 Tage Zeit um sich wieder zu akklimatisieren. 

Währenddessen müssen Giovanni Reyna, Charles Aranguiz, Piero Hincapie und Exequiel Palacios um den gesamten Globus fliegen um schon am Samstag zu spielen, obwohl die USA noch am In der Nacht auf Donnerstag ein Pflichtspiel haben. Auch der letzte Spieltag der Südamerikaner findet am Donnerstag statt. Die Amerikaner spielen in Austin, Texas. Google Earth spuckt 14 Stunden Flugzeit aus...

Das ist einfach dämlich. Aber halt von der DFL. Die Kritik von Rudi Völler sollte ausschließlich in deren Richtung gehen. Damit sollte er anfangen und nicht beenden. Mit der glasklaren Forderung: Terminiert den Spieltag nach der Länderspielpause erst, nachdem die Kader für die Nationalmannschaft bekannt gegeben wurden. Natürlich ist das suboptimal für die 2.000 Gästefans aus Dortmund, die 14 Tage vor Spielbeginn noch nicht genau wissen, ob sie die 82 Kilometer vom Signal Iduna Park in die BayArena am Samstag oder am Sonntag zurücklegen müssen.

Oh und Borussia Dortmund muss sich damit arrangieren, dass sie am Sonntag und am Mittwoch spielen müssen. Weil es natürlich keinerlei Spielraum gibt, da der Rahmenterminkalender so verdammt vollgepackt ist. Aber das wird ja besser, wenn die Champions League Reform kommt... Da man an einen Samstag-Dienstag-Modus gewöhnt ist, sollte dies kein Problem sein.

Aber um das mal festzuhalten: Alle Probleme mit den Abstellungen existieren hauptsächlich wegen der nie nachlassenden Gier der Vereinsmannschaften. Man muss entweder damit leben, dass der extrem aufgeblähte Spielplan und die gestiegene Anzahl zu einigen Engpässen im Spielplan führt. Oder man muss als DFL seine Spielpläne flexibler gestalten. Aber "Warnungen an die Verbände" zu senden, ist einfach nur das sinnloseste, was man machen kann. Weshalb Rudi Völler natürlich genau damit beginnt. Auf den Mann ist halt verlass...

Mittwoch, 1. September 2021

Ist das der Beginn einer neuen Zeitrechnung?

Also natürlich nicht, weil sich die Vereine in der Pandemie zurückhalten... also als ob. Allein schon, dass Real Madrid, wenige Monate nachdem ihr Konkurs von der Uefa beschlossen worden ist, ein Angebot für Kylian Mbappé abgegeben hat. Und angeblich 220 Millionen für ihn bezahlen wollte... So sieht der Ruin aus.

Sein wir ehrlich: Der einzige Verein, bei dem sich wirklich was geändert hat, ist der FC Barcelona... weil dort halt vorher noch auf einem ganz anderen Niveau Misswirtschaft betrieben worden ist. Dafür zahlen sie jetzt die Zeche. Sie müssen diese wohl, dank der Pandemie, 2 Jahre früher zahlen.

Aber der wirkliche Wandel ist ein anderer. Denn Cristiano Ronaldo und Lionel Messi wechseln das Trikot. Und wenn diese beiden Spieler wechseln, dann ändert sich die komplette Fußballlandschaft. Aus einem natürlich vorher schon guten Verein wird ein Gigant. Und aus Manchester United wird halt ein Verein, der nur noch um die Europa League mitspielt. Also ja, der relative Abstieg von Manchester United begann mit dem Wechsel von Cristiano Ronaldo. Und das war auch die Grundlage für Real Madrids unfassbare Serie von 3 Titeln in Folge. Und 4 Titeln in 5 Jahren.

Nur um mal festzuhalten, wie absurd die beiden waren: Also es wurde ja dieses Frühjahr darauf hingewiesen, dass die beiden zum ersten Mal seit Ewigkeiten nicht im Viertelfinale stehen. Aber viel krasser ist doch, dass der Titel zwischen 2014 und 2018 ausschließlich über diese beiden ging. Dass sie sich von 2006 bis 2018 9 von 14 möglichen Titel untereinander aufteilten. Das sind quasi die Anti-Zlatan Ibrahimovice: Mit denen kommt man eigentlich garantiert ins Finale.

Und ja, der einzige Spieler, der verhindern konnte, dass Messi von 2009 bis 2011 drei Titel in Folge holte, war Ibra. Der musste dafür zu Barca wechseln und ausgerechnet der Verein, der ihn abgegeben hat, holte den Titel, aber solche Leistungen kann halt nur ein Gott vollbringen...

Juventus Turin hat ja einen doch schon recht alten Ronaldo nur aus einem Grund verpflichtet: Damit man die entscheidenden Champions League Runden nicht vor dem Fernseher erleben muss. Es reichte ihnen nicht mehr, einfach nur italienischer Serienmeister zu werden. Das Ergebnis der Zusammenarbeit ist doch eher enttäuschend: im ersten Jahr scheiterte man im Viertelfinale, danach sogar im Achtelfinale. Zwei Mal. Gegen Ajax Amsterdam, Porto und Lyon... Mannschaften, die Ronaldo früher allein in Badeschlappen besiegt hätte. Und Serienmeister darf sich Juve auch nicht mehr nennen...

Und Lionel Messis Bilanz ist noch trauriger: Er gewann seinen letzten Titel vor 6 Jahren. Seitdem nicht Xavi oder Iniesta, sondern er selbst, Barca aufs Spielfeld führten, brach seine Mannschaft in schöner Regelmäßigkeit in wichtigen Spielen auseinander. Klar, Messis individuellen Statistiken sehen immer noch überragend aus. Aber wenn dir deine Mannschaft regelmäßig auseinander bricht, musst du dich als Führungsspieler schon auch hinterfragen.

Natürlich, dass soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, haben beide ziemlich starke Turniere im Sommer gespielt. Also Ronaldo zumindest individuell, für ihn war ja doch wieder nach dem Achtelfinale Schluss. Aber Messi konnte sich tatsächlich den letzten ganz großen Traum "Titel mit Argentinien" erfüllen. Nun habe ich dieses Turnier nicht verfolgt und kann mich zur Qualität nicht äußern. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es für einen 34-jährigen Profi hilfreich ist, im Sommer noch ein Turnier zu spielen.

Und dann wurde mir eines bewusst: wenn Paris St.Germain diesen Sommer Messi gegen Kylian Mbappé getauscht hätten, was ja praktisch verhandelt worden ist, hätten sie sich in ihrer Offensivabteilung verschlechtert. Und diese Möglichkeit gibt es zum ersten Mal seit... ähm... 2006? Könnte hinkommen.

Also als Barca sich gegen Ronaldinho, Samuel Eto`o oder Zlatan Ibrahimovic entschied, um Messi zu stärken, war das jedes Mal die richtige Entscheidung. Denn obwohl das 2 überragende Fußballer und ein überragendes Ego waren, sind alle 3 schlechter als Messi. Denn Messi war der Schlüssel zum europäischen Titel.

Jetzt würde ich sogar noch einen Schritt weiter gehen: Wohin Messi und Ronaldo diesen Sommer gewechselt sind, ist am Ende egal. Also klar, Messi könnte dieses oder nächstes Jahr einen weiteren Champions League Titel holen. Aber auch nur, weil die restliche Offensive so gut besetzt ist, dass man selbst mit Thomas Müller dieses Finale gewinnen könnte.

Und Cristiano Ronaldo... Ist Manchester United jetzt wirklich so viel besser geworden, dass sie auf ein Mal wieder ein relevantes Wort um den Titel mitsprechen dürfen? Obwohl man zuletzt vor 10 Jahren über das Viertelfinale überstanden haben?

In den nationalen Ligen wird das natürlich nicht deutlich werden. Denn alle beide werden trotzdem auf ihre 25 bis 30 Tore kommen. Das sind ja immer noch gute Fußballer, die von guten Nebenspielern in Szene gesetzt werden.

Deswegen wird das natürlich niemanden auffallen. Alle werden entsetzt gucken, wenn Ronaldo und Messi ab dem Viertelfinale vielleicht bessere Mitläufer sind. Vielleicht werden sie aber auch eine wirkliche Last für ihre Mannschaft. Also das realistischste Szenario, um den Titel für Paris zu verhindern, ist ja, dass Messi, Neymar und Mbappé so wenig für die Defensive machen, dass der Rest das nicht kompensieren kann. 

Und das ich persönlich überrascht wäre, wenn Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi in einem Champions League Finale nochmal so richtig abliefern... DAS ist der Beginn einer neuen Zeitrechnung.

Dienstag, 31. August 2021

Quo vadis, Bundesliga? Es ändert sich halt nichts.

 Die Bayern haben es schon wieder getan. Einen dieser "Die Bayern kaufen die Bundesliga kaputt" Transfers. Sie holen sich dann doch Marcel Sabitzer, um den Kader in der Breite zu stärken. Auch wenn sie damit die eigentlichen "Probleme" nicht lösen. Es sei denn sie setzen Sabitzer auf die 10 und Thomas Müller auf die Bank... aber als ob.

Also gehen wir das mal kurz durch: Joshua Kimmich und Leon Goretzka sind definitiv besser als Sabitzer. Wenn der Österreicher wirklich glaubt, dass er die beiden verdrängt, dann ist er sehr überzeugt von sich selbst. Aber wahrscheinlicher ist, das Sabitzer gerade in den entscheidenden Spielen nur zum Einsatz kommt, wenn diese beiden verletzt oder gesperrt sind.

Und ich sage seit Jahren, dass die Bayern solche Transfers vermeiden sollten und stattdessen diese Spieler selber ausbilden sollte. Oder sie im Ausland finden muss. Und wenn sie schon selber nicht in der Lage sind, Spieler auf exakt diesem "Macht in der Champions League hoffentlich den Unterschied aus" Niveau auszubilden (und der letzte war David Alaba... das ist verdammt lang her), dann müssen sie wenigstens auf einem Niveau ausbilden, welches anderen Bundesligisten hilft.

Stattdessen... holen sich die Bayern Mickael Cuisance in der Hoffnung, dass er diese Rolle ausfüllen kann, die jetzt Sabitzer ausfüllen muss, scheitern daran dieses Talent weiterzubilden und schicken ihn dann zu Olympique Marseille

Und ja, im Wesentlichen ist der Sabitzer Transfer das Eingeständnis, dass der Trainergott Hansi Flick daran gescheitert ist Marc Roca, Corentin Tolisso oder Cuisance wirklich weiterzubringen. Wenn ihm das bei einem dieser (auch wenn Tolisso schon 27 ist, aber er war halt auch viel verletzt) Talenten geglückt wäre, könnte man sich diese 15 Millionen sparen und müsste die Konkurrenz nicht unnötig schwächen.

Vor allem ist die Ausbildungsbilanz der Bayern immer noch wirklich grausam. Die ziehen nach wie vor nur Talente aus der Liga heraus. Also gehen wir das mal durch: Joshua Zirkzee spielt dieses Jahr in Anderlecht. Lars Lukas Mai in Bremen, also in Liga 2. Wie auch Fiete Arp. Alexander Nübel, den man unbedingt aus Schalke holen musste, damit die absteigen, spielt in Monaco. Renato Sanchez wurde Meister mit Lille. Bleiben Mats Hummels, den man zu Dortmund gehen ließ, weil man beide  als ungefährlich eingestuft hat... und Adrian Fein, der sich dieses Jahr endlich in der Bundesliga präsentieren darf. Aber wahrscheinlich hat Hasan Salihamidžić einfach nicht mitbekommen, dass Fürth aufgestiegen ist und sie damit im weitesten Sinne einen Konkurrenten stärken.

Und... das war's schon. Das waren alle Spieler, die die Bayern "in den Bundesligapool" hineingespült haben, während sie Sabitzer, Upamecano, Kimmich, Nübel, Cuisance und Arp rausgezogen haben. 

Ich habe ja auch überhaupt kein Problem mit dem Dayot Upamecano Transfer. Die Bayern müssen den Abgang von Alaba und Jerome Boateng (wo geht der eigentlich hin? Weiß da jemand was?) ersetzen muss. Upamecano ist als Stammspieler und Fixpunkt für den nächsten Angrif auf die Champions League Krone eingeplant. Da muss man auch keine Rücksicht nehmen.

Aber all die Transfers drum herum... sind halt wirklich furchtbar für die Liga und damit auch praktisch für die Bayern. Denn die brauchen ja eine starke Konkurrenz, die sie fördert. (Fun Fact: Meine Autokorrektur ist überzeugt davon, dass "fruchtbar" wahrscheinlicher ist...)

Machen wir einfach mal den ganz dummen Vergleich mit einem Verein, der ja denselben Anspruch nur in schlecht hat: Real Madrid hat allein diese Saison Sergio Reguilon, Oscar Rodriguez, Alberto Soro, Dani Gomez, Jorge de Frutos, Miguel Baeza und Takefusa Kubo an spanische Erstligisten verkauft oder verliehen. Das sind 7 Spieler. Da brauchen die Bayern 10 Jahre für. Mindestens.

Nun kann ich natürlich nicht einschätzen, wie viele dieser Spieler wirklich "gut" sind und Leistungsträger werden. Aber 6 Spieler in einem Jahr ausbilden, ist eine überragende Bilanz. Aber für Real Madrid ist das gar nichts Ungewöhnliches, die verleihen jedes Jahr mehrere Talente in die eigene Liga. 

Und natürlich kann man sich die Frage stellen, ob dieses klassische englische "Wir horten haufenweise Talente und verleihen sie durch ganz Europa" Konzept wirklich an sich fragwürdig. Aber das alleine macht Real ja gar nicht. Denn von den aufgezählten Talenten spielten nur Soro und Kuma nicht schon in der U18 für Real. 

Baeza wechselt nebenbei offiziell von Real Madrid B zu Celta Vigo. Der zählt quasi noch nicht mal in die offensichtliche Bilanz. Überlegt euch mal, wer das letzte Talent war, welches von Bayern II direkt in die Bundesliga wechseln konnte... Woo-yeong Jeong? Weil der ein 1 1/2 Jahre bei den Bayern verbracht hat? Angelo Stiller könnte da echt der erste wirklich Hoffnungsträger seit Jahren werden. Der war anscheinend clever genug mit 20 Jahren zu einem Verein zu wechseln, der die Aus- und Weiterbildung von jungen Spielern ernst nimmt. Und der stand bisher immer in der Startelf. Guckt mal, es geht doch. Aber da muss halt noch viel mehr passieren.

Ich frage mich ja, warum immer noch so viele junge Talente zu den Bayern wechseln, auch wenn die offensichtliche Bilanz nahe liegt, dass dies eine richtig dumme Entscheidung ist. Dass es wesentlich sinnvoller ist (siehe Gnabry und Sané) erst mit 24 Jahren diesen Schritt zu machen und sich vorher woanders ausbilden zu lassen.

Aber es sieht halt nach wie vor so aus, als wären die Bayern trotz Reform ihrer Jugendarbeit nicht in der Lage auf einem angemessenen Niveau auszubilden. Und wenn sie es doch machen, schicken sie die Talente lieber ins Ausland, anstatt das Risiko einzugehen, dass vielleicht mal eines von denen ein Tor gegen sie erzielt. Das ist ein sehr ungesundes Verhältnis zum Rest der Liga...

Montag, 30. August 2021

Worst of des "Hier könnte ihre Überschrift stehen" Wochenendes

Niklas Stark: Dennoch hatten wir 2 Champions League Ligisten in den ersten 2 Spielen... aber wenigstens beißen sie sich selber richtig in den Arsch und suchen nicht nach Ausreden.

Marco Reus: Wird Reus zum Thomas Müller der Dortmunder? Also zum "Wenn es gut läuft, geht er voran, wenn nicht, taucht er ab" Spieler? Also in den letzten 2 Spieltagen hat Akanji die Führungsarbeit nach dem Spiel übernommen... und auf dem Platz sind Bellingham, Reyna und Haaland vorneweg marschiert... das einzige, was man von Reus in der Zusammenfassung sieht, ist ja, wie er nach dem 2:2 frustriert die Arme hebt...

VfL Wolfsburg und RB Leipzig: Die können ja beide richtig geilen Fußball spielen... wenn sie denn wollen. Aber zum El Plastico scheinen sie sich entschieden haben: Wenn dieses Spitzenspiel niemanden interessiert, spielen wir halt relativ grausamen Fußball... und nächste Woche, wenn wir wieder Gästefans demütigen können, geben wir wieder Gas. Und ja, dieses Spitzenspiel zweier Champions League Anwärter wollten nur 12.058 Zuschauer im Stadion sehen. Dummer Weise kriege ich nicht raus, wie viele ins Stadion gedurft hätten, aber ausverkauft war anscheinend nicht. Also weder laut Kicker.de noch laut Spox Ticker...
Oh und das Wolfsburg und Bayer Leverkusen, die bei der großen Trainerrotation nach neuen Namen gesucht haben, aber Ende am besten starten, ist schon faszinierend. Vielleicht ist es gar nicht sooo sinnvoll immer dieselben Trainer zu recyclen...

Steffen Baumgart: Man könnte so viele Gründe finden, um den Mann zu loben... Also dass er Anthony Modeste wieder motiviert hat, dürfte eine der großartigsten Trainerleistungen der Neuzeit sein. Modeste war doch seit Jahren im "Gehalt einsacken und möglichst wenig machen" Modus. Aber wie immer suchen wir hier das Absurde: Wie der trotz seines Emotional schwierigen Verhältnisses zum VAR sagt "Da gibt es ne klare Regel."
Oh und nur, damit ihr es hier als erstes gehört habt: Baumgart wird irgendwann der Marco Rose Nachfolger in Dortmund. Das passt einfach zu gut.

Konstatantinos Mavropanos: Apropos VAR und Handspiel: Der Zusatz von Baumgart "Solange dass dann immer so entschieden wird".... hielt natürlich nicht lange. Denn bei einer vergleichbaren Szene zum zurückgenommenen Kölner Treffer wurde bei Mavropanos nicht eingegriffen. Dabei sollte die Handspielregel im Angriffsfall doch eindeutig sein. War es doch eigentlich auch, da nur ein Doppelpass gespielt worden ist, hätte das Tor nicht zählen drüfen... glaube ich zumindest. Oh, warte, weil die Regel eindeutig war "sind wir einen Schritt zu weit gegangen"... Zitat Sepp Blatter. Damit muss man dann auch erwähnen, dass das Kölner Tor korrekt gewesen wäre und Baumgart Anrecht auf einen "Gebt dem Schiedsrichter mal nen Regelupdate, anscheinend hat er das verpasst" Rant zugestanden hätte... da Baumgarts Rants immer extrem cool sind, ist das ein echter Verlust... Jetzt ärgert es mich plötzlich doch, dass die Kölner sich für ihre couragierte Leistung am Ende belohnt haben, weil wir deswegen um einen Baumgart-Rant betrogen worden sind....

Wo wir schon beim wöchentlichen VAR-Abriss sind: Wenn selbst Markus Weinzierl als Trainer des Gegners sagt "Den kann man geben, vielleicht muss man ihn sogar geben..." Dann muss die Frage schon erlaubt sein, warum der VAR nicht eingreift. Denn wenn selbst der gegnerische Trainer, der immer und ausschließlich durch die eigene Vereinsbrille guckt, einen Fehler erkennt, dann muss es die klarste Fehlentscheidung der Saison gewesen sein...

Und als Bawful Bonus Stat: Für Bayer Leverkusen ist das Handspiel in der Entstehung wieder strafbar...

Iago und Florian Niederlechner: Ich wollte mal erwähnen, dass Augsburg bisher 2 Eigentore und ein eigenes Tor erzielt hat. Welches auch mit einem Sternchen versehen werden muss, denn im Wesentlichen haben Hradecky und Bakker dieses Tor für die Fuggerstädter erzielt... Natürlich waren beide Eigentore wunderschön, aber es ist kein gutes Zeichen, wenn deine Angreifer so frustriert sind, dass sie den Ball halt im Zweifelsfall einfach ins eigene Tor schießen, damit man "mal wieder ein Erfolgserlebnis" hat...

Und täglich grüßt das CTE: Heute über Arminia Bielefelds Twitter: "Schöne Nachrichten: Ortega hat eine Gehirnerschütterung und trotzdem weitergespielt"... das sind keine schönen, sondern ganz schlechte Nachrichten... Ernsthaft, dass dieses Jahr schon mindestens 2 Spieler mit Kopfverletzungen weitergespielt haben, ist ein eindeutiges Zeichen, dass wir neutrale Ärzte brauchen, die die Spieler auf Gehirnerschütterungen testen und dann eine Auswechslung (die von mir aus auch nicht gegen das Kontingent zählt) anordnen. Aber Ortega wird auch nächste Woche wieder spielen, obwohl er erst Mal 14 Tage Ruhe verschrieben bekommen sollte... Weil wir Kopfverletzungen mittlerweile ernst nehmen.