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Mittwoch, 2. Februar 2022

Der VfL Wolfsburg legt nach

 Um zurück zum eigentlichen zu kommen: dem Herziehen über schlecht geführte Bundesligisten.

Wir haben in Wolfsburg jetzt also mit Jörg Schmadkte einen Manager, der heftig in der Kritik steht und gleichzeitig den Kader umbauen muss. Das logische Ergebnis schreit nach Panik!

Mein erster Gedanke, als ich die "Max Kruse wechselt eventuell nach Wolfsburg" Schlagzeile gelesen habe, war: Wenn Union Berlin 5-6 Millionen angeboten bekommt, sollten sie das sofort machen.

Dann fiel mir auf: Max Kruse ist 33 Jahre, war nie wirklich austrainiert und sein Vertrag läuft in 6 Monaten aus. Für den wird niemand 6 Millionen Euro bieten. Das ist einfach dumm. Und Jörg Schmadtke so: Aber er ist der einzige, der Florian Kohfeldt wie einen guten Trainer aussehen lässt, der Wechsel ist alternativlos... sagt einfach, was ihr haben wollt, wir zahlen das dann... Ok, er hat zunächst selber eine Zahl gesagt, die zu niedrig war und dann das überwiesen, was Union haben wollte...

Gut, man könnte auch stattdessen einen vernünftigen Trainer verpflichten. Lucien Favre ist derzeit vereinslos und hat bereits nachgewiesen, dass er all das, was Wolfsburg in den nächsten 3-4 Jahreb braucht, leisten kann. Dazu müssen wir nochmal festhalten: Dass Max Kruse wirklich gut altern wird, ist eher unwahrscheinlich. Er müsste dafür mit Mitte 30 nochmal die Auffassung zu seinem Beruf komplett umdrehen. Und dieser Wechsel beweist ja, dass Kruse genau des einfach nicht vorhat.

Kruse bleibt einer der faszinierendsten Charaktere der neueren Bundesligageschichte. Er entscheidet sich eiskalt und völlig frei von Moral immer fürs Geld. Er hätte bei so vielen Vereinen zur Vereinslegende aufsteigen können.

Also zunächst mal in Freiburg, wo er schon frühzeitig die Rolle von Christian Günter übernehmen könnte. Oh und seiner Nationalmannschaftskarriere hätte das auch geholfen. Aber gut, aus Freiburg gehen ja irgendwie alle weg.

Dann hätte er in Gladbach die neue Generation an Fohlen anführen können. Also man stelle sich Gladbach mit einem besseren Lars Stindl vor. Bei Werder Bremen eine Renaissance auslösen und den Verein zurück in internationale Gewässer bringen können. Bei Fenerbace in die Fußstapfen deutscher Legenden treten können, die allgemein in der Türkei immer verehrt worden sind. Oder er hätte den Aufstieg der Berliner ins Gutsbürgertum des deutschen Fußballs begleiten können. Er sagte aber jeweils eiskalt: Da hab ich keinen Bock drauf, da drüben gibt es 100.000 mehr zu verdienen. Und Tschüss.

Das lustigste ist ja sein "Dazu geht es um einen Verein, bei dem ich noch ein Kapitel offen habe, das ich nun zu Ende schreiben kann." Statement. Wenn Kruse wirklich noch all seine offenen Kapitel beenden will, hat er noch einiges vor und wird noch nen paar mal wechseln müssen. Wahrscheinlich geht er dann im Sommer nach dem Abstieg ablösefrei zum FC St. Pauli... Ich meine ernsthaft, warum muss er ausgerechnet sein Wolfsburg Kapitel beenden, wo er ein relativ bedeutungsloses Jahr mit 6 Bundesligatoren gespielt hat. Es ist tatsächlich der Verein, für den er die wenigsten Tore erzielt hat. Und es ist der VfL Wolfsburg, ein derzeit chaotisch geführter Verein ohne großartige Fanszene, einem durchschnittlichen Stadion mitten in der niedersächsischen Pampa... Er hätte sich ja echt einige schöne Orte und außergewöhnliche Vereine aussuchen können, um sein Kapitel zu vollenden... er entscheidet sich für den einen Plastikklub auf der Liste.

Ich will ihn da auch gar keinen Vorwurf machen. Max Kruse kann es egal sein, was die Fans der Vereine von ihm halten. Eine "ich maximiere meine Finanzen" Ansatz ist nicht verkehrt. Und vielleicht ist er so schlecht im Pokern, dass er es wirklich nötig hat. 

Aber Kruse wird halt als "Der beste deutsche Spieler, der nirgends zur Legende wurde" in die Bundesligageschichte eingehen. Und da er nirgends langfristig bleibenden Eindruck hinterlassen wollte, wird er auch chronisch unterschätzt. So schreibt die Sportschau zu seinem neusten Wechsel: "Max Kruses gibt es überall." Dabei stimmt das so doch gar nicht: Max Kruse ist einzigartig. Er ist und bleibt der einzige Angreifer, der Kohfeldt wie einen kompetenten Trainer aussehen ließ. Jetzt setzt Wolfsburg alles darauf, dass Kruse diese Magie nicht verlernt hat. Und darauf, dass er im Sommer auch noch Bock hat...

Und ja, ich gehe voll davon aus, dass dieser Transfer kurzfristig funktionieren wird. Also dass die Wolfsburger die Klasse halten, weil Kruse 5 bis 8 Tore erzielt. Aber allein schon, dass man sich in eine Position manövriert hat, in der man über derartige Transfers nachdenken muss, sagt doch alles über die Entwicklung in Wolfsburg.

Aber das Schlimmste ist ja: Selbst "Der Transfer wird kurzfristig funktionieren" bringt einen heftigen Rattenschwanz mit sich, wenn Max Kruse selber von einem "langfristigen Vertrag" spricht. Denn das Ergebnis lautet, dass man irgendwann einen 35-jährigen Max Kruse bezahlen muss, wie einen 29-jährigen Star. Und dass Florian Kohfeldt weiterhin dein Trainer bleibt, obwohl mittlerweile doch einige zu der Überzeugung gekommen sind, dass der kein guter Trainer ist.

Der Schaden könnte also geringer sein, wenn Kruse direkt einbricht, nur noch den Gehaltscheck einstreicht und Kohfeldt dafür früher entlassen wird...

Mittwoch, 15. September 2021

Thomas Müller hat getroffen!

 Gegen Barcelona! Zum 1:0! Guckt mal, der kann doch noch wichtige Tore gegen gute Mannschaften erzielen...

Ähm... nein. Barca ist halt auf dem besten Weg das nächste Arsenal zu werden: Eine Mannschaft, die international den Anschluss verpasst. Die froh sein muss, wenn sie das Achtelfinale erreicht, aber spätestens dort ist dann Schluss. Mich würde es ganz ehrlich nicht überraschen, wenn sie dieses Jahr sogar das Achtelfinale verpasst haben...

Und ja, wie krass sich Barca in den letzten Jahren selbst abgeschossen hat, ist wirklich faszinierend. Also dass sie sich an den Punkt gewirtschaftet haben, an dem Lionel Messi weggehen musste. Was hat dich bloß so ruiniert? 

Die können das ja noch nicht mal auf die Pandemie schieben. Also gut, dass Messi wirklich wechseln musste, liegt schon an der Pandemie. Ohne die hätte man noch solange weiterwursteln können, bis Messi in den Ruhestand geht und DANN wäre allen aufgefallen, wie Scheiße es läuft. 

Am deutlichsten zeigt sich das Versagen von Barcas Führungsetage ja im Miralem Pjanic Transfer. Also genau genommen war das ja schon ein Tausch gegen den wesentlich jüngeren Arthur. Beide Vereine mussten dies aus buchungstechnischen Gründen genau so durchziehen. Also weil man ja die erhaltenen Ablösesummen in ein Jahrbuch schreibt, die gezahlten über mehrere Saisons abschreibt. Dass Vereine, die derartige Praktiken nötig haben, überhaupt eine Lizenz bekommen. Also sowohl für die nationale Liga, als auch für die Champions League.

Aber das ist ja nur der Anfang vom Pjanic Drama. Denn mittlerweile hat man den an Besiktas ausgeliehen. Zum Null-Tarif. Einfach nur um sich das Gehalt zu sparen. Obwohl, Besiktas zahlt nur 2,5 bis 3 Millionen Euro, "die restliche Summe überweist Barca." Was, weil er auf 60 % seines Gehaltes verzichtet, nur noch 3 Millionen Euro sein müssten.

Oh und die 60 Millionen Euro "Ablöse", die man letztes Jahr als Gewinn verbucht hat, weil man Arthur verkauft hat, müssen ja auch irgendwo wieder auftauchen. Also das kurzsichtige, für die Bilanz getätigte Tauschgeschäft schlägt jetzt mit verdammt vielen Millionen in die Bücher, obwohl der Spieler nicht mal mehr für Barca spielt, man aber weiterhin die Ablöse verrechnet und Teile seines Gehaltes zahlt...

Was jetzt mit diesem Klub passiert, ist eine der spannendsten Fragen der anliegenden Fußballgeschichte. Denn die haben ja immer noch einige wenige richtig gute Spieler. Also Marc Andre ter Stegen, Frankie de Jong und Memphis Depay. Aber müssen die jetzt auch verkauft werden? Dazu erinnert man jetzt zwangsweise an seine Basis und baut endlich wieder La Masia Talente ein. Pedri und Ansu Fatu sind die offensichtlichsten Beispiele. Aber sind diese Talente so stark mit Barca verbunden, dass sie durch die definitiv anstehenden finsteren Jahre gehen werden? Oder sind die im nächsten Transfersommer weg?

An der Stelle sei nochmal erwähnt, dass Spanien im 2010er WM Finale mit 6 von Barca ausgebildeten Spielern bestritten hat. Dazu kommt dann noch dieser ominöse Lionel Messi. Oh und mit Victor Valdes und Cesc Fabregas saßen 2 weitere La Masia Absolventen beim Anpfiff auf der Bank. Man hatte damals also 8 Weltmeister und Lionel Messi ausgebildet. 

Es ist also im Rahmen des vorstellbaren, dass eine Barca Mannschaft um De Jong, Pedri und Ansu Fatu in 3 Jahren in die Elite zurückkehrt.
Aber so abgefuckt, wie die Lage in Barcelona gerade ist, ist es genauso vorstellbar, dass der Verein in 3 Jahren aufgelöst wird und in der letzten Liga einen Neuanfang startet. Es ist echt alles möglich.

Donnerstag, 9. Januar 2020

Genau diese Transfers beleben das klassische Bayern-Meme

Also das "Die Bayern kaufen die Bundesliga kaputt"... Und nicht das vom Bayern-Dusel.

Hier wurde ja vor einiger Zeit erörtert, was die Bayern machen müssen um wieder ein echter Aspirant Champions League Titel zu werden. Eine der Thesen war, dass die Bayern dafür eine Liga brauchen, die sie auch fordert. Und um diese zu erreichen, müssen sie auf diese "Wir verpflichten Talente von der Konkurrenz, um sie bei uns auf die Bank zu setzen" Philosophie verzichten. Und die ablösefreie Verpflichtung von Alexander Nübel steht für genau diese Strategie: Wir holen den uns erst Mal, weil er gerade ablösefrei ist, auch wenn wir eigentlich 4 Jahre lang keinen neuen Stammtorwart brauchen.

Und das Neuer im Großen Kicker Interview die EM 2024 ins Visier nimmt, während Nübel seinen Vertrag in München unterschreibt... sieht halt wirklich unglücklich für Nübel aus. Und seit dem hat Neuer ja nachgelegt.Der scheint überhaupt keinen Bock drauf zu haben den Staffelstab langsam an Nübel weiterzugeben.

Das praktische Worst Case Szenario für die Bayern ist nebenbei, dass ein beleidigter Neuer sich in 2 Jahren zu Real Madrid verabschiedet und dort dann noch mal die Champions League gewinnt...

Und hier ist ein ganz anderes Problem mit dem "Nübel setzt sich 2 Jahre auf die Bank und lernt da dann so viel, dass er Neuer ersetzen kann" Theorie, auf die dieser Transfer ja basiert: Die Bilanz der bayrischen Torhüter-Schule ist richtig bescheiden.

Also wenn die Bayern ein System hätte wie Kaiserslautern damals unter Gerry Ehrmann. Oder wie halt die Schalker. Also sich den Ruf erarbeitet hätten mit einer gewissen Konstanz gute bis sehr gute Torhüter auszubilden. Aber Bayern Bilanz ist da echt finster.

Und das liegt nicht nur an Oliver Kahn und Manuel Neuer, die als etablierte Bundesligaspieler kamen, sich zugegebener Weise in München weiter entwickelten, aber auch als Jahrhunderttalente eingestuft werden müssen... also die Art von Talent, die selbst ein unfähiger Trainer nicht ruinieren kann. Denn die Bayern hatten ja durchaus trotzdem die Gelegenheit brauchbare Torhüter auszubilden und dann in der Bundesliga unterzubringen...

Stattdessen... mussten sie sich Sven Ulreich für die Bank kaufen. Der einzige Unterschied zwischen Nübel und Ulreich ist nebenbei, dass man mit ersterem um den Abstieg spielt, während man mit letzterem oben mitspielen könnte. Deswegen tut der Ulreich Transfer der Liga weniger weh.

Aber eigentlich sollte es doch der Anspruch der Bayern sein, Torhüter auf diesem Niveau selber auszubilden. Und sei es nur, damit man sie gegebenenfalls nach einigen Leihen für Millionenbeträge verkaufen kann und so die Ausbildungszentren refinanziert.

Jetzt fragt euch aber mal selbst: Wie viele derartige Torwarttalente hat der FC Bayern in diesem Jahrtausend herausgebracht? Also zählen Thomas Kraft und Michael Rensing da schon? Praktisch gesehen ist das Limit der bayrischen Torhüter-Ausbildung: Wird ein guter Zweitliga Torwart.

Und das, obwohl sich diese Spieler täglich mit den besten Angreifern im Land messen dürfen. Also im Training halt. Und sich die Tricks bei den besten Torhütern der Geschichte abgucken konnten... Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung oder Weiterentwicklung waren perfekt. Trotzdem sucht man in der Bundesliga vergeblich in München ausgebildete Torhüter. Der Plan hat also bisher nie funktioniert...

Nübel setzt jetzt seine gesamt Karriere darauf, dass dies bei ihm jetzt anders laufen wird. Dass ausgerechnet er diesen Kreislauf durchbrechen wird und in 2 Jahren so gut ist, dass Neuer niemand vermissen wird. Der Mann muss ein sehr ausgeprägtes Selbstbewusstsein haben, wenn er sich das zutraut.

Und klar, es kann funktionieren. Aber es ist für Nübel persönlich ein sehr riskanter Plan, der auch darin enden kann, sich 4 lange Jahre auf die Bank zu setzen...

Nur um mal kurz eine Alternative zu skizzieren: Eine Vertragsverlängerung auf Schalke für 5 Jahre mit einer "Niko Kovac Klausel" für 2022 und 2023. Dann hätte er sich auf Schalke als Führungspersönlichkeit weiter entwickeln können, mit diesem Verein auch internationale Erfahrungen sammeln können und sobald Neuer schwächelt immer noch den Schritt nach München gehen können. Und das Schalker Management hätte diesen Vertrag sicherlich auch geschluckt, weil 2 weitere Jahre mit Nübel und sagen wir 20 Millionen Euro Ablöse immer noch besser gewesen wären, als nichts.

Und zeitgleich bleibt Schalke eher Konkurrenzfähig. Man stärkt also auch noch die eigene Liga und sorgt somit vielleicht indirekt dafür, dass die Spannung im März nicht wieder abfällt, weil man mit 15 Punkten Vorsprung Tabellenführer ist...

Oder man findet ein Konstrukt wie damals bei Serge Gnabry, wo die Bayern ja auch entscheiden konnten, welche Entwicklungsschritte der nimmt, ohne dass sich irgendjemand daran gestört hätte.

Aber die Bayern entscheiden sich wie meistens für die egoistische Variante und sagen sich: Wenn wir uns den JETZT ablösefrei sichern, bringt UNS das am meisten, auch wenn wir den Jungen eigentlich noch gar nicht brauchen. Auch wenn das vielleicht allen Beteiligten langfristig eher schadet als hilft...

Freitag, 18. Juli 2014

Gewinnspielfrage des Tages

Wie kann man eigentlich Toni Kroos verkaufen?

In diesem Sommer? Als deutscher Rekordmeister, der sich immer als die Anlaufstelle für die besten Deutschen Nationalspieler verstanden hat?

Falls das bei den Bayern gerade niemand mitbekommen hat: Deutschland ist gerade Weltmeister geworden. Und Toni Kroos war der beste Mittelfeldspieler dieser Mannschaft. Besser als Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira oder Phillip Lahm...
Jetzt verkauft man den... Für lächerliche 25 Millionen... Oder weil man ihn nicht genau so gut bezahlen will wie 2 der 3 oben erwähnten... (Wobei an der Stelle zu erwähnen bleibt, dass die Gehaltszahlen und -forderungen reine Spekulationen sind, da so was in Europa nicht offiziell veröffentlicht wird...)

Wobei das Geld, dass man in diesem Sommer für Kroos kriegt, fast schon egal ist... Man hätte an der Stelle eher von Borussia Dortmund lernen und so einen Spieler doch lieber am Ende seines Vertrages ablösefrei gehen lassen sollen... Denn Kroos gehört (wie Robert Lewandowski) zu den Spielern, die man sich auf dem Transfermarkt kaum kaufen kann... für kein Geld der Welt kriegt man einen gleichwertigen Ersatz.

Eigentlich ging ich davon aus, dass Kroos im System von Pep Guardiola die Xavi Rolle einnehmen würde. Als Taktgeber im Zentrum... nur dass Kroos im Gegensatz zu Xavi auch den langen öffnenden Pass regelmäßig einstreut... und eine herausragende Schusstechnik besitzt... Und Freistöße und Ecken  auf Mittelstürmer oder Innenverteidiger schlagen kann...
Oh, und Toni Kroos ist erst 24 Jahre alt... dass wir den besten Kroos aller Zeiten schon gesehen haben, ist eher unwahrscheinlich... es sei denn er wird in 2 Jahren Europameister und  sagt sich dann: Mein Gott, ich hab doch schon alles gewonnen, ich lass es mal nen bisschen entspannter angehen

Und die Bayern... sehen anscheinend nur den eigentlich zu langsamen Mittelfeldspieler... obwohl dass egal ist, wenn er selber das Spiel schnell machen kann... und wahrscheinlich denken sie sich: Hey, Ecken kann ja auch der Schweinsteiger schlagen..."

Also dachten sich die Bayern... wir müssen den Preis wenigstens hoch ansetzen... also so nach dem Motto "Gebt uns 25 Millionen, dann können wir reden...."

FÜNFUNDZWANZIG MILLIONEN... klingt erst Mal absurd viel... bis einem bewusst wird, dass für einen Spieler, der auf Grund seiner persönlichen Verfehlungen wohl nie wieder für einen englischen Verein spielen wird... und der 4 Monate gesperrt ist... irgendwas bei 96 Millionen wert sein soll...

Und auch wenn Luiz Suarez natürlich der Spektakulärere Spieler ist... prägender für dein Spiel im Zentrum ist Kroos... und schlechter ist der auch nicht... nur halt nicht so... nennen wir es freundlich... extravagant... Dafür aber wesentlich konstanter...

Wie konstant... nun ja, bei der erfolgreichsten Vereinsmannschaft der letzten 3 Jahren 80 Bundesligaspiele (von 102) absolviert hat...und 33 Champions League Spiele... Zahlen, die noch beeindruckender werden, wenn man rausrechnet, dass er die entscheidende Phase der vorletzten Saison unglücklicher Weise verletzt verpasst hat... Kroos war ein absolut elementarer Bestandteil einer überragenden Mannschaft...

Real Madrid wird sich gedacht haben "Ihr wollt uns verarschen", als die Bayern 25 Millionen ausgerufen haben... hey, vielleicht haben die Bayern sogar nur 20 ausgerufen und Real dachte sich "so sehr können wir die gar nicht abzocken, lasst uns ihnen wenigstens 25 geben"...

Natürlich werden die Bayern behaupten, dass sie größer sind als dieser eine Spieler... Und dass so ein Verein einen einzelnen Abgang auf jeden Fall verkraften wird... ungefähr so, wie sie sich damals einreden wollten, dass sie Michael Ballack schon ersetzt bekommen... Nur um im Jahr danach deutlich von Werder Bremen distanziert zu werden...

Natürlich werden die Bayern auch ohne Kroos Meister werden... oder anders ausgedrückt: Um es nicht zu werden, müssen sie noch ein paar Fehler mehr machen... Aber: Die Bayern sind so stark, dass es darum doch schon nicht mehr gehen kann... die Bayern müssen im Ist-Zustand ihre Entscheidungen an Hand der Frage: "Hilft uns das dabei Champions League Sieger zu werden?" treffen.

Und ich sag das mal so... einen der wenigen Mittelfeldspieler, die den amtierenden Titelträger noch verstärken können genau zu diesem zu transferieren... ist da ein ganz deutliches "eher nicht"... trotzdem machen die Bayern es... völlig unverständlicher Weise... weil sie selber nicht begriffen haben, wie gut (und wichtig) Kroos (für sie) ist.

Mittwoch, 4. September 2013

Meier des Jahres 2013: Die Nominierten

Yapp, es ist wieder so weit: Die Transferperiode ist beendet und wir fragen uns, wer wohl am deutlichsten daneben gegriffen hat. Dieser Titel wird zu ehren des großen Michael Meier vergeben. Die bisherigen Sieger waren Felix Magath, Frank Arnesen und Markus Babbel. Also alles Manager, denen derzeit kaum jemand freie Hand bei den Transfers geben würde.

Und da fängt auch schon das eigentliche Problem an: Ist etwa ein Hauch von Vernunft in der Liga eingezogen? Die ganz großen Fehlgriffe, (wie z.B. ich hole mir Tim Wiese, obwohl ich laut eigener Aussage ein riesiges Torhütertalent in der Hinterhand habe) von denen man schon im Sommer sagen konnte, dass sie einfach nur dämlich sind, fehlen dieses Jahr. Genau so wie eine panische aber komplette Neubesetzung seiner Zentrale in den Stunden vor dem Transferschluss. Aber gut, es wird schon noch genügend Ansätze geben, auch wenn man die Perspektive einfach nur verschieben muss.

Horst Heldt holt Kevin-Prince Boateng: Ok, eigentlich kein schlechter Transfer. Aber wir haben mittlerweile alle gehört, dass er der einzige offizielle Dortmund-Fan ist, der 2 Wochen später unbedingt nach Schalke wollte... Und schon allein das "unbedingt zu Schalke wollen"...

Matthias Sammer (oder halt Pep Guardiola) jagen Mario Gomez vom Hof und holen dafür Thiago. Und zahlt dabei auch noch drauf... Dabei haben die Bayern definitiv genügend Mittelfeldspieler... und Thiago kann eigentlich nichts, was die nicht auch können... einen Stürmer vom Format eines Mario Gomez zu finden, ist dagegen eine eigentlich unmögliche Aufgabe. Und so einen Spieler für offiziell 15 Millionen zu verkaufen... beweist nur, dass man in der Personalie jede Menge Fehler gemacht hat. Nur noch mal zum Mitschreiben: Gomez liefert auf jedem Niveau Tore am Fließband. Die einzigen Stürmer, die mehr Tore in einer Champions League Saison erzielt haben, als Mario Gomez, sind Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. Wenn man den nach seinen Verletzungen ordentlich aufgebaut hätte, wäre der ungefähr so viel wert gewesen, wie die restlichen Top-Stürmer, die dieses Jahr so über die Ladentheke gingen. Und ja, ich bleibe dabei: Gonzalo Higuain, Falcao und Roberto Soldado sind allesamt nicht besser als Gomez... nur wesentlich teurer...

Dirk Dufner zahlt 2,5 Millionen für Edgar Prib. Und ist damit der Manager, der den völlig überforderten Fürthern die meiste Kohle hinterher wirft. In Braunschweig wissen sie schon, wen sie nächsten Sommer anrufen müssen...

Oliver Kreuzer ruiniert den Marktwert von Dennis Aogo, weil der als einziger Sündenbock nach der ersten Klatsche der Saison die vorgegebenen freien Tage... nun ja als freie Tage genutzt hat. Was halt nicht so schlimm wäre, wenn der HSV nicht dringend Geld brauchen würde... Am Ende musste der HSV echt froh sein, Aogo wenigstens auszuleihen... und da er jetzt auch noch Champions League spielen darf, könnte er seinen Marktwert sogar nochmal retten... so kann man zumindest nächste Saison das Millionenloch ein wenig stopfen... Das hat aber mehr mit Glück als mit dem Verstand der Hamburger Kaufleute zu tun...

Und mein derzeitiger Favorit: Martin Winterkorn verkauft Luiz Gustavo an den VfL Wolfsburg: Nur mal so zum nachrechnen: Gustavo war unter anderem bei Arsenal London im Gespräch... Die hätten bestimmt auch die Möglichkeit gehabt, mindestens die gleiche Ablösesumme zu bezahlen... Aber die Bayern entschieden, dass es doch besser wäre, den in der Bundesliga zu lassen. Und das, nach dem Martin Winterkorn öffentlich bekannt gegeben hat, dass Wolfsburg an so einem Spieler Interesse haben muss... Das Problem an der Geschichte: Winterkorn ist Aufsichtsratsmitglied beim FC Bayern... und Vorsitzender der Volkswagen AG. Mit dem VfL Wolfsburg hat er aber offiziell gar nichts zu tun... wenn sich der Volkswagen-Chef nun in die Verpflichtung eines Star-Spielers einmischt, ist das doch ein Verstoß gegen das 50 plus 1 Konzept, oder? Und wenn der Volkswagen-Chef auch noch ein Mitspracherecht beim Käufer UND beim Verkäufer hat, ist es nebenbei auch noch Wettbewerbsverzerrung. Vielleicht überschätze ich ja die Rolle von Martin Winterkorn... aber wenn ich in der Bundesliga Verantwortung tragen würde, würde ich darauf bestehen, dass da mal jemand genau drauf schaut...

Das wirkliche lustige an der Geschichte: Nicht, dass er selber was dafür kann, aber es passiert irgendwie immer wieder Luiz Gustavo. Schon das letzte Mal wurde er quasi von Dietmar Hopp und Franz Beckenbauer bei einer gemütlichen Runde Golf von Hoffenheim nach München verkauft. Und auch damals hätte man auf dem freien Mark mehr verdienen können...

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Meier des Jahres 2012 - Revisited

Für diejenigen, die es noch nicht wissen: Michael Meier hat seinen eigenen Ehrenplatz in der Passives Abseits Hall of Shame als schlechtester Manager der Bundesliga-Neuzeit. Noch vor Dieter Hoeneß. Und dem Vorjahressieger Felix Magath.

Und ja, ich weiß, eigentlich habe ich diesen Titel schon an Frank Arnesen vergeben... (und Felix Magath tauchte in der Liste gar nicht auf...) Aber 3 Monate machen einen halt ein bisschen schlauer.
Natürlich sehen Arnesens Abschlusstransfers immer noch wie eine Panikattacke aus... und der van der Vaart-Transfer wurde mehr oder weniger über seinen Kopf hinweg durchgezogen. Aber Arnesen sieht vor der Winterpause halt doch eher wie ein "Master of Panic" als wie ein "Meier des Jahres" aus. Hamburg ist 7. und hat irrealer Weise sogar Kontakt direkten Kontakt zu den Europa League Plätzen... und kann sogar ohne van der Vaart gewinnen...
Unsere 3 übrigen Kandidaten haben alle eins gemeinsam: sie werden in der Winterpause keinen Schaden mehr "anrichten" können:

Platz 3: Manfred Paula: Ja, klar, es ist immer schwer, den Augsburgern Vorwürfe zu machen... Ein Verein der komplett ohne Ruf und fast ohne Budget einkaufen gehen muss, hat quasi kaum eine Chance nur Hochkaräter und Volltreffer zu ziehen. Aber so daneben sollte man auch nicht liegen... Giovanni Sio, Andreas Ottl, Jan Moravek, Arsitide Bance und Knowledge Musona sollten die stützen zum erneuten Klassenerhalt sein... Der einzige, der wirklich was stützt, ist der Unbekannteste: Kevin Vogt. Wenn man sich diese Bilanz anguckt, ist es kein wunder, dass Augsburg nur 8 Punkte hat, Paula zum Leiter des Jugendzentrums hochgelobt wurde und Jürgen Rollmann im Winter den Kader "optimieren" will...

Platz 2: Immernoch Markus Babbel: Ja, er lag bei mir schon ganz früh ganz weit vorne. Und eigentlich braucht man nur  Worte, um die ganze Misere zu beschreiben: Führungsspieler Tim Wiese. Dazu noch eine mittlere Katastrophe mit Eren Derdyiok und fertig ist der "Relegationsplatz"-Cocktail.

Platz 1 und damit endlich doch Titelverteidiger: Felix Magath: Um nicht alles nochmal aufzuzählen: Er verstärkte seine Mannschaft für 20 Millionen Euro... Und am Ende musste er trotzdem Diego, Simon Kjaer und Thomas Kahlenberg aufstellen... 3 Spieler, die er auf dem Transfermarkt einfach nicht losgeworden ist...

Um aber hier auch nochmal was neues zu erzählen: 1. Auffälligkeit: Alle 3 sind nicht mehr im Amt. Offensichtlich merken doch mehr Vereine (also alle außer Dynamo Dresden), dass eine ordentliche Arbeit im Management beinah genauso essentiell ist, wie eine ordentliche Arbeit auf dem Trainingsplatz. Und wenn man beim Nachzählen kleinlich ist... wurden mit Paula, Magath und Babbel 3 Manager entlassen, mit Magath und Babbel aber nur 2 Trainer... und das bringt uns direkt zu

2.: Die Doppelfunktion (oder im Falle Magath sogar die "ich mach einfach alles" Funktion) führte im Endeffekt nur zur Doppelentlassung. Markus Babbel hat in einem selbstkritischen Moment schon zugegeben, dass der Job als Manager ihn auch den Trainerposten gekostet haben könnte. Anscheinend ist es doch vernünftig, die sportliche Verantwortung aufzuteilen. Denn selbst wenn sie wie Slomka und Schmadtke in Hannover eigentlich permanent gegeneinander arbeiten, kommt dabei doch mehr rum als wenn den Job nur einer macht.

2 interessante Entwicklungen, die man durchaus weiterverfolgen könnte: Werden die Manager in Zukunft häufiger als ihre Trainer in die Pflicht genommen? Und ist die Zeit der Alleinverantwortlichen nach Englischen Vorbild erst mal vorbei?