Dienstag, 1. Dezember 2020

Unsere Faszination mit schlechten Bundestrainern ist schon... krankhaft Teil 1

Ernsthaft, wir sollten da mal zum Psychologen. So richtig gesund kann das nämlich nicht sein. Also einerseits wählen wir immer wieder völlig random Trainer aus, die genau genommen keinerlei angemessene Vorqualifikation mitbringen. Und andererseits halten wir dann auch noch Ewigkeiten an denen fest.

Das ist ja auch kein neuer Trend. Das begann genau genommen schon bei Sepp Herberger. Der wurde ja erste Bundestrainer des DFBs, weil er... heimlich Widerstandskämpfer gegen die Nazis im Dritten Reich war? Ja! Genau!

Ok, man genau hin gucken um diesen Widerstand zu finden, aber angeblich hat er als Reichstrainer dafür gesorgt, dass die besten Fußballer nicht an der Front verheizt wurden. Unter anderem Fritz Walter. Er hat also die fittesten und besten Soldaten... Und er hat auch bestimmt selber gar keine Kontakte zu den Nazis gehabt. Also abgesehen davon, dass er im Mai 33 in die NSDAP eingetreten ist, aber das war halt damals die einzige Variante zu verhindern, dass ein Walter später an die Front geschickt werden würde. Und das ist irgendwie auch mein voller Ernst. Also wenn er nicht in die Partei eingetreten wäre, hätten die Nazis ihn sofort entlassen und durch ein Parteimitglied ersetzt. So läuft das halt in einer Diktatur.

Aber hier soll es ja um den Trainer gehen. Und der hat vor seiner Zeit als Reichstrainer... immerhin mal beim SV Nowawes und Tennis Borussia Berlin gearbeitet. Insgesamt 4 Jahre. Und er wurde Berliner Stadtmeister. Danach war er dann bis zu seinem Karriereende 1964 Nationaltrainer. Er übernahm nie wieder eine Vereinsmannschaft.

Natürlich hat er auf der Habenseite den Weltmeistertitel 1954. Aber war Herberger wirklich ein "guter Trainer"? Oder einfach nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort? Und vor allem: War er 1962 immer noch der Richtige Mann, oder hielt man einfach nur an ihm fest, weil man sich daran gewöhnt hatte, dass er halt Nationaltrainer war. Wikipedia dazu: "Langsam sollte sich der Vorteil seines jahrelangen Schaltens und Waltens nach eigenem Gutdünken in den Autoritätsstrukturen, unter denen er seit Kaisers Zeiten schon gelebt und gesiegt hatte, in der letzten Phase der Nachkriegszeit in das Gegenteil verändern." Das und seine beleidigte Reaktion nach der WM erinnert mich irgendwie schon stark an einen Jogi Löw.

Aber nach dem Rücktritt des alten Heerführers konnte man diesen doch wohl begehrten Job an einen der besten und erfolgreichsten Trainer im Land vermitteln.

Oder man nimmt einfach seinen Assistenten Helmut Schön. Dessen letzte reguläre Vereinsstation war beim Zweitligisten SV Wiesbaden. Dann arbeitete er seit 1952 für das Saarland (also gegen Deutschland) und dann in verschiedenen Funktionen beim DFB... Er wurde halt auch nur Nationaltrainer, weil er schon immer da war... Aber das funktionierte halt auch. Also man wurde Europameister 72 und Weltmeister 74. 

Allerdings muss man an der Stelle halt auch sofort sagen, dass das wirklich eine Jahrhundertgeneration war, die damals auflief. Also das war genau die Phase, in der die Bayern 3 mal in Folge die Champions League gewannen. Diese Mannschaft wurde noch durch die überragende Fohlengeneration um Netzer, Heynckes und Vogts ergänzt. Aber Weltmeister wurde man nur, weil Franz Beckenbauer die Feinjustierung vornahm. Aber sobald Beckenbauer nicht mehr dabei war, war es auch mit der Herrlichkeit vorbei. Oh und irgendwie schaffte Schön es, einen Gerd Müller frühzeitig zu vergraulen... Auch hier muss irgendwie die Frage erlaubt sein: Ist man wegen oder trotz des Trainers Weltmeister geworden?

Irgendwelche Erfolge jenseits der individuell wohl besten Auswahl aller Zeiten hat er jedenfalls nicht vorzuweisen. Auch nicht auf Vereinsebene.

Also übernahm Franz Beckenbauer mit der Vorqualifikation, dass er de facto ja schon 1974 Teammanager war. Nur um das mal praktisch zu belegen: Der Anspruch des DFBs war mittlerweile so weit gesunken, dass der Trainer nicht mal einen ordentlichen Schein brauchte, um dieses Team zu verwalten. Und natürlich gewann selbst Beckenbauer am Ende einen Titel... aber das ist bis dahin halt auch jeden gelungen. Als Vereinstrainer hat er dann aber gar nichts auf der Habenseite vorzuweisen. Also eine Saison bei Olympique Marseille und dann hat er mal als Interimstrainer den FC Bayern übernommen.

Es folgte das, was eigentliche immer folgte: Sein Co-Trainer Berti Vogts. Und das ist dann endlich die Stelle, wo ich nicht mehr googlen muss, sondern mich erinnern kann. Also Vogts verwaltete ja die "Wiedervereinigung". Er hatte also den Weltmeisterkader, der durch hervorragend ausgebildete Ossis wie Matthias Sammer ergänzt wurde. Also die "Wir werden auf Jahre unschlagbar sein" Aussage vom Philosophen Franz mag arrogant gewirkt haben, aber das war einfach mal die Ausgangslage für die 90er Jahre... und dann kam Berti Vogts...

Dass der mit dieser Auswahl lediglich einen Europameistertitel holte... ist eigentlich ein Armutszeugnis. Und dass er nach dem äußerst enttäuschenden Viertelfinalaus 1994 gegen Bulgarien weiterwurschteln durfte... passiert einem so auch nur in Deutschland. So sind wir halt.

Faszinierender Weise hat man bei Vogts dann ernsthaft mal die Gegenprobe gemacht: Lag es an ihm, oder ist es einfach nur verdammt schwierig Nationaltrainer zu sein? Er beantwortete diese Frage, in dem er bei Bayer Leverkusen scheiterte. Und das war zu der Zeit, als Bayer Leverkusen bei der europäischen Spitze angeklopft hat. Also in dem Jahr nach Vogts wurden die in jedem Wettbewerb Zweiter. Mit Vogts war man davon relativ weit entfernt.

Und auch bei seinen anderen Stationen als Nationaltrainer in Schottland und Nigeria bewegte er wenig bis nichts. Wie bei all seinen Vorgängern sieht der Arbeitsnachweis echt grausam aus. Also er sieht noch grausamer aus, weil er es halt wirklich versucht hat noch was zu reißen.

Danach sagte der DFB dann: Das reicht jetzt, wir versuchen es mal mit einem richtigen Trainer. Einen, der in der täglichen Arbeit nachgewiesen hat, dass er es drauf hat. Der Internationale Titel geholt hat. Und landete bei Erich Ribbeck. Der natürlich von Uli Stielike betreut werden musste, weil man a) immer mindestens einen Welt- oder Europameister auf der Bank haben muss und Ribbeck b) halt auch schon Rentner war. 

Und ja, Ribbeck hat einen UEFA Cup in seiner Vita stehen. Der war bestimmt auch mal ein richtig guter Trainer. Aber das war halt in den 80ern. De facto wurde er direkt aus Mallorca geholt, wo er seinen Vorruhestand verbrachte. Entsprechend desaströs verlief seine Amtszeit. Also er scheiterte als erste Trainer in der Gruppenphase... und angeblich soll es vor dem Turnier einen Putschversuch gegeben haben, bei dem Lothar Matthäus als geistiger Nachfolger von Franz Beckenbauer installiert worden wäre...

Hier ist das faszinierende: Trotz des schlechtesten Turniers seit 1938 wurde Ribbeck nicht sofort entlassen. Er musste schon selber zurücktreten... denn Trainer nach einem absurden Vorrundenaus rauszuschmeißen ist einfach nicht unser Stil... Nebenbei ist Ribbeck bis heute der einzige Deutsche Nationaltrainer, der nicht Weltmeister als Spieler oder Trainer geworden ist.

Was folgte war... eine an sich richtig gute Idee: Christoph Daum. Zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Fußballs wollte man sich einen richtigen Spitzentrainer auf dem Höhepunkt seines Schaffens sichern. Was aber nicht so einfach war, denn Daum wollte vorher noch die 2001er Saison spielen. Und dann stolperte er über eine Haarprobe. Es soll halt einfach nicht sein.

Also... hieß der nächste Nationaltrainer Rudi Völler. Mit der Vorqualifikation: Der war halt Weltmeister. Und er führte Deutschland zur absurdesten Vizeweltmeisterschaft aller Zeiten... wo man das schwächste Gegnerfeld aller Zeiten zugelost bekam und erst im Finale auf Brasilien traf... und trotzdem all seine Spiele gerade so mit 1:0 gewann. Aber mit Michael Ballack im Finale wäre das alles ganz anders gelaufen.

Bei der Europameisterschaft folgte ein weiteres Vorrundenaus... und dann traf uns 2 Jahre vor der WM im eigenen Land die Erkenntnis, dass es so nicht weiter gehen kann. Also ersetzte man den einen ehemaligen Weltmeister ohne jegliche Trainererfahrung durch den nächsten mit Jürgen Klinsmann. Genau dem Jürgen Klinsmann, der eindrucksvoll nachgewiesen hat, dass er nur ein Schaumschläger ist. Weil es aber eine Weltmeisterschaft war, erreichte man halt trotzdem das Halbfinale. Wie immer halt. Und  das man Klinsmann nen Halbes Jahr vor der WM vom Hof jagen wollte... hatten alle vergessen.

Da Klinsi aber wusste, dass er das nicht konservieren kann... übergab er den Posten an seinen Co-Trainer. Wie das hier halt so üblich ist. Und dieser Co-Trainer war Jogi Löw. Dessen Trainerkarriere begann beim VfB Stuttgart, wo er als junges Trainertalent das magische Dreicek "Elber-Balakov-Bobic" zu offensiven Heldentaten coachte. Und zu einem Pokalsieg. Da fällt mir dann direkt auf, dass ich mal Löw Fan war... Selbst wenn alle Jügendsünden gut erklärt im Duden stünden, wären manche von ihnen auch nicht besser zu begründen.
Aber 2004 war dessen Trainerkarriere eindeutig auf dem Absteigenden Ast. Vorher verschlug es ihn nach Österreich... Niemand hatte den in Deutschland noch auf dem Schirm. Entsprechend überrascht guckten alle, als Klinsmann ihn als Co-Trainer präsentierte. Und ja, Löw ist buchstäblich hoch gestolpert. Und hält sich irgendwie seit 14 Jahren beim DFB.

Es ist völlig absurd, wie erfolgreich die Nationalmannschaft immer war, wenn man bedenkt, wie bescheiden die Vereinsbilanz ihrer Trainer aussieht: 1 UEFA Cup Sieg, ein DFB Pokal Titel, eine Meisterschaft in Österreich, eine Berliner Stadtmeisterschaft... Das dürfte die gesamte Trophäen-Sammlung vor Amtsantritt gewesen sein. Dazu kommt noch ein Uefa Cup Titel, den Franz als Interimstrainer holte.

Was halt einfach unfassbar ist. Also wenn man bedenkt, wie viele legendäre Trainer die Bundesliga hervorgebracht hat. Udo Lattek, Hennes Weisweiler, Otto Rehagel, Ottmar Hitzfeld, Jupp Heynckes, Thomas Schaaf, Felix Magath, Jürgen Klopp, Thomas Tuchel... also wie viele dieser Trainer haben alleine mehr Titel gewonnen als all die Bundestrainer zusammen?

Man will sich gar nicht vorstellen, wie dominant diese Auswahl sein könnte, wenn sie mal von einem richtig kompetenten Trainer angeführt wird... Trotzdem war keine von ihnen jemals ernsthaft als Nationaltrainer im Gespräch. Warum das so ist... ist eine spannende Frage... Für Teil 2.

Montag, 30. November 2020

So viel zur Solidarität

Also wenn man sich in letzter Zeit mal nen bisschen umgeschaut hat, gab es ja für Schalke hauptsächlich Mitleid. Also abgesehen von den rassistischen Aussagen von Steffen Freund, dass man mit Spielern "mit diesen Wurzeln" auf Schalke einfach keinen Erfolg haben kann...

Oh boy... also erst Mal würde ich ja alle "Künstler", die auf Schalke Erfolg hatten, aufzählen, aber da fallen mir irgendwie nur Lincoln und Raul ein. Aber ja, es ist durchaus vorgekommen, dass Spieler, die nicht unbedingt die reinsten Malocher waren, auf Schalke erfolgreich waren...

Abgesehen davon wissen wir doch alle jetzt schon, dass am Ende in der Relegation Harrit und Bentaleb die Schalker zum Klassenerhalt schießen werden... Das ganze steht dermaßen von fest, die Wetten darauf werden nicht mal mehr angenommen...

Dann muss man als nächstes sofort erwähnen, dass Zinedine Zidane dieselben Wurzeln hat. Und es gibt so unfassbar viele Geschichten, wie Profis aus problematischen Vierteln und trotz einer harten Kindheit zu tollen Fußballern und großen Persönlichkeiten werden. Und gleichzeitig gibt es die auch in Deutschland Spieler wie Kevin Großkreutz oder Lukas Podolksi, die am Ende an ihrer Einstellung scheitern.

Und natürlich hat Freund in der Sache Recht, dass Künstler auf Schalke gerade so gar nicht funktionieren. Das sieht man ja an den 2 brillanten Aktionen von Mark Uth in dieser Saison. Aber auch der Deutsche Angreifer mit dem großartigen Gefühl im linken Fuß kommt auf Schalke gar nicht zurecht. Nur um mal zu verdeutlichen, dass das halt kein Problem der "Herkunft" ist, sondern eines der "Mannschaft".

Nebenbei wolle ich an der Stelle nochmal kurz einschieben, dass ich mir einen unangemessenen Vergleich überlegt hatte. Also ich wollte so was sagen wie "Profimannschaften mit Tasmania Berlin zu vergleichen ist wie... sich mit Anne Frank oder Sophie Scholl zu vergleichen, weil man nicht an Covid glaubt..." Aber dann viel mir auf, dass ich selbst Vergleiche mit Nazi-Vergleichen für so was von unangebracht halte... Ich erwähne das auch nur im Nachhinein um auszudrücken, wie angeekelt ich von diesen Entwicklungen bin. Zurück zum Fußball...

Mittlerweile ist die Lage auf Schalke ja so schlimm, dass selbst die Dortmunder sagen: Das gönnen wir ihnen nicht. Also zumindest in der Liga sollten die schon bleiben. Und pleite gehen auf keinen Fall...

Also zumindest die Fans sehen das wohl so. Das Mitgefühl der Mannschaft hielt sich in Grenzen. Die verweigerte lieber das Verteidigen einfachster Standardsituationen und nominierte Erling Haarland für den Titel "Gomez der Woche", anstatt einfach mal gegen die Kölner zu gewinnen... oder wenigstens Unentschieden zu spielen. In der Sportschau wurde direkt erwähnt, dass Horst Heldt UND Michael Zorc beide noch auf dem Platz standen, als Köln das letzte Mal in Dortmund gewann... 

Und natürlich bin ich daran Schuld. Ich fing viel zu früh an auf den ultimativen Elendsgipfel am 17. Spieltag hinzufiebern. Aber ein bisschen mehr Solidarität mit den Schalkern hätte man schon zeigen können. Jetzt stehen die ganz allen als "größte Deppen der Nation" da...

Nebenbei treten die Bayern direkt den Beweis an, dass es auch reicht, wenn Joshua Kimmich ausfällt. Und natürlich zeigt sich gleichzeitig, dass Kimmich DER Schlüsselspieler der Mannschaft ist, weil ihnen echt jegliche Souveränität abhanden gekommen ist, seit dem der Mann ausfällt. 

Aber mit ein wenig Mithilfe des VARs (also ehrlich, entweder der Schiedsrichter pfeift das gleich, oder er sagt "Neuer lässt sich derart theatralisch fallen, da kann ich auch laufen lassen") gewinnt man am Ende halt trotzdem. Selbst wenn sie verloren hätten... lässt die Konkurrenz ja weiter munter Punkte liegen. Keiner von denen macht den Eindruck, dass sie im März und April, wenn die Bayern all ihre Verletzten zurück bekommen, so viel Konstanz reinbringen werden, dass sie einen Ansturm der Bayern auf die Tabellenspitze standhalten könnten. Falls sie es vorher überhaupt auf Platz 1 geschafft haben.

Dies scheint ja die ultimative "Die ganz großen Schwächeln im Herbst" Saison zu werden. Also in Spanien liegt Barca auf Platz 7 und Real auf Platz 4. Selbst Juventus liegt 6 Punkte hinter dem Tabellenführer. Und Manchester City sogar nur auf Rang 10. Das dürfte sich alles bis zum Sommer noch halbwegs einrenken.
Am Ende liegen wirklich nur die Bayern tatsächlich im Soll. Was man jetzt als gute Nachricht für die Bayern auslegen kann... Oder es wird einem bewusst, dass der Vorsprung der Bayern gegenüber den Konkurrenz halt echt noch größer ist als in bei den Serienverdächtigen in den anderen Ligen. Denn selbst der gestauchte und überladene Covid-Kalender kann die nicht wirklich aufhalten.

Das ist halt faszinierend ernüchternd. Also ja, dass die Bayern genau jetzt schwächeln und mit Verletzungen beschäftigt sein würden, war genau so zu erwarten. Aber die anderen Mannschaften müssten halt genau jetzt diese Schwächephase ausnutzen und sich nen paar Punkte Vorsprung erarbeiten. Aber genau das passiert nicht, weil Dortmund halt bei den seit 17 Spielen sieglosen Kölnern verliert... Beste Liga der Welt...

Enden wir den Beitrag mit einer wirklich guten Nachricht: JOGI LÖW BLEIBT BUNDESTRAINER! Damit beschäftigen wir uns morgen...

Dienstag, 24. November 2020

Passives Abseits Hall of Shame: Können diese Tasmania Berlin Vergleiche einfach mal aufhören?

 Bitte! Danke!

Also gerade werden ja beliebte Bilderserien mit dem Titel "Schalke nähert sich Tasmania Berlin" online gestellt. Bestimmt nicht nur bei Kicker.de, aber halt auch da

Lasst es uns einfach sagen, wie es ist: Schalke ist gerade die schlechteste Bundesligamannschaft aller Zeiten. 24 Spiele sieglose Spiele in Serie sind unerreicht. Ob man jetzt Tasmania noch einholt, ist dabei vollkommen irrelevant. 

Und dass es gerade 2 Mannschaften gibt, die praktisch gesehen eine gesamte Halbserie nicht gewonnen haben, belegt, dass der Tabellenkeller noch nie so absurd schwach war wie jetzt gerade. Wann spielen die eigentlich gegeneinander? Am letzten Spieltag der Hinrunde? Als hätten die gewusst, was kommt... Dieses Spiel sollte die DFL auf jeden Fall auf Samstag 18:30 legen. Ein derart schlechtes Spiel dürfte es noch nie gegeben haben...

Obwohl, jetzt wo ich das gesagt habe, gewinnen wahrscheinlich beide am Wochenende und ruinieren diese Geschichte...

Jedenfalls zurück zur Perspektive Tasmania Berlin: Also ja, diese Mannschaft beendete die Saison mit uneinholbaren 8 Punkten aus 34 Spielen. Auf die 3 Punkte Regelung umgerechnet wären es auch nur 10 Punkte gewesen. Aber hier ist ein Detail, welches an der Stelle gerne vergessen wird: Der einzige Grund, warum Tasmania überhaupt Bundesliga spielte, war der Zwangsabstieg der Hertha in der Vorsaison. Und die Sonderrolle Berlins in der Deutschen Geschichte als geteilte Stadt. Also im Wesentlichen wollte der Springer Verlag unbedingt, dass es in Berlin trotz der finanziellen Unregelmäßigkeiten bei der Hertha Bundesligafußball gibt. Also wurde das Teilnehmerfeld auf 18 Mannschaften erweitert um weitere Problemen und Klagen aus dem Weg zu gehen.

Also um das mal festzuhalten: Die Tasmania spielte 1965 in der Stadtliga Berlin... und wurde dort auch nur Dritter. Tennis Borussia Berlin scheiterte als Meister deutlich an der Aufstiegsrunde. Und der Spandauer SC verzichtete lieber, anstatt das seinen Spielern anzutun. Also musste Tasmania aufsteigen...

Eine Mannschaft, die aus Halbprofis bestand, welche direkt aus dem Urlaub kamen. Denn die finale Entscheidung fiel erst Anfang August... Man hatte also 4 Wochen Zeit um ohne finanziellen Spielraum aus Halbprofis Bundesligaspieler zu formen. Und auch keinerlei Möglichkeiten diese Mannschaft zu verstärken. Deswegen sehen die Startaufstellung vom letzten Berlin Liga und ersten Bundesliga Spiel so ähnlich aus: 8 Spieler standen in beiden Fällen auf dem Platz...

Das ist eine völlig absurde Situation, die es so in Deutschland nie gegeben hat und im Profisport wohl auch nie wieder geben wird. Also als praktisches Beispiel: Das wäre, als hätte man auf den Abstieg des Hamburger SVs spontan den Altonaer FC 93 für die Bundesliga nominiert... 4 Wochen vor Bundesligastart. Weil der FC St.Pauli als 2. Beste Hamburger Mannschaft sagt: "Wir spielen lieber Derby als Bundesliga..."

Natürlich war diese Mannschaft gnadenlos überfordert. Und natürlich stellte sie Rekorde auf, die praktisch uneinholbar waren. So ist das halt, wenn man spontan einen Regionalligisten in der Bundesliga mitwurschteln lässt.

Also selbst die Überraschungsaufsteiger der letzten Jahre wie Fürth, Paderborn und jetzt Bielefeld, die ja praktisch auch von den anderen Vereinen weit entfernt waren oder sind, hatten wesentlich bessere Voraussetzungen als die Berliner damals. Deswegen sollte man auch die Berliner nie als Referenzwert nehmen, wenn man historisch schlechte Leistungen einordnen will.

Das muss man vor allen Dingen bedenken, wenn man die derzeitigen Negativserien der Schalker und Kölner betrachtet. Gerade bei den Schalkern. Denn Schalke erlebt gerade die längste Serie ohne Sieg aller seriös geführten Bundesligisten. Es gab historisch nichts vergleichbares.

Ich würde sogar behaupten, dass es im Profisport allgemein wenig vergleichbares gab. Gerade wenn man bedenkt, dass Schalke vor 3 1/2 Jahren Vizemeister wurde und an den Champions League Töpfen naschte. Also gerade die Schalker sollten in der Lage sein einen Kader zusammenzustellen, der zumindest hin und wieder ein Bundesligaspiel gewinnt...

Nun ist es an der Stelle schwierig, diese Serie in historischen Kontext zu setzen, weil... nun ja... es halt Unentschieden gibt. Also diese schöne Bilderserie zeigt euch die längsten Niederlagenserien der Geschichte des Profisports... und es kommt Andrea Pirlo vor. Ja, der Andrea Pirlo, der damals den diesen simplen und doch genialen Pass auf Grosso spielte... nur um den Schalker Spielern Mut zu machen, dass sie trotz der derzeitigen Misere noch was reißen können... und weil es immer Spaß macht das 0:1 von damals zu verlinken...

Wo war ich? Ach ja: Brescia Calcio: Also ja, die verloren mehr Spiele am Stück als Schalke, holten aber taktisch geschickt ihre 2 Siege am 15. und 19. Spieltag. Man musste also nicht so lange auf einen Sieg warten, wie die Schalker.

Bleibt der AFC Sunderland mit 20 Premiere League Niederlagen in Folge... die sich allerdings über 2 1/2 Jahre hinzogen... weil... nun ja... man meistens absteigt, wenn man 20 Spiele in Folge nicht gewinnt. Aber auch die gewannen am 18. Spieltag gegen Liverpool, beendeten die Saison als "nur" mit 20 Spielen ohne Sieg... und gewannen am 3. Spieltag der 2.Liga Saison. Schalke hat also auch diese Mannschaft schon eingeholt.

Bleibt also der Blick in andere Sportarten und auf die Philadelpia 76ers und Cleveland Cavaliers. Die einzigen NBA Mannschaften mit längeren Niederlagenserien. Hierbei muss man allerdings sofort anmerken, dass die NBA einen dafür belohnt, wenn man richtig schlecht ist. Also man bekommt dann die Chance sich den Moukoko der jeweiligen Talentgeneration zu sichern. Gerade die 76ers haben damals bewusst versucht richtig schlecht zu sein. Das war ihr Plan für mehrere Jahre. Schalkes wollte eigentlich zeitnah zurück ins Internationale Geschäft...

Bleiben... die Tampa Bay Buccaneers aus der NFL... die 26 Spiele in Folge verloren haben. Wobei man an der Stelle erwähnen muss, dass die Buccaneers eine neu gegründete Franchise waren und kein etablierter Traditionsverein... aber beinah 2 Jahre ohne jeglichen Sieg zu bleiben ist trotzdem beeindruckend.

Aber das ist so das allgemeine Kompetenzniveau, mit dem sich Schalke gerade eigentlich vergleichen muss: Mannschaften, die absichtlich schlecht zusammengestellt wurden, weil dies der beste Plan für die Zukunft im Amerikanischen Sport ist. Und das wirklich beängstigende: Schalke hat noch die Möglichkeiten diese Mannschaften einzuholen.

Was mich ja zu der spannenden Frage bringt, was jetzt genau die "unterschiedliche Auffassung" war, die eine weitere Zusammenarbeit von Jochen Schneider und Michael Reschke unmöglich machte. Also ich bin mir ziemlich sicher, dass einer der beiden mit einer "Wir sollten alles unternehmen, um die Buccaneers Serie noch zu knacken, wo wir doch schon so kurz davor sind" Haltung in die letzten Gespräche gegangen ist. Und der andere wollte dies auf keinen Fall... Jetzt fragt mich aber nicht, auf welcher Seite des Anspruches Sportvorstand Schneider stand...

Montag, 23. November 2020

Worst of des "Ich könnte einfach nur in die Kabine gehen und weinen" Wochenendes

Ach Schalke... was würde ich in Abwesenheit des HSVs nur ohne dich machen?

Es ist schon faszinierend, wie konsequent man in diesem Verein auf allen Ebenen am Abstieg arbeitet. Und nebenbei den 1.FC Köln mit runter reißt. Das ist ja das faszinierende an Mark Uth: Letzte Rückrunde war der bei ebenfalls alles andere als berauschenden Kölnern überragend. Jetzt kriegt er bei Schalke kaum einen Fuß auf die Erde... Und auch in Köln geht gar nichts mehr.

Die großartigste Saisonleistung der Schalker bisher? Sie schafften es den offensichtlichen Riss zwischen Oliver Glasner und Jörg Schmadtke zu kitten. Beeindruckend. Hilft einem nur halt selber nicht weiter.

Oh und dass Daniel Caligiuri den FC Augsburg zu einem späten und glücklichen Punkt in Gladbach führt... ist halt nur noch weiteres Salz in die Schalker Wunden. Also nur falls das jemand vergessen hat: Schalke lies Caligiuri, seinerseits Kapitän und Leistungsträger, im Sommer freiwillig ablösefrei ziehen. Es war halt wichtiger, einen weiteren designierten Schalke Angreifer mit Goncalo Paciencia zu verpflichten... obwohl man doch schon wusste, dass man Mark Uth für diese Rolle zurück gewinnt... Ernsthaft, Schalkes Stürmer-Bilanz ist so absurd schlecht, das wäre die eine Mannschaft, bei der man nachvollziehen könnte, wenn sie einfach immer noch mit "Falscher 9" auflaufen.

Oh und für Paciencia muss man noch 8,5 Millionen Euro Ablöse auftreiben... Das sieht nach einem dieser legendären HSV-Transfers aus...

Dann kristallisierte sich noch ein weiteres praktisches Problem heraus: Jean-Philippe Mateta ist ein brauchbarer Bundesliga-Stürmer. Also wenn er Bock hat. Unter Achim Beierlorzer hatte er den offensichtlich nicht, aber unter dem neuen Trainer Jan-Moritz Lichte hat er ihn wieder gefunden. Damit hat Mainz das, was allen anderen Kandidaten da unten fehlt: Einen Stürmer, der einfach mal alleine Spiele entscheiden kann. Und praktisch gesehen muss er nur noch 3 Spiele für die Mainzer entscheiden, das dürfte zum Klassenerhalt reichen...

Nebenbei muss noch unbedingt festgehalten werden, dass Arminia Bielefeld ein Tor erzielte, ohne eine einzige Chance zu haben. Das soll angeblich zum ersten Mal seit 1988 passiert sein... was ich ja sofort unter die Kategorie "FAKE NEWS" abschreibe. Mir kann keiner erzählen, dass Schalke das nicht auch schon mal geschafft hat.

Am anderen Ende der Tabelle... Hatte Julian Nagelsmann eine fast korrekte Erkenntnis: "Nur weil die Bayern unentschieden spielen, heißt das nicht automatisch, dass man als Verfolger 3 Punkte holt"... Der Satz ist semantisch falsch: Gerade weil die Bayern Unentschieden gespielt haben, bedeutet das automatisch, dass die Verfolger auch Federn lassen. Darauf kann man sich in München schon verlassen. 

Jetzt sind die Bayern in der bestmöglichen Position. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, weil der Vorsprung auf Platz 2 auf 1 Punkt und 3 Tore geschmolzen ist... aber man wird jetzt von Lucien Favre gejagt. Der einzige potenziell noch ungefährlichere Jäger wäre Bayer Leverkusen... Und die liegen auch tatsächlich auf Platz 3... selten war ein einziger Punkt Vorsprung so viel...

Nebenbei sollte Jogi Löw ein Dankesschreiben an Thomas Müller verfassen. Der blieb dieses Wochenende beeindruckend unsichtbar. Also genau in dem Moment, wo die Bayern ihn am dringendsten gebraucht hätten, verschwand er: Als all die über strapazierten Nationalspieler eine Verschnaufpause brauchten und mit Joshua Kimmich als Taktgeber verletzt ausfiel. Das sind doch genau die Momente, in denen ein Weltklasse Spieler und Fixpunkt den Unterschied ausmachen sollte.
Aber Müller machte das, was er in engen Spielen praktisch immer macht: Nichts besonderes. 

Aber man muss natürlich auch zugeben, dass Werder Bremen schon eine echte Herausforderung und ein verdammt starker Gegner ist... nicht irgendwelche Laufkundschaft, die man zuvor 19 Siege am Stück geholt hat. Da kann man von einem wie Müller halt auch nicht erwarten, dass er alleine die Kohlen aus dem Feuer holt.

Nun ist das gegenüber Müller natürlich total unfair dieses eine suboptimale Spiel anzubringen, schließlich hat er vor der Länderspielpause eindrucksvoll nachgewiesen, dass er auch bei richtigen Spitzenspielen ganz toll mitlaufen kann... Oder er ist halt der perfekte Teamspieler und überlässt in den wirklich engen Spielen Lewandowski und Sané die Schlagzeilen. Und genau so einen Mann brauchen wir doch fürs EM Halbfinale 2021!

Kann es nebenbei sein, dass das Gesundheitsamt in Bremen, und damit die Stadt Bremen ihrem örtlichen Bundesligisten geholfen hat? Also die eine Gemeinde auf der Welt, die eine Profimannschaft als finanzielle Last ansieht und ihnen die Polizeieinsätze in Rechnung stellen will? Und auch beim Corona-Restart wurde Werder die meisten Steine in den Weg gelegt. Aber dieses Woche... konnten sie dank des Gesundheitsamtes in Ruhe trainieren. Schließlich, wenn ich das richtig verstanden habe, hätten die darauf bestanden, dass die Nationalspieler, die in Risikogebiete reisten, hinterher präventiv in Quarantäne müssten. Und in dem Fall sind die Vereine von der Abstellungspflicht entbunden. Deswegen musste Werder dann nur 2 Spieler zu den Nationalmannschaften schicken... und konnte sich 2 Wochen auf die Bayern vorbereiten, was Florian Kohfeldt sogar hervorragend gelang. Oh und die Bayern verzichteten auf ihren ersten Anzug auf den Flügeln.

Aber es ist halt eines dieser Details, wie Corona sich auf den Wettbewerb auswirkt. Es reden natürlich alle über Hoffenheim, die nach 8 positiven Corona Fällen beinah auf den Busfahrer als Rechtsverteidiger zurückgreifen mussten... Aber ob Werder auch so diszipliniert und koordiniert verteidigt hätte, wenn die Hälfte der Mannschaft erst am Donnerstag Abend zurück in der Stadt gewesen wäre, ist eine dieser offenen, unbeantwortbaren Fragen.

Und an der Stelle muss man tatsächlich auch erwähnen, dass der hier so oft kritisierte Kohfeldt diese 2 Wochen anscheinend auch vernünftig genutzt hat. Es soll ja keiner behaupten, dass ich mir ständig nur die Teile des Narratives herauspicke, die mir passen. Das mache ich ausschließlich bei Löw und Müller...

Mittwoch, 18. November 2020

Anscheinend lesen die Deutschen Nationalspieler Spieler meinen Blog

 Oder sie sind zumindest zu derselben Erkenntnis gekommen: Auf die Endrunde der Nations League haben wir keinen Bock.

An der Stelle muss natürlich erst Mal ein Mea Culpa kommen: Ich ging davon aus, dass Kicker.de eine seriöse Quelle ist, der man vertrauen kann. Deswegen habe ich deren Information, dass die Endrunde vor der EM ausgespielt wird, nicht gegen gecheckt. Mein Fehler, hätte ich nicht machen sollen. Gerade wo ich sonst immer auf der Homepage rumhacke. Es ist halt ne Weile her, dass der Kicker nen Fachmagazin war...

Also ja, die Endrunde wird im Oktober 2021 ausgetragen. Und Seiten wie Spox.de wissen das auch schon. Nur beim größten deutschen Sportmagazin hielt man diese Information für unwichtig. Aber anscheinend dachten Toni Kroos und Co trotzdem, dass sie da lieber Urlaub machen wollen...

So fügt Jogi Löw seinem Beeindruckenden Resümee ein weiteres Highlight hinzu. Also lasst uns das mal kurz zusammen zählen. Auf der Haben Seite stehen:
Den WM Titel 2014. Ehre, wem Ehre gebührt. Also der Goldenen 2014er Generation um Philipp Lahm, Manuel Neuer und Toni Kroos, die so gut waren, dass selbst Löw diesen Titel nicht verhindern konnte.
Das EM Finale 2008 gegen Spanien, welches ja gestern von Oliver Bierhoff wieder in Erinnerung gerufen wurde, weil man damals ebenfalls hoffnungslos unterlegen war...

Und genau genommen... war es das schon mit überragenden Turnierleistungen. Denn ein Halbfinale bei einer EM zu erreichen und sich dann zu vercoachen, wie Löw das in 2012 gemacht hat, ist genau genommen keine herausragende Leistung. Genau so wenig ist es überragend Deutschland in ein Halbfinale einer Weltmeisterschaft zu führen. Klingt absurd, aber selbst Rudi Völler hat das mit seiner Generation der Rumpelfußballer geschafft. Und niemand wird Rudi Völler deswegen zu einem großartigen Trainer verklären. Oder Jens Jeremies zu einem Weltklasse Spieler machen...

Natürlich ist es unfair Jogi Löws Leistungen mit denen anderer Nationaltrainer dieses Landes zu vergleichen... es ist halt auch einfach absurd, wie gut die Deutschen Turnierergebnisse, abgesehen von 2 Europameisterschaften zur Jahrtausendwende, immer waren. Da fällt es auch irgendwie schwer sich von den anderen Trainer deutlich abzuheben. Aber dies hat Löw beeindruckend geschafft. Mit folgenden Leistungen:

Dem ersten Vorrundenaus bei einer Weltmeisterschaft.
Dem Abstieg aus der Nations League.
Und jetzt die zweithöchste Niederlage der Geschichte

Für historischen Kontext: Die einzige höhere Niederlage war gegen England im Jahr 1909. Damals, als die Engländern allen anderen Meilenweit voraus waren. Und die letzte Nation, die uns 6:0 besiegt hat, haben wir hinterher annektiert. Nur damit die Spanier mal wissen, was auf sie zukommt...

Was mich ja am meisten fasziniert, ist ja. wie man jetzt versucht, das alles zu relativieren. "Die Spanier sind halt auch gut." Ähm... es gab Gründe, warum den Deutschen ein Unentschieden gereicht hätte... Denn diese Spanier haben gegen die Ukraine verloren und gegen die Schweiz nur unentschieden gespielt. Die waren quasi auch im "Wie verhindern wir eine Endrunden Teilnahme" Modus...

"Das ist ja auch eine junge Mannschaft!" Ähm was? Also mit Manuel Neuer, Toni Kroos und Matthias Ginter standen da 3 Weltmeister auf dem Platz. DREI!. Niklas Süle, Leon Goretzka und Serge Gnabry sind allesamt Champions League Sieger. Neuer holte diesen Titel zum 2. mal. Kroos ist bei 4 Titeln. Soll ich jetzt noch die Meisterschaften zusammen rechnen, die diese Spieler geholt haben?
Dazu sind Ilkay Gündogan und Timo Werner Stammspieler in englischen Star-Ensemblen. Gündogan spielt im vielleicht besten, auf jeden Fall teuersten Mittelfeld der Welt eine Zentrale Rolle. Bleiben also Robin Koch und Philipp Max als wirklich unerfahrene Spieler.  Ich sage bewusst unerfahren, denn Max ist bereits 27 Jahre alt, Koch kommt auf 24... Oh und Leroy Sané, dem aus irgendwelchen Gründen jegliche Turniererfahrung fehlt. Wer hat das nochmal zu verantworten? Diese Mannschaft ist einfach nicht Jung. 

Wie kommt es also zu so einem Ergebnis? Warum geht eine Mannschaft, angeführt von 3 Weltmeistern, so unter? Kann man das analysieren, ohne 15 mal "passieren" zu sagen? Und ja, das Interview von Oliver Bierhoff, studierter Marketingmanager, erinnerte mich irgendwie an "Woran hat's gelegen?

Aber halten wir mal den entscheidenden Unterschied zwischen den Spaniern und den Deutschen fest: Die einen wollten die Gelegenheit nutzen und sich für die Stammelf bei der Europameisterschaft präsentieren, die anderen wollten sich nicht verletzen. Das hat man ja auch am deutlichsten gemerkt, als die Einwechsel-Offensive der Spanier weiter für Randale sorgten: Die mussten halt nachziehen, nachdem ihre Konkurrenten um einen Stammplatz so vorgelegt haben...

Unter Jogi Löw ist es aber seit Jahren so, dass die Testspielleistungen... nun ja.. irrelevant für das Turnier sind. Also nehmen wir mal das "Herzstück" Kroos-Gündogan: Ein Toni Kroos weiß, dass er seinen Stammplatz zur EM sicher hat, egal was da gestern auf dem Rasen passiert. Genau so wie ein Gündogan weiß, dass er nicht an Joashua Kimmich vorbei kommen wird, wenn er diese Bühne nutzt und 2 Tore erzielt. Das Ergebnis: Beide machen mindestens einen Schritt weniger. Sie kommen nicht auf das nötige Motivationslevel um gegen Spanier, die mit hohem Tempo spielen, gegenzuhalten. Und ohne jegliche Präsenz im zentralen Mittelfeld geht man halt unter.

Das sind halt einfach Probleme, die sich irgendwann ergeben, wenn ein Nationaltrainer seit 14 Jahren im Amt ist... und es eigentlich allen bewusst ist, dass aufs Leistungsprinzip seit 2010 geschissen wird. Das Löw an den Spielern, denen er vertraut, bedingungslos festhält. 

Und weil das mittlerweile auch den Spieler zumindest unterbewusst klar ist, lassen die Leistungen zwischen den Turnieren seit Jahren konstant nach. Und bei der WM 2014 hat man die deutliche Quittung dafür bekommen. Nur hat man halt nicht den Eindruck, dass sich danach an Löws Haltung zu den Testspielen irgendwie geändert hätte. 

Das sieht man ja an 2 Grundsatzentscheidungen: Zunächst mal den Fakt, dass Kimmich unbedingt auf die 6 muss, obwohl man im Zentrum am Besten besetzt ist. Eigentlich sollte Löw die Testspiel nutzen um nach Möglichkeiten zu suchen, wie er Kimmich, Kroos, Goreztka und Gündogan in einem stabilen System gemeinsam auflaufen könnten, legt Löw sich frühzeitig fest, dass Kimmich sein 6er wird. Und sucht krampfhaft nach Außenverteidigern, die es in diesem Land anscheinend nicht gibt. Dabei wäre das offensichtlich vernünftige Kimmich davon zu überzeugen im patriotischen Dienst Außenverteidiger zu spielen... Mit dem Argument "So steigerst du unsere Chancen auf den Titel."
Aber er hat sich halt schon anders entschieden und das kann man jetzt nicht mehr ändern...

Genau so wie die 2. Grundsatzentscheidung: Dem Nein zu Boateng, Hummels und Müller. Hier ist das faszinierende: Den dreien zu sagen, dass ihr derzeitiges Niveau nicht für die Nationalmannschaft reicht, wäre eine harte, aber nachvollziehbare Entscheidung gewesen. Alle drei waren weit weg von ihren persönlichen Bestleistungen. Sie also erst Mal nicht mehr zu nominieren, wäre eine Eindeutige Ansage ans Leistungsprinzip gewesen. 

Dadurch, dass Löw diese Ansage aber so endgültig getroffen hat, dass er sie selber nicht mehr zurücknehmen kann, hat er sofort wieder jegliches Leischtungschprinzschip außer Kraft gesetzt. Und zwar mit Ansage: Es ist vollkommen egal, was in den nächsten 1 1/2 Jahren passiert, ich habe mich fest gelegt. 

Wenn Löw mit einer "Wenn ihr wieder Leistungen im Verein bringt, werdet ihr natürlich auch wieder nominiert" in die Gespräche gegangen wäre... Das wäre fair, transparent und nachvollziehbar gewesen. Und er hätte sie zurückholen können, ohne dass er sich einen Zacken aus der Krone bricht. Und er hätte allen vermittelt, dass das, was zwischen den Turnieren auf dem Rasen passiert, durchaus relevant ist.

So... haben wir jetzt einfach keine brauchbaren Innenverteidiger für die Europameisterschaft. Außer vielleicht Niklas Süle. Und die Lösung für dieses Problem wurde sich völlig unmotivert verbaut.

Um den Bogen zu schlagen: Es ist wirklich faszinierend, wie viele Fehltritte Löw sich erlauben durfte, weil er vor in den letzten 10 Jahren ein überdurchschnittliches Ergebnis abgeliefert hat. Wie viel von diesem einen WM Titel überblendet wurde. Und wie er sich damit jahrelang jeglicher Kritik entzogen hat.

Aber er hat sich halt auch sein eigenes, höriges Umfeld erschaffen. Alle kritischen Stimmen wie Matthias Sammer, der garantiert schon viel früher eingegriffen hätte, wurden vertrieben. Stattdessen sitzen auf allen Positionen Leute, die ihren Posten am Ende Jogi Löw zu verdanken haben. Und auch der Öffentlichkeit hat es ja jahrelang ignoriert, dass Löw der wohl schlechteste Weltmeistertrainer aller Zeiten ist. Und er ist anscheinend nicht in der Lage seine Arbeitsweise zu ändern.

Bleibt zu hoffen, dass er sich irgendwie in ein Halbfinale wurschtelt und deswegen seinen Posten behält... zumindest wenn man will, dass Deutschland 2022 nicht Weltmeister wird.

Montag, 16. November 2020

Die spannendste Frage vo dem Deutschand - Spanien Spiel ist:

 Werden beide Mannschaften versuchen dieses Spiel zu verlieren? 

Also sachlich gesehen sollten sie dies tun. Warum? Deutschland und Spanien zählen ja zu den "ganz großen Nationen". Zu den genau genommen wenigen ganz großen Nationen. Den 5 Mannschaften, (gemeinsam mit Italien, England und Frankreich), die jeden 2. Sommer einen der Favoriten auf den Turniersieg stellen. Und ja, selbst in den finstersten Jahren wurde Deutschland, auch von anderen, vor dem Turnier immer als "Favorit, weil sie sich in das Turnier hinein steigern werden" genannt. Und Spanien ist es seit 2008 auch, als die Kleinstaaterei, die zumindest der Nationalmannschaft immer geschadet haben, zumindest für den Fußball ad Acta gelegt wurden.

Und diese 5 Nationen sind genau genommen die Mannschaften, für die die Nations League nicht gedacht ist. Also die Nations League ist ja deswegen ein meiner Meinung nach schützenswerter Wettbewerb, weil selbst die kleinsten Nationen wie Malta und Andorra untereinander Pflichtspiele austragen können. Und dass diese kleinsten Nationen auch mal wirklich Erfolge vorweisen können... anstatt nur symbolisch dafür zu kämpfen weniger Gegentore zu kassieren als bei der letzten Qualifikation.

Und ja, ich gebe auch zu, dass ich mir diese Spiele nie angucken würde. Aber ich gucke (mittlerweile, das war schon mal anders) auch keine Spiele der Gruppenphase in der Champions League mehr... trotzdem sehe ich die Notwendigkeit dieser Spiele, damit die Vereine und Verbände entsprechende Umsätze generieren, ein. Nur weil es nichts für mich ist, ist es ja nicht unbedingt schlecht. Das ist nen bisschen wie Rihanna...

Und dann ist die Nations League auf der 2. Ebene für die "Semi-Großen Nationen". Also Portugal, die Niederlande, Belgien und die Schweiz. Nationen, die sich meistens souverän für die entsprechenden Turniere, spielen dort aber in der Summe eine eher untergeordnete Rolle. Und klar, bei der Goldenen Generation kann man sich einreden, dass sie um den Titel mitspielen. Aber realistisch holen die zusammen alle 50 Jahre mal einen Titel. Holland 1972, Portugal 2016 und die Schweiz ist dann... 2060 dran...

Aber diese Nationen können dafür dann, wenn sie die Nations League richtig ernst nehmen, sich diesen Titel holen, während die 5 ganz großen mit ihrem Neuaufbau beschäftigt sind. Und es ist auch kein Zufall, dass diese 3 und England (die halt am Ende doch nur 1966 wirklich einen Titel geholt haben... und genau genommen auch zu den semi-großen gehören, das traut sich nur keiner zu sagen), die Endrunde der ersten Nations League untereinander ausgespielt haben.

Das ist ja auch alles wunderbar. Irgendwann wird vielleicht eine der derzeitigen D-Mannschaften in die B-Gruppe aufsteigen... und dann wird das nicht das Ergebnis einer günstigen Qualifikationsauslosung und eines glücklichen Laufes (wie, als erstes Beispiel, welches mir einfällt, die EM Teilnahme von Lettland 2004, als Lettland zunächst auf Polen und die Schweden in der Gruppephase traf und sich danach knapp gegen die Türkei durchzusetzen... nur um danach nie wieder was zu reißen, würden solche Auf- (und gegebenenfalls Ab-)stiege langfristige Entwicklungen nachweisen.

Also klar, es wird gelegentlich eine Nation mal absteigen, weil sie eine Ausgabe des Turniers unnötig verkacken... oder sie hoffen auf eine Regeländerung. Aber selbst ein einmaliger und überraschender Abstieg. Also wenn das Deutschland wirklich passiert wäre, wären sie schneller wieder aufgestiegen, als der HSV. Dann hätten sie ein Ausgabe gegen Österreich und Norwegen spielen müssen und wären da dann souverän Erster geworden.

Und ja, die Gruppe A wird im wesentlichen eine geschlossene Gesellschaft bleiben. Die 4. Mannschaft in den entsprechenden Gruppen immer wieder mal ausgetauscht werden, aber die restlichen bleiben unter sich.

Aber zurück zum Titel: Warum sollten die Deutschen und die Spanier jetzt versuchen, das Spiel am Dienstag zu verlieren? Nun ja, die haben halt eigentlich andere Ziele: Europameister werden. Und im Sommer drauf Weltmeister. Und wisst ihr, was man an der Stelle gar nicht braucht? Anfang Juni Pflichtspiele, die von der Öffentlichkeit plötzlich ernst genommen werden. Also um das mal festzuhalten: Die Halbfinale sollen am 2. und 3.6. stattfinden. Die EM beginnt am 11.06.

Als angehender Titelkandidat willst du dir in der Phase deine Testspiele selber einteilen. Dein Trainingslager in Ruhe planen. Am Finetuning deines Kaders arbeiten. Und auf keinen Fall willst du irgendeinem belanglosen Titel hinterherjagen.

Nun mag das dank Covid-19 jetzt eine besondere Situation sein. Aber genau genommen gilt sie sogar allgemein. Also auch wenn es "nur der freie Sommer" gewesen wäre... so ist es für die Nationen (und vor allem die Spieler der Nationen), die regelmäßig in den Turnieren bis ins Halbfinale kommen, wichtiger diesen Sommer auch frei zu haben. Vielleicht nen paar belanglose Testspiele zum Runter kommen und aus galoppieren. Aber mehr willst du als Toni Kroos oder Manuel Neuer auf keinen Fall machen. Oder als Sergio Ramos und Sergio Busquet

Und das ist ja das eine, was Jogi Löw bei aller Kritik besser verstanden hat als alle anderen: Die Belastung durch geschickte Pausen zu steuern ist eine der Grundlagen für erfolgreiche Turniere im Sommer. Deswegen kommt er ja auf diese absurde Anzahl von Nominierten. Ich meine, selbst der FC Augsburg hat mittlerweile einen deutschen Nationalspieler in ihren Reihen... Da darf echt jeder mal... also außer Max Kruse...

Die eigentliche Herangehensweise für die Nations League sollte folgende sein: Man will auf keinen Fall absteigen, weil die Nations League ja die Testspiele ersetzt... und wenn man absteigt hat man dann in 2 Jahren bescheidenere Testspielgegner. Man will aber auch nicht erster werden, weil man dann weitere unnötige Pflichtspiele "als Belohnung" aufgebrummt bekommt.

Nun haben wir am Dienstag die besondere Situation, dass 2 Mannschaften, die diesen Ansatz verfolgen sollten, im direkten Duell um den Gruppensieg aufeinander treffen. Und ein Unentschieden hilft den Deutschen nicht weiter, weil sie völlig übermotiviert die Ukraine geschlagen haben... Aber Löw hat die letzten Jahre halt auch dermaßen verkackt, dass er sich ein Unentschieden gegen die Ukraine nicht erlauben konnte, selbst wenn es sinnvoll gewesen wäre...

Die spannenden Fragen lauten: Sind sich die Spieler bewusst, dass es besser wäre dieses Spiel nicht zu gewinnen? Wie weit werden sie gehen, um dieses "Ziel" zu erreichen? Werden wir am Ende ein Spiel erleben, in dem beide Mannschaften das gegnerische Tor verteidigen? Und ein Spiel, welches dann 5:6 gegen die Schweiz ausgeht?

Und auf ein Mal hat die Nations League ihren ganz eigenen Reiz...

Freitag, 13. November 2020

Das Problem an der Causa Moukoko

 Wie man es macht, macht man es falsch.

Also ja, es fühlt sich falsch an den Namen eines 15 jährigen Jungen zu kennen und in einem Blog über Fußball anzubringen. Vor allem, weil ich den Namen ja nicht erst seit gestern auf dem Radar hab. Auf Moukokos Bundesligadebüt wartet man schon seit 2019...

Andererseits kann man ihn halt auch nicht einfach ignorieren. Und die Debatte geht ja eigentlich um etwas Größeres.

Also wichtige Ankündigung: Die nun folgende Abhandlung ist eine Reaktion auf diese Sportschau Doku "Der Jugendtrend und seine Schattenseiten". Es dürfte also hilfreich sein, wenn man diese Doku vorher gesehen hat.

Das Problem dabei ist halt, dass diese Doku sehr einseitig auf potenzielle Probleme bei extrem jungen Fußballprofis hinweist. Und das ist ja auch vernünftig. Man könnte aber auch mal erwähnen, dass es für jeden "Freddy Adu", der als Riesentalent am Ende gnadenlos gescheitert ist, eine Lionel Messi gibt, dem es nicht geschadet hat mit 17 Jahren schon Champions League zu spielen. 

Das beginnt halt schon mit den "Erfahrungsberichten" von Michael Sternkopf. Der ist mit 18 Bundesligaprofi geworden und dann viel zu früh zu den Bayern gegangen. Zum einen stellt niemand die Frage, ob jetzt 18 jährige Bundesliga spielen dürfen, nur weil es auch da Menschen gab, denen das nicht gut getan hat.

Vor allem wäre es für eine Doku dann allerdings auch spannend einen Thomas Müller zu dem Thema zu befragen. Der ist ja auch jungen Jahren bei den Bayern Profi geworden. Wurde mit 20 Stammspieler beim Rekordmeister. Er schaffte also genau den Schritt, den Sternkopf nicht geschafft hat. Nur um zu erwähnen, dass es möglich ist.

Und das ist kein Vorwurf an Sternkopf, es geht nur darum darzustellen, wie komplex dieses Problem ist. Die Entscheidung, die bei ihm die komplett falsche war, war bei Müller die komplett richtige.

Dabei sind die Bayern natürlich ein Extrembeispiel, weil dort traditionell viele Talente zu früh hin wechseln und dann scheitern. Aber wenn man den Fokus etwas weiter stellt, fällt einem auf, dass es dieses Problem auch in der Gesamten Bundesliga gibt. Da tauchen immer wieder 18 jährige Talente auf, die dann später in der Versenkung verschwinden. Damit kann man wunderbare Bilderserien füllen. Und der Name Sternkopf beweist halt auch, dass dies kein "neues Phänomen im immer schnelllebigeren Fußballgeschäft ist".

Also ja, Moukoko kann scheitern und das nächste unvollendete Versprechen des Fußballs werden. Aber dies kann ihm passieren, wenn er nach der Länderspielpause mit 16 Jahren und 1 Tag einen uneinholbaren Rekord aufstellt... oder wenn die Liga beschließt, dass man ihn noch mindestens ein Jahr lang warten lässt. 

Allein schon weil die Entwicklung von jungen Menschen halt selten linear und noch seltener nach Plan verläuft. Und weil man sich immer verletzen kann. 

Was mich an der Doku aber am meisten stört, ist, dass es von allen so dargestellt wird, als wenn es zwingend eine schlechte Entscheidung sein muss, wenn diese eine Ausnahmeerscheinung diesen Weg geht. Und klar, dass man kritisch nachfragt ist vollkommen richtig und wichtig. Und es wäre auch schön, wenn ein Jugendkoordinator Lars Ricken (der ja selber wissen sollte, wie es sich auswirkt, wenn man zu früh zu viel Ruhm bekommt) sich zu dem Thema äußert und darlegt, wie der Plan mit Moukoko genau aussieht. Sei es mit einer Limitierung seiner Einsatzmöglichkeiten auf ein Spiel die Woche, damit er im übervollen Spielplan nicht gleich komplett durchdrehen muss. Oder sei es mit einer zwischenzeitlichen "Beförderung" in die Regionalliga...

Aber man könnte auch in der Doku mal darauf hinweisen, dass es für den Jungen vielleicht auch nicht das Beste ist, wenn er in der Jugend bleibt. Denn eines wird ja gerade deutlich: Unter Kindern ist dieser Spieler chronisch unterfordert. Der ist halt so überlegen, dass er dort alles platt macht. Wenn der nicht mindestens 3 Tore erzielt, hat er ein für seine Verhältnisse beschissenes Spiel abgeliefert. Deswegen kommt er auf 10 Tore nach 3 Spielen.

Diesen Jungen jetzt 2 Jahre in der U19 spielen zu lassen, damit er dann 500 Tore in der Bundesliga-West erzielt hat, kann nicht der Plan sein. Und auch das kann nicht gut für die Entwicklung von Moukoko sein. Und für die seiner Mitspieler auch nicht.

Auf diese Ausnahmesituation mit einer Sonderreglung zu reagieren, ist die einzige mögliche Entscheidung. Das einzige, was ich mir von Dortmunds Seite aus wünschen würde, ist da: Dass man ihn erst Mal für 2-3 Wochen in der Regionalliga testet... also den nächsten logischen Schritt in einer normalen Entwicklung machen lässt.