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Mittwoch, 13. November 2024

Vollidiot des Jahres: Pellegrino Matarazzo.

 Nicht, dass der wirklich etwas falsch gemacht hat. Aber er war halt loyal. Im Profisport. Als Trainer, wo man immer das schwächste Glied in der Kette ist. Und das, obwohl das Ende lange absehbar war. Denn das war ja eine Trennung mit Ansage. Die einzige Überraschung ist, dass Matarazzo nicht als Erstes entlassen worden ist, sondern Peter Zeidler.

Um das mal kurz nachzuvollziehen: Pellegrion Matarazzo übernahm Hoffenheim im Februar 2023 von Andre Breitenreiter. Er hatte einen schwierigen Start mit 5 Niederlagen infolge und wäre fast direkt wieder entlassen worden. Aber er schaffte den Umschwung nach dem Absturz auf Platz 18 und führte die TSG zum souveränen Klassenerhalt. Platz 13 in der Endabrechnung.

In der folgenden Saison führte er Hoffenheim auf Platz 7, was zur Qualifikation für die erneuerte Europaleague reichte. Klar, es reichte auch nur, weil dieses Jahr fast die Hälfte aller Bundesligisten europäisch spielen dürfen. Es war aber auch die beste Platzierung seit 2009/10. Das war aber schon eine ordentliche Leistung. Vorallem, wenn man bedenkt, dass Hoffenheim 50 Millionen auf dem Transfermarkt erwirtschaftet durfte... Das Kader sollte also eigentlich schwächer sein, als in der Vorsaison.

Trotzdem wurde seine Arbeit schon im Sommer hinterfragt. Es fehlte einem jungen Kader halt an der nötigen Konstanz um noch mehr zu erreichen... Wer hätte das ahnen können?

Stattdessen ging zum dümstmöglichen Zeitpunkt Alexander Rosen. Der Manager wurde genau zu dem Moment entlassen, in dem er den größten Einfluss auf die Saison hatte: Mitten in die Verhandlungen des Transfersommers. Einfach nur, weil Dietmar Hopp und Roger Wittmann ihn nicht wollten. Die beiden wollten nebenbei schon im Februar einen anderen Trainer. Also nur um zu verdeutlichen, wie lange dieser Konflikt schon gärt und dass Materazzo schon die Skepsis von ganz oben entgegenkam, bevor er überhaupt aus dem Zug gestiegen war.

Eine Aktion, die so dumm war, dass Hopp die TSG Ultras gegen sich aufbrachte. Und dank der der Rest der Welt mitbekam, dass es diese Ultras überhaupt gibt. Die Ultras mussten nebenbei auch ihren Stimmungsboykott ankündigen, da der neutral und uninformierte Zuschauer sonst kaum einen Unterschied zu sonst gemerkt hätte. 

Das ist für einen Trainer eine richtig beschissene Ausgangslage. Denn die Spieler bekommen so was ja auch mit. Der einzige Unterstützer wurde abgesägt, die eigene Transferphase sabotiert und der Boss ganz oben ist mehr oder weniger dein direkter Gegenspieler.

Und dann... brachte die Brieftaube ein lukratives Angebot: Der Amerikaner sollte die eigenen Nationalmannschaft übernehmen. Nur die Herren, also deren 2. Beste Auswahl. Aber dafür sollte der die Mannschaft in ein Tunier in eigenem Land führen. Also quasi den Nagelsmann machen und denen die Heim-WM retten. Und Materazzo sagte denen ab.

Er blieb lieber in Hoffenheim, obwohl er wusste, dass der Boss ihn am liebsten ersetzen würde und dass eine schwierige Saison bevorsteht. Also obwohl abzusehen war, dass er die Saison nicht überstehen würde.

Für Hoffenheim war das nebenbei großartig. Auch wenn eine einvernehmliche Trennung im Sommer eigentlich wie die perfekte Lösung ausgesehen hätte, stünde man plötzlich in der Vorbereitung ohne Trainer und Manager da.

Die Kombination aus starker Vorsaison und Loyalität sollte eigentlich dafür sorgen, dass er bis zur Winterpause unkündbar ist. Stattdessesn wird er entlassen, obwohl er nicht mal auf einem Abstiegsrang steht.

Und natürlich sind die Leistungen, die Hoffenheim anbietet, nicht toll. Das war aber nach der konfusen Saisonvorbereitung auch nicht zu erwarten. Man steht aber über dem ominösen Strich und hat mit Bochum, Kiel und St. Pauli 3 herausragende Kandidaten, die noch deutlich schlechter sind, als man selbst. Es gibt also keinen Grund zur Panik.

Und natürlich zeigt die Tendenz gerade nach unten, das ist aber auch zu erwarten, wenn bei jeder Gelegenheit der Trainer hinterfragt wird. Das kommt alles einfach nicht überraschend.

Am Ende wird Materazzo für seine Loyalität bestraft und die Hoffenheimer kommen ohne größere Schäden davon. In einer gerechteren Fußballwelt würden die anderen Trainer jetzt geschlossen sagen "Nach Hoffenheim gehen wir nach der Nummer nicht.", aber da guckt, berechtigterweise, auch nur jeder auf sich selbst.

Donnerstag, 19. Januar 2023

Wo waren wir nochmal? Teil 3: Für wen geht es um nichts?

 Oder nur darum, dass es um nichts mehr geht.

Natürlich ist es eigentlich noch viel zu früh, um eine Saison abzuschreiben oder als Erfolg zu erklären. Aber nach 15 Spieltagen hat so eine Tabelle doch schon einiges an Aussagekraft. Die Mannschaften stehen nicht mehr rein zufällig dort, wo sie stehen.

Gleichzeitig haben die Mannschaften, die auf dieser Liste auftauchen, entweder so viele Schwachstellen, dass ein deutlicher Aufschwung unwahrscheinlich ist, oder ein zu großes Polster, um nochmal ganz unten reinzurutschen. Also zumindest theoretisch, praktisch wird es trotzdem jemand schaffen. Wahrscheinlich eher nach unten.

Die wichtigste Frage ist ja dabei, ob Borussia Mönchengladbach gerade entschieden hat, die Saison praktisch aufzugeben. Denn Yann Sommer war halt in den letzten Jahren der beste Torhüter der Liga, was auch daran lag, dass Manuel Neuer häufig verletzt war. Egal, wie gut Jonas Omlin ist, er wird ein Downgrade darstellen. Wie das halt so ist, wenn man von der Schweizer Nummer 1 auf die Schweizer Nummer 4 umsteigt. Man steigt nicht direkt von Rolex auf Cassio um, aber weit weg davon ist es nicht.
Ohne die sicherste Bank der Liga ganz hinten wird es schwer für die Gladbacher in den Kampf um Europa einzugreifen.

Danach folgt Werder Bremen, die ja auch einfach glücklich damit sein werden, eine sorgenfreie Saison zu spielen. Das ist halt der Segen eines Aufsteigers: Alle sind so froh, dass man wieder dabei ist, dass man einfach jede Sekunde der ersten Saison genießt. Gerade wenn man, wie die Hanseaten, in den letzten Jahren im Kampf um Ab- oder Aufstieg gesteckt hat.

In Mainz stellt man mittlerweile fest, dass diese Euphorie sich nicht ewig halten lässt. Dort hat man sich daran gewöhnt, dass man in 7 von 10 Jahren eine sorgenfreie Saison spielt. Dann rutscht man halt ein Mal oben und 2 Mal unten rein. Das ist so grob die Zusammenfassung der letzten Jahre. Das Problem daran: Man merkt halt mittlerweile, dass das auf Dauer nicht wirklich befriedigt. Dies merkt man zum Beispiel daran, dass der Zuschauerschnitt mal bei 31.000 lag. Jetzt kommen eher weniger, auch wenn der Trend dieses Jahr wieder nach oben zeigen könnte. Man hat sich halt so sehr dran gewöhnt, was man da geboten bekommt, dass man nicht mehr hingeht. Im Jahr 2000 hätte man das sofort unterschrieben, in der 17. Bundesligasaison begeistert es halt nicht mehr. Jetzt müsste eigentlich irgendwann der nächste Entwicklungsschritt kommen, der bei einem kleinen Verein wie Mainz aber auch extrem unwahrscheinlich ist. Ihnen fehlt halt das Geld und die Infrastruktur, um wirklich oben anzugreifen und das werden sie auch nicht mehr aufholen. Jetzt muss man sich halt ideologische Ziele setzen... wie zum Beispiel den TSV 1860 München in der ewigen Tabelle zu überholen. Die haben noch 183 Punkte Vorsprung, das ist also eher ein auf Jahre ausgelegtes Projekt.

Hoffenheim hat de facto exakt dasselbe Problem, nur dass es noch weniger Menschen interessiert. Mainz ist wenigstens ein Karnevalsverein: irgendwie kultig und legendär. Wenn die in den Abstiegskampf rutschen, sind alle Fans der unbeteiligten Vereine für sie. Wenn Hoffenheim unten reinrutscht, hoffen alle, dass es sie erwischt. Alle, außer die 21.000 Hoffenheim Fans. Die kurze Phase, in der man hoffen konnte, dass Hoffenheim die Liga mit wirklich guten Fußball aufmischt, ist vorbeigezogen. Jetzt ist man im Wesentlichen ein Aus- und Weiterbildungsverein ohne Seele. Und die Spieler gehen so früh, dass kaum eine Bindung entstehen kann. Georginio Rutter war 2 Jahre oder 64 Spiele lang da. Er ging unter Tränen, aber wenn der dann irgendwann in der RTL-Liveübertragung auftaucht, wird es eine Randnotiz sein, dass er mal in der Bundesliga gespielt hat. David Raum ist nach nur einer Saison weitergezogen. Da lacht doch selbst Borussia Dortmund drüber.

An den Hoffenheimern sieht man nebenbei das heimliche Problem einer "sorgenfreien Saison": Wie halte ich die Spannung hoch, wenn es eigentlich um nichts mehr geht. Wobei es ja letztes Jahr sogar um etwas gegangen wäre, man lag zwischenzeitlich auf Platz 4. Aber man verabschiedete sich mit 9 sieglosen Spielen in Folge in die Sommerpause, was Sebastian Hoeneß am Ende den Job kostete, obwohl er 25 Spieltage lang alles richtig gemacht hat. Aber am Ende war die Luft halt völlig raus, was einer Mannschaft, die nur Bundesliga spielt, einfach nicht passieren darf. So was passiert aber häufiger, als einem lieb sein kann.

Da trennt sich nebenbei auch der gute Trainer vom Scharlatan. Also es ist definitiv nicht einfach den Fokus hochzuhalten, wenn die absolute Notwendigkeit fehlt. Gleichzeitig hat man aber auch den absoluten Luxus, dass man sich um die Entwicklung seiner Mannschaft und der einzelnen Spieler kümmern kann, weil man relativ unabhängig von dem Einzelergebnis ist. Wer unter diesen Umständen seine Spieler wirklich besser macht und damit eine bessere Rückrunde spielt, sollte mal von anderen Vereinen mal eingeladen werden.

Deswegen mache ich mir auch echt wenig Sorgen um den 1. FC Köln. Die haben "nur" 3 Punkte Vorsprung, könnten also noch in den Abstiegskampf rutschen. Die haben aber mit Steffen Baumgart den besten Trainer aller Mannschaften in der unteren Tabellenhälfte. Gerade jetzt, wo sie knapp aber elegant aus der Europa Conference ausgeschieden sind und sie sich wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Köln hat tatsächlich unter der Zusatzbelastung gelitten: Nach den Europacup Reisen konnten sie nur ein Spiel gewinnen: am 10. Spieltag gegen Augsburg. Man holte in diesen 8 Spielen 7 Punkte. In den restlichen 7 Spielen holten sie 10 Punkte. Das eine klingt nach Abstiegskampf, das andere nach gesichertem Mittelfeld. Wir werden in der "Rückrunde" mehr von dem Anderen bekommen.

Bleibt als absolute Wildcard Bayer Leverkusen. Die Mannschaft ist als einzige gut genug besetzt, um von einem Angriff auf Europa zu träumen. Gerade, wenn Florian Wirtz wieder ins Laufen kommt. Aber es ist halt auch naiv, auf einen frisch von einem Kreuzband genesenen 19-Jährigen zu setzen. Wie lange es dauern wird, dass Wirtz wieder sein gewohntes Niveau erreicht, kann niemand absehen. Dazu kommt, dass es Bayer ja nicht wegen der mangelnden Qualität so weit unten steht. Der Einbruch hatte ja andere Gründe. Ob ein einfacher Trainerwechsel zu Xabi Alonso, einem de facto Novizen, all diese Probleme gelöst hat, kann auch keiner abschätzen.
Aber wir werden das gleich erfahren. Denn zum Auftakt geht es direkt gegen Gladbach und Dortmund. Dazwischen kommt noch der heimliche Charaktertest gegen Bochum. Wenn sie den Abstiegskandidaten nicht übersehen und aus diesen 3 Spielen 7 bis 9 Punkte holen, können sie die Saison vielleicht noch retten. Sonst steht ihnen eine sehr lange Rückrunde mit Spekulationen um die Zukunft von Wirtz und Frimpong und dem quasi sicheren Abgang von Diaby bevor.

Das wirklich Überraschende an diesem Beitrag ist: Für 5 bis 6 Mannschaften steht jetzt schon eigentlich fest, dass es für sie um nichts mehr gehen dürfte. Das ist ein Drittel der Liga. Aber wenn man ehrlich ist, dürfte das auch relativ normal sein. Sind wir mal gespannt, wer von denen die Rückrunde richtig verkackt, damit wir wenigstens was zu lachen bekommen. Oder die Abstiegskandidaten einen weiteren Hoffnungsschimmer bekommen. Um die kümmern wir uns morgen.

Mittwoch, 11. August 2021

Eine Individuelle Saisonvorschau: Andrej Kramaric

 Gibt es einen Fußballprofi, dessen Karriere weniger Sinn ergibt als die von Andrej Kramaric? Also das ging schon damit los, dass er überhaupt nach Deutschland gewechselt ist.

Also normalerweise geht man ja mittlerweile (Talente ausgenommen) den anderen Weg: von der Bundesliga in die Premiere League. Und wenn man dort erstmal angekommen ist und vom ganz großen Fleischtopf genascht hat, geht man auch nicht zurück aufs Festland. Aber Kramaric tat genau das... Und verließ Leicster City mitten in ihrer Meistersaison um... aufs Dorf zu ziehen? Aber anstatt in den englischen Abstiegskampf zu ziehen, rettete er die Hoffenheimer, die sich zum Zeitpunkt seiner Leihe auf dem letzten Tabellenplatz standen...

Und völlig absurderweise wurde er dort dann... heimisch. Anders kann man das ja kaum bezeichnen. Denn selbst nach dem perfekten Zeitpunkt um doch zurück nach England (oder allgemein zu einem besseren Verein) war 2018. Denn die Saison beendete er als frisch gebackener Vizeweltmeister.

Zwar war er kein unumstrittener Stammspieler, aber er kam beim Überraschungscoup der Kroaten bei jedem Spiel zum Einsatz. Dazu hat er sich den Platz in der Nationalmannschaft ja auch wirklich verdient. Denn seitdem er in Hoffenheim ist, trifft er quasi in jedem 2. Spiel. Und trotzdem ist er 3 Jahre später immer noch in der Bundesliga.

Mittlerweile ist er auch schon 30. Heißt: Die Chance auf einem Wechsel zu einem wirklich großen Verein dürfte vorbeigezogen sein. Und das, obwohl er konstant 2-stellig trifft. Und sogar 2 Mal mehr als 20 Tore erzielte. Kramaric fällt aber auch genau in eine seltsame Schnittstelle: Zu schlecht um bei den Titelkandidaten als Stammspieler aufzulaufen. Aber zu teuer, als dass ihn die 2. Garde verpflichten könnte. Vor allem, wo Schalke und Hamburg ja in den letzten Jahren an den Hoffenheimern vorbeigezogen sind und mittlerweile in der 2. Liga spielte. Aber ja, wenn er 2014 in einem WM-Finale gespielt hätte, wäre er zu einem dieser beiden Vereine gewechselt. Das er sich dies ersparen konnte, nennt man denn die Gnade der späten Geburt.

Dazu hat Kramaric anscheinend keinen Bock darauf, den "Sebastien Haller Pfad" einzuschlagen... also nach einigen guten Jahren in der Bundesliga doch im Abstiegskampf der Premiere League richtig Kohle zu verdienen.

Für Hoffenheim sind das richtig gute Nachrichten. Denn seit Kramaric da ist, qualifiziert man sich in 3 von 5 Jahren für das internationale Geschäft. Die sind also praktisch gesehen wieder dran und sollten mindestens 7. werden... Was ja Erfahrungsgemäß reicht... Was halt vor allen Dingen deswegen beeindruckend ist, weil Hoffenheim sich vorher nie für den Europacup qualifizieren konnte.

Und das liegt halt nicht nur an Julian Nagelsmann... Selbst unter einen Alfred Schreuder führte Kramaric seine Mannschaft in die Europa League.

Wenn Hoffenheim und der Kroate allerdings doch noch schwach werden und der Angreifer kurz vor Wechselfrist doch noch die "Stadt" verlässt... dann könnte es auch richtig bergab gehen. Denn einen auch nur halbwegs gleichwertigen Ersatz werden sie nie verpflichten können.

Als neutraler Fußballfan sollte man sich, solange es geht, daran erfreuen, dass ein richtig guter Angreifer einem relativ kleinen Verein die Treue gehalten hat und in der Bundesliga zu sehen ist.

Donnerstag, 19. März 2020

Passives Abseits vs Tradition, Teil 6: Warum wird der eine verehrt und der andere zum Feindbild?

Was mich an Traditionsvereinen am meisten irritiert, und damit auch zu dieser Serie inspiriert, ist ja die Willkür. Man erklärt den einen Verein zur Tradition, den anderen zur Retorte. Und den einem Mann hinter dem Verein zum Heiligen, den anderen zum Judas. Aufgefallen ist mir das vor einigen Monaten als...

Die SG Wattenscheid 09 Insolvenz anmelden und den Spielbetrieb einstellen musste. Allgemeiner Tenor: Wieder stirbt ein Traditionsverein. Das ist so traurig. Und ein Ergebnis der Kommerzialisierung! Wie furchtbar.
Um hier einen kurzen Disclaimer einzuschieben: Dies geht nicht gegen die treuen Fans, die teilweise seit 40 Jahren ins Stadion gegangen sind. Jedenfalls nicht vordergründig. Man sucht sich den Verein, an den man sein Herz verliert, halt nicht aus.
Aber hier ist das absurde: All die Leute, die jetzt diesen treuen Fans ihr Beileid aussprechen, hätten nie von diesem Verein gehört, wenn es Klaus Steilmann nicht gegeben hätte. Es hätte auch kein Sportschau Spezial gegeben. Denn es war ein Mäzen, der den Verein auf die Landkarte brachte.

Steilmann entschied irgendwann aus einer Laune heraus, dass es in einem Stadtteil von Bochum auf ein Mal Bundesligafußball geben soll. Also hat er, weil sein Textilunternehmen damals noch hervorragend lief, das Geld in die Hand genommen, die Spieler in seiner Firma angestellt, bevor es reine Profibedingungen gab, und der Verein wurde in die Bundesliga getrieben.
Nur um das mal zu verdeutlichen: Man verpflichtete als Zweitligist Carlos Babington, einen argentinischen Nationalspieler.

Wenn euch das alles bekannt vorkommt, liegt das daran, dass es eine moderne Version dieses Anti-Märchen gibt: Die TSG Hoffenheim und Dietmar Hopp. Die haben, als Hopp sich 1999 in den Kopf setze Bundesligafußball auch in der Region zu sehen, ebenfalls viel Geld in die Hand genommen um eigentlich überqualifizierte Spieler zu holen. Und man war dabei um einiges erfolgreicher als das heimliche Vorbild.

Nur wurde man dadurch auch sofort zum Feindbild der Fans. Gerade für die Anhänger der Traditionsvereine.
Natürlich kann man an der Stelle behaupten: Hopp hat ja 350 Millionen in den Verein gesteckt! Das ist ja viel mehr Geld als Wattenscheid damals brauchte! Naja... man muss schon die absurde Hyperinflation des Fußballs im Blick haben. Also zu Zeiten, wo einzelne Fußballer über 100 Millionen wert sind, ist das gar nicht mehr so viel Geld. Wenn Hopp sich schon 1990 in den Kopf gesetzt hätte in die Bundesliga aufzusteigen, hätte er auch nur 30 Millionen in die Hand nehmen müssen. Nur hat das halt damals keiner absehen können, deswegen haben die Großinvestoren darauf verzichtet...

Im wesentlichen haben Steilmann und Hopp exakt dasselbe getan. Nur hat der eine dabei ein Traditionsverein, der andere ein Feindbild erschaffen. Logisch nachvollziehbar ist das nicht.

Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Rhein-Neckar-Kreis einer der wirtschaftlich stärksten Regionen in Deutschland ist... und im Profifußball vor der TSG chronisch unterrepräsentiert war. Anders ausgedrückt: Wie immer hat erst die Inkompetenz der Traditionsvereine, in diesem Fall Waldhof Mannheim, die Tür für die Retortenvereine geöffnet. Wenn die nicht zur Jahrtausendwende in der 5. Liga rumgegurkt wären (und Hopps Hilfe dankend abgelehnt hätten), würden die heute, dank der Unterstützung von Hopp und mit SAP auf der Brust, Bundesliga spielen...

Und wir würden uns alle darüber freuen, dass dieser Traditionsverein dank der tollen Unterstützung dieses Gutmenschen wieder zurück ist. Es gibt ja genügend Geschichten, in denen ein potenter Geldgeber einen alten Verein vor der Pleite rettet und wieder nach oben bringen will. Gut, die wenigsten dieser Geschichten, siehe Wattenscheid, enden gut, aber es gibt sie zu Hauf.

Genau so wie es überraschend viele "Wurden von einem Mäzen hochgezogen, der hat die Motivation verloren, danach stürzte man wieder ab" Traditionsvereine gibt. Anscheinend ist es für die Fans kein Problem, wenn der Mäzen den Verein Anfang der 90er hochgepumpt hat.

Also die letzte "abgestürzte Traditionsverein" Serie aus dem Kicker ging ausschließlich um genau solche Vereine. Eigentlich muss man es Hopp hoch anrechnen, dass er es als Einziger geschafft hat, diese Idee wirklich durchzuziehen und dabei einen erfolgreichen und seriös wirtschaftenden Verein aufzubauen.

Das ist nebenbei der gravierende Unterschied zwischen Hoffenheim und Wattenscheid: Der Retortenklub von den beiden kann sich selber tragen. Man ist mittlerweile vom Mäzen unabhängig. Man konnte diesen, wie die Footballleaks belegen, sogar mit dem einen oder anderen Transfer etwas zurück geben. Der Verein steht mittlerweile auf einem stabilen Fundament. Was natürlich auch daran liegt, dass man eben in einer wirtschaftlich starken Region liegt und man ein relatives Loch auf der Landkarte füllt. Ok, das Loch ist nicht so groß, wie in Leipzig... aber gerade verglichen mit dem Ruhrgebiet, wo halt Wattenscheid um Aufmerksamkeit kämpfen musste, ist es immer noch gigantisch.

Und so schleppte sich Wattenscheid von Investor zu Investor. Einer seriöser als der andere. Nur das dieser Investoren halt darauf hofften, dass man den Verein "zu alter Größe" führen könnte, in dem man Peter Neururer verpflichtet, anstatt ihn einfach nur zu stabilisieren. Zumindest dürfte das bei Oğuzhan Can das Problem gewesen sein. Man hat es aber nie geschafft seine gesunde Nische hinter den ganz großen Vereinen zu finden. Also quasi wie Union Berlin in der Hauptstadt.

Im wesentlichen waren schon die Bundesligajahre ein reines Kunstprojekt, welches seit dem permanent künstlich am Leben gehalten worden ist... Und am Ende hat man sich so sehr an diese Kunst gewöhnt, dass man das Label "Tradition" drauf geklatscht hat.

Was ja zu der spannenden Frage führt: Ab wann werden wir uns so sehr an Hoffenheim gewöhnt haben, dass auch die ein Traditionsverein sind. Wird Hopp das noch selber erleben? Muss er dafür 100 Jahre werden? Oder müssen sie erst absteigen und in der 3. Liga um die Existenz kämpfen, bevor sie dieses "Gütesiegel" bekommen?

Montag, 14. August 2017

Saisonvorschau: TSG 1899 Hoffenheim

Und ja, ich könnte jetzt auch erst Mal über den HSV lachen... aber... die haben mein vollstes Vertrauen, die werden dieses Jahr noch mehr Scheiße bauen...

Ausgangslage: Es ist doch faszinierend, wie viel so ein guter Trainer ausrichten kann... Ich meine, die wesentlichen Neuzugänge im letzten Sommer waren Sandro Wagner und Karem Demirbay. Für eine Mannschaft, die um den Klassenerhalt spielt, waren das sogar Verstärkungen... Julian Nagelsmann bastelte aus dieser Kombination einen Champions League Teilnehmer.
Das faszinierendste ist ja... dass seine Vorgänger Markus Gisdol und Huub Stevens auch als brauchbare Bundesligatrainer gehandelt werden... ok, bei dem einen glauben sie das auf Schalke, beim anderen wollen sie sich das in Hamburg einreden. Aber das waren beides keine Michael Oennings... trotzdem ist der Effekt des Trainerwechsels eklatant. Unfassbar groß.
Und jetzt... sucht jeder nach seinem persönlichen Nagelsmann. Auf ein Mal ist es gar nicht mehr sooo ungewöhnlich, dass der Trainer jünger ist als der eine oder andere Spieler. Und dass er keine Erfahrungen im Profibereich hat. Man riskiert lieber die Verpflichtung eines jungen Trainers, der dann versagt, als dass man sich den nächsten Nagelsmann durch die Lappen gehen lässt...
Das ganze wird so absurd... dass der Plan seine Trainer in der eigenen Jugend auszubilden immer schwerer umsetzbar wird... Weil die Vereine halt nicht mehr auf den Tribünen der Bundesliga, sondern auf den Ersatzbänken der Leistungszentren nach dem Retter ihres Vereines suchen.
Und ja, das wird auch wieder vorbei gehen, wenn Tedesco und Herrlich keine vergleichbaren Erfolge einfahren, sondern einfach nur ganz normale Leistungen abrufen lassen... Und dann wird es doch zu einer Renaissance der Weinzierls und Luhukays kommen...
Aber in Hoffenheim hat man ja derzeit das Problem nicht... man muss nur hoffen, dass man nicht zu gut wird, denn sobald Carlo Ancelotti entlassen wird, weil er den Meistertitel verspielt hat, braucht Hopp halt einen neuen Trainer...

Wer soll's richten? Hmm... Hansi Flick? Als wäre Jogi Löw nicht schon so ein Anhänger dieses Vereins... jetzt dürfte es noch einfacher werden in Sinsheim zum Nationalspieler zu reifen... was nur bedingt gut ist, denn das führt ja dazu, dass diese Spieler bei der Konkurrenz beliebter werden.

Wen werden sie vermissen? Und dann passiert einem das, was einem diesen Sommer passiert ist: Die Bayern holen sich deine Spiele um ihren eigenen Kader in der Breite zu verstärken... diesem Lockruf nach einem Bankplatz konnten Niklas Süle und Sebastian Rudy halt nicht widerstehen.
Und ja, angeblich werden die zum Saisonauftakt beide spielen... aber sie werden nicht langfristig die Lösungen für die Probleme der Bayern sein... jedenfalls nicht dieses Jahr... die Probleme der Bayern heißen halt Cristiano Ronaldo...
Während die Bayern kaum einen merkbaren Unterschied feststellen werden... wird Hoffenheim den beiden noch ne Weile nachtrauern.  Denn einen Süle bildet halt selbst ein Nagelsmann nicht so nebenbei aus...

Leischtungschträgscher: Könnt ihr euch noch an Zeiten erinnern, als Dietmar Hopp die unbeliebteste Person des Deutschen Fußballs war... mittlerweile... wurde er einfach mal abgehängt... von Mateschitz, Kind, Kühne und Sanz... Hopp wird gar nicht wissen, wie er regieren soll, wenn er nicht mehr ständig angefeindet wird...

Best Case Szenario: Was für eine Saison. Eigentlich sollte ja schon Liverpool in der Quali Endstation sein. In der Gruppenphase schickt man dann Pep Guardiolas Manchester City in die Europa League. Im Achtelfinale ist Basel eigentlich wirklich keine Höhe... aber im Viertelfinale muss doch bei Barca Schluss sein... aber dann doch wenigstens bei den Bayern im Halbfinale... schließlich steht da eine alte Männerfreundschaft auf dem Spiel... das ist Nagelsmann aber egal... und als man dann völlig verkatert mit einer Silbermedaille und dem Ronaldo Trikot vom Finale zurück kommt...

Worst Case Szenario: Wird einem plötzlich bewusst: Verdammt, wir müssen ja noch das 0:3 vom Hinspiel in der Relegation aufholen... wie konnte uns das den passieren?

Freitag, 5. August 2016

Saisonvorschau: TSG 1899 Hoffenheim

Ausgangslage: Wie konnte das passieren? Die Hoffenheimer haben in der Beliebtheitstabelle die Abstiegsplätze verlassen!!! Der Gemeine Fußballfan dürfte mittlerweile 3 Vereine haben, die er lieber absteigen sehen würde: RB Leipzig (logisch, das personifizierte Böse), VfL Wolfsburg (Der Vater vom personifizierten Bösen... der sich dazu noch selbst zerlegt hat), Ingolstadt (Der personifizierte Anti-Fussball) und natürlich der jeweilige Erzfeind des eigenen Vereins...
Und ja, wir leben in einer Welt, in der Hoffenheim in der "Social Media Tabelle" (Die einzige Neuerung im Kicker Sonderheft... direkt mal anwenden...) auf Platz 14 steht. Der DORFVEREIN... Liegt wahrscheinlich daran, dass auf Dörfern keine Pokemons spawnen... Die haben da halt nichts anderes... nicht mal digital...
Was vor 7 Jahren allerdings noch unvorstellbar war, wird langsam Realität: Hoffenheim entwickelt sich zu einem ganz normalen Bundesligisten... wenn dann in 10 Jahren RB Leipzig, Bayer Leverkusen und Audi Ingolstadt die Champions League Qualifikation untereinander ausmachen, wird man sogar von einem Traditionsverein Hoffenheim reden...

Wer soll's richten? Ein bisschen was hat man ja auch selber zu seinem Aufstieg in der Beliebtheitstabelle beigetragen. Hauptsächlich hat man sich halt wie ein richtiger Traditionsverein präsentiert: Chaotisch, panisch und trotzdem unfähig abzusteigen. So was mögen wir halt...
 Der entscheidende Schritt war allerdings... der Wechsel vom ältesten zum jüngsten Bundesligatrainer. Und ja, Julian Nagelsmann lebt gerade den Traum, den uns jeder Fussball Manager für die PC jahrelang vorgegaukelt hat: Du bist nicht gut genug für den Profifußball, also bieten wir dir einen Vertrag als Trainer an... weil wir dir wirklich zutrauen, älteren Millionären Anweisungen zu geben...
Das faszinierendste an der Geschichte ist ja: Das hat sogar funktioniert. Also Hoffenheim hat ja trotz katastrophaler Hinrunde und einiger katastrophaler Ausfälle wie dem Spiel gegen Stuttgart am Ende mit überzeugenden Leistungen die Klasse gehalten. Man hat wirklich sofort gesehen, dass Nagelsmann als Trainer diese Mannschaft besser macht. Und unterhaltsamen Fußball spielen lässt. Jetzt fragen sich alle gespannt, was der Junge in einer gesamten Vorbereitung so anstellen kann...

Wen werden sie vermissen? Den Eduardo Vargas im Nationalmannschaftstrikot. Und ja, der wurde gerade 2 Jahre in Folge Torschützenkönig bei der Copa America... Was prinzipiell nicht funktionieren sollte... vor allem hat er bei jeder dieser Copas mehr Tore geschossen als in seiner gesamten Bundesligakarriere... irgendwo sitzt Lukas Podolski und sagt "Das ist mein Junge!" Vielleicht.. nur so als Geheimtipp... sollten die Vargas dazu zwingen, das Nationalmannschaftstrikot unter dem Vereinstrikot zu tragen... oder ihr Trikot nach dem der Chilenischen Nationalmannschaft ausrichten... So schwierig kann die Lösung für dieses Problem doch nicht sein...
Der viel herbere Verlust ist aber Kevin Volland. Der hätte schließlich Deutschland bei der EM weiter helfen können, wenn er nur nominiert worden wäre... solche Spieler hat man in Hoffenheim nicht all zu häufig...

Leischtungschträgscher: Es sei denn, man guckt durch die Brille des Michael Pfeifers... Meinen absoluten Lieblings-Kicker-Redakteur. Und wenn ihr euch fragt, warum der aktuelle Donnerstags-Artikel über Hoffenheim so wenig mit Deutschen Nationalspielern zu tun hat... nun ja, Pfeifer muss gerade in Brasilien bei Toljan und Süle Speichellecken über das olympische Fußballturnier berichten... Der ist also beschäftigt.
Aber so bald er wieder da ist, wir er hinter jeder halbwegs ordentlichen Leistung einen potenziellen Kandidaten für Jogi Löw sehen...

Best Case Szenario: Am ersten Spieltag ist es so weit: Das große Feindbild kommt vorbei. Der Retortenklub. Die Dosenkicker. Und das ganze Dorf rafft sich auf um aktiven Widerstand zu leisten. Das Spiel muss auf Grund von Straßenblockaden auf Montag Abend verlegt werden, weil der Leipziger Mannschaftsbus einfach nicht durchkommt. Im Stadion herrscht eine derart intensive Stimmung... selbst ein Istanbuler Derby wirkt da eher wie ein Kindergartenfest...
Und Fußballdeutschland nimmt darauf hin die Hoffenheimer in ihre Herzen auf.

Worst Case Szenario: Schließlich mussten sie ihre erste Strafe für Fanausschreitungen bezahlen. 25.000 Euro...
Dafür boykottieren die Fans der anderen Vereine jetzt nicht mehr die Auswärtsspiele in Hoffenheim... sondern brennen dort ihre Pyrotechnik ab...
Und die Hoffenheimer Ultras werden nicht mehr einfach nur ignoriert... sondern an den Raststätten bei Fahrten zu Auswärtsspielen angegriffen...
So was passiert halt, wenn man Fan vom einem richtigen Fußballverein ist... wenn dieser richtige Fußballverein dann im entscheidenden Moment doch der Falsche ist...

Mittwoch, 3. Februar 2016

Ist Dietmar Hopps Traum gescheitert?

Dem einen oder anderen wird vielleicht aufgefallen sein, dass ich mich gerade ziemlich auf die Berichterstattung über die TSG 1899 Hoffenheim fixiere.

Und ja, ich bleibe auch dabei: Die Debatte, die derzeit geführt wird, ist sinnlos. Sie kommt aber alle 2 Jahre auf. Wenn es darum gehen würde, ob (und warum) Max Kruse oder Mario Gomez die bessere Wahl als Mittelstürmer wäre, würde ich die Debatte ja durchaus verlogen. Und als interessant einschätzen. Da es aber um völlig absurde Namen geht, nervt es mich eigentlich nur.

Aber... als ich gestern den Artikel über den MSV Duisburg gelesen habe, fiel mir das eigentliche Problem der Hoppenheimer auf. Und damit auch der Grund, warum ständig über die EM Chancen von Kevin Volland geschrieben wird.
Das mag jetzt erst Mal absurd klingen, wird aber Sinn ergeben.

Eine 6 Kilometer lange Lichterkette. Ein Anstieg der Mitgliederzahlen um 30%. Steigende Umsatzzahlen beim Merchandise... das sind schon paradoxe Reaktionen auf einen Zwangsabstieg in die Dritte Liga. Aber in Duisburg war genau das die Reaktion der Menschen auf die Unfähigkeit der Führungsetage ihres Vereins.

Aber ja, der Lizenzentzug der Duisburger hat das Volk emotional bewegt. Und die "Erschütterung" war deutschlandweit zu spüren. Und all das in einer Region, in der man Fußballtechnisch so ziemlich am verwöhntesten ist. Will man diesen Sport auf aller höchstem Niveau sehen, geht man nach Dortmund. Steht man mehr auf tragik-komisches Schmierentheater, schließt man sich Schalke 04 an. Interessiert man sich für ehrlichen Zweitligafußball, geht man zum VfL Bochum... und wer wirklich auf Tradition steht, geht zu Rot-Weiss Essen... Einem Verein mit so viel Tradition, dass er nach alter Rechtschreibung geschrieben wird...
Trotzdem interessieren sich immer noch tausende Menschen für Duisburg. Also trotz all der Konkurrenz hat man einen Zuschauerschnitt, der über dem von Darmstadt und Ingolstadt liegt. Jetzt überlegt euch mal, wie viele Leute in Ingolstadt ins Stadion gehen würden, wenn die Tabellenletzter in der 2. Liga wären (Spoiler: Schon als Zweitliga-Spitzenteam waren es nicht mal 10.000)... oder in Sinsheim...
Das ist die Grundlage für eine schöne 3 Seitige Story im Kicker.

Und das ist halt der entscheidende Unterschied zu den Hoffenheimern. Wenn die dieses Jahr absteigen, ist uns das vollkommen egal. Also abgesehen von den (immerhin respektablen) 28.000 Zuschauern, die zu jedem Heimspiel kommen... wobei der eine oder andere von denen halt auch sagen wird: Na gut, war schön, dass ich mal nen Bundesligist in meiner Nähe hatte... aber dann fahre ich halt doch wieder nach Stuttgart... So weit weg ist das ja nicht.

Die Allgemeine Reaktion auf einen Hoffenheimer Abstieg wird ein Schulterzucken sein. Ok, die Schadenfreude wird noch mal kurz hoch kochen. Aber wirklich nur ganz kurz.

Denn sein wir ehrlich: Die Zeiten, in denen die Hoppenheimer die Nation bewegt haben, sind mittlerweile vorbei. Das liegt zum einen natürlich an RB Leipzig. Also den Turbokapitalisten, die einen Fußballverein als Werbeplattform gründen. In dem Moment ist dem durchschnittlichen Fußball Fan halt aufgefallen, dass Dietmar Hopp halt eigentlich nur den Traum lebt, den sie selber haben.
Und ja, es gab beim mittlerweile eingestellten Fifa Manager von EA zwischenzeitlich sogar genau diese Spielfunktion: Gründe deinen eigenen Dorfverein und führe ihn von der Kreisliga in die Champions League. Weil halt jeder Kreisliga-Kicker in der Dritten Halbzeit mal still und heimlich genau davon geträumt hat seinen Dorfverein in die Bundesliga zu führen. Hopp hat das halt durchgezogen. Aber er hat halt keine Werbeplattform für SAP erschaffen wollen. Er hat halt sein Privatvermögen investiert, anstatt den Verein zu nutzen um Geld zu scheffeln. Deswegen ersetzte RB halt das alte Feindbild Nummer 1. Und auf bei Feindbildern gilt das alte Prinzip von Erik Meijer: Nichts ist scheißer als der 2. Platz.

Problem Nummer 2 für die Hoffenheimer ist halt... der SV Darmstadt 98. Dieser Traditionsverein hatte wahrscheinlich die schlechtesten Voraussetzungen aller ehemaligen Bundesligisten diesseits von Tasmania Berlin. Die standen mit mehr als einem Bein in der Regionalliga und spielen mittlerweile Bundesliga. Auf einem grausamen Rasen in einem grausamen Stadion. Wenn die es geschafft haben, trotz Hoffenheim in die Bundesliga zu kommen... können sich die Anhänger von Kaiserslautern und 1860 München einfach nicht mehr darüber beschweren, dass ihr Verein in Liga 2 rumdümpelt.

Augsburg, Braunschweig, Paderborn, Ingolstadt und Darmstadt haben halt nachgewiesen, dass Kompetenz die wichtigste Grundlage für den Erfolg im Fußballgeschäft ist. Dass es einigen Traditionsvereinen daran mangelt, wird mittlerweile selbst der eigene Anhang einsehen. Und damit auch, dass es nicht an den Retortenvereinen liegt, dass man selber nicht mehr den Status hat, der einem eigentlich gebührt... Dann fällt es natürlich auch schwerer diese Retortenvereine zu hassen.

Und damit... muss sich der Kicker halt jetzt auseinander setzen. Wir reden hier halt nicht von einem Lokalblatt. Sondern von einer Zeitschrift, die ganz Fußball-Deutschland bedienen muss. Möglichst in jedem Artikel.
Ein großer "Mit diesen Taktischen kniffen versucht Huub Stevens den Abstieg zu vermeiden" Artikel wäre fußballerisch vielleicht spannend und aufschlussreich. Aber viel zu viele würden den halt übergehen. Nach dem Motto "Wen interessiert denn das bitte?"
Kevin Vollands EM Chancen dagegen... da ist die Reaktion ein "Oh ja, im Sommer ist ja EM... und Volland ist ja einer unserer potenziellen Helden... vielleicht sollte ich den doch mal im Auge behalten."

Und das ist halt der Punkt, an dem Dietmar Hopps Traum gescheitert ist. Es interessiert sich einfach mal niemand wirklich für seinen Verein, sondern höchstens für das Einzelschicksal seiner Angestellten. Die Frage ob Kevin Volland noch in EM Form kommt ist für uns aller wichtiger als die Frage, ob diese Form alleine reicht um Hoffenheim vor dem Abstieg zu retten.
Weil die Zeiten, in denen Hoffenheim uns (als gemeinen Fußball-Fan) emotional berührt hat, vorbei sind.

Und mir geht es halt auf der Meta Ebene nicht anders. Also abgesehen von der Fixierung auf die EM Chancen der Abstiegskandidaten gibt es halt auch nichts, worüber ich selber schreiben könnte, wenn ich an Hoffenheim denke. Weil es halt auch mir ziemlich egal ist, ob die nun absteigen oder nicht.

Mittwoch, 27. Januar 2016

Kann jemand mal bitte Micheal Pfeifer eine Bundesligatabelle schicken?

Wo wir schon beim Thema Medien und aufgeheizte Diskussionen über Spieler sind.

Am Ende hat Kicker-Redakteur Michael Pfeifer mich ganz geschickt gelinkt... und mich wirklich glauben lassen, dass er es diese Woche vermieden hat, unangebrachte Fragen über Nationalmannschaften zu stellen... Das liegt daran, dass ich meistens nicht vor Dienstag dazu komme, den Außenteil des Kickers zu lesen...

Aber ja... nur weil er es in der Spieltagesberichtserstattung wirklich mal geschafft hat, 2 Artikel am Stück nicht über Nationalmannschaftsambitionen zu berichten... heißt das nicht, dass ihn das Thema nicht beschäftigt...

Schließlich hatte er ja noch sein großen Interview mit Eduardo Vargas vor sich... Und da fragt er echt, bevor es um "Die Wende" in Hoffenheim geht, nach Chiles WM Chancen und seiner designierten Rolle bei diesem Event... also einem Turnier, dass Vargas wohl nicht als Hoffenheimer erleben wird... und das noch 2 1/2 Jahre von uns entfernt ist...

Es ist völlig absurd, wie krampfhaft Pfeifer das Thema Nationalmannschaft in seiner Hoffenheim Berichtserstattung unter bringt. Nur noch mal zum Nachrechnen: Er fragt in 3 aufeinander folgenden Ausgaben bei Sebastian Rudy, Kevin Volland und Niklas Sühle nach ihren EM Chancen. Und spätestens beim letzten ist die Frage völlig an den Haaren herbeigezogen...
Nun legt er mit Vargas und Chile nach. Das wäre vielleicht nicht mal aufgefallen, wenn es nicht das 4. Mal in Folge wäre...
Wir sind mittlerweile so weit, dass es überraschend wäre, wenn Pfeifer am Donnerstag Oliver Baumann nach dessen starker Leistung nicht fragt, ob er noch daran glaubt, auf den EM Zug aufzuspringen...

Wenn Hoffenheim die Aktuell heißeste Mannschaft der Liga wäre... also sagen wir Hertha BSC Berlin... aber in Berlin wird niemand nach seinen EM Chancen gefragt...
Hoffenheim ist dagegen... nun ja... auf Augenhöhe mit Hannover 96... als einzige Mannschaft der Bundesliga... mit Abstand...

Es ist ja nicht so, dass wir das Jahr 2004 schreiben... als man sich über jeden Deutschen, der mehr als 2 Spiele am Stück ordentlich gespielt hat, freuen musste... und der auch sofort ein Thema für die Nationalmannschaft wurde... Im Gegenteil: Unsere Nationalmannschaft ist so gut besetzt, dass "wir" über den amtierenden Torschützenkönig nicht mal nachdenken... Wieso brauchen wir dann Spieler, für die die Relegation das höchste Gut der Gefühle sein dürfte, als Nationalspieler?

Ich habe ja meine eigene Theorie: Der Pfeifer will einfach nicht einsehen, dass er in der Provinz gelandet ist. Also im tiefsten Tabellenkeller und übelsten Krisensumpf. Er hat sich wahrscheinlich einfach mehr von seinem Journalistenleben erträumt. Und jetzt versucht er sich krampfhaft Relevanz einzureden. Deswegen will er mehr sich selbst als uns davon überzeugen, dass er ja über Haufenweise Nationalspieler und aufstrebende Talente von internationalem Niveau berichtet. Auch wenn diese Spieler gerade ganz andere Sorgen haben als irgendwelche Turniere im Sommer...

Hey, das erscheint am plausibelsten... oder habt ihr eine bessere Idee?

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Rückrundenvorschau: 1899 Hoffenheim

Let's do this:

Die guten Nachrichten: Mit Darmstadt, Werder Bremen und Hannover 96 gibt es tatsächlich 3 Mannschaften, die in der Summe schlechter sein könnten, als die Hoffenheimer. Auch wenn die Darmstädter alles versuchen werden, um sich zu wehren...

Die schlechten Nachrichten: Der Absturz auf Platz 18 ist kein Zufall... oder (wie das letzte Mal) das Ergebnis eines einmaligen Einbruchs. Seit dem Dietmar Hopp nicht mehr den kompletten Etat alleine tragen will (ok, etwas übertrieben... aber zumindest das komplette Transferbudget hat er alleine ausgeglichen) werden die Ansprüche runtergeschraubt. So weit runter geschraubt, dass man am Ende 17. werden wird. Wenn nicht dieses Jahr, dann im nächsten oder übernächsten...
Oder Hoffenheim fängt doch mal an, "intelligent einzukaufen"... Aber ganz ehrlich: Geht mal in euch und überlegt, wer der letzte wirklich intelligente Neuzugang war? Und bevor ihr fragt: Kevin Volland zählt nicht dazu... Das war damals einfach ein mega offensichtlicher Transfer, den man sich als Hoppenheim auch leisten konnte...
Am Ende wird Hopp sich entscheiden müssen: Lass ich das Geld wieder fließen oder nehmen wir den Abstieg langfristig hin.

Wer soll's richten? Kevin Kuranyi? Volland? Seabstian Rudy? Ich meine, das sind alles Nationalspieler... Die zuletzt auch vorne weg marschiert sind... leider in die falsche Richtung...
Und wo wir schon dabei sind: Ja, die Hoffenheimer bauen verdammt viele Jugendspieler ein, die man hier alle aufzählen könnte... aber: So richtig gut ist noch keiner von denen geworden... Oder fällt euch irgendein Hoffenheimer Bub ein, der hinterher Nationalspieler wurde? Oder wenigstens ein brauchbarer Bundesligaprofi... Meistens fallen diese Spieler eher dadurch auf, dass sie in der 2. Liga Scheiße bauen.

Leischtungschträgscher: Huub Stevens is back!!! Und ich muss irgendwie zugeben: Seine "Mir ist das doch egal" Attitüde ist schon irgendwie unterhaltsam. Klar, dem geht es halt wie eine Bio-Gans, die im Fleischsalat bei Aldi endet: Irgendwie hat er sich sein Ende anders vorgestellt, als als  Reinkarnation von Jörg Berger unmögliche Missionen im Kampf gegen den Abstieg zu übernehmen... aber wenigstens nimmt er das persönlich mit Humor.

Wen wird Jogi Löw aus dem Hut zaubern? Natürlich um uns den Weg zur Europameisterschaft so schwierig wie möglich zu machen... oder anders ausgedrückt: Wer wird der Shokdran Mustafi... Aber nur um mal festzuhalten, dass diese Kategorie und ihre Maßstäbe gar nicht so absurd (wie, sagen wir die "Worst Case Seznarios" in der Saisonvorschau), sondern bedrohlich real sind... Kevin Volland und Sebastian Rudy haben noch EM Chancen... Und während man bei Volland noch wenigstens zu dem Schluss kommen kann, dass entweder er oder Lukas Podolski halt den 4. Stürmer geben muss... Kann mir doch keiner erzählen, dass wir so wenige Mittelfeldspieler haben, dass Rudy im Jahr 2015 4 (IN WORTEN VIER!!!) Länderspiele (und 315 Minuten) absolvieren musste... nur um euch allen mal deutlich zu machen, wie wahrscheinlich es ist, dass Löw am Ende irgendeinen persönlichen Liebling zur EM mitnimmt...

Was wird es denn nun werden? In Stevens we trust... Und Stevens hat ja schon letzte Saison nachgewiesen, dass er eine Mannschaft auf genau das Niveau bringen kann, dass gerade so zur Rettung reicht. Und damit die "Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss" Theorie auf das nächste Level hieft: Ein Guter Pferdetrainer lässt das Vieh halt auch nicht höher springen...
Lange Rede, kurzer Sinn: Hoffenheim "rettet" sich mit einem unmotivierten Sieg am letzten Spieltag (der Schalke die Champions League kostet) auf Platz 16 und spielt dann Relegation. Die sind dieses Jahr noch nicht fällig.
 Lange kann es aber nicht mehr dauern.

Dienstag, 27. Oktober 2015

Hoffenheim ist dann im Abstiegskampf angekommen

Und von Stuttgart bis Bremen denken sie sich jetzt: "Mist, auf die Option können wir also nicht mehr zurückgreifen."

Huub Stevens ist Trainer in Hoffenheim. Das ist mal eine Radikalkur. Frei nach Mehmet Scholl: Vom Laptoptrainer zurück zu den Ursprüngen.

Und versteht mich nicht falsch: Huub Stevens ist genau der richtige Trainer in Hoffenheim. Im hier und jetzt. Aber er ist nicht mehr der Trainer um langfristig etwas aufzubauen. Und dass weiß der Hopp auch.

Deswegen hat er jetzt schon bekannt gegeben, dass Julian Nagelsmann den Posten ab 2016 übernehmen wird. Damit der aber der jüngste Bundesligatrainer aller Zeiten wird, muss er erst Mal seine Trainerlizenz machen... Mich erinnert das irgendwie ganz stark an Michael Oenning, aber ich bin halt auch ein Optimist...

Vor allem... muss Hoffenheim auch erst Mal die Klasse halten. Was keineswegs gesichert ist.
Es ist halt schon irgendwie krass... ich meine, dass man diese Entscheidung im Oktober trifft. Und jetzt schon davon überzeugt ist, dass aus dieser Saison nichts mehr außer der Klassenerhalt erreichbar ist...

Normaler Weise würde ich ja sagen, dass einen Trainer für 8 Monate anstellen das Dümmste ist, was du als Verein machen kannst. Aber Hoffenheim hat auch eigentlich keine anderen Optionen mehr.

Es ist halt auch eine faszinierende Entwicklung für beide. Huub ist immer noch Jahrhunderttrainer auf Schalke. Das war mal ein Mann, den du angestellt hast um die nächste Entwicklungsstufe deiner Mannschaft zu ziehen. Ein Trainer, der dich in die Champions League führt.
Hoffenheim waren zu Beginn ihrer Bundesligakarriere die Vorreiter in Sachen Spielphilosophie. Und nach einigen chaotischen Jahren wollten sie mit Markus Gisdol eigentlich zurück in die Rolle der attraktiven grauen Maus. Und vor 12 Monaten sah das auch gar nicht schlecht aus. Ein Jahr später brauchen sie auf ein Mal Stevens... und zwar nicht den Jungen, sondern den Alten... Wie schnell sich die Zeiten doch wandeln...

Montag, 10. August 2015

Saisonvorschau: TSG 1899 Hoffenheim

Ausgangslage: Wie schlimm ist so eine Pokalniederlage eigentlich? Das hängt nun mal stark vom Gegner ab. Wenn man als Hamburger SV die neue Saison genau so beginnt, wie die alte geendet hat... nur gegen einen noch tiefklassigeren Gegner, kann das kein gutes Zeichen sein. Wenn man als Ingolstadt nicht mal gegen eine Mannschaft aus der Regionalliga Bayern bestehen kann... weist das auf eine harte Saison hin... aber irgendwie war das alles zu erwarten...
Viel erwartbarer war allerdings... die Niederlage der Hoffenheimer bei 1860 München. Und ja, ihr wisst alle, für wie unfair ich es halte, einen Zweitligisten nach 34 Spieltagen gegen einen Bundesligisten antreten zu lassen... aber: Es ist beinah genau so unfair eine Mannschaft, die seit 2 Wochen im Pflichtspielbetrieb steht, gegen eine Mannschaft aus dem Trainingslager antreten zu lassen.. Beweise? Der SC Paderborn verliert gegen RB Leipzig... der VfL Bochum schlägt den VfB Stuttgart... und Darmstadt 98 zwingt den späteren Sieger aus Wolfsburg ins Elfmeterschießen... und das waren nur die Beispiele aus dem letzten Jahr.
Wer jetzt also erwartet, dass die Hoffenheimer auf Grund dieser Pokalpleite vor einer ähnlich schweren Saison stehen wie 2012/13, als sie ebenfalls in der ersten Runde rausgeflogen sind... Die Hoffenheimer werden trotzdem eine solide Saison im Mittelfeld der Liga spielen...

Wer soll's richten? Anscheinend Kevin Volland... Bin ich eigentlich der einzige, der den Volland-Hype nicht nachvollziehen kann? Und ja, Volland ist ein ordentlicher Bundesligaspieler. An guten Tagen ist er sogar ein guter... Aber ein Kandidat für die Nationalmannschaft? Im Jahr 2015? Als Offensivspieler? Oder kann Volland seit neustem Rechtsverteidiger spielen? Und ja, das Offensivspiel an komplett nach ihm auszurichten (in dem man ihn ins Zentrum zieht) wird den Hoffenheimern weh tun... andererseits...

Wen werden sie vermissen? Was haben sie sonst für eine Wahl... Roberto Firmino wird ja nicht zurück kommen... und das tolle an den 42 Millionen Euro Ablöse ist ja: Die bringen den Hoffenheimern nichts.. Denn es wird kein vergleichbarer Offensivspieler freiwillig aufs Dorf ziehen. Die werden ihren Firmino-Nachfolger selber ausbilden müssen. Das ist Alternativlos...
Oh und an der Stelle muss noch erwähnt werden: Mit Andreas Beck und Sehad Salihovic gehen die letzten Wintermeister von 2009 von Bord... die letzten Aufstiegshelden und Vereinslegenden. Das zeigt aber auch nur, wie lange Hoffenheim schon dabei ist...

Leischtungschträgscher: Kevin Kuranyi ist zurück... Und der ist nebenbei das Beweisstück C, dass es uns gar nicht grundlegend an Mittelstürmern mangelt... mit Mario Gomez, Stefan Kießling und ihm hätten wir eine Speerspitze, die internationales Niveau hat.
Und ja, Kuranyi dürfte einer der am wenigsten geschätzten Spieler der Bundesliga sein... oder wie viele Stürmer kennt ihr, die mindestens 10 Tore pro Saison schießen und trotzdem von ihrem eigenen Publikum regelmäßig ausgepfiffen werden? Ich frage ja nur... Aber hey, vielleicht wollen die Hoffenheimer ja nur endlich auch solche Traditionen einführen...

Best Case Szenario: Roberto wer? Am 3. Spieltag wird der Begriff "Vollandino" geprägt. Die Hoffenheimer spielen für den Rest der Liga auf einem zu hohen Tempo. Sie toppen sogar ihre ursprüngliche Hinrunde. Und vermeiden den Einbruch zur Rückrunde. Nach 30 Spieltagen kann es keiner mehr ignorieren: Hoffenheim ist nicht Bayern-Jäger Nummer 1... sondern Bayern-Gejagter...

Worst Case Szenario: Sie haben im Sommer nur einen einzigen Fehler gemacht... Kevin Kuranyi zu verpflichten... Und mit dem holt man keine Titel, sondern wird nur Zweiter. Wie Schalke 2007 und 2010... oder Stuttgart 2003... oder Deutschland 2008...
Am 34. Spieltag wird sogar eine Unentschieden reichen... aber in der 88. Minute baut Kuranyi einen "Ballack"... und schießt seine Ex-Verein in die Champions League Qualifikation...
Kuranyi und Hoffenheim kommen nie wieder so dicht an einen Titel wie im Sommer 2016...
Was Jogi Löw allerdings nicht davon abhält, den über 33 Spieltage wieder erstarkten Kuranyi zur Nationalmannschaft zurückzuholen... mit demselben Ergebnis...

Freitag, 23. Januar 2015

Rückrundenvorschau: TSG 1899 Hoffenheim

Die guten Nachrichten: In Hoffenheim gibt es eine klare Entwicklung zur Seriosität. Und was vor 1 1/2 Jahren mit Alexander Rosen und Markus Gisdol in den leitenden Postionen eingeführt wurde (auch wenn das nicht immer einfach war, ich erinnere nur an die "Trainigsgruppe II"...), wird jetzt auch auf dem Feld umgesetzt... was sich am besten an 13 Gegentoren, die man letzte Saison mehr auf dem Konto hatte, verdeutlicht... Auch wenn das dem neutralen Fan nicht unbedingt so gefallen wird... heißt es rational betrachtet doch dass man jetzt um die Europa League mit spielen kann...

Die schlechten Nachrichten: Die Personaldecke ist... verdammt dünn... Und man wird halt immer mal wieder rückfällig... Beispiel gefälligst? 14 seiner 25 Gegentore kassierte man in den 4 Spielen vom 9. bis zum 13. Spieltag... und da hatte man nur ein Mal die Ausrede, dass es ja gegen die Bayern ging... auch gegen Köln und Hannover kassierte man in diesen Wochen mindestens 3 Gegentore...

Wer soll's richten? Ermin Bicakcic und Oliver Baumann. Wer hätte gedacht, dass alles, was man braucht, um aus Hoffenheims Hühnerhaufen eine seriöse Hintermannschaft zu formen, ein Bundesligatauglicher Torhüter und der Abwehrchef des überforderten Tabellenletzten ist... Aber das sind halt auch Spieler, an denen man sich als junges Talent orientieren kann und die einem Sicherheit geben können...

Leischtungschträgscher: Bin ich der einzige, der es als völlig irreal empfindet. dass Roberto Firmino noch da ist? Der hat die gesamte Chaos-Phase und den Abstiegskampf, in der es im Wochenrhythmus neue Teammitglieder und Trainingsleiter gab, mitgemacht... als nun ja... Ausländer, Legionär und Söldner... wenn man bedenkt, dass die ursprüngliche Heldengeneration wie Luiz Gustavo, Demba Ba und Carlos Eduardo (was macht der eigentlich gerade) den Verein verlassen hat, als es Hoffenheim richtig gut da stand... und jetzt verlängert Firmino (der nebenbei der beste von den 4 genannten sein könnte) ausgerechnet in der schlechtesten Phase der Hoffenheimer Bundesliga-Geschichte seinen Vertrag... Nicht der typische Leischtungschträgscher, aber trotzdem außergewöhnlich und das sollte auch mal erwähnt werden...

Was wird es denn nun werden? Wer hätte vor 10 Jahren gedacht, dass Hoffenheim und Augsburg sich mal um den letzten Platz für die Europa League streiten würden... aber: Das Schicksal der beiden wird in Dortmund entschieden... und im DFB Pokal... Wenn Dortmund (oder Werder Bremen... oder RB Leipzig) ins DFB Pokal Finale einziehen, um dort gegen die Bayern zu verlieren, reicht Platz 7 nicht für den UEFA Cup und der Kampf um Platz 6 geht weiter... alle anderen ernst zunehmenden Interessenten am DFB Pokal stehen in der Tabelle vor Hoffenheim und wenn diese üblichen Verdächtigen ins DFB Pokal Finale kommen, spielt Hoffenheim nächstes Jahr sicher international...

Freitag, 15. August 2014

Saisonvorschau: 1899 Hoffenheim

Ausgangslage: wer hätte gedacht, dass Hoffenheim letzte Saison mehr Chaos verbreiten würde als in dem Jahr des Quasi-Abstieges? Der Fortschritt: Das Chaos fand diese Saison nur auf dem Rasen statt... und war durchaus Teil eines Plans...
 142 Tore fielen in den 34 Spielen mit Hoffenheimer Beteiligung... Das klingt entweder stark nach Video-Game... oder nach 70er Jahren... Die schlechte Nachricht für die Hoffenheimer war halt... dass sie mehr Tore kassierten als erzielten...
Wobei schlecht dabei der völlig falsche Ausdruck ist... jeder Hamburg-Fan würde doch eine derartige Saison (vor allem als Antwort auf die Horror-Vorleistung) sofort mit Kusshand nehmen... und sich wieder hinter seinen Club versammeln...
Und Hoffenheim hat in dem letzten Jahr so viel für sein Image getan... wie seit dem ersten Halbjahr ihrer Bundesligageschichte nicht mehr... Fast noch viel wichtiger: Der kontinuierliche Abwärtstrend, der seit 1.1.2009 stattfand und in dem man sich fast komplett selbst verloren hätte, wurde gestoppt. Von so einer Chaos-Saison würde nicht nur der HSV träumen...

Wer soll's richten? Ermin Bicakcic. Um mal festzuhalten, wie absurd schlecht die Hoffenheimer Abwehr letztes Jahr war: ein Verteidiger vom überforderten Tabellen-letzten aus Braunschweig soll der neue Abwehrchef werden... Anders ausgedrückt: Hoffenheim ist die größte Hoffnung auf eine Weiterbeschäftigung in der Bundesliga für die Paderborner 4er-Kette...
Oliver Baumann: Weiß der eigentlich, was er sich da angetan hat? Nur so nebenbei: In den 6 Jahren Bundesligageschichte gab es in Hoffenheim 10 verschiedene Torhüter... Koen Casteels, Jens Grahl, Tim Wiese, Heurelho Gomes, Tom Starke, Daniel Haas, Timo Hildebrandt und Ramazan Özcan durften sich alle schon mal "Stammtorwart" in Hoffenheim nennen... Nur so zum Vergleich: In Dortmund gab es in diesen 6 Jahren genau eine Nummer 1: Roman Weidenfeller... Gibt es berechtigte Hoffnung, dass Baumann diesen "Fluch" durchbricht (und als erster Hoffenheimer  Torwart alle Spiele absolviert)? Klar... aber die gab es bei mindestens 4 der 10 Torhüter auch...

Wen werden sie vermissen? Das ist ja das absurde: Die Hoffenheimer befanden sich in einem jahrelangen Abwärtstrend... spielen ein halbes Jahr attraktiven und auch nicht ganz erfolglosen Fußball... Und die wichtigsten Leistungsträger verlängern ihre Verträge, anstatt sich für ihre guten Leistungen mit Champions League Teilnahmen und ordentlichem Gehalt zu belohnen... Natürlich werden Roberto Firmino und Kevin Volland auch in Hoppenheim ordentlich bezahlt werden... aber das hat Demba Ba auch nicht abgehalten, wegzuwollen... oder Luiz Gustavo... oder Carlos Eduardo... oder Vedad Ibisevic... Sprich: Irgendwas müssen Markus Gisdol und Alexander Rosen richtig gemacht haben...

Leischtungschträgscher: Dietmar Hopp wird an der Stelle ewig genannt werden... selbst wenn er dies mal nichts dafür kann... ist eigentlich irgendjemanden aufgefallen, dass die Bayern-Bosse sich darüber beschwert haben, wo die RB Leipzig Millionen herkommen? Und kann sich irgendjemand daran erinnern, ob es eine ähnliche Debatte gab, als Hoffenheim (die garantiert jahrelang gegen jegliches Financial Fair Play verstoßen haben) gab? Ist doch gut zu wissen, dass unser größter und wichtigster Sportverein seine Meinungen davon abhängig macht, wer mit dem golfen geht...

Best Case Szenario: Der Hoffenheimer Angriffs-Fussball begeistert weiterhin. Und sorgt für eine Absolute Revolution im Deutschen Fußball: Weil 5:4 Spiele doch wesentlich unterhaltsamer sind, als ein 1:0, kriegt ab der Saison 2015/16 jede Mannschaft für alle 3 Tore, die sie in einem Spiel erzielt, einen Bonuspunkt... unabhängig davon, wie der Rest des Spiels ausgeht... Spätestens nach dem legendären Saisonfinale 2019, als Borussia Dortmund durch ein 9:8 gegen Hamburg die Meisterschaft feiert... und der HSV zeitgleich trotz der Niederlage die Klasse hält... sind endgültig alle begeistert... Bis auf...

Worst Case Szenario: Jose Mourinho und Carlos Ancelotti... so geil die Bundesliga-Spiele sind... Deutsche Mannschaften treffen halt im internationalen Geschäft doch noch auf Mannschaften, denen ein langweiliges 0:1 reicht... und scheitert an diesen Truppen immer wieder... ziemlich schnell wechseln vor allem die besten Verteidiger ins Ausland, weil sie halt internationale Titel gewinnen will... Auch die Nationalmannschaft leidet extrem darunter, dass in der Bundesliga nur noch im 2-3-5 gespielt wird... und so wird die Bundesliga zwar eine extrem Torreiche... aber halt auch international nur mittelmäßige Liga...
Oh und im Jahr 2022 kommt raus, dass dieses legendäre 9:8 abgesprochen war... wer hätte das gedacht...

Samstag, 11. Januar 2014

Rückrundenvorschau: 1899 Hoffenheim

Die guten Nachrichten: Die Hoffenheimer stellen mit 36 Toren die Zweitbeste Offensive der Liga (Ok, nur wenn man davon ausgeht, dass die Bayern in einer anderen Liga spielen)... Man wurde vom Chaos-Club im negativen Sinne zu einem Club der viel Chaos in den gegnerischen Strafräumen auslöst. Die Offensivabteilung genügt definitiv höheren Ansprüchen...

Die schlechten Nachrichten: Die Defensive hätte wahrscheinlich selbst Probleme in der A-Jugend Bundesliga... Da hilft es auch nur bedingt, dass der eine oder andre Defensiv-Spezialist dort durchaus noch spielen könnte. Das wirkliche Problem: Sehad Salihovic spielte regelmäßig Linksverteidiger... und der war schon als 6er nicht wirklich zu gebrauchen... Da überrascht es auch nicht, dass man gemeinsam mit dem Hamburger SV die schlechteste Defensive der Bundesliga stellt. Und sein wir ehrlich: Man muss noch nicht mal zwingend aufs Tor zielen um gegen Hoffenheim einen Treffer zu erzielen...

Wer soll's richten? Tim Wiese. Ganz ehrlich: Warum nicht? Tim Wiese ist der Beste Torhüter, den die Hoppenheimer haben... Und ganz ehrlich: Was hat er denen eigentlich getan? Tim Wiese war über seine gesamte Karriere hinweg ein streitbare Charakter, aber zeitgleich hat er sich als Profi bis zur letzten Saison nie was zu Schulden lassen kommen... Erst als er in Hoffenheim seine Leistung nicht mehr bringen konnte und ausgebootet wurde, kamen die Skandälchen... Das könnte man auch positiv sehen und behaupten, dass ihm die Situation in Hoffenheim und seine Hilflosigkeit einfach nahe ging... Stattdessen behandeln sie ihn, als wäre er ein Geheimagent des Dortmunder Fanblocks, der 24 Stunden am Tag daran arbeitete, dass Hoffenheim absteigt... Und am Ende werfen sie ihm noch vor, dass er das Geld, dass Hoffenheim ihm angeboten hat, haben will... Ist irgendwie nicht ganz fair... und das führt uns direkt zu den

Leischtungschträgschern: Markus Gisdol und Alexander Rosen (letzterer steht repräsentativ fürs Management...) Gisdol ist genau genommen noch kein richtig guter Bundesligatrainer. Seine Außendarstellung ist... interessant. Seine Defensivkonzepte sind vogelwild und sein Jugendwahn könnten die Hoffenheimer noch in echte Probleme führen... Und sein Kurs mit der Trainingsgruppe B (den er gemeinsam mit Rosen durchgezogen hat) ist mehr als fragwürdig... vor allen Dingen die Willkür, mit der diese zusammengestellt hat.... Anders ausgedrückt: Warum wurde Salihovic zur Defensiven Allzweckwaffe und Tobias Weis (der für diese Rolle vielleicht geeigneter wäre) zur Person non Grata?
Warum gibt man (wenn man schon die schlechteste Defensive der Liga stellt) im Training den erfahreneren Profis wie Wiese, Delpierre und Jaissle nicht wenigstens mal eine (faire) Chance. Das schlimmste, was einem passieren kann, ist doch, dass man feststellt, dass diese besser sind als die Jungprofis... Dann könnte man sie nach der Saison immer noch einfacher verkaufen... Und die Jungen hätten vielleicht was gelernt... Und das Delpierre ein schlechterer Mentor sein soll als Salihovic (mit seinen 4 teilweise sehr dämlichen Platzverweisen) kann mir doch auch keiner erzählen...

Wen wird Jogi Löw nominieren, bevor er über Stefan Kießling nachdenkt? Eigentlich Schade, dass Koen Casteels, Fabian Johnson, Jannik Vestergaard, Edson Braafheid, Delpierre und Salihovic keine Optionen (mehr) für Löw sind... dessen Vorstellung vom Verteidigen müsste diese 4er-Kette plus Torwart doch schon sehr nahe kommen... also:
Kevin Volland. Nur um seine 2 Maßstäbe und seine Lügen zu entlarven... Nur um noch mal die offizielle Erklärung auszupacken, warum Löw auf Kießling verzichtet: Für internationale Ansprüche sei der halt einfach nicht gut genug... Nur hat Stefan Kießling diese Saison schon 2 Champions League Tore erzielt, während Kevin Volland (den irgendwie trotzdem alle in die Nationalmannschaft loben wollen) in seiner gesamten Karriere noch nicht ein einziges Europa Cup Spiel absolviert.... Wobei bei der Aussage ja die eigentliche Frage ist, warum Löw trotzdem Heiko Westermann nominiert...

Was wird es denn nun werden? Von allen Mannschaften, die in der unteren Tabellenhälfte stehen, könnte Hoffenheim das größte Potenzial haben. Selbst die paar Veteranen, die man in der Bundesliga braucht, hätte man in der Hinterhand... Andererseits... sein wir ehrlich, die einzigen Hoffenheimer, aus denen in den letzten 10 Jahren wirklich was geworden ist, heißen Luis Gistavo und Demba Ba... all die andern Spieler sind (gemessen an der besten Hoffenheimer Phase trifft das selbst für Vedad Ibisevic zu) mehr oder weniger in der Versenkung verschwunden... oder könnt ihr mir ohne es nachzuschlagen sagen, wo Carlso Eduardo derzeit spielt?
Anscheinend ist Hoffenheim noch kein richtig guter Ausbildungsverein... Aber sein wir ehrlich: Auch die Rückrundenspiele werden immer unterhaltsam sein und sie werden sich nicht noch mal so viel Mühe geben um abzusteigen... Dafür sind die Mannschaften hinter ihnen einfach zu schwach....
Aber bis es in Hoffenheim wieder wirklich nach vorne geht, werden noch ein paar Jahre vergehen... Vorrausgesetzt, dass aus all den Jungen was wird und sie trotzdem bleiben...

Freitag, 19. Juli 2013

Saisonvorschau: 1899 Hoffenheim

Ausgangslage: Der 1.FC Kaiserslautern stieg nach einer überzeugenden 2. Liga Saison auf... oder auch nicht. Ich bin nebenbei froh, dass ich kein Kaiserslautern-Fan bin... denn selbst ohne jegliche Sympathie für den Traditionsverein kotzt es mich schon an. dass die Hoffenheimer diesen Bail Out bekommen haben.

Für diejenigen, die es schon vergessen haben: Die Hoppenheimer versuchten wirklich alles um abzusteigen und einen Neuaufbau einzuleiten. 4 Cheftrainer, 3 Stammtorhüter, ein Manager der während der Saison verpflichtet und vor Saisonende wieder entlassen wurde... dieser Manager ging bei Rudi Assauer in die Lehre... Das einzige, was fehlte, waren die Verträge für Michael Meier und Peter Neururer... Und dementsprechend verlief auch die Saison: Vom 13. Spieltag an stand man auf einem Relegationsplatz. Vom 23. Spieltag bis zur 82. Minute des 34. Spieltags stand man auf einem direkten Abstiegsplatz. Ich würde gerne behaupten, dass seit langem niemand mehr so um einen Abstieg gebettelt hat... aber in den 2 Saisons davor haben Eintracht Frankfurt und die Hertha ähnlich viel Mühe gegeben.

Die Hoffenheimer ergriffen aber den letzten Rettungsanker und sicherten sich die Zulassung für die erste Liga in der Relegation. Jetzt wollen sie wieder zurück zu ihrer eigentlichen Identität... und ich dachte, deswegen wollten sie Absteigen... und durch gereicht werden bis in die Bezirksliga...
Aber nein, die Hoffenheimer wollen wieder mit jungen, deutschen, in Stuttgart ausgebildeten Spielern für Furore sorgen.

Wen werden sie vermissen? Andreas Müller? Auch wenn er nicht mehr im Amt ist, wird Müller den Titel "Meier des Jahres" gewinnen. Weil seine Transferbilanz im Winter einfach so absurd schlecht ist. Wie schlecht? Man holte Igor de Camargo aus Gladbach. Für die Hoffenheimer absolvierte er dann 8 Spiele und erreichte eine Kicker Durchschnittsnote von 4,88. Da man aber trotzdem die Klasse hielt, musste man den vorher ausgeliehenen Camargo für 1,4 Millionen fest verpflichten... brauchen wird man ihn aber nicht mehr... so viel Geld kann man mit ihm aber auch nicht verdienen... am Ende ist man einfach nur froh, dass Standart Lüttich ihn überhaupt nehmen wollte...
Und an sonsten? Sein wir ehrlich: Nach der Saison werden die Hoffenheimer Fans eher Elefanten und Schlecker als einen ihrer Versager vermissen...

Wer soll's richten? 9 von 13 Zugängen kommen aus dem eigenen Unterbau. Trotzdem kann Hoffenheim nicht ganz aus seiner Haut und verpflichtet mit Akpoguma, Modeste und vor allem Tarik Elyounoussi den fast schon üblichen Buchstabensalat für viel Geld von unbekannten Vereinen. Weil das ja in den letzten Jahren so gut funktioniert hat... Im wesentlichen hofft man wirklich darauf, dass die Jungen sich allesamt entwickeln... Denn die Aufstiegshelden wie Tobias Weis kriegen ihre eigene Trainingsgruppe... damit sie Markus Gisdol beim Neuaufbau nicht im Weg stehen...

Leischtungschträgscher: Dietmar Hopp. Wie immer. Auch wenn er eigentlich keine Funktion ausführt, wird er immer für alles stehen, was in dem Verein passiert. Immerhin ist er all die Spieler von Roger Wittmann schon fast losgeworden.Aber auf ein Mal wird einem bewusst, wie gut die Arbeit von Ralf Rangnick eigentlich war. Denn seit dem Dietmar Hopp Luiz Gustavo zu seinem Freund Franz Beckenbauer transferieren musste und damit sein Mastermind vergraulte... herrscht Chaos und Planlosigkeit in Sinsheim. Kaum zu glauben, dass Hoffenheim vorher einfach nur ein seriös geführter Retortenverein, der einem abgesehen von Angriffen auf den Mäzen kaum Anlässe zum schreiben gab, war. Alle anderen Handelnden Personen wurden seit dem ausgetauscht... Das Resultat war ein konsequentes Abrutschen...

Best Case Szenario: Diese Sache mit den Jugendspielern ausbilden ist ja mal total geil. Da muss man keine Ablöse bezahlen. Beraten werden die von den jeweiligen Eltern, somit kommt da auch gar keine Diskussion auf. (Und wenn man seinen Berater-Kumpel weiterhin helfen will, kann man ja seine Jungspieler an ihn vermitteln... und er nicht unbrauchbare Spieler an dich...) Natürlich gibt es die üblichen Wachstumsschmerzen, aber das große und ganze entwickelt sich in die richtige Richtung. Und am 34. Spieltag schießt der genesene Boris Vukcevic die Hoffenheimer in die Europa League... die entscheiden sich darauf hin nie wieder Geld für Ablösesummen auszugeben..

Worst Case Szenario: Das Problem mit dem Jugendspielern ist aber... So bald man ein paar gute davon hat, werden die anderen Vereine sofort aufgeschreckt und greifen zu. Im Mai geht das ganze "Ich habe halt schon als Kind in der Bettwäsche von Real Madrid, Bayern München, Borussia Dortmund, dem 1.FC Köln (wie jetzt, ihr hattet nur eine Bettwäsche?) geschlafen... nur von einer Karriere in Hoffenheim hab ich nie geträumt" Theater los... Ende August hat Hoffenheim 30 Millionen auf dem Transfermarkt verdient... Die nachwachsende Generation ist aber bei weitem nicht so gut... und im Winter 2014 ist das "wir werden nie wieder Ablösen zahlen" schon wieder vergessen und die Hoffenheimer holen die Pezaouillies und Agebadeimurs für viel Geld aus unbekannten Ländern, um wenigstens die Klasse zu halten...

Mittwoch, 3. April 2013

Hoffenheim kehrt zu seinen Wurzeln zurück

Und offensichtlich heißen diese Wurzeln den Trainer so häufig wie möglich zu wechseln... zumindest in der Ära nach Ralf Rangnick... und Sportdirektoren gleich mit... Das ist wahrscheinlich der sicherste Weg zu verhindern, dass andere Vereine versuchen die Hoffenheimer Versager anzuwerben... denn an wen sollen die Manager der anderen Bundesligisten eigentlich ihre Anfragen senden? (Die Antwort gibt Uli Hoeneß: So was klärt man beim Golf mit Dietmar Hopp) Die viel wichtigere Frage ist ja: Wem macht man damit eigentlich einen Gefallen? Sich selbst, damit man in Ruhe am Abstiegskampf arbeiten kann? Oder den anderen Bundesligisten, wenn man auf seinen eigenen Spielern sitzen bleibt...

Aber meine wirkliche Lieblingspointe: Haben die Hoffenheimer vor gerade mal 3 Wochen eine ihrer an einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Wiederaufstieg abzugeben, nur um sich hinter zu fragen, wo die eigentlich hin sind? Fakt ist: Frank Krämer hat in seinen 2 Spielen als Hoppenheimer Trainer mehr Engagement gezeigt als die meisten seiner Spieler... und er ist jetzt Chef-Trainer in Fürth. Das erschien noch halbwegs (viertelwegs... also wenigstens ein bisschen) logisch als man noch davon ausging, selber keinen neuen Trainer mehr zu brauchen... aber jetzt...

Ok, man hat mit Mark Gisdol einen alteingesessenen Hoffenheimer zurückgeholt. Aber man hat halt auch einen direkten Konkurrenten ein großes Trainertalent (oder halt einen Streber, der im praktischen Leben unbrauchbar ist, aber auf jeden Fall DEN Jahrgangsbesten des Trainerlehrgangs) gratis auf dem Silbertablett serviert... ich sag das mal so: Ein gut geführter Verein würde so etwas vermeiden...

Dienstag, 29. Januar 2013

Vollidioten der Woche, Extended Edition

Und ja, damit sind wir direkt bei 1899 Hoffenheim... und Eugen Polanski. Ich versteh es einfach nicht...

Also von Mainz 05 zu den Bayern zu wechseln ist das eine... auch wenn ich nicht glaube, dass Jan Kirchhoff sich dort wirklich durchsetzen wird... aber er stellt sich der größtmöglichen Herausforderung. Und er verbessert seine sportliche Perspektive. Selbst wenn er sich bei den Bayern nicht durchsetzt, wird er hinterher immer noch ein besserer Spieler sein... Und einen guten Vertrag angeboten bekommen...

Polanski wiederum... verlässt einen der besten Trainer Deutschlands... in einem der stabilsten Systeme des Landes... als ein nicht unwesentlicher Teil eines an seinem Limit spielenden Teams.... dieses Limit könnte nächste Saison durchaus Europa League heißen... Und er wechselt in einer Nacht und Nebel Aktion zu DEM neuen Chaosclub der Liga? Dessen persönliches Limit das erreichen der Relegation sein dürfte? Nun hat der Kicker am Montag einen sehr interessanten Artikel über die finanzielle Situation von Ex-Profis veröffentlicht... und das es vielen davon nach dem Ende ihrer Karriere nicht wirklich so gut geht, wie sie es vorher dachten... Aber sind die paar Tausend Euro im Jahr das wirklich wert? Und steigert er seinen Marktwert (Polanski ist zwar gefühlt schon Ewigkeiten dabei, aber trotzdem erst 26... also wird das nicht sein letzter großer Vertrag gewesen sein...) in dem er behaupten kann: Ich habe mal Relegation gespielt...

Wenn er zu einem Verein wie Schalke 04 wechselt, die einfach mal so ziemlich jedes Jahr mindestens Europa League spielen und sich halt Spieler von der Qualität eines Klaas Jan Huntelaars leisten können... Oder zu einem Verein mit einem klaren Konzept und einer klaren Richtung (aber da kommt er ja her...)

Seit Polanskis Wechsel zu den Mainzern gab es dort genau EINEN Cheftrainer. Thomas Tuchel. Bei den Hoffenheimern versuchten sich in dem selben Zeitraum Ralf Rangnick, Martin Pezzaiuoli, Holger Stanislawski, Markus Babbel, Frank Kramer und Marco Kurz für die Aufstellungen in Hoffenheim verantwortlich. Das sind 6 verschiedene Trainer... und ungefähr so oft hat Dietmar Hopp seinen Kurs ändern lassen... Und nur so nebenbei: so wie Augsburg und Hoffenheim in die Rückrunde gestartet sind, ist ein Otto Rehagel-Comeback nicht ausgeschlossen... Selbst wenn der Klassenerhalt geschafft werden sollte: bei der Konstanz wird es noch eine Weile dauern, bis es in Hoffenheim wirklich wieder vorwärts geht...

Also: warum tue ich mir das als Profi freiwillig an... Selbst wenn, wie im Kicker Interview angedeutet, seine Perspektiven unter Tuchel nicht die besten gewesen sein sollen (im selben Kicker steht nebenbei, dass Tuchel sein "Herz des Teams" nur gehen lassen würde, wenn sofort ein passender Ersatz kommt)...
Aber hey, mit Spielern, die am Donnerstag noch in einem anderen Trikot trainieren, als sie Samstags im Spiel tragen... werden das Söldner-Problem in Hoffenheim schon lösen...

Und damit sind wir beim 2. Vollidioten; Marvin CompperDer war mit seiner Streik-Aktion auch noch erfolgreich und hat seinen Wunschtransfer nach Florenz bekommen. Für 200.000 Euro Ablöse... Und ja, da fehlt keine 0... mittlerweile wird man für so wenig Geld schon schwach. Für den letzten sich frei streikenden Spieler hat man wenigstens noch 9 Millionen bekommen... (wir sehen nebenbei, dass das kein neues Phänomen  ist...)
Aber ganz ehrlich: ist ein Projekt wie Hoffenheim wirklich auf das bisschen Kohle angewiesen? Hätte nicht gerade Hoffenheim sagen können: Ok, dann halt nicht, dann sitzt du halt den Rest deines Vertrages auf der Tribüne ab? Und wenn dein Marktwert hinterher im Arsch ist und du keine Angebote mehr bekommst... selbst Schuld, DU hast UNS gesagt, dass du keinen Bock mehr hast...
Andererseits... wäre es viel zu wahrscheinlich gewesen, dass der nächste Manager mit dem Übernächsten Trainer diese Entscheidung wieder rückgängig gemacht hätte...

Nur um Mal das allgemeine Chaos (und die Verzweiflung) in Hoffenheim zu verdeutlichen: Polanskis Startelf-Debüt kam nach einer einzigen Trainingseinheit mit den neuen Kollegen... so was gibt es nicht mal in der Kreisklasse... (Zumindest nicht legal, weil die mindestens 3 Wochen brauchen um dir deinen Pass zuzuschicken...) Aber Polanski zeigte sich überraschend gut integriert: In der 67. Minute kam er zum ersten Mal (natürlich von seinem Torwart irritiert) bei einer Standartsituation zu spät und hatte somit Teilschuld am 2:1...

Mittwoch, 2. Januar 2013

Rückrundenvorschau: TSG 1899 Hoffenheim

Ausgangslage: Puh, Schwein gehabt. Mit 12 Punkten sollten die Hoffenheimer eigentlich auf den Weg in die 2. Liga sein. Obwohl sie eigentlich ganz andere Ziele hatten... ein Tim Wiese wollte schließlich unbedingt in die Champions League... ein Markus Babbel wenigstens in die Europa League... Stattdessen ist man jetzt 15. und hat quasi ein halbes Jahr Zeit, sich auf die Relegation vorzubereiten... Und haben verdammt viel Glück, dass es 2 noch viel blindere Mannschaften gibt... Das Gute daran: Dort gilt die Auswärtstorreglung aus Europa... so dicht waren die Hoppenheimer quasi noch nie am "wegen der gefangenen Heimtore ausgeschieden abgestiegen". Das ist doch auch mal was...
Aber sein wir kurz ehrlich: 7 Punkte sind schon verdammt viel... vor allem, wenn man davon ausgeht, dass es in Wolfsburg auch eher nach oben gehen wird. Nur so zum Vergleich: der Wunderheiler Christian Streich musste letzte Saison nur 5 Punkte bis zum endgültig rettenden Ufer aufholen. Und schon da sagten alle: Boah, wie soll das gehen? Das ist doch eigentlich viel zu viel...
Nun halte ich persönlich Marco Kurz für den besten Arbeitslosen Trainer der Saison... aber deswegen ist er noch lange kein Streich... Und im Gegensatz zu den Freiburgern, bei denen Streich seinen Spielern schon in der Jugend das Gegenpressing beigebracht hat, wechselt in Hoffenheim das Konzept seit dem Abgang von Ralf Rangnick noch häufiger als der Trainer. Und 4 Trainer seit 2010 sind schon eine Menge...
Im Wesentlichen können die Hoffenheimer als 17 Spiele lang für die Relegation testen und derweil ihre Scouting-Abteilung schon Mal zu den Spitzenteams der 2. Liga schicken... Anderseits... bei den Erfolgen, die die Scouts in letzter Zeit geliefert haben (wie hieß eigentlich der letzte wirklich einschlagende Neuzugang in Hoffenheim?), können sie die auch weiterhin zu den Bundesligisten schicken...

Wer soll's richten? In erster Linie natürlich Marco Kurz. Und der kommt mit der Bewerbung 2 Jahre lang überragende Arbeit geleistet zu haben. Für diejenigen, die sich nicht erinnern: Kurz hat aus Srdjan Lakic (der zwischendurch auch mal in Hoffenheim war) einen brauchbaren Bundesliga-Stürmer gemacht (was dieser in Hoffenheim allerdings nie nachweisen konnte). Und weil der Verein den ablösefreien Abgang nicht kompensieren konnte, musste Kurz am Ende gehen. Wenn der andere Neue (Andreas Müller als Manager) jetzt noch ein ordentliches Konzept und vernünftiges Personal bereit stellt... anderseits kommt Müller von Schalke 04... man sollte also in Sachen Weitsicht nicht all zu viel von ihm erwarten. (Die braucht man als Manager von Hoffenheim auch nicht unbedingt, schließlich waren die meisten Manager noch vor den Trainern wieder weg...).

Leischtungschträgscher: Tim Wiese. Tim Wiese, Tim Wiese, Tim Wiese.... Die ganze Hoffenheim-Wiese Geschichte ist einfach ein All Time Classic. Wir erinnern uns: Die einen wollten einen Führungsspieler, der andere zu einem Verein, der Champions League spielt... die einen bekamen Tim Wiese und der andere ging nach Hoffenheim. Mit einer ordentlichen Partnervermittlung wäre das nicht passiert. (Und Jose Mourinho hätte Tim Wiese benutzen müssen, um Iker Cassillas zu demontieren... wie geil wäre das bitte geworden...) Und das ist nur die Vorgeschichte zu den äußerst dürftigen Leistungen, die Wiese dann angeboten hat...
Eren Derdiyok: Wird er dieses Mal fit aus dem Urlaub zurückkehren? Und wird er irgendwann mal sein Potenzial abrufen? Oder wird er auf ewig der Stürmer sein, der sich nicht mal gegen den "Nicht mal Nationalspieler" Stefan Kießling durchsetzen konnte?
Dietmar Hopp: Wie könnte ein Hoffenheim Beitrag ohne Hopp auskommen: Ohne ihn gäbe es hier keinen Bundesliga-Fußball... aber wie jeder gute Mäzen ist er damit auch an vielen Problemen Mitschuld. Im wesentlichen: Die fast wöchentliche Neuausrichtung des Vereins. Mal will er unbedingt nach Europa, dann will er unbedingt, dass ein Eigengewächs (und zwar ein richtiges und kein aus Stuttgart importiertes) in die erste Elf kommt. Mal will er den Verein aufs Financial Fair Play vorbereiten, dann gibt er wieder 6 Millionen für Joselu aus... Immerhin: fürs nächste halbe Jahr steht das Ziel so was von fest: der Klassenerhalt soll erreicht werden... was er danach dann unbedingt will, werden wir schon erfahren.

Wen würde Felix Magath verpflichten? Dieter Bohlen. Substanzielles? Nö. Talentförderung? Auch nicht wirklich (oder wisst ihr aus dem Kopf, wer die letzten 3 Gewinner von DSDS waren?). Aber: darum geht es in Hoffenheim doch gar nicht. Die drohen zur großen grauen Maus vom Dorf zu werden. Und was hilft da besser als jemand, der jede Woche genau so dumme wie provokante Sprüche loslässt? Und davon scheinen wir Deutschen ja nicht genug zu kriegen...

Ja, aber was wird's denn nun werden? Das Schicksal der Hoffenheimer wird woanders entschieden. Solange die Nürnberger und die Düsseldorfer nicht komplett einbrechen, können sie nur noch den Relegationsplatz verteidigen. Dann werden sie immer noch der Favorit sein... aber das entscheidenste Fußballspiel der Hoffenheimer Geschichte wird das Hinspiel in der Relegation (wahrscheinlich gegen Kurz's Ex-Verein Kaiserslautern) zu Hause werden: wenn sie das Gewinnen, überstehen sie diese Horror-Saison und dürfen nächste Saison wieder versuchen, eine Graue Maus zu werden... oder halt was immer Hopp dann gerade vor hat...

Donnerstag, 9. August 2012

Saisonvorschau: 1899 Hoffenheim

Ausgangslage: Ist es nicht schön, endlich mal wieder eine Saisonvorschau zu schriebem die nicht einfach nur eine verkappte Laudatio auf den Trainer wird? Nachdem man sich zunächst mit Mainz und dann mit Freiburg beschäftigen musste... irgendwie schon...
Fakt ist: seit dem Glücksfall Ralf Rangnick rausgelobt wurde... hat es kaum noch ein Trainer langfristig auf Hoffenheim ausgehalten. Letzte Saison musste Holger Stanislawski feststellen, dass das Profileben außerhalb seines wohlbehüteten Nests St.Pauli um einiges komplizierter ist... nicht nur, weil man permanent im Hotel wohnt...
Aber Fakt ist: Seit Rangnick weg ist stagniert der Verein... genau genommen stagniert er sogar schon seit der überragenden ersten Hinrunde inklusive Herbstmeisterschaft 2008. Danach landete Hoffenheim in der Endabrechnung konstant auf Platz 11.
Wass natürlich hauptsächlich am Paradigmenwechsel von Dietmar Hopp lag. Bis zum Jahr 2010 steckte Hopp Millionen in diese Mannschaft. Allein auf dem Transfermarkt verlor er jedes Jahr 16 Millionen... und verlieren ist hierbei durchaus wörtlich zu nehmen, da einige dieser Millionen in Spielern wie Wellington oder  Franco Zuculini versandeten...
Danach nahm Hopp aber (als wahrscheinlich einziger Investor dieser Welt, die anderen geben ja weiterhin wahnsinnige Summen aus um mit Zlatan Ibrahimovic nicht die Champions League zu gewinnen...) das angedrohte Financial Fair Play von Michel Platini ernst... Und selbst in dieser Saison, wo die Hoppenheimer wieder scheinbar viele bekanntere Namen geholt haben... verdienten sie auf dem Transfermarkt doch noch 4,5 Millionen Euro... Erfolg ist anscheinend nicht nur käuflich... sondern NUR käuflich...

Wen werden sie vermissen? Das ist ja das faszinierende... Hoffenheim hat 17 Millionen Ablöse kassiert... und keiner der Spieler hat ihnen wirklich weitergeholfen... aber natürlich werden sie sich ewig ärgern, wenn Peniel Mlapa in Gladbach genau so steil geht, wie Gylfi Sidurdsson bei Swansea City... Oder doch mehr wie bei Demba Bas Durchbruch bei West Ham United... denn im Gegensatz zu den 10 Millionen, die sie jetzt von Tottenham bekommen haben... werden sie vom Durchbruch von Mlapa nicht weiter profitieren können...

Wer soll's richten? Große Talentwelle die... nun ja wievielte eigentlich? Mit Joselu, Kevin Volland und Takeshi Usami wurde die nächste Generation an U21 Spielern geholt. Das Problem dabei: Abgesehen von Luiz Gustavo (der auf Grund vom Frieden auf den Deutschen Golfplätzen direkt und wahrscheinlich sogar unter Wert an die Bayern verkauft werden musste), hat keiner von denen in Hoffenheim wirklich was gerissen. Und die Liste der totalen Fehlschläge ist sogar noch länger als die Liste derjenigen, die es wenigstens woanders zu etwas gebracht haben. Aber hey, dafür haben sie als gestandenen Führungsspieler Tim Wiese...

An wen wird es scheitern? geholt... und der hat ja schon in den letzten Jahren in Bremen bewiesen, dass er einer löchrigen Hintermannschaft den nötigen Halt fürs internationale Geschäft geben kann... und genau da wollen die beiden ja schließlich hin...
Oh und mit Marvin Compper, Andreas Beck, Sejad Salihovic und selbst Isaac Vorsah sind für meinen Geschmack noch zu viele Spieler aus dem magischen ersten Halbjahr da... die aber seit dem nicht annährend beweisen konnten, dass sie solche Leistungen nochmal abrufen können... Wenn sie es endlich schaffen, aus der ersten Elf verdrängt zu werden, wird es in Hoffenheim aufwärts gehen... und nein Edson Braafheid ist dafür immernoch nicht der richtige Mann...

Leischtungschträgscher: Und wieder fällt der Name Tim Wiese. Die Story zu seinem Transfer ist ihm zumindest so lange vorzuhalten, wie er nicht mindestens Europa League spielt.
als 2. ist natürlich Markus Babbel zu nennen... die Wahrscheinlichkeit, dass der nächste Saison auch noch Trainer in Hoffenheim ist... ist wohl eher gering... Und das nicht nur, weil er es bisher noch bei keinem Verein 1 1/2 Jahre ausgehalten hat... Aber es gibt genau genommen 2 realistische Szenarien: die TSG ist überaus erfolgreich und Babbel wird deswegen zum Bayern-Trainer hochgelobt. Oder aber die Mannschaft hinkt den den Erwartungen hinterher und Babbel wird trotzdem zum Bayerntrainer hochgelobt... im letzteren Fall müssen die Münchener wenigsten keine Ablöse für ihn zahlen... Die 3. Variante ist natürlich, dass Babbel die Lust auf die mangelnde Perspektive verliert, sich mit dem Management anlegt (und das, obwohl er selber Manager ist...) und rausgeworfen wird/ hinwirft...

Best Case Szenario: Wo soll die Reise dieser Mannschaft schon hingehen? Wer eine höchstens mittelmäßige Verteidigung mit einem Tim Wiese stabilisieren will... erhält weiterhin eine höchstens mittelmäßige Verteidigung. Und wenn deine Offensivtalente immer erst nach dem Weggang ihr volles Potentzial entwickeln... lautet das logische Ergbenis 2 weitere Jahre Platz 11... Aber ganz Fußballdeutschland ist das egal, als Simon Mignolet im WM-Achtelfinale mit einem groben Patzer das Deutsche Weiterkommen "sichert". Und in Sinsheim arbeiter derweil das riesige belgische Torwarttalent Koen Castels (der soll angeblich mit Bernd Leno und Marc-Andre ter Stegen zu vergleichen sein...) weiterhin daran, an Tim Wiese vorbeizukommen... Aber nur in Hoffenheim bauen sie Statuen für Markus Babbel und Tim Wiese, weil sie "mit ihrer gewissenhaften Arbeit den 3. Platz bei der WM 2014" ermöglicht haben sollen. Und das ist dann wohl die größte Leistung in der Vereinsgeschichte Hoffenheims.

Worst Case Szenario: Es geht endgütlig nicht mehr vorwärts. Wenn man sich als Financial Fair Play hält, kommen einfach keine brauchbaren Spieler in dein Dorf um dich nach vorne zu bringen. Und der Vordenker Ralf Rangnick bringt stattdessen RB Leipzig nach vorne. Und in drei Jahren ist es dann so weit: Mit RB steigt ein neues Hassobjekt in die Bundesliga auf. Und die Hoffenheimer? Haben mittlerweile längst ihre eigene Tradition begründet: Als Graue Maus in der Bundesliga.

Donnerstag, 3. Mai 2012

Der Transferticker zu einem jetzt schon legendären Wechsel

Und dabei kann es natürlich nur um Tim Wiese gehen...

04.04.2012: Tim Wiese teilt seinem Trainer Thomas Schaaf mit, dass er den Verein zum Saisonende verlassen wird... Oder anders ausgedrückt: Werder Bremen beschließt, dass Wiese das Gehalt, welches er verlangt, nicht wert ist... so ist jedenfalls Schaafs Reaktion am 5.4. zu bewerten: "Die Welt wird in Bremen nicht untergehen." Ein gnadenloser Kampf um einen immerhin Nationaltorwart sieht irgendwie anders aus...
Auch Tim Wiese muss am Ende gestehen, dass er kein Angebot von Werder erhalten habe... Er will aber was neues machen, um Titel spielen und zumindest wieder regelmäßig in der Champions League vertreten sein...

09.04.1012: Schalke 04 wird von außen ins Spiel gebracht. Horst Heldt wehrt sich wehement gegen diese Idee, nennt es in Bezug auf seine bereits unter Vertrag stehenden Jungen Torhüter "schade" und "respektlos", dass es solche Spekulationen gibt... Einer dieser Jungen Torhüter, die im Schalker Ranking vor Wiese stehen, ist nebenbei Ralf Fährmann, der letzte Saison folgende Bewerbungsunterlagen in Schalke abgegeben hat:

11.04.2012: Tim Wiese gibt bekannt, dass er langfristig unterschrieben habe. Bei einem Verein, der "dauerhaft um Titel mitspielen wird und finanziell nicht am Hungertuch nagt." Wer der Glückliche ist, will er uns aber nicht verraten...

24.04.1012: Es kommen erste Gerüchte auf, dass dieser Verein, der um Titel mitspielen soll, die TSG Hoffenheim ist... Ein Verein, der bisher quasi immer auf Platz 11 der Tabelle einlief... Die Hoppenheimer Fans protestieren gegen Wiese, Markus Babbel freut sich, dass es in Sinsheim anscheinend doch eine Fankultur gibt... und das "Neue" was Wiese ausprobieren will, ist anscheinend Manuel Neuers Weg zu imitieren: Ich gehe einfach da hin, wo ich am wenigsten gemocht werde...

02.05.2012: jetzt wird es wirklich komisch: Tim Wiese gibt bekannt, dass sein Berater Kontakt zu Real Madrid habe... 3 Wochen, nachdem er laut eigener Aussage bereits einen Vertrag unterschrieben hat... Damit ist er offiziell der erste Spieler der Fußball-Geschichte, der de facto schon vor seinem Dienstantritt das erste Mal über einen Wechsel spekuliert... Selbst ein Jefferson Farfan wird da schon neidisch...
Wobei man diese Aussage ja relatvieren könnte... Roger Wittmann berät ja nicht nur Tim Wiese... sondern auch noch Hochkaräter wie Kevin Prince Boateng... Hat ja niemand gesagt, dass Wittmann wegen Wiese mit Real gesprochen hat... und im schlimmsten Fall lief das Telefonat so ab:
"Buenos Dieas, hier ist das Management von Real Madrid."
"Oh, wer, tschudligung, verwählt."
Kontakt ist Kontakt...

02.05.2012: Bevor die Wechselspekulationen noch wirklich absurde Formen annimmt (so was wie Wiese denkt über Wechsel zur Brasilianischen Nationalmannschaft nach, die lehnt aber dankend ab.) bestätigt Tim Wiese dann doch seine Unterschrift in Hoffenheim... Ein würdiges Ende für ein würdiges Transferdrama: Anstatt in Milan oder Madrid zu landen, spielt er jetzt auf einem Dorf... und wer jetzt das "er wollte in Deutschland, bei seienr Familie bleiben" Argument bringt... wahrscheinlich ist es einfacher von Madrid, Mailand oder London nach Hause zu fliegen, als in Hoffenheim einen ICE Bahnhof zu erreichen...

Aber gut, frei nach Andi Möller: Mailand, Madrid? Hauptsache der Gehaltscheck stimmt...Und Hoffenheim sammelt ja mit Tim Wiese, Eren Derdiyok und Matthieau Delpierre genau die Spieler, mit denen man seit Jahren genau eben nicht um die Titel mitspielen kann...