Wird die Mesut Özil-Debatte noch mal absurder. Ja, das geht. Auf einen einzigen Weg:
Jetzt versuchen uns die alten, weißen Männer zu erklären, was Rassismus ist... und noch viel schlimmer: Dass sie das besser beurteilen können als die Spieler mit Migrationshintergrund. Weil sie... Statistiken gelesen haben?
Also hier kurz die "Money Quotes" aus dem Montags-Kicker:
Heribert Bruchhagen, 69 Jahre: "Reinhard Grindel in die Nähe des Rassismus zu bringen, ist absurd." Der Bruchhagen muss es ja wissen, der ist schon so oft Opfer der Alltagsrassismus geworden. Also als HSV Vorstand...
Lothar Matthäus, 57 Jahre: "Sportlich ist Özils Rücktritt kein Verlust." Auch da ist Matthäus echter Experte, weil er ja selber weiß, wie es ist, wenn man eigentlich komplett durch ist und trotzdem noch ein großes Turnier spielt... Gut, Matthäus war damals wesentlich älter als Özil... aber Details...
Rainer Holzschuh, 74 Jahre: "Als ob ein Mensch wie Özil, der, in Deutschland aufgewachsen, als talentierter Fußballer gehegt und gepflegt wurde (...) die Probleme der Migration und des Rassismus glaubwürdig skizzieren könnte." Besser als der Kicker-Cheredakteur. Und nebenbei haben all die Einwände niemanden gestört, als Özil als Paradebeispiel für gelungene Integration galt... Und genau dies ist das Problem, welches Özil hat: Wenn es den Leuten passt, dass er ein Imigrantenkind ist, stellen sie es in den Vordergrund, wenn es ihnen nicht passt, sprechen sie ihm die Kompetenz ab... Und genau das ist auch Rassismus. Entweder Özil war jahrelang Vorbild der Integration, dann kann er sich zu dem Thema äußern und seine Wahrnehmung und sein Urteil muss respektiert werden... oder wir müssen unsere Berichtserstattung der letzten 10 Jahre komplett korrigieren. Beides ist halt verdammt schwierig.
Rassismus ist eben nicht nur ein Nazi Mob, der einen Afrikaner durch die Straßen jagt und tötet. Oder die "Fans", die Schwarze Spieler mit Affengeräuschen begrüßen... Rassismus ist auch, wenn identische Situationen auf Grund des unterschiedlichen Aussehens der handelnden Personen anders beurteilt werden...
Und dass der Kicker das diesen Sommer extrem macht, will er sich halt bis heute nicht eingestehen.
Lasst uns da mal als weiteres Indiz einen Blick auf die Kicker Rangliste werfen... da haben wir gerade 3 Kandidaten: einer heißt Thomas Müller und war durchaus der Beste von den 3. Das will ich nicht in Frage stellen... aber Internationale Klasse? Weil er in einem Freundschaftsspiel gegen Spanien, welches nicht in die Bewertung fallen sollte, ein Traumtor erzielt hat? Da verzeihen wir ihm natürlich die bescheidene WM... Und den Fakt, dass er gegen Real Madrid und den FC Sevilla genau so effektiv war, wie Robert Lewandowski. Aber nur einer der beiden muss sich Vorwürfe gefallen lassen, dass er in den entscheidenden Spielen nichts gerissen hat... Das ist natürlich nicht der vorbildlichste aller Deutschen. Der kann ja nichts dafür... Da sind wir halt solidarisch...
(Und ja, ich verstehe nicht, wie Müller und Franck Ribery, der seit 3 Jahren auf ein Tor auf der internationalen Bühne wartet, internationale Klasse darstellen sollen... Der Kicker hat an der Stelle halt sein eigenes "Die Bundesliga ist nicht mehr so gut" Narrativ wieder komplett vergessen... Und ja, ich erwähne Müller hauptsächlich deswegen, weil ich am Ende im großen Bild auf ihn zurück komme.
Aber gut, dass Müller der beste dieser Kandidaten ist, sehe ich sofort ein. Aber danach... wird es völlig absurd:
Denn dann behauptet der Kicker tatsächlich, dass Julian Draxler eine genau so gute (also im Blickfeld endende) Halbserie wie Mesut Özil gespielt hat. Warte, was? Der Ersatzspieler in einer Gurkenliga war genau so gut wie der Stammspieler in der Premiere League, der mit seinen Leistungen in der K.O. Phase einen entscheidenden Anteil an der Halbfinal-Teilnahme in der Europa League hatte? Kann mir das jemand erklären? Der eine spielte in der K.O. Phase insgesamt 20 Minuten, der andere sammelte derweil (wenn auch im schlechteren Wettbewerb) 5 Torvorlagen... Und brachte bis zu seiner Verletzung in der besseren Liga die besseren Leistungen... Oh und eine bessere WM hat er auch noch gespielt... auch wenn das keiner wahrnehmen will.
Natürlich habe ich auch behauptet, dass das Nachlassen von Özil, welches keiner in Frage stellen will, einer der Gründe ist, warum Arsenal London nur noch in der Europa League spielt, weil der Mann halt keine internationale Klasse mehr liefert. Aber sachlich betrachtet gehört der Mann (was nebenbei auch Bodo Illgner so sieht) in den weiteren Kreis. Genau so wie er gegen Südkorea keine 5 verdient gehabt hat...
Und mal wieder schafft es der Kicker nicht, die persönlichen Geschehnisse abseits des Fußballs (also den Fakt, dass der Junge halt Deutsch-Türke ist) auszublenden... dafür blenden sie lieber die Leistungen in der Europa League aus. Das ist einfacher... Und dann kann man sich eine Erklärung zusammen basteln...
Oder um einen deutlicheren Rahmen aufzumachen: Will mir wirklich jemand erzählen, dass Özil im letzten Halbjahr schlechter war als Lewis Holtby, Kai Havertz und Maximilian Eggestein? Ja, der Kicker will das...
Aber es gibt hier ja keinen Rassismus. Hat es nie gegeben. Zumindest nicht im Wahrnehmungskreis der greisen, weißen Männer, die ja die Deutungshoheit für sich beanspruchen... Deswegen (jetzt kommt der Bogen) muss sich Thomas Müller jetzt ja aus reinen Leistungsgründen die selben Urteile über sich ergehen lassen, wie wie Mesut Özil. Oh, warte... nur einer von denen wird als überflüssig und nutzlos betrachtet... von allen Seiten... (also Uli Hoeneß, dem Kicker und Lothar Matthäus).
Stellen wir uns mal vor, ein Müller würde über einen Rücktritt nachdenken... Dann würden alle mit einem "Tu's nicht!" um die Ecke kommen. Das Abstimmungsergebnis im Kicker würde bei 90% pro Müller ausfallen...
Oder es wäre vor der WM (wie im Fall Özil im Kicker geschehen) davon geschrieben worden, dass dies seine Abschiedsvorstellung sein könnte, weil er zuletzt einfach nicht die Leistung gebracht hat, die eine weitere Nominierung rechtfertigt. Der Journalist wäre sofort entlassen worden... (Ok, der Stern hat es sich erlaubt vom Problemkind Müller zu schreiben... als einzige und erst nach dem 2. Spiel) Dabei hat Müller vor 2 Jahren eine schlechtere EM gespielt... und mindestens eine genau so beschissene Weltmeisterschaft. Trotzdem würde niemand die Bedeutung von Müller für die Nationalmannschaft in Frage stellen. Im Gegensatz: Im großen "Wer könnte zurücktreten" Gemurmel ist sein Name nie gefallen... obwohl es leistungstechnisch mehr als angebracht wäre... Aber der ist halt der sympathische Deutsche...
Und genau das ist auch Rassismus: 2 Spieler bringen dieselbe Leistung, werden aber völlig unterschiedlich beurteilt.
Guckt euch einfach mal die Liste mit den Nationalspielern, die mehr als 90 Länderspiele absolviert haben, an. Und dann fragt euch wer von denen die meiste Kritik über all die Jahre einstecken musste. Wessen Leistungen immer wieder in Frage gestellt wurden, weil einem "die Körpersprache" nicht gefällt. Erinnert euch einfach an die Public Viewing Abende in eurer Stadt und fragt euch, wer dringend ausgewechselt werden sollte, weil er "heute nichts bringt" und "mal wieder abtaucht"... Fragt euch wer all die Jahre am häufigsten hinterfragt worden ist... (also während der Karriere, nicht danach... Und wegen ihrer fußballerischen Leistungen und nicht wegen ihres Privatlebens...)
Die Antwort lautet. Der einzige muslimische Migrant auf dieser Liste. Der einzige, den man definitiv ansieht, dass kein arisches Blut in seinen Adern fließt... Das ist kein Zufall. Und ich nehme mich selbst da ja auch nicht aus... Ich gebe durchaus zu, dass ich Özil stellenweise und unbewusst kritischer betrachtet habe als andere Spieler.
Und genau deswegen kann sich Özil zu diesem Thema äußern. Denn selbst als gehegter und gepflegter Fußballer wird man in der Öffentlichkeit anders beurteilt, wenn man Deutsch-Türke ist.
Auch wenn keiner in Frage stellen sollte, dass er über das Ziel hinaus geschossen hat. Das kann man durchaus erwähnen und kritisieren. Ihm aber jegliche Kompetenz zu dem Thema abzusprechen und dadurch zu versuchen, seine Vorwürfe komplett lächerlich zu machen... oder man schiebt die Aussagen seinen Berater zu, der eine völlig absurde Agenda haben soll... nur damit man sich selber nicht hinterfragen muss... Das ist kein Lösungsansatz, sonder bestätigt Özils Aussagen nur.
Und ja, der Kicker hat sich bis heute nicht im Ansatz hinterfragt, ob er nicht selber seinen Beitrag dazu geleistet hat, dass der Özil sich so fühlt, wie er sich fühlt. Obwohl er das über all die Jahre definitiv gemacht hat. Aber wie immer hat keiner Bock drauf sich mal an die eigene Nase zu fassen. Aber die sind ja derzeit intensiv damit beschäftigt die Schuld auf Özil zu schieben, denn dann sehen sie selber besser aus.
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Dienstag, 31. Juli 2018
Dienstag, 24. Juli 2018
Was hat denn bitte der Hoeneß genommen?
Zu tief in Horst Seehofers Glas geguckt?
Ich meine ernsthaft, WTF? Der hat es geschafft, dass sein eigener Haus und Hof Blog sich gegen ihn wendet...
Dass Özil bei der EM ein gutes Viertel- und Halbfinale gespielt hat, hat dem Uli Hoeneß wahrscheinlich einfach niemand mitgeteilt... wahrscheinlich erinnert der sich nur an die verschossenen Elfmeter...
Und genau das ist ja Özils Problem. Hoeneß kippt genau das Benzin ins Feuer, an dem Özil am Ende verzweifelt ist. Dessen Argumentation wird genau dadurch nur noch bestätigt: Wir sehen immer nur die schlechten Leistungen des Dreckstürken, was er alles gut gemacht hat, ignorieren wir. Danke, dass sie Özil bestätigen... Dass Hoeneß Wahrnehmung sich mit der betrunkenen Mehrheit deckt, ist der Grund, warum wir diese Diskussion führen müssen...
Und es ist natürlich auch wieder Munition für all die rechten Giftmischer. Genau das, was wir jetzt gerade brauchen.
Vor allem, es ist der Hoeneß... der selber als staatlich anerkannter Steuerhinterzieher sich ausgiebig darüber ausgeheult hat, wie schlimm ihn doch die Medien behandelt haben. Schlüsselzitat:
"Aber was in den letzten 14 Monaten auf einen Mann und seine Familie, der am Boden lag und liegt, an Häme, an Pranger niedergeprasselt ist, das konnten meine Familie und ich keinen Tag länger ertragen."
Vielleicht sollte sich der Hoeneß mal daran erinnern, wie es ihm aus eigener Perspektive (meine Wahrnehmung war natürlich eine andere) ergangen ist, nachdem er einen wesentlich dramatischeren "Fehler" begangen hat als Özil. Vielleicht sollte er mal darüber reflektieren, wie er sich damals gefühlt hat, als er durchs Dorf getrieben wurde... Und das sein eigenes Schuldbewusstsein am Ende auf Augenhöhe mit Özils ist und in einem "Freispruch wäre normal gewesen" endet... Also gerade der Typ sollte doch genau wissen, wie es ist, wenn man seinen eigenen Fehler als völlig überbewertet ansieht...
Und ja, ich packe das immer wieder aus, wenn der Hoeneß sich zu sozialen Themen äußert: Der Mann hat jegliches Recht sich als Moralische Instanz aufzuspielen verloren.
Vielleicht sollte der Typ auch einfach mal vor seiner eigenen Vereinstür kehren... Also nur so als Gedanke... Wir haben gerade eine WM erlebt, bei der die Profis des VfB Stuttgarts mehr Tore erzielt haben, als die des FC Bayerns... bei denen Leute wie Robert Lewandowski, Jerome Boateng und Thiago Özils Nicht-Leistungen in den Schatten gestellt haben... Oder nehmen wir einfach mal... Thomas Müller, der den letzten beiden Turnieren jeweils schlechter abgeschnitten hat als Özil... aber man stelle sich vor, jemand würde mit Hoeneß mit der Theorie konfrontieren, dass Müller nicht mehr ins Nationalteam gehört... Der würde mit "So ein verdienter Spieler" anfangen... genau das ist Özil halt auch... Nur dass auf dem einen verdienten Spieler ständig rumgehackt wird und auf den anderen nicht...
Und an der Stelle funktioniert halt auch das "lasst uns nur über das sportliche reden" nicht. Denn wenn Özil Stefan Meier heißen würde und guter Christ wäre, hätten weder wir noch er das Problem, über welches wir jetzt diskutieren... Und ja, dann hätte er sich auch mit einem Russischen Diktator ablichten lassen dürfen. Weil Stefan Meier natürlich russische Vorfahren hat und keine türkischen...
Weder Hoeneß, noch ich, können halt nachvollziehen, wie es ist in einer derart exponierten Stellung einen Migrationshintergrund zu haben. Und wenn man sich jahrelang darin gesonnt hat, dass die Nationalmannschaft als Musterbeispiel der Integration gilt (Siehe unser guter Nachbar Boateng...), dann kann man jetzt, wo es mal nicht läuft, nicht behaupten, dass das alles kein Thema ist... Denn gelungen Integration zeigt sich ja gerade in den schwierigen Momenten...
Und natürlich kann man die Özil-Aussagen kritisch betrachten... aber halt nicht so... Das war echt das Dümmste, was man zu diesem komplexen Thema sagen konnte...
Ich meine ernsthaft, WTF? Der hat es geschafft, dass sein eigener Haus und Hof Blog sich gegen ihn wendet...
Dass Özil bei der EM ein gutes Viertel- und Halbfinale gespielt hat, hat dem Uli Hoeneß wahrscheinlich einfach niemand mitgeteilt... wahrscheinlich erinnert der sich nur an die verschossenen Elfmeter...
Und genau das ist ja Özils Problem. Hoeneß kippt genau das Benzin ins Feuer, an dem Özil am Ende verzweifelt ist. Dessen Argumentation wird genau dadurch nur noch bestätigt: Wir sehen immer nur die schlechten Leistungen des Dreckstürken, was er alles gut gemacht hat, ignorieren wir. Danke, dass sie Özil bestätigen... Dass Hoeneß Wahrnehmung sich mit der betrunkenen Mehrheit deckt, ist der Grund, warum wir diese Diskussion führen müssen...
Und es ist natürlich auch wieder Munition für all die rechten Giftmischer. Genau das, was wir jetzt gerade brauchen.
Vor allem, es ist der Hoeneß... der selber als staatlich anerkannter Steuerhinterzieher sich ausgiebig darüber ausgeheult hat, wie schlimm ihn doch die Medien behandelt haben. Schlüsselzitat:
"Aber was in den letzten 14 Monaten auf einen Mann und seine Familie, der am Boden lag und liegt, an Häme, an Pranger niedergeprasselt ist, das konnten meine Familie und ich keinen Tag länger ertragen."
Vielleicht sollte sich der Hoeneß mal daran erinnern, wie es ihm aus eigener Perspektive (meine Wahrnehmung war natürlich eine andere) ergangen ist, nachdem er einen wesentlich dramatischeren "Fehler" begangen hat als Özil. Vielleicht sollte er mal darüber reflektieren, wie er sich damals gefühlt hat, als er durchs Dorf getrieben wurde... Und das sein eigenes Schuldbewusstsein am Ende auf Augenhöhe mit Özils ist und in einem "Freispruch wäre normal gewesen" endet... Also gerade der Typ sollte doch genau wissen, wie es ist, wenn man seinen eigenen Fehler als völlig überbewertet ansieht...
Und ja, ich packe das immer wieder aus, wenn der Hoeneß sich zu sozialen Themen äußert: Der Mann hat jegliches Recht sich als Moralische Instanz aufzuspielen verloren.
Vielleicht sollte der Typ auch einfach mal vor seiner eigenen Vereinstür kehren... Also nur so als Gedanke... Wir haben gerade eine WM erlebt, bei der die Profis des VfB Stuttgarts mehr Tore erzielt haben, als die des FC Bayerns... bei denen Leute wie Robert Lewandowski, Jerome Boateng und Thiago Özils Nicht-Leistungen in den Schatten gestellt haben... Oder nehmen wir einfach mal... Thomas Müller, der den letzten beiden Turnieren jeweils schlechter abgeschnitten hat als Özil... aber man stelle sich vor, jemand würde mit Hoeneß mit der Theorie konfrontieren, dass Müller nicht mehr ins Nationalteam gehört... Der würde mit "So ein verdienter Spieler" anfangen... genau das ist Özil halt auch... Nur dass auf dem einen verdienten Spieler ständig rumgehackt wird und auf den anderen nicht...
Und an der Stelle funktioniert halt auch das "lasst uns nur über das sportliche reden" nicht. Denn wenn Özil Stefan Meier heißen würde und guter Christ wäre, hätten weder wir noch er das Problem, über welches wir jetzt diskutieren... Und ja, dann hätte er sich auch mit einem Russischen Diktator ablichten lassen dürfen. Weil Stefan Meier natürlich russische Vorfahren hat und keine türkischen...
Weder Hoeneß, noch ich, können halt nachvollziehen, wie es ist in einer derart exponierten Stellung einen Migrationshintergrund zu haben. Und wenn man sich jahrelang darin gesonnt hat, dass die Nationalmannschaft als Musterbeispiel der Integration gilt (Siehe unser guter Nachbar Boateng...), dann kann man jetzt, wo es mal nicht läuft, nicht behaupten, dass das alles kein Thema ist... Denn gelungen Integration zeigt sich ja gerade in den schwierigen Momenten...
Und natürlich kann man die Özil-Aussagen kritisch betrachten... aber halt nicht so... Das war echt das Dümmste, was man zu diesem komplexen Thema sagen konnte...
Montag, 23. Juli 2018
Mesut Özil ist doch ein perfekt integrierter Deutsche
Gebt dem den nächsten Bambi...
Der ist so deutsch, dass es für ihn keinen Zusammenhang zwischen Politik und Politikern gibt... Das kann auch nur jemand glauben, der bewusst nur Angela Merkel als Kanzlerin erlebt hat... die ja die Trennung zwischen sich und der Politik perfektioniert hat...
Und ganz ehrlich: Das ist der einzige Vorwurf, den ich jetzt dem Mesut Özil mache: Dass er nicht anerkennen will, das ein Treffen mit einem Staatspräsidenten immer auch ein politisches Thema ist... denn alles, was Politiker in ihrem Leben machen hat halt einen Einfluss auf ihren "Arbeitsbereich".
Wenn das Özils eigene Ansichten sind (und nicht das vom Berater empfohlene Statement), wovon man bei der Intensität des 3. Parts zwingend ausgehen muss... dann muss man sich eigentlich bei ihm bedanken, dass er während der WM geschwiegen hat... denn wie viel Unruhe hätte er in das Turnier gebracht, wenn er vor Ort vom "Krisenmanagement bei Mercedes" gesprochen hätte... Dann hätte der Sponsor auf ein Mal darauf bestanden, dass der Spieler nach Hause geschickt wird...
Oder wenn er während des Turniers Richtung Reinhard Grindel geschossen hätte... um diesen vorzuwerfen, dass der sich nur in Özils Präsenz sonnt, wenn es ihm gerade passt und dass der politisch für alles Stand, was die aktuelle Generation an Nationalspielern überwinden wollte... Gerade das "Wenn wir Gewinnen, bin ich Deutscher, und wenn wir verlieren Immigrant" Gefühl können wir halt gar nicht nachvollziehen.
Und ja, aus Özils Sicht ist es nicht nachvollziehbar, dass dieselbe Aktion wie 2011 im Jahr 2018 auf ein Mal so große Wellen schlägt. Und einen Özil trifft es halt auch, wenn all die Ressentiments aus seiner Jugend wieder ausgegraben werden. Denn in einer Sache hat er definitiv Recht: Dieses einfach Foto hat viel zu große Wellen geschlagen. Und das liegt nicht daran, dass Özil dazu nicht äußern wollte, sondern eher daran, dass wir uns als Gemeinschaft zurück entwickelt haben: Im Jahr 2018 haben wir dank Horst und Alice wieder ein Klima, in dem man sich als Özil dafür rechtfertigen muss, dass man 2 Herkunftsländer hat. Und in dem man dafür angegriffen wird, dass man beiden Ländern Respekt zollen will. Da waren wir 2011 einfach weiter.
Das faszinierendste ist ja, dass der Kicker (ohne den letzten Teil gelesen zu haben... der der heftigste ist... vielleicht bringt sie das zum einlenken) jetzt einem Özil vorwirft keinerlei Selbstkritik zu zeigen... also zum einen reagiert man halt so, wenn man gefühlt von allen als Fußabtreter benutzt wird. Das löst halt eine gewisse Trotzreaktion aus... zum anderen: Wo bleibt denn die Selbstkritik vom Kicker? Das Eingeständnis, dass man sich selbst zu sehr auf dieses Foto versteift hat, welches eigentlich keinen Einfluss auf die Mannschaft haben sollte. Anstatt mal zu sagen: Ok, nach dem Foto mit dem deutschen Präsidenten und dem gemeinsamen Statement mit dem Deutschen Staatsoberhaupt kümmern wir uns wieder um Fußball...
Wenn der Kicker sich selber kritisch hinterfragen würde, könnte er an dem Punkt kommen, dass Özil recht hat... dass er, als bester Offensivspieler im Spiel gegen Südkorea, zumindest wenn man die sachlichen Parameter anwendet, eine 5 bekommen hat, weil er halt der Scheiß-Türke ist (und weil Mats Hummels seine Vorlage nicht genutzt hat...). Dass man es als ehemaliges Fachmagazin nicht geschafft hat die Emotionale Debatte auszublenden, wenn man die Leistungen auf dem Platz sachlich bewerten soll, könnte man einfach mal eingestehen. Dass man seinen Beitrag dazu geleistet hat... einer der Gründe ist, warum Özil sich so fühlt, wie er sich fühlt... Dass man sich an der Treibjagd munter (wenn auch nicht so drastisch wie die anderen) beteiligt hat... aber nein, Özil ist derjenige, der Selbstkritik zeigen muss... Natürlich. Der ist ja auch der einzige, der einen Fehler begangen hat...
Wie kann man eigentlich so dreist sein und von anderen Fordern, was man bei sich selbst verweigert?
Der ist so deutsch, dass es für ihn keinen Zusammenhang zwischen Politik und Politikern gibt... Das kann auch nur jemand glauben, der bewusst nur Angela Merkel als Kanzlerin erlebt hat... die ja die Trennung zwischen sich und der Politik perfektioniert hat...
Und ganz ehrlich: Das ist der einzige Vorwurf, den ich jetzt dem Mesut Özil mache: Dass er nicht anerkennen will, das ein Treffen mit einem Staatspräsidenten immer auch ein politisches Thema ist... denn alles, was Politiker in ihrem Leben machen hat halt einen Einfluss auf ihren "Arbeitsbereich".
Wenn das Özils eigene Ansichten sind (und nicht das vom Berater empfohlene Statement), wovon man bei der Intensität des 3. Parts zwingend ausgehen muss... dann muss man sich eigentlich bei ihm bedanken, dass er während der WM geschwiegen hat... denn wie viel Unruhe hätte er in das Turnier gebracht, wenn er vor Ort vom "Krisenmanagement bei Mercedes" gesprochen hätte... Dann hätte der Sponsor auf ein Mal darauf bestanden, dass der Spieler nach Hause geschickt wird...
Oder wenn er während des Turniers Richtung Reinhard Grindel geschossen hätte... um diesen vorzuwerfen, dass der sich nur in Özils Präsenz sonnt, wenn es ihm gerade passt und dass der politisch für alles Stand, was die aktuelle Generation an Nationalspielern überwinden wollte... Gerade das "Wenn wir Gewinnen, bin ich Deutscher, und wenn wir verlieren Immigrant" Gefühl können wir halt gar nicht nachvollziehen.
Und ja, aus Özils Sicht ist es nicht nachvollziehbar, dass dieselbe Aktion wie 2011 im Jahr 2018 auf ein Mal so große Wellen schlägt. Und einen Özil trifft es halt auch, wenn all die Ressentiments aus seiner Jugend wieder ausgegraben werden. Denn in einer Sache hat er definitiv Recht: Dieses einfach Foto hat viel zu große Wellen geschlagen. Und das liegt nicht daran, dass Özil dazu nicht äußern wollte, sondern eher daran, dass wir uns als Gemeinschaft zurück entwickelt haben: Im Jahr 2018 haben wir dank Horst und Alice wieder ein Klima, in dem man sich als Özil dafür rechtfertigen muss, dass man 2 Herkunftsländer hat. Und in dem man dafür angegriffen wird, dass man beiden Ländern Respekt zollen will. Da waren wir 2011 einfach weiter.
Das faszinierendste ist ja, dass der Kicker (ohne den letzten Teil gelesen zu haben... der der heftigste ist... vielleicht bringt sie das zum einlenken) jetzt einem Özil vorwirft keinerlei Selbstkritik zu zeigen... also zum einen reagiert man halt so, wenn man gefühlt von allen als Fußabtreter benutzt wird. Das löst halt eine gewisse Trotzreaktion aus... zum anderen: Wo bleibt denn die Selbstkritik vom Kicker? Das Eingeständnis, dass man sich selbst zu sehr auf dieses Foto versteift hat, welches eigentlich keinen Einfluss auf die Mannschaft haben sollte. Anstatt mal zu sagen: Ok, nach dem Foto mit dem deutschen Präsidenten und dem gemeinsamen Statement mit dem Deutschen Staatsoberhaupt kümmern wir uns wieder um Fußball...
Wenn der Kicker sich selber kritisch hinterfragen würde, könnte er an dem Punkt kommen, dass Özil recht hat... dass er, als bester Offensivspieler im Spiel gegen Südkorea, zumindest wenn man die sachlichen Parameter anwendet, eine 5 bekommen hat, weil er halt der Scheiß-Türke ist (und weil Mats Hummels seine Vorlage nicht genutzt hat...). Dass man es als ehemaliges Fachmagazin nicht geschafft hat die Emotionale Debatte auszublenden, wenn man die Leistungen auf dem Platz sachlich bewerten soll, könnte man einfach mal eingestehen. Dass man seinen Beitrag dazu geleistet hat... einer der Gründe ist, warum Özil sich so fühlt, wie er sich fühlt... Dass man sich an der Treibjagd munter (wenn auch nicht so drastisch wie die anderen) beteiligt hat... aber nein, Özil ist derjenige, der Selbstkritik zeigen muss... Natürlich. Der ist ja auch der einzige, der einen Fehler begangen hat...
Wie kann man eigentlich so dreist sein und von anderen Fordern, was man bei sich selbst verweigert?
Mittwoch, 21. Juni 2017
Ist es nicht schön, zu den Guten zu gehören?
Da weiß man sicher, dass man auf der richtigen Seite steht. Und WIR sind definitiv die Gutesten. Guter geht es gar nicht...
Die andern... da kann man mal genauer hinschauen, ob es da nicht dreckige Wäsche unterm Bett gibt. Oder nicht richtig ausgefüllte Steuerbescheinigungen und Abrechnungen. Die andern halt... das sind halt die gierigen Arschlöcher, die trotz Millionengehältern immer noch nicht genug kriegen.
Und boah sind wir alle glücklich, dass das allgemeine Oberarschloch Jose Mourinho da jetzt auch mit drin steckt.
Aber ein Deutscher Nationalspieler... der würde so was ja nie machen. So was kommt bei uns einfach nicht vor. Denn... wir sind ja die Guten.
Ganz ehrlich... da erfährt man in einem ausführlichen Bericht in der Tagesschau (und ja, das ganze war auf Tagesschau.de früher und größer aufgearbeitet als auf Kicker.de), dass Cristiano Ronaldo Steuern hinterzogen haben soll... also in Uli Hoeneß Dimensionen... Was für ein Bösewicht...
Und jetzt "zieht" Jose Mourinho nach...
Wisst ihr aber, welcher Name bei beiden irgendwie fehlt? Mesut Özil... und ja, der eine oder andere mag sich nicht mehr daran erinnern, aber die ganze Geschichte ging mit einem Spiegel Artikel los. Und ja, verglichen mit den Forderungen an Cristiano Ronaldo sind die 2.017.152,18 Euro, die Özil nachzahlen soll... nun ja, immer noch 2 Millionen Euro...
Und man könnte als deutscher Nachrichtendienst durchaus auch mal erwähnen, dass solche Affären nicht nur bei den anderen Nationen passieren. Oder man könnte wenigstens auf die Spiegel Recherche verweisen. So wie man sich selbst ja auch immer feiert, wenn man irgendwas an Aufklärungsarbeit auf den Weg gebracht hat.
Aber da müsste man ja einen deutschen Nationalspieler beschmutzen... den wollen wir da lieber nicht in den Fokus rücken, der hat schließlich gerade Urlaub.
Stattdessen spekulieren wir lieber wild, ob Ronaldo jetzt aus Madrid flüchtet und sich seinem Partner in Crime in München anschließt.
Und ja, es geht bei den beiden Fällen nicht direkt um Mesut Özil. Es geht darum, ob und wie viel Geld im Profi-Fußball in Spanien in dunklen Kanälen verschwindet. Aber so zu tun, als ob uns das gar nicht betrifft... und dass das bei unseren Helden ja nie passiert ist oder passieren könnte...
Die andern... da kann man mal genauer hinschauen, ob es da nicht dreckige Wäsche unterm Bett gibt. Oder nicht richtig ausgefüllte Steuerbescheinigungen und Abrechnungen. Die andern halt... das sind halt die gierigen Arschlöcher, die trotz Millionengehältern immer noch nicht genug kriegen.
Und boah sind wir alle glücklich, dass das allgemeine Oberarschloch Jose Mourinho da jetzt auch mit drin steckt.
Aber ein Deutscher Nationalspieler... der würde so was ja nie machen. So was kommt bei uns einfach nicht vor. Denn... wir sind ja die Guten.
Ganz ehrlich... da erfährt man in einem ausführlichen Bericht in der Tagesschau (und ja, das ganze war auf Tagesschau.de früher und größer aufgearbeitet als auf Kicker.de), dass Cristiano Ronaldo Steuern hinterzogen haben soll... also in Uli Hoeneß Dimensionen... Was für ein Bösewicht...
Und jetzt "zieht" Jose Mourinho nach...
Wisst ihr aber, welcher Name bei beiden irgendwie fehlt? Mesut Özil... und ja, der eine oder andere mag sich nicht mehr daran erinnern, aber die ganze Geschichte ging mit einem Spiegel Artikel los. Und ja, verglichen mit den Forderungen an Cristiano Ronaldo sind die 2.017.152,18 Euro, die Özil nachzahlen soll... nun ja, immer noch 2 Millionen Euro...
Und man könnte als deutscher Nachrichtendienst durchaus auch mal erwähnen, dass solche Affären nicht nur bei den anderen Nationen passieren. Oder man könnte wenigstens auf die Spiegel Recherche verweisen. So wie man sich selbst ja auch immer feiert, wenn man irgendwas an Aufklärungsarbeit auf den Weg gebracht hat.
Aber da müsste man ja einen deutschen Nationalspieler beschmutzen... den wollen wir da lieber nicht in den Fokus rücken, der hat schließlich gerade Urlaub.
Stattdessen spekulieren wir lieber wild, ob Ronaldo jetzt aus Madrid flüchtet und sich seinem Partner in Crime in München anschließt.
Und ja, es geht bei den beiden Fällen nicht direkt um Mesut Özil. Es geht darum, ob und wie viel Geld im Profi-Fußball in Spanien in dunklen Kanälen verschwindet. Aber so zu tun, als ob uns das gar nicht betrifft... und dass das bei unseren Helden ja nie passiert ist oder passieren könnte...
Donnerstag, 19. Dezember 2013
Wir müssen über Mesut reden.
Mesut Özil ist der teuerste deutsche Spieler aller Zeiten. 50 Millionen Ablöse wurden noch nie für einen deutschen Nationalspieler bezahlt. Nach den spielerisch finsteren Jahren unserer Nationalmannschaft (die genaugenommen 1974 begannen und erst 2008 endeten) war Mesut das personifizierte Versprechen auf eine technisch hochwertige Deutsche Nationalmannschaft. Und er hat sich 3 Jahre lang bei Real Madrid behauptet... das mag in der Defensive keine Leistung sein, in der Offensive muss man dafür einen Kaka verdrängen...
Und, was viele gerne vergessen: Özil ist erst 25...
Trotzdem steht er vor dem wichtigsten Sommer seines Fußballer-Lebens. Ich habe ja jahrelang behauptet, dass Deutschland nicht Fußball-Weltmeister werden kann, solange Lukas Podolski Stammspieler bleibt. Mein gestriger Post hat mich das etwas überdenken lassen (auch wenn ich am Ende recht behalten werde...): Solange unsere Führungsspieler in der Nationalmannschaft ihre Leistung bringen, sollte man eine schwächere Linke Seite auch zum WM-Titel führen können... Und unser wichtigster Offensiv-Spieler soll auch diesen Sommer Mesut Özil heißen...
Das ganz große Problem an Özil muss ja auch Arsenal London gerade erkennen: In den wirklich wichtigen Spielen ist er selten mehr als nur ein Mitläufer. Und dass man gegen beide Mannschaften aus Manchester verloren hat, kann hier als Beweis verwendet werden... Wenn es für Real Madrid in den letzten Jahren ums ganze ging, bekam Mesut nie mehr als die Kicker-Note 2,5. Dass ist nicht schlecht... aber halt auch nicht wirklich gut... und oft genug war er auch richtig schlecht...
Noch viel schlimmer sind natürlich seine Podolski-esquen Leistungen in den Halbfinalspielen gegen Spanien und Italien. Ihm das Halbfinale gegen Spanien vorzuwerfen, wäre wirklich übertrieben, weil er damals wirklich noch verdammt jung war... Aber jetzt wird er im Sommer seine dritte Chance kriegen... und die sollte er besser nutzen.
Denn auf Phillip Lahm und Bastian Schweinsteiger kann man ein Versagen in diesem Sommer nicht mehr schieben... die haben in diesem Jahr mehr als nachgewiesen, dass man auch in wichtigen Spielen auf sie setzen kann...
Wobei ich Özils Fähigkeiten gar nicht in Frage stellen will... schließlich könnte er Arsenal zur ersten Meisterschaft seit 2004 führen... und er ist seit Jahren der Beste Scorer in unsere Qualifikationsspielen... weil er halt gegen nicht so überragende Mannschaften unglaublich konstante Leistungen abliefert...
Aber: Wenn er in der entscheidenden Phase wieder höchstens Durchschnitt anbietet... hat er halt auch das Pech, dass von hinten ein Marco Reus, Mario Götze, Toni Kroos oder Julian Draxler nachrücken... die sind allesamt jünger als Özil, haben aber (abgesehen von Draxler) jetzt schon mehr gewonnen als Mesut (der genau genommen nur ein Mal Spanischer Meister und 2 Mal Nationaler Pokalsieger wurde...) Und dann werden auch weitere überragende Qualifikationsspiele seinen Stammplatz nicht mehr rechtfertigen...
Mesut wird also diesen Sommer seine Karriere defninieren: Ist er wirklich ein Spieler, der einen zum wichtigsten Titel führen kann... oder ist er halt doch nur ein hochbegabter Mitläufer?
Und, was viele gerne vergessen: Özil ist erst 25...
Trotzdem steht er vor dem wichtigsten Sommer seines Fußballer-Lebens. Ich habe ja jahrelang behauptet, dass Deutschland nicht Fußball-Weltmeister werden kann, solange Lukas Podolski Stammspieler bleibt. Mein gestriger Post hat mich das etwas überdenken lassen (auch wenn ich am Ende recht behalten werde...): Solange unsere Führungsspieler in der Nationalmannschaft ihre Leistung bringen, sollte man eine schwächere Linke Seite auch zum WM-Titel führen können... Und unser wichtigster Offensiv-Spieler soll auch diesen Sommer Mesut Özil heißen...
Das ganz große Problem an Özil muss ja auch Arsenal London gerade erkennen: In den wirklich wichtigen Spielen ist er selten mehr als nur ein Mitläufer. Und dass man gegen beide Mannschaften aus Manchester verloren hat, kann hier als Beweis verwendet werden... Wenn es für Real Madrid in den letzten Jahren ums ganze ging, bekam Mesut nie mehr als die Kicker-Note 2,5. Dass ist nicht schlecht... aber halt auch nicht wirklich gut... und oft genug war er auch richtig schlecht...
Noch viel schlimmer sind natürlich seine Podolski-esquen Leistungen in den Halbfinalspielen gegen Spanien und Italien. Ihm das Halbfinale gegen Spanien vorzuwerfen, wäre wirklich übertrieben, weil er damals wirklich noch verdammt jung war... Aber jetzt wird er im Sommer seine dritte Chance kriegen... und die sollte er besser nutzen.
Denn auf Phillip Lahm und Bastian Schweinsteiger kann man ein Versagen in diesem Sommer nicht mehr schieben... die haben in diesem Jahr mehr als nachgewiesen, dass man auch in wichtigen Spielen auf sie setzen kann...
Wobei ich Özils Fähigkeiten gar nicht in Frage stellen will... schließlich könnte er Arsenal zur ersten Meisterschaft seit 2004 führen... und er ist seit Jahren der Beste Scorer in unsere Qualifikationsspielen... weil er halt gegen nicht so überragende Mannschaften unglaublich konstante Leistungen abliefert...
Aber: Wenn er in der entscheidenden Phase wieder höchstens Durchschnitt anbietet... hat er halt auch das Pech, dass von hinten ein Marco Reus, Mario Götze, Toni Kroos oder Julian Draxler nachrücken... die sind allesamt jünger als Özil, haben aber (abgesehen von Draxler) jetzt schon mehr gewonnen als Mesut (der genau genommen nur ein Mal Spanischer Meister und 2 Mal Nationaler Pokalsieger wurde...) Und dann werden auch weitere überragende Qualifikationsspiele seinen Stammplatz nicht mehr rechtfertigen...
Mesut wird also diesen Sommer seine Karriere defninieren: Ist er wirklich ein Spieler, der einen zum wichtigsten Titel führen kann... oder ist er halt doch nur ein hochbegabter Mitläufer?
Donnerstag, 6. Oktober 2011
Es ist doch faszinierend
wie ein deutsches Fachmagazin gegen einen ehmaligen Weltfußballer hetzen darf... Dieser ehmalige Weltstar war zwar zuletzt zu häufig verletzt, aber wenn fit immernoch einer der besten Fußballer der Welt. Und seine Bilanz diese Saison mit 5 Scorerpunkten in 6 Primera Divison Spielen ist zwar nicht Messi-esque, aber nicht so weit davon entfernt...
Dennoch darf er im Kicker von fehlenden "ideenreichen Spielaufbau" und vom "oft launischen" Kaka lesen...
Was hat Kaka verbrochen?
Die Antwort ist überraschend einfach: er hat es gewagt unseren Liebling Mesut Özil nach Rechtsaußen verdrängt. Und dort muss der arme Mesut verzweifelt mit dem Armen winken und kriegt trotzdem keinen Ball... dabei ist der doch so genial, so gut, so integriert und so süß... also muss sich nicht, wie es in den spanischen Medien steht, Özil steigern, sondern Kaka schnellstmöglich weg...
Dennoch darf er im Kicker von fehlenden "ideenreichen Spielaufbau" und vom "oft launischen" Kaka lesen...
Was hat Kaka verbrochen?
Die Antwort ist überraschend einfach: er hat es gewagt unseren Liebling Mesut Özil nach Rechtsaußen verdrängt. Und dort muss der arme Mesut verzweifelt mit dem Armen winken und kriegt trotzdem keinen Ball... dabei ist der doch so genial, so gut, so integriert und so süß... also muss sich nicht, wie es in den spanischen Medien steht, Özil steigern, sondern Kaka schnellstmöglich weg...
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