Oder: Wie man's macht, macht man's verkehrt.
Pal Dardai ist ja gerade in seiner 5. Saison bei der Hertha. Und seit Dardai den Titel "Interimstrainer" losgeworden ist, hat die Hertha nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun. Was für einen Verein, der alleine in diesem Jahrzehnt 2 Mal abgestiegen ist, keine Selbstverständlichkeit ist. Dardais Bilanz sieht mit Platz 7, 6 und 10 mehr als ordentlich aus. So einen guten Trainer muss du erst Mal finden...
Und ja, es ist durchaus möglich, dass Dardai vor 2022 wieder Cheftrainer in Berlin wird, weil er die Hertha wieder vor dem Abstieg retten muss... oder dass er nach Stuttgart geht, weil die von einer derartigen Bilanz träumen.
Aber Dardais Bilanz kommt mit einem entscheidenden Markel: Platz 16, Platz 16, Platz 13, Platz 11 und Stand jetzt Platz 13. Oder 17, 18, 19 und 19. Das sind die Anzahl der Punkte, die Hertha unter Dardai in der Rückrunde holte. Das ist jeweils schlechter als in der Hinrunde. Im Best Case Szenario holt Dardai in der Rückrunde 5 Punkte weniger, im Worst Case 14...
Und wir reden halt von Berlin, einer Stadt mit erstaunlichen Möglichkeiten. Klar, Berlin ist unter Dardai zur Grauen Maus geworden... und das ist nice... Aber auf Dauer kann das nicht das Ziel sein. Dardai allerdings nachgewiesen hat, dass er seine Mannschaft im Saisonverlauf nicht besser machen kann, was aber für die Hertha zwingend erforderlich ist, wenn sie den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung machen will. Er kann wunderbar dafür sorgen, dass sein Team eine außerordentliche Frühform an den Tag legt und sich dadurch ein Polster aufbaut, welches ihr den Klassenerhalt sichert. Deswegen wird, obwohl meine ursprüngliche 10 absurde Thesen Theorie, dass Dardai keine komplette Saison konstant trainieren kann, doch noch wahr geworden, auch wenn Dardai nie in den Abstiegskampf abgerutscht ist. Also kein I Told you so... aber fast...
Dieses Phänomen lässt sich am besten an Ondreij Duda festmachen: Der begann im Sommer überragend mit 6 Toren in 8 Spielen... Hat aber seine Form nicht annähernd halten können. Und da ist er ja keine Ausnahme.
Oder überlegt einfach mal wie viele relativ große Talente die Hertha im
Sommer hatte... da wird seit Jahren so getan, als hätten die herausragende Jahrgänge in der Pipeline... wo alle dachten, dass sie in dieser Saison den nächsten
Schritt machen. Nehmen wir (auch wenn der schon seit Jahren da ist) Marvin Plattenhardt, der ja nicht erst
seit gestern deutscher Nationalspieler ist... Hätte Dardai den nicht
mittlerweile auf ein Niveau bringen müssen, wo er für Mannschaften, die
konstant international spielen, interessant wird... Aber der stagniert
halt auf dem allgemeinen Hertha Niveau... genau so wie Arne Meier...
oder, oder, oder... Ich sag das mal so: Wenn ich einen Trainer suche,
der meine durchaus vorhandenen Talente nicht weiter entwickelt, dann
nehme ich doch Heiko Herrlich.
Lasst uns das mal mit 2 Gegenbeispielen vergleichen, die derzeit beweisen, dass sie eine Mannschaft über den Verlauf der Saison hinweg und ohne große Impulse von außen weiterentwickeln können: Ralf Rangnick und Julian Nagelsmann.
RB Leipzig dürfte derzeit die 2. Beste Mannschaft in Deutschland sein. Mindestens. In der Konferenz bei Sky fiel der wunderbare Satz: Wenn die nicht so oft verloren hätten, könnten die um die Meisterschaft mitspielen... was auch auf Hannover 96 zutrifft, aber es geht ja ums Prinzip:
Wenn Leipzig schon zu Saisonbeginn so gut gewesen wäre, wie sie es jetzt sind. Aber dies bedeutet auch: Man sieht in der Mannschaft eine klare Entwicklung. Sowohl individuell als auch taktisch.
Und in Hoffenheim kann man dies am besten an der individuellen Entwicklung von Ishak Belfodil festmachen. Der gibt quasi gerade den Anti-Duda: In der Winterpause wollte er persönlich eigentlich schon wieder weg, aber jetzt merkt man die Arbeit von Nagelsmann und er steht bei 9 Rückrundentoren. Und nur um zu beweisen, dass das keine Ausnahme ist: Andrej Kramaric trifft unter Nagelsmann das dritte ja in Folge in der Rückrunde wesentlich besser als in der Hinrunde...
Nebenbei reden wir von genau dem Belfodil, den Übertrainer Florian Kohfeldt nicht zum funktionieren gebracht hat und bei dem sich im Sommer alle gefragt haben: Was will ein Champions League Teilnehmer denn mit dem? Aber Nagelsmann braucht halt ein halbes Jahr um diese Frage zu beantworten.
Vielleicht sollte sich Nagelsmann Dardai als Co-Trainer sichern und ihn die Grundlagen legen lassen, damit seine Mannschaft 2 starke Halbserien spielen können... Denn Rangnick und Nagelsmann kommen natürlich mit dem Problem, dass sie gerade international so richtig verkackt haben und definitiv noch lernen müssen, wie sie ihre Entwicklung der Mannschaft mit der Zusatzbelastung Europapokal in Einklang bringen.
Nur um mal zu erwähnen, dass dieses Dardai Dilemma gar nicht so außergewöhnlich ist, sondern eventuell sogar zum entscheidenden Entwicklungsschritt eines Trainers gehört: Selbst Trainerlegenden wie Thomas Schaaf hatten eingangs in Bremen große Probleme ihre Hinrunden zu bestätigen. Zyniker werden behaupten, dass er das in all den Jahren nur ein Mal geschafft hat, aber die gibt es hier ja zum Glück nicht... Bruno Labbadia hat ja auch deswegen so eine geringe Halbwertszeit. Peter Bosz macht das alles immer im Zeitraffer. Sandro Schwarz hat gerade die 2. Saison in Folge das Problem, dass seine Mannschaft in der Rückrunde nur in Ausnahmefällen bundesliga-tauglich aussieht. Und ja, Schwarz hat gerade extremes Glück, dass der Spielverlauf gegen Freiburg so absurd war, wie er war, das Ergebnis überdeckt vieles, was Mainz zum 2. Mal in Folge im März und April abliefert. Und letztes Jahr um diese Zeit haben wir uns alle gefragt, ob es eigentlich vernünftig ist den Mann nicht zu entlassen.
Selbst ein Dieter Hecking muss sich irgendwie fragen lassen, warum seine Mannschaft in der Rückrunde schon wieder nachlässt. Selbst ihm passiert das seit 2014/15 (der letzten Saison, in der Hecking in der Rückrunde einen Punkt mehr als in der Hinrunde holte) immer wieder...
Nebenbei sind das alles Statistiken, die sich Michael Preetz mal genau angucken sollte. Denn wenn eine sichtbare Weiterentwicklung innerhalb der Saison der Anspruch sein soll, kann man Hecking schlecht als die Traumlösung verkaufen...
Aber das ist ja das nächste Problem des Leistungssports: Wenn (Extrembeispiel) Preetz einen Alexander Zorniger aus dem Exil holt, bei dem man nach einem Halben Jahr genau die Entwicklung zu sehen bekommt, die Hertha dringend braucht um voranzukommen, aber der Weg dahin eher schmerzhaft ist... dann werden alle nach der stabilen "Wir sichern uns erst Mal den Klassenerhalt mit einer starken Hinrunde und gucken dann weiter" schreien und behaupten, dass Dardai zu entlassen unfassbar dumm war.
Nebenbei wollte ich zum Schluss nochmal eines erwähnen: In diesem Ominösen Früher wo alles besser war sind solche Trainer wesentlich schneller (also bereits in ihrer ersten, spätestens in der 2. Rückrunde) vorgeführt, sind dann in den Abstiegskampf gerutscht und wurden wesentlich schneller entlassen. Da es in einer Liga, in der selbst Nürnberg mit einem Sieg aus 24 Partien nicht hoffnungslos abgeschlagen ist, quasi unmöglich ist in den Abstiegskampf zu rutschen, haben diese Trainer ein wesentlich entspannteres Leben... Was aber nicht bedeutet, dass die Liga dadurch besser wird, eher im Gegenteil.
Dienstag, 16. April 2019
Montag, 15. April 2019
Worst of des "Dann wird's chaotisch" Wochenendes
Warte was? Erst dann? Es gibt also in Thomas Hitzlespergers Kopf ein Szenario, dass noch schlimmer ist als der Auftritt vom Samstag inklusive Spuckattacke? Und angeblicher Selbstzerfleischung nach dem Spiel? Wenn ja, ist es dann nicht eigentlich Hitzlespergers Pflicht uns dieses Schauspiel zu zeigen? Also wenigstens unterhaltsam wäre es...
Und man kann es sich ja auch leisten, schließlich steht man vor 2 Mannschaften, die mit der Saison praktisch schon abgeschlossen haben... die Relegation zu verspielen ist also... warte, was, es sind nur noch 3 Punkte? Und das, obwohl Nürnberg nur eines der letzten 24 Spielen gewonnen hat... Da hat Hitzlesperger natürlich recht... wenn diese Nürnberger die Stuttgarter tatsächlich einholen würden... und so, wie Stuttgart sich derzeit präsentiert, muss Nürnberg dafür nicht mal mehr gewinnen, 4 Unentschieden könnten reichen... DANN wird's wirklich chaotisch.
Dabei... sollte der Auftritt der Nürnberger am Freitag den Stuttgartern eigentlich Mut gemacht haben... schließlich war Schalke so schlecht, dass sie gegen genau diese Nürnberger einen überragenden Torhüter, eine katastrophale Fehlentscheidung und ein Kacktor brauchten um wenigstens einen Punkt zu holen... Anders ausgedrückt: So schlecht hat sich, auch wenn das Ergebnis etwas anderes sagt, nicht mal Hannover präsentiert...
Und trotzdem kann Schalke gefühlt den Klassenerhalt feiern. Denn wie will denn Stuttgart noch auf 6 weitere Punkte holen? Also die 3 Machbaren Gegner haben jeweils Heimrecht... Andererseits... ist es die Bundesliga, da wird der Abstiegskampf gerne mal auf den Kopf gestellt, in dem eine Mannschaft völlig absurder Weise gegen Gladbach oder Wolfsburg gewinnt...
Zurück zum eigentlichen: Dr. Robert Kampka, Vollidiot der Woche: Der Mann ist ja Bundesligaschiedsrichter. Also der hat sich seinen Doktortitel damit finanziert, dass er am Wochenende Fußballspiele gepfiffen hat, was vollkommen in Ordnung ist. Er verdient aber auch jetzt noch richtig viel Kohle mit dem Leiten von Fußballspielen... was auch in Ordnung ist, die haben nen Scheiß-Job der im einen Milliardengeschäft eher zu schlecht als zu gut bezahlt wird... Aber sollte man als Schiedsrichter nicht mal ein Regelwerk in die Hand nehmen und gucken, was da so drin steht?
Also Kampka "soll" (ich sage bewusst soll, weil niemand es genau weiß), ja auf gefährliches Spiel entschieden haben. Was ja auch stimmt, der Klassenerhalt der Stuttgarter wurde durch diese Aktion in Gefahr gebracht... das kann doch aber keine Entscheidungsgrundlage für einen Schiedsrichter sein.
Wobei ich an der Stelle mal darauf hinweisen muss, dass das Regelwerk da extrem beschissen ist... also praktisch gesehen ist der Paragraph (auf Seite 123 des PDFs) völlig unbrauchbar: "Als gefährliches Spiel gilt jede Aktion beim Spielen des Balls, durch die jemand verletzt werden könnte (einschliesslich des Spielers selbst"
Wir sprechen von Hochleistungssport... das ist per Definition eine Gefahr für den Körper und äußerst ungesund. Und man muss jedes Kopfballduell im Jahr 2019 abpfeifen...
Normaler Weise wird "Gefährliches Spiel" aber nur dann geahndet, wenn jemand mit dem Fuß im Gesicht des Gegners rumfuchtelt. Deswegen wird im Regelwerk ja überraschend spezifisch von "
Ein Fallrückzieher oder Scherenschlag ist erlaubt, sofern nach Ansicht des Schieds richters dadurch kein Gegenspieler gefährdet wird" gesprochen. Mit einem gestreckten Bein zum Ball zu gehen und den vorm Gegner wegzuspitzeln, ohne dass man ihn auch nur berührt, ist praktisch so weit weg vom Gefährlichen Spiel wie die Fifa von Korruption... oder doch eher wie Grindel von Kompetenz?
Wenn Kampka das wirklich als gefährliches Spiel ansieht, muss er jedes Mal, wenn sich 2 Bundesligaprofis über den Weg laufen, einen indirekten Freistoß geben... Aber gut, das wird er selber mittlerweile einsehen. Was den Fehler noch absurder macht, ist ja, dass er 1 1/2 Jahre nach der Einführung des Videobeweises, die Aktion gleich abpfeift und sie deswegen nicht reparierbar macht. Und dadurch hat er dann die krasseste Fehlentscheidung der Saison produziert. Herzlichen Glückwunsch, dafür gibt es bestimmt am Ende der Saison eine Medaille...
Thomas Müller und die Realitäten. Oder: Ich und mein Elefantengedächtnis. Müller lehnte sich ja dieses Wochenende weit aus seinem "Wir sind als Bayern eh immer so weit vorne, dass ein einzelner Elfmeter nicht wichtig ist" Fenster und behauptete: "Wenn ich den Elfer bekomme, schiebe ich ihn absichtlich daneben." Das wäre nebenbei mal eine wirklich große Geste, mit der irgendjemand mal anfangen könnte. Und mit den die Bayern hätten anfangen können... Also am 19.05.2017, als uns das erste Mal öffentlich vorgeführt worden ist, dass der Videoschiedsrichter keine absurden Handelfmeter abschaffen und im Zweifelsfall für die Bayern entscheiden wird. Aber er überlässt diese ehrenvolle Aufgabe natürlich großzügig Robert Lewandowski, der sich als zu unfähig erweist um den Ball vorbeizuschieben.
Ganz ehrlich, ich mag den Müller ja trotz aller Wiedrigkeiten fast, weil er solche Interviews gibt... aber da zielt er eindeutig übers Ziel hinaus. Auch die Bayern nutzen solche Elfmetergeschenke eiskalt aus, da soll er jetzt nicht behaupten, er hätte höhere moralische Ansprüche.
Nebenbei war dieser Elfmeter das Lehrbuchbeispiel für meine Ausführungen gestern: Irgendwas muss der Schiedsrichter da pfeifen, da eine Hereingabe mit der Hand geblockt wird... und derzeit kann er halt nur Elfmeter geben, aber dass dies die einzige Option ist, ist das eigentliche Problem. Irgendwann wird jemand cleveres auf die Idee mit den indirekten Freistößen kommen, vergesst dann nicht, wo ihr es zuerst gelesen habt... (oder tut dies, ich werde euch eh darauf hinweisen...)
Der Hamburger SV. Obwohl... genau genommen: Der Kicker als ehemaliges Fachmagazin mit dem Schwerpunkt Fußball-Bundesliga. Ich habe denen es ja bisher durchgehen lassen, dass sie mindestens ein Mal im Monat einen 2 seitigen Artikel über den Hamburger SV im Außenteil gedruckt haben... Von einer derartigen Aufmerksamkeit können alle nicht am Europacup teilnehmenden Bundesligisten nur träumen... aber jetzt geben sie Köln und eben dem HSV auch noch eine Titelseite... als Zweitligisten... Wenn beide wenigstens Teil der angeblich neuen (ich habe die doch schon vor Jahren schon Mal gelesen...) Serie über abgestürzte Traditionsvereine wären... aber nein, der Kicker beschäftigt sich auf 6 1/2 Seiten ausschließlich mit einem einzigen Zweitligaspiel... das erscheint mir gerade auf Grund all der Aufmerksamkeit, die der HSV vorher schon genossen hat, unangemessen...
Und man kann es sich ja auch leisten, schließlich steht man vor 2 Mannschaften, die mit der Saison praktisch schon abgeschlossen haben... die Relegation zu verspielen ist also... warte, was, es sind nur noch 3 Punkte? Und das, obwohl Nürnberg nur eines der letzten 24 Spielen gewonnen hat... Da hat Hitzlesperger natürlich recht... wenn diese Nürnberger die Stuttgarter tatsächlich einholen würden... und so, wie Stuttgart sich derzeit präsentiert, muss Nürnberg dafür nicht mal mehr gewinnen, 4 Unentschieden könnten reichen... DANN wird's wirklich chaotisch.
Dabei... sollte der Auftritt der Nürnberger am Freitag den Stuttgartern eigentlich Mut gemacht haben... schließlich war Schalke so schlecht, dass sie gegen genau diese Nürnberger einen überragenden Torhüter, eine katastrophale Fehlentscheidung und ein Kacktor brauchten um wenigstens einen Punkt zu holen... Anders ausgedrückt: So schlecht hat sich, auch wenn das Ergebnis etwas anderes sagt, nicht mal Hannover präsentiert...
Und trotzdem kann Schalke gefühlt den Klassenerhalt feiern. Denn wie will denn Stuttgart noch auf 6 weitere Punkte holen? Also die 3 Machbaren Gegner haben jeweils Heimrecht... Andererseits... ist es die Bundesliga, da wird der Abstiegskampf gerne mal auf den Kopf gestellt, in dem eine Mannschaft völlig absurder Weise gegen Gladbach oder Wolfsburg gewinnt...
Zurück zum eigentlichen: Dr. Robert Kampka, Vollidiot der Woche: Der Mann ist ja Bundesligaschiedsrichter. Also der hat sich seinen Doktortitel damit finanziert, dass er am Wochenende Fußballspiele gepfiffen hat, was vollkommen in Ordnung ist. Er verdient aber auch jetzt noch richtig viel Kohle mit dem Leiten von Fußballspielen... was auch in Ordnung ist, die haben nen Scheiß-Job der im einen Milliardengeschäft eher zu schlecht als zu gut bezahlt wird... Aber sollte man als Schiedsrichter nicht mal ein Regelwerk in die Hand nehmen und gucken, was da so drin steht?
Also Kampka "soll" (ich sage bewusst soll, weil niemand es genau weiß), ja auf gefährliches Spiel entschieden haben. Was ja auch stimmt, der Klassenerhalt der Stuttgarter wurde durch diese Aktion in Gefahr gebracht... das kann doch aber keine Entscheidungsgrundlage für einen Schiedsrichter sein.
Wobei ich an der Stelle mal darauf hinweisen muss, dass das Regelwerk da extrem beschissen ist... also praktisch gesehen ist der Paragraph (auf Seite 123 des PDFs) völlig unbrauchbar: "Als gefährliches Spiel gilt jede Aktion beim Spielen des Balls, durch die jemand verletzt werden könnte (einschliesslich des Spielers selbst"
Wir sprechen von Hochleistungssport... das ist per Definition eine Gefahr für den Körper und äußerst ungesund. Und man muss jedes Kopfballduell im Jahr 2019 abpfeifen...
Normaler Weise wird "Gefährliches Spiel" aber nur dann geahndet, wenn jemand mit dem Fuß im Gesicht des Gegners rumfuchtelt. Deswegen wird im Regelwerk ja überraschend spezifisch von "
Ein Fallrückzieher oder Scherenschlag ist erlaubt, sofern nach Ansicht des Schieds richters dadurch kein Gegenspieler gefährdet wird" gesprochen. Mit einem gestreckten Bein zum Ball zu gehen und den vorm Gegner wegzuspitzeln, ohne dass man ihn auch nur berührt, ist praktisch so weit weg vom Gefährlichen Spiel wie die Fifa von Korruption... oder doch eher wie Grindel von Kompetenz?
Wenn Kampka das wirklich als gefährliches Spiel ansieht, muss er jedes Mal, wenn sich 2 Bundesligaprofis über den Weg laufen, einen indirekten Freistoß geben... Aber gut, das wird er selber mittlerweile einsehen. Was den Fehler noch absurder macht, ist ja, dass er 1 1/2 Jahre nach der Einführung des Videobeweises, die Aktion gleich abpfeift und sie deswegen nicht reparierbar macht. Und dadurch hat er dann die krasseste Fehlentscheidung der Saison produziert. Herzlichen Glückwunsch, dafür gibt es bestimmt am Ende der Saison eine Medaille...
Thomas Müller und die Realitäten. Oder: Ich und mein Elefantengedächtnis. Müller lehnte sich ja dieses Wochenende weit aus seinem "Wir sind als Bayern eh immer so weit vorne, dass ein einzelner Elfmeter nicht wichtig ist" Fenster und behauptete: "Wenn ich den Elfer bekomme, schiebe ich ihn absichtlich daneben." Das wäre nebenbei mal eine wirklich große Geste, mit der irgendjemand mal anfangen könnte. Und mit den die Bayern hätten anfangen können... Also am 19.05.2017, als uns das erste Mal öffentlich vorgeführt worden ist, dass der Videoschiedsrichter keine absurden Handelfmeter abschaffen und im Zweifelsfall für die Bayern entscheiden wird. Aber er überlässt diese ehrenvolle Aufgabe natürlich großzügig Robert Lewandowski, der sich als zu unfähig erweist um den Ball vorbeizuschieben.
Ganz ehrlich, ich mag den Müller ja trotz aller Wiedrigkeiten fast, weil er solche Interviews gibt... aber da zielt er eindeutig übers Ziel hinaus. Auch die Bayern nutzen solche Elfmetergeschenke eiskalt aus, da soll er jetzt nicht behaupten, er hätte höhere moralische Ansprüche.
Nebenbei war dieser Elfmeter das Lehrbuchbeispiel für meine Ausführungen gestern: Irgendwas muss der Schiedsrichter da pfeifen, da eine Hereingabe mit der Hand geblockt wird... und derzeit kann er halt nur Elfmeter geben, aber dass dies die einzige Option ist, ist das eigentliche Problem. Irgendwann wird jemand cleveres auf die Idee mit den indirekten Freistößen kommen, vergesst dann nicht, wo ihr es zuerst gelesen habt... (oder tut dies, ich werde euch eh darauf hinweisen...)
Der Hamburger SV. Obwohl... genau genommen: Der Kicker als ehemaliges Fachmagazin mit dem Schwerpunkt Fußball-Bundesliga. Ich habe denen es ja bisher durchgehen lassen, dass sie mindestens ein Mal im Monat einen 2 seitigen Artikel über den Hamburger SV im Außenteil gedruckt haben... Von einer derartigen Aufmerksamkeit können alle nicht am Europacup teilnehmenden Bundesligisten nur träumen... aber jetzt geben sie Köln und eben dem HSV auch noch eine Titelseite... als Zweitligisten... Wenn beide wenigstens Teil der angeblich neuen (ich habe die doch schon vor Jahren schon Mal gelesen...) Serie über abgestürzte Traditionsvereine wären... aber nein, der Kicker beschäftigt sich auf 6 1/2 Seiten ausschließlich mit einem einzigen Zweitligaspiel... das erscheint mir gerade auf Grund all der Aufmerksamkeit, die der HSV vorher schon genossen hat, unangemessen...
Dienstag, 9. April 2019
Weil es so ein schönes Lehrbuchbeispiel ist
und weil man sich dann Kunststück von Matheus Cunha angucken kann, wenn man es weiterlaufen lässt: Das Handspiel von Mitchell Weiser war wohl der regeltechnische Aufreger des Wochenendes: Muss man dafür Elfmeter geben?
Kurze Antwort: Natürlich nicht, ein Elfmeter ist viel zu hart. Das ist ja das eigentliche Grundproblem, über das man mal reden müsste.
Aber das alle ausschließlich aus der Sicht des Verteidigers argumentieren, nervt halt schon ein wenig. Denn wenn man das ganze mal aus der Sicht der Angreifenden Mannschaft betrachtet: Marcel Halstenberg will da einen Seitenwechsel der Leipziger wieder scharf machen und denn Ball in den Strafraum auf Ibrahima Konaté legen. Derartige schnelle Seitenwechsel sorgen eigentlich immer für Chaos und sind verdammt schwierig zu verteidigen. Nur deswegen kommt der Ball ja an die Hand des sich in einer Pirouette befindenden Weiser.
Es ist natürlich doppelt hart, weil er den Ball nur streift. Aber ob der Ball ohne die Berührung auch geklärt werden kann, wird niemand mehr nachvollziehen können. Klar, es sieht danach aus, aber wie viel Geschwindigkeit wird durch Weisers Handspiel aus dem Ball genommen?
Ich muss zugeben, dass es im Originalgeschwindigkeit in meinem Kopf deutlicher aussah, aber Details, es geht ja ums Prinzip.
Denn hier beginnt halt das Grundlegende Problem: Wenn ich als Verteidiger mit einem Handspiel durch Vergrößerung meiner Körperfläche den Angriff unterbinde oder beeinflusse, muss irgendwas passieren. Das liegt schon im Namen der Sportart: Fußball. Der einzige, der seine Hände zum Abwehren von Bällen benutzen darf, ist der Torwart.
Dabei ist es auch überhaupt keine Frage, ob etwas Absicht war oder nicht, es geht ausschließlich darum, ob man als Mannschaft einen Vorteil aus dem Handspiel erhält. So, wie das jetzt bei der Angreifenden Mannschaft eindeutig geklärt sein wird.
Nebenbei wird die Frage "Absicht oder nicht" ja auch nur bei Handspielen ins Gespräch gebracht. Bei allen anderen Regelüberschreitungen ist es für den Pfiff völlig egal, ob das gewollt war oder nicht. Wenn meine auf den Ball gehende Grätsche eine Millisekunde zu spät kommt und ich nur den Fuß treffe, gibt es einen Freistoß. Wenn ich beim Fallrückzieher den Verteidiger, der mit dem Kopf zum Ball geht, im Gesicht treffe, weil ich ihn einfach nicht gesehen habe, gibt es Gelb. Und das, obwohl ich doch nur die Absicht hatte das Tor des Jahres zu erzielen, da kann mir doch keiner einen Vorwurf machen.
Aber diese Beispiele haben halt einen minimalen Unterschied: Es gibt eine angemessene Strafe für das Vergehen. Es sei denn, man klärt per Fallrückzieher im eigenen Strafraum und trifft dabei den Gegenspieler im Gesicht, dann sagen aber auch alle nur "Wie dumm war denn der Verteidiger" und es gibt Elfmeter. Und das ist halt der springende (oder eben nicht, denn der liegt ja konstant) Punkt: Wenn wir über Handspiele diskutieren, reden wir immer über "Elfmeter oder nicht?" Die einzige Ausnahme, die mir natürlich einfällt, ist Karlsruhe - Hamburg in der Relegation 2015. An sonsten werden all die Handspiele, wenn sie denn im Mittelkreis oder an der Eckfahne passieren, Schulter zuckend hingenommen: Ich hab den Ball halt mit der Hand gespielt, das ist halt nen Foul, weiter geht's.
Das ganz große Problem ist, dass die Strafe "Elfmeter" für viele Handspiele viel zu drastisch ist. Und dessen sind sich die Schiedsrichter ja bewusst. Und die Kommentatoren auch. Die Frage ist nie "Hat der Verteidiger durch sein Handspiel einen Vorteil gewonnen?" sondern "Reicht das für einen Elfmeter?"
Die Lösung wird den beiden Stammlesern bekannt vorkommen. Und ich habe sie letztens betrunken einem Schiedsrichter vorgeschlagen, der auch nur sagte "Warum ist da noch keiner drauf gekommen?": Gebt doch für die unabsichtlichen Handspiele, für die Szenen, wo die Hand nicht eindeutig zum Ball geht, einen indirekten Freistoß. So wird die angreifende Mannschaft nicht um ihre potenzielle Torchance gebracht, die foulspielende Mannschaft wird aber auch nicht in eine Situation gebracht, die praktisch nicht mehr zu verteidigen ist. Und man kann dann erkennen, welche Trainer ihre Mannschaften auf derartige Situationen gut vorbereitet und sich kreative Lösungen einfallen lässt... und wer den Ball einfach nur blind aufs Tor dreschen lässt, weil ihm so mal eine Meisterschaft entrissen worden ist...
Das wäre eine angemessene, eindeutige und nachvollziehbare Strafe: Sobald die Körperfläche vergrößert wird und der Ball mit der Hand gespielt wird, gibt es einen indirekten Freistoß. Das wird dann auf jedes Handspiel im Strafraum angewendet. Und keiner fragt sich mehr "Ist das jetzt eine zu krasse Strafe?" Oder "War das jetzt ein anderes Handspiel als das vor 3 Wochen, wo es für uns keinen Elfmeter gab?"
Mich stört ja wirklich, dass keiner der bezahlten Experten, sei es bei den Verbänden oder den Fernsehstationen, auf diese Idee kommt. Dass denen anscheinend nicht bewusst ist, dass die Frage "Elfmeter oder nicht?" die entscheidende ist, an der die Emotionen hoch kochen.
Wenn man eine konstruktive Debatte zum Thema Handspiel führen will, sucht man nach Lösungen, die zu nicht so extremen Strafen führen. Die damit aber auch dazu führen, dass wirklich jedes Handspiel gleich bewertet werden kann. Nur, wenn da mal was passiert, wird sich diese Debatte irgendwann mal entspannen.
Aber dafür müsste man sich ja mal mit dem Sport und nicht mit neuen Uhren beschäftigen... Das wird also nicht passieren. So werden wir diesen völlig sinnlosen Diskurs ohne jegliche Fortschritte noch in 20 Jahren führen...
Kurze Antwort: Natürlich nicht, ein Elfmeter ist viel zu hart. Das ist ja das eigentliche Grundproblem, über das man mal reden müsste.
Aber das alle ausschließlich aus der Sicht des Verteidigers argumentieren, nervt halt schon ein wenig. Denn wenn man das ganze mal aus der Sicht der Angreifenden Mannschaft betrachtet: Marcel Halstenberg will da einen Seitenwechsel der Leipziger wieder scharf machen und denn Ball in den Strafraum auf Ibrahima Konaté legen. Derartige schnelle Seitenwechsel sorgen eigentlich immer für Chaos und sind verdammt schwierig zu verteidigen. Nur deswegen kommt der Ball ja an die Hand des sich in einer Pirouette befindenden Weiser.
Es ist natürlich doppelt hart, weil er den Ball nur streift. Aber ob der Ball ohne die Berührung auch geklärt werden kann, wird niemand mehr nachvollziehen können. Klar, es sieht danach aus, aber wie viel Geschwindigkeit wird durch Weisers Handspiel aus dem Ball genommen?
Ich muss zugeben, dass es im Originalgeschwindigkeit in meinem Kopf deutlicher aussah, aber Details, es geht ja ums Prinzip.
Denn hier beginnt halt das Grundlegende Problem: Wenn ich als Verteidiger mit einem Handspiel durch Vergrößerung meiner Körperfläche den Angriff unterbinde oder beeinflusse, muss irgendwas passieren. Das liegt schon im Namen der Sportart: Fußball. Der einzige, der seine Hände zum Abwehren von Bällen benutzen darf, ist der Torwart.
Dabei ist es auch überhaupt keine Frage, ob etwas Absicht war oder nicht, es geht ausschließlich darum, ob man als Mannschaft einen Vorteil aus dem Handspiel erhält. So, wie das jetzt bei der Angreifenden Mannschaft eindeutig geklärt sein wird.
Nebenbei wird die Frage "Absicht oder nicht" ja auch nur bei Handspielen ins Gespräch gebracht. Bei allen anderen Regelüberschreitungen ist es für den Pfiff völlig egal, ob das gewollt war oder nicht. Wenn meine auf den Ball gehende Grätsche eine Millisekunde zu spät kommt und ich nur den Fuß treffe, gibt es einen Freistoß. Wenn ich beim Fallrückzieher den Verteidiger, der mit dem Kopf zum Ball geht, im Gesicht treffe, weil ich ihn einfach nicht gesehen habe, gibt es Gelb. Und das, obwohl ich doch nur die Absicht hatte das Tor des Jahres zu erzielen, da kann mir doch keiner einen Vorwurf machen.
Aber diese Beispiele haben halt einen minimalen Unterschied: Es gibt eine angemessene Strafe für das Vergehen. Es sei denn, man klärt per Fallrückzieher im eigenen Strafraum und trifft dabei den Gegenspieler im Gesicht, dann sagen aber auch alle nur "Wie dumm war denn der Verteidiger" und es gibt Elfmeter. Und das ist halt der springende (oder eben nicht, denn der liegt ja konstant) Punkt: Wenn wir über Handspiele diskutieren, reden wir immer über "Elfmeter oder nicht?" Die einzige Ausnahme, die mir natürlich einfällt, ist Karlsruhe - Hamburg in der Relegation 2015. An sonsten werden all die Handspiele, wenn sie denn im Mittelkreis oder an der Eckfahne passieren, Schulter zuckend hingenommen: Ich hab den Ball halt mit der Hand gespielt, das ist halt nen Foul, weiter geht's.
Das ganz große Problem ist, dass die Strafe "Elfmeter" für viele Handspiele viel zu drastisch ist. Und dessen sind sich die Schiedsrichter ja bewusst. Und die Kommentatoren auch. Die Frage ist nie "Hat der Verteidiger durch sein Handspiel einen Vorteil gewonnen?" sondern "Reicht das für einen Elfmeter?"
Die Lösung wird den beiden Stammlesern bekannt vorkommen. Und ich habe sie letztens betrunken einem Schiedsrichter vorgeschlagen, der auch nur sagte "Warum ist da noch keiner drauf gekommen?": Gebt doch für die unabsichtlichen Handspiele, für die Szenen, wo die Hand nicht eindeutig zum Ball geht, einen indirekten Freistoß. So wird die angreifende Mannschaft nicht um ihre potenzielle Torchance gebracht, die foulspielende Mannschaft wird aber auch nicht in eine Situation gebracht, die praktisch nicht mehr zu verteidigen ist. Und man kann dann erkennen, welche Trainer ihre Mannschaften auf derartige Situationen gut vorbereitet und sich kreative Lösungen einfallen lässt... und wer den Ball einfach nur blind aufs Tor dreschen lässt, weil ihm so mal eine Meisterschaft entrissen worden ist...
Das wäre eine angemessene, eindeutige und nachvollziehbare Strafe: Sobald die Körperfläche vergrößert wird und der Ball mit der Hand gespielt wird, gibt es einen indirekten Freistoß. Das wird dann auf jedes Handspiel im Strafraum angewendet. Und keiner fragt sich mehr "Ist das jetzt eine zu krasse Strafe?" Oder "War das jetzt ein anderes Handspiel als das vor 3 Wochen, wo es für uns keinen Elfmeter gab?"
Mich stört ja wirklich, dass keiner der bezahlten Experten, sei es bei den Verbänden oder den Fernsehstationen, auf diese Idee kommt. Dass denen anscheinend nicht bewusst ist, dass die Frage "Elfmeter oder nicht?" die entscheidende ist, an der die Emotionen hoch kochen.
Wenn man eine konstruktive Debatte zum Thema Handspiel führen will, sucht man nach Lösungen, die zu nicht so extremen Strafen führen. Die damit aber auch dazu führen, dass wirklich jedes Handspiel gleich bewertet werden kann. Nur, wenn da mal was passiert, wird sich diese Debatte irgendwann mal entspannen.
Aber dafür müsste man sich ja mal mit dem Sport und nicht mit neuen Uhren beschäftigen... Das wird also nicht passieren. So werden wir diesen völlig sinnlosen Diskurs ohne jegliche Fortschritte noch in 20 Jahren führen...
Montag, 8. April 2019
Worst of des "Das war ja kurzzeitig echt spannend" Wochenendes
Also wirklich spannend. Für insgesamt... 1 Minute,
Das eigentliche Highlight des Wochenendes war ja gar nicht das Spitzenspiel. Sondern die 120 Sekunden, die Hannover plötzlich geführt hat... als der Sky-Konferenz-Kommentator zum großen "Die wurden von allen abgeschrieben, selbst von ihrem eigenen Präsidenten, aber jetzt... und wenn dann vielleicht Nürnberg noch gewinnt" Monolog ausholte. Bevor er mit dem Ding fertig war, stand es schon 1:1... Und Hannover wies eindrucksvoll nach, warum sie nächste Saison in der 2. Liga antreten müssen.
Und das, obwohl die Konkurrenz sich auch nicht viel geschickter anstellte. Das Fazit im Kicker zum Stuttgart - Nürnberg Spiel lautet: "Manche Spiele haben keinen Verlierer verdient - dieses hatte keinen Sieger verdient." Da weiß man, was man verpasst hat...
Und trotzdem hat Stuttgart am Ende einen Punkt auf den Direkten Klassenerhaltsplatz gut gemacht... Weil Augsburg sich am Sonntag noch katastrophaler präsentierte, als ihre versammelte Konkurrenz. Und ja, das heißt auch: Noch unsouveräner als Huub Stevens und seine Schalker nach dem Elfmeterpfiff.
Als Laie frage ich mich ja schon, wo eigentlich der Unterschied zwischen Martin Hintereggers Aussagen im Januar und Jeffrey Gouweleeuws "Es sah so aus, dass wir keine gemeinsame Idee haben." liegt.
Aber hey, auch Augsburg kann ja am Ende das Tages ganz entspannt mit den Finger auf den dann doch wieder ehemaligen Tabellenführer zeigen... und behaupten: Wir haben uns gar nicht am heftigsten blamiert...
Es war schon faszinierend, wie man von der 2 Minute (also Mats Hummels ersten von 4 Kopfbällen) an dachte: Hier wird es für Dortmund heute nichts zu holen geben. Am Ende waren die Bayern so überlegen, dass sogar Thomas Müller ein sehr gutes Spiel abgeliefert hat.
Und während sich einige jetzt fragen, warum dieser Müller eigentlich kein Nationalspieler ist, sollte man mal darauf hinweisen, dass es die erste 1 vor dem Komma seit dem 2. Spieltag war... Also ja: Gegen Gegner, die sich gar nicht wehren, ist Thomas Müller richtig gut. Das hat auch niemand in Frage gestellt. Was eher überraschend war: Dass Dortmund in diese "Gegner, die sich gar nicht wehren" Kategorie gehörte...
Es ist an der Stelle auch unnötig über die Aufstellung zu philosophieren. Also ja, da hat Lucien Favre schwer nachvollziehbare Entscheidungen getroffen. Also genau genommen eine mit Mahmoud Dahoud... Aber die eigentliche Frage ist doch: Warum haben die Führungsspieler wie Axel Witsel und Thomas Delaney so komplett versagt? Die hätten in diesem Spiel vorne weg marschieren und somit der Jugend um sich herum Halt und Orientierung geben müssen. Und es ist nicht davon auszugehen, dass ihnen dies besser geglückt wäre, wenn Marco Reus und Mario Götze gespielt hätten.
Peter Bosz: Ich wollte das nur mal erwähnt haben: Der letzte Trainer, der gefühlt von allen Bundesligisten umworben gewesen ist und sich den Arbeitsplatz in der deutschen Eliteliga buchstäblich aussuchen konnte, war Peter Bosz... das sollte man dringend mal bedenken, wenn man über Marco Rose redet. Und bei dem bin ich ja überrascht, dass sein Name noch nicht als neuer DFB-Präsident gefallen ist... einfach, weil sein Name halt überall fällt.
Peter Bosz steht derweil vor denselben Problemen, die er schon in Dortmund nicht bewältigen konnte: Das Verteidigungssystem, dass bei Ajax, also für die holländische Liga ausreichend, funktioniert hat, ist für die Bundesliga, wo Gegner zumindest gelegentlich angreifen, nicht stabil genug. Und so ist man halt auch schon wieder bei 11 Gegentoren in 3 Spielen. Und wenn einem das nicht Angst macht, dann sollte man darüber nachdenken, dass selbst Hannover 96 gegen Bayer 2 Tore erzielte. Was ihnen in der Rückrunde sonst nur noch gegen Nürnberg gelang.
Wahrscheinlich würde selbst Heidenheim... oh warte, selbst Heidenheim hat 2 Tore gegen Leverkusen erzielt und die aus dem Pokal geworfen... Ich finde es halt faszinierend, dass Bosz die Überzeugungsstrategie der Katholischen Kirche anwendet: Das mag alles im Jahr 2019 total unangebracht erscheinen, aber wir müssen da halt nur dran glauben, dann wird das auch funktionieren. Man darf nur nicht an dem Weltbild zweifeln...
Und da muss man auch nicht auf die Handspiele verweisen... aber... nun gut, lasst uns da mal morgen drüber reden... schon wieder...
Das eigentliche Highlight des Wochenendes war ja gar nicht das Spitzenspiel. Sondern die 120 Sekunden, die Hannover plötzlich geführt hat... als der Sky-Konferenz-Kommentator zum großen "Die wurden von allen abgeschrieben, selbst von ihrem eigenen Präsidenten, aber jetzt... und wenn dann vielleicht Nürnberg noch gewinnt" Monolog ausholte. Bevor er mit dem Ding fertig war, stand es schon 1:1... Und Hannover wies eindrucksvoll nach, warum sie nächste Saison in der 2. Liga antreten müssen.
Und das, obwohl die Konkurrenz sich auch nicht viel geschickter anstellte. Das Fazit im Kicker zum Stuttgart - Nürnberg Spiel lautet: "Manche Spiele haben keinen Verlierer verdient - dieses hatte keinen Sieger verdient." Da weiß man, was man verpasst hat...
Und trotzdem hat Stuttgart am Ende einen Punkt auf den Direkten Klassenerhaltsplatz gut gemacht... Weil Augsburg sich am Sonntag noch katastrophaler präsentierte, als ihre versammelte Konkurrenz. Und ja, das heißt auch: Noch unsouveräner als Huub Stevens und seine Schalker nach dem Elfmeterpfiff.
Als Laie frage ich mich ja schon, wo eigentlich der Unterschied zwischen Martin Hintereggers Aussagen im Januar und Jeffrey Gouweleeuws "Es sah so aus, dass wir keine gemeinsame Idee haben." liegt.
Aber hey, auch Augsburg kann ja am Ende das Tages ganz entspannt mit den Finger auf den dann doch wieder ehemaligen Tabellenführer zeigen... und behaupten: Wir haben uns gar nicht am heftigsten blamiert...
Es war schon faszinierend, wie man von der 2 Minute (also Mats Hummels ersten von 4 Kopfbällen) an dachte: Hier wird es für Dortmund heute nichts zu holen geben. Am Ende waren die Bayern so überlegen, dass sogar Thomas Müller ein sehr gutes Spiel abgeliefert hat.
Und während sich einige jetzt fragen, warum dieser Müller eigentlich kein Nationalspieler ist, sollte man mal darauf hinweisen, dass es die erste 1 vor dem Komma seit dem 2. Spieltag war... Also ja: Gegen Gegner, die sich gar nicht wehren, ist Thomas Müller richtig gut. Das hat auch niemand in Frage gestellt. Was eher überraschend war: Dass Dortmund in diese "Gegner, die sich gar nicht wehren" Kategorie gehörte...
Es ist an der Stelle auch unnötig über die Aufstellung zu philosophieren. Also ja, da hat Lucien Favre schwer nachvollziehbare Entscheidungen getroffen. Also genau genommen eine mit Mahmoud Dahoud... Aber die eigentliche Frage ist doch: Warum haben die Führungsspieler wie Axel Witsel und Thomas Delaney so komplett versagt? Die hätten in diesem Spiel vorne weg marschieren und somit der Jugend um sich herum Halt und Orientierung geben müssen. Und es ist nicht davon auszugehen, dass ihnen dies besser geglückt wäre, wenn Marco Reus und Mario Götze gespielt hätten.
Peter Bosz: Ich wollte das nur mal erwähnt haben: Der letzte Trainer, der gefühlt von allen Bundesligisten umworben gewesen ist und sich den Arbeitsplatz in der deutschen Eliteliga buchstäblich aussuchen konnte, war Peter Bosz... das sollte man dringend mal bedenken, wenn man über Marco Rose redet. Und bei dem bin ich ja überrascht, dass sein Name noch nicht als neuer DFB-Präsident gefallen ist... einfach, weil sein Name halt überall fällt.
Peter Bosz steht derweil vor denselben Problemen, die er schon in Dortmund nicht bewältigen konnte: Das Verteidigungssystem, dass bei Ajax, also für die holländische Liga ausreichend, funktioniert hat, ist für die Bundesliga, wo Gegner zumindest gelegentlich angreifen, nicht stabil genug. Und so ist man halt auch schon wieder bei 11 Gegentoren in 3 Spielen. Und wenn einem das nicht Angst macht, dann sollte man darüber nachdenken, dass selbst Hannover 96 gegen Bayer 2 Tore erzielte. Was ihnen in der Rückrunde sonst nur noch gegen Nürnberg gelang.
Wahrscheinlich würde selbst Heidenheim... oh warte, selbst Heidenheim hat 2 Tore gegen Leverkusen erzielt und die aus dem Pokal geworfen... Ich finde es halt faszinierend, dass Bosz die Überzeugungsstrategie der Katholischen Kirche anwendet: Das mag alles im Jahr 2019 total unangebracht erscheinen, aber wir müssen da halt nur dran glauben, dann wird das auch funktionieren. Man darf nur nicht an dem Weltbild zweifeln...
Und da muss man auch nicht auf die Handspiele verweisen... aber... nun gut, lasst uns da mal morgen drüber reden... schon wieder...
Donnerstag, 4. April 2019
Worst of des "Gut, dass wir das mal versucht haben..." Viertelfinales
Aber sein wir ganz kurz ehrlich: Dann doch lieber die Bayern.
Denn wenn dieses Pokalviertelfinale eines deutlich gemacht hat, dann das es derzeit nur eine Mannschaft gibt, die 90 Minuten ansehnlichen Fußball bieten konnte. Und die Bayern haben sich ja dieses Mal auch richtig große Mühe gegeben um den Öffentlich Rechtlichen einen Dicken Mittelfinger und dem Rest ein richtig großes Spektakel zu liefern...
Oder anders ausgedrückt: Sie haben den "Wenn ihr das nicht im Fernsehen zeigt, greifen wir auch nicht an" Boykott aus den Liverpool-Heimspiel in einen "Wenn ihr das nicht im Fernsehen zeigt, verteidigen wir halt nicht" Boykott umgekehrt... Was man sich gegen einen Zweitligisten gerade so leisten konnte und wesentlich unterhaltsamer und spannender war. So hatten alle was davon, die sich das Spiel ansehen konnten...
Allein schon, dass die Zusammenfassung 15 Minuten lang ist... Während das Schalke - Bremen Spiel auf nicht mal 2 Minuten kommt... Das eine Spiel war ein großes fest, das andere fand auf Schalke und deswegen auch mit Schalke statt...
Und ja, der Vergleich ist unfair, weil das eine die "Nach dem Spiel" Zusammenfassung ist, dass andere die MoMa Zusammenfassung. Aber ich habe jetzt keinen Bock drauf, den Hamburger SV zu verlinken, dessen Zusammenfassung auch "nur" auf 9 Minuten kommt und wahrscheinlich nur aus Zuschauerzusammenschnitten und Tauben-Highlights besteht... So sieht Deutscher Spitzenfußball ohne die Bayern in Deutschland halt derzeit aus...
Dafür... haben wir jetzt offiziell ein neues Derby: FC Augsburg - RB Leipzig. Was natürlich hauptsächlich daran liegt, dass der FCA der eine Traditionsverein ist, für den sich sonst niemand in Bayern oder sonst wo interessiert. Während andere Vereine ihre Ausbrüche gegen die Retorten in echten Derbys mit wirklichen Emotionen relativieren kann, ist dieses Duell für die Fuggerstädter halt was ganz besonderes. Etwas, das unbedingt erhalten und "gefeiert" werden muss.
Und da sind sie ja auch verdammt gut drin. Also man muss ihnen zugestehen: Sie haben das ultimative Kryptonite für den Leipziger Angriffsfußball gefunden: 254 Minuten hat es gedauert, bis RB endlich ein Tor in dieser Saison gegen diese Truppe erzielen konnte. Und dieses Tor fiel eher aus dem Nichts als aus einer dominanten Druckphase. Wenn einem dies zum dritten Mal in Folge gelingt, braucht man nicht mehr von Glück zu reden, dann sollten die anderen mal den Matchplan von Manuel Baum studieren...
Und sie nerven die Leipziger auch so richtig. Also auf dem "Wir provozieren in der 7. Minute eine Tätlichkeit" Niveau. Wobei ich an der Stelle mal kurz einschieben will, warum es dort keinen Eingriff des Videoschiedsrichters Dingert gegeben haben wird. Die Kommunikation wird so abgelaufen sein:
Dingert: "Hast du den Schlag von Sabitzer gesehen?"
Stieler: "Ja, habe ich."
Und damit war das dann erledigt. Die richtige Frage wäre aber gewesen: Hast du gesehen, dass Sabitzer bewusst nach hinten guckt und gezielt ausschlägt. Denn der Schlag an sich ist nicht die Tätlichkeit, sondern die pure Absicht dahinter. Das gezielte Vorgehen. Und genau das hat Stieler definitiv so nicht wahrgenommen und da hätte er drauf hingewiesen werden müssen.
Aber so was gehört halt auch zu einem Derby dazu. Nur dadurch wird es wirklich auf diese nächste Ebene gehoben: Dass man sich nicht nur dank der eigenen Fehler beschissen fühlt, sonder auf Grund der Fehlentscheidungen richtig beschissen fühlt...
So kommt es dann auch stilecht zur Rudelbildung nach dem Abpfiff. Weil dieses Derby halt auch die Offiziellen elektrisiert. Ok, es elektrisierte hauptsächlich die Vereinsspitze der Augsburger und die Ganze Bewegung geht von dort aus, aber Details. Wenn es jetzt Augsburg-Ultras geben würde, könnte das echt das eine Hochsicherheitsspiel für beide Mannschaften werden...
Mein Persönliches Highlight war ja Stefan Reuters "Er braucht sich bei mir nicht zu entschuldigen. Wenn das immer wieder passiert, kann er sich die schönen Worte sparen. So verhält man sich nicht."
Zunächst mal passiert das ja irgendwie in der Form nur gegen Augsburg. Zum anderen hat Ralf Rangnick sich nicht mal entschuldigt, sondern ist komplett in den Trump Modus gewechselt: Wir waren die Beste und Freundlichste Trainerbank aller Zeiten. Sogar der 4. Offizielle hat uns hinterher voll gelobt, weil wir so gut waren.
Aber hey, was macht man nicht alles um sein eigenes Derby zu bekommen...
Denn wenn dieses Pokalviertelfinale eines deutlich gemacht hat, dann das es derzeit nur eine Mannschaft gibt, die 90 Minuten ansehnlichen Fußball bieten konnte. Und die Bayern haben sich ja dieses Mal auch richtig große Mühe gegeben um den Öffentlich Rechtlichen einen Dicken Mittelfinger und dem Rest ein richtig großes Spektakel zu liefern...
Oder anders ausgedrückt: Sie haben den "Wenn ihr das nicht im Fernsehen zeigt, greifen wir auch nicht an" Boykott aus den Liverpool-Heimspiel in einen "Wenn ihr das nicht im Fernsehen zeigt, verteidigen wir halt nicht" Boykott umgekehrt... Was man sich gegen einen Zweitligisten gerade so leisten konnte und wesentlich unterhaltsamer und spannender war. So hatten alle was davon, die sich das Spiel ansehen konnten...
Allein schon, dass die Zusammenfassung 15 Minuten lang ist... Während das Schalke - Bremen Spiel auf nicht mal 2 Minuten kommt... Das eine Spiel war ein großes fest, das andere fand auf Schalke und deswegen auch mit Schalke statt...
Und ja, der Vergleich ist unfair, weil das eine die "Nach dem Spiel" Zusammenfassung ist, dass andere die MoMa Zusammenfassung. Aber ich habe jetzt keinen Bock drauf, den Hamburger SV zu verlinken, dessen Zusammenfassung auch "nur" auf 9 Minuten kommt und wahrscheinlich nur aus Zuschauerzusammenschnitten und Tauben-Highlights besteht... So sieht Deutscher Spitzenfußball ohne die Bayern in Deutschland halt derzeit aus...
Dafür... haben wir jetzt offiziell ein neues Derby: FC Augsburg - RB Leipzig. Was natürlich hauptsächlich daran liegt, dass der FCA der eine Traditionsverein ist, für den sich sonst niemand in Bayern oder sonst wo interessiert. Während andere Vereine ihre Ausbrüche gegen die Retorten in echten Derbys mit wirklichen Emotionen relativieren kann, ist dieses Duell für die Fuggerstädter halt was ganz besonderes. Etwas, das unbedingt erhalten und "gefeiert" werden muss.
Und da sind sie ja auch verdammt gut drin. Also man muss ihnen zugestehen: Sie haben das ultimative Kryptonite für den Leipziger Angriffsfußball gefunden: 254 Minuten hat es gedauert, bis RB endlich ein Tor in dieser Saison gegen diese Truppe erzielen konnte. Und dieses Tor fiel eher aus dem Nichts als aus einer dominanten Druckphase. Wenn einem dies zum dritten Mal in Folge gelingt, braucht man nicht mehr von Glück zu reden, dann sollten die anderen mal den Matchplan von Manuel Baum studieren...
Und sie nerven die Leipziger auch so richtig. Also auf dem "Wir provozieren in der 7. Minute eine Tätlichkeit" Niveau. Wobei ich an der Stelle mal kurz einschieben will, warum es dort keinen Eingriff des Videoschiedsrichters Dingert gegeben haben wird. Die Kommunikation wird so abgelaufen sein:
Dingert: "Hast du den Schlag von Sabitzer gesehen?"
Stieler: "Ja, habe ich."
Und damit war das dann erledigt. Die richtige Frage wäre aber gewesen: Hast du gesehen, dass Sabitzer bewusst nach hinten guckt und gezielt ausschlägt. Denn der Schlag an sich ist nicht die Tätlichkeit, sondern die pure Absicht dahinter. Das gezielte Vorgehen. Und genau das hat Stieler definitiv so nicht wahrgenommen und da hätte er drauf hingewiesen werden müssen.
Aber so was gehört halt auch zu einem Derby dazu. Nur dadurch wird es wirklich auf diese nächste Ebene gehoben: Dass man sich nicht nur dank der eigenen Fehler beschissen fühlt, sonder auf Grund der Fehlentscheidungen richtig beschissen fühlt...
So kommt es dann auch stilecht zur Rudelbildung nach dem Abpfiff. Weil dieses Derby halt auch die Offiziellen elektrisiert. Ok, es elektrisierte hauptsächlich die Vereinsspitze der Augsburger und die Ganze Bewegung geht von dort aus, aber Details. Wenn es jetzt Augsburg-Ultras geben würde, könnte das echt das eine Hochsicherheitsspiel für beide Mannschaften werden...
Mein Persönliches Highlight war ja Stefan Reuters "Er braucht sich bei mir nicht zu entschuldigen. Wenn das immer wieder passiert, kann er sich die schönen Worte sparen. So verhält man sich nicht."
Zunächst mal passiert das ja irgendwie in der Form nur gegen Augsburg. Zum anderen hat Ralf Rangnick sich nicht mal entschuldigt, sondern ist komplett in den Trump Modus gewechselt: Wir waren die Beste und Freundlichste Trainerbank aller Zeiten. Sogar der 4. Offizielle hat uns hinterher voll gelobt, weil wir so gut waren.
Aber hey, was macht man nicht alles um sein eigenes Derby zu bekommen...
Freitag, 22. März 2019
Ist Jogi Löw das eigentliche "Tedesco Original"?
Häh? Was meint der denn damit? Nun ja. Hier wurde ja letztens erörtert, dass Domenico Tedesco der ultimative Konzepttrainer ist. Jetzt stelle ich diese Woche fest: Genau genommen hat Tedesco nur bei Jogi Löw kopiert. Dessen Konzept ist halt nur nicht so direkt aufgefallen, weil er es als Nationaltrainer über mehrere Monate hinweg gestreckt hat. Aber er hat es dann (wie genau genommen immer) geschafft, dass seine eher unterdurchschnittlichen Trainerleistungen als Erfolg wahr genommen werden.
Ernsthaft, der Mann hat, nachdem er ein Halbes Jahr vollkommen verschwendet hat, ein 1:1 gegen die gerade in die B-Liga aufgestiegenen Serben in einem Heimspiel zu verantworten. Er hat das eigentliche Kernproblem, dass seine Mannschaft unfähig ist absurden Ballbesitz in angemessene Tore umzuwandeln, immer noch nicht behoben. Oh und nach wie vor stehen international eher Zweitklassige Nationalmannschaften viel zu oft ganz alleine vor Manuel Neuer... Aber irgendwie werten wir dieses 1:1 als Schritt in die richtige Richtung... weil... ähm... Leroy Sané dieses Mal spielen durfte? Also weil Jogi den einen absolut offensichtlichen Fehler wenigstens behoben hat?
Das aller lustigste sind ja die "So ein Umbruch braucht halt Zeit" Kommentare. Ja, braucht er. Aber kann dann mal bitte jemand dem einzigen Verantwortlichen vorwerfen, dass er den Schnitt, den er jetzt endlich vollzieht, bereits im September hätte ansetzen müssen. Gerade weil es eben Zeit braucht, ist es eine absolute Katastrophe, dass so viel davon einfach verschwendet wurde. Aber so was will man ja einem Weltmeister-Trainer nicht vorwerfen. Der weiß doch, was er tut...
Stattdessen... schrauben wir die Ansprüche weiter runter. Also ja, anstatt Jogi für den Scheiß, den er seit 1 1/2 Jahren baut, mal zur Verantwortung zu ziehen, passen wir unser Wertesystem an. Das beginnt mit Aussagen wie: Dann kann die Überraschung in Amsterdam gelingen. Ernsthaft? Sind wir so tief gesunken, dass ein Sieg gegen Holland in seiner derzeitigen "Wir haben die letzten 2 Turniere verpasst und bauen deswegen eine Blutjunge Mannschaft auf" Verfassung eine Überraschung wäre? Und klar, das Spiel am Sonntag wird das schwierigste der Qualifikation und das direkt zum Auftakt vor sich zu haben, ist minimal fies. Dennoch klingt diese Ansage irgendwie auch nach einem "Naja, wenn wir da verlieren, war das halt irgendwie zu erwarten"...
Und das Holland-Spiel ist ja genau genommen nur Schritt 1. Irgendwie gehen alle jetzt schon davon aus, dass Deutschland bei der EM nicht zu den Titelfavoriten gehören wird, weil wir ja vor einem Umbruch stehen und so was dauert halt 2 Jahre... 2021 gehören wir dann wieder zur Weltspitze, vorher müssen wir irgendwie zusehen, wie wir zurecht kommen. Warte was? Wir schreiben bereits jetzt das nächste große Turnier ab? Wir die "Wir gehören immer zu den Favoriten" Deutschen? Das ist uns nicht mal während der dunkelsten Phase unserer Fußballgeschichte passiert...
Dazu kommt dann der Mythos, dass die Auswahl derzeit einfach nicht so gut ist... Um das mal festzuhalten: Jogi Löw konnte Marco Reus einwechseln. Oder, da der ja eigentlich als Stammspieler geplant ist, Kai Havertz von der Bank bringen. Letztens wollte der Kicker uns noch einreden, dass Havertz eines der absoluten Ausnahmetalente Weltweit ist. Und da gibt es sogar gute Argumente für, schließlich hat der selbst unter dem in Sachen Talent-Entwicklung eher unfähigen Heiko Herrlich den nächsten Schritt gemacht... als Einziger von all den Rohdiamanten, die in Herrlichs Hände gegeben worden sind.
Kurz ausgedrückt: Ja, es fehlt immer noch ein klassischer Knipser, aber das spielerische Potenzial der Offensive ist immer noch absurd.
Und das Zentrale Mittelfeld sieht auch ohne einen Toni Kroos mehr als ordentlich aus. Dazu kommt eine Defensive, in der man es sich leisten kann einen Emre Can, seinerseits Leistungsträger bei einem Champions League Viertelfinalisten, gar nicht zu berücksichtigen. Was, weil es nur ein Türke ist, der seit langem im Ausland spielt, niemanden auffällt... Also in der Druckausgabe des Kickers findet man kein Wort zu der Personalie und auf deren Homepage muss man gezielt danach suchen, weil es ja keinen Zusammenhang zwischen Can und der Nationalmannschaft gibt... Also um das explizit festzuhalten: Dass Wout Weghorst für das Deutschlandspiel nach nominiert wurde, erfahre ich unter Kicker.de/Nationalelf/Startseite.html... dass ein weiterer recht renommierter Nationalspieler sich über den Nationaltrainer und seinem Umgang mit ihm aufregt, finde ich dort nicht... hmm...
Aber ja, selbst nach der Ausbootung der 3 Weltmeister hat Jogi Löw immer noch einen Kader, aus dem man bis 2020 einen Titelkandidaten basteln könnte, wenn man ein fähiger Trainer wäre. Irgendwie ist aber allen bewusst, dass wir keinen fähigen Trainer haben...
und nach Meinung dieses Blogges mit Löw niemals hatten... die Vorgänger von Löw waren nebenbenbei... Jürgen Klinsmann, Rudi Völler, Erich Ribbeck und Berti Vogts... die kommen zusammen auf eine erfolgreiche Station im Vereinsfußball seit der Wiedervereinigung. Aber das das Konzept mit dem Ahnungslosen ja 1990 mit Franz Beckenbauer so gut geklappt hat, ziehen wir das seit dem konstant durch... Man will sich gar nicht vorstellen, wie viele Titel Deutschland seit 1990 geholt hätte, wenn man ordentliche Trainer verpflichtet hätte...
Und ja, der "Wir werden auf Jahre unschlagbar sein", aber dann kam Berti Vogts, wäre ein Meme geworden, wenn es 1992 schon Memes gegeben hätte. Es kann aber halt mittlerweile auf "Aber dann kamen 5 Trainer, die eigentlich nichts auf dem Posten verloren haben" erweitert werden...
Aber ja: Wir gehen irgendwie alle davon aus, dass Löw das bis 2020 nicht hinbiegen wird. Auch wenn wir das vor der EM vergessen haben werden, ist das unsere Erwartungshaltung Stand jetzt. Aber es traut sich dann keiner den eigentlich logischen Schritt zu gehen: Wenn der Trainer nicht in der Lage ist aus dieser Auswahl einen Titelkandidaten zu basteln, muss er entlassen werden...
Und nur mal um festzuhalten, wie inkompetent sich Löw derzeit gibt: er hat es echt geschafft ein "Das hat in der Nations League gut funktioniert" rauszuhauen... Und keiner der anwesenden Journalisten traut es sich ihn darauf hinzuweisen, dass es so gut funktioniert hat, wie derzeit in Hannover alles "gut funktioniert"... und das man abgestiegen ist.
Und klar, es geht dabei nur um eine Personalie. Aber trotzdem bleibt festzuhalten: Entweder Jogi Löw ist sich wirklich nicht bewusst, wie episch und historisch sein doppeltes Versagen in WM und Nations League war, oder er ignoriert es bewusst.
Vielleicht sollte mal irgendjemand einen anderen Satz von Löw von derselben Pressekonferenz auf ihn anwenden: "Die Spieler, die 2014 Weltmeister wurden, haben auch davon profitiert, dass wir vorher Fehler verziehen haben." Gerade profitiert keiner so sehr davon, dass ihm Fehler verziehen werden, weil er es trotz aller Bemühungen (hust, Mustafi, hust) nicht geschafft hat den Weltmeistertitel 2014 zu verhindern.
Aber hey, als jemand, der gerne Deutschland bei Turnieren scheitern sieht, will ich mich da gar nicht beschweren. Eher im Gegenteil: Herr Grindel, wäre das nicht mal der Ideale Zeitpunkt für eine Vertragsverlängerung mit Löw? Wann, wenn nicht jetzt?
Ernsthaft, der Mann hat, nachdem er ein Halbes Jahr vollkommen verschwendet hat, ein 1:1 gegen die gerade in die B-Liga aufgestiegenen Serben in einem Heimspiel zu verantworten. Er hat das eigentliche Kernproblem, dass seine Mannschaft unfähig ist absurden Ballbesitz in angemessene Tore umzuwandeln, immer noch nicht behoben. Oh und nach wie vor stehen international eher Zweitklassige Nationalmannschaften viel zu oft ganz alleine vor Manuel Neuer... Aber irgendwie werten wir dieses 1:1 als Schritt in die richtige Richtung... weil... ähm... Leroy Sané dieses Mal spielen durfte? Also weil Jogi den einen absolut offensichtlichen Fehler wenigstens behoben hat?
Das aller lustigste sind ja die "So ein Umbruch braucht halt Zeit" Kommentare. Ja, braucht er. Aber kann dann mal bitte jemand dem einzigen Verantwortlichen vorwerfen, dass er den Schnitt, den er jetzt endlich vollzieht, bereits im September hätte ansetzen müssen. Gerade weil es eben Zeit braucht, ist es eine absolute Katastrophe, dass so viel davon einfach verschwendet wurde. Aber so was will man ja einem Weltmeister-Trainer nicht vorwerfen. Der weiß doch, was er tut...
Stattdessen... schrauben wir die Ansprüche weiter runter. Also ja, anstatt Jogi für den Scheiß, den er seit 1 1/2 Jahren baut, mal zur Verantwortung zu ziehen, passen wir unser Wertesystem an. Das beginnt mit Aussagen wie: Dann kann die Überraschung in Amsterdam gelingen. Ernsthaft? Sind wir so tief gesunken, dass ein Sieg gegen Holland in seiner derzeitigen "Wir haben die letzten 2 Turniere verpasst und bauen deswegen eine Blutjunge Mannschaft auf" Verfassung eine Überraschung wäre? Und klar, das Spiel am Sonntag wird das schwierigste der Qualifikation und das direkt zum Auftakt vor sich zu haben, ist minimal fies. Dennoch klingt diese Ansage irgendwie auch nach einem "Naja, wenn wir da verlieren, war das halt irgendwie zu erwarten"...
Und das Holland-Spiel ist ja genau genommen nur Schritt 1. Irgendwie gehen alle jetzt schon davon aus, dass Deutschland bei der EM nicht zu den Titelfavoriten gehören wird, weil wir ja vor einem Umbruch stehen und so was dauert halt 2 Jahre... 2021 gehören wir dann wieder zur Weltspitze, vorher müssen wir irgendwie zusehen, wie wir zurecht kommen. Warte was? Wir schreiben bereits jetzt das nächste große Turnier ab? Wir die "Wir gehören immer zu den Favoriten" Deutschen? Das ist uns nicht mal während der dunkelsten Phase unserer Fußballgeschichte passiert...
Dazu kommt dann der Mythos, dass die Auswahl derzeit einfach nicht so gut ist... Um das mal festzuhalten: Jogi Löw konnte Marco Reus einwechseln. Oder, da der ja eigentlich als Stammspieler geplant ist, Kai Havertz von der Bank bringen. Letztens wollte der Kicker uns noch einreden, dass Havertz eines der absoluten Ausnahmetalente Weltweit ist. Und da gibt es sogar gute Argumente für, schließlich hat der selbst unter dem in Sachen Talent-Entwicklung eher unfähigen Heiko Herrlich den nächsten Schritt gemacht... als Einziger von all den Rohdiamanten, die in Herrlichs Hände gegeben worden sind.
Kurz ausgedrückt: Ja, es fehlt immer noch ein klassischer Knipser, aber das spielerische Potenzial der Offensive ist immer noch absurd.
Und das Zentrale Mittelfeld sieht auch ohne einen Toni Kroos mehr als ordentlich aus. Dazu kommt eine Defensive, in der man es sich leisten kann einen Emre Can, seinerseits Leistungsträger bei einem Champions League Viertelfinalisten, gar nicht zu berücksichtigen. Was, weil es nur ein Türke ist, der seit langem im Ausland spielt, niemanden auffällt... Also in der Druckausgabe des Kickers findet man kein Wort zu der Personalie und auf deren Homepage muss man gezielt danach suchen, weil es ja keinen Zusammenhang zwischen Can und der Nationalmannschaft gibt... Also um das explizit festzuhalten: Dass Wout Weghorst für das Deutschlandspiel nach nominiert wurde, erfahre ich unter Kicker.de/Nationalelf/Startseite.html... dass ein weiterer recht renommierter Nationalspieler sich über den Nationaltrainer und seinem Umgang mit ihm aufregt, finde ich dort nicht... hmm...
Aber ja, selbst nach der Ausbootung der 3 Weltmeister hat Jogi Löw immer noch einen Kader, aus dem man bis 2020 einen Titelkandidaten basteln könnte, wenn man ein fähiger Trainer wäre. Irgendwie ist aber allen bewusst, dass wir keinen fähigen Trainer haben...
und nach Meinung dieses Blogges mit Löw niemals hatten... die Vorgänger von Löw waren nebenbenbei... Jürgen Klinsmann, Rudi Völler, Erich Ribbeck und Berti Vogts... die kommen zusammen auf eine erfolgreiche Station im Vereinsfußball seit der Wiedervereinigung. Aber das das Konzept mit dem Ahnungslosen ja 1990 mit Franz Beckenbauer so gut geklappt hat, ziehen wir das seit dem konstant durch... Man will sich gar nicht vorstellen, wie viele Titel Deutschland seit 1990 geholt hätte, wenn man ordentliche Trainer verpflichtet hätte...
Und ja, der "Wir werden auf Jahre unschlagbar sein", aber dann kam Berti Vogts, wäre ein Meme geworden, wenn es 1992 schon Memes gegeben hätte. Es kann aber halt mittlerweile auf "Aber dann kamen 5 Trainer, die eigentlich nichts auf dem Posten verloren haben" erweitert werden...
Aber ja: Wir gehen irgendwie alle davon aus, dass Löw das bis 2020 nicht hinbiegen wird. Auch wenn wir das vor der EM vergessen haben werden, ist das unsere Erwartungshaltung Stand jetzt. Aber es traut sich dann keiner den eigentlich logischen Schritt zu gehen: Wenn der Trainer nicht in der Lage ist aus dieser Auswahl einen Titelkandidaten zu basteln, muss er entlassen werden...
Und nur mal um festzuhalten, wie inkompetent sich Löw derzeit gibt: er hat es echt geschafft ein "Das hat in der Nations League gut funktioniert" rauszuhauen... Und keiner der anwesenden Journalisten traut es sich ihn darauf hinzuweisen, dass es so gut funktioniert hat, wie derzeit in Hannover alles "gut funktioniert"... und das man abgestiegen ist.
Und klar, es geht dabei nur um eine Personalie. Aber trotzdem bleibt festzuhalten: Entweder Jogi Löw ist sich wirklich nicht bewusst, wie episch und historisch sein doppeltes Versagen in WM und Nations League war, oder er ignoriert es bewusst.
Vielleicht sollte mal irgendjemand einen anderen Satz von Löw von derselben Pressekonferenz auf ihn anwenden: "Die Spieler, die 2014 Weltmeister wurden, haben auch davon profitiert, dass wir vorher Fehler verziehen haben." Gerade profitiert keiner so sehr davon, dass ihm Fehler verziehen werden, weil er es trotz aller Bemühungen (hust, Mustafi, hust) nicht geschafft hat den Weltmeistertitel 2014 zu verhindern.
Aber hey, als jemand, der gerne Deutschland bei Turnieren scheitern sieht, will ich mich da gar nicht beschweren. Eher im Gegenteil: Herr Grindel, wäre das nicht mal der Ideale Zeitpunkt für eine Vertragsverlängerung mit Löw? Wann, wenn nicht jetzt?
Montag, 18. März 2019
Worst of des "Die Bayern bauen ihren Vorsprung aus" Wochenendes
Man muss schon zugeben: Wie die Bayern in der Bundesliga auftreten, seitdem sie mit der Borussia Punktgleich sind, ist beeindruckend. Schon in Gladbach hatte man das Gefühl, dass die Bayern wirklich das Ziel haben, sich die Tabellenführung schon bei der Gelegenheit zu holen. In den folgenden beiden Spielen wurden aus 2 Toren Rückstand 7 Tore Vorsprung. So konnte man Dortmund überholen, ohne dass die dafür Punkte liegen ließen.
Gerade die Überzeugung mit denen die Bayern auf das nächste Tor gehen, ist beeindruckend. Dies wird vor allem bei den Ergebnissen der 2. Halbzeit deutlich: Bevor man die Gelegenheit hatte Punktgleichheit zur Borussia herzustellen, gewann man den 2. Abschnitt seit der Niederlage gegen Bayer immer schmucklos mit 1:0. Am Ende standen dort dann die Arbeitssiege, die für Niko Kovac halt symbolisch steht.
Seit dem das Torverhältnis allerdings relevant werden könnte, erzielten die Bayern in 3 Spielen 10 Tore nach dem Seitenwechsel. Sie gehen jetzt immer konsequent auf das nächste Tor, bis der Gegner richtig gedemütigt worden ist. Dabei sind sie gnadenlos. Und das wird so lange anhalten, bis sie irgendwann auch mehr Punkte als der BvB haben werden.
Am deutlichsten zeigte sich diese Gier in der Einwechslung von Offensivtalent Alphonso Davies für den Linksverteidiger David Alaba: Beim Stand von 5:0 bringt Kovac nicht nur ein Talent, dass ja jede Gelegenheit nutzen muss um sich zu beweisen... sondern er bringt auch einen Offensivspieler für einen Verteidiger. So was wird normalerweise bei Rückstand als ganz klares Signal für die Spieler bewertet. Kovac bringt solche Signale mittlerweile auch bei deutlichen Führungen.
Aber... da kommt natürlich das große Aber. So faszinierend dieses derzeitige Selbstverständnis in der Bundesliga ist, so wird die Gesamtsaison der Bayern doch an dem einen Spiel hängen, an denen ihnen genau dieses gefehlt hat. Denn das Heimspiel gegen Liverpool stand im krassen Gegensatz zu den Ligaspielen, von denen es umrahmt worden ist: Die Bayern wirkten eher ängstlich. Sie spielten nicht selbstbewusst aufs Tor des Gegners, sie spielten um keines zu fangen. Und dann wollte man mal gucken, was so geht. Oder direkt gesagt: Genau dieses "Mia san Mia" hat komplett gefehlt.
Am deutlichsten kann man den faktischen Qualitätsverlust der Bayern am 4. James Tor gegen Mainz festmachen. Klar, sieht cool aus. Hat man aber als Bayern-Fan schon 98 Mal gesehen... weil ja gefühlt jedes Arjen Robben Tor genau so gefallen ist: Er zieht von rechts nach innen und mit links ab. Der entscheidende Unterschied zwischen James und Robben: Letzterer war auch in der Lage in entscheidenden Champions League Spielen solche Aktionen anzufangen und erfolgreich zu Ende zu bringen. James bringt so was, was es darum geht die Tordifferenz in einem Fernduell auszubauen.
Und da landet man auch bei der eigentlichen philosophischen Frage, die sich die Bayern stellen müssen: Wird James nochmal den Sprung zum absoluten Leistungsträger auf Champions League Niveau vollziehen? Und wenn nicht, lohnt es sich dann den Jungen für verdammt viel Geld zu verpflichten? Denn ich sage das mal so: Leute, die das 5:0 gegen Mainz mit einer überragenden Einzelleistung erzielen, kriegt man auch für weniger Geld.
Und sonst so?
Oj ja: Regelkunde für Fortgeschrittene: Also habt ihr euch auch gedacht: Schön, dass die Regelkommision erst Mal das unwichtige eindeutig klärt, die Handspielregel, die aber ständig diskutiert wird, nicht lösen kann? Und dachtet ihr dann auch: Naja, wie oft wird es schon passieren, dass die Hand bei der Entstehung eines Tores ins Spiel kommt? Und dann stellte die Bundesliga mit dem Spiel VfL Wolfsburg - Fortuna Düsseldorf ein Lehrbuchspiel für genau die geänderte Regel zusammen: Also sowohl das 1:1, als auch das 4:2 waren nach derzeitiger Regelauslegung korrekte Tore... ab Sommer werden sie aber nicht mehr gegeben, weil (beim 1. definitiv, beim 2. nicht ganz so eindeutig) bei der Entstehung eine Hand am Ball war. Und wenn dir das als Angreifer passiert und daraus dann eine Torchance entsteht, muss die Aktion abgepfiffen werden.
Das ist einerseits gut, denn es ist einfach und eindeutig. Es ist andererseits schlecht, weil alle Experten von Kicker bis zur Sportschau von einer vertretbaren Entscheidung sprechen...
Und es hat natürlich wieder niemand den Weitblick sich diese Szene anzugucken und dem gemeinen Fan zu erklären, dass genau hier die Regeländerung im Sommer greift und derartige Situationen dann eindeutig geklärt sind.
Was dann nebenbei zu der Absurdität führt, dass für Angreifer offiziell andere Regeln gelten als für Verteidiger. Also wenn einem Abwehrspieler der Ball so an die Hand springt wie Weghorst beim 1:1, darf er ihn hinterher ungestraft klären, obwohl auch er einen Vorteil aus dem Handspiel hat. Bei einem Angreifer muss es aber zwingend abgepfiffen werden.
Wie immer schlage ich an der Stelle meine persönliche einfach umsetzbare Lösung vor: Gebt einfach auf derartige Handspiele immer einen indirekten Freistoß. Denn das "Problem" ist nicht, dass die Regel zu schwammig ist, das Problem ist, dass die Strafe viel zu hart ist. Aber gut, ich wiederhole mich.
Gerade die Überzeugung mit denen die Bayern auf das nächste Tor gehen, ist beeindruckend. Dies wird vor allem bei den Ergebnissen der 2. Halbzeit deutlich: Bevor man die Gelegenheit hatte Punktgleichheit zur Borussia herzustellen, gewann man den 2. Abschnitt seit der Niederlage gegen Bayer immer schmucklos mit 1:0. Am Ende standen dort dann die Arbeitssiege, die für Niko Kovac halt symbolisch steht.
Seit dem das Torverhältnis allerdings relevant werden könnte, erzielten die Bayern in 3 Spielen 10 Tore nach dem Seitenwechsel. Sie gehen jetzt immer konsequent auf das nächste Tor, bis der Gegner richtig gedemütigt worden ist. Dabei sind sie gnadenlos. Und das wird so lange anhalten, bis sie irgendwann auch mehr Punkte als der BvB haben werden.
Am deutlichsten zeigte sich diese Gier in der Einwechslung von Offensivtalent Alphonso Davies für den Linksverteidiger David Alaba: Beim Stand von 5:0 bringt Kovac nicht nur ein Talent, dass ja jede Gelegenheit nutzen muss um sich zu beweisen... sondern er bringt auch einen Offensivspieler für einen Verteidiger. So was wird normalerweise bei Rückstand als ganz klares Signal für die Spieler bewertet. Kovac bringt solche Signale mittlerweile auch bei deutlichen Führungen.
Aber... da kommt natürlich das große Aber. So faszinierend dieses derzeitige Selbstverständnis in der Bundesliga ist, so wird die Gesamtsaison der Bayern doch an dem einen Spiel hängen, an denen ihnen genau dieses gefehlt hat. Denn das Heimspiel gegen Liverpool stand im krassen Gegensatz zu den Ligaspielen, von denen es umrahmt worden ist: Die Bayern wirkten eher ängstlich. Sie spielten nicht selbstbewusst aufs Tor des Gegners, sie spielten um keines zu fangen. Und dann wollte man mal gucken, was so geht. Oder direkt gesagt: Genau dieses "Mia san Mia" hat komplett gefehlt.
Am deutlichsten kann man den faktischen Qualitätsverlust der Bayern am 4. James Tor gegen Mainz festmachen. Klar, sieht cool aus. Hat man aber als Bayern-Fan schon 98 Mal gesehen... weil ja gefühlt jedes Arjen Robben Tor genau so gefallen ist: Er zieht von rechts nach innen und mit links ab. Der entscheidende Unterschied zwischen James und Robben: Letzterer war auch in der Lage in entscheidenden Champions League Spielen solche Aktionen anzufangen und erfolgreich zu Ende zu bringen. James bringt so was, was es darum geht die Tordifferenz in einem Fernduell auszubauen.
Und da landet man auch bei der eigentlichen philosophischen Frage, die sich die Bayern stellen müssen: Wird James nochmal den Sprung zum absoluten Leistungsträger auf Champions League Niveau vollziehen? Und wenn nicht, lohnt es sich dann den Jungen für verdammt viel Geld zu verpflichten? Denn ich sage das mal so: Leute, die das 5:0 gegen Mainz mit einer überragenden Einzelleistung erzielen, kriegt man auch für weniger Geld.
Und sonst so?
Oj ja: Regelkunde für Fortgeschrittene: Also habt ihr euch auch gedacht: Schön, dass die Regelkommision erst Mal das unwichtige eindeutig klärt, die Handspielregel, die aber ständig diskutiert wird, nicht lösen kann? Und dachtet ihr dann auch: Naja, wie oft wird es schon passieren, dass die Hand bei der Entstehung eines Tores ins Spiel kommt? Und dann stellte die Bundesliga mit dem Spiel VfL Wolfsburg - Fortuna Düsseldorf ein Lehrbuchspiel für genau die geänderte Regel zusammen: Also sowohl das 1:1, als auch das 4:2 waren nach derzeitiger Regelauslegung korrekte Tore... ab Sommer werden sie aber nicht mehr gegeben, weil (beim 1. definitiv, beim 2. nicht ganz so eindeutig) bei der Entstehung eine Hand am Ball war. Und wenn dir das als Angreifer passiert und daraus dann eine Torchance entsteht, muss die Aktion abgepfiffen werden.
Das ist einerseits gut, denn es ist einfach und eindeutig. Es ist andererseits schlecht, weil alle Experten von Kicker bis zur Sportschau von einer vertretbaren Entscheidung sprechen...
Und es hat natürlich wieder niemand den Weitblick sich diese Szene anzugucken und dem gemeinen Fan zu erklären, dass genau hier die Regeländerung im Sommer greift und derartige Situationen dann eindeutig geklärt sind.
Was dann nebenbei zu der Absurdität führt, dass für Angreifer offiziell andere Regeln gelten als für Verteidiger. Also wenn einem Abwehrspieler der Ball so an die Hand springt wie Weghorst beim 1:1, darf er ihn hinterher ungestraft klären, obwohl auch er einen Vorteil aus dem Handspiel hat. Bei einem Angreifer muss es aber zwingend abgepfiffen werden.
Wie immer schlage ich an der Stelle meine persönliche einfach umsetzbare Lösung vor: Gebt einfach auf derartige Handspiele immer einen indirekten Freistoß. Denn das "Problem" ist nicht, dass die Regel zu schwammig ist, das Problem ist, dass die Strafe viel zu hart ist. Aber gut, ich wiederhole mich.
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