Was? Es sind nur noch 3 Wochen... da fängt man doch lieber zu früh an. als zu spät fertig zu werden...
Ausgangslage: Könnt ihr euch noch an den SC Paderborn erinnern? Den selbst ernannten krassesten Außenseiter aller Zeiten? Lang ist's her... und vor allem: es hat so gar nicht lange gedauert, bis ein noch krasserer Außenseiter in der Bundesliga startet. Wer hätte das gedacht?
Aber ja, der SV Darmstadt 98 war vor 2 Jahren so am Arsch (und ja, es wird die ganze Saison Arschlose Witze regnen...), dass sie eigentlich für die Regionalliga planen mussten. Und ja, der gemeine Fußball Fan wird wissen, dass man als Mannschaft eigentlich nicht in 2 Jahren von der Regionalliga in die Bundesliga aufsteigen kann... Die Kickers Offenbach werden sich bis heute in den Arsch beißen, dass sie damals nicht die Lizenz zusammengekratzt haben...
Und alle, die sich jetzt denken: Da wird sich halt irgendein Scheich einen Spaß erlaubt haben und sich den am Boden liegenden mehr oder weniger Traditionsverein als Hobby geleistet haben... von wegen... die Darmstädter investierten seit dem de facto Abstieg 1 Millionen Euro Ablöse... 900.000 davon in diesem Sommer.
Wer soll es richten? Dirk Schuster? Muss ja... Und ja irgendwie assoziieren wir diese aufstrebenden Verein immer mit ihren jungen und aufstrebenden Trainern... auch wenn am Ende bei einem Mike Büskens rauskommt, dass der gar nicht sooo gut ist... Schuster wird brillante Arbeit ableisten müssen, damit sie überhaupt eine Chance haben...
Wen werden sie vermissen? Hmm... müssen Romain Brégerie und Leon Balogun den Darmstädtern nicht dankbarer sein? Schließlich wurden sie dort aufgenommen, als sie komplett am Boden lagen und sie keiner mehr wollte... und zwar in der 2. Liga... jetzt wechseln sie zur direkten Konkurrenz... Oder muss Darmstadt ihren Söldnern dankbar sein, dass sie auf dem Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit gehen? Denn sein wir ehrlich: Wer sich bei den Darmstädter Leistungsträgern bedienen muss, ist selber am Arsch. Denn das sind Spieler, denen vor 12 Monaten die Zweitligatauglichkeit abgesprochen worden ist... und wenn wir eines aus den Bundesliga-Versuchen von St.Pauli, Braunschweig, Düsseldorf und Fürth gelernt haben, dann dass die Aufstiegshelden Boll, Kruppke, Lambertz und Büskens auf dem höheren Niveau ganz schnell an ihre Grenzen gestoßen sind. Und genau das dürfte Brégerie und Balogun auch passieren. Sprich: Darmstadt könnte ihnen ihnen die Klasse halten, sie würden aber auch mit ihnen Absteigen. Den einen unumstrittenen Bundesliga-Leistungsträger, dessen Abgang man absolut nicht ersetzen kann, haben sie in Darmstadt einfach nicht.
Leischtungschträgscher: Die sitzen nicht in Darmstadt... sondern in Nürnberg, Kaiserslautern, München und Leipzig... dass Darmstadt mit ihren absolut lächerlichen Mitteln an all diesen Mannschaften vorbeiziehen konnte... ist eine der großartigsten Leischtungen der 2.Liga... von den Managern der Traditionsvereine natürlich...
Best Case Szenario: Darmstadt steigt ab... und trotzdem weiterhin auf. Schließlich ist ein Stadion, dass man auch heutzutage noch so nennen kann, schon in Planung. Und der gesamte Verein nimmt die Erfahrung (und die Finanziellen Spritzen) der Bundesliga komplett in sich auf. Zwar ist man 2016 nur noch ein Zweitligist, aber man ist ein besserer Zweitligist, als man es je zuvor war...
Und hey, am Ende haben sie ein historisches Alleinstellungsmerkmal: Sie sind damit der einzige Verein in der deutschen Fußball-Geschichte, der in jeder seiner 3 Saisons abgestiegen ist... und damit der Anti-HSV, der 3 Jahre in Folge hätte absteigen müssen...
Worst Case Szenario: Die DFL hat einen Fehler gemacht. Der Lizenzentzug für Kickers Offenbach vor 2 Jahren war in keinster Weise korrekt. Die einzige mögliche Entscheidung um diesen Schaden zu beheben, ist... den Offenbachern die Lizenz der Darmstädter zu erteilen... Und Darmstadt stattdessen das Startrecht der Offenbacher zuzuschieben. Klar, es ist ein riesiges Chaos... aber anders geht es halt nicht... Andererseits ist Darmstadt damit die einzige Mannschaft, die in 2 Jahren von der Regionalliga in die Bundesliga und zurück in die Regionalliga durchmarschiert...
Montag, 27. Juli 2015
Freitag, 24. Juli 2015
Ein kurzer Reality Check für die Zweitligisten
Schließlich startet diese heute in die neue Saison.
Und damit können all die Traditionsfans wieder jammern, dass ihnen die bösen Retortenvereine ja die Plätze in der Bundesliga wegnehmen.
Um da mal kurz ein wenig auszuholen: Ich habe einen guten Kumpel. Der ist eigentlich richtig intelligent. Aber der hat halt 2 Probleme: er ist Bayer und TSV 1860 München Fan. Also letzteres war er, nach jahrelangem Streit hat er das jetzt aufgeben. Aber er war so richtig fanatisch. Also auf dem "Ich fahr auch mal zu einem Spiel der 2. Mannschaft" Niveau.
Vor allem hat er immer auf RB Leipzig geflucht. Und immer wieder behauptet, dass die ja den Fußball kaputt machen... worauf ich ihm erwidert habe, dass 1860 das ganz alleine und viel besser geschafft hat. Und ja, ich habe ihm ins Gesicht gesagt, dass sein ach so toller Verein jetzt ebenfalls ein Retortenprodukt ist: Ein Spielzeug eines unberechenbaren Scheiches. Und ja, ohne Ismaik würde es 1860 als Profiverein nicht mehr geben... Genau so wie es RB ohne Mateschitz nicht geben würde...
Vor allem aber hat RB Leipzig auf all die Traditionsvereine kaum Einfluss. Gerade 1860 als Extrembeispiel, weil die kurz vorm Abstieg in die 3. Liga standen... Für alle Anhänger in Kaiserslautern, Nürnberg, Duisburg und Bochum: Darmstadt 98 ist an euch vorbeigezogen... die standen vor 2 Jahren in der Regionalliga. Mainz und Augsburg haben euch lange überholt. Selbst Paderborn hat es hinbekommen, ein Jahr Bundesliga zu spielen... Jetzt auch noch Ingolstadt... die entgegen weitläufiger Gerüchte finanziell gar nicht sooo gut aufgestellt sind...
Gerade die aktuellen Beispiele beweisen doch eins: Die Traditionsvereine scheitern nicht am Geld der anderen, sondern an ihrer eigenen Inkompetenz. Jeden Spieler der Darmstädter und Ingolstädter hätte man als Kaiserslautern oder 1860 ebenfalls verpflichten können. Keiner von denen war in irgendwelchen Relationen teuer (Ingolstadt zahlt in diesem Sommer zum ersten Mal 1 Millionen Euro Ablöse für einen Spieler). Und bei dem Ruf, den diese Vereine immer noch genießen, wären die meisten Spieler auch eher nach Kaiserslautern als nach Darmstadt gegangen. Man hat diese Spieler aber einfach nicht gefunden. Andere dagegen schon. Deswegen stehen andere jetzt besser da. Und andere Vereine finden trotz schlechterer Voraussetzungen ständig bessere Spieler. Das ist dann einfach kein Zufall mehr.
Wirklich absurd wird es dann, wenn ich von Podiumsdiskussionen lese, in denen es heißt, dass man die Liga auf 20 Mannschaften aufstocken muss, damit die Retortenvereine nicht zu viele werden... ist den Leuten eigentlich bewusst, dass dann erst Mal der Karlsruher SC aufgestiegen wäre? Gefolgt von Greuther Fürth? Es ist nicht so, dass die großen Traditionsvereine die ersten potenziellen und logischen Nachrücker wären...
Und vor allem: wie viele Retortenvereine gibt es denn? Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg, 1899 Hoffenheim und RB Leipzig. Wobei man Leverkusen als eigentlich größten Traditionsverein, der die meisten Olympiasieger dieses Landes hervorgebracht hat, ausklammern müsste. Die sind halt "nur" ein Werksverein mit verdammt viel Tradition.
Und Hoffenheim ist ebenfalls ein Sonderfall... der Dietmar Hopp ist halt bekloppt. Der lebt halt den Jugendtraum von vielen... Aber es gibt halt auch nur einen Menschen von 82 Millionen, der das wirklich durchgezogen hat... und da einen endlosen Haufen Geld reingepumpt hat. Es ist ja nicht so, dass er schon 30 Nachahmer gefunden hat, die allesamt in der 3. Liga spielen und auf den Durchbruch warten. Die andere Frage ist eher, warum sich die anderen Verein wie Waldhof Mannheim in einer wirtschaftlich derart starken Region so einbrechen konnten...
Und vor allem behaupte ich eines: Das werden in 10 oder 20 Jahren nicht mehr werden. Warum? Nun ja, wegen der Tradition. Für Adidas ist es halt einfacher, als Premium-Partner von Bayern München einzusteigen, als einen Konkurrenzverein "Adidas München" zu gründen.
Und der Deutsche Fußballmarkt ist ziemlich gesättigt. Abgesehen von Leipzig halt, da gab es ein großes Loch. Deswegen ist Red Bull ja auch hier. Alle anderen großen Ballungsgebiete von Berlin über Frankfurt und Hamburg bis München und dem Rhurpott haben eine derart fest verankerte (Spitzen-)Vereinsstruktur, dass es kaum Sinn ergibt, da einen Verein zu Gründen. Da die Städte (selbst die fußballtechnisch Inkompetenten) einen Bundesligisten und einen Kultverein stellen... Den Hamburger SV und den 1.FC St.Pauli... oder Hertha und Union...
Wenn ich in diesen Städten einen Konzernverein gründen würde, würde das keine Sau interessieren. Weil die Fußball interessierten Menschen schon Anhänger des einen oder anderen Vereines sind und ihnen dort auch Sport auf angemessenen Niveau geboten wird. Da bringt es dir echt mehr, einfach nur dein Logo aufs Trikot zu drucken. Und das wissen die großen Konzerne ja auch. Deswegen sitzen alle großen Konzerne ja schon in diversen Aufsichtsräten bei diversen Vereinen.
Jetzt die Liga auf Grund dieser Ausrede aufzustocken um die Inkompetenz der Zielvereine zu überdecken... erscheint mir doch bigott... Und all die Fans sollten es sich mal bewusst machen, woran ihre Vereine scheitern.
Anders ausgedrückt: Ich als Hansa Rostock Sympathisant gebe ja auch nicht RB Leipzig die Schuld, dass "wir" in der Dritten Liga spielen, wenn Zeitgleich Halle an "uns" vorbeigezogen ist... HALLE... dieser Pickel, der so weit am Arsch von Leipzig hängt, dass er offiziell zu Sachsen Anhalt gehört... Damit so was passieren konnte (und Hansa zum ersten Mal seit 20 Jahren ein Pflichtspiel in Halle verliert), mussten an der Ostsee zahllose Fehler begangen werden.
Und damit können all die Traditionsfans wieder jammern, dass ihnen die bösen Retortenvereine ja die Plätze in der Bundesliga wegnehmen.
Um da mal kurz ein wenig auszuholen: Ich habe einen guten Kumpel. Der ist eigentlich richtig intelligent. Aber der hat halt 2 Probleme: er ist Bayer und TSV 1860 München Fan. Also letzteres war er, nach jahrelangem Streit hat er das jetzt aufgeben. Aber er war so richtig fanatisch. Also auf dem "Ich fahr auch mal zu einem Spiel der 2. Mannschaft" Niveau.
Vor allem hat er immer auf RB Leipzig geflucht. Und immer wieder behauptet, dass die ja den Fußball kaputt machen... worauf ich ihm erwidert habe, dass 1860 das ganz alleine und viel besser geschafft hat. Und ja, ich habe ihm ins Gesicht gesagt, dass sein ach so toller Verein jetzt ebenfalls ein Retortenprodukt ist: Ein Spielzeug eines unberechenbaren Scheiches. Und ja, ohne Ismaik würde es 1860 als Profiverein nicht mehr geben... Genau so wie es RB ohne Mateschitz nicht geben würde...
Vor allem aber hat RB Leipzig auf all die Traditionsvereine kaum Einfluss. Gerade 1860 als Extrembeispiel, weil die kurz vorm Abstieg in die 3. Liga standen... Für alle Anhänger in Kaiserslautern, Nürnberg, Duisburg und Bochum: Darmstadt 98 ist an euch vorbeigezogen... die standen vor 2 Jahren in der Regionalliga. Mainz und Augsburg haben euch lange überholt. Selbst Paderborn hat es hinbekommen, ein Jahr Bundesliga zu spielen... Jetzt auch noch Ingolstadt... die entgegen weitläufiger Gerüchte finanziell gar nicht sooo gut aufgestellt sind...
Gerade die aktuellen Beispiele beweisen doch eins: Die Traditionsvereine scheitern nicht am Geld der anderen, sondern an ihrer eigenen Inkompetenz. Jeden Spieler der Darmstädter und Ingolstädter hätte man als Kaiserslautern oder 1860 ebenfalls verpflichten können. Keiner von denen war in irgendwelchen Relationen teuer (Ingolstadt zahlt in diesem Sommer zum ersten Mal 1 Millionen Euro Ablöse für einen Spieler). Und bei dem Ruf, den diese Vereine immer noch genießen, wären die meisten Spieler auch eher nach Kaiserslautern als nach Darmstadt gegangen. Man hat diese Spieler aber einfach nicht gefunden. Andere dagegen schon. Deswegen stehen andere jetzt besser da. Und andere Vereine finden trotz schlechterer Voraussetzungen ständig bessere Spieler. Das ist dann einfach kein Zufall mehr.
Wirklich absurd wird es dann, wenn ich von Podiumsdiskussionen lese, in denen es heißt, dass man die Liga auf 20 Mannschaften aufstocken muss, damit die Retortenvereine nicht zu viele werden... ist den Leuten eigentlich bewusst, dass dann erst Mal der Karlsruher SC aufgestiegen wäre? Gefolgt von Greuther Fürth? Es ist nicht so, dass die großen Traditionsvereine die ersten potenziellen und logischen Nachrücker wären...
Und vor allem: wie viele Retortenvereine gibt es denn? Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg, 1899 Hoffenheim und RB Leipzig. Wobei man Leverkusen als eigentlich größten Traditionsverein, der die meisten Olympiasieger dieses Landes hervorgebracht hat, ausklammern müsste. Die sind halt "nur" ein Werksverein mit verdammt viel Tradition.
Und Hoffenheim ist ebenfalls ein Sonderfall... der Dietmar Hopp ist halt bekloppt. Der lebt halt den Jugendtraum von vielen... Aber es gibt halt auch nur einen Menschen von 82 Millionen, der das wirklich durchgezogen hat... und da einen endlosen Haufen Geld reingepumpt hat. Es ist ja nicht so, dass er schon 30 Nachahmer gefunden hat, die allesamt in der 3. Liga spielen und auf den Durchbruch warten. Die andere Frage ist eher, warum sich die anderen Verein wie Waldhof Mannheim in einer wirtschaftlich derart starken Region so einbrechen konnten...
Und vor allem behaupte ich eines: Das werden in 10 oder 20 Jahren nicht mehr werden. Warum? Nun ja, wegen der Tradition. Für Adidas ist es halt einfacher, als Premium-Partner von Bayern München einzusteigen, als einen Konkurrenzverein "Adidas München" zu gründen.
Und der Deutsche Fußballmarkt ist ziemlich gesättigt. Abgesehen von Leipzig halt, da gab es ein großes Loch. Deswegen ist Red Bull ja auch hier. Alle anderen großen Ballungsgebiete von Berlin über Frankfurt und Hamburg bis München und dem Rhurpott haben eine derart fest verankerte (Spitzen-)Vereinsstruktur, dass es kaum Sinn ergibt, da einen Verein zu Gründen. Da die Städte (selbst die fußballtechnisch Inkompetenten) einen Bundesligisten und einen Kultverein stellen... Den Hamburger SV und den 1.FC St.Pauli... oder Hertha und Union...
Wenn ich in diesen Städten einen Konzernverein gründen würde, würde das keine Sau interessieren. Weil die Fußball interessierten Menschen schon Anhänger des einen oder anderen Vereines sind und ihnen dort auch Sport auf angemessenen Niveau geboten wird. Da bringt es dir echt mehr, einfach nur dein Logo aufs Trikot zu drucken. Und das wissen die großen Konzerne ja auch. Deswegen sitzen alle großen Konzerne ja schon in diversen Aufsichtsräten bei diversen Vereinen.
Jetzt die Liga auf Grund dieser Ausrede aufzustocken um die Inkompetenz der Zielvereine zu überdecken... erscheint mir doch bigott... Und all die Fans sollten es sich mal bewusst machen, woran ihre Vereine scheitern.
Anders ausgedrückt: Ich als Hansa Rostock Sympathisant gebe ja auch nicht RB Leipzig die Schuld, dass "wir" in der Dritten Liga spielen, wenn Zeitgleich Halle an "uns" vorbeigezogen ist... HALLE... dieser Pickel, der so weit am Arsch von Leipzig hängt, dass er offiziell zu Sachsen Anhalt gehört... Damit so was passieren konnte (und Hansa zum ersten Mal seit 20 Jahren ein Pflichtspiel in Halle verliert), mussten an der Ostsee zahllose Fehler begangen werden.
Donnerstag, 16. Juli 2015
Das große Problem mit den Rückennummern
Wo fängt man da eigentlich an?
Im Umfeld der Bayern überlegen sie gerade, ob sie Rückennummer 31 von Bastian Schweinsteiger nicht mehr vergeben sollten.
Eins mal vorne Weg: Das im amerikanischen Sport (auf quasi jedem Niveau) die Rückennummern bedeutender Spieler "retired" und nicht mehr vergeben werden, ist eine der coolsten kulturellen Gimmicks jenseits des Atlantiks. Es ist ungefähr vergleichbar mit dem Brauch, dass der Stadionsprecher hier bei jeder Gelegenheit nur die Vornamen ansagt und die Fans den Nachnamen zurückbrüllen. Was in Amerika vollkommen unbekannt ist...
Und in Amerika werden diese Nummern ja auch wirklich an die Hallen- oder Stadiondecke gehangen. In einer wunderbar emotionalen Zeremonie. Von dort aus schauen sie für immer auf die nachfolgenden Generationen herab.
Aber: Die Amis hatten auch schon immer ein anderes Verhältnis zu Rückennummern. Die haben halt noch nie ihren Kader von 1 bis 22 durchnummeriert. Deswegen sind Rückennummern wie die 74 relativ normal. Im Fußball schreiben die Verbände vor, welche Rückennummern man vergeben darf. Was eigentlich total sinnlos ist.
Frankreich hat darüber nachgedacht, die Nummer 10 eines Zinedine Zidane nicht mehr zu vergeben... bis ihnen bewusst wurde, dass die Fifa und Uefa darauf bestehen, dass Frankreich diese Nummer beim nächsten Turnier auf ein Trikot druckt. Damit verpufft so eine Geste nach 2 Jahren.
Wirklich lustig wird die Debatte ja, wenn Lucas Scholl auf ein Mal mit der 31 auf dem Trainingsanzug gesichtet wird. Ist der etwas so dreist und schnappt sich sofort Schweinis legendäre Nummer? Jein... wie sich herausstellt würde die Bayern nicht nur Schweinis Nummer... sondern auch die von Scholls Sohn in der 2. Mannnschaft in den Ruhestand schicken. Und ja, er hat sich diese Nummer wahrscheinlich herausgesucht, weil Schweini eines seiner Vorbilder im Verein ist. Schweini sollte ja auch DAS Vorbild schlecht hin für alle Mittelfeldspieler beim FC Bayern sein. Schließlich hat er es (im Gegensatz zu einem Philipp Lahm) geschafft, sich ohne Lehrjahre bei einem anderen Verein beim Rekordmeister durchzusetzen. Zu einer Zeit, als das eigentlich unmöglich war.
Aber ja: Die Bayern haben ein eigenes Nummernsystem für jede ihrer Mannschaften. Es dürften derzeit also 5 Mann mit der Nummer 10 rumrennen, die eigentlich für Toni Kroos reserviert war... Das wäre nebenbei einer der Dinge, die ich sofort ändern würde: Ich würde meine Spieler von der U17 bis zu den ersten Herren durchnummerieren. Allein schon um dem B-Jugendlichen den "du wirst unsere nächste Nummer 10" Druck zu ersparen.
Aber ja: Auch dieser Fakt macht es schwieriger, Nummern an die Decke zu hängen.
Kommen wir aber zum eigentlichen: Wo fangen wir an? Denn ganz ehrlich: Wenn die Bayern eine Rückennummer nicht mehr vergeben sollten, dann ist das die Nummer 5... von Franz Beckenbauer. Oder die Nummer 1 von... ja wem eigentlich? Sepp Meier? Oliver Kahn? Welche Rückennummer gehörte eigentlich Uli Hoeneß?
Gerade die Bayern der 70er Jahre haben doch das Fundament dieses Vereins errichtet... und die Bayern der Jahrtausendwende dann das Haus drauf gebaut... in dessen Whirlpool Schweinsteiger es sich jetzt gut gehen lässt. Natürlich hat er auch das Recht im Whirlpool zu chillen, den hat er schließlich selber gebaut... Aber das Haus musste er nicht selbst errichten...
Und ja, Schweinsteiger ist ein guter und wichtiger Spieler in der Bayern-Geschichte. Der wird seinen Platz im internen Bayern Museum finden. Wobei er da schon an genügend Stellen hängen wird. Aber er ist historisch gesehen auch nur eine von vielen. Ihn jetzt mit dieser Geste über den Rest zu erheben, erscheint auch irgendwie unangebracht.
Im Umfeld der Bayern überlegen sie gerade, ob sie Rückennummer 31 von Bastian Schweinsteiger nicht mehr vergeben sollten.
Eins mal vorne Weg: Das im amerikanischen Sport (auf quasi jedem Niveau) die Rückennummern bedeutender Spieler "retired" und nicht mehr vergeben werden, ist eine der coolsten kulturellen Gimmicks jenseits des Atlantiks. Es ist ungefähr vergleichbar mit dem Brauch, dass der Stadionsprecher hier bei jeder Gelegenheit nur die Vornamen ansagt und die Fans den Nachnamen zurückbrüllen. Was in Amerika vollkommen unbekannt ist...
Und in Amerika werden diese Nummern ja auch wirklich an die Hallen- oder Stadiondecke gehangen. In einer wunderbar emotionalen Zeremonie. Von dort aus schauen sie für immer auf die nachfolgenden Generationen herab.
Aber: Die Amis hatten auch schon immer ein anderes Verhältnis zu Rückennummern. Die haben halt noch nie ihren Kader von 1 bis 22 durchnummeriert. Deswegen sind Rückennummern wie die 74 relativ normal. Im Fußball schreiben die Verbände vor, welche Rückennummern man vergeben darf. Was eigentlich total sinnlos ist.
Frankreich hat darüber nachgedacht, die Nummer 10 eines Zinedine Zidane nicht mehr zu vergeben... bis ihnen bewusst wurde, dass die Fifa und Uefa darauf bestehen, dass Frankreich diese Nummer beim nächsten Turnier auf ein Trikot druckt. Damit verpufft so eine Geste nach 2 Jahren.
Wirklich lustig wird die Debatte ja, wenn Lucas Scholl auf ein Mal mit der 31 auf dem Trainingsanzug gesichtet wird. Ist der etwas so dreist und schnappt sich sofort Schweinis legendäre Nummer? Jein... wie sich herausstellt würde die Bayern nicht nur Schweinis Nummer... sondern auch die von Scholls Sohn in der 2. Mannnschaft in den Ruhestand schicken. Und ja, er hat sich diese Nummer wahrscheinlich herausgesucht, weil Schweini eines seiner Vorbilder im Verein ist. Schweini sollte ja auch DAS Vorbild schlecht hin für alle Mittelfeldspieler beim FC Bayern sein. Schließlich hat er es (im Gegensatz zu einem Philipp Lahm) geschafft, sich ohne Lehrjahre bei einem anderen Verein beim Rekordmeister durchzusetzen. Zu einer Zeit, als das eigentlich unmöglich war.
Aber ja: Die Bayern haben ein eigenes Nummernsystem für jede ihrer Mannschaften. Es dürften derzeit also 5 Mann mit der Nummer 10 rumrennen, die eigentlich für Toni Kroos reserviert war... Das wäre nebenbei einer der Dinge, die ich sofort ändern würde: Ich würde meine Spieler von der U17 bis zu den ersten Herren durchnummerieren. Allein schon um dem B-Jugendlichen den "du wirst unsere nächste Nummer 10" Druck zu ersparen.
Aber ja: Auch dieser Fakt macht es schwieriger, Nummern an die Decke zu hängen.
Kommen wir aber zum eigentlichen: Wo fangen wir an? Denn ganz ehrlich: Wenn die Bayern eine Rückennummer nicht mehr vergeben sollten, dann ist das die Nummer 5... von Franz Beckenbauer. Oder die Nummer 1 von... ja wem eigentlich? Sepp Meier? Oliver Kahn? Welche Rückennummer gehörte eigentlich Uli Hoeneß?
Gerade die Bayern der 70er Jahre haben doch das Fundament dieses Vereins errichtet... und die Bayern der Jahrtausendwende dann das Haus drauf gebaut... in dessen Whirlpool Schweinsteiger es sich jetzt gut gehen lässt. Natürlich hat er auch das Recht im Whirlpool zu chillen, den hat er schließlich selber gebaut... Aber das Haus musste er nicht selbst errichten...
Und ja, Schweinsteiger ist ein guter und wichtiger Spieler in der Bayern-Geschichte. Der wird seinen Platz im internen Bayern Museum finden. Wobei er da schon an genügend Stellen hängen wird. Aber er ist historisch gesehen auch nur eine von vielen. Ihn jetzt mit dieser Geste über den Rest zu erheben, erscheint auch irgendwie unangebracht.
Dienstag, 14. Juli 2015
Manche Zusammenhänge sind echt lustig
Aber leider auch viel zu komplex, um sie in Zusammenhang zu bringen.
Rudi Völler ist zum Beispiel so ein Experte. Der gerne behauptet, dass Spieler heute mehr simulieren als früher. Und das früher alles besser war... Das lustigste ist ja die Reaktion: "Bist du früher mal umgefallen"... und "Der Cleber wäre bei dir am Boden gelegen."
Nun ja... gucken wir uns einfach mal die wichtigste Szene in Völlers Karriere an:
Rudi Völler ist zum Beispiel so ein Experte. Der gerne behauptet, dass Spieler heute mehr simulieren als früher. Und das früher alles besser war... Das lustigste ist ja die Reaktion: "Bist du früher mal umgefallen"... und "Der Cleber wäre bei dir am Boden gelegen."
Nun ja... gucken wir uns einfach mal die wichtigste Szene in Völlers Karriere an:
Lustig oder?
Yapp, derjenige, der sich heute hinstellt und jammert, dass die Spieler viel zu schnell umfallen, ist da in dem Moment einfach mal zu Boden gegangen und hat dafür einen Elfmeter bekommen. Wenn sie einen Argentinier fragen, wird der ihnen sagen: "Ein richtiger Mann bleibt das stehen."
Und dann das ganze: Früher wurde weniger getäuscht... Italien war in den 90ern als Schwalbenliga verschrien. Wenn ich euch heute erzähle, dass ein Filippo Inzaghi (also der italienische Vorzeigestürmer der 90er Jahre) jedes seiner knapp 200 Tore aus Abseitsverdächtiger Position erzielt hat und all seine Torvorlagen zu unrecht geschundene Elfmeter waren, werdet ihr mir das wahrscheinlich glauben.
Oh und das Wort des Tages "Jankern" habe ich nicht wegen den aktuellen Stürmern erfunden. Leute, die sich darauf spezialisiert haben, im richtigen Moment dramatisch umzufallen, hat es schon immer gegeben... und wird es auch immer geben. Und solche Leute wurden auch von Trainer Rudi Völler aufgestellt. Er sollte sich also nicht so echauffieren.
Am Lächerlichsten wird es aber, wenn dann die "Journalisten" behaupten, dass bei ihm (also unserem Nationalhelden) natürlich der Verteidiger am Boden liegen würde. Wir müssen mal eines fest halten: Wenn der Rudi aus den 90ern heute noch spielen würde, würde permanent am Boden liegen. Und es würde ihm verdammt viel weh tun. Und er würde verdammt viel heulen. Denn was Fußballprofis in Zweikämpfen an Schlägen einstecken müssen, ist nicht mehr feierlich.
Ich muss mal dem "er trifft ihn doch nur mit der Hand im Gesicht, da muss man doch kein Gelb für geben" Argument der Alten eines entgegenbringen: Die Anzahl der Gesichtsverletzungen nimmt immer weiter zu.
Das Paradebeispiel ist ja Mitch Langerak gegen Robert Lewandowski. Wenn es zu solchen Szenen kommt, sprechen die Leute gerne und schnell von Körperverletzung. Was absoluter Bullshit ist. Langerak kommt eine halbe Sekunde zu spät. Deswegen kommt er halt nicht an den Ball, sondern trifft Lewandowski. Aber er geht halt mit voller Geschwindigkeit zum Ball. Und volle Geschwindigkeit heißt im Profifussball halt: Der Gegner muss sich sein Gesicht neu richten lassen.
Und wollt ihr mal die andere Seite des "er kommt halt eine halbe Sekunde zu spät" Phänomens sehen... dann googlet mal Petr Cech Schwere Kopfverletzung. Stephen Hunt wollte ihn bestimmt auch nicht weh tun. Aber er bricht ihm halt den Schädel, Und Cech trägt seit dem seinen mittlerweile berühmten Helm. Das sollten alle Profis tun.
Und ja, Kopfverletzungen sind eine richtig gefährliche Sache. Die Langzeitschäden von Gehirnerschütterungen sind immer noch nicht nachhaltig erforscht. Nur so als Beispiel: Die Amerikanische Football Liga NFL hat nach 20 Jahren endlich eingesehen, dass die geistigen Langzeitschäden vieler ehmaligen Football Profis doch mit den permanenten zusammenstößen auf ihrem Arbeitsplatz zusammenhängt.
Das steht uns im Fußball auch noch bevor. Deswegen ist es auch sinnvoll in Kopfballduellen eher schneller als langsamer Gelb zu geben. Wir brauchen da eine Kultur, die ganz klar fest legt: Wenn ich im Luftduell (ob Absicht oder nicht ist dabei egal) meinen Gegner ins Gesicht schlage (und ja, auch die harmloseren Zweikämpfe ohne Ellenbogeneinsatz haben immer noch die Intensität eines Schlages...) kriege ich dafür Gelb. Wenn ich mit der Intensität eines Langerak zuschlage, riskiere ich eine Rote. Das müssen alle Profis wissen. Das muss auch hinterher bei den Analysen genau so gehandhabt werden: Die Hand war im Gesicht, das ist gefährlich für die Gesundheit des Spielers, deswegen gibt es Gelb... und da gibt es auch nichts zu diskutieren. Und wenn das ein Halbes Jahr lang konsequent durchgezogen wird, stellen sich die Profis beim Luftkampf auch drauf ein.
Es geht halt um die langfristige Gesundheit unserer Profis. Es geht darum, dass die nicht später Pflegefälle werden... oder spontan Tod umfallen. Googlet einfach mal Chronic Traumatic Encephalopaty. Und dann rechnet mal nach, wie viele Gehirnerschütterungen ein Lewandowski schon hatte... und rechnet mal hoch, wie viele das bis zum Karriereende noch werden.
Fußball ist halt mittlerweile auch ein Vollkontaktssport. Und da wird man irgendwann mit solchen Problemen wie Langzeitschäden konfrontiert. Man sollte dies auf keinen Fall mit einem "Die simulieren heute viel zu viel" abwatschen.
Montag, 13. Juli 2015
Der Wahnsinnigste Transfersommer ever...
Ernsthaft... wer im Juni einen Euro darauf gewettet hätte, dass Xavi, Iker Casillas, Steven Gerrard und Bastian Schweinsteiger in diesem Sommer den Verein wechseln. Nicht in den Ruhestand gehen, sondern sich ein anderes Trikot überziehen...
Es wird immer behauptet, dass es solche Profis gar nicht mehr gibt... Also Spieler die man sich quasi gar nicht in einem anderen Trikot vorstellen kann. Anscheinend gibt es davon mehr als man dachte und die spielen gar nicht alle bei Barca...
Natürlich muss man die Wechsel von Xavi und Gerrard mit einem Sternchen versehen... die wechseln halt eigentlich nicht den Verein, sondern in den Vorruhestand. Beide werden in Europa nur für einen Verein gespielt haben. Und in 4 Jahren werden diese Intermezzos vergessen sein... aber Cassillas und Schweinsteiger?
Nun ja, stellen wir mal einen absurden Zusammenhang her.
Zunächst mal bin ich überrascht, dass Schweini diesen Sommer wechselt. Ich ging echt davon aus, dass er die einzigartige Chance auf eine 4. Meisterschaft in Folge nicht einfach aufgeben würde... und nur um das mal festzuhalten: 4 Meisterschaften in Folge... das haben nicht mal Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Lothar Matthäus oder Oliver Kahn geschafft. Neuer und Lahm dürften das hinkriegen. Schweini geht den letzten möglichen Schritt dieser Geschichte nicht mit. Und ganz nebenbei wäre er mit 9 deutschen Titeln alleiniger Rekordmeister. Ich bin echt überrascht, dass er darauf verzichtet.
Warum macht er das? Vielleicht, weil er nicht so enden will wie Iker Casillas. Und genau das stand ihm bevor.
Auch wenn es eigentlich unvorstellbar ist. Casillas ist in den letzten 2 Jahren von seinen eigenen Fans ausgepfiffen worden. Quasi während er die Decima geholt hat. Nachdem er von Jose Mourinho auf die Bank gesetzt worden ist, einen Einschnitt, von dem er sich nie wirklich erholt hat. Und Casillas hatte auch nicht mehr das Niveau für Real Madrid. Das Problem ist halt: Real ist ein Verein, bei dem man selbst als Vereinsikone sehr schnell fallen gelassen wird. Und ja, diese Saison konnte er sogar ordentlich Spielen und wurde ausgepfiffen. Als San Iker. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen... und ich dachte, Schalkes Fans wären Scheiße, weil sie Kevin Kuranyi bei jeder noch so kleinen Gelegenheit ausgepfiffen haben...
Und ja, Casillas hätte direkt nach der Decima (die auch eher trotz ihm gewonnen worden ist, er patzt beim 0:1 für Atletico) den Absprung wagen sollen. Denn, das hat die Saison 2014 gezeigt, er hat halt nach Jahren auf absoluten Topniveau einfach nachgelassen. Am Ende muss man da Jose Mourinho wohl wieder recht geben, der ihn scheinbar unmotiviert aus dem Tor nahm... Und am Ende wieder einfach nur seiner Zeit voraus war.
Wisst ihr was noch so ein Verein ist, in dem man ganz schlecht alt werden kann? Bayern München. Weil man solchen Vereinen halt auch nur helfen kann, wenn man aller höchstes Niveau bietet. Und das konstant.
Vor allem mit Schweinsteigers Führungsansprüchen. Dass ein Schweini, der Jahrelang um seinen Führungsanspruch kämpfen musste, jetzt auf ein Mal die Rolle von Xavi einnimmt und ganz entspannt als Einwechselspieler den Staffelstab für eine Saison übergibt, ist bei ihm, der halt einen Stefan Effenberg als Vorbild hat, nicht vorstellbar.
Nun mag man natürlich behaupten, dass Schweinsteiger dafür mit 30 Jahren auch noch zu jung ist... aber ist er das wirklich? Klar, biologisch ist er erst 30... Er hat aber nebenbei auch 111 Länderspiele in den Knochen. Dazu kommen zahllose internationale Finale. Im Verein wie für sein Land.
Nun mag man zwar behaupten, dass Xavi das auch konnte... Aber ganz ehrlich: Habt ihr euch den Xavi der letzten 2 3 Jahre mal genau angeguckt? Klar, am Ball war das bis 2014 kein Thema. Aber dieses absolute Überniveau (das Barca halt auch brauchte, im wirklich wie Barca zu spielen) hat er nicht mehr erreicht. Und Xavis Spiel basierte noch nicht mal auf seiner Physis. Zum anderen ist Xavi einer dieser absolut überragenden Spieler, von denen es pro Generation nur eine Hand voll gibt...
Schweinsteiger darf sich dagegen jetzt schon als Steh Auf Männchen feiern lassen. Weil er sich seit 2011 jedes Jahr von einer Verletzung zurück kämpfen durfte. Und immer wieder in entscheidenden Saisonphasen auf die Zähne beißen musste... aber halt auch in einigen entscheidenden Momenten (ich erinnere an die EM 2012) nicht wirklich fit war... oder anders ausgedrückt: seit 2011 bricht der Körper von Schweinsteiger Stück für Stück zusammen. Und das aufstehen fällt mit dem Alter jedes Jahr ein bisschen schwerer.
Wenn man sich die ganzen Verletzungen von Schweini anguckt... dann muss man Pep Guardiola einfach recht geben: es ist nicht davon auszugehen, dass er noch 2-3 Jahre auf hohem internationalem Niveau spielen kann. Und wenn er das nicht mehr kann, kann er den Bayern auch nicht mehr helfen. Deswegen ist es auf ein Mal auch extrem logisch, dass sich die Bayern um einen jungen Nachfolger in Thiago und eine alte Absicherung in Xabi Aolonso gekümmert haben. Dazu wird (hoffentlich) Javier Martinez wieder fit. Da wird es für einen Schweinsteiger auch einfach eng... wenn er nicht bei 100% Fitness ist.
Und ja, wir reden von absoluten Spitzenniveau. Vom "Wenn wir die Champions League nicht gewinnen, war die Saison eher dürftig" Niveau. Und da wird Schweini sich in der nächsten Saison mit einer Mitläufer- oder Ergänzungsspieler-Rolle zufrieden geben müssen. Was er halt nicht kann.
Und dadurch, dass Schweinsteiger jetzt geht... erspart er sich halt, dass er in 2 Jahren von den Fans vom Hof gejagt wird. Jetzt behalten ihn alle in bester Erinnerung. Wenn es diese Saison nichts mit der Meisterschaft oder Champions League wird, werden alle darauf schwören, dass man mit Schweini diese Titel ja geholt hat... selbst wenn man vorher Manchester United aus dem Wettbewerb gekickt hat. Und Louis van Gaal in der entscheidenden Phase der Meisterschaft auf seinen Führungsspieler verzichten muss...
Er wird bei Bayern trotzdem und ewig ein Heiliger bleiben. Und er erspart seinem Verein, dass sie ihm beim alt werden zugucken müssen.
Und ja, wenn Schweini selber wirklich noch mal zu einem relevanten Verein ins relevante Ausland gehen wollte, dann musste er das diesen Sommer machen. Mit 31 von einer weiteren EM kommend auf eine ordentliche Vorbereitung verzichtend... welcher Verein hätte ihn dann noch genommen. So kann er, was er ja laut eigener Aussage will, sich den Traum Premiere League noch mal richtig erfüllen.
Es wird immer behauptet, dass es solche Profis gar nicht mehr gibt... Also Spieler die man sich quasi gar nicht in einem anderen Trikot vorstellen kann. Anscheinend gibt es davon mehr als man dachte und die spielen gar nicht alle bei Barca...
Natürlich muss man die Wechsel von Xavi und Gerrard mit einem Sternchen versehen... die wechseln halt eigentlich nicht den Verein, sondern in den Vorruhestand. Beide werden in Europa nur für einen Verein gespielt haben. Und in 4 Jahren werden diese Intermezzos vergessen sein... aber Cassillas und Schweinsteiger?
Nun ja, stellen wir mal einen absurden Zusammenhang her.
Zunächst mal bin ich überrascht, dass Schweini diesen Sommer wechselt. Ich ging echt davon aus, dass er die einzigartige Chance auf eine 4. Meisterschaft in Folge nicht einfach aufgeben würde... und nur um das mal festzuhalten: 4 Meisterschaften in Folge... das haben nicht mal Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Lothar Matthäus oder Oliver Kahn geschafft. Neuer und Lahm dürften das hinkriegen. Schweini geht den letzten möglichen Schritt dieser Geschichte nicht mit. Und ganz nebenbei wäre er mit 9 deutschen Titeln alleiniger Rekordmeister. Ich bin echt überrascht, dass er darauf verzichtet.
Warum macht er das? Vielleicht, weil er nicht so enden will wie Iker Casillas. Und genau das stand ihm bevor.
Auch wenn es eigentlich unvorstellbar ist. Casillas ist in den letzten 2 Jahren von seinen eigenen Fans ausgepfiffen worden. Quasi während er die Decima geholt hat. Nachdem er von Jose Mourinho auf die Bank gesetzt worden ist, einen Einschnitt, von dem er sich nie wirklich erholt hat. Und Casillas hatte auch nicht mehr das Niveau für Real Madrid. Das Problem ist halt: Real ist ein Verein, bei dem man selbst als Vereinsikone sehr schnell fallen gelassen wird. Und ja, diese Saison konnte er sogar ordentlich Spielen und wurde ausgepfiffen. Als San Iker. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen... und ich dachte, Schalkes Fans wären Scheiße, weil sie Kevin Kuranyi bei jeder noch so kleinen Gelegenheit ausgepfiffen haben...
Und ja, Casillas hätte direkt nach der Decima (die auch eher trotz ihm gewonnen worden ist, er patzt beim 0:1 für Atletico) den Absprung wagen sollen. Denn, das hat die Saison 2014 gezeigt, er hat halt nach Jahren auf absoluten Topniveau einfach nachgelassen. Am Ende muss man da Jose Mourinho wohl wieder recht geben, der ihn scheinbar unmotiviert aus dem Tor nahm... Und am Ende wieder einfach nur seiner Zeit voraus war.
Wisst ihr was noch so ein Verein ist, in dem man ganz schlecht alt werden kann? Bayern München. Weil man solchen Vereinen halt auch nur helfen kann, wenn man aller höchstes Niveau bietet. Und das konstant.
Vor allem mit Schweinsteigers Führungsansprüchen. Dass ein Schweini, der Jahrelang um seinen Führungsanspruch kämpfen musste, jetzt auf ein Mal die Rolle von Xavi einnimmt und ganz entspannt als Einwechselspieler den Staffelstab für eine Saison übergibt, ist bei ihm, der halt einen Stefan Effenberg als Vorbild hat, nicht vorstellbar.
Nun mag man natürlich behaupten, dass Schweinsteiger dafür mit 30 Jahren auch noch zu jung ist... aber ist er das wirklich? Klar, biologisch ist er erst 30... Er hat aber nebenbei auch 111 Länderspiele in den Knochen. Dazu kommen zahllose internationale Finale. Im Verein wie für sein Land.
Nun mag man zwar behaupten, dass Xavi das auch konnte... Aber ganz ehrlich: Habt ihr euch den Xavi der letzten 2 3 Jahre mal genau angeguckt? Klar, am Ball war das bis 2014 kein Thema. Aber dieses absolute Überniveau (das Barca halt auch brauchte, im wirklich wie Barca zu spielen) hat er nicht mehr erreicht. Und Xavis Spiel basierte noch nicht mal auf seiner Physis. Zum anderen ist Xavi einer dieser absolut überragenden Spieler, von denen es pro Generation nur eine Hand voll gibt...
Schweinsteiger darf sich dagegen jetzt schon als Steh Auf Männchen feiern lassen. Weil er sich seit 2011 jedes Jahr von einer Verletzung zurück kämpfen durfte. Und immer wieder in entscheidenden Saisonphasen auf die Zähne beißen musste... aber halt auch in einigen entscheidenden Momenten (ich erinnere an die EM 2012) nicht wirklich fit war... oder anders ausgedrückt: seit 2011 bricht der Körper von Schweinsteiger Stück für Stück zusammen. Und das aufstehen fällt mit dem Alter jedes Jahr ein bisschen schwerer.
Wenn man sich die ganzen Verletzungen von Schweini anguckt... dann muss man Pep Guardiola einfach recht geben: es ist nicht davon auszugehen, dass er noch 2-3 Jahre auf hohem internationalem Niveau spielen kann. Und wenn er das nicht mehr kann, kann er den Bayern auch nicht mehr helfen. Deswegen ist es auf ein Mal auch extrem logisch, dass sich die Bayern um einen jungen Nachfolger in Thiago und eine alte Absicherung in Xabi Aolonso gekümmert haben. Dazu wird (hoffentlich) Javier Martinez wieder fit. Da wird es für einen Schweinsteiger auch einfach eng... wenn er nicht bei 100% Fitness ist.
Und ja, wir reden von absoluten Spitzenniveau. Vom "Wenn wir die Champions League nicht gewinnen, war die Saison eher dürftig" Niveau. Und da wird Schweini sich in der nächsten Saison mit einer Mitläufer- oder Ergänzungsspieler-Rolle zufrieden geben müssen. Was er halt nicht kann.
Und dadurch, dass Schweinsteiger jetzt geht... erspart er sich halt, dass er in 2 Jahren von den Fans vom Hof gejagt wird. Jetzt behalten ihn alle in bester Erinnerung. Wenn es diese Saison nichts mit der Meisterschaft oder Champions League wird, werden alle darauf schwören, dass man mit Schweini diese Titel ja geholt hat... selbst wenn man vorher Manchester United aus dem Wettbewerb gekickt hat. Und Louis van Gaal in der entscheidenden Phase der Meisterschaft auf seinen Führungsspieler verzichten muss...
Er wird bei Bayern trotzdem und ewig ein Heiliger bleiben. Und er erspart seinem Verein, dass sie ihm beim alt werden zugucken müssen.
Und ja, wenn Schweini selber wirklich noch mal zu einem relevanten Verein ins relevante Ausland gehen wollte, dann musste er das diesen Sommer machen. Mit 31 von einer weiteren EM kommend auf eine ordentliche Vorbereitung verzichtend... welcher Verein hätte ihn dann noch genommen. So kann er, was er ja laut eigener Aussage will, sich den Traum Premiere League noch mal richtig erfüllen.
Donnerstag, 9. Juli 2015
Die traurige Ballade von Heiko Westermann
Für diejenigen, die die Ärzte Referenz nicht verstehen... dieser Link.
Nun ist das Drama endlich beendet. Nach 5 Jahren in denen es für beide gefühlt nur bergab ging, trennten sich der Hamburger SV und Heiko Westermann im Gegenseitigen Einvernehmen. Und damit kann es für den Hamburger SV ja auch endlich wieder bergauf gehen.
Aber hier kommt eine ganz bittere Wahrheit: Westermann ist nicht Schuld an dem Desaster in Hamburg. Und sein Abgang wird die Probleme nicht lösen.
Und um noch einen drauf zusetzen: Westermann ist ein überdurchschnittlicher Bundesliga-Verteidiger. Ein Spieler, der in 2/3 aller Bundesliga-Verteidigungen seinen Stammplatz finden würde... das Problem ist halt: Er ist ein guter 2. Innenverteidiger... aber kein Abwehrchef und Führungsspieler. Aber genau da fängt halt das Grundlegende Missverständnis des HSVs an.
Am Anfang lief ja sogar noch alles relativ glatt: An der Seite eines Holländischen Vize-Weltmeisters Joris Mathjisen sah es gar nicht so ganz finster aus... aber dann kam Frank Arnesen und meinte Jeffrey Buma und Michael Mancienne an der Seite eines Westermanns ausbilden zu müssen. Gefolgt vom halt zu häufig verletzten Slodoban Rajkovic, Paul Scharner, Johnatan Tah, Cleber und Johann Djourou... Abgesehen vom Schweizer (der halt von Arsenal kam, dort aber halt auch nie "Abwehrchef" war) ist es wenig überraschend, dass keiner dieser Spieler zum Abwehrchef aufsteigen konnte.
Und Heiko Westermann ist halt auch nicht der Typ dafür. Der braucht halt eine starke Persönlichkeit neben ihm. Und keine 8 ständig rotierenden Partner...
Um mal einen Vergleich zu wagen: Sind wir uns sicher, dass Neven Subotic wirklich besser ist als Westermann? Erfolgreicher ja, aber besser? Und ja, auch Subotic ist ein guter 2. Innenverteidiger. Es wurde aber noch nie von ihm verlangt, die Hintermannschaft zu führen. Dafür hatte er Mats Hummels... und auch sonst spielte er in den letzten 5 Jahren neben Felipe Santana, Sokratis, und einigen jungen Talenten. Oh und natürlich das eine halbe Jahr mit Manuel Friedrich.
Subotic hatte halt auch das stabile Umfeld, an dem er sich immer orientieren konnte. Zumindest bis zum Champions League Finale in London. Damals spielte Dortmund quasi 3 Jahre am Stück mit einer Viererkette... die sie seit dem kaum mehr auf den Platz bekommen haben.
Aber ganz ehrlich: Wenn Subotic vor 5 Jahren zum HSV gewechselt wäre... und anstelle von einem festen Partner (Hummels) und jeweils einen Backup (Santana, Sokratis) jedes Wochenende neue Nebenleute gefunden hat. Ich bezweifele, dass der HSV dann wirklich besser dastehen würde.
Gleichzeitig hätte ein Westermann (dessen größte Schwäche die Spieleröffnung ist... das ist bei Subotic ähnlich) in Dortmund durchaus auch funktionieren können.
Natürlich ist Westermann da auch nicht ganz schuldlos dran. Schließlich hat er jahrelang jede Vorbereitung seinen Führungsanspruch in Kicker-Interviews untermauert, anstatt nach 2 Jahren ein Mal zu sagen "Ich habe nichts mehr zu sagen, ich muss mich auf mein Spiel konzentrieren"...
Das wirklich traurige an der Geschichte ist aber: Jetzt, wo Westermann weg ist, holen die Emir Spahic. Und das mag PR-technisch eine mittlere Katastrophe sein (und ich habe Spahic bereits vor seiner Prügeleinlage für ein Arschloch gehalten)... aber es ist genau der Innenverteidiger, den Westermann all die Jahre gebraucht hätte. Denn Spahic ist genau der Spieler, der seinen Nebenleuten hilft. Der auch mal ein Zeichen setzen kann. Und an dem sich ein Westermann fast zwangsweise orientieren müsste.
Und ja, ein Innenverteidiger-Duo Spahic-Westermann würde funktionieren. Zumindest besser als alles andere, was der HSV die letzten 4 Jahre so aufgeboten hat...
Aber im Gegensatz zu Gojko Kacar und Ivo Ilicevic bekommt Westermann keine neue Chance. Obwohl Kacar mindestens genau so viel Schuld am Niedergang hat, wie Westermann. Ernsthaft, es wird ja immer so getan, als wenn kein Trainer auf Kacar gebaut hat... aber wenn du dich bei (gefühlt) 99 Trainern nicht durchsetzen kannst... und erst ein halbes Jahr vor der Arbeitslosigkeit wirklich anfängst, dir mal Gedanken zu machen, wie du im Sommer noch eine Anstellung findest... Dann liegt es vielleicht auch nicht nur an den Trainern, sondern an dir.
Und wer Kacar einen (vernünftiger Weise immerhin) Leistungsbezogenen Ein Jahres Vertrag anbietet... Der darf also beim endgültigen Neuanfang mitwirken... während Westermann (gemeinsam mit Rafael van der Vaart) auf Ewig als Synonym für die dunkelsten Jahre der HSV Geschichte stehen wird. Und das hat er eigentlich nicht verdient. Er ist halt ein Produkt des Chaos, nicht die Ursache...
Aber hey, wahrscheinlich ist es auch gut für Westermann. Denn eigentlich ist dessen Ruf national jetzt so ruiniert, dass er eigentlich keine Wahl mehr hat: Er muss quasi ins Ausland. Und wenn er clever ist, wechselt er irgendwo hin, wo er die Sprache nicht spricht. Spanien, Italien, Russland... wenn er Glück hat, ist der Ruf deutscher Ex-Nationalspieler im Ausland noch so gut, dass er dort sogar einen Europa League Teilnehmer findet. Vor allen Dingen wäre er auf Grund der Sprachbarriere dazu gezwungen, einfach nur zu spielen und wenig zu reden. Und wenn er das macht, ist er eigentlich gar kein schlechter. Nur leider konnte ihm das beim HSV niemand vermitteln...
Aber ja, eigentlich schreibe ich diesen Artikel nur, weil ich ihn vermissen werde...
Nun ist das Drama endlich beendet. Nach 5 Jahren in denen es für beide gefühlt nur bergab ging, trennten sich der Hamburger SV und Heiko Westermann im Gegenseitigen Einvernehmen. Und damit kann es für den Hamburger SV ja auch endlich wieder bergauf gehen.
Aber hier kommt eine ganz bittere Wahrheit: Westermann ist nicht Schuld an dem Desaster in Hamburg. Und sein Abgang wird die Probleme nicht lösen.
Und um noch einen drauf zusetzen: Westermann ist ein überdurchschnittlicher Bundesliga-Verteidiger. Ein Spieler, der in 2/3 aller Bundesliga-Verteidigungen seinen Stammplatz finden würde... das Problem ist halt: Er ist ein guter 2. Innenverteidiger... aber kein Abwehrchef und Führungsspieler. Aber genau da fängt halt das Grundlegende Missverständnis des HSVs an.
Am Anfang lief ja sogar noch alles relativ glatt: An der Seite eines Holländischen Vize-Weltmeisters Joris Mathjisen sah es gar nicht so ganz finster aus... aber dann kam Frank Arnesen und meinte Jeffrey Buma und Michael Mancienne an der Seite eines Westermanns ausbilden zu müssen. Gefolgt vom halt zu häufig verletzten Slodoban Rajkovic, Paul Scharner, Johnatan Tah, Cleber und Johann Djourou... Abgesehen vom Schweizer (der halt von Arsenal kam, dort aber halt auch nie "Abwehrchef" war) ist es wenig überraschend, dass keiner dieser Spieler zum Abwehrchef aufsteigen konnte.
Und Heiko Westermann ist halt auch nicht der Typ dafür. Der braucht halt eine starke Persönlichkeit neben ihm. Und keine 8 ständig rotierenden Partner...
Um mal einen Vergleich zu wagen: Sind wir uns sicher, dass Neven Subotic wirklich besser ist als Westermann? Erfolgreicher ja, aber besser? Und ja, auch Subotic ist ein guter 2. Innenverteidiger. Es wurde aber noch nie von ihm verlangt, die Hintermannschaft zu führen. Dafür hatte er Mats Hummels... und auch sonst spielte er in den letzten 5 Jahren neben Felipe Santana, Sokratis, und einigen jungen Talenten. Oh und natürlich das eine halbe Jahr mit Manuel Friedrich.
Subotic hatte halt auch das stabile Umfeld, an dem er sich immer orientieren konnte. Zumindest bis zum Champions League Finale in London. Damals spielte Dortmund quasi 3 Jahre am Stück mit einer Viererkette... die sie seit dem kaum mehr auf den Platz bekommen haben.
Aber ganz ehrlich: Wenn Subotic vor 5 Jahren zum HSV gewechselt wäre... und anstelle von einem festen Partner (Hummels) und jeweils einen Backup (Santana, Sokratis) jedes Wochenende neue Nebenleute gefunden hat. Ich bezweifele, dass der HSV dann wirklich besser dastehen würde.
Gleichzeitig hätte ein Westermann (dessen größte Schwäche die Spieleröffnung ist... das ist bei Subotic ähnlich) in Dortmund durchaus auch funktionieren können.
Natürlich ist Westermann da auch nicht ganz schuldlos dran. Schließlich hat er jahrelang jede Vorbereitung seinen Führungsanspruch in Kicker-Interviews untermauert, anstatt nach 2 Jahren ein Mal zu sagen "Ich habe nichts mehr zu sagen, ich muss mich auf mein Spiel konzentrieren"...
Das wirklich traurige an der Geschichte ist aber: Jetzt, wo Westermann weg ist, holen die Emir Spahic. Und das mag PR-technisch eine mittlere Katastrophe sein (und ich habe Spahic bereits vor seiner Prügeleinlage für ein Arschloch gehalten)... aber es ist genau der Innenverteidiger, den Westermann all die Jahre gebraucht hätte. Denn Spahic ist genau der Spieler, der seinen Nebenleuten hilft. Der auch mal ein Zeichen setzen kann. Und an dem sich ein Westermann fast zwangsweise orientieren müsste.
Und ja, ein Innenverteidiger-Duo Spahic-Westermann würde funktionieren. Zumindest besser als alles andere, was der HSV die letzten 4 Jahre so aufgeboten hat...
Aber im Gegensatz zu Gojko Kacar und Ivo Ilicevic bekommt Westermann keine neue Chance. Obwohl Kacar mindestens genau so viel Schuld am Niedergang hat, wie Westermann. Ernsthaft, es wird ja immer so getan, als wenn kein Trainer auf Kacar gebaut hat... aber wenn du dich bei (gefühlt) 99 Trainern nicht durchsetzen kannst... und erst ein halbes Jahr vor der Arbeitslosigkeit wirklich anfängst, dir mal Gedanken zu machen, wie du im Sommer noch eine Anstellung findest... Dann liegt es vielleicht auch nicht nur an den Trainern, sondern an dir.
Und wer Kacar einen (vernünftiger Weise immerhin) Leistungsbezogenen Ein Jahres Vertrag anbietet... Der darf also beim endgültigen Neuanfang mitwirken... während Westermann (gemeinsam mit Rafael van der Vaart) auf Ewig als Synonym für die dunkelsten Jahre der HSV Geschichte stehen wird. Und das hat er eigentlich nicht verdient. Er ist halt ein Produkt des Chaos, nicht die Ursache...
Aber hey, wahrscheinlich ist es auch gut für Westermann. Denn eigentlich ist dessen Ruf national jetzt so ruiniert, dass er eigentlich keine Wahl mehr hat: Er muss quasi ins Ausland. Und wenn er clever ist, wechselt er irgendwo hin, wo er die Sprache nicht spricht. Spanien, Italien, Russland... wenn er Glück hat, ist der Ruf deutscher Ex-Nationalspieler im Ausland noch so gut, dass er dort sogar einen Europa League Teilnehmer findet. Vor allen Dingen wäre er auf Grund der Sprachbarriere dazu gezwungen, einfach nur zu spielen und wenig zu reden. Und wenn er das macht, ist er eigentlich gar kein schlechter. Nur leider konnte ihm das beim HSV niemand vermitteln...
Aber ja, eigentlich schreibe ich diesen Artikel nur, weil ich ihn vermissen werde...
Dienstag, 7. Juli 2015
Um noch etwas tiefer in die Materie einzudringen
Was bedeutet eigentlich ein Fußball-Verein für eine Region.
Im Wesentlichen Identifikation und Wirtschaftliche Potenz. Beides will man im Zweifelsfall eher ungern aufgeben.
Um mal kurz das extreme Gegenbeispiel zu Bremen und ihrem Bundesligisten zu präsentieren: Ich bin ja gebürtiger Mecklenburger. Damit bin ich logischer Weise auch Hansa Rostock Sympathisant. Wir in Mecklenburg hatten einfach keine andere Wahl. Bei uns gibt es Tourismus, Schiffswerften und blühende Landschaften. Also wild blühende Landschaften, weil sich keiner drum kümmert.
Und in ganz Mecklenburg hast du abgesehen von Hansa Rostock... nichts. Die Schweriner Volleyball Damen haben mal Champions League gespielt. Die Stralsunder Handballer mal ein Jahr Bundesliga. Das war's... und das sind alles keine Sportarten, die Menschenmassen anziehen.
An sonsten ist das dichteste... Berlin und Hamburg. Du hast im Umkreis von 250 Km einfach keinerlei Konkurrenz. Ernsthaft, wenn du in Rostock 250Km in jede Richtung fährst und ein Sport-Graffiti an einer Wand siehst, wird da garantiert Hansa Rostock als Schriftzug auf der Bushaltestelle stehen.
Nur um das mal zu vergleichen: Wenn sich Borussia Dortmund in ihrer Wirtschaftskrise aufgelöst hätten... wären die Fans innerhalb von 10 Jahren halt zum VfL Bochum oder zu Rot Weiß Essen weitergegangen. Und die Sponsoren auch. Das Ballungsgebiet Ruhrgebiet ist halt wirtschaftlich und bevölkerungstechnisch mittlerweile so stark, dass es sich halt 2 gute Bundesligisten leisten kann, wenn nicht sogar muss.
Wenn sich Hansa Rostock dieser Tage auflösen würde, gäbe es einfach nichts mehr. Mecklenburg hat auch einfach nicht die Kraft einen neuen Dritt- oder Zweitligisten aufzubauen. Und der Markt ist auch nicht groß genug, dass sie einen Investor a la Red Bull anzuziehen. Wenn Hansa Rostock aufgelöst wird, war's das mit Profifußball in Mecklenburg Vorpommern. Das ist schon mal grundlegend eine Situation, die mit keinem anderen Bundesland (außer vielleicht Brandenburg mit Energie Cottbus... wenn man Berlin außen vor lässt.) so vorfinden wird.
Um nur mal einen Beweis zu nennen: Wenn ein Popstar wie Materia ein großes Benefiz-Spiel veranstaltet um den Verein zu retten... und (gemeinsam mit Stefan Beinlich) alle möglichen deutschen Musikstars, die sonst Rostock meiden wie die Pest (ernsthaft, ich habe dort gelebt, du hättest Max Herre nie davon überzeugen können, ein Konzert in Rostock zu spielen... aber mit Materia Hansa retten, klar, da ist er dabei...) davon überzeugt, mitzumachen. Das sollte doch verdeutlichen, was der Verein einem gebürtigen Rostocker bedeutet, auch wenn er die Stadt schon längst verlassen hat.
Nun ist Mecklenburg ungefähr so pleite wie Bremen. Und Rostock ist auch nur eine Hansestadt wie Bremen. Trotzdem unternehmen beide Institutionen alles, um den Verein am Leben zu erhalten. Ich kann schon gar nicht mehr Mitzählen, wie viele Schuldenschnitte es für den Verein schon gab. De Facto ist Hansa Rostock Mecklenburgs Griechenland: Du musst jedes Jahr Unsummen reinpumpen, damit die nicht gnadenlos zu Grunde gehen.
Aber es gibt halt gute Gründe, warum man denen immer wieder Geld gibt. Und nur um mal zu beweisen, dass das keine reine Wohlfahrt ist: Das MAU, der größte Liveclub in Mecklenburg (in dem ich nebenbei mal Aston Barrett von DEN Wailers Live gesehen habe... Nostalgie und so) musste um 35.000 Euro regelrecht betteln. Obwohl sie die einmalig brauchten. Wenn man das mit den 8 Millionen Verbindlichkeiten vergleicht, die Hansa Rostock beim Land Mecklenburg mittlerweile hat...
Aber zum einen weiß das Land halt: wenn wir den Verein pleite gehen lassen, sehen wir das Geld auch nur nie wieder. Weg ist es quasi so oder so. Wenn wir den Verein aber pleite gehen lassen, fällt die Identifikation komplett weg. Und die potenziellen langfristigen Einnahmen, die ein Zweitligist für Stadt und Land halt bringen würden.
Weil sie das (im Gegensatz zur Stadt Bremen, um den Bogen zu schlagen) verstanden haben, was ein erfolgreicher Verein für eine Region bedeutet, versuchen sie alles in ihrer Macht stehende um den Verein zu retten.
Im Wesentlichen Identifikation und Wirtschaftliche Potenz. Beides will man im Zweifelsfall eher ungern aufgeben.
Um mal kurz das extreme Gegenbeispiel zu Bremen und ihrem Bundesligisten zu präsentieren: Ich bin ja gebürtiger Mecklenburger. Damit bin ich logischer Weise auch Hansa Rostock Sympathisant. Wir in Mecklenburg hatten einfach keine andere Wahl. Bei uns gibt es Tourismus, Schiffswerften und blühende Landschaften. Also wild blühende Landschaften, weil sich keiner drum kümmert.
Und in ganz Mecklenburg hast du abgesehen von Hansa Rostock... nichts. Die Schweriner Volleyball Damen haben mal Champions League gespielt. Die Stralsunder Handballer mal ein Jahr Bundesliga. Das war's... und das sind alles keine Sportarten, die Menschenmassen anziehen.
An sonsten ist das dichteste... Berlin und Hamburg. Du hast im Umkreis von 250 Km einfach keinerlei Konkurrenz. Ernsthaft, wenn du in Rostock 250Km in jede Richtung fährst und ein Sport-Graffiti an einer Wand siehst, wird da garantiert Hansa Rostock als Schriftzug auf der Bushaltestelle stehen.
Nur um das mal zu vergleichen: Wenn sich Borussia Dortmund in ihrer Wirtschaftskrise aufgelöst hätten... wären die Fans innerhalb von 10 Jahren halt zum VfL Bochum oder zu Rot Weiß Essen weitergegangen. Und die Sponsoren auch. Das Ballungsgebiet Ruhrgebiet ist halt wirtschaftlich und bevölkerungstechnisch mittlerweile so stark, dass es sich halt 2 gute Bundesligisten leisten kann, wenn nicht sogar muss.
Wenn sich Hansa Rostock dieser Tage auflösen würde, gäbe es einfach nichts mehr. Mecklenburg hat auch einfach nicht die Kraft einen neuen Dritt- oder Zweitligisten aufzubauen. Und der Markt ist auch nicht groß genug, dass sie einen Investor a la Red Bull anzuziehen. Wenn Hansa Rostock aufgelöst wird, war's das mit Profifußball in Mecklenburg Vorpommern. Das ist schon mal grundlegend eine Situation, die mit keinem anderen Bundesland (außer vielleicht Brandenburg mit Energie Cottbus... wenn man Berlin außen vor lässt.) so vorfinden wird.
Um nur mal einen Beweis zu nennen: Wenn ein Popstar wie Materia ein großes Benefiz-Spiel veranstaltet um den Verein zu retten... und (gemeinsam mit Stefan Beinlich) alle möglichen deutschen Musikstars, die sonst Rostock meiden wie die Pest (ernsthaft, ich habe dort gelebt, du hättest Max Herre nie davon überzeugen können, ein Konzert in Rostock zu spielen... aber mit Materia Hansa retten, klar, da ist er dabei...) davon überzeugt, mitzumachen. Das sollte doch verdeutlichen, was der Verein einem gebürtigen Rostocker bedeutet, auch wenn er die Stadt schon längst verlassen hat.
Nun ist Mecklenburg ungefähr so pleite wie Bremen. Und Rostock ist auch nur eine Hansestadt wie Bremen. Trotzdem unternehmen beide Institutionen alles, um den Verein am Leben zu erhalten. Ich kann schon gar nicht mehr Mitzählen, wie viele Schuldenschnitte es für den Verein schon gab. De Facto ist Hansa Rostock Mecklenburgs Griechenland: Du musst jedes Jahr Unsummen reinpumpen, damit die nicht gnadenlos zu Grunde gehen.
Aber es gibt halt gute Gründe, warum man denen immer wieder Geld gibt. Und nur um mal zu beweisen, dass das keine reine Wohlfahrt ist: Das MAU, der größte Liveclub in Mecklenburg (in dem ich nebenbei mal Aston Barrett von DEN Wailers Live gesehen habe... Nostalgie und so) musste um 35.000 Euro regelrecht betteln. Obwohl sie die einmalig brauchten. Wenn man das mit den 8 Millionen Verbindlichkeiten vergleicht, die Hansa Rostock beim Land Mecklenburg mittlerweile hat...
Aber zum einen weiß das Land halt: wenn wir den Verein pleite gehen lassen, sehen wir das Geld auch nur nie wieder. Weg ist es quasi so oder so. Wenn wir den Verein aber pleite gehen lassen, fällt die Identifikation komplett weg. Und die potenziellen langfristigen Einnahmen, die ein Zweitligist für Stadt und Land halt bringen würden.
Weil sie das (im Gegensatz zur Stadt Bremen, um den Bogen zu schlagen) verstanden haben, was ein erfolgreicher Verein für eine Region bedeutet, versuchen sie alles in ihrer Macht stehende um den Verein zu retten.
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