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Freitag, 24. Juli 2015

Ein kurzer Reality Check für die Zweitligisten

Schließlich startet diese heute in die neue Saison.

Und damit können all die Traditionsfans wieder jammern, dass ihnen die bösen Retortenvereine ja die Plätze in der Bundesliga wegnehmen.

Um da mal kurz ein wenig auszuholen: Ich habe einen guten Kumpel. Der ist eigentlich richtig intelligent. Aber der hat halt 2 Probleme: er ist Bayer und TSV 1860 München Fan. Also letzteres war er, nach jahrelangem Streit hat er das jetzt aufgeben. Aber er war so richtig fanatisch. Also auf dem "Ich fahr auch mal zu einem Spiel der 2. Mannschaft" Niveau.

Vor allem hat er immer auf RB Leipzig geflucht. Und immer wieder behauptet, dass die ja den Fußball kaputt machen... worauf ich ihm erwidert habe, dass 1860 das ganz alleine und viel besser geschafft hat. Und ja, ich habe ihm ins Gesicht gesagt, dass sein ach so toller Verein jetzt ebenfalls ein Retortenprodukt ist: Ein Spielzeug eines unberechenbaren Scheiches. Und ja, ohne Ismaik würde es 1860 als Profiverein nicht mehr geben... Genau so wie es RB ohne Mateschitz nicht geben würde...

Vor allem aber hat RB Leipzig auf all die Traditionsvereine kaum Einfluss. Gerade 1860 als Extrembeispiel, weil die kurz vorm Abstieg in die 3. Liga standen... Für alle Anhänger in Kaiserslautern, Nürnberg, Duisburg und Bochum: Darmstadt 98 ist an euch vorbeigezogen... die standen vor 2 Jahren in der Regionalliga. Mainz und Augsburg haben euch lange überholt. Selbst Paderborn hat es hinbekommen, ein Jahr Bundesliga zu spielen... Jetzt auch noch Ingolstadt... die entgegen weitläufiger Gerüchte finanziell gar nicht sooo gut aufgestellt sind...

Gerade die aktuellen Beispiele beweisen doch eins: Die Traditionsvereine scheitern nicht am Geld der anderen, sondern an ihrer eigenen Inkompetenz. Jeden Spieler der Darmstädter und Ingolstädter hätte man als Kaiserslautern oder 1860 ebenfalls verpflichten können. Keiner von denen war in irgendwelchen Relationen teuer (Ingolstadt zahlt in diesem Sommer zum ersten Mal 1 Millionen Euro Ablöse für einen Spieler). Und bei dem Ruf, den diese Vereine immer noch genießen, wären die meisten Spieler auch eher nach Kaiserslautern als nach Darmstadt gegangen. Man hat diese Spieler aber einfach nicht gefunden. Andere dagegen schon. Deswegen stehen andere jetzt besser da. Und andere Vereine finden trotz schlechterer Voraussetzungen ständig bessere Spieler. Das ist dann einfach kein Zufall mehr.

Wirklich absurd wird es dann, wenn ich von Podiumsdiskussionen lese, in denen es heißt, dass man die Liga auf 20 Mannschaften aufstocken muss, damit die Retortenvereine nicht zu viele werden... ist den Leuten eigentlich bewusst, dass dann erst Mal der Karlsruher SC aufgestiegen wäre? Gefolgt von Greuther Fürth? Es ist nicht so, dass die großen Traditionsvereine die ersten potenziellen und logischen Nachrücker wären...

Und vor allem: wie viele Retortenvereine gibt es denn? Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg, 1899 Hoffenheim und RB Leipzig. Wobei man Leverkusen als eigentlich größten Traditionsverein, der die meisten Olympiasieger dieses Landes hervorgebracht hat, ausklammern müsste. Die sind halt "nur" ein Werksverein mit verdammt viel Tradition.
Und Hoffenheim ist ebenfalls ein Sonderfall... der Dietmar Hopp ist halt bekloppt. Der lebt halt den Jugendtraum von vielen... Aber es gibt halt auch nur einen Menschen von 82 Millionen, der das wirklich durchgezogen hat... und da einen endlosen Haufen Geld reingepumpt hat. Es ist ja nicht so, dass er schon 30 Nachahmer gefunden hat, die allesamt in der 3. Liga spielen und auf den Durchbruch warten. Die andere Frage ist eher, warum sich die anderen Verein wie Waldhof Mannheim in einer wirtschaftlich derart starken Region so einbrechen konnten...

Und vor allem behaupte ich eines: Das werden in 10 oder 20 Jahren nicht mehr werden. Warum? Nun ja, wegen der Tradition. Für Adidas ist es halt einfacher, als Premium-Partner von Bayern München einzusteigen, als einen Konkurrenzverein "Adidas München" zu gründen.
Und der Deutsche Fußballmarkt ist ziemlich gesättigt. Abgesehen von Leipzig halt, da gab es ein großes Loch. Deswegen ist Red Bull ja auch hier. Alle anderen großen Ballungsgebiete von Berlin über Frankfurt und Hamburg bis München und dem Rhurpott haben eine derart fest verankerte (Spitzen-)Vereinsstruktur, dass es kaum Sinn ergibt, da einen Verein zu Gründen. Da die Städte (selbst die fußballtechnisch Inkompetenten) einen Bundesligisten und einen Kultverein stellen... Den Hamburger SV und den 1.FC St.Pauli... oder Hertha und Union...
Wenn ich in diesen Städten einen Konzernverein gründen würde, würde das keine Sau interessieren. Weil die Fußball interessierten Menschen schon Anhänger des einen oder anderen Vereines sind und ihnen dort auch Sport auf angemessenen Niveau geboten wird. Da bringt es dir echt mehr, einfach nur dein Logo aufs Trikot zu drucken. Und das wissen die großen Konzerne ja auch. Deswegen sitzen alle großen Konzerne ja schon in diversen Aufsichtsräten bei diversen Vereinen.

Jetzt die Liga auf Grund dieser Ausrede aufzustocken um die Inkompetenz der Zielvereine zu überdecken... erscheint mir doch bigott... Und all die Fans sollten es sich mal bewusst machen, woran ihre Vereine scheitern.

Anders ausgedrückt: Ich als Hansa Rostock Sympathisant gebe ja auch nicht RB Leipzig die Schuld, dass "wir" in der Dritten Liga spielen, wenn Zeitgleich Halle an "uns" vorbeigezogen ist... HALLE... dieser Pickel, der so weit am Arsch von Leipzig hängt, dass er offiziell zu Sachsen Anhalt gehört... Damit so was passieren konnte (und Hansa zum ersten Mal seit 20 Jahren ein Pflichtspiel in Halle verliert), mussten an der Ostsee zahllose Fehler begangen werden.

Mittwoch, 12. November 2014

Das Ende der Tradition?

Und wie bringe ich jetzt noch RB Leipzig in die Betreffzeile?

Ihr habt es bestimmt auch schon gelesen: Die letzten 4 der aktuellen Tabelle liegen in der Ewigen Bundesligatabelle auf den Plätzen 2-5. Und dass danach (nehmen der Ausnahme der Regel aus Freiburg) Hertha und Frankfurt folgen, macht die Bilanz nur unwesentlich schlechter... Zufall? Bestimmt nicht. Aber es ist auf jeden Fall eine historisch einmalige Konstellation.

Wenn man dann noch in die 2. Liga guckt, wo Kaiserslautern wenigstens froh ist um den Aufstieg mitspielen zu dürfen, der ehemalige Rekordmeister aus Nürnberg dagegen darauf hoffen muss, nicht in die 3. Liga abzusteigen...

Alles in allem kein gutes Zeugnis für die Traditionsvereine... denn... so hart das klingen mag: Deren Zeit ist abgelaufen... Mittlerweile reicht Tradition halt nicht mehr aus, um sich einen Platz in der ersten Liga zu sichern... man braucht dafür eine gewisse Kompetenz... die Traditionsvereine im Keller glänzten dagegen eher durch ein Defizit an Durchblick.

Schuld sollen natürlich die Retortenvereine aus Wolfsburg, Leverkusen, Ingolstadt und Leipzig sein... nur gibt es ein ganz einfaches Gegenargument: Wer sich von Mainz, Freiburg, Augsburg und Paderborn überholen lässt, soll nicht glauben, dass das Problem die Retortenvereine mit dem vielen Geld sind...

Aber hey, das hält den Finanzvorstand Axel Hellmann aus Frankfurt natürlich nicht davon ab, laut Kicker mehr Geld aus dem TV Pott zu verlangen...

Jetzt aber mal eine ganz neutrale Frage: Wie bescheuert muss man eigentlich sein, um den Traditionsvereinen mehr Geld zu geben, als die eh schon bekommen haben? Es gibt genau einen Menschen in Deutschland, der das macht: Klaus-Michael Kühne in Hamburg... ohne das Geld wäre der Verein schon längst bankrott.. mit dem Geld hat er aber auch keine wirklich ordentlichen Spieler geholt...

Will man den Traditionsvereinen im Tabellenkeller wirklich mehr Geld geben, wenn man davon ausgehen muss, dass die das eh sinnlos verschwenden? Das sind am Ende nur Vereine und keine Banken... Und wir als Europäer glauben leider, auch ohne den Hamburger SV überleben zu können...

Nur um mal so nen paar absurde Rechnungen aufzustellen: Ist den Leuten eigentlich bewusst, wie viel mehr Geld als die neue Konkurrenz sie in den letzten 40 Jahren zur Verfügung gehabt haben? Man muss nur mal kurz die Rechnung aufmachen, dass jeder von ihnen in dieser Zeitspanne mal (kurzzeitig) auf Augenhöhe mit den Bayern waren... aber die haben es halt immer geschafft, aus den ihnen zur Verfügung gestellten Mitteln das maximale rauszuholen...während der Rest seine Chancen maximal verschwendet hat... was ihnen dabei (abgesehen von den irgendwann übermächtigen Bayern) meistens im Weg stand, war ihre eigenen Inkompetenz.

Wenn ich jetzt als Sponsor vor der Wahl stehe, dem HSV oder einem seriös geführtem Verein mein Geld zu geben... Und der HSV hatte im Jahr 1983 die Gelegenheit alle Sponsorengelder Deutschlands an sich zu ziehen... damals war man der König von Europa... aber man hat es halt nicht geschafft, diesen Erfolg zu konservieren...

Und wie viele echte Retortenvereine, die dem Fußball ach so sehr Schaden, sind seit dem in die Liga gekommen? Seid ihr schockiert, wenn ich behaupte, dass genau genommen (stand jetzt) wir nicht mehr Konzernvereine in der 1.Liga haben als in den 80ern? Passend zum Champions League Titel stieg eine Mannschaft Namens Bayer Uerdingen in die Bundesliga auf und hielt sich dort 8 Jahre am Stück.  Und hey, deren Glanzleistungen im UEFA Cup haben ihre eigene Wikipedia Seite... nur echt mit Friedhelm Funkel...
Hat damals irgendjemand "Scheiß Retorten Verein!" gebrüllt? Es wurde zumindest nichts überliefert...
Und ohne Bayer... spielt Uerdingen mittlerweile in der Regionalliga...

Das neue Uerdingen ist dann wohl Hoffenheim... als einziger Verein, der ohne die Hilfe eines Quasi-Konzerns gar nicht existieren könnte... (wobei ich auch so weit gehen könnte, dass Hoffenheim eigentlich die neu SG Wattenscheid 09 ist...)

Natürlich behaupten in dem Moment die ersten: Aber Moment mal... der VfL Wolfsburg... ja... der VfL Wolfsburg... Was viele gerne vergessen: Die Wolfsburger wurden erst zu einer Spitzenmannschaft der 2. Liga, bevor VW auf die Idee kam, sie zu unterstützen... Wolfsburg hat damals unter eine gewissen Peter Pander (was macht der eigentlich heute?) erst die Kompetenz nachgewiesen, die sie für einen Großkonzern interessant machte...

Und will man VW wirklich (auch wenn ihr Eingreifen teilweise gegen das 50Plus1 verstößt) vorwerfen, dass sie lieber in das fähigere (ok, 2 Gegenargumente... Dieter Hoeneß und Armin Veh... aber sonst) (und zweifelsfrei auch leichter zu kontrollierende) Personal in Wolfsburg investiert, als in die Chaos Haufen in Frankfurt und Hamburg?

Gerade Frankfurt, Hamburg und Stuttgart sind doch die Wirtschaftststärksten Standorte Deutschlands... dass die dort keinen langfristigen Strategischen Partner gefunden haben (während Bayern zahllose hat... einer davon ist nebenbei auch VW), ist doch nicht die Schuld von Ingolstadt und Leipzig...

Und um euch mit einer Matheaufgabe zu entlassen: Wie viele Millionen müssen Audi und Red Bull eigentlich in so einen Verein stecken, um all die Kohle, die in Traditionsvereinen verschwendet worden ist, aufzuwiegen? Und um die nächste Unterrichtsstunde Philosophie auch noch abzudecken: Sind die Retortenvereine wirklich Schuld daran, dass all die Kohle weg ist? Denn das die ganze Kohle weg ist, ist doch das eigentliche Problem...

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Aber die Retortenvereine verdrängen unsere Traditionsvereine aus der Bundesliga!!!

Und die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg!!!

Und wenn mein Lieblingsverein nicht so viele Ausländer beschäftigen würde, wäre ich selber Profi geworden!!!

Manchmal muss man halt die schweren Geschosse auffahren... Aber eines der Hauptargumente gegen Kunstprojekte wie Hoffenheim oder RB Leipzig ist halt, dass sie die Traditionsvereine aus der ersten Liga verdrängen (werden). Ich habe das selber irgendwo vorgerechnet, dass der 1.FC Kaiserslautern als einer DER Traditionsvereine Deutschlands seit 54 seit Hoffenheims Aufstieg kaum noch Bundesliga gespielt hat. Aber kann Kaiserslautern das wirklich auf den in diesem Fall sogar Nachbarn schieben?

Kaiserslautern hat sich selber in diese Situation manövriert, bevor Hoffenheim relevant wurde. Schließlich musste Kaiserslautern im Jahre 2004 Miroslav Klose verpfänden um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten... Dass man die 5 Millionen Ablöse für den letzten vernünftige Spieler nicht reinvestieren konnte, brach einer sowieso schon im Abstiegskampf steckenden Mannschaft das Genick. Und wie soll da jetzt Hoffenheim Schuld dran sein?

In der aktuellen 2. Liga gibt es 3 Mannschaften, die sich als Selbstverständliche Bundesligisten betrachten. Und diese 3 Mannschaften haben eines gemeinsam: Noch mehr Chaos als der Hamburger SV... Köln, 1860 München und eben die Roten Teufel sind die 3 Gründungsmitglieder der Bundesliga, die gerade in der 2. Liga oben mitspielen. Alle drei haben eine WM taugliches Stadion, eine breite Fanbasis... und wechseln gefühlt jede Saison den Trainer... mindestens ein Mal...

1860 Espapaden mit ihrem Investor Ismaik lassen die Einmischungen von Klaus-Michael Kühne wie Kindergarten aussehen... Wieviele Präsidenten hatten die Löwen eigentlich in den letzten 4 Jahren? In Köln hoffen sie, dass ein Spinner als Präsident für Ordnung sorgen kann. Wie dieser Verein mit diesen Vorraussetzungen es geschafft hat, Pleite zu gehen, bleibt eines der größten Rätsel.... (Die Antwort? Michael Meier...) Und Kaiserslautern... nun ja, googlet einfach mal Defizit an Durchblick. Solche Leute sind schuld daran, dass diese Vereine in der 2. Liga...

Vor allem, wenn zeitgleich neben Hoffenheim auch Freiburg, Mainz und Augsburg an ihnen vorbeigezogen ist. Ganz ohne die Hilfe von großen Investoren. Nur durch gute Entscheidungen, vernünftiges Management und ordentliche Trainer... Wenn die Traditionsvereine auch so geführt werden würden... nun ja, sagen wir es so: die standen alle irgendwann mal vor den Bayern... Weit vor den Bayern...

Noch viel krasser ist die Situation natürlich wieder in Leipzig. Wenn dort wirklich jemand behauptet, dass RB irgendwelche Traditionsvereine zu Grunde richten würde, verwechselt Ursache und Wirkung. Natürlich investiert Red Bull in einen Wachstumsmarkt, der Fußballtechnisch völlig unterrepräsentiert wird. Aber das liegt doch genau an den "Traditionsvereinen" Lok und Sachsen Leipzig. Wenn es einer diese beiden Mannschaften hinbekommen hätte, in Leipzig Zweitligafußball anzubieten, wäre RB nie gekommen. Und Zweitligafußball ist ja nun wirklich das mindeste, was man in dieser Stadt und diesem Stadion anbieten sollte... Schließlich gibt es 2.Liga Vereine in Aalen, Sandhausen, Paderborn und Cottbus... Und zumindest in Cottbus gibt es definitiv schlechtere Vorraussetzungen.

Wenn sich jetzt die Lok Fans hinstellen und behaupten, dass RB ihren Verein in den Ruin treibt... das hat der Verein vorher schon ganz alleine geschafft...

Montag, 14. Oktober 2013

Neues vom ewigen Derby: Tradition gegen Retorte

Hmm Lecker, Kuchen...

Aber ja, am Wochenende hat es zum wahrscheinlich letzten Mal dieses Derby in seiner ultimativen Personifizierung gegeben. Und dass viel Losglück im Sachsenpokal brauchte, um dieses Spiel zu ermöglichen, zeigt auch nur, wie weit es mit der Tradition bergab gegangen ist. Andererseits muss man auch erst mal 15.000 Zuschauer zu einem Landespokalspiel bewegen... Normaler Weise verlieren sich zu Lok Spielen nur noch 2 bis 5000 Leute... Aber klar, es war ja auch ein einzigartiges Spiel, in dem Mann der ganzen Welt zeigen kann, dass die Tradition immer noch die Nummer eins in der Stadt ist...
Eine Gelegenheit, die überraschend viele Städte und Mannschaften nutzen wollen... Beim letzten Auswärtsspiel in Heidenheim schallte wieder das "RB Leipzig - Tod des Fußballs" durchs Stadion. Weil ja Heidenheim einer der größten Traditionsvereine der Welt ist... Und lasst euch von dem 1846 im Logo nicht iritieren, offiziell ist der Verein 2007 gegründet worden... also ganze 2 Jahre älter als RB...
Und selbst Menschen aus Baden Württemberg können einen auf Nachfrage nicht erklären, warum (gerade) Heidenheim in die 2. Liga aufsteigen soll... außer dass da halt ein Haufen Kohle in dem Verein steckt. So kann man sich den abgehalfterten Bundesligaprofi Michael Thurk und einen seit Jahren von Zweitligisten umworbenen Marc Schnatterer leisten... Die werden nicht alle nach Heidenheim wechseln, weil man sich dort so schön auf den Fußball konzentrieren kann...

 Aber RB st der Tod des Fußballs... Wenn das stimmt... haben wir erstaunlich viele Katastrophentouristen in den deutschen Stadien... Die 10.200 gezählten Zuschauer waren ein neuer Zuschauerrekord für die Heidenheimer... (also zumindest letztes Jahr erreichten sie diese Zahlen offiziell nie... wer weiter nachgraben will... vielleicht gab es ja irgendwann mal ein großen Derby gegen Hoffenheim...) Und (jetzt kommt's) das waren immer noch weniger Zuschauer als im Schnitt zu den Heimspielen von RB kommen... Und nur der eigentlich absurde Lizenzentzug vom MSV Duisburg verhindert, dass RB direkt als Aufsteiger die meisten Zuschauer der Liga hat... Aber es gibt ja keine Fans und keine Stimmung... nur jede Menge Menschen, die anscheinend guten Fußball sehen wollen... und dabei auf als gemeinsamer Chor singen...

Und bevor mir jetzt jemand absurder Weise eine übertriebene Nähe zu RB vorwirft: Ich war am Samstag das erste Mal im Stadion... und das auch nur, weil ich bei der letzten Leichenbeschaung vom 1.FC Lokomotive Leipzig dabei sein wollte...

Und wenn wir schon dabei sind: ganze 400 Zuschauer trennen RB im Schnitt von der schlechtesten Heimmannschaft der Bundesligageschichte Greuther Fürth. Die Hälfte der 2. Liga (darunter Traditionsvereine wie VfR Aalen, SV Sandhausen, FC Ingolstadt 04 und FSV Frankfurt) lassen sie in Sachen Zuschauerzuspruch auch schon hinter sich...
Aber wenn diese Mannschaften ein Heimspiel gegen RB hätten... würde die Hütte dort auch brennen und alle würden "RB Leipzig - Tod des Fußballs" brüllen... und das ist doch sogar gut so...

Denn ganz ehrlich: Viel wichtiger als Tradition ist es doch zu polarisieren. Emotionen auszulösen. Dass Greuther Fürth als einer der offiziellen Traditionsvereine sich endlich mal ein Jahr Bundesliga verdient hatte, stellt doch kaum jemand in Frage. Aber abgesehen von der epischen Heimspiel-Bilanz und dem einen Derby-Sieg gegen Nürnberg... was haben die Fürther der Bundesliga bitte gebracht?

Wenn RB Leipzig auf ein Mal in die Bundesliga aufsteigt... kommt einerseits die Stadt des ersten Deutsche Fußballmeisters endlich wieder auf die Landkarte (und der VfB Leipzig Nachfolger Verein... könnte dann schon wieder VfB Leipzig heißen oder halt endgültig aufgelöst sein...). Das ganze nicht auf einem Dorf, sondern in einem Wachstumsmarkt mit einem WM tauglichen Stadion und einer ganzen Generation, die auf guten Fußball gewartet hat. Und all die Traditionsfans bekommen ein neues Feindbild. Nur dass man in Leipzig keine Schall-Attacken brauchen wird um die Gesänge zu Hause zu übertönen... Was ist daran bitte noch mal schlecht für den Fußball?

Und nur mal so nebenbei: der große FC Bayern ist bei weitem nicht der Traditionsverein Deutschlands. Was heute kaum noch jemand weiß: 1860 München wurde im Jahre 63 den Bayern vorgezogen. Wirklich relevant wurde der Verein erst in den 70ern durch Franz Beckenbauer und Uli Hoeneß. Bis dahin wurden sie ganze 2 Mal Deutscher Meister... wenn Tradition wirklich von Bedeutung wäre...
Trotzdem ist es der polarisierenste Verein Deutschlands. Es gibt in den allgemeinen Reaktionen wenig zwischen "Ich liebe sie, weil sie so erfolgreich sind" und "Ich hasse sie, weil sie so erfolgreich sind"... Und wenn man sich in jungen Jahren für die Antipathie entschieden wurde, schweißt einen das ja auch mit "seinem" Verein zusammen.
Man kann quasi in jemdem Stadion Deutschlands (außer der Allia... never mind, da spielt ja 1860 München) im Fanblock ein "Scheiß FC Bayern" anstimmen und wird eine überwältigende und einstimmige Antwort erhalten...

Und, um die Kurve zu kriegen: das wird in 3 bis 4 Jahren mit "RB Leipzig - Tod des Fußballs" genau dasselbe sein. Schalke und Dortmund Fans werden einstimmig gegen das neue Feinbild singen. Wie das aber den Fußball am Ende umbringen soll, kann nicht aufgeklärt werden...

Mittwoch, 2. Mai 2012

Back to Business

Rage Modus AN!
Heute Heribert Bruchhageb und seine Aufstockung auf 20 Vereine... Beweisstück wahrscheinlich G, dass Bundesligafunktionäre ein verlogener Haufen sind... wo soll man eigentlich genau genommen anfangen?

Zunächst mal ist die Hauptmotivation natürlich: MEHR GELD... und mehr Planungssicherheit. Dass man dafür 4 weitere Termine im Rahmenspielplan brauchen, ist ja völlig egal. Das eine sinnfreie Freundschaftsspiel, was unsere Nationalmannschaft zum Testen nutzen könnte, wurde ja abgeschafft... da haben wir dann doch schonmal den ersten freien Termin, den wir nutzen könnten...

Oh, und wo wir schon dabei sind: Man könnte doch auch gleich den Mißstand beheben, dass Borussia Dortmund das letzte Heimspiel im DFB-Pokal 2009 hatte... Da haben wir mit unseren Steuergeldern eine teure Arena hingestellt und dann kriegen wir die in diesem Wettbewerb nur ein Mal aller 4 Jahre zu sehen... das ist doch unfair, lasst uns Hin- und Rückspiele im Pokal einführen... Sind ja auch nur 5 Termine...

Aber das ist noch nicht mal das schlimmste an dieser Idee... der wahre Hammer kommt hier:
" Denn der Steuerzahler hat in den vergangenen Jahren 30 bis 40 neue Fußball-Stadien mitfinanziert, gleichzeitig steigen möglicherweise aber Mannschaften wie der 1. FC Kaiserslautern, Hertha BSC und der 1. FC Köln ab, obwohl diese Teams immer ein ausverkauftes Stadion haben. Das ist doch lachhaft."
Ist das der falsche Zeitpunkt um darauf hinzuweisen, dass Bruchhagen Boss bei Eintracht Frankfurt ist? Also einem dieser Traditionsmannschaften, die zu einer Fahrstuhlmannschaft mutiert ist... und die damit von dieser Idee direkt profitieren würde...
Um es mal direkt zu sagen: Verpiss dich nach Argentinien und funktionier da vor dich hin!
Nur um das mal kurz festzuhalten: In Argentinien wurde zunächst die Abstiegsregelung auf den Kopf gestellt, als Boca Juniors abzusteigen drohte. Einfach so, mitten in der ersten Saison, in der es Boca zu erwischen drohte... Als der Verein dann 2011 trotzdem Abstieg... wurde ernsthaft über eine Aufstockung der Liga auf 45(!) Vereine diskutiert... Manche Vereine sind halt wirklich unabsteigbar...

Aber zurück zu unseren eigenen Problemen: Sollen wir wirklich die Liga aufstocken um die Traditionsvereine in der Liga zu halten? Oder muss man es nicht eigentlich anders herum sehen? Also wer trotz eines von Setuerzahlern mitfinanzierten und immer wieder ausverkauften Stadion hinter Augsburg und Freiburg steht, hat es doch auch nicht anders verdient...

Eintracht Frankfurt hat die schlechteste Rückrunde seit Tasmania Berlin gespielt... und ja, Kaiserslauten kann dieses Jahr nicht mehr viel erreichen, aber die Rückrunde der Frankfurter können sie theoretisch noch überbieten... Natürlich steigen die am Ende ab...

Die Hertha hat sich nicht nur jahrelang von Dieter Hoeneß managen lassen... Nein, sie dachten auch noch, es würde besser werden, wenn Hoeneß Musterschüler Michael Preetz übernimmt... hat nicht wirklich funktioniert...

Kaiserslauten ist eigentlich nur schon ein Schritt weiter: die haben einen Großteil ihrer Fehler um die Jahrtausendwende begangen... Weil der Verein mit einem Youri Djorkaeff unbedingt ganz oben mitspielen wollte... Am Ende mussten sie die Rechte an Miroslav Klose an die Lotterie verkaufen, damit sie ihre Saison zuende spielen konnten...

und Köln... wo soll man eigentlich anfangen? Machen wir es kurz: die haben jahrelang Michael Meier auf dem Transfermarkt machen lassen, was er für richtig hielt. Und Lustiger Weise wurde es eher schlimmer als besser nachdem sie Meier endlich entlassen haben... Das ein Verein ohne Präsidium, Sportdirektor/Manager, Trainer überhaupt in der Bundesliga exestieren kann...

Jeder dieser Vereine hat einen möglichen Abstieg einfach nur verdient. Und nur ihre Tradition (und darum geht es am Ende ja) hält sie überhaupt noch am Leben... Aber das letzte, was diese Vereine verdient haben, ist irgendeine Form von Hilfe... Im Gegenteil: Wenn wir die Liga unbedingt auf 20 Vereine aufstocken müssen, dann doch bitte damit seriös geführte Vereine mit Konzept und Plan aber großen Standorts- Traditionsnachteilen wie Freiburg, Augsburg und Fürth nicht befürchten müssen, dass sie von der geballten aber übermächtigen Inkompetenz aus der Liga gedrückt wird...