Donnerstag, 6. August 2015

Saisonvorschau: 1.FC Köln

Ausgangslage: Plötzlich kompetent. Und auch noch seriös... wie konnte das nur passieren? Nun ja... es musste ein Spinner den Karnevalsverein übernehmen... Und ja, die Kölner standen in diesem Jahrtausend noch nie so gut da, wie jetzt gerade... meine einzige Hoffnung bleibt, dass das nur so ne Phase ist, und die bald wieder zu dem Köln werden, über dass es sich zu schreiben lohnt... also aus zynischer Sicht...

Wer soll's richten? Die offensichtliche Antwort ist: Peter Stöger. Aber jetzt kommt's: Stögers ach so grandiose Saison sollte mit einem Sternchen versehen werden: Er darf unter dem besten Manager der Liga arbeiten. Da, ich habe es gesagt. Und ja, spätestens mein Post über Hannover gestern sollte deutlich gemacht haben, wie brillant die Arbeit von Jörg Schmadtke dort war. Dass die 2 Jahre in Folge in der Europa League gespielt haben, war eine der besten Managerleistungen dieser Generation. Einzig Michael Zorcs "Auferstanden aus Ruin"-Job in Dortmund kann sich damit messen lassen...
Und seit dem Schmadtke nicht mehr in Hannover ist, geht es dort bergab... und in Köln bergauf. Die spannende Frage bleibt also: Wann ist endlich jemand so doof den Schmadtke zu entlassen?

Wen werden sie vermissen? Genau da zeigt sich ja die Qualität an Schmadtkes Arbeit: Sie ist nachhaltig. Und genießt das vollste Vertrauen des gesamten Umfeldes.
 In Köln könnten sie über die Abgänge von Ujah und Wimmer heulen, die zusammen 11,5 Millionen Euro Ablöse gekostet haben... statt dessen freuen sich alle, dass man jetzt auch auf dem Transfermarkt relativ günstig die nächste Fuhre an Spielern bekommen hat, die man in 2 Jahren gewinnbringend verkaufen kann. Und die bis dahin den Verein weiterentwickeln.

Leischtungschträgscher: Ich will Wolfgang Overath zurück... und Michael Meier... und Lukas Podolski!!! Ernsthaft... Lukas Podolski... allein schon die Personalie... wie ganz kurz der Gedanke aufkam, dass man sich ja mal mit dem beschäftigen könnte... und wie Schmadtke eiskalt gesagt hat: Das lassen wir lieber. Und wie diese Idee, die unter Overath noch zu einer Massenhysterie geführt hätte, damit erledigt war...

Best Case Szenario: Was soll schon groß passieren? Wer auf fähige Leute setzt, erzielt auch positive Ergebnisse... solange er deswegen nicht in Hektik verfällt. Und das macht in Köln keiner. Und ganz unbemerkt spielt man in Köln im Jahr 2019 wieder international...

Worst Case Szenario: Kennt ihr den Spruch: "Zu viel des Guten"? In Köln müssen sie gerade lernen, was das bedeutet. Denn zum Saisonauftakt liefern sie das perfekte Spiel ab. 6:0 werden die Stuttgarter aus ihrem Stadion geschossen. Man ist TABELLENFÜHRER... Der Kölner Boulevard verlangt, dass man jetzt investiert, damit man auf die jetzt ja sichere Champions League vorbereiten kann. Als Schmadtke darauf hin beschließt, nicht mehr mit diesem Boulevard zu reden, wird von deren Seite die Entlassung des Führungsduos gefordert... und am 3. Spieltag gegen Hamburg gibt es "Stöger raus" Rufe...

Mittwoch, 5. August 2015

Saisonvorschau: Hannover 96

Ausgangslage: Wer hätte das gedacht? Aber Hannover träumt von der guten, alten Mirko Slomka Zeit... welcher Bundesligist kann das noch von sich behaupten? (Spoiler: Schalke 04).
Was noch viel schlimmer ist: Hannover träumt nicht mal von den "guten" Slomka Zeiten... die schlechten würden ihnen vollkommen reichen. Wahrscheinlich erinnert sich da kaum noch jemand dran... aber als Mirko Slomka nach der Hinrunde 2013 entlassen worden ist, lag man auf Platz 13. Wenn Slomka im November zurückkehrt, wird man von einem sicheren Platz 13 träumen... wenn man dann noch bedenkt, dass Martin Kind vor der 2013/14er Saison davon geträumt hat, regelmäßig in der Europa League zu spielen. Klar, das war ein Anfall von Größenwahn. Aber es zeigt halt, wie außergewöhnlich die Phase zwischen 2011 und 2013 war... und wie krass der Verein seit dem wieder geerdet wurde...
Denn sein wir ehrlich: Das Beste, was man sich derzeit in Hannover langfristig erhoffen kann, ist der Status der Grauen Maus. Und Martin Kind muss verstehen, dass das alles ist, was man erreichen kann. Denn die Mannschaften, die über ihnen stehen, haben fast geschlossen bessere Möglichkeiten... (also alle außer Augsburg...). Und die Mannschaften, die hinter ihnen stehen (Hamburg, Stuttgart), haben eigentlich auch bessere Möglichkeiten, müssen die allerdings nur nutzen...
Und ja, da wird einem bewusst, dass Hannover gar nicht sooo viel Spielraum nach unten hat... und dass verdammt viel richtig laufen muss, damit Hannover eine Sorgenfreie Saison erlebt. UND DAMIT muss Kind dann auch noch zufrieden sein...

Wer soll's richten? Ron Robert Zieler!!! Schließlich ist der amtierender Weltmeister... auch wenn die 1 Millionen Frage in 10 Jahren lauten wird: Welcher dieser Spieler war 2014 Weltmeister: Zieler, ter Stegen, Leno oder Fährmann? Und ja, das wird eine verdammt schwere Frage... zumindest für alle nicht Hannoveraner...
Und an sonsten fällt einem halt auf... dass die ganz großen offensichtlichen Hoffnungsträger nicht nach Hannover wechseln... Und somit bedient man sich bei Absteigern... Klar, diese Strategie kann funktionieren (siehe Bicakcic, Hoffenheim), sicher ist es aber keinen Falls.

Wen werden sie vermissen? Lars Stindl. Und ja, gerade zum Saisonfinale war oftmals Stindl der entscheidende Mann. So verabschiedet man sich ohne jemals im Stadion des Ex-Vereins ausgepfiffen zu werden: Man erzielt 4 Tore in den letzten 4 Spielen.
Was auch direkt zum größten Problem führt: Einen Stindl kann man als Hannover nicht kaufen. Wenn man dann noch bedenkt, dass mit Joselu der effektivste Angreifer den Verein verlassen hat... und mit Leonardo Bittencourt wurde der einzige, von dem man hoffen konnte, dass er in die Stindl Rolle reinwächst, auch noch abgegeben...
 es gibt eigentlich keinen sachlichen Grund, anzunehmen, dass diese Mannschaft besser ist als in der Vorsaison... Bleibt zu hoffen, dass die Konkurrenz es auch nicht ist...

Leischtungschträgscher: Denn ganz ehrlich: Das ganz große Problem wurde noch nicht mal angefasst: Michael Frontzecks katastrophale Bilanz als Trainer: Frontzeck hat in seiner Karriere erst eine einzige komplette Saison absolviert. Und ja, Frontzeck hat bisher auf fast jeder Station als Feuerwehrmann den Klassenerhalt gesichert. Aber er hat es nur ein mal geschafft, in der Folgesaison den wirklichen Neuaufbau einzuleiten und voranzubringen... und jetzt soll er es in Hannover schaffen?
Das wirkliche Problem: Frontzecks Bilanz macht ihm zu einem der schlechtesten Bundesligatrainer ever. Und dieses Thema wird ständig besprochen. Während andere Trainer Standartphrasen übers Umschaltspiel als ihre eigene Spielidee ins Mikro diktieren dürfen, muss Frontzeck sich ständig fragen lassen, ob seine Bilanz ihn eigentlich stört... und die Spieler kriegen so was ja auch mit.
Ein Trainer muss eigentlich Euphorie entfachen... ein Thomas Tuchel kann das allein durch eine Vertragsunterschrift... Bei Frontzeck werden einige Spieler (gerade diejenigen, die in der Vorbereitung zurückfallen) relativ schnell denken "Naja, vielleicht läuft es für mich ja beim nächsten Trainer besser..."
Und ja, Frontzeck muss wirklich brillant coachen, um diesen Gedanken zu überleben. Und ja, das ist eine der schwersten Aufgaben, die man einem Trainer stellen kann... und als Special Bonus Difficulty  Level ist der erfolgreichste Trainer der Vereinsgeschichte gerade arbeitslos...

Best Case Szenario: Das war ja auch nicht anders zu erwarten. Hannover läuft der Musik hinterher. Recht deutlich hinterher. Frei nach dem Motto: Wenn die Saison schon mit einer Niederlage in Darmstadt beginnt... Nach 13 Spieltagen gibt es eigentlich nur noch eine Möglichkeit: Man wechselt den Trainer. Und sofort bringen sich die alten bekannten in Position. Aber Martin Kind behält die Übersicht und lässt die Peter Neururers an den langen Leine verhungern... während er mit Jens Keller den wohl unterschätztesten jungen Trainer der Nation holt. 2017 spiel Hannover wieder um die Europa League mit...

Worst Case Szenario: Eigentlich ist doch alles super... Man liegt zur Winterpause auf Platz 12. 4 Punkte vor dem Relegationsplatz. Selbst der letzte Einwechselspieler deckt komplett den Rücken von Frontzeck... aber dann trifft sich Kind am 4. Advent zu einem Gläschen Wein mit der Ex... und die beiden schwärmen von der guten alten Europa League Zeit. Anstatt die Lektion der Konkurrenz aus Frankfurt und Hamburg zu lernen, die mit ihren alten Lieben auf eine Abstiegsplatz abgerutscht sind, holt Kind Slomka zurück... und am 34. Spieltag zieht Hamburg unter Keller an Hannover vorbei und rettet sich gerade so in die Relegation...

Montag, 3. August 2015

Ist Rudi Völler der Neue Franz Beckenbauer?

Oder bin ich zu empfindlich?

Und ja, jedes Mal, wenn der Völler irgendwas in ein Mikro erbricht, denke ich mir: Zum Glück gibt es davon nur einen... mehrere wären davon echt nicht zu ertragen.

Ich habe immer noch das Gefühl, dass Völler immer noch in den 90ern hängen geblieben ist... Und sage an der Stelle mal: Guckt euch einfach mal die Profis aus den 90ern an. Und vergleicht die mit den Profis von heute. Es gibt gute Gründe, warum es von damals keine oben ohne Fotos gab...

Am interessantesten ist dabei eigentlich Simon Rolfes Eröffnungsstatement im Aktuelle Sportstudio auf die Frage "Was hat am meisten Spaß gemacht?" direkt mit "Nicht laufen" anfängt. Das erste, was Rolfes auffällt, ist, dass er im Urlaub keinen Trainingsplan mehr hat. Zum ersten Mal seit wahrscheinlich 15 Jahren.
Ich bezweifele mal ganz stark, dass Rudi das Konzept Trainingspläne für den Urlaub überhaupt kannte.

Und ja, in diesem Jahrtausend bist du 24/7 Fußballprofi. Und das 365 Tage im Jahr. Du musst selbst im Urlaub darauf achten, dass du nichts verlierst. Und nicht zunimmst. Und wenn du es doch tust... kriegst du ziemlich schnell ein Problem.

Dazu stehst du mittlerweile 24/7 unter Beobachtung. Um ein einfaches Paradebeispiel zu nennen: Die Hamburger kassieren mal wieder eine deftige Klatsche. Bekommen aber, um den Kopf mal frei zu kriegen, 2 Tage Urlaub. 2 ihrer Spieler nutzen dieses "ihr müsst die Köpfe mal frei kriegen" wörtlich und fliegen nach Mallorca. Dort werden sie dann von Fans fotografiert und hinterher aus dem Kader geworfen... Und ja, dass sind die Realitäten, mit denen man sich heutzutage als Fußballprofi jeden Tag beschäftigen muss: Du könntest aus dem Kader fliegen, weil du im falschen Moment deine Schwester besuchst... schließlich hat Sport1 seine eigene "Urlaubsbilder" Rubrik.

Selbst als nicht Weltstar kannst du heute nicht mehr ganz entspannt Urlaub machen. Während es von Rudi keinerlei Urlaubsbilder gibt. Und jetzt stellt euch mal vor, ihr werdet beim Urlaub erwischt, wie ihr euch ordentlich die Kante gebt... Was für ein Shitstorm dann losgetreten wird. "Wie kann der sich wie ein ganz normaler 21 Jähriger verhalten, wenn der doch Profi ist?"

Dass der Druck heutzutage ein ganz anderer ist. Sowohl physisch als auch psychisch. Gerade wenn man mit einem Traditionsverein wie dem Hamburger SV auf Absturzkurs ist. Ignoriert ein Rudi Völler... nun ja völlig...

Erschwerend kommt hinzu: Gerade die Liebe zum Sport und den Vereinen hat doch Marcel Jansen zu dem Schluss kommen lassen, dass er seine Karriere beenden muss. Jansen ist eben nicht der Standart-Söldner, der selbst Rudi am Ende irgendwie war. Jansen hatte in seiner Karriere insgesamt 3 Vereine. 3 deutsche Traditionsvereine. Wenn einer dieser Drei ihm ein Angebot gemacht hätte, hätte er wohl auch weiter gespielt. Bei einem hätte er es garantiert gemacht.

Für Jansen wäre es halt keine Option mit 34 Jahren als Weltmeister zu einem (damals) international völlig irrelevanten Werksklub zu gehen, ohne irgendeine Bindung zu diesem Verein zu haben. Nach dem Motto: Hauptsache die Kohle stimmt. Ein Rudi Völler hat halt genau das gemacht... seine Karriere damit noch mal um 2 Jahre verlängert. Und ja, damals war nicht abzusehen, dass sie den Rudi bis heute nicht los werden würden...

Jansen hat einfach eine andere Entscheidung getroffen. Er wollte in den späten Jahren seiner Karriere nicht zum Sölnder-Normaden werden. Er wollte sein soziales Engagement in der Stadt Hamburg, in der er fest verwurzelt ist, nicht aufgeben, nur um irgendwo bedeutungslosen Fußball zu spielen. Und ja, es würde sich niemand an die späten Jahre von Marcell Jansen in Portugal oder in der Türkei erinnern. Oder bei irgendwelchen Mittelklassse-Premiere League-Vereinen.

Das ist eine Entscheidung, die mich wirklich überrascht hat. Die man aber respektieren und ehren sollte. Und von mangelnder Liebe zu sprechen, ist, wenn man sich so sehr mit einem Verein identifiziert wie Jansen, obwohl man dort eigentlich nur Scheiße erlebt hat, einfach Schwachsinn...

Leider bin ich von Rudi kaum noch was anderes gewöhnt.

Sonntag, 2. August 2015

Saisonvorschau: VfB Stuttgart

Ausgangslage: Wie schaffe ich es, diesen Beitrag ohne "Der neue Trainer ist noch zorniger als Huub Stevens" Witz durchzuziehen... anscheinend gar nicht... Das dümmste daran: im November könnte der Witz schon wieder veraltet sein...
Alexander Zorniger bringt eine Menge Probleme mit. Natürlich können die Optimisten behaupten, dass da ein Junger Trainer vom Typ Jürgen Klopp kommt, der für eine aufregende Entwicklung sorgen wird. Und ja, das ist das Best Case Szenario. Aber...
Erstens hat Zorniger noch nie die Erwartungen übertroffen. Und sein wir ehrlich: Mit RB Leipzig 2 mal aufzusteigen ist nur bedingt ein Kustwerk. Dabei will ich ihm gar nicht vorwerfen, dass er am Ende für einen natürlichen Wachstum und gegen einen abrupten Umbau (und damit das Absägen der Aufstiegshelden) einstand. Aber bei RB hat er genau genommen nur das Selbstverständliche vollbracht.
Das nächste Problem: Der Kader des VfB Stuttgarts ist... wie drücke ich es freundlich aus... ziemliche Grütze... Klar, dass sind alles keine schlechten Spieler. Aber auch keine Spieler, die einem wirklich Hoffnung auf eine großartige Entwicklung machen. Nehmen wir Alexandru Maxim: Klar, der kann (gerade bei Standartsituationen) für geniale Momente sorgen. Aber er hat jetzt auch 1 1/2 Jahre lang bewiesen, dass er ein Spiel nicht so Konstant prägen kann, dass man mit ihm als 10er eine Sorgenfreie Saison spielen kann. Oder Martin Harnik: Der ist halt ein 10 Tore Stürmer bei einem Abstiegskandidaten. Solche Leute sind auch wichtig. Aber ich glaube einfach nicht, dass Harnik bei einer besseren Mannschaft wirklich ein Leistungsträger sein kann. Jedenfalls nicht konstant über eine gesamte Saison.
Und klar, solche Stürmer sind für Abstiegskandidaten unbezahlbar... aber Stuttgart will eigentlich keiner dieser Vereine sein...
Als nächstes will Zorniger ein neues und anspruchsvolles Spielsystem einführen: Mit höchstem Tempo durch die Mitte. Das Problem daran: Die Stärken des Stuttgarter Kaders (Namentlich Filip Kostic und eben Harnik, aber auch Timo Werner) sind eher auf ein Spiel über die Außen ausgelegt.
Ich sage ja gar nicht, dass das nicht funktionieren kann... aber das wird Zeit brauchen. Und Zeit hat in Stuttgart eigentlich kaum jemand.
Erinnert sich noch jemand an Fredi Bobic? Der musste gehen, weil seine Transferbilanz zu bescheiden war. Nun will ich die ja gar nicht schön reden. Aber im wesentlichen musste er gehen, weil Kostic aus Holland kommend zu lange brauchte, um sich an die neue Liga zu gewöhnen, und Daniel Ginczek nach seinem Kreuzbandriss zu lange brauchte um wieder fit zu werden. Beide muss man im Nachhinein als gute Transfers ansehen... die noch weiteres Entwicklungspotenzial nach oben haben.
Und ja, vielleicht wird Zornigers System irgendwann auch genau diese Früchte tragen... nur ist es fraglich, ob die für die Stuttgarter Ansprüche schnell genug reifen... und ja, der Kader ist nicht wesentlich besser als der im letzten Jahr. Es ist also nur bedingt davon auszugehen, dass die Stuttgarter eine komplett sorgenfreie Saison erleben...

Wer soll's richten? Mirko Slomka? Ernsthaft: Wenn Zorniger sich nicht durchsetzt, sollten sich die Stuttgarter mal genaustens den Slomka angucken. DAS ist genau der richtige (Übergangs-)Trainer für diesen Verein... andererseits habe ich das auch schon gesagt, als er in Hamburg unter Vertrag stand...
An sonsten... Mitch Langerak. Und ja, ich nenne den Namen nur, weil ich so gerne Recht behalte: Schon direkt nach dem Ullreich-Wechsel habe ich gesagt, dass man auf der einen oder anderen Bundesligabank einen besseren Torwart finden kann. Nun ist Langerak gerade leider verletzt, aber selbst die neue Nummer 2 könnte besser sein als die alte Nummer 1... was ein gutes Zeichen für die Stuttgarter ist: Einen souveränen Torwart zu haben, ist wichtiger, als viele glauben wollen.

Wen werden sie vermissen? Antonio Rüdiger? Manchmal bin ich mir echt unsicher: Ist Rüdiger jetzt wirklich so gut, dass er in den Fokus von Atletico Madrid geraten musste und ein gewisser Jogi Löw hat das einfach früher erkannt als alle anderen? Oder denkt sich das Atletico Management: Der ist deutscher Nationalspieler, der MUSS gut sein? Ich habe von Rüdiger jedenfalls noch nichts gesehen, was mich hat denken lassen "Boah, der hat Champions League Niveau!"... Was nicht heißen soll, dass er sich das nicht noch erarbeiten kann...

Leischtungschträgscher: Das wirklich lustige an der Personalie Bobic: Dessen Kritik konnte so richtig niemand entschärfen... Und ja, damit ist Bernd Wahler der designierte Leischtungschträgscher. Der VfB Stuttgart ist halt auch einer dieser Vereine, bei denen das Problem ganz oben beginnt. Allein schon, dass Robin Dutt der einzige Mann mit "Fußballkompetenz" im Verein ist... Dutt hat bisher eine Sache richtig gut gemacht: In der Freiburger Idylle konzentriert als Trainer mit der Mannschaft arbeiten. Dass er jetzt selber eine Mannschaft zusammenstellen kann, muss erst noch bewiesen werden. Und viel Zeit wird er dafür nicht bekommen...

Best Case Szenario: Es ist mal wieder so weit: Der VfB steht am Abgrund. Der Saisonstart verläuft äußerst suboptimal. Die großen Hoffnungen enttäuschen auf ganzer Linie. Nach 9 Spieltagen sieht Zorniger nur noch eine aller letzte Möglichkeit: Er setzt eiskalt auf die Spieler, die seine Spielidee wenigstens im Ansatz umsetzen können. Also lässt er Odisseas Vlachomdimo, Timo Baumgartl, Rüdiger, Ariant Ferati, Kostic, Mart Ristl und Timo Werner gemeinsam auflaufen. Und seit dem läuft's... angeführt vom Routinier Chrsitian Gentner feiern die Stuttgarter die xte Version ihrer "jungen Wilden"... ernsthaft, selbst erfahrene Stuttgart Fans können nicht mehr genau nachvollziehen, wie viele dieser Generationen sie schon miterlebt haben... So stürmen sie völlig überraschend in die Europa League...

Worst Case Szenario: Dieses Mal will Robin Dutt es aber richtig machen. Und diese Generation "Junger Wilder" wirklich nutzen, um eine langfristige und seriöse Entwicklung auf den Weg zu bringen. Zumindest erklärt er uns das... auf der Pressekonferenz, auf der die Verpflichtung von Rafael van der Vaart und Sidney Sam für insgesamt 15 Millionen Euro Ablöse bekannt gibt...

Donnerstag, 30. Juli 2015

Saisonvorschau: Hertha BSC Berlin

Ausgangslage: Wie lange kann ein Dead Coach Bounce eigentlich anhalten? Hertha's Komplette Strategie scheint auf "Hoffentlich möglichst lange" ausgelegt zu sein.
Und ja, Pal Dardai hat die Mannschaft erst Mal stabilisiert. Aber sein wir ehrlich: So wie das Verhältnis zwischen den "Stars" und Jos Luhukay gewesen sein muss, hätte selbst ein Wischmob diesen Effekt gehabt.
Aber vor allen Dingen... hat Dardai auch einfach nicht mehr gemacht. Am 27. Spieltag hatte man mit einem Sieg gegen Paderborn den Klassenerhalt so gut wie sicher. Schließlich hatte man 7 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Da hätte man ja schon mal anfangen können, an all den schönen Dingen, von denen Dardai so spricht, zu arbeiten... also mehr Ballbesitz, mehr Tempo, mehr Torchancen...
Stattdessen... gewann man keines seiner letzten 7 Partien... Euer Retter startet also mit einer Serie von 7 Sieglosen Spielen in die Saison. Wisst ihr, wer seinen Verein auf ähnliche Weise gerettet hat? Robin Dutt Werder Bremen in der Saison 2012/13. Dieses Vorbild war nach 9 weiteren sieglosen Spielen entlassen... Ich muss zugeben, dass ich Dardai einen ähnlichen Werdegang zutraue...

Wer soll's richten? Da geht das Problem ja schon weiter... Michael Preetz halt. Und wenn der eines eindrucksvoll nachgewiesen hat, dann das er nur bedingt dazu in der Lage ist, mit bescheidenen Mitteln ein bundesligataugliches Team aufzustellen... Wenn er das könnte, wäre die Hertha nicht unter ihm schon 2 mal abgestiegen.
Vor allem, dass sie jetzt darauf setzen, dass die de facto Fehleinkäufe wie Salomon Kalou dieses Jahr besser werden...
Die einzigen relevanten Verstärkungen sind Vladimir Darida und Mitchell Weiser: Der eine ist gerade als Führungsspieler abgestiegen, der andere hat nachgewiesen, dass er in einer hervorragenden Mannschaft durchaus (in belanglosen Spielen) mitlaufen kann... wenn es für ihn selbst quasi im alles geht, weil der Vertrag ausläuft. Von beiden muss die Hertha jetzt irgendwie erwarten, dass sie vorne weg marschieren. Denn wenn sie es nicht tun, wird das eine richtig harte Saison werden...
Dass man dann auch noch den erklärten Wunschspieler des Trainers (den er zufällig auch in der Nationalmannschaft trainiert hat) verpflichten will... ich würde einem Dardai ja nur bedingt solche sogar recht teuren Wünsche erfüllen...

Wen werden sie vermissen? Das ist ja der große Vorteil an einer eigentlich absoluten aber doch nicht total enttäuschenden Saison: Hinter laufen einem nicht die Leistungsträger weg. Das viel größere Problem: Eigentlich würde man gerne noch viel mehr Spieler vermissen, die sind aber alle noch da. Was dann dazu führt, dass man die gesamte Vorbereitung über mit Abfindungsverhandlungen beschäftigt ist, damit man die Spieler wenigstens halbwegs los wird. Konstruktives Arbeiten sieht für mich irgendwie anders aus...

Leischtungschträgscher: Alles bleibt am Ende an Michael Preetz hängen. Und ja, ich bin weiterhin nicht davon überzeugt, dass der ein guter Bundesligamanager ist. Die Hertha hat aber ein ganz großes Problem: Er ist halt auch die Vereinsikone schlecht hin. Der Rekordtorschütze der Berliner... und wenn er das nicht wäre, wäre er auch schon längst weg... eines ist ziemlich sicher: Beim nächsten Abstieg ist er es. Aber genau genommen müsste die Hertha ihn entlassen, um diesen Abstieg zu verhindern... Das werden sie aber nicht tun. Ein Teufelskreis.

Best Case Szenario: Bereits um 15:45 ist es allen ziemlich klar: Das wird so nichts. Zumindest heute nicht. Und wohl auch nicht langfristig. Schließlich liegt man in Augsburg nach 15 Minuten 0:3 zurück... ein Nürnberg-esquer Start sozusagen. Und genau so sehen auch die Konsequenzen aus. Mit dem Duo Andreas Rettig und (ab dem 8. Spieltag) Thomas Schaaf wird die Mannschaft aber zumindest stabilisiert. Und mit klugen Wintertransfers so weit gestärkt, dass man wirklich von einer Entwicklung sprechen kann. Die danach stetig anhält. Im Jahr 2023 startet man dann erstmals seit Ewigkeiten in der Champions League... und das ohne deswegen durchzudrehen. Im Jahr 2031 wird man dann zum ersten Mal seit 100 Jahren Meister...

Worst Case Szenario: Das Blinde Huhn und das Korn. Wer das Huhn ist, sollte offensichtlich sein, das Korn ist jedenfalls Dardai. Der lässt in seiner 2. Saison brillanten Tempofußball spielen... der Rest der Liga ist davon genau so geschockt wie Preetz. So wird Hertha völlig überraschend Wintermeister... und Preetz in genau diesem Winter zum Präsidenten gewählt. Das ist doch genau der Moment, zuzuschlagen und die sicheren Champions League Millionen zu investieren... in Rafael van der Vaart, der für 10 Millionen kommt...
 Nach einer normal sterblichen Rückrunde beendet die Hertha die Saison auf Platz 7, Dardai wird Pep Guardiolas Nachfolger und Preetz ist unkündbar... vdV ist dafür unverkäuflich...

Mittwoch, 29. Juli 2015

Saisonvorschau: Hamburger SV

Ausgangslage:
Ok, ich will ganz ehrlich sein... ich habe keinen Bock auf diese Vorschau. Und jeder Hamburg sollte an dieser Stelle aufhören zu lesen.

Ernsthaft, letzte Warnung...

Denn sein wir ehrlich: Es gibt 17 Vereine, die es zu 100% verdient haben, Bundesliga zu spielen. Und es gibt Hamburg. Diesen Drecksverein, der sich dennoch Dino nennen darf. Der als einziger unabsteigbar ist...
Und boah, musste da dieses Jahr nachgeholfen werden...

Am 32. Spieltag erzielt der HSV den vielleicht entscheidenden Ausgleich... in der Nachspielzeit. Und eins steht mal fest: Den kleinen Pissvereinen aus Braunschweig und Paderborn wäre das Einsteigen gegen den Torwart definitiv abgepfiffen worden... völlig zurecht. Dass der SC Freiburg hinterher auch noch einen Elfmeter hätte bekommen müssen, kann man schon fast ignorieren (da auch Hamburg einer verweigert worden ist...)

Am 34. Spieltag trifft man dann auf Schalker im "Eigentlich hätten wir gerne einen anderen Trainer" Modus... zugegeben, so haben sie de facto seit dem Ausscheiden gegen Real Madrid gespielt und das Paderborn das nicht nutzen konnte, ist deren eigene Schuld... Aber wenn die Schalker für ihren Trainer gespielt hätten...

Vor allem: Ohne diese beiden Ereignisse landet der HSV nicht auf den Relegationsplatz... der schon an sich was den Wettbewerb betrifft eine eher fragliche Veranstaltung ist. Wer nachdem er gegen jeden 2 Mal gespielt hat 3. Letzter ist, hat den Abstieg einfach mal verdient... aber hey, wir müssen den HSV ja retten... zum 2. Mal in Folge...

Und wie sie das geschafft haben... einfach nur erbärmlich: In der 70. Minute dringt Reinhold Yabo in den Strafraum ein... und wird dort von Johann Djourou am Fuß getroffen... Yabo ist aber ein absoluter Vollidiot ein fairer Sportsmann und lässt sich nicht fallen. Unsere Schiedsrichter sind aber leider so trainiert, dass sie nur pfeifen, wenn Spieler theatralisch fallen... Obwohl man das eigentlich im Sinne der Regeln gar nicht muss... und ja, wenn dieses Jahr die Stürmer bei jeder kleinen Berührung umfällt... denn der Dumme wird ja für seine Fairness bestraft...
Und ja, wenn Yabo es auf den Elfmeter anlegt, liegt Hamburg in der Relegation im eigenen Stadion mit 0:2 zurück...

Aber selbst das reichte ja noch nicht... Im Rückspiel brauchte man wieder die Hilfe der Schiedsrichter. Die einen in der Nachspielzeit einfach mal einen höchstens fragwürdigen (und das auch nur, wenn man die HSV Brille auf hat) Freistoß pfeifen, der zum 1:1 verwandelt wird.

Und ja, der Sportlich legitime und faire Wettkampf namens Bundesliga wurde durch diese Pfiffe ad absurdum geführt. Und diese Entscheidungen waren genau die, wegen denen ich immer gegen die Relegation war: Da hängt die Ligazugehörigkeit auf ein Mal von der Interpretation des Schiedsrichters ab...

Aber ja, der HSV ist immer noch Bundesligist... und da sich Arschlöcher gerne zusammen tun, haben sie auch noch Emir Spahic verpflichtet... und die DFL? Belohnt sie auch noch... anstatt sie am Sonntag um 1 gegen Darmstadt starten zu lassen, dürfen sie am Freitag in München die Saison eröffnen... als offizielles "Ja, wir mussten nachhelfen, aber wir freuen uns trotzdem so sehr, dass ihr noch bei uns mitspielt" Geschenk...
Ich habe noch nie so sehr auf einen Zweistelligen Sieg der Bayern gehofft. Damit Hamburg vom ersten bis zum letzten Spieltag auf Platz 18 steht. So dass am Ende dieser Saison nicht mal unter günstigsten Umständen Zweifel darüber aufkommen, wo dieser Verein "in einer gerechten Welt" hingehört.

Aber das wird nicht passieren. Ich bin ja nicht naiv... und dass der Fußball-Gott, wenn es ihn gibt, ein extrem zynisches Arschloch ist, haben die letzten 2 Jahre bewiesen. Der HSV wird 9. und auf Jahre hinweg nicht mehr in derart bedrohliche Situationen kommen... Bleibt zu hoffen, das wenigstens das große Opfer diese Scharade dieses Jahr ihren verdienten Aufstieg nachholen können. Dass wäre zumindest ein Hauch von Gerechtigkeit...

Dienstag, 28. Juli 2015

Saisonvorschau: FC Ingolstadt 04

Ausgangslage: Augsburg 2.0? Das würde in Ingolstadt wohl jeder auf den ersten Blick sofort so unterschreiben. Und ja, die Gemeinsamkeiten zwischen Augsburg und Ingolstadt sind enorm.
Beide Vereine kommen nicht zufällig aus Bayern... und ja, dort ist die wirtschaftliche Potenz einfach eine andere.
Und beide spielten 5 Jahre 2. Liga und stiegen am Ende eines natürlichen Wachstumsprozesses auf. Allein schon deswegen ist Ingolstadt nicht mit der absurden Überraschungsgeschichten aus Darmstadt zu vergleichen: Ingolstadt hat die Voraussetzung erste Liga zu spielen.

Wer soll's richten? Da geht der muntere Augschburg Vergleich auch schon weiter: Ramazan Özcan, Tobias Levels, Marvin Matip, Almog Cohen, Elias Kachunga, Mathew Leckie und Tomas Pekhart kommen dem übermäßig Fußball-interessierten Vollfan irgendwie bekannt vor. Aber halt auch nur irgendwie. Sie wurden halt von diversen Bundesligisten gewogen und als eigentlich zu leicht befunden. Und damit ähnelt auch der Kader erstaunlich dem der ersten Augsburger Bundesligasaison um Jentzsch, Callsen-Bracker und Baier.
Was ja auch logisch ist: Im Gegensatz zu Darmstadt hat man halt auch die wirtschaftlichen Möglichkeiten diese (für Zweitligisten) recht kostspieligen Profis zu verpflichten. Auch wenn Geld keine Tore schießt, so hilft es doch ungemein dabei...

Leischtungschträgscher: Aber halt nur bis zu einem gewissen Punkt. Was halt viele im aktuellen Augsburg-Hype vergessen: Der Weg dahin war verdammt eng. Und es war mehrmals kurz vor knapp. Und ja, die Augsburger standen nicht nur ein Mal vor der Wahl "Entlassen wir unseren Trainer, oder ziehen wir es durch?" Sie haben damals die richtige Entscheidung getroffen. Können die Ingolstädter das auch? Was ist da eigentlich genau die richtige Entscheidung?

Wen werden sie vermissen? Ernsthaft... woher soll ich das wissen? Ernsthaft: Wer aus dem Stegreif 2 Spieler nennen kann, die letztes Jahr in Ingolstadt gespielt haben und jetzt gewechselt sind... braucht dringend andere Hobbys...

Best Case Szenario: Es ist echt knapp... bis zur 92. Minute des 34. Spieltages hält Ingolstadt zumindest den Relegationsrang. Und ist damit nach einer turbulenten Saison eigentlich voll im Soll... aber dann kommt da dieser ominöse Elfmeterpfiff in Augsburg... und Hamburg kriegt einen Elfmeter, obwohl keiner ihrer Spieler überhaupt in Strafraumnähe ist, einen Elfmeter zugeschoben, der sie am Ende auf Platz 16 und Ingolstadt in die 2. Liga schiebt... anders kann man das gar nicht ausdrücken...
Aber Ingolstadt hat selbst bei den 9 Niederlagen in Serie im Herbst an Ralph Hasenhüttl festgehalten. Und die Mannschaft ist gemeinsam mit ihrem Coach gewachsen. So geht sie in fast unveränderter Form als Top Favorit 2016/17 in die Zweitligasaison und schafft im Sommer das eigentlich unmögliche: Sie schlagen den HSV in der Relegation.

Worst Case Szenario: Nichts ist mehr so, wie es war... zumindest im Sommer 2016. Klar, die Klasse hat man gerade so gehalten... aber zu welchem Preis? Der Erfolgstrainer Hasenhüttl musste im Oktober gehen. Der Sportdirektor Thomas Linke folgt Anfang Januar. All die Spieler, die gerade so geradeaus laufend die Klasse gehalten haben, verlassen im Sommer den Verein. Und 2017 steigt Ingolstadt als Tabellenletzter ab... Und von dem sagenhaften Niveau, dass sie unter Linke erreicht haben, träumen sie auch 20 Jahre später noch... während Linke und Hasenhüttl längst als Duo auf Schalke deutscher Meister wurden... DAS hätte einzig und allein Ingolstadt verhindern können...