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Freitag, 18. Juni 2021

Fuck your National Identity!

 Wer hat das nochmal gesagt? Angeblich Eric Cantona. Also anscheinend hat der sich mit entsprechendem Merch ablichten lassen... Was mich auch nur zu dem Punkt bringt: Cantona trägt Merchandise von Roter Stern Leipzig... Das ist ein Bezirksligist, der, optimistisch ausgedrückt, sozial engagiert ist. Wie geil ist das denn?

Anyhow, ich wollte ja woanders hin: FUCK YOUR NATIONAL IDENTITY! 

Denn es ist mal wieder so weit. Die gewöhnlichen 2 Jahre sind vergangen. Dieses Mal waren es 3, aber das tut nichts zur Sache. Denn alle 2 Jahre stellen wir völlig entsetzt fest: Die Italiener spielen gar keinen Catenaccio mehr! Die spielen mittlerweile richtig attraktiven Fußball. Wie unfair von denen. Die haben doch sonst IMMER nur gemauert.

Hier ist das faszinierende: Die ursprüngliche Catenaccio Strategie kommt aus den 30er Jahren. Sie wurde in Italien bis in die 70er Jahre hinein praktiziert. Aber selbst das ist 50 Jahre her. Trotzdem wird das Klischee jedes Turnier wieder ausgepackt.

Also nur um das mal festzuhalten: Arigo Sacchi legte die Grundlagen für modernes, offensives Ballbesitzspiel. Er ist quasi der Vater von Pep Guardiola, wenn Johann Cruyff die Mutter ist. Und der war 1994 italienischer Nationaltrainer.

Oh und ein gewisser Marcelo Lippi hat in einem WM-Halbfinale 3 Stürmer eingewechselt, weil er auf keinen Fall ins Elfmeterschießen wollte. Hat auch gut funktioniert. Und jetzt haben sie mit Roberto Mancini einen Trainer, der für begeisternden Offensivfußball steht. Wer da überrascht ist, dass die nicht mehr Mauern... hat sich praktisch seit 100 Jahren nicht mehr mit Fußball beschäftigt. Das ist natürlich auch wieder der Kicker.

Aber dieses Stigma der defensiv denkenden Mannschaft werden sie nicht mehr los. Obwohl es mittlerweile die Franzosen sind, die sich vor dem eigenen Tor verbarrikadieren, auch wenn sie das gar nicht nötig haben. Aber da niemand auf die Idee kommt, dass die Franzosen, bei all ihrem Offensivpotenzial, von sich aus mauern, gehen alle davon aus, dass es eine großartige Leistung war, gegen die 60 % Ballbesitz zu haben. Wie schon erwähnt schafft das selbst Peru

Die Franzosen spielen einen richtigen Assi-Fußball. Da fängt der Torwart in der 30. Minute mit dem Zeitspiel an. Aber weil das unserem Bild von Michel Platini und Zinedine Zidane entspricht, weigern wir uns einfach, das anzuerkennen. Deswegen steht in der Vorschau auch kein "Wird sich zum Titel Mauern, obwohl sie Potenzial für wesentlich mehr hätten... aber der Erfolg gibt Didier Deschamps recht."

Und gerade das Deschamps schon vor 3 Jahren seine technisch hochbegabten Individualisten davon überzeugte, dass der Weg zum Titel über disziplinierte Defensivarbeit gehen wird, ist eine herausragende Trainerleistung. Man sieht das ja an Paul Pogba, der im Nationalteam ein ganz anderer Spieler ist, als bei Manchester United. Die Arbeit, die Deschamps macht, ist schon richtig, richtig gut. Aber man muss halt auch den richtigen Kontext dieser Arbeit darstellen. Macht aber keiner, weil es nicht ins Klischee passt.

Nächstes Beispiel: Die Spanier sollen jahrelang Tikitaka mit falscher 9 gespielt haben. "Wie Barca ohne Messi", weil wir das halt erwarten, wenn eine Mannschaft um Xavi und Iniesta aufgebaut wird. Aber, dass die jahrelang nur mit Ballbesitz verteidigt haben. Dass die eigentlich nicht angegriffen haben, sondern nur den Gegner Müde spielen wollten, um dann irgendwann ein Tor zu erzielen. Erzählt euch natürlich niemand, weil es nicht ins Klischee passt. Also gut, ich habe euch das natürlich erzählt, aber Details.

Wo wir schon dabei sind: Die Holländer haben seit dem Rücktritt von Johann Cruyff häufiger Rumpelfußball um Beert van Marwijk und Mark van Bommel als Voetball Total gespielt. Trotzdem gehen wir vor jedem Turnier davon aus, dass die begeisternden Offensivfußball spielen, nur um wieder enttäuscht zu werden.

Nur um zu beweisen, dass das in alle Richtungen geht: Selbst wir Deutschen gelten ja immer als "Turniermannschaft, die sich reinarbeitet und mit den deutschen Tugenden" überzeugt. Aber die beste Nationalelf aller Zeiten bestand in wesentlichen Teilen aus Beckenbauer, Breitner, Netzer, Heynckes und Müller. Die stehen jetzt nicht für die klassischen deutschen Tugenden. 

Jetzt wird aber gerne behauptet, dass Jogi Löw eine neue Identität geschaffen hat. Dabei hat er doch eigentlich "nur" den Geist der 70er Jahre wiederbelebt. Und das ohne das damalige Niveau wieder zu erreichen oder zu übertreffen. 

Selbst ich rechne es Jogi Löw hoch an, dass er immer der Manager war, der schon beim ersten Spieltag auf Sieg spielte anstatt zu taktieren. Und der auch schon am ersten Spieltag konsequent aufs 2. und 3. Tor ging. Das machen halt nicht viele. Aber er hat die deutsche Nationalmannschaft nach finsteren Jahren, die nichts mit ihm zu tun hatte, wieder dahin geführt, wo sie sonst auch immer war: Er hat den guten Individualisten (Damals Beckenbauer und Netzer, 2014 Özil und Kroos) ein Kollektiv zur Seite gestellt, in dem diese gut funktionieren konnte.

Aber es passt halt nicht in das Klischee, dass "wir" auch schon in den 70ern einige großartige Künstler in der Mannschaft hatten.

Freitag, 15. Juni 2018

Wie wichtig ist eigentlich ein Trainer?

So viel zum Worst of - Vorschau - Plan... hat ja lange gehalten... aber arbeiten wird das kurz ab:
Was macht eigentlich euer "Ach, ich trinke nur ein Bier pro Tor während der WM, dann wird das schon nicht so schlimm werden" Plan? Meiner ist gut unterwegs...

Und wenn der Typ da noch relevant wäre, gäbe es jetzt ein "Boycott Robbie Williams" Movement... Inklusive T-Shirts... wird nicht passieren...

Jetzt also zur eigentlichen Frage (und hey, Spanien spielt ja auch...): Wie wichtig ist jetzt eigentlich so ein Trainer für einen WM-Teilnehmer... also weil die jetzt so tun, als würde der Julen Lopeteguis Abgang Spanien die WM kosten... Und alle Journalisten sind froh, weil sie wissen wie man Fernando Hierro ausspricht und schreibt...

Aber kostet der Trainerwechsel jetzt wirklich den WM Titel? Oder sollte Spanien nicht gerade von dem "Dead Coach Bounce" profitieren und deswegen Weltmeister werden?

Das faszinierende ist ja: Eine WM wird immer noch im Wesentlichen durchs Talent auf dem Platz entschieden. Als Trainer hast du einfach nur die Aufgabe, die 11 talentiertesten motiviert auf den Rasen zu bringen. Und sie dann noch grob in die richtige Richtung laufen zu lassen... Die ganze Detailarbeit, die einen Trainerposten eigentlich ausmacht (so was wie koordiniertes Verschieben und aggressives Gegenpressing) spielt dagegen eher eine Untergeordnete Rolle. Das ist ja auch der Grund, warum selbst Spanien gegen Deutschland in einem WM Finale nie das Niveau von Real Madrid gegen Bayern München in einem Champions League Halbfinale erreicht. Weil sich auf das eine Spiel wirklich 9 Monate lang vorbereitet wird auf das andere nicht mal 9 Wochen.

Nur um das mal zu verdeutlichen: Jürgen Klinsmann galt zwischenzeitlich als großartiger Trainer. Weil er es geschafft hat seinen "Erfolg" (Deutschland landete halt wie immer im Halbfinale, welch Sensation...) bei der Heim-WM bestmöglich zu verkaufen. Und danach hat er dann nochmal ein ordentliches Turnier mit den Amis abgeliefert. Inzwischen haben selbst die gemerkt, dass er ein ziemlicher Vollpfosten ist. Aber Klinsis Ruf war selbst nach dem Desaster Bayern München immer noch so gut, dass er von US Verband verlangen konnte, was er dringend brauchte... Wobei nur das Scheitern beim Rekordmeister den Amis überhaupt die Möglichkeit gab mit ihm zu verhandeln. Denn vorher war der in anderen Sphären unterwegs...

All das auf Grund einer emotional erfolgreichen WM... Und mittlerweile muss man eigentlich behaupten, dass man trotz und nicht wegen Klinsi Dritter wurde. Denn die dringend benötigten Taktischen Änderungen kamen von Michael Ballack... Und noch im März nach ner Klatsche in Italien wurde die Ablösung des Trainers gefordert...

Ein weiteres hier sehr beliebter Beispiel ist Jogi Löw. Der wohl einzige WM Trainer, der mit klarer Spielphilosophie und komplexen Systemen ins Turnier geht... Der halt nicht einfach nur die 11 besten aufstellen will, sondern unbedingt einen Shkodran Mustafi finden und einbauen muss, auch wenn einem das den Titel kosten könnte... und ja, wenn sich Mustafi nicht ohne Gegnereinwirkung verletzt hätte...
Oder der vor einem Halbfinale gegen Italien mit neuer Strategie und Grundordnung kommt... und daran dann scheitert... ist alles passiert, wird nur gerne ignoriert...
Also selbst der Visionär unter den Nationaltrainern... könnte bei genauerer Betrachtung eher Titelgewinne verhindern als fördern...
Was nicht mal direkt gegen Jogi Löw geht, sondern ein allgemeines Problem bei einer WM ist: Solange du keinen komplett Blinden auf der Bank hast, wird das nicht die WM entscheiden... es sei denn dein Trainer ist zu ambitioniert. Und die besten WM Trainer sind diejenigen, die ihre Spieler einfach machen lassen.

Wenn Fernando Hierro (um den Bogen zu schlagen) sich jetzt mit der Arbeit seines Vorgängers (die ja voll in Ordnung war... so gut das Real Madrid ihn haben wollte) beschäftigt und sein Team genau so aufstellt wie vorher, wird die Auswirkung des Trainerwechsels erstaunlich gering ausfallen. Natürlich muss er es dafür schaffen die Mannschaft emotional mitzureißen...

Ungelogen, meine erste Reaktion auf die Nachricht war: Vielleicht schafft es Hierro ja, Andres Iniesta in der 55. Minute einzuwechseln. Denn ich bin weiterhin davon überzeugt, dass dies der eigentliche Schlüssel für einen WM Titel der Spanier wäre. Denn die effizienteste Variante sein Talent konsequent und für mögliche 120 Minuten auf den Rasen zu bringen wäre: Thiago anfangen lassen, den Gegner müde spielen und dann den graumelierten alten Herren zu bringen um das Spiel zu entscheiden. Solche Personalentscheidungen sind am Ende wichtiger als die Frage, ob man sich perfekt verschiebt.

Montag, 26. März 2018

Das "Andres Iniesta" Dilemma

Wie jetzt, der sollen nen Problem sein? Hat er nicht erst am Freitag nachgewiesen, dass er immer noch absolut brillant ist? Dass die Spanier mit ihrem Genie im Mittelfeld wesentlich besser sind als ohne?

Definitiv. Und genau da liegt das Problem.

Andres Iniesta ist ein absolutes Genie im Mittelfeld. Einer der besten Spieler aller Zeiten... Und wenn er (also zum ersten Mal ohne seinen ehemaligen kongenialen Partner Xavi) diesen Sommer einen der Internationalen Titel gewinnt, wird er zum erfolgreichsten Fußballer der Moderne...

Und ja, das kann man einfach so behaupten... genau genommen muss man das nur bei Sergio Ramos gegenprüfen... Der kommt "nur" auf 3 Champions League Titel... Welch Schande...

Alle anderen Spieler... können entweder (sieh Cristiano Ronaldo und ganz besonders Lionel Messi) auf Nationalmannschaftsebene nicht mithalten... und das hält halt sogar einen Toni Kroos zurück...

Die anderen spanischen Helden dieser Übermannschaften... müssen sich irgendwie eigestehen, dass sie nicht die ganze durch Barca-Real-Spanien geprägte Ära mitgemacht haben... Also selbst seinen Kollegen wie Pique, Jordi Alba und Sergio Busquet fehlt bei der Endabrechnung der erste EM Titel im Lebenslauf... dafür sind sie halt schon ein wenig zu jung...

Das bringt einem aber zum entscheidenden Problem: Iniesta ist verdammt alt. Gerade wenn mal bedenkt, wie oft er mit seinen Mannschaften im Sommer Sonderschichten schieben musste... Also in seinem Spielerpass stehen schon epische 33 Jahre... aber sein reines fußballerisches Alter dürfte nochmal wesentlich höher sein...
Also Transfermarkt.de führt ihn mit 45.619 gespielten Minuten... Was überraschend wenig ist, Philipp Lahm ging nach 55.835 Minuten in den Wohlverdienten Ruhestand... Was, wenn man sich Xabi Alonso anguckt ein Wert ist, der erreichbar erscheint...

Da wird einem auch mal bewusst, wie viel Zeit ein Iniesta durch Verletzungen verloren hat... Auch wenn keine dieser Verletzungen alleine wirklich schlimm waren... Also zum Vergleich: Ein ebenfalls angeblich 33 jähriger, aber absurder Weise ständig fitter Cristiano Ronaldo ist schon bei über 60.000 Minuten... Lionel Messi hat jetzt schon mehr gespielt, als Iniesta jemals wird... Aber das sind halt beides absolute Ausnahmeerscheinungen...

Aber wenn man sich die aktuelle Saison von Iniesta anschaut... dann ist der Mann immer noch verdammt gut... aber er ist es nur noch extrem selten über 90 Minuten am Stück. In der Liga spielte er nur 3 Mal durch... Und nur 5 Mal 80 Minuten oder mehr. Es ist also nicht mal so, dass ihn sein Trainer vom Platz holt, damit er sich den Applaus gönnen kann... sondern eher so, dass Iniesta halt nicht mehr Konstant die Luft für 90 Minuten hat...
Und was dann passiert, wenn ein Spiel 120 Minuten dauert... Und ihm ziemlich eng gestecktem Turniermodus einer Weltmeisterschaft abgehalten wird... wo man im schlimmsten Fall im 4 Tages Rhythmus 120 Minuten spielen muss... Wie soll ein Iniesta das durchstehen?

Und genau genommen sollte sich auch Barcelona in Champions League Rückspielen mit dieser Frage beschäftigen: Wie nutze ich Iniesta, wenn mir eine Verlängerung am Horizont droht... und ich eh davon ausgehen muss, dass er das Tempo nicht über 90 Minuten halten kann...

Wenn ich eh schon eine Wechseloption für Iniesta einplane... wäre es dann nicht schon fast vernünftiger, den Mann dann erst zur Halbzeit zu bringen? Oder nach 55-60 Minuten? Um dann den Vorteil eines frischen Iniestas gegen nachlassende Gegner zu nutzen? Will man nicht, dass seine besten Leute in der entscheidenden Schlussphase auf dem Platz stehen...

Ich behaupte da einfach mal: Thomas Tuchel würde das machen...

Es ist natürlich im Fußball nicht ganz so einfach... weil ein Fußballspiel effektiv in jeder Sekunde entschieden werden kann... Tore sind (verglichen mit anderen Sportarten) extrem rar. Und fallen nicht zwingend in den Schlussphasen einer Partie. Also einen Iniesta wie im Rückspiel gegen Chelsea zu nutzen um das Spiel frühzeitig zu entscheiden, ist auch nicht wirklich verkehrt...
Und wenn Iniesta in Halbzeit 1 auf der Bank sitzt, während man sich vom Gegner mit 0:3 vom Platz fegen lässt, muss man sich einige unangenehme Fragen stellen lassen...

Faszinierender Weise nur dann... also wenn man das Spiel in der Schlussphase abgibt, weil ein immer müder werdender Iniesta das Tempo nicht mehr mitgehen kann, wird dir keiner irgendwelche Vorwürfe machen... schließlich hast du ja deine besten Leute aufgestellt, mehr kannst du als Trainer nicht machen...

Was halt so ein Grundproblem in der Beurteilung von Fußball ist: Wir können die Optionen Einwechselspieler immer noch nicht vernünftig einschätzen. Und die wenigsten Trainer haben wirklich einen Plan, wie sie ihre Optionen von der Bank vernünftig (also auch nicht nur reaktiv, sondern wirklich geplant) nutzen sollen... Deshalb wird sich am Ende niemand wirklich über die Option "Iniesta Einwechseln" Gedanken machen... Auch wenn das viele Probleme lösen könnte.

Dienstag, 7. Juni 2016

EM Vorschau: Gruppe D

Der Titelfavorit: Spanien. Wer wenn nicht Spanien soll die deutsche Nationalmannschaft aufhalten... schließlich stellt sie definitiv die am höchsten dekorierte Mannschaft...
Und ja, das noch vor den deutschen... schließlich hat man die Stars von Real Madrid, Barcelona und Atletico Madrid am Start... Und Spieler wie Iniesta, Cesc Fabregas, Sergio Ramos, David Silva und Iker Casillas die nebenbei auch noch Doppel-Europameister und Weltmeister sind...
Wenn sich noch jemand fragt, worum es für die Spanier geht: Wenn die das Ding dieses Mal wieder gewinnen, können sie es offiziell behalten...
Wenn es um Goldene Generationen geht, setzt diese Spanische Mannschaft ganz neue Maßstäbe...
Aber... bei Iker Casillas fängt auch schon das Problem an... 13 Spieler der Weltmeisterschaft 2014 sind auch dieses mal im Kader. Das Problem ist: 2014 ist man in der Vorrunde gescheitert... erbärmlich gescheitert... Und gerade Casillas sah aus, als müsste er ganz dringend über den Ruhestand nachdenken... Trotzdem ist er auch 2 Jahre später noch dabei... und das, obwohl man einen besseren und jüngeren Torwart in David de Gea hat...
Und ja, es wird darüber nachgedacht, ob man "San Iker" nicht einfach auf die Bank setzen sollte. Aber bei solch verdienten Persönlichkeiten werden eigentlich selbstverständliche Personalien zum Politikum. Wo das hinführen, haben wir 2014 bei Xavi gesehen...
Die Spanier stehen gerade vor dem Problem, dass uns 2018 oder 2020 auch einholen dürfte. Und das bescheidene daran: Egal, wie man es macht... man macht es verkehrt...
Dazu kommt die gnadenlose Überlastung der Spanischen Spieler. Wann gab es eigentlich das letzte Mal ein europäisches Vereinsfinale ohne Spanische Beteiligung? Klar, so was kann eine Nationalmannschaft durchaus auch pushen. Aber die spanischen Stars sind halt seit 6 oder 8 Jahren jedes Jahr in jedem Wettbewerb ganz vorne mit dabei. Und da sich weder Real noch Barca irgendwelche Aussetzer erlauben darf, müssen die auch in jedem Ligaspiel Vollgas geben... Dieser permanente Dauerdruck muss dich halt irgendwann auch... nun ja... erdrücken.
Für die Spannung in diesem Turnier sollten wir alle darauf hoffen, dass dieses Erdrückt werden 2014 abgehandelt worden ist und man jetzt mit neuer Motivaiton und vollen Fokus auf das einmalige Projekt "Den Pokal behalten" in Angriff nimmt... Denn nur dann hat Spanien eine Chance...

Die erste ernsthafte Prüfung: Ok, wir könnten ein absolutes Novum erleben: Zum ersten Mal seit 2008 könnte Spanien auf eine Mannschaft treffen, die im zentralen Mittelfeld besser besetzt ist, als man selbst. Den Kroatien ist wie Spanien nur ohne 8... oder anders ausgedrückt: Sie haben Luka Modric und Ivan Rakitic. Und auch das restliche Mittelfeld verdient bei Inter Mailand sein Geld... dass ist nicht mehr das absolute Qualitätssiegel, dass es vor 20 Jahren war... aber immerhin sind die Zeiten, ihn denen Lukas Podolski dort dein Konkurrent war, auch wieder vorbei...
Und auch der Rest des Kaders ist gar nicht sooo schlecht besetzt. Klar, Dario Srna war gefühlt schon dabei, als Davor Suker Deutschland 1998 abgeschossen hat... und dürfte trotzdem ihr verlässlichster Verteidiger sein. Und Mario Mandzukic ist offensichtlich nicht für die ganz großen Ansprüche zu haben... andererseits muss man auch schon den Anspruch Champions League Finale haben, wenn man dringend ein Upgrade gegenüber Mandzukic braucht... und dieses Upgrade heißt dann Robert Lewandowski...
Kroatien gehört zu diesen Mannschaften, die auch bei einem 16er Teilnehmerfeld eine realistische Chance aufs Viertelfinale hätten... damit ist das unsere erste richtige EM Gruppe...

Der unglückliche Dritte: Das ganz große Problem der Türken? Nun ja, ihr Bester spielt für uns... Wenn alle türkisch stämmigen Deutschen Nationalspieler für das Land ihrer Eltern antreten würden (und fit wären), hätten wir eine Mannschaft auf Augenhöhe mit den Belgiern... Ok, nicht ganz, aber fast... Aber wir reden halt von einer Elf mit Mesut Özil, Ilkay Gündogan und (nicht lachen, der würde denen helfen) Serdar Tasci...
Dann ist da noch die Personalie Gökhan Töre. Der bedrohte 2 seiner Teamkameraden mit einer Pistole... Und wurde dafür nicht automatisch aus dem Kader geworfen... irgendwo sitzt Karim Benzema und fragt sich: Warum habe ich nicht so einen toleranten Trainer.
Das Ergebnis ist jedenfalls, dass Töre jetzt doch nicht den Sprung in den endgütligen EM-Kader geschafft hat, Ömer Toprak als ihr bester Verteidiger auch nicht mehr für die Nationalelf spielen will... man verliert also 2 Spieler zum Preis von einem. Kein guter Plan...
Wo wir schon dabei sind: 19 Spieler kommen aus der türkischen Liga... einem Wettbewerb, der so unglaublich stark ist, dass Podolski in ihr glänzen kann... und in der sich Wesley Sneijder seit Jahren für die Nationalmannschaft fit hält... Und sowohl die Türken als auch die Tschechen sind im Wesentlichen nur dabei, weil das mit dem "Fit halten" nicht wirklich funktioniert hat...
Und als Special Bonus Feature: Selbst die bekannten Namen warten im Endeffekt nach wie vor auf ihren ganz großen internationalen Durchbruch. Nuri Sahin war schon mal weiter. Hakan Calhanoglu sollte weiter sein. Bleibt als Arda Turan als Ergänzungsspieler von Barcelona.
Aber selbst wenn man nur die negativen Dinge aufzählt... In den anderen 3 Gruppen wären die Türken ein Kandidat auf den Zweiten Platz... Das heißt auch nur: Zu all den Problemen, die ich aufgezählt habe, kommt auch noch das Lospech...

Der freundliche Gast: Ach ja... da schlägt doch das Fußballer Herz höher. Zumindest wenn man auf gnadenlose Ineffizienz steht: Tomas Rosicky ist zurück auf der ganz großen Bühne. Die Blaupause des Idealen Arsenal Spielers... das Problem: Er kommt als alter Sack... Mit der unfassbaren Spielpraxis von einem einzigen F.A. Cup Einsatzes... Immerhin: er dürfte der einzige Premiere League Legionär sein, der gut ausgeruht zum Turnier kommt. Und es wird sein letztes großes Hurra werden. Freuen wir uns also auf einen epischen Aktionsradius... der dann im Sande verläuft...
Dazu kommt der eigentliche Hoffnungsträger: Petr Cech. Auch der ist ein alter Sack... aber als Torwart immer noch einer der Besten... Und er kann dich halt auch alleine im Spiel halten... auch wenn deine Verteidigung auf Gebre Selassie baut...
Aber ja, im wesentlichen muss man sich hier auf den Auftritt 2er Altstars freuen...

Donnerstag, 18. April 2013

Die Angst vor Spanischen Verhältnissen geht um.

Was, soll ich etwa wirklich darüber schreiben, dass Mario Gomez immer noch beängstigend effektiv vor dem Tor ist? Oder dass der VfB Stuttgart, wenn er zu Hause spielt und das wirklich ernst nimmt, immer noch deutlich besser ist, als der SC Freiburg? Ok, hab ich, und viel mehr gibt es nicht zu sagen...

Aber wenn sich selbst ein Uli Hoeneß (der von Spanischen Verhältnissen am meisten profitieren würde) Sorgen macht und ein Christian Seifert den Ball auch sofort aufnimmt... muss der Kicker ja glatt mal einen Nerv getroffen haben. Also hier, die Top 10 Gründe, warum wir so schnell keine Spanischen Verhältnisse bekommen werden:

Nummer 10: Schalke 04 hat viel zu viel Potenzial: Ja, klar, es vielleicht einer der am schlechtesten geführten Vereine Europas. Oder hat sonst noch ein Verein JEDEN EINZELNEN TRAINER der seine Mannschaft ins Achtelfinale der Champions League geführt hat, noch in der laufenden Saison entlassen? Ich glaube nicht... Trotzdem ist das Pottenzial so hoch wie wohl sonst nur in Manchester: Hier könnten 2 Vereine auf engstem Raum demnächst ihre Derbys im Champions League Viertelfinale austragen...

Nummer 9: Vom Hamburger SV muss man dasselbe behaupten... Genau genommen von der gesamten Liga... Die Bundesliga kommt auf einen Zuschauerschnitt von 41000... pro Stadion... Das Trauerspiel des HSVs gucken sich immer noch 52.000 pro Wochenende an... Damit liegen sie im europäischen Vergleich auf Platz Platz 8. Mannschaften jenseits von Barca und Real, die im März mehr als 40.000 Besucher an einem Wochenende begrüßen durften? 0. Das sind Zahlen, die die Halbe Bundesliga aufrufen kann... selbst wenn man Bayern und Dortmund raus nimmt... Und 40.000 Leute, die jedes Wochenende sagen wir 15 Euro in einem Bundesliga Stadion lassen... das ist eine Menge Geld...

Nummer 8: Bayer Leverkusen hat einen viel zu großen Konzern in seinem Rücken. Die sind nicht auf Grund ihres großen Fanaufkommens regelmäßig Vize-Meister.
Für den VfL Wolfsburg gilt dasselbe... Und die haben mit Klaus Allofs ab sofort vielleicht sogar einen guten Manager...

Nummer 7: Die Spanische Liga ist in der Breite besser als die Bundesliga. Woher nehme ich diese dreiste These? 5 der letzten 9 Europa League Sieger kamen aus Spanien. Im selben Zeitraum stellte die Bundesliga einen einzigen Finalisten mit Werder Bremen... wir sollten also erst Mal Spanische Verhältnisse in der Breite schaffen...

 Nummer 6:  Stars wechseln mittlerweile lieber in die Bundesliga... zumindest als früher... und nicht nur zu den großen 2... Als Beispiele sein hier einfach mal der zugegeben alternde Raul, der bei den ganz großen scheiternde Klaas Jan Huntelaar, die Diva Jefferson Farfan, der eigentlich nicht so gute Rafael van der VaartMichel BastosDiego, Bas Dost... alles Spieler, die vor 2006 kaum in die Bundesliga gewechselt wären... und wenn, dann nur als Durchgangsstation, mittlerweile bleiben sie auch... und da es in Deutschland am regelmäßigsten Gehalt gibt... ist die Tendenz eher steigend...

Nummer 5: Borussia Dortmund ist bei weitem noch nicht so stabil, wie viele glauben. Schließlich fordern sie die Bayern nicht zum ersten Mal heraus... und bisher konnte sich in 50 Jahren Bundesliga noch KEINER dauerhaft als Bayern-Konkurrent Nummer Eins etablieren... Allein schon die Personalie Robert Lewandowski sollte da einiges deutlich machen: Nicht mal 5 Millionen steckten sie vor einigen Jahren Lewandowski... Und entweder diesen oder nächsten Sommer werden sie ihn wieder los... aber selbst wenn sie die 40 Millionen Euro Ablöse komplett reinvestieren, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass sie einen ähnlich guten Stürmer finden. Und dasselbe Lied werden wir wohl demnächst über Mario Götze singen können...
 Die Dortmunder müssen extrem aufpassen, dass ihre nächsten Transfers wieder einschlagen wie Marco Reus und nicht floppen wie sagen wir Viktor Ikpeba. Und der Rest der Welt wird wissen, dass Dortmund unglaublich viel Kohle zu Verfügung haben wird...

Nummer 4: Die Bayern stehen nicht vor ihrer ersten Alleinherrschaft. Es gab schon mehrere Saison, in denen sie ähnlich dominant waren... und danach haben sie es gerne auch wieder mal schleifen lassen und hinterher die Nationalmannschaftsturniere als Ausrede für überspielte Spieler angebracht. Oh, und die Bayern wollen selber die Zentralvermarktung beibehalten, obwohl diese sie eigentlich erst Mal schwächt...

Nummer 3: Reine Statistik: Das letzte Mal, dass in Spanien nicht Barca und Real gemeinsam auf Platz Eins und Zwei standen, war 2008. Das wird zum Saisonende 5 Jahre her sein... Und nebenbei: Seit dem letzten Mal, dass keiner dieser beiden (sondern der FC Valencia) Meister wurde, war die 2004er Saison auch die einzige, in der Barca und Real nicht als Erster und Zweiter in beliebiger Reinfolge einlaufen.
In der Bundesliga wird es jetzt zum 2. Mal zu der Konstellation Bayern und Borussia auf Platz Eins und Zwei kommen... Und vorher? Gab es diese Endergebnis das letzte Mal 1996...
Aber nehmen wir mal wieder die Saison 2003/04 als Ausgangspunkt: Seit dem gab es in Spanien 3 unterschiedliche Meister... und 3 Vizemeister... Die Bundesliga kommt im selben Zeitraum auf 6 unterschiedliche Titelträger... und 4 verschiedene Vizemeister... Also ja, wir sind weit davon entfernt...

Nummer 2: Die Stadien sind viel zu geil. Eine ausführliche Erläuterung, wem wir diese Stadien zu verdanken haben, findet ihr hier. Valencia steht seit Jahren vor einer riesigen Bauruine. Und diese ruiniert den gesamten Verein. In Deutschland gibt es auch Stadien, die für ihre Vereine viel zu teuer sind... allerdings spielen diese Vereine meistens in der dritten Liga... Und abgesehen von Fürth und Augsburg dürfte jeder Bundesligist ein Stadion haben, um den ihn die meisten Konkurrenten in Europa beneiden... Und ein geiles (und fertiges) Stadion ist so ein heftiger Stadionvorteil.

Nummer 1: Deutschland ist immer noch die robusteste Wirtschaftskraft in Europa. Die Spanischen Verhältnisse, vor denen wir Angst haben sollten, sind eigentlich andere... Aber uns geht es immer noch so gut, dass VW Millionen in Ablöseleichen wie Christian Träsch stecken kann....

Samstag, 29. Dezember 2012

Ist sie nicht schön, diese Winterpause?

Auch wenn man sich teilweise schon fragt, was man denn nun machen soll... Hallenturniere mit Carsten Ramelow lassen einen nicht wirklich in Euphorie ausbrechen... aber sie werden kommen und wir werden sie trotzdem sehen...

Natürlich sind das Momente, an denen man sich nach England sehnt. Fußballübertragungen anstatt Familienfeiern!!! Weil es ja auch nichts wichtigeres gibt als Fußball an Weihnachten. Dazu spielen die Mannschaften quasi im 48 Stunden Modus... Aber was soll man auch mit einer 20er Liga und 2 Pokalwettbewerben machen?

Auch die Spanier kommen auf eine 20er Liga... Und weil sie nur einen Pokalwettbewerb haben, können sie den ja in Hin- und Rückspiel austragen...

Die Deutsche Bundesliga konnte sich bisher immer erfolgreich gegen solche Ideen wehren... Auch wenn der Gedanke, dass 2 Heimspiele mehr ja auch mehr Geld bedeuten könnte, alle Jahre wieder aufkommt... (und bei der Relegation haben sie diesem Gedanken schon nachgegeben...) Nebenbei ganz lustig, dass der Nationalmannschaft immer vorgeworfen wird, jeden möglichen Pfennig ab zugreifen, während man selber mehr Geld immer ganz legal als Begründung anbringt...

Die Spanier werden keine Hallenturniere mit den Traditionsmannschaften von Bayer Leverkusen und Tabsonspor kennen... Dieses Phänomen der allgemeinen Undynamik wird ihnen entgehen... Aber hey, wenn deren Mannschaften der Gegenwart dann im April auf den Zahnfleisch gehen... weil die Spieler ihre ganzen kleineren Verletzungen nicht auskurieren konnten... weil sie seit September alle 3 Tage ein Spiel haben... Und auch wenn die meisten Europäischen Top-Kader mittlerweile tief genug besetzt sein sollten... den Effekt von 14 Tagen Urlaub kann man, glaube ich, nicht hoch genug schätzen...

Kleine Beweise gefälligst? Nun ja... nur eine Mannschaft hat in den letzten 3 Jahren 2 Mal das Champions League Finale erreicht... Auch wenn sie es am Ende nicht gewinnen konnten, so ist das doch eine überragende Leistung... Eine Leistung, die nicht Mal der Über-FC Barcelona hinbekommen hat... Weil halt selbst ein Super-Messi alle 2 Jahre mal auf leerem Tank eine Leistung wie im Rückspiel gegen Chelsea abliefert. Wahrscheinlich kann ein Messi sich selber gar nicht vorstellen, wie gut ihm 2 Wochen Pause im Winter tun würden... er kennt ja nichts anderes als jedes Jahr durchzuspielen seit dem er 17 ist...

Und wenn wir schon dabei sind: Schalke 04 hat eigentlich nicht den Kader, um ins Halbfinale der Champions League zu marschieren... Und dieses Jahr werden sie die dritte Saison in Folge (Vorführeffekt? Aber hoffentlich) mindestens das Viertelfinale ihres Europäischen Wettbewerbs erreichen... Mit einer Mannschaft, in der Joel Matip Stammspieler ist...

Natürlich kann sich das alles ganz schnell ändern, wenn sich 2 3 4 Scheiße, sind die tief besetzt, Stammspieler der Bayern im Ski-Urlaub ein Bein brechen... (hey, mit nem bischen Glück könnten 3 Ausfälle zu einer Jerome Boateng - Daniel van Buyten Innenverteidigung führen... aber ich will explizit niemanden ein Verletzung wünschen...) In diesem Fall würde sich der positive Effekt komplett umdrehen und die Bayern würden sofort eine Abschaffung der Winterpause fordern...

Aber stand jetzt ist die Winterpause das Beste, was der Liga passieren kann. Und so furchtbar lang, dass man sie nicht überleben könnte, ist sie ja auch nicht... genau genommen muss man schon morgen mit der Rückrundendvorschau beginnen, damit man damit rechtzeitig fertig wird... So viel zu der "Ich schau dann mal in Ruhe Carsten Ramelow" Theorie...

Freitag, 1. Juni 2012

EM-Vorschau: Gruppe C Spanien

Ausgangslage: Selbst wenn wie Gegen Südkorea 9 Spieler aus dem Kader fehlen... Hat Spanien immernoch eine Mannschaft, der verdammt gut aussieht... zumindest in Testspielen. Und selbst ohne ohn Xavi und Iniesta können die immernoch einen wahnsinnig guten Fußball spielen lassen. Der Kader besteht aus18 Weltmeistern. Dazu kommen 12 Spieler, die sich amtierender Europameister nennen dürfen. Und trotzdem sind nur Iker Casillas und Xavi älter als 30 Jahre. Wenn also irgendjemand glauben will, dieses Team sei überaltert... viel Spaß dabei.
Spanien und Barcelona (die logischer Weise den größten Block stellen) dominieren den weltweiten Fußball im neuen Jahrtausend... einzig das unmögliche haben beide bisher nicht geschafft... und darum soll es jetzt gehen: die Titelverteidigung

Wen sollte man fürchten? Wenn ich die Leute aufzähle, die man nicht fürchten sollte... wird das wohl schneller gehen. Xavi hat alleine 14 Titel gesammelt... und er dürfte als bester Spieler der nie Weltfußballer des Jahres wurde, ausgezeichnet werden... es sei denn er macht gerade bei dieser EM 3 oder 4 Buden... anstatt sich darum zu kümmern, dass seine Mitspieler besser werden... Früher hieß es immer, Didier Deschamps sei der Weltmeister des 5 Meter Passes... was aber nur daran liegt, dass man sich nicht vorstellen konnte, was man mit 5 Meter Pässen alles anstellen kann.
Und danach kommt dann der Rest, der bei vielen anderen Nationen an erster Stelle genannt werden würde... Für eine Nationalmannschaft ist dieses Team viel zu gut und viel zu ausgeglichen besetzt...

An wen wird es scheitern? David Villa werden sie schmerzlichst vermissen. Es sei denn, Fernando Torres erlebt wirklich noch eine Wiederauferstehung... Weltklassestürmer, die nicht viele Chancen brauchen, könnten am Ende diese Europameisterschaft entscheiden... und Villa (allein schon 12 Turniertore) ist der einzige Spanier, der in diese Kategorie gehört... Selbst Barca konnte ihn am Ende gegen Chelsea am Ende nicht ersetzen... und wurde ohne ihn nur Pokalsieger...
Das Bein hat er sich nebenbei bei der Klub-WM gebrochen... was wiederum heißt: dieser sinnlose Wettbewerb könnte den Spaniern am Ende 2 Saisons (die auf Klub- und die auf Nationalmannschaftseben) versauen. Da darf man sich dann nicht mehr wundern, wenn Barca übernächstes Jahr einfach ihre B Mannschaft da hin schickt...
 An sonsten ist diese Aufgabe eigentlich unmöglich. Der EM Titel ist nach menschlichen Ermessen nicht zu verteidigen. Zumindest wurde es noch nie geschafft. Das Niveau ist so hoch, dass am Ende Kleinigkeiten entscheiden. Und über 4 Jahre lang dieses verdammt hohe Niveau zu halten, um den Titel verteidigen zu können, ist auch verdammt schwierig. Genau so wie es unmöglich ist, in den 4 Jahren eine genau so gute neue Mannschaft aufzubauen. Und dann braucht man auch noch 2 mal in Folge dieses Quäntchen Glück... und das hatten noch nicht mal die Deutschen...
Und zu guter letzt folgende Zahlen: 60, 57, 52, 56, 52, 58, 59, 54, 57 und 57. Und nein, das sind nicht die Zahlen zum neuen Sportfreunde Stiller Chorus... Sondern die Spiele, die Iker Casillas, Sergio Ramos, Andre Iniesta, Xavi, Cesc Fabregas, Sergio Busqut, Xabi Alonso, Fernando Torres und Juan Mata diese Saison schon absolviert haben. Und das sind die Zahlen, die sie (europäischen Rahmenspieltag sei dank) beinah jedes Jahr abreißen. Irgendwann werden auch diese Spieler auf dem Zahnfleisch gehen... und dann wird es ungefähr so aussehen, wie in der 4. Halbzeit beim Chelsea - Barca Matchup.

Die Sternstunde: Das letzte bedeutende Spiel verloren die Spanier 2006 in Deutschland. Und dann, 2008 passierte es (endlich): Aus einem immer wieder endtäuschenden und frühzeitig nach Hause fahrenden Mitfavoriten wurde die Beste Mannschaft der Welt. Zwischen 1984 (als sie in Frankreich 2. wurden) und 2008 gewannen sie ganze 3 K.O. Spiele bei Welt- und Europameiserschaften... Aber 2008 war es dann so weit. Ein Steilpass (natürlich von Xavi) auf Fernando Torres, ein Patzer von (ausgerechnet dem einen brauchbaren Deutschen Verteidiger bei dieser EM) Phillip Lahm und Spanien holte seinen ersten Titel seit 30 Jahren. Und seit diesem Turnier versuchen alle Mannschaften sie entweder zu imitieren... oder aber endlich das passende Gegenmittel zu finden... beides scheint verdammt schwierig... 
dafür ist es die erste Sternstunde mit eigener RAPortage 

Donnerstag, 31. Mai 2012

Einige schnelle Gedanken zur Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen

zunächst mal: sind nicht alle Testspiele "Trainingseinheiten unter Wettkampfbedingungen"? Genau genommen ist selbst ein Freundschaftsspiel gegen Holland nicht mehr.

An sonsten haben die Dänen wahrscheinlich nicht viel gesehen, was ihnen Angst machen wird... außer dass die Deutsche Mannschaft "zu schlumpfig" (O-Ton Mehmet Scholl in der Pause) spielen kann... und man will auf keinen Gegner treffen, der zu schlumpfig ist...

Nach 30 Minuten stellte Steffen Simon fest: Das ist ja wie Chelsea in schlecht. Lustig. Ich dachte mir in diesem Moment: Steffen Simon... das ist ja wie Marcel Reif in schlecht.

Jogi Löw bewies derweil wieder, dass er ein ganz besonderer Trainer ist: Der einzige Nationaltrainer der Welt, der es schafft, nur einen Spieler vom besten Deutschen Meister aller Zeiten für 6 Minuten aufzustellen. Kein Mats Hummels, kein Marcel Schmelzer, kein Ilkay Gündogan, kein Kevin Großkreutz (und ja, ich bin davon überzeugt, dass alle Probleme, die eine eine Lahm-Versetzung nach rechts mit sich bringen würde, durch das Duo Schmelzer-Großkreutz gelöst werden könnte... zumindest hinten rum...), 6 Minuten von Mario Götze... ja, der 1.FC Köln war für dieses Spiel prägender als diese geniale und überragende Dortmunder Mannschaft... die aus 6 Deutsche Stammspieler (und einen Sven Bender auf der Bank... und einem verletzten Mario Götze) besteht...

Mehmet Scholl ist bei der großen EM 1996 Abrechnung wenigstens ehrlich. Die kurze Variante: wir waren schlechter als alle, aber haben gewonnen... nur weil wir das erste Spiel auch gewonnen haben.

Faszinierend war nebenbei das Spiel der Israeli. Die haben anscheinend wirklich geübt, wie man ein 0:1 verwaltet und wie man auf Zeit spielt. Damit sie, falls sie jemals in einem entscheidenden Spiel einen knappen Rückstand verwalten müssen, wissen, wie das geht...

Die Holländische Innenverteidgung... läuft sich derweil selbst über den Haufen... Und viel besser als die Deutschen sah das Spiel der Niederlande auch nicht aus...

Die Spanier müssen derweil auf 9 Spieler von Barcelona und Atletic Bilbao verzichten... weil das spanische Pokalfinale erst am 25. März stattfand... dementsprechend viele Schlüsse kann man aus dem Testspiel gegen Südkorea ziehen: Die Spanier sind trotzdem besser drauf als die Deutschen. Und brachten Iker Casillas kurz vor Schluss, damit der als erster Spieler der Welt 95 Länderspielsiege sammeln konnte... Weil ja nicht davon auszugehen ist, dass die während der EM auch nur einen Sieg holen werden...

Oh, ähm... und ja, sie haben in der ARD auch Armenien Griechenland gezeigt... deswegen hasse ich Otto Rehagels EM-Titel so sehr... Und Griechenland verschießt in dem Spiel 2 Elfmeter... stark.

Am besten in EM Form sind derweil... die Brasilianer die die USA mit 4:1 abgeschossen haben... leider nehmen die nicht teil...